Kategorie: Visual.Notes

Visual.Notes

[La Lune #45 … ]

Detail aus: „Die Flucht nach Ägypten“ (1609)

via

“ … Adam Elsheimer war der erste Maler, der den Sternenhimmel fast naturgetreu dargestellt hat. Zwar sind die Sternbilder keineswegs mit der Genauigkeit eines Himmelsatlas wiedergegeben, doch malte Elsheimer als erster Künstler die Milchstraße als eine Ansammlung unzähliger einzelner Sterne (eine damals revolutionäre Vorstellung). Daneben stellte er den Mond in einem seiner Bilder „auf den Kopf“ (ein Indiz für ein Instrument) und verzeichnete Details, die mit bloßem Auge unsichtbar sind. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat er im Sommer 1609 den Himmel über Rom mit einem Fernrohr oder einem Hohlspiegel betrachtet. Seine Beobachtungen fanden ihren Niederschlag auf dem Bild Die Flucht nach Ägypten. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_Elsheimer | https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_Elsheimer#/media/Datei:Adam_Elsheimer_-Die_Flucht_nach%C3%84gypten_(Alte_Pinakothek).jpg // https://en.wikipedia.org/wiki/The_Flight_into_Egypt_(Elsheimer)

[Mythen meiner Kindheit #13… ]

MONTE CRISTO (1922) Silent Film Lobby Card John Gilbert as Edmond Dantes

// Der Graf von Monte Christo
// … Zwischen 1844 und 1846 veröffentlichte Dumas den Graf von Monte Christo
// als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Le Journal des débats
// https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Graf_von_Monte_Christo

// Alexandre Dumas (* 24. Juli 1802 † 5. Dezember 1870)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Alexandre_Dumas_der_%C3%84ltere

// https://en.wikipedia.org/wiki/Monte_Cristo_(1922_film)

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #65 ]

via (Niko Goebel)



Ute Brüning (13.08.2019): “ … Gleich zu Beginn heißt es „Alles geht“. Der Song macht Mut, das Leben bunter zu leben. Man sollte seine Träume leben. Ein gelungener Auftakt für ein Album voller Lebensgefühl. Der Albumtitel wurde dem Song „Einfach nur Lust“ entnommen. …“ | https://www.schlager.de/schlagerwelt/album-rezensionen/laura-wilde-hat-lust-am-leben/



Georg Seeßlen (Ausgabe 33/2016): “ … Man kann Pop als Kunst beschreiben, als soziales Schmiermittel, als Ersatzreligion, als industrielle Verblendung, als Ausdruck politischer Ökonomie, als Subversionsmedium, als Waffe im Klassenkampf, als Technik der Persönlichkeitsbildung, als Meer der Banalität mit wunderbaren Inseln der Bedeutung. Aber all das hat eine direkte Beziehung zum wirklichen Leben der Leute, die Radio hören, Youtube-Clips ansehen oder in die Konzerte gehen. Pop ist die Antwort auf das, was mit dem Subjekt unter den jeweiligen Bedingungen passiert. … Wir wissen, dass die Pop-Revolution ein Traum geblieben ist. … “ | https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/sampeln-des-subjekts



“ … Der Kulturwissenschaftler Thomas Hecken konnte nur eine Stellungnahme finden, in der sich Adorno direkt zu Popmusik geäußert hat. Vor allem auf sie geht der Ruf Adornos als „Popfeind“ zurück. … Der Grund für die Kritik liege in der reinen Orientierung der Popmusik am Erfolg, an den Charts. In den immer gleichen Songs konnte Adorno nur „ästhetische Grausamkeiten“ erkennen, so Hecken. Die Optimierung auf den nächsten Hit sei heute durch Klickzahlen und Likes auf einer persönlichen Ebene angekommen, die Analyse der Kulturindustrie deshalb weiter aktuell. … In den 90er-Jahren verschwand Adorno jedoch zunehmend aus den Feuilletons. An den Universitäten setzten sich die „Cultural Studies“ durch. Ihre Theoretikerinnen und Theoretiker erkannten in Popmusik und Filmen nicht mehr nur einen „Massenbetrug“, sondern auch Analysegegenstände, die man sich widerständig und subversiv aneignen könne. Adorno hätte das bis heute abgelehnt, so Hecken. …“ | „Adorno über Popmusik: Die ästhetischen Grausamkeiten der Beatles – Thomas Hecken im Gespräch mit Max Oppel“ (06.08.2019) | https://www.deutschlandfunkkultur.de/adorno-ueber-popmusik-die-aesthetischen-grausamkeiten-der.2156.de.html?dram:article_id=455631



