Kategorie: Visual.Notes

Visual.Notes

[Der Blick in die Kamera #53… ]

via https://www.mdw.ac.at/magazin/index.php/2022/04/05/xenakis-2022-back-to-the-roots/
(‚Xenakis 2022: Back to the Roots‘, Symposium zu Xenakis’ elektroakustischem Werk) // [„… Iannis Xenakis (* 29. Mai 1922 in Brăila, Rumänien; † 4. Februar 2001 in Paris) war Komponist und Architekt griechischer Herkunft. … Xenakis wurde in einer in Rumänien lebenden griechischen Familie geboren. 1932 wanderten seine Eltern mit ihm nach Griechenland aus. Er studierte von 1940 bis 1946 Ingenieurwissenschaften in Athen, engagierte sich im Widerstandskampf gegen die Nazi-Besatzung und im anschließenden Bürgerkrieg, erlitt eine schwere Gesichtsverwundung und geriet in Gefangenschaft, wurde zum Tode verurteilt, flüchtete und ging 1947 als politischer Flüchtling nach Paris. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er sich der Musik nur autodidaktisch gewidmet. …“] https://de.wikipedia.org/wiki/Iannis_Xenakis // “ … Stochastische Musik ist eine Bezeichnung für musikalische Kompositionsverfahren, bei denen stochastische Prozesse benutzt werden. Der Begriff geht auf den Komponisten und Architekten Iannis Xenakis (1922–2001) zurück. Der Kompositionsvorgang basiert bei Xenakis oft auf visuellen Formen. Aus diesen leitet er Formeln und Kombinationswege ab, um sie dann durch den Einsatz zum Beispiel einer Rechenmaschine in Notenzeichen und Musik umzuwandeln. Hierbei greift er auf Zufallsprozesse, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Spieltheorie zurück. …“ –> https://de.wikipedia.org/wiki/Stochastische_Musik // —> Weiterer Kontext: Der Griechische Bürgerkrieg –> https://de.wikipedia.org/wiki/Griechischer_B%C3%BCrgerkrieg // “ … Griechische Militärdiktatur oder „Das Regime der Obristen“ (griechisch Χούντα των Συνταγματαρχών Chounta ton Syntagmatarchon), im griechischen Sprachgebrauch auch „Die Junta“ („Η Χούντα I Chounta“), sind Bezeichnungen für das rechtsextreme, nationalistische Militär-Regime, das Griechenland von April 1967 bis Juli 1974 beherrschte. …“ –> https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Milit%C3%A4rdiktatur
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Iannis Xenakis (2 Parts) Filmed Interview in English with German subtitles, extracts of interviews with Volker Banfield Heinz Otto Peitgen (3Sat)
–> https://youtu.be/j4nj2nklbts & https://youtu.be/zukz4KcouNg
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Iannis Xenakis – Medea (1969) – Medea For Men’s Chorus Galets And Orchestra –> https://youtu.be/V8PxpTd2lnY // –> https://de.wikipedia.org/wiki/Medea
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Iannis Xenakis – Bohor (1962) [“ … The title Bohor is based on the subject of a medieval song cycle, „Bohor the Outcast,“ who was a valiant knight of the Round Table. Bohor is an 8-channel tape work and was Xenakis’s first large-scale electroacoustic work …“] / [ „… Xenakis selected a diverse handful of sound sources for Bohor, which reflects the diversity of his influences at the time. The sketches for Bohor verify the two known sound sources already documented, the Laotian mouth organ and various „Oriental“ bracelets. More notably, they also reveal two additional sources previously unknown: Byzantine chant and piano. Xenakis recorded sound samples of each of the four materials, and manipulated each by stretching, compressing, or assembling different fragments. The final sound entity is quite remote from the starting materials, but one can at times detect a semblance of an original source. Below is a brief overview of the four materials used in Bohor. …“ –> https://www.moz.ac.at/sem/lehre/lib/mat/text/xenakis-bohor/] –> https://youtu.be/DODVNHukY0I
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Iannis Xenakis – Jonchaies (1977) [“ … Performers: Orchestre philharmonique du Luxembourg, dir. Arturo Tamayo … Written in 1977, over twenty years after his breakthrough score Metastasis, Jonchaies represents the apex of Iannis Xenakis’ orchestral output. As a trained engineer, the Greek composer spent much of his career experimenting with the application of complex mathematical techniques to the compositional process, implementing ideas from statistics, set theory and geometry to arrive at what he called stochastic music. Whilst Jonchaies is a culmination of many of these compositional practices, it is remarkable amongst Xenakis’ works for betraying a palpable sense of the composer’s personality, augmenting its more cerebral concerns with a prominent communicative dimension. Scored for 109 musicians, Jonchaies is a piece on an immeasurable scale – even by this composer’s colossal standards – and, despite being cast in a single continuous movement, the score proceeds as a series of self-contained miniatures which explore wildly oscillating orchestral timbres. …“] –> https://youtu.be/MZ5771zMOeE
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Terretektorh [… komponiert von Iannis Xenakis (1965/66), das Musiker und Publikum (nach präziser Notation) mischt und im Raum verteilt‘ …] –> https://youtu.be/UgqhVrUO1rc

[Zeit im Bild #59 … ]

Stagecoaches at Gent (ca. 1912, Autochrome 9×12 … Autochrome by Alfonse Van Besten (1865-1926) | BELGIAN AUTOCHROMISTS –> https://www.autochromes.be/ // [„… Als Autochromverfahren bezeichnet man ein frühes Verfahren zur Fertigung farbiger Fotografien in Form eines Diapositivs. Es wurde 1903 von den Gebrüdern Auguste und Louis Lumière in Lyon entwickelt. Mit dem auf Farbrasterung basierenden Verfahren war es erstmals möglich, ein Farbbild mit einer einzigen Aufnahme zu erzeugen. Voraussetzung für die sehr realistische Farbwiedergabe durch die Autochromes war die vorausgegangene Entwicklung panchromatischer Emulsionen, also lichtempfindlicher Substanzen, die alle Farben des Farbspektrums gleichmäßig wiedergeben. Allerdings war die Belichtungszeit für eine Aufnahme sehr lang. … Zwischen 1907 und der Mitte der 1930er Jahre sind rund 20 Millionen Autochromaufnahmen angefertigt worden, wovon über 70.000 Farbbildaufnahmen auf das Betreiben des französischen Bankiers Albert Kahn zurückgehen. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Autochromverfahren] //)


