Tag: DIY Processing

[Bis März ’78 (2)… ]

78K40
[Super8 Kodak K40 Film aus Rochester (USA) – Herstellung in den 70iger Jahren]


[Super8 Film auf der Wäscheleine]

Jetzt darf der wohl um die 40 Jahre alte Film erst mal auf der Leine im arabischen Zimmer trocknen.
Hinter mir liegt eine Super8 schwarz/weiß negativ Entwicklung in der Chaosküche mit russischem Bakelit (Lomo-)Tank.

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[Chaosküche mit Sexmonster-Radio]

Ich dachte es wäre (fast völlig) aussichtslos – neugierig war ich aber doch – das Ergebnis: Der K40 Super8 Film Ist zwar sehr dunkel (als Filmpositiv sehr hell) aber es sind dennoch Motiv-Konturen mit bloßen Auge gegen Licht erkennbar – unglaublich! … Das bedeutet, dass extrem überlagerte Super8 K40 Filme durchaus noch nutzbar sein können (obwohl sie natürlich im hell/dunkel Kontrast durch die Zeit hindurch mehr und mehr eingeschränkt abbildungstauglich werden).

[Verarbeitet (Filmgruppe Chaos, 2015)… ]

Bilderquelle: “VERARBEITET” (Filmgruppe Chaos, 2015, 16mm, ca 5 Min)
Bilder für den Angriff auf den Proletkult und zur Zerstörung des Menschen in der Maschinerie.

Prozesse (Verarbeitungsschritte) zu “Verarbeitet”:
* Found Footage (Gefundenes Filmmaterial, 16mm, sw) auf Papier projiziert
* Das Bildmaterial auf dem Papier wird mit einer Arriflex (16mm) abgefilmt.
* Das Kodak SW Negativmaterial im Russian Tank (Lomotank) entwickelt.
* Das überlagerte Material hat einen gewissen Grauschleier.

Die Nachbearbeitung mit Säure und Toner:
Der Film ist nun ausentwickelt, gewässert, getrocknet, gesichtet. Anschließend wird noch ein mal gewässert. Dann erst mit Schwefeltoner (Brauntoner) bearbeitet (der gesamte Film, aber unterschiedlich intensiv). Brauntoner für die Farbe alter Fotos und Rost.
Als zweites kam der Blautoner (blauer Farbtoner für glänzenden Stahl), nur Teile des geknüllten Materials wurden dort eingetaucht. Danach die Chemikalien abgebraust, wieder gewässert.
Als letztes kommt die Batteriesäure: auf das geknüllte Filmmaterial beginnt ein Radikalangriff (auf die Emulsion) mit Batteriesäure (die eigentlich geplante Tetenal Chemiemix für Pseudosolarisation versagte wegen Überalterung in geöffneter Verpackung). Das Filmmaterial – noch nass von der Wässerung – wird mit mehren Spritzern Säure übergossen. Nach etwa 30 Sekunden wurde der Film mit der Duschbrause abgespült.

[Merkzettel: Super8 K40 Schwarzweiss Entwicklung… ]

Merkzettel: Super8 K40 Schwarzweiss Entwicklung
Letzte Aktualisierung: 21.12.2019 (Update 7)

k40super8

Was soll das?
Die Arbeit mit Super8 – besonders die Selbstentwicklung ist ein wilder Spaß. Es gibt jedoch viele Details und kleine Kniffe, die leicht vergessen werden können. Hier mein Versuch eigene Erfahrungen und aufgeschnapptes Wissen zu der Super8 K40 Schwarzweiß Entwicklung auf diesem bebilderten Merkzettel unterzubringen.

Zum Film – Kodachrome 40:

20091022super8secondhand2

Der Super8 K40 Film von Kodak wird schon lange nicht mehr hergestellt und wird auch nicht mehr in kommerziellen Laboren entwickelt. Da dieser Super8 Film in den 70igern und 80igern sehr gebräuchliche war, finden er hier und da noch immer seinen Weg zu den letzten verbliebenen Super8 Filmbegeisterten.
Der K40 ist ursprünglich ein Reversal (Dia) Farb-Film [https://de.wikipedia.org/wiki/Kodak_Kodachrome], er lässt sich jedoch problemlos als ein Schwarzweiss Negativfilm entwickeln. Dieser Entwicklungsprozess benötigt nur drei Entwicklungsbäder – und ist damit die übersichtlichste und leichteste Methode einem betagten und belichteten K40 noch Bilder zu entlocken.

