Kategorie: Cinema.Exposure

[Mythen meiner Kindheit #12… ]

[ Joachim Biemann – Eisenbahn im Film: “ … Während einer Bahnfahrt beobachtet Miss Jane Marple (Margaret Rutherford) den Mord an einer jungen Frau, welcher im Abteil eines parallel fahrenden Zuges verübt wird. Sie meldet den Vorfall zwar sofort dem Schaffner, doch wird in der Folge nirgends eine Leiche gefunden, weshalb die Behörden die Untersuchung des angeblichen Mordfalls rasch einstellen. Die schrullige, aber ebenso resolute alte Dame lässt jedoch nicht locker und stellt mit Hilfe des Bibliothekars Mr. Stringer (Stringer Davies) – und entgegen dem ausdrücklichen Ratschlag von Inspector Craddock (Charles Tingwell) – eigene Nachforschungen an, welche sich schon bald auf den Landsitz „Ackenthorpe Hall“ konzentrieren. …] | http://www.eisenbahn-im-film.de/info/murder.htm | Bild via // https://de.wikipedia.org/wiki/16_Uhr_50_ab_Paddington_(Film)

[Im Spiegel #16… ]

Le dernier métro (François Truffaut,1980) [‚… The film is set during the time of the French occupation. It demonstrates passive resistance through culture in the story of a small Parisian theatre surviving censorship, anti semitism and material shortages to emerge triumphant at the war’s end. …‘ | http://www.cinemamuseum.org.uk/2016/french-sundaes-le-dernier-metro-1980/] | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_letzte_Metro

// Le dernier métro (1980)
Timeline of Historical Film Colors
(21 Images) Color system
https://filmcolors.org/galleries/le-dernier-metro-1980/

[The Green Fog (2017) … ]

The Green Fog is an experimental film (63 min) directed by Guy Maddin, Evan Johnson, and Galen Johnson that loosely revisits the plot of Alfred Hitchcock’s movie Vertigo through a collage of found footage repurposed from old movies and television shows set in San Francisco. … | https://en.wikipedia.org/wiki/The_Green_Fog | https://vimeo.com/356966508


Movie Review – The Green Fog – Guy Maddin delivers an experimental feature that’s pure entertainment Clips from movies shot in San Francisco are edited into a reimagining of Alfred Hitchcock’s Vertigo. By J.R. Jones (2018)
https://www.chicagoreader.com/chicago/the-green-fog-guy-maddin-san-francisco/Content?oid=46443330

[Zu den Spielregeln der Zensur #3… ]

“ … Das Todeshaus am Fluß (House by the River) ist ein US-amerikanischer Film noir des deutsch-österreichischen Regisseurs Fritz Lang aus dem Jahr 1950. … Ursprüngliche wollte Lang die Figur des ermordeten Dienstmädchens zu einer Afroamerikanerin machen, was ihm aber das Zensurbüro des Hays Codes untersagte, da nach diesem erotische Begierde zwischen Schwarzen und Weißen nicht gezeigt werden durfte. … House by the River hatte am 23. März 1950 seine Premiere in Los Angeles, landesweit kam der Film zwei Tage später in die amerikanischen Kinos. In Deutschland feierte Das Todeshaus am Fluß erst mit einer Fernsehausstrahlung am 29. August 1986 seine Premiere. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Todeshaus_am_Flu%C3%9F

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #55… ]

Die Kraniche ziehen (1957) | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Kraniche_ziehen

Herbert Spaich (6.Mai 2012): “ …Mit dem Tod Josef Stalins am 5. März 1953 begann eine neue Ära in der Sowjetunion, die als „Tauwetter-Periode“ in die Geschichte eingegangen ist. … Bei den Filmfestspielen von Cannes 1958 wurde die sowjetische Produktion „Die Kraniche ziehen“ als Sensation gefeiert …“ | https://filmspaicher.de/sowjetische-tauwetter-filme // https://de.wikipedia.org/wiki/Tauwetter-Periode

