[Seelische Vorgänge #1… ]

“ … Psyche ist die jüngste und schönste der drei schönen Töchter eines Königs. Sie ist so schön, dass alle aufhören, Venus, die Göttin der Schönheit und der Liebe, zu verehren. Verärgert ruft Venus ihren treuen Sohn Amor und befiehlt ihm, Psyche dazu zu bringen, sich in einen schlechten Mann zu verlieben. Der Vater schickt seine Tochter – wie das Orakel des Gottes Apollon ihm befohlen hat – in einem Brautkleid an eine einsame Bergspitze, auf der sie einen furchtbaren Dämon heiraten soll. Doch anstatt des Dämons wird sie von Zephyr, dem Herrn der Winde, auf Anweisung Amors, der selbst der überirdischen Schönheit Psyches erliegt, in ein märchenhaftes Schloss gebracht. In diesem Schloss sucht ihr Gatte sie Nacht für Nacht auf, doch tagsüber verschwindet er, ohne dass sie ihn je zu Gesicht bekommt. Da sich Psyche einsam fühlt, gewährt er ihr einen Besuch von ihren Schwestern. Amor warnt sie aber, sie dürfe sich nicht von ihnen verleiten lassen, herauszufinden, wer er sei. Die Schwestern, zuerst froh, Psyche wohlbehalten vorzufinden, sind schnell vom Neid verzehrt. Bei einem weiteren Besuch gelingt es ihnen, das naive Mädchen davon zu überzeugen, dass sie eine Schlange geheiratet habe, die ihr wegen ihrer furchtbaren Gestalt nie bei Tageslicht gegenübertrete und die Schwangere verschlingen werde. Aus Angst um ihr ungeborenes Kind und um sich selber befolgt sie den Rat ihrer Schwestern und wartet in dieser Nacht mit einer Öllampe und einem Messer auf ihren Mann. Als sie ihren Geliebten beleuchtet, erblickt sie kein Ungeheuer, sondern den schönen Körper des geflügelten Amor. Psyche – von Liebe zu ihrem göttlichen Gatten überwältigt – merkt nicht, wie ein Tropfen des heißen Öls auf Amors Schultern fällt. Der Gott, der seiner Mutter ungehorsam gewesen ist, fühlt sich betrogen, fliegt davon und lässt Psyche untröstlich zurück. Venus, voller Wut darüber, dass ihr Sohn ihre Befehle missachtet hat und stattdessen mit Psyche ein Kind gezeugt hat, macht sich auf die Suche nach dem Mädchen. …“ Text & Bild via (2018)

Beate Tröger (16.05.2018): “ … Das Bekenntnis des Schriftstellers Christian Kracht, als Zwölfjähriger von einem Lehrer sexuell missbraucht worden zu sein, vorgetragen während seiner Frankfurter Poetikvorlesung, steht ja weiß Gott nicht allein da. Man muss sich das einmal vergegenwärtigen. Der Literaturnobelpreis wird dieses Jahr nicht vergeben und womöglich auf lange Zeit noch beschädigt sein, weil die Jury Missbrauchsfälle bis, so ist zu vermuten, hin zur Vergewaltigung systematisch verschleierte. Dass der angeblich so hehre Kreis um den Dichter Stefan George sich in seinem Kern um Missbrauch drehte, legt eine Recherche der FAS nahe. Der amerikanische Schriftsteller Junot Díaz hat sich erst selbst in einem erschütternden Text als Missbrauchsopfer geoutet – bevor er seinerseits von gleich drei Frauen auch als Täter benannt wurde. … “ | Quelle: https://www.freitag.de/autoren/beate-troeger/dreh-dich-nicht-um

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Sabine Rückert (19. Dezember 2017): “ … Das altgriechische Substantiv psyche bedeutet „Hauch“, „Atem“ und „Leben“. Bei Homer findet man die Vorstellung, dass die Seele von außen in den Körper eindringt und ihm später, wenn der Mensch stirbt, wieder entweicht. … Wollte man [ ] eine Maschine mit Seele bauen, müsste man sie sehr anders konzipieren als die Computer heute. Es müsste eine Maschine sein, die Angst haben kann. Die nicht allein sein will. …“ via

Matthias Heine (12.11.2017): “ … „Männerphantasien“ war als literaturwissenschaftliche Dissertation verfasst und an der Universität Freiburg mit „summa cum laude“ bewertet worden. Literaturwissenschaftlich daran war, dass sein Autor Klaus Theweleit tatsächlich etwa 250 Romane der Zwanzigerjahre analysierte, die vor dem Hintergrund des 1. Weltkriegs und des „weißen“ gegenrevolutionären Terrors spielten. Was Theweleit dabei fand, waren – kurz gesagt – Männer, die eine abgrundtiefe Angst vor Frauen hatten, und die sich gegen diese Furcht körperlich und seelisch panzerten. Der Faschismus bot ihnen passende geistige und organisatorische Lösungen. Und er schuf die Möglichkeit, Ängste mit Gewalt abzureagieren. …“ | https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article170548442/Deutsche-Soldaten-und-ihr-Hass-auf-Frauen.html
—> Kommentar – Anna N. (2017): “ … Gemäß einer These des Philosophen Eberz gibt es drei männliche Abwehrstrategien gegen „die Frau“: Reduzierung auf die Mutterrolle, Sexualisierung und Vermännlichung, dh Einbeziehung der Frau in einer männliche Arbeits- und Lebenswelt. Die Ausprägung der Abwehrstrategien variieren je nach Gesellschaftsform. Immer geht es darum, die Frau nicht als Ganzes wahrnehmen zu müssen (dh sie in einem biblischen Sinn zu erkennen, zu lieben), sondern das eigene (narzisstische?) [ ] Weltbild aufrecht erhalten zu können. … “
—> Kommentar – rogruebra (2017): „Ist es nicht so, daß die meisten Männer(nicht nur Deutsche) ihre Angst mit Aggression überspielen oder bekämpfen?“
—> Kommentar – Ignaz B. (2017): „Tun das aggressive Frauen nicht auch?“

