[Symbolische Formen (Ernst Cassirer) #3 … ]

Bibliothek Warburg

Frank Hartmann (Datum ?): “ … Aby M. Warburg [https://de.wikipedia.org/wiki/Aby_Warburg] hatte [eine] kulturwissenschaftliche Bibliothek angelegt, um das Nachleben der Antike, die Formen von Überlieferung in der abendländischen Kultur- und Geistesgeschichte zu studieren.
Diese kunst- und kulturhistorische Sammlung umfasste auch ein Fotoarchiv mit hundertausenden von Zeugnissen von der klassischen Antike bis ins neunzehnte Jahrhundert, auch nichteuropäischer Kulturen. Warburgs Projekt einer Ikonologie oder Bildwissenschaft bedeutete eine der ersten signifikanten Erweiterungen der empirischen kulturwissenschaftlichen Basis. Diese Mischung von kunst- und formgeschichtlicher Forschung beeindruckte den Philosophen Cassirer nachhaltig. … Der Mensch, so Cassirer, ist immer in einer besonderen Welt, er lebt in seine bestimmenden Symbolwelten. … Den Menschen als Symbolwesen aufzufassen heisst, die innere Logik der Erfahrung nicht allein in vernunftkritischen Kategorien zu analysieren, sondern die „Logiken“ des mythischen, sprachlichen und alltagskulturellen Verstehens einzubeziehen. Der Mensch ist also nicht allein durch Vernunft und durch Sprache ausgezeichnet, sondern er verschafft sich seine Identität durch den allgemeinen Gebrauch von Symbolen: „Der Mensch kann der Wirklichkeit nicht mehr unmittelbar gegenübertreten; er kann sie nicht mehr als direktes Gegenüber betrachten. Die physische Realität scheint in dem Maße zurückzutreten, wie die Symboltätigkeit des Menschen an Raum gewinnt. Statt mit den Dingen hat es der Mensch nun gleichsam ständig mit sich selbst zu tun. So sehr hat er sich mit sprachlichen Formen, künstlerischen Bildern, mythischen Symbolen oder religiösen Riten umgeben, dass er nichts sehen oder erkennen kann, ohne dass sich dieses artifizielle Medium zwischen ihn und die Wirklichkeit schöbe.“ (Versuch über den Menschen, 1944) …“ | https://homepage.univie.ac.at/Frank.Hartmann/Vorlesung/ss02.htm

“ … Erst wenn es dem Individuum gelingt, den ‚Mechanismus‘ der Reiz-Reaktions-Sequenzen aufzubrechen und die unmittelbare Reaktion zu verzögern, entsteht die „Fähigkeit“, die eigenen „Reize anderen Personen oder sich selbst aufzuzeigen“ und das ‚mechanische‘ durch „rationales Verhalten“ zu ersetzen …“ | Quelle: M. R. Müller – „Das Bild als soziologisches Problem“ (Beltz Juventa, 2018)

“ … Zeichen sind [ ] für Eco alles, «was man zum Lügen verwenden kann» (SZ 26, 89). Ihr Vorhandensein bedeutet nicht notwendig, etwas offenbar zu machen, sondern gleichermaßen, mit ihrer Hilfe etwas kaschieren oder vertuschen zu können. Daraus folgt die Notwendigkeit ihrer Interpretation. Zeichen sind nicht allein eine Frage der Erkenntnis, sie gehen nicht unmittelbar in dem auf, was sie repräsentieren. Entsprechend hat es der Detektiv mit Hinweisen zu tun, die regelmäßig etwas anderes bedeuten können als sie zu bezeugen scheinen. Wenn es für ihn also darauf ankommt, das Entscheidende hinter einer Tat und ihr Zustandekommen herauszufinden, die Lüge zu demaskieren und den «tatsächlichen» Hergang bloßzulegen, so darf er sich nicht allein auf die Referenz der Zeichen verlassen, sondern er muss auf die Differenz zwischen Bezeichnung und Bedeutung pochen. Er muss sozusagen die wesentliche Dreistelligkeit des Zeichens in Rechnung stellen. Erst sie markiert die eigentliche «Schwelle der Semiotik». Allein das Kriterium des Sinns erlaubt, «den gesamten Kreis der Semiose abzudecken» (SS, 73). […]
… [ein] Zeichen [fungiert] stets als etwas, das für etwas anderes steht, [ ]. Peirce definiert es als „something which stands to somebody for something in some respect or capacity“ (Peirce, 1931, 2. 228) – eine Definition, die sich übersetzen lässt mit: etwas, das für jemanden in irgendeiner Hinsicht oder aufgrund irgendeiner Fähigkeit für etwas anderes steht. „In irgendeiner Hinsicht“, bedeutet, dass das Zeichen nicht die Totalität des Gegenstandes repräsentiert, sondern ihn –vermittels unterschiedlicher Abstraktionen– nur von einem bestimmten Gesichtspunkt aus oder im Hinblick auf einen bestimmten praktischen Zweck vertritt.» [Eco, Umberto: Zeichen. Einführung in einen Begriff und seine Geschichte. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag, 1977, S.  30-31] … “ | Aus: „ZEICHEN Signo“ (Linguistik) | http://www.hispanoteca.eu/Linguistik/z/ZEICHEN%20Signo%20-%20Deutsche%20Zitate.htm

lemon / 19 Mai 2020 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #44… ]

