[Kriegsschauplätze #34… ]

n-tv.de, Freitag, 21. September 2018: “ … Berlin (dpa) – Die Bundesregierung hat mehrere Waffenexporte an drei arabische Länder genehmigt, die am Jemen-Krieg beteiligt sind. … Der Krieg hat zu einer der schlimmsten humanitären Katastrophen weltweit geführt. …“ | https://www.n-tv.de/ticker/Waffenexporte-an-Jemen-Kriegsallianz-genehmigt-article20634391.html

Lorenz Hemicker (21.09.2018): “ … Die Bundesregierung sieht laut dem Magazin „Der Spiegel“ derzeit keine Möglichkeit, die Rüstungslieferungen im Falle von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Staaten zu stoppen. In beiden Fällen handele es sich um Komponenten von Rüstungsgütern internationaler Konsortien. Zudem kämen die Lieferungen nicht im Jemen zum Einsatz. …“ | http://www.faz.net/aktuell/politik/jemen-deutschland-liefert-neue-ruestungsgueter-an-saudis-15799549.html

Rückblende & Doppelbild | Kurt Krolop (1971): “ … Es ist keineswegs so, daß der Herausgeber der „Fackel“ […] die gesellschaftlichen Hintergründe und ökonomischen Voraussetzungen des imperialistischen Krieges nicht erfasst hätte. Er hat vielmehr früher und klarer als die meisten seiner Zeitgenossen nicht nur gewußt, sondern auch öffentlich gesagt, daß dieser Krieg eine „Auseinandersetzung moderner Mordindustrien“ sei, Ausdruck einer systemimmanenten ökonomischen Notwendigkeit, „Absatzgebiete in Schlachtfelder zu verwandeln, damit aus diesen wieder Absatzgebiete werden“. Aber seine kulturkritische Diagnose und kultursatierische Demonstration erschöpfte sich weder in der Einsicht, daß der imperialistische Krieg eine ordinäre „Handelsrauferei“ war, noch in der Feststellung, daß er nichts mehr von einem ritterlichen „Raufhandel“ an sich hatte; sie führte ihn vielmehr vor allem auf das Phänomen, daß die bewußte und unbewußte Lüge einer heroischen Phraseologie … Dem Satieriker, dem „Nörgler“, unter diesem Namen tritt Karl Kraus selbst in den „Letzten Tagen der Menschheit“ auf, bleibt die traurige Gewissheit von der Phantasiearmut, Unbelehrbarkeit und Vergesslichkeit einer Welt, die imstande sein wird auch die entsetzlichsten Massenschlächtereien als „Vergangenheit“ zu „bewältigen“, aus dem Kriegszustand zum Status quo der Kriegsbereitschaft zurückzukehren: „Nein, der Seele bleibt keine Narbe zurück. Der Menschheit wird die Kugel bei einem Ohr hinein und beim anderen herausgegangen sein.“ … “ | Aus: Karl Kraus – Vor der Walpurgisnacht – Auswahl 1925-33, Kap. „Dichtung und Satire bei Karl Kraus“ von Kurt Krolop (Seite 676-677) [Ausgabe von 1971]

lemonhorse / 22 September 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #51… ]


Screenshot Twitter/Hambacher Forst @Hambibleibt

Rainer Kellers (14.09.2018): “ … Um den Hambacher Forst zu retten, hätte die Politik vor Jahren eine Verkleinerung des Tagebaus beschließen müssen. Geschehen ist das unter Rot-Grün bei Garzweiler II. Gerettet wurde damit das Dorf Holzweiler. „Mehr war damals nicht möglich“, sagt die Grüne Wibke Brehms. …“ | https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/hambacher-forst-analyse-100.html

maz-online (13.09.2018): “ … Als Begründung für die Räumung führen die Behörden nicht den geplanten Braunkohleabbau an. Vielmehr argumentiert das NRW-Bauministerium mit dem fehlenden Brandschutz in den Baumhäusern – unter anderem fehlten Rettungsleitern. Deshalb seien die Baumhäuser zu räumen und anschließend „zu beseitigen“, heißt es in der Weisung des Ministeriums. … Die Behörden haben am 13. September mit einem massiven Polizeiaufgebot im Hambacher Wald damit begonnen, die Baumhäuser der Umweltaktivisten zu räumen. Für den jahrelangen Protest der Braunkohlegegner ist das eine Zäsur. …“ | http://www.maz-online.de/Nachrichten/Politik/Darum-geht-es-bei-dem-Streit-um-den-Hambacher-Forst


Screenshot Twitter/Hambacher Forst @Hambibleibt

PRESSEMITTEILUNG (14.09.18): “ … Früh am Morgen betraten Polizisten Oaktown und Gallien und fingen an, dort an, zahlreiche Bäume zu fällen und in Oaktown mehrere Baumhäuser zu räumen. In Gallien fällte die Polizei im Laufe des Tages um die 40 Bäume und riss später die Baumstümpfe und Wurzeln aus dem Boden und verfüllte die Löcher mit Sand, um zu vertuschen, wie groß die Bäume gewesen waren.In den Baumhäusern Pyra und Mona, in Oaktown, hatten sich Menschen in eingebauten Betonblöcken unter dem Boden festgekettet, um die Räumung möglichst weit hinauszuzögern. Die Räumung der Baumhäuser dauerte mehrere Stunden. Die geräumten Baumhäuser gehören zu den ältesten der Waldbesetzung und waren für die AktivistInnen lange Zeit ein Zuhause. Um zu den Baumhäusern zu gelangen fällte die Polizei weitere Bäume und schnitt die Kronen von Bäumen in der Nähe von Traversen ab, in denen sich AktivistInnen befanden. … Verantwortlich dafür, dass noch immer dieser Wahnsinn geschieht, ist Innenminister Herbert Reul (CDU), der RWE mit den Waffen des Staates unterstützt, die Rechte von Mensch und Natur mit den Füßen tritt und damit zeigt, dass ihm Profit vor das Wohl der Menschen geht. …“ | https://hambacherforst.org/blog/2018/09/14/pressemitteilung-14-09-18/

lemonhorse / 15 September 2018 / Daten.PolitixMicro, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Kriegsschauplätze #33… ]

“ … Der Bürgerkrieg in Syrien ist eine seit 2011 andauernde, bewaffnete Auseinandersetzung verschiedener Gruppen, die mit fortschreitender Dauer zunehmend unter Beteiligung internationaler Mächte stattfindet, die dabei auch eigene Interessen verfolgen. …“ | Bürgerkrieg in Syrien seit 2011 —> https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkrieg_in_Syrien_seit_2011 | Chronik des Bürgerkriegs in Syrien seit 2011 —> https://de.wikipedia.org/wiki/Chronik_des_B%C3%BCrgerkriegs_in_Syrien_seit_2011

Kommentar von Jörg Lau (12. September 2018): “ … „So ziemlich alle Annahmen westlicher Diplomaten, Strategen und Journalisten über diesen Konflikt waren falsch. … Und wie glaubwürdig ist denn eigentlich eine Politik, die den Gebrauch einer besonders perfiden Terrorwaffe – Giftgas – ahndet, während viel mehr Menschen durch die Angriffe des syrischen Regimes mit primitiven Fassbomben umkommen? … “ | https://www.zeit.de/2018/38/syrien-giftgas-deutschland-beteiligung-luftschlaege-baschar-al-assad // Kontext:

August I. #6: “ … „Vier Motive werden zugunsten des Eingreifens genannt, in aufsteigender Reihenfolge: Es gehe um die Glaubwürdigkeit des Westens; um die europäische Einigkeit im wichtigsten Konflikt unserer Nachbarschaft; um die Abschreckung des Regimes; und letztlich um die Verteidigung des Völkerrechts.“ – Keines davon dürfte allerdings den wahren Motiven entsprechen, das ist lediglich der Sand, den man den eigenen Bürgern gerne in die Augen streut. In Syrien geht und ging es wie in jedem Konflikt mit westlicher Beteiligung um wirtschaftliche und strategische Interessen, die wenig bis nichts mit der Heuchelei über westliche Werte zu tun haben. Warum macht man sich als Journalist nicht mal gerade und recherchiert über die wahren Kriegsgründe? …“

Vantablack #6.1: “ … Als ich die Motive las, musste ich daran denken dass von der Mauer behauptet wurde, sie wäre ein antifaschistischer Schutzwall. …“

Peter Peters #6.5: “ … Weil entweder die dt. Presse sich kollektiv den Interessen der Politik untergeordnet hat – oder die verantwortlichen Redakteure einfach keine Ahnung haben – oder, noch schlimmer – sie kein Englisch sprechen. Die Gründe für den Syrien-Konflikt lassen sich – bestens recherchiert – in der New York Times nachlesen. „Westliche Werte“ im Zusammenhang mit Syrien sind zutreffend, wenn man diese gleichsetzt mit den wirtschaftlichen Interessen der USA, Saudi Arabiens, Qatar und der Türkei. …“

Nemo Nolan #14: “ …[Die Bestrafung des Regimes durch eine Allianz der Willigen mag moralisch legitim erscheinen, sie bleibt völkerrechtlich illegal. ] Wenn das Völkerrecht keine pädagogischen Luftschläge zulässt, muss das kein Fehler des Völkerrechts sein. …“ // Kontext (‚Schwarze Pädagogik‘): “ … Unausgesprochen diene die Schwarze Pädagogik der Rationalisierung von Sadismus und der Abwehr eigener Gefühle des Erziehers oder der Bezugsperson. Die Schwarze Pädagogik bediene sich dabei der Mittel des Initiationsritus (z. B. Introjektion einer Todesdrohung), der Zufügung von Schmerz (auch seelischem), der umfassenden Überwachung des Kindes (Körperkontrolle, strenger Verhaltenskodex, Forderung unbedingten Gehorsams), der Tabuisierung von Berührung, der Versagung grundlegender Bedürfnisse und eines übertriebenen Ordnungsdrills. Alice Miller arbeitet in ihrer Auseinandersetzung mit der Schwarzen Pädagogik besonders einen Aspekt heraus, nämlich wie Kinder dazu gebracht würden, nicht zu merken, dass sie unter der Gewalt von Erwachsenen missbraucht wurden …“ >> https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_P%C3%A4dagogik (13. Juni 2018)

Das entscheidende Problem #26: “ … „Die Bestrafung des Regimes durch eine Allianz der Willigen mag moralisch legitim erscheinen,…“ – Wem? Mit welchem moralischen Recht erheben sich diese „Willigen“ über eine Regierung in deren Land Terroristen ua. von Auswärts marodieren, finanziert und ausgerüstet von diesen „Willigen“? …“

Sinnkrise #31: “ … Deutschland muss sich entscheiden. Das größte und wirtschaftlich stärkste Land in Europa mit einem Rekordhandelsüberschuss kann sich nicht immer abducken, wenn es um Übernahme von Verantwortung geht. …“

Peter Peters #40: “ … Nach Afghanistan, Irak und Libyen ist Syrien der vierte Versuch des Westens, mittels „Regime Change“ seine Interessen durchzusetzen. Die Resultate sollten bekannt sein. Man möge sich an Herrn Westerwelle erinnern der als damaliger Außenminister sich dem Libyen-Einsatz verweigert hat – mit Recht. …“

Ungerechtigkeit #34: “ … „so ziemlich alle Annahmen westlicher Diplomaten, Strategen und Journalisten über diesen Konflikt waren falsch“ – Das sollte uns in der Tat zu denken geben. …“

IchunddieanderenDoofen #41: “ … Hach diese Menschen. Millionen Jahre und immer noch nichts gelernt. Aliens fliegen vorbei, fassen sich an den Kopf und flitzen schnell weiter, irgendwo anders hin …“

tbc

lemonhorse / 14 September 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #51… ]

// Kontext: https://de.wikipedia.org/wiki/Finanzkrise_ab_2007

(12.09.2018, SPON): “ … Als 2008 die Finanzwelt bebt, ist Jörg Asmussen mittendrin. Am 15. September meldet die US-Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an – nach tagelangen Verhandlungen hat die amerikanische Regierung sie fallengelassen. Jörg Asmussen ist damals Staatssekretär im Finanzministerium – und muss kurz nach der Lehman-Pleite die Rettung deutscher Banken organisieren. Zuerst ist es die Hypo Real Estate, später die Commerzbank, die BayernLB, die WestLB und die Landesbank Baden-Württemberg. Eine Bank nach der anderen droht zu kippen und muss vom Staat gerettet werden. Einen zweiten Fall Lehman will niemand riskieren. … Asmussen: Es gibt immer Pro- und Contra-Argumente, auch damals. Ich war der Auffassung, dass man die HRE retten müsse – nicht wegen der Bank selbst, sondern wegen der Stabilität des Finanzsystems. Spätestens an diesem Wochenende war klar, dass wir eine systemische Krise hatten, die viele Staaten betraf. In Belgien und den Niederlanden wackelten die Finanzkonzerne Fortis und Dexia, in Großbritannien Bradford & Bingley. Es ging nicht mehr um einzelne Banken, sondern um das System. … “ | http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/lehman-brothers-joerg-asmussen-spricht-ueber-die-pleite-der-investmentbank-a-1227344.html

„Finanzkrise: Ein Oligopol der Großbanken“ – In der Finanzkrise haben wir die Chance verpasst, die Systemfrage zu stellen. Die Folgen sind gravierend: Wenn es ernst wird, müssen erneut alle einstehen. Ein Essay von Adam Tooze, New York | https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-09/finanzkrise-lehman-brothers-crashed-adam-tooze

sonstwer #57 (10.09.2018): “ … Ich lese immer „wir“. Schon ganz lustig, wenn marxistisches Teufelszeug wie Solidarität wiederentdeckt wird, wenn es um die Haftung für Zockereien und Bankenexzesse geht. Wenns um die Gewinne geht, folgt man dann doch lieber wieder neoliberalen Dogmen. … Übrigens war es eine der ersten Amtshandlungen des „drain the swamp“-POTUS des echten und einfachen Volkes, die Banken wieder von der Leine zu lassen: https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-05/donald-trump-usa-bankenregulierung-kongress-lockerung [Nach dem Senat hat auch das Repräsentantenhaus der USA für die Rücknahme wesentlicher Teile eines Gesetzes zur Bankenregulierung gestimmt: Mit 258 zu 159 Stimmen wurde eine Lockerung des Dodd-Frank-Acts beschlossen. Das Gesetz, das nach der Finanzkrise 2008 unter der Regierung von Donald Trumps Vorgänger Barack Obama initiiert worden war, sollte erneute Bankenpleiten zulasten der Steuerzahler verhindern.]…“

