[Subjekt & Objekt #7… ]

“ … Jaspers beschreibt den von ihm gemeinten Sachverhalt wie folgt: „ … Allen […] Anschauungen ist eines gemeinsam: sie erfassen das Sein als etwas, das mir als Gegenstand gegenübersteht, auf das ich als auf ein mir gegenüberstehendes Objekt, es meinend, gerichtet bin. Dieses Urphänomen unseres bewußten Daseins ist uns so selbstverständlich, daß wir sein Rätsel kaum spüren, weil wir es gar nicht befragen. …“ [Einführung in die Philosophie. München 1953, S. 24f.] …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt-Objekt-Spaltung (28. Februar 2018)

Gustav Ichheiser (1925): “ … Zwar werden ästhetische Gebilde im ästhetischen Erleben erst wirklich, aber sie erhalten ihren Sinn und Wert nicht von diesem Erleben her, sondern vielmehr umgekehrt dieses von jenem. Nur durch Anerkennung solcher gegenständlichen, seelenunabhängigen »Geltungsquellen« kann der »überpsychologische« Wert des Ästhetischen gerechtfertigt werden. … Die Auseinandersetzung zwischen Seele und Welt, zwischen dem also, was »von innen« kommend, mit eigenen Tendenzen, Spannungen, Forderungen, Wollungen, Sehnsüchten geladen, sich auswirken will, am Vorgefundenen zur Durchbildung zu gelangen sucht, und dem, welches als ein Fremdes hineinragt und als ein schlechthin unabhängiges Gegenüber, als eigengesetzlicher Gegenstand in strenger Passivität widerspruchslos hingenommen werden muß — diese Auseinandersetzung kann, beide mal sinnvoll, in zwei polar entgegengesetzten Richtungen erfolgen, die in voller begrifflicher Klarheit auseinander gehalten werden müssen, mag auch die Wirklichkeit mannigfache Durchkreuzungen beider ergeben: Entweder sucht die Seele sich gleichsam auszulöschen und in strenger Sachlichkeit die eigengesetzliche Ordnung des Gegenständlichen unverfälscht zur Kenntnis zu nehmen, zu bestimmen, logisch darzustellen, zuletzt vielleicht »durch Gehorsam« zu beherrschen — dies der Weg der Wissenschaft; von dieser Intention aus müssen die eigenen Gefühle, Einstellungen, schöpferische Ungleichmäßigkeiten der erkennenden Seele als etwas bewertet werden, das überwunden, ausgeschaltet werden muß, das nicht sein sollte, weil es der Norm der Sachlichkeit zuwider ist und die Reinheit des dem Gegenstande verpflichteten Verfahrens trübt, indem eben jene subjektiven Faktoren in verhängnisvoller Weise sich zwischen das erkennende Subjekt und den zu erkennenden Gegenstand einschieben; oder aber wird gerade die ungefüge seelenunabhängige Eigengesetzlichkeit des Gegenstandes als etwas erlebt, das der sinnvollen Erfüllung der die Seele bewegenden Angelegtheiten, Sehnsüchte im Wege steht, dessen Sachlichkeit der seelisch geforderten Umformung sich widersetzt, so daß die Seele aus dieser spröden, fremdgesetzlichen Sphäre verwiesen, mit wunderbar ursprünglicher Gewalt aus formbarem Material eine Phantasiewelt erzeugt, die ihrer eigenen fordernden Gesetzlichkeit entspricht — dies der Weg der Kunst.
Der Sinn also der seelischen Haltung je nachdem, ob es sich um wissenschaftliche oder ästhetische Intentionen handelt, ist nicht nur beide mal verschieden, sondern geradezu entgegengesetzt. …“ | Aus: „Bemerkungen – Die ästhetische Geltung“ Gustav Ichheiser (1925), ZEITSCHRIFT FÜR ÄSTHETIK UND ALLGEMEINE KUNSTWISSENSCHAFT – HERAUSGEGEBEN VON MAX DESSOIR ACHTZEHNTER BAND, STUTTGART – VERLAG VON FERDINAND ENKE, 1925 Nr. 18 | http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/zaak18_1925/0001/image // https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Ichheiser

lemonhorse / 2 Mai 2018 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #49… ]

“ … Benno Schirrmeister: … Glauben Sie, dass sich der Verfassungsschutz demokratisieren ließe?

Rolf Gössner: Nein, das Problem ist grundsätzlicher: Es geht um das Geheimhaltungs- und Verdunkelungssystem, um die Intransparenz von Geheimdiensten. Sie arbeiten mit Mitteln und Methoden, die gravierend in Grundrechte eingreifen. Und dabei sind sie kaum demokratisch kontrollierbar: Die parlamentarische Kontrolle ist ihrerseits geheim und damit wenig demokratisch. Und wie schwer die gerichtliche Kontrolle ist, sieht man etwa an den Manipulationen in meiner Personenakte oder an den Schredderaktionen im Zusammenhang mit dem NSU. …“

Aus: „„Die kennen mich über 40 Jahre““ Interview Benno Schirrmeister (15.4.2018)
Quelle: http://www.taz.de/Kritiker-ueber-Verfassungsschutz/!5495874/