Warum sw-Entwicklung?…
Bei Farb bzw. Reversal (Dia) Entwicklungen sind mehr Bäder und mitunter auch Zweitbelichtungen von Nöten. Wer dennoch gerne eine Umkehr-Entwicklung wagen möchte – findet hier mehr zum Thema:
http://www.filmkorn.org/super-8-schwarzweiss-umkehrentwicklung-selbst-gemacht/ (F. Wachsmuth (2015))
http://www.filmkorn.org/kurzer-prozess-uralte-ablauffilme-gefuegig-machen/ (F. Wachsmuth (2015))
http://www.filmkorn.org/farb-umkehrentwicklung-mit-original-orwo-chemie/ (K. Schreier, 2015)
In einem allgemeineren Zusammenhang ist auch ein Blick auf “Tipps aus der Praxis” nützlich:
http://www.dagiebrundert.de/alle%20Bilder/Schmalfilm_Selbst_Entwicklen.pdf (F. Wachsmuth (2010))

Eine Vorbemerkung zur Schwarzweiss negativ Entwicklung (Farbgebung):

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K40 positiv Bild (1)

Die hier beschriebe Entwicklung ist vom Prozess her eine Schwarzweiss negativ Entwicklung, der K40 hat jedoch nach der hier beschriebenen Entwicklungsprozedur nicht unbedingt ein reines Schwarzweiss-Bild, sondern es spielten (nach meiner Erfahrung) immer auch einige Farbnuancen mit hinein – zum Beispiel anstatt einem reinen schwarz/weiß-Bild erhielt ich ein schwarz/hell-orange Bild (was in der positiv Umkehrung dann zu einer einen bläulichen Einfärbung führt) oder auch eine schwarz/hell-grünliche Farbgebung, das gibt dem Bild einen besonderen Reiz.

Vorbemerkung zum Entwicklungstank:


Entwicklungstank auf einem Dunkelsack (1)


Entwicklungstank auf einem Dunkelsack (2)

Die Entwicklung selbst findet in einem Entwicklungstank statt. Als Entwicklungstank wird hier in meinem Fall ein “Lomo Tank” für 15m Super8 Film benutzt – wird manchmal auch “Russian Tank” genannt. Den gibt es mit Doppelspindel (2x 15m) und einfacher Spindel (1×15). Für den Anfang empfehle ich einen Lomo Entwicklungstank mit einer Spindel. Ich arbeite in dem hier nun folgenden Beispiel mit einem Dunkelsack [https://en.wikipedia.org/wiki/Changing_bag]. Es gibt da auch noch ganz andere Möglichkeiten – dazu (nochmals) der Verweis auf “Tipps aus der Praxis“:
http://www.filmkorn.org/selbstentwicklung-tipps-aus-der-praxis/ (F. Wachsmuth, 2010)

Vorbereitung: den Super8 K40 Film (15m) aufspulen:
Der belichtete K40 Film muss blindlings (ohne Licht) auf die Entwicklungstank-Spindel aufgefädelt (per Hand aufgespult) werden (auf die innere Spindel des Lomo Entwicklungstanks). Das Auffädeln des Super8 Films sollte mann/frau unbedingt vorher mit einem bereits entwickelten Testfilm bei Licht und später bei Dunkelheit üben [The instruction on assembly of a spiral for a loading by one 8 mm or Super 8 film: https://www.sites.google.com/site/olexserviceskinor/film-processing/processing-tanks/upb-1-upb-1a-spiral-tanks/1xs8-spiral-upb-1-1a].
Für mich hat sich bewährt die Spiralspule des Entwicklungstanks in einem Dunkelsack aufzuspulen. Es ist natürlich möglich den beschriebenen Weg auch in einer lichtlosen Dunkelkammer durchführen (der Dunkelsack hat lediglich den Vorteil mobil zu sein. Bei Problemen wie zum Beispiel “Film gerissen” kann Mann/Frau auch mal kurz die Arme aus dem Dunkelsack herausziehen und Werkzeug zum Super8-Kassette-aufbrechen holen).