[Wirklichkeitsbezug #12 … ]

“ … Auf den jetzt veröffentlichten Bildern ist deutlich zu erkennen, wie die etwa 100 Nanometer großen Sars-Coronaviren-2 auf den Zellen aufliegen. …“ | https://www.mdr.de/wissen/fotos-corona-covid-viren-nano-strukturen-100.html (04. Februar 2021)

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“ … Ein Mikroskop versetzt uns gewissermaßen in eine andere Welt. Es bietet uns eine Szenerie ganz neuartiger Gegenstände …“ | Aus: Hans Blumenberg „Die Lesbarkeit der Welt“ (Erste Auflage, 1981 – S.156, Eine Robinson Welt gegen die Newton-Welt)

Christian Thomas „Hans Blumenberg „Die nackte Wahrheit“: Sie ist kein Besitz“ (01.11.2019): “ … Das Schauen wesentlicher Dinge wurde abgelöst durch ein wissenschaftliches Durchschauen der Bewegungsgesetze der Welt, wie Nietzsche es bereits illusionslos erfasste, wobei er insbesondere den Künsten so etwas wie die Funktion einer neuen Einkleidung der Wahrheit zuschrieb. „Die Wahrheit ist hässlich. Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zu Grunde gehen.“ Da „die nackte Wahrheit enttäuscht“, erweise sich das „Umschleiertsein durch Illusion“ (Nietzsche) … “ | Quelle: https://www.fr.de/kultur/literatur/hans-blumenberg-nackte-wahrheit-kein-besitz-13186398.html

Elke Schmitter (18.08.2020): “ … Der Kollege Odo Marquard, wie Blumenberg ein begnadeter Aphoristiker, charakterisierte Blumenbergs Bücher als „dickleibige Problemkrimis“. Das grundsätzliche Problem: die Bedingtheit des Denkens. Anschaulich gemacht: Wieso halten wir es inzwischen mehrheitlich für selbstverständlich, dass nicht ein zürnender Gott uns das Coronavirus als Strafe für sorglosen Lebenswandel schickt? Dass die Sonne sich nicht um die Erde dreht? Oder, dass die Neugier etwas Produktives und grundsätzlich Gutes ist? Wie lösen sich Paradigmen des Denkens und Mentalitäten ab – und wie kann man dennoch Autoren lesen, die ihr Selbst- und Weltverständnis vor Jahrhunderten oder Jahrtausenden gebildet haben, unter einem buchstäblich anders bevölkerten Himmel? …“ | https://www.spiegel.de/kultur/literatur/philosoph-hans-blumenberg-der-umweg-als-ziel-a-a6885965-6d64-4083-9181-7072e2515971

“ … In seinem Monumentalwerk „Arbeit am Mythos“ entwarf Blumenberg die Genese der mythischen Weltsicht, die darin besteht, „Wirklichkeiten, in denen wir leben“ – so ein Buchtitel -, zu beschreiben. Für Blumenberg gab es mehr als nur eine Wirklichkeit, die in die Systematik einer „großen Erzählung“ gezwängt wurde, wie dies bei Hegel oder Fichte erfolgte. Blumenberg plädierte vielmehr für eine Vielzahl von Erzählungen, die Facetten der gesamten europäischen Kulturgeschichte aufwiesen. … Trotz der Wertschätzung der Mythen plädierte Blumenberg keineswegs für eine „neue Mythologie“, wie sie in der Romantik propagiert wurde. Angesichts der explosionsartigen Entwicklung der Technik und der Naturwissenschaften gab es für ihn keine Rückkehr zur mythischen Weltsicht, genauso wenig wie ein „Zurück zur Natur“. Was bleibt, ist eine Trauer angesichts des Verlusts des Poetisch-Narrativen, das einer zweckrationalen Ordnung weichen musste. …“ | Aus: „Entlastung vom Absoluten“ (13. August 2020) | https://oe1.orf.at/artikel/674175/Entlastung-vom-Absoluten

// Pygmalion and Galatea (1890)
// https://en.wikipedia.org/wiki/Pygmalion_and_Galatea_(G%C3%A9r%C3%B4me_painting)

“ … Galatea. So nannte sie der Philosoph und Schriftsteller Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) in seiner lyrischen Szene Pygmalion (entstanden 1762 / 1771). Die Geschichte Galateas seit der Aufklärung ist nicht nur eine Geschichte glückender oder scheiternder männlicher Bemühungen und die Bildung der jungen Frau, sondern auch eine der Emanzipation von eben diesen Bemühungen, eine Emanzipation vom männlichen Blick. Jüngster Beleg dafür war die Ausstellung „Die schaffende Galatea. Frauen sehen Frauen“ in der Kunsthalle ”Talstrasse” in Halle (Saale) von Mitte Juli bis Mitte Oktober 2019 (vgl. dazu auch den im Mytho-BLOG veröffentlichten Beitrag „Von Bildern und Mythen: Die schaffende Galatea“). … Ovids Quelle im Falle Pygmalion ist verloren gegangen. Was Philostephanos über diesen berichtete, wissen wir nur durch eine entsprechende Erwähnung in der „Mahnrede an die Heiden“ des Philosophen und Kirchenvaters Clemens von Alexandria (150 bis ca. 215 n. Chr.). Clemens prangert darin die Verführung lüsterner Menschen durch die Kunst und die Anbetung von Götterbildern, die Idolatrie, an. …“ | Aus: „Namensschwestern und sonst nichts? – Betrachtungen zu Galatea und Galateia“ | Quelle: https://www.vergleichende-mythologie.de/namensschwestern-und-sonst-nichts-betrachtungen-zu-galatea-und-galateia/

