[RWF #7… ]

Berlin Alexanderplatz – Rainer Werner Fassbinder (1980)

Victor-Katia (Posted on Jan 8 2015): “ … Relationships between Franz and Reinhold are paradigmatic for the human culture. It is a moral distance between Gandhi and Churchill, Allende and Pinochet, Kennedy and Nixon, Bukharin and Stalin, Dietrich Bonhoeffer and “survivalists by any means” under totalitarian regimes. And it is a spiritual distance between people like Samuel Clemens [Mark Twain], William Faulkner, Godard or Fassbinder and craftsmen exchanging entertainment for enter-payment. Relationships between Franz and Reinhold are modeled on the relationship between archetypal (not doctrinal) Good and Evil. … Fassbinder’s Biberkopf epics (following Doblin’s steps) is saying something very important to us, especially today in US when political naiveté makes its triumphal return – that Good and Evil, light and darkness, glory and envy have the same human substance, that it is Good and Evil’s common weakness of psychological immaturity what is the basis for their competitive obsession with each other, that good doesn’t know that it carries a lot of evilness, that good is not a super-human good and evil is not a metaphysical evil, that both are positions which human complexes take when they are exposed to human destiny, that hate and megalomaniacal postures are equally aggressive – the right and the left fists both deliriously fighting absolutized enemies. Franz and Reinhold! … If Franz is self-centered in his ego-ideal Reinhold is in his ego. … “ | http://www.actingoutpolitics.com/alexander-platz/

Christiane Peitz (06.05.2015): “ … das Ästhetische ist politisch, Fassbinders Erkundung der Machtverhältnisse in der Liebe, des Faschismus im Privaten. „Diese verstörenden Bildarrangements, mit Spiegeln, Rahmungen, Tiefenstaffelung, … Da ist sein fehlerfrei ins Diktafon gesprochenes „Berlin Alexanderplatz“-Script (78 Stunden!), … Und der Brief von Romy Schneider, die 1975 seine Anfrage wegen „Die Ehe der Maria Braun“ beantwortete. Irre, wie oft darin das Wort Angst vorkommt. Dazu Fassbinders Liebe zu Listen, zu Besetzungs-, Kalkulations- wie Fußballerlisten. Von wegen Chaot. … Das Rätsel Rainer Werner Fassbinder, gelöst? Viele Weggefährten sind tot, an Drogen gestorben, an früher Krankheit, an einer Überdosis Arbeit, an Nichtversöhntheit. …“ | https://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-70-von-rainer-werner-fassbinder-geliebt-und-gehasst/11733146.html

lemon / 25 August 2020 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Kunst.Encoder / 0 Comments

lemon / 17 August 2020 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Zur intrinsischen Logik des Kapitalismus #9 … ]

“ … „Shakespeares Drama als Folie für Kapitalismuskritik, die die Handlungsfäden der Geschichte geschickt mit den Mustern des Gangsterfilms und der „Schwarzen Serie“ verknüpft. …“ – Lexikon des internationalen Films (1996) …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Hamlet_goes_Business

Zu: Hamlet Goes Business (‚Hamlet Liikemaailmassa‘, R: Aki Kaurismäki, 1987): “ … Glaubt man Kaurismäki, so hat sich am Machthunger der Menschen seit dem Mittelalter nur wenig geändert. Was – wohl entgegen Kaurismäkis Intention – eigentlich eher dafür sprechen würde, den Fehler beim Menschen als beim Kapitalismus zu suchen. Wie auch immer: Die Korrumpierbarkeit der Protagonisten angesichts von Geld und Ruhm ist beeindruckend und die Mittel, deren sie sich bedienen, ebenso: Unvergesslich der Mord per Röhrenradio. …“ | https://www.xenix.ch/programm/mai-2014/eat-the-rich–20-filme-ueber-den-kapitalismus/hamlet-goes-business

lemon / 15 August 2020 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Von des Tanzes Wahnsinnwogen #6… ]

“ … Aron selbst wird fortgezogen Von des Tanzes Wahnsinnwogen, … Paukenschläge und Gelächter! …“ // Aus: „Das goldene Kalb“, Heinrich Heine, Romanzero (1851)

