Kategorie: Kunst.Encoder

[Bewusste und unbewusste Prozesse #2 …]

// https://it.wikipedia.org/wiki/La_grande_illusione_(film)

“ … § 11. Das Unbewußte. Giebt es unbewußte psychische Wirklichkeit? Die Frage ist wichtig, denn die ganze Methode d[er] Ps[ychologie] wird davon beeinflußt. Giebt es unb[e]w[ußte] ps[ychische] V[orstellungen], so kann das Bewußtsein nicht ausreichen, die Erkenntniß des psychischen zu vollenden. Der Begriff des Bewußtseins ist jungen Datums. Also auch der des Unbewußten. Schon bei Locke kam die Frage, ob man unbewußte Ideen haben könne [!]. Er hat sie geleug[ne]t. … Ulrici hat darauf hingewiesen, daß man durch eine Straße gehen kann in Unterhaltung begriffen und daß einem Stunden [!] später einfällt, daß man etwas gesehen hat. …“ | Horst Gundlach (Autor): WILHELM WINDELBAND – Das Fach Philosophie und die Wissenschaft Psychologie im Deutschen Kaiserreich (2017) [Horst Gundlach studierte Psychologie und Philosophie. Während seiner Universitätslaufbahn, die ihn nach Heidelberg, Passau und Würzburg führte, befasste er sich mit der Geschichte der Psychologie als Teil der Wissenschaftsgeschichte. …] | https://library.oapen.org/bitstream/id/a542175b-2913-4466-ba95-af333fcfc1fe/203-68-78810-2-10-20170904.pdf // https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Windelband

“ … Es geht um das Ganze des Denkens, das sich allerdings auf doppelte Weise als fragmentarische Totalität darstellt. … Die Kraft (»forza«) des Genies sei die Kraft der Natur (1855, Zib. 1854f.), aber nicht im Sinne des romantischen Naturgenies, sondern insofern »natura« und »illusione« gleichsetzt werden. Die Natur wehrt sich gegen die mortifizierende Wahrheit des wissenschaftlichen, aufklärerischen Bewusstseins mit Illusionen,um die Subjekte zu schützen. … Jeder bewusste Zeitpunkt ist Teil einer Sukzession [Nachfolge], der durch einen je späteren gegenwärtig wird. Was wir als (lustvolle etc.) Gegenwart empfinden, ist bereits eine transzendentale Erinnerung. …“ | Aus: Milan Herold „Der lyrische Augenblick als Paradigma des modernen Bewusstseins – Kant, Schlegel, Leopardi, Baudelaire, Rilke“ – Gründungsmythen Europas in Literatur, Musik und Kunst – Band 10 (Variationen des Scheiterns – Herausgegeben von Uwe Baumann,Michael Bernsen und Paul Geyer (2017) – [Kap. Leopardi: Übergang zur Modernen Dichtung] | Quelle: https://www.romanistik.uni-bonn.de/bonner-romanistik/personal/herold/Milan%20Herold_Der%20lyrische%20Augenblick%20als%20Paradigma%20des%20modernen%20Bewusstseins%202017.pdf

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #58… ]

Argentinian artist Marta Minujín, 74, has created a monumental replica of the Greek Parthenon from 100,000 copies of banned books. … via „Artist Uses 100,000 Banned Books To Build A Full-Size Parthenon At Historic Nazi Book Burning Site“ (Rokas Laurinavičius, 2017) | https://www.boredpanda.com/parthenon-books-marta-minujin-germany/ | https://www.documenta14.de/en/news/21124/marta-minujin-s-the-parthenon-of-books-is-taking-shape-in-kassel | https://de.wikipedia.org/wiki/Marta_Minuj%C3%ADn

[Der Blick in die Kamera #37… ]

Leonardo Sciascias | via

// Leonardo Sciascia (1921 in Racalmuto; † 1989 in Palermo)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Leonardo_Sciascia

// Der Tag der Eule (Roman, 1961)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Tag_der_Eule_(Roman)