Michael Fischer (Datum:????): “ … „Angst essen Seele auf“ heißt ein Sozialdrama von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1973. … Hat die Angst „ihr Verhältnis zur Erfahrung verloren“, wie der britische Soziologe [(Professor of Sociology at University of Kent)] Frank Furedi in seinem Buch „Politics of Fear“ behauptet? [„Furedi shows how contemporary and recent developments, including the Cold War, the Culture Wars and Third Way-type managerialism, have created the need for a new conception of politics with an adequate conception of humanity – one that „remoralises“ politics by taking humans seriously, recognises the centrality of morality and discussions of right and wrong, and utilises our imaginations. Furedi proposes a new, and inevitably controversial, humanist politics to escape the trap of 20th century political ideology.“ (2005)] Tatsächlich scheint nicht mehr die die unmittelbare, reale Bedrohung Auslöser vieler Ängste zu sein, sondern vielmehr Stimmungen und die eigene Wahrnehmung der Realität. …“ | via

Michael Baas (Do, 12. Oktober 2017): “ … Kunstmuseum Basel: „Weibsbilder“ (2018), St. Alban-Graben … Frauen sind gefährlich. Diesen Subtext der lockenden, verführerischen und verderbenbringenden Femme fatale, der sich letztlich bis auf die biblische Eva-Gestalt als Initiatorin der Vertreibung aus dem Paradies zurückführen lässt, dekliniert die Ausstellung anhand von rund 100 Werken in thematischen Blöcken wie Eros, Macht und Moral durch. Darunter finden sich Arbeiten von Künstlern wie Albrecht Dürer, Hans Baldung Grien, Urs Graf, Niklaus Manuel Deutsch und Lucas Cranach – meist Zeichnungen und Druckgrafiken, aber auch Gemälde und Kleinstatuen. In allen Werken aber erscheint Frau als Verkörperung gefährlicher Begierden oder sündiger Laster. Mal ist sie verführerische Venus, mal die antike Tugendheldin und mahnende Vanitas, mal listige Herrscherin über den Mann, dann die ausgebuffte Dirne und teuflische Hexe. Exemplarisch verdeutlicht das gleich das Eröffnungsbild – Nikolaus Manuels um 1512 entstandene Frau Venus. Der auch Deutsch genannte Künstler zeigt die Liebesgöttin als nackte, mit zwei riesigen Flügeln versehene Frauengestalt, die auf einer Kugel balanciert. Auf ihren Schultern steht ein kleiner Amor mit gespanntem Pfeil und Bogen, auf dessen Spitze eine Narrenkappe steckt. … Das Thema [wird] nicht nur in kunsthistorischer, sondern auch in kulturgeschichtlicher Sicht ergiebig und aufschlussreich aufgearbeitet und schafft einen geistesgeschichtlichen Kontext zu bis heute wirkenden Klischees eines männlich geprägten Frauenbildes. Dieses setzt das Weibliche gleich mit Lust und Laster, mit Gefahr und Risiko und ist ohne weiteres anschlussfähig an die Männerphantasien, die der Freiburger Kulturwissenschaftler Klaus Theweleit Ende der 70er-Jahre in der Freicorpsliteratur der 1920er Jahre freigelegt hat. … “ | http://www.badische-zeitung.de/ausstellungen/fruehbuergerliche-maennerphantasien–143265618.html