“ … Als Bilderverehrung oder Ikonodulie bezeichnet man sowohl die bildliche Darstellung göttlicher Wesen und Kräfte sowie mit Gott oder den Gottheiten verbundener geschöpflicher Wesen (Engel, Heilige oder Symboltiere, Totems), als auch die damit verbundene Verehrung dieser Bilder, Skulpturen oder Ikonen. Von der Ikonodulie („Bilderverehrung“) sind Ikonolatrie („Bilderanbetung“) und Idolatrie oder Idololatrie („Götzendienst“) zu unterscheiden, wenn auch gegen die Bilderverehrung gerichtete Polemik (siehe Ikonoklasmus) diese nicht selten als Ikonolatrie oder gar Idolatrie bezeichnet. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderverehrung

[Zum Wahn der Liebe #98 … ]

Die untreue Frau (‚La femme infidèle‘, Claude Chabrol – 1969) | “ … Charles und Hélène Desvallées führen eine scheinbar harmonische Ehe. Doch während Charles in Paris als Anwalt arbeitet, langweilt sich Hélène in ihrem luxuriösen Haus. Allein der Sohn des Paares steht noch im Mittelpunkt des gemeinsamen Interesses. Misstrauisch, ob Hélène ihm noch treu ist, engagiert Charles einen Privatdetektiv, der seine Frau beschatten soll. Der Detektiv überreicht Charles nach wenigen Tagen ein Foto mit der Adresse des Liebhabers seiner Frau … Laut Lexikon des internationalen Films ein „melodramatischer Thriller aus dem Milieu des französischen Bürgertums“, der „psychologisch eindringlich mit kühlem analytischem Blick und formaler Strenge inszeniert“ sei. Dabei stehe „weniger die kriminalistische Handlung im Zentrum des Interesses“, vielmehr verwiesen „die an Hitchcock geschulten Spannungselemente auf die deformierte Psyche der Protagonisten hinter der kultivierten Fassade“. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_untreue_Frau // https://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Chabrol

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„… Der Familienprunk offenbart die Persönlichkeit [von Hélène Desvallées], er wird jedoch durch einen sozialen, familiären und physischen Rahmen verdoppelt … Claude Chabrol schrieb 2003: „Was für mich die Bourgeoisie charakterisiert, ist neben dem Besitzgeschmack die Verdrängung der Bestialität unter einem polierten Äußeren.“ … Hélène Desvallées nimmt ihren Geliebten nie mit zu sich nach Hause … Freiheit kann nicht im privaten Raum sein … Für die untreue Ehefrau resultiert die Unterdrückung (die Konformität) aus der familiären Verpflichtung …“ | La fidélité est un vilain défaut par Ariane Beauvillard | https://www.critikat.com/actualite-cine/critique/la-femme-infidele/

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(10. Dezember 2007): “ … Es ist die Sexualität, eigentlich eher: die Lust am Leben, auf das Leben und im Leben als solche, die hinter der Fassade, man könnte fast sagen: einer Konvenienzehe [eine Ehe, die mit Rücksicht auf die zusammenpassende soziale Herkunft der Ehepartner geschlossen wird] keinen Platz gefunden hat und findet. Hélène liebt die Annehmlichkeiten dieses Lebens, aber ihre Lust hat hier keinen Platz. Der Mord an Pegala [ihrem Liebhaber] wird für Charles [ihren Mann] zu einer inneren Notwendigkeit, weil die traditionellen Mittel zur „Lösung” solcher Probleme ein für allemal der Vergangenheit angehören. Auch wenn Hélènes Akt des Fremdgehens nicht unbedingt Ausdruck von Emanzipation ist, so ist er doch nur möglich, weil es Emanzipation in der Gesellschaft gibt. Das zweite wesentliche Moment der Geschichte ist der Widerspruch zwischen der privaten Gewalt und der öffentlichen Gewalt, d.h. die Unterwerfung des Privaten unter die Regeln des Öffentlichen. Mord bleibt Mord – da helfen keine Pillen. [Die Aufdeckung des Mordes] … glückt nur durch Zufall. Hätte Charles das Notizbuch von Pegala verschwinden lassen, hätte er besser Spuren beseitigt, hätte er … usw. [wäre der Mord nicht aufgeflogen]. Beide Momente – die Erfüllung der Lust Hélènes außerhalb der Ehe wie die vermutliche Festnahme von Charles und dessen absehbare Verurteilung – weisen auf die Brüchigkeit der Konvenienzehe in einem historischen Moment [hin], in dem von allen Seiten Angriffe auf dieses Relikt der bourgeoisen Ehe gefahren werden … Chabrol zeigt aber eben auch die Beschränktheit im Verhalten seiner beiden Akteure, die lieber weiterhin, trotz allem, in einer fadenscheinigen, wenn auch materiell reizvollen Struktur gelebt hätten, als sich zu trennen und Klarheit zu schaffen. …“ | https://www.follow-me-now.de/html/die_untreue_frau.html

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“ … Chabrolesk sind Sujets wie Gier, Lüge, Heuchelei, Eifersucht, Ehebruch und Korruption – die „Chabrol’schen Todsünden als Phantome des Banalen“, wie Helmut Merker im Tagesspiegel schrieb. Chabrolesk sind die Familienclans, die die kleinen Perversionen und großen Schweinereien im Kreise der Lieben hinter der Maske der Wohlanständigkeit kaschieren. … Den betrogenen Betrügerinnen galt Chabrols Zuneigung, bei aller Koketterie mit dem monströsen Charme der Bourgeoisie. Für die bezwingend Unbezwinglichen, die Unverstandenen, die sich am Ende von einer Männergesellschaft verraten sehen, entwickelte er Solidarität, ja eine spröde Zärtlichkeit. …“ | Christiane Peitz: „Das unbestechliche Auge“ (12.09.2010)| https://www.tagesspiegel.de/kultur/das-unbestechliche-auge/1932146.html