Rollender Stein #41 (10.09.2018): “ … Zitat: „In der Finanzkrise haben wir die Chance verpasst, die Systemfrage zu stellen.“ – Nein, das stimmt so nicht. Ich stelle sie immer und immer wieder seit 10 Jahren und werde regelmäßig dafür übergangen, ausgelacht, nicht ernst genommen, als Spinner usw. bezeichnet.
Das geht übrigens allen so, die diese Frage stellen. …“

MowKow #18 (10.09.2018): “ … „In der Finanzkrise haben wir die Chance verpasst, die Systemfrage zu stellen. “ – „WIR“? Wen meint denn der Autor mit „wir“? …“

AloisZwackelmann #48 (10.09.2018): “ … In der Finanzkrise haben wir die Chance verpasst, die Systemfrage zu stellen. Die Folgen sind gravierend: Wenn es ernst wird, müssen erneut alle einstehen …“ – … Noch nicht einmal die Finanztransaktionssteuer hat man hinbekommen (wollen). …“

Flavoos #55 (10.09.2018): “ … „Wir werden mit einem dollarbasierten Oligopol von Großbanken leben müssen.“ – Wieso eigentlich? Gottgegeben? Das ganze Finanzsystem ist eine Umverteilungsmaschine von unten nach oben und gehört grundlegend reformiert … nein sogar revolutioniert – das ist die Mutter aller Probleme. …“

Nachtrag #1:

“ … Die Aktivitäten zur Neuordnung der Finanzmärkte können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Politiker, Berater und die marktfundamentalistische Wirtschaftswissenschaft die Triebkräfte dieser Krise nicht begriffen haben. Lehman Brothers war kein einzelwirtschaftlicher Zufall. Mit dieser Pleite hat sich ein seit Mitte der 1980er Jahre aufgebautes Krisenpotenzial entladen. Es ist die erste Krise des finanzmarktgetriebenen Kapitalismus. Nicht das Realkapital, sondern das Finanzkapital dominiert mittlerweile die Gesamtwirtschaft. … Um die von der Realwirtschaft entkoppelten Geschäftsfelder entfalten zu können, mussten jedoch erst noch die institutionellen Barrieren der streng geordneten und kontrollierten Finanzmärkte eingerissen werden. Deshalb ist das entscheidende Datum für den Start entfesselter Finanzmärkte nicht 2008, sondern 1986. Damals hat die britische Premierministerin Maggy Thatcher mit dem „Big Bang“ den Finanzplatz London komplett dereguliert. Einer neuen Internationale vergleichbar folgten die meisten Länder, auch Deutschland, bei der Durchsetzung dieses Kasinokapitalismus. Die übermächtige Illusion, durch Spekulationen ließen sich ökonomische Werte schaffen, terrorisierte die Welt. Vor allem aber die Flucht aus dem regulierten Bankensektor in das Reich der Schattenbanken entwickelt sich zum Megarisiko. Diese sind mit den kontrollierten Banken stark verbandelt. Schließlich werden nicht nur in den USA wichtige Gesetze zur Bankenregulierung wieder demontiert. Die Kerngefahr eines erneuten Absturzes der Finanzmärkte ist noch nicht gebannt. Durch die Suche nach rentablen Finanzanlagen wird der Druck auf den Finanzmärktekessel erzeugt. Und wer steckt dahinter? Es sind die Vermögenden und Unternehmen, die anstatt ihre Gewinne für Sachinvestitionen einzusetzen, der Illusion der Geldvermehrung auf den Finanzmärkten verfallen sind. Die wichtigste Lehre zur Bändigung der Finanzmärkte ist: Das Übersparen muss durch eine gerechte Umverteilung abgebaut und Investitionen in Unternehmen der Realwirtschaft sowie staatliche Infrastrukturausgaben gelenkt werden. …“ | Aus: „Bankensystem: Die Lehman-Pleite war kein Zufall“ Rudolf Hickel (10.09.2018) | http://www.fr.de/politik/meinung/gastbeitraege/bankensystem-die-lehman-pleite-war-kein-zufall-a-1579300,0

Fritz Grimm —> MalteSehr (10.09.2018): “ … Es ist Geld, das in Wirklichkeit gar nicht existiert. Des Kaisers neue Kleider (Andersen) könnten kaum treffender dargestellt werden. …“

MalteSehr (10.09.2018): “ … Die „Werte“ im Finanzkapitalismus sind in Wirklichkeit so fiktiv wie der Wert der Blauen Mauritius. Dass die Blase äußerst fragil ist, versteht sich von selbst. Das Schlimme dabei ist nur, dass 1.) das Geld, was bei den Spekulationen „verdient“ wird, in der Realwirtschaft erarbeitet wurde, also durch die Arbeit unserer Hände und unserer Gehirne und 2.) die Politik es nicht schafft, wenigstens den Auswüchsen Einhalt zu gebieten. … [Die Bankenrettung hat mehrere Milliarden gekostet. Ich befürchte, dass dieses Geld ziemlich real war. Das gilt auch für das Geld, das „clevere“ Investment-Banker für Immobilien, Konsumgüter usw. ausgeben.] … “

Nachtrag #2:

Marcus Gatzke und Heike Buchter und Thorsten Schröder, New York (15. September 2018): “ … Zehn Jahre sind seit der Pleite der Investmentbank Lehman vergangen. In den USA wächst der Druck, die Finanzmarktregeln wieder zu lockern. Zeit für eine Rekapitulation. … Hausbesitzer, Konsumenten, Kleinanleger, Pensionäre – sie alle waren in die Diskussionen nicht einbezogen. Als die Politiker, die die Interessen der Allgemeinheit hätten vertreten sollen, mit der Lage konfrontiert wurden, willigten sie schnell in die Vorschläge der Experten ein. Zu komplex schienen die Probleme für Laien. Allein die US-Bürger kostete die Krise 20 Billionen Dollar, hat der Rechnungshof des US-Kongress errechnet. Durch die Krise wurden in den USA neun Millionen Jobs vernichtet. Rund zehn Millionen Amerikaner verloren ihr Eigenheim durch Zwangsversteigerung. Und das hat Auswirkungen bis heute: Die Armen sind heute ärmer und die Reichen reicher. … Den Banken geht es unterdessen wieder blendend: In den ersten drei Monaten des Jahres 2018 haben sie mit 56 Milliarden Dollar den höchsten Gewinn in ihrer Geschichte verbucht. Die Boni sind höher als vor zehn Jahren, die Konzentration in der Branche ist größer. „Die Stabilisierung ist gelungen, die Wirtschaft hat sich von der Krise erholt und wächst wieder“, lautet das Fazit des Wirtschaftshistorikers Adam Tooze zehn Jahre nach der Lehman-Pleite. … Tooze ist überzeugt: Im Krisenfall müssten die Banken wieder vom Staat gerettet werden. …“ | https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-09/lehman-finanzkrise-henry-paulson-usa

