[Mythen meiner Kindheit #9… ]



// (… ‚Vater und Sohn‘ Bücher flogen oft in meinem Kinderzimmer umher – und ich wusste lange Zeit nichts über das Schicksal des Autors…)

Nachtrag / Kontext (1) // Christian Schröder (04.07.2001): “ … „Ich schlief, als Vater starb“, hat Christian Ohser später erzählt. Christian ist der Sohn von Erich Ohser, und wenn man alte Fotos von ihm sieht, lässt sich eine frappierende Ähnlichkeit mit dem Co-Helden der Bildgeschichten nicht bestreiten: dieselbe Stupsnase, derselbe Wuschelkopf. Er war 13, als der Vater seinem Leben ein Ende setzte, und lag mit Diphterie im Bett. … Das Werk seines Vaters hat ihn nie losgelassen. „Ich habe Chinesen getroffen“, sagte er, „die mir erzählten, dass sie ihre Kinder nach den Vater-und-Sohn-Büchern erziehen.“ … In Düsseldorf ist Christian Ohser jetzt an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Er wurde 69 Jahre alt und blieb doch ein Leben lang Kind: als Sohn aus den Bildgeschichten, die jeder kennt. …“ | https://www.tagesspiegel.de/kultur/der-sohn-des-zeichners-e-o-plauen-christian-ohser-ist-tot-das-vaterkind/238960.html

Nachtrag / Kontext (2) // Peter Pisa (17.06.2014): “ … Hier liebt ein Vater seinen Sohn, sie sind ein zärtliches, verspieltes Team gegen Dummheit, Fantasielosigkeit, Unmenschlichkeit. Sie halten zusammen, selbst wenn es „die da oben“ – Lehrer, Parkwächter, Polizisten – auf sie abgesehen haben. … Er wurde denunziert, Goebbels selbst gab dem „Volksgerichtshof“-Präsidenten den Befehl zum Todesurteil. Erich Ohser erhängte sich 1944 vor dem Prozess in seiner Zelle. Er war 41. Sein Sohn war damals 13. … Auf ihrem Grabstein ist eine Zeichnung aus der 192. und letzten Geschichte eingraviert: Vater und Sohn halten einander an der Hand und verlassen die Welt. …“ | https://kurier.at/kultur/erich-ohser-hinter-vater-und-sohn/70.670.958 — // https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Ohser

lemonhorse / 26 November 2018 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel, Visual.Notes / 0 Comments

[Irrationalismus und das Romantische Erbe #4 … ]


(Ginsberg, Leary, Lilly, 1991)

“ … In the province of the mind, what one believes to be true is true or becomes true, within certain limits to be found experientially and experimentally. These limits are further beliefs to be transcended. In the mind, there are no limits … In the province of connected minds, what the network believes to be true, either is true or becomes true within certain limits to be found experientially and experimentally. These limits are further beliefs to be transcended. In the network’s mind there are no limits. …“ From: John C. Lilly: „The Human Biocomputer“ (1974) | https://en.wikiquote.org/wiki/John_C._Lilly

“ … Schleiermacher wendet sich an die Gebildeten, die zwar unangenehm weltverhaftet sind, aber sicherlich in der Lage, mit ihm den „beschwerlichen Weg“ ins Innere des Menschen zu gehen. Denn Religion ist im Menschen angelegt und gehört einer eigenen „Provinz im Gemüthe“ an. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cber_die_Religion._Reden_an_die_Gebildeten_unter_ihren_Ver%C3%A4chtern (‚Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern‘, 24. April 2018)

