Kategorie: Super8

[Wild Movies: SF-Beat Sendung (06.12.1976)… ]

Post aus einem Privatarchiv: Über Rolle und LT erreicht mich ein Brief aus Bremen mit einer Zeitreise auf Magnetstreifen (MC).

Audio: Hier der Inhalt der Kassette – Musik und ein Interview mit der „Wild Movies“ Gruppe
Eine Amateurfilmergruppe aus Berlin des Jahres 1976 [(Das Interview beginnt etwa nach 20 Min.)]

Die Radiosendung SF-Beat war eine Jugendsendung des Senders Freies Berlin (SFB). Sie wurde zwischen 1967 und 1990 werktäglich ausgestrahlt und war im Berliner Raum wegweisend für Beatmusik, Rock und später elektronische Subkulturen. Hier die Episode aus dem 6. Dezember 1976: Spieldauer 1:00 Stunde. Es geht um die Gruppe „Wild Movies“ (Amateurfilmergruppe aus Berlin des Jahres 1976). Mit Musik von Tom Cunningham und Mohammad Tamasebi. Hinter dem Begriff „Wild Movies“ verbirgt sich der Jugendfilmclub Wild Movies e.V., eine West-Berliner Gruppe junger Independent-Filmemacher, die sich in den späten 1960er- und 1970er-Jahren um Manfred Jelinski, Uwe Bohrer und weiteren formierte.

Das Kollektiv war ein Beispiel für die damalige Super-8-Amateurfilmszene, die radikal unabhängig, politisch engagiert und abseits der kommerziellen Filmindustrie agierte. Die Gruppe dokumentierte hautnah den West-Berliner Widerstand gegen Naturzerstörung. Bekannte Beispiele sind die filmische Begleitung von Bürgerinitiativen gegen die Rodung des Waldes an der Einflugschneise des britischen Militärflughafens („Gemetzel in Gatow“, 1979) oder gegen den Autobahnbau im Tegeler Forst („Schlachtfeld Tegeler Forst“). Später hielten Mitglieder der Gruppe wichtige Meilensteine der Berliner Punk- und Post-Punk-Szene fest, wie etwa in der berühmten Dokumentation „So war das S.O.36“ (1984) [https://www.arsenal-berlin.de/assets/Legacy/katalog_blaetter/1985_Super8_SoWarDasSo36_34.pdf].

Historisches Filmmaterial wird von Manfred Jelinski bis heute gepflegt. Auf seinem offiziellen YouTube-Kanal IndependentFilmInfo veröffentlicht er regelmäßig digitalisierte Ausschnitte unter dem Titel „Wild Movies Archiv“ (z. B. historische Spaziergänge, Tramp-Geschichten und frühe Werke wie „Orpheus in der Oberwelt“).

M.O. Jelinski @IndependentFilmInfo:
–> https://www.youtube.com/@IndependentFilmInfo/videos

[Die Tödliche Doris…]


“ … «Die Tödliche Doris, und das ist ihre ästhetische Strategie, ist immer dort, wo du sie nicht erwartest», schrieb Filmkritiker Dietrich Kuhlbrodt 1982 in der Frankfurter Rundschau über die Gruppe Berliner Kunststudenten. … Wolfgang Müller [zeigte 2014] eine Auswahl von Super-8-Filmen aus dem insgesamt mehr als 300-minütigen filmischen Gesamtwerk der Tödlichen Doris. Erwartungsfroh sehen wir Filmen entgegen mit Titeln wie Edith Müller putzt ein Fenster, Energiebeutel und Zeitblase Energy, Die unsichtbare LP Nr.5 Materialisiert als Super8 Film oder Niemand sieht die Blindschleiche. …“ | Aus: „Die Tödliche Doris 1980 – 1987 auf Super8“ Wolfgang Müller, Berlin Mi., 12.03.2014, 20:00 | Quelle: https://acc-weimar.de/veranstaltungen/t/die_toedliche_doris_1980_87_auf_-1105.html