Zeitenhieb #11: “ … Die Menschen haben nicht verstanden warum eine solche Krise überhaupt möglich war, weil man den Führungsfiguren in Politik und Wirtschaft größtenteils bis dahin vertraut hatte? Warum Systeme wichtiger wurden als Menschen? Warum es den Tätern und Mitarbeitern durch die und nach der Krise besser ging, während es ihnen schlechter ging und geht? Warum es nicht mehr Bemühungen gab, von dem verlorenen Vertrauen zumindest etwas wieder herzustellen. Die Furche, die die Krise, ihre Folgen und die das Handeln der Verantwortlichen in die Gesellschaften gezogen hat ist so tief, dass sie nicht mehr zu schließen sein wird. Zuviele Menschen fühlen sich betrogen und belogen und es ist weit und breit keine Besserung in Sicht. Eher das Gegenteil. Wir erleben den Tanz um das goldene Kalb, besser: Um den goldenen Stier und Den goldenen Bären. …“

Horatio Caine #23: “ … und endlich kein Beitrag mehr zur Legendenbildung dass das alles höhere Gewalt gewesen sei […]: „Anders als oft behauptet war es nicht allein der überhitzte US-Immobilienmarkt, der die Krise verursachte. Die Preise für Eigenheime stiegen zwar in den Nullerjahren kräftig an. Doch es waren Banker auf der Suche nach neuen Einnahmequellen, die eine verhängnisvolle Kettenreaktion in Gang setzten. Schon 2001 begannen sie, Hypotheken an US-Bürger zu vergeben, die nach klassischen Bonitätsstandards keine bekommen hätten. Das Risiko war den Bankern egal. Statt wie früher das Darlehen selbst in ihre Bücher zu nehmen, bündelten sie die Hypotheken und verkauften Zertifikate darauf an Investoren – die später berüchtigten Subprime Mortgage Backed Securities. Nicht mehr die Bank, sondern die Investoren hielten nun das Ausfallrisiko. …“

tbc.

lemonhorse / 10 September 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #16… ]

“ … Aus internen Mails, Verträgen und Excel-Tabellen wurde ersichtlich, dass das Unternehmen im Zuge der Mautausweitung auf zweistreifige Bundesstraßen bei jährlichen Betriebskosten von etwa zwei Millionen Euro dem Bund Betriebskosten von fünf Millionen Euro in Rechnung gestellt hatte. Die Staatsanwaltschaft Berlin stellte 2018 die Ermittlungen ein. … “ | https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Toll_Collect&oldid=179855901 (9. August 2018)

Ein Kartell gegen die Steuerzahler“ – DIE ZEIT Nr. 33/2018, 9. August 2018: “ … Bei Toll Collect gibt es sogar einen Begriff für die Methode, möglichst viele und hohe Kosten beim Bund abzurechnen: „Storytelling“. Es geht darum, Geschichten zu erzählen, die der Bund glauben kann. … Enrique S. bezeichnet seine Methode […] als „kreativ“, so erinnert Wedler sich. Enrique S. streitet das später gegenüber der Staatsanwaltschaft nicht ab. …“ | https://www.zeit.de/2018/33/toll-collect-lkw-maut-staat

ssandra.ka #7 “ … Daß jetzt Kosten im Hundertmillionenbereich skandalisiert werden, finde ich übertrieben. Da sollte sich die Presse zuerst um die Löcher im Hundert-Milliarden Bereich kümmern (Euro Nullzinsen, Target 2, Migrationskrise). …“

NoG #7.1: “ … Hat ja nicht lange gedauert. Im Malunterricht haben sie damals auch die Turnhose angezogen weil Sport wichtiger ist? …“ [Kontext: https://de.wikipedia.org/wiki/Whataboutism]

lemonhorse / 9 August 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #15… ]

Philipp Blom (2018): “ … Wir bewegen uns zwischen den Kulissen der Aufklärung wie Schauspieler mit dem falschen Text im Bühnenbild eines längst abgespielten Stücks. … Weil es immer mehr Menschen mit der Angst zu tun bekommen. Immer mehr Menschen fürchten den Verlust von Besitz und Status, den Verlust einer vertrauten Welt, den Verlust der Hoffnung. Immer mehr Menschen sehen eine wachsende Kluft zwischen der offiziellen, liberal geprägten Wirklichkeit und dem, was sie selbst erleben.
Die globale Wirtschaftsordnung ist zu einer bitteren Parodie der aufgeklärten Gedanken mutiert, auf die sie sich beruft. Sie ersetzt die Rationalität durch die Rationalisierung, den Universalismus durch den globalen Markt, die Freiheit des Menschen durch die Wahl der Konsumenten zwischen Produkten und die Gleichheit durch statistische Normierung. … Diese Parodie erklärt einen Teil der Angst, die in unsere Gesellschaften sickert. … Zur Veränderung kommt die Verlogenheit. Politiker und Ökonominnen sprechen von Wirtschaftswachstum, von Innovation und Produktivität, von Vollbeschäftigung und Wohlstand, aber gleichzeitig verdienen immer weniger Menschen immer mehr, während immer mehr Menschen begreifen, dass es für sie keine bessere Zukunft gibt, dass sie zwar für das System funktionieren müssen, das System aber nicht für sie.
Immer mehr Menschen spüren, dass die künstliche politische Idylle der Nachkriegszeit vorbei ist, dass die Geschichte zurückgekehrt ist nach Europa, mit all ihren längst überwunden geglaubten Schattenseiten, und mit ihr auch ihr Lebensabschnittsgefährte, der alles beherrschende Markt. … “ | https://www.zeit.de/2018/32/philipp-blom-salzburger-festspiele-aufklaerung-rede-warnung (1. August 2018)

Paul Max #31 “ … Übrigens, nett gesungen Herr Blom, aber es stellt sich doch die Frage, waren wir je Kinder der Aufklärung. … Wir haben uns in einem Phrasenwald dermaßen verirrt, und jeder glaubt seine Phrase, Aufklärung, Säkularität, Glaube (welcher auch immer … der Glaube an sich selbst, als einzigen Maßstab), Liberalität, etc. … Ich denke Huxley (Brave New World) hatte völlig recht, für 99,9% der Bevölkerung dieses Planeten wäre Soma [Allen Kasten gemeinsam ist die Konditionierung auf eine permanente Befriedigung durch Konsum, Sex und die Droge Soma, die den Mitgliedern dieser Gesellschaft das Bedürfnis zum kritischen Denken und Hinterfragen ihrer Weltordnung nimmt. Die Regierung jener Welt bilden Kontrolleure, Alpha-Plus-Menschen, die von der Bevölkerung wie Idole verehrt werden. … ], das einzige, was sie tatsächlich glücklich machen würde. Alles andere ist (schöne) Illusion. …“

“ … Blom attestierte in seiner Rede, dass es in westlichen Ländern seit dem Ende des Totalitarismus keinen so weitreichenden und mächtigen Angriff auf die Aufklärung gegeben habe wie heute: „Die Aufklärung ist der Versuch, das kritische Denken und den Respekt vor Fakten höher zu achten als Meinungen, Vorurteile, Gefühle, Traditionen oder Dogmen. Dieses Prinzip ist plötzlich in die Defensive geraten“, erklärte Blom. …“ | Quelle: https://hpd.de/artikel/philipp-blom-bekenntnis-zur-aufklaerung-inzwischen-zur-phrase-verkommen-15826 (1. Aug 2018)

A.S. am 2. August 2018 – 14:22: “ … Das gilt nicht nur für die Ängste, auch für die Hoffnungen. Allgemein: Wer die Fantasien der Menschen steuern kann, kontrolliert die Menschen. Als da sind: Die Fantasie „Goldrausch“; die Fantasie: „Vom Tellerwäscher zum Millionär“; die Fantasie „ewiges Leben“; die Fantasie vom „Herrenvolk“; die Fantasie „Friede auf Erden durch Weltherrschaft Gottes“; die Fantasie vom „auserwählten Volk“; die Fantasie von „sozialer Gleichheit“; die Fantasie vom „besseren Leben in Europa“; … “ Quelle: https://hpd.de/comment/36133#comment-36133

lemonhorse / 7 August 2018 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Wort­ge­treu mit feinem Reiz und schroffer Poesie #1… ]

Kurz Notiert: Feris ungekürzte Rede zur Eröffnung des Bachmannpreises in Klagenfurt schafft als Beitrag im Standard aus dem Stand mehr als 600 Kommentare.