The Big Lebowski“ (Ethan und Joel Coen, 1998)

Yogurt Sundae #1 (07.05.2020): “ … Ich habe mich immer gefragt, ob die Gruppe ‚Autobahn‘ (mit ihrem Album ‚Nagelbett‘) in ‚The Big Lebowski‘ durch Kraftwerk inspiriert wurde – welch ein Mythos. In diesem Sinne: mach’s gut, Florian… „

usa_gangsterstratege #1.1 (07.05.2020): “ … Das haben Sie sich ernsthaft gefragt?! …“

Scheherazade_1001 #1.2 (07.05.2020): “ … war das eine autorhetorische Frage? …“

SpamBot #1.3 (07.05.2020): “ … „Die im Film gezeigte Techno-Pop-Platte Nagelbett einer deutschen Band namens Autobahn, bestehend aus den Nihilisten, ist eine Anspielung auf die Gruppe Kraftwerk, die insbesondere durch den Titel Autobahn von ihrem gleichnamigen Album aus dem Jahr 1974 auch in den USA bekannt wurde. Das fiktive Plattencover im Film ist angelehnt an die Optik des 1978 veröffentlichten Kraftwerk-Albums Die Mensch-Maschine, das die Musiker ebenfalls in markanten roten Hemden mit schwarzen Krawatten zeigte.“ … https://de.wikipedia.org/wiki/The_Big_Lebowski …“

Eagle58 #30 (07.05.2020): “ … Und ‚Ruckzuck‘ ist das Leben vorbei! Mach’s gut, Florian … „

Kommentare Zu: https://www.zeit.de/kultur/2020-05/florian-schneider-esleben-kraftwerk-tot (6. Mai 2020)

lemon / 7 Mai 2020 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Zwischen Lust und Melancholie #7… ]

Mado (R. Claude Sautet, FR 1976)

(SPON, 23.05.2007): “ … Tatsächlich hat sich Romy Schneider in ihren Filmen oft aus eigenem Antrieb und freien Stücken zur öffentlichen Frau gemacht, sich seelisch und körperlich entblößt. So bedrängte sie den Regisseur Claude Sautet, ihr 1976 in dem Film „Mado“ die kleine Nebenrolle einer depressiven Alkoholikerin zu geben. … Wie ihre Figur lag auch Romy Schneider damals oft tagelang im Bett, betäubt von Rotwein und Tabletten. … Sautets Kamera kann sich nicht lösen von ihrem betörenden Anblick … Wunderbar, dieses Lächeln, wenn sie zu seiner hohen Stirn blickt und leicht belustigt sagt: „Du verlierst deine Haare.“ Wenn sie den Kopf ganz tief senkt, um Piccoli von unten in die Augen zu blicken und sanft fragt: „Hast du großen Kummer?“ Allein Romy Schneider konnte Kraft und Verzweifelung, Ironie und Zärtlichkeit zu einem Ausdruck verbinden. Sie war eine Virtuosin der Gefühlsakkorde. …“ | https://www.spiegel.de/kultur/kino/romy-schneider-die-beruehrbare-a-484146.html

“ … „Mado“ beleuchtet einerseits die Auswirkungen der Wirtschaftskrise der 1970er Jahre auf die Arbeiter und Angestellten. Genauso wirft der Film ein Licht auf die dubiosen Machenschaften von Unternehmern im Zusammenhang mit Staatsbeamten. Es zeigt sich ein Geflecht aus Korruption und den daraus folgenden Insolvenzen. …“ | https://www.romy-schneider.de/romy-schneider-filme/mado

André Schneider (2. Februar 2018): “ … Die Idee zu diesem Film hatte Sautet vor allem einem kurzen Erlebnis, das sich während der Dreharbeiten zu einem seiner früheren Filme ereignete, zu verdanken: Auf dem Nachhauseweg von einem Außendreh wollte er mit einem Assistenten eine Abkürzung nehmen und wäre dabei um ein Haar in einen Fluss gefahren. In »Mado« wird dieser Episode reichlich Platz eingeräumt; sie übernimmt gleichsam die Schlüsselfunktion. Bei einer abendlichen Autofahrt bleibt eine ganze Gesellschaft über Nacht auf einem schlammigen Feldweg hängen. Michel Piccoli spielt in diesem Film eine seiner dankbarsten und großartigsten Rollen: Er verkörpert den Industriemakler Simon, der über sein bisheriges Leben und seine Karriere reflektiert. …“

