Kategorie: Gespaltene.Deutung

unerprobte deutungsmodelle

[Aufklärung und Wirklichkeitsbezug #13 … ]

… in einer geteilten Wirklichkeit … Als personalisierte „Wahrheiten im Plural“, die angereichert von Affekten und Emotionen den Status subjektiver Wahrheiten innehaben, entziehen [ ] sich [soziale Medien] einer Nachprüfbarkeit, sind in ihrer Quantität schlicht überschaubar und erweisen sich aus sich selbst heraus als Beleg für die Unmöglichkeit der medialen Wahrheitskonstruktion. …

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“ … [[ … Die bikamerale Psyche ist in der Psychologie eine hypothetische Vorstufe des menschlichen Bewusstseins, die 1976 von Julian Jaynes in seinem Werk The Origin of Consciousness in the Breakdown of the Bicameral Mind postuliert wird. … … Die Hauptthese von Julian Jaynes, die er selbst preposterous („absonderlich“) nennt, besagt: Bewusstsein hat sich in historisch nachweisbarem Ausmaß erst in dem Jahrtausend vor der klassisch-griechischen Hochkultur entwickelt, etwa zwischen 1300 und 700 v. Chr. Die Menschen vor dieser Zeit hatten kein Bewusstsein, das heißt im Sinne Jaynes’ kein autonomes, exekutives Selbst. | https://de.wikipedia.org/wiki/Bikamerale_Psyche]] … Im Interview zeichnet McLuhan ein Bild der Rückkehr: „Wir kehren zurück in den Zustand des bicameral mind, kollektiv, tribal, ohne individuelles Bewusstsein.“ … Der Begriff des „bicameral mind“ stammt ursprünglich vom Psychologen Julian Jaynes, der damit einen präliteralen, vorbewussten Zustand des Menschen beschreibt: ein Denken, das nicht im Sinne innerer Reflexion funktioniert, sondern in dem die rechte Hirnhälfte – bildhaft, akustisch, mythisch – die linke dominierte. Entscheidungen, Intuitionen, Handlungen wurden nicht als inneres Selbstgespräch erlebt, sondern als „Stimmen der Götter“, als Befehle einer externen Autorität. Es war ein Leben in totaler Präsenz, ohne Distanz zwischen Impuls und Reaktion, zwischen Wahrnehmung und Interpretation. … [ Gerade deshalb sollten wir McLuhan nicht auf seine Aphorismen reduzieren. Seine Theorie ist keine Maschinenkritik, sondern eine Form der Selbstbeschreibung moderner Gesellschaft, die den Menschen nicht überschätzt, sondern funktional einordnet. Widerständigkeit? Möglich. Aber selten. Wahrscheinlicher ist, dass das System uns längst mitdenkt – auch wenn wir glauben, ihm zu widersprechen. Juni 2025 um 10:55 ] …“ | Aus: „Das globale Dorf als Brennglas der Gewalt – Ein systemtheoretischer Exkurs mit Marshall McLuhan“ gsohn (3. Juni 2025) | Quelle: https://ichsagmal.com/das-globale-dorf-als-brennglas-der-gewalt-ein-systemtheoretischer-exkurs-mit-marshall-mcluhan/
// https://de.wikipedia.org/wiki/Medientheorie

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Bild: Wechselseitige Irritationen: Social Media, Massenmedien, ‚Öffentlichkeit‘
January 2017, In book: Geschlossene Gesellschaften.
Verhandlungen des 38. Kongresses der DGS.
Publisher: DGSEditors: Stephan Lessenich
Authors: Jan-Felix Schrape, University of Stuttgart

“ … ‚Die Öffentlichkeit‘ bleibt [ ] bis zu einem gewissen Grad stets eine Fiktion (Schmidt 2001). … Die Existenz einer ontologischen Realität als Beobachtungshorizont wird auch aus dieser Perspektive nicht bestritten – diese kann aber keinesfalls beobachterunabhängig erfasst werden – weshalb übergreifende Bezugsgrundlagen wie ein geteiltes Zeit- und Zahlenverständnis, unsere Sprache sowie weitere sozial kristallisierte Symbolstrukturen notwendig werden, um Kompatibilität zwischen den mannigfaltigen Realitätssichten zu schaffen. …“ | Aus: „Wechselseitige Irritationen: Social Media, Massenmedien, ‚Öffentlichkeit‘“ Jan-Felix Schrape (2017) | Quelle: https://www.researchgate.net/publication/320146511_Wechselseitige_Irritationen_Social_Media_Massenmedien_Offentlichkeit‘

