Kategorie: Fraktal.Text

Textfraktale

[Wirklichkeitsbezug (Technik) #5 … ]

Meghan O’Gieblyn (9.1.2022): “ … Ich lebe wie der Rest der Moderne in einer Welt, die „entzaubert“ ist. Bei der künstlichen Intelligenz und den Informationstechnologien stößt man heute [ ] auf viele Fragen, die einst von Theologen und Philosophen bearbeitet wurden: die Beziehung des Geistes zum Körper, die Existenz des freien Willens, die Möglichkeit der Unsterblichkeit. Das sind alte Probleme – sie sind nur in neuem Gewand und unter anderen Namen Teil der heutigen Technologiedebatten, genauso wie die toten Metaphern noch immer Teil unserer Syntax sind [„Manche Metaphern haben durch ihren häufigen Gebrauch ihren Übertragungscharakter verloren und werden nicht mehr als Metaphern, sondern als direkte Ausdrücke verstanden. Beispiele: Tischbein, Ohrmuschel, Buchrücken. …“]. All die ewigen Fragen sind heute zu technischen Problemen geworden. … wenn es um die Frage der phänomenologischen Erfahrung geht – der ganz subjektiven Welt der Farben und Empfindungen, der Gedanken und Ideen und Überzeugungen – lässt sich nicht erklären, wie sie aus diesen neurologischen Prozessen entsteht. So wie ein Biologe im Labor durch das Studium der objektiven Fakten nie die Gefühle einer Fledermaus erfassen könnte, kann auch eine vollständige Beschreibung des Schmerzsystems des menschlichen Gehirns nie die subjektive Erfahrung von Schmerzen erfassen. … “ | Aus: „Cyberphilosophie mit Haustier: Wann ist ein Hund ein Hund?“ Meghan O’Gieblyn (9.1.2022) | Quelle: https://taz.de/Cyberphilosophie-mit-Haustier/!5823944/
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ORFEUS-Teleskop im Museum – In der Ausstellung „Der Himmel. Wunschbild und Weltverständnis“ (30.06.2011) | https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/physik/institute/astronomie-und-astrophysik/astronomie-hea/aktuelles/newsfullview-aktuell/article/orfeus-teleskop-im-museum/ // https://de.wikipedia.org/wiki/ORFEUS

“ … Techne (altgriechisch τέχνη téchne), ist ein altgriechischer Begriff, der in europäisch geprägter Philosophie bis heute für das Verständnis von Kunst, Wissenschaft und Technik bedeutend ist. … „Zum einen gilt es, mediale Maschinerien als Spiegelungen von Bedürfnissen, Antrieben und Phantasmen einer Menschheit zu verstehen, die nicht zuletzt in Gestalt der techné praktische Anthropologie (Menschenkunde) betreibt, zum anderen aber ist danach zu fragen, wie diese mediale techné die Befindlichkeit des Menschen verändert, variiert und modifiziert, die sich nicht einfach statisch zwischen Mensch und Welt stellt, sondern indem sie letztere erst in der uns heute geläufigen Form konstituiert, auch jene Momente des Inszenatorischen und Imaginären ins Blickfeld rückt.“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Techne

Hanns-J. Neubert (2019?):“ … Nach dem Inferno des ersten Weltkriegs blühten in den „Goldenen Zwanziger Jahren“ Ideen und Hoffnungen auf eine neue, lebenswertere Zukunft. In Tanzsälen und Cafés tobte sich ein neues Lebensgefühl aus. Auf den Straßen rangen soziale und politische Bewegungen oft gewaltsam um die Vorherrschaft. Wissenschaftler drangen in nie dagewesene Sphären der Naturerkenntnis vor. Tüftler bastelten an alten Motoren für neue Fahrzeuge. Künstler, Literaten und Philosophen suchten und stifteten Sinn für die Rasanz. Vor 90 Jahren, auf dem Höhepunkt dieser Rastlosigkeit, am Vorabend einer Weltwirtschaftskrise, wurde die Technisch-Literarische Gesellschaft TELI gegründet. … im Gründungsjahr der TELI kehrte Wittgenstein 1929 als Philosoph nach Cambridge zurück, wo er bei Bertrand Russell dann doch noch über seinen „Tractatus“ promovieren konnte. Im selben Jahr … fand im schweizerischen Luftkurort Davos die berühmte „Davoser Disputation“ statt – das Streitgespräch zwischen Ernst Cassirer und Martin Heidegger zum Thema „Was ist der Mensch?“. Für Heidegger, Metaphysiker und späteres NSDAP-Mitglied, war Technik wegen der schonungslosen „Vernutzung“ natürlicher Ressourcen eine unabweisbare Gefahr [“ … Ab Mitte 1930 begann Heidegger mit einer Gesamtinterpretation der abendländischen Philosophiegeschichte. Dazu untersuchte er die Werke bedeutender Philosophen unter phänomenologischen, hermeneutischen und ontologischen Gesichtspunkten und versuchte so, deren „unbedachte“ Voraussetzungen und Vorurteile freizulegen. Alle bisherigen philosophischen Entwürfe vertraten laut Heidegger eine einseitige Auffassung der Welt – eine Einseitigkeit, die er als Merkmal jeder Metaphysik ansah. Diese metaphysische Weltauffassung gipfelte aus Heideggers Sicht in der modernen Technik. Mit diesem Begriff verband er nicht allein, wie sonst üblich, ein neutrales Mittel zum Erreichen von Zwecken. Vielmehr versuchte er zu zeigen, dass mit der Technik auch eine veränderte Auffassung der Welt einhergehe. So wird nach Heidegger durch die Technik die Erde vornehmlich unter dem Gesichtspunkt der Nutzbarmachung in den Blick gebracht. Wegen ihrer globalen Verbreitung und der damit verbundenen schonungslosen „Vernutzung“ natürlicher Ressourcen sah Heidegger in der Technik eine unabweisbare Gefahr. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger (4. Januar 2022)]. Er war einer der prominenten Kritiker der Technik, die für ihn ein Fluch für die Menschheit war – ein früher radikal-esotherischer Umweltschützer. Sein Gegenspieler, der Kulturphilosoph, Erkenntnis- und Wissenschaftstheoretiker Cassirer, der als Jude 1933 ins Exil ging, sah dagegen, dass Wissenschaft und Technik eigene Erlebniswelten sind, die zusammen mit Religion, Kunst oder Geschichte entscheidend zum Weltverständnis beitragen. Er stimmte weder in die Verherrlichung der Technik noch in ihre Verdammung ein. …“ | https://www.teli.de/das-jahr-babylon-vor-90-jahren-auftritt-der-teli/ | Kontext: https://de.wikipedia.org/wiki/Davoser_Disputation

Ernst Cassirer (1874–1945) „Symbol, Technik, Sprache“ (Aufsätze aus den Jahren 1927-1933): “ … Wenn man den Maßstab für die Bedeutung der einzelnen Teilgebiete der menschlichen Kultur in erster Linie ihrer realen Wirksamkeit entnimmt, wenn man den Wert dieser Gebiete nach der Größe ihrer unmittelbaren Leistung bestimmt, so ist kaum ein Zweifel daran erlaubt, daß, mit diesem Maße gemessen, die Technik im Aufbau unserer gegenwärtigen Kultur den ersten Rang behauptet. Gleichviel ob man diesen »Primat der Technik« schilt oder lobt, erhebt oder verdammt: seine reine Tatsächlichkeit scheint außer Frage zu stehen. … Fasst man die Norm des »Schönen« so weit, daß man überall dort von ihr spricht, wo ein Sieg der »Form« über den »Stoff«, der »Idee« über die »Materie« hervortritt, so kann kein Zweifel daran sein, in welch hohem Maße gerade die Technik an ihr Anteil hat. Aber diese Formschönheit schlechthin umfasst alsdann die ganze Weite geistiger Betätigung und geistiger Gestaltung überhaupt. In diesem Sinne verstanden, gibt es – wie Platon es im Symposion ausspricht – nicht nur eine Schönheit körperlicher Bildungen, sondern auch eine logische und eine ethische Schönheit, eine »Schönheit der Erkenntnisse« und eine »Schönheit der Sitten und Bestrebungen«. … Das Kunstwerk läßt in einer durchaus eigenartigen, ihm allein vorbehaltenen Weise »Gestalt« und »Ausdruck« ineinander übergehen. Es ist eine Schöpfung, die hinausgreift in das Reich des Objektiven und die eine streng objektive Gesetzlichkeit vor uns hinstellt. Aber eben dieses »Objektive« ist an keiner Stelle ein bloß »Äußeres«, sondern es ist die Äußerung eines Inneren, das an ihm gewissermaßen seine Transparenz gewinnt. … Wenn man als die beiden Extreme, zwischen denen alle Kulturentwicklung sich bewegt, die Welt des Ausdrucks und die Welt der reinen Bedeutung bezeichnen kann, so ist in der Kunst gewissermaßen das ideale Gleichgewicht zwischen diesen beiden Extremen erreicht. Die Technik hat hingegen mit der theoretischen Erkenntnis, der sie eng verschwistert ist, den Grundzug gemein, daß sie mehr und mehr auf alles Ausdrucksmäßige Verzicht leistet, um sich in eine streng »objektive« Sphäre reiner Bedeutsamkeit zu erheben. … Wer sich nicht von vornherein den Forderungen der bloßen Nutzbarkeit verschrieb, sondern sich den Sinn für ethische und für geistige Maßstäbe bewahrte, der konnte an den schweren inneren Schaden der gepriesenen »technischen Kultur« nicht achtlos vorbeigehen. Unter den modernen Denkern haben wenige diese Schaden so scharf gesehen und so schonungslos aufgedeckt, als es Walther Rathenau mit immer wachsender Energie und Leidenschaftlichkeit in seinen Schriften getan hat. Völlige Entseelung und Mechanisierung der Arbeit, härtester Frondienst auf der einen Seite – unbeschränkter Macht -und Herrschaftswille, zügelloser Ehrgeiz und sinnloser Warenhunger auf der andern Seite: so stellt sich für Rathenau das Bild der Zeit, im Spiegel der Technik aufgefangen, dar. ([Vgl. Rathenau, Von kommenden Dingen; Zur Kritik der Zeit; Zur Mechanik des Geistes.]) …“ | https://monoskop.org/File:Cassirer_Ernst_1930_1985_Form_und_Technik.pdf | https://monoskop.org/Ernst_Cassirer

Rainer Volk (15.10.2021, br.de): “ … Als Erbe des AEG-Konzerns war Walther Rathenau einer der prominentesten Männer seiner Zeit. Früh fand er Zugang zur künstlerischen und intellektuellen Avantgarde. In der Weimarer Republik unterstützte er die liberale DDP und versuchte, die Isolation Deutschlands zu durchbrechen. Für kurze Zeit wurde er sogar Reichsaußenminister, ehe ihn rechte Extremisten ermordeten. …“

“ … Politisch und ästhetisch gehörte Rathenau zur Opposition gegen den herrschenden Wilhelminismus. Durch die Freundschaft mit Gerhart Hauptmann kam er in den Autorenkreis des S. Fischer Verlags und veröffentlichte hier 1912 und 1913 seine Bücher Zur Kritik der Zeit und Zur Mechanik des Geistes, in denen er die moderne „Mechanisierung der Welt“ beklagte und seine neuidealistische Weltanschauung vom „Reich der Seele“ darlegte. Politisch setzte er sich für eine stärkere Beteiligung des liberalen, industriell tätigen Bürgertums an der Außenpolitik ein und suchte selbst, durch Mitwirkung in der Kolonialpolitik, Einfluss zu gewinnen. Neben anderen Kontakten in die völkische Szene war Rathenau von 1913 bis zu seinem Tod mit dem rechtskonservativen Publizisten Wilhelm Schwaner befreundet, in dessen Zeitschrift Der Volkserzieher in dieser Zeit einige Aufsätze Rathenaus abgedruckt wurden, was zu erheblichem Unmut in nationalistischen Kreisen führte. … … Am Morgen des 24. Juni 1922 … wollte Rathenau ins Auswärtige Amt in der Wilhelmstraße, um einer Prüfung von Konsularsanwärtern beizuwohnen. … Obwohl es im Vorfeld immer wieder konkrete Attentatswarnungen gegeben hatte, fuhr Rathenau ohne Polizeischutz. Auf dem Weg von seiner Villa in der Koenigsallee 65 in Berlin-Grunewald bemerkten weder er noch sein Chauffeur, dass sie von einem Wagen verfolgt wurden. Kurz vor der Kreuzung Erdener-/Wallotstraße, als Rathenaus Chauffeur angesichts der folgenden S-Kurve abbremsen musste, überholte der verfolgende Wagen, ein offener Mercedes-Tourenwagen, den der 20-jährige Student Ernst Werner Techow steuerte. Im Fond saßen der 23-jährige Student Erwin Kern und der 26-jährige Maschinenbauingenieur Hermann Fischer. Während Kern mit einer Maschinenpistole MP18 auf Rathenau feuerte, warf Fischer eine Handgranate in den Wagen. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_Rathenau (15. Dezember 2021)

“ … In den beiden Hauptschriften „Zur Kritik der Zeit“ von 1912 und „Zur Mechanik des Geistes“ aus dem Jahr 1913 hatte Rathenau die modernen Industriegesellschaften einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Das Ergebnis seiner intellektuellen Suchbewegungen war das Attest eines „mechanistischen Zeitalters“ – mithin einer Gesellschaftsform, in dem sämtliche Teile aufeinander ausgerichtet sind und miteinander kooperieren. Mit dem Ziel einer schnellen und effizienten, zudem kostengünstigen Versorgung der Massengesellschaft (worin sich freilich eine kultivierte Gesellschaft nicht erschöpfen dürfe). In „Zur Kritik der Zeit“ beschreibt Rathenau die „Mechanisierung der Welt“ als alles umfassenden Regelkreislauf und im Denkschema eines Strömungsdiagramms, das mittlerweile die gesamte Produktion und damit die gesamte Gesellschaft umfasst. Die Basis gesellschaftlichen Lebens ist das Wirtschaftssystem und damit der Produktions- und Distributionsprozess: „Von allen Teilen der Erdoberfläche strömen die Urprodukte mineralischer und organischer Abkunft auf eisernen oder wässernen Wegen in die Sammelbecken der Städte und Häfen. Von dort verzweigen sie sich zu den Verarbeitungsstätten, wo sie in vorbestimmter Mischung eintreffen, um chemisch oder mechanisch umgestaltet als Halbprodukte einen zweiten Kreislauf zu beginnen. Von neuem getrennt und abermals vermischt und bearbeitet erscheinen sie als Verbrauchsgüter, die zum drittenmal geordnet in den Lagern der Großhändler sich vereinigen, bevor sie die fein verzweigten Wege zum Detaillisten und endlich zum Verbraucher zu finden, der sie in Abfallstoffe verwandelt und in den Gestaltungsprozeß zurücksendet. Dem Blutumlauf vergleichbar ergießt sich der Güterstrom durch das Netz seiner Arterien und Adern.“ … Der Krieg war für Rathenau, wie auch Rathenaus Schrift von 1917 zu entnehmen ist, zutiefst irrational. Er sei kein „Anfang, sondern ein Ende; was er hinterläßt, sind Trümmer“. Rathenau glaubte zudem nicht an das Recht der Deutschen „zur endgültigen Weltbestimmung“ – womit wir genau bei jenem Vorbehalt sind, den er radikaler dann 1918 in der Kaiser-Schrift formulierte. Aber er sah zugleich ebenso wenig, dass jemand anderes es verdient habe. Im Jahr 1917 liest sich das folgendermaßen: „Wir haben keinen Anspruch darauf, das Schicksal der Welt zu bestimmen, weil wir nicht gelernt haben, unser eigenes Schicksal zu bestimmen. Wir haben nicht das Recht, unser Denken und Fühlen der zivilisierten Nationen der Erde aufzuzwingen; denn welche auch ihre Schwächen sein mögen, eines haben wir noch nicht errungen: den Willen zu eigener Verantwortung.“ Rathenau hoffte, dass der „wirtschaftliche Nationalismus“ „wenn die Zeit der großen politischen und ökonomischen Kraftproben vorüber ist, möglicherweise rationaleren Anschauungen weichen.“ Das mag trügerisch gewesen sein und immer noch sein, formuliert jedoch einen Anspruch – Literaturwissenschaftler sagen: ein Narrativ – das zu erfüllen noch ein wenig Arbeit erfordert. …“ | Aus: „Walther Rathenaus Mobilmachung – Die Durchsetzung der Kriegswirtschaft im Ersten Weltkrieg“ Walter Delabar (Archiv – Frühere Ausgaben Nr. 1, Januar 201, Schwerpunkt II: Erster Weltkrieg) | https://literaturkritik.de/id/20164


