[Symbolische Formen (Ernst Cassirer) #3 … ]

Bibliothek Warburg

Frank Hartmann (Datum ?): “ … Aby M. Warburg [https://de.wikipedia.org/wiki/Aby_Warburg] hatte [eine] kulturwissenschaftliche Bibliothek angelegt, um das Nachleben der Antike, die Formen von Überlieferung in der abendländischen Kultur- und Geistesgeschichte zu studieren.
Diese kunst- und kulturhistorische Sammlung umfasste auch ein Fotoarchiv mit hundertausenden von Zeugnissen von der klassischen Antike bis ins neunzehnte Jahrhundert, auch nichteuropäischer Kulturen. Warburgs Projekt einer Ikonologie oder Bildwissenschaft bedeutete eine der ersten signifikanten Erweiterungen der empirischen kulturwissenschaftlichen Basis. Diese Mischung von kunst- und formgeschichtlicher Forschung beeindruckte den Philosophen Cassirer nachhaltig. … Der Mensch, so Cassirer, ist immer in einer besonderen Welt, er lebt in seine bestimmenden Symbolwelten. … Den Menschen als Symbolwesen aufzufassen heisst, die innere Logik der Erfahrung nicht allein in vernunftkritischen Kategorien zu analysieren, sondern die „Logiken“ des mythischen, sprachlichen und alltagskulturellen Verstehens einzubeziehen. Der Mensch ist also nicht allein durch Vernunft und durch Sprache ausgezeichnet, sondern er verschafft sich seine Identität durch den allgemeinen Gebrauch von Symbolen: „Der Mensch kann der Wirklichkeit nicht mehr unmittelbar gegenübertreten; er kann sie nicht mehr als direktes Gegenüber betrachten. Die physische Realität scheint in dem Maße zurückzutreten, wie die Symboltätigkeit des Menschen an Raum gewinnt. Statt mit den Dingen hat es der Mensch nun gleichsam ständig mit sich selbst zu tun. So sehr hat er sich mit sprachlichen Formen, künstlerischen Bildern, mythischen Symbolen oder religiösen Riten umgeben, dass er nichts sehen oder erkennen kann, ohne dass sich dieses artifizielle Medium zwischen ihn und die Wirklichkeit schöbe.“ (Versuch über den Menschen, 1944) …“ | https://homepage.univie.ac.at/Frank.Hartmann/Vorlesung/ss02.htm

“ … Erst wenn es dem Individuum gelingt, den ‚Mechanismus‘ der Reiz-Reaktions-Sequenzen aufzubrechen und die unmittelbare Reaktion zu verzögern, entsteht die „Fähigkeit“, die eigenen „Reize anderen Personen oder sich selbst aufzuzeigen“ und das ‚mechanische‘ durch „rationales Verhalten“ zu ersetzen …“ | Quelle: M. R. Müller – „Das Bild als soziologisches Problem“ (Beltz Juventa, 2018)

“ … Zeichen sind [ ] für Eco alles, «was man zum Lügen verwenden kann» (SZ 26, 89). Ihr Vorhandensein bedeutet nicht notwendig, etwas offenbar zu machen, sondern gleichermaßen, mit ihrer Hilfe etwas kaschieren oder vertuschen zu können. Daraus folgt die Notwendigkeit ihrer Interpretation. Zeichen sind nicht allein eine Frage der Erkenntnis, sie gehen nicht unmittelbar in dem auf, was sie repräsentieren. Entsprechend hat es der Detektiv mit Hinweisen zu tun, die regelmäßig etwas anderes bedeuten können als sie zu bezeugen scheinen. Wenn es für ihn also darauf ankommt, das Entscheidende hinter einer Tat und ihr Zustandekommen herauszufinden, die Lüge zu demaskieren und den «tatsächlichen» Hergang bloßzulegen, so darf er sich nicht allein auf die Referenz der Zeichen verlassen, sondern er muss auf die Differenz zwischen Bezeichnung und Bedeutung pochen. Er muss sozusagen die wesentliche Dreistelligkeit des Zeichens in Rechnung stellen. Erst sie markiert die eigentliche «Schwelle der Semiotik». Allein das Kriterium des Sinns erlaubt, «den gesamten Kreis der Semiose abzudecken» (SS, 73). […]
… [ein] Zeichen [fungiert] stets als etwas, das für etwas anderes steht, [ ]. Peirce definiert es als „something which stands to somebody for something in some respect or capacity“ (Peirce, 1931, 2. 228) – eine Definition, die sich übersetzen lässt mit: etwas, das für jemanden in irgendeiner Hinsicht oder aufgrund irgendeiner Fähigkeit für etwas anderes steht. „In irgendeiner Hinsicht“, bedeutet, dass das Zeichen nicht die Totalität des Gegenstandes repräsentiert, sondern ihn –vermittels unterschiedlicher Abstraktionen– nur von einem bestimmten Gesichtspunkt aus oder im Hinblick auf einen bestimmten praktischen Zweck vertritt.» [Eco, Umberto: Zeichen. Einführung in einen Begriff und seine Geschichte. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag, 1977, S.  30-31] … “ | Aus: „ZEICHEN Signo“ (Linguistik) | http://www.hispanoteca.eu/Linguistik/z/ZEICHEN%20Signo%20-%20Deutsche%20Zitate.htm

lemon / 19 Mai 2020 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder / 0 Comments

[You can never tell a book by its cover #13… ]