“ … Rolf Gössner (* 13. Februar 1948 in Tübingen) ist ein deutscher Rechtsanwalt, Publizist, parlamentarischer Berater und Bürgerrechtsaktivist. … Am 3. Februar 2011 urteilte das Verwaltungsgericht Köln, dass die andauernde Beobachtung durchgehend rechtswidrig gewesen sei. Es konnte im vom Bundesamt für Verfassungsschutz vorgelegten Material keine Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen finden. Dieses Urteil wurde durch das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in Münster bestätigt, wonach diese Langzeitüberwachung rechtswidrig war. Wegen grundsätzlicher Bedeutung ließ das Gericht jedoch die Revision zum Bundesverwaltungsgericht zu. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_G%C3%B6ssner (28. März 2018)

lemonhorse / 15 April 2018 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #48… ]

Nachtrag (16.04.2018) I: Der Tod ist real. Die Schmerzen sind real. Aber die Politik des Westens ist surreal. – Jakob Augstein, http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-krieg-auch-der-westen-traegt-schuld-a-1203096.html

dieter-ploetze 16.04.2018, 16:15 (50. Kommentar). “ … die moralische hygiene die haelt der westen jetzt vergleichbar hoch, wie vor dem mauerfall die DDR. auch da hiesss es schon in der schule, die UdSSR wuerde aufruesten fuer den frieden, dagegen der westen fuer den krieg. bomben fuer den frieden die einen, bomben um zu toeten die anderen. genau damit arbeitet nun der westen, nur mit umgekehrten vorzeichen. von der rechtshygiene laesst sich auch nichts gutes sagen, die ist verlogen, offensichtlich ohne skrupel. …“ | http://www.spiegel.de/forum/politik/bomben-auf-syrien-unser-krieg-thread-739593-6.html#postbit_64358743

I) “ … Arthur Ponsonby, 1. Baron Ponsonby of Shulbrede (* 16. Februar 1871; † 23. März 1946) war ein britischer Staatsbeamter, Politiker, Schriftsteller und Pazifist. …. Anne Morelli systematisierte und aktualisierte [Arthur Ponsonbys] Darstellung in Zehn Regeln der Kriegs-Propaganda:

1) Wir wollen den Krieg nicht.
2) Das gegnerische Lager trägt die alleinige Verantwortung.
3) Der Führer des Gegners hat dämonische Züge („der Teufel vom Dienst“).
4) Wir kämpfen für eine gute Sache.
5) Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.
6) Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, bei uns handelt es sich um Versehen.
7) Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
8) Angesehene Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
9) Unsere Mission ist heilig.
10) Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, steht auf der Seite des Gegners (Verrat).

…“ Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Ponsonby,_1._Baron_Ponsonby_of_Shulbrede (15. Oktober 2017)

II) “ … Die USA haben ihre gemeinsam mit Großbritannien und Frankreich ausgeführten nächtlichen Luftschläge in Syrien zum Erfolg erklärt. …“ | http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-04/syrien-usa-luftangriffe-giftgas-einsatz-ostghuta-russland-un-sicherheitsrat

G. Riedel #1: “ … Die USA und GB benutzten Phosphorbomben im Irak und Syrien. Die Menschen sterben qualvoll an Verbrennungen und den hochgiftigen Phosphordämpfen. Dazu kommen die Gase der brennenden Materialien in der Umgebung. Die moralische Entrüstung westlicher Politiker über „Giftgas“ ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten. …“

LeChuck81 #1.48: “ … Und jetzt? Ist jetzt der Einsatz von Giftgas nicht so schlimm weil Phosphor auch nicht so schlimm ist? Darf man Assad nicht für Giftgas kritisieren, aber die USA und GB für den Einsatz von Phosphor? Oder wie darf ich Sie verstehen? Ich erkenne hier eine starke Doppemoral Ihrerseits. …“

low-life #1.9 “ … „Ihre moralische Entrüstung sollte sich mindestens genau so gegen Assad, Putin und den Iran richten.“ – Man ist gut beraten, zunächst im eigenen Stall auszumisten …“

“ … Die Bundesregierung hat die Luftangriffe gelobt, an denen sie selbst sich nicht beteiligen wollte. …“ | http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-04/luftschlaege-syrien-bundesregierung-russland-diplomatie-giftgas

Boomerang66 #1.17: “ … Was würden Sie sich mehr als alles andere Wünschen, wenn es in Deutschland seit mehr als 8 Jahren Mörsergranaten und Bomben hageln würde? Was würden Sie sich wünschen, wenn bereits 2 Mio Deutsche getötet worden wären? Was würden Sie sich wünschen, wenn Sie zu den 20 Mio gehören würden, die auf der Flucht sind und ihre Heimat verloren haben? Mehr Bomben und Raketen? …“ | http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-04/luftschlaege-syrien-bundesregierung-russland-diplomatie-giftgas?cid=19387053#cid-19387053

III)

via

lemonhorse / 14 April 2018 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Symbolische Formen (Ernst Cassirer) #1 … ]


Bild via (Symboliska former, filosofisk antropologi)

“ … Ernst Alfred Cassirer (* 28. Juli 1874 in Breslau; † 13. April 1945 in New York) … forschte und lehrte zunächst in Berlin, ab 1919 als Philosophieprofessor an der Universität Hamburg. 1933 wurde ihm als Juden dort der Lehrstuhl entzogen. … Kunst ist für Cassirer Arbeit an der Form. Ob sie der Forderung der Natur-Nachahmung folgt, oder die Innerlichkeit zum Ausdruck bringt, stets vollzieht sie sich in einem Medium. Dieses Medium, in welchem sich die Formgebung vollzieht, ist untrennbar mit der Kunst verbunden … Indem die Kunst dem Menschen die Möglichkeit bietet, seine Gefühle im Werk der Kunst herauszustellen und zu fixieren, hilft sie die Emotionen zu objektivieren. … Dabei bedeutet die ästhetische Freiheit nicht stoische Apathia und Abwesenheit von Gefühlen und Leidenschaften, sondern lediglich, dass das Zwang- und Affekthafte der Gefühle überwunden wird. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Cassirer (8. März 2018)