Der AEG-Schalter-Fahrkartendrucker GP 630 (rechts) und der AEG-Kleindrucker EZT (links) | https://www.tmkkassel.de/index.php/sammlungsgebiete/mobilitaetstechnik/verkehrstechnik/169-der-aeg-schalterfahrkartendrucker-gp-630 // https://de.wikipedia.org/wiki/AEG

[Aber Wissen ist hier Ohnmacht #4 …]

“ … Wien – Für Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) sind die jüngst bekannt gewordenen Chats von Thomas Schmid über einen mutmaßlich illegalen Steuernachlass für MAN-Investor Siegfried Wolf „völlig inakzeptabel“. Gleichzeitig bezeichnete er es im Interview mit der APA als „befremdlich“, dass die Nachrichten den Weg an die Öffentlichkeit fanden. …“ |Aus: „Kanzler Nehammer: „Die ÖVP hat kein Korruptionsproblem““ (29. Dezember 2021) | https://www.derstandard.at/story/2000132208667/kanzler-nehammer-die-oevp-hat-kein-korruptionsproblem
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kwazzo: “ … investigativer journalismus ist also befremdlich …“
ckmw: “ … Der Skandal ist nicht das Besprochene, sondern das wir es erfahren. …“
WerWieWas?: “ … Also hat die ÖVP kein Korruptionsproblem, sondern das Problem ist, dass die Öffentlichkeit davon weiß? …“
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“ … Es stehen die Vorwürfe im Raum, Kurz habe mithilfe anderer Personen einem Industriellen geholfen, Steuern zu «hinterziehen», Umfragen gefälscht und eine österreichische Zeitung geschmiert zu haben, dass diese die Gefälligkeitsumfragen publizierte: im Sinne von Kurz. Diese Vorwürfe liest die österreichische Staatsanwaltschaft aus etwa 300.000 Chatnachrichten heraus, die Kurz und sein engstes Umfeld geschrieben haben. Dabei arbeitete Kurz mit einem Wingman zusammen, sozusagen seinem Mann fürs Grobe: der frühere Generalsekretär im Finanzministerium Thomas Schmid. …“ | http://www.lessentiel.lu/de/news/europa/story/wusste-ex-kanzler-kurz-vom-steuerbetrug-23157261(24. Dezember 2021)

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“ … Thomas Schmid … ist ein ehemaliger Mitarbeiter in den Kabinetten österreichischer Ministerien … Er wird als ein enger Vertrauter von Sebastian Kurz angesehen und bezeichnet sich als dessen Prätorianer. … Schmid bezeichnete Menschen in Chats als „Pöbel“, weil er seinen Diplomatenpass zurückgeben und auf die damit verbundenen Privilegien verzichten musste, und als „Tiere“, weil er sich einen Strafregisterauszug persönlich im Amt abholen musste. Dies führte zu heller Empörung … Wenige Stunden nach seinem Rücktritt entschuldigte sich Schmid für seine Chats: „Heute sehe ich klar, dass das falsch und zynisch war.“ … “ | Quelle: Seite „Thomas Schmid (Generalsekretär)“. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. Dezember 2021, 12:43 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Thomas_Schmid_(Generalsekret%C3%A4r)&oldid=218183192 (Abgerufen: 22. Dezember 2021, 18:58 UTC) ]
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“ … Als sich K. skeptisch zeigte, erinnerte ihn Schmid: „Vergiss nicht – du hackelst im ÖVP Kabinett!! Du bist die Hure für die Reichen!“ … Das Verfahren vor dem Bundesfinanzgericht läuft noch immer. Zur Krone sagte Wolfs Sprecher Josef Kalina, man gebe „keine Auskünfte zu einem laufenden Finanzverfahren“ …“ | Aus: „Causa Wolf: Schmid an Mitarbeiter im ÖVP-Finanzministerium: „Du bist die Hure für die Reichen“ Neue Chats zeigen aus Sicht der Korruptionsermittler, wie Siegfried Wolf bei Thomas Schmid für einen Steuernachlass interveniert hat“ Renate Graber, Fabian Schmid (22. Dezember 2021) | Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000132106195/schmid-an-mitarbeiter-im-finanzministerium-du-bist-die-hure-fuer // —> “ … Die WKStA geht davon aus, dass der Manager Siegfried Wolf mit Hilfe von Thomas Schmid eine Finanzbeamtin bestochen hat, um einen Steuernachlass zu bekommen. …“ | https://www.falter.at/zeitung/20211222/huren-fuer-die-reichen
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NinoMax: “ … Der österreichische Geldadel und die Callboys bei der ÖVP …“
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bobbythebusdriver: “ … „ÖVP, die Hure für die Reichen“ Idealer Wahlkampfslogan. …“
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Andreas_B.: “ … Eine Beleidigung für Prostituierte …“
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aurix: “ … der Schmid wusste wenigstens, wofür er zuständig war … und [hat es] mit einfachsten Wörtern bildlich dargestellt, selbst für Plebejer der einfältigen Sorte gut verständlich. …“
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Christian Bruss: “ … Titel für die nächste Netflix Staffel: ÖVP – bitch for the ritch. …“
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christianr: “ … einmal mehr gilt die unverschämtheitsgewissheit. …“
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Andreas Wasserbauer: “ … Ich denk mir bei dieser ganzen Geschichte oft: Was hätt‘ der Musil für einen Roman d’raus machen können. Das wäre Weltliteratur geworden. …“
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mayer123: “ … Wenn man bedenkt, dass Leuten, die Mindestsicherung bekommen (etwa aus Krankheitsgründen z.b.) die Wohnbeihilfe auch als Einkommen berechnet wird und daher weniger Sozialhilfe bekommen, dann weiss man gar nicht mehr, wohin mit der Empörung. …“
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Mafi: “ … Der Unterschied zwischen Geld haben und Geld brauchen. Ihre ÖVP …“
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Nyan Cat: “ … Wer nicht reich ist und ÖVP wählt, ist wie ein Mensch mit Migrationshintergrund, der die FPÖ wählt (und ja, mir ist bewusst, dass es auch davon einige gibt). …“
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RossUlbricht: “ … „Vergiss nicht, du arbeitest für die ÖVP – du bist die Hure der Reichen“ Herrlicher Sarkasmus. Ich vermute, dass Th. Schmid privat ein sehr angenehmer Mensch ist. Ich hab auch so einen Zyniker im Freundeskreis, und der entpuppt sich immer als Anker, wenn ich ihn brauche. … Die ganzen verlogenen und scheinheiligen Schreiber hier im Forum, die den Zyniker nicht erkennen wollen, weil sie sich in der moralischen Empörung suhlen, die will ich privat lieber nicht als Freunde haben. …“
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chenchen:“ … hat th. schmid ihre kronjuwelen fotografieren dürfen? …“
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gunkeldibunkel: “ … Ich könnte mir auch vorstellen, dass man privat bei einem Bierabend so seinen Spass mit Schmid hat. Nüchtern betrachtet sprechen seine Taten jedoch gegen ihn, auch ganz ohne Scheinheiligkeit. …“
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GaddaDaVida: “ … „Kinder, Betrunkene und Narren …“ … sprechen die Wahrheit. Man kann offensichtlich auch von der eigenen Großartigkeit ausreichend berauscht sein. …“
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Christian Bruss: “ … Armin Wolf beim nächsten ZIB2 Interview eines ÖVP Ministers einleitend: „Fühlen sie sich eigentlich auch als Hure für die Reichen?“ OK, OK träumen wird man ja noch dürfen… „
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Dilbert: “ … Wer jetzt noch ÖVP wählt ist eine….. „
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Slavik: “ …Reiche? …“
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Miguel Knigtos: “ … Sure der Heichen? …“
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Unterhose Gottes: 22. Dezember 2021, 13:56:12: “ … „Hure für die Reichen“ ist sowas von auf den Punkt gebracht und auch allgemein verständlich formuliert. Dazu noch im unmittelbaren Zusammenhang mit den Begriff „ÖVP-Kabinett“ – das ist ein Weihnachtsgeschenk für ganz Österreich. Danke, Thomas! …“




Nachtrag #1

„Damaliger Finanzminister Schelling in Causa Wolf: „Bitte SMS gleich löschen““
Neue Chatauswertungen zeigen, dass sich der Minister persönlich mit Steuerproblemen von Siegfried Wolf beschäftigte. Renate Graber, Fabian Schmid (23. Dezember 2021)
https://www.derstandard.at/story/2000132147281/finanzminister-schelling-in-causa-wolf-bitte-sms-gleich-loeschen
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SpiderTarantula: “ … Also mit dem bald zu Ende gehenden 2021 kann man erneut festhalten, die großen 2 Fragen der Gegenwart bleiben weiter ungelöst: Gibt es extraterrestrisches Leben und was genau nochmal bedeutet das christlich-soziale bei der neuesten Volkspartei? …“
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Tiefenschärfe: “ … Die Verkaufszahlen von Kriminalromanen sind zuletzt deutlich eingebrochen. Viele Leser haben sich Tageszeitungen zugewandt. …“
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pei mei: “ … Treffpunkt Autobahnraststätte …. Hollywood auf der Stoffsuche für ein B-movie …“
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Lecksi19810: “ … Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut. …“
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betterknower: “ … bitte SMS gleich löschen, bitte auch das SMS „bitte SMS gleich löschen“ löschen, bitte auch das SMS „bitte auch das SMS “ bitte gleich löschen“ löschen … bitte auch…. „
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KnödelMitEi: “ … Ich hab da Mal folgende Fragen… Wenn die ÖVP die „Hure der Reichen“ ist. Und die FPÖ die Partei des „kleinen Mann von der Straße“. Was wählt man denn als normalgewachsener Durchschnittsverdiener? Bzw welche Partei will denn mein Freudenmädchen sein? …“
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grommitt: “ … Immer nur das Gleiche – Man sucht nach Weltverschwörung oder sonst einer tieferen Erklärung. Und man ist dann fast enttäuscht, wenn es wieder nur ein paar privilegierte Millionäre sind, die es sich qua Status glauben richten zu können. Sie bestechen ein paar Politiker, die es cool finden, aufs Jagdschloss oder die Yacht eingeladen zu werden …“
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genial: “ … Frohe Weihnachten. Die Politik hat die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen! Wer schafft den sonst die Arbeitsplätze, den Wohlstand in der Gesellschaft?! Eine ziemlich scheinheilige Aufregung!! Alles im Rahmen der Gesetze! …“
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Amducias: “ … Grenzgenial, haben sie einen psychotischen Schub? …“
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alteshaus: “ … Die Korruption hat ein Problem mit der ÖVP … „
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Gehh: “ … Ein Wahlversprechen hat Kurz aber wirklich gehalten: er hat die versprochene Transparenz ins System gebracht! Nicht ganz freiwillig und mit gewisser Verzögerung, aber er hat…. :-) …“


Nachtrag #2

„Medienberichte: Kurz soll im Februar neuen Job antreten“ (25. Dezember 2021)
Die Familie solle fortan im Zentrum stehen, ließ Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei seiner Rücktrittsrede aus der Politik Anfang Dezember wissen. Zu diesem Zeitpunkt wurde in ÖVP-Kreisen schon von einem internationalen Topjob gemunkelt, den Kurz mit Jahreswechsel antreten werde. … Laut Krone soll es ihn für diesen in die USA verschlagen – von einem Managerposten im Silicon Valley ist die Rede… | https://www.derstandard.at/story/2000132155916/medienbericht-ex-kanzler-kurz-soll-im-februar-neuen-job-antreten

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rydropli: “ … Irgendein Bullshitjob war noch für jeden Övp-ler drin. …“
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standardfetischist: “ .. Ok, Wechsel zwischen Mordor und Moria. …“

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Kontext #1

TuniFynn 18:03 Uhr: “ … Verschwand Herr von und zu Guttenberg damals nicht auch in die USA (und unlängst zurück)? …“ [Einschub: “ … Hat Angela Merkel ihre SMS-Nachrichten gelöscht? Axel Weidemann (24.12.2021) … Das Info-Portal „Frag den Staat“ wollte sicherstellen, dass SMS-Nachrichten, die Angela Merkel als Kanzlerin versendet hat, nicht verschwinden. Das Verwaltungsgericht Berlin lehnt die Herausgabe jedoch ab. … In einer ersten Reaktion bezweifelte „Frag den Staat“ am Montag, dass wirklich alle relevanten Kurznachrichten den Weg in die Akten gefunden haben. So nehme beispielsweise Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in einer Mail an einen Lobby-Kontakt Bezug auf eine SMS der Kanzlerin, die sich nicht in den Akten finde. …“ | Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/verwaltungsgericht-entscheidet-ueber-sms-von-altkanzlerin-merkel-17697530.html | https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Theodor_zu_Guttenberg: “ “ … Am 15. Juli 2020 wurde bekannt, dass Spitzberg Partners 2019 den Zahlungsdienstleister Wirecard, der 2020 Insolvenz angemeldet hat, beim Eintritt in das China-Geschäft unterstützt hat. Zugleich leistete Guttenbergs Firma bei der Bundesregierung Lobbyarbeit für Wirecard. Unter anderem lieferte er eine direkte Argumentationshilfe für Angela Merkel und übte auf die deutsche Botschaft in Peking Druck aus. Im April 2021 sagte Angela Merkel im Bundestags-Untersuchungsausschuss zur Wirecard-Affäre aus, sie habe wegen der rein an Partikularinteressen eines einzelnen Unternehmens orientierten Kommunikation Guttenbergs den Kontakt zu ihm abgebrochen. …“ (Dezember 2021) …“
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changnoi 14:28 Uhr: “ … ich bin so gar kein Kurz-fan, aber eine interessante karriere. sehr modern! …“
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Redaktion (25 Dezember 2021): “ … Linke Hater attackieren den Ex-Kanzler sogar unter dessen Weihnachts-Tweet. Am meisten wird ein Spruch zitiert, der unter seinem Vorgänger Reinhold Mitterlehner von einem ÖVP-Mitarbeiter kam. … Die miesen Angriffe werden Sebastian Kurz (35) den Abschied aus Österreich vermutlich erleichtern: Der Ex-Kanzler plant sein neues Berufsleben in den USA. In Kalifornien soll der junge Vater bereits ein konkretes Job-Angebot haben – laut gut informierten Kreisen soll der Ex-ÖVP-Chef bei Palantir Technologies einen Geschäftsführer-Job übernehmen. In der Geschäftsführung des milliardenschweren Datenanalyse-Unternehmens arbeitet auch Laura Rudas, die frühere Bundesgeschäftsführerin der SPÖ in der Zeit von Kanzler Werner Faymann. Die Karrieren der beiden jungen Polittalente ähneln sich: Auch Laura Rudas wurde von extrem linken Hatern und einer kleinen Journalisten- und Kabrettisten-Blase stets mies attackiert und verspottet. …“ | https://exxpress.at/sogar-zu-weihnachten-linke-hass-welle-gegen-ex-kanzler-kurz/