Feridun Zaimoglu (4. Juli 2018): „… Ich trat die Heimkehr zu den Verlassenen an. …
Die ungekürzte Rede: —> https://derstandard.at/2000082801180/Feridun-ZaimogluEs-gibt-keinen-redlichen-rechten-Intellektuellen

Wolfxxi, 0x.07.2018: “ … Armer Irrer – Also DER ist echt keine Gefahr, bei diesem wirren Zeugs was er von sich gibt. …“

Teenage Wildlife, 0x.07.2018: “ … Nur weil man Texte nicht versteht, sind diese noch nicht „wirres Zeug“. …“

// “ … Ich bin etwas verdutzt, ich bin fremdstämmig, ich kann mich als Spätdeutschen bezeichnen, ich kann aber auch sagen, ich bin Deutscher mit türkischen Eltern. Punkt. Andere Leute können das auch unter Vermeidung akademischer Floskeln sagen. Das Leben ist stärker als jedes Fremdwort, das wird sich durchsetzen. … Mit Verbrämung, mit Verschleierung kommen wir überhaupt nicht weiter. Wir haben es bei den Populisten und bei den multikulturalistischen Verklärern mit Leuten zu tun, die die Fülle der Fakten nicht aushalten können und das Ganze vereinfachen. Es ist hart, die Verhältnisse sind hart, es war aber immer so. …“ | Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/schriftsteller-feridun-zaimoglu-bei-dem-wort.1008.de.html?dram:article_id=421952 (04.07.2018)

// [ … “ … Während der Flüchtlingskrise in Deutschland ab 2015 kritisierte Zaimoglu die Politik von Angela Merkel und Recep Tayyip Erdoğan sowie die „Gewaltkultur“ vieler Einwanderer und „bellende Konservative“. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Feridun_Zaimoglu (Stand: 05.07.2018) …]

lemonhorse / 5 Juli 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Wortbrocken.Cafe / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #13… ]


The Art Forger – SRF (European Broadcasting Union, Am 19.10.2015 veröffentlicht)

Der Kunstmarkt ist eine Fantasiewelt. Es geht um irreale Werte. Der Glaube an Kunst ist wie in die Kirche gehen. …“ (Beltracchi, 8. März 2017)

Farmhouse #4 — 8. März 2017: “ … ich gönne dieser professinellen gehobenen Kunstszene einen Beltracci – den habt ihr euch verdient …“

fabricius3591 #4.1 — 8. März 2017 : “ … Finden Sie nicht, dass das ein bisschen sehr nach dem Neid der besitzlosen Klasse klingt ? …“

Frischfrei #3.7 — 9. März 2017: “ … Welch oberflächliche Retouren. Zur Strafe: Notwendig zwar, aber leider, weil viele Steuerhinterzieher (die öfter als Normalbürger private Käufer teurer Kunstwerke sind) das Gemeinwesen weitaus mehr geschädigt haben als Beltracci, ohne wirkliche Strafe davonkommen. Zur Kunsthochschule: es geht nicht um Unterricht in Kunstgeschichte oder Moral des Malens, sondern auch um Professoren die die Essenz eines Bildes so wiedergeben oder neu kreieren können, dass andere Kunstkenner sich irren. Nur so werden Hypes wirksam demaskiert. … Beltracci hat gezeigt, dass die Kaiser im Kunstmarkt oft nackt sind. …“

haschmi123 #5.6 — 9. März 2017: “ … Was soll daran gut sein, dass man die Experten narrt? Ist etwas gut daran wenn man den Tacho bei einem Gebrauchtwagen verstellt oder Papiere fälscht? Dieser Mann ist für mich ein geldgeiler Betrüger und sonst nichts. …“

Karl Josef Schleidweiler #22 — 9. März 2017: “ … Dass dem Kind, das den Kaiser ohne Kleider, sein aufgeblasenes Wichtigtun entlarvte, die Anerkennung versagt wird, ist bezeichnend für den Markt,
nicht für den Künstler …“

fabricius3591 #8 — 8. März 2017: “ … Ich verstehe den Hype um diesen Mann nicht. … Ich kann da beim besten Willen nix cooles dran finden, sondern allenfalls einen enormen Verfall rechtlicher und bürgerlicher Sitten und Konventionen. …“

parrot0815 #8.1 — 8. März 2017: “ … Finden Sie es wirklich nicht cool, wenn Sie die reichen Idioten abzocken, um einer von ihnen sein zu können… ;-) …“

Till_Eulenspiegel #8.3 — 8. März 2017: „… Sind jene, die sich von Beltracchi täuschen haben lassen, nicht ebenso von Gier getrieben wie er? Von der Gier nach Spekulationsgewinnen, von der Gier nach sozialer Bedeutung durch den Besitz (vermeintlich) bedeutender Werke? Hat er den Kunstbetrieb der heutigen Zeit nicht vielleicht (wenngleich unbeabsichtigt) dadurch entlarvt, dass er eben nicht plagiiert hat, sondern imitiert und dennoch Gutachter wie Käufer täuschen konnte? – Zeigt die Geschichte Beltracchis nicht, dass der Wert von Kunst eben in erster Linie im Auge des Betrachters liegt? Warum sind die von ihm gefertigten Gemälde nun weniger wert? Weil nicht der Name bekannter Künstler darunter steht. Was aber eigentlich auch zeigt, dass es am Ende gar nicht mehr ums Werk an sich geht, sondern um die Vermarktung eines Künstlers. Der Weg zum Turnschuh, dessen Wert stark davon abhängt, welches Label darauf abgedruckt ist, ist da nicht weit, oder? … Beltracchi erfährt vielleicht die Aufmerksamkeit aufgrund seiner technischen Fähigkeiten und weil es eben nicht nur um Plagiate ging. Seine Motive sind nicht zu beschönigen, aber es zeigt doch, dass es bei der Wertermittlung anscheinend vor allem um den Mythos des kopierten Künstlers geht. Damit rückt das Werk an sich eben in den Hintergrund und diesen Umstand hat Beltracchi ausgenutzt. Sprich: Ohne den Hype auf dem Kunstmarkt wäre der Betrug vielleicht niemals möglich gewesen. Das ist letztlich eine Erkenntnis, die erst durch diesen Coup zustande kam.
Im Übrigen hat es schon immer Sympathien für Outlaws gegeben. Wenn es dazu noch gewaltfrei abgeht und mehrheitlich eine Schicht trifft, die der finanzielle Verlust wohl nicht existenziell bedroht, ist die Glorifizierung fast zwangsläufig. …“

Kommentare zu: „Wolfgang Beltracchi: „Der Glaube an Kunst ist wie in die Kirche gehen““
Interview: Martina Kix (8. März 2017)
https://www.zeit.de/campus/2017/02/wolfgang-beltracchi-kunstfaelscher-haft-betrug-kunstmarkt

lemonhorse / 1 Juli 2018 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Arbeit am Mythos #1 … ]

