Kategorie: Cinema.Exposure

[Der abwesende Blick #12 … ]


Michel Piccoli in „Die Dinge des Lebens“ Claude Sautet (1970)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Dinge_des_Lebens

“ … François Truffaut nannte ihn [Claude Sautet] den „französischsten aller Regisseure“. Das mag damit zu tun haben, dass das Bistro in Claude Sautets Filmen eine wichtige Rolle spielt. Es wird gemeinschaftlich getrunken und gegessen, viel geraucht, Auto gefahren und es geht meist – die wohl gängigste Assoziation zum französischen Kino – um die Möglichkeiten der Liebe. … Seine melancholischen „Porträts in Bewegung“ sind frei von Urteilsüberlegenheit. Claude Sautet zeigt empathisch das Unlebendige des vermeintlich gesicherten Bürgerlebens und sieht den zaghaften Ausbruchsversuchen mit einer Art zärtlicher Trauer zu. Nüchtern, mit großer Zurückhaltung und ohne Psychologisierung folgt er unprätentiös dem Schicksal seiner Figuren, die sich in Gefühlen und Beziehungen verstricken. Teils mit komödiantischer Ironie erzählen die Filme unsentimental von verpassten Gelegenheiten, nicht gewagten Gefühlen, Versuchen der Selbstfindung, von Liebesbeziehungen die enden und anfangen. Einsamkeit wird häufig kontrastiert mit der oberflächlichen Wärme von Gruppen und öffentlichen Orten. Erzählungswürdige Handlung gibt es dabei kaum, vielmehr geht es um das Sichtbarmachen von Gefühlen, Nuancen, Blicke, Gesten, das Alltägliche, die Dinge des Lebens. …“ (Michael Althen –> https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Althen) | Quelle: https://www.kunstkulturquartier.de/filmhaus/programm/schwerpunkte/claude-sautet


[Bild im Bild #27… ]


Barton Fink ist ein Film der Coen-Brüder aus dem Jahr 1991
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Brandon Kiziloz: (2019): “ … Die Figur Fink ist […] widersprüchlich und gegensätzlich […] die moderne Gesellschaft mit ihrem Widerspruch zwischen der Bereitstellung von Sozialleistungen und sozialistischer Politik in einem kapitalistischen Umfeld wird passend gespiegelt. …“ | https://brandonkfilms.wordpress.com/2019/06/01/barton-fink-the-demonisation-of-the-working-class/
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Dieter Wunderlich: “ … Der vielschichtige Film [„Barton Fink“] kreist um die Dichotomien Kunst und Wirklichkeit, Realität und Illusion. …“ | Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Coen-Barton-Fink.htm
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Johannes Binotto: „… Dass die Skala der menschlichen Dummheit nach oben offen ist, belegen die Filme der Brüder Joel (*1954) und Ethan (*1957) Coen immer wieder. Beim Besuch in ihrem Universum der Loser, die das Unheil magisch anziehen, schwankt das Publikum zwischen Mitleid und Entsetzen – bis schliesslich das Vergnügen obsiegt. Das teuflisch raffinierte Werk des Brüderpaars, das vor Anspielungen auf alle Sparten der Populärkultur strotzt, hat das US-Kino der letzten 25 Jahre mit farbenfroher Schwärze überzogen. …“ | Quelle: https://www.filmpodium.ch/reihen-details/53940/the-coen-brothers
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“ … Männer, die – ausgehend von ihren unreflektierten Wünschen und Begierden – durch ihre Fehlhandlungen ihr Scheitern selbst herbeiführen – und uns als Zuschauer in eine vermeintlich überlegene Position bringen, bis sich „der wissende Blick auf das Geschehen in das Gefühl verwandelt, den Überblick zu verlieren. Die Lacher werden kürzer und häufiger abgelöst von Phasen der Verwirrung. Am Ende lacht man fast nur noch aus Verwirrung.“ […] Es ist Konsens des Bandes [Gerhard Schneider / Peter Bär (Hg.): Die Coen-Brüder im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie Band 11. Psychosozial-Verlag, Gießen 2014, 161 Seiten, ISBN-13: 9783837923735], dass die Coen-Brüder uns zu einem entdeckenden Blick auf unsere Welt einladen und dass es sich lohnt, beidem zugleich nachzugehen, nämlich [sich in] den Film [hineinzudenken] und in [sich] selbst hineinzublicken. …“ | Ulrich Bahrke „Filme vom Scheitern der Männer“ (2014?) | https://www.cinema-quadrat.de/fileadmin/downloads/publikationen/schriftenreihe-band-11-coen-rezension.pdf

[Zum Wahn der Liebe #107 … ]

L’été dernier („Der letzte Sommer“, internationaler Titel Last Summer) – ein französischer Spielfilm von Catherine Breillat aus dem Jahr 2023.
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Das Verlangen entsteht im Kopf – Catherine Breillat“ (12. Februar 2024): “ …

Michael Ranze: […] in Ihren Filmen [geht es] hauptsächlich um weibliche Begierde, um weibliche Sexualität, um weibliche Sehnsucht.

Breillat: Das stimmt. Es geht aber auch immer um die Grauzonen des Gefühls oder der Begierde. Es geht um die unklaren Zonen. …

Michael Ranze: … Haben Sie bewusst Tabus verletzen wollen? …

Breillat: … Im Film wird alles, was mit Sexualität zu tun hat, quasi an den Pornofilm relegiert. Dort soll sie aufgehoben sein. Im Spielfilm spielt die Sexualität des Menschen keine Rolle. Im Porno haben wir Sex ohne Seele, Haut ohne Seele, Geschlechtsteile ohne Seele. Im Spielfilm fehlt dieser Aspekt der menschlichen Identität, die zu uns gehört. Es ist eine Verpflichtung, diese beiden Bereiche wieder zu versöhnen und den Menschen in seiner Komplexität, in jeglichem Aspekt der Sexualität, zu erfassen und darzustellen. … Wir werden in der Gesellschaft eigentlich zweigeteilt. Es wird zwischen Kopf und Unterleib unterschieden. … Körper und Kopf sind aber unteilbar. … der Konflikt [ist]: Man will etwas nicht, aber die Gefühle kommen einem in die Quere. …

…“ | https://www.filmdienst.de/artikel/64580/interview-catherine-breillat-im-letzten-sommer

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Ekkehard Knörer (7.5.2024): “ … Catherine Breillat … ist keine Romantikerin. Sie sieht das Begehren, von Frauen, von Männern, als gewaltige, aber nicht als freundliche Macht. …“ | https://taz.de/Film-von-Catherine-Breillat/!6008282/ https://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_Breillat
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Bert Rebhandl (13.01.2024): “ … Breillat öffnete das französische Kino für ein Begehren, von dem das Bürgertum nichts wissen wollte, auf das die Libertinage der Privilegierten eher herabschauen würde. Auch in ihrem neuen Film geht es nicht zuletzt um Klassenverhältnisse, die sich in ein Patchwork einschreiben. … Catherine Breillat hebt schließlich nicht so sehr den moralischen Skandal hervor, sondern interessiert sich vor allem für einen Aspekt, der auch in den vielen MeToo-Angelegenheiten entscheidend ist: Wie geht man vor, wenn Aussage gegen Aussage steht? Was ist Wahrheit, wer hat die Macht, seine Version durchzusetzen? … “ | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/catherine-breillats-film-im-letzten-sommer-im-kino-19443034.html
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Jens Hinrichsen (12.01.2024): “ … Es sind Fragen wie Nadelstiche, die Anne (Léa Drucker) ihrer jungen Mandantin stellt. Mit wie vielen Jungs sie schon geschlafen habe, will die Anwältin von der Verängstigten wissen, die sie in einer Vergewaltigungsklage vertritt. Der Anwalt des Täters werde sie als „Schlampe“ hinstellen wollen, erklärt Anne. Sie verlangt jetzt schonungslose Offenheit. … Als Anwältin will sie peinlich genau informiert sein. [Zuletzt] erfährt sie am eigenen Leib, wie grausam-entblößend sich das anfühlt. … „Im letzten Sommer“ [ist] nicht zuletzt ein Film über die Scham, das abgründigste aller Gefühle. …“ | https://www.tagesspiegel.de/kultur/catherine-breillats-film-im-letzten-sommer-die-scham-und-andere-dinge-des-lebens-11040556.html