Martin Teske (21.11.2018): “ … Religion sei nicht Moral und Lehre, sondern Anschauung und Gefühl, ein „heiliger Instinkt“, die „zarteste Blume der Phantasie“. Das mystische Einswerden mit dem Universum, sagt er, ist der heilige Moment der Religion. Es ist ein durch und durch romantischer Ansatz, mit dem Schleiermacher aufgeklärten Denkern begegnet. Er sucht sozusagen nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner mit den Verächtern, er nimmt Religion in Schutz vor allem, was nicht zu ihr gehört. … Religion lebe nicht im Denken und Handeln, sondern in Anschauung und Gefühl des Universums. … Jeder sei auf seine Weise religiös, erfasse immer nur eine ganz bestimmte Perspektive ein- und derselben Religion. Religion sei als „edle Anlage“ in jedem Menschen begründet. Dass Schleiermacher mit dieser Beschreibung – eine Definition kann man das alles nicht nennen – nicht gerade Zustimmung in der Amtskirche findet, versteht sich von selbst. … Schleiermacher will sogar zugeben, „dass eine Religion ohne Gott besser sein kann, als eine andre mit Gott“. Der jugendliche Heißsporn – Schleiermacher ist gerade gut 30 Jahre alt, als er die „Reden“ schreibt …“ | https://www.tagesspiegel.de/wissen/zum-250-geburtstag-von-friedrich-schleiermacher-romantiker-der-religion/23662064.html

“ … Zum „Schleiermacher-Fest“ 1868 erschien eine Karikatur „Was man jetzt in Berlin unter Schleier-Macher versteht“, welche die Verschleierung der Vernunft mit dem Gewande der Orthodoxie zeigt. Auch Friedrich Wilhelm Joseph Schelling sparte 1799 nicht an „Widerporstigkeit“ vor allem gegen die Reden, aber auch den Tenor einer an Fichte, Goethe und Spinoza orientierten Religionsphilosophie und deren Popularisierung überhaupt: „Zwar, als sie sprachen davon so trutzig, Wurd ich eine Weile stutzig, las, als ob ich was verstehen könnt, Darum so Reden als Fragment.“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schleiermacher

lemonhorse / 22 November 2018 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Der tragische Wahrheitsbegriff… ]

“ … Der „tragische Wahrheitsbegriff“ [(Nietzsche)] sei an der Kunst orientiert: „Es ist die Wahrheit der Kunst, den Schein als Schein zu schaffen und in seinem Scheinsein zu vergegenwärtigen. ‚Schein‘ sei im ontologischen Begriff die Aussage, die den Möglichkeitscharakter des Daseins bewahrt. „Das Dasein der ‚Tierheit‘, aus der wir ‚für gewöhnlich‘ nicht herauskommen, ist ‚sinnlos‘, während die Erlösung in der ‚metaphysischen Bedeutsamkeit‘ besteht. Der Gegensatz von Tierheit und Erlösung zum höheren Selbst ist der von ‚metaphysischer Bewußtlosigkeit‘ und Selbstbewußtsein. Dieser Gegensatz verweise erneut auf den Gegensatz von Konvention und Intuition. … Das Faszinierende der ästhetischen Produktion ist [], dass sie – wie Subjektkonstruktionen übrigens auch – nicht wie die Wissenschaft auf Verallgemeinerungen angewiesen ist. … “ | Aus: »Ich kratz ihr die Augen aus« – Phantasmen einer Welt ohne den Anderen – Bildungsprozesstheoretische Lektüren nach Jacques Lacan – Wissenschaftliche Hausarbeit von Tim Schmidt (2010) | Quelle: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5809/pdf/Dissertation.pdf

lemonhorse / 14 November 2018 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #69 … ]

Joeph Roth über den Film „Unter den Dächern von Paris“ (Frankfurter Zeitung, 28.Oktober 1930): “ … Sie fällt! Sie liebt, sie tanzt, man würfelt um sie … Heute lässt sie sich erobern und morgen lediglich gewinnen. In ihrer schönen kleinen Brust sind ihres Zufalls Sterne. …“

Unter den Dächern von Paris (1929)
https://de.wikipedia.org/wiki/Unter_den_D%C3%A4chern_von_Paris

Rene Clair – Sous les toits de Paris 1930 VOS (Pola Illéry)
-> https://www.youtube.com/watch?v=Hzq7N9_Irt4

lemonhorse / 11 Oktober 2018 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #20… ]