Die Schritte des Filmaufspulens im Einzelnen:
1) Entwicklungstank in den Dunkelsack legen (oder mit dem Entwicklungstank in die Dunkelkammer)
2) Ungeöffnete Super8 K40 Kassette in den Dunkelsack legen
2a)Anmerkung: die Perforationslöcher des Super8 Films gehören auf die Unterseite der Spiralspule
3) Den Dunkelsack schließen und die Hände und Arme in den Dunkelsack schieben
4) Den Entwicklungstank im Dunkelsack öffnen und die Spiralspule neben den Entwicklungstank legen
5) Wie vorher im Licht geübt, nun den Film in die geöffnete Spiralspule einfädeln.
6) Nach dem Einfädeln das Oberteil der Spiralspule aufsetzen und festsetzen (bzw. festschrauben)
7) Den Super8 Film nun auf die Spiralspule (wie vorher geübt) gleichmäßig aufspulen
– Die Perforationslöcher des Super8 Filmes sollten dabei auf der Unterseite liegen – Manche bevorzugen den Super8 Film VOR dem Aufspulen ganz aus der Super8 Kassette zu ziehen – Manche bevorzugen den Super8 Film in der Kassette zu lassen und ihn beim Aufspulen aus der Super8 Kassette heraus abzuwickeln.
Ich mache die Methode des Aufspulens der Spiralspule davon abhängig, ob der Film leichtgängig aus der Kassette zu ziehen ist oder nicht (da ist nach meiner Erfahrung nach fast jeder K40 verschieden).
Wenn der Super8 Film schwergängig aus der Kassette zu ziehen ist, so ist es von Vorteil den Film vor dem Aufspulen aus der Kassette zu ziehen, da ansonsten das Aufspulen zu “stramm” geschieht und dann leicht misslingt.
5a)Es kann vorkommen, dass der Super8 Film bei Herausziehen/Aufspulen reißt – nicht verzweifeln – in diesem Fall muss Mann/Frau dann die Kassette in der Dunkelheit gewaltsam öffnen (zum Beispiel mit einem großen Schlitz-Schraubenzieher und einer Kneifzange) und dann den gerissenen Film mit z.B. Tesafilm in der Dunkelheit des Dunkelsacks zusammenkleben. Hierzu vorher dieses Video ansehen: Wie öffnet man eine belichtete Super 8 Kassette, um sie entwickeln zu können? – Hier wird es gezeigt:
https://www.youtube.com/watch?v=7VeydcbkRRY (filmkorn.org, 2014)
6) Nach dem Aufspulen des 15m Super8 Films sollte man die volle Spule wieder in den Entwicklungstank legen und den Entwicklungstank mit seinem Deckel verschließen
7) Der Entwicklungstank kann jetzt (da der Film nun vor Licht geschützt ist) aus dem Dunkelsack (oder der der Dunkelheit der Dunkelkammer) herausgenommen werden.

Der Entwicklungstank ist jetzt bereit für die Chemie-Bäder

Vorbemerkung zur Chemie (1):

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Es ist von Vorteil ein großes Waschbecken oder eine geräumige Duschkabine – wir brauchen fließend Wasser – für die Entwicklung zu nutzen. Die für den Entwicklungsvorgang benötigte Chemie besteht aus:
* Entwickler
* Stopbad
* Fixierer
* (Destilliertes Wasser für den Entwickler)
* (Normales Wasser zum wässern)

Vorbemerkung zur Chemie (2):
Für die Chemie haben sich für mich möglichst stabile verschließbare 1.5 Liter Flaschen aus durchsichtigem Plastik bewährt. Durchsichtig deshalb, weil mit der Zeit die Chemie langsam an Kraft verliert und sich dann auch im Aussehen sichtlich verändert.
Wie viele Filme man mit einer aufgesetzten sw-Chemie entwickeln sollte, muss jeder für sich selbst herausfinden. Vier bis sechs Super8 Filme pro Chemie halte ich für völlig okay, danach muss man vielleicht anfangen genauer hinzusehen, was die Kraft des Entwicklers usw. angeht (durch das Wässern wird die Chemie ganz langsam immer weiter verdünnt – und der Entwickler verliert auch bei jedem Bad ein klein wenig seines Volumens). Der Entwickler ist auch einem Alterungsprozess unterworfen – sollte die Chemie schon recht lange in der Abseite auf halber Treppe gestanden haben, so ist eine kleine Testentwicklung mit einem Filmschnipsel bestimmt nicht verkehrt. Ist die Chemie aufgesetzt (dazu später mehr) ist es gar keine schlechte Idee, sich dazu in einem kleinen Heft nach erfolgter Entwicklung und Filmsichtung Notizen zu machen:
* Wie viele Filme wurden bis jetzt mit der Chemie entwickelt?
* Welche Zeiten wurden beim Entwicklerbad eingehalten?
* Entspricht das Ergebnis in etwa dem, was ich erhoffte? (Wenn nein, was genau ist schiefgegangen)
* Ist mir sonst etwas aufgefallen?
Auf jeden Fall nicht vergessen, die 1.5 Liter Behälter nach Inhalt (und auch mit Datum) zu beschriften, damit es bei dem Entwicklungsvorgang nicht zu Verwechselungen kommt!