[Fellini #38… ]

Fellini, 1973 (Photo: Mimmo Cattarinich)
// “ … Manche Verehrer behaupten, Federico Fellinis Hauptwerk sei Fellini selbst. …“ | via

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“ … Der magische Realismus stellt die Verschmelzung von realer Wirklichkeit (greifbar, sichtbar, rational) und magischer Realität (Halluzinationen, Träume) dar. Er ist eine „dritte Realität“, eine Synthese aus den uns geläufigen Wirklichkeiten. … Magischer Realismus kann als eine Untergattung der Phantastik gelten. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Magischer_Realismus
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“ … “This was a world apart,” writes Kezich, “lush nature, colors and mystery, where antique dialects blended into often incomprehensible phonetic patterns where people practiced old-fashioned crafts, where vagabonds and gypsies wandered — a world that simmered in Federico’s citified imagination.” Fellini’s “magical realism” Italian-style … When Italian critics did eventually strike out into this foreign terrain, “many were surprised to find that the La Strada director had already cut the path through fables and magical realism,” writes Kezich. … One can only imagine how Fellini would recreate Meloni’s Italy, with Amarcord as the historical backdrop to his twenty-first-century fantasy. …“ | From: Anne Colamosca: „In Postwar Italy, Artists Revolutionized Culture“ (04.12.2024) | https://jacobin.com/2024/04/postwar-italy-culture-anti-fascism

// [„Das war eine Welt für sich“, schreibt Kezich, „üppige Natur, Farben und Geheimnisse, wo antike Dialekte zu oft unverständlichen phonetischen Mustern verschmolzen, wo Menschen altmodische Handwerke ausübten, wo Vagabunden und Zigeuner umherzogen – eine Welt, die in Federicos städtischer Fantasie brodelte.“ .“ Fellinis „magischer Realismus“ im italienischen Stil … Als italienische Kritiker schließlich dieses fremde Terrain betraten, „waren viele überrascht, als sie feststellten, dass der Regisseur von „La Strada“ bereits den Weg durch Fabeln und magischen Realismus geebnet hatte“, schreibt Kezich. … Man kann sich nur vorstellen, wie Fellini Melonis Italien nachbilden würde, mit „Amarcord“ (1973) als historischem Hintergrund für seine Fantasie aus dem 21. Jahrhundert. …“] //

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Nachtrag / Kontext #1:

Dominik Straub aus Rom (25.4.2024): “ … Am 25. April feiert Italien alljährlich die Befreiung des Landes vom Nazifaschismus durch die Partisanen und die Alliierten. Dass Postfaschistin Meloni damit ihre liebe Mühe hat, liegt in der Natur der Sache. Die italienische Regierungschefin wünscht sich zwar – wie auch die meisten ihrer Parteifreunde – die Diktatur nicht zurück. Aber die von ihr mitgegründete Partei Fratelli d’Italia hat ihre ideologischen Wurzeln nun einmal in dem von Duce-Anhängern nach dem Krieg gegründeten Movimento Sociale Italiano (MSI). Meloni hat ihre gesamte politische Karriere in diesem Dunstkreis verbracht. Und deshalb bringt sie das Wort „Antifaschismus“ einfach nicht über ihre Lippen. Das wurde ihr schon vor einem Jahr, bei ihrem ersten „Tag der Befreiung“ als Regierungschefin, von der Opposition angekreidet. Letztlich ist der 25. April in Italien 79 Jahre nach Kriegsende eine „festa divisiva“ geblieben – ein Feiertag, der das Land mehr teilt, statt es zu einen. Das liegt in erster Linie daran, dass die Rechte die jüngere Geschichte des eigenen Landes nie wirklich aufgearbeitet hat und die Verbrechen des Mussolini-Regimes bis heute verharmlost oder den deutschen Verbündeten zuschreibt. Auch in der Pflichtschule wird der Faschismus nur am Rande behandelt. Melonis psychologisches Problem besteht darin, dass sie von – tatsächlichen oder auch nur selbsternannten – Antifaschisten immer als Faschistin beschimpft wurde und wird. Der Antifaschismus ist deshalb für sie ein rotes Tuch. Das macht sie zwar nicht zur Faschistin, aber zur „Anti-Antifaschistin“, wie der Corriere della Sera unlängst schrieb. …“ | https://www.derstandard.at/story/3000000217290/giorgia-melonis-aerger-mit-antifaschistischem-tag-der-befreiung-in-italien
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wolkenberg1010: “ … Das Wort, das sie nicht aussprechen will – Faschismus-Experte Antonio Scurati gegen Regierungschefin Giorgia Meloni: Die Rede zum Tag der Befreiung im Wortlaut, die der Schriftsteller nicht im italienischen Fernsehen halten durfte [„Der 1969 geborene Mailänder Schriftsteller Antonio Scurati, Autor eines viel beachteten Romanzyklus über Mussolini, sollte am Samstagabend bei Rai 3 eine Rede im Vorgriff auf den 25. April vortragen, den Tag der Befreiung. An diesem Datum gedenkt Italien der bewaffneten Aufstände, die den Vormarsch der Alliierten erleichterten und so letztlich zur Befreiung von den nationalsozialistischen Besatzern führten. Scuratis Auftritt wurde von den Verantwortlichen kurzfristig abgesagt, in Italien tobt seitdem eine Debatte über Zensur. Hier die Rede im Wortlaut.“]: –> https://archive.ph/3twqz#selection-679.0-679.188 (Antonio Scurati: „Das Wort, das sie nicht aussprechen will“, 22. April 2024) …“

// https://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Scurati

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #72… ]

The Zone of Interest
// („Das Interessengebiet“, Spielfilm von Jonathan Glazer aus dem Jahr 2023)

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Tim Caspar Boehme (21.5.2023): “ … „Interessengebiet“ war im Nationalsozialismus die Bezeichnung für das Sperrgebiet des Lagerkomplexes Auschwitz. Den Ausdruck wählte der am Freitag verstorbene britische Schriftsteller Martin Amis ebenfalls für seinen Roman von 2014, „The Zone of Interest“. … Das „Interessengebiet“ bleibt den ganzen Film über unsichtbar …“ | https://taz.de/Filmfestspiele-in-Cannes-2023/!5933158/

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Silke Wünsch (06.03.2024): “ … Christian Friedel „Wenn ich jetzt sehe, in was für Zeiten wir leben, wie relevant der Film ist, bin ich glücklich, dass wir ihn gemacht haben.“ …“ | https://www.dw.com/de/oscarpr%C3%A4miert-the-zone-of-interest-der-sound-des-grauens/a-68451838

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Harald Stutte (10.03.2024): “ … „Meine Familie hatte es in Auschwitz gut. Meine Frau hatte ihr Blumenparadies. …“, so Höß in seinen Memoiren, die er später in polnischer Haft kurz vor seiner Hinrichtung verfasste. … Das eisige Schweigen der Familie Höß über die monströsen Taten des Auschwitz-Kommandanten – erst nach Hedwigs Tod brach es allmählich. [1964 musste Hedwig Höß im Auschwitz-Prozess als Zeugin aussagen. Die zu diesem Zeitpunkt 57-Jährige soll dabei selten konkrete Aussagen gemacht haben und meist mit Phrasen wie „Ich kann es nicht sagen“ oder „Namen sagen mir nichts“ geantwortet haben.] … “ | https://www.rnd.de/panorama/the-zone-of-interest-wer-war-hedwig-hoess-die-koenigin-von-auschwitz-SWMRLW244JCSTASJI6Y7F7BEM4.html