“ … Gegenüber der bloss subjektivfeindlichen Ironie, dem Spott oder Bespötteln bezieht die „Konstruktive Ironie“, so Musil, den Autor mit in ihre Darstellung mit ein […] “ … Wobei ich Wert darauf lege, dass mir Ironie nicht eine Geste der Überlegenheit ist, sondern eine Form des Kampfes …“ … Ironie wird […] als eine Art Metaethik verstanden, … als Reflexion … Es ist der Versuch „die Frage: wie kann und muss man heute leben?“ zu beantworten. … beide Lukacs wie Musil, schreiben der Ironie sowohl selbst- wie metareflexive Qualitäten zu … “ … Kunst ist Kontemplation. Der Künstler operiert mit Gedanken, Gefühlen und Empfindungen […] Der Künstler spielt nicht, er treibt Wissenschaft. Freilich kommt er zu keinen Wahrheiten, Allgemeinverbindlichkeiten, Objectivitäten. …“ … “ | Aus: „Robert Musil – Essayismus als Selbstreflexion der Moderne“ von Birgit Nübel (2008)

The Night of the Hunter (1955)

“ … Der Film wurde bei seiner Veröffentlichung von den Kritikern skeptisch beurteilt und vom Publikum abgelehnt. Mittlerweile gilt er aber als stilistisch einzigartiges Meisterwerk. … Mitchum spielt seinen Charakter bewusst übertrieben, bis an die Grenzen der Glaubwürdigkeit und im Stile des Epischen Theaters von Brecht: „Er ist eine durch sich selbst geschaffene Bühne, und es freut ihn, sowohl seine leichtgläubigen Zuschauer als auch seine eigene Darbietung anzusehen“, schreibt der zu dem Film forschende Jeffrey Couchman über Mitchums Figur. In einer Szene, als John ihn konfrontiert, scheint es den Prediger fast zu freuen, dass mit John jemand hinter seine Maske gekommen ist. Umso triumphaler macht es ihn, dass niemand John Glauben schenken wird. … Den Vorwurf, der Film sei zu künstlerisch („arty“) geraten, teilten fast alle Rezensenten aus den 1950er-Jahren. Laut Filmeditor Robert Golden warf ein Produzent der United Artists dies Laughton auch persönlich vor, woraufhin dieser ihn verbittert fragte: „Was verstehen Sie denn schon von Kunst?“ In der internationalen Kritik lobte François Truffaut den Film, prophezeite aber zugleich zutreffenderweise, dass es wahrscheinlich Laughtons einzige Regiearbeit bleiben werde, da er mit seinem Werk „gegen die Regeln des Kommerzes“ verstoßen habe. … In Deutschland schrieb Reclams Filmführer im Jahr 1973, der Film sei ein „eigenwilliger, manchmal monströser, aber immer faszinierender Film. Laughton bedient sich mancher Stilmittel der Stummfilmzeit, setzt weniger auf vordergründige Aktion, sondern kostet Gefühle und Stimmungen aus. Dabei gelingen ihm Bilder von naiver Schönheit und düsterer Kraft.“ … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Nacht_des_J%C3%A4gers (Juni 2020)

Rolf Obertreis (13.04.2014): “ … Schätzungen zufolge geht es um bis zu zehn Milliarden Euro. Diese Summe sollen Banken, Großanleger und Börsenbroker über Jahre bis Ende 2011 dem Fiskus vorenthalten haben – über Aktien-Geschäfte rund um den jeweiligen Termin der Dividendenzahlung. Bei den Finanzämtern laufen mehr als 50 Verfahren. … Offenbar geht es im aktuellen Fall um die Hypo-Vereinsbank (HVB), die Firma Rajon Financial Enterprises des im vergangenen Jahr verstorbenen Berliner Unternehmers und Mäzens Rafael Roth und eine Brokerfirma in London. Und dabei um angeblich zu Unrecht erstattete Steuern in Höhe von 124 Millionen Euro. Im Eigenhandel soll die Bank Dividendenstripping genutzt haben und sich zwischen 2005 und 2008 Steuervorteile von 273 Millionen Euro gesichert haben. Auch Carsten Maschmeyer, der ehemalige Eigentümer des Finanzvertriebs AWD, soll, wie andere Prominente, auf „Cum/Ex“-Geschäfte gesetzt haben, wegen der Zusicherung der beauftragten Bank in der Schweiz, dass dies seriös und legal sei. Jetzt streitet er mit dem Institut. …“ | https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/tricks-mit-der-ertragssteuer-steuerstreit-um-milliardengeschaeft-mit-dividenden/9758242.html