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“ … Das Bewusstsein in der Alltagswelt funktioniert subjektiv sinnhaft, intentional und objektbezogen. Damit ist es abgegrenzt von Bewusstseinsformen in anderen Welten: Traum, theoretische Physik, Spiel und im weiteren Sinne auch Kunst und Religion. Eine bestimmte Wirklichkeitsordnung strukturiert die Alltagswelt. Aspekte dieser Ordnung sind Sprache, Technik, soziale Beziehungen, das Hier und Jetzt als Zentrum, die Differenzierung in Nah- und Fernzonen, die Spezifika der Arbeitswelt, Intersubjektivität, verschiedene mögliche Perspektiven, Selbstverständlichkeit, Ausbildung von Routine- und Problembereichen, die Ausbildung eines Erfahrungsrahmens und eine Zeitstruktur, die sowohl das Konzept permanenten Zeitflusses als auch zeitliche Einzelabschnitte denkbar macht. … Das Wissen über Institutionen strukturiert bereits per Sozialisation die Alltagswelt. Sedimente von Wissen und Sinn bilden dazu Traditionen. Rollen werden von den Menschen internalisiert und repräsentieren die gesellschaftliche Ordnung. Diese Institutionalisierung kann verschieden stark durchgesetzt sein. Legitimationskrisen können zu historischer Veränderung führen oder neue Subsinnwelten produzieren. Dabei spielt der Grad der Verdinglichung eine große Rolle: Wie stark werden Gesellschaft oder Rolle als natur- oder gottgegeben wahrgenommen? … Menschen internalisieren subjektive Wirklichkeit über Sozialisation. … Bei einfachen Formen gesellschaftlicher Arbeitsteilung (Bauer, Ritter, …) ist auch die Sozialisation ein einfacher Prozess, resultiert jedoch in starker Identität. … „Wahrscheinlich sind alle Menschen, wenn sie erst sozialisiert sind, latente ‚Verräter an sich selbst‘. Die psychische Schwierigkeit dieses Verrates wird jedoch größer, wenn entschieden werden muß welches ‚Selbst‘ von Fall zu Fall verraten werden soll.“ (S. 181) … “ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_gesellschaftliche_Konstruktion_der_Wirklichkeit (4. Dezember 2024) – Zu: “ … Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit – ein Werk von Peter L. Berger und Thomas Luckmann. Es erschien 1966 in den USA unter dem Titel „The Social Construction of Reality“. Die deutsche Übersetzung von Monika Plessner wurde 1969 veröffentlicht. Es ist eines der Schlüsselwerke des Sozialkonstruktivismus. …“ | –> https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialkonstruktivismus

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„…Anhand konkreter Beispiele von Begegnungen zwischen Frankreich, der BRD, der DDR und Polen, sowohl in Kunstdiskursen als auch in der Kunst der 1960er bis 1980er Jahre, untersucht Mathilde Arnoux die jeweils unterschiedlichen Auslegungen der Konzepte der Wirklichkeit und des Wirklichen und beleuchtet gleichzeitig, inwiefern diese Wahrnehmungen geteilt, un- oder missverstanden werden. Zeitschriften, Kataloge, Kongresse, Museen, Galerien und andere alternative künstlerische Räume erscheinen hier als Foren, in denen die Facetten der jeweiligen Interpretationen durch die verschiedenen Autoren und Akteure der Kunstgeschichte – Künstler, Kunsthistoriker und Kunstkritiker – Gestalt annehmen. Ausgehend von den herausgearbeiteten Abweichungen wie Überschneidungen werden frühere Analysen kritisch zur Diskussion gestellt, um eine neue Perspektive auf die künstlerischen Beziehungen im Europa des Kalten Krieges anzubieten. …“ | Aus: „Geteilte Wirklichkeit – Für eine Geschichte der künstlerischen Beziehungen zwischen Ost und West im Europa des Kalten Krieges“ (2021) | Quelle: https://www.dfk-paris.org/de/publication/geteilte-wirklichkeit-2897.html | https://gab.hypotheses.org/6241