„100. Geburtstag von Leonardo SciasciaDas literarische Gewissen Siziliens“ Maike Albath (08.01.2021)
Mitunter klagte der sizilianische Autor Leonardo Sciascia über die „schmerzhafte Sizilianität“ seiner Heimat. Mit „Der Tag der Eule“ analysierte er die Mafia literarisch und ging später nach Palermo und Rom in die Politik. Am 8. Januar 2021 wäre Sciascia 100 Jahre alt geworden.
https://www.deutschlandfunk.de/100-geburtstag-von-leonardo-sciascia-das-literarische.871.de.html

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #56… ]

“ … Wie soll man auf eine solche Welt blicken, die zugleich wahrhaftig und verfälscht, unschuldig und hintertrieben, notgedrungen rückwärtsgewandt und gefühlsmäßig verdreht ist? Wie soll man sie erzählen? …“ – Lettre International 131 (Winter 2020)

(05.01.2021): “ … Der ehemalige Gouverneur von Kalifornien veröffentlichte einen Gastkommentar im „Economist“ – und erinnert sich an seine Kindheit. … „Ich wuchs in den Ruinen eines Landes auf, das die Demokratie aufgegeben hatte und die Konsequenzen tragen musste“, schreibt er über seine Heimat Österreich. „Ich war umgeben von gebrochenen Männern, die ihre Schuld, am schrecklichsten Regime der Welt mitgewirkt zu haben, wegtranken.“ …“ | https://kurier.at/politik/ausland/schwarzenegger-rechnet-mit-trump-ab-und-mahnt-republikaner/401147928

Lettre International 131 (Winter 2020): “ … Die Ergebnisse der amerikanischen Präsidentschaftswahl analysiert Sergio Benvenuto. … Eine extreme Polarisierung der Wählerschaft hat sich verfestigt. … Die linke Idee der Gleichheit scheint an Attraktivität einzubüßen. … Von zunehmender Bedeutung für […] [marginale] Massen ist etwas anderes, eine Art „identitärer Narzißmus“. Das ist der Stolz auf die Nation oder die Region, wie im Fall der separatistischen katalanischen und baskischen Parteien, von Schottland und früher von Umberto Bossis Lega Nord. Die Betonung der originären Herkunftskultur – Salvinis Spiel mit dem Rosenkranz, Trumps Übereinstimmung mit dem amerikanischen Bible Belt, der chauvinistische Kult der Kokarde von Marine Le Pen, der Kult des Union Jack, das „God Save the Queen“ der Engländer ist omnipräsent. Ein gewaltiger backlash hin zu einer von der globalisierten Gesellschaft zutiefst bedrohten Heim-und-Herd-Ideologie findet statt. Dieser backlash hat keine tiefreichenden ökonomischen Gründe, vielmehr kulturelle und psychologische … [Die polnische Rechte und ihre Machtstrategien analysiert die Kunstphilosophin Maria Anna Potocka. Die polnische Rechte hat sich eine Mixtur aus Katholizismus, Polentum, Geschichte, Familie und Leben als Waffen in ihrem Kampf gegen die Modernisierung der Gesellschaft gewählt. Die katholische Religion wird zur Nationalreligion verklärt, Christus zum König von Polen erhoben:, Geschichtsbildhauer nähren das kollektive Gefühl des nationalen Auserwähltseins, die Geschichte wird umgeschrieben. Weder Abtreibung noch Pille soll es geben, Frauen keine Karriere mehr anstreben, vielmehr zu Hause bleiben, kochen, Kinder gebären, das Volk vermehren. Die große Chance der Rechten im Kampf gegen die modernen Frauen ist die Kirche, den gottgefälligen Worten eines Priesters vertrauen Frauen oft noch demutsvoll. Die Kirche bietet ihre Kanzel der Rechten als das polnische Hypermedium mit der größten Reichweite an. Eine brillante Analyse politischer Manipulation.] … Die italienische Schriftstellerin Dacia Maraini schildert ihre Reise zum Turkana-See in Kenia mit Alberto Moravia zum kleinen Stamm der Elmolo, der seit unvordenklichen Zeiten an seinen Ufern lebt, mit gerade noch einhundertvierzig Mitgliedern. Sie wird zur Zeugin von Opferriten, Beschneidungspraktiken und einer Nashornjagd und wird von Skrupeln hinsichtlich ihrer voyeuristischen Position geplagt. Ist es hilfreich, unser Heute zu begreifen, indem wir Völker aufsuchen, die fast noch leben wie vor tausend Jahren? Ist es angebracht, unsere Augen und Kameras auf ein Volk zu richten, das nur noch ein Schauspiel aufzuführen scheint und sich dabei trotzig an eine Identität klammert, die schon in die Brüche gegangen ist? Wie soll man auf eine solche Welt blicken, die zugleich wahrhaftig und verfälscht, unschuldig und hintertrieben, notgedrungen rückwärtsgewandt und gefühlsmäßig verdreht ist? Wie soll man sie erzählen? Wie soll man bei diesen archaischen Gesichtern verweilen, ohne der Selbstgerechtigkeit desjenigen zu verfallen, der aus einer Welt kommt, die sich für fortschrittlich hält und die Arroganz besitzt, zu urteilen? Pasolini würde sagen: „Der unschuldige Blick ist tot.“ …“ | https://www.lifepr.de/inaktiv/lettre-international-verlags-gmbh/Lettre-International-131-Winter-2020-Neue-Ausgabe/boxid/827581

