Kategorie: Cinema.Exposure

[Mythen meiner Kindheit #13… ]

MONTE CRISTO (1922) Silent Film Lobby Card John Gilbert as Edmond Dantes

// Der Graf von Monte Christo
// … Zwischen 1844 und 1846 veröffentlichte Dumas den Graf von Monte Christo
// als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Le Journal des débats
// https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Graf_von_Monte_Christo

// Alexandre Dumas (* 24. Juli 1802 † 5. Dezember 1870)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Alexandre_Dumas_der_%C3%84ltere

// https://en.wikipedia.org/wiki/Monte_Cristo_(1922_film)

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #64 ]

“ … Legend of the Lost is a 1957 Italian-American adventure film produced and directed by Henry Hathaway, shot in Technirama and Technicolor by Jack Cardiff, and starring John Wayne, Sophia Loren, and Rossano Brazzi. … The lost city of Timgad referred to in the film was actually the Leptis Magna ruins, a Roman city dating back to the 7th century B.C. near Tripoli, in northwest Libya, while „Timbuktu“ was actually in Zliten, Libya. …“ | https://en.wikipedia.org/wiki/Legend_of_the_Lost (15 June 2021) // https://de.wikipedia.org/wiki/Leptis_Magna // https://de.wikipedia.org/wiki/Zliten // https://de.wikipedia.org/wiki/Timbuktu

// Legend Of The Lost – A Suite (Angelo Francesco Lavagnino – 1957)
// Angelo Francesco Lavagnino (* 1909 in Genua; † 1987 in Gavi, Piemont)
// war ein italienischer Filmkomponist.
// https://de.wikipedia.org/wiki/Angelo_Francesco_Lavagnino
–> https://youtu.be/kttaAsLHVsk

Ron A (07/2021) Saw this movie as a kid. I was fascinated by the ruins and the treasure and the conflict.

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #63 ]


Pierre Brice und Gojko Mitic im Film „Unter Geiern“ (1964) [‚Weiße Siedler werden im Llano Estacado im Grenzgebiet von Neu-Mexiko und Texas von der berüchtigten „Geierbande“ überfallen und ermordet, die Schuld an dem Überfall schiebt man den Indianern vom Stamme der Schoschonen zu. Der erfahrene Trapper Old Surehand und Apachen-Häuptling Winnetou nehmen den Kampf auf und legen den Verbrechern trotz zahlreicher Intrigen das Handwerk. …‘] | http://www.rialtofilm.de/index3.htm?ugeiern.htm

“ … Die Ausstellung „Ost/Western“ in Rostock will zeigen, wie DDR und BRD sich für das Genre des Indianerfilms begeisterten. … Olaf Reis, der an der Universität Rostock zur Kinder- und Jugendpsychiatrie forscht, spannt im Katalog einen ganz großen Bogen. Er vergleicht die Filme über verdrängte Indianer durch übermächtige Kolonisatoren mit dem Untergang der DDR und fasst alle Bewohner des Ostens zu einem eigenen Stamm zusammen. Die „InDDianerR“ als besiegte Ethnie, deren Kultur untergegangen ist und musealisiert wird. In einem Audiobeitrag sieht sich eine Ostfrau als Indianerin im Reservat: „Nur niedergemetzelt haben sie uns nicht.“ Doch Tokei-Ihto, Osceola, Tecumseh, Weitspähender Falke oder Ulzana, all die DEFA-Helden, sie hatten sich nie in eine Opferrolle hineingesteigert. Die Ausstellung „Ost/Western“ bleibt offen für Assoziationen …“ | https://www.berliner-zeitung.de/wochenende/warum-karl-may-in-der-ddr-keine-chance-hatte-li.167619


Regie: Josef Mach, 92 Min., Farbe, Spielfilm – Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Spielfilme, 1965
| https://www.defa-stiftung.de/filme/filme-suchen/die-soehne-der-grossen-baerin/


“ … 1966 flimmerte mit „Die Söhne der großen Bärin“ der erste DEFA-Indianerfilm über die Leinwände der Kinos in der DDR. Nachdem vier Jahre zuvor die westdeutschen Karl-May-Verfilmungen um den Apachen-Häuptling Winnetou gestartet waren, wollte man bei der DEFA eigene Filme produzieren. Das Interesse an Indianerstoffen war vor allem beim jungen Publikum immens, Tausende sahen in den tschechischen Kinos die in der DDR nicht gezeigten Winnetou-Filme. Bei der DEFA näherte man sich dem Western-Genre auf eine ganz eigene Weise: Bräuche und Lebensweisen der amerikanischen Urbevölkerung sowie wahren historischen Begebenheiten erhielten deutlich mehr Raum. Neben dem Unterhaltungsanspruch hatten die Filme auch einen ideologischen Auftrag zu erfüllen: die Ausbeutung und Unterdrückung der Indianer durch die US-amerikanischen Imperialisten darzustellen. …“ | https://artsandculture.google.com/exhibit/defa-indianerfilme/ZQLyVBhH2vfFIA |