“ … The Jungle is a 1906 novel by the American journalist and novelist Upton Sinclair (1878–1968). Sinclair wrote the novel to portray the harsh conditions and exploited lives of immigrants in the United States in Chicago and similar industrialized cities. His primary purpose in describing the meat industry and its working conditions … In 1933, the book became a target of the Nazi book burnings due to Sinclair’s endorsement of socialism. … President Theodore Roosevelt had described Sinclair as a „crackpot“ because of the writer’s socialist positions. … the Bureau of Animal Industry issued a report rejecting Sinclair’s most severe allegations, characterizing them as „intentionally misleading and false“, „willful and deliberate misrepresentations of fact“, and „utter absurdity“. …“ | https://en.wikipedia.org/wiki/The_Jungle (10 May 2020) | https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Dschungel // [ “ … Aufgrund seiner politischen Position musste Sinclair allerdings seine Dramen, Romane, Kinderbücher und politisch-soziologischen Untersuchungen in den Vereinigten Staaten teilweise selbst verlegen, weil kein Verleger bereit war, seine Bücher zu drucken und zu vermarkten. Die von ihm verlegten Werke wurden in der Presse seiner Zeit nicht besprochen. Dazu gehörte etwa The Brass Check (1919) (deutsche Übersetzung: Der Sündenlohn. Eine Studie über den Journalismus, 1921), eine Studie, in der Sinclair die Beschränkungen der Presse darstellte, dabei ging er auf die Manipulationstechniken der Regenbogenpresse [von] William Randolph Hearsts ein. Sinclair nannte dieses Werk „das wichtigste und gefährlichste Buch, das ich je geschrieben habe“. … | https://de.wikipedia.org/wiki/Upton_Sinclair (3. Mai 2020)]


socialkairos 18.05.2020, 21:34 Uhr: “ … Was für ein Albtraum. Und was hat sich seit über einem Jahrhundert geändert ??? “ | zu: Fleischindustrie … Alkoholsucht, Druck und Gewalt. Sebastian Leber (19.05.2020) | –> https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/das-schweinesystem-was-insider-ueber-die-ausbeutung-in-der-fleischindustrie-verraten/25840872.html

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[Symbolische Formen (Ernst Cassirer) #2 … ]

“ … Es wird stets unerschöpflich mehr erfahren, als sich denken lässt; aber alles, was wir davon wissen, wissen wir nur, insofern wir es denken können. Dem hat eine Philosophie der symbolischen Formen zu entsprechen. … Es ist [ ] so, daß von Objekten erst im Zusammenhang mit den begrifflichen Vereinigungsleistungen in Urteilen die Rede sein kann. …“ | (Aus: Guido Kreis – Cassirer und die Formen des Geistes, Erste Auflage 2010)

lemon / 6 Mai 2020 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Fraktal.Text / 0 Comments

lemon / 28 April 2020 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Visual.Notes / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #54… ]

Friedrich Merz (11. Juni 2019): “ … Deutschland geht es gut. Wir leben in einem der schönsten und wohlhabendsten Länder der Welt. … “ | Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-04/wirtschaftspolitik-deutschland-wohlstand-soziale-gerechtigkeit-demokratie-kapitalismuskritik/komplettansicht
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Grafik via Matthias Schnetzer (Ökonom in der Abteilung Wirtschaftswissenschaften und Statistik der Arbeiterkammer Wien) https://twitter.com/matschnetzer/status/1248203924894613504
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Georg Diez (10. April 2020): “ … Die Corona-Krise legt gnadenlos die Schwächen unseres kapitalistischen Systems offen. … Schon werden die ersten Forderungen laut, Steuersenkungen, Abschwächung der Klimaziele, und in den Parteizentralen, Lobbyorganisationen und Industrieverbänden laufen die Beratungen. Das Ziel ist es, ein System zu stabilisieren, das wesentlich auf den klimazerstörenden Kohlekapitalismus setzt und auf Wachstum als Antwort auf die sozialen Fragen – was in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten allerdings zu immer größerer Ungleichheit in den westlichen Gesellschaften geführt hat. Auch das zeigt sich nun in der Krise, die diejenigen, die eh schon prekär leben, härter trifft als andere. … In einem Text in Wired nannte Laurie Penny den späten Kapitalismus, dessen offensichtlichste Krise wir gerade erleben, einen „Todeskult“. … “ |https://www.zeit.de/kultur/2020-04/neoliberalismus-krisen-kapitalismus-coronavirus-politik/komplettansicht

nano846a (10.04.2020): “ … „Es muss also ein systemisches Umdenken geben.“ – Ein frommer Wunsch. Was wird nach der Krise passieren, nachdem die Wirtschaft am Boden, die Staaten hoch verschuldet sind?
Gnadenloser Kampf um Marktanteile, Staaten werden erstmal massive Sparprogramme einfahren und ein paar Krisenvorsorgeprogramme für die Zukunft. Business as usual, nur ein Stück härter. Und die Gesellschaft: Erstmal aufatmen nach den massiven Beschränkungen der Krise, Konsum, Events, Mobilität. …“

Arthur Philipp Dent #99 (11.04.2020): “ … Das wesentliche Problem, welches Corona aufdeckt, ist die Plünderung der Reichtümer durch eine Kaste von Investoren, Finanzindustrie, Großkonzernen, deren Lobby und die Politik dazu. Dabei hat die Umverteilung von unten nach oben System. Menschen, die mit mehreren Jobs in prekären Verhältnissen leben, um zum Beispiel die Miete der von Finanzinvestoren übernommen Wohnung bezahlen zu können, die durch gentrifizierung weltweit systematisch den Wohnungsmarkt in unglaubliche Höhen schrauben. Ebenso Bauern, die Subventionen erhalten um zu überleben, weil für Milch nicht genug bezahlt wird, die Gewinnspanne im Supermarkt stimmt und die Lebensmittelindustrie verdient prächtig. Die Gewinne gehen an die Investoren. Geht es irgendwo auf der Welt 3 Cent billiger zieht die Produktion dort hin. … [Es] gibt es eine gewaltige Akkumulation von Kapital bei einigen wenigen, die es weltweit verschieben, wo es gerade günstiger ist. Jetzt zeigt sich allerdings, dass die Systemrelevanz auf der unteren Ebene liegt, dort wo die Gesellschaft am laufen gehalten wird. … Dass sich nach Corona etwas ändert, ist zu bezweifeln, man wird schnell vergessen. … „

lemon / 11 April 2020 / Daten.PolitixMicro, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Visual.Notes / 0 Comments

[Von des Tanzes Wahnsinnwogen #4… ]

“ … Aron selbst wird fortgezogen Von des Tanzes Wahnsinnwogen, … Paukenschläge und Gelächter! …
// Aus: „Das goldene Kalb“, Heinrich Heine, Romanzero, 1851

L’Adoration du Veau d’or (Nicolas Poussin, 1633-1634)