Frank Jöricke (18.07.2021): “ … Damals, in den 1960ern, 1970ern und 1980ern, galten Eltern als natürliche Feinde. Sie waren die Despoten eines Zwergstaats, der sich Zuhause nannte und junge Menschen an der Entfaltung ihrer Persönlichkeit hinderte. Ihnen zur Seite standen sadistische Lehrer und bigotte Geistliche. …

Doch auch wir, die Unterdrückten, hatten mächtige Verbündete: die Popstars. Sie zeigten, dass ein anderes Leben möglich war. Sie sangen von Freiheit, vom Ausbrechen aus jener engen Welt, die wir kannten. Dabei machte es keinen Unterschied, ob die frohe Botschaft von schweren Gitarren oder Synthesizern begleitet wurde. „Break on through to the other side“, bestärkten uns The Doors, bei Michael Jackson hieß das: „Don’t stop ’til you get enough.“

Dafür liebten wir unsere Stars. Sie zeigten uns Wege aus der spießbürgerlichen Welt: den Highway to Hell (AC/DC), den Trip zum Pleasuredome (Frankie Goes To Hollywood). Hautfarbe, sexuelle Orientierung und Religion waren dabei unwichtig. Oder nicht eindeutig. Ein David Bowie lebte vor, wie man sich neu erfand. Immer wieder legte er sich andere Identitäten zu, war Ziggy Stardust, Aladdin Sane und The Thin White Duke. … Für uns Musikhörer hatte es ohnehin nie eine Rolle gespielt. Dass Jimi Hendrix schwarz, Boy George schwul und die Beastie Boys jüdisch waren, interessierte nicht groß. Es ging um „geile Mucke“ … “ | Aus: „Wir waren mal weiter“ (Ausgabe 22/2021) | https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/wir-waren-mal-weiter

Flegel | Community (2021): “ … Die Protagonisten, über die wir und hier unterhalten, hatten für mich als damals rund 24-jährigem jedenfalls etwas Animalisch/Verführerisches. Mick Jagger ist in diesem Sinne für mich der Größte, wagte er doch, all das auszuleben, was sich mir als überangepasstem Messdiener seiner Zeit verbot. Sein damals androgynes Image übte eine hohe Anziehungskraft auf mich aus, wie mir die permissive amerikanische Mentalität während meines Praktikums dort Experimentiermöglichkeiten eröffnete – was zusammengenommen schließlich auch meine Emanzipation von der einengenden Moral der katholischen Kirche einleitete. Ja: »die Popstars. Sie zeigten, dass ein anderes Leben möglich war. Sie sangen von Freiheit, vom Ausbrechen aus jener engen Welt, die wir kannten.«

Doch eigentlich muss es heißen, „die Popstars. Sie zeigten, dass den Popstars ein anderes Leben möglich war. Sie sangen von Freiheit, vom Ausbrechen aus jener engen Welt, die wir kannten“.

Und eigentlich stimmt auch das nicht: Jim Morrison etwa starb 27-jährig. Der frühere Manager eines Pariser Nachtclubs behauptet, dass er Morrison in der Nacht vom 2. auf den 3. Juli 1971 selbst auf der Toilette gefunden habe. „Der hübsche Boy aus Kalifornien lag wie ein bewegungsloser Brocken zusammengekrümmt auf dem Klo“, schreibt Bernett in seinem Buch über Morrisons letzte Tage.