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“ … Anfang 2000 hat Martin Schmitz alle Super 8-Filme von die Tödliche Doris digitalisieren lassen. …“
Aus: „Die Tödliche Doris – Kino, Das filmische Gesamtwerk (1980–1987) Teil I – III“ | Quelle: https://www.martin-schmitz-verlag.de/Die_Toedliche_Doris/Film.html
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“ … Die Tödliche Doris, die Erwartungshaltungen des Publikums, entfachten Anarchie auf der Bühne und ignorierten tradierte Formen des Musikmachens. Doch im Gegensatz zu deren eher maskuliner Vehemenz arbeitete die Doris eher spielerisch und mit „kluger Rotzigkeit“, wie Weserburg-Direktorin Janneke de Vries die künstlerische oder gerade auch bewusst nichtkünstlerische Herangehensweise bestimmt. Westberlin 1980, Mauerstadt, Kalter Krieg, Endzeitstimmung, dunkle Hinterhauswohnungen mit Kohleöfen – aber eben auch die große Freiheit für Hausbesetzer, Künstler, Punks. In diesem Milieu gründeten die beiden Kunst- und Filmstudenten Wolfgang Müller (Jahrgang 1957) und der 1996 verstorbene Nikolaus Utermöhlen Die Tödliche Doris, die sich zunächst in Gestalt einer Punkband manifestierte. … Bei der Doris-Werkschau in der Weserburg steht nicht umsonst das Medium Film im Mittelpunkt. „Dort finden Musik, Performance, Fotografie, Text und Malerei zusammen“, erklärt Radek Krolczyk den Ansatz. … “ | Aus: „Das ewige Leben der Tödlichen Doris“ York Schaefer (23.12.2025) | Quele: https://taz.de/Punkkunst-Ausstellung-in-Bremen/!6129113/

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Das Haus der Tödliche Doris wurde von 1987 bis 1991 bespielt, diente seitdem als Lagerraum für die Kunstwerke der Tödlichen Doris und beherbergt ihr Archiv. | https://dashausdertoedlichendoris.de/

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“ … Die Tödliche Doris war eine Berliner Künstlergruppe, die 1980 von den Kunststudenten Wolfgang Müller und Nikolaus Utermöhlen als Musikband gegründet wurde und der sich ein paar Monate später die Kunststudentin Chris Dreier anschloss und die in ihrer bis zur Auflösung 1987 währenden Geschichte auch in Kunst, Fotografie, Filmkunst, Video, Performance und Literatur aktiv war. …

Filmografie – Super 8:
Sabine – aus meinem Tagebuch, 10 Min., 1980
Material für die Nachkriegszeit, 25 min., 2. dramatisierte und gekürzte Fassung: 9 min., beide 1981
Das Leben des Sid Vicious, 12 min., 1981
Energiebeutel und Zeitblase, 12 min., 1981
Fliegt schnell laut summend, 10 min., 1981
Niemand sieht die Blindschleiche, 3 min., 1981
Das Graupelbeerhuhn, 20 min., 1982
Berliner Küchenmusik, 5 min., 1982
Textfilm, 3,5 min., 1983
Die Tödliche Doris live auf Helgoland, 23. Juli 1983, 6 min., 1983
Blumen am Grab des Vaters, 12 min., 1983
Der Fotomatonreparateur, 2 min., 1983
Live, 2,5 min., 1983
Wasserballet, 3 min., 1984
Tapete, 23 min., 1984
Mädchenherzen, 3 min., 1984
Kulisse, 60 min., 1984
Tanz 2, 0,5 min., 1984
Zwei Witwen, 2,5 min., 1984
Die Tödliche Doris, 9 min., 1984
Zoom, 2,5 min., 1985
Die unsichtbare 5. LP materialisiert als Super-8-Film, 3 min., 1985
Städte, 105 min., 1987 (Der darin enthaltene Städtefilm Berlin West[18])
Unbefleckte Empfängnis, 1 min., 1986 (Episode in Jesus – Der Film)
Die Gesamtheit allen Lebens und alles Darüberhinausgehende, 1,83 Sekunden, 1987
Eine Frau zur selben Zeit an einem anderen Ort, 9 min., 1987
…“
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_T%C3%B6dliche_Doris
// https://k-strich.de/de/kunstler/die-todliche-doris/