Christoph Meckel – Von den Luftgeschäften der Poesie – Dritte Vorlesung – Dritte Nacht, Auszug (1989): “ … Das Wort und sein Grundwasserklang, sein Widerhall, seine Aura – die Entheimlichung dessen, was nicht heimlich ist, nicht verstanden wird und kein Rätsel darstellt. Gottesnarrentum der Wörter und Silben, Weltreich der Substantive, die jedem gehören, bis auf weiteres scheintot im lexikalischen Grab, in den Schriften der babylonischen Bibliothek. Wörter und Wortschätze, die gehoben werden, wenn Neugier – die Lust auf Sprache – zu fragen beginnt. Der Wortfänger legt sein Magnet ins Universum der Sprachen – sein Magnet ist ein einzelnes Wort, ein einzelner Satz -, und die Wörter kommen, allein und in Rudeln, sie sammeln sich um sein Werkzeug und setzen sich an ihm fest, Wörter jeder Tonart und jeder Herkunft, aller Verwandtschaftsgrade und vieler Zeiten, die tatsächlichen und die erfundenen Wörter, die lauten, die stillen und die unzeitgemäßen, die veralteten, die neuen und ultraneuen, die geächteten, die vermißten und die geliebten – sie sind das Kapital der Luftgeschäfte, die Spielzeuge und das Vermögen des Baladin, der Grundstein und Bausteinbesitz des Homo faber, sie sind der Jeton des Spielers, der Dietrich des Diebes – was noch? …“ | https://www.signaturen-magazin.de/christoph-meckel–von-den-luftgeschaeften-der-poesie.html

(12.08.2020): “ … Wirecard hatte Scheinbuchungen in Höhe von mutmaßlich 1,9 Milliarden Euro eingeräumt, die der Konzern in seiner Jahresbilanz 2019 auf der Habenseite bilanzieren wollte – das Ergebnis wahrscheinlich nicht existierender Luftgeschäfte mit Subunternehmern in Südostasien und im Mittleren Osten. …“ | https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/bilanzskandal-bei-finanzdienstleister-bka-fahndet-oeffentlich-nach-wirecards-ex-manager-marsalek/26089460.html

“ … Pucher wurde laut „profil“ vor kurzem von der WKStA einvernommen. Dabei soll er ausgesagt haben, bereits 1992 mit Bilanzfälschungen begonnen zu haben – sonst hätte man dem Ergebnisdruck nicht standhalten können. …“ | Aus: „Mattersburg-Bank war schon vor 20 Jahren faktisch pleite“ (8. August 2020) |Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000119245680/mattersburg-bank-war-schon-vor-20-jahren-faktisch-pleite

Gunnery Sergeant Hartman (2020): “ … Also man kann in einem solch hoch reguliertem und kontrolliertem Sektor 20 Jahre insolvent sein und niemandem fällt das auf?! …“

Ralf Streck (11. August 2020): “ … Der Skandal über die Flucht des ehemaligen spanischen Regierungschefs, der sich vor einer Woche vor laufenden Ermittlungen wegen Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Korruption ins Ausland abgesetzt hat, weitet sich aus. Es gibt mehr Drama. Längst war klar, dass die sozialdemokratische Regierung in die gesamten Planungen eingebunden war. … „Niemand darf vergessen, dass wir über den früheren Staatschef Spaniens sprechen, dessen Sicherheit natürlich dem spanischen Staat zufällt“, erklärte Fernando Grande-Marlaska. Es soll sich um vier Beamte handeln, die mit Juan Carlos die Flucht ins Exil angetreten haben. Ob nur die Kosten für die Zivilgardisten von der Staatskasse übernommen werden, ist unklar. Über die Kosten herrscht, wie über alle anderen Fragen, Stillschweigen bei den Sozialdemokraten und in der Regierung. …“ | https://www.heise.de/tp/features/Bezahlen-Steuerzahler-die-Flucht-des-spanischen-Ex-Koenigs-4868053.html

jo_backinTown (11.08.2020 21:07): “ … Abu Dhabi. Hallo. Das ist ein Horror. Eine Mischung aus Grossbank, leerer Shoppingmall und sterilem Flughafen. Der alte Mann soll da den Rest seines Lebens verbringen. Das ist (soziale) Folter. Der geschasste König Faruk von Ägypten starb 1952 wenigstens stilvoll im Puff in Monaco. Tempi passati. Der wesentlich korruptere „Demokrat“ Franz Josef Strauß starb als Milliardär ganz friedlich am Herzinfarkt, während Ausübung seines Hobbys (= Jagd). …“