Lobau: 25. Dezember 2021 um 12:37 Uhr: “ … Meiner Meinung nach richten sich diese gehässigen und niveaulosen Kommentare sowieso von selbst, da sie eigentlich eh nur den Neid, Hass und die “Mittelmäßgkeit” des Verfassers widerspiegeln. …“
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Joe 25. Dezember 2021 um 17:27 Uhr: “ … Die einen sind gehässig, die anderen gewissenlos! …“


Nachtrag #3

Zu: „“Das ist irre!“: Was sich im Finanzministerium rund um die Causa Wolf abspielte“ (26.12.2021) | https://www.derstandard.at/story/2000132160006/das-ist-irre-was-sich-im-finanzministerium-rund-um-die

El_isareee 26. Dezember 2021, 12:16:50: “ … Also dem Handy vom Schmid müsste man mittlerweile auf jeden Fall das “Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich” verleihen. …“

Robert67: “ … Jetzt wundern wir uns, was alles möglich ist! …“

looktwice: “ … Das liest sich wie eine Soap (Dallas, Reich und Schön, …), die ich meide, weil sie vor Intrigen und Gemeinheiten strotzt. Diese Art zu Denken oder das vermittelte Unbehagen, in einem System der Ungerechtigkeiten zu stecken, sind nichts, was ich irgendwie mit den Werten in Zusammenhang bringen würde, die für mich das Leben ausmachen. Das war keine diskrete Verschwörung, sondern spiegelt exemplarisch eine endemische Denkweise wider. Ein Selbstverständnis und Konventionen, deren Wahrnehmung sich ein großes Stück dessen entzieht, was wir als essentiell wichtiges Fundament menschlicher Gemeinschaft erkennen. …“ [ Siehe —> „Mentalitätsgeschichte“ https://de.wikipedia.org/wiki/Mentalit%C3%A4tsgeschichte]
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Kililin: “ … Da wir Menschen einfach so erlassen wofür Durchschnittsverdiener 166 Jahre arbeiten, kann so etwas in einem vernünftigen System vorkommen? Oder sind wir wieder auf einem Stand wie im Feudalwesen, nur auf insgesamt höherem Niveau? …“
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Oberpiefke: “ … Die Ibiza Video (*)-Macher und Thomas Schmid. Die Einen mit Absicht, der Andere aus Ungeschick, haben dem Land einen unglaublichen Dienst getan. …“

// * “ … Die im Juli 2017, wenige Monate vor der Nationalratswahl, heimlich gedrehten Aufnahmen dokumentieren ein Treffen der zwei Politiker mit einer angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen in einer Villa auf der spanischen Insel Ibiza. Darin zeigen beide ihre Bereitschaft zur Korruption, Umgehung der Gesetze zur Parteienfinanzierung sowie zur verdeckten Übernahme der Kontrolle über parteiunabhängige Medien. …“ | Die Ibiza-Affäre, auch Strache-Affäre —> https://de.wikipedia.org/wiki/Ibiza-Aff%C3%A4re]


Nachtrag #4

“ … Das vom Trump-Unterstützer Peter Thiel mitgegründete Unternehmen Palantir ist nach den sehenden Steinen aus dem „Herr der Ringe“ benannt. Es zählt zu den umstrittensten Konzernen im Silicon Valley und hat seinen Hauptsitz inzwischen nach Denver verlegt. Der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU gilt Palantir, das vor rund 17 Jahren unter anderem mit Geld des CIA-Wagniskapitalarm In-Q-Tel loslegte, als „Schlüsselfirma in der Überwachungsindustrie“. Sie ist Kritikern zufolge tief in den militärisch-digitalindustriellen Komplex der USA verstrickt. Ihr Geschäftsmodell heiße: Big Data für Big Brother. …“ | Aus: „Gaia-X: Big-Data-Firma Palantir aus den USA ist bei EU-Cloud vorn mit dabei“ Stefan Krempl (19.12.2020) | https://www.heise.de/news/Gaia-X-Big-Data-Firma-Palantir-aus-den-USA-ist-bei-EU-Cloud-vorn-mit-dabei-4995921.html // “ … The Palantir software, built with the CIA in mind, works better for managing HUMINT, or intelligence from human sources, than SIGINT, or intelligence from signals, which is the NSA’s bread and butter, people familiar with it say. Even Palantir insiders say it’s not surprising that the NSA relationship never took off. … “ William Alden (Posted on April 21, 2017) | https://www.buzzfeednews.com/article/williamalden/palantirs-relationship-with-americas-spies
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Zu: https://www.derstandard.de/story/2000132233196/die-philosophie-des-peter-thiel-des-neuen-chefs-von-sebastian (Hans Rauscher, 30. Dezember 2021) | A Revoluzzer müaßt ma sei: “ … Wes Geistes Kind man ist … kommt oft erst dann zutage, wenn keine Erwartung zu erfüllen und keine Rolle (wie die eines politischen Amtes) mehr zu spielen ist. Wohin es christlichsoziale Ex-Bundeskanzler, grüne Bundessprecher oder auch sozialdemokratische Hoffnungsträger nach ihrem Politengagement verschlägt, wirft manchmal ein sehr eigenartiges Licht auf ihr vorheriges Wirken. …“
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Kommentar von Eric Frey (30. Dezember 2021): “ … Die politische Welt ist heute weniger zwischen links und rechts gespalten als zwischen wahren Demokraten und jenen, die autoritäre Macht anstreben und diese dann mit allen Mitteln verteidigen: von Trump über Brasiliens Jair Bolsonaro bis zu Ungarns Viktor Orbán. In dieser Welt wurde Kurz gefeiert, dort fühlte er sich wohl. Von den Werten, denen die ÖVP seit 1945 verpflichtet war, hat er sich dadurch immer weiter entfernt. …“ | https://www.derstandard.at/story/2000132246642/neuer-job-fuer-kurz-im-anderen-lager
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M. P.4: “ … [Der Autor] … reduziert Kurz´ Sünde zu einem kurzzeitigen „Fremdkörper“ in sonst so ehrenwerter ÖVP. Aus den Chatprotokollen entsteht aber ein Sittenbild der Partei. …“
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erasmus magnifico: “ … Glawischnig bei Novomatic, Schröder bei Gazprom …“
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Bigarade: “ … Der neue Job macht deutlich, dass Kurz seine Fans noch mit dem letzten Satz (sinngemäß “werde mich meiner Familie widmen“) nach Strich und Faden verarscht hat. …“
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Murnockerl1: “ … Interessant, jetzt tun (fast) alle so, als ob Herr Kurz in der ÖVP so Karriere gemacht hätte, wie die Pandemie über uns gekommen wäre. Unabsehbar und alternativlos ;-) …“
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rybak “ … Da kommt halt Neid durch. Jeder glaubt, zu viele Steuern zahlen zu müssen. Da kommt Kurz gerade recht, der Leistung noch hochhält. Leider missgönnen es ihm halt viele – wie Eric Frey. …“
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isoxeicheini: “ … Nun arbeitet also ein „großes politisches Talent“ für einen „ungewöhnlichen und spannenden politischer Denker“. Übersetzt: ein an sich selbst gescheiterter Blender heuert bei einem durchgeknallten Egomanen an. Freuen wir uns auf die Zukunft. …“
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OldEnz: “ … Mögen ihm die Ärmel beim Händewaschen runterrutschen – lebenslang. …“

[Zum Wahn der Liebe #97 … ]

Thomas Mann mit seinem Schwiegervater Alfred Pringsheim

“ … Seinem Bruder Thomas hatte Heinrich Mann schon um die Jahrhundertwende brieflich gestanden: „Mein Hauptinteresse war die Frau.“ Willi Jaspers Buch beschreibt Heinrich Mann als einen ausgemachten Erotomanen, der Schriftsteller ging bereits als Gymnasiast ins Bordell, und suchte auch als schon berühmter Romancier stets die Nähe zu Frauen aus der Halbwelt. … Von der ersten Passion zur jüngeren Schwester Carla, die später Selbstmord verübte, bis zur letzten leidenschaftlichen Liebe mit der Berliner Animierdame Nelly Kröger, die Heinrich Mann im französischen Exil heiratete und gegen alle Attacken des Mann-Clans verteidigte. Nelly war sinnlich, laut, derb und leider Alkoholikerin, von Thomas Mann als „schreckliche Trulle“ bezeichnet, auch sie ging freiwillig in den Tod, was Heinrich Mann nie verwand. …“ | Aus: „Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ (13.04.2007) | https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-kopf-bis-fuss-auf-liebe-eingestellt-100.html



Adam Zagajewski, 1945 im heute ukrainischen Lemberg geboren (‚Bruderliebe, Bruderzwist‘, 27.03.2015): “ … Menschen, Schriftsteller und Intellektuelle, die ganz unterschiedlichen geistigen Prinzipien folgen, haben oft kein großes Bedürfnis, mit ihren Gegnern zu diskutieren. Je weiter die Standpunkte auseinanderliegen, desto seltener kommt es zu Debatten. Doch Heinrich und Thomas, gefangen im Netz der Bruderschaft, mussten gleichsam miteinander ringen. Sie waren einander in Bruderliebe zugetan, und sie kannten Momente des Bruderhasses. Sie mussten streiten, weil sie Brüder waren. Hier überlagerten sich, was nur selten vorkommt, die Sphären der Ideen und der Familie. Es kam zu Spannungen, beinahe zum Brudermord. … Es ging keineswegs nur um konkrete politische Positionen, um Heinrich Manns linksliberale Haltung im Gegensatz zu Thomas Manns – zumal bis Anfang der 20er Jahre – metaphysischem, beseeltem Nationalismus. Keineswegs nur um Heinrichs Pazifismus und Thomas’ (freilich auf den Schreibtisch beschränkte) ritterlich-kriegerische Einstellung in der Zeit des Ersten Weltkriegs. Im Streit und in der Spannung zwischen den beiden damals noch jungen Brüdern offenbarte sich die tiefe Gespaltenheit der europäischen Kultur, der Widerstreit zwischen zwei gegensätzlichen Traditionen, die mal liebevoll, mal hasserfüllt miteinander rangen und eigentlich bis heute miteinander ringen … [es] … bleibt die Spannung zwischen dem Erbe der Aufklärung und der romantischen Sehnsucht, die manchmal eine religiöse Färbung annimmt. Die beiden Seiten verstehen sich bisweilen nicht. Es kommt vor, dass sie einander verspotten oder schmähen. Es kommt aber auch vor, dass diese Spannung in der Brust eines einzigen Menschen wohnt. So war es auch im Fall unserer beiden Brüder. … Mir geht es bloß um eine melancholische Feststellung: Die engagierte, kämpfende Literatur steht bisweilen hilflos vor der komplexen Wirklichkeit. Man wünschte sich fast auch für die Literatur ein Äquivalent zu dem berühmten Unvollständigkeitssatz des Mathematikers Kurt Gödel, dem zufolge jedes logische System entweder widersprüchlich oder unvollständig ist (weshalb zu seiner Bewertung immer ein anderes System benötigt wird). …“ | https://www.tagesspiegel.de/kultur/heinrich-mann-preis-bruderliebe-bruderzwist/11567948.html

Heinrich Mann – Die große Liebe, Drama (Buchausgabe)


“ … In der Tat verbirgt sich hinter dem Liebesglück die Unruhe seines Daseins….“ | Aus: „Erotik und Poetik – Thomas Manns Goethe-Rezeption“ (Inaugural-Dissertation in der Philosophischen Fakultät II (Sprach- und Literaturwissenschaften) der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) E-Jeong HONG (214 Seiten, 2006) | Quelle: https://opus4.kobv.de/opus4-fau/files/594/E_JeongHongDissertation.pdf

“ … Liebe ist laut Mann der ethischen Sphäre der Teilnahme zugehörig, Interesse dagegen gehört einer rein ästhetischen Haltung an. Im Kampf zwischen Interesse und Liebe gibt es bei Thomas Mann nur tödliche Opfer. Denn wird das Interesse von der intellektuellen auf die sinnliche Sphäre gewendet, so wird entweder der Künstler durch die Übergewalt der sinnlichen Erfahrung in seiner Existenz vernichtet, indem das Interesse im Zweikampf mit dem Eros unterliegt, oder es siegt das Interesse über den Eros, – dann bezahlen die, die den Künstler lieben, ihre Niederlage mit dem Leben. Aschenbach, zur ersteren Kategorie zählend, hat folglich verloren, als er am Ende des vierten Kapitels, von Tadzios Lächeln ergriffen, stammelt: »Ich liebe Dich!« …“ | Aus: „Auf schwankendem Grund – Dekadenz und Tod im Venedig der Moderne Sabine Meine, Günter Blamberger, Björn Moll, Klau Sber Gdolt (H r SG.) | Quelle: https://kups.ub.uni-koeln.de/11204/1/Morphomata15_USB.pdf

“ … Als bestimmend erweist sich ein grundlegendes Dilemma: Wer dem Sog der Liebe verfällt, wird vernichtet und geht unter – wer die Liebe aber ängstlich meidet, verfehlt das Leben und beraubt sich der künstlerischen Kreativität. …“ | Über: „Der beschädigte Eros – Liebe, Erotik und Sexualität in den frühen Erzählungen Thomas Manns“ Karl Heinz Götze (2017) – Thomas Mann au tournant du siècle | Quelle: https://journals.openedition.org/germanica/3738?lang=de

Madeleine Chapsal et Georges Bataille, Bibliothèque municipale d’Orléans, février 1961.
| via https://www.pileface.com/sollers/spip.php?article2001



“ … Die Figur unseres modernen Selbst, so wie sie Bataille zeichnet, ist armselig. Es ist eine dienende, nützliche, der Arbeit und Produktion untergeordnete Figur, die sich als getrennt von allem anderen, Mensch und Natur, erfährt. Nun ist dies, für sich genommen, noch nicht originell, bildet es doch den Tenor bekannter Modernitätskritik von Nietzsche über Weber bis zu Baudrillard, Lyotard oder Taylor. Was Bataille auszeichnet, ist seine Konzeption einer Sphäre des Heterogenen, die unsere Isolation in Kontinuität auflöst und in der Kommunikation stattfindet — eine Sphäre jedoch, die als unaufhebbare Grenze zu denken ist und die nur um den Preis des Selbstverlustes, des Opfers, zugänglich ist. Das Sich-Einlassen auf die Erfahrung dieser Grenze — nicht, indem die Vernunft eingeschläfert, sondern indem sie bis ans Ende getrieben wird — ist Voraussetzung für die Erfahrung dessen, was Bataille “Souveränität” nennt. …“ | Zu: Neuenhaus-Luciano P. (1999) „Individuum und Transgression bei Georges Bataille“ In: Individualisierung und Transgression. Schnittpunkt * Zivilisationsprozeß. Centaurus Verlag & Media, Herbolzheim | Quelle: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-86226-415-5_7


Uwe (15. November 2021): “ … ca. 98% der deutschen Liebhaber erotischer Literatur rate ich davon [Georges Bataille – Das obszöne Werk] ab. …“

StevenStone (14. Juli 2016)“ … Dabei werden durchaus Tiefenschichten des menschlichen Sexualtriebes berührt und ihren Geheimnissen Ausdruck gegeben. Das Chtonische, Dionysische der einmal geweckten Lust und ihre Nähe zur Mord- und Vernichtungslust. Soweit so gut oder ungut. Dann streift es bei soviel Wiederhohlungs- und Steigerungszwang und behaupteter Dauererregung auch das Komische. Das Geschmacklose wird nicht gestreift, sondern geschlürft, ausgesoffen, gefressen, gekotzt. Vieles ist – gut französisch – philosophisch veredelt und in intellektuelle Höhen gehoben, die der steifste Schw…. und die saftigste M…. eigentlich nicht hergeben. Ein bemerkenswertes literarisches Zeugnis. …“ [Zu: von Georges Bataille – Das obszöne Werk: Die Geschichte des Auges / Madame Edwarda / Meine Mutter / Der Kleine / Der Tote Taschenbuch – 1. Oktober 1988]