Carl-heinrich Bock (8. Juni 2004): “ … Beeindruckend bei Sautet sind die tragischen Personen, ja häufig ein wahres Labyrinth von Personen, die er in verschiedenen Alltagsszenarien auftreten lässt. Er mischt dazu eine Portion von zärtlicher, tiefer Leidenschaft und emotionaler Intelligenz. Er lässt Figuren in seinen Filmen auftreten, die einem bekannt vorkommen … Und häufig fallen seine Filme wie auch bei „Mado“ in eine „schmeichelnde, samtene Dunkelheit“. …“

lemon / 3 Mai 2020 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #54… ]

Friedrich Merz (11. Juni 2019): “ … Deutschland geht es gut. Wir leben in einem der schönsten und wohlhabendsten Länder der Welt. … “ | Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-04/wirtschaftspolitik-deutschland-wohlstand-soziale-gerechtigkeit-demokratie-kapitalismuskritik/komplettansicht
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Grafik via Matthias Schnetzer (Ökonom in der Abteilung Wirtschaftswissenschaften und Statistik der Arbeiterkammer Wien) https://twitter.com/matschnetzer/status/1248203924894613504
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Georg Diez (10. April 2020): “ … Die Corona-Krise legt gnadenlos die Schwächen unseres kapitalistischen Systems offen. … Schon werden die ersten Forderungen laut, Steuersenkungen, Abschwächung der Klimaziele, und in den Parteizentralen, Lobbyorganisationen und Industrieverbänden laufen die Beratungen. Das Ziel ist es, ein System zu stabilisieren, das wesentlich auf den klimazerstörenden Kohlekapitalismus setzt und auf Wachstum als Antwort auf die sozialen Fragen – was in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten allerdings zu immer größerer Ungleichheit in den westlichen Gesellschaften geführt hat. Auch das zeigt sich nun in der Krise, die diejenigen, die eh schon prekär leben, härter trifft als andere. … In einem Text in Wired nannte Laurie Penny den späten Kapitalismus, dessen offensichtlichste Krise wir gerade erleben, einen „Todeskult“. … “ |https://www.zeit.de/kultur/2020-04/neoliberalismus-krisen-kapitalismus-coronavirus-politik/komplettansicht

nano846a (10.04.2020): “ … „Es muss also ein systemisches Umdenken geben.“ – Ein frommer Wunsch. Was wird nach der Krise passieren, nachdem die Wirtschaft am Boden, die Staaten hoch verschuldet sind?
Gnadenloser Kampf um Marktanteile, Staaten werden erstmal massive Sparprogramme einfahren und ein paar Krisenvorsorgeprogramme für die Zukunft. Business as usual, nur ein Stück härter. Und die Gesellschaft: Erstmal aufatmen nach den massiven Beschränkungen der Krise, Konsum, Events, Mobilität. …“

Arthur Philipp Dent #99 (11.04.2020): “ … Das wesentliche Problem, welches Corona aufdeckt, ist die Plünderung der Reichtümer durch eine Kaste von Investoren, Finanzindustrie, Großkonzernen, deren Lobby und die Politik dazu. Dabei hat die Umverteilung von unten nach oben System. Menschen, die mit mehreren Jobs in prekären Verhältnissen leben, um zum Beispiel die Miete der von Finanzinvestoren übernommen Wohnung bezahlen zu können, die durch gentrifizierung weltweit systematisch den Wohnungsmarkt in unglaubliche Höhen schrauben. Ebenso Bauern, die Subventionen erhalten um zu überleben, weil für Milch nicht genug bezahlt wird, die Gewinnspanne im Supermarkt stimmt und die Lebensmittelindustrie verdient prächtig. Die Gewinne gehen an die Investoren. Geht es irgendwo auf der Welt 3 Cent billiger zieht die Produktion dort hin. … [Es] gibt es eine gewaltige Akkumulation von Kapital bei einigen wenigen, die es weltweit verschieben, wo es gerade günstiger ist. Jetzt zeigt sich allerdings, dass die Systemrelevanz auf der unteren Ebene liegt, dort wo die Gesellschaft am laufen gehalten wird. … Dass sich nach Corona etwas ändert, ist zu bezweifeln, man wird schnell vergessen. … „

lemon / 11 April 2020 / Daten.PolitixMicro, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Visual.Notes / 0 Comments

[Unmaßgebliche Augenblicke #1 … ]