Ernst Cassirer (1874–1945)

Raji Steineck (05.01.2021): [ … Das Stammesdenken nimmt zu, die Menschen ziehen sich zurück in Gesinnungsgemeinschaften. Hat die Kultur versagt? Nein, aber das Bewusstsein darum, dass sie der Kritik ausgesetzt werden muss. Die Philosophie des vor 75 Jahren verstorbenen Ernst Cassirer hilft, das Phänomen neu in den Blick zu nehmen. …] “ … Die Vorstellung von einer einzelnen Kultur, die uns qua Herkunft bestimmt und verpflichtet, ist […] abstrakt wie die Vorstellung einer allgemeinen Menschheit. In Wirklichkeit müssen wir immer wieder mit uns wie mit anderen aushandeln, welche kulturellen Verpflichtungen eigentlich zu Recht bestehen und wie sie in einer bestimmten Situation gewichtet werden sollen. … [Cassirer] engagierte er sich konsequent für eine liberale gesellschaftliche Ordnung. Gegen den vorherrschenden reinen Rechtspositivismus argumentierte er auch für die grundsätzliche Bindung des Rechts an die Ideen von Freiheit und Menschenwürde.
Im Jahr 1933 konstatierte er angesichts des Ausspruchs «Der Führer spricht das Recht», wenn am nächsten Tag nicht die Juristen im Reich geschlossen protestierten, sei Deutschland verloren. Sie taten es nicht, und Cassirer ging ins Exil, anstatt, wie viele andere, zu hoffen, der Spuk werde schon vorübergehen. Seine Hellsichtigkeit wie Liberalität waren dabei nicht nur persönliche Charakterzüge, sondern tief verankert in seiner Theorie: Denn die ‚Philosophie der symbolischen Formen‘ als Kritik der Kultur verlangt ganz grundsätzlich, die erhobenen Ansprüche an dem zu messen, worauf eine symbolische Form ihr Recht auf Geltung gründet. Das hat Folgen für das, was in ihr behauptet werden darf, wie für den Grad der Verbindlichkeit, die sie geltend machen kann. …“ | Aus: „Wir sind alle gleich. Und alle anders: Der Begriff Kultur sollte die Menschen einen, stattdessen dient er nur noch dazu, die Grenzen zwischen «uns» und den «anderen» zu ziehen“ | https://www.nzz.ch/feuilleton/ernst-cassirers-kulturkritik-alle-sind-gleich-und-alle-anders-ld.1593327

Werner Katzmair (05.01.2021): “ … Ein Kampf mit dem Florett gegen die Keule…! …“

[Mosaikstein (référence) #1… ]

Steffen Kolberg (07.11.2019): “ … Ein »Desaster« sei das Album gewesen, so Sänger und Bassist Roger Waters, als er Jahre später in einem Interview darauf angesprochen wurde. Auch Gitarrist David Gilmour und Drummer Nick Mason äußerten sich später wenig wohlwollend über »Ummagumma«. …“