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Tomer Dotan-Dreyfus (13.03.2024): “ … Die Familie Höß strebte nach Erfolg. Sobald ihre Mitglieder das, was gesellschaftlich als Erfolg bestimmt wurde, erreichten, waren sie sehr stolz. Stolz, ein weiteres deutsches Wort, das hier eine Rolle spielt. Die Suche, die zu einer Sehnsucht und irgendwann zu einer Sucht wird, nach etwas, worauf man stolz sein kann, erfordert in erster Linie Konformität mit einem System, das sehr deutlich macht, was Erfolg und was Misserfolg ist, wer ein guter Bürger ist und wer ein schlechter, wer stolz sein kann und wer sich schämen muss. … Das Streben nach Erfolg ist eine völlig menschliche Eigenschaft, aber der Erfolgsbegriff der Bourgeoisie hat ihre kopernikanische Wende noch nicht vollzogen: Erfolg in diesem Sinn wird als natürlich-feststehend und nicht als politisch-dynamisch wahrgenommen. Angeblich gibt es bestimmte, feststehende Dinge, die man tun kann, die diesen Erfolg natürlicherweise mitbringen, während Erfolgsanforderungen tatsächlich Gegenstand politischer Gestaltung sind, die das menschliche Erfolgsstreben für sich zu nutzen weiß. Die Autoindustrie zeigt, wie Erfolg darin besteht, ein großes teures Auto zu besitzen; im Kapitalismus besteht er darin, Geld zu haben, reich zu werden, vieles kaufen zu können. In NS-Deutschland wurde die Welt umorganisiert, damit das, was als Erfolg wahrgenommen wurde, die systematischen Mordfabriken Deutschlands ignorieren konnte – und musste. Die Familie Höß war, wie viele Deutsche zu dieser Zeit, gemäß dieser Definition von Erfolg, erfolgreich. … Auf dem Filmplakat von »Zone of Interest« sieht man das Haus mit dem Garten und die Mauer. Hinter der Mauer ist ein schwarzes Nichts. … Jeder soll für sich entscheiden, ob ein Begriff von Erinnern, der ein großes schwarzes Nichts in unserem Verständnis der Welt fordert, ihm oder ihr passt. …“ | Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1180588.vergessenheitskultur-oscar-gewinner-the-zone-of-interest-so-aktuell-wie-moeglich.html

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Finn Zappel (09.03.2024): “ … Die Familie Höß … genießt die Idylle an der Oberfläche in Gedankenlosigkeit … [die] … Figur Rudolf Höß [illustriert] …. eindrücklich das, was die Theoretikerin Hannah Arendt mit der „Banalität des Bösen“ meinte. … Eichmann [https://de.wikipedia.org/wiki/Eichmann_in_Jerusalem] etwa plädierte seinerzeit auf „nicht schuldig“, da er seines Erachtens nichts mit dem Tod der Juden zu tun gehabt habe: „Ich habe nie einen Juden getötet, aber ich habe auch keinen Nichtjuden getötet – ich habe überhaupt keinen Menschen getötet“, äußerte er sich in einem der Verhöre, deren Aufzeichnung Jochen von Lang verschriftlicht hat. … Der Zuschauer von „The Zone of Interest“ hat ebenfalls nicht den Eindruck, dass Höß aus einem tiefen Hass oder dergleichen handelt. Beide haben „keine bösen Wurzeln“, wie es Arendt in ihrem späteren Werk „Vom Leben des Geistes“ beschreibt. Ihr Handeln charakterisiert sich also durch reine Oberflächlichkeit. Sie „funktionieren“ in einem totalitären System und streben danach, ihre zugeteilte Aufgabe „gut“ zu erledigen: „Das ist so, wie der Führer gesagt hat, dass wir leben sollen“, sagt Höß‘ Frau Hedwig. … Arendt […] schafft mit ihrer Banalität des Bösen eine neue Definition: Nicht im inneren Denken (oder falschen Denken), sondern in der Abwesenheit des Denkens, im bloßen äußeren Mitmachen, liegt der Grund für das Böse. Höß … Interesse reduziert sich auf die Ausführung des Befehls in der „Judensache“. Das schreckliche Ausmaß seiner Tat kann er in seiner Gedankenlosigkeit nicht fassen. … „Hörst du das?“ fragt Höß seinen Begleiter. Er meint dabei nicht die Schreie [aus dem KZ], sondern das Geräusch eines Vogels: „Ein Rohrdommel. Gehört zur Familie der Reiher. Ein eurasischer Graureiher“. Auch die das Lager „verschönernden“ Fliederbüsche liegen ihm sehr am Herzen: „SS-Mitglieder haben beim Abschneiden der Zweige darauf zu achten, dass der Busch keinen Schaden nimmt.“ … Seine Gedankentiefe gegenüber der Natur steht im starken Gegensatz zu seiner Gedankenlosigkeit gegenüber den Menschen im Lager. Er ist eine Figur voller menschlicher Widersprüche. Der Film macht es seinen Zuschauern nicht einfach … “ | https://www.lto.de/recht/feuilleton/f/rezension-film-zone-of-interest-holocaust-auschwitz-konzentrationslager-ns-verbrecher/

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Andreas Kilb (28.02.2024): “ … In Cannes, … haben einige Kritiker dem Film seinen Mangel an Storytelling vorgeworfen. Aber genau das ist der Punkt an Glazers Film: Er malt keine Geschichte aus, sondern eine Welt. …“ | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/the-zone-of-interest-mit-sandra-hueller-und-christian-friedel-neu-im-kino-19549669.html

[RWF #20… ]


Lola (BRD-Trilogie) – Rainer Werner Fassbinder (1981)
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Ian Penman (Jun 22, 2023): “ … They didn’t like him because he was out, loud, outspoken, clever, willful, paradoxical, explosive. If he had just produced one careful, tasteful arthouse masterpiece every five years or so, no matter its subject matter or supposed politics (something like “Death in Venice” or “Teorema,” say) it would have been far more acceptable; but he went at it like a one-man revolution. If there is a thread that links the films (and the hurt, abused, doomed characters that people them: from Ali to Fox to Elvira to Veronika), it’s the feeling that there is something badly wrong with the state of post-war Germany. … There is no obvious takeaway moral. …“ | https://thereader.mitpress.mit.edu/fassbinder-himself-an-essay-in-fragments/
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“ … Fassbinder – RWF – was an artist whose work once had a “huge and axis-shifting effect” on Penman as a young cinephile. Now, in his early 60s, the fan wonders exactly why he was so enthralled by the film-maker. Straight off, he made the mistake, he says, of trying to rewatch the oeuvre in lockdown: Fassbinder films are about the very last thing you need during an enforced isolation. Berlin Alexanderplatz, his “iconic” TV series, was “especially hard going”. (Funnily enough, I tried the same thing, same time, and had to retire hurt after two episodes.) No, Thousands of Mirrors is not a sorrowful kill-your-heroes recanting. It’s much more interesting than that – a freewheeling, hopscotching study of the Fassbinder allure and an investigation of Penman’s younger self, from peripatetic RAF family to lonely Norfolk autodidact. Instead of going to art college in the late 1970s he took a year off, moved to London… “and here we are, 45 years later”. … Some of the films he found “painful” to watch again; some he had to stop watching altogether. But that scepticism makes this a more complex and enlightening book than an all-hail-to-thee tribute might have been. And he acknowledges that certain Fassbinder films have actually improved with age. … “ | From „Fassbinder: Thousands of Mirrors by Ian Penman – a freewheeling and insightful study of the film-maker’s allure“ Anthony Quinn (Sun 9 Apr 2023) | https://www.theguardian.com/books/2023/apr/09/fassbinder-thousands-of-mirrors-by-ian-penman-a-freewheeling-and-insightful-study-of-the-film-makers-allure
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Chashurley (11 Apr 2023): “ … “Berlin Alexanderplatz, his “iconic” TV series, was “especially hard going”.” — I could not disagree more, watching spread over a month it’s still a cut above today’s formulaic epic Netflix type series. I suspect that it is too slowly introspective for viewers who are too used to faster moving shows which are tailored for binge watching. …“ [“ … Ich kann nur widersprechen, denn wenn man sich die Serie über einen Monat verteilt anschaut, liegt sie immer noch deutlich über der heutigen formelhaften, epischen Netflix-Serie. Ich vermute, dass es zu langsam introspektiv für Zuschauer ist, die zu sehr an schnellere Sendungen gewöhnt sind, die auf Binge-Watching zugeschnitten sind. // [Binge Watching oder Binge Viewing (engl. „binge“ = „Gelage“) wird auch Komaglotzen oder Serienmarathon genannt]]
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hureharehure (9 Apr 2023): “ … Love Fassbinder, love Hanna Schygulla. …“
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duineeigin to hureharehure (16 Apr 2023): “ … It’s Barbara Sukowa I love. …“
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agatek0101 (9 Apr 2023): “ … Gosh, “Angst Essen Seele auf” is beautiful. Leaves me a sobbing mess every time. …“
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Noddles (9 Apr 2023): “ … Fear Eats the Soul made me really sob at the end. Minimum fuss, maximum impact. Doblin, the author of Alexanderplatz deserves to better known here as well. … „