“ … Die Tauwetterperiodehat [hat] eine riesige Welle von Filmen hervorgebracht, vor allem im Vergleich zu der stalinistischen Periode, die als „Malokartinje“ bezeichnet wird. Doch das Phänomen der Tauwetterkriegsfilmästhetik wird in der Kultur-und Filmwissenschaftin der Regel nur anhand einiger Meisterwerke wie Letjat žuravli (1957), Ballada o soldate (1959), Sud’ba čeloveka (1959) und Ivanovo detstvo (1962) verallgemeinert. Die Analyse der Ästhetik des Tauwetterfilms wird nur auf diese weltberühmten Meisterwerke reduziert. … die sowjetische posttraumatische Gesellschaft der 1960er Jahre [verfügt] nicht nur über melancholische, sondern auch über schizophrene Merkmale. Das passiert dann, wenn im Bewusstsein der Subjekte derselben Gesellschaft, in der jedes Subjekt mehr oder weniger ein Trauma erfuhr, zwei sich gegenseitig ausschließende Versionen der Vergangenheit existieren, die sich in einem passiven Konflikt gegenüberstehen. Auf der einen Seite ist da die verdrängte, intime, traumatisierende, kritische, unausgesprochene, eine persönliche Kränkung enthaltende Geschichtsversion; auf der anderen Seite die offizielle, zur Schau gestellte, ideologisch akzeptierte und „genehmigte“, manchmal auch eher neutrale Version der Vergangenheit, … . Es war aber insbesondere die zweite Version des Gedächtnisses, die die Erinnerungkultur für die nachfolgenden Generationen Russlands wesentlich prägte. Etkind bezeichnete diese gleichzeitige Existenz mehrerer Dimensionen sich gegenseitig ausschließender und zuweilen unlogischer Erinnerungen über dieselbe Ereignisse mit einer gewissen Ironie als „Multihistorismus“ in Analogie zum westlichen Multikulturalismus. … Solženicyn und viele andere Forscher, die einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der sowjetischen Erinnerungskultur geleistet haben, unterstrichen, dass die Opfer des Kommunismus oftmals nicht verstanden haben, warum das System plötzlich damit anfing, in ihnen Feinde und Verräter zu sehen, und bis zuletzt auf einen guten Ausgang des schicksalhaften und absurden, wie sie meinten, Missverständnisses hofften. Die unbewusste, verdrängte Angst vor dem sowjetischen Totalitarismus, die in der Filmkunst durch unheimliche Parallelen zum deutschen Nationalsozialismus reflektiert wird, ist das Hauptleitmotiv, mit dem die Regisseure-Šestidesjatniki [(Die ‚Sechziger‘ waren Vertreter einer neuen Generation der sowjetischen Intelligenz, von denen die meisten zwischen 1925 und 1945 geboren wurden und in den späten 1950er und 1960er Jahren – nach dem Chruschtschow-Tauwetter – in die Kultur und Politik der UdSSR eintraten.)] bewusst oder unbewusst in der Kriegsfilmästhetik der Tauwetterzeit gearbeitet haben. … Schmerzhaft nicht nur wegen des Schweregrades des Traumas selbst, sondern auch wegen der bekannten tragischen Folgen für die Kunstschaffenden und die Intelligenzija [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenzija], falls sie eine oder andere heikle Frage in der öffentlichen Diskussion ausgebreitet haben sollten. Mit anderen Worten, die Diskussion über das Trauma führte zur Wiederholung des Traumas im wortwörtlichen, physischen Sinne. … Die Analyse der Kriegsfilme aus der Tauwetterperiode hat gezeigt, dass die Unterwanderung der symbolischen Ordnung und der Ideologie in der Filmkunst für einen symptomatischen Ausdruck des sowjetischen Kriegstraumas steht. Die von den Regisseuren verwendeten Verfahren, vor allem die Verfremdungsverfahren dienen dabei der Visualisierung der traumatischen Symptome der sowjetischen Gesellschaft der 60er Jahren. Dem Rezipienten beziehungsweise dem Zuschauer des Films wird die Rolle zugeschrieben, die dargestellten Symptome zu erkennen und sie zu interpretieren…. “ | Aus: „Die Rolle des Imaginären in sowjetischen Kriegsfilmen: Zur Unterwanderung von symbolischer Ordnung und Ideologie in der Filmkunst nach dem Stalinismus“ Inauguraldissertationzur Erlangung des Doktorgrades der Philosophiean der Ludwig‐Maximilians‐Universität München vorgelegt von Evgenia Bezborodova aus Chemnitz (2018) | https://edoc.ub.uni-muenchen.de/22382/1/Bezborodova_Evgenia.pdf