Auch Janis Joplin starb 27-jährig infolge von Drogen-Abusus. Zwei Wochen zuvor war Jimi Hendrix verstorben – 27-jährig.

Und eine Reihe von Protagonisten selbst wurden domestiziert und mit bürgerlichen und systempflegenden Ehrentiteln versehen: Bob Dylan mit dem Friedensnobelpreis, aus Paul McCartney wurde Sir James Paul McCartney, CH, CBE, aus Mick Jagger wurde Sir Michael Philip Jagger, CH, CBE, aus Ringo wurde Sir Ringo Starr, MBE. So war‘s zu erwarten. Unterhalb eines Sirs tut es auch Sir Elton Hercules John, CH, CBE nicht.

Schlussfolgerung: Das, was Sie hier so sehr laudatierten, ist in Wirklichkeit bereits damals eine Illusion gewesen. … Jim Morrison, Janis Joplin und Jimi Hendrix war keine wirkliche Alternative. Sie bedienten die Sehnsüchte der Adoleszenten und mehr nicht. Ihr „Break on through to the other side“ blieb ein frommer Wunsch. …“



Johannes Kreidler (Ausgabe: 4/2005 – 54. Jahrgang): “ … Pop war seit jeher auf Breitenwirkung angelegt und kommerziell manifestiert; die immer peinlicheren Shows sind nur das Oberflächenphänomen dieses (Madonna weiß es im Übrigen schon lange) weithin ausgelaugten Keyboard- & Gitarrenband-Sounds. Es ist verständlich, dass der Kapitalismus aus dem mürben Lappen so noch einige Rubel wringen will. Doch wenn das hierbei optierende Publikum überhaupt relevant sein sollte, ist es sein Auswahlspektrum längst nicht mehr. „Erlösung“ im Geiste Adornos …“ | https://www.nmz.de/artikel/die-popmusik-ist-schon-laengst-tot



markrenton (2018): “ … Schlager- und Popmusik lebt von einer hohen Verbreitung und guten Verkaufszahlen (daher MusikINDUSTRIE) dadurch kann sie auch zu einem identifikationsstiftenden Mittel werden: Die Musik der 60er, 70er, 80er und 90er war hedonistischer und freiheitssuchender, da die Leute einen Kontrast zu den noch vorherrschenden bürgerlichen Konventionen und den Schrecken des Kalten Krieges gesucht haben. Parallel dazu kann man sich auch die erfolgreichen Filme aus diesen Jahren ansehen, die sich analog entwickelten. Seit dem 11. September ist die Stimmung im Westen umgeschlagen und zusammen mit der Finanz- und Wirtschaftskrise, hat sich eine art Neo-Biedermeier entwickelt, wo sich ein Großteil der Bevölkerung nur noch Stabilität und Sicherheit wünscht. Siehe dazu die Renaissance der sogenannten preussischen Werte und Nostalgie nach den 80ern und 90ern. Hinzukommt, dass die Gesellschaft so wie die Eltern – die alten Rebellern der 60er, 70er und 80er Jahre, nur wenig Potential liefern, um sich dagegen aufzulehnen. Zu verständnisvoll. … Musik spiegelt die Gesellschaft und liefert wie der Tamborine Man nur das, was wir wollen:) Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei, Auf jeden Winter folgt auch wieder ein Mai. Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei, Erst geht der Hitler und dann auch die Partei. …“

ericstrip 12:29 Uhr: “ … Subkulturen entstanden vor allem, um einen Halt in einer gleichgesinnten Gruppe zu finden und sich von den Eltern abzugrenzen. Es geht bei Musik um das persönliche Gefühlsmanagement, nicht um die Revolution. …“

Aus kommentaren zu: „Eine Art Endkampf“ von Benjamin Moldenhauer (21.05.2018) | http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/is-this-the-end-von-georg-seesslen-eine-art-endkampf-a-1205222.html