Die Chemie im Einzelnen – mit Angaben zum Aufsetzen der Bäder:
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Der Entwickler: ich benutze hier TETENAL Dokumol (warum steht weiter unten im Text). Beim Ansetzen des Entwicklers sollte man möglichst destiliertes Wasser (aus der Drogerie) benutzen, dadurch wird er haltbarer.
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Mischverhältnis für 1.5 Liter
Dokumol (1 zu 9 Mischung)
– 167 ml Dokumol
– 1333 ml (destilliertes) Wasser
Wenn man sich für die 1:9 Mischung entschließt dauert die Entwicklung ein wenig länger (und der Entwickler ist ist schneller verbraucht).
Anstatt 4-6 Minuten sollte man es mit 8-10 Minuten versuchen. Die Zeitangaben sind grobe Erfahrungswerte, im Zweifel einfach mit kleinen Filmschnipseln Testentwicklungen durchführen, um sich völlig ungewollte Überraschungen zu ersparen…
Achtung die Entwicklungszeiten weiter unten beziehen sich NICHT auf diese hier beschriebene 1:9 Mischung (!) sondern auf die 1:5 Mischung!
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Mischverhältnis für 1.5 Liter
Dokumol (1 zu 5: stärkere Mischung)
– 300 ml Dokumol
– 1200 ml (destilliertes) Wasser
Die Entwicklungszeit für den K40 liegt bei bei dieser Mischung normalerweise bei 4-6 Min. Hier muss man ausprobieren. Wenn ein Film nur schwach belichtet ist, oder auch sehr alt (überlagert), empfiehlt es sich den Film etwas zu “pushen”, ihn also ihn ein wenig länger im Entwickler Bad zu lassen. Ein ähnlicher Effekt wird erzielt, wenn die Temperatur des Entwicklers erhöht wird (dadurch wird möglicherweise aber auch die Körnung des Bildes gröber). Für normal belichtete K40 Filme haben sich für mich 5 Minuten als solider Mittelwert bewehrt. Ich nehme in meinen Zeitangaben weiter unten Bezug auf diese hier beschriebene 1:5 Mischung.
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[Hier noch eine Email-Anmerkung zum Entwickler von Rolle: ” … es gibt auch den Eukobrom Papierentwickler – damit kann man auch den Super8 K40 entwickeln. Eukobrom ist hart, aber nicht so hart wie Dokumol – bei einer Vergleichsentwicklung mit einem Schnipsel vom gleichen Filmstreifen war der unterschied zu Dokumol – nicht so gross und Eukobrom kostet – wenn ich mich recht erinnere – nur halb so viel. … auch Super8 K40 Versuche habe ich mal mit Eukobrom und Dokumol gemacht beides sah super aus – Dokumol ist jedoch deutlich härter – wenn du echtes schwarz und weiss haben willst brauchst du harten Entwickler oder musst kuerzer (bei höherer Entwicklerkonzentration) und waermer entwickeln das geht dann auch in die Richtung …”]