Gernot Knödler (17.2.2020): “ … Der Vorgang gehört zu dem Komplex fragwürdiger Aktiengeschäfte, die den deutschen Fiskus insgesamt mehrere Milliarden Euro gekostet haben dürften. Bei diesen sogenannten Cum-Ex-Deals wurden Aktien rund um den Dividenden-Stichtag schnell ge- und verkauft. Ziel war es, sich die einmal gezahlte Kapitalertragssteuer mehrfach erstatten zu lassen – ein dreister Griff in die Steuerkasse, bei dem skrupellose Anwälte und Banker Gesetzeslücken nutzten. Konkret geht es darum, dass die Finanzbehörde 2016 eine 47 Millionen Euro hohe Steuerschuld der Warburg-Bank aus dem Jahr 2009 verjähren ließ, obwohl das Absahnen mit Hilfe von Cum-Ex-Geschäften seit Jahren bekannt war. Forderungen aus den Folgejahren machte die Finanzbehörde geltend – allerdings erst nach ausdrücklicher Anweisung aus Berlin. …“ | https://taz.de/Hat-Hamburg-Steuergeld-verschenkt/!5661281/

Andreas_2020 17.02.2020, 23:12: “ … „Die Bank hat sich nie mit unzulässigen, rechtswidrigen Forderungen oder Wünschen an die Fiskalverwaltung oder Politikerpersönlichkeiten gewandt“ — Ja. Das ist sicherlich eine wahre Aussage der PR-Abteilung der Bank. Das Geld kam sowieso, es kam direkt aus der Steuerkasse, das bedeutet, dieses Geld konnte in Hamburg nicht für einen Spielplatz, nicht für eine Straße, eine Schule oder die Universität ausgegeben werden. … Und dann schreiben sie solche Sätze dort, wahrscheinlich bleibt bei so viel Dreistheit nicht mal ein Hauch von Anständigkeit übrig … Fakt ist: Die ex-Cum-Geschäfte spülten Geld in die Kassen dieser Privat-Bank, die gar keine normalen Kunden hat, sondern nur mit den ober 10 oder 5 Prozent der Stadt arbeitet, vielleicht sogar nur für einen oder zwei Prozent offen steht. Diese Geschichte manifestiert, wie niedrig die Gesinnung der Superreichen ist. Dass ihnen dabei Parteien behilflich waren und sie diese dann mit ein paar Tausend Euro hier und dort abspeisten, ist schon an sich ein Lehrstück, wie dämlich Politiker sein können. Und es ist interessant, dass der Finanzsenator damals keine Lust hat, sich diesen ultradreisten Praktiken offensiver zu stellen, während seine Behörde bie kleinen Freiberuflern erbarmungslos zuhaut, ein Kios-Besitzer hat schnell vier Sachbearbeiter. …“

Rossignol 18.02.2020, 07:46: “ … @Andreas_2020 „ein Lehrstück, wie dämlich Politiker sein können“ Wirklich dämlich? Oder doch dummdreist abgebrüht? Und dann behauptet dieser Tschentscher sein Landesverband wäre „ursozialdemokratisch“ und im eigentlichen Sinne links …. Wenn es nicht so traurig wäre, weil all diese Schandtaten (HSH_Nordbank!) zu Lasten sozialer Einrichtungen geht, wäre es zum lachen! …“

Günter 17.02.2020, 21:09: “ … Nach allem was man weiß, muss der Steuerbescheid, der die Forderung von 47 Mio begründet, schon ergangen sein. Um eine Festsetzungsverjährung geht es offenkundig nicht. Also hat man die Zahlungsverjährung vergeigt. Das ist schon ein großes Kunststück. Zahlungsverjährung regeln §§ 228 – 232 AO. Schaut man sich etwa § 231 AO an wäre es ein Leichtes, die Zahlungsverjährung zu verhindern. … Und ausgerechnet bei einem Betrag von 47 Mio ist da ,hoppla, mal was vergessen worden. Kann ja mal passierern …“

Kendi 17.02.2020, 19:42: “ … Cum ex lief 2016 seit über 6 Jahren. Der Dümmste sollte 2016 kapiert haben, dass das Raub war. Und auch die neuerlichen Versuche 2017 und 2019, der Bank Geld zu schenken, zeigt, dass da System hinter steckte. …“

“ … Mindestens einmal, im November 2017, trifft sich Olearius laut Notizen persönlich mit dem damaligen Bürgermeister Olaf Scholz. Pünktlich um 17 Uhr habe man sich in dessen Amtszimmer gesehen, erst geplaudert. Dann habe er Scholz über den Sachstand bei Finanzbehörde und Staatsanwaltschaft berichtet. Die Reaktion deute er so, schreibt Olearius, „dass wir uns keine Sorgen zu machen brauchen“. Wenn das stimmt, empfängt der Bürgermeister einen Mann, der verdächtigt wird, sich an der Staatskasse bedient zu haben – und beruhigt ihn. Heute ist dieser Bürgermeister der deutsche Finanzminister Olaf Scholz … 169 Millionen Euro hat sich die Warburg-Bank für ihren Cum-Ex-Eigenhandel zwischen 2007 und 2011 an Steuern erstatten lassen. … “ |Quelle: https://www.zeit.de/2020/08/m-m-warburg-privatbank-cum-ex-ansprueche-staat (Aus: „Das Millionen-Geschenk“ Oliver Hollenstein, Christian Salewski und Oliver Schröm, 13. Februar 2020)

DerPefda #26 (13. Februar 2020): “ … „Warburg erklärt nun, man bekenne sich zwar zu keiner Schuld, aber wolle den Schaden des Steuerzahlers begleichen.“ — Welch großzügiger Mensch, dieser Herr Olearius. Und unser Olaf… Dieser harte Hund (G20) hat auch eine ganz weiche Seite, sehr beruhigend …“

Seimen #4.5 (13. Februar 2020): “ … „Allgemein sei ein Dialog zwischen Steuerbehörden und Steuerpflichtigen aber üblich und ein „Gebot der Höflichkeit und Bürgerfreundlichkeit“. — Das gilt natürlich nur wenn man einige Millionen schwer ist und nicht für jene bei denen der Gerichtsvollzieher die Couch mit nimmt. …“

rumbati #82 (13. Februar 2020): “ … Wohl dem, der einen Bürgermeister in Hamburg und einen Finanzminister in Berlin sein Eigen nennt. …“