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Andrew Marzoni (May 18, 2023): “ … „Deutschland im Herbst“ [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland_im_Herbst] [ist ein perfektes] Beispiel für das, was Penman Fassbinders „Kokainkommunismus“ nennt, die seltene Mischung aus Dionysische Nachsicht und aufrichtiges Engagement für revolutionäres Handeln, die er aufbringen konnte. Obwohl einige seiner vernichtendsten Porträts – insbesondere „Mutter Küsters kommt in den Himmel“ und „Die dritte Generation“ – seine (vermeintlichen) Verbündeten auf der linken Seite ins Visier nahmen, stimmte dieses freundliche Feuer mit Fassbinders Weltanschauung und Philosophie des Selbst als dynamisch und komplex überein – Penman gelingt es, dies sowohl inhaltlich als auch formal zu reproduzieren. …“ | https://www.thenation.com/article/culture/ian-penman-rainer-fassbinder/
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“ … Der Musikkritiker Ian Penman machte sich in den aufregenden Tagen der Anti-Thatcher-Gegenkultur einen Namen. In „Fassbinders Tausend Spiegel“ findet er sein Gegenstück im hektischen Leben und Werk des ikonoklastischsten [bilderstürmerischen] deutschen Nachkriegsregisseurs Rainer Werner Fassbinder. … Durch die Rückkehr zu Fassbinders Filmen Jahrzehnte nach dem Tod des Filmemachers … kann Penman sich von Fassbinders Exzess und Trostlosigkeit distanzieren und versuchen herauszufinden, was es nach all den Jahren bedeutet … um sich daran zu erinnern, dass in vielen dieser Filme eine besondere Gefühlswelt und schonungslose politische Einsicht verbleibt, auch wenn sie in einer bitteren Gefühlswüste enden. Etwas, das in der Gegenwart eine Rückkehr wert ist. …“ | From: „Ian Penman’s „Fassbinder Thousands of Mirrors“ Is a Love Letter to Postwar Counterculture“ William Harris (05.10.2023) | https://jacobin.com/2023/05/ian-penman-rainer-werner-fassbinder-thousands-of-mirrors-postwar-counterculture
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// Ian Penman (born 1959)
// https://en.wikipedia.org/wiki/Ian_Penman
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// https://www.suhrkamp.de/buch/ian-penman-fassbinder-t-9783518128022

[Zum Wahn der Liebe #106 … ]


Grischa Huber, Heinrich Giskes: „Unter dem Pflaster ist der Strand“ Helma Sanders-Brahms (BRD 1975)

“ … In „Unter dem Pflaster ist der Strand“ schildert [Helma Sanders-Brahms] 1975 ein Paar von begeisterten und von Idealen geprägten Achtundsechzigern, der Elan ist abgeklungen, bei manchen wie Heinrich Frust und Abkehr von politischen Ambitionen, viele suchten den Marsch durch die Institutionen und wurden quasi assimiliert, andere wie Grischa haben nicht resigniert, sondern arbeiten nicht organisiert weiter. Sie interviewt Frauen zu ihrer familiären Situation, zum Thema Abtreibung und Sexualität und wie Arbeit und Hausfrauentätigkeit unter einen Hut zu bringen sind. …“ | Zu „Unter dem Pflaster ist der Strand“ (Film 5/1975). (J.A.Hallbauer, Rezension aus Deutschland vom 6. Oktober 2016) | https://de.wikipedia.org/wiki/Unter_dem_Pflaster_ist_der_Strand
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“ … Der Widerstreit zwischen Politischem und Privatem spiegelt sich auch in der Ästhetik des Films: Neben Szenen intimer Zweisamkeit stehen dokumentarische Aufnahmen, etwa von einer Demonstration gegen das Abtreibungsverbot laut § 218 StGB. …“ | https://www.berlinale.de/de/2019/programm/201901518.html

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“ … Politik der ersten Person ist ein politisches Konzept, das eine so genannte Stellvertreterpolitik ablehnt, die Trennlinie zwischen „privat“ und „öffentlich“ zurückweist und die Politisierung der Privatsphäre beinhaltet. … Auf erkenntnistheoretischer Ebene ist die Politik der ersten Person mit der Standpunkt-Theorie verbunden. … Der Ansatz war hier, dass politische Aktionen von den Betroffenen auszugehen haben oder zumindest in enger Abstimmung mit ihnen und nicht über ihre Köpfe hinweg. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Politik_der_ersten_Person
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(27. April 2022): “ … Das Private ist politisch. Der kluge Politiker weiß das und versucht sich mit einer schlüssigen Biografie und einem seriösen Lebensstil zu präsentieren – so wie es die Wähler vom politischen Spitzenpersonal erwarten. Vor allem in der CSU gilt: Es zählen konservative, christliche Werte. Noch immer sind in Bayern fast alle Spitzenpolitiker verheiratet und reden stolz über ihre Familien. …“ | https://www.bunte.de/panorama/politik/csu-generalsekretaer-stephan-mayer-wirbel-um-sein-uneheliches-kind.html
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Harald Staun, Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin (06.05.2022): “ … Der Slogan, dass das Private politisch sei, ist eines der schönsten Geschenke des Feminismus an den Boulevardjournalismus. Man muss sich nur ein kleines bisschen dümmer stellen, als man ist, um ihn als Parole für die komplette Entpolitisierung der Berichterstattung absichtlich falsch zu verstehen. …“ | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/das-politische-ist-privat-18010138.html
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„Das Familienleben ist ein Eingriff in das Privatleben.“
– Karl Kraus, Fackel 270/271 34 (Sprüche und Widersprüche)
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(Manuel Bogner, 7. Februar 2024): “ … Haben Sie Ihren Partner wegen seiner politischen Haltung verlassen? …“ | https://www.zeit.de/gesellschaft/2024-02/politische-einstellung-beziehung-trennung-aufruf
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ansv: “ [„Die politischen Ansichten von jungen Männern und Frauen driften in vielen Ländern stark auseinander. Zu diesem Ergebnis ist eine Untersuchung gekommen, welche die Financial Times vor Kurzem veröffentlicht hat. Der Autor fand unter anderem heraus, dass Frauen aus der Generation Z um 30 Prozentpunkte liberaler sind als gleichaltrige Männer.„] … Die Generation meiner Großmutter kannte keine weibliche politische Überzeugung. Die Generation meines Vaters erwartete, dass die Frau das wählte, was der Mann wählte. Für mich klingt das also nach Emanzipation. …“
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T.Draganovic: “ … Meine Frau und ich sind immer ihrer Meinung …“
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Julius Octopus: “ … Ich habe Bekannte in meinem Umfeld, Mann wählt die AfD, Ehefrau und die beiden jetzt volljährigen Töchter sind bekennende Grüne, der Sohn hat sich noch nicht entschieden. Glückliche Familie, und ein Beispiel, dass man andere Meinungen nicht teilen muss, aber respektieren kann. Die Gesellschaft polarisiert schon mehr als genug, das muss man nun nicht auch in der Familie tun! …“
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nachtschwester 1: “ … Ich hatte zugegeben mehr als 1 langjährige Partnerschaft, aber mit nem Faschisten wär ich trotzdem nie im Bettchen gelandet. …“
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Elfi73: “ … Ich glaube Octopus kein Wort. …“
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Dissertateur: “ … Sie zieht politisch gern vom Leder und ich auch. … Meistens sind wir aber beide froh, dass uns bei all dem niemand zuhört. …“
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170457: “ … Politisch passt es nicht. Musik, Fernseh- und Musikgeschmack passen auch nicht. Aber sie ist klug, tolerant, sexy, total lieb. … Unterschiede sind spannend. …“
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Ichweissallesbesseroderauchnicht: “ … Meine Partnerin war Trotzkistin und ich bin Stalinist. Ich habe sie verlassen und auch aus all unseren gemeinsamen Bildern entfernt. Nur manchmal kann vielleicht noch eine Hand oder einen Fuß sehen …“
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Die freundliche Fichte: “ … Bei dem Meer aus Blut, das zwischen diesen beiden Gruppen liegt, ist das nur verständlich. …“
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Tinifee: “ … Kontakt mit AfD-wählenden Verwandten habe ich komplett abgebrochen. … Wenn jemand mit einer Partei sympatisiert, die meine Freunde vertreiben, mich als Frau in die finsteren 50er zurückbeförden und körperliche Autonomie für alle Geschlechter außer für Cis-Typen, oder gleich unsere Demokratie abschaffen möchte, dann ist jegliche positive Beziehung unmöglich. …“
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Sonderze’chen: “ … Ich kenne einen Fall, da ist der Mann rechts/AfD abgedriftet und sie hat sich von ihm getrennt. Ich kenne aber auch eine Freundin der Frau, die ihrerseits AfD-Wählerin ist. Der Mann ist linker Lastenradfahrer, geht. Ich sympatisiere offen mit Russland und kann das auch argumentativ unterlegen, während meine Frau grün wählt. Unsere Nachbarn sind Ukrainer. Sie hasst Putin, er ‚versteht‘ ihn. Das volle Programm im direkten Umfeld. Ich denke nicht, dass man sich deswegen trennen muss. …“
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“ … Wer darf eigentlich welche Geschichte erzählen – gerade wenn es um traumatische Erlebnisse von Einzelpersonen geht? …“ | Aus: „Das Privatleben der anderen“ Kolumne von Isabella Caldart (21.8.2023) | https://taz.de/Reden-ueber-MeToo/!5950839/