Dietmar Dath „Wie lesen wir heute Georg Lukács?“ (04.06.2021)“ … Die Theorie der Verdinglichung wirft dem Kapitalismus vor, dass er etwas mit den Menschen macht, das sie entmenschlicht. Was bedeutet das für die Kunst im Digitalzeitalter? … Ist die Kunst ein Gut, um dessen Bestand man sich […] Sorgen machen muss? Auch über sie hat Lukács nachgedacht, unterm Kriterium, dass sie die Hervorbringung einer besonderen Sorte Ding sei, des Kunstwerks. Nach Kant ist das ästhetische Urteil das Wesen des Ästhetischen, aber Lukács fand, „dass das ästhetische Urteil keine Priorität besitze, sondern die Priorität komme dem Sein zu. ‚Es existieren Kunstwerke. Wie sind sie möglich?‘“ … Hier spricht eine medienhistorische Vergangenheit, die noch kaum ahnte, dass sie vergehen konnte. Ein Film mag als DVD eine Ware und damit ein Ding sein, aber was ist er als Stream, als Video-on-Demand? … Wenn das Kunstwerk nun [ ] zur Dienstleistung per Klick umgewidmet wird und wenn diejenigen, die es konsumieren, mit dem Anklicken den Kulturindustriekonzernen die profitnotwendige Ausforschungsarbeit über ihre Präferenzen abnehmen, also zu Datensätzen werden, einer besonders handlichen, berechenbaren Sorte Ding – ist das nicht, fünfzig Jahre nach dem Tod von Georg Lukács, die böseste denkbare Pointe seiner Theorie?… “ | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/georg-lukacs-wider-die-digitale-dekadenz-17367202.html | // Georg Bernard Lukács (1885 – 1971) —> https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Luk%C3%A1cs

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #64 ]

“ … Legend of the Lost is a 1957 Italian-American adventure film produced and directed by Henry Hathaway, shot in Technirama and Technicolor by Jack Cardiff, and starring John Wayne, Sophia Loren, and Rossano Brazzi. … The lost city of Timgad referred to in the film was actually the Leptis Magna ruins, a Roman city dating back to the 7th century B.C. near Tripoli, in northwest Libya, while „Timbuktu“ was actually in Zliten, Libya. …“ | https://en.wikipedia.org/wiki/Legend_of_the_Lost (15 June 2021) // https://de.wikipedia.org/wiki/Leptis_Magna // https://de.wikipedia.org/wiki/Zliten // https://de.wikipedia.org/wiki/Timbuktu

// Legend Of The Lost – A Suite (Angelo Francesco Lavagnino – 1957)
// Angelo Francesco Lavagnino (* 1909 in Genua; † 1987 in Gavi, Piemont)
// war ein italienischer Filmkomponist.
// https://de.wikipedia.org/wiki/Angelo_Francesco_Lavagnino
–> https://youtu.be/kttaAsLHVsk

Ron A (07/2021) Saw this movie as a kid. I was fascinated by the ruins and the treasure and the conflict.

[Bildsprache & Kontext #1 … ]

Caspar David Friedrich: „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818)
| “ … In der modernen medialen Rezeption wurde das Bild zu einem vielfach verwendeten Symbol der Romantik und zu einer Ikone des deutschen Bewusstseins … Werner Hofmann weist der Rückenfigur bei Friedrich die Aufgabe des Zwischenträgers zu, mit deren Hilfe sich der Künstler an den Betrachter wendet. Sie richte Erwartungen und stelle Fragen sowohl an den ihr zugewiesenen Ort als auch an den Bildbetrachter. …“ https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Wanderer_%C3%BCber_dem_Nebelmeer // — // https://www.geo.de/magazine/geo-epoche-edition/20083-rtkl-deutsche-romantik-caspar-david-friedrich-die-landschaft-der

Foto: Harald Tittel/dpa ( „Anblick der Zerstörung“ (15. 7. 2021) | https://taz.de/Flutkatastrophe-in-Westdeutschland/!5781481/)
Boris Roessler/​dpa | via https://www.zeit.de/wissen/2021-07/hochwasservorsorge-katastrophenschutz-praevention-kai-schroeter-interview