Alleggs #16 (13. Februar 2020): “ … „Viele Hamburger sind auch verwundert. Ausgerechnet Warburg? Die Privatbank, seit 1798 eine der feinsten Adressen in der Stadt, verwaltet mehr als 50 Milliarden Euro von vermögenden Kunden.“ — Nein, wer hätte das gedacht. Ich dachte, gerade die eher Bedürftigen wie die Gebäudereinigungsfachkraft habe ein Konto auf den Cayman-Islands oder begehen für nen Fuffi Steuerhinterziehung. Reiche haben das doch gar nicht nötig. …“

Entenschorsch#4 (13. Februar 2020): “ … Sei es bei schwarzen Koffern, dem NSU, Amri, oder auch hier CumEx [PKW-Maut haben Sie vergessen.(bhaefner,#4,4) ]. Immer gibt es einen Entscheider den keiner kennt, oder eine Struktur, die keine Entscheidung zuließ. …“

kielbasam #4.7 (13. Februar 2020): “ … Das „Steuerschlupfloch“ ist seit weit über einem Jahrzehnt bekannt. Auch bei den Parlamentariern im Bundestag. …“

Ziraldi #4.1 (13. Februar 2020): “ … Auch in der Politik gilt scheinbar sinngemäß: 5 Minuten doof stellen spart eine Stunde Arbeit. …“

ofinley #6 (13. Februar 2020): “ … was ist mit dem Koffermann Schäuble? …“

Paul O Reilly #6.1 (13. Februar 2020): “ … Hier im Artikel geht es um Hrn. Scholz. …“

alliance1979 #6.2 (13. Februar 2020) “ … Wobei Schäuble bei diesem Thema auch nicht unbeteiligt ist. [… Wer war noch gleich der Vorgänger von Schäuble? ;) …] …“

parasolguy #6.5 (13. Februar 2020): “ … Die herrschenden Eliten sind eben korrupt. Egal, welche Farbe, Macht korrumpiert immer. Man kann nur noch müde lächeln. …“

maugham #7 (13. Februar 2020): “ … An prominenter Stelle knapp zwei Wochen vor der Hamburg-Wahl so eine Schlagzeile. …“

alliance1979 #7.5 (13. Februar 2020): “ … Wann wäre es besser? 4 Wochen vorher? 4 Monate? Oder nimmt man Rücksicht auf die Politik und wartet bis unmittelbar nach der Wahl? …“

Zeitdasssichwasdreht #10 (13. Februar 2020): “ … Wenn Merz kommt, ist Schluss mit solchen Machenschaften ;) …“

StamoKap2019 #13 (13. Februar 2020): “ … Houston. Wir haben ein Problem. Mit dem Großkapital und deren politischen Handlangern. Diese Unheilige Allianz wird immer mal wieder sichtbar. Trotz medialer Deckung und juristischer Verschleierung. …“

StamoKap2019 #13.3 (13. Februar 2020): “ … PARS PRO TOTO. Der Teil steht für das Ganze. Hier gibt es leider nichts zu verrharmlosen bzw. zu relativieren. …“

(13. Februar 2020): “ … Ihre Untätigkeit sollen die Behörden damit begründet haben, dass sie einen teuren Rechtsstreit mit der Bank hätten vermeiden wollen. NDR und „Zeit“ zitieren den Steuerrechtler Christoph Spengel, demzufolge schon 2016 – als Hamburg über den Fall informiert war und die Frist abzulaufen drohte – Urteile von Finanzgerichten die Cum-Ex-Geschäfte als illegal eingestuft hatten. …“ | https://www.n-tv.de/politik/Schonte-Minister-Scholz-eine-Cum-Ex-Bank-article21574161.html

Ragnar Vogt (13.02.2020): “ … Zu den Vorwürfen der „Zeit“ will [Olaf Scholz] sich gegenüber der Wochenzeitung nicht äußern. Die Stadt Hamburg hatte im vergangenen Jahr auf eine Anfrage der Linkspartei beteuert: Es habe keine persönlichen Gespräche von Mitgliedern des Senats zum steuerlichen Verfahren der Warburg-Bank mit dem Bankhaus gegeben. …“ | https://www.tagesspiegel.de/politik/cum-ex-skandal-und-ein-millionen-schaden-warum-das-tagebuch-eines-bankers-olaf-scholz-in-erklaerungsnot-bringt/25541824.html

Arvid Kaiser (13.02.2020): “ … Die Stadtführung scheint fest entschlossen, der Superreichen-Bank von der Binnenalster einen hohen Rabatt zu geben. Es erinnert fast an das Verhältnis zwischen Apple und dem irischen Staat, der partout keine Steuermilliarden von dem liebgewonnenen Unternehmen will, so sehr die Europäische Union auch dazu drängt. Pikant ist die Enthüllung auch, weil der Hamburger Senat noch im November 2019 auf eine Anfrage der Linken geantwortet hatte, es habe im Zusammenhang Cum-Ex keine persönlichen Gespräche zwischen dem Bankhaus und dem Senat gegeben, ausdrücklich auch nicht mit Scholz oder Tschentscher. Doch entweder lügt die Führung des Stadtstaats, oder das Tagebuch von Christian Olearius. …“ | https://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/cum-ex-tagebuch-von-christian-olearius-belastet-olaf-scholz-a-1304736.html