[Film als Kulturerbe (L’Abominable) … ]


“ … Film als immaterielles Kulturerbe … Das Projekt hat einerseits zum Ziel, die heute in der gesamten fotochemischen Kette (von der Aufnahme bis zur Projektion, von den Laboren bis zur Konservierung) angewandten Praktiken und Kenntnisse zu erfassen – und zum anderen eine Reihe von Maßnahmen vorzuschlagen, um die Zukunft der analogen Filmtechniken in den kommenden Jahren zu sichern. … Was die Situation in Frankreich betrifft, so hat das Projekt in den letzten Monaten durch die Bildung einer Arbeitsgruppe innerhalb von L’Abominable viel Dynamik erzeugt. … “ | From: „Film as Intangible Cultural Heritage“ –> https://www.filmlabs.org/dissemination/lab-meetings/film-as-intangible-cultural-heritage/ | [L’Abominable [Der Abscheuliche] is an artist-run film laboratory near Paris. Since 1996, it offers filmmakers the tools to work with silver-based film material: super-8, 16mm and 35mm.] –> https://www.l-abominable.org/en/

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Dear all,
We, at L’Abominable, wanted to let you know about a project that has been developing here in France around the practice and know-how of photochemical film as Intangible Cultural Heritage. All the info are on filmlabs.org … So far, the project has been restricted to France (for administrative/procedural reasons), but we wanted to invite all of you around the world to have a look and if you want to be involved, or think your country could also want to develop something similar, get in touch, we’d love to chat and explain further! If you are based in France and that’s the first time you hear of this project, and want to be involved, get in touch as well, we’d love to include you (and we have homework for you)! All the best, Emmanuel for L’Abominable (27.11.2025)

[Privates Erinnern (Augsburg, 2025)…]

Bildquelle: „Zeitzeug*innen zum Thema Super-8-Film gesucht“ (19 Oktober 2024) | –> https://a3kultur.de/nachrichten/war-super
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“ … In der Ausstellung (zur Zeit im Foyer des Zeughauses Augsburg, Zeugplatz 4) wird das Phänomen Super 8 näher beleuchtet. Es wird erzählt, wie man in in den 1930er bis -80er Jahren das Familienleben mit der Hilfe von 8 mm-Filmkameras dokumentierte, inklusive eines Seitenblicks auf die Vorgänger, Begleiter und Nachfolger des Zelluloidfilms, vom Poesiealbum über die Fotografie, bis hin zu den Videoformaten seit den 1980er Jahren und und den modernen Medien der heutigen Zeit. … Die Ausstellung wird über einen Zeitraum von vier Wochen (bis 1.6.2025) im Foyer des Zeughauses in Augsburg gezeigt. … Wir laden zusätzlich ein zum Filmabend am 22.5 mit original 8 und 16mm Projektoren, sowie einer Wiederholung der großartigen Präsentation von Bernd Harder mit dem Titel „Frankensteins Monster jagen Jack the Ripper“.  Auch der Ausstellungsfilm Schmalfilmwelten wird noch einmal in der Langversion (29 Minuten) gezeigt! Treffpunkt ist um 20 Uhr im Foyer des Zeughauses. … (Wenn möglich Ihr Kommen bitte vorher ankündigen). …“ | Aus: „Ausstellung: Super 8 – Privates Erinnern auf Zelluloid“ (Dr.Andreas Garitz, 2025) | –> https://www.rekordcafe.de/das-museum/ausstellung-super-8-privates-erinnern-auf-zelluloid.html

[Aus dem Archiv: Lib (Spanien, 1980)…]