Sasha Salzmann (16.06.2021): “ … Man versuche, eine „authentische“ Atmosphäre herzustellen, ein „authentisches Bild“ zu liefern, was wiederum das Interesse steigere und in der Folge den Verkauf befördere. Wenn, mit Michel Foucault gesprochen, authentisch sein imperfekt sein bedeutet, dann heißt der Ruf nach Authentizität: „Hab Fehler, sei eine Abweichung.“ Und wenn man sich die Inszenierung von rassifizierten Körpern anschaut, könnte man weiter schlussfolgern: „Und ich bestimme, wie diese Abweichung aussieht.“ Die Kunst- und Kulturindustrie bedient sich kollektiver Phantasmen, um das Produkt, das sie produziert und präsentiert, anzupreisen. … Phantasma bedeutet im Altgriechischen die Vorstellung, die man sich von Dingen macht. In der Psychoanalyse, so könnte man verkürzt sagen, ist das Phantasma konstitutiv für die menschliche Psyche, es hat die Funktion eines Abwehrmechanismus – im Phantasma werden Erfahrungen bildhaft umgedeutet. Judith Butler spricht von „komplexen unbewussten Objektbeziehungen“, von „unbewussten Neigungen, die Bildform annehmen und uns in ein Spannungsverhältnis zu uns selbst versetzen oder uns in verschiedene Richtungen gleichzeitig treiben und gegen die eine narzisstische Verteidigung aufgebaut wird“. Ein Phantasma ist ein Filter zwischen dem gereizten Subjekt und seiner Außenwelt. Oft genug haben wir es mit kollektiven Phantasmen zu tun. „Unbewusste Neigungen“ und „narzisstische Verteidigung“ können identitätsstiftend wirken. Schwört sich eine Gruppe auf eine bestimmte Version der Gegebenheiten (oder der Geschichte) ein, und sei sie noch so abwegig und auch nicht belegbar, kreiert sie eine emotionale Gemeinschaft. … In der Literatur bewegt man sich in einem Koordinatenfeld von Phantasmen. Ein mehrheitstauglicher Text spielt mit seinen Themen auf der emotionalen Klaviatur einer kollektiven Psyche. Den dramaturgischen Bogen, nach dem Menschen verlangen, wenn sie auf eine fiktionale emotionale Reise gehen, kann man sich von der entsprechenden Fachliteratur erläutern lassen. … Kitsch bedient sich hemmungslos am Phantasma. Kitsch ist ein Spiel mit den Erwartungen, die einer kollektiven Psyche eingeschrieben sind. Er referiert stets auf eine bereitwillig und breit geteilte Annahme und trägt somit den Mief der Nostalgie mit sich, reproduziert abgenutzte Bilder … Kitsch drückt jene Knöpfe, die längst eingebaut sind, darum ist er so vorhersehbar und funktioniert so gut. … Humor zielt [ ] aufs Gefühl, Ironie dagegen auf den Intellekt. Sie signalisiert kritische Distanz. Wenn Kitsch klug sein will, wird er ironisch. Er stilisiert und ikonisiert Gegebenes, im Wissen um die Abgeschmacktheit des Details, das er zum Markenzeichen erhebt. In der queeren Modesprache des Camp [Camp: https://de.wikipedia.org/wiki/Camp_(Kunst)] sind weiße Tennissocken zu einem Code geworden. Synthetische Stoffe und Plüsch bezeugen Zugehörigkeit zu oder Solidarität mit einer Klasse, die sich die Accessoires der Haute Couture nicht leisten kann oder will und für die sie nicht bestimmt sind. … Phantasmen sind Schutzmechanismen. …“ | https://www.deutschlandfunk.de/themenreihe-muss-literatur-politisch-sein-die-bestehende.700.de.html?dram:article_id=498818

// Sasha Marianna Salzmann (geboren 21. August 1985 in Wolgograd, Sowjetunion)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Marianna_Salzmann

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #60… ]

W.R. – Misterije organizma – – – Makavejevs 1971 gedrehter Film WR – Mysterien des Organismus über die Theorien von Wilhelm Reich wurde in Jugoslawien zunächst verboten, in den 1980er Jahren aber wieder zugelassen. | https://de.wikipedia.org/wiki/Du%C5%A1an_Makavejev

amazon Kunden, die W.R. – Misterije organizma angesehen haben: HAN XIAO 5,0 von 5 Sternen – Rezension aus den Vereinigten Staaten vom (13. Dezember 2012): “ …I REALLY CAN’T SEE THE POINT OF THIS FILM, MAYBE BECAUSE I’M NOT YUGOSLAVIAN, WELL, IT’S STILL VISUALLY STUNNING, AND I SUGGEST IF YOU WANT A PORN MOVIE, AND YOU DON’T HAVE PLAYBOY OR BELAMI AROUND YOU, TRY THIS. EVEN CHANDLER WON’T CALL IT „THE WORST PORN EVER“, TRUST ME. …“

“ … Zweifellos ein spannendes Zeitdokument: Die Filme des Serben Dušan Makevejev („Coca-Cola Kid“) waren im eigenen Land (damals Jugoslawien) fast alle verboten. Hier strukturierte er den Film wie eine surrealistische Collage, zeigt scheinbar dokumentarische Fragmente, vermischt diese mit viel sagenden Spielszenen und offenbart so (ähnlich wie Buñuel das spießige Bürgertum) die Pervertierung der sozialistischen Utopie durch Stalin und dessen Totalitarismus. Dabei verteufelt er die gesellschaftliche Unterdrückung durch sexuelle Disziplinierung. Heute erschließt sich dieser Kontext nur schwer, wirkt das Ganze eher wie ein bizarrer Sex-Streifen aus den Anfängen der Pornographie, dessen Botschaft sich recht plakativ darauf beschränkt, sich via Kopulation auch politisch frei zu kämpfen. Schön wär’s ja! …“ | https://www.prisma.de/filme/WR-Mysterien-des-Organismus,245217



