[Wir waren so verliebt (1974) [Nachtrag I]…]

“ … Wir wollten die Welt verändern, aber die Welt hat uns verändert. … „

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“ … [C’eravamo tanto amati] wirft einen liebevollen, aber kritischen Blick auf dreißig Jahre italienischer Geschichte. Dabei hebt sie die persönlichen und kollektiven Misserfolge einer ganzen Generation hervor. …“ | Aus: „Mastroianni e Scola: c’eravamo tanto amati (Prima parte), Cabiria magazine“ (2024-09-26) | Quelle: https://www.cabiriamagazine.it/mastroianni-e-scola-ceravamo-tanto-amati-prima-parte/
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“ … Nach dem Krieg gehen drei Freunde und ehemalige Partisanen trotz ihrer tiefen Verbundenheit getrennte Wege. Gianni, der seine Ambitionen nie versteckt hat, wird Anwalt in Mailand. Antonio, ein einfacher und spontaner Mann, arbeitet als Krankenpfleger in Rom. Nicola, ein Intellektueller und Lehrer aus Nocera Inferiore, versucht sich als Filmkritiker durchzusetzen. Die Zeit vergeht. Gianni zieht in die Hauptstadt und trifft dort Antonio. Dieser ist mittlerweile mit einer hübschen Nachwuchsschauspielerin namens Luciana verlobt. Antonio bemerkt die Leidenschaft nicht, die sich zwischen den beiden entwickelt. Doch Gianni hintergeht auch Luciana. Er verlässt sie, um die Tochter eines reichen und vulgären Industriellen zu heiraten. Währenddessen nimmt Nicola an der Fernseh-Quizshow „Lascia o raddoppia“ teil. … Die verschiedenen Hauptfiguren wechseln sich als Ich-Erzähler nacheinander ab, fast wie bei einem Staffellauf. Der Kommunist Antonio, der sozialistische Wendehals Gianni, die naive und zerbrechliche Luciana, der gescheiterte Intellektuelle Nicola und Elide, die Tochter des faschistischen Bauunternehmers Romolo Catenacci, die paradoxerweise in ihrer eigenen sozialen Schicht gefangen ist. …“ | Aus: „C’eravamo tanto amati“ Raffaele Meale (06/03/2013) | Quelle: https://quinlan.it/2013/03/06/ceravamo-tanto-amati/
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“ … Am 21. Dezember 1974 kam C’eravamo tanto amati („deutscher Titel: „Wir waren so verliebt“) in die italienischen Kinos. … [Der Film] erstreckt sich über einen Zeitraum von dreißig Jahren. Die Handlung beginnt in den 1940er Jahren, als die drei Freunde während des Krieges die Erfahrung als Partisanen teilen, und reicht bis in die 1970er Jahre. … Der Film betrachtet die Nachkriegszeit, den Wirtschaftsboom und die Anfänge der Krise der frühen 1970er Jahre. Er erzählt dies durch das Prisma einer Freundschaft, die im Widerstand geboren wurde. Dabei schafft es „C’eravamo tanto amati“, die Italiener und ihre Widersprüche auf ironische und treffende Weise zu beschreiben. Der Film überwindet die Grenzen seiner Epoche. Selbst 50 Jahre nach seinem Erscheinen bleibt er aktuell. …“ | Aus: „Cinquant’anni fa usciva ‘C’eravamo tanto amati’, capolavoro di Scola“ Monica Sardelli (20-12-2024) | Quelle: https://www.italyformovies.it/news/detail/2404/cinquantanni-fa-usciva-ceravamo-tanto-amati-capolavoro-di-scola
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“ [Daniel Auteuil:] … Obwohl ich ein junger Mann war, als ich ihn sah, hatte ich das Gefühl, in diesem Moment etwas Endgültiges über das Leben verstanden zu haben. … Ich habe ihn seitdem noch einmal gesehen und ihn meinen Kindern gezeigt, aber ich möchte ihn mir nicht mehr ansehen. Ich kann es einfach nicht! …“ | Aus: „The film that changed my life: Daniel Auteuil – C’eravamo tanto amati (Ettore Scola, 1974)“ Interview von Gemma Kappala-Ramsamy (Sun 11 Dec 2011) | Quelle: https://www.theguardian.com/film/2011/dec/11/daniel-auteuil-film-changed-life