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #53… ]

Monty Python and the Holy Grail“ (R: Terry Gilliam, 1975) | “ … Aufgrund akuter Budgetprobleme war es den Pythons nicht möglich, Pferde zu mieten und teure Reitstunden zu bezahlen. Um diesen Mangel zu übertünchen, belebten sie kurzerhand einen alten Peter-Sellers-Sketch neu: Die Knappen der Ritter schlagen jeweils zwei Kokosnusshälften gegeneinander, um so zumindest das klassische Pferdegetrappel zu imitieren, welches durch den reitenden Schritt der Komiker zusätzlich ‚verfeinert‘ wird.“ … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Ritter_der_Kokosnu%C3%9F (Oktober 2020)

Andreas Ströhl (22. November 2020): “ … Nobody expects the Spanish Inquisition, hieß ein Sketch von Monty Python. Ja, und niemand hat erwartet, dass dieser ewig kindliche, raffiniert alberne Großmeister des abseitigen Humors plötzlich 80 geworden ist. In diesem Moment müsste jetzt, und ich bitte alle, die dies lesen, ihre Vorstellungskraft zu bemühen, ein Fuß aus heiterem Himmel erscheinen, von „oben her“, wie Brecht sagen würde, und alles breit treten. Dazu wäre dann ein furzähnliches Geräusch hörbar. … Einen Whiskey Sour, einen doppelten, auf Dein Wohl, Terry! …“ | https://www.abendzeitung-muenchen.de/kultur/kino/terry-gilliam-wird-80-schoepfer-der-traumwelten-art-685502

(22.11.2020): “ … Die Monty Python-Komödie „Die Ritter der Kokosnuss“ war 1975 der erste Kinofilm, bei dem Terry Gilliam Regie führte. Später schuf er als Regisseur und Drehbuchautor Filmklassiker wie „Time Bandits“ (1981), „Brazil“ (1985) und „Angst und Schrecken in Las Vegas“ (1998) – visionäre Filme, die zunächst nicht unbedingt große Kassenschlager waren, heute aber Kultstatus genießen. „Ich habe nie gelernt, wie man Filme macht“, gibt Gilliam zu. „Ich hab vieles vorgetäuscht und vielen Leuten was vorgemacht. Ich lerne immer noch.“ …“ | https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_88984126/monty-python-promi-geburtstag-vom-22-november-2020-terry-gilliam.html

Andreas Busche (22.11.2020): “ … Gilliam, … hat nie verstanden, warum Menschen Drogen brauchen, um ihrer Imagination Flügel zu verleihen. Die Idee, Heath Ledger, der 2009 während der Dreharbeiten zu „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ verstarb, durch drei Schauspieler (Johnny Depp, Jude Law, Colin Farrell) zu ersetzen, folgt in diesem fantastischem Universum einer frappierenden Logik. Im modernen CGI-Blockbusterkino wirkt der Bastler Gilliam wie ein liebenswerter Anachronismus; mit den Kindsköpfen Lucas und Spielberg kann er nicht viel anfangen. Notfalls würde Terry Gilliam auch heute noch mit Kokosnüssen klappern. …“ | https://www.tagesspiegel.de/kultur/80-geburtstag-von-terry-gilliam-der-don-quijote-des-fantastischen-kinos/26646562.html