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“ … Wann immer Neuliberale den Sozialstaat attackieren, operieren sie mit dem Begriff der „Wirklichkeit“. … Kurzum: Die „Wirklichkeit“ ist ein außerordentlich legitimitätsheischender Begriff für straffe Marktreformer. Denn wer sich auf die „Wirklichkeit“ beruft, reklamiert für sich die unleugbaren Fakten, die unstrittige Empirie, ja die absolute Wahrheit. Selbst ist man nüchterner Realist, der andere aber – der die „Wirklichkeit“ partout nicht sehen will – lebt demgegenüber in einer Welt von Illusionen und Verdrängungen. Die „Wirklichkeit“ hat etwas Gebieterisches; sie verlangt folgsame Anerkennung, nicht Diskussion oder Erörterung. Der „Wirklichkeit“ hat man sich zu fügen, ihrer inneren Logik ist kompromisslos zu folgen. Sie setzt die Gegebenheiten, sie ist alternativlos und dadurch vernünftig, ja: Sie ist zwingend. Die „Wirklichkeit“ war und ist – kurzum – die stärkste diskursive Waffe neuliberaler Reformer in dieser Welt, um eine Realität zu desavouieren, die ihnen nicht gefällt und um eine „Zukunft“ zu formen, die sodann als einzig wirklich und damit herrisch absolut gesetzt wird. … “ | Aus: „Geteilte deutsche Wirklichkeit“ FRANZ WALTER (27.9.2005) | Quelle: https://taz.de/Geteilte-deutsche-Wirklichkeit/!539748/

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“ … Der Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer, der sich als Enthüllungsjournalist für linke Lebenslügen einen Namen gemacht hat, führte im März 2017 vor, warum es so nahe liegt, von den 68ern auf die Neuen Rechten zu kommen. Über ein Interview mit Rudi Dutschke aus dem Jahr 1967 schrieb er: „Wer beim Zuhören die Augen schließt, erkennt viele Parolen wieder, die heute die rechten Provokateure im Munde führen. Da ist die Schmähung der Regierungskabinette als „institutionalisierte Lügeninstrumente“, die Ablehnung des parlamentarischen Systems als manipulativ und unbrauchbar, die Verherrlichung der neuen Bewegung als eine, die „die wirklichen Interessen der Bevölkerung“ ausdrückt.“ … Zum Glück war Fleischhauer nicht im Archiv der taz. Die erste Ausgabe erschien im April 1979 mit Gedanken von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Rede ist dort von einem Staat, der „jeden Widerstand zu ersticken“ versuche. … Oskar Negt und Alexander Kluge [ ] argumentierten, dass es Gegenöffentlichkeit […] geben müsse, weil in der Öffentlichkeit einer Klassengesellschaft nur theoretisch all das verhandelt werde, was für wirklich alle wichtig ist. In der Praxis würden die Alltagserfahrungen vieler Menschen keine Rolle spielen … Es gibt heute Menschen, die sich in einer Art Diktatur wähnen – in jenem Sinn, in dem bei Oskar Negt und Alexander Kluge 1972 von einer „Diktatur der Bourgeoisie“ die Rede war. Sie wähnen sich in einer Diktatur des Liberalen, die sich nur noch für die Emanzipation immer neuer Minderheiten interessiert: Transgendertoiletten gelten als wichtig, Traditionen nicht. Das ist die Unterstellung. Männer sollen Männer heiraten dürfen, Frauen führen Unternehmen, Kopftücher gehören zu Deutschland, Flüchtlinge dürfen auch einfach rein – es ist nicht mehr so, wie es mal war. Als die 68er den Vertrieb der Bild-Zeitung blockierten oder Zeitungen aus dem Axel-Springer-Verlag verbrannten, da ging es immer auch um die Gefahr von Meinungsmonopolen. Springer kontrollierte damals mehr als 70 Prozent der Tageszeitungen in Westberlin. Die kommentierten die „Polit-Gammler“ und „rote SA“ in Grund und Boden und riefen dazu auf, die „Drecksarbeit“ gegen den „Terror der Jung-Roten“ nicht allein der Polizei zu überlassen. Kurz danach wurde Rudi Dutschke niedergeschossen. …“ | Aus: „Die taz und die Neuen Rechten: Die Lügenpresse, das sind wir“ Klaus Raab (15.4.2017) | Quelle: https://taz.de/Die-taz-und-die-Neuen-Rechten/!5396695/