[Zeit im Bild #58 … ]

Paul Tomkowicz: Street-Railway Switchman
In this film, Paul Tomkowicz, Polish-born Canadian, talks about his job and his life in Canada. He compares his new life in the city of Winnipeg to the life he knew in Poland, marvelling at the freedom Canadians enjoy. In winter the rail-switches on streetcar tracks in Winnipeg froze and jammed with freezing mud and snow. Keeping them clean, whatever the weather, was the job of the switchman. Directed by Roman Kroitor – 1953 | 9 min
–> https://youtu.be/lYPACCoJsSg | https://de.wikipedia.org/wiki/Roman_Kroitor

[Identitätspolitik (Kulturelles Unterbewusstsein) #7… ]

Vintage Auflauf | via

Franziska Schutzbach (12.08.2019): “ … Polarisierung, das machen schliesslich nur andere, wie Gujer behauptet: „Die einen rufen „Lügenpresse“, die anderen nur noch „Rechte“ oder „Nazis“. Beide Seiten verhalten sich wie verfeindete Stämme.“ Rechte und rechtsextreme Positionen sind aus Gujers Sicht also das gleiche wie linke. Ob man Pluralismus angreift oder diese Angriffe kritisiert, ist angeblich beides irrationale Polarisierung. In der Forschung nennen wir das Äquidistanz: Man stellt links wie rechts als gleich extrem dar, und gibt sich dadurch selbst als un-ideologisch. Die NZZ erscheint auf diese Weise als die „bürgerlich-liberale“ vernünftige Option zwischen durchgeknallten Irren … Ich persönlich denke, dass es wichtig ist, rhetorische Prozesse zu verstehen und ihnen dadurch etwas entgegensetzen zu können. Aber es ist nicht das wichtigste, man kann auch mit wenig Analyse beherzt für eine solidarische Gesellschaft einstehen. … mir geht es darum zu analysieren, wie rechtes und rechtsextremes Denken mittels rhetorischen Verschiebungen gesellschaftsfähig wird. Daneben plädiere ich aber in meinem Kapitel über Gegenstrategien auch klar dafür, dass wir nicht wie Motten um Gegner kreisen sollten …“ | https://www.freitag.de/autoren/michael-angele/was-ist-rechte-rhetorik
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// https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-06/ferda-ataman-anti-diskriminierung-privilegien (comments)

