Tag: Guy Maddin

[Hospital Fragment… ]

An impressionistic series of images inspired by “Tales From the Gimli Hospital”
(Geschichten aus dem Gimli Hospital (1988))

Tales from the Gimli Hospital (1988) was the feature film debut of director Guy Maddin, his second film after the short The Dead Father. Tales from the Gimli Hospital was shot in black and white on 16mm film and stars Kyle McCulloch as Einar, a lonely fisherman who contracts smallpox and begins to compete with another patient, Gunnar (played by Michael Gottli) for the attention of the young nurses.
https://en.wikipedia.org/wiki/Tales_from_the_Gimli_Hospital

[Seances & The Forbidden Room… ]

” … “The Forbidden Room“ is a feature film with its own separate story and stars” while “Seances will be an interactive Internet project.” …” | http://en.wikipedia.org/wiki/Seances_%28film%29

There are hundreds of films that have been lost or destroyed, and these forgotten stories have always appealed to Canadian director Guy Maddin. With his new project, Seances, he hopes to recreate 12 of these films from the silent era … | “Guy Maddin’s lost history of film” (2013) >> http://cultmontreal.com/2013/07/guy-maddins-lost-history-of-film

“Daniel Garber interviews Guy Maddin about his project Seances”
Canada, Cultural Mining, Lost Movies, Montreal, Uncategorized by CulturalMining.com on July 18, 2013
https://danielgarber.wordpress.com/2013/07/18/daniel-garber-interviews-guy-maddin-about-his-project-seances/

Production design illustrations. Guy Maddin’s The Forbidden Room / Seances. 2012-2014 >> http://galenhjohnson.com/post/56261866702/production-design-illustrations-guy-maddins-the

” … In addition to re-imagining lost films, Maddin is also “resurrecting” projects that were planned but never filmed. Maddin has stated that he will not be parodying or otherwise mimicking the approach of the directors whose films he is re-envisioning, but rather tried to capture the imagined “spirits of the films, rather than of their directors.” Films will not be shown in their entirety, but rather, offered as fragments in order to be recombined online. …” | Seances (film) | >> http://en.wikipedia.org/wiki/Seances_%28film%29 (12/2014)

[The Saddest Music In The World… ]

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[…] Kanada im Jahre 1933: Soeben ist die kanadische Stadt Winnipeg erneut zur traurigsten Stadt der Welt gekürt worden, was die Unterschenkel amputierte Brauerei-Unternehmerin Lady Helen Port-Huntley (Isabella Rossellini) zu der Idee veranlasst, einen Wettbewerb um die traurigste Musik der Welt auszuschreiben. Neben einer Krone aus gefrorenen Tränen gibt es vor allem 25.000 „Depression-Era-Dollars“ zu gewinnen – ein Preisgeld, das Musiker aus aller Herren Länder ins eiskalte Winnipeg lockt. Neben sentimentalen Mariachi-Musikern, depressiven Dudelsack-Spielern aus Schottland und tristen Trommlern aus Afrika ist es vor allem eine Familie, die den Wettbewerb dominiert: Das ist zum einen der schmierige Broadway-Produzent Chester Kent (Marc McKinney), der von Narcissa (Maria de Medeiros) begleitet wird, und zum anderen dessen Bruder Roderick alias Gavrilo (Ross McMillan), der für Serbien antritt. Zwischen den beiden Brüdern steht deren Vater Fyodor (David Fox), ein einstiger Chirurg, der sich nun als Straßenbahnfahrer durchschlägt und der – wie seine Söhne – der Ausrichterin des Wettbewerbs einst verfallen war. Im Kampf der beiden Söhne und ihres Vaters um die Gunst der Preisstifterin entspannt sich nun eine Dramödie, die schonungslos die emotionalen Verstrickungen aller Beteiligten bloß legt.