Terry Gilliam (77) [26.9.2018]: “ … Ich sehe diesen Unterschied zwischen Realem und Imaginärem nicht, für mich sind das zwei Kräfte, die permanent umeinander herum tanzen. Die Beziehung zwischen den beiden ist doch, worum es in Don Quixote geht. Da der Träumer, der Fantastiker, der Wahnsinnige, dort der Pragmatiker in Person Sanchos. Es geht nicht um eine Person, sondern um die Beziehung der beiden. … Wenn man die Absurdität nicht akzeptiert, hat man unter Garantie ein erbärmliches Leben. …“ | https://derstandard.at/2000088072233/Ex-Monty-Python-Mitglied-Terry-Gilliam-Wir-leben-in-der

Adam Kowalski #30: “ … Man stelle sich nur vor, heute würde jemand einen Film drehen, in dem Burgen mit Kühen beschossen oder Kaninchen von heiligen Handgranaten in die Luft gejagt werden. …“ | https://www.zeit.de/kultur/film/2018-09/terry-gilliam-interview-comedian-satire-politische-korrektheit?cid=22392373#cid-22392373

Zeitabzuhauen #63: „… [‚Wir leben heute in einer Ära der Heuchelei. Die Wahrheit ist nichts mehr wert. Orwell pur, George wäre so zufrieden. Schwarz ist weiß, unten ist oben. … Ich weiß eigentlich nicht mehr, was die Leute denken. Alles, was ich je getan habe, war eine Reaktion auf die Welt. Heute würde ich nicht mehr wissen, wo ich beginnen soll.‘] Terry, ich hab dich lieb. Echt. Dieser Mann hat mir mit TIME BANDITS, BRAZIL, 12 MONKEYS und anderen noch viel schrägeren Filmen früh die Augen geöffnet, wo diese bekloppte Menschheit mal hingehen könnte. Und siehe da: Hier sind wir jetzt! …“ | https://www.zeit.de/kultur/film/2018-09/terry-gilliam-interview-comedian-satire-politische-korrektheit?cid=22393947#cid-22393947

lemonhorse / 26 September 2018 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Übrigens, so nebenbei #1 … ]


Bild via http://voodoo-verlag.com/?page_id=69 (‚La Paloma – Das Jahrhundert-Lied‘)

„… [Albers’ größter musikalischer Erfolg war seine für Große Freiheit Nr. 7 aufgenommene, mit einem deutschsprachigen Text von Helmut Käutner versehene Version des alten südamerikanischen Liedes La Paloma.] … Hans Albers wurde als Sohn des Schlachtermeisters Philipp Albers (genannt „Schöner Wilhelm“) und dessen Frau Johanna Dorothea, geborene Rathjen, in der Langen Reihe 71 in Hamburg-St. Georg als jüngstes von sechs Kindern geboren. … Nach der Machtübernahme durch die NSDAP drängte man ihn zur Trennung von seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Hansi Burg, die Tochter seines jüdischen Mentors Eugen Burg. Nach einiger Zeit gab Albers nach und trennte sich offiziell von ihr, lebte jedoch weiter mit ihr am Starnberger See. Dort besaß er seit 1933 in Garatshausen bei Tutzing eine Villa mit einem 27.000 m² großen Grundstück. … Zu den Nationalsozialisten hatte Hans Albers einerseits ein sehr distanziertes Verhältnis: Er zeigte sich nie an der Seite hochrangiger NSDAP-Funktionäre und verzichtete auf die Entgegennahme eines Schauspielpreises aus der Hand von Joseph Goebbels. Dennoch war er bei Goebbels als Publikumsmagnet sehr geschätzt und konnte daher sehr hohe Gagen fordern und erhalten und wurde auf dessen Gottbegnadeten-Liste geführt. … Sein letzter Film Kein Engel ist so rein kam 1960 in die Kinos. Er schließt mit dem von Hans Albers gesprochenen Satz: „Das ist das Ende“. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Albers (19. September 2018) — // ‚Hans Albers: Leinwand und Privatleben‘ – Eine Dokumentation von Dagmar Wittmers aus dem Jahre 2005, die nicht nur das künstlerische Schaffen von Hans Albers bespricht, sondern auch sein Privatleben eingehend beleuchtet. –> https://www.youtube.com/watch?v=wVZ1Xw1UXy8