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Aus „Lib“ (Spanien, 12.02.1980) // “ … Lib: ein suggestiv freies Magazin, war ein spanisches Erotikmagazin, das zwischen 1976 und 1984 von Ediciones Zeta mit Sitz in Barcelona herausgegeben wurde und sehr repräsentativ für den Verlagsboom der „Destape“ (Enthüllung) im Kontext der spanischen Transition war. …“ | https://es.wikipedia.org/wiki/Lib // “ … Die spanische Transition ist als die Periode in der zeitgenössischen spanischen Geschichte bekannt, in der das Land das diktatorische Regime von General Francisco Franco hinter sich ließ und begann, durch eine Verfassung regiert zu werden, die die Demokratie wiederherstellte. Sie stellt die erste Phase der Herrschaft von Juan Carlos I. dar und ist Teil der „dritten Welle der Demokratie“ (Theorie von Samuel P. Huntington), die im April 1974 mit der Nelkenrevolution in Portugal begann und mit dem Fall der kommunistischen Regime in Mittel- und Osteuropa im Jahr 1989 ihren Höhepunkt erreichte. …“ | https://es.wikipedia.org/wiki/Transici%C3%B3n_espa%C3%B1ola

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via Medea&Rolle (Gruesse aus sexymadrid)

[The Exploding Cinema Book (2025)… ]

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… BOOM! charts the emergence of the collective from the art squats of Brixton to international infamy, from the analogue machines of the nineties to the contemporary digital online cinema. And although the key focus is the Exploding Cinema, this is also a history of the broader London underground movement and includes material from MyEyesMyEyes, Omsk, the Halloween Society, Undercurrents, the Volcano! Film Festival, Kaos filmmgruppe and many others. | https://explodingcinema.org/exploding-book-crowdfunder/




The rise of this new live cinema culture was developed over 30 years by an underground movement of film makers, cinema clubs and media activists. BOOM! is the secret history of that movement told by its key activists.  And in particular it is the history of the Exploding Cinema collective, a radical unfunded experiment in total democracy, open access, collective ownership and voluntary action. For the last 3 decades, we have been staging regular monthly open access nights of short D.I.Y. underground film in pubs, clubs and squats across London; turning shabby interiors into temporary convivial utopias that seethe with multiple moving projections. We have screened thousands of short films and given thousands of filmmakers a live audience for their work. Yet this movement has been consistently dismissed and ignored by the film establishment and the art academics. | https://www.indiegogo.com/projects/boom-exploding-cinema-and-the-new-underground#/

–> https://explodingcinema.org/ | https://explodingcinema.org/history/

[In the Shadow of the Sun (1972-1981)… ]

forestpunk (2020): “ … Derek Jarman’s In the Shadow of the Sun is part home movie, part fever dream; a fantasy and a reverie and a technicolour nightmare, made more surreal, menacing, and beautiful with an electronic soundtrack by Throbbing Gristle. …“ | https://forestpunk.wordpress.com/2020/03/29/in-the-shadow-of-the-sun-derek-jarman-1981-movie-review/


„In the Shadow of the Sun“ Luke Aspell (November 2024, Annotations on Film – Issue 111)
“ … In the Shadow of the Sun is the title of two films, substantially identical but materially distinct. The first, a silent Super 8 film made between 1972 and 1974 incorporating footage shot in 1971, was screened during the 1970s at Jarman’s studio home and at experimental film venues in London, accompanied by Hector Berlioz’s Grande Messe des morts. The second, a 16mm film comprising a blow-up of the first augmented with titles and a synchronised score by Throbbing Gristle, premiered in 1981 at the Berlin Film Festival. …“ | https://www.sensesofcinema.com/2024/cteq/in-the-shadow-of-the-sun/


In the Shadow of the Sun | Derek Jarman, 1981, UK/West Germany

In the Shadow of the Sun (1981) [58 Min.]
–> https://youtu.be/CM5nzFQgEtE

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