Matthias Meindl (30. Mai 2021): [‚Matthias Meindl ist Slavist und habilitiert sich an der Universität Zürich mit einer Arbeit zur sexuellen Revolution in Jugoslawien um 1968. …‚] “ … Dušan Makavejevs Kultfilm „WR – Mysterien des Organismus“ ist ein Dokument der sexuellen Revolution. Am 5. Juni jährt sich zum fünfzigsten Mal die öffentliche Vorführung des Films in Novi Sad. Danach wurde er in Jugoslawien aus den Kinos verbannt. … Mit seinem Verfahren der assoziativen Montage (Dina Iordanova) arrangierte er dieses Material mit einer Fülle von visuellem und akustischem foundfootage (Archivaufnahmen von Reich bis Musik von The Fugs) sowie einer Spielfilmhandlung. In diesem Plot verliebt sich die Revolutionärin Milena – gespielt von der legendären Milena Dravić (1940-2018) – in einen sexuell verklemmten russischen Eiskunstläufer, der wie der russische Revolutionsführer Lenin heißt: Vladimir Il’ič. Der gastierende Künstler wird zum Mörder, er enthauptet die Reich-Anhängerin Milena, nachdem sie ihn verführte, mit einem Schlittschuh. … Auch der provokanteste Schnitt des Films ist eine politische Provokation: ein Match Cut ‚von Dildo auf Stalin‘. Er war in den Diskussionen um den Film immer präsent – und dies zu Recht, denn er ist entscheidend für sein Verständnis. Makavejev baute eine Gelegenheitsaufnahme ein, in der die Künstlerin Nancy Godfrey einen Gipsabdruck des erigierten Glieds von Jim Buckley abnahm, dem Chefredakteur der kontrakulturellen Zeitschrift Screw. … Die Verteidiger des Films – Intellektuelle und Filmschaffende – führten den internationalen Erfolg Makavejevs und sein befreiendes filmisches Denken ins Feld. Die Kritiker hingegen, die durch und aus dem Verband der Veteranen des Volksbefreiungskriegs (SUBNOR) rekrutiert wurden, empörten sich über Unsittlichkeit und Antikommunismus. Zwar hatte Tito schon 1948 mit dem sowjetischen Stalinismus gebrochen, dennoch erschien der Film vielen Zuschauern als zu aggressiv ‚gegen das sozialistische Brudervolk‘. Ihnen missfiel auch die von Makavejev lustig und lustvoll inszenierte Rekodierung des sozialistischen Sonderwegs Jugoslawiens als sexuellem Befreiungsprojekt. Als die salbungsvolle Hymne an die Kommunistische Partei durch die Aufnahme eines zärtlichen Geschlechtsverkehrs begleitet wurde, interpretierten die Gegner die Szene als Missbrauch patriotischer Emblematik. …“ | https://geschichtedergegenwart.ch/vom-ende-der-world-revolution-vor-50-jahren/

// „Schwarze Welle. Kinorebellion in der Tito-Ära“ Ab 1966 tauchten die Macher der Schwarzen Welle tief ins gesellschaftliche Leben ein und spülten bei ihren filmischen Erkundungen und Analysen der Conditio humana erhebliche Defizite in Titos Reich ins Licht der Kinoleinwände, worauf staatliche Behörden ab 1971 zunehmend empfindlich reagierten. // https://kultur-online.net/inhalt/schwarze-welle-kinorebellion-der-tito-%C3%A4ra (Filmarchiv Austria 2. Mai 2019 — 23. Juni 2019)

“ … Novi Film (serbokroatisch für: Neuer Film; später auch Crni talas = Schwarze Welle genannt) war eine Bewegung im jugoslawischen Spielfilm in den 1960er Jahren, die sich vom bis dahin üblichen, am italienischen Neorealismus orientierenden Stil, abgrenzt, ohne selbst als einheitlicher Stil aufzutreten. …“
https://de.wikipedia.org/wiki/Novi_Film

[Zeit im Bild #50 … ]

Eintrittskarte für eine Aufführung als geschlossene Veranstaltung, Berlin 1931

“ … Im Westen nichts Neues ist ein US-amerikanischer Antikriegsfilm von Lewis Milestone aus dem Jahr 1930. Als Vorlage diente der gleichnamige Antikriegsroman von Erich Maria Remarque. …

Zeitgenössische Kritiken und Reaktionen zum Film im deutschsprachigen Raum: Während der Film bei Veteranenverbänden in den anglophonen Ländern oftmals die Einschätzung förderte, dass das Leben und vor allem Sterben der einfachen Soldaten jenseits von Uniformfarbe oder Muttersprache in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges stets ähnlich verlief und daher geeignet schien, Feindbilder abzubauen, fiel die Reaktion im Deutschen Reich sehr viel negativer aus. Die politische Rechte, insbesondere DNVP und NSDAP, sowie die Mehrheit der meist noch monarchistisch gesinnten Veteranenverbände sahen in dem Buch und erst recht in der Verfilmung einen Angriff auf die Ehre des deutschen Soldaten, der in den Schlachten des Weltkrieges für sein Vaterland gelitten habe. Der Umstand, dass amerikanische Schauspieler deutsche Soldaten spielten, galt zusätzlich als Provokation. Dass Regisseur Milestone und Produzent Laemmle Juden waren, brachte außerdem einflussreiche antisemitische Kreise gegen den Film auf. Das Reichswehrministerium protestierte gegen den Film, da nach dessen Auffassung keine deutschen Soldaten gezeigt werden sollten, die am Sinn ihres Einsatzes zweifeln.