Nachtrag #1

Karolina Meyer-Schilf (18.02.2020): “ … Der von Kahrs geführte SPD-Kreisverband Hamburg-Mitte hat 2017 Wahlspenden von Warburg erhalten. Das berichtet jetzt das „Hamburger Abendblatt“. Insgesamt 45.500 Euro ließ die Bank direkt oder über Tochtergesellschaften der Partei zukommen, allein 38.000 an den Kreisverband Hamburg-Mitte. Und das, nachdem die Hamburger Steuerbehörden eine Forderung aus den Cum-Ex-Deals von rund 47 Millionen Euro an Warburg im Jahr 2016 verjähren ließen. Zufall? Recherchen von „Panorama“ und „Zeit“ hatten in der vergangenen Woche Treffen zwischen Scholz und dem Warburg-Chef Christian Olearius zutage gefördert – und das, obwohl der Senat die Kleine Anfrage der Linken nach ebensolchen Treffen im November verneint hatte. In der SPD heißt es dazu, die Anfrage sei im Sinne der Fragestellung korrekt beantwortet worden. Soll heißen: Gefragt worden war nach Gesprächen mit Bezug auf die Cum-Ex-Deals. Tschentschers und auch Scholz’ Linie aber ist: Gespräche mit führenden Wirtschaftsvertretern seien völlig normal, um die Cum-Ex und Steuerthematik sei es dabei jedoch nicht gegangen. Dagegen steht die Tagebucheintragung des Bankers, der sich nach dem Treffen notiert hatte, man müsse sich wohl keine Sorgen wegen der Rückzahlung machen. …“ | https://www.tagesspiegel.de/politik/hamburger-buergerschaftswahl-und-cum-ex-spende-der-warburg-bank-bringt-die-spd-in-erklaerungsnot/25555278.html

j.quidde 07:35 Uhr: “ … Im gleichen Zeitraum wurde von der Warburg Bank eine etwa gleich große Spende an die CDU getätigt. Kann man bei der Schwester-Zeitung ZEIT lesen. Das ist nicht neu, sondern üblich bei ortsansässigen Traditionsunternehmen und nicht verwerflich – solange die Spenden offengelgt werden. Und das wurden sie – und zwar schon vor Jahren. Dieses Medien-Schmutz-Kampagnen-Konstrukt vor der Hamburger Bügrerschaftswahl ist unglaublich. „

BangJI 08:55 Uhr: “ … Antwort auf den Beitrag von j.quidde 07:35 Uhr: Die schöne heile Welt der Saloniers und der Salonieren. Was für ein Musterbeispiel für die sektorale Wahrnehmung …. fundamentalistischer Dogmatiker, denen es entweder an Interesse, an Vermögen oder einfach an Grips fehlt, um den Faden der Entwicklung von der … Modernisierung des Dividendenstrippingsteuerverfahrens unter den Finanzministern Eichel und Steinbrück (Realresultat = Cum-Ex-Deals/Cum-Cum-Geschäfte UND die Mehrwertsteuerkarusselbetrügereien) – hin zur […] neuen sozialen Marktwirtschaft und dem neuen Deutschland, also der deutschen Version der US-Plutonomy und – Plutocracy zu verfolgen, zu studieren, zu analysieren UND politisch zu bewerten. [„Aus der Leistungsgesellschaft ist eine Ständegesellschaft geworden“ Ursula Weidenfeld (23.12.2018) https://www.tagesspiegel.de/politik/demokratie-aus-der-leistungsgesellschaft-ist-eine-staendegesellschaft-geworden/23794248.html … [Tante_Frieda 23.12.2018, 18:04 Uhr: “ … Man traut seinen Augen nicht: Ein ja schon fast „linker“ Kommentar von Frau Weidenfeld, die sonst für gewöhnlich stramm konservativ-wirtschaftsliberale Positionen einnimmt und für die das Wort „sozial“ eher zu den Pfuiwörtern zu gehören scheint. An was könnte es liegen? Ist es … schlicht der Blick auf die gesellschaftliche Realität? …“] [guggiilein 27.12.2018, 12:48 Uhr: “ … Wie viele, sogenannte Hochkulturen vor uns, ruinieren wir uns sehr erfolgreich selber. Arroganz, Gier, Unerhlichkeit, Korruption, Steuerflucht, Ueberregulierung, mangelnde Menschlichkeit und normaler Menschenverstand etc. sind der unaufhaltsame Niedergang unserer Gesellschaft. Wie kann man Anpassung an unsere Werte verlangen, wenn diese nicht mehr gelebt werden? …“] ] …“

AWolff 17.02.2020, 18:11 Uhr: “ … Die 47 Mio aus den fragwürdigen Bankgeschäften und evtl. Steuerschulden in einen Zusammenhang der SPD. Spende zu konstruieren ist aber auch irgendwie billig; nicht nur vom Zeitpunkt her – vor allem im Verhältnis :-) …“

SOK321 07:49 Uhr: “ … Antwort auf den Beitrag von AWolff 17.02.2020, 18:11 Uhr: … Die CumEx-Bänkster [ ] spenden aus reinster Nächstenliebe … “


Nachtrag #2

Oliver Hollenstein und Karsten Polke-Majewski (17. Februar 2020): “ … Neben Scholz hat Olearius ausweislich seiner Tagebücher auch Gespräche mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs und dem ehemaligen Zweiten Bürgermeister Alfons Pawelczyk (SPD) geführt. Kahrs hat die Gespräche inzwischen eingeräumt. Pawelczyk reagierte auf eine Anfrage nicht. … Scholz und Olearius bestreiten, dass es eine politische Einflussnahme gab. Gespräche zwischen Politikern und Wirtschaftsführern seien üblich. … Unklar ist, ob es an irgendeinem Punkt zu einer politischen Beeinflussung der Entscheidung des Finanzamtes kam. Alle Beteiligten – also Scholz, Tschentscher, die Finanzbehörde und die Warburg-Bank – betonen, keinen Einfluss genommen zu haben, sämtliche Entscheidungen seien auf Basis der juristischen Einschätzung in der Finanzverwaltung getroffen worden. Offen ist auch, was in den Gesprächen zwischen Scholz und Olearius genau besprochen wurde. Olearius beschreibt in seinem Tagebuch, wie er mit Scholz über die Ermittlungen spricht. Scholz bestreitet, dass es um das Verfahren ging. … “ | https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-02/cum-ex-steuerskandal-hamburg-bank

MarkusAK #21: “ … Gleiches Recht und gleiches Maß für alle ob Arbeiter Rentner, Unternehmen Banken usw. Diesen Grundsatz kann man seit Jahren bezüglich Steuerraub und Steuern allgemein nicht erkennen. …“