“ … Die beiden Triebkräfte der Erotik: die eine die des Einklangs mit der Natur und die andere die ihrer Infragestellung – wir können keine von beiden aufheben. Der Schrecken und der Anreiz sind vermischt. Die Unschuld und das Schicksal dienen dem Spiel. Im günstigen Augenblick kennt noch die Dümmste die Dialektik … Das irre Gelächter oder die Ekstase versetzen uns an den Rand des gleichen Abgrunds, in die >Infragestellung< alles möglichen. …“ | Aus: „Die Freundschaft: IV – Der Wille“ Georges Bataille [Die Freundschaft. Das Halleluja (Die atheologische Summe II / Gallimard, Paris 1944/1961.‘] |

// “ … Syphilis wurde als Folge eines sündigen Lebenswandels aufgefasst. 1826 wird der Gebrauch von Kondomen von Papst Leo XII. verboten: „…der Sünder solle an dem Körperteil bestraft werden, mit dem er sündige.“ Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ermöglichten die Forschungsergebnisse des Pariser Mediziners Alfred Fournier (1832–1914) eine sachlichere Diskussion um Geschlechtskrankheiten. … Bataille wurde lebenslang von Erinnerungen an den erschreckenden körperlichen Zustand seines Vaters und dessen Leiden gequält. Sein Leben begann mit dem Tod, schrieb sein Biograph Michel Surya. Dazu gesellten sich Erinnerungen an Kindheitserlebnisse in Verbindung mit heterogenen, d. h. gesellschaftlich verfemten Auffassungen von Sexualität, die er in Das obszöne Werk thematisiert, ohne zu sagen, so war es. Ich bin ein Kind des Schreckens. kommentierte er seine Erinnerungen und ich hatte vor allem Sexuellen Angst. … Bataille wollte anregen, über traditionelle Einstellungen zur Lust nachzudenken. Ihm gehe es um eine völlige Umkehr unserer Vorstellungen und er empfahl seine obszönen Texte anderen: Wer Angst hat, sich fürchtet, allein ist und friert, der sollte Madame Edwarda lesen. … Die Frage, ob seine obszönen Schriften als „surrealistische Experimente“ oder als „pornographische Literatur“ gelten können, sei unentscheidbar. … Schon Jean-Paul Sartre – dessen Existentialismus Bataille als ‚überholte Philosophie‘ ablehnte … bezeichnete Bataille als Mystiker. In seinen Texten, so Sartre, finden sich „glitschige Sätze … von denen wir plötzlich ins Unaussprechliche stürzen.“ … “ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Bataille (September 2021)

[Zum Wahn der Liebe #96 … ]

„Va Savoir“ (Jacques Rivette, 2001) | https://de.wikipedia.org/wiki/Va_Savoir

Ekkehard Knörer (über ‚Va Savoir‘, F 2001): „… Rivettes Filme sind immer Experimente der Möglichkeitsform. Dies eine mal wird fast alles durchgespielt, wenigstens, könnte man sagen, eine Runde lang, und, muss man wohl dazusagen, ohne die radikale Lust daran, das Spiel zu weit zu treiben. … [E]mblematisch der Showdown mit Wodka und Heidegger: über dem Abgrund, der keiner ist, schreiend komisch, kein Film der Fallhöhe, sondern der reinen, vollendeten Lust am Spiel. …“ | https://www.jump-cut.de/filmkritik-vasavoir.html

Brian Walker, London Oct 30, 2002 “ … It’s possible to walk away with either a warm glow or thinking, so what? To which I’d reply by quoting the translation of the title: who knows? …“

[Memento Mori #13… ]

Vladimir Jankélévitch | via

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.11.2005 – “ … Ein „Jahrhundertbuch“ hat Thomas Meyer hier anzuzeigen. Vladimir Jankelevitchs Buch über den Tod verfällt nicht der „Todestrunkenheit“ seiner europäischen Kollegen, auch wenn der Rezensent von der Lektüre ein wenig benommen zurückbleibt, noch setzt es irgendwelche Hoffnungen auf die ausgleichende Kraft der Geburt. Jankelevitch untersuche den „Skandal“ des Todes, der trotz aller Anstrengungen unbegreiflich bleibt. Dazu überschreitet er die Grenzen der eigenen Disziplin und nimmt auch Literatur und Musik zu Hilfe, um sich dem Tod in „genau kreisenden Bewegungen“ anzunähern. Der Tod ist bei Jankelevitch eine „Ordnungsmacht“, die Vergangenheit und Zukunft des Menschen strukturiert. …“ | https://www.perlentaucher.de/buch/vladimir-jankelevitch/der-tod.html

“ … Mit dem Begriff Presque-Rien, Beinahe-Nichts, bezeichnet Jankélévitch einen Zeitpunkt, dessen Dauer so gering ist, dass Auftauchen und Verschwinden fast gleichzeitig stattfinden. Ähnlich wie der Blitz wird das Beinahe-Nichts erst dann wahrgenommen, wenn es fast schon wieder vorüber ist. In seinem Auftreten als intuitiver Einfall oder mystisches Erlebnis handelt es sich um keinen beliebig herausgestellten Zeitpunkt innerhalb einer Ereigniskette, der notwendigerweise aus dem Geschehen der Vergangenheit folgt. Vielmehr ist das Beinahe-Nichts als ein einzelner isolierter Augenblick, dem keine Zukunft vergönnt ist, ein Abbruch einer Entwicklung. Das Beinahe-Nichts ist die äußerste Annäherung des Seins an das Nichts, des Diesseits an das Jenseits. Allein auf intuitivem Weg ist eine Kenntnis des Metaphysischen möglich. Jankélévitch schreibt: „Dieser so seltene und so unzureichende Erfolgs-Blitz ist dennoch der einzige metaphysische Erfolg, dem ein Mensch nachstreben kann.“ … Kann man sich eine Vorstellung vom Nichts der Existenz und des Bewusstseins machen? Kann man den Tod denken? Gleich zu Beginn von „La mort“, einem seiner Hauptwerke, stellt Jankélévitch klar, dass es über den Tod fast nichts zu sagen gibt: Wir wissen nur, dass er eintreten wird, und bemühen uns im Übrigen, den Skandal des Todes zu verdrängen, zu beschönigen oder uns jenseitigen Hoffnungen hinzugeben. Jankélévitch erteilt diesen Ausflüchten eine Absage. Für ihn ist der Tod Organon-Obstaculum, Werkzeug und Hindernis, denn einerseits setzt er allen Aktivitäten ein Ende, andererseits führt das Bewusstsein von der Begrenztheit des Lebens zur Aufwertung der einzelnen Momente. …“ | Aus: „Vladimir Jankélévitch“ (2. Oktober 202) | https://de.wikipedia.org/wiki/Vladimir_Jank%C3%A9l%C3%A9vitch

[Von des Tanzes Wahnsinnwogen #8… ]


Jungfraun edelster Geschlechter
Kreisen wie ein Wirbelwind
Um das Rind – Paukenschläge und Gelächter!
Aaron selbst wird fortgezogen
Von des Tanzes Wahnsinnwogen,…
Paukenschläge und Gelächter!

// https://www.textlog.de/heine-gedichte-goldene-kalb.html



“ … doch es gibt auch immer eine andere Seite …“

Screenshot: „Öl und Gas an der Börse: Wie Privatanleger von den steigenden Energiepreisen profitieren können“ |Quelle: https://plus.tagesspiegel.de/wirtschaft/oel-und-gas-an-der-boerse-wie-privatanleger-von-den-steigenden-energiepreisen-profitieren-koennen-276121.html (Jakob Blume, 14.10.2021)



Kontext #1

(Freitag, 05. November 2021) “ … Superreiche weltweit leben einer Oxfam-Studie zufolge wie ökologische Vandalen. Sie verursachen demnach zigfach mehr Treibhausgase als der Rest der Menschheit. Dagegen bleiben die Pro-Kopf-Emissionen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung auch 2030 weit unter der angestrebten 1,5-Grad-Grenze bei der Erderhitzung. Die reichsten zehn Prozent überschreiten andererseits 2030 den Wert voraussichtlich um das Neunfache, das reichste Prozent sogar um das 30-Fache. Die Studie wurde von Oxfam auf der Weltklimakonferenz in Glasgow vorgestellt. Sie beruht nach Angaben der Entwicklungsorganisation auf Untersuchungen des Instituts für Europäische Umweltpolitik (IEEP) und des Stockholmer Umweltinstituts (SEI). Das reichste 1 Prozent – das sind weniger Menschen als die Bevölkerung Deutschlands – wird laut Oxfam bis 2030 für 16 Prozent der globalen Gesamtemissionen verantwortlich sein. …“ | https://www.n-tv.de/politik/Oxfam-Superreiche-zerstoeren-das-Klima-article22908530.html


Kontext #1a

“ … Laut Berechnungen des europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) können fast drei Millionen Menschen in Europa ihre eigenen vier Wände nicht richtig heizen, obwohl sie einen Job haben. Rund 2,7 Millionen Menschen – das entspricht 15 Prozent der Europäer in der sogenannten Erwerbsarmut – fehle das nötige Geld für die Heizkosten, so der europäische Dachverband der Gewerkschaften. »Es gibt Millionen unterbezahlter Arbeiter in Europa, die sich entscheiden müssen, ob sie ihre Häuser heizen, ihre Familie ernähren oder ihre Miete zahlen können, obwohl sie einen Vollzeitjob haben«, sagte EGB-Generalsekretärin Esther Lynch. Durch steigende Energiepreise werde das Problem noch größer. …“ | Aus: „Fast drei Millionen Europäern fehlt das Geld zum Heizen – trotz Arbeit“ (22.09.2021) | Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/erwerbsarmut-fast-drei-millionen-europaeern-fehlt-trotz-eines-jobs-das-geld-zum-heizen-a-2f64be16-bdd1-4731-9290-e2bfbe4678d7



Kontext #2

“ … Ist Freiheit an sich überhaupt noch ein linker Wert? … [‚Freiheit war immer auch und gerade ein linker Traum. Immer mehr aber wird der Begriff von rechts besetzt. Ein Plädoyer für die Wiederentdeckung eines vergessenen Werts.‚]“ (Michael Bröning, https://www.zeit.de/politik/2021-10/freiheit-selbstbestimmung-ideal-werte-demokratie-linke-rechte-rechtspopulismus)

MoistvonLipwik #2.23: “ … Das Problem ist [ ], dass nun einmal die Menschen einander nicht ebenbürtig sind. Noch problematischer, dass der Neoliberalismus in auf die Freiheit der starken reduziert hat, sich unter Ausnutzung ihrer Vorsprünge hemmungslos auf Kosten der anderen zu bereichern. …“

Polykanos (10/2021): “ … [Freiheit ist der Zwang sich zu entscheiden – unter Beachtung aller Konsequenzen, sofern sie vorhersehbar sind.] Zur Freiheit gehört [ ] auch die materielle Grundlage. Freiheit nur für die, die es sich leisten können, ist eben keine Freiheit, sondern Feudalismus. Freiheit und Solidarität war in meinen Augen nie ein Gegensatz, sondern bedingt sich gegenseitig. …“ | https://www.zeit.de/politik/2021-10/freiheit-selbstbestimmung-ideal-werte-demokratie-linke-rechte-rechtspopulismus

Kaffeebecher #2.3 : “ … Genau hier ist das Problem, denn der Begriff Freiheit ist schon in den 1990ern zu einem Orwellschen Begriff geworden, als die „Liberalen“ Freiheit als die Freiheit von Steuern und als Gegenbegriff zur (sozialen) Sicherheit aufstellten. … die Freiheit seine Kinder an sehr teure Privatschulen zu schicken, ist die Unfreiheit der Kinder, deren Eltern sich diese nicht leisten können, … also eine Vorenthaltung von Möglichkeiten, letztlich ein Mangel an Freiheit …“

GoedekeMichels #2.15: “ … Der Gedanke des eigentlichen Neoliberalismus war, bevor er zum Schimpfwort für einen aus dem Ruder gelaufenen Wirtschaftsliberalismus während der Pinochet Diktatur wurde, die Forderung, den Bürger von dem Zugriff des Staates UND der Wirtschaft zu bewahren. Grund dafür war, dass der Wirtschaftsliberalismus schon früh seine dunkle Seite in der Praxis erkennen ließ. Dass der Freiheitsbegriff ziemlich demoliert wahrgenommen wird hängt auch mit der einseitigen Sichtweise der Vertreter zusammen, die sich als bürgerliche Liberale bezeichnen, aber Wirtschaftsliberalismus meinen. Dass ein Staat Rahmenbedingungen setzen muss, um den Wirtschaftsliberalismus nicht aus dem Ruder laufen zu lassen, um damit eben die bürgerliche Freiheit zu erhalten, war bereits den frühen (Wirtschafts-) Liberalen klar. …“

GPK #22: “ … Freiheit ist zunächst mal nur ein schillernder Begriff. Es macht doch einen Unterschied, wenn die Menschen in Weissrussland für mehr Freiheit demonstrierten oder aber die „Schwachdenker“ gegen die Massnahmen zur Eindämmung von Corona. Für die einen, eher die FDP Wähler, ist Freiheit, alles tun zu können, was man will. Möglichst ohne ein und beschränkenden Rahmen.Für andere ist Freiheit sich in solidarischer Gemeinschaft zu entfalten. …. Es ist ein Akt der Freiheit, sich auf eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung einzulassen oder nicht. Ersteres ist ein Akt von verantwortungsvoller Freiheit, letzteres ein Akt von unreifem Egoismus. …“

MehrVernunft #33: “ … In Deutschland steht der Begriff Freiheit eher für Mitte Rechts. Freiheit statt Sozialismus war früher mal ein Slogan von CDU und FDP. Auch in Australien ist die Liberal Party eher Mitte Rechts. In Großbritannien bedeutet liberal dagegen eher Mitte Links. …“

Salziger #35 : “ … Mit der Freiheit ist es wie mit der Gerechtigkeit – jeder versteht etwas anderes darunter …“

Der liebe Dissident #35.1: “ … Natuerlich bedeutet Freiheit fuer jeden etwas anderes. Aber meine Freiheit ist auch Deine Freiheit. Wenn Du Dir ein Auto mit Verbrennungsmotor kaufst, und ueber die Autobahn jagst, mit 200 Sachen, dann ist das nicht Deine Freiheit. Wenn ich, mit Hilfe meines Staates, dafuer sorge, dass Dein Auto in der Garage bleibt, so dass meine Kinder frische Luft atmen koennen, dann ist das nicht meine Freiheit. Freiheit ist, dass wir den Wettstreit unserer Ideen veranstalten koennen, ohne Angst zu haben, dass einer vom anderen deswegen umgebracht wird. Wenn ich also, unter dem Schutz der Freiheit, mit Dir rede, und Dich davon ueberzeuge, Dein Auto ins Musem zu stellen, statt es herumzufahren, und Du mich davon ueberzeugst, gemeinsam auf der autofreien Autobahn spazieren zu gehen, dann ist das, weil wir uns beiden den Prinzipien der Freiheit unterworfen haben. In einer maximal unfreien Gesellschaft wuerdest Du mich, mit Hilfe der Medien und der Politik, fertigmachen, zum Schweigen bringen oder einsperren. Vielleicht auch umgekehrt. Die Freiheit ist ein Gut, das keiner von uns antasten sollte, denn es hilft uns allen. …“

Polykanos #38: “ … Bevor man sinnvoll über „Freiheit“ diskutueren kann, muss man erstmal klar stellen, von welcher Freiheit die Rede ist. Persönliche Freiheiten (Bewegungsfreiheit; Freiheit des Wohn- und Aufenthaltsorts, Reisefreiheit,…), wirtschaftliche Freiheiten (Eigentum, Berufswahl, Arbeitsplatz, Kooperation, ….), konditionale Freiheiten (Freiheit von materieller Armut, Redefreiheit, Gedanken- und Meinungsfreiheit, …)? Die Aufzählung ließe sich mit einigem Nachdenken gewiss noch um ein Vielfaches verlängern. Es macht aber schon klar, dass es „die Freiheit“ mit Absolutheitsanspruch überhaupt nicht geben kann, zumal sich verschieden Freiheiten durchaus gegenseitig ausschliessen. Die Aufgabe besteht also darin, die verschiedenen Freiheiten gegenseitig so auszutarieren, dass ein Maximum an persönlicher Freiheit bei gleichzeitigem Maximum an Sicherheit möglich ist. Dieses Gleichgewicht muss ständig neu verhandelt werden und genau das ist das Wesen von Politik. …“