Ernst Acht #175: “ … „Vorgeblich entzündet sich dieser Zorn an der „Kartoffel“ – mit diesem Wort habe Ataman Deutsche „verspottet“, behauptete die Bild in einer Überschrift – um diese Behauptung im Artikel selbst dann dahingehend abzuschwächen, sie habe die Bezeichnung in einer Spiegel-Kolumne von 2020 „verteidigt“.“ …“
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ResponsibleGambling #173: “ … Die BILD wie ein Nichtschwimmer in einem verzweifelten Überlebenskampf. …“
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mahna mahnam #17: “ … Aus Atamans Kolumne: „Und es geht um Macht: manche wollen einfach nicht die Deutungshoheit abgeben. Wer in Deutschland wen als was bezeichnen darf, soll immer noch die „Mehrheitsgesellschaft“ bestimmen, also die weißen Deutschen. Doch so läuft das nicht mehr. In einer Einwanderungsgesellschaft kann nicht eine Gruppe allein bestimmen, wie alle bezeichnet werden. Das Suppengemüse redet im Knollendiskurs jetzt mit und nennt die Kartoffeln auch mal Alman(i)s oder Biodeutsche. …“
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Dagehtnochwas #17.1: “ … „Es geht nämlich um Macht und die Demonstration von Macht.“ Im ersten Teil haben Sie Recht, es geht um Macht. Aber im 2. Teil liegen Sie völlig falsch. Es wird lediglich der allumfassende Machtanspruch auf Deutungshoheit der Biodeutschen angesprochen. Man kann sich davon natürlich schon „bedroht“ fühlen, wenn man zur privilegierten Gruppe gehört. …“
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Sumu #17.5: “ … Privilegiert ist jene Gruppe die ungestraft öffentlich andere mit „spassigen“ Bezeichnungen belegen darf. …“
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mahna mahnam #17.8: “ … Es geht nicht um „wir“ und „ihr“ sondern um Teilhabe aller an allem. …“
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KatSi #2.49: “ … Meine Freunde machen Kartoffelpartys wenn sie die deutsche stabü haben. Kennen den Begriff nur positive besetzt. Aber es geht im Artikel ja darum das Frau Ataman etwas unterstellt werden soll was sie nicht gesagt hat …“
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Bitte bleiben Sie konstruktiv #2.50: “ … „Deshalb nochmal ganz langsam: Ataman hat nicht Deutsche als Kartoffeln bezeichnet. Das wuessten Sie, haetten Sie diesen Artikel hier gelesen.“ — Nein. Sie macht es subtil. Sie verteidigt einerseits die Zuschreibung als harmlos, andererseits verleiht sie mit ihrem Verein die „Goldene Kartoffel“ für herausragenden Rassismus, also für „besondere Kartoffeligkeit“. …“
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mahna mahnam #1: “ … Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/tba …“
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berlinerin73 #2: “ … In meinem Umfeld geht das [Kartoffel] mittlerweile als scherzhafte Selbstbezeichnung durch. ..:“
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Gerald1 #2.1: “ … Oh, das ist ja toll. Aber ich nehme mal an, Sie sind keine Antidiskriminierungsbeauftragte. …“
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Treverer #2.2: “ … Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/tba …“
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Gerald1 #2.3: “ … Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde bereits entfernt. …“
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berlinerin73 #2.4: “ … Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/tba …“
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DrJohnBecker #2.8: “ … Die Kartoffel ist übrigens auch eine „Migrantin“. …“
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Jessy Thinkman #2.9: “ … entweder einigen wir uns darauf alle Menschen als gleiche unter gleichen zu behandeln und sprechen miteinander auch so (was ich befürworte) oder wir akzeptieren irgendwelche Sonderbegriffe zur schmähenden Gruppierung (was ich ablehne). Ein „diese Gruppe kann halt wegen X damit leben“ ist entweder falsch oder entwertet schon wieder andere Gruppen, denen man das nicht zutraut oder zumutet damit zu leben.
Wer mich als „Kartoffel“ bezeichnet müsste halt damit leben, dass ich ihm nicht mehr zuhöre, egal welche Begründung da aufgefahren wird warum ich das nicht negativ empfinden könne und ebenso bezeichne ich andere nicht als irgendein Lebensmittel oder Tier und denke mir ne Begründung aus, warum die das bitte nicht stören solle. TL,DR Einfach höflich und nett zueinander sein und solche Debatten haben sich erledigt. …“
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DrJohnBecker #2.12: “ … Wenn Sie sich mal mit der Herkunft anderer diffamierender Begriffe für Volksgruppen befassen, müsste Ihnen eigentlich klar werden, dass man bei der Bezeichnung Kartoffel eben doch mit zweierlei Maß messen muss. Ich verstehe Ihren Punkt, aber er erscheint mir eher lächerlich vor diesem Hintergrund. …“
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Gerald1 #2.14: “ … Bei der Diskriminierungsdebatte geht es doch besonders immer darum, was andere als beleidigend empfinden. Vieles was früher lustig war ist es heute nicht mehr. Deshalb liegt es wohl nicht bei Ihnen zu entscheiden was hier lächerlich ist. …“
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Freispruch mit lebenslänglich #2.16: “ … Kochbücher meinen das Kümmel gut zu Kartoffeln paßt. Ich hab das nie verstanden und bleib bei Rosmarin und Majoran. …“
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schmitzblitz #19: „… Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/tba …“
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Jupatja #41: “ … Anhand dessen, wieviel Kommentare hier gelöscht wurden, wird deutlich, wie sehr das Thema uns an die Nieren zu gehen scheint. Ich habe noch nie derartig viele Seiten mit gelöschten Kommentaren hier auf Zeit Online entdeckt bei einem Artikel. Da scheint jemand genau den Punkt getroffen zu haben, der echt schmerzt. …“
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phocs #43: “ … Vielleicht sollte man als Biodeutscher nicht unnütz beleidigt sein, wenn man „Kartoffel“ genannt wird …“
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Sumu #43.2: “ … Alleine die … Gelassenheit erhebt den Schreiber über die ganzen Befindlichkeitsneurotiker. …“
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ArribaChinchita #11: “ … „im konservativen Feuilleton“ Manchmal ist ein zuviel an Höflichkeit peinlich. Das sind überwiegend in den muffigen Adenauerjahren hängengebliebene Peinlichkeiten, die im Hause Springer und in Frankfurt ihr Austragshäusl bewohnen. Typische Salzkartoffelesser eben. …“
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Wullewux #44: “ … Wer regt sich (künstlich) auf? Das Dreigestirn BILD, Welt und Focus – schon allein deshalb nicht ernst zu nehmen. Die drei sind gerne auf der Suche nach „Aufregern“, die dabei helfen, woanders zitiert zu werden. Mit Journalismus hat das meist nichts zu tun, sondern gehört in die Abteilung PR. …“
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Margot Melzer #37: “ … Kennt noch jemand Asterix? „Asterix und die Goten“? Der französische Blick auf die deutschen Nachbarn. Dort sprechen die Goten in Frakturschrift und tragen Pickelhaube. Sie achten sehr auf Regeln, zumindest, wenn andere diese einhalten sollen. Der ostgotische Grenzsoldat muss bei Einfuhr ausländischer Ware (ein gallischer Druide) zunächst seinen Vorgesetzten fragen. Erfolge werden einhellig mit „Es lebe Rhetorik, unser Chef“ gefeiert. Etwas mehr Gelassenheit im Genuss kultureller Darstellungen könnte auch beim Kartoffelthema hilfreich sein. Jetzt mach‘ ich mir noch ’ne Krautrock CD an… „
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Ondine #16: “ … Ich frage mich, wie aktuell das Deutschland-Bild der Integrationsbeauftragten eigentlich ist. Nach meinem Eindruck, wenn ich mich so im Supermarkt umschaue, kaufen die Deutschen heutzutage viel mehr Pasta als Kartoffeln. Klar, ist ja sich einfacher zuzubereiten. Kartoffeln werden allenfalls als Fritten gern gegessen. Restaurants mit deutscher Küche gibt‘s auch kaum noch, dagegen ganz viel Döner und Sushi. …“
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ArribaChinchita #16.1: “ … Das Deutschlandbild im Discounter zu Beginn von Corona: Bei uns war Klopapiermangel, in Frankreich gingen die Kondome aus. …“
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Volker Beck #16.3: “ … Daher wäre es vielleicht an der Zeit, die Deutschen nicht mehr als Kartoffel zu bezeichnen, sondern treffender als Nudel, Tofu oder Klopapier. …“
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sinea #18.5: “ … „Die Kartoffel ist hier nur eine Nebelkerze.“ Danke, Sie bringen es auf den Punkt. …“
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Dogwalker #29: “ … Ich mag Kartoffeln – wo ist das Problem? …“
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talktome #29.1: “ … Ich mag auch Spaghetti. …“
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die_andere_meinung #29.2: “ … Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/tba …“
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Ingo Heumann #29.3: “ … Kümmel ist auch sehr lecker …“
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Bitte bleiben Sie konstruktiv #2.47: “ … „Rosmarin, Parmesan und Olivenöl. Das ist lecker“ Ja. Aber auch: Backkartoffel mit Butter, Salz und Kümmel. Ein Traum! …“
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Geraldao #4: “ … Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/tba …“
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Philea #4.1: “ … Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde bereits entfernt. …“
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BrunoBrenner #179: “ … Mir scheint die Gruppe derjenigen, die sich über den Kartoffel-Begriff echauffieren hat große Überschneidungen mit der Gruppe von Leuten, die, wenn es um tatsächlichen sprachlichen Rassismus geht, gerne empfehlen man solle sich nicht so haben, es sei ja nicht böse gemeint, das habe man schon immer gesagt und überhaupt lasse man sich von der Sprachpolizei nichts vorschreiben. …“