Josef Rudin (1960) “ … Wenn Angst als ‚Grundbefindlichkeit‘ zum Wesen des Menschen gehört, dann ist es [eine] ethische Aufgabe des Menschen, den Pegel ihres Wasserstandes im Auge zu behalten, ihre unterirdischen Kanäle mit ihrem plötzlichen Anschwellen und mir den geheimen Abflussmöglichkeiten …
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[[ Einschub & Beispiel -> [2018: „… Bis zu 800.000 Suchanfragen monatlich: In Deutschland und anderswo steigt die Nachfrage nach Pornos mit Flüchtlingen. Es geht um Exotisierung und Unterwerfung. … Was ist „Refugeeporn“? – Dieses Genre konzentriert sich auf heterosexuelle Pornografie. Flüchtlingspornografie spielt dabei mit dem Motiv der mysteriösen, fremden Frau, die meist von weißen Männern verführt, erobert und dominiert wird. …“ (Mohamed Amjahid, Redakteur ZEITmagazin, DIE ZEIT, 15. Mai 2018) [uga-baba zu: „Wann Flüchtlingspornos boomen“ (15. Mai 2018) “ … Es gibt [ ] „Refugee-Pornos“ mit männlichen „Flüchtlingen“, die weiße Frauen vögeln. Und schon sehr lang gibt es massenweise Pornos, in denen afrikanisschtämmige („schwarze“) Gigolos weiße Ehefrauen vögeln, und der Ehemann filmt das Ganze, oder holt sich beim Zusehen einen herunter. Das sind Phantasien, die nicht auf den Umgang im Alltag übertragen werden können. Der Beweis dafür sind Sado-Maso-Spielchen, die auch gar nichts mit dem Alltag zu tun haben. Selbstbewusste Männer und Frauen lassen sich fesseln und missbrauchen. Es sind sexuelle Phantasien, die im Alltag kulturell gebannt sind, und im sehr Privaten ausgelebt werden.]] Ende des Einschubs]]
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[…] Wir möchten hier die Behauptung wagen, dass [die] [ ] Grundgestalt der Angst … gewichtig ist und bewußter erfasst … werden sollte. […] Die Großtaten des Geistes können nicht rasch genug auf den Markt der Kultur ausgebreitet und … angepriesen werden, und die Körperschulung andererseits wird nach überprüfbaren Methoden betrieben; nur die Seele mit ihren Kräften, mit ihren unermesslichen Räumen und Vorstellungen, Gefühlen, Stimmungen entzieht sich schließlich jedem Psychologischen Lochkastensystem und allen hochqualifizierten Elektronenmaschinen. Sie geht immer wieder fremd und unerkannt ihre eigenen vielverschlungenen Pfade. … ‚Was eine Wissenschaft von der Seele so schwierig macht, ist nicht die Seele, sondern es ist die Seelenmaskerade …‘ [Ludwig Klages] … Wir verstehen, warum die unruhige Angst vor der Psychologie eine Unsicherheit in Bezug auf die eigene seelische Verfassung ist, auch wenn sie diese dann mit Anekdoten und Bonmots über Psychologen trefflich zu tarnen versucht. … Wie lange hat es doch gedauert, bis man endlich bereit war, unumstößliche Tatsachen zuzugeben, die von der Tiefenpsychologie konstatiert worden waren? … Die Angst vor der eigenen Seele zeigt sich häufig [ ] direkt und überdeutlich. Im analytischen Prozess wurde das bekannte Phänomen des ‚Widerstands‘ schon in der Anfangszeit der Analyse entdeckt […]. Dieser Widerstand stellt sich regelmäßig ein, sobald ein neuer Schritt in der individuellen Entwicklung fällig ist. Jeder dieser Schritte bedeutet ein Risiko und ein aufgeben des bisherigen Standpunktes und erfordert ebensoviel Mut wie Ausdauer. Es ist ein Hinuntersteigen in jene unbewußte Tiefe, die zunächst nur als dunkles wallendes Chaos erfahren wird. Diese Tiefe wird gefürchtet und gemieden, da herrschen dumpfe Kräfte, Emotionen, vitale Regungen, alle jene nur geahnten Mächte, die man sich oft ein leben lang nicht zugibt, die darum lieber nach außen projiziert werden, in den politischen, religiösen, sozialen oder wissenschaftlichen Gegner, in die Juden, Freimaurer und Jesuiten.
[…] Es sollen ja Fixationen [(das Verharren oder Steckenbleiben in einer bestimmten Entwicklungsphase in der Psychoanalyse)] gelockert werden […]. Die Gestalt dieser Fixationen kann sehr mannigfaltig sein. Wie gefährlich das Stehenbleiben auf einer kindlichen … Entwicklungsstufe der Gefühle, Triebe, Vorstellungen und stimmungsmäßigen Verhaltensweisen ist, wird heute [1960] fast allgemein anerkannt. Ein guter Teil der Triebverirrungen und Perversionen, der Triebverlagerungen und der Ersatzsüchte wird ziemlich einleuchtend aus solchen Fixationen gedeutet. […] An Stelle eines echten inneren Mittelpunktes gähnt [] der bodenlose Abgrund eines seelischen Vakuums. Bei [manchen] Menschen ist schon das Wort von der Seele verdächtig, und sie verteidigen sich gegen ihr inneres Gewissen, wenn sie alles seelische Bemühen als Müßiggang, krankhafte Selbstbespiegelung oder Luxus abzutun versuchen. Angst vor der Seele? […] So wenig die aus Angst vor dem Tod unternommenen allzu kurzfristige Fluchtversuche je eine Erfolgschance haben können, ebensowenig vermögen die verschiedenen Fluchtbezirke, die aus Angst vor der eigenen seelischen Tiefe aufgesucht werden, den Menschen vor dieser Tiefe auf Dauer zu verbergen.
[…] Es mag anmaßend klingen und entspricht dennoch der heutigen Situation [1960]: Wir müssen die meisten Patienten zuerst wieder einmal ihre eigene Seele erleben lassen … Sie leben – so paradox es klingt – ohne Seele im Ödland des bloßen Daseins, der vegetativen Unterhaltsbedürfnisse oder in den kalten Regionen von ‚Interessen‘, von unpersönlichen Werterealisation. …“ | Bruchstücke aus: Rudin, Josef: „Angst vor der Seele – Eine uneingestandene Problematik“ – „Psychotherapie und Religion – Probleme der tiefenpsychologischen Wissenschaft und der analytischen Erfahrung“ (Zweite veränderte Ausgabe, Schweiz 1964)

lemonhorse / 20 Mai 2018 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Sonnenschnur und Rossby-Wellen … ]