Gregor T #55: “ … Freiheit ist, dass mir erstmal niemand Vorschreibt, was ich darf und was nicht. Das wäre das Extrem, vollkommene Anarchie. Auf der anderen Seite des Spektrum gibt es Unfreiheit. Ich darf nichts, was mir der Staat/die Gesellschaft nicht erlaubt hat. Auch das kann keiner ernsthaft wollen. Wir bewegen uns also irgendwo zwischen zwei Extremen, die beide nicht gut für die Gesellschaft sind. …“



Kontext #3

“ … Die Welthungerhilfe hat vor einer Zunahme von Hungersnöten gewarnt. Generalsekretär Mathias Mogge sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Wir sind dramatisch vom Kurs Zero Hunger bis 2030 abgekommen, denn der Hunger ist wieder auf dem Vormarsch.“ Aktuell hungerten rund 811 Millionen Menschen weltweit, und 41 Millionen stünden kurz vor einer Hungersnot. „Der aktuelle Welthungerindex zeigt, dass 47 Länder noch nicht einmal ein niedriges Hungerniveau bis 2030 erreichen werden“, sagte er. Die Welthungerhilfe stellt an diesem Donnerstag in Berlin offiziell den sogenannten Welthungerindex 2021 vor. Der internationale Bericht ermittelt die weltweite Hungersituation und soll zeigen, wo Fortschritte zu verzeichnen sind und in welchen Ländern der größte Handlungsbedarf besteht. … „Wir müssen Hunger- und Armutsbekämpfung endlich als vorausschauende Friedenspolitik verstehen – und ganz oben auf die Agenda der Weltpolitik setzen“, forderte Müller vor dem Welternährungstag am 16. Oktober. Er verwies auf 15.000 Kindern, die jeden Tag verhungern. „Das ist ein unglaublicher Skandal“. Müller fügte hinzu: „Hunger ist Mord, denn wir haben das Wissen und die Technologie, alle Menschen satt zu machen.“ … “ | Aus: „Mehr als 800 Millionen Menschen betroffen: „Der Hunger ist wieder auf dem Vormarsch““ (14.10.2021) | Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/mehr-als-800-millionen-menschen-betroffen-der-hunger-ist-wieder-auf-dem-vormarsch/27704854.html



Kontext #4

“ … „Klassenpolitik von oben“ [wird] seit jeher stillschweigend und selbstverständlich akzeptiert. … und auch heute noch kann man das so sehen: „Da das Kräfteverhältnis der Klassen grundsätzlich asymmetrisch zugunsten des Kapitals strukturiert ist, erscheint die Macht des Kapitals als ›normal‹, und ihr Einsatz als Klassenkampf (›von oben‹) wird regelmäßig nicht oder kaum wahrgenommen, während die Aktualisierung der ›Macht der Arbeit‹ ebenso regelmäßig offen als Klassenkampf (›von unten‹) erscheint.“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Klassenpolitik (14. August 2021)

Kontext #5

(20. Oktober 2021): “ … Ryle selbst erachtete eine „himmelschreiende Verlogenheit der Herrschenden“ als wichtigste Erkenntnis der aktuellen Recherchen. Nach den vorangegangenen Veröffentlichungen zu Steuerparadiesen, „Panama Papers“ 2016 und „Paradise Papers“ 2017, sei der Eindruck erweckt worden, dass alles in Ordnung gebracht worden sei. „Wir Journalisten sagen aber jetzt, dass nichts repariert wurde und es schlimmer wie je zuvor ist“, erklärte der ICIJ-Direktor. …“ | https://www.derstandard.at/story/2000130574465/pandora-papers-mastermind-sieht-verlogenheit-der-herrschenden

Mikkelsen: “ … Man hat es eh immer schon „gewusst“. Jetzt wissen wir es halt. Den „Herrschenden“ ist es so und so egal, maximal eine Notiz auf der Themenliste, die man mit dem Anwalt, Private Equity Manager, Steuerberater, Butler, dem Politiker des Vertrauens etc. abzuarbeiten gedenkt. Die Beherrschten dagegen sind nun Dank Internet Tag für Tag näher dran, die Beherrschung zu verlieren. Nur die sprichwörtliche, nicht die buchstäbliche …“

Kontext #6

Das goldene Kalb auf Ebay (Screenshot & Zufallsfund, 15.10.2021)

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #69 ]

Defa-Science-Fiction „Der schweigende Stern“ nach Stanislaw Lem von 1960
// https://de.wikipedia.org/wiki/Der_schweigende_Stern

Fritz Göttler (26. Mai 2021): “ … Es war natürlich eine gekürzte Version von Maetzigs Film, die in den USA lief, das humanistische Pathos und all die Anmerkungen zu Hiroshima sind getilgt. Die Defa akzeptierte, die DDR brauchte sehr dringend Devisen. Und die Effekte des Films sind stark, die Spannung ist intensiv, auch wenn es bei diesem Trip auf den Planeten Venus keinen einzigen galaktischen Kampf gibt. … “ | https://www.sueddeutsche.de/medien/defa-filme-ddr-ard-mediathek-1.5304044

“ … Nekrobien heißt das von Cezary Strzybisz veröffentlichte pornografische Bilderbuch, in dem sexuelle Stellungen und Praktiken mit Röntgenstrahlung aufgenommen und abgelichtet sind. …“ | Wielkość urojona, 1973 (dt. Imaginäre Größe, 1976) – Vorworte zu nichtexistierenden Büchern

Jutta Braun „Die Realität der Fiktion“ (12.09.2021): “ […] Zeit seines Lebens hat sich [Stanislaw] Lem mit Physik ebenso beschäftigt wie mit Metaphysik, mit der biologischen ebenso wie mit der technischen Evolution. Trost in einer religiösen Deutung konnte er angesichts der menschlichen Verheerungen nicht finden. Doch schätzte er die seelisch heilsame Wirkung von Religionen, für deren „schlaueste Erfindung“ er es hielt, dass sie „die reale Welt um einen transzendenten Anbau ergänzen, in dem alles repariert wird“. … Blanke Verachtung hegte Lem indessen für Aberglauben, Scharlatanerie und Verschwörungstheorien. In beißenden Glossen veralberte er die Pseudowissenschaft eines Charles Berlitz oder Erich von Däniken, die millionenfache Auflagen erzielten. Und er war zornig über die „pseudoaufgeklärten Massen“, die „sich heute des Glaubens an den Herrgott schämen, doch sie schämen sich nicht, falsche Surrogate zu suchen und zu gebrauchen. Sie nehmen viel eher die Existenz fliegender Untertassen als Engel und eher das ,Bermuda Dreieck’ als die Hölle zur Kenntnis.“
Lem bedauerte, dass solcher „metaphysischer Trödel“ offenbar sehr gesucht sei, als „ein Gegengift“ zum „wichtigtuerischen apodiktischen Ton der Wissenschaft“. Wichtigtuerisch waren Lems Darlegungen nie, auch nicht in seinem naturwissenschaftlichen Hauptwerk, der „Summa technologiae“, in der er die Erkenntnismöglichkeiten summierte und in die Zukunft extrapolierte. Wie viele seiner Generation wurde Lem von den Hoffnungen in die Kybernetik als gesellschaftliches Steuerungsmodell enttäuscht. Doch nahm er es mit Humor und parodierte im Gegenzug die Technikgläubigkeit. …“ | Aus: „Die Realität der Fiktion“ Jutta Braun (12.09.2021) | Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wissen/zum-100-geburtstag-von-stanislaw-lem-die-realitaet-der-fiktion/27597866.html

// Stanisław Herman Lem (* 12. September 1921 in Lwów, Polen; † 27. März 2006 in Krakau)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Stanis%C5%82aw_Lem

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #68 ]

“ … Auf einer unwirtlichen Insel im Atlantischen Ozean sind die Einwohner auf Hilfe von außen angewiesen. Regelmäßig kommt ein Schiff zur Insel, um die Bewohner mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs zu versorgen. Als der Winter naht und die Stürme kommen, bleibt das Schiff plötzlich aus. …“
Leuchtfeuer (R: Wolfgang Staudte, 1954) | https://de.wikipedia.org/wiki/Leuchtfeuer_(1954)

Kirsten Liese (2016): “ … Der Film erzählt von Bewohnern einer kargen Fischerinsel, die in große Hungersnot geraten und darüber ihre Moral verlieren. Auf Strandgut von zerschellten Schiffen hoffend, setzen sie den Leuchtturmwärter unter Druck, die Lichter zu löschen – mit fatalen Folgen. …“ |Aus: „Ein neuer Blick auf das deutsche Nachkriegskino“ | https://www.goethe.de/ins/us/de/kul/mov/20819635.html

“ … Die von Lakoff und Johnson entwickelte kognitive Metapherntheorie geht davon aus, dass menschliches Denken zu großen Teilen metaphorisch strukturiert ist. Anders als frühere Metapherntheorien behandelt sie Metaphorik nicht als rein sprachliches, auf der Ebene des Textes oder einzelnen Wortes angesiedeltes Phänomen, sondern als Phänomen des Denkens. Dennoch ist zu fragen, in welchem Verhältnis metaphorische Prozesse im Film zur ‘Bildlichkeit’ sprachlicher Metaphern stehen. … Wesentliches Kennzeichen der filmischen Metapher ist [Eric Rohmer] zufolge – in gewisser Nähe zu dessen Überlegungen zu den Korrespondenzen zwischen Kunst und mythischem Denken … Gilles Deleuze definiert die Metapher als „fusion affective“ auf der Grundlage gemeinsamer „Schwingungen“ (harmoniques, wörtl. ‘Obertöne’) zweier Bilder ….“ | Aus: „Schuss und Gegenschuss ist Krieg – Teil I: Überlegungen zu metaphorischen Prozessen im Film Ansgar Thiele, Bonn“ (2006) | https://www.metaphorik.de/sites/www.metaphorik.de/files/journal-pdf/10_2006_thiele.pdf

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #67 ]

): “ … Die Wahrheit liegt in dem, was wir verschweigen. … “
Quelle: https://muetzenfalterin.wordpress.com/2021/08/26/43-3/

Tanja Angela Kunz („Die Windmühle des inneren Käfigs„): “ … Als der deutsche Pathologe Dr. Rudolf Virchow Ende des 19. Jahrhunderts betonte, er habe bei all seinen Sektionen nie eine Seele gefunden, war die stofflose Ichvorstellung längst durch Hume, Locke, Kant und Schopenhauer sukzessive in Zweifel gezogen worden. Die Skepsis gegenüber dem Vorhandensein eines Seelenstoffs hat sich seitdem in Medizin und Philosophie immer weiter fortproduziert. Das die abendländische Geistesgeschichte seit Platon und Aristoteles begleitende Leib-Seele-Problem wird somit auf maximal pragmatische Weise zugunsten des Leibes zu lösen versucht. … Peter Strassers Sachbuch [Diktatur des Gehirns. Für eine Philosophie des Geistes. Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2014] [scheit] das Zeugnis eines inneren Kampfes zu sein, eines Kampfes zwischen der Akzeptanz einer säkularisierten und entmystifizierten Welt und einer Sehnsucht nach Bedeutung verleihender und sinnstiftender Transzendenz. Dieser Kampf, der sich im Schwanken zwischen der Absage an einen göttlichen Geist und der Mutmaßung des möglichen Vorhandenseins eines Gottes zeigt, steht sicherlich vielen heutigen Lesern näher als jeder Naturalismus. Wer möchte einerseits als ungebildet gelten, weil der noch im Urknall ein göttliches Walten vermutet? Und wer ist andererseits bereit, sich selbst als seelenlose physikalische Gegebenheit zu akzeptieren? Dass letztlich kaum etwas so ist, wie es scheint, dass die Illusion unser engster Begleiter und die Unverfügbarkeit unser innerstes Gesetz ist, mag kaum jemand zu bestreiten wagen. Doch die Übermacht der Hirnphysik, so viel sie auch an Wissen bereit zu halten scheint, erweitert sich letztlich in einen Abgrund der Ohnmacht. Dies zumindest dann, wenn man zu glauben beginnt, dass die Aufschlüsselung des zerebralen Systems das Geheimnis des Lebens entzaubern könnte. Doch „draußen“ setzt sich der Solipsismus beharrlich fort. Peter Strasser setzt dagegen den aus naturwissenschaftlicher Perspektive heroisch-tragischen Versuch, das Unmaterialisierte, Unnachweisliche als ein „Mysterium der geisterfüllten Anschauungsrealität“ zu beschreiben. Eine zum Scheitern verurteilte Unternehmung, bei der dem Verfasser letztlich eine ganze Armee von Literaten aller Zeiten den Rücken stärkt; denn sie stellen sich seit je dem Versuch, das Unsagbare sagbar zu machen. Vielleicht liegt der einzige Unterschied darin, dass man es von jenen erwartet oder duldet. Dieser hingegen fällt leicht dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit anheim, wobei anzumerken bleibt, dass ein solcher Vorwurf höchstens als einer der ‚Trans-Naturwissenschaftlichkeit‘ Gültigkeit beanspruchen kann. Und spricht nicht gerade die Tatsache, dass die Neurowissenschaften bislang kein ‚Ich-Areal‘ im Gehirn lokalisieren konnten und damit auch nichts, was in seine physikalisch-chemischen Elemente zerlegbar wäre, für einen weiter bestehenden Transzendierungsbedarf durch Kunst und Philosophie? Es ist ein Verdienst des Verfassers, in seinem Buch die schwerwiegende, nicht zuletzt auch aus ethischer Perspektive gefährliche Reduktion herausgearbeitet zu haben, die in einer zirkelhaften Anthropologie der Hirnforschung begründet liegt. Und gerade deshalb ist Peter Strassers Stimme aus philosophischer Perspektive bedeutsam im Kampf gegen die Windmühle des inneren Käfigs. …“ | https://literaturkritik.de/id/20124

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #66 ]

// Abbildung aus Geist und Bewusstsein (1619) : Robert Fludd (1574-1637)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Fludd

„[D]as klarste Zeichen der Faktizität eines Faktums ist eben dies hartnäckige Da[-Sein], das letztlich unerklärbar und unabweisbar alle menschliche Wirklichkeit kennzeichnet. Die Propagandafiktionen zeichnen sich dagegen stets dadurch aus, daß in ihnen alle partikularen Daten einleuchtend geordnet sind, daß jedes Faktum voll erklärt ist, und dies gibt ihnen ihre zeitweise Überlegenheit; dafür fehlt ihnen die unabänderbare Stabilität alles dessen, was ist, weil es nun einmal so und nicht anders ist. Konsequentes Lügen ist im wahrsten Sinne des Wortes bodenlos und stürzt Menschen ins Bodenlose, ohne je imstande zu sein, einen anderen Boden, auf dem Menschen stehen könnten, zu errichten.“ – H. Arendt | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit_und_Politik (19. Januar 2020)


Vollmer, Jörg Friedrich (2003): “ … Angesichts der zahlreichen Konflikte der Gegenwart und der Verschiebung der Schwerpunkte und Kampfzonen, die mit der neuen Art der Kriegführung, dem Terror, einhergehen, bleibt es auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe der Geistes- und Sozialwissenschaften, zu analysieren, in welchen Formen der Kampf auf den Schlachtfeldern in die Imagination eindringt. …“ | Aus: „Imaginäre Schlachtfelder – Kriegsliteratur in der Weimarer Republik – eine literatursoziologische Untersuchung“ (Dissertation) | https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/9872