[Arbeit am Mythos #6 … ]

The Man Who Shot Liberty Valance (John Ford, 1962)

„Ein stimmungsvolles Zeugnis für die Erkenntnis, daß jede Epoche auf den Lügen der vorhergehenden basiert.“ – Thomas Jeier, 1987 | https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mann,_der_Liberty_Valance_erscho%C3%9F

Über: „Der Mann, der Liberty Valance erschoss (The Man Who Shot Liberty Valance, USA, 1962″: … Zu seinen Lebzeiten hat John Ford eine stets ambivalente Haltung gegenüber seiner Arbeit und seinen Filmen eingenommen; sie ebenso häufig stilisiert und radikalisiert wie ironisiert und distanziert betrachtet. Fords Film „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“ lässt sich als Sinnbild dieser Zwiespältigkeit deuten: „Hier werden die Legenden und Mythen des Western in Frage gestellt, die Ford selbst so oft besungen hat.“ …“ (Krusche/Labenski).(arte) | via


Johannes Fischer (4. Juni 2017): “ … Bemerkenswert ist auch, wie widersprüchlich die beiden Helden der Geschichte, Stoddard und Doniphon, dargestellt sind. So kann man den heldenhaften Idealismus, mit dem der junge Anwalt Stoddard für Recht und Gesetz kämpft, natürlich bewundern, aber zugleich wirken sein Fanatismus und seine Naivität befremdend. Und auch der eigentliche Held der Geschichte, Tom Doniphon wirkt ambivalent. Er kann schießen und kämpfen wie kein Zweiter, lässt sich nichts gefallen und hat vor niemandem Angst, aber im Leben scheitert er dann doch, vor allem, weil er Angst hat, der Frau, die er liebt, seine Liebe zu gestehen. Es sind souverän erzählte und dargestellte Ambivalenzen wie diese, die Der Mann, der Liberty Valance erschoss wunderbar vielschichtig … machen. …“ | https://johannes-fischer.net/blog/2017/06/04/grandios-john-fords-der-mann-der-liberty-valence-erschoss/

// John Ford (1894-1973)
// https://de.wikipedia.org/wiki/John_Ford



// Addendum / Side Note (1)

Essays · Westerns: John Wayne Burns His Hand: Gestures in The Man Who Shot Liberty Valance (John Ford, 1962) | Jacob Leigh (October 31, 2018)
Ford’s achievement as a director is exemplified by the subtle, expressive gestures that evoke unspoken feelings. … When Valance beats Stoddard, he declares: “I’ll teach you law, western law.” The film’s first discussion of law and order comes when it introduces John Wayne’s character, Tom Doniphon. … | https://brightlightsfilm.com/john-wayne-burns-his-hand-gestures-in-the-man-who-shot-liberty-valance-john-ford-1962/

[Zur Ontologie des nicht seienden #27… ]

“ … Die Coen-Brüder verweigern sich bei öffentlichen Auftritten meist sehr geschickt der Intellektualisierung oder Deutung ihrer Filme und ihrer Person. In Interviews geben sie häufig naiv anmutende, ironische, irreführende oder fragmentarische Antworten. … Die Interaktion der Brüder mit der Öffentlichkeit beruht nicht auf Authentizität oder ehrlicher Einordnung der eigenen Kunst, sie bemühen sich vielmehr, möglichst wenig von sich selbst preiszugeben. Ihr jahrelang im Abspann genannter Cutter Roderick Jaynes stellte sich als nicht existent heraus, die Brüder hatten ihre Filme selbst geschnitten. … Die Kunst der Coens wird so zu einem postmodernen, übergreifenden Narrativ, das jede Interpretation in Frage stellt. … [Die Filme der Coen-Brüder beschäftigen sich vornehmlich mit Verliererfiguren und deren Scheitern, das meist schicksalhaft und unumgänglich wirkt.] Die Auseinandersetzung mit den Coens und ihrer Kunst des Scheiterns konfrontiert mit dem eigenen Verhältnis zum Scheitern und dem Umgang, den man selbst und die direkte Umgebung damit pflegt. … “ | Aus: Maximilian Jonas Ahrens: „Die Coen-Brüder und die Kunst des Scheiterns“ (2018) | Quelle: https://monami.hs-mittweida.de/frontdoor/deliver/index/docId/10865/file/BachelorarbeitFINAL2.pdf // https://de.wikipedia.org/wiki/Ethan_und_Joel_Coen