Aspekte / Kontexte #1

Juergen Kasek (16. Juli 2021): “ … „Weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik.“ So hat sich der CDU Kanzlerkandidat angesichts der Bilder aus Rheinland- Pfalz und Nordrhein- Westfalen geäußert. … Seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist klar, dass wir auf eine Katastrophe zusteuern. Die Dringlichkeit zum Handeln von Jahr zu Jahr zunimmt. Seit geraumer Zeit wird darauf hingewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit von Extremwettereignissen: wie Dürre einerseits und temporären Hochwassereignissen zunimmt. Nur die Politik wollte es nicht wahrhaben. …“ | https://juergenkasek.wordpress.com/2021/07/16/weil-jetzt-ein-solcher-tag-ist-aendert-man-nicht-die-politik/



Sighard Neckel (17.06.2021): “ … Die Individuen und ihre Lebensstile zum Dreh- und Angelpunkt eines ökologischen Wandels zu machen, greift entschieden zu kurz. Die Individualisierung der Klimakrise, wie sie sich in der offiziellen Vermessung durchschnittlicher Ökobilanzen pro Person dokumentiert, ist reine Symbolpolitik. Die Schwerindustrie, die Automobilbranche, die Kohleförderung oder die industrielle Landwirtschaft haben eine ganz andere Lobby-Macht als die Bürger als Konsumenten. Doch die Bürger sind es, die sich von den Grillfesten in den Reihenhaussiedlungen bis zu den Küchentischen großstädtischer WGs untereinander zerstreiten, wer von ihnen die größte Klimaschuld auf sich lädt. …“ | Aus: „Sighard Neckel | Essay | 17.06.2021, Die Klimakrise und das Individuum – Über selbstinduziertes Scheitern und die Aufgaben der Politik“ | https://www.soziopolis.de/die-klimakrise-und-das-individuum.html



Aspekte / Kontexte #2

“ … Während über die Ursachen der globalen Erwärmung weitgehend Einigkeit besteht (hauptsächlich durch Menschen verursachte Emissionen von Treibhausgasen) [Sachstandesbericht des International Panel of Climate Change (IPCC) Working-Group 1 Summary for Policy-Makers, Seite 10 (PDF; 3,9 MB): https://archive.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar4/wg1/ar4-wg1-spm.pdf], werden ihre Folgen intensiv erörtert. Einige Folgen werden erst für die Zukunft erwartet, viele sind aber bereits spürbar. So ermittelte z. B. eine 2018 erschienene Übersichtsarbeit insgesamt 467 Einflüsse von Klimafolgen, durch die die menschliche Gesundheit, Wasser, Nahrung, Wirtschaft, Infrastruktur und Sicherheit bereits bei Publikation der Studie betroffen waren. Die Bedrohung durch negative Klimawandelfolgen wird sich demnach mit weiter voranschreitendem Klimawandel deutlich erhöhen, gerade falls schnelle und deutliche Klimaschutzmaßnahmen ausbleiben sollten. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Folgen_der_globalen_Erw%C3%A4rmung

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #63 ]


Pierre Brice und Gojko Mitic im Film „Unter Geiern“ (1964) [‚Weiße Siedler werden im Llano Estacado im Grenzgebiet von Neu-Mexiko und Texas von der berüchtigten „Geierbande“ überfallen und ermordet, die Schuld an dem Überfall schiebt man den Indianern vom Stamme der Schoschonen zu. Der erfahrene Trapper Old Surehand und Apachen-Häuptling Winnetou nehmen den Kampf auf und legen den Verbrechern trotz zahlreicher Intrigen das Handwerk. …‘] | http://www.rialtofilm.de/index3.htm?ugeiern.htm