Hamayun Eisa im Gespräch mit Mahsa Ghafari über die Situation seiner Familie in Afghanistan „Afghanistan: Ein Land unter Dauerbesatzung“, den Status von Frauenrechten und Justiz und die Geschichte des Landes zwischen Besatzung und Widerstand. … Hamayun Eisa (3 September 2021):“ … Milliarden Dollar für den Wiederaufbau des Landes kamen nicht bei der Bevölkerung an, stattdessen entstand ein hochgradig korruptes und ungerechtes System. Es gab keine zentrale Regierung, sondern regional unterschiedliche und schwer überschaubare Machtverhältnisse. Viele Gebiete wurden weiterhin von Machthabern beherrscht, die unabhängig von der Regierung in Kabul agierten. Hilfsgelder für den Bau von Schulen und Kliniken landeten in den privaten Taschen. Die Frustration der Bevölkerung wuchs. … Diese angebliche Befreiung war nur Schein. …“ | https://mosaik-blog.at/afghanistan-taliban-besatzung/



Matthias Gebauer und Christoph Schult „Geheimer Kabelbericht warnte früh vor Kollaps in Kabul“ (06.09.2021): “ … Mehrere Regierungsbeamte bestätigten dem SPIEGEL, dass die deutsche Botschafterin in Washington bereits fast anderthalb Wochen vor dem Fall Kabuls in einem geheimen Kabelbericht vor einem drohenden Kollaps der Kabuler Regierung gewarnt hatte. … Das geheim eingestufte Kabel aus der Botschaft vom 6. August ist für die Bundesregierung ein echtes Problem. Bisher hatte man in Berlin stets behauptet, wie alle anderen Nato-Nationen vom Tempo des Vormarsches der Taliban und der urplötzlichen Implosion der Regierung von Ashraf Ghani sowie der lokalen Sicherheitskräfte vollkommen überrascht worden zu sein. …“ | https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afghanistan-geheimer-kabelbericht-warnte-frueh-vor-kollaps-in-kabul-a-77ffb461-ace7-43e3-9b51-cc5758aae5d5



Michael Pekler (Ausgabe 36/2021): “ … Nehmen wir zum Beispiel eine mit UN-Mandat ausgestattete Gruppe von Waffeninspektoren, die 1997 im Irak nach Massenvernichtungswaffen sucht. In orangefarbenen Overalls durchstöbern sie keuchend mit beschlagenen Schutzbrillen eine Lagerhalle mitten in der Wüste. … Curveball ist eine auf Tatsachen beruhende, aber ins Groteske verzerrte Politsatire über den Bundesnachrichtendienst und dessen Rolle bei der Suche nach Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen, die nie gefunden wurden, weil es sie nie gab, deren angebliche Existenz aber den Dritten Golfkrieg legitimierte. …“ | https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/koalition-der-luegen



“ … Wenn es nur noch „Narrative“ und „Konstrukte“ geben soll und so etwas wie allgemein geltende Kriterien und eine Realität außerhalb des Meinens bestritten werden, dann kann es nur noch darum gehen, die jeweils eigene Konstruktion mit Macht durchzusetzen. … Wenn Erkenntnisse und Wissen allein als soziale Konstrukte gelten, für deren Beurteilung die Frage nach wahr/falsch uninteressant ist, dann könnten diejenigen, die bestimmten Theorien opponieren, nur versuchen, ihnen so etwas wie die Macht für die eigene Deutung entgegen zu stellen. Eine argumentative Auseinandersetzung gebe es dann nicht, sondern allein das powerplay und die „Öffentlichkeitsarbeit“ der verschiedenen pressure groups. … Wenn alles „Konstrukt“ wäre, wie ließen sich dann Trumps Lügen und die von ihm und seinem Team bemühten „alternativen Fakten“ kritisieren? Trump „wiederholt seine Unwahrheiten so lange, bis sie zu einem Eigenleben gediehen sind. Maßstab für die Aussagen ist das kollektive und deshalb auch individuelle Wohlgefühl. Man hört das, was man hören will. Und was man glauben will“ (Prisching 2019, 299). Das ist ein Beispiel für die Durchsetzung von sozialen Konstrukten. Trump ist jemand, der den postmodern verkündeten „Death of Truth“ (Kakutanis 2018) praktisch wahr macht. Wenn aber alles soziales Konstrukt sein soll und über die Wirklichkeit nichts ausgesagt werden kann, wie lassen sich dann Trumps soziale Konstrukte von Aussagen, die keine Lügen sind, unterscheiden? Vom Standpunkt eines „allgemeinen Relativismus“ gilt: „nichts ist wahr, nichts ist objektiv, nichts ist wirklich, alles ist konstruiert. Das ermöglicht es Trump, sich desselben Prinzips zu bedienen […]. Lee McIntyre spricht von der Post-Truth-Epoche“ (Prisching 2019, 300f.). … Das Individuum avanciert zum Subjekt, indem es seine Souveränität durch die Einbildung gewinnt, sich als Freigeist an seinen unendlichen Möglichkeiten zu erfreuen – auch und gerade dann, wenn sie vornehmlich darin bestehen, die gesellschaftliche Wirklichkeit durch deren ganz eigensinnige Uminterpretation anzuerkennen. …“ | Aus: „Zur Kritik des „Radikalen Konstruktivismus“ Meinhard Creydt (2020) | Quelle: https://www.kritiknetz.de/images/stories/texte/Creydt_Radikaler_Konstruktivismus.pdf



Judith Zinsmaier „Hannah Arendt und das „postfaktische Zeitalter““ (Tübingen, 16.08.2021): “ … So schafft Trump mit seinen sich teilweise sogar selbst widersprechenden Lügen nicht eine gänzlich neue Wirklichkeit. Was seine Lügen und Verwirrungstaktiken allerdings bewirken und was sie so gefährlich macht, ist die Zerstörung des Sinns für richtig und falsch überhaupt. Weil sie die Grundbedingung der Fähigkeit zum politischen Handeln und Urteilen ist, ist es letztlich diese selbst, die so vernichtet wird. Die Warnung vor einem naiven Realismus allein reicht also ebenso wenig aus wie der bloße Ruf nach einer Rückkehr zu Fakten und Wahrheiten, um die Krise zu beschreiben, in welcher sich unsere demokratischen Öffentlichkeiten heute befinden. …“ | https://www.praefaktisch.de/postfaktisch/hannah-arendt-und-das-postfaktische-zeitalter/



Hans-Hermann Kotte – „War is coming home“ (05.12.2014 ): “ … „Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“ – dieser Ausspruch wird verschiedenen Schriftstellern und Politikern zugeschrieben. Worauf er abzielt: In bewaffneten Konflikten wollen unterschiedliche Interessengruppen das Bild bestimmen, das sich die Öffentlichkeit vom Krieg macht. … Der Vietnamkrieg war durch das Aufkommen des Fernsehens der erste „Wohnzimmer-Krieg“. Seither ist die Zahl der Sender und auch deren Bilderhunger enorm gewachsen. Das nutzt das Militär aus: „Seit dem Golfkrieg 1990 werden zunehmend Aufnahmen von Zielkameras zur Verfügung gestellt, wo lasergesteuerte Raketen oder Bomben ins weit entfernte Ziel finden“, sagt Gerhard Paul. „Eine saubere Darstellung ohne Blut, abgetrennte Körperteile oder Leichen.“ Bilder, die im Zeitalter des Drohnenkriegs kaum mehr zu unterscheiden sind von denen aus einem Video- oder Computerspiel. …“ | https://www.fluter.de/war-is-coming-home

yoda 21.08.2021, 13:15 Uhr: “ … Merkel räumt Fehleinschätzungen ein – Merkel räumt ein, was nicht mehr zu übersehen ist. Dass die Fehleinschätzungen bereits vor 20 Jahren begonnen haben und seither durch Lügen der deutschen wie amerikanischen Öffentlichkeit als Erfolge verkauft worden sind, räumt Merkel leider nicht ein, obwohl sie das Potenzial dazu hätte. …“

APFire 26.08.2021, 14:00 Uhr: “ …ich empfinde diese Berichterstattung als verlogen. Warum kümmert sich die Presse denn plötzlich um die Frauen und Kinder und Einzelschicksale? – Allein die westliche Bomben haben […] tausende Frauen und Kinder ermordet. Der Mann, der diese Kriegsverbrechen veröffentlicht hat, sitzt heute noch im Gefängnis. Natürlich ist das eine humanitäre Katastrophe. Das ist leider jeder Krieg und sind leider auch viele Sanktionen (bspw. gegen Iran, Venezuela, Syrien oder Kuba). Ich würde mir eine kritische Presse wünschen, die sich viel stärker mit den fragwürdigen Gründen auseinandersetzen, warum v.a. WIR uns an solchen Kriegen und solchen humanitären Katastrophen beteiligen …“

Kommentare: zu: https://www.tagesspiegel.de/politik/afghanistan-krise-mindestens-85-tote-bei-anschlaegen-von-kabul/27519346.html

“ … Die Philosophie der Postmoderne hat uns gezeigt, dass die Wirklichkeit nicht einfach nur real, sondern sozial und sprachlich vorgeprägt ist. …“ | Boris Schumatsky, 25.04.2016 (Aus: „Die Krise der Wahrheit“)

R.N. Kallok (19.08.2021): “ … Diese „Analyse“ [https://www.derstandard.at/story/2000128983908/afghanistan-warum-joe-biden-recht-hat] geht völlig an der Realität vorbei Tatsächlich war Biden überzeugt, dass die Vasallen-Armee in Afghanistan die Taliban zumindest aufhalten, wenn nicht besiegen kann. Seine Erklärung vom 8.7. ist noch heute auf der Website des Weissen Hauses zu lesen: „Gemeinsam mit unseren Nato-Alliierten haben wir….hunderttausende afghanische Sicherheitskräfte trainiert. …Wir haben unseren afghanischen Partnern modernstes Militärmaterial geliefert,….was wir auch fortsetzen werden. ..Und wir werden die Kapazität ihrer Luftwaffe sicherstellen“. Fazit: Im Weissen Haus regiert ein Mensch, der offenbar wenig von der Welt weiss. Die Frage ist, wer hat ihm in wessen Interesse solche Trugbilder vermittelt. …“

H.A.Hellyer: (31.08.2021): „… Viele hatten offenbar geglaubt, dass sich die politischen Führungen der USA, Deutschlands oder Großbritanniens aufrichtig um die Menschen kümmern würden, die nach dem Abzug ihrer Truppen in Afghanistan zurückbleiben würden. Aber diese Annahme war fragwürdig. Präsident Emmanuel Macron hat das sehr klar gemacht: Als der Abzug der US-Truppen begann, sagte er, man müsse verhindern, dass Flüchtlinge aus Afghanistan nach Europa kämen. Das hätte er sicher nicht gesagt, wenn diese Menschen weiße Christen wären. Der ungarische Präsident Viktor Orbán war noch schlimmer. Es ist nicht so, dass alle westlichen Politiker Monster sind. Aber ungeachtet ihrer Rhetorik war das Schicksal der Menschen in Afghanistan nie ihr Hauptanliegen. … [ Andrea Backhaus, Beirut : … Auch trafen britische und amerikanische Drohnen im Irak und in Afghanistan immer wieder Unschuldige. Wurden diese Verbrechen genug aufgearbeitet? [https://www.amnesty.de/allgemein/pressemitteilung/vereinigte-staaten-von-amerika-voelkerrechtswidrige-us-drohnenangriffe] ] … Es ist schwierig, Gerichtsverfahren in Gang zu setzen, wenn hochrangige Staatsführer in kriminelle Handlungen verwickelt sind. George W. Bush hat sich für seine Taten nicht verantworten müssen, auch der damalige britische Premier Tony Blair nicht, der Bushs Kriege im Irak und Afghanistan unterstützt hat. … Viele Regime nutzen das Narrativ des War on Terror, um ihre Macht zu stärken und Kritiker zum Schweigen zu bringen, nicht nur in der arabischen Welt. Die chinesische Staatsführung etwa geht mit aller Härte gegen die Uiguren vor, weil sie angeblich Terroristen sind. Dieses drastische Vorgehen gegen Dissidenten gibt es nicht erst seit den Anschlägen vom 11. September. Aber seit die USA, die mächtigste Nation der Welt, diese Begriffe benutzt, fühlen sich Autokraten bestärkt. Nach dem Motto: Seht her, selbst der Westen spricht vom „Krieg gegen den Terror“ und wir können diese Erzählung nutzen, um alle Formen von Widerstand zu bekämpfen. …“ | https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-08/krieg-gegen-terror-politologe-hisham-hellyer-interview/komplettansicht

Stefan Krempl (28.07.2021): “ … Ein Bundesgericht für den Bezirk Alexandria in Virginia hat den US-Whistleblower Daniel Hale am Dienstag zu 45 Monaten Haft verurteilt. Der einstige Aufklärungsexperte der Air Force hatte sich zuvor schuldig bekannt, eine Reihe von Regierungsdokumenten weitergegeben zu haben. Diese belegten die Funktionsweise und die hohen zivilen Kosten des nicht sonderlich präzisen US-Drohnenprogramms. … Er habe sich verpflichtet gefühlt, „die Lüge zu zerstreuen, dass Drohnenkriege unsere Sicherheit gewährleisten und dass unser Leben mehr wert ist als das der anderen“, erklärte der 33-Jährige vor Gericht. … Es sei klar geworden, „dass die Tötung von Zivilisten weitaus stärker verbreitet war als bisher zugegeben“. Die Haftstrafe von fast vier Jahren sei „ein weiteres tragisches Beispiel dafür, wie die Regierung das Spionagegesetz missbraucht, um angebliche journalistische Quellen als Spione zu bestrafen“. Diese Praxis schade „den Menschenrechten, der Pressefreiheit und der Demokratie“. …“ | https://www.heise.de/news/US-Drohnenkrieg-Whistleblower-Daniel-Hale-muss-45-Monate-ins-Gefaengnis-6150055.html

Sparkypaul (23.08.2021): “ … [„Imbecilic, tragic, dangerous and unnecessary are the words used by Tony Blair to describe the US withdrawal from Afghanistan – and Britain’s as well.„] … The whole escapade in Afghanistan and Iraq is truly unbelievable. Lies about WMD, mass killings of civilians ( we have all seen the cockpit videos, how many have we not seen?), torture of prisoners (again recorded) , persecution of people who told the truth, (Assange etc al), blatant corruption and not least the killing of 100,000 to 400,000 (does it really matter what is the correct figure?) civilians, this „adventure“ will go down in history as a disgrace. I feel for the UK families of soldiers who were sacrificed , and I’m not afraid to say that it was truly for nothing. And finally the hypocracy. Shameful. …“ | https://www.theguardian.com/commentisfree/2021/aug/23/tony-blair-afghan-withdrawal-remorse-west-gains-2001-invasion