Roderick Jaynes – Everything You Need to Know (30.11.2018) | https://youtu.be/tJYNuqs-MtE

[Zwischen Lust und Melancholie #8… ]

Lonesome Jim‚ (R:Steve Buscemi, 2005) | https://de.wikipedia.org/wiki/Lonesome_Jim

muh-vieh (2018): “ … Ich kann gar nicht sagen, weshalb ich den so mag, vielleicht weil er einfach wie das Leben ist. Erinnert mich ein bisschen an so alte DDR-Fernsehfilme. …“

Julia Teichmann (2007) “ … Steve Buscemi hat mit „Lonesome Jim“ seinen dritten Spielfilm gedreht. Sein Blick auf die Hinterwäldler ist nicht von oben herab, sondern von innen heraus, mit Galgenhumor, tragikomisch. […] Trotz skurrilster Charaktere und Wendungen erscheint die ganze Provinz-Misere und -posse nicht allzu abstrus. …“

moviepilot.de: “ … [so] zeichnet dieser Film ein lebendiges Portrait eines Kleinstadtlebens, welches zugleich lustig, traurig und wahr ist. Jim kehrt niedergeschmettert in seine Heimatstadt Goshen, Indiana zurück, nachdem er als Schriftsteller in New York kläglich gescheitert ist. Schnell merkt er warum er sein Heim damals schon verlassen hatte; eine etwas zu fürsorgliche Mutter, ein reservierter Vater und einen depressiven, älteren Bruder. …“ | https://www.moviepilot.de/movies/lonesome-jim-2

User (20. Juli 2020): “ … Zuerst mochte ich die Figur des Jim nicht, dem eine wundervolle Frau über den Weg läuft und der einfach nicht begreift was da vor ihm steht, der einfach sonst auch nichts hinkriegt und nicht weiß wie ein Mann handeln sollte. …“

Rob Fleming (20. Juli 2007): “ … die sensible Regie von Steve Buscemi, in der gerade die leisen Momente voll zur Geltung kommen. …“

“ … Peter Travers schrieb in der Zeitschrift Rolling Stone vom 21. März 2006, Buscemis „durchtriebener“ Humor und sein Sinn für Zwischentöne würden den Film prägen. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Lonesome_Jim

Gelöschter Nutzer (2009): “ … Es ist eine lustige Tragödie oder eine traurige Komödie. …“ | https://www.cineman.ch/movie/2005/LonesomeJim/review.html

[Der abwesende Blick #3 … ]

Gena Rowlands in A Woman under the Influence, John Cassavetes, 1974 | “ … John Cassavetes was inspired to write A Woman Under the Influence when his wife Gena Rowlands expressed a desire to appear in a play about the difficulties faced by contemporary women. His completed script was so intense and emotional she knew she would be unable to perform it eight times a week, so he decided to adapt it for the screen. When he tried to raise funding for the project, he was told, „No one wants to see a crazy, middle-aged dame.“ …“ | via | https://en.wikipedia.org/wiki/A_Woman_Under_the_Influence

[Zeit im Bild #43 … ]

Der Kommissar mit Erik Ode in der Titelrolle (1968–1975) | https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Kommissar