Markus Peltner (7.3.2012): “ … „Grantchester Meadows” heißt der erste Beitrag von Roger Waters. Mit Vogelgezwitscher beginnt das Stück und erinnert ein wenig an eine Folk-Nummer. Ein schöner und entspannter Titel entwickelt sich hier, der nur durch Gesang, mittels einer akustischen Gitarre und durch das bereits erwähnte Vogelgezwitscher instrumentiert ist. Legendär das Ende des Songs. Da hört man dann eine Fliege Brummen, jemand kommt die Treppe heruntergerannt und macht der Fliege lautstark den Garaus. Der zweite Beitrag Roger Waters’ heißt „Several Species Of Small Fury Animals Gathered Together In A Cave And Grooving With A Pict”. Und genauso abgefahren wie der Titel, so ist auch die Musik in diesen fünf Minuten ihrer Dauer. Alles ist rhythmisch, alles huscht irgendwie herum und man kann diese kleinen, zornigen Viecher fast schon auf dem Boden herumwuseln sehen. Das Stück besteht nur aus bearbeiteten Stimmen, auf Instrumente wurde völlig verzichtet, lässt man mal das rhythmische Fingerklappern zu Beginn der Nummer außen vor. Wahrlich eines der seltsamsten Stücke der Musikgeschichte. …“

Lars Junker (ahoimag.de, 31.05.2016): “ … Ummagumma ist das vierte Album der Band Pink Floyd und wurde 1969 erstmalig veröffentlicht. Es handelt sich dabei um die erste Doppel-LP der Band, die aufgrund ihrer inhaltlichen Struktur auch eine gewisse Sonderstellung im Vergleich zu den restlichen Veröffentlichungen einnimmt. … Ummagumma ist kein Gesamtwerk im Sinne eines kontinuierlichen Albums, vielmehr finden sich auf der Platte die Essenzen der einzelnen Musiker wieder. … „

J. Scholz (13. Mai 2018): “ … Heute gefallen mir die avantgardistischen Sachen besser. Diesbezüglich ist Ummagumma das Nonplusultra …“

[Im Spiegel #16… ]

Le dernier métro (François Truffaut,1980) [‚… The film is set during the time of the French occupation. It demonstrates passive resistance through culture in the story of a small Parisian theatre surviving censorship, anti semitism and material shortages to emerge triumphant at the war’s end. …‘ | http://www.cinemamuseum.org.uk/2016/french-sundaes-le-dernier-metro-1980/] | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_letzte_Metro

// Le dernier métro (1980)
Timeline of Historical Film Colors
(21 Images) Color system
https://filmcolors.org/galleries/le-dernier-metro-1980/

[The Green Fog (2017) … ]

The Green Fog is an experimental film (63 min) directed by Guy Maddin, Evan Johnson, and Galen Johnson that loosely revisits the plot of Alfred Hitchcock’s movie Vertigo through a collage of found footage repurposed from old movies and television shows set in San Francisco. … | https://en.wikipedia.org/wiki/The_Green_Fog | https://vimeo.com/356966508


Movie Review – The Green Fog – Guy Maddin delivers an experimental feature that’s pure entertainment Clips from movies shot in San Francisco are edited into a reimagining of Alfred Hitchcock’s Vertigo. By J.R. Jones (2018)
https://www.chicagoreader.com/chicago/the-green-fog-guy-maddin-san-francisco/Content?oid=46443330

[Zappa #6… ]

Frank Zappa – Hot Guitars Out Of The Box
[br1tag, 25.09.2020]:This is a selection / extrapolation of the guitar parts from The Hot Rats Sessions box.Frank Zappa, Jan Underwood, Don “Sugarcane”Harris, Jean Luc Ponty, Max Bennett, Jon Guerin, Ralph Humphrey, Ron Selico, Shuggie Otis (TTG Studios, Hollywood 1969)
–> https://youtu.be/KCC9Qh8zutU | https://de.wikipedia.org/wiki/Hot_Rats

denverberry vor 1 Woche „Sexy as heck!“ …

[Zum Wahn der Liebe #93 … ]

Sidonie Nádherná z Borutína 1885–1950 (1910)