Harry Pross (31. Mai 1985): “ […] Der deutsche Philosoph Ernst Cassirer war siebzig Jahre alt, als er am 13. April 1945 in Princeton NJ tot umfiel. Ein paar Jährchen jünger als das „Deutsche Reich“, hat er dessen Ende doch nur um ein paar Tage verfehlt. … Ernst Cassirer hat in den letzten Lebensjahren versucht, den von ihm entwickelten Begriff der symbolischen Form allgemein verständlich zu machen. In Göteborg erschienen 1942 fünf Studien „Zur Logik der Kulturwissenschaften“, in New Haven und London 1944 „An Essay on Man“ als Einführung zu einer Philosophie der Kultur. Cassirer versteht den Menschen als „animal symbolicum“, das Lebewesen, das Symbole hat. … Für Cassirer lautet die Essenz: „Unsere Wissenschaft, unsere Dichtung, unsere Kunst und unsere Religion sind nur die obere Decke einer viel älteren Schicht, die in große Tiefe hinabreicht. Wir müssen immer auf heftige Erschütterungen vorbereitet sein, die unsere kulturelle Welt und unsere soziale Ordnung bis in ihre Grundfesten erschüttern können.“ Dies um so eher, als der Mythos machbar ist und seiner Beschaffenheit nach für rationale Argumente undurchdringlich. Die Politik hat keinen festen Boden. Der Rückfall ins Magische droht jederzeit. Die selben Leute, die 1930 den Nationalsozialismus für ein lächerliches Phantasiegebilde hielten, konnten ein paar Jährchen später nicht mehr aus dem Haus gehen, ohne ein politisches Ritual zu zelebrieren und den Hitlergruß zu entbieten. „Und genau wie in primitiven Gesellschaften bedeutete die Vernachlässigung eines vorgeschriebenen Rituals Unglück und Tod. … Cassirers „Mythos des Staates“ vierzig Jahre nach seiner Niederschrift wiedergelesen, assoziiert vieles, was inzwischen durch Anthropologen, Psychologen, Ethnologen und gemischte Ansätze Allgemeingut geworden ist, oder wenigstens sein könnte. Andererseits sehen wir tagtäglich, daß der „moderne“ oder gar „postmodern“ genannte Mensch den Glauben an die soziale Magie nicht aufgegeben hat. In Krisenzeiten überläßt er sich dem Mythos, ob der nun gewachsen ist oder durch Propagandisten verkauft wird. … “ | http://www.zeit.de/1985/23/die-brutalitaet-symbolischer-formen/komplettansicht

lemonhorse / 5 April 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur intrinsischen Logik des Kapitalismus #3 … ]

… Olaf Scholz holt Jörg Kukies, Co-Chef von Goldman Sachs in Deutschland, in sein Ressort. Er wird als Staatssekretär für die Finanzmarkt- und Europapolitik zuständig sein. …“ | Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-03/joerg-kukies-ko-chef-goldman-sachs-staatssekretaer-bundesfinanzministerium

Der unheimliche Mönch #36 “ … Sehr gut. Dann kann er ja seinen reichen Erfahrungsschatz aus der privaten Finanzwirtschaft nun in die Pflege des Gemeinwohls einbringen. …“

Prosaiker #36.1 “ … Der war gut …“

“ … Many Americans can’t remember anything other than an economy with skyrocketing inequality, in which living standards for most Americans are stagnating and the rich are pulling away. It feels inevitable. But it’s not. A well-known team of inequality researchers — Thomas Piketty, Emmanuel Saez and Gabriel Zucman — has been getting some attention recently for a chart it produced. It shows the change in income between 1980 and 2014 for every point on the distribution, and it neatly summarizes the recent soaring of inequality. … Most Americans would look at these charts and conclude that inequality is out of control. The president, on the other hand, seems to think that inequality isn’t big enough. …“ – From: „Our Broken Economy, in One Simple Chart“ By DAVID LEONHARDT (AUG. 7, 2017) —> https://www.nytimes.com/interactive/2017/08/07/opinion/leonhardt-income-inequality.html

lemonhorse / 19 März 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 2 Comments

lemonhorse / 19 März 2018 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Gedanken.Memo, Visual.Notes / 0 Comments