“ … Der Donner rollt, Gewitterregen prasselt in düsterem Schwarzweiß aufs Kopfsteinpflaster. Im Dunkel der Nacht nur ein geschlossenes Karussell, ein aufgespannter Schirm und ein Toter im Smoking auf der nassen Straße. Scheinwerfer erfassen die Leiche. Die dramatische Titelmusik setzt ein. So beginnt am 3. Januar 1969 die erste Folge der ZDF-Krimiserie „Der Kommissar“ … Binnen kürzester Zeit verfolgen bis zu 60 Prozent der Deutschen gebannt am Fernseher, wie Ode als „Der Kommissar“ am Freitag den Mord aus München aufklärt. Während langhaarige Hippies und kiffende Rebellen in Schwabing die Welt verändern, haben Studentenprotest und Wertediskussion in Kellers Weltbild noch keine Spuren hinterlassen. Altväterlich duzend, mal streng, mal milde, dirigiert Keller seine Assistenten-Truppe, gedanklich immer einen Schritt schneller als seine „Kinder“. Für den flotten Walter Grabert (Günther Schramm), den herben Robert Heines (Reinhard Glemnitz) und Harry Klein (Fritz Wepper), den blonden Benjamin, bleibt Keller respektvoll „der Chef“. Vom emanzipatorischen Zeitgeist völlig unberührt ist auch Kommissar Kellers forscher Umgang mit Frauen, im Büro vertreten durch Sekretärin Frl. Rehbein („Rehbeinchen“), die gute Seele. Seiner Ehefrau daheim schmeichelt der Kommissar: „Du bist dumm, aber lieb.“ …“ | Quelle: https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag8068.html

Frank Jöricke (03.01.2019): “ … „Der Kommissar“ war niemals langweilig. In keiner seiner 97 Folgen. Er war aber auch nie aufregend oder auf Action getrimmt. Das Höchstmaß an Rasanz war erreicht, wenn Robert, im Stile eines Aushilfs-Jerry-Cotton, über Jägerzäune hüpfte. Das sah lustig aus … 1976, im Jahr, als die zweite RAF-Generation im großen Stil Morde und Entführungen plante, war Schluss. Kommissar Keller als Terroristenjäger? Das wäre zu viel des Zeitgeists gewesen. … man [kann] schon etwas wehmütig werden im Rückblick auf den „Kommissar“ …“ | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/50-jahre-krimi-serie-der-kommissar-15969330.html

Swanhild Bernstein (04.01.2019): “ … Panorama seiner Zeit – Für mich ist die Serie ein besonderes Kunstwerk, weil sie nicht einfach eine Krimiserie ist sondern ein Zeitbild. Was heute als Klischee erscheint war damals Zeitgeist. Die Untertöne, die Motivationen der Personen, die Ermittler als Team und Freunde, die Qualität der Texte und Handlungen geben ein Panorama des Wirtschaftswunderlandes BRD. Wenn sich heute junge Menschen die 60er ansehen wollen, dann ist diese Serie erste Wahl. …“

Max Herbheimer (04.01.2019) “ … „Zeitgeist“ – Ich erinnere mich an Folge mit dem Titel „Ratten der Großstadt„. Gemeint waren keine Nagetiere, sondern Menschen, Obdachlose. So etwas wäre heute undenkbar. Es war eine ziemlich patriarchalische Veranstaltung. Der autoritäre Chef, Frauen sind zum Kaffee kochen da. Der „Zeitgeist“ war eigentlich schon weiter. Nur beim bayerischen Rundfunk noch nicht. …“

Markus Ahorner (04.01.2019): Hmmh, aus der Ferne besehen ist alles schön – Biedere Kameraführung, aktionsfreies Kino, zum Teil langweilige und psychologisch recht bemühte Drehbücher, unrealistische und immer gleiche Dialoge, höchstdeutsche Sprecher im tiefsten Oberbayern, alles und immer gerettet durch Schauspieler, von denen damals noch viele von der Bühne kamen – das gab’s auch im „Kommissar“. Als hartgesottener Cineast schaut man die sich natürlich trotzdem an … der deutsche Fernsehfilm der 60er und 70er arbeitet […] [viel mit] Dauerzoom und selektiver Schärfe. …“

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