Alexandra Pontzen (03.03.2006): “ … Sidonies Leben und Persönlichkeit sind widerspruchsvoll. Ihr Bemühen, den Forderungen ihres Standes zu entsprechen, kollidiert mit ihrem Streben nach Unabhängigkeit. …“ | Aus: „Retuschen am Bild der Geliebten“ | Quelle: https://literaturkritik.de/id/9202

DER SPIEGEL 14/1974: “ … „Ich wünschte, K. K. würde mich weniger lieben“, schrieb sie in ihr (meist englisch geführtes) Tagebuch. „Ich kann ihn immer weniger ausstehen.“ Und sie brach auf zu neuen Reisen, in neue Affären und „Erfahrungen“. … Als Karl Kraus 1936 starb, begann für die alternde Adelige „die trostlose Stille“. Die SS jagte sie im Zweiten Weltkrieg von ihrem Schloß. 1949, nach dem kommunistischen Staatsstreich in der Tschechoslowakei, ging sie mit leichtem Gepäck über die Grenze. Sie starb ein Jahr später in England. In ihrem Kommentar zu den Kraus-Briefen, die sie schon zu Lebzeiten des „Fackel“-Literaten kopiert hatte, schluchzt noch einmal die Jugendstil-Seele des alten Wien: „Warum aber gab es Zeiten, in denen die Tragik es wollte, daß er erfahren mußte, wofür er das Weib heiligte: willenlose Sclavin ihrer räthselhaften Natur, die hemmungslos hinwegschreitet über das edelste Herz, treu- und reulos?“ Karl Kraus, der große Hasser und Liebhaber, der die Macht des Beischlafs und des Beistrichs pries, hat es wohl geahnt: „Ich glaube nicht“, so schrieb er einst seiner Sidi, „daß es je einen Menschen gegeben hat, der so heiß um seine Illusion gerungen hat.“ Aber er drückte beide Augen zu … getreu dem Krausschen Motto: „Ich mische mich nicht in meine Privatangelegenheiten.“ …“ | Quelle: https://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/41784322 (01.04.1974)

[Zu den Spielregeln der Zensur #3… ]

“ … Das Todeshaus am Fluß (House by the River) ist ein US-amerikanischer Film noir des deutsch-österreichischen Regisseurs Fritz Lang aus dem Jahr 1950. … Ursprüngliche wollte Lang die Figur des ermordeten Dienstmädchens zu einer Afroamerikanerin machen, was ihm aber das Zensurbüro des Hays Codes untersagte, da nach diesem erotische Begierde zwischen Schwarzen und Weißen nicht gezeigt werden durfte. … House by the River hatte am 23. März 1950 seine Premiere in Los Angeles, landesweit kam der Film zwei Tage später in die amerikanischen Kinos. In Deutschland feierte Das Todeshaus am Fluß erst mit einer Fernsehausstrahlung am 29. August 1986 seine Premiere. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Todeshaus_am_Flu%C3%9F

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #55… ]

Die Kraniche ziehen (1957) | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Kraniche_ziehen

Herbert Spaich (6.Mai 2012): “ …Mit dem Tod Josef Stalins am 5. März 1953 begann eine neue Ära in der Sowjetunion, die als „Tauwetter-Periode“ in die Geschichte eingegangen ist. … Bei den Filmfestspielen von Cannes 1958 wurde die sowjetische Produktion „Die Kraniche ziehen“ als Sensation gefeiert …“ | https://filmspaicher.de/sowjetische-tauwetter-filme // https://de.wikipedia.org/wiki/Tauwetter-Periode