Nachdem die zuständige Berliner Filmprüfstelle einer freiwillig gekürzten deutschsprachigen Version des Films die Freigabe erteilt hatte, kam es am 4. Dezember 1930 im Mozartsaal des Neuen Schauspielhauses am Nollendorfplatz zur Erstaufführung des Films in Deutschland, tags darauf lief er in den deutschen Kinos an. Bereits in dieser Fassung waren Namen jüdischer Mitwirkender aus dem Vorspann getilgt und der Film von 139 Minuten um 53 Minuten auf 85 Minuten gekürzt worden. Geschnitten wurde unter anderem Szenen, in denen beispielsweise die Rekruten den Kasernenhofschinder Himmelstoß verprügeln, und die Verweigerung der Ehrenbezeugung durch Paul Bäumer. Auch in anderen Ländern wurden Szenen geschnitten: In Frankreich wurden etwa die Liebesszenen zwischen den französischen Frauen und den deutschen Soldaten entfernt.

Trotz der Kürzungen veranlasste insbesondere in Berlin Joseph Goebbels, zugleich dortiger Gauleiter der NSDAP und Reichspropagandaleiter seiner Partei, eine massive Kampagne gegen den Film. Mit Hilfe der SA organisierte er Massenaufläufe und handgreifliche Krawalle vor und in den Kinos. Mehrfach sprengten Nationalsozialisten, die zunächst in Zivil Karten für eine Filmvorstellung erworben hatten, kurz nach Beginn des Films die Aufführung, indem sie beispielsweise Rauch- oder Stinkbomben zündeten oder bei mindestens einer Gelegenheit zahlreiche Mäuse freiließen.

Gleichzeitig attackierte die NS-Presse die preußischen Behörden, dass der Film verboten werden müsse, weil er die öffentliche Ordnung gefährde; als Beleg für diese Behauptung führte Goebbels in seinen Leitartikeln gerade jene Ausschreitungen als Argumente gegen den Film ins Feld, die er selbst durch die Berliner SA hatte vom Zaun brechen lassen, wobei sicherlich auch weite Teile der konservativen Beamtenschaft insgeheim mit den Aktivitäten von NSDAP, Stahlhelm und Veteranenverbänden sympathisierten. Letztlich hatte diese Strategie Erfolg. Auf Antrag der Landesregierungen Thüringens, Braunschweigs, Sachsens, Bayerns und Württembergs verbot die Oberste Filmprüfstelle unter der Leitung von Ernst Seeger am 11. Dezember die Vorführung des Films im Deutschen Reich wegen der von ihm ausgehenden „Gefährdung des deutschen Ansehens in der Welt“ und der „Herabsetzung der deutschen Reichswehr“. Der Film habe eine „ungehemmte pazifistische Tendenz“, und „wenn eine derartige Darstellung auf die Menschen treffe, könne bei der heutigen seelischen Not nicht ausbleiben, daß Explosionen entstünden.“ (F.-B. Habel: Zerschnittene Filme, S. 53)

Dieses Verbot stieß auf heftige Proteste. Namentlich Carl von Ossietzky, Carl Zuckmayer, Heinrich Mann, Herbert Ihering und Käthe Kollwitz setzten sich für den Film ein. Erst nach einer Novellierung des Lichtspielgesetzes (Lex Remarque), die am 31. März 1931 in Kraft getreten war, wurde der Film am 8. Juni 1931 „für bestimmte Personenkreise und in geschlossenen Veranstaltungen“ wieder freigegeben. Am 2. September 1931 erfolgte die allgemeine Wiederzulassung des Films in einer nochmals gekürzten Fassung. Die Produktionsfirma musste sich überdies verpflichten, „zukünftig auch im Ausland nur noch diese von den deutschen Zensurbehörden genehmigte Fassung zu zeigen.“ Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Im Westen nichts Neues endgültig verboten. …“ | https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Im_Westen_nichts_Neues_(1930)&oldid=211649612 (6. Mai 2021)

[Spannungsverhältnisse (Wahrnehmungsverunsicherung)#7… ]

„Le Secret“ (Frankreich 1974)

“ … Das Netz der tausend Augen ist ein französischer Thriller aus dem Jahr 1974. Der von Regisseur Robert Enrico inszenierte Film gilt als Meisterwerk des „Paranoia-Thrillers“, einem Subgenre des französischen Kriminalfilms, das vor allem in den 1970er Jahren verbreitet war. Allgegenwärtig in diesen Filmen ist das Misstrauen und die Angst gegenüber der Staatsmacht. … Ein Dialog zwischen Julia und Thomas bringt die Atmosphäre des Films auf den Punkt. Auf Julias Einwand „Und wenn er verrückt ist?“ antwortet Thomas: „Und wenn er’s nicht ist?“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Netz_der_tausend_Augen (31. März 2021)