Illustration: mps/nasa/hormesdesign (Quelle)

(8. Mai 2018): “ … Deutsche Forscher haben riesige, wirbelförmige Wellen auf der Sonne entdeckt. Wie das Team um Laurent Gizon vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im Fachblatt „Nature Astronomy“ berichtet, handelt es sich dabei um ein ähnliches Phänomen wie bei den irdischen Rossby-Wellen, die sich in der Erdatmosphäre und den Ozeanen bilden. … Insgesamt finden wir auf der Sonne große wirbelförmige Wellen, die sich entgegen der Rotation bewegen. Dass diese Wellen nur in den äquatorialen Regionen zu sehen sind, ist völlig unerwartet“, so Gizon. Die Wellenmuster seien über mehrere Monate stabil. Die Forscher konnten erstmals den Zusammenhang zwischen Frequenz und Wellenlänge der Wellen bestimmen und sie so eindeutig als Rossby-Wellen identifizieren. Gizon: „Solare Rossby-Wellen sind gigantisch, ihre Wellenlängen vergleichbar mit dem Sonnenradius.“ Sie seien ein wesentlicher Bestandteil der inneren Dynamik der Sonne, da sie zur Hälfte der kinetischen Energie der Sonne beitragen …“ | https://derstandard.at/2000079346622/Gigantische-Wirbel-auf-der-Sonne-entdeckt // https://de.wikipedia.org/wiki/Rossby-Welle

Herr Breuer (8. Mai 2018) [Koommentar zu: „Gigantische Wirbel auf der Sonne entdeckt“]: Endlich sieht man auch mal die Schnur an der die Sonne aufgehängt ist.

lemonhorse / 9 Mai 2018 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Visual.Notes / 0 Comments

[Subjekt & Objekt #7… ]

“ … Jaspers beschreibt den von ihm gemeinten Sachverhalt wie folgt: „ … Allen […] Anschauungen ist eines gemeinsam: sie erfassen das Sein als etwas, das mir als Gegenstand gegenübersteht, auf das ich als auf ein mir gegenüberstehendes Objekt, es meinend, gerichtet bin. Dieses Urphänomen unseres bewußten Daseins ist uns so selbstverständlich, daß wir sein Rätsel kaum spüren, weil wir es gar nicht befragen. …“ [Einführung in die Philosophie. München 1953, S. 24f.] …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt-Objekt-Spaltung (28. Februar 2018)

Gustav Ichheiser (1925): “ … Zwar werden ästhetische Gebilde im ästhetischen Erleben erst wirklich, aber sie erhalten ihren Sinn und Wert nicht von diesem Erleben her, sondern vielmehr umgekehrt dieses von jenem. Nur durch Anerkennung solcher gegenständlichen, seelenunabhängigen »Geltungsquellen« kann der »überpsychologische« Wert des Ästhetischen gerechtfertigt werden. … Die Auseinandersetzung zwischen Seele und Welt, zwischen dem also, was »von innen« kommend, mit eigenen Tendenzen, Spannungen, Forderungen, Wollungen, Sehnsüchten geladen, sich auswirken will, am Vorgefundenen zur Durchbildung zu gelangen sucht, und dem, welches als ein Fremdes hineinragt und als ein schlechthin unabhängiges Gegenüber, als eigengesetzlicher Gegenstand in strenger Passivität widerspruchslos hingenommen werden muß — diese Auseinandersetzung kann, beide mal sinnvoll, in zwei polar entgegengesetzten Richtungen erfolgen, die in voller begrifflicher Klarheit auseinander gehalten werden müssen, mag auch die Wirklichkeit mannigfache Durchkreuzungen beider ergeben: Entweder sucht die Seele sich gleichsam auszulöschen und in strenger Sachlichkeit die eigengesetzliche Ordnung des Gegenständlichen unverfälscht zur Kenntnis zu nehmen, zu bestimmen, logisch darzustellen, zuletzt vielleicht »durch Gehorsam« zu beherrschen — dies der Weg der Wissenschaft; von dieser Intention aus müssen die eigenen Gefühle, Einstellungen, schöpferische Ungleichmäßigkeiten der erkennenden Seele als etwas bewertet werden, das überwunden, ausgeschaltet werden muß, das nicht sein sollte, weil es der Norm der Sachlichkeit zuwider ist und die Reinheit des dem Gegenstande verpflichteten Verfahrens trübt, indem eben jene subjektiven Faktoren in verhängnisvoller Weise sich zwischen das erkennende Subjekt und den zu erkennenden Gegenstand einschieben; oder aber wird gerade die ungefüge seelenunabhängige Eigengesetzlichkeit des Gegenstandes als etwas erlebt, das der sinnvollen Erfüllung der die Seele bewegenden Angelegtheiten, Sehnsüchte im Wege steht, dessen Sachlichkeit der seelisch geforderten Umformung sich widersetzt, so daß die Seele aus dieser spröden, fremdgesetzlichen Sphäre verwiesen, mit wunderbar ursprünglicher Gewalt aus formbarem Material eine Phantasiewelt erzeugt, die ihrer eigenen fordernden Gesetzlichkeit entspricht — dies der Weg der Kunst.
Der Sinn also der seelischen Haltung je nachdem, ob es sich um wissenschaftliche oder ästhetische Intentionen handelt, ist nicht nur beide mal verschieden, sondern geradezu entgegengesetzt. …“ | Aus: „Bemerkungen – Die ästhetische Geltung“ Gustav Ichheiser (1925), ZEITSCHRIFT FÜR ÄSTHETIK UND ALLGEMEINE KUNSTWISSENSCHAFT – HERAUSGEGEBEN VON MAX DESSOIR ACHTZEHNTER BAND, STUTTGART – VERLAG VON FERDINAND ENKE, 1925 Nr. 18 | http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/zaak18_1925/0001/image // https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Ichheiser