“ … [Theo] Lingen spielte 1929 in Frankfurt am Main den Herrn Macheath in der zweiten Inszenierung von Brechts Die Dreigroschenoper. Er wurde daraufhin nach Berlin geholt, um die Rolle auch in der noch immer mit großem Erfolg laufenden Ur-Inszenierung zu übernehmen. Der Filmregisseur Fritz Lang war von Lingens Qualitäten ebenfalls überzeugt: In M (1931) und Das Testament des Dr. Mabuse (1933) beeindruckte Lingen in ernsten Rollen. Dem breiten Publikum wurde Theo Lingen jedoch vor allem als Filmkomiker bekannt. … Da seine Frau jüdischer Herkunft war und er daher bei den Nationalsozialisten als „jüdisch versippt“ galt, was normalerweise einem Berufsverbot gleichkam, spielte Lingen mit dem Gedanken, ins Exil zu gehen. Aber dank seiner Popularität erhielt er eine Sondergenehmigung und konnte weiter auftreten. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Theo_Lingen (22. September 2018)

“ … In der Zeit des Nationalsozialismus weigerte sich [Hans] Moser, einer Scheidung von seiner jüdischen Frau zuzustimmen. 1939 musste sie nach Ungarn emigrieren, Mosers Tochter, die bereits verheiratet war, wanderte nach Argentinien aus. Nur aufgrund seiner Popularität konnte Moser trotz seiner Ehe weiterhin als Filmschauspieler in deutschen Filmen tätig sein. … Entgegen der häufigen Vermutung leitet sich der Ausdruck „mosern“ bzw. „rummosern“ nicht von Hans Moser ab, sondern von dem jiddischen bzw. rotwelschen gleichbedeutenden „mossern“ (Im wienerischen Sprachgebrauch ist der Ausdruck „mosern“ übrigens kaum gebräuchlich, hier heißt es stattdessen „raunzen“). …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Moser (8. September 2018)

lemonhorse / 25 September 2018 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Kriegsschauplätze #34… ]

n-tv.de, Freitag, 21. September 2018: “ … Berlin (dpa) – Die Bundesregierung hat mehrere Waffenexporte an drei arabische Länder genehmigt, die am Jemen-Krieg beteiligt sind. … Der Krieg hat zu einer der schlimmsten humanitären Katastrophen weltweit geführt. …“ | https://www.n-tv.de/ticker/Waffenexporte-an-Jemen-Kriegsallianz-genehmigt-article20634391.html

Lorenz Hemicker (21.09.2018): “ … Die Bundesregierung sieht laut dem Magazin „Der Spiegel“ derzeit keine Möglichkeit, die Rüstungslieferungen im Falle von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Staaten zu stoppen. In beiden Fällen handele es sich um Komponenten von Rüstungsgütern internationaler Konsortien. Zudem kämen die Lieferungen nicht im Jemen zum Einsatz. …“ | http://www.faz.net/aktuell/politik/jemen-deutschland-liefert-neue-ruestungsgueter-an-saudis-15799549.html

Rückblende & Doppelbild | Kurt Krolop (1971): “ … Es ist keineswegs so, daß der Herausgeber der „Fackel“ […] die gesellschaftlichen Hintergründe und ökonomischen Voraussetzungen des imperialistischen Krieges nicht erfasst hätte. Er hat vielmehr früher und klarer als die meisten seiner Zeitgenossen nicht nur gewußt, sondern auch öffentlich gesagt, daß dieser Krieg eine „Auseinandersetzung moderner Mordindustrien“ sei, Ausdruck einer systemimmanenten ökonomischen Notwendigkeit, „Absatzgebiete in Schlachtfelder zu verwandeln, damit aus diesen wieder Absatzgebiete werden“. Aber seine kulturkritische Diagnose und kultursatierische Demonstration erschöpfte sich weder in der Einsicht, daß der imperialistische Krieg eine ordinäre „Handelsrauferei“ war, noch in der Feststellung, daß er nichts mehr von einem ritterlichen „Raufhandel“ an sich hatte; sie führte ihn vielmehr vor allem auf das Phänomen, daß die bewußte und unbewußte Lüge einer heroischen Phraseologie … Dem Satieriker, dem „Nörgler“, unter diesem Namen tritt Karl Kraus selbst in den „Letzten Tagen der Menschheit“ auf, bleibt die traurige Gewissheit von der Phantasiearmut, Unbelehrbarkeit und Vergesslichkeit einer Welt, die imstande sein wird auch die entsetzlichsten Massenschlächtereien als „Vergangenheit“ zu „bewältigen“, aus dem Kriegszustand zum Status quo der Kriegsbereitschaft zurückzukehren: „Nein, der Seele bleibt keine Narbe zurück. Der Menschheit wird die Kugel bei einem Ohr hinein und beim anderen herausgegangen sein.“ … “ | Aus: Karl Kraus – Vor der Walpurgisnacht – Auswahl 1925-33, Kap. „Dichtung und Satire bei Karl Kraus“ von Kurt Krolop (Seite 676-677) [Ausgabe von 1971]