Bretzelburger (28. April 2011) Zu: „Le secret [Il segreto / Das Netz der tausend Augen (R: Robert Enrico, 1974)] : “ … Das Geheimnis, das der Filmtitel andeutet, bekommt [ ] eine doppelte Funktion. Zum Einen wird damit die Information bezeichnet, durch deren Verbreitung sich der Staat in Gefahr sieht, weshalb er Jeden aus dem Verkehr zieht, der als Mitwisser verdächtigt wird, zum Anderen verweigert sich der Film damit selbst jeder konkreten Einordnung, indem er konsequenterweise das Geheimnis nicht verrät. Die Intelligenz des Films liegt darin, dass es letztlich keine Rolle mehr spielt, ob man die hier formulierten, außerhalb der demokratischen Gesetzgebung stehenden Methoden, für real oder paranoid hält, denn allein die Interaktion der drei Protagonisten genügt schon, um die Selbstzerstörung deutlich werden zu lassen, die allein durch Desinformation entsteht. … Trintignant ist gleichzeitig Opfer und Täter. Der Film vermeidet eine politische Zuordnung seiner Person, die nie ideologische Meinungen vertritt und einmal sogar Verständnis für das Verhalten des Staates äußert. Dazu wirkt Davide jederzeit ernst und ist nie bemüht, etwas aufzuklären oder sich emotional zu verhalten. Seine Figur bleibt neutral, erzeugt bewusst keine Sympathien und ist indifferent in ihren Intentionen. Ob er tatsächlich wahnsinnig ist, wie die offiziellen Stellen behaupten, oder im Gegenteil von besonderem Bewusstsein, bleibt im Film lange Zeit offen. Diese Konstellation spiegelt eine klassische Informationssituation wider, deren Wahrheitsgehalt für den Außenstehenden nicht überprüfbar ist, und somit gegensätzliche Reaktionen auslösen muss … Dass „Le secret“ keine ideologischen Angriffe gegen eine personalisierte Institution äußerte, und sich an keinen realen Ereignissen dieser Zeit orientierte, von denen es genügend gegeben hätte, ist aus heutiger Sicht seine Stärke. …“ | http://bretzelburger.blogspot.com/2011/04/le-secret-il-segreto-das-netz-der.html |-.- | https://de.wikipedia.org/wiki/1974 | -.- | „… Bekannt ist auch das Zitat “Just because you’re paranoid doesn’t mean they’re not after you” …“ https://de.wikipedia.org/wiki/Paranoia | -.- | https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Psychopathologisches_Symptom

(08.06.2012): „… Als Brigitte Bardot erfuhr, dass Jean-Louis Trintignant ihr Partner in dem Spielfilm „Und ewig lockt das Weib“ sein werde, soll sie gesagt haben: „Der ist doch viel zu klein und hässlich.“ Einige Wochen später waren die beiden ein Paar. …“ | https://programm.ard.de/TV/arte/das-netz-der-tausend-augen/eid_287247924175213

[Der Blick in die Kamera #38… ]

Anicée Alvina (1953 – 2006)
in Das beständige Gleiten der Begierde

“ … Glissements progressifs du plaisir ist ein französischer Film des Schriftstellers und Regisseurs Alain Robbe-Grillet aus dem Jahr 1974. … In Italien löste der Film einen Skandal aus, der zu einem Prozess gegen den Verleiher führte. Robbe-Grillet schildert den Prozess und seinen Zeugenauftritt in seinem zweiten autobiographischen Text Angélique oder Die Verzauberung. Als Ergebnis wurden das italienische Negativ und die Kopien des Films öffentlich verbrannt. …“ | Aus: „Das beständige Gleiten der Begierde“ https://de.wikipedia.org/wiki/Das_best%C3%A4ndige_Gleiten_der_Begierde (3. Februar 2021)

[Zeit im Bild #48 … ]

Fotos vom Dreh – Jan Kadlec: „Das Spinnennetz“ (1989)
https://jankadlecproducer.com/work/das-spinnennetz

“ … Das Spinnennetz ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1989 von Bernhard Wicki. Es ist die Filmadaption des Fortsetzungsromans Das Spinnennetz von Joseph Roth. … Vor dem Hintergrund des Inflationsjahres 1923 zeigt der Film in ausführlicher und detailgenauer Weise die unterschiedlichen Lebenswelten in Berlin: das großbürgerliche Milieu im Hause des Bankiers Efrussi, das kleinbürgerliche Milieu der Familie Lohse, das linke Künstler- und Intellektuellenmilieu, das jüdische Scheunenviertel und das adelige ostelbische Großgrundbesitzermilieu. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Spinnennetz_(1989) (11. März 2021)