Rosenkohl #25: “ … DIe 47 Millionen Euro fehlende Steuernachzahlung sind peanuts gegen die Mehrkosten der Elbe-Philharmonie, diese ihrerseits peanuts gegen die Verluste für Hamburg und Schleswig-Holstein bei der Rettung und Veräußerung der HSH-Nordbank …“
// [“ … Bereits 2013 hatte die HSH Nordbank eingeräumt, dass sie zwischen 2008 und 2011 ihren Kunden mit sogenannten Cum-Ex-Deals dabei geholfen hat, insgesamt bis zu 112 Millionen Euro Kapitalertragssteuern möglicherweise unbegründet zurückerstattet zu bekommen. Für die Vorgänge hat die Bank einschließlich Zinsen im Jahresabschluss 2013 eine Steuerrückstellung in Höhe von 127 Millionen Euro gebildet. DIE ZEIT kommentierte dazu, dass die Geschäfte zum Nachteil des Staates in genau dem Zeitraum begannen, als der Staat die Bank aus der Krise rettete. …“| Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg_Commercial_Bank#Beihilfe_zur_Steuerhinterziehung (11. Januar 2020) ]

kanister #32: “ … Kann mir irgendjemand mit Sachverstand erklären, wie es überhaupt sein kann, dass die Verwaltung beschließt, Steuern verjähren zu lassen? … Wieso kann die Verwaltung dann „entscheiden“, das verjähren zu lassen? …“

“ … Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat den Vorwurf politischer Einflussnahme in der Cum-Ex-Affäre um die Warburg-Bank zurückgewiesen. „Die Unterstellung, hier hätten Politiker Einfluss genommen auf die Entscheidung von Finanzämtern, die kann ich ganz eindeutig zurückweisen“, sagte der SPD-Politiker dem Sender NDR Info. …“ | https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-02/peter-tschentscher-hamburg-cum-ex-warburg-vorwurf

Miramodo #16: “ … Es muss sich doch nachvollziehen lassen, wer genau Ende 2016 in der Finanzbehörde entschieden hat, die Forderung stecken zu lassen. Da war doch ein dienstlicher Vorgang vorgeschaltet – das zuständige Finanzamt wollte die 47 Millionen geltend machen. Eine Etage höher ist das Ganze gestoppt worden. Und jetzt lässt sich nicht mehr klären, durch wen und warum? …“

hellmut2 #29: “ … Lt. Olearius hätte nach dem Gespräch mit dem ehemaligen Bürgermeister Scholz, den Eindruck, dass sie nichts zu befürchten hätten. Tschentscher war zu dieser Zeit Finanzsenator. Lt. Tagesschau.de informierte das BMF die Hamburger Finanzbehörde, dass sich die Warburg Bank 2006 aus Cum Ex Geschäften 46 Millionen € unberechtigt verschafft habe. Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte die Warburg unter dem Verdacht dieser Geschäfte durchsucht und die Hamburger Finanzbehörden darauf hingewiesen. Und nichts passiert? Tschentscher war Finanzsenator und Scholz Bürgermeister. Tschentscher trug für diese Finanbehörde die Verantwortung. Scholz hatte das oben erwähnte Gespräch mit Olearius und beide haben nicht die notwendigen Schritte eingeleitet. Wenn dem so ist, wäre das Beihilfe zum Steuerbetrug, da würde auch keine Rückzahlung der Warburg Bank helfen. Die Kleinen hängt man, die großen lässt man laufen, so lautet doch der Spruch oder? ..“

straightinyourface #33 : “ … Da darf der steuerzahlende Buerger „brutalst moegliche Aufklaerung“ erwarten… Die Aelteren werden sich erinnern …“

lemon / 13 Februar 2020 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Barbarei als alltägliche Schizophrenie … ]

Salmen Gradowski versteckte seine Notizen in einer Feldflasche, die 1945 auf dem Territorium des Vernichtungslagers Birkenau ausgegraben wurde |[ Die Zertrennung. Aufzeichnungen eines Mitglieds des Sonderkommandos. Herausgegeben von Aurélia Kalisky. Aus dem Jiddischen übersetzt von Almut Seiffert und Miriam Trinh ] (Quelle)

Hannah Arendt (im Gespräch mit Günter Gaus, 28.10.1964): “ … Nehmen wir an, man hätte ein sehr gutes Gedächtnis, so daß man wirklich alles behält, was man denkt: Ich zweifle sehr daran, da ich meine Faulheit kenne, daß ich irgend etwas notiert hätte. Worauf es mir ankommt, ist der Denkprozeß selber. Wenn ich das habe, bin ich persönlich ganz zufrieden. Wenn es mir dann gelingt, es im Schreiben adäquat auszudrücken, bin ich auch wieder zufrieden. … ich will verstehen. Und wenn andere Menschen verstehen, im selben Sinne, wie ich verstanden habe – dann gibt mir das eine Befriedigung, wie ein Heimatgefühl. … Wissen Sie, das Entscheidende ist ja nicht das Jahr ‘33; jedenfalls für mich nicht. Das Entscheidende ist der Tag gewesen, an dem wir von Auschwitz erfuhren. … Das war 1943. Und erst haben wir es nicht geglaubt. … “ | https://www.rbb-online.de/zurperson/interview_archiv/arendt_hannah.html

Nora Thorvald #18 (28.01.2020): “ … Ich war noch zu DDR-Zeiten einmal mit der Schulklasse während einer Klassenfahrt in Auschwitz. … Schon dieses triste Dekor aus notdürftigen Baracken, die ebensogut Ställe sein könnten, ringsherum ödes Land unter grauem, gleichgültigem Herbsthimmel, ein paar Raben drauf. So stellte sich das damals dar. Dann drinnen in den Gebäuden Fotografien von Bergen an ausgemergelten Leichen. Hinter Glas Überreste ausgelöschter Existenzen, Brillen, Haare, Goldzähne. Das Unfassbare kaum begreifend, folgten wir der polnischen Begleiterin zu all den von Totenklage umwehten Orten: Duschräume, Erschießungsmauern, Hinrichtungshöfe. Ich kann mich noch genau an einen dieser Verbrennungsöfen erinnern, an seinen backsteinumrahmten schwarzen Schlund und die Schienen, die unweigerlich darauf zulaufen. Man steht schwindelig, verstört, innerlich kaum damit fertig werdend vor dieser industrialisierten Form des Tötens und kann keine Haltung dazu finden. Es stellt sich unweigerlich die Frage nach der Natur des Menschen. Was waren das für Leute, die solche Anlagen kaltschnäuzig vom Reißbrett planten, organisierten und errichteten, als wäre es nur irgendein in Auftrag gegebener Stadionbau? … Ich war nie wieder in Auschwitz, schaue auch nur selten Dokumentationen im Fernsehen, weil ich mich nicht an diese Bilder gewöhnen möchte. …“ | https://www.zeit.de/zeit-magazin/2020-01/auschwitz-konzentrationslager-holocaust-shoah-fs?cid=51315699#cid-51315699