lemonhorse / 2 Mai 2018 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Irrationalismus und das Romantisches Erbe #1 … ]

Eckhard Fuhr (27.11.2007): “ … Was fangen wir mit diesem romantischen Erbe an, das den einen als harmloses Hausmittel gegen allfällige Modernisierungsschmerzen gilt, den anderen aber als ein gefährlicher Suchtstoff, dessen Gebrauch zur „Zerstörung der Vernunft“ führt … Ist es nicht so, dass im günstigsten Fall das Romantische und seine Trivialisierung im Schlager, im Massentourismus oder in der Werbung den Menschen hilft, die technischen und ökonomischen Zwänge der Moderne zu ertragen, im schlimmsten Falle aber zum mörderischen Aufstand gegen Aufklärung und Zivilität anstachelt? … Das romantische Wunderkind Novalis fand die Formel für eine Geisteshaltung, die dem, was angeblich ist, nicht auf den Leim geht: „Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es.“ …“ | https://www.welt.de/debatte/kommentare/article6070695/Romantiker-sind-Realisten.html

“ … [Superti-Furga]: … Die Menschen schaffen sich im digitalen Zeitalter selbst ab, sagt Harari [Yuval Harari: Homo deus, 576 Seiten, C. H. Beck (2017)]. Ich stimme mit dieser deterministischen Weltsicht nicht überein. – [Karin Pollack]: Mit welchem Argument? – [Superti-Furga]: Menschen sind mehr als die Summe ihrer Gene. In diesem Punkt bin ich ein Romantiker. Es gibt eine Dimension des Menschseins, die wir rational nicht begreifen können. Schließlich lässt sich auch Bewusstsein wissenschaftlich nicht darstellen. Auch Intuition ist schwer erfassbar. Oder die Tatsache, dass große Fortschritte in der Geschichte der Naturwissenschaft oft aus unerwarteten Gedankensprüngen eines einzelnen Forschers entstanden sind. Computer können einstweilen immer nur Bekanntes imitieren, niemals etwas vollständig Neues, nie Dagewesenes selbst erschaffen. Sie sind Hilfsmittel. …“ | “ Aus: „Genomforscher Superti-Furga: „Wir sind mehr als die Summe der Gene““, Karin Pollack, CURE, 29.4.2018 | https://derstandard.at/2000077083308/Genomforscher-Superti-Furga-Wir-sind-mehr-als-die-Summe-der

lemonhorse / 2 Mai 2018 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo / 0 Comments

[Subjekt & Objekt #6… ]

“ … Interview mit Ingmar Bergman 1976 (kurz nach seiner Emigration aus Schweden, wo er wegen des Verdachtes der Steuerhinterziehung während einer Probe im Stockholmer „Dramaten“ von der Polizei abgeführt worden war, einen Nervenzusammenbruch erlitten und einen Selbstmordversuch unternommen hatte. Obwohl das Gerichtsverfahren aus Mangel an Beweisen niedergeschlagen wurde, verließ Bergman Schweden und wohnte eine Zeitlang in München, wo er den Film „Schlangenei“ drehte und am Residenztheater inszenierte.) …
BERGMAN: … Ich bin Regisseur, Sie sind Journalist. Warum sind Sie Journalist?
André Müller: Das kann ich jetzt nicht…
BERGMAN: Warum denn nicht?
André Müller: Ich habe zu diesem Beruf ein ziemlich gestörtes Verhältnis.
BERGMAN: Ja, warum denn?
André Müller: Weil das, was wir hier machen, doch sehr einseitig ist, und weil das immer so ist, weil es ein Fragen und Antworten ist und eigentlich kein Kontakt. …
BERGMAN: Also, Sie haben zu Ihrem Beruf ein ambivalentes Verhältnis?
André Müller: Ja, ich würde manchmal, anstatt zu fragen, lieber über mich et­was sagen.
BERGMAN: Ach so, ja, etwas Persönliches? Sie wollen kreativ sein? Dann sind wir ja nicht so weit weg voneinander. …“ | Quelle: http://elfriedejelinek.com/andremuller/interview%20mit%20ingmar%20bergman.html

