Kategorie: Daten.PolitixMicro

[Andacht und Erschütterung #1… ]

…die elektronischen „Prothesen“ machten aus dem Denkapparat des Menschen einen „Flipperautomaten“…
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“ … Bildarten stellen „expressive Ausdrucksformen der menschlichen Psyche“ dar, die sich „überall in verwandten Strukturmustern und Symbolen äußert …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Bildinterpretation
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Andacht und Erschütterung – Screenshot aus dem Internet-Bildermeer: ntv (22.09.2022)

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Klaus Wolschner (2016): “ … Der Mensch nutzt einen „psychischen Apparat, der vor 10.000 und mehr Jahren als Anpassung an damalige Umwelten entstanden ist“. Die Werkzeuge dieser Anpassung liegen im Bereich der Kultur, die Karl Eibl daher als „Zwischenwelt“ bezeichnet. … “ | Aus: „Mediale Fiktionen sind Bausteine der menschlichen Kultur“ (Texte zur Geschichte und Theorie von Medien & Gesellschaft) | http://www.medien-gesellschaft.de/html/medien-fiktionen.html
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Klaus Wolschner (2019): “ … Die visuellen Vorstellungen sind nicht nur nachträgliche Illustrationen der gedachten Worte. Rund ein Drittel der menschlichen Hirnrinde dient der Verarbeitung von Seh-Eindrücken. Das Wort „Bilder“ im heutigen deutschen Sprachgebrauch meint meist Filmbilder, fotografische Abzüge, technische hergestellte Abbildungen von Natur- und Alltags-Situationen, die durch den Menschen mit Bedeutung ausgestattet wurden. Die frühe Form der Bilder waren die räumlichen Artefakte – Skulpturen, architektonische Monumente. Im Althochdeutschen bedeutete „bilidi“ Sinnbild, Zeichen mit Zauberkraft. … Wissenschaft, Kunst und Religion sind für Freud jene großen Illusionen, die von der Realität – und vor allem von ihren negativen Ausprägungen – ablenken. Sigmund Freud nannte sie die „Ersatzbefriedigungen, die (das Elend der Welt) verringern, Rauschstoffe, die uns für dasselbe unempfindlich machen“. Die schöne, neue Medienwelt wäre in dieser Perspektive die Vollendung des Rausches. …In der aktuellen Diskussion wird warnend auf Anzeichen für ein verstärktes Auftreten von Aufmerksamkeitsdefizit hingewiesen, die elektronischen „Prothesen“ machten aus dem Denkapparat des Menschen einen „Flipperautomaten“. Stehen wir an einem mediengeschichtlichem Wendepunkt, weil das zurückgelehnte, entspannte Denken, das Lesen eines langen Textes, dieses Lesen, bei dem man das Buch über Tage mit sich herumträgt, ins Cafe, an den Fluss, ins Bett, uns immer weniger möglich sein wird? Diese Kritik ist, sozialgeschichtlich betrachtet, elitär. … Nie waren wir so informiert, so kommunikativ vernetzt wie heute. Deutlich mehr Menschen als früher lesen, und wir lesen mehr als im Zeitalter des Papiers. Wir tauschen tausend Mal mehr elektronische Informationen aus als die Briefpost tragen konnte, wir sehen Bilder von allen möglichen Plätzen der Welt und aller möglichen Phantasie-Produkte. Schaubilder erklären uns, was wir früher nie zu hinterfragen gewagt hätten. Mancher literarischer Kulturkritiker findet es beunruhigend, dass in den elektronischen Medien eine „zweite Wirklichkeit“ entsteht, die zunehmend mit der „eigentlichen“ Wirklichkeit überlagert – als wäre das tradierte Wirklichkeits-Bewusstsein mehr als ein kulturell konstruiertes geistiges Bild der materiellen Umwelt. Das scheinbar „normale”, uns so selbstverständlich gewordene, tradierte Wirklichkeits-Bewusstsein ist im Grunde selbst schon immer eine „zweite Wirklichkeit” gewesen, wenn man so will, die Bilder der elektronischen Kultur höchstens eine Variante davon oder eine „dritte”. …“ | Aus: „Bild gegen Schrift? Schöne neue Medienwelt?“ (Texte zur Geschichte und Theorie von Medien & Gesellschaft) | http://www.medien-gesellschaft.de/html/x_bild_gegen_schrift.html

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Screenshot aus dem Internet-Bildermeer: „Live-Grafiken“ (tagesspiegel.de, 24.09.2022)

[RWF #13… ]

„Lili Marleen“ (Fassbinder, 1980) … [Lexikon des internationalen Films: „Weithin frei gestaltete kolportagehafte Geschichte um den Erfolg des Liedes ‚Lili Marleen‘ und dessen Sängerin. Der Halbherzigkeit geballter Manieriertheit der Inszenierung wegen eher langweilig als menschlich oder politisch interessant.“ … ] … “ | —> https://de.wikipedia.org/wiki/Lili_Marleen_(Film)
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Oliver Armknecht (20. Juni 2022): “ … Eines der letzten Werke, an denen der Regisseur [Rainer Werner Fassbinder] arbeitete war „Lili Marleen“ (1981). Benannt wurde es nach dem gleichnamigen Lied, welche die Sängerin Lale Andersen in den 1930ern weltberühmt machte. Der Film orientiert sich auch an ihrem Leben, wenngleich Fassbinder und die anderen Drehbuchautoren sich recht viele Freiheiten herausnahmen. … Die Kritikpunkte [an dem Film] waren [ ] vielfältig, reichten von übertriebenen Manierismen über eine Anbiederung an die Nazi-Ästhetik bis zu einer Oberflächlichkeit bei der Behandlung der Themen. An potenziellen Diskussionspunkten mangelt es dabei in „Lili Marleen“ nicht. Das wichtigste ist natürlich, wie bei dem Lied, aber auch der Sängerin Unterhaltung und Politik miteinander vermischt wurden. Dabei zeigt sich eine interessante Ambivalenz, wenn die von Sehnsucht geprägten Texte über ein mögliches Wiedersehen den Nerv der Zeit trafen, gleichzeitig der Führung auch ein Dorn im Auge waren – zu melancholisch, zu pessimistisch. …“ | https://www.film-rezensionen.de/2022/06/lili-marleen/
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// Matthew Cheney (November 21, 2014): “ … I attended a screening of Rainer Werner Fassbinder’s 1980 film Lili Marleen at the Fassbinder: Romantic Anarchist series at Lincoln Center last weekend, and it was an extraordinary experience. … Elsaesser suggests that Lili Marleen can be seen within the context of some of the other films Fassbinder made around it: the three films of the BRD trilogy [—> https://en.wikipedia.org/wiki/BRD_Trilogy] — shot out of sequence — are held together by the possibility that they form sequels. If we add the film that was made between Maria Braun and Lola, namely Lili Marleen which clearly has key themes in common with the trilogy, then Lili Marleen’s status in the series might be that of a „prequel“ chronologically: 1938-1946 Lili Marleen, 1945-1954 Maria Braun, 1956 Veronika Voss, 1957 Lola. Four women, four love stories, four ambiguous gestures of complicity and resistance. …“ | https://mumpsimus.blogspot.com/2014/11/fassbinders-lili-marleen.html

// “ … Elsaesser schlägt vor, dass Lili Marleen im Kontext einiger anderer Filme zu sehen ist, die Fassbinder um sie herum gedreht hat: Die drei Filme der BRD-Trilogie – aus der Reihe gedreht – werden durch die Möglichkeit zusammengehalten, dass sie Fortsetzungen bilden. Wenn wir den Film hinzufügen, der zwischen Maria Braun und Lola gedreht wurde, nämlich Lili Marleen, der eindeutig Schlüsselthemen mit der Trilogie gemeinsam hat, dann könnte Lili Marleens Status in der Serie chronologisch der eines „Vorläufers“ sein: 1938-1946 Lili Marleen, 1945-1954 Maria Braun, 1956 Veronika Voss, 1957 Lola. Vier Frauen, vier Liebesgeschichten, vier zweideutige Gesten der Komplizenschaft und des Widerstands. …“
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// Fassbinder’s Germany – History Identity Subject (Thomas Elsaesser, FILM CULTURE IN TRANSITION – AMSTERDAM UNIVERSITY PRESS, 1996): “ … [‚… wie einst? LILl MARLEEN‘] … Fassbinder became increasingly concerned with the historical moments of rupture (the inflation period, World War, and the early postwar years), and he redefined melodrama as his way of deconstructing the hidden discursiveness in the realm of history, social reality, and the psyche, on the basis of a rigorous and everywhere enforced celebration of the arbitrary. Hence the textuality of his later films which parody the social text that is monopoly capitalism. LILI MARLEEN develops in a series of gags and jokes in order to point to the logic, this time by no means arbitrary, governing the economic and symbolic systems by which our society reproduces its power relations and thus lives its history. … The identification in LILI MARLEEN of mass coercion with mass consumption (show business and the electronic ‚global village‘ of radio and later, television) is interesting …“

// Fassbinder’s Deutschland – Geschichte Identität Subjekt (Thomas Elsaesser, 1996): “ … [‚… Wie einst? LILl MARLEEN‘] … Fassbinder befasste sich zunehmend mit den historischen Bruchmomenten (Inflationszeit, Weltkrieg und die frühen Nachkriegsjahre) und definierte das Melodrama neu, um die verborgene Diskursivität im Bereich der Geschichte, der sozialen Realität und der Psyche zu dekonstruieren. Auf der Grundlage einer rigorosen und überall erzwungenen Zelebrierung des Beliebigen. … LILI MARLEEN entwickelt sich in einer Reihe von Gags und Witzen, um auf die diesmal keineswegs willkürliche Logik der ökonomischen und symbolischen Systeme hinzuweisen, mit denen unsere Gesellschaft ihre Machtverhältnisse reproduziert und damit ihre Geschichte lebt. … Die Gleichsetzung von Massenzwang mit Massenkonsum (Showbusiness und das elektronische „globale Dorf“ von Radio und später Fernsehen) bei LILI MARLEEN ist … interessant. …“
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// Thomas Elsaesser (1943 – 2019) | https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Elsaesser | https://www.perlentaucher.de/autor/thomas-elsaesser.html

[Zeit im Bild #60 … ]

Hans-Christian Ströbele, Horst Mahler und Otto Schily Anfang der 70er Jahre. Mahler ist der Angeklagte, die beiden anderen sind seine Verteidiger. … Der Film [„Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte“ (Birgit Schulz, 2009)] verfolgt die Biografien von drei Männern, die einer Generation angehören und die sich in der selben bundesdeutschen Wirklichkeit entwickelt haben. Regisseurin Birgit Schulz untersucht, was diese Männer geprägt hat, was sie in Bezug auf ihre politischen Ideale verbunden hat, und an welchen Punkten die drei unterschiedliche Wege eingeschlagen haben, um am Ende Gegner zu werden … Was in den einzelnen Biografien auf den ersten Blick widersprüchlich aussieht, ist für die Beteiligten logisch. Denn in sich haben alle drei Lebensläufe eine gewisse Konsequenz. Und zumindest behauptet jeder, sich treu geblieben zu sein … | Zu: „Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte“ (08.09.2015)| Quelle: https://www1.wdr.de/fernsehen/wdr-dok/sendungen/die-anwaelte-124.html // “ … „Die Gemeinsamkeit, die bei den drei früheren „Linksanwälten“ über alle Gräben in dem Film spürbar wird, ist eine Lust an der Dissidenz. Darin sind sie nicht nur Erben der Revolte von 1968. In ihren Biographien entfalten sich auch die verschiedenen Facetten, Triumphe wie Abgründe, eines libertären Freiheitsverständnisses, das sich aus Gesinnungsethik und Widerstandsgeist speist. Es ist das Verdienst dieses irritierenden, hochspannenden Dokumentarfilms, dass er die Fragen an diese Biografien an uns weiterreicht.“ – Rüdiger Suchsland [(2009)] …“ —> https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Anw%C3%A4lte_%E2%80%93_Eine_deutsche_Geschichte (04. Juli 2020)
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Michael Sontheimer (31.8.2022): “ … Der junge Ströbele war ein schlechter Schüler und Elvis-Presley-Fan; kein an Politik interessierter Linker, sondern Leser von Springers Tageszeitung Die Welt. Erst bei der Bundeswehr erwachte sein rebellischer Geist, er schrieb zahlreiche Beschwerden für Kameraden und verweigerte seine Beförderung zum Gefreiten. Andererseits gewann er bei einem Schießwettbewerb einen Hubschrauberflug über der Lüneburger Heide. Sein Jurastudium in Heidelberg und West-Berlin betrieb er nicht übereifrig, schon vor dessen Abschluss heiratete er 1967 die Diplomatentochter und Schauspielerin Juliana Gregor, mit der er bis zuletzt zusammenlebte. Der entscheidende Wendepunkt seines Lebens war der 2. Juni 1967 in West-Berlin. Nachdem bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien der Student Benno Ohnesorg von dem Kriminalbeamten Karl-Heinz Kurras erschossen worden war [–> https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Kurras], heuerte der Justizreferendar Ströbele bei dem bekannten Anwalt Horst Mahler [–> https://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Mahler] an, der linke Studenten verteidigte. Zwei Jahre später gründete er mit ihm und Klaus Eschen das erste „Sozialistische Anwaltskollektiv“. … Bei den Grünen zählte Ströbele zu den „Fundis“ oder „Fundamentalisten“ und lieferte sich harte Kämpfe mit dem Ober-Realo Joschka Fischer und dessen Anhängern. Die Realos wollten so schnell wie möglich in die Regierung, Ströbele wollte an grünen Prinzipien festhalten. … Der Einmarsch der Russen in der Ukraine hat ihn zuletzt schwer erschüttert. Das hatte er Putin nicht zugetraut. Aber er hätte auch seiner eigenen Partei, den Grünen nicht zugetraut, sich an die Spitze derer zu stellen, die mit schweren Waffen die Ukraine verteidigen wollen. Am Montag ist Christian in seiner Wohnung in Moabit am Ufer der Spree gestorben. …“ | https://taz.de/Christian-Stroebele-ist-gestorben/!5878473/

[Positur #3 … ]

Theatergruppe „Ludovica Rambelli Teatro“ (2018) –> https://youtu.be/nIeyulbiB0A
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“ … Eine Gruppe aus Künstlerinnen und Künstler in Sutri / Italien hatte, gefilmt von Simone Calcagni, 13 berühmte Gemälde von Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571 – 1610) in lebendig nachgestellt. Die damals noch erschütternd neuartige, zum Realismus zwingende Hell-Dunkel-Malerei des Chiaroscuro, bei Caravaggio bis zum sog. Tenebrismus getrieben, eignet sich dafür besonders gut. … Soweit ich es entziffern konnte, finden Sie hier die folgende Gemäldereihe:
01– El Santo entierro – Die Grablegung Christi
02 – El éxtasis de María Magdalena – Die Ekstase von Maria Magdalena
03 – El martirio de San Pedro – Das Martyrium des Heiligen Petrus
04 – La decapitación de San Juan Bautista – Die Enthauptung Johannes des Täufers
05 – Judith y Holofernes – Judith & Holofernes
06 – La flagelación de Cristo – Die Geißelung Christi
07 – El martirio de San Mateo – Das Martyrium von Sankt Matthäus
08 – La anunciación – Die Verkündigung
09 – Descanso de la huida de Egipto – Die Flucht aus Ägypten
10 – Narciso – Narzissus
11 – La resurrección de Lázaro – Die Wiederauferstehung des Lazarus
12 – El éxtasis de San Francisco de Asís – Die Ekstaste von Sankt Franziskus von Assisi
13 – Bacchus – Bacchus (Dionisos)
…“ | Aus: Michael Blume: „Caravaggio-Gemälde in lebendig – Die Tableaux Vivants“ (28. Aug 2022) | https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/caravaggio-gemaelde-in-lebendig-die-tableaux-vivants/
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https://de.wikipedia.org/wiki/Tableau_vivant
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https://de.wikipedia.org/wiki/Positur


[Kriegsschauplätze #42… ]

Im Westen nichts Neues (1929)

Christian Schröder (25.08.2022): “ … Das Buch, sagte [Regisseur Edward Berger], sei „heute leider relevanter, als wir es erwartet haben“. … Remarques Roman kam 1929 heraus … Er schildert in großer Eindringlichkeit die Brutalität der Schützengrabenkämpfe des Ersten Weltkriegs. Junge Rekruten werden von weit hinter der Front agierenden Politikern und Generälen in den Tod geschickt. Als der Held Paul Bäumer kurz vor Kriegsende von einem Scharfschützen erschossen wird, meldet der Heeresbericht lapidar: „im Westen nichts Neues“. … Als die Hollywood-Verfilmung von Lewis Milestone 1930 ins Kino kam, kam es wegen ihrer pazifistischen Haltung in Deutschland zu scharfen Protesten. Die Nationalsozialisten organisierten eine Kampagne und störten Filmvorführungen, indem sie Stinkbomben zündeten oder weiße Mäuse freiließen. …“ | https://www.tagesspiegel.de/kultur/entscheidung-in-deutscher-vorauswahl-im-westen-nichts-neues-geht-ins-oscar-rennen/28626024.html
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“ … Remarques Bücher wurden während der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland mit dem „Feuerspruch“ „Gegen literarischen Verrat am Soldaten des Weltkriegs, für Erziehung des Volkes im Geist der Wehrhaftigkeit!“ verbrannt. … Seine Schwester Elfriede Scholz, die als Schneiderin in Dresden wohnte, wurde nach einer Denunziation wegen Äußerungen gegen das NS-Regime, wonach der Krieg schon verloren sei, 1943 vom Präsidenten des „Volksgerichtshofs“ Roland Freisler wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und durch das Fallbeil hingerichtet. Freisler sagte im Prozess: „Ihr Bruder ist uns entwischt, Sie werden uns nicht entwischen.“ Remarque erfuhr vom Tod seiner Schwester erst nach Kriegsende und widmete ihr daraufhin seinen Roman Der Funke Leben (1952). …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Maria_Remarque (17. August 2022) // https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Funke_Leben
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Birgit Schütte (21.06.2022): “ … Erich Maria Remarque war nicht nur Schriftsteller, sondern auch ein großer Musikliebhaber. Über 700 Schallplatten befinden sich im Erich-Maria Remarque Friedenszentrum in Osnabrück. … Remarque hat bereits in jungen Jahren angefangen zu komponieren,“ erklärt Schneider, „weil sein ursprünglicher Berufswunsch Musiker war. Er hat Klavier gelernt. Dieser Wunsch wurde dann aber durch die Verwundung an der Hand im ersten Weltkrieg zunichte gemacht. Die Hand war zwar nicht erheblich beschädigt, aber nicht mehr so funktionsfähig, dass er professioneller Musiker hätte werden können.“ Dann wäre Remarques berühmter Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ womöglich nicht geschrieben worden. …“ | https://www.ndr.de/kultur/musik/Teile-von-Remarques-Plattensammlung-zugaenglich,remarquesschallplatten100.html
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(03.06.2022): “ … Die Sammlung umfasst den Angaben zufolge Jazz, Klassik, Filmmusik und Folklore, aber auch Schlager, Chansons und Musicals. Aus Tagebuch-Notizen lässt sich rekonstruieren, dass der Autor des Antikriegsromans „Im Westen nichts Neues“ seine Schallplatten nicht nur spontan erwarb. Remarque sei mit einigen Künstlerinnen und Künstlern wie Fred Astaire, Charlie Chaplin, Arthur Rubinstein oder Cole Porter befreundet gewesen und habe deshalb deren Schallplatten gekauft. Zahlreiche Titel von Marlene Dietrich, mit der Remarque mehrere Jahre liiert war, finden sich ebenso in dem Nachlass. Der von den Nationalsozialisten verfolgte Erich Maria Remarque lebte nach seiner Emigration aus Deutschland in der Schweiz und den USA. …“ | https://www.deutschlandfunkkultur.de/schallplatten-sammlung-von-erich-maria-remarque-in-osnabrueck-zu-hoeren-104.html

[Identitätspolitik (Kulturelles Unterbewusstsein) #8… ]

… Andere brauchen Rauschgift und Alkohol, um sich die Welt schöner zu machen und gute Laute zu bekommen. Bei mir genügt ein 90-minütiger Sisi-Film. …

… Phantasmen sind Schutzmechanismen. … Ein Phantasma ist ein Filter zwischen dem gereizten Subjekt und seiner Außenwelt. Oft genug haben wir es mit kollektiven Phantasmen zu tun. „Unbewusste Neigungen“ und „narzisstische Verteidigung“ können identitätsstiftend wirken. Schwört sich eine Gruppe auf eine bestimmte Version der Gegebenheiten (oder der Geschichte) ein, und sei sie noch so abwegig und auch nicht belegbar, kreiert sie eine emotionale Gemeinschaft. … (Sasha Salzmann, 2021) | https://www.deutschlandfunk.de/themenreihe-muss-literatur-politisch-sein-die-bestehende-100.html