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“ … Das Spinnennetz ist ein nicht zu Ende geführter Fortsetzungsroman von Joseph Roth, der vom 7. Oktober bis zum 6. November 1923 in der Wiener Arbeiter-Zeitung vorabgedruckt wurde. Die erste Buchausgabe erfolgte posthum 1967 in Köln und Berlin. … Der Protagonist des Romans, [der aus dem Ersten Weltkrieg heimkehrende] Leutnant Theodor Lohse, hasst Sozialisten und Juden. Er beginnt nach dem Ersten Weltkrieg als Student der Rechte in Berlin und verdingt sich als Hauslehrer bei dem jüdischen Juwelier Efrussi. Das Sich-Einfügen ins ungewohnte zivile Leben fällt ihm schwer. Er kündigt beim Juwelier und wird Mitglied der Münchner „Organisation S II“. … Helmuth Nürnberger lobt den „Scharfblick des Autors“. Der Roman bleibe „Zeugnis einer hellseherisch anmutenden politischen Intelligenz“. … Kiesel macht unter der Überschrift Politischer Mord in Erzählwerken der Jahre 1923 bis 1930 als Tatmotive Leutnant Theodor Lohses brutales Karrierestreben und Antisemitismus fest. Joseph Roth habe zudem die „gesellschaftliche Akzeptanz“ des Täters Lohse im Nachkriegsdeutschland dem Leser vor Augen geführt.“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Spinnennetz (25. Januar 2021)

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“ … Rezensionsnotiz … 08.11.2011 „Joseph Roth, Stefan Zweig – Jede Freundschaft mit mir ist verderblich – Briefwechsel 1927 – 1939 Wallstein Verlag, Göttingen 2011, ISBN 9783835308428 … “ … Bewegt berichtet Rezensent Wilhelm von Sternburg von [dem] Briefwechsel zwischen Joseph Roth und Stefan Zweig, der ihm zwei Schriftsteller zeigte, die mit Entsetzen den Niedergang Deutschlands und Österreichs beobachteten und darüber in den eigenen Untergang getrieben wurden. Roth trank sich im Pariser Exil zu Tode, Stefan Zweig nahm sich zusammen mit seiner Frau in Brasilien das Leben. Der Briefwechsel, der die Jahre 1927 bis 1939 umfasst, ist ein ungleicher, berichtet Sternburg, die meisten Briefe stammen von Roth und sind zum Teil unter gehörigem Alkoholeinfluss geschrieben, wie der Rezensent vermutet: Roth schimpft und klagt über all seine Gläubiger, immer wieder bittet er den besser situierten Zweig um Geld. Sternburg liest dies berührt, bemerkt aber auch, dass Roth offenbar Zweig als Schriftsteller nicht ebenso geschätzt hat, wie er von diesem geachtet wurde. …“ | https://www.perlentaucher.de/buch/joseph-roth-stefan-zweig/jede-freundschaft-mit-mir-ist-verderblich.html

[Zu den Spielregeln der Zensur #4… ]

„Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“
// „The Cook, the Thief, His Wife & Her Lover“ (Peter Greenaway: 1989)
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Koch,_der_Dieb,_seine_Frau_und_ihr_Liebhaber

“ … Peter Greenaways Film Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber ist eine „farbenprächtige Friß-und-stirb-Groteske“ … Greenaways wohl bekanntester Film zeichnet sich durch äußerst vulgäre Sprache aus, behandelt schonungslos und direkt Themen wie Sex, Macht, Unterdrückung, Gewalt, Kannibalismus etc. Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber basiert auf dem Model der Jakobinischen „Revenge Tragedy“, die sich durch ihre Besessenheit von „human corporeality – eating, drinking, defecating, copulating, belching, vomiting, nakedness and blood“ auszeichnet. Es verwundert nicht sonderlich, dass der Film in den USA von der Zensur als X-Rated eingestuft und damit wie ein Pornofilm behandelt wurde. Greenaway erläutert, auf die amerikanische Zensur angesprochen, seine Intension folgendermaßen: „Ich glaube, dass man über den Film so erschrak, weil er Tabus auslotete. Er stellte präzise und seriöse Fragen zu den Extremen der menschlichen Erfahrung. Das nicht, um sie zu zelebrieren. Mein Film sollte den Zuschauern helfen, das Normale zu verstehen.“ … Außerdem beeinflußte den Regisseur die „vulgäre, phantasielose, anti-intellektuelle Thatcher- Regierung und ihr soziales Pendant, die neue Yuppie-Mittelklasse, die sich mit Kunstwerken und Kulturereignissen schmückt.“ Somit ist Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber auch als politische Allegorie Thatcher-Englands zu lesen. … Die Arbeitskleidung von Greenaways Alterego bleibt durchgehend weiß. „Der Koch, das bin selbstverständlich ich …“ … Der Koch, so Willem van Reijen, zeige „gottähnliche Züge“ und stelle den Antipoden zum Dieb dar, „zum nahezu metaphysisch Bösen, zu jener Gestalt, die sich als ‚Fürst dieser Welt’ präsentiert.“ …“ | Aus: „Farbe im Film: „Drei Farben: Blau“ (Krzysztof Kieslowski), „Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“ (Peter Greenaway), „Die fabelhafte Welt der Amélie“ (Jean-Pierre Jeunet) Verfasser: Mark Bachmann “ (Diplomarbeit, Wien 2010) | Quelle: http://othes.univie.ac.at/8412/1/2010-02-04_0404374.pdf
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“ … Neben Regisseuren wie David Lynch (Blue Velvet), Lars von Trier („Europa“) oder Peter Greenaway (Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber) zählen auch Joel und Ethan Coen zu den zentralen Regisseuren des postmodernen Kinos der Achtzigerjahre. …“ | Aus: „O Brother, Where Art Thou?“ Christian Horn (Datum?) | https://www.filmstarts.de/kritiken/29785/kritik.html
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“ … Gewaltexzesse werden zum täglichen Spektakel und auch Chefkoch Richard Boars (Richard Bohringer), Kellner und Gäste zu Opfern des herrschsüchtigen Kleingeistes. Verständlicherweise entscheidet Georgina eines Tages, sich Zuneigung und Leidenschaft an anderer Stelle zu besorgen. Auf der Toilette der zentralen Filmlokalität verführt sie ausgerechnet den schüchternen Buchhändler und Stammgast Michael (Alan Howard). Aus puristischem Sex wird einfühlsame Liebe, und gedeckt durch Koch und Personal treibt es das heimliche Paar in jedem denkbaren Versteck des „Hollandaise“. Doch der eifersüchtige Albert – wie sollte es anders sein – wittert die Affäre. Eine brutale Hetzjagd beginnt. … Vor dem geschulten Auge entlarvt sich ein breiter Diskurs, der über eine politische Interpretation weit hinausgeht und zwischen dem tragischen Kunstkonzept der Groteske, der mythologischen Todessymbolik, der niederländischen Stilllebenmalerei, der jüdisch-kabbalistischen Farbenlehre und der abendländischen Religionslehre pendelt. … Greenaway war nie ein Hollywoodregisseur, der die breite Masse ins Kino holen wollte. Wie er immer wieder betont, ist das konventionelle Kino für ihn längst Vergangenheit. Mit „Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“ hat er ein opulentes, schwarzes und groteskes Drama geschaffen, das als einmalig innerhalb der Filmgeschichte angesehen werden kann. Kameraführung, Szenenaufbau und die von Michael Nyman komponierte Filmmusik sind dabei exakt auf die filmische Handlung abgestimmt, ganz im Sinne des pedantischen Schöpfers. … Im Rahmen eines intellektuellen Autorenfilms und bei all denjenigen, die sich auf die Ansprüche und Wahrnehmungen des Künstlers einlassen können und wollen, verdient der Film [ …] das Prädikat „Meisterwerk“. …“ | aus: „Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“ Anna Lisa Senftleben (Datum?) | Quelle: https://www.filmstarts.de/kritiken/5093/kritik.html
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“ … »Man verläßt den Film mit einer Verstörung«, schrieb der Evangelische Pressedienst, »von der man nicht weiß, ob sie eher im Gehirn oder in den Eingeweiden sitzt.« … „Das große Fressen“ Schon vor Greenaway hatte Marco Ferreri in seinem Film (Frankreich/Italien 1973) entdeckt, wie schnell einen die Lust am Essen in den Tod treiben kann.“ …“ (DER SPIEGEL 26/1992) | https://www.spiegel.de/politik/montag-a-229354ae-0002-0001-0000-000013685399