Woran erkennt man Mythen? Kulturanthropologische Narratologie und das Genre-Problem
Öffentliche Ringvorlesung: Arbeit am Mythos – Leistung und Grenze des Mythos in Antike und Gegenwart
Prof. Dr. Regina Bendix, 20. April 2010

Hintergrundrauschen(Zur populären Mythologie):

Ulrich Rüdenauer (11.05.2014): “ … [Die Pose ist für ihn der zentrale Moment der Pop-Musik überhaupt. (Thomas Morawitzky, 08. April 2014)] … Pop-Musik definiert Diederichsen als eine „andere Sorte Gegenstand“ … Sie ist einerseits Teil der Kulturindustrie, andererseits deren Störelement. … Die unerhörte Stimme als Lautsprecher in der Gesellschaft. Die Rolle, die er (Diederichsen, „Über Pop-Musik“) dem Musiker bzw. besser: dem Star zuerkennt, ist dabei eine höchst ambivalente, und gerade die Ambivalenz weiß der Fan zu goutieren: Ein immerwährendes Schwanken zwischen der Rolle, die der Star spielt, und einer realen Person. Ein Oszillieren zwischen Authentischem und Künstlichem, nur Gespieltem. … „An der Ideologie des Authentizismus – der das Nicht-Darstellen, Nicht-Lügen zum maßgeblichen Kriterium für gute Pop-Musik erhebt – wie an seinem zutiefst verwandten Gegenteil, Rock-Theater, scheitert Pop-Musik nicht nur regelmäßig, wird sie schlecht, nein, über sie gerät sie an eine bald langweilige, absolute Grenze, mit der zu spielen allerdings anfänglich attraktiv ist. Denn der Authentizismus ist zunächst ganz begreiflich: Der Index [Diederichsen spricht vom „Indexikalischen“ am Pop. Die Platte speichert das Individuelle des Sängers und Musikers, auch das Zufällige, nicht mehr Reproduzierbare, das Einzigartige – und verweist auf Haltungen, Bilder, ein Begehren schlechthin] übermittelt ja tatsächlich authentische Spuren. Unmittelbarkeit ist das Versprechen der Pop-Musik, aber (diese) Unmittelbarkeit ist Ergebnis eines Mittels, ein Medieneffekt.“ …“ | http://www.deutschlandfunk.de/buch-der-woche-ein-schatz-von-dem-sich-lange-zehren-laesst.700.de.html?dram:article_id=284852


Jenny Runacre and Jack Birkett in Jubilee (1978) via

Stuart Jeffries (Fri 20 Jul 2007): “ … Jarman told the Guardian’s Nicholas de Jongh in February 1978: „We have now seen all established authority, all political systems, fail to provide any solution – they no longer ring true.“ … One of the things that Jarman tried to depict in Jubilee was how everybody gets corrupted – even punks posturing as iconoclasts who would never sell out. He wanted to show too that there was no future in England’s dreaming. Later, he believed events proved him right. In the second volume of his memoirs, Dancing Ledge, published in 1993, a year before his death, Jarman wrote: „Afterwards, the film turned prophetic. Dr Dee’s vision came true – the streets burned in Brixton and Toxteth, Adam was on Top of the Pops and signed up with Margaret Thatcher to sing at the Falklands Ball. They all sign up in one way or another.“ … “ | https://www.theguardian.com/music/2007/jul/20/popandrock4
// https://en.wikipedia.org/wiki/Jubilee_(1978_film)

“ …[Für den film-dienst war der Film „eine ironische Persiflage auf das Showgeschäft …“] … [Buffalo Bill and the Indians, or Sitting Bull’s History Lesson Robert Altman, 1976] … Amerika 1880: William F. Cody, berühmt als Buffalo Bill steigt ins Showgeschäft ein. … Der Höhepunkt der Show soll die Nacherzählung der Schlacht am Little Bighorn sein … Cody, der selber nicht an der Schlacht teilnahm, will dem damals gefallenen General George Armstrong Custer ein Denkmal setzen: Custer soll der eigentliche Held und auch Sieger sein. Der Sioux-Häuptling Sitting Bull, der an der Schlacht als Anführer der Indianer teilnahm, ist ebenso für die Show engagiert. Er setzt die angeblichen Heldentaten Custers ins richtige Licht. … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Buffalo_Bill_und_die_Indianer

Tobias Kniebe (19. Mai 2010) “ … Die verlogene Moral der Klatschpresse, die entrüsteten Aufschreie der Sittenwächter täuschen meist nur kurz darüber hinweg, dass in Wahrheit eine weitreichende Mythologie des Künstlertums existiert, die auch Film- und Popstars gnädig umfasst …“ | http://www.sueddeutsche.de/kultur/britney-spears-mel-gibson-und-ihre-skandale-das-prinzip-vergebung-1.877220

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“ … The Searchers [1956 Directed by John Ford] is endlessly watchable and unfathomable. The more times one sees it, the more questions it poses. … [Ethan] has brought Debbie back to white “civilization” and helped turn the wilderness into a garden. …“ | https://theculturetrip.com/north-america/usa/new-york/articles/eight-unanswered-questions-about-the-searchers/ // “ … [„The Searchers“ … greift in Ansätzen das wahre Schicksal von Cynthia Ann Parker auf] … Cynthia Ann Parker wurde 1860 von Texas Rangers aufgegriffen und gegen ihren Willen zu ihrer europäischen Familie zurückgebracht. Sie versuchte mehrfach vergeblich, zu ihrer indianischen Familie zurückzukehren und starb 1870. … Nach dem Tod ihrer Tochter verlor Cynthia Ann Parker ihren restlichen Lebensmut und verweigerte fortan die Nahrung. Sie starb laut Grabstein 1870. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Cynthia_Ann_Parker
// —> https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Schwarze_Falke

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Review by ScreeningNotes (Date ????): “ … The Searchers gives the lie to the supposed heroism of the Wild West mythos. John Wayne plays the same Indian-killing cowboy we’ve seen him play since the early 1930’s, the image of a valiant savior come to rescue a bunch of white folks from the Native American menace, but here he plays it as explicitly racist, calling out the pathological nature of the traditional cowboy’s racialized violence. Our heroes of the West were always outlaws who had to ride off into the sunset, but they were glorified outcasts, they were getting rid of the „real“ bad guys. The Searchers shows this hero not as an altruistic warrior, but as a murderer whose positive effects on society are less purposeful, more of a coincidental afterthought. …“ | https://letterboxd.com/screeningnotes/film/the-searchers/
// —> https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Schwarze_Falke

Nolan Moore (June 5, 2015) “ … Ethan is trapped between two worlds: the outlaw West and civilization. Like many cowboy protagonists — think Pike Bishop in The Wild Bunch (1969), John W. Burns in Lonely Are the Brave (1962) and Tom Doniphon in The Man Who Shot Liberty Valance (1962) — Ethan Edwards is a throwback to an older time …“ | http://screenprism.com/insights/article/what-does-the-final-shot-of-the-searchers-mean

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“ … Joseph Campbell wies darauf hin, dass aus religiöser Sicht Mythos als „die Religion anderer Leute“ definiert werden kann. Insofern sei Religion „missverstandene Mythologie“. Das Missverständnis bestehe darin, dass „mythische Metaphern als Hinweise auf unumstößliche Tatsachen interpretiert werden“. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Mythologie (2. März 2018)