… Aber diese Drachenlehrerin (Name vergessen) ist gut getroffen. Solche Lehrer:innen gibt es leider wirklich … (Ölge, 2022)

Frau Mahlzahn und ihre Schüler im Klassenzimmer der Stadt Kummerland
via https://www.stars-an-faeden.de/apkchronik/proddet.php?prod_id=340

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George Takei @GeorgeTakei: “ … Soon some white folks are going to start to claim Santa Claus is white, too. Look, I saw him in the internment camps as a child. He was definitely Japanese. …“ (2:27 14.Sep.2022) | https://twitter.com/GeorgeTakei/status/1569845367868473345
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Cat Hannah @cathannah23 (14. Sep.) Antwort an @GeorgeTakei: “ … Look, everybody knows Santa looks like their dad…no matter what their dad looks like. …“
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“ … Hauptsächlich in sozialen Netzwerken wurde kritisiert, dass der Stoff von Karl May überhaupt noch verlegt wird, vor allem für Kinder. …“ | Aus: „Ravensburger stoppt Auslieferung von „Winnetou“-Büchern“ (22. August 2022) | Quelle: https://www.zeit.de/kultur/2022-08/winnetou-buch-verlag-ravensburger-auslieferung
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Ted Lucas #346: “ … Das Problem ist nicht das, die oder der „Woke“ an sich [–> https://de.wikipedia.org/wiki/Woke], sondern dass die dümmeren unter den „Woken“ mitunter leider in Positionen gelangen, um offensichtlichen Quatsch durchzusetzen. Aber das ist auf der antiwoken Seite ja kaum anders. …“
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A. Haller #350: “ … Verständnisfrage: warum ist es kein Problem wenn Winnetou, ein Native American, nicht von einem ebensolchen gespielt wird? …“
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Schnurzipurz #350.1: “ … Ich dachte, Winnetou war Franzose. …[Von 1962 bis 1968 spielte Pierre Louis Baron Le Bris die Rolle des Winnetou in insgesamt elf Karl-May-Filmen –> https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Brice ] …“
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Atheist 2.0 #146: “ … Ich finde es erst mal gut und richtig, wenn man sich bemüht, sensibel mit der Sprache umzugehen. Dass Pipi Langstrumpfs Vater nun ein „Südseekönig“ ist, finde ich in Ordnung. Das schadet nicht und beleidigt niemanden. Zum Thema „Winnetou“. … Ich war ein Kind und begeistert von den fremden Kulturen, die ich so kennenlernte. Und ich war beeindruckt und wurde nachhaltig geprägt von dem Humanismus und Pazifismus, der aus den Büchern von Karl May zu mir sprach. Die Bücher haben mich auch genau das Gegenteil von Rassismus gelehrt: Ich habe gelernt, dass es überall gute und schlechte Menschen gibt. Jahre später habe ich mich im Rahmen meines Studiums noch einmal mit den Büchern befasst. Sie waren nur noch schwer lesbar für mich und die Stereotype kaum zu ertragen. Alles richtig. Dennoch sprach mich noch immer der Ruf zur Toleranz deutlich an. Er klingt noch immer aus Karl Mays Büchern zu uns herüber. …“
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kastner63 #225: “ … Ich habe als Kind und Jugendliche Karl May gelesen und natürlich irgendwann begriffen, dass die Realität ganz anders war und mich dann auch dafür interessiert. In der Stadtbücherei gab es eine Serie über die bekannten Häuptlinge, welche die ganze Brutalität des Geschehens zeigten, darunter Aushungerung, Wounded Knee und der Ermordung Sitting Bulls. Bibliothekare, Lehrer, Eltern sprechen mit den Kindern und weisen sie auf diese realitätsnahen Bücher hin. Koloniale Aneignung? Wir schmeißen die Literatur der letzten 200 Jahre weg und lesen nur noch für uns Geschriebenes, weil wir zu feige, zu unwissend oder zu dumm sind, um uns mit der Vergangenheit und ihrer Literatur auseinanderzusetzen? Karl May ist aus einem verkorksten Leben durch sein Schreiben zu Wohlstand gelangt! Sein Friedenskonzept wurde von keiner geringeren als Bertha von Suttner bewundert! Ja, seine Erzählungen basieren auf dem Bild des edlen Wilden [—> https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_Wilder], das wir zuerst bei Rousseau finden und das keine kulturelle Aneignung, sondern eine Kritik an der eigenen Gesellschaft ist. Aber das Ziel muss Aufklärung sein, nicht Wegschließen, Aufklärung und nicht Inquisition. …“
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Ondine #123: “ … Als ehemalige Leserin der wunderbar anregenden Bücher von Karl May fühle ich mich durch die Entscheidung und das Statement des Ravensburger Verlags in meinen Gefühlen verletzt. …“
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AK Szene aus Winnetou 2 nach Karl May, Karin Dor und Mario Girotti als Ribanna und Leutnant Merril gefesselt ungelaufen, guter Zustand | via https://www.ansichtskartenversand.com/ak/90-Alte-Ansichtskarte/37887-Karl-May-Filmszenen/10077685-AK-Szene-aus-Winnetou-2-nach-Karl-May-Karin-Dor-und-Mario-Girotti-als-Ribanna-und-Leutnant-Merril-gefesselt // “ … „Der zweite Teil der erfolgreichen ‚Winnetou‘-Trilogie nach Karl May, bereits deutlich oberflächlicher und stereotyper als der Vorgänger. Eine triviale Unterhaltung mit viel Kampf, etwas Humor, viel Sentiment und einigen schönen Landschaftsaufnahmen.“ – Lexikon des internationalen Films …“ –> https://de.wikipedia.org/wiki/Winnetou_2._Teil

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OverTheHills #112.2: “ … Ich bezweifle, dass die Angehörigen der Fürst Nations wissen, wer Karl May ist. …“
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Thomas Weltbeschauer #112.3: “ … Es gibt da einen … Podcast in der ARD-Audiothek „Winnetou ist kein Apache„. Hier wird differenziert betrachtet und auch Indigene kommen zu Wort. Fazit: Es ist kompliziert. Bestimmte Praktiken (red-facing, falsche Pseudo-Riten und Tänze) sind nachvollziehbarer Weise für die Betroffenen verstörend. Aber auch die dort zu Wort Kommenden verurteilen Karl May eben nicht in Bausch und Bogen oder fordern Verbote. … [Winnetou ist kein Apache – Doku & Reportage (20.06.2022) –> https://www.ardaudiothek.de/episode/winnetou-ist-kein-apache/winnetou-ist-kein-apache-episode-1-ben-ist-kein-apache/mdr-kultur/10593195/] … „
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Hesekiel1985 #75: “ … oder ging der Protest wie relativ häufig von weißen Menschen aus, die sich „on behalf of“ echauffiert haben? …“
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ama.dablam #58: “ … Haben sich da wirklich so viele Apachen aus den USA beim Verlag gemeldet? …“
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Torchwood #76: “ … [… Hauptsächlich in sozialen Netzwerken wurde kritisiert, dass der Stoff von Karl May überhaupt noch verlegt wird, vor allem für Kinder. Darin würden fremdenfeindliche Stereotype wiedergegeben, die ihren Ursprung im Kolonialismus haben. Auch der Vorwurf der kulturellen Aneignung steht im Raum – also die Übernahme von Merkmalen der Kultur der Indigenen. …] … “ … Redet einfach mit den Kindern und klärt sie auf, um zu zeigen, dass es heute anders ist, statt alles zu verbieten und zu zensieren …“ So sehe ich das auch. Wenn man den Kontext kennt, kann man entsprechend auf problematische Sichtweisen hinweisen. Wird das Buch verboten (oder die Bücher und die Filme), hinterlässt das einen merkwürdigen Eindruck. Vieles, was damals geschrieben wurde, ist im Licht der heutigen gesellschaftlichen Erkenntnisse fragwürdig. Wenn man es aber verbietet, ist jede Diskussion im Keim erstickt. Und außerdem käme man irgendwann mit dem Verbieten nicht hinterher. …“
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sugarvision #1: “ … Nun sollten auch andere Kinderbuchverlage nachziehen und Pippi Langstrumpf und Jim Knopf aus dem Programm nehmen. …“
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L.patschino #1.13″ … Vor allem müssen wir mit dem rechnen aufhören. Die Zahlen haben wir uns angeeignet. …“
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Ölge #1.77: “ … Aber diese Drachenlehrerin (Name vergessen) ist gut getroffen. Solche Lehrer:innen gibt es leider wirklich. …“
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Schmusekater #1.78: “ … Frau Mahlzahn …“
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Celt #115: “ … Bitte auch Biene Maja, Heidi, Wicki, Karlson vom Dach und sonstige Kinderliteratur verbieten. … [Nananananananana…fishing #115.2: “ … Es wurde doch überhaupt nichts verboten. …“] …“

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sugarvision #1.93: “ … mein Ironie-Detektor funktioniert auch nicht immer, obwohl Ironie selber gern anwende. …“
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SenYek #115.1: “ … In der Tat! Ich finde es unerträglich, wie bei Wikie die norwegischen Ureinwohner so undifferenziert als „aller Räuber und Plünderer“ diskriminiert werden [–> Wickie und die starken Männer (Anime): https://de.wikipedia.org/wiki/Wickie_und_die_starken_M%C3%A4nner_(Anime)]. An Biene Maja verstört mich die negative Panikmache gegenüber den Wespen, die ja in der Biologie eine anerkannt wichtige Rolle spielen. Unerträglich auch die Diffamierung von Hessen (Klara aus Frankfurt), die bei Heide als „alle im Rollstuhl sitzend“ dargestellt werden. Wie will man das nur heilen? …“
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AbbeFaria #115.3: “ … Nicht zu vergessen, dass die rundliche Ur-Biene Maja ja auch gaar nicht geht. (Ich dachte, Dank body positivity wäre das in Ordnung, aber ich bin ja auch nur ne alte weiße Frau.) …“
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Monolight #6: “ … Schwieriges Thema. Einerseits ist da die schöne heile Romanwelt für Kinder. Andererseits die Tatsache dass ein Großteil Lüge ist. … Aber ist es dann okay auf Wurst- und Fleischverpackungen lachende zufriedene Kühe und süße Schweinchen zu zeigen, zwischen guten grünen Biosieglen und auf grünen Wiesen. Hach, die Beziehung zu Mensch und Tier kann nicht besser sein. Die wollen ja für uns sterben. Und jeder weiß wie qualvoll in unsererer Kultur im verdeckten(!) jährlich zig millionen Tiere eingefercht in kürzester Zeit hochgezogen und dann fabrikmäßig umgebracht werden. Auch hier werden uns täglich Lügengeschichten erzählt. Aber das ist legitim. …“
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Filou989 #63: “ … Eines der Hauptprobleme bei vermeintlicher „kultureller Aneignung“ ist stets die Frage wer sich wann, wo und mit welchem recht zum Richter aufschwingt. Wie mixed muss ich sein um die Kritik vorbringen zu dürfen oder den Daumen heben/senken zu können und geht es um „Rasse“ oder Kultur? Wer definiert die Grenzen von originärer Kultur und ab welchen Zeitpunkt haben sich Kulturen vermischt und assimiliert / ist etwas neues eigenes entstanden? Da niemand hier klare Antworten drauf geben können wird, ist die ganze Debatte zum Scheitern verurteilt und leidet unter absoluter Willkür und Beliebigkeit. …“
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Sw1962 #120: “ … Dass die alten Kinderbücher aus den 70er und 80er Jahren nicht zum vorlesen für unsere Enkel geeignet sind, haben wir spätestens bei bestimmten Worten wie Zigeuner gemerkt. Das ist völlig o.k. Aber dann verbietet doch auch gleich die Grimmschen Märchen. Der Wolf wurde getötet, obwohl er heute eine geschützte Art ist. Wie geht das denn? Ich bin mit Indianer-Büchern aufgewachsen und war jedesmal zornig auf die weißen Siedler und deren Haltung den Ureinwohnern gegenüber, ohne irgendeinen politischen Kontext zu kennen. Halten wir doch einfach unsere Kinder nicht für dümmer als sie es sind. Wo bleibt das Vertrauen in ihre Intuition? …“
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Gluecksbaerchen #124:“ … Wir sollten auch Asterix und Obelix verbieten. Hier wird ganz offen Gewalt gegen die Bewohner eines EU Mitgliedslandes ausgelebt und sich auch noch über deren Hauptstadtbewohner lustig gemacht (Die spinnen die Römer) …“
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OverTheHills #124.1: “ … Nicht nur da, die machen sich auch über die Briten lustig! …“
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Atheist 2.0 #124.3: “ … und über die Belgier, Korsen …“
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AbbeFaria #124.4: “ … und Schweizer… „
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Blackelkfriend #124.6: “ … Und über die Goten, Helvetier, Averner, Belgier, Ägypter, Korsen, Normannen – und, nicht zu vergessen, über SICH SELBST! …“
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Autofuchs #134: “ … Wenn man konsequent wäre, müsste man ab sofort sämtliche Western-Filme aus dem Programm nehmen …“
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Achwat #135: “ … Man sollte als Nächstes Science Fiction aus den entsprechenden Programmen nehmen. Es ist unerträglich, wie diskriminierend die Außerirdischen vielfach dargestellt werden. …“
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Atheist 2.0 #135.1: “ … Im ersten Moment habe ich darüber geschmunzelt und einen Stern verteilt. Gleichwohl ist die Einlassung natürlich Unsinn, da man das nicht vergleichen kann. Man kann aber schon nachweisen, dass rassistische und koloniale Muster sich auch in Science Fiction-Geschichten wiederfinden (Star Trek bildet dabei sicher eine der glänzenden Ausnahmen). PS: Bei Star Wars sind farbige Menschen unter den „Helden“ auch eher die Ausnahme. …“
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Achwat #135.2: “ … Und Sie haben jetzt einen Stern von mir bekommen für Ihre kritische Art, sich mit meinem Betrag auseinanderzusetzen, der natürlich Unsinn ist. …“
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ullibulli #150: “ … Deutschland ist verrückt! :-D Man stelle sich vor „Der Herr der Ringe“ würde wegen hundertfachen dargestellten Stereotype zensiert, angefangen von den Dreadlocks der Uruk-hai bis zum weißen Zauberer. Mittlerweile bedroht dieser Wahnsinn sogar die künstlerische Freiheit in Gänze. …“
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Obi-Woke #156: “ … Ich mache mir Sorgen um Jim Knopf …“
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flaviussilva #156.2: “ … Ich mir auch, vor allem bei dem Kohleverbrauch der Lok und dem vielen Co2 das da rauskommt. …“
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El Ackabar #156.4: “ … Nur keine Bange, man arbeitet bereits daran: https://www.zeit.de/hamburg/2020-07/rassismus-fruehbildung-kita-vorschule-paedagogik-christiane-kassama … „
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Ossenkämper #169: “ … Die Geschichte wiederholt sich, bzgl. kulturellen Aneignung. Ende der 70er liebte ich Reggae, entsprechend trug ich meine Haare lang und verfilzt. Dies brachte meinen guten alten Onkel immer wieder auf die Palme wenn er mich sah. Als guten alten „Deutschen“ war es für ihn unmöglich, daß man als „Deutscher“ sich kleidet und Haare hat wie ein „jetzt würde das N-Wort kommen“. Verfolgt man heute die Diskussion, komme ich mir in meine Jugend zurück versetzt, wo es bei den Altnazis undenkbar war, daß sich kulturelle Dinge miteinander vermischen. …“
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Murer #1.18: “ … Und was ist mit dem Sams? …“
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Jamokaim #1.31: “ … Das Sams muss es heißen! Nonbinär …“
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Karl Josef Schleidweiler #187: “ … Wann werden Struwwelpeter oder Max und Moritz aus dem Verkehr gezogen, oder dürfen die bleiben, weil urdeutsche Charaktere abgebildet werden? …“
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tierchenbaendiger #187: “ … Natürloch dürfen die nicht bleiben. Das ist ja schwarze Pädagogik pur. Alleine schom Paulinchen mit den Streichhölzern. …“