DAUerlutscher (12.08.2020 01:37): “ … Nein. Der im Grunde kerngesunde Hobbypilot*** FJS ist nach einer Kreislaufschwäche, die wohl einem zu üppigen Mittagsmahl geschuldet war, elendiglich erstickt, weil er falsch intubiert wurde. … Milliardär war er natürlich auch. Dafür hat schon alleine die Starfighter- Provison gesorgt. … „

Grippner “ … Pussy Galore schrieb am 12.08.2020 12:57:
War er nicht auch schwerer Alkoholiker?
Nein, er war Bayer. …“

lemon / 13 August 2020 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[RWF #6… ]

Ulrich Behrens: “ … Niklashauser Fart – Deutschland 1970, 90 Minuten (DVD: 86 Minuten), Regie: Rainer Werner Fassbinder … Die Geschichte, an die Fassbinder in einem seiner weniger bekannten Filme 1970 anknüpfte, hatte sich tatsächlich im Jahr 1476 im fränkischen Niklashausen ereignet. Der Pauker Hans Böhm verbrannte am 24. März dieses Jahres seine Pauke und verkündete den Bauern, ihm sei Maria erschienen und habe ihn aufgefordert, zum Volk zu sprechen. Schon bald werden aus den ursprünglich christlichen Ansprachen Böhms sozialrevolutionäre Forderungen, d.h. er will die Abschaffung der reichen Stände und ihrer Privilegien, er will gleichen Lohn für gleiche Arbeit und die Schaffung von Gemeineigentum der Bauern. Doch zwischen der Mentalität der Bauern und der Böhms klafften Welten. Denn die Bauern konnten sich eine Veränderung ihrer Situation ausschließlich durch ein Wunder vorstellen, nicht aber durch eigenes Handeln. In Böhm sahen sie keinen Revolutionär, sondern eine Art Messias. Böhm konnte diese Kluft nicht schließen. Und als er schließlich von der Obrigkeit festgenommen und am 15.7.1476 in Würzburg öffentlich verbrannt wurde, standen die Bauern untätig und apathisch beiseite. … Die Selbstzweifel über den eigenen Film kamen schon bald. Man sei sich schon bald nicht mehr über alles an dem Film sicher gewesen, und man denke darüber nach, warum man den Film gemacht habe: „… weil es ein Film über unsere eigene Situation ist.” … So sind denn auch die Schauspieler im Film kaum mehr als Statisten, Repräsentanten von Überzeugungen, aber kaum wirklich fühlende Menschen. Sie stehen für etwas, kaum für sich selbst – außer Fassbinder selbst als schwarzer Mönch. Man könnte fast sagen: „Niklashauser Fart” ist eine komplizierte Selbstdarstellung des Regisseurs und seiner Probleme innerhalb der Linken der damaligen Zeit. … Heute ist „Niklashauser Fart” „nur” noch eine Art Zeitdokument, ein Teil der Selbstdarstellung eines Teils der damaligen Linken, die sich in wenigen Jahren zersplitterte, verschwand, in Terrorismus ergoss oder den Marsch durch die Institutionen wagte, aus dem am Ende u.a. „Die Grünen” hervorgingen. Auf das Werk Fassbinders bezogen allerdings steht der Film in einem homogenen Kontinuum und ist daher zu Unrecht mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. …“ | https://www.follow-me-now.de/html/body_niklashauser_fart.html

lemon / 31 Juli 2020 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Schatten #14… ]

via ‚The Third Man‘ (1949): behind the scenes of the film noir masterpiece (in pictures) | https://www.theguardian.com/film/gallery/2019/sep/05/the-third-man-behind-the-scenes-film-noir-in-pictures

