.:: Super8 + 16mm Film Erkundschaftungen - Logbuch der Filmgruppe Laterna 24143 ::.

[Zur Geschichte (Super8 Experimentalfilm)… ]

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Super-8 erscheint 1965 auf dem deutschen Markt, Doppel-Super-8 und Single-8 Anfang 1966. Der Erfinder des „klassischen“ Super-8-Films kommt mit drei Kameramodellen des „Instamatic Schmalfilmsystems“ und zwei Projektoren auf den Markt. Zeitgleich präsentieren die deutschen Firmen Bauer, Nizoldi & Krämer und die Firma Plank sowie die schweizerische Paillard-Bolex Kameras, Projektoren, Filmbetrachter und Klebepressen. Diese Kameras und Projektoren zielen auf den Amateur als Käufer. Vollkommen Ungeübte sollen erfolgreich filmen. Die Handhabung ist stark vereinfacht worden. In der Filmkassette befindet sich eine Kerbe. Sie stellt automatisch die Filmempfindlichkeit in der Kamera ein. Der Film muss nicht mehr umständlich wie beim Normal-8-Film oder 16mm-Film im Dunkeln gewechselt werden. Die Kameras haben eine Belichtungsautomatik, mit der der gleiche Film bei Tages- und Kunstlicht belichtet werden kann. Das Filmbild ist gegenüber dem Normal-8-Format um die Hälfte größer und damit detailreicher, gegenüber dem 16-mm-Format jedoch viermal so klein. Die Perforation liegt nicht mehr zwischen zwei Bildern am Rand, sondern neben jedem einzelnen Bild. Die Klebestellen kommen jetzt ohne Perforationsloch aus und sind haltbarer.

… Der Umgang mit dem Medium lässt unterschiedliche Motive deutlich werden. Vlado Kristl polemisiert gegen die Vereinnahmung des Filmemachers. Super-8 ist für ihn ein autarkes Medium: „So bleibt Super 8 nur insofern interessant, wenn es auch weiterhin als unakzeptables Produkt dasteht. Als etwas nichteingliederungsfähiges, das für immer sich kritisch zur Herstellung befindet. …“

… Ulrich Gregor und ein Autor des Berliner Stadtmagazins Tip identifizieren die Anfänge der künstlerisch orientierten Bewegung in New York, die Jim Hoberman Mitte 1981 mit einer Retrospektive am Anthology Film Archives in New York vorstellt.

Reinhard Wolf, Mitarbeiter beim Gegenlicht-Filmverleih, ab 1981 Mit-Herausgeber des KOB-Info, des Koordinationsbüros der 8mm-Filmemacher, und langjähriger Beobachter der Super-8-Szene, wagt 1985 auf dem 2. Internationalen Super-8-Filmfestival Leicester einen Rückblick. Er sieht drei Phasen, bei der erst in der letzten, nach 1982, Musiker und Maler neue Impulse dem Super-8-Film gegeben haben sollen:

„The last ten years of German 8mm film making have seen repeated fundamental changes in the filmmakers thematic interests as well as in their creative methods. After the aesthetic depature form the amateur home movie, young filmmakers soon started to break the conventions of mainstream cinema – first by adopting it in parodistic ways, then – in the period from 1979 – 1982 – by taking an interest in subject and issues which were neglected by mainstream cinema as well as the offical mass media. A direct-cinema-style became almost synonymous with 8mm film. The distribution experiences with these often only journalistically orientated films, and discussions with more experimental minded artists, lead at the end of this period to a common critical disbelief in film’s ability to reflect realtiy directly. An additional collision between this 8mm tradition and a new generation of filmmakers form the metropoles who were often painters or musicians, brought new impulses. A new urban expressionistic view of postmodern society formed the base for todays 8mm film productions as it is presented in this programme.“

…”

Aus: “Experimentalfilme auf Super-8 im Bund der Deutschen Filmamateure” | Von Kai Söltner (2004)
Quelle: http://digital-b.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/1541 | http://digital-b.ub.uni-frankfurt.de/files/1541/SoeltnerKai.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Super_8_%28Filmformat%29

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