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wetterlage #200: “ … Wie sieht es aus bei „Froschkönig“ ? Wer wird hier diskriminiert? …“
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Briock #215: “ … Seit Wochen finden in Obberammergau wieder die Passionsfestspiele statt. Dort stellt ein bayerisches Dorf das Leben Jesu nach, der in einem völlig anderen Kulturkreis zu einer anderen Zeit gelebt hat. Weiße!, nein bayrische Männer, Frauen und Kinder spielen das Leben eines arabischen Juden nach, der nur in unsrer Fantasie ein Weißer ist. Hat da schon jemand gegen geklagt? …“
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Herbststürme #249: “ … Ohne kulturelle Aneignung würden wir noch auf den Bäumen sitzen, und die Männer würden Bären jagen, während die Frauen Beeren sammeln. Und ich kann nur hoffen, dass keiner der vom „Unwohlsein“ Befallenen tätowiert ist, denn das ist kulturelle Aneignung par excellence. …“
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Schweizer Söldner #249.1: “ … „Und ich kann nur hoffen, dass keiner der vom „Unwohlsein“ Befallenen tätowiert ist, denn das ist kulturelle Aneignung par excellence.“ Die Diskussion um Tattoos gab es schon, da manche finden es gehört nur einigen wenigen vorbehalten tättowiert zu sein. Etwa den Maori oder im Bezug auf die Geschichte den Pikten usw. Allerdings hatte bereits Ötzi um 3500 v.Chr. viele Tattoos an seinem Körper, lange bevor die anderen Gruppen erstmals in der Geschichte auftauchten. Tattoos gab es schon in der Steinzeit, auch wenn Ötzi selbst bereits in der Kupferzeit lebte. …“
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Redlum #271: “ … Man kann sich nur wundern. Kinder die sich als Indianer verkleiden gehen gar nicht mehr, wegen kultureller Aneignung, aber Maenner die sich als Frauen verkleiden sind ok, trotz geschlechtlicher Aneignung. …“
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gEd8 #342: “ … Demokratie ist doch auch nur kulturelle Aneignung, also weg damit. /Ironie off …“
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sultanine28 #275: “ … Ist eigentlich das Erlernen einer fremden Sprache auch eine kulturelle Aneignung? …“
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Sonnenau #275.2: “ … Und bitte nicht Panflöte spielen – schon gar nicht öffentlich ;-) …“
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Juergen Kasek (25. August 2022): “ … Im Orientzyklus von Karl May wird zudem eine tiefe Abwertung gegenüber den Armeniern deutlich, beschrieben als die „Juden des Orients“. Dass Deutschland Mitwisser und Mittäter des Völkermordes an den Armeniern war, wird gern übersehen. Die Bücher von Karl May sind kolonialistisch und rassistisch geprägt. Auf wissenschaftlicher Grundlage muss man darüber nicht diskutieren. Es ist albern. … Die Debatte ist allerdings auch nicht von der Frage geprägt ob die Bücher ggf. problematische Stereotype verbreiten oder nicht, sondern ob man sie noch lesen darf oder nicht. Das war aber eigentlich gar nicht die Frage. Eine Reihe von Politiker*innen (Gabriel, Prien, der FDP Typ aus Thüringen, der sich von mal mit Stimmen der AfD wählen ließ) bekunden dann eilfertig, dass sie die Bücher gerne lesen oder gelesen haben und sich das auch nicht verbieten lassen. Die Botschaft ist, dass man sich gegen den „woken“ Zeitgeist und die „Cancel Culture“ auflehnen muss. Nicht jede Kritik an einem Werk, jede neue Einordnung eines Werks ist deswegen Ausdruck einer „CancelCulture“. Aber die Behauptung eine neue Bewertung eines Werkes unter den Kenntnissen, die wir jetzt haben, sei Ausdruck einer „CancelCulture“ delegitimiert Kritik. Es wird zu einem Totschlagargument. Im rechtlichen Sinne wird man ein Gewisses Maß an „Stand halten“ fordern dürfen. Meines Erachtens hat bislang auch niemand gefordert die Bücher von Karl May zu verbieten oder nicht mehr zu drucken. Es wird aber bei einigen so getan als wäre es das. … Wer über den „begnadeten Lügner Karl May“ spricht, sollte über den Völkermord nicht schweigen. Aber natürlich kann man das alles ausblenden, trotzig rufen Widerstand und sich dabei ablichten lassen, dass man ganz „widerständig“ die Bücher trotzdem liest aber dann ist man halt eventuell ein bisschen am Thema vorbei und macht deutlich, dass es eben nicht um das eigentliche Thema geht sondern um einen herbeihalluzinierten Kulturkampf. …“ | https://juergenkasek.wordpress.com/2022/08/25/winnetou-und-der-rassismus-eine-zeitgeistdebatte/
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“ … Tatsächlich bekennt sich die hochseriöse Spielefirma der „Verbreitung eines romantisierenden Bildes mit vielen Klischees“. Ravensburger schreddert jetzt ein Puzzle. Obendrein zieht man ein Sticker-Heft aus dem Verkehr. Der Stoff rund um Winnetou als Dreikäsehoch sei „weit entfernt von dem, wie es der indigenen Bevölkerung tatsächlich erging“. …“ | https://www.derstandard.at/story/2000138478844/winnetou-gecancelt-warum-die-indianer-figur-immer-schonproblematisch-war
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Melilot Gawkroger 23. August 2022: “ … Cowboy und Indianer spielen ist ähnlich geschmackvoll wie Ukrainer und Russe oder Nazi und Jude spielen – die Ausrottung eines Volkes wird verharmlost, verniedlicht, verfälscht und zum Spiel erklärt. …“Schadet ja keinem“ – natürlich tut es das! Braucht man sich nur anschauen wie viel Bewusstsein für dieses Thema bei uns herrscht. Die westliche Weltsicht ist geprägt, bis heute, von post-Kolonialistischer Überheblichkeit. …“
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Schemo del paese: “ … Gedankenexperiment: Findet ihr es geschmacklos wenn jemand im Fasching / Film mit aufgeklebter Hakennase und gelbem Stern herumläuft? … Wenn man zu dem Thema aus erster Hand liest weiß man, dass die Betroffenen dieses fantasieanregende kindliche Verkleiden durchaus als respektlos und rassistisch empfinden. …“
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Botenstoff: “ … Das fällt Ihnen nicht auf, wo der Unterschied ist? … Kinder im Fasching sehen den amerikanischen Ureinwohner als positives Rollenmodell und möchten möglichst authentisch auftreten (das ist allerdings auch eine Kostenfrage). …“
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greg17: “ … karl may buecher sind aus der zeit gefallen, das ist eh klar. allerdings sind das eben kinderbuecher (die die fantasie anregen) und keine droegen dokus. das zu bemaengeln ist aehnlich doof wie schauspielern zu verbieten, charaktaere zu spielen, die nicht 100% mit ihrer lebensgeschichte uebereinstimmen. …“
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Schnabelgabel: “ … Wir empören uns über islamistische Sittenwächter, die durch unsere Straßen ziehen und „ungezogene“ Muslimas zurechtweisen oder bedrohen. Auf der anderen Seite ist es kein Problem jederzeit das Smartphone zur Beweissicherung parat zu haben, wenn ein Mitbürger sich nicht politisch korrekt verhält. Sofort ist man auf Video gebannt und einem Shitstorm auf Social Media ausgesetzt …“
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jn666: “ … An alle, die es noch immer nicht begreifen… Es ist nicht cool, ganze Völker abzuschlachten und aus ihrem Land zu vertreiben und dann aus ihrer Kultur eine eigene Geschichte zu machen und sie nachzuspielen. Das muss sich für Nachkommen indigener Völker wie blanker Hohn anfühlen. Hört auf zu schreien, wenn jemand sagt ‚bitte hört auf mich zu verhöhnen und zu verletzen!‘. Das ist auch kein dämliches Cancelling, die betroffenen Gruppen sind nur endlich in der Lage, sich dazu zu äußern. Nämlich, dass es sich nicht gt anfühlt, wenn der Mörder deines Urgroßvaters diesen nachspielt. Wenn man hier nicht rafft, was das Problem ist, sollte man zuhören! Zuhören und lernen, nicht direkt dummern Mist brüllen und sich wiedermal über allem sehen. Ist das peinlich ey! …“
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Gutenberg: “ … Und welche Indigenen haben die Nachricht „bitte hört auf mich zu verhöhnen und zu verletzen“ an die Adresse von Ravensburger geschickt? Oder sind das nicht vielmehr junge Weiße, die sich herausnehmen, für Minderheiten reden zu müssen? …“
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jn666: “ … Ne, das sind Menschen allen Alters und Ethnien, die Minderheiten zugehört haben. Und die sich entschieden haben, darauf besser aufzupassen. Und das ist jetzt warum genau schlimm für dich? …“
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hoferA: “ … gehts noch…. mit dieser ach so aufgeklärten gesellschaft…..wer karl may verteufelt und ihm rassismus etc. vorwirft der gehört in die anstalt. diese gesellschaft entfernt sich zusehends von der Realität und ich bin froh (60+) in einer zeit aufgewachsen zu sein in der nicht aus einer Fliege ein Elefant gemacht wurde …“
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New Hampshire: “ … Vor ca. 2-3 Monaten war eine Frau im ZDF Mittagsjournal, die 15 Minuten lang referieren durfte, wie der Alltagsrassismus die deutsche Gesellschaft belastet! Als Beispiel nannte sie die Bücher von Ottfried Preußler und Astrid Lindgren – Pippi Langstrumpf sei Rassismus, den man von Kindern unbedingt fernhalten müsse! So weit sind wir: Astrid Lindgren und Ottfried Preußler sind Rassisten….Leute, die von starken, unabhängigen & mutigen Kindern schrieben (bei Lindgren kommt sogar noch hinzu, dass die feministisch war, weil ihre Heldin Langstrumpf ein Mädchen ist, dass sich in einer Männerwelt blendend behauptet). Mir graut vor dem Gedanken, wo das noch alles hinführen wird – es ist sooo unendlich traurig! …“
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jn666: “ … Es geht bei Pipi Langstrumpf um Rhetoriken wie ‚Taka Tuka-Land‘. Kindern das Bild der Südsee mit ‚Taka-Tuka‘ näherzubringen schafft ein Gedankengut, dass vielleicht nicht geschafft werden sollte. …“
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Ich sag ja nix, ich mein ja nur: “ … Was Kinder aus Pippi Langstrumpf mitnehmen:

„Boah, die wohnt alleine und kann machen, was sie will. Gut, alleine leben wollte ich eigentlich jetzt nicht, ist doch besser, wenn Mama und Papa da sind.“

„Die Pippi traut sich was, die sagt den Erwachsenen einfach, was sie denkt.“

KEIN Kind bastelt sich aus Pippi Langstrumpf ein Bidl von der „Südsee“ (vor allem, weil das für sie kein geographischer Begriff ist, sondern einfach ein Ort irgendwo, wo es warm ist).
Können wir bitte wieder runter kommen? …“
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jn666: “ … Ich reg mich hier nicht auf, das tust eher du, weil man dich auf was aufmerksam macht. Und es sagt ja keiner, JEDES WORT in Pipi Langstrumpf ist schlecht. Es geht um einige Rhetoriken, die man heute nicht mehr verwenden sollte. …“
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cptwildduck: “ … ja, die Zeiten und Blickwinkel ändern sich. Trotzdem sollte man aufm Teppich bleiben, denn die alten Filme sind mittlerweile vor allem eines: alt. Ich habe die Rolle der Apachen meist als jene der Guten empfunden und die „Weißen“ waren oft die Bösen, mit Ausnahme von Old Shatterhand natürlich. Sonst hätten sie auch keine Blutsbrüder sein können. Und wie weit soll das führen? Winnetou ist keine Dokumentation, sondern Fiktion. Wollen wir künftig alles einstampfen, was Geschichten erzählt, die sich nicht zu 100% an wahren Gegebenheiten orientieren? Muss sich die Fantasie unterordnen, sobald sich jemand „unwohl“ fühlt? Kommt als nächstes Mark Twain dran? …“
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Wespenneststecher: “ … Wenn einem der Unterschied zwischen Realität und Fiktion und Spiel nicht klar ist … Kinder haben ein Recht auf Naivität und Stereotypen, das ist ein Teil von Kunst. Das Das Leben treibt es ihnen schnell genug aus und zum lernt man schrittweise die Realität kennen, mit Hilfe von Klischees. Erwachsene begleiten nur. Ich verabscheue altkluge Kinder fast so sehr wie altkluge Erwachsene. Diese Problemsucherei ist unerträglich. Außerdem wurde nicht durchgängig gegendert. Ich fühle mich deswegen unwohl. …“
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Schemo del paese: “ … Das Thema ist übrigens nur ein Teil einer viel größeren Diskussion – und ja die klischeehafte rassistische Darstellung wird schon länger als Problem gesehen. … Einerseits machen wir uns über die Amis lustig weil die so dumm sind und uns Europäer als ununterscheidbaren Einheitsbrei sehen, andererseits schwelgen wir selbst in Klischees vom „Indianer“ den es so nie geben hat und verteidigen die noch krampfhaft …“
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Keoma: “ … Die Wahrheit liegt halt zwischen der Darstellung als gesichtsloser Feind und der Verklärung des edlen Wilden. …“
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Caulfield: “ … Wann ist „Mogli“ fällig? …“
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HHCL: “ … Natürlich war Karl Mays Fantasiewildwest schon immer ein Problem, oder auch nicht. Winnetou und auch alle anderen Abenteuer aus seiner Feder sind Geschichte, Märchen und sonst nichts – und damit ist der Skandal keiner. Man traut vielen Leuten (zurecht) nicht mehr zu Fiktion und Realität auseinander halten zu können. Es darf nur noch gesagt und gezeigt werden, was wahr ist. (Wer entscheidet das eigentlich?) Es ist vielen mittlerweile offenbar völlig unmöglich Filme, Bücher, Geschichten, Theater in den dazugehörigen Kontext einzuordnen (Karl May = Fantasiegeschichte, aus der man wenig über das echte Leben der amerikanischen Ureinwohner erfährt). Alles wird aus dem Zusammenhang gerissen und skandalisiert. Das kann doch nicht die Lösung sein. …“
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deepandhigh, 23. August 2022, 16:03:08: “ … Ein Schritt in die richtige Richtung! Bestehe auch auf ein Zurückziehen aller „Moby Dick“-Ausgaben: böser Wal, wo gibts denn sowas. Außerdem sollte „Heidi“ verboten werden: Die Darstellung der Alpenländler mit Dirndl und Lederhose ist eine Stereotype und verletzt meine Gefühle. …“
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Topfenschnitte: “ … Was sind wir nur für eine depperte Gesellschaft geworden …“
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Porfirij: “ … Also sehe ich das richtig, dass es schlecht ist, wenn sich ein 8jähriger Bub im Fasching als Indianer verkleidet, es aber gut ist, wenn sich ein 30jähriger Mann im Alltag als Frau verkleidet. …“
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jn666: “ … Hey, du musst nicht transfeindlich werden, nur weil du den Punkt nicht verstehst. Zum einen sind Transpersonen etc. keine ‚verkleideten Männer‘. Zum anderen fühlt es sich für Abstammende indigener Völker sicherlich wie blanker Hohn an, wenn dein Volk erst abgechlachtet und vertrieben und dann von genau den Vertreibern nachgespielt wird. Denkmal drüber nach. HIer gehts darum, Nachkommen nicht zu verletzen und zu verhöhnen, nicht darum, dich zu ärgern. Wenn man was nicht versteht, hilft meistens zuhören. …“
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Ein einfacher Poster: “ … kulturelle Aneignung vs. Sexuelle Ausrichtung …“
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T.w.a.t.E.o.T.: “ … Was kommt als nächstes auf den Index? Pippi Langstrumpf? Wickie und die starken Männer? Biene Maja? Onkel Toms Hütte? Diese Spießer müssen ja bei einer Simpsons oder South Park Folge tausend Tode sterben…“
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sympathyforthedevil: “ … Wissen Sie überhaupt, wieviel Leid die Wikingerraubzüge über Europa gebracht haben? Da war nix mit putzigem Wicki und so…! …“
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pixelhaufen: … Demnächst im Kinderprogramm: „Wokey und die toxischen Männer“ …“
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petutschnigkorl: “ … aber für den devil haben sie sympathy? …“
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Polly Esther: “ … Bücher, Filme und Opernaufführungen zum Thema ‚Nibelungenlied‘ sollten ebenfalls verboten werden. Ich fühle mich äußerst unwohl dabei wenn ich höre, lese und sehe, wie dieser Stoff die Hunnen darstellt. …“
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Paul Scharner: “ … Der feuchte Traum der FPÖ. Ab jetzt dürfen wir nur mehr Schnitzl essen, Gabalier hören und in Österreich Urlaub machen. Der Umgang mit anderer Kulturen, das Interesse an anderen Bräuchen – alles kulturelle Aneignung. …“
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Rudi65: … Märchen mit Hexen und bösen Schwiegermüttern, Heldenprinzen und Prinzessinnen auf der Erbse oder dem bösen Wolf sind genauso fragwürdig. Preußlers „kleine Hexe“ oder das „kleine Gespenst“ hat gegen solche Klischees schon vor Jahrzehnten angeschrieben; niemand liest mehr den Struwwelpeter und die Grimmschen Märchensammlungen sind auch nicht mehr so grausam wie früher. Manches ändert sich zum Glück. Das sind Bücher für Kulturhistoriker, nicht für Kinder. …“
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Mr. Punk: “ … „problematisch“ ist das Unwort des Jahrtausends. …“
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Endoplasma: „… Was man noch alles canceln müsste:
Videos von Village People
Indiana Jones Filme, besonders Teil2
Sämtliche Westernklassiker
Viele James Bond Filme
Harry Potter
Die gesamte Perry Rhodan Serie mit tausenden von Heften
Viele Enid Blyton Kinderbücher
Und der nächste ausländische Tourist der sich eine Trachtenlederhose kauft, wird eingesperrt.
Mit dem Blödsinn bekämpft man Rassismus nicht, man fördert ihn. …“
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Hubert M. Kreuzer: “ … Die Linke schafft sich ab. …“
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Champagne_Supernova: “ … Das sind keine Linken. …“
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1siedlerkrebs: “ … Hirnverbrannte Linksextreme. Werden leider oft mit ‚normalen‘ Linken verwechselt. Die Welt ist zum Glück nicht schwarz-weiß oder links-rechts. …“
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brentsmith: “ … Doch. …“
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hilde peymann: “ … nö. das sind rechte identitäre. …“
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starship: “ … regressive „linke“, scheinprogressiv, antiliberal, identitär… „
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truthfinder: “ … Kurz zusammengefasst: Wenn man sich zu weit vorwagt und über den linken Rand fällt, kommt man am rechten Rand wieder raus. …“
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Die Gezeichneten: “ … In den Politikwissenschaften nennt man das „Hufeisentheorie“ – kurz gesagt, in den Extremen werden sich Linke und Rechte immer ähnlicher. …“
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Ziviles Denken: “ … Ich bin erleichtert, dass May endlich kritisiert wird! Danke. Hab viele Bände gelesen, als Kind. Spannend, ja okay, aber auch vorhersehbar, eng, wiederholend, schwarz/weiß gezeichnet, triefend patriarchal – hab mich immer unterschwellig unwohl gefühlt dabei. …“
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Alter Hinterfötzner, aka Dr. Lari & Mr. Fari: “ … Ja, warum bist Du denn damals nicht sofort auf Hermann Hesse oder Thomas Mann umgestiegen?? …“
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bella_e_saggia: “ … Kaum nähert sich das katholische Zeitalter endlich dem Ende, da kommen die nächsten Hypermoralisten ums Eck und stürzen sich auf alles, was sie für verletzend halten (früher hätte man „gottlos“ gesagt). …“
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MrFluffyHedgehog: “ … wer nicht in der lage ist literatur im zeitgeschichtlichen kontext zu lesen und zu bewerten, dem fehlt die geistige reife um sich darüber ein qualifiziertes urteil zu bilden, ganz zu schweigen davon, selbiges urteil groß und breit kund zu tun. wer den foundation zyklus von asimov liest [–> https://de.wikipedia.org/wiki/Foundation-Zyklus], der fühlt sich auch so als wären die frauen allesamt aus einem, von einem hysterischen teenager geschriebenen 1950er benimmbuch für hausfrauen skizziert. ist asimov also ein sexist und chauvinist? aus unserer sicht definitiv, aus der sicht der zeitperiode aber sicher nicht. wer nicht versteht, dass gesellschaften sich entwickeln und man diese entwicklung beleuchten muss um daraus zu lernen, hat einen der grundsätzlichen werte der literatur nicht kapiert. …“
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Steinmaier: “ … Ich fühle mich durch die Cancel culture sehr unwohl. …“
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Cosmodeol: “ … Morgen verbieten wir Nils Holgersson …“
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nick G.: “ … Ist Star Wars da nicht auch zu verurteilen …? …“
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Hypermegaglobalnet2000: “ … Und vergessens nicht dass am Schluss ein alter gebrächlicher Senior in den Abgrund geworfen wird und danach alle feiern. Was soll das den Jungen Menschen für ein Bild vermitteln wie man mit der älteren Generation um gehen sollte. …“
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Erklärbär1973: “ … Hab keine guten Erfahrungen mit kultureller Aneignung. Habe diesen Sommer in Italien eine Strandliege mit einem Handtuch reserviert und als ich nach 6 Stunden zur Liege zurückkehrte, wurde ich – bitte, ein waschechter Floridsdorfer (!) – als „Piefke“ beschimpft. Mach ich nicht mehr. …“
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BioLex: “ … irgendwann wirds Harry Potter auch noch erwischen. …“

Kontext / Nachtrag #1:

“ … Der Begriff Mehrfachkodierung bezeichnet das Vorhandensein unterschiedlicher Symbolsysteme in einem Medium. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrfachkodierung (5. April 2018)
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“ … Essentialismus … [in der] Philosophie: [ist die] Lehre, die der Sache nach bis auf die griechischen Philosophen Platon und Aristoteles zurückgeht und den Grund und das Wesentliche aller Dinge in ihrer Wesensform, ihrer sogenannten Essenz und nicht in ihrem Stoff oder ihrer Existenz sieht … In den Kulturwissenschaften, insbesondere in den interkulturellen Studien, wird mit Essentialismus die Vorstellung bezeichnet, dass Menschen aus gleichen Kulturräumen – zumeist als Territorien verstanden – homogen sind. Demnach gibt es einen gemeinsamen kulturellen Kern, den alle Mitglieder einer Kultur „essentiell“ teilen. Ihr Verhalten ist durch ihre kulturelle Zugehörigkeit bestimmt. Die Arbeit der Kulturwissenschaftler Geert Hofstede und Edward T. Hall basiert auf diesem Konzept und dem Wunsch, Kulturen fest begreifen und erfassen zu können. Neuere, konstruktivistische Verständnisse von Kultur, insbesondere Multikollektivität, lehnen diesen Ansatz ab und kritisieren, dass kultureller Essentialismus zu stark vereinfacht, die Grundlage für Diskriminierung bildet und kulturelle Dynamiken ignoriert. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Essentialismus (28. April 2022)

“ … Sissi ist ein österreichischer Historienfilm aus dem Jahr 1955 …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Sissi_(Film)

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Elisabeth Jarok: “ … Alle Sissy-Filme sofort einstampfen. Diese Kitschromanze hat es zwischen Cousin und seiner minderjährigen Cousine nie gegeben. Und die Unterdrückung von Millionen Menschen durch die Habsburger kommt auch nicht vor. …“
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Zu: https://www.derstandard.at/story/2000132186801/warum-romy-schneider-keine-kaiserin-der-herzen-ist : … VergebenerCommunityName, 31. Dezember 2021, 09:10:32: “ … Also für mich ist Romy Schneider eine Kaiserin der Herzen. Zumindest solange der Film dauert. … Andere brauchen Rauschgift und Alkohol, um sich die Welt schöner zu machen und gute Laute zu bekommen. Bei mir genügt ein 90-minütiger Sisi-Film. Und NEIN, ich schäme mich ÜBERHAUPT NICHT dafür. Und JA, ich weiß nach 90 Minuten, dass das nicht die Realität war. …“
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Stone17, 31. Dezember 2021, 09:06:11: “ … Ich hab mir gestern seit meiner Kindheit erstmals wieder einen der Sissi-Filme angesehen. Viel heile Welt hab ich da aber nicht gesehen um ehrlich zu sein. …“
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Polly Esther, 31. Dezember 2021, 07:31:06: “ … Einer Welt, in der Frauen bestenfalls zu gefügigen, sich aufopfernden, dem Kaiserreich dienenden, unmündigen Personen deklariert wurden, deren Freiheiten und Lebensentscheidungen immer von Männern abhängig und somit eingeschränkt waren. Leider wahr. Und deshalb um so erstaunlicher dass bei den Sisi-Filmen wohl deutlich mehr weibliches als männliches Publikum vor den TV-Geräten einfindet. Weshalb das so ist, das wäre mal eine Analyse wert. …“

Kontext / Nachtrag #2:

Johannes Franzen (24. August 2022): “ … In den letzten Jahren hat sich im deutschen Kulturbetrieb eine ermüdende Debattenfolklore etabliert, die wie am Fließband die immergleichen Diskussionsereignisse produziert. Dabei geht es meistens darum, dass etwas angeblich verboten werden soll. Ein Künstler wurde irgendwo ausgeladen, die Wahl eines Preisträgers wurde heftig kritisiert, ein Buch wurde aus dem Sortiment genommen, ein Lied soll in der Öffentlichkeit nicht mehr gespielt werden. Die Anlässe dieser Debatten scheinen vollkommen arbiträr. Egal, ob es um Peter Handke oder Lisa Eckhart geht, ob das Objekt des Streites das Gedicht ciudad (avenidas) oder der Party-Song Layla ist – immer werden die gleichen Argumente mit der gleichen Intensität ausgetauscht, immer scheint die Kunstfreiheit und überhaupt die Freiheit der bürgerlichen Gesellschaft in größter Gefahr zu sein. … Allerdings scheinen diese Emotionen im Fall Winnetou etwas komplexer: Die meisten Menschen kennen Karl May wahrscheinlich aus der autobiographischen Distanz der eigenen Kindheit, medial oft vermittelt über die erfolgreichen Filme aus den 1960er Jahren. … Unter den namhaften Politikern, die sich zu dieser Geschichte äußern zu müssen glaubten, findet sich unter anderem Sigmar Gabriel, der am 23. August auf Twitter schrieb: „Als Kind habe ich Karl Mays Bücher geliebt, besonders #Winnetou. Als mein Held starb, flossen Tränen. Zum Rassisten hat mich das ebenso wenig gemacht wie Tom Sawyer & Huckelberry Finn. Und deshalb bleibt Winnetou im Bücherregal für meine Kinder. Und den Film schauen wir uns auch an.“ – Es handelt sich um eine seltsame Wortmeldung, die viele Dinge vermischt, die scheinbar nicht zusammengehören. Das kann man darauf schieben, dass hier wahllos reaktionäre Ressentiments mitgenommen werden sollen, aber die Verwirrung ist auch repräsentativ für eine Disposition, die besonders ängstlich auf Revisionen des Kanons reagiert. Die Rede ist zunächst von der Liebe zu einem ästhetischen Artefakt. Es handelt sich um die besondere Zuneigung, die speziell Kinder zu Büchern, Filmen, Serien oder Spielen entwickeln können. Diese Liebe verbindet sich mit der Investition echter Emotionen. Der Tod Winnetous lässt Tränen fließen. Was hier entworfen wird, ist ein autobiographischer Gründungsmythos, der die politische Unschuld der eigenen Kindheit verteidigen möchte. Die Vorstellung, die distanzlose kindliche Versenkung in eine geliebte fiktionale Welt könnte von Rassismus kontaminiert sein, erscheint aus dieser Perspektive unerträglich. Denn dann müsste man sich eingestehen, dass die Spannung, der Stolz, die Trauer oder der Hass, die man als Kind in fiktive Figuren investiert hat, eingefärbt war von ideologischen Ressentiments. So erklärt sich auch, dass Gabriel mit den beiden berühmtesten Romanen Mark Twains zwei Bücher in die Diskussion hineinzieht, die von Karl May denkbar weit entfernt sind. Gemeinsam haben sie eigentlich nur, dass es um Jugendliteratur geht, deren Rassismus diskutiert wurde, und Jugendliteratur soll hier als Ort politischer Unbeflecktheit verteidigt werden. … Mit der Unschuld kindlicher Kulturrezeption verteidigen Erwachsene auch die eigene politische Unschuld. … Man kann dieses Konfliktpotential auch als produktiv ansehen, als eine Herausforderung für die ständige Revision dessen, was uns an Fiktionen begeistert. Aber dafür müsste man aus einer erwachsenen Perspektive argumentieren und nicht aus der Perspektive der verletzten kindlichen Unschuld. …“ | Aus: Johannes Franzen „Verlorene Unschuld – Über Wut und Winnetou“ (24. August 2022) | https://www.54books.de/verlorene-unschuld-ueber-wut-und-winnetou/

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Kontext / Nachtrag #3:

tonAN @TonanOhne Antwort an @AndiHoern @FrankUnfrei und @paul_starzmann: “ … Mein Alptraum wäre, wenn Fiktion nur von nationalen Authoren und nur im gleichen nationalen und korrekt geschichtlich hergeleiteten Kontext geschrieben wird. …“ (2:54 nachm. · 24. Aug. 2022·Twitter) | https://twitter.com/TonanOhne/status/1562423030483406848


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Kontext / Nachtrag #4:

Peter Freund @pfspock Antwort an @Krstorevic: “ … Ja, Hitler hat Karl May verehrt. Rio Reiser auch. …“ (25. Aug. 2022) | https://twitter.com/pfspock/status/1562794648690520064

Edward de Vere @EdDeVere Antwort an @L4ndvogt und @blauerelefant: “ … Die Debatte ist heißer Dampf im Diskursnebel – keiner weiß mehr, worums überhaupt geht. …“ (25. Aug. 2022) | https://twitter.com/EdDeVere/status/1562835735392428042

Prenzlberger Stimme @PrenzlStimme Antwort an @blauerelefant: “ … Wer es toll findet, zur Kulturpolitik der SED-Diktatur der 1950er/60er Jahre zurückzukehren – und das auch noch mit den selben „Argumenten“…“ (25. Aug. 2022) | https://twitter.com/PrenzlStimme/status/1562867977434718213

“ .. Die Karl-May-Rezeption in der DDR war geprägt von einer heiklen kulturpolitischen Ambivalenz: Karl May war lange Zeit nicht verboten, aber auch nicht erlaubt. Seine Bücher wurden in der DDR lange Zeit nicht gedruckt, da er als Imperialist und Faschist galt. Kulturpolitische Debatten führten schließlich dazu, dass Winnetou im Jahr 1982 in der DDR gedruckt wurde. … Die SED-Chefs liebten den exzentrischen Autor nicht, sie warfen ihm „Rassismus“ und „Deutschtümelei“ vor – vor allem, weil Adolf Hitler ihn einst zu seinem „Lieblingsautor“ gekürt hatte. Dass es in seinem pazifistischen Spätwerk auch viele Belege für eine Offenheit gegenüber anderen Kulturen gibt, interessierte wenig. Die Karl-May-Straße in Radebeul wurde gleich nach dem Krieg in Hölderlinstraße umbenannt, der Antrag auf Gründung einer Karl-May-Gesellschaft nie beschieden. … Im Westen setzte mit den Winnetou-Verfilmungen (Pierre Brice als edler Häuptling und Lex Barker als Old Shatterhand) ein Indianer-Boom ein, und auch die DEFA der DDR wollte nicht zurückstecken: 1965 wurde Die Söhne der Großen Bärin mit Gojko Mitić in der Hauptrolle gedreht. Karl May selbst blieb ein Tabu. … Erst Anfang der 1980er Jahre, als das DDR-Fernsehen an den West-Verfilmungen Interesse zeigte – Erstausstrahlung in der DDR war Weihnachten 1982 –, kam Karl May auf die Tagesordnung. Der Proletariersohn sei ein aufrechter „Kämpfer gegen die US-amerikanische Raub- und Ausrottungspolitik“ gewesen. Seine Werke, vorher aus den Bibliotheken verbannt, wurden 1982 und 1983 neu aufgelegt – die Auflage im Verlag Neues Leben durch Rudolf Chowanetz von je 250.000 Stück war in wenigen Tagen vergriffen. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-May-Rezeption_in_der_DDR (24. August 2022)
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„Karl-May-Gesellschaft und -Stiftung veröffentlichen offenen Brief“ (25.08.2022)“ … Die Verfasser des offenen Briefes  gingen auf das Argument ein, dass May »angeblich ein überholtes rassistisches Weltbild vertrete und den Genozid an der indigenen Bevölkerung Amerikas romantisiere oder verschweige«. Als deutscher Schriftsteller des 19. Jahrhunderts sei May »unvermeidlich vom Habitus eines kolonialen Zeitalters geprägt«, heißt es in dem Brief. Insbesondere in seinen frühen Texten seien damals gängige ethnische Stereotype und eine eurozentrische Perspektive enthalten. »Diese kritisch herauszuarbeiten und auf ihre Quellen zurückzuführen, ist Aufgabe der Literatur- und Kulturwissenschaft.« …“ | https://www.spiegel.de/kultur/literatur/winnetou-debatte-offener-brief-von-karl-may-gesellschaft-und-karl-may-stiftung-a-77691f1f-c81a-4250-a3e5-2857cf953fbc

TW: “ … Bedeutet das ganze Phantomproblem (sic!) der „kulturellen Aneignung“ und das damit einhergehende Nichtveröffentlichen von Büchern und Filmen, dass uns demnächst auch die ganzen Rosamunde Pilcher Verfilmungen erspart bleiben, bei denen deutsche Schauspieler Iren, Waliser Cornishe darstellen?
Wär ja immerhin e t w a s….“

AQ: “ … Wer die Stereotype in Karl May problematisch findet liest hoffentlich nie TKKG…“

Lars68: “ … Allein die Weltsicht dass Literatur dazu da sei eine jederzeit dem Zeitgeist dienliche Botschaft zu vermitteln zeugt von einer völligen Abkehr vom freiheitlichen Menschenbild. …“

Kontext / Nachtrag #5:

Zu: https://taz.de/Aufregung-um-Winnetou-Buch/!5873631/ („Man muss loslassen können“, 24. 8. 2022, Kommentar von Anne Diekhoff)
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MB996 Mittwoch, 18:20: “ … Goethe, Shakespeare, Brecht, Luther, Marx usw. alle „loslassen“, weil die Welt sich weiterentwickelt hat und die Menschen unfähig sein sollen dies differenziert zu betrachten. Grauenhafte Vorstellungen …“
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Jan Schubert Mittwoch, 18:26: “ …Für alle, die Winnetou für ein Sachbuch halten, hoffe ich, dass bei Harry Potter das Leben von Zauberern sachgerecht dargestellt wurde. …“
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Lowandorder Mittwoch, 17:40: “ … Lassemer den großen Karl-May-Leser – Ernst Bloch zu Wort kommen! “Heimat – wo noch niemand war.“: “Über Karl May schrieb er: Ein sehnsüchtiger Spießbürger, der selbst ein Junge war, durchstieß den Muff seiner Zeit. Er kolportierte nicht die Ideale des Bürgertums (feine Leute, Salonglanz), auch nicht die Rittergeschichten aus dem Biedermeier. Sondern er kolportierte nochmals den Indianerroman aus der Zeit Coopers, der revolutionären Ideale (als die Wilden noch bessere Menschen waren). Der Flitter des Jahrmarkts kam hinzu, der echte Budenorient, wie er zur Kolportage gehört, damit sich die Freizügigkeit nicht in kruder Natur erschöpfte, sondern färbt und in Traumschichten spiegelt. Fast alles ist nach außen gebrachter Traum der unterdrückten Kreatur, die großes Leben haben will … Karl May ist einer der besten deutschen Erzähler, und er wäre vielleicht der beste schlechthin, wäre er eben kein armer, verwirrter Proletarier gewesen …“ https://www.karl-may-wiki.de/index.php/Ernst_Bloch / https://www.nwzonline.de/hintergrund/shakespeare-der-jungens-und-mann-der-superlative_a_1,0,532585959.html
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Rincewind.iigestern, 09:55: “ … wobei LuckyLuke ja schon das Rauchen aufgeben „musste“ …“
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Jochen Laun gestern, 01:53: “ … „…dass Old Shatterhand als Kolonialist nach Amerika kommt und zunächst als Vermesser für die Eisenbahn an der Landnahme und also Enteignung der indigenen Bevölkerung beteiligt ist“ würden wir ihm nie verzeihen – wenn er keine Romanfigur wäre.“ … Das ist doch eine vollkommen absurde Debatte. …“
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Kamu Moderator gestern, 10:15: “ … Vielen Dank für eure Beiträge, wir haben die Kommentarfunktion geschlossen. …


Kontext / Nachtrag #6:

Am 14. Januar 1965 kommt der dritte Film der James-Bond-Reihe „Goldfinger“ in die deutschen Kinos | https://www.swr.de/swr2/wissen/archivradio/james-bond-film-goldfinger-kommt-in-deutsche-kinos-100.html

“ … Die Winnetou-Filme sind ja keine Einzelfälle [ … Material, das unter den gerade gültigen Kriterien von kultureller Aneignung, Sexismus oder Gender beurteilt wird]. Beinahe im gleichen Atemzug werden die frühen James-Bond-Streifen genannt. 007 schlägt Frauen, ins Gesicht und auf den Hintern, schickt sie weg, „wenn Männer sprechen“, und die Szene zwischen dem Geheimagenten und Pussy Galore in „Goldfinger“ darf als Vergewaltigung gesehen werden. Überhaupt die Frauennamen: Pussy Galore, Holly Goodhead, Xenia Onatopp oder Octopussy. Über 50 Bond-Girls gab es bisher, mit den meisten hatte Bond Sex, ehe über 30 von ihnen sterben mussten. Die Namen hatte er bis dahin schon vergessen – sie waren austauschbar und Accessoires wie exotische Orte und schnelle Autos. James Bond ist, was Sexismus und MeToo angeht, geradezu toxisch – was aber Teil der für nicht wenige fortwährenden Attraktion dieser Produktionen ist. …“ | Aus: Joachim Huber: „Wie weiter mit diskutablen Filmen bei ARD und ZDF?“ (28.08.2022) | https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/du-bond-ich-winnetou-wie-weiter-mit-diskutablen-filmen-bei-ard-und-zdf/28633612.html
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PeterHaber 28.08.2022, 14:55 Uhr: “ … Sorry, aber Bond geht auch gar nicht. Besonders die älteren mit Sean Connery und Roger Moore vermitteln ein Frauenbild, das heute gar nicht mehr geht. Frauenfeindlich, antifeministisch. Da könnte ja Männer noch auf die Idee kommen die Storys wären das wahre Leben und Frauen Sexobjekte. Das geht nicht. Ab in den Giftschrank. …“
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FreiesBerlin 28.08.2022, 16:15 Uhr: “ … Alte Filme transportieren die Kultur ihrer Zeit. Und das sollen sie auch. …“
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baliston 11:11 Uhr: “ … Winnetou würde ich nun nicht unbedingt in den Kanon des deutschen historischen Filmschaffens einordnen, aber seine Berechtigung hat er allemal. Jeder Film reflektiert die geistig-kulturellen Verhältnisse seiner Entstehungszeit. Die deutsche Filmgeschichte ist reich an ewigen Meisterwerken. Man denke nur an solche Regisseure wie Murnau, Fritz Lang, Wolfgang Staudte, Rainer Werner Fassbinder.. Unser heutiges Filmschaffen gipfelt in solchen infantilen Streifen wie Fackju Göthe oder in Filmen mit dem volkspädagogischen Holzhammer. …“
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Gesichtshobel 28.08.2022, 19:48 Uhr: “ … Antwort auf den Beitrag von LeitstelleZossen 28.08.2022, 18:40 Uhr [Die Bundesrepublik ist ein Land der Angsthasen und Pessimisten geworden – furchtbar, grauenhaft …] … Die Bundesrepublik ist auf dem direkten Weg in eine neue Biedermeier Epoche. …“
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matze13055 28.08.2022, 17:41 Uhr: “ … Es war einmal in der „guten und alten“ DDR-Zeit: Im Jahre 1970 wurden mir von meiner Deutschlehrerin meine einzigen vier Kaugummi-Bilder aus dem Westen konfisziert: Ein Bild war von Goofy, eines von Winnetou mit Pierre Price auf seinem Pferd, eines mit Sean Connery als James Bond und eines mit seinen Gegenspieler „Largo“. „Goofy“ und „Winnetou“ bekam ich zurück – die James Bond-Bilder nicht! Begründung war die „Brutalität“ in diesen Filmen. … Im Jahre 1978 hatte ein „Zimmer-Genosse“ an der OHS der Grenztruppen in Plauen ein Winnetou-Buch von Karl May heimlich im Spind und es gelesen. Bei einer Spind-Kontrolle flog er auf und bekam drei Tage „Bau“ wegen Besitz von „verbotener“Literatur. … „
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Offenbach-am-Meer 28.08.2022, 18:59 Uhr – Antwort auf den Beitrag von matze13055 28.08.2022, 17:41 Uhr: “ … Danke für Ihren Erlebnisbericht! Genau solche unaufgeregten und sachlichen Schilderungen tragen zum gegenseitigen Verständnis bei, das ich auch nach über 30 Jahren Mauerfall schmerzhaft vermisse. … Besonders spannend finde ich, wie unterschiedlich unsere Kindheits- und Jugenderlebnisse sind, aber wie deckungsgleich bei Ihnen und mir der Gesamteindruck von Verlogenheit ist. … Einfach mal sich gegenseitig zuhören, nachfragen, versuchen zu verstehen, sich hinein versetzen und voneinander lernen. …“
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Madame.X 28.08.2022, 13:56 Uhr: “ … der Zuschauer kann selbst denken und entscheiden und muss nicht vom ÖRR „betreut“ werden. … Ich bin dafür, Blondinenwitze zu verbieten, weil sie mich herabwürdigen. Und Bayern dürfen auf keinen Fall mehr in Dirndl und Lederhose gezeigt werden, das ist Diskriminierung. Noch schlimmer sind Preussen in Bayerischer Tracht, das ist kulturelle Aneignung. Manchmal frage ich mich, wie weit manche Aktivisten das Ganze noch treiben. Keine Spaghetti mehr im Supermarkt? Keine glatten Haare für Schwarze? Oder nur keine Dreadlocks für Weiße? …“
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Oliver_van_Troogk 28.08.2022, 13:53 Uhr: “ … Damit aber nicht genug der Absonderlichkeiten und Blüten maximierter Korrektheit. Vor ein paar Wochen wollte ich mir einen alten Schimanski in der ARD-Mediathek ansehen. War aber erst ab 22 Uhr frei verfügbar, wegen JUGENDGEFÄHRDUNG. Ein Tatort von vor 35 Jahren. Der so im Ersten gelaufen ist. Man kann sich aber für die ARD-Mediathek freischalten lassen, mit Altersnachweis und Ausweisnummer. Und Passwort und PIN und dann darf man einen antiken Schimanski auch vor 22 Uhr sehen. Falls man es schafft, sich durch die Anmeldeprozedur zu kämpfen. … Nach 22 Uhr versuchte ich es wieder und bekam Schimanski tatsächlich zu sehen, aber nicht ohne den Hinweis, dass es sich um ein filmisches Zeitdokument handelt und deshalb Dialoge zu hören sein würden, die politisch höchst inkorrekt wären. Dabei sprach der verwegene Hauptkommissar oft nur einfache Wahrheiten aus: Die ganze Welt ist ein Arsch …“
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rowa1 28.08.2022, 16:31 Uhr: Antwort auf den Beitrag von Oliver_van_Troogk 28.08.2022, 13:53 Uhr: “ … Betreutes Denken und konservative Haltungen sind wohl weltweit auf dem Vormarsch. Auf YouTube sind Beiträge aus der ÖRR-Sendung Musikladen nicht frei verfügbar, weil die Gogo-Girls im Staatsfunk der 1970er zu freizügig waren. …“
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Hanebutt 28.08.2022, 13:26 Uhr: “ … Die ganze Diskussion … ist gräuslich … Da toben sich Infantile aus …“
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Pat7 28.08.2022, 12:48 Uhr: “ … Bücher und Filme sind Produkte ihrer Zeit. Es ist zudem albern, dass die öffentlichen Rundfunk Anstalten sich selbst zensieren während die Jugend um deren Entwicklung geht es ja letztendlich, durch frauenhassende und frauenverachtene Influenzer aufgehetzt werden oder Pornos schon bei 6 Klässlern massenweise auf dem Smartphone landen. … Das hier ist Scheindebatte die nichts an den Problemen ändert. Und wie das dumme Lied „Layla“ zeigt, mit solchen Verbotskampangen erreicht man genau das Gegenteil. Dieses schlüpfrige Liedchen wurde so erst recht zum Gossenhauer, äh Gassenhauer….. „


Kontext / Nachtrag #7:

404 not found: “ … Es ist ja seltsam. Die Welt wird auf unterschiedlichsten Ebenen von Tag zu Tag grausiger und schwerer zu ertragen. Und auf der anderen Seite haste Leute, die wegen einer Frisur oder eines Abenteuerbuchs irren Aufstand machen. Ist es vielleicht auch nur ein Zeichen der Machtlosigkeit, vor der wir alle stehen, wenn wir zuschauen, wie sich unsere Realität zu einem absurden dystopischen Film entwickelt? Wenigstens noch irgendwas, wogegen man sich wirksam aufregen kann? Der letzte Strohhalm, um sich nicht als das zu fühlen, was man momentan ist, nur Passagier in dem Zug, der ungebremst in den Berg rast? …“
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Prof.Dr.Tyler Durden: “ … „Wie hoch ist die „Schutzwürdigkeit der empfindsamen Seele“? …“
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Miss Management: “ … Das Leben ist ein Ponyhof. …“
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Donatien Alphonse Francois: “ … Was wäre wenn Rechtsradikale sich unwohl fühlen, weil ein weißer eine Frisur trägt, die sie als typisch für schwarze erachten, oder sie weniger Indianer im Fernsehen oder in der Literatur haben wollen? Würden die auch 2 Artikel pro Tag bekommen, und würden sich auch alle Gedanken machen, wie man es ihnen recht machen kann? Oder wären das nur ein paar Idioten, deren Meinung eh niemanden interessiert? …“
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Ronald Pohl (30.8.2022): “ … So ist die Schutzwürdigkeit der empfindsamen Seele, nicht nur auf britischen Universitäten und in der oberschwäbischen Verlagslandschaft, zum alleinigen Richtmaß geworden: für die Rezeptionsbereitschaft von uns Zeitgenossen. Wie in der Epoche bürgerlicher Empfindsamkeit wird das Innere des Individuums zum Schauplatz. Auf ihm ringen widerstreitende Gefühle um moralische Oberhoheit. … […] der Anthropologe Helmut Plessner, [propagierte] ein Ausharren der Menschen am Kältepol der Gesellschaft. Wer sich mit intimen Herzensergießungen öffentlich exponiere, laufe Gefahr, sich unsterblich lächerlich zu machen. …[Heute] nähren manche Anliegen der „Cancel-Culture“ einen sozialpsychologischen Verdacht: dass es vielen ihrer Verfechter vornehmlich um die Pflege des eigenen Narzissmus gehe. Und sie, in Stellvertretung für andere, das Kreuz der Welt tragen. … “ | https://www.derstandard.at/story/2000138636848/schutz-woker-gefuehle-wie-zimperlich-duerfen-schoene-seelen-sein
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tsange56: “ … Der Psychologe Schmidbauer (als Autor von „Hilflose Helfer“ bekannt) hat das agressive Überbieten an hehren Moralansprüchen [„Sinnloses Überbieten hehrer Moralansprüche.“] „Helikoptermoral“ genannt und ein gleichnamiges Buch geschrieben. Ich finde die Bezeichnung recht treffend. …“ // [“ … Wie ihr Pendant, die Helikoptereltern, ist auch die Helikoptermoral immer schon da, immer bereit, Stellung zu beziehen. Das tut sie unter viel Getöse mit schnellen Urteilen, um so die schnellen Affekte von Angst und Wut zu bewältigen, die angesichts einer unsicheren Zukunft in einer komplexen Welt dominieren. Es geht nicht mehr um eine gut funktionierende Moral, die das Zusammenleben regelt, sondern um das endgültige Urteil, die zu Superlativen übersteigerten Werte jenseits aller Realität. Plakative Aussagen über Richtig und Falsch, über Gut und Böse, über Schwarz und Weiß sollen die Welt unserer lärmenden Eventkultur richten. Die kurzfristige Entlastung, die die Helikoptermoral emotional verschafft, bedeutet auf lange Sicht nicht nur, dass viel Energie für Verleugnungen vergeudet wird, sondern der Kontext, der Zusammenhang mit der Realität sich mehr und mehr verliert. … Rezensionsnotiz aus Die Zeit, 17.08.2017: Rezensent Stephan Lebert lernt bei dem Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer auf die eigenen moralischen Helikopter zu achten. Vergnügt liest der Kritiker, wie schonungslos der Autor mit all jenen Leuten abrechnet, die ihre „Urteile wie Rüden ihren Urin absondern“. Schmidbauer liefert ihm die Diagnose einer „hysterischen“ Gesellschaft, in welcher der moralische Perfektionismus nicht nur zu einer „Jagd nach einfachen Antworten“ und Angst vor dem öffentlichen Pranger führe, sondern auch die Demokratie gefährde. Nach der Lektüre sehnt sich der Kritiker nach ein paar politisch inkorrekten Witzen. … “ | Quelle: https://www.perlentaucher.de/buch/wolfgang-schmidbauer/helikoptermoral.html ]
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Unsympath: “ … Das große Problem ist, dass die Argumentationsgrundlage völlig emotionalisiert ist. Diese Haltung kommt aus dem Bauch, nicht aus dem Hirn. …“
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Dr.Q: “ … „Nicht, dass die Ungerechtigkeit der gesellschaftlich wirksam werdenden Zwänge an Unzählige weitergereicht wird, bereitet der schönen Mittelstandsseele Sorge. Schwerer wiegt für sie die Befürchtung, durch die Überbringung schlechter Nachrichten schockiert zu werden. …“ Danke. …“


Kontext / Nachtrag #8:

Harry Nutt (07.09.2022): “ … In seinem Buch „Wenn Ich ein anderer ist“ beschreibt der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann die ebenso komplexen wie widersprüchlichen Vorstellungen, die mit der Idee und Praxis der individuellen Selbstfindung verknüpft sind. Das größte Missverständnis besteht für Kaufmann in der Annahme, es bei Identität mit etwas Substanziellem zu tun zu haben, auf das man zusteuern oder hinarbeiten könne. … Im Sinne von Bruno Latours politischer Ökologie erscheinen die Kulturkämpfe, die derzeit um Begriffe wie Cancel Culture, kulturelle Aneignung, Opferkonkurrenz, Identitätspolitik, Fundamentalismus, Essentialismus, Rassismus, Antisemitismus etc. geführt werden, wie nachholende Gefechte […] die nicht gewonnen werden und die zu den kommenden Herausforderungen nichts beitragen können. Sie sind in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes reaktionär. Mit Jean-Claude Kaufmann ließe sich ergänzen, dass an ihnen zu viel Vergangenheit klebt. …“ | https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/identitaetskaempfe-die-schoene-faehigkeit-sich-offen-zu-halten-91773382.html

[The Institute Of Illegal Images… ]

„Captain Yin Yang“ (https://blotterbarn.com) “ … Mark McCloud’s collection, also known as the „Institute of Illegal Images“ is the most comprehensive collection of decorated LSD blotter paper in the world. As such, the collection has been the target of two criminal trials where McCloud was forced to defend not only the collection, but also his own liberty. …“ |https://blotterbarn.com/iii.html | via https://www.openculture.com/2021/08/take-a-trip-to-the-lsd-museum-the-largest-collection-of-blotter-art-in-the-world.html // –> https://drugpolicy.org/issues/brief-history-drug-war

[Kognitive Dissonanz #3… ]

“ … Die Nachbarn säubern mit einem Gasbrenner den Gehweg von Unkraut, es klingt, als ob vor dem Fenster ein Flugzeug starten würde. Wir verbrennen Gas und produzieren Kohlendioxid, um Pflanzen zu vernichten, die Kohlendioxid speichern könnten….“ | https://klagefall.de/2022/08/18/232/ (18. August 2022)
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Moralisierender Alarmismus ist einer der Hauptgründe, warum viele Menschen beim Stichwort „Klima“ weghören.

Euphemismus [(eine Beschönigung, ein Hüllwort)] ist die Methode, um Selbstbetrug gut aussehen zu lassen.

… Kognitive Dissonanz aushalten zu können, ist allerdings auch eine Probate Überlebensstrategie. Es schützt das Gehirn vor zu viel Stress und hält handlungsfähig. Es ist halt für langfristige und komplexe Dinge ein völlig ungeeignetes, eher kontraproduktives Instrument im Hirnbaukasten. …

Nun ja, wir leben ja alle genau diese kognitive Dissonanz, denn unsere planetenzerstörende Wirtschaftsweise (=der Kapitalismus) ist die Ursache, dass wir in dieser Situation sind. … Es gibt keinen nachhaltigen Kapitalismus.
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[ —> https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums: “ … Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit (Originaltitel: englisch The Limits to Growth. A Report for the Club of Rome’s Project on the Predicament of Mankind) ist eine 1972 veröffentlichte Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft. … Im Jahr 2004 veröffentlichten die Autoren das 30-Jahre-Update. Darin brachten sie die verwendeten Daten auf den neuesten Stand, nahmen leichte Veränderungen an ihrem Computermodell World3 vor und errechneten anhand verschiedener Szenarien mögliche Entwicklungen ausgehend vom Jahr 2002 bis zum Jahr 2100. In den meisten der errechneten Szenarien ergibt sich ein Überschreiten der Wachstumsgrenzen und ein anschließender Kollaps („overshoot and collapse“) bis spätestens 2100. Fortführung des „business as usual“ der letzten 30 Jahre führe zum Kollaps ab dem Jahr 2030. Auch bei energischem Umsetzen von Umweltschutz- und Effizienzstandards kann diese Tendenz oft nur abgemildert, aber nicht mehr verhindert werden. Erst die Simulation einer überaus ambitionierten Mischung aus Einschränkung des Konsums, Kontrolle des Bevölkerungswachstums, Reduktion des Schadstoffausstoßes und zahlreichen weiteren Maßnahmen ergibt eine nachhaltige Gesellschaft bei knapp 8 Mrd. Menschen. …] (7. Juli 2022)

Die Leute können sich eher den Untergang der Welt vorstellen als den Untergang des Kapitalismus“ … // … „ … ‚Kapitalismus als Religion‘ ist ein vielfach rezipiertes Fragment des deutschen Philosophen Walter Benjamin aus dem Jahr 1921.Benjamin beginnt: „Im Kapitalismus ist eine Religion zu erblicken, d. h. der Kapitalismus dient essentiell der Befriedigung derselben Sorgen, Qualen, Unruhen, auf die ehemals die sogenannten Religionen Antwort gaben“. … Der Kult werde universal gemacht .. [ein weiteres] Merkmal sei, „daß ihr Gott verheimlicht werden muss“. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus_als_Religion (Stand: 21. November 2021)

Der Fluss Loire (Frankreich, 2022) | –> https://www.kleinezeitung.at/home/klistenspecial/klistegross/6176323/Schockierende-Bilder_Loire-kann-zu-Fuss-durchquert-werden (11. August 2022)


Sebastian Borger aus London (11. August 2022): “ … In den südlichen Grafschaften Hampshire, Kent und Surrey darf das Volk von Parkgenießern und Hobbygärtnerinnen schon diese Woche keine Schläuche und Sprinkleranlagen mehr verwenden. Statt zu baden, sollen die Engländer lieber duschen – und natürlich beim Zähneputzen den Hahn zudrehen, was vier kostbare Liter pro Tag und Haushalt spart. Wer dennoch seine Rosen gießt, muss mit 1.000 Pfund (1.180 Euro) Strafe rechnen. … Selbst konservative Blätter wie „Daily Telegraph“ oder „Sunday Times“ dokumentieren neuerdings detailliert, welch verheerenden volkswirtschaftlichen Schaden die Privatisierung wichtiger öffentlicher Infrastruktur gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts hatte. …“ | https://www.derstandard.at/story/2000138203466/england-trocknet-aus-schuld-daran-ist-auch-die-politik
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(4. August 2022): “ … Die italienische Regierung hat Anfang Juli den Ausnahmezustand wegen der Wasserknappheit in fünf norditalienischen Regionen ausgerufen. …“ | https://www.derstandard.at/story/2000138038212/pegel-des-flusses-po-in-italien-stellt-neuen-negativrekord
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(11. August 2022): “ … Frankreich setzt in der Stromerzeugung stark auf Kernenergie. Diese Strategie hat das Land bisher zu einem relativ großen Nettoexporteur von Strom gemacht. Seit Mitte Jänner sei die Stromerzeugung in den Atomkraftwerken allerdings kontinuierlich zurückgegangen, erklärte Karina Knaus von der Energieagentur. Wurden zu Jahresbeginn noch knapp 50 Gigawatt (GW) in der Produktion eingesetzt, so liege die eingesetzte Leistung derzeit nur noch bei rund 25 GW. Die installierte Leistung entspreche hingegen gut 60 GW. „Damit haben wir eine Verfügbarkeit von weniger als 50 Prozent“, sagte die Energieexpertin. Die geringere Leistung habe sich bereits abgezeichnet, einige Atomkraftwerke seien schon seit längerer Zeit nicht am Netz, sagte Knaus. Trotzdem sei der Wartungsaufwand heuer größer als erwartet, und es gebe vor allem bei älteren Anlagen Bedenken in Bezug auf Korrosionsschäden, die die Wiederinbetriebnahme der Atomkraftwerke verzögern, so Mayer. Gleichzeitig führen hohe Temperaturen in Frankreich zu Trockenheit und niedrigen Wasserständen in den Flüssen, vielen Atomkraftwerken fehle deshalb das Wasser zur Kühlung, sagte Mayer. …“ | https://www.derstandard.at/story/2000138198538/franzoesische-atomkraftwerke-treiben-wegen-problemen-die-strompreise-in-die-hoehe
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(10. August 2022):“ … Einen von vielen traurigen Anblicken, die Frankreich derzeit beschäftigen, bietet die Loire. Der stolze Fluss ist bei Orléans derart wasserarm, dass ein Erwachsener beim Durchqueren nur bis zu den Knien nass wird. Auch der Fluss Verdon steht bis zu sechs Meter niedriger als in anderen Jahren. …“ | https://www.sueddeutsche.de/politik/frankreich-duerre-1.5636536
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„Geographic MapViewer – European Drought Observatory – JRC European Commission“ (11.08.2022)
–> https://edo.jrc.ec.europa.eu/edov2/php/index.php?id=1111
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Petra Pinzler (11. August 2022): “ … „Kognitive Dissonanz“ sind zwei komplizierte Worte. Man sollte sie sich trotzdem merken – denn sie erklären ziemlich gut, was gerade bei vielen Leuten passiert. …“ | https://www.zeit.de/politik/2022-08/klimawandel-klimakrise-massnahmen-psychologie-gesellschaft-5vor8/komplettansicht
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Chetr76 #78: “ … so denke ich oft, wenn ich Leute in der Nachbarschaft stundenlang im Freien reden höre …“
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weihnachtsmännin #125: “ … Moralisierender Alarmismus ist einer der Hauptgründe, warum viele Menschen beim Stichwort „Klima“ weghören. Dieser Artikel ist ein abschreckendes Beispiel. … „
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BadNews #125.11: “ … Sie verwechseln Botschaft mit Bote. Sie prügeln auf den Boten (mit der Kolumne eine Botin) ein verbunden mit der Hoffnung die Botschaft ändert sich damit … als gäbe es die Botschaft nicht. Auch ein Ritual. …“
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BadNews #118.1: “ … Euphemismus ist die Methode, um Selbstbetrug gut aussehen zu lassen. … „
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Travefreund #127: “ … Ach ja, erklären wir alle die sich nicht so benehmen wie es die Moral und die „normalen“ Menschen vorschreiben als verrückt und schicken sie zum Psychiater. Nach der Einleitung („Müssen wir alle auf die Couch?“) habe ich keine Lust mehr den Artikel weiter zulesen. …“
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Johnny Lasagna #132: “ … Müssen nicht eher die auf die Couch, die immer noch glauben es könnte sich etwas ändern und der Klimawandel wäre noch in irgendeiner Form aufzuhalten? Seit 40 Jahren ist das Thema aktuell und trotzdem steigt die Umweltverschmutzung ständig. … Alles nicht schön, aber die Augen zu verschließen und hoffen, dass alles irgendwie doch noch gut wird, wenn man nur mehr Rad fährt und die Heizung 3° runterdreht ist schlicht naiv und vollkommen weltfremd. …“
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Amicus philosophiae #134.1: “ … In der Tat. Bei Wikipedia steht: „Kognitive Dissonanz bezeichnet in der Sozialpsychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch unvereinbare Kognitionen hat […].“ Ich denke auch, daß das zur „conditio humana“ dazugehört bzw. sich nur durch „kognitive Dissonanz“, besser: Ausblendung, aus der Welt schaffen ließe. Als Beispiel wird der Fuchs aus Äsops Fabel angeführt, der diese Dissonanz dahingehend löst, daß er sich einredet, die Trauben, die er will und an die er nicht herankommt, seien ohnehin zu sauer. …“
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BuntScheck #125.6: “ … Ich hab als kleines Kind (80er) noch gedacht, wenn das Thema [Klimakrise] inkl. Lösungsansätzen schon bei uns Kindern angekommen ist, dann tut sich da bestimmt erst recht was bei den Großen. Ich musste 40 werden, mich beschimpfen, verspotten und belächeln lassen, bis ich gemerkt habe: Sie wollen einfach nicht. Wider alle Vernunft siegt einfach das Geld. …“
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Laufkunde #138: “ … Sollte ich in 20 Jahren noch leben, werde ich mich schadenfroh daran ergötzen wie die jetzigen Wohlstandsegoisten weltfremd schimpfen dass „die da oben viel zu wenig getan haben!“ und ihre Nachkommen im Elend enden. …“
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Walter Müller #126 “ … Ich halte jedoch gar nichts von dem leider überall um sich greifenden Alarmismus, als wenn auch nur eine Einkaufsfahrt mit dem altersschwachen Golf oder eine Woche auf Mallorca die Kippmomente des Weltklimas auslösen könnten. Aktivisten tun ja geradezu so, als wenn Deutschland sein eigenes Klima unter einer nur Deutschland abdichtenden Käseglocke bestimmen könne. Das ist natürlich Bullshit. Wir sollten uns fürs Klima engagieren, aber dabei unbedingt die Kirche im Dorf lassen: die wirklich entscheidenden großen Mengen an Treibhausgasen werden in anderen Weltregionen in die Luft geblasen. In diesen Gegenden wachsen zudem Bevölkerung und Wirtschaft in einem Ausmaß, dass uns die Sprache verschlägt. Dort hat man zudem kein Verständnis für unsere Klimaschutz-Forderungen, der Aufholbedarf in Richtung Wohlstand ist dort riesig. …“
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Madness #126.1: “ … „Aktivisten tun ja geradezu so, als wenn Deutschland sein eigenes Klima unter einer nur Deutschland abdichtenden Käseglocke bestimmen könne.“ Aktivisten gibt es aber nicht nur in Deutschland. Klimaaktivisten sind mittlerweile global miteinander vernetzt. Das mag der eine oder andere etwas schnarchnasige Bundesbürger vergessen …“
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Hexose #126.3: “ … Ja eh, wir sollten die ständigen Auftritte vor riesigem Publikum der Klimaaktivist/innen in China nicht vergessen. FFF ist dort außergewöhnlich populär. …“
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Madness #126.7: “ … Und das ist ein Argument dafür, lieber nichts zu tun? …“
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Mrs. Peel #119: “ … Der Artikel spricht von „wir“. …“
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BuntScheck #119.4: “ … Wir haben allerdings in der Mehrheit und trotz Kenntnis und Alternativen durch unser mehrheitliches individuelles Wahlverhalten ganz wesentlich dazu beigetragen, dass industrielle Lobbygruppen den entsprechenden Einfluss nehmen konnten. Man hätte ja zumindest in der BRD schon in den 1980ern andere Mehrheiten als Union/FDP wählen können. Es war nicht verboten, diese willfährigen Gehilfen des [Kapitals] „Wollen wir nicht, brauchen wir nicht, alles Spinner“ nicht zu wählen. Dennoch hat es die Mehrheit über Jahrzehnte hinweg getan. Diesen Vorwurf müssen wir uns einfach gefallen lassen. …“
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Echse des Bösen #114: “ … Ist es wirklich kognitive Dissonanz? Sind die Überlegungen nicht durchaus rational? Ja, die meisten Klimamodelle sagen katastrophale Szenarien voraus, aber eben erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Vorher gibt es auch mehr Stürme, mehr Dürren, mehr unangenehme Ereignisse, aber nichts Existenzielles. Und die zweite Hälfte des Jahrhunderts, das ist weit weg. 2060 sind die meisten heutigen Spitzenpolitiker wahrscheinlich nicht mehr am Leben. Olaf Scholz wäre dann 102 Jahre alt, Friedrich Merz 105 Jahre, Markus Söder 93 Jahre, nur Christian Lindner wäre gerade mal fesche 81 Jahre alt. Diese Leute werden die Konsequenzen entweder gar nicht mehr spüren oder nur sehr abgepuffert in gut situierten Gegenden, die wahrscheinlich auf wenig verzichten müssen. … Ja, mehr Stürme und Dürren, Milliardenschäden, Hitzetote im Sommer, alles unbestritten, aber das hält man aus. Davon geht die Gesellschaft nicht unter, und für die gut betuchte Mittelschicht wird es immer eine politische Lösung geben, wie sie dabei noch halbwegs unbeschadet wegkommt. Also nichts, was einem nachts den Schlaf rauben müsste. Und die 23 Billionen Schaden sind halt global gerechnet, und dort entstehen die meisten Schäden im globalen Süden. Auch das ist wohlbekannt. Traurig, sicher, aber eben abstrakt. Und am zynischen Umgang mit „Wirtschaftsflüchtlingen“ sieht man, dass es eine bequeme Lösung für dieses Problem gibt: Ignorieren und denen die Schuld geben. Nicht unsere Verantwortung. Grenzen schützen. Hätten die mal weniger geschnackselt. Wenn man sich angestrengt hätte. Usw. Der rationale Egoist rechnet am Ende alles auf sich selbst heraus: Was schadet es mir? Welche Konsequenzen drohen mir? Und da kommen Billionenschäden in Indien halt nicht drin vor. Nicht falsch verstehen, ich rege mich tierisch über diese Denkweise auf. Aber ich befürchte, das ist eben das, was im Inneren sehr vieler Leute vorgeht. … Selbst Kosten von einer Billion Euro sind nicht existenziell. Auch fünf Billionen nicht. Das sind abstrakte Zahlen. In dem Moment, wo ich mit dem Kostenkonzept komme, signalisiere ich bereits, dass die Lösung nur eine Frage des Preises ist. …“
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Nix für Ungut #92: “ … „Es ist heute so ernst, dass wir als Spezies handeln müssen – oder untergehen könnten, jedenfalls Millionen von uns.“ Und da liegt das Problem: Jeder denkt, dass er/sie nicht zu den Millionen gehört. Oder wie das ein Freund auf einer Ferienfahrt nach Schweden so schön formulierte: „Mir kann ja nichts passieren, ich hab Schneeketten. …“
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rapace #79: “ … Nach meiner Wahrnehmung findet [ ] eher das Gegenteil eines Umdenkens statt. Vor dem Hintergrund, dass der Anteil der SUV an den Neuzulassungen vor 15 Jahren 7% Betrug, und jetzt 40%, muss man sich fragen, ob ein Grossteil der Bürger noch zurechnungsfähig ist. Der Klimaforscher Mojib Latif hat vor Kurzem in einer Expertenrunde gesagt, er glaube fast nicht mehr an die Fähigkeit der Menscheit, umzudenken. …“
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Zeitschriftenleser #79.2: “ … Das sind doch alles Hyprid-SUVs. Mit dem Alibi-Akku ist man doch Klimaretter. Oder etwa nicht? …“
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a.huppert #74: “ … Ein Teil der kognitiven Dissonanz ist, das wir – und damit ist die Menschheit gemeint – […] lieber Kriege um politische und/oder wirtschaftliche Macht führen [an]statt die Klimakatastrophe mit allen Mitteln zu bekämpfen. …“
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Niverka #70: “ … Das nicht darüber sprechen der meisten Leute, die ich treffe, macht mich ganz verrückt. Dabei ist es auffällig, wie einig sich alle im nicht thematisieren der offensichtlichen Klimakrise und des hinterfragens unseres Lebensstils sind. Der Artikel beantwortet ganz gut meine Frage, warum das so ist. Das ist erhellend. …“
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bakunin #65: “ … Nun ja, wir leben ja alle genau diese kognitive Dissonanz, denn unsere planetenzerstörende Wirtschaftsweise (=der Kapitalismus) ist die Ursache, dass wir in dieser Situation sind. … Es gibt keinen nachhaltigen Kapitalismus. Solange der innere Antrieb Wachstum ist und Wachstum immer verbunden ist mit erhöhtem Materialeinsatz und Energieverbrauch (eine Konstante des kapitalistischen Wachstums der letzten Jahrhunderte), werden wir mit unserem Wirtschaften unser eigenes Grab graben. Und diese kognitive Dissonanz lebt auch die „Zeit“ mit großer Gelassenheit. …“
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HennekenF #52: “ … Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird es losgehen. Millionen über Millionen Klimaflüchtlinge (sorry für den Begriff, ist genauso dämlich wie Wirtschaftsflüchtling), Kriege werden um Wasser geführt werden, China gräbt nicht nur halb Asien das Wasser ab, es hat auch noch massive Versorgungsprobleme im Südwesten, dank der schwindenden Gletscher. Indien verdreckt, dank Arztneiherstellung und Kleiderindustrie so dermaßen, dass da nicht mehr zu retten sein wird. Westafrika versinkt in unseren Wohlstandsmüll, hier lohnt ein Blick zb nach Agblogbloshie und weiter produzieren wir Plastik in einem Ausmaße, dass man dem Menschen nur kollektive Verdummung vorwerfen kann. Man könnte noch mehr schreiben, aber im Grunde kennen wir die Probleme ja alle. …“
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BuntScheck #35: “ … Kognitive Dissonanz aushalten zu können, ist allerdings auch eine Probate Überlebensstrategie. Es schützt das Gehirn vor zuviel Stress und hält handlungsfähig. Es ist halt für langfristige und komplexe Dinge ein völlig ungeeignetes, eher kontraproduktives Instrument im Hirnbaukasten. Und deswegen kann es gut sein, dass unser Zwischenspiel als Spezies in ihrer jetzigen Form tatsächlich in die Endphase geht. …“
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Einfacher Bürger #24: “ … „Müssen wir alle auf die Couch?“ Ich fürchte, das würde wenig nutzen. Gleichgültig, für wie dumm ich unsere Spezies grundsätzlich halte (ich halte sie für sehr dumm), ahne ich, dass Kurzsichtigkeit und das Streben zum Eigennutz irgendwie Teil unseres Selbsterhaltungstriebes ist. Gegen den wir kaum ankommen. So haben aktute Probleme immer Vorrang vor langfristigen. Und selbst mit der vielbeschworenen Kinderliebe ist es nicht weit her, wenn der Erhalt der Umwelt für die Kinder mit eigenen Nachteilen einher geht. Traurig, ist aber so. Das Ergebnis lässt sich überall auf der Welt besichtigen. Erst muss es den sog. „Fukushima“-Moment geben, bevor sich Dinge gravierend ändern. Sprich: Es muss erst richtig schlimm kommen. Und ich fürchte, die Couch, auf der dieser Schwachpunkt unserer Spezies therapiert werden kann, muss erst noch erfunden werden. …“
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ArribaChinchita #33.1: “ … Wenn es noch ein paar Jahre so weiter geht, dann werden an der Hayek-Ideologie mehr Menschen weltweit gestorben sein, als an der Stalins. …“
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Marcellus_007 #49: “ … Spannende Sache. Die kognitive Dissonanz, wird ausführlich beschrieben… Dann liest man die Kommentare… Taadaaaa … [–> tarnow08 #80: “ … Irgendwelche Probleme mit dem Wetter gibt es irgendwo auf der Welt immer. Wenn der Sommer jetzt verregnet gewesen wäre und es irgendwo Überschwemmungen wie bei der Oderflut gegeben hätte, wäre sicher auch über den schrecklichen Klimawandel gejammert worden. …“ … Zeitschriftenleser #80.1: “ … Ja, nur das wir jetzt kein Problem mit dem Wetter (ideales Schwimmbadwetter) sondern mit dem Klima haben….“ ] …“
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MIKE_STGT #108: “ … Ich glaube nicht dass irgendwer wach wird! ich glaube auch nicht dass es ausreichend Veränderung geben wird. und warum? Es würde Verzicht bedeuten und zwar viel Verzicht. …“
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Echse des Bösen #108.1: “ … Ihr Beitrag ist ein schönes Beispiel für das Bonmot „Die Leute können sich eher den Untergang der Welt vorstellen als den Untergang des Kapitalismus“. … „