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“ … [Der Film] stellt in aller Schlichtheit und mit viel Menschlichkeit eine sehr komplizierte Frage: Was bedeutet es eigentlich, sein Leben erfolgreich zu gestalten? Dabei geht es überhaupt nicht um gesellschaftlichen Erfolg. Vielmehr geht es um die Träume, die man sich erfüllt – oder eben nicht. … Der Film erzählt die Geschichte einer Viererbeziehung in der Liebe. Ja, das ist mal etwas anderes als die typischen Dreiecksgeschichten! Es geht um drei Männer und eine Frau: Antonio, Gianni, Nicola und Luciana. Die drei Männer wurden während des Krieges im Untergrund zu Freunden. Sie kämpften damals im Widerstand. Doch das echte Leben wird im Laufe der Zeit dafür sorgen, dass sie sich voneinander entfernen. Alle drei sind auf ihre ganz eigene Art in Luciana verliebt. … [Es ist] nicht nur die Liebe, die diese tiefe Freundschaft ordentlich durchschüttelt. Es sind auch ihre politischen Ideale. Werden diese linksgerichteten Männer, diese ehemaligen Partisanen, ihren Prinzipien auf Dauer treu bleiben? Oder werden sie faule Kompromisse eingehen, um sich ein bequemeres und komfortableres Leben zu sichern? … Die Liebe und die Politik sind im Film ständige Quellen für bittere Enttäuschungen. Gleichzeitig hinterfragt das Werk aber auch ganz allgemein die Fähigkeit des Menschen, einfach nur glücklich zu sein. … Das Drehbuch besitzt eine immense Intelligenz und eine unheimliche Feinheit. Man findet darin viele Sätze, die im Gedächtnis bleiben. Ein Beispiel dafür: Nicola und Luciana kommen sich zu einem Zeitpunkt in ihrem Leben näher, an dem es beiden emotional sehr schlecht geht. Sie erleben eine flüchtige, kurze Liebesgeschichte. Und Nicola sagt in diesem Moment zu Luciana: „Anstatt einem unmöglichen Glück hinterherzujagen, ist es viel besser, sich ein paar schöne Erinnerungen für die Zukunft aufzusparen. So wie diesen Abend.“ Direkt nach diesen Worten bricht jedoch sein Sessel zusammen. Nicola landet mit dem Hintern unsanft auf dem Boden und steckt fest. Diese komische Situation zerstört in einer einzigen Sekunde den klugen, aber eben auch ein bisschen hochtrabenden Gedanken, den er gerade noch ausgesprochen hat. Ich finde, diese Szene fasst den ganzen Film wunderbar zusammen: Es geht darum, das Vergehen der Zeit gründlich zu hinterfragen, aber das Ganze immer mit einer großen Leichtigkeit und einer ordentlichen Portion Humor zu tun. … [Der Film] ist eine Erzählung über verlorene Kämpfe und geplatzte Illusionen. Es herrscht eine spürbare Melancholie, aber die humorvolle Selbstironie ist niemals weit entfernt. Ettore Scola filmt seine Charaktere mit einer unendlichen Zärtlichkeit. Man empfindet für jeden Einzelnen von ihnen echtes Mitgefühl, selbst bei ihren schlimmsten Fehlern. … “ | Aus: „“Nous nous sommes tant aimés“: le chef d’œuvre d’Ettore Scola diffusé sur C8″ (Mercredi 7 avril 2021) | Quelle: https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/capture-d-ecrans/nous-nous-sommes-tant-aimes-le-chef-d-oeuvre-d-ettore-scola-diffuse-sur-c8-5933752