lemonhorse / 22 September 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Sprechakt, UFO’s und das ungeheure Weltganze #2]

Ist die ganze UFOlogie nicht vielleicht eine technische Religion, die uns das beruhigende Gefühl vermittelt, nicht allein und verlassen im Universum zu leben? fragte der Schüler Freuds und Psychoanalytiker Carl Gustav Jung schon in den 50er Jahren. // [Aus: „Himmelsobjekte der Sehnsucht UFOs üben auch auf den modernen Menschen eine große Anziehung aus“ Autor: Martin Koch (12.08.1995)]

Martin Holland (11.09.2018): „Rätselhafte Radioblitze: KI findet 72 Fast Radio Bursts“ – Noch ist nicht klar, was hinter den mysteriösen Fast Radio Bursts steckt: Eine KI hat Astronomen nun unter die Arme gegriffen und Dutzende Signale gefunden. … Die Blitze könnten etwa bei der Verschmelzung zweier Neutronensterne entstehen oder von massereichen Schwarzen Löchern erzeugt werden. Einer Hypothese zufolge könnten sie aber auch auf einen Antrieb für interstellare Reisen hinweisen. … In den dabei gesammelten 400 Terabyte an Daten fanden die Forscher demnach mit ihren etablierten Methoden 21 neue Ausbrüche. Danach setzten sie nach aber noch einen extra dafür selbstentwickelten Algorithmus auf die Daten an. Der fand demnach 72 weitere Ausbrüche, die die Forscher nicht gefunden hatten, womit nun insgesamt über 300 Radioblitze von FRB 121102 bekannt sind. Dabei wurde keine Regelmäßigkeit gefunden, zumindest keine deren Periodizität auf Mustern beruht, die länger sind als 10 Millisekunden. Unabhängig ob der Ursprung natürlich oder künstlich ist, helfe die Forschung aber bei der rasch fortschreitenden Erkundung des Universums, erklären die Forscher. …“ | https://www.heise.de/newsticker/meldung/Raetselhafte-Radioblitze-KI-findet-72-Fast-Radio-Bursts-4161960.html // —> https://www.heise.de/newsticker/meldung/Astronomie-Mysterioese-Radioblitze-koennten-ausserirdische-Raumschiffe-antreiben-3649246.html

Ulriko (11.09.2018 19:02): “ … könnten sie auf einen Antrieb für interstellare Reisen hinweisen … Bei dem Antrieb könnte es sich um den von Prof. Douglas Adams postulierten Unwahrscheinlichkeitsantrieb handeln. Einer anderen Hypothese zufolge könnten die Blitze auch von Zeitreiseereignissen, Sonnentransmittern, künstlichen Wurmlöchern oder interstellaren Kriegen verursacht sein. Große Aufmerksamkeit hat jüngst aber eine weitere Theorie erhalten, welche die Blitze auf große Schmiedeereignisse in Münzwerkstätten zurückführt, in denen Triganische Pu hergestellt werden. …“ | https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Raetselhafte-Radioblitze-KI-findet-72-Fast-Radio-Bursts/koennten-sie-auf-einen-Antrieb-fuer-interstellare-Reisen-hinweisen/posting-33058537/show/