[Zur Begegnungen mit Phantomen #2… ]

spiegel.de (08.03.2018): “ … Echo-Nutzer machten bei Twitter, Facebook oder Reddit darauf aufmerksam, dass ihre Geräte plötzlich ungefragt Geräusche von sich geben. Eigentlich sollen sie nur auf ausdrückliche Aufforderung aktiv werden, bei Alexa funktioniert das beispielsweise über den Sprachbefehl „Alexa“ oder „Amazon“. „Alexa hat sich entschieden, einfach so loszulachen, als ich in der Küche war“, schrieb ein Twitternutzer am 22. Februar, dazu veröffentlichte er ein Video, in dem das „Ha, Ha, Ha“ zu hören ist. Er habe sich erschrocken, schrieb der Nutzer weiter. „Ich dachte, da lacht ein Kind hinter mir.“ … Andere Nutzer berichteten, Alexa habe ihnen den Schlaf ruiniert; sich nach dem „gruseligen Lachen“ geweigert, Befehle auszuführen; außerdem klinge ihr Lachen wie das einer Hexe. Amazon hat nun offenbar einen Weg gefunden, das Problem zu beheben. „In seltenen Fällen kann Alexa fälschlicherweise die Phrase hören: ‚Alexa, lache'“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens, aus der „Buzzfeed“ und „The Verge“ zitieren. In Zukunft werde Alexa nicht mehr auf diesen Befehl reagieren. Wer sie zum Lachen auffordern wolle, müsse stattdessen sagen: „Alexa, kannst du lachen?“ Diese Phrase sei deutlich weniger anfällig für Missverständnisse. Als Reaktion werde Alexa auch nicht mehr einfach draufloslachen, zitieren die Medien aus der Amazon-Mitteilung. Stattdessen werde sie zunächst sagen: „Natürlich kann ich lachen“ um dann fortzufahren: „Ha Ha Ha“. …“ | http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/amazon-will-alexa-das-unkontrollierte-lachen-abgewoehnen-a-1197007.html

prostetnik 08.03.2018, 05:37 Uhr: Scheint intelligenter zu sein, als ich dachte, wenn
Alexa über die Menschen lacht.

lemonhorse / 9 März 2018 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Journalismus (Drama, Story, Meinung) #22 … ]

“ … Die bürgerliche Mentalität, so die zentrale These Morettis, manifestiert sich weniger in „klaren und eindeutigen Ideen“ als vielmehr in „unbewussten grammatischen Mustern und semantischen Assoziationen“. … Adjektive als „unauffällige Vehikel viktorianischer Werte“ entpuppen sich als machtvolle Strategien der Verleugnung von Herrschaft. „Hatte sich die europäische Bourgeoisie zunächst hinter uniformierte Bataillone geflüchtet, verbarg sie sich nun hinter einem politischen Mythos, der von ihr verlangte, sich als Klasse unkenntlich zu machen; ein Akt der Selbstverschleierung, der durch das unablässige Reden von der ‚Mittelklasse‘ noch erleichtert wurde.“ So sind auch die zahlreichen Einschübe in der Literatur des 19. Jahrhunderts zu verstehen. Figuren, die miteinander spazieren gehen, Ausführungen über das Muster einer Tischdecke, detaillierte Schilderungen der Wetterlage, Plaudereien – Einschübe, die weder für den Fortgang der Erzählung sorgen, noch Hinweise auf Wendepunkte oder Figurenentwicklungen enthalten. … „Der gute Bürger wird nie die Entschlossenheit aufbringen, sich dem schöpferischen Zerstörer entgegenzustellen und ihn aufzuhalten.“ Anhand von Ibsen führt uns Moretti „die Impotenz des bürgerlichen Realismus gegen die Megalomanie des Kapitalismus“ vor Augen. Das ist der Geist der Bourgeoisie, der bis in die Gegenwart weht. … “ | „Die Diskretion der Bourgeoisie“ – Franco Morettis Mentalitätsgeschichte des 19. Jahrhunderts, Friederike Schruhl über Über: „Franco Moretti: Der Bourgeois. Eine Schlüsselfigur der Moderne.“ (Besprochene Bücher / Literaturhinweise, 21.11.2016) | http://literaturkritik.de/id/20358

“ … Uwe Krüger (* 15. Mai 1978 in Leipzig) ist ein deutscher promovierter Diplom-Journalist und Medienwissenschaftler. Schwerpunkt seiner Forschung ist die Unabhängigkeit der Medien. … Zu der Frage, welche Art der Beeinflussung der Journalisten durch die Eliten vorliege, vermutet Krüger, dass „Journalisten mit Eliten-kompatiblen Werten und Meinungen höhere Chancen (haben), Zugang zu den höchsten Kreisen zu bekommen, und die Einbindung in das Elitenmilieu verstärkt dann über die Zeit hinweg die Konformität. Das heißt auch: Journalisten mit Eliten-kompatiblen Meinungen haben bessere Chancen, Karriere zu machen, denn sie können im eigenen Haus und in der Branche mit exklusiven Informationen und hochrangigen Interviewpartnern punkten. Krüger argumentiert mit dem Konzept des sozialen Kapitals Pierre Bourdieus. … Peter Zudeick von der SZ bestätigt, dass Medien zur „Selbstgleichschaltung“ neigen, interpretiert dies aber nicht als Beeinflussung, sondern als selbständige Entscheidung der Journalisten. … Praschl sieht die Ursache für die Angepasstheit der Medien [ ] im Konsumverhalten des Lesers, bei dem die Medienkrise daher gar nicht ankomme. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Kr%C3%BCger (26. Februar 2018)