“ … In der philosophischen Ethik werden im Allgemeinen eine Handlung oder der diese erstrebende Wille als böse bezeichnet, wenn die Handlung als moralisch unzulässig bewertet wird. Je nach ethischer Position werden allerdings unterschiedliche Kriterien angelegt. …“ | Aus: „Das Böse“, 7. Mai 2018 | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_B%C3%B6se

Geschrieben am 15. August 2016 von Thomas Woertche zu: „Peter Strasser: Ontologie des Teufels“ (Essay): “ … er [kommt] zu dem Schluss, dass „das wahrhaft Böse – im Unterschied zu all dem, was im Laufe der Zeiten als böse ausgegeben wird, bloß, weil es einer zeitbedingten Konvention widerspricht – ist, wie auch das Wahrhaft Gute, im Metaphysischen verankert“ sein muss. …“ | http://culturmag.de/rubriken/buecher/essays-peter-strasser-ontologie-des-teufels/94809

Wolfgang Achtner (Rezension, 31.08.2016) – Zu: „Peter Strasser, Ontologie des Teufels – Verlag: Wilhelm Fink (Paderborn 2016): “ … Man reibt sich als moderner Mensch die Augen. Hat nicht der Teufels- und Hexenglaube unsägliches Leid über hunderttausende Menschen in Europa gebracht, vor allem über Frauen: Denunziation, Folter und in vielen Fällen den Tod durch Verbrennen, zelebriert als schauriges öffentliches Spektakel? Kein Wort verliert der Autor des vorliegenden Buchs über diese dunkle Epoche der europäischen Geschichte. Vielmehr will er dem Leser die Existenz des Leibhaftigen wieder schmackhaft machen. … Der Autor spricht [] von ontologischer Fahlheit. Es sei klar, dass dieser Mangel an Lebensintensität sich in der Massenkultur ein Korrektiv suche und dieses in allerlei nervenkitzelnden Verkörperungen des Bösen finde: Monstergestalten, Vampire, Aliens, Satanismus, Fantasie, Dark Wave, Gothic und so weiter. Die früher in der Hölle wirkenden Dämonen würden so Eingang in die naturalistische Moderne finden. Strasser scheut nicht vor starken Worten, dies zu konstatieren: „Das Leben, gedacht als Triumph der Immanenz [(lateinisch immanere, ,darin bleiben‘, ‚anhaften‘) bezeichnet das in den Dingen Enthaltene], ist die Hölle.“ In der Moderne wirke der Teufel als derjenige, der die Menschen entseelt: IS-Anhänger, aber auch … der entgeistigte Vertreter der westlichen Kultur. …“ — // Kommentar: Völlig unbelegte Zweckbehauptung – 05.09.2016, L.schaber: Zu folgendem Zitat aus der Rezension: “ … „Und man kann ihm zugutehalten, dass seit der Aufklärung das Wirken des Bösen in der Welt nicht ab-, sondern eher zugenommen hat. Gerade in der vermeintlich so aufgeklärten Moderne ist das Böse – etwa Hitler mit seiner ungebrochenen Faszination, dem der Autor ein Kapitel widmet – in kaum noch zu überbietender Weise präsent…“ … Dass das voraufgeklärte Böse trotz Aufklärung nicht abgenommen hat, erklärt sich allein schon dadurch, dass die aufklärerische Vernunft und ein mit ihr oftmals verbunderner Humanismus nicht auf ganzer Linie gesiegt haben, sondern dass es nach langen Kämpfen in Europa lediglich zu einr Art von Waffenstillstand mit der antiliberalen „Reaktion“ gekommen ist. Thron und Altar herrschten hierzulande bekanntlich (mindestens) bis 1918. Und es ist ein seit 1945 verbreitetes Märchen, dass das „hitlersche“ Böse durch den ontologischen oder mittelalterlich schwefelhaltigen „Gottseibeiuns“ über die vorher so reinen Deutschen gekommen sei. (Praktisch wars aber schon, denn damit war man nämlich fast von jeder möglichen Schuld befreit.) Tatsache ist aber, dass Hitler lediglich den schon seit fast hundert Jahren (Kolonialismus) vorhandenen (nicht nur britischen) sozialdarwinistisch- biologischen und vor allem christlich -antijudaistischen Rasssismus zu einer weiteren Blüte verholfen hat. Und daran ist gar nichts teuflisch, sondern es ist alte menschliche Tradition, Mitmenschen zur Duchsetzung eigener Machtinteressen mit menschenfeindlichen Ideologien zu infizieren. Neben den Religionen trifft das natürlich vor allem auch auf die meisten Schattierungen des Nationalismus zu. Eine solche Betrachtungsweise „relativiert“ überhaupt nichts und verharmlost auch keine Schuld. Den nur eine unideologische unvoreingenommen- faktische Betrachtung der Vergangenheit kann zukünftiges „Böses“ nachhaltig verhindern. …“ | Quelle: https://www.spektrum.de/rezension/buchkritik-zu-ontologie-des-teufels/1421399

Anna Sauerbrey (20.06.2018): “ … Am Dienstagabend schildert Comey den Moment, als er von seiner eigenen Entlassung erfuhr, eine Szene, die auch im Buch ausführlich beschrieben wird. Comey war für ein Rekrutierungsevent des FBI nach Los Angeles gereist. Vor der Veranstaltung sprach er in einem Raum zu Mitarbeitern des lokalen FBI-Büros. Hinter der Gruppe, an der Wand des Raumes, waren Fernseher angebracht. Auf mehreren Nachrichtensendern begann plötzlich die Eilmeldung durchzulaufen: „Comey fired.“ „Ich fühlte mich überrumpelt und etwas desorientiert“, sagt Comey lakonisch. … Das alles ist auf erschreckende Art und Weise unterhaltsam, so wie Trump nun einmal auf erschreckende Weise unterhaltsam ist. …“ | https://www.tagesspiegel.de/politik/gefeuerter-fbi-chef-james-comey-trump-ist-eine-katastrophe-die-den-usa-helfen-kann/22712438.html