stephen-falken (11.09.2018 19:21): “ … Re: Der Antrieb ist der unendliche Unwahrscheinlichkeitsantrieb. Endliche Unwahrscheinlichkeit wird doch nur dazu benutzt um Unterwäsche auf Partys zu verschieben. Wer es nicht glaubt der kann es nachlesen. Kein Panik, in den Büchern von Douglas Adams. Wenn es aber der Antrieb wäre, dann durchfliegen die Ausserirdischen ja jeden Punkt des Universums gleichzeitig. Könnten also mal wirklich so nett sein und mal kurz aussteigen und den armen doofen Menschen von der Erde das mit den FRBs zu erklären [https://de.wikipedia.org/wiki/Fast_Radio_Burst]. Alles Assis, diese Außerirdischen. Musste mal gesagt werden. …“

Ulriko (11.09.2018 21:20): “ … Re: … könnten sie auf einen Antrieb für interstellare Reisen hinweisen
bgks schrieb am 11.09.2018 21:11: Prof. Douglas Adams *räusper* Douglas Adams, B.A.
In einem Paralleluniversum ist er Professor. Ich schwör! Dort hat er allerdings nicht seinen berühmten Roman geschrieben, sondern den Unwahrscheinlichkeitsantrieb erfunden. In echt. Daher hatte er dort zum Schreiben keine Zeit. …“

gbkom (12.09.2018 07:36): “ … Re: … könnten sie auf einen Antrieb für interstellare Reisen hinweisen
Ich glaube nicht, dass Douglas Adams dahinter steckt. Das ist Dr. Zefram Cochrane [Doktor Zefram Cochrane ist ein Wissenschaftler aus dem 21. Jahrhundert. Er ist ein Erfinder des Warpantriebs.], der sich beim ersten Test mit der Phönix in Zeit und Raum völlig verflogen hat und nun in dieser Zwerggalaxie festhängt. Ursache war vermutlich der Kater vom Abschiedsfest. Seine Versuche, wieder zur Erde zu kommen, deuten wir als FRB 121102. Auf Vulkan wird man diese Bursts auch wahrgenommen haben, doch die Entfernung ist einfach zu groß, um ein Forschungsschiff dort hin zu schicken. Wir sollten am Startplatz in Bozeman (Montana) eine Edelstahlplatte mit einer eingravierten Warnung an Cochrane aufstellen, damit er 2063 den Fehler nicht wiederholt. …“

Lochkarte (12.09.2018 10:54): “ … Triganische Pu? – Könnte sein. Wahrscheinlicher erscheint mir aber, dass sie dort ihre Kryptowährungen minen. Irgendwann steigt eben der Energieverbrauch dafür so stark, dass nur noch ein schwarzes Loch als Energiequelle ausreicht. ..“

tbc

lemonhorse / 12 September 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #17… ]

Joseph Joubert „Es steckt oft mehr Geist und Scharfsinn in einem Irrtum als in einer Entdeckung.“ – Gedanken, Versuche und Maximen // Roman Bucheli (5.7.2018): “ … Erst 1838, vierzehn Jahre nach Jouberts Tod, erlaubte dessen Witwe Chateaubriand, eine Auswahl der Fragmente für einen kleinen Kreis von Freunden herauszubringen. Weitere hundert Jahre dauerte es, bis 1938 erstmals Jouberts sämtliche Journale in einer Ausgabe erschienen, welche die Hinterlassenschaft authentisch abbildete und nicht nur eine thematisch sortierte Blütenlese präsentierte. Nun erst entdeckte man die Ausmasse dieser über Jahrzehnte geführten intimen Chronik. Rund 1300 eng bedruckte Seiten dokumentieren den Tumult des Denkens. … Das Journal ist ihm nicht Rückzugsort, es bietet ihm den Resonanzraum, den er braucht für sein Abenteuer des Denkens: «Diese Gedanken, die uns plötzlich kommen und die noch nicht uns gehören.» … Natürlich kann die Ausgabe diesem überwältigend disparaten Werk in keiner Weise gerecht werden. Und natürlich erscheint Joubert hier als Aphoristiker, der er nicht war. Trotzdem vermittelt die Auswahl eine Vorstellung von der unerschöpflichen, unerschrockenen Sprunghaftigkeit dieses Denkens, dem nichts fremd und nichts zu trivial ist, das sich an allem ausprobiert, was sich ihm entgegenstellt. Joubert glättet das Durcheinander nicht, weil das unordentliche Denken doch stets die Regel und die Ordnung nicht die Ausnahme, vielmehr meist nur schöner Schein ist. Die eine oder andere Sottise [Unsinn, Dummheit, Quatsch, Albernheit, Affront, Grobheit] blitzt dann auch in diesem somnambulen Chaos auf: «Voltaire hat Schlittschuhe. Er gleitet elegant über die Oberflächen. – Er sieht den Grund, stösst aber nicht zu ihm durch.» ….“ Quelle: https://www.nzz.ch/feuilleton/die-grosse-kunst-kein-buch-zu-schreiben-aus-joseph-jouberts-notizen-ld.1400533