Ein neuer Tag. 6 Uhr. Langsam zu sich kommen. Der zweite Becher Kaffee war ohne Milch. Rasur, Socken, Schuhe, alte Jacke. Auf dem Klapperrad sitzend, landen ein paar kühle Regentropfen im Gesicht. Morgendämmerung an der Kieler Förde. Lastenkräne mit orangenen Signallampen über der matschigen Baustelle. Hier wird gebaut. Hier stehen zugleich die Zelte des Circus Royal, wo es kurz nach Pferdeäpfeln von Circuspferden duftet und das Rad über die provisorische Stromleitung holpernd übersetzt. Das Vorderrad erreicht die Klappbrücke. Der Uhrenwürfel an der Kaistrasse zeigt Punkt 8 Uhr.
Im Sophienhof sitzt wieder Chruschtschow. Sein Gesichtsausdruck, seine behäbige zugleich kraftvolle Körpersprache, lässt meine Gehirn, still und ohne Beteiligung von bewußtem Willen, seinen Namen ausspucken. Gehe ich an ihm vorbei, denke ich an die Archivaufnahmen von 1960 in denen Nikita Chruschtschow mit einem Schuh auf einen Konferenztisch hämmerte. Mit einem großen Hörgerät sitzt er im Mittelgang. Mal ist er ganz allein, mal sitzt er mit befreundeten oder unbekannten Delegierten der UNO auf der roten Sitzgelegenheit und beobachtet Szenerie. Chruschtschow schaut ruhig in das Gemenge. Die Sitzgelegenheit ist wie eine Insel im Gewusel, die allen Menschen gut tut, die was mit den Knien haben und mal eine Pause brauchen.
Vorfreude mischt sich mit leiser hysterischer Angst. Die Übung heißt freundlich, aber nicht zu vulgär zu werden. Hingegeben zu sein, aber zugleich auch aus Tackt ein Stückweit unbeteiligt zu bleiben. Zwischen Alltagslärm und Kapitalismus, kommt es in der Eingangshalle an der Supermarktkasse zu einem temperierten Sirenengesang (Nymphenblick) der süchtig macht.
Der Bon, nein Danke, den brauch‘ ich nicht. Das Studentenfutter und eine Gemüsesaftflasche landen in der zerlebten Ledertasche, die an der Schulter durch den Lederriemen zerrt.
Im Kieler Hauptbahnhof steht schon der dauerredende Holländer am Bahnsteig. Einer aus der Menge, schlank gewachsen, immer sprechend, einem inneren Zwang nach in ständigem Wortschwall gefangen. Ob ihm jemand zuhört ist Schnuppe. Was mag es für eine Sprache sein, woher kommen die kräftigen Gesten, der Blick ins Ungefähre, die Lautäußerungen, die ihm unwillkührlich aus dem Munde fahren – ist es Niederländisch (ich weiß es nicht)?
Die Tür schließt sich mit Regionalbahn-typischer Warntonfolge. Auf den Schienen geht es über die Autobahnbrücke an der silbernen Müllverbrennungsanlage vorbei.

lemon / 20 Februar 2020 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kiel.Gaarden, Kiel.Refugium, Wortbrocken.Cafe / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #42… ]

John Michael Krois (‚ZUR DARSTELLUNG VON SYMBOLISCHEN UND SOZIALEN STRUKTUREN‘, 1999): “ … Cassirer schreibt in der Tat einen „klassischen“ Stil, aber er spricht nicht die Sprache des Rationalismus: „Vernunft“ gehört nicht zu seinen Begriffen; diese sei für ihn „vage und unbestimmt“ und nur dann sinnvoll, wenn man ihr die „differentia specifica“ hinzufügt [[https://de.wikipedia.org/wiki/Genus_proximum_et_differentia_specifica]]. Aus animal rationale [[“ Mit diesem Ausdruck hob Aristoteles die Fähigkeit des Menschen zu denken als die wesentliche, ihn vom Tier unterscheidende Eigenschaft des Menschen hervor.“] https://de.wikipedia.org/wiki/Animal_rationale] wird animal symbolicum [[ „Der Begriff animal symbolicum wurde von Ernst Cassirer geprägt. Der Begriff hebt die typisch menschliche Fähigkeit hervor, Symbole hervorzubringen und in einer Welt der Symbole zu denken und zu leben. “ ] https://de.wikipedia.org/wiki/Animal_symbolicum], statt Vernunft ist die Teilnahme an symbolischen Formen das Entscheidende am Menschen. Animal symbolicum ist und bleibt „a mythical animal“ und Mythos ist keine historische Wirklichkeit, sondern „a permanent element in human culture“. Jedoch ist das Symbolische – und nicht die Macht das Zentrum von Cassirers Kulturbetrachtungsweise. Deshalb kann er Kultur den Prozeß der menschlichen Selbstbefreiung nennen. Diese Behauptung basiert auf keiner inhaltlichen Anthropologie, weder auf einem Rousseauschen Vertrauen in eine allgemeine bonte naturelle der Menschen [[ Die natürliche Güte des Menschen (Rousseau) ]] noch auf einer Verehrung für die „höchsten Exemplare“ wie bei Nietzsche. In seinen letzten Schriften spricht er am deutlichsten seine Ansicht aus: das Symbol gewährt die Mittel für eine mögliche Befreiung von Angst, Unterdrückung und Unwissenheit, gleichwohl analysiert er ebenfalls im Spätwerk auch noch ganz andere Möglichkeiten. Albert Speer meinte in den Spandauer Tagebüchern, Cassirer habe in „The Myth of the State“ wo er die Theorie der technischen Instrumentalisierung des mythischen Denkens ausarbeitet, das Einmalige und Neue im dritten Reich richtig erkannt: die neu gefundene Möglichkeit der Auslöschung selbstverantwortlicher Persönlichkeiten, die Ausschaltung des rationalen Widerstands. Die Öffentlichkeit einer schriftlichen Gesellschaft, auch Radio und Film, können bedient werden, um mythische Formeln zu verbreiten und so zur wirkungsvollsten aller Herrschaftsmittel werden, denn so werden Menschen von innen durch ihre eigenen Phantasien und Emotionen gelenkt und nicht bloß von außen gesteuert.