“ … Die Ausstellung „Ost/Western“ in Rostock will zeigen, wie DDR und BRD sich für das Genre des Indianerfilms begeisterten. … Olaf Reis, der an der Universität Rostock zur Kinder- und Jugendpsychiatrie forscht, spannt im Katalog einen ganz großen Bogen. Er vergleicht die Filme über verdrängte Indianer durch übermächtige Kolonisatoren mit dem Untergang der DDR und fasst alle Bewohner des Ostens zu einem eigenen Stamm zusammen. Die „InDDianerR“ als besiegte Ethnie, deren Kultur untergegangen ist und musealisiert wird. In einem Audiobeitrag sieht sich eine Ostfrau als Indianerin im Reservat: „Nur niedergemetzelt haben sie uns nicht.“ Doch Tokei-Ihto, Osceola, Tecumseh, Weitspähender Falke oder Ulzana, all die DEFA-Helden, sie hatten sich nie in eine Opferrolle hineingesteigert. Die Ausstellung „Ost/Western“ bleibt offen für Assoziationen …“ | https://www.berliner-zeitung.de/wochenende/warum-karl-may-in-der-ddr-keine-chance-hatte-li.167619


Regie: Josef Mach, 92 Min., Farbe, Spielfilm – Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Spielfilme, 1965
| https://www.defa-stiftung.de/filme/filme-suchen/die-soehne-der-grossen-baerin/


“ … 1966 flimmerte mit „Die Söhne der großen Bärin“ der erste DEFA-Indianerfilm über die Leinwände der Kinos in der DDR. Nachdem vier Jahre zuvor die westdeutschen Karl-May-Verfilmungen um den Apachen-Häuptling Winnetou gestartet waren, wollte man bei der DEFA eigene Filme produzieren. Das Interesse an Indianerstoffen war vor allem beim jungen Publikum immens, Tausende sahen in den tschechischen Kinos die in der DDR nicht gezeigten Winnetou-Filme. Bei der DEFA näherte man sich dem Western-Genre auf eine ganz eigene Weise: Bräuche und Lebensweisen der amerikanischen Urbevölkerung sowie wahren historischen Begebenheiten erhielten deutlich mehr Raum. Neben dem Unterhaltungsanspruch hatten die Filme auch einen ideologischen Auftrag zu erfüllen: die Ausbeutung und Unterdrückung der Indianer durch die US-amerikanischen Imperialisten darzustellen. …“ | https://artsandculture.google.com/exhibit/defa-indianerfilme/ZQLyVBhH2vfFIA |