“ … Die Tauwetterperiodehat [hat] eine riesige Welle von Filmen hervorgebracht, vor allem im Vergleich zu der stalinistischen Periode, die als „Malokartinje“ bezeichnet wird. Doch das Phänomen der Tauwetterkriegsfilmästhetik wird in der Kultur-und Filmwissenschaftin der Regel nur anhand einiger Meisterwerke wie Letjat žuravli (1957), Ballada o soldate (1959), Sud’ba čeloveka (1959) und Ivanovo detstvo (1962) verallgemeinert. Die Analyse der Ästhetik des Tauwetterfilms wird nur auf diese weltberühmten Meisterwerke reduziert. … die sowjetische posttraumatische Gesellschaft der 1960er Jahre [verfügt] nicht nur über melancholische, sondern auch über schizophrene Merkmale. Das passiert dann, wenn im Bewusstsein der Subjekte derselben Gesellschaft, in der jedes Subjekt mehr oder weniger ein Trauma erfuhr, zwei sich gegenseitig ausschließende Versionen der Vergangenheit existieren, die sich in einem passiven Konflikt gegenüberstehen. Auf der einen Seite ist da die verdrängte, intime, traumatisierende, kritische, unausgesprochene, eine persönliche Kränkung enthaltende Geschichtsversion; auf der anderen Seite die offizielle, zur Schau gestellte, ideologisch akzeptierte und „genehmigte“, manchmal auch eher neutrale Version der Vergangenheit, … . Es war aber insbesondere die zweite Version des Gedächtnisses, die die Erinnerungkultur für die nachfolgenden Generationen Russlands wesentlich prägte. Etkind bezeichnete diese gleichzeitige Existenz mehrerer Dimensionen sich gegenseitig ausschließender und zuweilen unlogischer Erinnerungen über dieselbe Ereignisse mit einer gewissen Ironie als „Multihistorismus“ in Analogie zum westlichen Multikulturalismus. … Solženicyn und viele andere Forscher, die einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der sowjetischen Erinnerungskultur geleistet haben, unterstrichen, dass die Opfer des Kommunismus oftmals nicht verstanden haben, warum das System plötzlich damit anfing, in ihnen Feinde und Verräter zu sehen, und bis zuletzt auf einen guten Ausgang des schicksalhaften und absurden, wie sie meinten, Missverständnisses hofften. Die unbewusste, verdrängte Angst vor dem sowjetischen Totalitarismus, die in der Filmkunst durch unheimliche Parallelen zum deutschen Nationalsozialismus reflektiert wird, ist das Hauptleitmotiv, mit dem die Regisseure-Šestidesjatniki [(Die ‚Sechziger‘ waren Vertreter einer neuen Generation der sowjetischen Intelligenz, von denen die meisten zwischen 1925 und 1945 geboren wurden und in den späten 1950er und 1960er Jahren – nach dem Chruschtschow-Tauwetter – in die Kultur und Politik der UdSSR eintraten.)] bewusst oder unbewusst in der Kriegsfilmästhetik der Tauwetterzeit gearbeitet haben. … Schmerzhaft nicht nur wegen des Schweregrades des Traumas selbst, sondern auch wegen der bekannten tragischen Folgen für die Kunstschaffenden und die Intelligenzija [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenzija], falls sie eine oder andere heikle Frage in der öffentlichen Diskussion ausgebreitet haben sollten. Mit anderen Worten, die Diskussion über das Trauma führte zur Wiederholung des Traumas im wortwörtlichen, physischen Sinne. … Die Analyse der Kriegsfilme aus der Tauwetterperiode hat gezeigt, dass die Unterwanderung der symbolischen Ordnung und der Ideologie in der Filmkunst für einen symptomatischen Ausdruck des sowjetischen Kriegstraumas steht. Die von den Regisseuren verwendeten Verfahren, vor allem die Verfremdungsverfahren dienen dabei der Visualisierung der traumatischen Symptome der sowjetischen Gesellschaft der 60er Jahren. Dem Rezipienten beziehungsweise dem Zuschauer des Films wird die Rolle zugeschrieben, die dargestellten Symptome zu erkennen und sie zu interpretieren…. “ | Aus: „Die Rolle des Imaginären in sowjetischen Kriegsfilmen: Zur Unterwanderung von symbolischer Ordnung und Ideologie in der Filmkunst nach dem Stalinismus“ Inauguraldissertationzur Erlangung des Doktorgrades der Philosophiean der Ludwig‐Maximilians‐Universität München vorgelegt von Evgenia Bezborodova aus Chemnitz (2018) | https://edoc.ub.uni-muenchen.de/22382/1/Bezborodova_Evgenia.pdf

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