… Der Unterschied zwischen Bourdieu und Cassirer liegt in ihren Auffassungen von dem, was Cassirer die „kritische Kräfte“ der Kultur nannte – ästhetische, ethische und intellektuelle. Wir finden ihn in Cassirers Behauptung, Kultur ist der Prozeß der menschlichen „Selbstbefreiung“. Cassirer begründet diese Behauptung mit seiner Symboltheorie, aber eine pauschale Formel dafür gibt er nicht, denn dieser Befreiungsprozeß sieht in jeder symbolischen Form anders aus. ln Bourdieus Soziologie der symbolischen Formen muß eine solche Behauptung unrealistisch sein, denn eine Befreiung aus Machtverhältnissen ist nur sehr bedingt, wenn überhaupt möglich. Cassirers Behauptung läuft Gefahr, das politische Feld ganz zu verlassen und in den Idealismus zurückzufallen. Man könnte Cassirers Symbolphilosophie als apolitisch bezeichnen, und so wäre die Grenze zu Bourdieus Auffassungen gezogen.

… im Gegensatz zu Cassirer sieht Bourdieu nicht einmal in der Kunst einen Bereich, in dem der Allgegenwärtigkeit von Machtverhältnissen zu entkommen wäre. Bourdieu lehnt die rein ästhetische Auffassung der Kunst zugunsten einer sozialkritischen ab.

… Für Cassirer ist Kunst symbolische Form, ein Ausdrucksphänomen und nur sekundär Gegenstand von Geschmacksurteilen. in der Kunst geht es zunächst weder um Genuß noch um Gefallen. Kunst ist eine Darstellung von Ausdruck in einer symbolischen Form. Kunst ist eine „Intensivierung und Illumination“ des Lebens [[„Beleuchtung hat einen rein praktischen Zweck: Man kann etwas sehen. Illumination erhebt sich über den reinen Zweck und wird zur Kunst“ ] Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Illumination_(Beleuchtung)]. In der Kunsterfahrung nehmen wir sinnliche Inhalte wahr, aber im Gegensatz zum praktischen Leben geht es nur um ihre Formen. Dadurch werden unsere Gefühle und Emotionen in der Kunsterfahrung fundamental verändert. In der Kunst haben wir zwar mit tragischen, komischen und lyrischen Inhalten zu tun, aber wir erleiden diese Inhalte als emotionale Zustände nicht, wir erleben eine befreiende Erleichterung von ihnen. Wir erleben „die ganze Skala des menschlichen Lebens“: „die kontinuierliche Oszillation zwischen all seinen Extremen – zwischen Freude und Trauer, Hoffnung und Angst, Jubel und Verzweiflung“. Diese Erweiterung der Gefühle würde im alltäglichen Leben unerträglich sein. Doch in dem Kunsterleben sind wir befreit von der Last: „Die Last der Emotionen wird uns von den Schultern genommen; was wir fühlen, sind ihre inneren Bewegungen, ihre Vibrationen und Oscillationen – ohne ihre Gravität, ihre unterdrückende Macht, ihr Gewicht und ihren Druck“. Kunst ist Katharsis, aber nicht einfach im Sinne einer psychologischen oder moralischen Reinigung der Gefühle. Kunst transformiert die Gefühle: wir fühlen, ohne zu leiden, wir erleben das Passivste an uns (unsere Gefühle) als etwas Aktives, indem wir ein Werk nachvollziehen. Wir erleben eine Befreiung von den Inhalten durch ihre symbolische Darstellung, die einen Gefühlsablauf anregt und gleichzeitig Distanz ermöglicht. …“

Aus: MITTEILUNGEN DES INSTITUTS FÜR WISSENSCHAFT UND KUNST 54. JAHRGANG 1999, NR. 2-3: „SYMBOL-STRUKTUR-KULTUR – Zur erkenntnistheoretischen Grundlegung der Sozial-und Kulturwissenschaften nach Ernst Cassirer, Claude Levi-Strauss und Pierre Bourdieu“ | Quelle: http://www.iwk.ac.at/wp-content/uploads/2014/06/Mitteilungen_1999_2-3_symbol_struktur_kultur.pdf

lemon / 15 Januar 2020 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #41… ]