Der Spiegel (26.10.1960): “ … Die wesentlichste Parallele [ ] zwischen Strindberg und Bergman ergibt sich aus dem Bestreben beider, eher subjektive Erfahrungen als objektive Gegebenheiten darzustellen. „Das Sich selbst-Ergründen ist vielleicht das dankbarste Studium, das es gibt“, schrieb Strindberg. Bergman formulierte: „Meine Lust ist es, Filme zu machen aus den Zuständen, Spannungen, Bildern, Rhythmen und Charakteren, die ich in mir trage und die in der einen oder anderen Weise für mich aktuell sind.“ … Wie bei Proust der Erzähler, so erinnern sich bei Bergman die verschiedenen Gestalten ihrer Vergangenheit, lassen sie wieder aufleben oder versuchen sie zu wiederholen. Viele seiner Filme, vor allem die neueren, sind ein Geflecht aus Fabel, anekdotischen Details und dialogischer Reflexion, oft unterbrechen Träume und Rückblenden den Ablauf des Geschehens. Fast alle Bergman-Filme kreisen um ein Thema, das ihrem Schöpfer eindeutig auch im Privatleben anlastet: das Leben zu zweit. … In „Die Erwartung der Frauen“ mag ein Mädchen nicht baden gehen, weil im Wasser zu viele dicke Fische sind: Als sie ihrem Freund sagt, was der Grund ihrer Scheu sei, bricht der in Gelächter aus. „Worüber lachst du?“ fragt sie. „Über Freuds Theorien“, antwortet er. …“ Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43067232.html | http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/43067232

Gabriele Meister (06.03.2015): “ … Wer von Fischen träumt, heißt es in Sigmund Freuds erstem Bestseller Die Traumdeutung aus dem Jahr 1899, der träumt in Wirklichkeit von Sex. Und wer von Schlangen, Schnecken, Stöcken, Schirmen, Bäumen, Messern, Hämmern, Wasserhähnen, Hängelampen, Bleistiften oder Flugmaschinen träumt, der träumt auch von Sex. Freuds Versuche, die verborgenen Fantasien der Menschen zu verstehen, indem er ihre Träume deutet, sind wegweisend für die Psychologie – und umstritten. …“ | https://www.zeit.de/campus/2015/02/sigmund-freud-psychoanalyse-leben

lemonhorse / 25 April 2018 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text / 0 Comments

[Bizarr und real #1… ]


Symbolbild [mlzt (25.04.2018): „Bitte jeder nur ein Kreuz …“ (Life of Brian)]

“ … München – In Bayern muss nach einem Beschluss des Landeskabinetts ab Juni in jeder Behörde ein Kreuz hängen. … “ | Aus: „In jeder Behörde in Bayern muss künftig ein Kreuz hängen“ (24. April 2018,), Quelle: https://derstandard.at/2000078556372/In-jeder-Behoerde-in-Bayern-muss-kuenftig-ein-Kreuz-haengen

“ … Gemeinden, Landkreisen und Bezirken werde empfohlen, entsprechend zu verfahren, heißt es in der Mitteilung. …“ Aus: „In Bayerns Behörden hängen künftig Kreuze“ ( 24.04.2018), Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/in-bayerns-behoerden-haengen-kuenftig-kreuze-15558076.html

ladygaya (25.04.2018): Bravo, so gehört es sich, Zeichen unseres Glaubens und [] unserer werte gehören überall präsentiert, das Kreuz steht heutzutage für Freiheit, Liebe, Güte, Toleranz gegenüber ordentlichen Menschen, Fleiß! Gott schütze Bayern!

The Big Boiler (25.04.2018): Und immer noch 5 Monate bis zu den Landtagswahlen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was für ein Schmarrn denen als nächstes einfällt.

WilWil (25.04.2018): Muss man sich bekreuzigen, wenn man die Behörde besucht?

abcddcba (25.04.2018): Das wäre nur konsequent.

124816 (25.04.2018): Hirschgeweihe wären g’scheiter gewesen.

macc (25.04.2018): Hätts nicht auch Knoblauch getan?

jaedong (25.04.2018): Der Zentralrat der Vampire ist empört!

Kommentare via

“ … Außerdem unterbreiteten User alternative Vorschläge, was andere Bundesländer in ihren Amtsstuben aufhängen könnten. Von Rostbratwürsten in Thüringen über Fischbrötchen in Hamburg …“ via

Nachtrag: Patrick Guyton (26.04.2018): “ … In Passau jedenfalls beantragt der Grünen-Kreisrat Toni Schuberl, nicht das Kreuz in den Landkreis-Gebäuden anzubringen, sondern den Schriftzug „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. …“ via |

lemonhorse / 25 April 2018 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung / 0 Comments

[Modekunde (80iger) #1… ]

via

Karin Cerny (17. April 2018): “ … Die 1980er haben uns zu dem gemacht, was wir sind, im guten wie im schlechten Sinn. …“ | https://derstandard.at/2000077681639/Miami-Vice-Schulterpolster-Hommage-an-die-1980er

donaldsneffe, (17.04.2018): „Vielleicht tauchen die weißen Socken auch wieder auf… haben echt „cool“ ausgeschaut in der Disco beim Discolicht zwischen Adidas Turnschuhen und Hochwasserhose. Naja…“

Zweiseitentier, (17.04.2018): „Ich habe heute eine Frau gesehen die angezogen war wie Rick Astley.“