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Frage aus dem Off: Besonders ist mir die Szene auf dem Autoschrottplatz im Gedächtnis geblieben. Plötzlich taucht der Film in eine Traumlogik. Ist das typisch für die italienische Filmerzählung im Jahr 1974?

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Antwort aus dem Off: Wow, diesmal am Anfang keine Frage, wie die Deutsche Presse den Film im Jahr 1974 aufgenommen hat?!

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Frage aus dem Off: (lacht) …
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Antwort aus dem Off: Die von dir genannte Szene gehört zu den schönsten Momenten des italienischen Kinos. Die Autowracks stehen für den Schrotthaufen des eigenen Lebens. Der wohlhabende, aber einsame Gianni (Vittorio Gassman) steht auf dem Autofriedhof vor dem Autowrack seiner verstorbenen Frau Elide (Giovanna Ralli). Plötzlich erscheint sie ihm als Geist und es entspinnt sich ein melancholisches Gespräch über Schuld, verpasste Liebe und Reue. Es geht hier gar nicht so sehr um die von dir genannte Traumlogik als Stilmittel. Scola zeigt vielmehr in dieser Szene, dass es Zeit und Raum für Selbstgespräche, für die ehrlichen Motive unseres Lebens geben sollte. Dieses Anliegen wird hier konkret ins visuelle Feld des Kinos gehoben: Das sonst nur im Kopf stattfindende Selbstgespräch wird zur Kinowirklichkeit. Das Stilmittel der Traumsequenz oder der Traumlogik ist gar nicht das entscheidende, es ist viel älter als das Kino. Beispielsweise erscheint in William Shakespeares Hamlet dem dänischen Prinz „der Geist des verstorbenen Vaters“ – wie in einem Traum. Nein, das entscheidende an dieser Szene ist vielmehr die symbolische Trefflichkeit. Ich denke fast jeder erwachsene Mensch kennt diesen ganz und gar persönlichen Schrottplatz der eigenen Lebensentscheidungen und Ideale. Der Film, besonders die Szene auf dem Schrottplatz ist für mich eine zarte, fast intime Aufforderung sich zu prüfen und selbst diese notwendigen Selbstgespräche zu beginnen.

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Frage aus dem Off: Okay. Jetzt kommt die Frage: Wie hat die Deutsche Presse den Film im Jahr 1974 aufgenommen?
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Antwort aus dem Off: „Wir waren so verliebt“ kam im Jahr 1974 gar nicht erst in die deutschen Kinos. Waren es die kulturellen Barrieren? Lag es an dem damaligen Zustand des deutschen Kinomarktes? Lag es am Deutschen Publikum? – Deutsche Verleiher befürchteten jedenfalls 1974, dass dem deutschen Massenpublikum womöglich das historische und gesellschaftliche Wissen fehlen würde, um die Witze, die Ironie und die politische Bitterkeit des Films zu verstehen. Der Film ist eine Hommage an das italienische Kino. Er feiert den Neorealismus, zitiert Filme wie Fahrraddiebe und zeigt Regisseure wie Federico Fellini bei der Arbeit. Es ist ein bisschen bitter zu sagen aber Anfang der 1970er Jahre hatte sich der Geschmack des deutschen Kinopublikums in eine andere Richtung bewegt. In den 1970er Jahre boomten in Deutschland vor allem Hollywood-Blockbuster wie Der Clou (The Sting, 1973) oder Der Pate (The Godfather, 1972 & Der Pate II, 1974) oder ganz andere italienische Genres – namentlich die Prügel-Komödien mit Bud Spencer und Terence Hill. Für eine tiefgründige, melancholische Tragikomödie sahen die Kinobetreiber im Jahr 1974 kaum Chancen. Somit: Der Film fand 1974 in Deutschland schlicht kein Verleiher, der das finanzielle Risiko für diesen Film tragen wollte. Später wurde der Film in Deutschland meist nur im Original mit Untertiteln über spezialisierte Independent-Verleiher in Programmkinos gezeigt. Tatsächlich wurde C’eravamo tanto amati erst am 22. Mai 1979 zum allerersten Mal im Westdeutschen Fernsehen gezeigt. Da der Film zu dieser Zeit noch keinen regulären deutschen Kinostart gehabt hatte, handelte es sich bei der Fernsehausstrahlung um eine echte deutsche TV-Premiere.

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Frage aus dem Off: … und in der DDR?

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Antwort aus dem Off: Der Film wurde in der DDR erst 1989 vom Fernsehen (DEFA-Studio für Synchronisation) lizenziert und für das ostdeutsche Publikum bearbeitet. Obwohl im Westen bereits eine deutsche Fassung existierte, leistete sich die DDR 1989 eine eigene, separate Synchronisation. Das DEFA-Studio für Synchronisation des DDR-Fernsehens war bekannt für seine handwerklich hochklassige Arbeit. Man wollte sicherstellen, dass die feinen politischen Nuancen und die gesellschaftskritischen Untertöne im Sinne des ostdeutschen Publikums exakt und ohne „westliche Einfärbung“ übersetzt wurden. Dass der Film ausgerechnet 1989 in der DDR zur Ausstrahlung bereitstand, entbehrt nicht einer gewissen historischen Ironie. Scolas zentrales Thema – das schmerzhafte Verpassen der eigenen Ideale und der berühmte Seufzer „Wir wollten die Welt verändern, aber die Welt hat uns verändert“ – spiegelte im Jahr 1989 auf verblüffende Weise die innere Zerrissenheit der DDR-Bürger und die krisenhafte Spätphase des Staates kurz vor dem Mauerfall wider.
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Einschub: “ … In einem Buch über den Regisseur Ettore Scola wird erzählt, dass der Film in Frankreich extrem geschätzt wurde. Er gewann sogar einen César. In einigen Pariser Kinos lief er zwei Jahre lang ununterbrochen. Er wurde so oft gezeigt, bis die Filmkopien physisch komplett abgenutzt waren. …“ | Aus: „Dobbiamo vedere “C’eravamo tanto amati” per capire l’Italia di oggi“ DI Manuel Santangelo (2 August 2020) | Quelle: https://thevision.com/atlas/ceravamo-tanto-amati/