Aus: “The Saddest Music in the World” Von Joachim Kurz (Datum 200?)
Quelle: kino-zeit.de/…the-saddest-music-in-the-world…

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[..] Nur sehr selten finden Werke den Weg in die Lichtspielhäuser, die sich einer Katalogisierung hartnäckig entziehen und aus diesem Grund denjenigen, die zufällig über sie stolpern, wie Fremdkörper erscheinen müssen in einem System, welches eigentlich keinen Platz für sie zu besitzen scheint. […] The Saddest Music in the World ist auf inhaltlicher Ebene als politische Parabel lesbar. Chester verkörpert amerikanisches Kunsthandwerk in Perfektion, entwirft melodramatische, verkitschte Bühnenshows, die das Publikum durch die reine Quantität der dargebrachten Sentimentalitäten berauschen. Als Ausgangsmaterial dient prinzipiell alles, was ausreichend emotional besetzt ist, von moderner Großstadtmelancholie bis zum Massaker europäischer Einwanderer an der indigenen amerikanischen Bevölkerung. Chesters Showkonzept ist die Perversion der Melting Pot-Metapher, mit der bis heute die hybride Bevölkerungsstruktur der USA beschrieben wird. Der Broadwaygigant gemeindet in seine Künstlertruppe mithilfe des Scheckhefts Musiker ärmerer Nationen ein und entwirft mit deren Hilfe eine ebenso zuckersüße wie verlogene historiografische Melange, in der indische Bauern mit ein paar Handgriffen zu Eskimos umstaffiert werden. Parallelen zu bis heute gültigen Praktiken in der Filmindustrie Hollywoods sind nicht zu übersehen. Sein Bruder und Gegenspieler Gavrilo wird dagegen als romantischer Künstlertypus europäischer Tradition präsentiert: Selbstzerstörerisch, grüblerisch und letztlich genauso weit von der sozialen Wirklichkeit entfernt wie die verkitschte Geschichtsschreibung Chesters.

[…] Diese politische Lesart ist jedoch nur ein kleiner Teil der sinnlichen Erfahrung, die The Saddest Music in the World ermöglicht. Zu allererst springt die ganz und gar eigenartige filmische Form ins Auge. Maddins Werk ist größtenteils in Schwarz-Weiss gedreht, setzt exzessiv Weichzeichner sowie andere Verfremdungsverfahren ein und wird von einem halluzinatorischen Leuchten durchzogen. Gelegentlich eingeschobene, verfremdete Farbaufnahmen und wilde Montagefolgen verstärken den hypnotischen Effekt, der von den scheinbar einer anderen Zeit – wenn nicht gar einem anderen Universum – entsprungenen Aufnahmen ausgeht. Um sich der Faszination, die von The Saddest Music in the World ausgeht, analytisch zu nähern, ist ein Rückgriff in die Filmgeschichte unabdingbar.

Maddins Arbeiten waren stets von einer Obsession für den späten Stumm- und frühen Tonfilm der Zwanziger- und Dreissiger Jahre geprägt, für das überbordende Melodrama der damaligen Plots genauso wie für ungewöhnliche Kamera- und Färbetechniken, rasante Montagen sowie spielerische Experimente auf der Tonspur. Besonders der deutsche expressionistische Stummfilm mit seinen abgründigen, schizoiden Charakteren und einem gnadenlos antirealistischen Gestaltungswillen findet sich als durchgängiges Referenzsystem. The Saddest Music in the World greift weiter aus und bedient sich nicht nur bei Murnau und Co. Ikonografisch orientiert sich Maddin oft am frühen amerikanische Tonfilm, an der ornamentalen Bildgestaltung der Werke Josef von Sternbergs etwa oder der naiv überbordenden Bildsprache früher Musicals, an welchen auch die narrative Struktur, die sich oftmals einer Nummernrevue annähert, erinnert. Dynamische Montagesequenzen evozieren dagegen die französische und russische Stummfilmavantgarde um Abel Gance und Sergej Eisenstein.

Doch die tiefsten Spuren hat auch in diesem Werk der deutsche filmische Expressionismus, Maddins Dauer- und Lieblingsthema, hinterlassen. Denn unter dem absonderlichen Musical mit politischer Grundierung brodelt eine ebenso melodramatische wie bizarre Familiengeschichte, an der die Großmeister der Weimarer Studioproduktionen ihre helle Freude gehabt hätten. Es geht um sexuelle Obsessionen, ödipale Konflikte und enttäuschte Liebe. Im Mittelpunkt aller Intrigen befindet sich die von Isabella Rossellini grandios verkörperte Lady Helen. Die Szene, in welcher die Bierbaronin mit zwei langsam zersplitternden Glasprothesen in Chesters Show auftritt, muss man gesehen haben, um sie zu glauben. Letzten Endes ist diese Sequenz jedoch nur einer unter vielen Höhepunkten in einem Film, der auch dem größten Skeptiker den Glauben an die Möglichkeiten des Kinos zurückgeben sollte.