§83SPG, (17.04.2018): „Dass die 80er eine ironische Zeit gewesen wären, ist absurd. Nein, das war alles genau so gemeint und wurde auch nicht belächelt. Was, um alles in der Welt, soll an Dynasty oder „Miami Vice“ ironisch (gewesen) sein? Das war alles ernst gemeint und wurde so konsumiert, auch wenn man sich heute ob der Naivität und Übertreibungen nur wundern kann. … Die 80er waren Hochglanz und Oberfläche. Fortschritt- und Erfolgsgläubigkeit. Überdrehte Kokser am Steuer. Ironie kam danach. …“

Ago1970, (17.04.2018): „Auf Fotos der 80er – Jogging high II mit neongelben Schuhbändern und weißen Tennissocken. Dazu eine Jogging – Jeans, möglichst „eierzwickend“ anliegend. Den Schlüsselbund an einer Kunsstoff – Spiralfeder im Neonlook. Die Hose, die sie dir bestenfalls vom Bein abflämmen aber niemals ausziehen konnten trotzdem mit einem Ledergürtel hochgehalten. Wichtig war nur, dass die Gürtelschnalle mindestens aus 20 Kg Metall bestand und den Schriftzug eines Anbieters von alkoholischen Getränken enthalten hat. Dazu ein Netz – T-Shirt, darüber eine Jeansjacke mit Schulterpolstern. Als Sahnehäubchen noch eine verspiegelte Pilotenbrille und Fokuhila. Dann warst du bei den Hasen aber ganz weit vorne. Auch wenns lustig war, bin froh, dass sich mein Modegeschmack geändert hat.“

Clint, (17.04.2018): „äh sorry, hat man den Look nicht „Vollprolo“ genannt ?:)“

Marcelus, (17.04.2018): „Er sprach ja auch von „Hasen“ – oder? :-)“

Ausgeflippter Lodenfreak, (17.04.2018): „Obwohl Magnum eindeutig 80er ist, ist das Styling von Tom Selleck eigentlich 70er Burt Reynolds. … In den 1980ern glaubte man aber noch an die Rocky-Aufstiegsstory, Yuppie-Erfolg und Miami Vice. Wer sich heute eine Miami Vice-Folge mit dem immer wütenden und ethisch entrüsteten und enttäuschten Sunny Crocket anschaut, merkt sofort, dass das ernst gemeint ist. … Dass die 80er von der Mode her so extrem schlimm waren, ist eigentlich auch mehr Klischee als dass sie sich darin so sehr von anderen Jahrzehnten unterschieden. Z.B. die Modeverrücktheiten der 70er wird wohl niemand leugnen und die extrem weite vom Hip Hop inspirierte Mode und die Rave-Mode der 90er waren auch kein Gipfel des Geschmackes, genauso wie Grunge-Mode und Heroin-Schick. Sogar die Haarmode war in anderen Jahrzehnten ähnlich schlimm, man braucht sich nur die Helmfrisuren der 60er anschauen. Besonders war nur der extreme Schnitt und komplette Wandel Anfang der 90er, während z.B. die 70er fließend in die 80er übergingen.“

different class (04/2018): „Es gibt ja in dieser diskussion kein richtig oder falsch, aber ich widerspreche vehement: schulterpolster, stonewashed , bundfalten, zweireiher, weiße socken, lederslipper, neonfarben, föhnwelle, fokuhila, rattenschwanz, selbst der pornoschnauzer aus den 70ern hat sich ins nächste jahrzehnt hinübergerettet. dagegen sind kressefrisur, glockenhosen und plateauschuhe kindergeburtstag … und die raver der 90er waren nicht mainstreamschick wie miami vice “

Edelpfuscher, (17.04.2018): „Schulterpolster Zweireiher kommen gleich nach Netz-T-Shirts in Pastellfarben und dazu weisse Tennissocken. Mir wird heute noch schlecht. … Stonewashed Jeans …“

Meryl, (17.04.2018): „Im Karottenschnitt“

der böse joko, (17.04.2018): „Wieso wird bei „Schulterpolstern“ ausgerechnet auf Miami Vice referenziert? Bei einem Männeranzug sind die Schultern immer vorgeformt. Sonny (und zT Rico) prägten den Look Pastell-T-Shirt mit Anzug.“

Kleiner Mann was nun?, (17.04.2018): „Leggins für die Dame mit legwarmers, Stirnband und Body. Auch in allen Regenbogenfarben. Das Handtuch lässig über den Nacken gelegt, geschminkt wie ein Hutschpferd, die Fitnessgeräte nur „angschaut“, lungernd an der Saftbar, beratend, wie die Runde heute ausschauen wird …“

lemonhorse / 19 April 2018 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Visual.Notes / 0 Comments

[Symbolische Formen (Ernst Cassirer) #1 … ]


Bild via (Symboliska former, filosofisk antropologi)

“ … Ernst Alfred Cassirer (* 28. Juli 1874 in Breslau; † 13. April 1945 in New York) … forschte und lehrte zunächst in Berlin, ab 1919 als Philosophieprofessor an der Universität Hamburg. 1933 wurde ihm als Juden dort der Lehrstuhl entzogen. … Kunst ist für Cassirer Arbeit an der Form. Ob sie der Forderung der Natur-Nachahmung folgt, oder die Innerlichkeit zum Ausdruck bringt, stets vollzieht sie sich in einem Medium. Dieses Medium, in welchem sich die Formgebung vollzieht, ist untrennbar mit der Kunst verbunden … Indem die Kunst dem Menschen die Möglichkeit bietet, seine Gefühle im Werk der Kunst herauszustellen und zu fixieren, hilft sie die Emotionen zu objektivieren. … Dabei bedeutet die ästhetische Freiheit nicht stoische Apathia und Abwesenheit von Gefühlen und Leidenschaften, sondern lediglich, dass das Zwang- und Affekthafte der Gefühle überwunden wird. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Cassirer (8. März 2018)