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Nachtrag: #1

Ronya Othmann (26.06.2022): “ … Eine andere Sache, die in diesen Ta­gen ebenso wie die potentielle Antidiskriminierungsbeauftragte die Schlagzeilen füllt, ist die Documenta mit ihrem riesigen Wandgemälde des indonesischen Kollektivs Taring Padi, auf dem ein Schwein mit Davidstern und „Mossad“-Aufschrift und ein Mann mit Kippa, Zigarre und SS-Zeichen auf dem Hut zu sehen sind. Auf den ersten Blick ha­ben diese beiden Themen wenig miteinander zu tun, außer dass Antisemitismus, wenngleich er ein paar Wesensunterschiede zum Rassismus aufweist, auch in den Zuständigkeitsbereich einer Antidiskriminierungsbeauftragten fällt. Doch wenn man genauer hinsieht, lassen sich Berührungspunkte ausmachen in beiden Debatten, die Frage nach doppelten Standards: Wie bewerten wir Rassismus und Antisemitismus, je nachdem, von wem er kommt? In dem Statement der Gruppe Taring Padi heißt es, die Bildsprache sei kulturspezifisch auf ihre eigenen Erfahrungen bezogen, die Figuren würden nämlich in Indonesien häufig verwendet, „um ein ausbeuterisches kapitalistisches System (…) zu kritisieren“, und die Arbeit werde nur „in diesem speziellen Kontext in Deutschland als beleidigend empfunden“. Dabei verkennen sie, dass Anti­semitismus nun mal Antisemitismus ist, ob in Deutschland, Mexiko oder Indonesien, einem Land in dem kaum Juden leben. Und dass es eine lange Tradition der „Kapitalismuskritik“ gibt, die in antisemitischen Bildern daherkommt und de­ren Bildmotive sich vom mittelalter­lichen Wittenberg über Yogyakarta bis ins zeitgenössische Kassel ziehen (Stichwort „Judensau“). Sowohl die Debatte um die Documenta als auch um die Antidiskriminierungsbeauftragte deuten auf blinde Flecken gegenwärtiger antirassistischer und postkolonialer Diskurse hin. Und gerade in ihnen zeigt sich der Wi­derstreit kulturalistischer und universalistischer Positionen. …“ | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/documenta-die-blinden-flecken-antirassistischer-diskurse-18125109.html
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“ … Die Hetze gegen Walther Rathenau begann schon Monate vor dem Anschlag der rechtsextremen Terroristen aus besten Kreisen, erzählt die Rathenau-Biografin Shulamit Volkov in einem Porträt für die Zeit: „Antisemiten attackierten ihn als Juden, andere wollten in ihm unbedingt einen Kriegsprofiteur, einen skrupellosen Kapitalisten, einen Volksfeind sehen. Seit 1920 folgte eine Todesdrohung der anderen. …“ | Aus: „9punkt – Die Debattenrundschau: Wer in Russland BMW fährt – Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr (23.06.2022) | https://www.perlentaucher.de/9punkt/2022-06-23.html
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“ … Konzepte, die Kultur nicht als historisch konstruiert und nicht als veränderbar betrachten, und in denen Vorstellungen von Kultur „in einem solchen Maße verdinglicht und essentialisiert werden“, dass Kultur „zum funktionalen Äquivalent des Rassenbegriffs wird“, werden von einigen Forschern als „Kulturalismus“ oder „kultureller Rassismus“ bezeichnet: John Solomos und Les Back vertreten beispielsweise die Auffassung, dass Rasse heute „als Kultur kodiert“ werde und dass „das zentrale Merkmal dieser Prozesse darin besteht, dass die Eigenschaften von sozialen Gruppen fixiert, naturalisiert und in einen pseudobiologisch definierten Kulturalismus eingebettet werden.“ … Solchen Konzepten zufolge wird „Kultur“ als eine unüberwindliche Schranke betrachtet, die politisch nicht zu überwinden sei. Entsprechende naturalisierende und biologisierende Argumentationen kämen sowohl im Rechtsextremismus als auch in verkürzten ethnopluralistischen Ansätzen der Neuen Rechten in der Gestalt von „Kulturalisierungen der Differenz“ (Müller) vor. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturalismus (26 Juni 2022)
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Sama Maani: „Die Krux mit der Migrantenliteratur“ (November 2018): “ … Ich hatte mich immer gefragt, warum wir selbstverständlich von Migrantenliteratur reden, nicht aber – zum Beispiel – von „Migrantenphilosophie“. Bis mir mein Freund, der brillante deutsch-indische Philosoph Pravu Mazumdar, von der folgenden und anderen, ähnlichen Reaktionen auf sein erstes Buch über Foucault erzählte: „Sie kommen aus Indien? Welch wunderbare Kultur! Warum schreiben S‘ dann über einen französischen Philosophen? Schreiben S‘ doch über Indien!“ Pravu Mazumdar, dem Angehörigen der „wunderbaren indischen Kultur“, wurde mit anderen Worten das Recht abgesprochen, auch noch etwas anderes zu sein als Angehöriger „seiner Kultur“. … “ | https://www.derstandard.at/story/2000090533413/sama-maani-die-krux-mit-der-migrantenliteratur
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Timagoras, 3. November 2018, 19:16:12: “ … das tragische und paradoxe Dilemma vieler heutige Linker: mit ihrer Identitätspolitik vertreten sie – zwar „wohlmeinender“ – letztendlich nichts anderes, als die Identitären und Rassisten: Um die Mitglieder einer Gruppe zu identifizieren, werden kulturelle, ethnische, soziale oder sexuelle Merkmale verwendet. Menschen, die diese Eigenschaften haben, werden zu der Gruppe gezählt und häufig als homogen betrachtet. Menschen, denen diese Eigenschaften fehlen, werden ausgeschlossen. Menschen werden also in kulturalistische (und sogar in „rassische“) Schubladen gesteckt, und aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Gruppe werden diesen Menschen dann Eigenschaften, Verhaltensweisen und – je nach Standpunkt – Privilegien oder Einschränkungen zugewiesen. das ist für mich nicht links …“
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imax 3. November 2018, 20:53:23: “ … Sind dann „die Linken“ auch sowas wie eine Rasse? …“
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Sonnstrahlen 3. November 2018, 18:17:21: “ … Mir geht dieses „Kulturgerede“ schon lange auf die Nerven, erstens ist es meist nichts anderes als Tradition, das damit gemeint ist und zweitens sollte immer der einzelne Mensch im Vordergrund stehen, es können zwei aus dem selben „Kulturkreis“ kommen und diese trotzdem ganz unterschiedlich sehen. …“
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bearskin, 3. November 2018, 22:42:02: “ … Trotzdem haben die meisten Menschen aus den gleichen Kultur eine ähnlichere Wertvorstellungen als von fremde Kulturkreise. Ich komme nicht von hier und weiß wovon ich spreche. …“
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Sonnstrahlen, 5. November 2018, 10:13:24: “ … Das bestreite ja auch niemand, was ich bestreite ist, dass eine Kultur „besser“ ist als die andere. Ich kenne eine Menge Menschen aus anderen Kulturkreis und nur ein Miteinander auf Augenhöhe kann funktionieren. …“
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bearskin 5. November 2018, 14:40:33: “ … Natürlich sind manche Kulturen besser. Wollen Sie echt eine Kultur des Faschismus mit einer der Demokratie gleichsetzen? Wollen Sie echt eine Kultur des Patriarchismus mit [angestrebter] Gleichberechtigung gleichsetzen. Wollen Sie echt eine Kultur der Massentierhaltung mit der der nachhaltige Bio-Tierhaltung gleichsetzen. Vor allem gibt es eine Kultur der Konfliktbeweltigung. Die eine zucken gleich ein Messer oder treten auf alte Menschen, die anderen Lachen über die Ignoranz der ältere Generation. Alleine die Kultur in Österreich ist heute viel besser als die von 50 Jahren und erst recht von vor 80 Jahren. Dieses Gleichmachen und Relativieren ist wirklich eine Realitätsverweigerung. Natürlich wäre es schon wenn wir alle gleich wären, sind wir aber nicht. …“
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MagisterMagister 3. November 2018, 18:44:20: “ … Mir gehen genervte Spießer in Internetforen auf die Nerven, aber dagegen kann ich leider auch nix machen. …“
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s.giovanna 3. November 2018, 19:57:36: “ … doch, nicht in die gewisse foren gehen. …“
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Zunz Emma, 3. November 2018, 17:22:52: “ … Was ist Migrantenliteratur? Sind Mario Benedetti, Julio Cortázar oder Thomas Mann auch Migrantenliteratur? …“