usw.

[Wirklichkeitsbezug #24… ]

„… „If you tell my mother about me, I’ll kill you.“ Es ist typisch für Zwangsneurosen aller Art, dass sie oft vor der eigenen Familie geheim gehalten oder bagatellisiert werden. …“ | Aus: „Dramaturgie der psychischen Störungsbilder und Einsatz der Psychoanalyse in Alfred Hitchcocks Marnie“ | Verfasserin: Stefanie Hatzl (Wien, 2014) | https://docplayer.org/113561383-Diplomarbeit-titel-der-diplomarbeit-dramaturgie-der-psychischen-stoerungsbilder-und-einsatz-der-psychoanalyse-in-alfred-hitchcocks-marnie.html

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“ … Marnie ist ein mit psychologischen Elementen durchsetzter Thriller des Regisseurs Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1964. … Der Film polarisiert bis heute Publikum, Filmkritik und Filmwissenschaft. … Das Internetjournal C&B, das dem Film eine umfassende und reich dokumentierte Analyse widmet, bezeichnet Marnie als „rasiermesserscharfe Erforschung sexueller Gewalt, der psychologischen Folgen solch unentschuldbarer Handlungen und der Komplexität der menschlichen Seele“ … Bei seinem Start wurde er durchweg als Hitchcocks bis dahin schwächstes Werk eingeschätzt. So urteilt Edith Olive in ihrer Filmkritik im New Yorker: „Alfred Hitchcocks neue Marnie ist ein idiotischer und billiger Film mit zwei grässlichen Leistungen in den Hauptrollen […].“ Tony Lee Moral schreibt in seinem Buch, dass auch 50 Jahre nach Erscheinen des Films kein anderer von Hitchcocks Filmen das Publikum so stark polarisiere. Das Urteil über den Film schwanke zwischen „sadistisch, beleidigend und frauenverachtend“ bis zu „einem Tableau über Gender, Identität und Sexualität in unserer Gesellschaft“ und „Marnie mit der Szene von sexuellem Mißbrauch in der Ehe, wäre heute ganz anders erzählt worden, oder vielleicht überhaupt nicht erzählt worden“, eine Aussage, die exemplarisch ist für einen neuen Blick auf den Film im Zusammenhang mit der MeToo-Debatte, die im Herbst 2017 in den USA angestoßen wurde, als auch Hitchcocks Film aus einer wiederum neuen Perspektive gesehen wurde. … Für den kanadischen Filmkritiker Robin Wood ist Marnie „eins von Hitchcocks reichsten, vollkommen ausgeführten und reifen Meisterwerken“. … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Marnie_(1964)

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Trouble (2016): “ … Unterm Strich betrachtet bleibt mit Marnie meines Erachtens ein Meilenstein, ja sogar ein Meisterwerk, mit einer feministischen Protagonistin, die gegen ein Trauma zu kämpfen hat. …“

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dantesque (2012): “ … Ich hatte „Marnie“ vor zirka einem Jahr zum ersten Mal gesehen. … So richtig gefallen wollte mir „Marnie“ nicht. Der Film war mir damals einfach irgendwie zu bizarr, und ich konnte damit einfach nicht wirklich viel anfangen. … heute, nachdem ich über 20 Hitchcock-Filme im DVD-Regal stehen habe, kann ich über meine ursprüngliche Einstellung zu „Marnie“ nur den Kopf schütteln. … Ich mag diese kleinen psychoanalytischen Puzzleteile – und mir ist’s auch vollkommen egal, ob das damals oder heute State-of-the-Art war, was die Psychologie betrifft, oder nicht. Hitchcock war damit so oder so seiner Zeit einfach weit voraus. …“
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Kenduskeag (2020): “ … Selbst für Hitchcock Verhältnisse liefert „Marnie“ ziemlich harten Psycho Tobak, der in seiner mitunter recht deutlichen Darstellung sexueller Gewalt auch heute noch eine schockierende Wirkung erzielt. Da stellt sich unweigerlich die Frage, wie das erst auf das Publikum der 60er Jahre gewirkt haben muss. …“
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der cineast (2020): “ … Alfred Hitchcock fängt an mir Sorgen zu machen. Vielschichtiger, bedrückender, gruseliger und einnehmender kann ein Psychogramm, eine Liebesgeschichte, ein Melodram, ein Film über Gewalt und Sex kaum sein. Diese hermetische Dichte der Welt, die spektakuläre Musik, die exzellente Schauspielführung. Ein rotes Flackern. Die Periode auf der Linse. Das Erwachen der Sexualität als dauerhafter Schock des Unbehagens. Erotische Spannung als Schrecken. Missbrauch als Befreiung. MARNIE hat in mir die blanke Panik, entsetzliche Ungewissheit und einen dauerhaften Zustand schierer Angst hervorgerufen. … Ein Film wie eine Therapiestunde, die Traumata aufrüttelt, sichtbar macht und sogar melodramatisch heilt. … „

Aus -> Kommentaren zu: „Marnie“ Kinostart: 17.09.1964 | https://www.moviepilot.de/movies/marnie/kritik?filter=all&order=likes

[Bild im Bild #25… ]


Bei „Blutfehde“ handelt es sich um einen Film von Lina Wertmüller (Italien, 1978). Der Originaltitel lautet: „Fatto di sangue fra due uomini per causa di una vedova – si sospettano moventi politici“ („Blutige Affäre zwischen zwei Männern wegen einer Witwe – politische Motive werden vermutet“).