[Kriegsschauplätze #41… ]

… Es wütet der Irrsinn …

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“ … Der gesicherte Standort des ungefährdeten Beobachters auf dem „Feldherrenhügel“ geriet zunächst durch die Erfindung der Distanzwaffen zusehends in Gefahr. … “ | Jan Süselbeck: „Der Kampf und die Kamera“ (Kunst-, Kultur- und Filmwissenschaft, Nr. 10, Oktober 2006) | https://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=9943
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Bild: „Siebentausend Zinnsoldaten“
Quelle: https://www.schlossspross.de/2018/07/30/siebentausend-zinnsoldaten/

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“ … Insgesamt findet man überdurchschnittlich viele Memes, die die Kriegsprotagonisten Selenskyj und Putin als Avengers–Figuren übersetzen, so als sei der Konflikt etwas, das ein Achtjähriger gerade in seinem Kinderzimmer mit Actionfiguren ausficht. … [https://de.wikipedia.org/wiki/Zinnsoldat] … Genau wie in der kognitiven Verfügbarkeit unserer inneren mentalen Referenzschubladen, die uns visuelle Parallelen herausholen und zur Einordnung verwenden lassen, bedingt auch das unendliche Archiv des Internets einen permanenten Remix und das assoziative Verkleben von Wirklichkeit und Kultur, von Realitätsbildern und Comic-Motiven. Es geht um diese Verfügbarkeiten, weil uns das Verständnis und ein anderes visuelles Vokabular fehlt, die Abstraktion eines Krieges für uns und andere zu übersetzen. …“ | „Der Krieg ist kein Marvel-Film“ Samira El Ouassil (24. März 2022) | https://uebermedien.de/69775/der-krieg-ist-kein-marvel-film/
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Anetta Kahane (08.08.2022): “ … [Zweiter Weltkrieg] … Die deutschen Mörder hatten die Ukraine erobert und besetzt, sie ausgebeutet, die Menschen fürs Reich arbeiten lassen. Vor allem Juden und Roma wurden systematisch ermordet. Die Folgen für das ganze Land sind bis heute zu spüren. Die Wälder sind voll von Massengräbern. Manchmal weisen Gedenksteine am Straßenrand auf die deutschen Erschießungen von damals hin. Deutsche Verantwortung in der Ukraine ist nicht nur ein Wort. Sie ist eine riesengroße Wunde. …“ | Aus: „Deutsche Verantwortung in der Ukraine: Eine riesengroße Wunde“ | https://www.fr.de/meinung/kolumnen/ukraine-roma-sinti-nazis-zweiter-weltkrieg-deutsche-verantwortung-riesengrosse-wunde-91711400.html
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“ … Der Krieg im Osten 1941-1945, der mehr als 30 Millionen Menschen das Leben kostete, sprengte alle Grenzen zwischen „erlaubtem“ Töten feindlicher Soldaten im Kampf und dem Mord an Gefangenen und Zivilisten. „Zig Millionen“ zivile Opfer sah schon die deutsche Planung vor, die folgende Kriegsrealität war der Planung adäquat. Unter den Faktoren, die einen derart enthemmten Krieg möglich machten, wird hier das deutsche Feindbild des slawischen Untermenschen thematisiert: Inhalt, Kontext, Funktion, Tradition. …“ | Link: Video: Peter Jahn
Berlin, February 24th, 2007, 21:30 – 22:00 –> „Untermensch im Osten“ (20 Minuten) —> https://dictionaryofwar.org/concepts/Untermensch_im_Osten
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“ … Als Vorwort zu seiner aus alltäglichen Weltkriegsdialogen montierten „Tragödie in fünf Akten“, die er „Die letzten Tage der Menschheit“ nannte, schrieb Karl Kraus im Jahr 1919 in der „Fackel“: „Die unwahrscheinlichsten Gespräche, die hier geführt werden, sind gesprochen worden; die grellsten Erfindungen sind Zitate. … und einige Zeilen später fügte der Autor noch vielsagend hinzu: „Wer schwache Nerven hat, wenn auch genug starke, die Zeit zu ertragen, entferne sich von dem Spiel.“… Das gilt auch für Anton Holzers niederschmetternden Foto-Band „Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914-1918“ … So lautete einer der vielen von Holzer zitierten Befehle des k.u.k. Truppenkommandos in Lemberg: „Sobald sich irgendwo nur die geringsten Anzeichen einer Unterstützung des Feindes sichtbar machen, ist in rücksichtslosester Weise vorzugehen. Kein Mittel ist in so einem Fall scharf genug.“ Was man hier euphemistisch als „Kriegsnotwehrrecht“ bezeichnete, war nichts anderes als eine offene Aufforderung an alle Soldaten, in Eigenregie tatkräftig und nach Gutdünken dabei mitzuhelfen, die Zivilbevölkerung wahllos „niederzumachen“, Dörfer und Städte niederzubrennen, zu vergewaltigen, zu foltern und die Opfer tagelang öffentlich auszustellen – und zwar ganz ohne umständliche juristische „Klügeleien“, wie es markig hieß. Wer fröhlich mordete, musste auch nicht fürchten, belangt zu werden, denn die Taten tauchten später in der Regel nicht einmal mehr in irgendwelchen Gerichtsakten mehr auf. … Möglicherweise würde dieser Aspekt des Ersten Weltkriegs heute tatsächlich bereits längst und für immer vergessen sein – wenn die Täter nicht jenes verstörende Lustempfinden entwickelt hätten, dass auch auf der von Kraus aufgegriffenen Fotografie der Hinrichtung Battistis so unübersehbar seine Fratze enthüllt [https://de.wikipedia.org/wiki/Cesare_Battisti]: die eines offenen Genusses der Grausamkeit und ihrer fetischistischen Dokumentation auf Fotografien. Diese geradezu pornografische und damit auch offenichtlich sexuell motivierte Lust an der sadistischen Gewalt führte dazu, dass sich der typische soldatische Verbrecher jenes Kriegs mittels einer vertrackten medialen Selbstreflexivität eigens überführte, wie schon Kraus in seiner von Holzer zitierten Bemerkung feststellte: „Denn nicht daß er getötet, auch nicht, dass er’s photographiert hat, sondern daß er sich mitphotographiert hat und daß er sich photographierend mitphotographiert hat – das macht seinen Typus zum unvergänglichen Lichtbild unserer Kultur.“ …“ | Aus: „Wenn sich Massenmörder selbst überführen – Anton Holzer erinnert in seinem Bildband „Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914-1918″ an vergessene Gräuel im Ersten Weltkrieg“, Jan Süselbeck (Nr. 12, Dezember 2008) | https://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=12533
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“ … Im Krieg sterben täglich viele Tausend Menschen. Ganze Städte werden dem Erdboden gleichgemacht. Es wütet der Irrsinn nationaler Identitäten. Der Kampf wird um den Besitz von Gebieten, um die Sicherung von Hegemonien, um Überreste zusammengebrochener Wirtschaftssysteme geführt, und jede Großmacht nimmt mit ihren eigenen Mitteln an diesem Kampf teil. Es fließen die Waffen, und es fließt das Blut. Ist Osteuropa im Kleinen nicht ein Abbild der Welt? Auf dem Planeten gibt es kaum mehr Wasser zum Trinken, kaum Luft zum Atmen, und wir führen unterdessen die Kriege des 20. Jahrhunderts um die Machtzonen und die Ausbeutung weiter, sodass der Hunger morgen noch größer wird und noch mehr das Gefühl haben werden, es gebe keine andere Art zu überleben als zu morden. …“ | Gábor Schein, Aus dem Ungarischen von Eva Zador (Krieg in der Ukraine – Am Tor des Widerstands), 7 August 2022 | https://www.zeit.de/kultur/literatur/2022-08/gabor-schein-ungarn-ukraine-krieg/komplettansicht

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[Der Blick in die Kamera #53… ]

via https://www.mdw.ac.at/magazin/index.php/2022/04/05/xenakis-2022-back-to-the-roots/
(‚Xenakis 2022: Back to the Roots‘, Symposium zu Xenakis’ elektroakustischem Werk) // [„… Iannis Xenakis (* 29. Mai 1922 in Brăila, Rumänien; † 4. Februar 2001 in Paris) war Komponist und Architekt griechischer Herkunft. … Xenakis wurde in einer in Rumänien lebenden griechischen Familie geboren. 1932 wanderten seine Eltern mit ihm nach Griechenland aus. Er studierte von 1940 bis 1946 Ingenieurwissenschaften in Athen, engagierte sich im Widerstandskampf gegen die Nazi-Besatzung und im anschließenden Bürgerkrieg, erlitt eine schwere Gesichtsverwundung und geriet in Gefangenschaft, wurde zum Tode verurteilt, flüchtete und ging 1947 als politischer Flüchtling nach Paris. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er sich der Musik nur autodidaktisch gewidmet. …“] https://de.wikipedia.org/wiki/Iannis_Xenakis // “ … Stochastische Musik ist eine Bezeichnung für musikalische Kompositionsverfahren, bei denen stochastische Prozesse benutzt werden. Der Begriff geht auf den Komponisten und Architekten Iannis Xenakis (1922–2001) zurück. Der Kompositionsvorgang basiert bei Xenakis oft auf visuellen Formen. Aus diesen leitet er Formeln und Kombinationswege ab, um sie dann durch den Einsatz zum Beispiel einer Rechenmaschine in Notenzeichen und Musik umzuwandeln. Hierbei greift er auf Zufallsprozesse, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Spieltheorie zurück. …“ –> https://de.wikipedia.org/wiki/Stochastische_Musik // —> Weiterer Kontext: Der Griechische Bürgerkrieg –> https://de.wikipedia.org/wiki/Griechischer_B%C3%BCrgerkrieg // “ … Griechische Militärdiktatur oder „Das Regime der Obristen“ (griechisch Χούντα των Συνταγματαρχών Chounta ton Syntagmatarchon), im griechischen Sprachgebrauch auch „Die Junta“ („Η Χούντα I Chounta“), sind Bezeichnungen für das rechtsextreme, nationalistische Militär-Regime, das Griechenland von April 1967 bis Juli 1974 beherrschte. …“ –> https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Milit%C3%A4rdiktatur
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Iannis Xenakis (2 Parts) Filmed Interview in English with German subtitles, extracts of interviews with Volker Banfield Heinz Otto Peitgen (3Sat)
–> https://youtu.be/j4nj2nklbts & https://youtu.be/zukz4KcouNg
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Iannis Xenakis – Medea (1969) – Medea For Men’s Chorus Galets And Orchestra –> https://youtu.be/V8PxpTd2lnY // –> https://de.wikipedia.org/wiki/Medea
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Iannis Xenakis – Bohor (1962) [“ … The title Bohor is based on the subject of a medieval song cycle, „Bohor the Outcast,“ who was a valiant knight of the Round Table. Bohor is an 8-channel tape work and was Xenakis’s first large-scale electroacoustic work …“] / [ „… Xenakis selected a diverse handful of sound sources for Bohor, which reflects the diversity of his influences at the time. The sketches for Bohor verify the two known sound sources already documented, the Laotian mouth organ and various „Oriental“ bracelets. More notably, they also reveal two additional sources previously unknown: Byzantine chant and piano. Xenakis recorded sound samples of each of the four materials, and manipulated each by stretching, compressing, or assembling different fragments. The final sound entity is quite remote from the starting materials, but one can at times detect a semblance of an original source. Below is a brief overview of the four materials used in Bohor. …“ –> https://www.moz.ac.at/sem/lehre/lib/mat/text/xenakis-bohor/] –> https://youtu.be/DODVNHukY0I
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Iannis Xenakis – Jonchaies (1977) [“ … Performers: Orchestre philharmonique du Luxembourg, dir. Arturo Tamayo … Written in 1977, over twenty years after his breakthrough score Metastasis, Jonchaies represents the apex of Iannis Xenakis’ orchestral output. As a trained engineer, the Greek composer spent much of his career experimenting with the application of complex mathematical techniques to the compositional process, implementing ideas from statistics, set theory and geometry to arrive at what he called stochastic music. Whilst Jonchaies is a culmination of many of these compositional practices, it is remarkable amongst Xenakis’ works for betraying a palpable sense of the composer’s personality, augmenting its more cerebral concerns with a prominent communicative dimension. Scored for 109 musicians, Jonchaies is a piece on an immeasurable scale – even by this composer’s colossal standards – and, despite being cast in a single continuous movement, the score proceeds as a series of self-contained miniatures which explore wildly oscillating orchestral timbres. …“] –> https://youtu.be/MZ5771zMOeE
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Terretektorh [… komponiert von Iannis Xenakis (1965/66), das Musiker und Publikum (nach präziser Notation) mischt und im Raum verteilt‘ …] –> https://youtu.be/UgqhVrUO1rc

[Wirklichkeitsbezug #12 … ]

“ … Auf den jetzt veröffentlichten Bildern ist deutlich zu erkennen, wie die etwa 100 Nanometer großen Sars-Coronaviren-2 auf den Zellen aufliegen. …“ | https://www.mdr.de/wissen/fotos-corona-covid-viren-nano-strukturen-100.html (04. Februar 2021)

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“ … Ein Mikroskop versetzt uns gewissermaßen in eine andere Welt. Es bietet uns eine Szenerie ganz neuartiger Gegenstände …“ | Aus: Hans Blumenberg „Die Lesbarkeit der Welt“ (Erste Auflage, 1981 – S.156, Eine Robinson Welt gegen die Newton-Welt)

Christian Thomas „Hans Blumenberg „Die nackte Wahrheit“: Sie ist kein Besitz“ (01.11.2019): “ … Das Schauen wesentlicher Dinge wurde abgelöst durch ein wissenschaftliches Durchschauen der Bewegungsgesetze der Welt, wie Nietzsche es bereits illusionslos erfasste, wobei er insbesondere den Künsten so etwas wie die Funktion einer neuen Einkleidung der Wahrheit zuschrieb. „Die Wahrheit ist hässlich. Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zu Grunde gehen.“ Da „die nackte Wahrheit enttäuscht“, erweise sich das „Umschleiertsein durch Illusion“ (Nietzsche) … “ | Quelle: https://www.fr.de/kultur/literatur/hans-blumenberg-nackte-wahrheit-kein-besitz-13186398.html

Elke Schmitter (18.08.2020): “ … Der Kollege Odo Marquard, wie Blumenberg ein begnadeter Aphoristiker, charakterisierte Blumenbergs Bücher als „dickleibige Problemkrimis“. Das grundsätzliche Problem: die Bedingtheit des Denkens. Anschaulich gemacht: Wieso halten wir es inzwischen mehrheitlich für selbstverständlich, dass nicht ein zürnender Gott uns das Coronavirus als Strafe für sorglosen Lebenswandel schickt? Dass die Sonne sich nicht um die Erde dreht? Oder, dass die Neugier etwas Produktives und grundsätzlich Gutes ist? Wie lösen sich Paradigmen des Denkens und Mentalitäten ab – und wie kann man dennoch Autoren lesen, die ihr Selbst- und Weltverständnis vor Jahrhunderten oder Jahrtausenden gebildet haben, unter einem buchstäblich anders bevölkerten Himmel? …“ | https://www.spiegel.de/kultur/literatur/philosoph-hans-blumenberg-der-umweg-als-ziel-a-a6885965-6d64-4083-9181-7072e2515971