[Bürgerliche Illusion und Wirklichkeit #1 …]

“ … In seinem Aufsatz „Subjekt und Macht“ erläuterte Michel Foucault … Er versteht das Subjekt als das empirische Ich, das kulturell und historisch bestimmt ist. „Das Wort Subjekt hat zwei Bedeutungen: es bezeichnet das Subjekt, das der Herrschaft eines anderen unterworfen ist und in seiner Abhängigkeit steht; und es bezeichnet das Subjekt, das durch Bewusstsein und Selbsterkenntnis an seine eigene Identität gebunden ist.“ Foucault wandte sich gegen die Vorstellung eines autonomen Subjekts und betonte die Geschichtlichkeit des Menschen und seine Eingebundenheit in gesellschaftliche Lebensverhältnisse. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt_(Philosophie) (4. Januar 2021)

Zwei Freundinnen (Originaltitel: Les Biches, wörtlich: „Die Hirschkühe“) ist ein 1968 erschienener Film von Claude Chabrol | https://de.wikipedia.org/wiki/Zwei_Freundinnen

Ines Walk (13.09.2010): “ … [Claude Chabrol … Der “Chronist des französischen Bürgertums” legte Ende der 1960er einige Meisterwerke vor] … Viele damalige Kritiker warfen ihm Zynismus und Verachtung vor, weil er ungeschönt auf das bürgerliche Leben schaute, und es scheinbar distanziert und kalt beobachtete. … Er selbst sagte zu seiner Arbeit: “Filme mit einer Botschaft bringen mich entweder zum Kotzen oder zum Lachen. Ich finde es unmoralisch, dem Zuschauer eine Moral aufzudrücken, ihn beeinflussen zu wollen, ihm sozusagen ein Hirn-Klistier einzupflanzen. Ein Film sollte das Publikum vielmehr zum eigenständigen Nachdenken anregen. Darum versuche ich nur, die Menschen präzise so zu zeigen, wie sie sind. Es wäre doch heuchlerisch, sie zu verurteilen – schließlich hat jeder von uns Dreck am Stecken.” …“ | https://www.moviepilot.de/news/claude-chabrols-abrechnungen-mit-der-bourgeoisie-108045

[Zum Wahn der Liebe #94 … ]

“ … The 1940 film version of Rebecca, based on Daphne du Maurier’s 1938 novel of the same name, was a psychological thriller with nod to the gothic tradition. The black-and-white film, which captured the moody, mysterious feel of the book, was the first American film by director Alfred Hitchcock.
Joan Fontaine starred in the role of the naïve young woman who marries a brooding widower Maxim de Winter, portrayed by Laurence Olivier. Rebecca, the departed first wife of de Winter, is never seen in the film, but casts a powerful shadow over the inhabitants of Manderlay castle….“ | https://www.literaryladiesguide.com/film-adaptations-of-classic-novels/rebecca-1940-movie-based-on-the-novel-by-daphne-du-maurier/