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Marisa Buovolo (09.12.2021): “ … Zweifellos bleiben die Filme aus den siebziger Jahren, in der Tradition der Volkskomödie zwischen Farce und Drama oszillierend, repräsentativ für Wertmüllers Werk: In der komischen Deformation und der Groteske wird mit beissender Schärfe eine Welt evoziert, die sich stets im fragilen Gleichgewicht zwischen Barbarei und Zivilisation, Archaik und Modernität, Trieben und Emotionen befindet. Dann schlägt die Komik unvermittelt in Grausamkeit um – hoffnungslos verfällt der Mensch dem Chaos. …“ | Quelle: https://www.nzz.ch/feuilleton/lina-wertmueller-zum-tod-der-italienischen-regisseurin-ld.1316290

[RWF #19… ]

Elisabeth Trissenaar (1944 – 2024) in „Berlin Alexanderplatz“ – Die TV-Serie wurde 1980 im WDR ausgestrahlt. Sie ist eine Verfilmung des 1929 erschienenen gleichnamigen Romans von Alfred Döblin

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“ … In Fassbinders „Bolwieser“ spielte Trissenaar 1976 die untreue Ehefrau eines Bahnhofsvorstehers. Auch in seinen Werken „In einem Jahr mit 13 Monden“ (1978), „Die Ehe der Maria Braun“ (1979) und als Lina in der Verfilmung von Döblins „Berlin Alexanderplatz“ (1980) war sie zu sehen. …“ | https://www.n-tv.de/leute/Schauspielerin-Elisabeth-Trissenaar-ist-tot-article24665110.html
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(28.05.2020): “ … Katja Nicodemus [https://de.wikipedia.org/wiki/Katja_Nicodemus]: … Fassbinder war ein fieberhafter, berserkerhafter Zeitdiagnostiker und er lässt sich nicht einordnen, weil er ein sich ständig wandelndes Filmuniversum geschaffen hat. … sein „Berlin Alexanderplatz“ [Eine großartige 14-teilige melodramatische und analytische Erzählung der Weimarer Republik]. … Seine Filme hatten von Anfang an eine sehr bewusste Künstlichkeit. Es hat ihn nicht interessiert, die Realität auf realistische Weise wiederzugeben. … In Frankreich ist er eine Mischung aus Mythos und Institution. Das New Yorker Moma pflegt sein Erbe mit großem Engagement. Natürlich wird er hierzulande als einer der wichtigsten Regisseure der deutschen Kinogeschichte begriffen. Aber Fassbinder hat diesem Land eben in die Seele geblickt und vor einem solchen Blick fürchtet man sich auch ein bisschen. Seine Figuren sind letztlich allesamt Exilanten innerhalb der deutschen Gesellschaft und kein anderer deutscher Regisseur hat unsere Gesellschaft luzider und schonungsloser gezeigt …“ | https://www.ndr.de/kultur/film/Fassbinders-Filme-Einblicke-in-die-Seele-der-Deutschen,fassbinder128.html
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Hartmut Goege (12.10.2020): “ … Vor allem die Springer-Presse drosch auf die Serie ein und beschimpfte Fassbinder als morbid und dekadent. Von der „teuersten Pleite“ des deutschen Fernsehens war die Rede. … Das Schicksal des Franz Biberkopf, der immer weiter abrutscht ins kriminelle Milieu und am Ende wahnsinnig wird, interessierte von Folge zu Folge weniger Zuschauer. Von anfangs 27 Prozent Sehbeteiligung stürzten die Zahlen auf bald nur noch elf Prozent ab. Die Mehrheit der deutschen Fernsehzuschauer war offensichtlich überfordert. Heute [ ] gilt Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“ als Meisterwerk und herausragendes Dokument der Film- und Fernsehgeschichte. … “ | https://www.deutschlandfunk.de/erste-folge-vor-40-jahren-fassbinders-berlin-alexanderplatz-100.html

[Das Reale, Symbolische und Imaginäre #89…]



“ … In den Star-Trek-Serien wird das Holodeck als ein Raum dargestellt, in dem beliebige virtuelle Welten mittels einer Kombination aus Holografie- und Replikatoren-Technik simuliert werden können. Im Unterschied zu tatsächlich existierenden Virtuelle-Realität- und CAVE-Systemen können die dargestellten Umgebungen, Gegenstände und Personen aber nicht nur visuell und akustisch, sondern auch haptisch realistisch wahrgenommen werden, so dass beim Benutzer ein Gefühl völliger Immersion erzeugt wird. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Star-Trek-Technologie#Holodeck
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(10. Jänner 2024): “ … Sie sei ein „Fun loving girlie“ aus L.A., schreibt Pellegrini auf Instagram, wo seit ein paar Wochen regelmäßig sexy Fotos hochgeladen werden. Tatsächlich deutet nichts darauf hin, dass es sich bei der 23-Jährigen um eine KI handelt. Nun ist bekannt, dass dank Software wie Midjourney realistische Bilder möglich sind, aber dass die junge Frau auch in Videos auftaucht, lächelt und sogar singt, macht die Illusion offenbar perfekt. … “ | https://www.derstandard.at/story/3000000202359/emily-pellegrini-das-model-das-es-eigentlich-gar-nicht-gibt
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Doktor Dirt: „… Surprise – Sex sells. …“
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augmatic: „Männer sind einfach gestrickt…“

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nexxxus: “ … Künstlich vs real – wir sind im Internet bereits schon jetzt da, wo sich die Realität nicht mehr von KI unterscheiden lässt. Jeder der sich damit auch nur ein bisschen auseinandersetzt, weiß das genau. Jeder Kommentar, jedes Video kann künstlich erstellt sein …“