“ … In seinem Monumentalwerk „Arbeit am Mythos“ entwarf Blumenberg die Genese der mythischen Weltsicht, die darin besteht, „Wirklichkeiten, in denen wir leben“ – so ein Buchtitel -, zu beschreiben. Für Blumenberg gab es mehr als nur eine Wirklichkeit, die in die Systematik einer „großen Erzählung“ gezwängt wurde, wie dies bei Hegel oder Fichte erfolgte. Blumenberg plädierte vielmehr für eine Vielzahl von Erzählungen, die Facetten der gesamten europäischen Kulturgeschichte aufwiesen. … Trotz der Wertschätzung der Mythen plädierte Blumenberg keineswegs für eine „neue Mythologie“, wie sie in der Romantik propagiert wurde. Angesichts der explosionsartigen Entwicklung der Technik und der Naturwissenschaften gab es für ihn keine Rückkehr zur mythischen Weltsicht, genauso wenig wie ein „Zurück zur Natur“. Was bleibt, ist eine Trauer angesichts des Verlusts des Poetisch-Narrativen, das einer zweckrationalen Ordnung weichen musste. …“ | Aus: „Entlastung vom Absoluten“ (13. August 2020) | https://oe1.orf.at/artikel/674175/Entlastung-vom-Absoluten

// Pygmalion and Galatea (1890)
// https://en.wikipedia.org/wiki/Pygmalion_and_Galatea_(G%C3%A9r%C3%B4me_painting)

“ … Galatea. So nannte sie der Philosoph und Schriftsteller Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) in seiner lyrischen Szene Pygmalion (entstanden 1762 / 1771). Die Geschichte Galateas seit der Aufklärung ist nicht nur eine Geschichte glückender oder scheiternder männlicher Bemühungen und die Bildung der jungen Frau, sondern auch eine der Emanzipation von eben diesen Bemühungen, eine Emanzipation vom männlichen Blick. Jüngster Beleg dafür war die Ausstellung „Die schaffende Galatea. Frauen sehen Frauen“ in der Kunsthalle ”Talstrasse” in Halle (Saale) von Mitte Juli bis Mitte Oktober 2019 (vgl. dazu auch den im Mytho-BLOG veröffentlichten Beitrag „Von Bildern und Mythen: Die schaffende Galatea“). … Ovids Quelle im Falle Pygmalion ist verloren gegangen. Was Philostephanos über diesen berichtete, wissen wir nur durch eine entsprechende Erwähnung in der „Mahnrede an die Heiden“ des Philosophen und Kirchenvaters Clemens von Alexandria (150 bis ca. 215 n. Chr.). Clemens prangert darin die Verführung lüsterner Menschen durch die Kunst und die Anbetung von Götterbildern, die Idolatrie, an. …“ | Aus: „Namensschwestern und sonst nichts? – Betrachtungen zu Galatea und Galateia“ | Quelle: https://www.vergleichende-mythologie.de/namensschwestern-und-sonst-nichts-betrachtungen-zu-galatea-und-galateia/

“ … Als Bilderverehrung oder Ikonodulie bezeichnet man sowohl die bildliche Darstellung göttlicher Wesen und Kräfte sowie mit Gott oder den Gottheiten verbundener geschöpflicher Wesen (Engel, Heilige oder Symboltiere, Totems), als auch die damit verbundene Verehrung dieser Bilder, Skulpturen oder Ikonen. Von der Ikonodulie („Bilderverehrung“) sind Ikonolatrie („Bilderanbetung“) und Idolatrie oder Idololatrie („Götzendienst“) zu unterscheiden, wenn auch gegen die Bilderverehrung gerichtete Polemik (siehe Ikonoklasmus) diese nicht selten als Ikonolatrie oder gar Idolatrie bezeichnet. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderverehrung

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #76 … ]

Internetfund via ZombieLife

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Krawuzzi Kapuzzi (2022): “ … Diese unglaubliche Angst dieser mutigen Männer vor den Frauen. …“ | Kommentar zu: „34 Jahre Haft für saudische Frauenrechtlerin“ (16. August 2022) | Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000138309722/34-jahre-haft-fuer-saudische-frauenrechtlerin
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Hans-Martin Lohmann (21.02.2005): “ … Männer, so lässt sich das zusammengetragene ethnologische Material und die wissenschaftliche Literatur darüber interpretieren, haben den starken unbewussten Wunsch, ihre ursprüngliche sexuelle Abhängigkeit von den Frauen zu verleugnen … Prinzipiell ist daher in der ambivalenten bis feindseligen Einstellung des Mannes zu seinen weiblichen Sexualobjekten die Idee der Vernichtung des Objekts und seiner Surrogate unbewusst immer enthalten… Eine der Hauptquellen für Frauenhass wäre dann der Hass auf das eigene (sexuelle) Begehren, für das die Frau verantwortlich gemacht und deshalb bestraft wird. … Pohl [pocht] auf das elementare Gewicht einer spezifisch zugerichteten männlichen Sexualität, ohne deren platter Naturalisierung oder Ontologisierung zu verfallen. … “ | Aus: „Rolf Pohl: Feindbild Frau. Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen“ | https://www.deutschlandfunk.de/rolf-pohl-feindbild-frau-maennliche-sexualitaet-gewalt-und-100.html
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“ … Als Psychotherapeut und Supervisor habe ich sehr von der Lektüre profitiert, weil Rolf Pohl Ausflüge zur Anthropologie, Ethnologie und Soziologie macht und zusammenträgt, welche fassungslos machende Fülle an Frauenfeindlichkeit es in verschiedenen Kulturen gab und gibt und wie Zusammenhänge zu aktuellen Phänomenen zu sehen sind. Bestürzend, desillusionierend, aufrüttelnd und aktivierend, Schluß zu machen mit dem Spuk. …“ (Über: Feindbild Frau. Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen., 11. August 2015)
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“ … Der Diskurs über die ideale Frau spiegelte sich auch in dem über deren Antithese wider, nämlich über Frauen, die entweder kriminell oder durch sonstiges deviantes [von der Norm abweichendes] Verhalten auffällig waren. … In den 1920er und 1930er Jahren intensivierte sich, angeregt durch die Rezeption westlicher Forschungen zur Evolution, Kriminalität, Psychologie und Psychoanalyse – insbesondere der Schriften von Richard von Krafft-Ebing und Sigmund Freud – die Ansicht, jegliche Art weiblicher Sexualität und die Neigung zu kriminellem Verhalten stünden in einem kausalen Zusammenhang. … Anhand der Nachzeichnung der historischen Genese der dokufu [‚evil woman‘] … bis hin zu einem ubiquitären Topos eines weiblichen ›Anderen‹ in der Unterhaltungs- und Populärkultur sowie der Medizin, Psychologie und den Sozial- und Kulturwissenschaften der Nachkriegszeit zeigt sie überzeugend auf [Christine L. Marran: Poison Woman. Figuring Female Transgression in Modern Japanese Culture. Minneapolis: University of Minnesota Press (2007)], dass die sozialen und kulturellen Konstruktionen von deviantem Verhalten ebenso wie dessen mediale Repräsentationen im historischen und politischen Kontext der Formierung des japanischen Nationalstaates zu sehen sind. Auf diesem Hintergrund wird deutlich, dass die Darstellung von Geschlechterbildern und –beziehungen in den Medien – Literatur, Journalismus, Theater, Film – einer ideologischen Instrumentalisierung unterliegt. Marran zeigt auf, wie sehr der Diskurs über kriminelle und deviante Frauen in den über den Modernisierungsprozess Japans eingebettet ist. …“ | Aus: Evelyn Schulz: „Giftmischerinnen, Vagabundinnen und Erotomaninnen“ Eine Literatur- und Mediengeschichte krimineller und devianter Frauentypen im modernen Japan – IASLonline [17.02.2009]| http://www.iaslonline.de/index.php?vorgang_id=2722
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“ … Willi Jaspers Buch [‚Die Jagd nach Liebe‘ Verlag S. Fischer Frankfurt/Main 2007, 410 Seiten] beschreibt Heinrich Mann als einen ausgemachten Erotomanen … Erotik war für den Künstler jedoch auch immer ein geistiges „Prinzip“, er wollte „sinnlich denken“ und trachtete danach, seine Literatur „ins Weibliche zu übersetzen.“ … Willi Jasper zeichnet die Biographien von insgesamt neun Frauen aus Heinrich Manns Leben nach, die fast alle auch in sein Werk Einzug hielten. …“ | Joachim Scholl „Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ (13.04.2007)| https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-kopf-bis-fuss-auf-liebe-eingestellt-100.html
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“ … Caravaggio stieß seine Zeitgenossen auch durch sein wildes und abenteuerliches Wesen, seinen Lebensstil und seine zahllosen Affären vor den Kopf. Dennoch erhielt er mehrere Aufträge für große Gemälde. Sein Werk folgte naturalistischen Gesetzen und bezog einfache Menschen von der Straße mit ein, die er als Modelle für seine großformatigen, religiösen und mythologischen Szenen benutzte. Als er von 1600 an diese Tendenz in seinem Werk entwickelte, geschah es oft, dass die Auftraggeber seine Gemälde wegen ihrer Ungehörigkeit oder theologischen Fragwürdigkeit ablehnten. Sein Werk weckt im Betrachter tiefe Gefühle. Obwohl von Vielen verurteilt, wurden seine Innovationen bald gefeiert, und Caravaggio gewann die Achtung seiner Zeitgenossen. Zuweilen geriet er durch Schlägereien in Schwierigkeiten. Am 28. Mai 1606 geriet er nach einem Spiel in Streit und tötete seinen Gegner. Zum Tod verurteilt, floh er im Alter von 35 Jahren aus Rom. … Nichts an Caravaggios Werk ist trivial, und ihre physische und moralische Komplexität bringt auch im modernen Zuschauer eine Saite zum Klingen. Die langen Schlangen vor der Ausstellung zeigen, dass die Menschen nicht nur den Wunsch haben, diese Bilder zu betrachten, sondern dass sie auch nach der komplexen Wahrheit der Menschlichkeit suchen. …“ |Aus: „Dunkle und komplexe Schönheit“ Paul Bond (2007) | https://www.wsws.org/de/articles/2007/01/cara-j03.html

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“ … Als Sujet für meinen Vortrag habe ich die Femme Fatale gewählt, die gefährliche Frau, die angeblich die Männer verschlingt. … Im Juli dieses Jahres [2006: https://de.wikipedia.org/wiki/Geheime_Staatsaff%C3%A4ren] kam Claude Chabrols Film „Geheime Staatsaffären“ in die deutschen Kinos. … Obwohl mit dem Filmtitel die Korruptionsaffäre europäischen Ausmaßes bei der Deregulierung der Mineralölwirtschaft Frankreichs und der DDR in der Wendezeit angesprochen ist, macht der Film bei der Schilderung dieses brisanten Politikums die Richterin zur Hauptfigur. Isabelle Huppert wird mit roten Handschuhen und dem mehr als eindeutigen Namen „Jeanne Charmant Killman“ bei ihrem kurzen Aufstieg in der Männergesellschaft zur heutigen Femme Fatale. „Madame Piranha“ kommentiert der Tagesspiegel, „Richterin und Raubtier“ die taz. Der Fluss der Korruptionsgelder wird zur Nebensache, die europäische Dimension nicht erwähnt. Die politische Affäre wird feminisiert unter dem Einsatz einer offenbar immer noch überzeugenden Weiblichkeitskonstruktion, die hier für die zynische Parabel steht, das jeder des anderen Feind sei. Mit diesem mörderischen Frauenbild wird der für Frauen heutzutage durchaus begehrte Posten in der Berufswelt verstellt, um strukturelle gesellschaftliche Probleme nationaler Ökonomien im Neoliberalismus als feminisierte Personalisierung im Film „sichtbar“ zu machen. … Gefährliche Weiblichkeit, die nach damaliger Auffassung an die Sexualität der Frau gebunden ist, wird im Mythos verankert und in der sogenannten Natürlichkeit des weiblichen Körpers ganz allgemein erkannt. … Ein Beispiel des Vorsprungs der Malerei: Im Jahr 1908, also 15 Jahre bevor Erich Wulffen 1923 erreichen wollte, „daß das Bild des weiblichen Verbrechers – … plastisch – vor unseren Augen steht“, arbeitete der Maler Albert von Keller der Wulffenschen These von der „geborenen Sexualverbrecherin“ mit dem Bild „Liebe“ den Wissenschaftlern zu. Der Band „Das Weib als Sexualverbrecherin“ erschien an prominenter Stelle in der Enzyklopädie moderner Kriminalistik erst 1923. Darin versuchte Wulffen die von Lombroso 1894 aufgestellte, aber von anderen Wissenschaftlern zurückgewiesene These, des tendenziell kriminellen Charakters aller weiblichen Sexualität erneut zu bekräftigen. Keller griff in seinem vielfach reproduzierten Gemälde die bewährte Salome-Ikonographie auf und vereinte sie mit der Geschichte der aktiven Judith. Ein Opfer liegt hinter ihr und greift noch im Tod nach dem abgeschnittenen Haar, ein abgeschlagener Kopf zu ihren Füßen, bedrohlich auffordernd blickt sie auf die Betrachter des Bildes. Das Serielle ihrer Morde in diesem „Liebe“ genannten Bild ist mehr als angedeutet. Wulffen setzte 1923 diesem Weiblichkeitsbild den „Mutterschoß“ als „heiligen Boden“ entgegen, denn „die Jugend steigt aus dem Schoße der Mütter des Landes hervor“. „Gesunde Sexualität“ im Sinne der Fortpflanzung der Art wurde zu dem offiziellen Diskurs im Sozialstaat der Weimarer Republik. (Wenk, Versteinerte Weiblichkeit) In Opposition dazu zerstückelten die Maler der Avantgarde – wie Otto Dix aus Lust den ganzen weiblichen Akt als kriminelle Handlung und als künstlerische Tat im Bild. Sie machten den Mord zu ihrem unsterblichen Werk. Fragen wir abschließend noch einmal, welches Konstrukt zu welcher Zeit welchen Zweck erfüllte und wem es diente: Bei dem zuletzt genannten Lustmord arbeiteten die Künstler nach 1918 Gewalterfahrung an Bildern des Weiblichen ab. Sie reagierten als neue Täter auch auf das in der Sphinx und der Salome präsentierte Frauenbild. Sowohl in dem Film „Geheime Staatsaffären“ von 2006 als auch bei den Bildern von Salome und Sphinx wird das Konstrukt Femme Fatale eingesetzt. War es damals die sexuell aktive Frau, die zwar im Bild genossen, aber zugleich skandalisiert und abgewehrt wurde, so wird im Film 2006 eine Relation zwischen kastrierender, ja mörderischer beruflicher Tüchtigkeit der Frau und ihrem Versagen in den ehelichen Beziehungen hergestellt. Claude Chabrol lässt Jeanne Charmant Killman in der Schlusszene ihren Beruf – und damit ihre Macht – aufgeben und mit dem jungen Mann im Auto davon fahren. Statt eines versuchten neuen Konstruktes, das den Plot bis hierhin bestimmt hatte, wird nun an das altbekannte Muster erinnert. …“ | Aus: „Fatale Konstrukte: Bildende Kunst und Sexualwissenschaft im Dialog“ Kathrin Hoffmann-Curtius (27.10.2006) | http://www.hoffmann-curtius.de/PDF/femme_ge.pdf

Parsifals Versuchung“ (Arthur Hacker, 1894)

[Wirklichkeitsbezug #11 … ]

„Wir bewegen uns auf eine neue Klassenspaltung zu, die nicht mehr auf Geld beruht, sondern auf der Fähigkeit, seinen kritischen Geist einzusetzen und Informationen zu sortieren.“ – Umberto Eco, Jean-Claude Carrière, Stephen Jay Gould, Jean Delumeau: „Das Ende der Zeiten“, DuMont Verlag Köln 1999
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Rüdiger Suchsland „Der Zynismus moderner Massenmedien“ (18. Juni 2022): “ … es geht gar nicht mehr darum, dass die Journalisten in ihrer Arbeit bewusst manipulieren – sondern darum, dass sie gar nicht mehr begreifen, dass man auch anders über das Weltgeschehen berichten könnte, als in der Abfolge von politischer Krise und moralischer Klarheit. Oder dass die Journalisten wenigstens verstehen, dass man die Dinge durchaus verschieden beurteilen könnte, dass es Wirklichkeit, Gewissheit und Wahrheit (leider) in den Medien, jenseits dem von ihnen Gezeigten nicht gibt, und dass es eben um diese Darstellung von Ungewissheit und Unklarheit, um Irritation, nicht Beruhigung, um Kompexitätssteigerung, nicht -reduzierung gehen müsste. … “ | https://www.heise.de/tp/features/Der-Zynismus-moderner-Massenmedien-7144919.html?seite=all
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Screenshot: n-tv (23.06.2022)
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Axel Schmidt („Medien und Medienkommunikation“, 2018): “ … Medien leisten nicht nur einen über unmittelbare Situationen hinausgehenden Kontakt, sondern sie sind im Falle medialer (insbesondere massenmedialer) Produkte zu dem kulturelle Artefakte, die etwas anderes zeigen als sich selbst. … “ | https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/7075/file/Schmidt_Medien_und_Medienkommunikation_2018.pdf
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Klaus Beck („Harry Pross – Signalökonomie und „neue Kommunikationspolitik“, 2015): “ … Adorno und Benjamin, Lippmann und McLuhan – was haben sie und andere „Klassiker“ der Medien- und Kommunikationswissenschaft heute noch zu sagen? … Harry Pross begreift im Anschluss an Ernst Cassirer, Charles Sanders Peirce und Susan K. Langer den Menschen als das Wesen, das Symbole gebraucht und sich damit grundlegend vom Tier unterscheidet. Als Menschen leben wir in einer symbolisch konstruierten Welt von Bedeutungen: „Es führt kein Weg von Mensch zu Mensch, von ihm zu anderen Lebewesen und zur Natur als über Zeichen“ (Pross 1996:32). Für Pross ist unsere Realität – ganz im Sinne von Berger und Luckmann – gesellschaftlich konstruiert (vgl. Beth/Pross 1976: 110). … Die Sprache (mit dem Stimmlaut als ihrem physikalischen Träger) fungiert bei Prossals ein elementares, primäres Medium des unmittelbaren persönlichen Gesprächs, das sich funktional so grundlegend von anderen Formen der medientechnisch vermittelten Kommunikation unterscheidet, dass er es für „das wichtigste Kommunikationsmittel der abendländischen Geschichte“ (Pross 1967:14) und bis heute für unersetzlich hält (vgl.Pross 1972b:23), … Die sekundären Medien Schrift, Musik, Druck und Graphik unterscheiden sich qualitativ von den primären, weil sie auf physikalisches Gerät für die Produktion und den Transport der Zeichen angewiesen sind. Auch Feuer- und Rauchzeichen, Flaggen und Wimpel, Brief und Plakat zählen als historische und aktuelle Medien zu den sekundären Medien … Die tertiären Medien benötigen technische Apparate und Netze für Produktion, Transport und Rezeption der Signale. Neben den von Pross genannten Telegraph, Telefon, Fernschreiber, Radio, Television und Film zählen hierzu alle elektronischen und digitalen Medien (vgl. Pross 1996: 38, 108). … Die journalistischen Regeln der Selektion, Platzierung, Formatierung, Reduktion auf visuelle Oberflächenreize bis hin zum „Medienkitsch“ sind der Signalökonomie geschuldet, erschweren aber Reflexion und Erkenntnis: „Kitsch zielt auf Zeitgewinn. Die Wahrheit aber braucht Zeit“ (Pross 1983b:7). „Die elektronischen Medien aber sind ihrer Struktur nach auf Flüchtigkeit angelegt. Mehr Zuschauer heißt mehr ‚universelle Metaphern‘ ins Programm und zeitlich kürzen bis zum Bedeutungsverlust. Daraus entsteht dann global über Satelliten, was man in der Unterhaltung wie in der Information ‚internationalen Kitsch‘ nennen muß“ (Pross 1984: 14-15). Die Signalökonomie steht im engen Zusammenhang zur ritualisierten Medienkommunikation, die „durch geregelte Wiederholung … Ordnung in die Praktiken der Kultur[bringt], indem sie die organische Lebenszeit der Subjekte in gleiche Mitteilungen einbindet“ (Pross 1983a:8) und damit – auf effiziente Weise – synchronisiert. Die leichtverständliche „Wiederholung des Momentanen als aktuelles Element unterliegt der minutiösen Ökonomie der Signale“ (Pross 1983a:11). … Pross [begreift] „die sozialeFrage … nicht nur [als] eine ökonomische, nicht nur eine politische, sie ist vor allem eine publizistische Frage, eine des Umgangs mit Medien, eine Frage der Wahrnehmungsweisen und der Vergegenwärtigungskompetenz“ (Pross 1972b:52). Heutzutage würden wir eher von Agenda Setting, Priming und Framing oder gar von der „Filter Bubble“ (Pariser 2011) sprechen. … Grundlegend ist die anthropologische Sicht des Menschen als Mängelwesen und animal symbolicum (Cassirer). … Historisch und analytisch gilt es, die Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten selbstbestimmter Kommunikation zu ermitteln, normativ geht es darum, die größtmögliche Selbstbestimmung in der Kommunikation durchzusetzen, auch und gerade gegen eine fremdbestimmte Indienstnahme durch Staat oder Unternehmen. Kommunikationsfreiheit ist, wenn man die Systematik von Pross ernst nimmt, unteilbar: als innere und äußere Presse- bzw. Medienfreiheit ist sie grundlegend für den publizistischen Prozess der sekundären und tertiären Medien, aber auch als Selbstbestimmung auf der Ebene der primären Medien genießt sie bei Pross höchste Priorität. …“ | https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/1615-634X-2015-4-489/titelei-inhaltsverzeichnis-jahrgang-63-2015-heft-4?page=1