Sasha Salzmann (16.06.2021): “ … Man versuche, eine „authentische“ Atmosphäre herzustellen, ein „authentisches Bild“ zu liefern, was wiederum das Interesse steigere und in der Folge den Verkauf befördere. Wenn, mit Michel Foucault gesprochen, authentisch sein imperfekt sein bedeutet, dann heißt der Ruf nach Authentizität: „Hab Fehler, sei eine Abweichung.“ Und wenn man sich die Inszenierung von rassifizierten Körpern anschaut, könnte man weiter schlussfolgern: „Und ich bestimme, wie diese Abweichung aussieht.“ Die Kunst- und Kulturindustrie bedient sich kollektiver Phantasmen, um das Produkt, das sie produziert und präsentiert, anzupreisen. … Phantasma bedeutet im Altgriechischen die Vorstellung, die man sich von Dingen macht. In der Psychoanalyse, so könnte man verkürzt sagen, ist das Phantasma konstitutiv für die menschliche Psyche, es hat die Funktion eines Abwehrmechanismus – im Phantasma werden Erfahrungen bildhaft umgedeutet. Judith Butler spricht von „komplexen unbewussten Objektbeziehungen“, von „unbewussten Neigungen, die Bildform annehmen und uns in ein Spannungsverhältnis zu uns selbst versetzen oder uns in verschiedene Richtungen gleichzeitig treiben und gegen die eine narzisstische Verteidigung aufgebaut wird“. Ein Phantasma ist ein Filter zwischen dem gereizten Subjekt und seiner Außenwelt. Oft genug haben wir es mit kollektiven Phantasmen zu tun. „Unbewusste Neigungen“ und „narzisstische Verteidigung“ können identitätsstiftend wirken. Schwört sich eine Gruppe auf eine bestimmte Version der Gegebenheiten (oder der Geschichte) ein, und sei sie noch so abwegig und auch nicht belegbar, kreiert sie eine emotionale Gemeinschaft. … In der Literatur bewegt man sich in einem Koordinatenfeld von Phantasmen. Ein mehrheitstauglicher Text spielt mit seinen Themen auf der emotionalen Klaviatur einer kollektiven Psyche. Den dramaturgischen Bogen, nach dem Menschen verlangen, wenn sie auf eine fiktionale emotionale Reise gehen, kann man sich von der entsprechenden Fachliteratur erläutern lassen. … Kitsch bedient sich hemmungslos am Phantasma. Kitsch ist ein Spiel mit den Erwartungen, die einer kollektiven Psyche eingeschrieben sind. Er referiert stets auf eine bereitwillig und breit geteilte Annahme und trägt somit den Mief der Nostalgie mit sich, reproduziert abgenutzte Bilder … Kitsch drückt jene Knöpfe, die längst eingebaut sind, darum ist er so vorhersehbar und funktioniert so gut. … Humor zielt [ ] aufs Gefühl, Ironie dagegen auf den Intellekt. Sie signalisiert kritische Distanz. Wenn Kitsch klug sein will, wird er ironisch. Er stilisiert und ikonisiert Gegebenes, im Wissen um die Abgeschmacktheit des Details, das er zum Markenzeichen erhebt. In der queeren Modesprache des Camp [Camp: https://de.wikipedia.org/wiki/Camp_(Kunst)] sind weiße Tennissocken zu einem Code geworden. Synthetische Stoffe und Plüsch bezeugen Zugehörigkeit zu oder Solidarität mit einer Klasse, die sich die Accessoires der Haute Couture nicht leisten kann oder will und für die sie nicht bestimmt sind. … Phantasmen sind Schutzmechanismen. …“ | https://www.deutschlandfunk.de/themenreihe-muss-literatur-politisch-sein-die-bestehende.700.de.html?dram:article_id=498818

// Sasha Marianna Salzmann (geboren 21. August 1985 in Wolgograd, Sowjetunion)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Marianna_Salzmann

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #62… ]

Fantasma d’amore (1981) // https://de.wikipedia.org/wiki/Die_zwei_Gesichter_einer_Frau

“ … « … Es ist Herbst in Norditalien, in Pavia. Und Herbst im Leben des Rechtsanwalts Nino Monti. Die hundert Lire, die er einer alternden Frau bei einer zufälligen Busfahrt leiht, werden die geordnete Sicherheit seines bürgerlichen Lebens für immer aus den Fugen geraten lassen; ihn der ‹Wirklichkeit› entfremden und das ‹Phantastische› real werden lassen. Diese Frau ist Anna Brigatti, seine grosse Jugendliebe; von der seine Freunde sagen, sie sei vor drei Jahren gestorben; und die er wiedersieht: verhärmt, aber auch in strahlender Jugendschönheit. Fantasma d’amore ist ein Film über Gefühle und Erinnerungen, über Alter und Tod. Ein metaphysisches Melodram von der Absolutheit der Liebe, die über Raum und Zeit hinausreicht, das aber auch immer wieder die Melancholie einer mediterranen Midlife Crisis mit verhaltener Subversivität ironisiert.» Helmut W. Banz, Die Zeit, 7.5.1982


… «Über die Dreharbeiten erzählt der Regisseur Dino Risi: ‹Marilyn Monroe, Jean Seberg, Romy Schneider. Drei Frauen, drei Schauspielerinnen, drei beinahe identische Geschichten. Eines Tages sagte mir Romy Schneider: ‹Die Schönheit und die Jugend sind Geschenke, die wir zurückerstatten müssen.› Ich habe einen Film mit ihr gemacht, einen der letzten, Fantasma d’amore. Es ist die Geschichte einer toten Frau, die um der Liebe willen zu einem Mann ins Leben zurückkehrt. Eines Tages wollte ich von ihr wissen: ‹Hast du keine Angst vor dem Tod?› – ‹Aber ich bin doch schon tot›, antwortete sie mir lachend.» Filmarchiv Austria … “ | https://www.stadtkinobasel.ch/film/fantasma_damore/2828/349