[Jean-Louis Trintignant (1930 – 2022) …]

Le Train (R: Pierre Granier-Deferre, 1973) [basierend auf einem Roman von Georges Simenon]

Andreas Kilb (17.06.2022): “ … Am heutigen Freitag ist Jean-Louis Trintignant im südfranzösischen Uzès gestorben. …“ | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/zum-tod-des-schauspielers-jean-louis-trintignant-18110898.html

Gerhard Midding (17. Juni 2022): “ … Sein Blick war aufmerksam und beharrlich. … Trintignants erstaunliche Schaffenskraft – er spielte in über 140 Kino-und Fernsehfilmen mit und führte zweimal Regie – war tiefer Schwermut abgetrotzt. „Ich wurde schon verzweifelt geboren“, sagte er einmal. … In seiner Jugend beging er mehrere Selbstmordversuche. Um der Depression zu entkommen, in die er nach dem tragischen Tod seiner Tochter Marie im Jahr 2003 verfiel, kehrte er auf die Bühne zurück, um Gedichte von Apollinaire zu rezitieren. … In seinen letzten Rollen habe er sich wohlgefühlt, weil seine Figuren mit dem Tod konfrontiert werden, gestand Jean-Louis Trintignant einmal. … “ | https://www.derstandard.at/story/2000136656852/franzoesische-filmlegendejean-louis-trintignant-gestorben


el::grillo : “ … Danke für Dutzende bewegende Filme die meine Liebe zum französischen Kino befeuert haben. …“

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Alfred J. Noll: “ …“Auf Liebe und Tod“ (Vivement dimanche!) habe ich wohl drei-, viermal gesehen – und es war nicht nur Fanny Ardant, sondern Trintignant mit seinem ironisch-verklärten Blick und die Grandezza, mit der Truffaut seinen letzten Film gestaltete …“
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Pi7Tovix: “ … ja , wobei für mich neben der knapp über 30-jährigen Fanny Ardant so ziemlich alles unterging – sollte mir den film jetzt nochmals ansehen. …“
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Tumen “ … Man kann die Zerrissenheit dieses wunderbaren Schauspielers vielleicht besser verstehen, wenn man weiß wie sehr ihn die Familiengeschichte im und nach dem 2. Weltkrieg für immer geprägt hat. Seine Mutter wurde den Dorfbewohnern aufgrund einer Affäre mit einem deutschen Soldaten mit geschorenem Kopf vorgeführt, während sein Vater, ein ehemaliger Bürgermeister, im selben Monat als Résistant eine gefeierte Heimkehr erlebte. Das Schicksal der Mutter erinnert an sehr viele tausend Französinnen, aber auch anderen Frauen z.B. in den Niederlanden, die diesen „Verrat“, mit der ultimativen öffentlichen Demütigung büßen mussten. …“

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zorro 57: “ … ich weiß, dass er niveauvollere filme – die ich auch gesehen habe- gedreht hat, aber der stumme in „leichen pflastern seinen weg“ ist einer erwähnung würdig. …“