[Identitätspolitik (Kulturelles Unterbewusstsein) #7… ]

Vintage Auflauf | via

Franziska Schutzbach (12.08.2019): “ … Polarisierung, das machen schliesslich nur andere, wie Gujer behauptet: „Die einen rufen „Lügenpresse“, die anderen nur noch „Rechte“ oder „Nazis“. Beide Seiten verhalten sich wie verfeindete Stämme.“ Rechte und rechtsextreme Positionen sind aus Gujers Sicht also das gleiche wie linke. Ob man Pluralismus angreift oder diese Angriffe kritisiert, ist angeblich beides irrationale Polarisierung. In der Forschung nennen wir das Äquidistanz: Man stellt links wie rechts als gleich extrem dar, und gibt sich dadurch selbst als un-ideologisch. Die NZZ erscheint auf diese Weise als die „bürgerlich-liberale“ vernünftige Option zwischen durchgeknallten Irren … Ich persönlich denke, dass es wichtig ist, rhetorische Prozesse zu verstehen und ihnen dadurch etwas entgegensetzen zu können. Aber es ist nicht das wichtigste, man kann auch mit wenig Analyse beherzt für eine solidarische Gesellschaft einstehen. … mir geht es darum zu analysieren, wie rechtes und rechtsextremes Denken mittels rhetorischen Verschiebungen gesellschaftsfähig wird. Daneben plädiere ich aber in meinem Kapitel über Gegenstrategien auch klar dafür, dass wir nicht wie Motten um Gegner kreisen sollten …“ | https://www.freitag.de/autoren/michael-angele/was-ist-rechte-rhetorik
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// https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-06/ferda-ataman-anti-diskriminierung-privilegien (comments)

Ernst Acht #175: “ … „Vorgeblich entzündet sich dieser Zorn an der „Kartoffel“ – mit diesem Wort habe Ataman Deutsche „verspottet“, behauptete die Bild in einer Überschrift – um diese Behauptung im Artikel selbst dann dahingehend abzuschwächen, sie habe die Bezeichnung in einer Spiegel-Kolumne von 2020 „verteidigt“.“ …“
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ResponsibleGambling #173: “ … Die BILD wie ein Nichtschwimmer in einem verzweifelten Überlebenskampf. …“
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mahna mahnam #17: “ … Aus Atamans Kolumne: „Und es geht um Macht: manche wollen einfach nicht die Deutungshoheit abgeben. Wer in Deutschland wen als was bezeichnen darf, soll immer noch die „Mehrheitsgesellschaft“ bestimmen, also die weißen Deutschen. Doch so läuft das nicht mehr. In einer Einwanderungsgesellschaft kann nicht eine Gruppe allein bestimmen, wie alle bezeichnet werden. Das Suppengemüse redet im Knollendiskurs jetzt mit und nennt die Kartoffeln auch mal Alman(i)s oder Biodeutsche. …“
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Dagehtnochwas #17.1: “ … „Es geht nämlich um Macht und die Demonstration von Macht.“ Im ersten Teil haben Sie Recht, es geht um Macht. Aber im 2. Teil liegen Sie völlig falsch. Es wird lediglich der allumfassende Machtanspruch auf Deutungshoheit der Biodeutschen angesprochen. Man kann sich davon natürlich schon „bedroht“ fühlen, wenn man zur privilegierten Gruppe gehört. …“
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Sumu #17.5: “ … Privilegiert ist jene Gruppe die ungestraft öffentlich andere mit „spassigen“ Bezeichnungen belegen darf. …“
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mahna mahnam #17.8: “ … Es geht nicht um „wir“ und „ihr“ sondern um Teilhabe aller an allem. …“
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KatSi #2.49: “ … Meine Freunde machen Kartoffelpartys wenn sie die deutsche stabü haben. Kennen den Begriff nur positive besetzt. Aber es geht im Artikel ja darum das Frau Ataman etwas unterstellt werden soll was sie nicht gesagt hat …“
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Bitte bleiben Sie konstruktiv #2.50: “ … „Deshalb nochmal ganz langsam: Ataman hat nicht Deutsche als Kartoffeln bezeichnet. Das wuessten Sie, haetten Sie diesen Artikel hier gelesen.“ — Nein. Sie macht es subtil. Sie verteidigt einerseits die Zuschreibung als harmlos, andererseits verleiht sie mit ihrem Verein die „Goldene Kartoffel“ für herausragenden Rassismus, also für „besondere Kartoffeligkeit“. …“
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mahna mahnam #1: “ … Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/tba …“
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berlinerin73 #2: “ … In meinem Umfeld geht das [Kartoffel] mittlerweile als scherzhafte Selbstbezeichnung durch. ..:“
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Gerald1 #2.1: “ … Oh, das ist ja toll. Aber ich nehme mal an, Sie sind keine Antidiskriminierungsbeauftragte. …“
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Treverer #2.2: “ … Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/tba …“
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Gerald1 #2.3: “ … Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde bereits entfernt. …“
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berlinerin73 #2.4: “ … Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/tba …“
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DrJohnBecker #2.8: “ … Die Kartoffel ist übrigens auch eine „Migrantin“. …“
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Jessy Thinkman #2.9: “ … entweder einigen wir uns darauf alle Menschen als gleiche unter gleichen zu behandeln und sprechen miteinander auch so (was ich befürworte) oder wir akzeptieren irgendwelche Sonderbegriffe zur schmähenden Gruppierung (was ich ablehne). Ein „diese Gruppe kann halt wegen X damit leben“ ist entweder falsch oder entwertet schon wieder andere Gruppen, denen man das nicht zutraut oder zumutet damit zu leben.
Wer mich als „Kartoffel“ bezeichnet müsste halt damit leben, dass ich ihm nicht mehr zuhöre, egal welche Begründung da aufgefahren wird warum ich das nicht negativ empfinden könne und ebenso bezeichne ich andere nicht als irgendein Lebensmittel oder Tier und denke mir ne Begründung aus, warum die das bitte nicht stören solle. TL,DR Einfach höflich und nett zueinander sein und solche Debatten haben sich erledigt. …“
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DrJohnBecker #2.12: “ … Wenn Sie sich mal mit der Herkunft anderer diffamierender Begriffe für Volksgruppen befassen, müsste Ihnen eigentlich klar werden, dass man bei der Bezeichnung Kartoffel eben doch mit zweierlei Maß messen muss. Ich verstehe Ihren Punkt, aber er erscheint mir eher lächerlich vor diesem Hintergrund. …“
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Gerald1 #2.14: “ … Bei der Diskriminierungsdebatte geht es doch besonders immer darum, was andere als beleidigend empfinden. Vieles was früher lustig war ist es heute nicht mehr. Deshalb liegt es wohl nicht bei Ihnen zu entscheiden was hier lächerlich ist. …“
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Freispruch mit lebenslänglich #2.16: “ … Kochbücher meinen das Kümmel gut zu Kartoffeln paßt. Ich hab das nie verstanden und bleib bei Rosmarin und Majoran. …“
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schmitzblitz #19: „… Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/tba …“
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Jupatja #41: “ … Anhand dessen, wieviel Kommentare hier gelöscht wurden, wird deutlich, wie sehr das Thema uns an die Nieren zu gehen scheint. Ich habe noch nie derartig viele Seiten mit gelöschten Kommentaren hier auf Zeit Online entdeckt bei einem Artikel. Da scheint jemand genau den Punkt getroffen zu haben, der echt schmerzt. …“
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phocs #43: “ … Vielleicht sollte man als Biodeutscher nicht unnütz beleidigt sein, wenn man „Kartoffel“ genannt wird …“
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Sumu #43.2: “ … Alleine die … Gelassenheit erhebt den Schreiber über die ganzen Befindlichkeitsneurotiker. …“
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ArribaChinchita #11: “ … „im konservativen Feuilleton“ Manchmal ist ein zuviel an Höflichkeit peinlich. Das sind überwiegend in den muffigen Adenauerjahren hängengebliebene Peinlichkeiten, die im Hause Springer und in Frankfurt ihr Austragshäusl bewohnen. Typische Salzkartoffelesser eben. …“
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Wullewux #44: “ … Wer regt sich (künstlich) auf? Das Dreigestirn BILD, Welt und Focus – schon allein deshalb nicht ernst zu nehmen. Die drei sind gerne auf der Suche nach „Aufregern“, die dabei helfen, woanders zitiert zu werden. Mit Journalismus hat das meist nichts zu tun, sondern gehört in die Abteilung PR. …“
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Margot Melzer #37: “ … Kennt noch jemand Asterix? „Asterix und die Goten“? Der französische Blick auf die deutschen Nachbarn. Dort sprechen die Goten in Frakturschrift und tragen Pickelhaube. Sie achten sehr auf Regeln, zumindest, wenn andere diese einhalten sollen. Der ostgotische Grenzsoldat muss bei Einfuhr ausländischer Ware (ein gallischer Druide) zunächst seinen Vorgesetzten fragen. Erfolge werden einhellig mit „Es lebe Rhetorik, unser Chef“ gefeiert. Etwas mehr Gelassenheit im Genuss kultureller Darstellungen könnte auch beim Kartoffelthema hilfreich sein. Jetzt mach‘ ich mir noch ’ne Krautrock CD an… „
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Ondine #16: “ … Ich frage mich, wie aktuell das Deutschland-Bild der Integrationsbeauftragten eigentlich ist. Nach meinem Eindruck, wenn ich mich so im Supermarkt umschaue, kaufen die Deutschen heutzutage viel mehr Pasta als Kartoffeln. Klar, ist ja sich einfacher zuzubereiten. Kartoffeln werden allenfalls als Fritten gern gegessen. Restaurants mit deutscher Küche gibt‘s auch kaum noch, dagegen ganz viel Döner und Sushi. …“
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ArribaChinchita #16.1: “ … Das Deutschlandbild im Discounter zu Beginn von Corona: Bei uns war Klopapiermangel, in Frankreich gingen die Kondome aus. …“
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Volker Beck #16.3: “ … Daher wäre es vielleicht an der Zeit, die Deutschen nicht mehr als Kartoffel zu bezeichnen, sondern treffender als Nudel, Tofu oder Klopapier. …“
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sinea #18.5: “ … „Die Kartoffel ist hier nur eine Nebelkerze.“ Danke, Sie bringen es auf den Punkt. …“
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Dogwalker #29: “ … Ich mag Kartoffeln – wo ist das Problem? …“
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talktome #29.1: “ … Ich mag auch Spaghetti. …“
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die_andere_meinung #29.2: “ … Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/tba …“
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Ingo Heumann #29.3: “ … Kümmel ist auch sehr lecker …“
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Bitte bleiben Sie konstruktiv #2.47: “ … „Rosmarin, Parmesan und Olivenöl. Das ist lecker“ Ja. Aber auch: Backkartoffel mit Butter, Salz und Kümmel. Ein Traum! …“
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Geraldao #4: “ … Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/tba …“
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Philea #4.1: “ … Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde bereits entfernt. …“
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BrunoBrenner #179: “ … Mir scheint die Gruppe derjenigen, die sich über den Kartoffel-Begriff echauffieren hat große Überschneidungen mit der Gruppe von Leuten, die, wenn es um tatsächlichen sprachlichen Rassismus geht, gerne empfehlen man solle sich nicht so haben, es sei ja nicht böse gemeint, das habe man schon immer gesagt und überhaupt lasse man sich von der Sprachpolizei nichts vorschreiben. …“

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Nachtrag: #1

Ronya Othmann (26.06.2022): “ … Eine andere Sache, die in diesen Ta­gen ebenso wie die potentielle Antidiskriminierungsbeauftragte die Schlagzeilen füllt, ist die Documenta mit ihrem riesigen Wandgemälde des indonesischen Kollektivs Taring Padi, auf dem ein Schwein mit Davidstern und „Mossad“-Aufschrift und ein Mann mit Kippa, Zigarre und SS-Zeichen auf dem Hut zu sehen sind. Auf den ersten Blick ha­ben diese beiden Themen wenig miteinander zu tun, außer dass Antisemitismus, wenngleich er ein paar Wesensunterschiede zum Rassismus aufweist, auch in den Zuständigkeitsbereich einer Antidiskriminierungsbeauftragten fällt. Doch wenn man genauer hinsieht, lassen sich Berührungspunkte ausmachen in beiden Debatten, die Frage nach doppelten Standards: Wie bewerten wir Rassismus und Antisemitismus, je nachdem, von wem er kommt? In dem Statement der Gruppe Taring Padi heißt es, die Bildsprache sei kulturspezifisch auf ihre eigenen Erfahrungen bezogen, die Figuren würden nämlich in Indonesien häufig verwendet, „um ein ausbeuterisches kapitalistisches System (…) zu kritisieren“, und die Arbeit werde nur „in diesem speziellen Kontext in Deutschland als beleidigend empfunden“. Dabei verkennen sie, dass Anti­semitismus nun mal Antisemitismus ist, ob in Deutschland, Mexiko oder Indonesien, einem Land in dem kaum Juden leben. Und dass es eine lange Tradition der „Kapitalismuskritik“ gibt, die in antisemitischen Bildern daherkommt und de­ren Bildmotive sich vom mittelalter­lichen Wittenberg über Yogyakarta bis ins zeitgenössische Kassel ziehen (Stichwort „Judensau“). Sowohl die Debatte um die Documenta als auch um die Antidiskriminierungsbeauftragte deuten auf blinde Flecken gegenwärtiger antirassistischer und postkolonialer Diskurse hin. Und gerade in ihnen zeigt sich der Wi­derstreit kulturalistischer und universalistischer Positionen. …“ | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/documenta-die-blinden-flecken-antirassistischer-diskurse-18125109.html
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“ … Die Hetze gegen Walther Rathenau begann schon Monate vor dem Anschlag der rechtsextremen Terroristen aus besten Kreisen, erzählt die Rathenau-Biografin Shulamit Volkov in einem Porträt für die Zeit: „Antisemiten attackierten ihn als Juden, andere wollten in ihm unbedingt einen Kriegsprofiteur, einen skrupellosen Kapitalisten, einen Volksfeind sehen. Seit 1920 folgte eine Todesdrohung der anderen. …“ | Aus: „9punkt – Die Debattenrundschau: Wer in Russland BMW fährt – Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr (23.06.2022) | https://www.perlentaucher.de/9punkt/2022-06-23.html
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“ … Konzepte, die Kultur nicht als historisch konstruiert und nicht als veränderbar betrachten, und in denen Vorstellungen von Kultur „in einem solchen Maße verdinglicht und essentialisiert werden“, dass Kultur „zum funktionalen Äquivalent des Rassenbegriffs wird“, werden von einigen Forschern als „Kulturalismus“ oder „kultureller Rassismus“ bezeichnet: John Solomos und Les Back vertreten beispielsweise die Auffassung, dass Rasse heute „als Kultur kodiert“ werde und dass „das zentrale Merkmal dieser Prozesse darin besteht, dass die Eigenschaften von sozialen Gruppen fixiert, naturalisiert und in einen pseudobiologisch definierten Kulturalismus eingebettet werden.“ … Solchen Konzepten zufolge wird „Kultur“ als eine unüberwindliche Schranke betrachtet, die politisch nicht zu überwinden sei. Entsprechende naturalisierende und biologisierende Argumentationen kämen sowohl im Rechtsextremismus als auch in verkürzten ethnopluralistischen Ansätzen der Neuen Rechten in der Gestalt von „Kulturalisierungen der Differenz“ (Müller) vor. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturalismus (26 Juni 2022)
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Sama Maani: „Die Krux mit der Migrantenliteratur“ (November 2018): “ … Ich hatte mich immer gefragt, warum wir selbstverständlich von Migrantenliteratur reden, nicht aber – zum Beispiel – von „Migrantenphilosophie“. Bis mir mein Freund, der brillante deutsch-indische Philosoph Pravu Mazumdar, von der folgenden und anderen, ähnlichen Reaktionen auf sein erstes Buch über Foucault erzählte: „Sie kommen aus Indien? Welch wunderbare Kultur! Warum schreiben S‘ dann über einen französischen Philosophen? Schreiben S‘ doch über Indien!“ Pravu Mazumdar, dem Angehörigen der „wunderbaren indischen Kultur“, wurde mit anderen Worten das Recht abgesprochen, auch noch etwas anderes zu sein als Angehöriger „seiner Kultur“. … “ | https://www.derstandard.at/story/2000090533413/sama-maani-die-krux-mit-der-migrantenliteratur
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Timagoras, 3. November 2018, 19:16:12: “ … das tragische und paradoxe Dilemma vieler heutige Linker: mit ihrer Identitätspolitik vertreten sie – zwar „wohlmeinender“ – letztendlich nichts anderes, als die Identitären und Rassisten: Um die Mitglieder einer Gruppe zu identifizieren, werden kulturelle, ethnische, soziale oder sexuelle Merkmale verwendet. Menschen, die diese Eigenschaften haben, werden zu der Gruppe gezählt und häufig als homogen betrachtet. Menschen, denen diese Eigenschaften fehlen, werden ausgeschlossen. Menschen werden also in kulturalistische (und sogar in „rassische“) Schubladen gesteckt, und aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Gruppe werden diesen Menschen dann Eigenschaften, Verhaltensweisen und – je nach Standpunkt – Privilegien oder Einschränkungen zugewiesen. das ist für mich nicht links …“
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imax 3. November 2018, 20:53:23: “ … Sind dann „die Linken“ auch sowas wie eine Rasse? …“
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Sonnstrahlen 3. November 2018, 18:17:21: “ … Mir geht dieses „Kulturgerede“ schon lange auf die Nerven, erstens ist es meist nichts anderes als Tradition, das damit gemeint ist und zweitens sollte immer der einzelne Mensch im Vordergrund stehen, es können zwei aus dem selben „Kulturkreis“ kommen und diese trotzdem ganz unterschiedlich sehen. …“
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bearskin, 3. November 2018, 22:42:02: “ … Trotzdem haben die meisten Menschen aus den gleichen Kultur eine ähnlichere Wertvorstellungen als von fremde Kulturkreise. Ich komme nicht von hier und weiß wovon ich spreche. …“
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Sonnstrahlen, 5. November 2018, 10:13:24: “ … Das bestreite ja auch niemand, was ich bestreite ist, dass eine Kultur „besser“ ist als die andere. Ich kenne eine Menge Menschen aus anderen Kulturkreis und nur ein Miteinander auf Augenhöhe kann funktionieren. …“
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bearskin 5. November 2018, 14:40:33: “ … Natürlich sind manche Kulturen besser. Wollen Sie echt eine Kultur des Faschismus mit einer der Demokratie gleichsetzen? Wollen Sie echt eine Kultur des Patriarchismus mit [angestrebter] Gleichberechtigung gleichsetzen. Wollen Sie echt eine Kultur der Massentierhaltung mit der der nachhaltige Bio-Tierhaltung gleichsetzen. Vor allem gibt es eine Kultur der Konfliktbeweltigung. Die eine zucken gleich ein Messer oder treten auf alte Menschen, die anderen Lachen über die Ignoranz der ältere Generation. Alleine die Kultur in Österreich ist heute viel besser als die von 50 Jahren und erst recht von vor 80 Jahren. Dieses Gleichmachen und Relativieren ist wirklich eine Realitätsverweigerung. Natürlich wäre es schon wenn wir alle gleich wären, sind wir aber nicht. …“
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MagisterMagister 3. November 2018, 18:44:20: “ … Mir gehen genervte Spießer in Internetforen auf die Nerven, aber dagegen kann ich leider auch nix machen. …“
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s.giovanna 3. November 2018, 19:57:36: “ … doch, nicht in die gewisse foren gehen. …“
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Zunz Emma, 3. November 2018, 17:22:52: “ … Was ist Migrantenliteratur? Sind Mario Benedetti, Julio Cortázar oder Thomas Mann auch Migrantenliteratur? …“

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