Michael Meyen (01. März 2018): “ … Über Politik und Wirtschaft wird nicht nur weniger berichtet, sondern auch ganz anders als vor 30 Jahren. Negativer, emotionaler, stärker an Prominenten und Experten aufgehängt und vor allem an Konflikten. Wenn sich zwei streiten, die mächtig sind, dann wird das ein Medienthema. Man konnte das schön sehen, als die Gespräche zwischen SPD und CDU beendet waren. Schulz gegen Gabriel gegen Nahles. Persönliche Befindlichkeiten, Küchenpsychologie. Was sich die beiden Parteien vorgenommen haben, ging dabei völlig unter. … Der Souverän braucht Aufklärung und Wissen und bekommt stattdessen Aufregung und Ablenkung. Die Frankfurter Schule würde sagen: Die Kulturindustrie sorgt dafür, dass wir uns über unsere wahre Lage täuschen, und produziert so Zustimmung. … Gut aussehen und gut rüberkommen. Das ist [ ] nicht das, worum es zum Beispiel in der Schule eigentlich gehen sollte oder in der Politik. … Medien reden von Objektivität und Neutralität, von Ausgewogenheit und Vollständigkeit, produzieren aber genau das Gegenteil: Drama, Story, Meinung. Mein Vorschlag ist: Werft die alten Qualitätskriterien über Bord und konzentriert euch auf Transparenz. Woher ist das Material, wem hilft es möglicherweise, wie steht ihr selbst dazu. … [Marcus Klöckner: Welche Schwachstellen sehen Sie?] … die Nähe zu den Mächtigen und ein Selbstverständnis, das eher auf Mitgestaltung zielt als auf Beobachtung. Uwe Krüger hat das ja in seinen Büchern gut analysiert. Wir sollten aber nicht den Fehler machen, nur auf die Journalisten zu schimpfen. Die Strukturen machen es ihnen nicht leicht. Allein das Bundespresseamt beschäftigt mehr als 400 gut bezahlte Menschen, die nichts anderes machen, als die Welt darüber zu informieren, was Angela Merkel und ihre Minister so tun. Mehr als 400 Menschen, die Nachrichten produzieren, Dossiers, zitierfähige Sätze und die sich auch sonst in jeder Hinsicht darum kümmern, dass Politik und Politiker gut dastehen da draußen. Die Presseleute der Ministerien, der Parteien und der Abgeordneten sind da noch gar nicht mitgerechnet. Auch deshalb tut der politische Journalismus gut daran, sich neu zu erfinden und darüber zu reden, wie man die öffentliche Aufgabe erfüllen kann in einer Welt, die vom Imperativ der Aufmerksamkeit beherrscht wird. …“ | Aus: „“Medien reden von Objektivität und Neutralität, produzieren aber genau das Gegenteil“ Marcus Klöckner (01. März 2018), https://www.heise.de/tp/features/Medien-reden-von-Objektivitaet-und-Neutralitaet-produzieren-aber-genau-das-Gegenteil-3978378.html

lemonhorse / 1 März 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #10… ]

Das Imaginäre ist ein Sammelbegriff für alles „Bildhafte“. … Bei Lacan bezeichnet „das Imaginäre“ eines der drei Register des Psychischen. Das Imaginäre ist bildhaft und dual organisiert und wird insbesondere im Spiegelstadium ausgebildet. Es ist der Ort der Selbstidentifikation, des Selbstbildes, aber auch des Verkennens und der Täuschung. … | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Imagin%C3%A4re (31. Oktober 2015)

Petra Schneidhofer [Geoarchäologin und arbeitet am Ludwig-Boltzmann-Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie in Wien.] (22. Februar 2018): “ … Prähistorische Felsbilder gehören zum Spannendsten, was die Archäologie zu bieten hat. …“ | https://derstandard.at/2000074726740/Die-praehistorischen-Felsbilder-von-Tanum-unter-dem-Laserscanner

schrotti 22.02.2018: “ … Die Grafitis der Urzeit – Heute wird man dabei bestraft …“


https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Bild_(newspaper)?uselang=de#/media/File:Sticker_graffiti.jpg

“ … „Bild“ hatte von angeblichen E-Mails berichtet, die dem Blatt zugespielt worden seien, deren Echtheit sich aber nicht belegen ließe. Demnach soll ein Russe namens „Juri“ aus St. Petersburg Kühnert Unterstützung bei der Kampagne gegen die Neuauflage der Großen Koalition angeboten haben. Kühnert habe diese Hilfe gerne angenommen, so der angebliche Informant. …“ | https://www.tagesschau.de/inland/jusos-russland-101.html

Am 16. Februar 2018 um 19:02 von SvetIana: “ … Deutschland sei auf der Hut. …“

Am 16. Februar 2018 um 15:11 von AKraft: “ … Eine gefühlte Wahrheit! …“

Am 16. Februar 2018 um 16:47 von stöberkarl “ … Jusos und Russen – Gerüchte über diese Verbindung gab es doch schon bei den 68ern, wie dem Ex Juso Vorsitzenden Gerhard Sch., (heute Gazprom). …“

Am 16. Februar 2018 um 17:13 von BoMbY: “ … Langsam wird’s wirklich lächerlich. Wann immer es einem passt wird jetzt „der Russe“ aus dem Hut gezaubert …“

Am 16. Februar 2018 um 16:26 von altmatzi: “ … Da die Mehrheit der Menschen über dieses Blättchen Bescheid weiß, ist es mehr als Werbung für die JUSO’s zu betrachten. …“