“ … Der Zauber des Medialen betreibt und forciert ihr Spiel. … Momente der Störung, der Inversion, der Setzung von Hindernissen und Widersprüchen. Sie beinhalten eine Hemmung, ein Stocken. Kunst bedeutet deren Fortschreibung, deren Vervielfältigung und Multiplikation, denn sie erfindet ständig neue und andere Würfe und Gegenwürfe des ›Un-Sinns‹ …“ Aus: DIETER MERSCH „Absentia in Praesentia – Negative Medialität“ – „Christian Kiening (Hg.) – Mediale Gegenwärtigkeit (Band 1, Zürich, im Frühsommer 2007)“ | https://www.mediarep.org/bitstream/handle/doc/12651/Kiening_2007_Mediale_Gegenwaertigkeit_.pdf

“ … Der Österreichische Rundfunk verwendete für die Vereidigung der neuen Bundesregierung die Untertitel einer anderen Sendung … aus der dritten Folge der Telenovela Alisa – Folge deinem Herzen … [ Mit 27 Jahren muss Alisa Lenz wieder von vorne anfangen. Ihr letzter Freund hat sie nicht nur mit einer anderen Frau betrogen, sondern auf Alisas Namen auch noch einen Berg Schulden gemacht, den sie nun abzahlen muss. Doch davon will sich Alisa nicht unterkriegen lassen. Ihr Weg führt sie nach Schönroda zu ihrer Adoptivfamilie und der Möglichkeit, bei „Castellhoff Optische Werke“ in ihrem Beruf als Feinoptikerin zu arbeiten. Alisa war gerade einmal vier Jahre alt, als ihre Mutter über Nacht verschwand. Drei Jahre später wurde ihr Vater Opfer eines Verkehrsunfalls und starb. Auf dem Weg in ihr neues Leben begegnet Alisa durch Zufall Christian Castellhoff. Ein Blick in seine blauen Augen führt sie in Versuchung, der Liebe noch einmal eine Chance zu geben. … Quelle: https://www.fernsehserien.de/alisa-folge-deinem-herzen] „| via https://ze.tt/orf-untertitelt-die-vereidigung-der-oesterreichischen-regierung-irrtuemlich-mit-telenovela-text/ | https://threadreaderapp.com/thread/1214566156008181768.html

Stefan Brettl: “ … Gehaltserhöhung für den Untertitel Mitarbeiter! …“

Coursera: “ … Das ist Geschichte und gehört ins Museum der Republik …“

Nordwicht: “ … Das ist noch eine Klasse besser als die Neujahrsansprache von Kohl. [https://www.spiegel.de/geschichte/tv-panne-an-silvester-a-947439.html] …“

Sofa King Wee Todd Ed : “ … der ORF gewinnt neues Ansehen in meinen Augen. ..“

Kommentare zu: https://www.derstandard.de/story/2000113023872/orf-entschuldigt-sich-fuer-abwicklungsfehler-tvthek-untertitel-sorgten-bei-angelobung

PTT (08.01.2020, 15:14 Uhr): “ … Die Geburt einer neuen Kunstform! …“ | https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/regierungsvereidigung-mit-falschen-untertiteln-hoffentlich-haelt-die-strumpfhose/25400044.html

lemon / 9 Januar 2020 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #40… ]

… Im Zirkus der Neo-Autokraten ... in einer Kultur der Bilder, Images und Ikonen Entertainer, Filmstars, Darsteller, Reality-TVMünchhausen-Biografie als ErfolgsgeschichteRealitätsverlust das Illusionsspiel, der Irrwisch

“ … Angesichts der aggressiv vorgebrachten Willkür und exzessiven Gewalt, lässt sich König Ubu nur mit Abstrichen als optimistische Feier der „fröhlichen Relativität einer jeden Ordnung“ (Bachtin) lesen. Vielmehr haben wir es in diesem Stück mit einer permanenten wechselseitigen Durchdringung von Komik, Tragik und Groteske zu tun, die durchaus nicht einer sozialkritischen Komponente entbehrt und dem Leser/Zuschauer das Lachen häufig im Halse stecken bleiben lässt. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig_Ubu (2. Oktober 2019)