Ian Thomson (2019): “ … Carol Reed was courageous enough to give the film a determinedly unhappy ending, which even the pessimistic Greene was reluctant to endorse. Reed stuck to his conviction that Anna would not have any cause to love the man who had just betrayed and shot dead her lover. Wonderfully, at the conclusion she walks past Martins as he waits for her in the cemetery after Lime’s burial, not even pausing to acknowledge him. A writer of religious doubt rather than of religious certainty, Greene had found in Catholicism a sense of melodrama — an atmosphere of good and evil — that served him well for a film shadowed by the atom bomb and the brutality of Stalin’s technocratic Russia. Seven decades on, The Third Man remains a near-perfect work that continues to speak to our troubled times. …“ | https://www.ft.com/content/5cce6602-bf76-11e9-9381-78bab8a70848

Fritz Göttler (04.03.2020): “ … [die] Musik, [ ] so schrieb es einmal die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch, [die] „ebenso stupid wie bösartig animiert wirkt. In ihrer ohrwurmhaften Monotonie kennt sie vor allem das An- und Abschwellen. Sie verfolgt die Handlung und deren Personal auf eigenständige und perfide Art. Im Gegensatz zu den vielen Verstellungen besitzt sie die irreale Rachsucht einer Stimme aus dem Nirgendwo, die immer schon da war. Man könnte sagen, dass diese Zither-Musik einen grotesk verdrehten Plan ausführt: Statt aus der Unterwelt orphisch zu befreien, führt sie direkt in sie hinein.“ …“ | https://www.sueddeutsche.de/kultur/der-dritte-mann-der-oligarch-und-das-penicillin-1.4829285

// Das Harry-Lime-Thema (engl. The Third Man Theme)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Harry-Lime-Thema
// https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Krasker
// https://de.wikipedia.org/wiki/Der_dritte_Mann
// https://monovisions.com/the-third-man-1949-vintage-classic-film-photos/

lemon / 27 Juli 2020 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Fellini #30… ]

Fellinis Satyricon (1969)

“ … Tatsächlich stellt Satyricon einen der überzeugendsten Versuche dar, den Blick in die Antike als den in eine monströse Ferne zu formulieren, als Mixtur aus Pop und Byzanz. In dieser schillernden Version des Petronii Arbitri Satyricon findet sich das alte Erzählkino zum Scherbenhaufen klaustrophobischer Fragmente und fremdartiger Sackgassen zerschlagen. …“ | https://www.filmmuseum.at/en/film_program/calendar/production?veranstaltungen_id=1545032748824

// Der Film basiert auf dem Fragment des gleichnamigen satirischen Romans Satyricon
// von Titus Petronius Arbiter aus der Zeit um ca. 60 n. Chr.
// https://de.wikipedia.org/wiki/Fellinis_Satyricon

lemon / 15 Juli 2020 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Schwarzer Kies (BRD 1961) … ]

Schwarzer Kies“ (R: Helmut Käutner, 1961)

Andreas Busche (23.04.2018): “ … Die Adenauer-Ära waren bleierne Jahre, geistig hatte die junge Bundesrepublik nach der NS-Zeit die Wende verpasst. In Helmut Käutners Noir-Heimatfilm „Schwarzer Kies“ von 1961 liegt die deutsche Schuld buchstäblich verschütt unter dem titelgebenden Schotter, den die Deutschen im Auftrag der Amerikaner aus einem Tagebau im Hunsrück abtransportieren. … Käutner war einer von Möllers Kronzeugen für die Vitalität, Brüchigkeit und kritische Melancholie des deutschen Films in den Nachkriegsjahren. … Käutner war nie ein eminent politischer Filmemacher, aber auch kein Opportunist, der sich nach dem Krieg groß verbiegen musste. Das ist wohl die einzige Kontinuität in der Karriere des 1980 gestorbenen Regisseurs. Dass er dem falschen Frieden der Bundesrepublik nicht traute, hat ihm keine Freunde beschert, weder links noch rechts. … “ | https://www.tagesspiegel.de/kultur/helmut-kaeutner-retrospektive-unter-dem-kies-liegt-die-schuld/21201446.html

Tobias Sunderdiek (06.09.2018): “ … Dass „Schwarzer Kies“ beim harmoniesüchtigen Publikum nicht ankam, wundert angesichts der pessimistischen Handlung und der trostlosen Szenerie kaum. …“ | https://www.noz.de/deutschland-welt/medien/artikel/1516652/wiederentdecktes-meisterwerk-schwarzer-kies