“ … „Eine anonyme Mail, zwei, drei Anrufe – und Bild druckt alles, was ihnen in die Agenda passt“, feixte die „Titanic-„Redaktion. Die „Bild“ hatte in dieser Woche in der Sache sogar noch einmal nachgelegt und die vielfach kritisierte Berichterstattung verteidigt. … Nach Angaben des Branchendienstes meedia.de hatte die Zeitung unter der Überschrift „Neue Schmutzkampagne bei der SPD“ darüber berichtet, dass ein angeblicher Russen-Troll Juso-Chef Kevin Kühnert via Mail Vorschläge unterbreitet haben soll, den SPD-Mitgliederentscheid mit Hilfe von Bots zu beeinflussen. Laut den Mails soll sich Kühnert offen für die Vorschläge gezeigt haben. Allerdings war schnell erkennbar, dass es sich bei den Mails um Fälschungen handeln musste, auch deshalb weil die angebliche Absenderadresse @jusos.de bei der SPD gar nicht verwendet wird. „Bild“ brachte die Story trotzdem in großer Aufmachung, erst ganz am Ende des Artikels fand sich ein Hinweis, dass es für die Echtheit der Mails keine Belege gibt. … Über seinen Sprecher ließ Kühnert erklären: „Wir haben von Anfang an gesagt, dass das eine plumpe Fälschung ist. Jetzt ist es halt ein witziger Fake.“ Weniger witzig sei, „dass die ,Bild‘ auf diese fragwürdigen Informationen eine mehrtägige Berichterstattung aufgebaut hat, die jeder Grundlage entbehrte.“ …“ | https://www.tagesspiegel.de/medien/gefaelschte-e-mails-zu-spd-titanic-legt-offenbar-bild-rein/20986520.html

db0815 21.02.2018, 13:06 Uhr: “ … Was für ein Schock. Ich dachte bisher immer, die BILD erfindet ihre Stories komplett selbst. Dabei schreiben die auch nur ab. …“

Kapitel 21.02.2018, 13:07 Uhr: “ … Das Titanic-Magazin als Notarzt für die SPD? …“

acme17 21.02.2018, 15:14 Uhr: “ … Da sind die Grenzen der Satire überschritten worden. Jetzt aber echt! …“

f.strassner 21.02.2018, 21:35 Uhr: “ … Also ich gehe wirklich immer mehr davon aus, dass auch dieses ganze AfD-Ding ein Titanic-Fake ist. …“

klauschristiankoch 21.02.2018, 14:24 Uhr: “ … Schlechte Recherche gibt es nicht nur bei BILD! Die öffentliche Erregung ist scheinheilig! …“

philoktes 21.02.2018, 13:55 Uhr: “ … Die Leser nehmen das Blatt zumeist eh nicht so ernst. Als deutscher Rekordmeister im Sammeln der Rügen des Presserates wird die Zeitung wohl einfach so weiter machen. …“

iGELig 21.02.2018, 14:20 Uhr – Antwort auf den Beitrag von philoktes 21.02.2018, 13:55 Uhr: “ … Ich bin sicher, dass „Bild zum Spaß lesen“ die Meinung beeinflusst. Das ist wie Werbung, da glaubt auch niemand, dass er sich davon beeinflussen lasse. Aber die Wirtschaft wird wohl kaum Milliarden investieren, wenn es nicht tatsächlich funktioniert. …“

ratso 21.02.2018, 13:29 Uhr: “ … Ich hoffe der Herr Lagerfeld hat kein copyright für den Spruch „Wer Bild liest hat die Kontrolle über sein Leben verloren“. …“

spreeathen 21.02.2018, 12:35 Uhr: “ … Weiter heißt es bei Titanic noch: „Ich kann Volkschefredakteur Julian Reichelt und seine Leute verstehen: Wie soll man solche Fälschungen erkennen, wenn man unbedingt eine Kampagne fahren will?“ Außerdem hätte es „dieser Bengel Kühnert auch einfach verdient“: „Da sind wir uns mit Reichelt einig: Milchgesichter mit starken Meinungen sollten in Deutschland nichts zu sagen haben. Es sei denn, sie verleumden Ausländer, Obdachlose und leichte Opfer.“ Zudem sei es schlicht sauberer Profijournalismus, „exklusiv irgendwelche Mails zu veröffentlichen und dabei so zu tun, als berichte man über eine Kampagne anderer.“ …“

Jan Sternberg/RND (21.02.2018): “ … Der Axel Springer Verlag betonte gegenüber dem RND, die Echtheit der Mails „haben wir immer deutlich in Frage gestellt und journalistisch eingeordnet“. Ganz am Ende der Titelgeschichte vom Freitag findet sich der Satz: „Für die Echtheit gibt es keinen Beweis.“ Die Frage, warum der angebliche Mailverkehr trotzdem zum Titelthema wurde, blieb gestern unbeantwortet. …“ | http://www.kn-online.de/Nachrichten/Medien/Titanic-foppt-die-Bild-Zeitung

lemonhorse / 22 Februar 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur Dopaminmaschine #1… ]

Christian Stöcker (11.02.2018 ): “ … Der Algorithmus optimiert das Angebot für maximale Sehdauer, „nicht für das, was wahr, ausgewogen oder gut für die Demokratie ist“, so der ehemalige Entwickler. … Bei YouTube laufen Videos über Selbstmordattentäter gut, Horrorversionen von Kinder-Cartoons, Verschwörungstheorien. All das, was man Facebook seit der US-Wahl vorgeworfen hat, trifft auf YouTube mindestens ebenso zu – was daran liegt, dass beide Plattformen von Algorithmen sortiert werden, die auf „Engagement“ hin optimieren. Dabei werden verhaltenspsychologische Methoden eingesetzt, die Interaktion ohne Denken möglichst einfach machen sollen. … Natürlich gibt es schon lange Medien, denen es primär um Reichweite geht – eine der ersten Billigzeitungen der USA im 19. Jahrhundert machte Auflage mit erfundenen Geschichten über dauergeile Mondwesen. Damals aber mussten Verleger noch raten, welches Gift dem Publikum besonders gut schmecken würde. Heute macht man das empirisch, mit globalen Maschinen, die aus einem ständig wachsenden, kostenlosen Fundus an Schrott und Horror die messbar quotenträchtigsten Häppchen heraussuchen und automatisch servieren. … Auf den Hinweis, dass der Empfehlungsalgorithmus offenbar Trump gegenüber Clinton bevorzugte, antwortete eine YouTube-Sprecherin dem „Guardian“, das reflektiere eben „das Zuschauerinteresse“. …“ | http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/youtube-facebook-co-sehend-ins-verderben-kolumne-a-1192615.html