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“ … Peter Trawny reflektiert leichtfüßig und tiefschürfend zugleich die „Krise der Wahrheit“ demokratischer Gesellschaften – und weist das Beunruhigende als gesellschaftlich produktiv aus … Spannend werden seine Ausführungen auch da, wo sich der Philosoph an der Differenzierung von „Wahrheit“ und „Tatsache“ abarbeitet und damit auch ein wichtiges Schlaglicht auf gegenwärtige Diskussionen um das „(Post-)Faktische“ [ „Als Postfaktizität oder postfaktische Politik wird ein politisches Denken und Handeln bezeichnet, für das Fakten irrelevant sind. “ –> https://de.wikipedia.org/wiki/Postfaktizit%C3%A4t] wirft, bei denen diese Differenzierung oftmals ausbleibt: Im Rekurs auf die Tatsache als historische nachprüfbare Wahrheit (zurückgehend auf die alte Unterscheidung von Tatsachen- und Vernunftwahrheiten [https://de.wikipedia.org/wiki/Vernunftwahrheiten_und_Tatsachenwahrheiten]) eröffnen sich die Möglichkeiten der Diskussion, die vor dem moralisch aufgeladenen Hintergrund einer „Wahrheitsfindung“ versperrt blieben. … Instruktiv ist auch Trawnys Einbettung der Funktionslogik sozialer Medien innerhalb des Wahrheitsdiskurses: Als personalisierte „Wahrheiten im Plural“, die angereichert von Affekten und Emotionen den Status subjektiver Wahrheiten innehaben, entziehen sie sich einer Nachprüfbarkeit, sind in ihrer Quantität schlicht überschaubar und erweisen sich aus sich selbst heraus als Beleg für die Unmöglichkeit der medialen Wahrheitskonstruktion. Gefahren sieht der Philosoph insbesondere in der Relativität eines dehierarchisierten Diskurses von Meinungen ohne Gatekeeper, zumal dieser suggeriert, dass alle diese Meinungen gleichrangig, gleich gültig sind. …“ | Aus: „Freischwebend in der Dauer-Krise“ (Nr. 2, Februar 2022, Kultur- und Medienwissenschaft) Zu: „Peter Trawny: Krise der Wahrheit. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2021“ | Quelle: https://literaturkritik.de/trawny-krise-der-wahrheit,28611.html

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“ … Da ein wachsendes Misstrauen in die Unterscheidung von Realität und Fiktion unsere Gegenwart prägt, begab sich das Duo (Andrea Orejarena & Caleb Stein) seit 2020 auf Social Media und fotografisch auf Erkundungstour. Entstanden ist ein erstes Archiv mit über 2.000 Fotografien und aktuellen Bildformen, das den Einfluss von Verschwörungsnarrativen auf die amerikanische Gesellschaft und die individuelle Wahrnehmung manifestiert. Diese Auseinandersetzung mit Bildern, die teils mit Augenzwinkern, teils mit paranoidem Blick, unser Verhältnis zur Wirklichkeit hinterfragen, haben Orejarena und Stein in ein eigenes fotografisches Konzept weiterentwickelt, das lose einem Atlas verschwörungstheoretischer Schauplätze in den USA folgt. Ihre Serie American Glitch dokumentiert die Landschaften der USA ausgehend von viralen Bildwelten als Simulation. … TACTICS AND MYTHOLOGIES ist die erste Ausstellung der neuen Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe »Viral Hallucinations«, die von 2024 bis 2026 die Rolle fotografischer und KI-generierter Bilder für den wachsenden gesellschaftlichen Einfluss von Verschwörungstheorien adressiert. …“ | Aus: „TACTICS AND MYTHOLOGIES“ (2024) | Quelle: https://deichtorhallen-onlineshop.de/products/american-glitch-a-orejarena-c-stein-signed