Gerald Heidegger (12.11.2015): “ … Alles fällt bei Barthes schließlich in Lacans Konzept vom Imaginären zusammen – also jenem System, in dem Selbstbild, Selbstidentifikation, aber auch Verkennung und Täuschung liegen sowie Phantasma und Begehren. Die Art, wie Barthes seine Zeichentheorie immer in Bereichen von halluzinatorischer Subjektivität stranden lässt, wird ihn nie ganz im wissenschaftlichen Feld heimisch machen … Barthes richtet den Blick auf Begehren und Phantasma auf der einen Seite und auf Bedeutungszusammenhänge von Alltäglichkeit auf der anderen. „Barthes“, so schreibt seine Biografin Tiphaine Samoyault, […] kombiniere das „Phantasma mit einer ethnografischen Absicht: Auch bei ihm überschwemmt die Beschreibung des Alltäglichen das formale Projekt. Sie entspringt einer Vorliebe für das Nahe, für das banale Ereignis (…) und wird verstärkt durch sein Interesse (…), wie Menschen ihre Umgebung erobern, indem sie ihr Sinn geben.“ Barthes schaut etwa auf Details der Kleidung und liest diese als spezielles Zeichensystem: Alltäglichkeit unterminiere das Verhältnis zwischen bedeutend und unbedeutend … In seinen Analysen zur Sprache der Mode oder der Werbung erscheint Barthes zeitweilig wie ein europäischer Weggefährte eines Herbert Marshall McLuhan und seinen Aufschlüsselungen zu den Ordnungen des elektrischen Zeitalters, wie es etwa in der „Mechanischen Braut“ unternommen wird. … Barthes, der beharrliche Arbeiter und kultivierte Müßiggänger, hatte es nach dem Essen mit Jack Lang und Mitterand an dem späten März-Mittag eilige. Für seine nächste Lehrveranstaltung über Proust und die Fotografie wollte er einen Projektor organisieren. Möglicherweise ließ sich Barthes von seinen Ideen und Sätzen wegtragen, als er beim Überqueren der Rue des Ecoles von einem Lieferwagen niedergefahren wurde. Ein Monat nach dem Unfall starb Barthes an den Folgen innerer Verletzungen, die er bei diesem Unfall erlitten hatte. …“ | https://orf.at/stories/2308564/2308590/

Ulrich Rüdenauer (13.04.2005): “ … Brinkmann … „Keiner weiß mehr“ erscheint 1968 und gewährt einen geradezu obszön offenen Blick aufs eigene Ich, eine akribische, besessene Bestandsaufnahme eines falschen Lebens im falschen. … Am 23. April 1975, gerade 35 Jahre alt, wird er beim Überqueren einer Straße in London von einem Auto überfahren. Er stirbt noch an der Unfallstelle. … „…die Plakate, Bauzäune und Verbote machen weiter, die Fahrstühle machen weiter, die Häuserwände machen weiter, die Innenstadt macht weiter, die Vorstädte machen weiter.“ …“ | https://www.deutschlandfunk.de/der-grosse-aussenseiter.700.de.html?dram:article_id=82244

lemonhorse / 16 August 2018 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #14… ]

Medusa (Franz von Stuck um 1892)