Stoppbad: hier TETENAL INDICET
(Man kann natürlich auch andere Stopbäder für Schwarzweissprozesse nehmen)
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Mischverhältnis für 1.5 Liter
TETENAL INDICET (1 zu 19)
– 79 ml TETENAL INDICET
– 1421 ml Wasser
Die neuen Stoppbäder (wie zum Beispiel TETENAL INDICET) verfärben sich, wenn sie verbraucht sind (von gelb nach blau). Hält ewig. Über das Stopbad muß man sich wenig Sorgen machen (notfalls ginge eine ausreichende Spülung mit Wasser und einem Schuss Essig als Ersatz für ein Stopbad).
Das Stoppbad bewirkt, das der Filmbild Entwicklungsprozess gestoppt wird.
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Fixierer: hier ADOX ADOFIX Schnellfixierer (für Schwarzweissprozesse)
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Mischverhältnis für 1.5 Liter
1.5 Liter ADOFIX (1 zu 9)
– 167 ml ADOFIX
– 1333 ml Wasser
Der Fixierer bewirkt, das sich das Filmbild später nicht mehr verändert.
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Die Temperierung der Chemie beim Entwicklungsprozess:
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Empfohlen sei eine Entwicklertemeratur von 20 Grad Celsius (die 1.5 Literflaschen einfach in ein Wasserbad mit 22 Grad Celsius legen – und ein günstiges Babybad-Thermometer aus der Drogerie hilft bei der Temperaturüberwachung).

Die Entwicklung selbst – die Entwicklungsbäder im einzelnen:
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Entwicklung – Vorgang I – Das Entwicklerbad (5 Minuten):
Als erstes gießen man den Entwickler aus der 1.5 Literflasche in den Entwicklungstank und wartet 5 Minuten.
Während der Zeitspanne eines jeden Chemiebades nicht das sanfte Drehen der Spindel vergessen, damit sich die Chemie gleichmäßig verteilt.
4 Min. Entwicklungsbad (eher heller [der negativ Film selber], bzw. dunkler in der positiv Umkehrung)
6 Min. Entwicklungsbad (eher dunkler [der negativ Film selber], bzw. heller in der positiv Umkehrung)

Je länger und je wärmer, desto weiter setzt sich der Entwicklungprozeß fort und desto dunkler wird das Negativ.

Aus bisherigen Erfahrungen würde ich 5 Minuten Entwicklerbad als guten
Mittelwert beschreiben. Ist die Zeit abgelaufen, so wird der Entwickler über den Schlauch vom Entwicklungstank zurück in seinen Behälter gegossen (Achtung – man braucht hierzu einen passenden Trichter!).

Entwicklung – Vorgang II – Wässern:
Jetzt kann man wässern (das bedeutet den Film im geschlossenem Entwicklungstank
mit Wasser abspülen). Hierbei kann es vorkommen – besonders, wenn man den Film
im Entwicklungstank viel gedreht und bewegt hat – dass sich etwas von einer
dunklen Schutzschicht des K40 gelöst hat und mit dem Wasser heraus gespült wird (das ist ok).
Zuletzt das Wasser ganz auslaufen lassen, so dass der Entwicklungstank
wieder leer ist.

Entwicklung – Vorgang III – Das Stoppbad (3 Minuten):
Der Super8 K40 Film sollte nun 3 Minuten lang im Unterbrecherbad (Stoppbad) liegen.
[Der Unterbrecher kommt auch schon mit einer Minute gut klar.] Ist die Zeit abgelaufen,
sollte das Stoppbad über den Schlauch vom Entwicklungstank zurück in seinen Behälter gegossen werden.

Entwicklung – Vorgang IV – Wässern
Wieder wässern…

Entwicklung – Vorgang V – Das Fixierbad (5 Minuten):
Den Fixierer nach 5 Minuten wieder abgießen.

Entwicklung – Vorgang VI – Wässern:
Nach dem Fixiererbad gut wässern, lieber länger, als zu kurz.
Darauf kann der Entwicklungstank geöffnet werden.

Im Nachgang: Entfernung der dunklen Schutzschicht auf dem Film (Remjet):
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Der entwickelte Super8 K40 Film hat nun möglicherweise noch eine Schwarze Rußgelatineschicht (Remjet), die nach der Entwicklung entfernt werden sollte. Dies kann man (dort wo es nötig ist) mit Spülmittel, Wasser und einem Schwamm erledigen – die Schutzschicht einfach vorsichtig mit einem Schwamm abwischen. Siehe dazu auch:
http://www.filmkorn.org/tutorial-entfernung-von-remjet-bei-super-8-filmen/ F. Wachsmuth (2014)

Film trocknen:
Nun kann der Film zum trocknen beispielsweise auf eine Wäscheleine aufgehängt werden.

Film ansehen:
Sobald der Film getrocknet ist, kann er auf eine Super8 Spule gewickelt werden – und mit einem
Super8 Projektor angesehen werden (natürlich nur das Negativbild!)