Tucobenedicto: “ … IL Grande Silenzio. …“ | // –> https://youtu.be/H9vkC-Y0pwM — Ennio Morricone (Il Grande Silenzio)
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Asgard: “ … Der Film war in meiner Jugend ein Hammer! Brutal dargestellt, daß der Gute nicht gewinnt, aber trotzdem „moralischer“ Sieger ist. Schwerer Tobak damals …“

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schluss.punkt: “ … merci seigneur trintignant pour de nombreux moments cinématographiques émouvants.! …“

[Zeit im Bild #57 … ]

Kurt Tutschek (11. Juni 2022): “ … Im Jahr 1902 [ ] machte sich der im Jahr 1876 in San Francisco als John Griffith Chaney geborene Autor [Jack London] auf um jener Stadt einen Besuch abzustatten, die ihm seinen Namen gab: London. … Er lebte für mehrere Monate im Stadtteil Whitechapel, dem Londoner East End, eine Gegend, die damals hauptsächlich von den Ärmsten der Armen bevölkert wurde. Und Jack London hielt seine Erfahrungen die er auf den Straßen der Stadt machte in einem Buch fest. In „The People of the Abyss“ beschrieb er das Leben der einfachen Menschen, den gnadenlosen Alltag, die unwürdigen Bedingungen, unter denen sie ihr Dasein fristen mussten. Um Zugang zu den Bewohner es East End zu erlangen, verkleidete er sich als Arbeiter und gab vor, einer von ihnen zu sein. … Und er griff auch zur Kamera. Tausende Fotos entstanden in den folgenden Jahren, die Gassen von Whitechapel … “ | https://www.derstandard.at/story/2000136325509/der-schriftsteller-jack-london-als-fotograf

„Jack London Photographs and Negatives“
Approximately 12,000 images, primarily taken by London himself between 1902 and 1916, document the poor in the City of London, the Russo-Japanese War, the aftermath of the San Francisco earthquake and fire, London’s 18-month cruise through the South Pacific, a shipboard journey around Cape Horn, the Mexican Revolution, and London’s ranch in California’s Sonoma Valley. … | –> https://hdl.huntington.org/digital/collection/p16003coll7

[Der Blick in die Kamera #51… ]

Alexander (Hammid) Hackenschmied :: Maya Deren, n.d. | via https://unregardoblique.com/2022/05/14/maya-deren-by-a-hammid-1940s/

“ … Maya Deren, geboren als Eleanora Solomonovna Derenkovskaya (* 29. April 1917 in Kiew, Ukraine; † 13. Oktober 1961 in New York City), war eine US-amerikanische Avantgarde-Regisseurin, Tänzerin und Filmtheoretikerin der 1940er und 1950er Jahre. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Maya_Deren

“ … Deren verstand sich zeitlebens als Amateurfilmerin, die ihre Filme – wie sie es ausdrückte – „mit Budgets macht, die in Hollywood gerade mal für die Lippenstifte reichen“. Sie engagierte sich auch in Amateurfilmvereinigungen. 1959 rief sie im Movie Makers Annual der amerikanischen Amateur Cinema League Filmer dazu auf, sich alle Besessenheit mit Profistandards und Filmausrüstung aus dem Kopf zu schlagen und besseren Gebrauch von ihrer filmerischen Freiheit zu machen. Ein halbes Jahrhundert später hat Maya Derens Mahnruf nichts von seiner Aktualität verloren. …“ | https://www.filmkorn.org/maya-deren-filmer-eure-wichtigste-ausrustung-seid-ihr-selbst/

Maya Deren — // prolsit (vor 12 Jahren) her voice is hypnotic….
https://youtu.be/MhEOOpbJKEc

IN THE MIRROR OF MAYA DEREN (Trailer, Martina Kudlácek 2008)
https://youtu.be/Bfg3Ya-LQzc

[Fellini #36… ]

Amarcord (Federico Fellini, 1973) … „A m’arcord“, das bedeutet im Dialekt von Rimini „ich erinnere mich“, auf Italienisch „io mi ricordo“ … | https://de.wikipedia.org/wiki/Amarcord

Adam Grinwald (20.05.2022): [‚Federico Fellini and the Exuberance of Memory‚] “ … The films of Federico Fellini are lathered in suds of the surreal; in his movies, characters succumb to the hallucinations of fantasies, memories, and daydreams, with the language of the films themselves intentionally blurring what’s actually happening and what’s merely imagined. … Through many expressionist flourishes, Fellini’s movies become less concerned with what actually happened in a given memory than they are with how that particular memory felt. … Fellini understands that much of the joy of memories comes from the actual reflection upon them. They aren’t always supposed to be factual, nor entirely accurate. It’s more about remembering how they once felt, how a given event may have once wowed you, moved you, changed you. Things may even become fantastic once you begin remember them. …“ | https://collider.com/federico-fellini-exuberance-memory-explained/



// Adam Grinwald (20.05.2022): [‚Federico Fellini und der Überschwang der Erinnerung‘] “ … Die Filme von Federico Fellini sind mit Schaum des Surrealen eingeseift; In seinen Filmen erliegen Charaktere den Halluzinationen von Fantasien, Erinnerungen und Tagträumen, wobei die Sprache der Filme bewusst verwischt, was tatsächlich passiert und was nur eingebildet ist. … Durch viele expressionistische Schnörkel beschäftigen sich Fellinis Filme weniger damit, was nach einer bestimmten Erinnerung tatsächlich passiert ist – eher damit, wie sich diese bestimmte Erinnerung anfühlt. … Fellini versteht, dass ein Großteil der Freude an Erinnerungen von der tatsächlichen Reflexion über sie herrührt. Erinnerungen müssen hiernach gar nicht immer sachlich oder ganz genau sein. Es geht mehr darum, sich daran zu erinnern, wie eine Erinnerungen sich einst angefühlt haben, wie ein bestimmtes Ereignis einen selbst einmal beeindruckt, bewegt, verändert hat. Die Dinge können sogar fantastisch werden, wenn man beginnt, sich an sie zu erinnern. …“

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