George Monbiot: „Who’s to blame for the Afghanistan chaos? Remember the war’s cheerleaders“ (Wed 25 Aug 2021 07.00 BST): “ … Cheerleading for the war in Afghanistan was almost universal, and dissent was treated as intolerable. After the Northern Alliance stormed into Kabul, torturing and castrating its prisoners, raping women and children, the Telegraph urged us to “just rejoice, rejoice”, while the Sun ran a two-page editorial entitled “Shame of the traitors: wrong, wrong, wrong … the fools who said Allies faced disaster”. In the Guardian, Christopher Hitchens, a convert to US hegemony and war, marked the solemnity of the occasion with the words: “Well, ha ha ha, and yah, boo. It was … obvious that defeat was impossible. The Taliban will soon be history.” The few journalists and public figures who dissented were added to the Telegraph’s daily list of “Osama bin Laden’s useful idiots”, accused of being “anti-American” and “pro-terrorism”, mocked, vilified and de-platformed almost everywhere. In the Independent, David Aaronovitch claimed that if you opposed the ongoing war, you were “indulging yourself in a cosmic whinge”. …“ | https://www.theguardian.com/commentisfree/2021/aug/25/blame-afghanistan-war-media-intervention
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SixtusRomp (25.08.2021): “ … Our sense of exceptionalism is nothing short of bizarre. Blair fought a brutal war on the ground and a toxic semantic war at home. Invasion was called liberation and every single evasive answer to clear questions he was faced with was preceded by ‚to be absolutely clear‘, when he was anything but. That semantic war engulfed so called moderates and liberals who bought the fantasy hook, line and sinker and who on the pages this very paper, amongst others, endorsed the remote incineration of Afghan civilians and the moral twisted standpoint of a government that was in cahoots with true extremists from north America. George Monbiot does very well to remind us that Johnson’s and Biden’s incompetence is not the root of the matter. Blair’s bizarre intervention last week adds further insult and animosity to an already festered wound. The protection of Afghans and Iraqis has never been on the agenda and at the centre of that moral fiasco is Tony Blair and a gullible and blood thirsty press supposedly representing Britain. It is healthy to read an eloquent dissenting voice and credit to the Guardian for that. But that is of no consequence or solace to those who will keep on suffering in Afghanistan and to those whose loved ones lost their lives under the pretence that were there to do good. We weren’t. The whitewash might have some effect at home, surely aided by the same voices that endorsed the killing in Afghanistan and Iraq. As for Global Britain, that is just is the brand name of our morally twisted decline. …“
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SpottedRichard (25.08.2021): “ … Living in the US during the beginning of both conflicts, and seeing how differently the press there and the UK responded, I have to agree wholeheartedly that the British press were extremely puzzling in their jingoistic nonsense. (Same in the Falklands War too.) I remember yelling down the phone to my mother that every night the Weapons Inspectors in Iraq were telling us that there were NO weapons of mass destruction in Iraq, while Tony Blair and the British press were telling citizens of the UK that there were. In retrospect, the Weapons Inspectors were, as you would expect, 100 percent correct. …“


sisyphos (19.08.2021): “ … „Wir haben an eine Illusion geglaubt, dass wir dort ein System aufbauen konnten, was unserem ähnelt“ Nun ja, erinnert mich irgendwie an Missionierung mit dem Schwert, Kolonialzeit und „the white man’s burden“ …“ | Zu: https://www.fr.de/kultur/tv-kino/maischberger-ard-talkshow-afghanistan-versagen-westen-taliban-machtuebernahme-tv-kritik-90929500.html // „The White Man’s Burden (engl. „Die Bürde des Weißen Mannes“) ist ein Gedicht von Rudyard Kipling. Er verfasste es unter dem Eindruck der US-amerikanischen Eroberung der Philippinen und anderer ehemaliger spanischer Kolonien. Das Gedicht gilt als eines der wesentlichen Zeugnisse des Imperialismus; sein Titel wurde sprichwörtlich. …“ –> https://de.wikipedia.org/wiki/The_White_Man%E2%80%99s_Burden

Paul Starzmann (21.08.2021): “ … die Kolonialzeit. Denn vieles, was bis heute die deutsche Außenpolitik prägt, stammt aus jenen Tagen, als sich das Kaiserreich als Weltmacht „einen Platz an der Sonne“ sichern wollte. Zwar kann man der Bundesregierung keine Großmachtfantasien unterstellen, wie sie einst Wilhelm II. verfolgte. Doch die Muster ihrer Außenpolitik sind die gleichen: eine Mischung aus Selbstbetrug, strategischen Fehlern und nackter Ignoranz. Ganz gleich, ob Afghanistan oder Mali – schaut man sich die Bundestagsdebatten der vergangenen Jahre zu diesen Auslandseinsätzen an, so vermittelte die große Koalition stets das gleiche Bild: Man komme militärisch voran, müsse nur hier und da noch eine Frühlingsoffensive der Islamisten in den Griff kriegen, sei aber auf dem richtigen Weg. Es erinnert an die Reiseberichte deutscher Kolonialisten aus dem 19. Jahrhundert, die stets schön gefärbte Nachrichten in die Heimat schickten – während sie in Wirklichkeit fieberkrank und völlig orientierungslos im Dschungel feststeckten. Geleitet waren die Kolonialisten von der Idee, ihre „Werte“ in die Welt hinauszutragen. Afrika etwa galt ihnen als „geschichtsloser Kontinent“, dessen Menschen angeblich nur darauf warteten, von Europa „zivilisiert“ zu werden. Dieser Blick herrscht bis heute in der deutschen Außenpolitik. … wer nur durch die koloniale Brille auf das Ausland blickt, für den wird der größte Teil der Welt stets ein Rätsel bleiben. …“ | https://www.tagesspiegel.de/politik/lehren-aus-dem-afghanistan-debakel-warum-wir-eine-postkoloniale-aussenpolitik-brauchen/27536680.html


rumbati #16 (08/2021):
Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/rg
rumbati #16.1 (18.08.2021):
Entfernt. Rückmeldungen zu unserer Moderation nehmen wir gerne unter [email] entgegen. Danke, die Redaktion/rg
Der böse Mensch von Sezuan #21 (18.08.2021):
Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/rg
Siegfried Kamberger #31 (18.08.2021):
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/rg
Bruder Tomas #32.1 (18.08.2021):
Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde bereits entfernt.
Veganes Hack #1.12 (18.08.2021):
“ … „Ich würde übrigens lieber ohne freie Presse leben als dass dauernd Mitglieder meiner Familie und meine Freunde von Drohnen weggebombt werden.“ Den Zusammenhang werden Sie nie aufloesen koennen. …“ (// Quelle: Kommentare zu: https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-08/afghanistan-usa-scheitern-militaer-kabul-china-russland //)

marille (17. August 2021): “ … In den letzten Wochen haben die Taliban sämtliche Expertenmeinungen eindrucksvoll widerlegt …“
mortui vivimus Not Amused : “ … „Es braucht dringend eine Frauenquote bei den Taliban!“ …“
germane1 “ … Bei dem unsäglichen Leid, das den afghanischen Frauen durch die Taliban zugefügt wird, sind Scherze unangebracht. …“
bixente uhudla: “ … Oft ist Galgenhumor ehrlicher und hilfreicher als Betroffenheit…“
coys123: “ … Wem hilft unsere Diskussion im Forum. Keinem. …“ (// Kommentare zu: https://www.derstandard.at/story/2000128980497/frauenrechte-amnestie-wie-sind-die-versprechen-der-taliban-zu-bewerten //)

Georg Ismar (18.08.2021): “ … Im Krisenstab der Bundesregierung trägt eine hochrangige Vertreterin des Bundesnachrichtendienstes (BND) am Freitag, 13. August vor, dass die „Taliban-Führung derzeit kein Interesse an der militärischen Einnahme Kabuls“ habe. Das geht aus einem Protokollauszug hervor, der dem Tagesspiegel aus der Sitzung vorliegt. …“ | https://www.tagesspiegel.de/politik/fehleinschaetzung-des-geheimdienstes-taliban-in-kabul-fuer-den-bnd-noch-zwei-tage-zuvor-eher-unwahrscheinlich/27527432.html

Frank Lübberding (19.08.2021): “ … In diesen Tagen kollabieren Weltbilder … Der ZDF-Journalist Theo Koll brachte das gut zum Ausdruck, als er den Zusammenbruch des Staat genannten afghanischen Kartenhauses eine Zäsur nannte. Die westliche Welt habe „nicht überall die Attraktivität, von der wir alle dachten, das sei so“. … Diese Sendung war kennzeichnend für unseren politischen Umgang mit dem Thema. Es ging in Wirklichkeit nicht um Afghanistan, sondern um uns selbst. … Zwar hatte etwa Anna Schneider von der Zeitung Welt darauf hingewiesen, dass wir kaum ermessen könnten, was „das geopolitisch bedeutet.“ … Aber solche Hinweise, auch von Gregor Gysi (Linke) oder Norbert Röttgen (CDU), blieben folgenlos. Das wichtigste Thema bei uns ist das, was Koll so schön euphemistisch einen „Managementfehler“ nannte, also der Umgang mit unseren früheren afghanischen Mitarbeitern. …“ | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik-zu-maischberger-politischer-umgang-mit-afghanistan-17491532.html

Michael Lüders ( „Besatzer, nicht Befreier“ freitag.de, Ausgabe 33/2021):“ … Als hätte es jemals eine Militärintervention aus humanitären Erwägungen gegeben! Der Anschlag auf das World Trade Center und das Pentagon war für die damalige US-Regierung unter George W. Bush der Auftakt für ein lange geplantes Projekt, unliebsame Regime in Nah- und Mittelost zu beseitigen. Am liebsten hätte die Bush-Entourage als erstes den Irak angegriffen. Es war Außenminister Colin Powell, der aus Gründen der Dramaturgie empfahl, zunächst die Taliban zu stürzen, danach erst Saddam Hussein. So geschah es, obwohl 15 der 19 Attentäter vom 11. September aus Saudi-Arabien stammten. Den engen Verbündeten zu bombardieren erschien aber abwegig. Also nahm man die Taliban ins Visier, die Osama bin Laden Unterkunft gewährt hatten. Mit Freiheit, Demokratie und Menschenrechten, die stets zur Begründung für US-geführte Kriege in der islamischen Welt herangezogen werden, hatte das nichts zu tun. … Für die meisten Afghanen waren die NATO-Truppen ebenso Besatzer wie vor ihnen die Sowjets. Dies einzugestehen dürfte im politischen Berlin als blasphemisch gelten. Deutsche Außenpolitik jenseits der EU beschränkt sich in fast allen Parteien darauf, im Windschatten der USA zu fahren. Die fehlende strategische und geopolitische Eigeninitiative wird kompensiert durch den Verweis auf westliche Tugenden und Werte. … In Afghanistan diente Berlin den USA zwei Jahrzehnte lang als Hilfssheriff. Eigenständig zu denken und zu handeln überforderte die maßgeblichen deutschen Akteure. …“ | https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/besatzer-nicht-befreier

Gustlik | Community (19.08.2021): “ … Man sollte es in einen neuen Lehrplan in Deutschland aufnehmen. Wer, wann und wo, was und wen unterstützt hat, kann gut analysiert werden. Und der Westen mit seiner ganzen Scheinheiligkeit … dort, wo die Rambo-Filme immer noch im Programm laufen. Am Ende … lässt Moskau seine Botschaft offen, der Westen zieht ab, fluchtartig. Was halten denn die einfachen Menschen vor Ort von jenen, den sogenannten Ortskräften, die ausgeflogen werden? …“

Marcus Müller (18.08.2021): “ … Ja, die Politik hat versagt. Aber auch andere Instanzen, z.B. die Medien, die jetzt die Schuldfrage diskutieren als hätten sie seit Monaten vor solch einer Situation gewarnt. Tatsächlich kann ich mich an keinen Kommentar oder Artikel erinnern, der das Szenario so vorausgesagt hat. Insofern sind die Medien mit im Boot der Deppen und sollten vielleicht auch über ihr Versagen reflektieren. …“

Robert Nitschke >> Marcus Müller (18.08.2021): “ … Man sucht und findet den Fehler ja immer bei den anderen, niemals in der eigenen Gruppe/Blase. Soweit so normal. …“ (// Kommentare zu: https://www.fr.de/meinung/kommentare/afghanistan-evakuierung-ortskraefte-helfer-cdu-csu-spd-menschen-leben-kommentar-90928489.html //)

Marielle Frank | Community @ Chuwawa: “ … man projeziert selbstvergessen die eigene Lebenswirklichkeit auf andere. Und zwar ohne sich klar zu machen, was es bedurfte, damit die eigene Lebenswirklichkeit überhaupt zustande kam und tritt anschließend unwissend, aber mit großem Selbstvertrauen anderen gegenüber und versucht diese, nach seinem Bild zu formen. Und zwar ohne sich selbst und den anderen und dessen Lebenswirklichkeit, deren Zustandekommen und deren Funktionsweise verstanden zu haben, noch diese verstehen zu wollen. …“ | Zu: https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/wie-das-messer-durch-die-butter

Achtermann | Community @ Marielle Frank “ …

Es ist immer die gleiche Falle, man projeziert selbstvergessen die eigene Lebenswirklichkeit auf andere.

Das trifft selbstverständlich auch auf dich zu. Der Konstruktivismus schließt die Möglichkeit einer objektiven Wirklichkeit aus. Denn jede Sichtweise kann nur in Verbindung mit ihrer Beobachterin entstehen und ist deshalb subjektiv. Sollen wir deshalb aufhören zu diskutieren? …“ | Zu: https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/wie-das-messer-durch-die-butter

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Kontext #1

“ … Konstruktivismus ist eine Position der Erkenntnistheorie, entwickelt hauptsächlich in der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Mehrere Strömungen werden aufgrund des gemeinsamen Namens manchmal irrtümlich für übereinstimmend gehalten. Die meisten Varianten des Konstruktivismus gehen davon aus, dass ein erkannter Gegenstand vom Betrachter selbst durch den Vorgang des Erkennens konstruiert wird. In der Fachsprache der Philosophie ausgedrückt, nehmen sie damit eine nominalistische Position zum Universalienproblem ein.
Während im Radikalen Konstruktivismus die menschliche Fähigkeit, objektive Realität zu erkennen, mit der Begründung bestritten wird, dass jeder Einzelne sich seine Wirklichkeit im eigenen Kopf „konstruiert“, glauben Anhänger des Erlanger Konstruktivismus an eine gemeinsame Konstruktionsweise, das heißt, dass es mit Hilfe einer besonderen Sprach- und Wissenschaftsmethodik möglich sei, „das naive Vorfinden der Welt“ zu überwinden und durch „methodische Erkenntnis- und Wissenschaftskonstruktion“ zu ersetzen. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Konstruktivismus_(Philosophie) [7. Juli 2021]



Kontext #2

“ … Das Universalienproblem (auch Universalienstreit, Universalienfrage, Nominalismusstreit, selten auch Realienstreit) ist eines der zentralen Themen der Philosophie und betrifft die Frage, ob es ein Allgemeines wirklich gibt oder ob Allgemeinbegriffe menschliche Konstruktionen sind. Als Universalien werden Allgemeinbegriffe wie beispielsweise „Mensch“ und „Menschheit“ oder mathematische Entitäten wie „Zahl“, „Relation“ und „Klasse“ bezeichnet. Ein Allgemeinbegriff bezieht sich auf Merkmale, die mehrere Gegenstände gemeinsam haben, etwa deren rote Farbe, oder erfasst eine gemeinsame Gattung von Individuen, wie etwa „Lebewesen“. […] Theodor W. Adorno wollte das Universalienproblem nicht von der Rechtsphilosophie trennen und setzte es aus der Perspektive einer „gescheiterten Aufklärung“ in der Zeit des Nationalsozialismus in einen sozialgeschichtlichen Zusammenhang: Der Nominalismus sei der „Prototyp bürgerlichen Denkens“, bei dem äußerliche Formen die Oberhand über Inhalte bekämen und das Unrecht geschehen könne, wenn es nur formaljuristisch korrekt sei. Die „selbsterhaltende List“ der Beamten sei es, die „zwischen Wort und Sache“ unterscheiden wolle. … Vilém Flusser sah das Universalienproblem kulturkritisch im Zusammenhang mit der Entwicklung der Informationstechnologie. Der Buchdruck habe den Universalienstreit zu Gunsten der Realisten entschieden, denn er habe bewusst gemacht, dass Schrift aus Typen bestehe und diese Typen greifbar gemacht. Das spekulative Denken sei in der Folge zu einem handfesten Manipulieren von Zeichen geworden, und die modernen Universalien hätten sich von der Ebene des Begrifflichen auf diejenige der praktisch geformten Typen verlagert, weil man an „Atompartikel“, „Gene“, „Völkertypen“ oder „Gesellschaftsklassen“ glaube. Positivisten und Phänomenologen seien dagegen die modernen Nominalisten. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Universalienproblem