Mathias Hirsch: „… Die Idealisierung fälscht das Urteil über das Liebesobjekt. Freud spricht es nicht direkt aus, bezeichnet aber eine Art von phantasmatischer Verschmelzung zwischen Subjekt und Objekt, wenn er meint, »daß das Objekt so behandelt wird, wie das eigene Ich, daß also in der Verliebtheit ein größeres Maß narzißtischer Libido auf das Objekt überfließt.[…] Man liebt es wegen der Vollkommenheiten, die man für das eigene Ich angestrebt hat und die man sich nun auf diesem Umweg zur Befriedigung seines Narzißmus verschaffen möchte« (ebd.,S.124). … »Es schweigt die Kritik, die von dieser Instanz ausgeübt wird; alles, was das Objekt tut und fordert, ist recht und untadelhaft. Das Gewissen findet keine Anwendung auf alles, was zugunsten des Objektes geschieht; in der Liebesverblendung wird man reuelos zum Verbrecher. Die ganze Situation läßt sich restlos in eine Formel zusammenfassen: Das Objekt hat sich an die Stelle des Ich-Ideals gesetzt.« …“ | Aus: „Das Phänomen Liebe“ (2018) | https://www.psychosozial-verlag.de/pdfs/leseprobe/9783837927610.pdf

Wibke Bergemann (16.06.2019): “ … Für Mentzos steht am Anfang einer Psychose ein unlösbares Dilemma: In der Beziehung zu anderen Menschen schwankt der Betroffene zwischen übersteigerter Nähe und extremer Distanz. Als Ausweg verlässt der Betroffene die Realität und „rettet“ sich in den Wahn. …“ | https://www.deutschlandfunk.de/psychosen-wahn-und-wirklichkeit.740.de.html?dram:article_id=451348

Felizitas, 37 Jahre: „Wenn ich karierte Tischdecken sehe, ist das tiefe Gefühl der Verbundenheit mit diesem Menschen plötzlich wieder da. Klingt ziemlich bescheuert, ist aber so. Wir haben uns nämlich auf einem Volksfest kennengelernt. Es war magisch. Aber magische Liebe hat nicht immer etwas mit einer funktionierenden Beziehung zu tun.“

Anonym: „Ich glaube, wenn man jemanden wirklich liebt, so richtig aus tiefstem Herzen, dann gibt man einen Teil aus seiner Seele und nimmt immer einen Teil des anderen mit.“

Mia, 33 Jahre: „Ich träume regelmäßig von meinem Exfreund, obwohl wir schon seit über 10 Jahren getrennt sind, ich inzwischen verheiratet bin und zwei Kinder habe. Ich glaube, er ist eine Art Projektionsfläche für mich geworden. Er ist meine geistige Flucht in die alte Freiheit, denn in meiner realen Welt spielt er eigentlich keine Rolle mehr.“

Anonyme Leserin: „Die Begegnung ist 20 Jahre her, wir haben uns seit Jahren nicht gesehen und leben beide in glücklichen Beziehungen. Für mich ist er nicht der Mann meines Lebens, aber der Mann meines Herzens geblieben.“

Nervengewitter #12: “ … Nostalgie ist schön, gerade weil sie nicht an der Realität zerschellen kann. …“

Richi Rich #14: “ … Ich war 7 Jahre mit meiner Ex-Partnerin zusammen. Ich habe sie sehr geliebt und wollte mit ihr zeitnah eine Familie gründen. Zufällig habe ich entdeckt, dass sie seit Monaten eine Affäre mit einem Mann in einer anderen Stadt hat. Ich habe sie zur Rede gestellt, sie hat es sofort zugegeben. Eine Stunde später war sie ausgezogen. Es gab keinerlei Gespräche. Ich habe sie seit dem nie wieder gesehen und wir hatten bis auf SMS im Zusammenhang mit ihrem Auszug keinen Kontakt mehr. Von heute auf morgen war sie einfach weg, verschwunden aus meinem Leben. Das ganze ist so surreal, …“

Quelle: https://www.zeit.de/campus/2021-02/vergangene-liebe-beziehungen-nostalgie-sehnsucht-affaeren-erinnerung/komplettansicht

[RWF #10… ]

“ … Jean de Baroncelli stellte am 19. Januar 1980 in Le Monde auf die allegorischen Qualitäten des Films ab: der Film präsentiere Maria Braun mit einer „leuchtenden Einfachheit“ als Allegorie für Deutschland, sie sei wie das Land „ein Wesen, das mit auffälligen teuren Kleidern angetan ist, das aber seine Seele verloren hat“. … „Fassbinders Geschichtsschreibung ist eine private“, stellt Pott fest. Indem er Geschichte am persönlichen Schicksal einer Frau festmacht, synchronisiert er deren Schicksal mit dem ihrer Umwelt. Figuren wie Maria werden in Fassbinders Werk somit zu „Inkarnationen ihrer Epoche, parabolisch spiegeln sie in ihrem politisch unbewussten Privatleben die kollektive Mentalität der Zeit“. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Ehe_der_Maria_Braun (10. Oktober 2020)

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