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Frage aus dem Off: Ich bemerkte eine eigenartige Ergriffenheit, als ich den Film sah – ich fragte mich was ist es?! … Die Erzähltechnik?

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Antwort aus dem Off: Ich denke es ist schon besonders, wie der Film Nähe zu den Zuschauern herstellt. Mal führt uns der kommunistische Krankenpfleger Antonio durch die Jahre, mal der gierige Anwalt Gianni oder der verbitterte Filmkritiker Nicola. Sogar Nebenfiguren wie Elide bekommen ihre eigene Erzählstimme. Dadurch zeigt Scola dieselbe Epoche der italienischen Geschichte aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln. Fellini und der Schauspieler Marcello Mastroianni spielen sich in diesen Szenen selbst. Die Grenze zwischen der erfundenen Filmwelt und der echten Kinogeschichte verschwimmt. Zu Beginn nutzt Scola den rauen Stil des italienischen Neorealismus. Später kippt er in den kühlen, distanzierten Stil von Michelangelo Antonioni, um die Sprachlosigkeit in Giannis Ehe darzustellen. Er nutzt die Filmgeschichte quasi als Werkzeugkasten, um die seelische Verfassung seiner Figuren zu beschreiben. Das Einfrieren der Zeit bei Monologen, im Italienischen oft als „i soliloqui ad effetto“ bezeichnet, was man mit „wirkungsvolle Selbstgespräche“ übersetzen könnte, all das gehört zu den kühnen Elementen der Erzähltechnik von Ettore Scola in diesem Film. Wenn eine Figur zu sprechen beginnt, verdunkelt sich der Hintergrund, ein Scheinwerferkegel trifft den Schauspieler, und alle anderen Menschen im Raum erstarren wie Wachsfiguren. Elide spricht zum Publikum über ihre Sehnsucht, von Gianni geliebt zu werden. Gianni wiederum spricht in seinem eigenen Scheinwerferlicht über seine Verachtung für ihre vulgäre Familie. Die Figuren haben verlernt, im echten Leben miteinander zu kommunizieren. Sie können die Wahrheit nur noch aussprechen, wenn die Zeit stillsteht und niemand sie hört.

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Frage aus dem Off: Für mich steht Luciana für die Lebenszeit, das vitale, für die Schönheit. Wie ist es bei dir?
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Antwort aus dem Off: Ja, Luciana ist die zentrale Figur. Sie besitzt eine unbändige, naive Lebensfreude. Sie hat Träume, sie will zum Theater, sie lacht und sie liebt leidenschaftlich. Während die drei Männer oft in ihren starren politischen oder intellektuellen Theorien gefangen sind, handelt und fühlt sie einfach. Dadurch, dass der Film sich über 30 Jahre erstreckt, altert natürlich auch Luciana. Auch Luciana sieht man an, wie ihr das Leben Wunden geschlagen hat. Sie erlebt Enttäuschungen, wird betrogen, versucht sich das Leben zu nehmen und muss harte Kompromisse eingehen. Doch im Gegensatz zu den Männern verbittert sie nicht. Ich denke für alle drei Freunde bleibt Luciana das Symbol für die „schönste Zeit des Lebens“. Als der erfolgreiche Gianni nach Jahrzehnten zu ihr zurückkommt und ihr sagt: „Ich habe immer an dich gedacht, ich habe dich immer geliebt“, antwortet sie schlicht: „Ma io no“ („Ich aber nicht“). Luciana behält damit die Hoheit über ihr eigenes Leben, über ihre eigenen Würde und Wünsche. Sie entscheidet, wer welchen Platz in ihrem Leben verdient. Sie steht somit für die Hervorhebung von einem Prinzip der zwischenmenschlichen Autonomie. Es geht darum, dass der Einzelne – trotz aller möglichen Bemühungen oder Erfolge – nicht wirklich bestimmen kann, was er für einen anderen Menschen bedeutet. Es geht um das Unverfügbare in der Liebe.