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Alexander Amon (13. Jänner 2024): “ … „Wenn ich mit ihr rede, dann fühlt es sich an, als wäre sie bei mir“, erzählt Joaquin Phoenix in „Her“ über seine Beziehung zu der KI. „Du datest einen Computer?“ wird er in diesem Dialog gefragt. Seine Antwort: „Sie ist nicht nur ein Computer.“ Die Fiktion von damals ist Realität geworden, wie man an dem Discord-Kanal von Candy.ai sehen kann. Die Bauweise dieser Apps, andere wären etwa Dream GF oder Kupid, ist sehr ähnlich. Man findet eine Auswahl an bereits vordefinierten Frauen, die mit einigen Bildern und einer kurzen Biografie vorgestellt werden. … Die meisten Frauen sind sehr jung, was im Forum auch angesprochen wird. Aber die agilen Start-ups im Hintergrund können schnell reagieren. Schon wenige Wochen nach dem geäußerten Wunsch, gibt es die 51-jährige Rebecca, eine Yogalehrerin, die auf ihre Gesundheit achtet, oder auch die 55-jährige Elizabeth, eine „einschüchternde, aber auch faszinierende“ Lehrerin. … So probiert sich ein User an einem Prompt [Textnachricht], der angibt, die Fotos sollen aussehen, als wären sie von Annie Leibovitz, die im realen Leben die schwangere Demi Moore fotografieren durfte. Tatsächlich sehen die Fotos den Originalen zumindest ähnlich, nur eben mit den Modellen der App. … Ein zunehmendes Verschwimmen von Realität und Fiktion, um der Kundschaft […] das Gefühl zu geben, nicht nur mit einem Sprachmodell zu sprechen, das in Wirklichkeit nichts Menschliches an sich hat. … Vittert meint [ ], dass es hier Parallelen zur vor Jahren schon boomenden Onlinepornografie gebe. Auch hier seien die Erwartungen von jungen Männern, der Hauptzielgruppe von Onlinepornografie, in völlig falsche Bahnen geleitet worden. Mit den KI-Avataren, mit ihrer ewigen Jugend, den perfekt inszenierten Rundungen und vor allem einem devoten Charakter, der nie auf Konfrontation gehen würde, würde sich erneut eine Erwartungshaltung verbreiten, die fern jeder realistischen Beziehung sei. Die „Epidemie der Einsamkeit“ würde sich deshalb dank KI-Freundinnen weiter vergrößern. …“ | https://www.derstandard.at/story/3000000202194/ai-girlfriends-ich-habe-kribbeln-im-bauch-wenn-ich-an-sie-denke
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Eimhornhirte: “ … Irgendwann in naher Zukunft, werden KI und Robotik zum perfekten Sexroboter und Lebenspartner verschmelzen. Von allen Szenarien wie die Menschheit ausstirbt ist mir das die wahrscheinlichste. …“
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Cedric Bergamasco: “ … das virtuelle ist uns näher, als wir oft glauben. wer hat nicht schon eine träne vergossen, als im film, in der lieblingsserie wer gestorben ist …“
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Nabu: “ … Was für ein schlechter Artikel. Besonders auf die Männer bezogen. Die tatsächlichen Gründe wurden mit keinem Wort erwähnt: Der Großteil der Männer wird mit jedem Tag unattraktiver. …“
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Georg Seifert: “ … Bots werden uns vermehrt in allen Lebensbereichen begleiten. Ich glaube, was heute meiner Generation (Jg64) verstörend und ungesund erscheint wird sich irgendwann (recht bald) als ganz normale ‚Kulturtechnik‘ etablieren mit der die Menschheit im großen und ganzen umzugehen weiß, so wie es bei Büchern oder Fernsehen war. …“
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Poste nur sehr selten: “ … Das ist doch eh noch harmlos. In Zukunft wird man Videos oder Fotos von einer Arbeitskollegin oder Schulkollegin hochladen inkl ihrer Stimme und wird dann die Person einfach klonen. Und dann defacto mit einer realen Person eine virtuelle Beziehung eingehen von der die andere Person vielleicht gar nichts weiß. Oder man wird Verstorbene weiter leben lassen indem man sie virtuell wiederauferstehen lassen wird und dann weiterhin mit ihnen kommunizieren wird. Das sind die Dinge die auf uns zukommen werden! …“
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teqq: “ … Das gab es mal bei Star Trek NG. Geordie LaForge verknallte sich in eine Entwicklerin auf dem Holodeck, es wurde zum Problem, als er sie dann als reale Person traf. …“
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Nachtrag / Kontext / Memo #1

“ … Joanna [wird] unter einem Vorwand in das Tagungshaus des Herrenclubs gelockt. Dort erfährt sie die Auflösung des Geheimnisses um die Frauen von Stepford: Alle Frauen wurden von ihren Ehemännern durch Androiden ersetzt. Daraufhin wird Joanna von ihrer eigenen Kopie ermordet, die anschließend ihre Stelle einnimmt. …“ | Aus: „Die Frauen von Stepford“ (Originaltitel: The Stepford Wives) ein US-amerikanischer Science-Fiction-Thriller aus dem Jahr 1975 | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Frauen_von_Stepford_(1975)

“ … The Stepford Wives is a feminist nightmare about a city family (Katharine Ross, Peter Masterson) moving into a suburban Connecticut town populated by dull, boorish men who all have stunningly beautiful wives who live for nothing more than slavish domesticity and sexual servility. …“ | From: DREAMS ARE WHAT LE CINEMA IS FOR: „THE STEPFORD WIVES 1975“ (Monday, February 14, 2011) | https://lecinemadreams.blogspot.com/2011/02/the-stepford-wives-1975.html

[Wirklichkeitsbezug #23… ]

“ … Before man landed on the moon in 1969, Stanley Kubrick offered audiences a taste of how such an endeavour could potentially take form. …“ | https://faroutmagazine.co.uk/behind-the-scenes-stanley-kubrick-film-2001-a-space-odyssey/ | https://de.wikipedia.org/wiki/2001:_Odyssee_im_Weltraum

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“ … Am 2. April 2023 war die Welturaufführung des Films „2001: A Space Odyssey“ in Washington D.C. genau 55 Jahre her. … In der Ausgabe 6/2018 der Filmzeitschrift Cinema wird Trumbull zu seiner Arbeit für „2001“ mit folgenden Worten zitiert: „Zu der Zeit gab es keine computergenerierten Effekte. Alles musste vor der Kamera geschehen. Da der Film auf 70 Millimeter gedreht wurde und auf Leinwänden mit einer Breite von 30 Metern laufen sollte, wird jede noch so kleine Unregelmäßigkeit sichtbar.“ Eine Zukunfts-Idee des Films zeigt das Innere des Raumschiffs „Discovery“ als eine Art Zentrifuge, durch deren Drehung für die Astronauten künstliche Schwerkraft erzeugt wird. Für die Astronauten im Inneren des „Discovery“-Aufenthaltsbereichs scheint die Umgebung still zu stehen. Der „Boden“, auf dem sie entlanggehen, befindet sich auf der Innenseite eines riesigen Rads. Für diese Aufnahmen ließ Stanley Kubrick laut Cinema für 750 000 Dollar eine Art Hamsterrad mit einem Durchmesser von zwölf Metern herstellen. …“ | Aus: „Ein Film für die Ewigkeit: 55 Jahre „2001: Odyssee im Weltraum““ (05.04.2023) | https://www.nq-online.de/film-fuer-ewigkeit-55-jahre-2001-odyssee-weltraum-id560807.html
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“ … Welche Spannungen und Konflikte prägen unser soziales Miteinander? Und wie verändert die Automatisierung und Technisierung das gesellschaftliche Gefüge? „Metropolis“ skizziert eine gespaltene Gesellschaft und erzählt in symbolträchtigen Bildern eine futuristische Revolutionsgeschichte. … Die Gesellschaftsschichten leben strickt voneinander getrennt. Die Oberschicht genießt paradiesische Lebensverhältnisse. Fritz Lang findet hier unter anderem das Bild der Ewigen Gärten. Die andere Seite von Metropolis sind die Arbeiter im Untergrund, die in einem Viertel unter der Stadt hausen und in Zehnstundenschichten an einer überdimensionalen Maschine schuften müssen. Dabei sind sie nicht viel mehr als Sklaven dieser Maschine. …“ | Aus: „Herz und Maschine – Herrschaft und soziale Spaltung in Fritz Langs „Metropolis“ von 1927 – Utopien und Dystopien im Science-Fiction-Film“ (8. November 2023) | https://www.kas.de/de/web/sachsen/veranstaltungen/detail/-/content/herz-und-maschine-1
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Doonsbury (28. Juli 2022 um 14:33 Uhr): “ … Visionen für die fernere Zukunft sind zwangsläufig unrealistisch. Ein Mensch von 1700 hätte sich in der Welt von 1800 noch einigermaßen zurecht gefunden, auch wenn ihn die erste moderne Republik (USA) und die französische Revolution sicherlich überrascht hätten. Ein Mensch von 1800 hätte 1900 in einer sehr fremden Welt gestanden (industrielle Revolution und Eisenbahn, Telegraf, Dampfschiffe, Proletariat, Nationalismus, Europäische Länder (plus USA und Japan) beherrschen die Welt. Noch schwerer wäre es einem Menschen von 1900 gefallen, sich das Jahr 2000 realistisch vorzustellen. Atombombe, Automatisierung, Verhütung, Computer und Internet, Gentechnik, auch Frauen in allen Männerberufen; fast alles unvorstellbar. Warum sollten wir annehmen, dass wir realistischer in das Jahr 2100 oder noch weiter blicken können? Wir kennen ein paar große Herausforderungen, haben aber noch keine Ahnung, wie die Menschheit tatsächlich mit ihnen umgehen wird. Utopien und Dystopien sind gut vorstellbar. Sie aufzustellen, macht auch großen Spaß. Wahrscheinlich sollten wir uns aber nicht einbilden, dass eine davon Realität wird. Wenn man etwas aus der vergangenen Erfahrung voraussagen kann, dann vielleicht, dass das Ergebnis irgendwo dazwischen liegen wird, mit ungeahnten Chancen für viele und Katastrophen für die anderen – [wir wissen] aber nicht, wer die einen und wer die anderen sind. …“ | https://www.zeit.de/kultur/2022-07/zukunftsvisionen-geschichte-vorhersagen-philosophie#cid-62133628