JZL240I-U 26.01.2020 15:53: “ … Es ist immer gut, sich von Zeit zu Zeit ins Gedächtnis zu rufen, was geschehen ist … Und welcher menschlichen Umstände und Befindlichkeiten es dazu bedurfte — und bedarf. … “ | Zu: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Missing-Link-Auschwitz-die-Befreiung-4645824.html?seite=all

iAPX960 26.01.2020 18:20: “ … Auschwitz, Majdanek, Sobibor, Treblinka … Auschwitz steht symbolisch für Morden und Vernichten. Und das hat schon direkt nach der Machtergreifung angefangen. Es fing mit Gewerkschaftlern, SPD und KPD Politikern und Mitgliedern, … und jedem der dem Regime nicht genehm war, an. Aus Mord durch Zwangsarbeit, Hunger und Misshandlung und einfaches Wegsehen wurde industrieller Mord. Auschwitz ist … nur ein Bruchteil des Schreckens …“ |Zu: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Missing-Link-Auschwitz-die-Befreiung-4645824.html?seite=all

Christoph David Piorkowski (28.01.2020): “ … Ein paar Männer sitzen bei Bier und Wein um einen runden Terrassentisch. Im Hintergrund stehen weitere Personen vor einem weißen Häuschen mit geöffneten Fensterläden und scheinen in der Sonne zu plaudern. Was das Foto mit der idyllisch anmutenden Szene dem uninformierten Betrachter vorenthält, ist der Kontext seiner Entstehung. Die Aufnahme zeigt nämlich das sichtlich entspannte Mordpersonal des NS-Vernichtungslagers Sobibor bei seiner Freizeitgestaltung – in nächster Nähe zu den Gaskammern. … Der Fund kam dadurch zustande, dass der Regionalhistoriker Hermann Adams vom Enkel des stellvertretenden Lagerkommandanten von Sobibor, Johann Niemann, 2015 zahlreiche Fotos erhielt, die Niemann und andere SS-Verbrecher bei ihrem Alltag in Sobibor zeigen, erklärt Cüppers. Adams übergab die Fotos dem Bildungswerk Stanisław Hantz, das Bildungsreisen zu den einstigen Tötungsstätten der „Aktion Reinhard“ organisiert, und vermittelte dem Werk den Kontakt zu Niemanns Enkel. … “ | https://www.tagesspiegel.de/wissen/bilder-aus-sobibor-feierndes-mordpersonal-im-holocaust/25476434.html

der_vom_storch 28.01.2020, 17:24 Uhr: “ … Ich weiß nicht was mich mehr erschrecken soll, die Normalität in den Jahren zwischen 1933 und 1945 auch in den Lagern auf der deutschen Seite oder die offensichtliche Naivität einiger Leute die heute so total erschrocken auf Zeitdokumente von damals reagieren. …“

Offenbach-am-Meer 28.01.2020, 16:48 Uhr: “ … Dass die Schlächter nur sich selbst in der Freizeit fotografiert haben, ist für mich ein Zeichen dafür, wie sehr sich die gelebte Barbarei als alltägliche Schizophrenie festsetzen konnte: Morden als Broterwerb, als Arbeitsalltag, der es nicht lohnt, in Bildern festgehalten zu werden. Da wird nun mal lieber auf Terrasse und Ausflügen in die Kamera gelacht wie im Urlaub. …“


lemon / 29 Januar 2020 / Daten.PolitixMicro, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

lemon / 3 Dezember 2019 / Daten.PolitixMicro, Global.Politix:Micro, Visual.Notes / 0 Comments

[Journalismus (Blödmaschinen) #26 … ]

Adrian Daub, Stanford (23. November 2019): “ … Fox News macht Fernsehen nur für den Präsidenten. Als gelegentlicher Zuschauer hat man das Gefühl, einer Privatveranstaltung mit einem eigenen Code beizuwohnen und Einblick in ein geschlossenes System zu nehmen, das seine maximale erzählerische Ausdehnung längst erreicht hat. … “ | Aus „Fox News: Drei Tage alternative Realität mit Hannity, Carlson und Ingraham“ | Quelle: https://www.zeit.de/kultur/2019-11/fox-news-donald-trump-impeachment-anhoerungen-berichterstattung/komplettansicht

die Wolkenpumpe #37: “ … „… mentales Schleudertrauma.“ Danke Herr Daub für diese schöne Metapher …“

pseudacacia #2.1: “ … Schön, dass „Zeit Online“ die gängigen Tricks der Medien am Beispiel „Fox-News“ erläutert.