clausde (11.02.2018):“ … Machen wir nicht einen gedanklichen Fehler wenn wir Klicks mit zustimmenden Interesse gleichsetzen? Ich schaue mir durchaus Videos z.B. über Flat Earther an. Aber nicht weil ich nicht wüsste, dass unser Planet ein Geodit ist, sondern weil mich interessiert welcher Typ Mensch dahinter steckt der an solche Dinge glaubt. Welche Argumente verwendet werden, wie solche manipulativen Videos aufgebaut sind usw. usw. Und das mache ich auch bei anderen völlig abstrusen Themen. Ich bin sicher nicht der Einzige der sich ab und an die Zeit nimmt, die verrückten digitalen Auswüchse der Menschheit kritsch anzusehen. Ein großer Teil unserer digitalen Welt wird durch Werbung finanziert. Was Werbung kosten soll entscheidet die Reichweite des Mediums. Eine Messgröße im Netz sind die Anzahl der Klicks und der Verbleib auf dem Medium. Und genau diese Daten sind für den Grund des Interesses des Nutzers, nicht ausschlaggebend. Anders ausgedrückt: Fahre ich von A nach B nutze ich z.B. eine Autobahn genau wie viele andere Autofahrer. Was wir gemeinsam haben ist die Nutzung der Autobahn. Was wir nicht gemeinsam haben ist das Ziel und der Grund der Nutzung. In der digitalen Welt meinen wir zu erkennen, welche Ausfahrt jemand nimmt (Nutzung des Inhaltes), welches Ziel er ansteuert. Das ist unser Trugschluß. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-1.html#postbit_62540122

kaic (11.02.2018): “ … der Medienkonsum soll kontrolliert werden? – Der Autor drückt den Wunsch nach Inhaltskontrolle zwar nicht aus, impliziert das aber deutlich. Der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen ist, dass Erwachsene nun mal eigenverantwortlich handeln, auch wann manchen das nicht passt. Dem Wortlaut des Autors folgend, währe es ‚Demokratie‘ förderlich wenn einige Eliten die Hand auf den veröffentlichten Inhalten hätte, wie es bei Rundfunk und Print der Fall ist. Zu deren Leidwesen findet man bei YouTube und Co auch fundierte Analysen und Informationen über Lobbyismus, representative ‚Demokratie‘ und den miesen Filz zwischen Regierung/Konzernen/Medien. Schon allein Horror und „Verschwörungstheorie“ in einem Satz zu nennen belegt die Intention dieses Artikels eindeutig. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-1.html#postbit_62540374

oidahund (11.02.2018): “ … YouTube und der ganze Content (Nützliches und auch „Schmarrn“) sind Ausgruck einer freien Gesellschaft! Wer an VT glauben will, der soll es doch tun – war an Götter glaubt, der soll es tun […] wer die eine freie Gesellschaft abschaffen will, der will die Informationen kontrollieren, die der Gesellschaft zur Verfügung stehen. […] Wer sein Gehirn mit Müll füttern will, der findet überall davon genug: entsprechende Zeitschriften und Bücher, Fernsehen und auch im Internet (egal ob video-Plattform oder Websites). Dagegen hilft nur, auch wenn es mühsam ist, Auklärung. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-2.html#postbit_62542019

Anthropos (11.02.2018): “ … Ein erster Hinweis auf diese Gefahr ist das merkwürdig befremdende Gefühl, das einen zunehmend häufig überkommt, wenn man in einem öffentlichen Raum (Ubahn, Café) die in unbeirrbarer Faszination massenhaft auf ihre Bildschirme starrenden Leute sieht. Die Begründung für dieses Potenzial liefert der Autor eigentlich gleich mit: Anders als jedes andere Suchtmittel stellen sich die genannten Medien individuell auf ihre Nutzer ein. Je länger der Nutzer es gebraucht, desto passender werden die Trigger. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-3.html#postbit_62543916

Smartphone wirkt auf Kinder wie eine Droge (2. Oktober 2015 ):“ … Vor allem die Rasanz der Entwicklung beeindruckt Vorderer. „Innerhalb weniger Jahre hat es einen wahnsinnigen Schub gegeben“, sagt er. Das Smartphone habe inzwischen alle Lebensbereiche erfasst. Selbst beim romantischen Dinner liege das Gerät auf dem Tisch, manche nehmen das Smartphone mit ins Bett, morgens ist es das erste, mit dem sich sein Besitzer befasst. … „Wir haben eine dynamische neue Technologie mit großen Auswirkungen auf den Alltag, aber wissen noch nicht, wie wir uns dazu verhalten sollen“, so Vorderer. …“ | http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/news/smartphone-wirkt-auf-kinder-wie-eine-droge-aid-1.5438402