Hier noch einmal die Prozesszeiten und Bäder in der Kurzübersicht:
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* Entwicklerbad (5 Minuten)
* Wässern
* Das Stoppbad (3 Minuten)
* Wässern
* Das Fixierbad (5 Minuten)
* Gründlich Wässern
* Entfernung der Rußgelatineschicht mit Lappen, Wasser und etwas Spüllmittel
* Film in Ruhe ganz trocknen lassen

– Ende –

// Anmerkung:
// Der Text bezieht sich auf Erfahrungswerte. Solle hier jemand ganz andere Erfahrungen gemacht haben,
// oder grobe Fehler entdecken, so nehme ich Rückmeldungen gern entgegen.
// – Lemonhorse (20.09.2015)
//
// Woher bekomme ich die (Fotochemie Schwarzweiss Filmentwickler) Chemie?
// Beispielsweise bei Fotoimpex: www.fotoimpex.de/…
//
// Woher bekomme ich einen Entwicklungstank bzw. Dunkelsack?
// mit beispielsweise “Lomo Processing” bei ebay suchen…
// Um einen Dunkelsack zu bekommen kann man es mit “Changing bag Darkroom” versuchen

Nachtrag (fundierte Kritik per Mail von Rolle, 25.10.2015):
1) Also was ich auf jeden Fall rauswerfen würde ist folgendes durchsichtige Chemieplastikflaschen! – Wenn du deine Chemie in durchsichtigen Flaschen aufbewahrst werden sie auch schneller schrott was du dann zum Glück sehen kannst. Alte Dunkelkammer Chemieflaschen waren aus gutem Grund aus braunem Glas :) und standen in besagten Dunkelkammern herum.
2) Ich denke wenn jemand noch nie entwickelt hat und es nach deiner Anleitung versucht wird schon irgendwas drauf sein aber wie der dann seine Entwicklungsergebnisse verbessert oder was woran liegt da lässt du ihn hängen. Kauf das! –> “Die neue Ansel Adams Photobibliothek, Das Negativ” (Gebundene Ausgabe: 286 Seiten, Verlag: Christian; Auflage: 9. (1982), ISBN: 3884720716, ISBN-13: 978-3884720714)

[Abspann Vortastungen #3b… ]

Es gibt köstlichen & selbst gemachten Kartoffelsalat in der Chaosküche – und für mich das erste mal (anstatt s&w Negativ) eine s/w Reversal (Diafilm) Entwicklung im Lomotank.

Der Versuchsaufbau:
* Super8 Film K40 (abgelaufen)
* s/w-Umkehrfilmentwickler (abgelaufen) :

Schon liegen die 4 Bäder (aufgewärmt auf 20 Grad) für den Lomotank bereit…
20150510WSAbsp000

… mit 60 Sekunden wird eine Zweitbelichtung oder auch Zwischenbelichtung vorgenommen.
Das war für mich noch etwas gänzlich unbekanntes: der noch nicht fertig entwickelte Film wird innerhalb des Entwicklungsprozesses für kurze Zeit starkem Licht ausgesetzt (d.h. das Filmmaterial wird dem Lomotank entnommen und in helles Licht [zum Beispiel in die Nähe einer Glühbirne] gehalten – siehe Verarbeitungsprozess 4 auf der Liste)…

Das Menü hatte insgesamt 6 Gänge (plus jeweiliges Wässern). …

Das Ergebnis war für mich zuerst erschreckend wie niederschmetternd – und dann erstaunlich: die Emulsion hing nach dem letzten Wässern wie ein schmieriger Ölfilm auf dem Trägermaterial – erst dachte ich, der ganze Super8 Film wäre restlos zerstört und völlig unbrauchbar bzw. tiefschwarz. Dennoch wurde der Film zum austrocknen auf die Leine gehängt. Nach einer Stunde ergab sich ein anderes Bild – die Emulsion war nun gehärtet und Bildmaterial teilweise erhalten.

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Noch nie hatte ich Super8 Bildmaterial so klebrig und ölig an den Fingern gefühlt.
Nie hätte ich gedacht, das eben diese klebrige Emulsion je durch einen Projektor würde laufen können.
Es kommt immer wieder anders. Die Bilder flackerten leicht zerhackt auf der Kühlschranktür.
Und ich dachte: es lebe das Experiment!

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