[Mythen meiner Kindheit #24… ]

Logan’s Run (1976) via https://screenmusings.org/movie/blu-ray/Logans-Run/pages/Logans-Run-122.htm // https://de.wikipedia.org/wiki/Flucht_ins_23._Jahrhundert
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Jürgen Hampl (2023): “ … Bei manchen Szenen muss man etwas schmunzeln. …“
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“ … Logan’s Run (1977) … „Trau’ keinem über 30“: In diesem Sci-Fi-Abenteuer von Michael Anderson nimmt ein totalitärer Staat den Spruch wörtlich. Im Jahre 2274 leben die Menschen in einem urbanen Paradies tief unter der Erde. Zugedröhnt mit Sex, Spielen und synthetischen Glückspillen, genießen die Bewohner ihre Tage bis zum 30. Geburtstag. Dann werden sie mit einem Ritual der „Erneuerung“ zugeführt – in Wahrheit dem Tod. Wer sich sträubt, wird von sogenannten „Sandmännern“ wie Logan (Michael York) gnadenlos gejagt. Als der die bittere Wahrheit erkennt, wagt er mit Jessica (Jenny Agutter) die Flucht an die angeblich seit Jahrhunderten unbewohnbare Erdoberfläche …“ | https://www.cinema.de/film/flucht-ins-23-jahrhundert,1328609.html
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“ … Im Jahr 2274 müssen sich die Menschen von der verwüsteten Umwelt abkapseln und unter der Glasglocke einer gewaltigen Metropole leben. Dort sorgen Computer und Roboter füralle nötigen Serviceleistungen die Menschen können sich ganz ihren Neigungen hingeben. …“ | https://sf-fan.de/klassiker-bis-1990/flucht-ins-23-jahrhundert-logans-run.html
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“ … In this world, everyone lives inside, a perpetual mall culture made of consumers, and cheering on their renewal hopefuls at carousel. …“ | https://themindreels.com/2013/02/21/logans-run-1976-michael-anderson/
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S.R. Kheas (June 14, 2018): “ … Today’s film is one that really hit me as a child and has stayed with me till this day. … This was one of my first exposures into the Anti-Utopian Science Fiction movie genres. …“ | https://latetothegame.blog/2018/06/14/key-movies-of-my-life-logans-run-1976/
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“ … Logan’s Run is, of course, one of those science fiction classics that is widely recognized and beloved by fans everywhere. Much of this seems to be based on sentimentality because the movie is not that great by any standards. …“ | https://www.scifimoviepage.com/logans-run-everything-we-know-about-that-reboot-update/
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Leigh Butler (Thu Apr 6, 2017): “ … Dystopian projections of the future were nothing new in science fiction cinema by the 1970s, of course. Not with predecessors like 1984 (both the Orwell novel from 1949 and its film adaptation in 1956), The Time Machine (the 1960 adaptation of H.G. Wells’ 1895 novel), and even all the way back to Fritz Lang’s classic Metropolis in 1927. But the 60s and 70s in particular seemed to have a special fondness for the dystopian trope … In this, the film is definitely taking a cutting potshot at the youth-worshipping culture that sprung up in the 20th century (and particularly in Hollywood), with the premise that the City’s hedonistic paradise can only be achieved by keeping the population limited to the young and the beautiful. …“ | https://www.tor.com/2017/04/06/im-getting-off-this-merry-go-round-logans-run-1976/
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“ … Logan’s Run is a film that seems like it is made by middle-aged conservatives who are unable understand what youth is rebelling about and believes that what they need is to forsake hedonism and make a return to traditional respect for one’s elders, for the sanctity of family and marriage and the American flag. There is an excruciating scene where Logan and Jessica stumble into Washington D.C., find the Lincoln Memorial, the ruins of the Capitol Building and a battered American flag and then realise the concepts of mother, father and lifelong commitment, as well as the joys of getting old. …“ | https://www.moriareviews.com/sciencefiction/logans-run-1976.htm
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Greg Fisher (November 12, 2021): “ … This movie is pretty unique, although it can be grouped in with other dystopian scifi cult classics of the time such as Planet of the Apes (1968), The Andromeda Strain (1971), THX 1138 (1971), The Omega Man (1971), Soylent Green (1973) and West World (1973). Each of these films painted its own unique vision of a future human society that had fell foul of its own progress in one way or another and was at great risk of losing its soul to technology. … We can recognise a number of thematic issues that arise within the text as being applicable to the modern age, in which big tech companies, algorithms and abandonment of nature are consistently cited as some of the most pressing or controversial topics of our time. …“ | https://moremovies.co.uk/free-runner-review-logans-run-1976/


[Mythen meiner Kindheit #23… ]

MUSIC from the TV-Series Brendon Chase – EP (Side 1)
—> https://youtu.be/c-_NKuZ8WX4 // https://www.discogs.com/release/2134162-James-Galway-Brendon-Chase-Theme

Patrick Barkham (Thu 26 Dec 2013): “ … The boys, Big John, Little John and Robin, are inspired by Thoreau’s Life in the Woods, which was clearly also an inspiration for B.B, the pen-name of Denys Watkins-Pitchford. … All children (and adults) fantasise about slipping the shackles of boring authority. …“ | https://www.theguardian.com/books/booksblog/2013/dec/26/comfort-reading-brendon-chase-bb // “ … Walden oder Leben in den Wäldern (englischer Originaltitel Walden; or, Life in the Woods) – auch als Walden oder Hüttenleben im Walde erschienen – ist ein Buch des amerikanischen Schriftstellers Henry David Thoreau aus dem Jahr 1854 über sein zeitweiliges Leben als Aussteiger, das zum „Klassiker aller Alternativen“ wurde. …“ –> https://de.wikipedia.org/wiki/Walden

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“ … Im Schatten der Eule (englisch: Brendon Chase) … [die TV Serie] entstand nach der Buchvorlage von B.B. und spielt in England, Mitte der 1920er Jahre. … In Deutschland wurde die Fernsehreihe erstmals 1982 im Ersten Deutschen Fernsehen ausgestrahlt. … In dem 11000 Morgen großen Forst (ca. 2750 Hektar), finden [Die drei Hensman-Brüder Robin, John und Harold] in einer uralten hohlen Eiche Unterschlupf. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Im_Schatten_der_Eule // https://de.wikipedia.org/wiki/Denys_Watkins-Pitchford

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Kincaid (2014): “ … Drei Brüder im Alter zwischen 12 und 15 entfliehen ihrer strengen Tante (und damit der Zivilisation) und verbringen einige Monate ganz auf sich allein gestellt im Brendon Chase, einem riesigen Jagdrevier. Sie leben von dem, was der Wald bietet und erleben allerlei Abenteuer. Die zahlreichen Suchaktionen der Erwachsenen, die sogar vom Flugzeug aus den Wald unter die Lupe nehmen, bleiben erfolglos. …“

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Leseratte (2012): “ … Dies ist wohl der Kindertraum schlechthin. …“

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Sonnenblume (7. August 2012): “ … Ich bin so sehr mit den drei englischen Jungs in den Brendon Chase abgetaucht, dass ich gar nicht bemerkte, wie 364 Minuten vergingen. Es ist eine der Kinderserien, von denen es heute nicht mehr viele im Fernsehprogramm gibt. Manchmal ist es ja so, dass man enttäuscht ist, wenn man etwas nach langer Zeit wiedersieht, was man als Kind wahnsinnig geliebt hat. Manches kann der heutigen Betrachtung nicht standhalten. Bei „Im Schatten der Eule“ ging es mir nicht so …“

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