Systemisch-konstruktivistisch betrachtet, sind Wahrnehmen und Erkennen aktive, selektierende und strukturierende, kreative Tätigkeiten: „Alle konkreten und begrifflichen Unterscheidungen, mit denen wir umgehen, sind von uns als Beobachter getroffen worden“ (Maturana 1982, 139). Es sind Tätigkeiten eines operational geschlossenen Gehirns. Spitzer (2000, 146) weist darauf hin, dass 99,9% aller Neuronen ihren Input von anderen Neuronen erhalten, Gehirntätigkeit also ganz überwiegend selbstbezüglich läuft.“ via https://www.db-thueringen.de/servlets/MCRFileNodeServlet/dbt_derivate_00014746/html/chapter4.html

[RWF #11… ]

Berlin Alexanderplatz ist eine 14-teilige deutsche Miniserie von Rainer Werner Fassbinder, die vom 12. Oktober bis zum 29. Dezember 1980 im WDR ausgestrahlt wurde.
// https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin_Alexanderplatz_(Fernsehverfilmung)
// https://en.wikipedia.org/wiki/Berlin_Alexanderplatz_(miniseries)

Jason Adams – NYC (Monday, May 02, 2011): “ … watching Rainer Werner Fassbinder’s 15 1/2 hour 1980 German television film Berlin Alexanderplatz. It’s been on my gotta-do list for years and I finally just decided fuck it,  I’ll lock myself in my apartment, camp out with some pizza and make it happen. … You’re deep in the belly of his madness here, flailing from melodrama to sad-clown comedy to flat-out sadism, sometimes (usually!) in a single scene. There’s narration over dialogue over written text over scenes shot through the ass-end of a fog machine. There are passages that feel so long and pointedly tedious that you think you can actually feel your fingernails growing. And it’s glorious. You’d think after sixteen hours I’d want a break from Rainer and his thing for a bit but I only want more, more, more. …“ | http://www.mynewplaidpants.com/2011/05/my-lost-weekend-with-rainer-werner.html

Jon – Kalamazoo, MI (Wednesday, April 3, 2013): “ … Fassbinder’s filmmaking. His stuff is often difficult to watch. His approach is often very raw, awkward, and nakedly emotional, leaving one feeling uncomfortable and troubled. At times the film is all of these things: glorious, breathtaking, inspirational, but also annoying, disturbing and exasperating. One cannot sit and watch this film passively. This is a film that will slap you in the face and shake you up repeatedly. …“ | http://filmsworthwatching.blogspot.com/2013/04/berlin-alexanderplatz-1980-directed-by.html

Wolfram Schütte (‚Franz, Mieze, Reinhold, Tod & Teufel – Rainer Werner Fassbinders „Berlin Alexanderplatz„‚ – Frankfurter Rundschau, 11.10.1980): “ … Franz & Reinhold: „die Geschichte zweier Männer, deren bißchen Leben auf dieser Erde daran kaputtgeht, daß sie nicht die Möglichkeit haben, den Mut aufzubringen, auch nur zu erkennen, geschweige denn sich zugeben zu können, daß sie sich auf eine sonderbare Weise mögen“ (Fassbinder). Unaufgeklärtes, unterdrücktes Gefühl uneingestandene Liebe, Verdrängung, Aggression, Gewalt, Tod. Zugleich wird Fassbinders pubertäre Ahnung von einem latenten homosexuellen Grundstrom in der merkwürdigen Beziehung von Franz zu Reinhold – gerade weil beide „keineswegs homosexuell sind“ – transzendiert in die Utopie einer „reinen, von nichts Gesellschaftlichem gefährdeten Liebe“: also keine Geldbeziehungen, keine sadistischen Abhängigkeiten, keine Ehekriege; statt dessen: “ Absolutheit des Gefühls“ (Kleist) … was dem Fassbinder an Döblins „Berlin Alexanderplatz“ besonders wichtig wurde, das war; „daß gerade den scheinbar unscheinbaren, unwichtigen, unbedeutenden Individuen, den sogenannt ‚Kleinen‘ die gleiche Größe zugebilligt wird, wie sie in der Kunst gemeinhin nur den sogenannt ‚Großen‘ zugebilligt wird“. Dem Transportarbeiter, Zuhälter, Totschläger und Dieb Franz Biberkopf werde ein „derartig differenziertes Unterbewußtsein zugestanden, gepaart mit einer kaum glaublichen Phantasie und Leidensfähigkeit, wie sie den meisten Figuren der Weltliteratur… so weitgehend nicht gegönnt wird.“ Das ist eine eigenwillige, subjektive, um nicht zu sagen: narzisstische Lektüre des komplexen Romans; eine Aneignung, welche die eigenen Sehnsüchte, Wünsche, Ängste, Utopien sowohl in ihn hineinprojeziert, als auch deren Spurenelemente darin entdeckt, hervorhebt, akzentuiert und einander interpretierend zuordnet. Um es gleich zu sagen: durchaus legitim. … Heute ist der außerordentliche Rang des Romans unumstritten, er ist eines der Hauptwerke Döblins, der bedeutendste Großstadt-Roman der deutschen Literatur, das umfassendste, reichste Kompendium moderner literarischer Montage – und Collage-Techniken, die alle nur denkbaren aktuellen, historischen, mythischen, religiösen Zeugnisse der Schrift und Sprache – von Werbetexten über den Dialekt und den Jargon bis zur Bibel, von der Moritat über den Schlager bis zur naturwissenschaftlichen Fachsprache – in sich aufnimmt, aufsaugt und „lyrisch, dramatisch, reflexiv“ (Döblin) die Epik Homers, Dantes, Cervantes erneuert. Ein Meer von einem Roman, darin der kleine Fisch Biberkopf schwimmt. …“ | https://www.filmportal.de/sites/default/files/05C3521DAC5E4EBCBF2858380A3DCB9C_berlin_alexanderplatz.pdf

Sebastian Höger [Datum: vor 2006] (‚Fassbinders gescheiterte Therapie. Zur Literaturverfilmung ‚Berlin Alexanderplatz‘ nach Döblins gleichnamigem Roman.‚): “ … Am 10. Juni 1982 beendete eine kombinierte Einnahme von Schlaftabletten und Kokain eine der ungewöhnlichsten, umstrittensten und spannendsten Therapien der Filmgeschichte: Rainer Werner Fassbinder wurde von seiner damaligen Lebensgefährtin Juliane Lorenz bei Nacht in seiner Münchner Wohnung tot aufgefunden. … Von der eigenen Therapie hatte Fassbinder klare Vorstellungen: Die Selbstanalyse sollte die Psychoanalyse ersetzen, der Film den Analytiker. Das zu erzielende Ergebnis formulierte er in einem Interview: „Wenn man sich seine Probleme bewusst macht, anstatt sie zu verdrängen, werden sie gleichzeitig analysierbar, und damit sind sie zu überwinden.“ … ‚Berlin Alexanderplatz‘ war Fassbinder 1980 mit der Diagnose immer noch nicht über eine Arbeitshypothese hinaus: Geisteskrank, Art der psychischen Krankheit noch unbekannt. Seine Mitarbeiter und Teile der Presse waren da schon weiter: Ausgeprägter Narzißmus, mangelndes Selbstwertgefühl, Grandiosität bis hin zu sadistischen Tendenzen verbunden mit einem Opferkomplex. Das Fernsehpublikum gesellte sich nach der Erstausstrahlung von Fassbinders ‚Berlin Alexanderplatz‘ auch zum Kreis der Analytiker, hatten Fassbinder doch die beiden Protagonisten Franz Biberkopf und Reinhold als Projektionsflächen für seine Neurosen gedient. Den Grund für deren und seine psychische Krankheit sah Fassbinder in Freuds Kern aller Neurosen, dem Ödipuskomplex, weshalb im Epilog (der letzten Folge der Serie) ein toter alter von einem Speer durchbohrter Mann vor einem sich liebenden Paar liegt: Der Sohn hat den Vater getötet um mit der Mutter den Inzest zu begehen. Mit dieser Anspielung musste sich Fassbinder begnügen, da der WDR die geplante explizite Darstellung verhinderte. Jedoch nicht, weil Fassbinder in Döblins Roman, diesem Epos der Moderne, im Widerspruch zum Autor und dem Roman, den ersten Versuch gesehen hatte „Freudsche Erkenntnisse in Kunst umzusetzten“, sondern auf Grund der Sendezeit: Die Verfilmung sollte als Montagabendserie im Familienprogramm laufen. …“ | https://www.jump-cut.de/filmkritik-berlinalexanderplatz.html

[Zum Wahn der Liebe #95 … ]

“ … „Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen“ [Claude Chabrol, 1975], ein Psychothriller, der [ ] die moralischen Abgründe der Bourgeoisie aufdeckt, ist ein Prototyp von einem Chabrol. Der Altmeister hat sein Lieblingsthema dementsprechend auch oft wiederholt, aber hier ist alles ganz … unverbraucht. …“ | https://www.karlstorkino.de/programm/les-innocents-aux-mains-sales/ | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Unschuldigen_mit_den_schmutzigen_H%C3%A4nden

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“ … Lieben ist in [Sarah] Kanes Entwurf nicht mit der Aufrechterhaltung und Autonomie des Individuums zu vereinen. Von Seiten des Liebenden ist Liebe immer mit Verlust verbunden, von Seiten des Geliebten mit Bedrohung. Diese Formen der eigenen Verletzlichkeit entsprechen der Gewaltsamkeit der Liebeserfahrung in [Georges] Batailles Sinn, die trotz der damit verbundenen Gefahren auch erwünscht sind. … [Roland] Barthes stellt wiederholt heraus, daß gerade die Psychoanalyse eine eher negative Auffassung der Liebe entwirft und sie mit einem Zustand des Wahnsinns vergleicht … Grundsätzlich bestätigt er zwar die Gleichsetzung von Liebe und Wahnzustand, dessen Abwertung teilt er jedoch nicht. Zur angeblichen Dummheit des Liebeswahns sagt er: „Die Dummheit besteht darin, überrascht zu werden. Der Liebende wird es unaufhörlich […]. Vielleicht kennt er seine Dummheit, aber er verpönt sie nicht“ (FSL183). … Als reparative Phantasie, der sich das postmoderne Subjekt hingeben kann, bietet die Liebe letztlich eine Möglichkeit der Verankerung. Sie erscheint dabei als eine Ermächtigungsstrategie, die es dem Liebenden erlaubt, sich über die Unübersichtlichkeit seiner komplexen Umwelt hinwegzusetzen und sich über seine Positionierung in Bezug auf den Anderen seiner selbst zu versichern. … Einerseits wird viel in die Liebe investiert, die Erfahrung wird romantisiert und mit geradezu religiösem Potential aufgeladen. Andererseits ist eine eher nüchterne, von taktischen Überlegungen dominierte Annäherung an das Phänomen Liebe auszumachen, die die Erfahrung als solche in ihrer Wichtigkeit allerdings nicht herabsetzt …“

Aus: „Postmodern Love? – Auseinandersetzungen mit der Liebe in der britischen Literatur der 1990er Jahre“ Tina Schäfer (Dissertation, 5 Philosophische Fakultät, 2007) | https://publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/handle/10900/46292 | https://publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/46292/pdf/Diss_Schaefer.pdf

// Georges Bataille (1897 – 1962)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Bataille


// Roland Barthes (1915 – 1980)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Roland_Barthes


// Sarah Kane (1971 – 1999)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Sarah_Kane

[Zeit im Bild #52 … ]

Riff-Raff (1991) | https://de.wikipedia.org/wiki/Riff-Raff_(1991)

Roger Ebert (March 19, 1993): “ … Ken Loach’s „Riff-Raff“ shows laborers who are alienated from the very idea of management and see themselves as proletarian outsiders. Partly that’s a function of the more rigid class system in Britain and the relative freedom of social movement in this country. … „Riff-Raff“ was written by Bill Jesse, a construction worker, who died as the film was being completed. It reflects his unromantic, irreverent view of the world. … „Riff-Raff“ centers on a construction job in London, where 19th century housing, recently renting for very little, is being renovated into town homes for the rich. The workers on the job are nomadic and homeless; many come from outside London and live in „squats,“ or empty flats, that they open with a crowbar. Their boss is a loud, aggressive site manager whose threats mostly involve his cheerful willingness to fire them. We meet several of the workers and get to know them. …“ | https://www.rogerebert.com/reviews/riff-raff-1993
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“ … Growing up, I spent the majority of my school holidays on building sites at work with my father. Rising at the break of dawn, we’d rustle up a carb-heavy lunch before climbing into his pick-up, dust pluming from the seats as we sank into them, filling the van with a grainy haze that would settle on our skin and stay there for the remainder of the day. All the men on my dad’s side of the family work in construction. I was never really cut out for it, but by the time I saw Ken Loach’s Riff-Raff I had spent many years surrounded by the world it depicted. I could see my dad, his colleagues and friends in the characters Loach and screenwriter Bill Jesse brought to the screen, their place of work, their humour and their spirit. … The film is a product of its time, dated in its aesthetic but many of its then contemporary reference points still ring true …“ | From „Riff-Raff (1991)“ Ryan Hewitt (27 October 2016) | https://www.curzonblog.com/all-posts/2016/10/27/the-films-that-made-us-riff-raff
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Bernie: Riff Raff – Rezension aus dem Vereinigten Königreich vom 4. Mai 2013: “ … I thoroughly enjoyed this film. It was a good down to earth film and captured the feel of what it was like in those times. …“
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“ … Und ich dachte, es wäre gut, etwas von den Folgen der frühen achtziger Jahre und des Thatcherismus zu zeigen, ohne einen politischen Vortrag zu halten, eher mit etwas Wärme und Humor. Der Film ist bewusst wie ein Mosaik oder eine Collage strukturiert – wenn es nicht zu prätentiös ist, das zu sagen -, wo man eine kleine Geschichte hat und eine kleine Geschichte am Rande, und das Ganze fügt sich zu einem Gesamtbild. (Ken Loach) …“ | https://www.viennale.at/de/film/riff-raff
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// Thatcherismus ist die Bezeichnung für die Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik von
// Margaret Thatcher, der britischen Premierministerin von 1979 bis 1990. …
// https://de.wikipedia.org/wiki/Thatcherismus

[Der Blick in die Kamera #42… ]

Richard Arthur Wollheim (1923-2003) // https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Wollheim

“ … Gefühle sind eine Art von geistiger Disposition [(In der Psychologie die Anlage zu einer immer wieder auftretenden Eigenschaft, Verhaltensbereitschaft (Persönlichkeitseigenschaft))]. Ihre Entstehung hängt mit bestimmten Wünschen zusammen. Emotionen sind nichts weniger als seelische Veranlagungen oder grundlegende psychische Kräfte, die ähnlich wie Begierden oder Überzeugungen plötzlich bewusst werden.
Der Philosoph Richard Wollheim beschreibt in seinem Buch moralische Emotionen: Die Gefühle von Scham, Schuld, Gewissen und Bedauern. Diese unterscheiden sich seiner Ansicht nach von gewöhnlichen Emotionen. …“ Aus: Edith Bachkönig „Die Philosophie der Gefühle“ (01.01.2010) | https://sciencev1.orf.at/news/28842.html

“ … Emotionen kann man [Richard Arthur Wollheims] Ansicht nach nur verstehen und identifizieren, wenn man zweierlei kennt: die Rolle, die sie im menschlichen Geist spielen, und ihre Entstehungsgeschichte. Die Rollen der mentalen Phänomene sind in Wollheims wohlaufgeräumter Geistesstube schnell behandelt: Die Überzeugungen liefern dem Menschen eine Karte seiner Welt. Seine Wünsche sagen ihm, wohin die Reise gehen soll. …“ | Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.2001, Nr. 258 | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezension-sachbuch-wuensch-dir-was-dann-fuehlst-du-was-11281371.html

// „On the Emotions“ (2000)
// By RICHARD WOLLHEIM
// https://archive.nytimes.com/www.nytimes.com/books/first/w/wollheim-emotions.html

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