Torsten Körner (06.01.2020): “ … Im Zirkus der Neo-Autokraten, die uns deshalb an Clowns erinnern, weil ihre Masken der Einfalt so lächerlich wirken im Angesicht der vielfältigen Herausforderungen, spielt Donald Trump eine besondere Rolle. // [ Einschub: [ … Donald Trump … [der] nach Zählung der Washington Post schon mehr als 15 000 Lügen und irreführende Behauptungen in die Welt gesetzt hat, seit er im Amt ist. … >> https://www.washingtonpost.com/politics/2019/12/16/president-trump-has-made-false-or-misleading-claims-over-days/ ] ] // Natürlich ist man versucht, den Phänotyp Trump als Clown zu klassifizieren. Sein Joker-Grinsen, sein Karotten-Teint, seine stets zu langen, aggressiv flammenden Krawatten, die bizarren Fragmente einer Frisur, die Buffo-Silhouette, er ist ein Comic, eine Karikatur. Aber ist nicht das bereits Teil seines Erfolges? In einer Kultur der Bilder, Images und Ikonen hat es Trump geschafft, als Bildbotschaft wahrgenommen zu werden. Seine Sprache ist kurz, laut, sie erbricht Ausrufezeichen, er ist das Emoji für Wut und Zorn im Oval Office, er ist der Panzerknacker im Weißen Haus. Der US-Autor Kurt Andersen bezeichnet Donald Trump in seiner Studie „Fantasyland“ als „Ausgeburt des illusorisch-industriellen Komplexes“. In einer Nation, die aus Lügen und Fiktionen hervorgegangen ist, deren Mentalität von radikalem Individualismus und extremer Religiosität geprägt wurde, und in einem Land, das Hollywood und Disneyland geschaffen hat, ist Donald Trump als Showman die perfekte Verkörperung einer Kultur, die primär nicht mehr auf Fakten, sondern auf Fantasy setzt. Da, so Andersen, Amerikas Geschichte einen „500-jährigen Realitätsverlust“ darstelle, könne Trump seine Münchhausen-Biografie als Erfolgsgeschichte verkaufen, weil es einen kollektiven Willen zur eigenen Wahrheit gebe, zum eigenen Wahn, zur Verwechslung von Realität und Einbildung.
Dass es nicht 500 Jahre Realitätsverlust braucht, um einen Komödianten zum Präsidenten zu machen, zeigten die Ukrainer, als sie im Frühjahr 2019 den Fernsehstar Wolodymyr Selenskyj zu ihrem Hoffnungsträger wählten. In einem Telefongespräch mit Donald Trump schmeichelte Selenskyj dem Amerikaner, er sei ein „großer Lehrer“ für ihn gewesen. Man könnte meinen, Selenskyj, dessen Programm bislang vage bleibt, habe Trumps politischen Karriereweg radikalisiert. Während Trump eine lange Biografie als Entertainer, Filmstar und Darsteller im Reality-TV vorweisen konnte, reichte Selenskyj eine Fernsehserie, um Realität und Fiktion auszutauschen. … Der Clownspolitiker suggeriert dem staunenden Publikum, er selbst sei der Moment, auf den es ankomme. … “ | https://www.tagesspiegel.de/politik/trump-johnson-selenskyj-bolsonaro-und-co-wir-leben-imzeitalter-der-clown-politiker/25388252.html / https://www.deutschlandfunk.de/politik-als-manege-das-zeitalter-der-clowns.1184.de.html?dram:article_id=463935

Offenbach-am-Meer 06.01.2020, 21:48 Uhr: “ … Ich finde diesen Beitrag inhaltlich falsch. Ein echter Clown steht immer in Interaktion mit seiner Umwelt. Bewusst spiegelt er deren Schwächen und kollektive Stereotypen, er führt dem Publikum eigene Unzulänglichkeiten auf eine Weise vor Augen, dass es ihm nicht übel genommen werden kann. Echte Clowns beherrschen die Kunst, dass die Zuschauer letztendlich über sich selbst lachen, ohne es zunächst zu merken. Dabei schwingt in der Clownerie immer etwas Melancholie mit, die verhindert, dass aus dem Lachen ein Auslachen wird, dieses Spiel beherrschten ein Charles Chaplin, ein Jacques Tati perfekt: Sie brachten ihr Publikum zwar zum Lachen, lösten aber auch Empathie aus und brachten ihr Publikum dazu, eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Anders ein Trump, ein Grillo, ein Johnson und wie sie alle heißen: Hier geht es meiner bescheidenen Meinung nach um nichts von alledem, sondern um die reine aggressiv-verbissene Selbstdarstellung von Narzisten. Die Interaktion mit dem Publikum ist bei ihnen reduziert auf das reine Beifallspenden. Es geht ihnen ganz alleine nur um sich selbst, das unterscheidet sie von echten Clowns. Und das unterscheidet sie auch von einem Brutal-Clown wie Coluche: Der wusste, wann es genug war mit brachialer Provokation, genau wie der literarische Eulenspiegel, verbeugte sich vor dem Publikum, dem das Lachen im Hals stecken blieb, und nahm seinen Hut. …“

haphazard 06.01.2020, 20:33 Uhr: “ … Der Vergleich der im Artikel genannten Machthaber mit Killer-Clowns ist alles andere als abwegig, aber dennoch insgesamt noch zu harmlos. … Sicherlich aber handelt es sich bei allen um machtgeile, skrupellose Männer mit einer narzisstischen Störung. Großartige Aussichten für das weitere Zusammenleben auf diesem Planeten. …“