Aus einer Kritik von Lukas Foerster
(Veröffentlicht am 09.11.2006)
Quelle: critic.de/…/the-saddest-music-in-the-world…

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[…] Es ist eine Geschichte über Liebe, Vertrauen, Verlust, Schmerz und die verschiedenen Möglichkeiten, damit umzugehen. So vielschichtig und wahr all das ist, so wild und surreal ist auch die filmische Umsetzung. Guy Maddin inszenierte “The Saddest Music In The World” als avantgardistisches schwarz-weißes Super8-Spektakel […] – mit leichtem politischen Kommentar. In liebevollen, selbst gebauten Kulissen mit mehreren Kameras gleichzeitig gefilmt, sorgen auch Schnitt und Montage für wohltuend irritierende Konventionsbrüche. Aber dahinter steckt System und eine Energie, eine cineastische Experimentierfreude, die kraftvoll und anrührend von der Schönheit der Traurigkeit erzählt.

Aus: “Traurigkeit in Bier – The Saddest Music In The World”
(cnet.de, Autor ?, teleschau – der mediendienst, Datum 200?)
Quelle: cnet.de/…the+saddest+music+in+the+world…

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[…] „Oberflächlich betrachtet begegnen uns Bilder aus einer Zeit, als diese ihre Unschuld noch nicht verloren hatten. Jedoch ihre Logik widerspricht dem ersten Eindruck: denn was sie zu erzählen haben, sind in Parodie getränkte, brüchige, dramatisch überspitzte, traumhafte, bösartig komische und vollkommen verrückte Geschichten. Es sind sperrige Fabeln, doch in der Art eines Kinderliedes eingängig erzählt. Als wollte Maddin mit seiner kindlichen Fabulierlust bittere Einsichten versüßen, wenn große Gefühle spielerisch auf Freud’sche Psychologie prallen, wenn eine dem Blick schmeichelnde üppige Sinnlichkeit und Detailbesessenheit in der Ausstattung den Zuseher verführen. Der meist nachsynchronisierte Ton gesellt sich dazu, als käme er wie ein entferntes Echo den Bildern zu Hilfe, deren entrückte und flüchtige Schönheit zu untermalen. Kurz und mit den Worten der Cahiers du Cinéma gesagt: ‚Man kann sich keine schönere Antithese zum aktuellen Kino vorstellen.’” (Xenix, Zürich)

Aus: “In Person – Guy Maddin”, Von Brigitta Burger-Utzer (sixpackfilm.com, 2003)
Quelle: sixpackfilm.com/…/inperson/maddin/maddin.html

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[…] “When Maddin was still a young boy, his older brother committed suicide, and while he does not often talk about it, suicide has certainly become a prominent theme that runs throughout his body of work. For that matter, fathers with missing eyes also frequently appear as characters in Maddin’s films, and so, no matter how fictional and exotic the director’s landscapes may seem, they are often fused with pieces of his own autobiographical history”…

From “Guy Maddin” by Jason Woloski (2003)
=> sensesofcinema.com/contents/directors/03/maddin.html

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“Images – The Cinema of Guy Maddin” (imagesjournal.com)
=> imagesjournal.com/issue09/reviews/maddin/text.htm

[Der Schatten in Schwarzweißfilmen… (Maddin)]


Picture from: “COWARDS BEND THE KNEE”
by Guy Maddin (2003) – Shot on Super8

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Picture from: “Brand Upon The Brain!”
by Guy Maddin (2006) – Shot on Super8

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” … Schatten in Schwarzweißfilmen sind viel bedeutungsvoller als in Farbfilmen. In Schwarzweißfilmen symbolisieren Schatten das Fehlen von Licht und Wissen. Im Farbfilm bestehen Schatten vor allem aus lila-brauner Körnung, wofür das auch immer stehen mag. (Guy Maddin)

Aus: “Brand Upon the Brain!” Regie: Guy Maddin
Format: 35mm (gedreht auf Super8), 1:1.85, Schwarzweiß
Länge: 95 Minuten, 24 Bilder/Sekunde.
Film als Erinnerung: Interview mit dem Regisseur
Pdf/Text von Adam L. Weintraub —> 0402_Branduponthebrain.pdf (deut. & engl.)

—> http://www.branduponthebrain.com/
—> http://de.wikipedia.org/wiki/Guy_Maddin

“not coming to a theater near you’: “Brand Upon the Brain!” (USA / Canada; 2006)
—> http://notcoming.com/reviews.php?id=654