  1. De-Kontextualisierung
  2. Fragmentierung

Zu 1.: Es werden Ereignisse / Handlungen / Aussagen aus dem jeweiligen Kontext gerissen und dann entsprechend der gewünschten Botschaft der jeweiligen Medien wieder zusammen gesetzt. Die Technik ist seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts eingehend erforscht und wird seit dieser Zeit eingesetzt.
zu 2.: Die Ereignisse / Handlungen / Aussagen werden so bruchstückhaft gezeigt, so dass der Betrachter kaum bis gar nicht in der Lage ist, sich ein Gesamtbild zu machen.
Werden diese beiden Techniken entsprechend kombiniert, kann bildlich gesprochen aus schwarz nach der Bearbeitung weiß gesendet werden. Als Anschauung empfehle ich, „Fox-News“ zu schauen und anschließend zum gleichen Thema „Russia-Today“. Bedauerlicherweise finden sich diese Techniken in ALLEN Medien mehr oder weniger. …“

Ariadne von Schirach (20.06.2011): “ … Blödmaschinen sind als eine Art Interface zwischen Mensch und Welt zu verstehen, die dem Menschen die Arbeit abnehmen, sich selbst über die Welt ein Urteil zu bilden. … Sie beschreiben das strukturidentische Aufkommen der „Postpersönlichkeit“, die bestimmt ist durch den Verlust innerer Grenzen und Leitlinien. … [Zu: Markus Metz und Georg Seeßlen, Blödmaschinen. Die Fabrikation der Stupidität, Suhrkamp Verlag, Mai 2011, 780 Seiten] “ | https://www.deutschlandfunkkultur.de/der-letzte-dreck.950.de.html?dram:article_id=140151

lemon / 23 November 2019 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Journalismus (Objektivität) #25 … ]

Objektivität: Weniger Deutsche vermuten politische Einflussnahme auf Medien (20. November 2019): —> https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-11/objektivitaet-medien-deutschland-einflussnahme-politik-studie

Amali #69: “ … Objektive Berichterstattung kann es gar nicht geben, maximal die Bemühung darum. Aber selbst bei grösstmöglicher Bemühung wird gefiltert, sei es bewusst oder unbewusst. Gründe dafür können vielfältig sein, von eher persönlichen (eigene Haltung, Ansichten, Lebensumstände, Erfahrungen), über wirtschaftliche (nicht-öffentliche Medien haben Geldgeber mit eigenen Interessen) bis zu parteipolitischen bei den ÖR. …“

“ … Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk: Einfluss des Staates. Private Medien: Einfluss der Kapitalgeber. Die überwiegende Zahl der Medien ist deshalb sehr wirtschaftsnah und arbeitgeberaffin eingestellt. … gerade ein neoliberales Blatt wie Zeit täte gut daran, solche Umfragen nicht zu instrumentalisieren, um Objektivität zu suggerieren, wo keine ist. Wie die Dirnen am Straßenrand steht auch ihr alle in der tiefen Schuld des Kapitals, und das wisst ihr auch. …“

SimonPhoenix42 #65.4: “ … „Wie die Dirnen am Straßenrand steht auch ihr alle in der tiefen Schuld des Kapitals, und das wisst ihr auch.“ — Wie jetzt? Es ist nicht die wahre Liebe, die sie dazu treibt? …“

Florian Zollmann ( 25. November 2018): “ … Herman und Chomsky argumentieren, dass strukturelle Faktoren, die sich aus der Integration der Medien in das Marktsystem ergeben, einen großen Einfluss auf die Medienberichterstattung haben. Die beiden sagen, die Mächtigen seien in der Lage, die Prämissen der Diskussionen zu bestimmen, zu entscheiden, was die Bevölkerung sehen, hören und denken darf und damit die öffentliche Meinung durch regelmäßige Propagandakampagnen zu lenken. Im Hinblick auf die Medienschaffenden gehen Herman und Chomsky nicht von intentionalem Verhalten aus. Vorselektion von richtig denkendem Personal durch die Eigentümer der Medien sowie vorgefasste Meinungen der Journalisten und ihre Anpassung an organisationsbedingte Zwänge hätten einen wesentlichen Einfluss auf die Nachrichtenauswahl. Daher sei Zensur größtenteils Selbstzensur. … Sie sagen, dass die Bandbreite der politischen Diskussion limitiert ist. Sie gleicht einem Abbild der offiziellen Diskussion in politischen und wirtschaftlichen Machtzentren, während eine grundlegende Hinterfragung der Motive der Innen- und Außenpolitik größtenteils von der Berichterstattung ausgeschlossen bleibt. Kritik kann natürlich in den Medien geäußert werden, allerdings bleibt diese weitgehend innerhalb der durch die dominante Ideologie gesetzten Parameter. Daher ist der Begriff Lügenpresse meiner Meinung nach irreführend, denn Nachrichten sind weitgehend faktenbasiert. Das heißt: Propaganda in den Nachrichten kennzeichnet sich durch eine selektive Verwendung von Fakten und durch die Hervorhebung oder Bagatellisierung bestimmter Sachverhalte und Ideologien – je nach politischer Zweckmäßigkeit. … Mein Buch Media, Propaganda and the Politics of Intervention untersucht die Berichterstattung von Konflikten im Kosovo, im Irak, in Libyen, Syrien und Ägypten. Basierend auf einer Auswertung von fast 2.000 Zeitungsartikeln kommt meine Studie zu dem Ergebnis, dass sich die Erklärungsmuster in der deutschen, britischen und US-amerikanischen Qualitätspresse weitgehend mit Elitendiskursen decken. … Über Gräueltaten wurde nur dann berichtet, wenn das politisch bequem war. So transportierte die Presse Entrüstung über Gräueltaten in ihre Berichterstattung über sogenannte feindliche Staaten, wie Libyen und Syrien. Ähnliche Gräueltaten, verübt durch die USA oder deren Verbündete, wurden in der Berichterstattung marginalisiert. Daher wird die Öffentlichkeit nur sehr selektiv über internationale Kriegsverbrechen informiert. …“ | https://www.nachdenkseiten.de/?p=47396

Ich finde es ganz nett, so manipuliert zu werden“ Sagt der Verhaltensökonom Gerhard Fehr. (2019): “ … Die Berater der in Wien und Zürich ansässigen FehrAdvice & Partners AG gelten als die Wahrnehmungsspezialisten. Gerhard Fehr sieht sich und seine Mitarbeiter als Behavioral Designer: „Wir messen menschliches Verhalten, wir verstehen menschliches Verhalten, und wir verändern menschliches Verhalten.“ Als Grundlage dienen Erkenntnisse der Verhaltensökonomie und eigene Untersuchungen. Seit 2010 hat die Firma für ihre Kunden mehr als 11.000 Experimente durchgeführt. …“ | https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2019/wahrnehmung/nudging-gerhard-fehr-interview-ich-finde-es-ganz-nett-so-manipuliert-zu-werden

lemon / 21 November 2019 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

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