Harry Pross (31. Mai 1985): “ […] Der deutsche Philosoph Ernst Cassirer war siebzig Jahre alt, als er am 13. April 1945 in Princeton NJ tot umfiel. Ein paar Jährchen jünger als das „Deutsche Reich“, hat er dessen Ende doch nur um ein paar Tage verfehlt. … Ernst Cassirer hat in den letzten Lebensjahren versucht, den von ihm entwickelten Begriff der symbolischen Form allgemein verständlich zu machen. In Göteborg erschienen 1942 fünf Studien „Zur Logik der Kulturwissenschaften“, in New Haven und London 1944 „An Essay on Man“ als Einführung zu einer Philosophie der Kultur. Cassirer versteht den Menschen als „animal symbolicum“, das Lebewesen, das Symbole hat. … Für Cassirer lautet die Essenz: „Unsere Wissenschaft, unsere Dichtung, unsere Kunst und unsere Religion sind nur die obere Decke einer viel älteren Schicht, die in große Tiefe hinabreicht. Wir müssen immer auf heftige Erschütterungen vorbereitet sein, die unsere kulturelle Welt und unsere soziale Ordnung bis in ihre Grundfesten erschüttern können.“ Dies um so eher, als der Mythos machbar ist und seiner Beschaffenheit nach für rationale Argumente undurchdringlich. Die Politik hat keinen festen Boden. Der Rückfall ins Magische droht jederzeit. Die selben Leute, die 1930 den Nationalsozialismus für ein lächerliches Phantasiegebilde hielten, konnten ein paar Jährchen später nicht mehr aus dem Haus gehen, ohne ein politisches Ritual zu zelebrieren und den Hitlergruß zu entbieten. „Und genau wie in primitiven Gesellschaften bedeutete die Vernachlässigung eines vorgeschriebenen Rituals Unglück und Tod. … Cassirers „Mythos des Staates“ vierzig Jahre nach seiner Niederschrift wiedergelesen, assoziiert vieles, was inzwischen durch Anthropologen, Psychologen, Ethnologen und gemischte Ansätze Allgemeingut geworden ist, oder wenigstens sein könnte. Andererseits sehen wir tagtäglich, daß der „moderne“ oder gar „postmodern“ genannte Mensch den Glauben an die soziale Magie nicht aufgegeben hat. In Krisenzeiten überläßt er sich dem Mythos, ob der nun gewachsen ist oder durch Propagandisten verkauft wird. … “ | http://www.zeit.de/1985/23/die-brutalitaet-symbolischer-formen/komplettansicht

lemonhorse / 5 April 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur intrinsischen Logik des Kapitalismus #3 … ]

… Olaf Scholz holt Jörg Kukies, Co-Chef von Goldman Sachs in Deutschland, in sein Ressort. Er wird als Staatssekretär für die Finanzmarkt- und Europapolitik zuständig sein. …“ | Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-03/joerg-kukies-ko-chef-goldman-sachs-staatssekretaer-bundesfinanzministerium

Der unheimliche Mönch #36 “ … Sehr gut. Dann kann er ja seinen reichen Erfahrungsschatz aus der privaten Finanzwirtschaft nun in die Pflege des Gemeinwohls einbringen. …“

Prosaiker #36.1 “ … Der war gut …“

“ … Many Americans can’t remember anything other than an economy with skyrocketing inequality, in which living standards for most Americans are stagnating and the rich are pulling away. It feels inevitable. But it’s not. A well-known team of inequality researchers — Thomas Piketty, Emmanuel Saez and Gabriel Zucman — has been getting some attention recently for a chart it produced. It shows the change in income between 1980 and 2014 for every point on the distribution, and it neatly summarizes the recent soaring of inequality. … Most Americans would look at these charts and conclude that inequality is out of control. The president, on the other hand, seems to think that inequality isn’t big enough. …“ – From: „Our Broken Economy, in One Simple Chart“ By DAVID LEONHARDT (AUG. 7, 2017) —> https://www.nytimes.com/interactive/2017/08/07/opinion/leonhardt-income-inequality.html

lemonhorse / 19 März 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 2 Comments

[Zur Begegnungen mit Phantomen #3… ]

“ … Die Akte Fritz Lang (File No. 100-157899), die den Zeitraum zwischen 1938 und 1973 umfasst, enthält, so das Urteil von Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen, „für die Biographie kaum aufschlussreiche Informationen, dafür aber Unterstellungen und Absurditäten aus persönlichen und beruflichen Lebensbereichen.“ …“ | Aus: „Fritz Lang – »Ich bin ein Augenmensch«“, Biographie von Norbert Grob (2014), S268-269 (Hollywood 1936-1956) // [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Lang]

lemonhorse / 9 März 2018 / Überwachungssysteme, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

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