fluechter 05.01.2020, 20:09 Uhr – Antwort auf den Beitrag von ach 05.01.2020, 16:17 Uhr: “ … Sicherlich war auch Adolf Hitler als Österreicher ein „Ausländer“, gewählt wurde er ja nun einmal zum Reichskanzler der Deutschen. Hitler ist eine historische Vorlage für einen „Clown-Politiker“, wie ein Zirkuspferd wurde er anfangs belächelt, man lud ihn ein in die höchsten Kreise, wo man nach immer neuen Formen der Unterhaltung suchte und Adolf Hitler, dieser kleine Mann mit den seltsamen Haaren, der krähenden Stimme und den wirren Ideen bot diesen Unterhaltungswert. Hitler brauchte aber Unterstützer, bevor er Macht gewinnen konnte beim breiten Publikum, er brauchte Förderer, die ihm halfen, sich propagandawirksam als eine bizarre Herrscherfigur zu inszenieren, als eine Art cineastische Erlöserfigur für ein vom ersten Weltkrieg und den Weimarer Jahren gebeuteltes und enttäuschtes „Volk“. Adolf Hitler und der Propagandaapparat des Joseph Goebbels sind vielleicht die Vorlage für die heutigen „Clown-Politiker“, die Ziele mögen andere sein, die politischen Programme ebenso, aber das Illusionsspiel, der Irrwisch, die Verführungsmasche, die ist doch ähnlich, meine ich. Und jeder Clown-Politiker braucht auch heute eine sehr, sehr große Werbetrommel, sonst läuft das alles ja auch nicht. …“

kommentr 05.01.2020, 19:45 Uhr: “ … In unserer Bundesregierung sehe ich auch so einige Clowns und Clowninnnen. …“

Kaypakkaya 06.01.2020, 20:39 Uhr: Antwort auf den Beitrag von kommentr 05.01.2020, 19:45 Uhr: “ … Gewiß! Nur sind die nicht lustig. …“

Nachtrag #1:

via https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2017/09/how-america-lost-its-mind/534231/

Nachtrag #2:
“ … Reality tunnel is a theory that, with a subconscious set of mental filters formed from beliefs and experiences, every individual interprets the same world differently, hence „Truth is in the eye of the beholder“. … The idea does not necessarily imply that there is no objective truth; rather that our access to it is mediated through our senses, experience, conditioning, prior beliefs, and other non-objective factors. The implied individual world each person occupies is said to be their reality tunnel. The term can also apply to groups of people united by beliefs: we can speak of the fundamentalist Christian reality tunnel or the ontological naturalist reality tunnel. A parallel can be seen in the psychological concept of confirmation bias—the human tendency to notice and assign significance to observations that confirm existing beliefs, while filtering out or rationalizing away observations that do not fit with prior beliefs and expectations. This helps to explain why reality tunnels are usually transparent to their inhabitants. … For Robert Anton Wilson, a fully functioning human ought to be aware of their reality tunnel, and be able to keep it flexible enough to accommodate, and to some degree empathize with, different reality tunnels, different „game rules“, different cultures …. Constructivist thinking is the exercise of metacognition to become aware of our reality tunnels or labyrinths and the elements that „program“ them. Constructivist thinking should, ideally, decrease the chance that we will confuse our map of the world with the actual world…. [This philosophy] is currently expressed in many Eastern consciousness-exploration techniques. …“ | https://en.wikipedia.org/wiki/Reality_tunnel (27.07.2019)

lemon / 7 Januar 2020 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Momente & Realitätskerne #2 … ]

Gelöster Loser (12/2019): “ … Unvergessen ein Gespräch mit meiner sechsjährigen Tochter, die währenddessen zweifelnd zur neunjährigen Schwester rüberschielte welche den „ich erklär dir nachher wie es wirklich ist“-Blick aufsetzte. Ab da war mir klar, dass Eltern als Welterklärer bei den jüngeren Kindern absolut keine Chance haben. …“ | Kommentar zu: https://www.derstandard.at/story/2000111949198/geschwister-sie-lieben-und-sie-hassen-sich (9. Dezember 2019)

lemon / 10 Dezember 2019 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Momente & Realitätskerne #1 … ]

muetzenfalterin (02.12.2019): “ … Die Unsicherheit bei uns allen, wenn jemand in der Bahn sitzt, der offensichtlich den Verstand verloren hat. Meine Hemmungen, darüber zu schreiben. … , damit wir weiter funktionieren können, packen unser Leben handlich ein, in Träume und Angst. Eine stille, schüchterne Flucht. Vor dem Leben. Aber mehr noch vor sich selbst. …“ | Quelle: https://muetzenfalterin.wordpress.com/2019/12/02/21-5/


Kontext / Memo / Nachtrag #1

“ … Metakognitionen umfassen zum einen das Wissen und zum anderen auch die Kontrolle (Überwachung und Selbstregulierung) über die eigenen Kognitionen. … [Daneben gibt es] Eine einfache, grundlegende Form, das sogenannte Kernbewusstsein, … das Wesen des Kernbewusstseins ist das Gefühl von sich selbst, als individuellem Wesen. …“ | Textfraktal zu: https://de.wikipedia.org/wiki/Metakognition (6. September 2019)

lemon / 5 Dezember 2019 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo / 0 Comments

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