Oliver Nöding (19.12.2017): “ … Ein schnauzbärtiger, weißhaariger alter Mann lässt unentwegt deutsche Marschmusik aus der Musicbox erschallen und schreitet dazu laut singend auf und ab – sehr zum Unmut der amerikanischen GIs, die sich nicht ganz zu Unrecht von seiner Darbietung provoziert fühlen. Der Besitzer des Tanzlokals ermahnt den Mann aufzuhören, erst freundlich, dann, als der sich beharrlich weigert, deutlicher. „Du … Saujud!“, schmettert ihm der Greis daraufhin entgegen. Der Wirt erstarrt, man kann eine Stecknadel fallen hören. Und am Unterarm des Beschimpften zeigt sich die Tätowierung, die ihn als Überlebenden des Holocaust ausweist. Die Szene ist der emotionale Gefrierpunkt von Helmut Käutners Schwarzer Kies (1961), einem Film, der mit der in jener Zeit herrschenden Wirtschaftswunder-Aufbruchsstimmung nicht viel zu tun hat. Stattdessen zeigt er ein tief verwundetes, gespaltenes Land, voller Kriegsversehrter, gescheiterter Existenzen, Glücksjäger und Hoffnungsloser. … Und da auch die zeitgenössische Kritik nicht gerade zurückhaltend war mit ihren absurden Einschätzungen, verschwand Käutners Film völlig von der Bildfläche. …“ | https://www.critic.de/film/schwarzer-kies-10719/

Jochen Kürten (06.05.2018): “ … Von „Schwarzer Kies“ gibt es zwei Versionen, die Urfassung und die, die später in den Verleih kam. … Sie erzählen viel über das gesellschaftliche und kulturelle Klima in der BRD der frühen 1960er Jahre und spiegeln die Schlacht um kulturelle Deutungshoheiten einer Zeit wider, die von Kaltem Krieg und Verdrängung, von Wirtschaftswundermentalität und Vergangenheitsbewältigung zeugen. … Ein Wiedersehen des Käutner-Films lohnt vor dem Hintergrund … , dass das deutsche Nachkriegskino immer noch unter dem abschätzigen Urteil firmiert, es habe damals nur Heimatfilme vom Kaliber „Grün ist die Heide“ gegeben. Ein Heimatfilm ist „Schwarzer Kies“ auch, freilich mit einer ganz anderen Stoßrichtung. Er zeigt nicht grüne Wiesen und rauschende Bäche, stellt uns keine gradlinigen Förster und strammen Bauernmädel vor, spielt nicht vor blühender Heide- oder Alpenkulisse. … “ | https://www.dw.com/de/anti-heimatfilm-helmut-k%C3%A4utners-schwarzer-kies/a-43664633

lemon / 12 Juli 2020 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Foolish Wives (1922) … ]

“ … Törichte Frauen ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Erich von Stroheim aus dem Jahr 1922. … Stroheims dritter Film … Die monströse, lasterhafte Handlung übertraf an Frivolität vieles, was bis dahin im Kino zu sehen gewesen war. … Stroheim lieferte dem Studio einen Film von mehreren Stunden Dauer und brachte es nicht über sich, ihn auf normale Länge zu trimmen. In mehreren Anläufen ließ das Studio den Film kürzen. Mit keiner dieser gekürzten Fassungen war Stroheim einverstanden. Der so gekürzte Film wurde dann mit Erfolg in den Kinos gezeigt. Auch nach einigen Eingriffen der Zensur liefen aber amerikanische Puristen immer noch Sturm gegen die lasterhafte Geschichte. So wurde der Film unter anderem im US-Bundesstaat Ohio verboten. … “ … Hier wird die Gegenüberstellung von amerikanischem Puritanismus und europäischer Libertinage ins makabre Extrem getrieben: der verführerische Graf „Wladislas Sergius Karamzin“ erscheint als dekadenter Erotomane, der am Ende vom Vater einer Idiotin, die er vergewaltigt hat, erschlagen und in ein Rinnsteinloch gestopft wird. …“ Ulrich Gregor, Enno Patalas: Geschichte des Films. Gütersloh 1973 …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6richte_Frauen

lemon / 8 Juli 2020 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

lemon / 5 Juli 2020 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

1 2 3 31