// Franz von Stuck (1863 – 1928)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Stuck

“ …[Medusa tötet. Wer es wagt, ihr ins Gesicht zu schauen und ihrem Blick zu begegnen, erstarrt zu Stein.] … Als Gorgoneion bezeichnet man das von Perseus der Gorgone Medusa abgeschlagene Haupt, daher auch Gorgonenhaupt oder Medusenhaupt genannt … Als Unheil abwehrendes magisches Schutz- und Schreckmittel (Apotropaion / Schreckbild) schmückt es mannigfach Waffen aller Art, Wagen, Schiffe, Pferdeschmuck, Städtemauern, Amulette, Gewänder, Möbel, Sarkophage usw. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Gorgoneion (4. Januar 2018)

— // “ … In „Der Saal“ behauptete der grichiche Autor Lukian von Samosata aus dem 2. Jahrhundert, es sei nicht der Blick der Gorgo oder irgendein Zauber gewesen, der den Betrachter in Stein verwandelt hätte, sondern ihre Schönheit […] Es gibt [in der Psychoanalyse den Ansatz, demzufolge] der schreckenerregende und destruktive Blick der Medusa die Sinnlosigkeit des Lebens offenbart. Um dieser Sinnlosigkeit – der „Medusa Wahrheit“ – zu entgehen, geben wir uns der lüge hin. Eine Figur in Jack Londons Roman „The Mutiny of Elsinore“ (1914) formuliert es so:

Der elementarste Instinkt des Menschen ist der Kampf gegen die Wahrheit; das heißt gegen die Realität. Von Kindesbeinen an weicht er den Tatsachen aus. Sein leben ist eine ständige Ausflucht. Was ihn am Leben hält, sind Wunder, Chimären, das Morgen. Er nährt sich von Fiktion und Mythos. [..] Der Mensch […] sieht sich zu ständiger Ausflucht genötigt und sucht sie in der Hoffnung, im Glauben, im Märchen, in der Kunst, in Gott, im Sozialismus, in der Unsterblichkeit, im Alkohol, in der Liebe. Von der Medusa-Wahrheit appelliert er an die Maya-Lüge [Illusion]

[…] Wer schaut, kontrolliert die Welt der spezifischen Szene. Wenn jedoch der Schauende beim Schauen von einem anderen angeschaut wird, dann wird er nicht nur zu einem Wesen An – und Für-sich, sondern zu einem verdinglichten Selbst für den anderen. In diesem Fall unterscheidet sich das Selbst, das dem Empfänger des Blicks gehört, von dem Selbst, das von dem anderen gesehen wird, und wie Hazel Barnes in „The Look of the Gorgon“ (1974) erklärt: „Der Blick des anderen offenbart mir, dass ich nicht allein in der Welt bin.“ Das mag in sich stimmig sein, bis mir klar wird, dass jetzt „die Welt nicht mehr meine Welt ist.“ – Kurz gesagt, der Blick des anderen kann „meine eigene, frei organisierte Welt“ verneinen und mich daher „permanent auf ein hartes, steinartiges Objekt reduzieren“. Die einzige Lösung für dieses Problem besteht darin, die eigene Existenz zu behaupten, indem man die sich selbst definierende Entscheidung trifft, den Anderen anzuschauen und damit [all] das zu neutralisieren, was vom lebensverneinenden Blick der Gorgo symbolisiert wird. Dies ist aus Sicht der Existenzialisten die einzig mögliche Rolle des entfremdeten Individuums der Post-Romantik. … Marx, Nietzsche, Freud, Jung, Satre – entkleideten den Medusa-Mythos seiner Magie, seines Aberglaubens … Für Nietzsche war der Kampf zwischen dem apollinischen und dem dionysischen Prinzip Realität. Für Freud und Jung waren die Macht des Unbewussten und der inneren Dämonen genauso real wie die Patienten auf ihrer Couch. …“ | Aus: Medusa – Die schreckliche Schöne“ David Leeming (Wagenbach, 2016) // —

Perseus and Phineas (Carracci and Domenichino – 1597 / 1604-1606), Rome | via

lemonhorse / 14 Juli 2018 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo / 0 Comments

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