“ … Wir leben in einer großen Erzählung der Demokratie. Aber wir leben auch in einer großen Blase des Entertainment, der Kulturindustrie und der populären Mythologie. In der ersten Erzählung geht es um Interessen, um Erklärungen, Informationen, um rationale Entscheidungen, um Gesetze, Verträge und Verhandlungen. In der zweiten Erzählung indes geht es um Bilder, Mythen, Emotionen, Identifikationen, Spiele, Fantasien. Politik spielt sich längst in beiden Erzählungen ab, Politiker verkaufen sich wie Pop-Stars, und die sozialen Wahrheiten werden nicht in Regierungserklärungen, sondern in Kriminalromanen, Hollywood-Filmen und Comedy Shows verhandelt. Bislang schien es freilich, dass die meisten Menschen sehr wohl unterscheiden können zwischen den Sphären von politischer Realität und medialer Fiktion. Aber offensichtlich fällt diese Unterscheidung immer schwerer. … Populismus als politische Bewegung hat eine Wurzel in der Beziehung zu einem bestimmten Begriff von Volk. Populismus hat aber auch eine Wurzel in der populären Kultur, im Medienkonsum und in den Strategien des Showbusiness. … [Das Buch] »TRUMP! – Populismus als Politik« beschreibt, was geschieht, wenn die Medienträume und -albträume zu realer Macht werden, wie sich mediale Pop-Träume und populistische Politik zueinander verhalten und wie schließlich Politik sich dereinst womöglich nur noch als »Reality« verstehen lässt, als Fortsetzung einer virtuellen, affekt- und bildhaften Innenwelt in die Räume der (mehr oder weniger) »repräsentativen« Demokratie. … »Seeßlen analysiert die eklektische mediale Inszenierung Trumps zwischen Volksheld, Westerner und kapitalistischem Selfmademan und fragt, inwiefern der Erfolg Trumps die Manifestation einer weitreichenderen Verschiebung im Kräfteverhältnis zwischen Entertainment, Kapital und Politik darstellt. […]. Mit essayistischem Verve spannt Seeßlen ein ebenso faszinierendes wie unterhaltsames Netz an Bezugspunkten, das von Orson Welles’ CITIZEN KANE über die Simpsons, Batman, Micky Maus, Al Capone, Barbie, Twitter und Darth Vader reicht. So gelingt es Seeßlen aufzuzeigen, an welche Diskurse Trumps populistisches Theater anschließt, welche Wünsche und Bedürfnisse es weckt und zu erfüllen verheißt. Diese Dekonstruktion von Trumps megalomanischer Ikonografie fördert in zuverlässigem Tempo interessante Einsichten zutage.« (Kevin Neuroth, Die Zeit) …“ | Aus: „Georg Seeßlen: Trump! – Populismus als Politik, 144 Seiten“, http://www.bertz-fischer.de/product_info.php?cPath=21_135&products_id=506

Christian Schröder (21.01.2010): “ … Der Plot von „Metropolis“ ist einigermaßen krude aus religiösen, mythologischen und literarischen Versatzstücken zusammenmontiert. Der Schriftsteller H. G. Wells nannte ihn 1927 den „dümmsten aller Filme“, der Kritiker Kurt Pinthus zählte damals in seiner Rezension ein Dutzend Bücher und Theaterstücke auf, bei denen sich Lang und Harbou bedient hatten. Der „Neue Turm Babel“, in dem der „Metropolis“-Herrscher Fredersen residiert, ist natürlich der Bibel entlehnt, und wenn Rotwang in seinem Labor allerlei Chemikalien aufblubbern lässt, um Hauptdarstellerin Brigitte Helm in die „Maschinen-Maria“ zu verwandeln, erinnert das an „Frankenstein“. Doch Kunst hat immer schon geklaut. Und bei den Bildern von „Metropolis“ bedient sich die Popkultur bis heute. …“ | https://www.tagesspiegel.de/kultur/metropolis-tanz-um-die-maschinen/1667972.html

buechermaxe (am 29. Oktober 2006): “ … Drastik und Deutlichkeit. Egal ob in Film, Kunst oder Berichterstattung. Gleichgültig, ob in Sex, Sport oder Weltnachricht. Das kriegerische Vokabular, der monströse Vulgarismus in Form von Schlacht, Sieg und Niederlage regiert unsere Sprache, unsere Emotionen und unser Denken. Daths Buch aber öffnet im Blick auf die 70er Jahre, seine eigene Jugend und Jugendliebe im Puppenhaus Bundesrepublik in einer opulent-drastischen Sprache und Sichtweise das sprachliche Exerzierfeld, in der anhand verschiedenster filmischer Phänomene „die kulturindustrielle Form, die das Selbstwunsch- und –angstbild von modernen Menschen annimmt, wenn die sozialen Versprechen der Moderne nicht eingelöst werden“ benennt. …“ // Aus einem Kommentar zu: „Die salzweißen Augen: Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit“ von Dietmar Dath (15. August 2005), Quelle: https://www.amazon.de/product-reviews/351841707X/ref=cm_cr_dp_see_all_btm?

Klaus Grunenberg (26. August 2005): “ … Im Moment unserer Geschichte scheint es [ ] so zu sein, daß der Einzelne nicht sehr Einfluß nehmen kann auf notwendige Veränderungen (trotz Demokratie), somit fährt er schnelle Autos, fliegt in Urlaub oder schreibt sich seinen Frust von der Seele. So wohl auch hier und das ist gut so. Männer, die ihre Pubertät anscheinend sehr lange mit sich herumtragen, sind wohl garnicht so selten. … Die neuerdings wieder leicht emporkommende Religiosität und der Versuch, auch z.B. Eucharistie [„Danksagung“, auch Abendmahl oder Herrenmahl, heilige Kommunion, Altarsakrament, allerheiligstes Sakrament, in den Ostkirchen heilige oder göttliche Liturgie genannt] im katholischen Sinn neu zu beleben mit all den bekannten Einzelheiten überkommener und nicht zu verstehender dogmatischer Energie, das ist auch – oder besser gesagt – birgt Drastik in sich und nicht zu wenig. Dies als kleine Abschweifung, aber nicht unbedingt uninteressanter. … Also, sind wir ein wenig zufrieden mit dem, was uns Dietmar Dath bietet und wünschen wir uns eine reichhaltige Diskussion darüber, wobei man aber Naturwissenschaftler und vor allem Ärzte mit einbeziehen müßte. Also, die Aufklärung birgt ja doch wohl noch etwas an köstlicher Energie, wenn man so will und dies hier ist ein bestes Beispiel dafür. Natürlich könnte man sich auch zurücklehnen, durch die Weinberge streifen und den Herrgott einen guten Mann sein lassen, besser aber nicht. …“ // Aus einem Kommentar zu: „Die salzweißen Augen: Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit“ von Dietmar Dath (15. August 2005), Quelle: https://www.amazon.de/product-reviews/351841707X/ref=cm_cr_dp_see_all_btm?

lemonhorse / 20 Juni 2018 / Cinema.Exposure, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur Ontologie des nicht seienden #20… ]

Ontologie = ‚Lehre vom Seienden‘ // (19.6.2018): “ … Die Klägerin betreibt … eine sogenannte Praxis für energetische Körperarbeit. Bei ihren Behandlungen begebe sie sich in eine „höhere Schwingungsebene“, erläuterte sie am Rande der BSG-Verhandlung. Dadurch würden kranke Körperzellen des Kunden so beeinflusst, dass sie sich an ihren ursprünglich gesunden Zustand wieder „erinnern“. … Die Klägerin meinte, wenn ihre Tätigkeit nicht als Gesundheitsberuf anerkannt sei, müsse sie auch zur Gesundheitsberufsgenossenschaft keine Beiträge zahlen. … Das BSG hat die Beitragsbescheide über zuletzt 137 Euro pro Jahr jedoch als rechtmäßig bestätigt. Entscheidend für die Versicherungspflicht ist danach das Ziel der Tätigkeit. Dieses sei hier nach eigener Darstellung der Klägerin, Krankheiten zu heilen oder abzuwenden. Dabei müsse die Berufsgenossenschaft die Tätigkeit nicht prüfen oder bewerten, betonten die Kasseler Richter. Keine Rolle spiele es daher, ob die Tätigkeit staatlich anerkannt sei oder ob die angewandten Methoden dem wissenschaftlich anerkannten Stand der Medizin entsprächen. … “ | https://derstandard.at/2000081869489/Geistheilerin-gehoert-in-Deutschland-zum-Gesundheitswesen

lemonhorse / 20 Juni 2018 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

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