[Aufklärung und Wirklichkeitsbezug #3 ]


Marcel (Dezember 2010): “ … Fast 50 Jahre nach der Gründung der [Situationistische Internationale (SI)] hat sich die Ausgangssituation maßgeblich verändert. Während in den 50/60er Jahren der 2. Weltkrieg für die meisten Menschen aktive Erinnerung war und eine neue Zeit der Warenwelt angebrochen schien, ist heute der flexible Kapitalismus zum Normalzustand geworden. Was der SI damals so neu und fremd erschien, hat sich heute noch viel stärker im Alltag manifestiert. Die Wirtschaft hat längst die Kraft der Bilderwelten erkannt und setzt sie bewusst ein. Marken sind nichts anderes als ‚appetitanregende Gedankenbilder/-filme’, die den Konsumenten verführen sollen. Sie wirken als lustvolles Versprechen für die individuelle Zukunft der Konsumenten. …“ | https://www.nachhaltigkeits-guerilla.de/theorie-2-situationistische-internationale/ | — | https://de.wikipedia.org/wiki/Situationistische_Internationale | … | https://de.wikipedia.org/wiki/Guy_Debord

“ … die Methode des „dérive“ („Umherschweifen“ …) … : Dies war ein räumliches und konzeptionelles Erforschen der Stadt — oft der Vorstädte -, indem man/frau sie, manchmal auch im Morgengrauen nach durchzechter Nacht, durchstreift. Durch das „dérive“ entwickelten die Situationisten … „ein kritisches Bewußtsein des spielerischen Potentials urbaner Räume und ihrer Möglichkeiten, neue Wünsche zu erwecken“ … . Für Guy Debord war „dérive“ auch die Entwicklung einer neuen, „anderen“ und erweiterten Wissenschaft, der „Psychogeographie“ [Erforschung der genauen unmittelbaren Wirkungen, seien sie bewußt gestaltet oder nicht, des geographischen Milieus auf das emotionale Verhalten der Individuen.] …“ | Aus: „Dieter Schrage: Widerstand im Spektakel“ (Zeitschriften » Context XXI » Print » Jahrgang 2000 » Heft 3-4/2000) | http://forvm.contextxxi.org/widerstand-im-spektakel.html | … | https://de.wikipedia.org/wiki/Psychogeographie

“ … Der Zuschauer  habe die  ihm vorgesetzte Scheinrealität längst als Realität verinnerlicht. … Das gesamte Spektakel hat das Ziel, die Bevölkerung zu integrieren. Es tritt sowohl als Städteeinrichtung als auch als  permanentes  Informationsnetz in Erscheinung und bildet einen festen Rahmen für die Sicherung der bestehenden Lebensbedingungen. Unsere erste Arbeit ist es, dass wir den Leuten erlauben, die Identifikation mit der Umgebung und dem Modellverhalten zu beenden. … [Das situationistische] Programm, …, [war] mit hoher Wahrscheinlichkeit von Anfang an zum Scheitern an der … verbreiteten Akzeptanz gesellschaftlicher Verkrustungen verurteilt. … Statt im herkömmlichen Sinne Kunst zu schaffen, modellierte sich Debord zum verfemten Darsteller eines epochalen Romans, den die Umstände schrieben …“ | Aus: „Die dialektische Lebenskunst von Guy Debord, Verworfener & Kulturschatz“ Mark Reichmann (Dissertation – Im Fach: Kunst-und Bildgeschichte (IKB), Humboldt-Universität zu Berlin, 546 Seiten, 6. Juni 2020) | https://edoc.hu-berlin.de/bitstream/handle/18452/23246/dissertation_reichmann_mark.pdf

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