Alexander Markowetz (15. September 2015): “ … Uns wird langsam bewusst, was wir da eigentlich tun. Als wir letztes Jahr unser Menthal-Projekt gestartet haben, gab es ein riesiges Interesse daran. Das hat gezeigt: Es gibt ein Unwohlsein in der Gesellschaft, das sich aufgestaut hat. Die Leute wollen über dieses Thema reden. Man muss ihnen gar nicht sagen: „Ihr habt da ein Problem“ – das ist ihnen längst klar. … Dieser „Homo Digitalis“, der den Großteil seiner Funktionalitäten durch digitale Medien abwickelt, ist bei den 17- bis 25-Jährigen der Standard. … Apps wie beispielsweise Tinder machen uns abhängig. Wir bekommen immer wieder neue Gesichter zur Bewertung angeboten. Mal hübsche, mal hässliche. Das lässt uns immer weitermachen, weil wir immer wieder einen neuen Überraschungsmoment erleben wollen. Dieser Dopaminschub treibt uns an. … Tinder ist de facto ein Glücksspielautomat. Es geht schließlich noch nicht mal darum, dass man sich hinterher trifft. Und indem Tinder Ihnen immer nur eine bestimmte Zahl an Frauen anzeigt, werden Sie immer wieder aufs Neue in die App gelockt. Das wird zu einem unterbewussten Automatismus. Bei einem News-Junkie ist es dasselbe: Er geht immer wieder in Nachrichten-Apps, um zu schauen, was es Neues gibt. Würde er die News hingegen schon morgens komplett als PDF bekommen, würde er sich nicht dafür interessieren. Es geht ihm also gar nicht um die Nachrichten als solche, sondern nur darum, seine Dopaminmaschine irgendwie am Laufen zu halten. Und darauf setzen alle diese Apps. … Ich glaube, dass es zum Beispiel in Partnerschaften oder unter besten Freunden extrem sinnvoll ist, darüber nachzudenken, wie man kommunizieren will. … Das Zentrale an dieser gesamten Digitalisierung ist doch: Die Digitalisierung ist keine einmalige Revolution, die irgendwann vorbei ist und an deren Ende man irgendwann angekommen ist, sondern sie frisst alle fünf Jahre ihre Kinder. Wir müssen lernen, mit diesem Wandel umzugehen. Und dieser Wandel wird im Zweifelsfall immer noch schneller und radikaler. … “ | https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region/wenn-das-handy-den-alltag-bestimmt-die-neue-droge-heisst-smartphone-1.1180011 (‚Wenn das Handy den Alltag bestimmt: Die neue Droge heißt Smartphone‘, Tobias Goltz (15. September 2015))

Simon Hurtz (14. Februar 2018): “ … In seinem Song „Ten Crack Commandments“ stellt Rapper Notorious B.I.G. zehn Regeln für Drogendealer auf. Tipp Nummer vier: „Never get high on your own supply!“ Lass ja die Finger von dem Zeug, das du verkaufst! … Risiken und Nebenwirkungen von Smartphones und sozialen Medien sind weniger offensichtlich. Doch [ ] im Silicon Valley regt sich Widerstand, und er wird immer stärker. Anfang Februar riefen etliche prominente Tech-Entwickler das Center for Humane Technology ins Leben. „Technologie nimmt unseren Verstand und die Gesellschaft in Geiselhaft“, warnen die Gründer. … Harris spart nicht an drastischen Vergleichen: Moderne Technologien … [wie] Facebook, Youtube und Snapchat löse[n] eine „Erosion menschlichen Denkens“ aus. Die Abhängigkeit der Nutzer von ihren Geräten und Apps sei das „drängendste Problem der Gegenwart“, das zwischenmenschliche Beziehungen und sogar die Demokratie schädige. … Facebook und Instagram nutzten die Verletzlichkeit der menschlichen Psyche gezielt aus. … Justin Rosenstein … vergleicht Snapchat mit Heroin … Das sehnsüchtige Warten auf Facebook-Likes nennt er ein „Pseudo-Vergnügen“, ebenso oberflächlich wie verführerisch. Das ist bemerkenswert, denn Rosenstein hat den Like-Button 2007 miterfunden. „Es kommt oft vor, dass Menschen mit den besten Absichten Dinge erfinden, die später negative Auswirkungen haben“, sagte er dem Guardian. Seine frühere Kollegin Leah Perlman, ebenfalls an der Entwicklung des Like-Buttons beteiligt, nutzt mittlerweile eine Browser-Erweiterung, die den Facebook-Newsfeed blockiert. … Sie selbst will den Newsfeed nicht mehr anschauen. Sie sagt: „Ich checke [Facebook] und fühle mich schlecht.“ … Der ehemalige Facebook-Manager Chamath Palihapitiya fühlt „ungeheure Schuld“, weil er mitgeholfen habe, Werkzeuge zu entwickeln, die den sozialen Zusammenhalt zerstörten. Facebooks „Dopamin-getriebene Feedback-Loops zerstören die Grundlagen unserer Gesellschaft“, sagte Palihapitiya auf einer Stanford-Veranstaltung im vergangenen November. … “ | Aus: „Silicon Valley – Liebe Menschheit, es tut uns leid“, Quelle: http://www.sueddeutsche.de/digital/silicon-valley-liebe-menschheit-es-tut-uns-leid-1.3866283

lemonhorse / 15 Februar 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

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