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“ … Arendt beschreibt im Zusammenhang mit Angriffen der Politik auf Tatsachenwahrheiten die Manipulation der Geschichtsschreibung durch die Politik. Als Beispiel nennt sie Leo Trotzkis Rolle in der Russischen Revolution, die in keinem sowjetischen Geschichtsbuch erwähnt werde. … Zwischen der politischen Vision sowie den eigenen Interessen einerseits und der Lüge andererseits gebe es enge Verbindungen. Eine Konsequenz daraus sei, dass Politiker es mit den Tatsachen nicht so genau nähmen. Anders verhalte es sich mit der Wahrheit, denn sie sei „das, was der Mensch nicht ändern kann; metaphorisch gesprochen ist sie der Grund, auf dem wir stehen, und der Himmel, der sich über uns erstreckt.“ Wahrheiten stehen also im Gegensatz zu Meinungen und Urteilen, die veränderbar sind. „Die Schwierigkeit liegt darin, daß Tatsachenwahrheit wie alle Wahrheit einen Gültigkeitsanspruch stellt, der jede Debatte ausschließt, und die Diskussion, der Austausch und Streit der Meinungen, macht das eigentliche Wesen allen politische Lebens aus.“ Jedoch bleiben die Tatsachen wesentlich für die Beurteilung von Meinungen und beschränken die Möglichkeit der Meinungsbildung: „Tatsachen sind der Gegenstand von Meinungen, und Meinungen können sehr verschiedenen Interessen und Leidenschaften entstammen, weit voneinander abweichen und doch alle noch legitim sein, solange sie die Integrität der Tatbestände, auf die sie sich beziehen, respektieren.“ – Hannah Arendt (Wahrheit und Politik. Berlin 2006, S. 23.) …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit_und_Politik (21. Oktober 2024)

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Gestellte Szenen: Mord und Totschlag mutete der Fotograf Eugène Appert den Betrachtern seiner Bildserie „Verbrechen der Commune“ zu. Allerdings sind die Szenen von Schauspielern nachgestellt und von Appert anschließend zusammengesetzt worden. Die Gesichter der Statisten ersetzte er durch die von Anhängern der Kommune. Das von Regierungstruppen an Kommunarden 1871 verübte Massaker setzte er dagegen nicht in Szene. Foto: Joyce F. Menschel Photography Library Fund
via „Aus den Anfängen der Bildbearbeitung Lincolns Kopf und Calhouns Körper“ [… schon kurz nach Erfindung der Fotografie wurde kräftig manipuliert – indem man Köpfe und Körper austauschte oder sogar Hinrichtungsszenen mit Schauspielern nachstellte. 13.10.2014] | Quelle: https://www.spiegel.de/fotostrecke/fruehe-bildmanipulationen-fotostrecke-119928.html

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„… Es ist wie ein sozialer Schock, wenn auf solche Weise plötzlich der Vorhang fällt, wenn sich alles Politische in der virtuellen Welt auf einmal wie in einem Theater darstellt, wenn offenkundig wird, dass der radikale Verteidiger der Internetzensur ebenso einen freien Zugang zum Internet hat wie jener bekannte Journalist, der bis dato so engagiert gegen den Filtermechanismus des Internets geschrieben hat, als sei er selbst ein Opfer der Zensur. Plötzlich registriert die Internetgemeinde, dass es keine Fronten mehr gibt, dass alle, Feinde wie Freunde, Insassen eines Boots auf einer sehr rauen See sind, die nur unterschiedliche Rollen spielen. … «Die Legitimität einer Herrschaft hängt von vielem ab, dazu gehört zweifellos die Gleichberechtigung in der Kommunikation», schrieb am vergangenen Dienstag die reformernahe Tageszeitung «Ham Mihan» und fügte hinzu, wenn in den sozialen Netzwerken eines Landes der häufigste Verweis dem Buch «Farm der Tiere» von George Orwell gehöre, dann müsse die Herrschaft dieses Landes über ihre Legitimität lang nachdenken. …“ | Aus: „Musk demaskiert. Das Internet als Herrschaftsinstrument“ Ali Sadrzadeh (5. Dezember 2025) | Quelle: https://www.journal21.ch/artikel/musk-demaskiert-das-internet-als-herrschaftsinstrument

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“ … Was als Maßnahme zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit konzipiert war, entwickelte sich binnen Stunden zu einem PR-Desaster für diverse politische Influencer. Zahlreiche Accounts, die sich als US-amerikanische Patrioten oder Anhänger der „America First“-Bewegung inszenierten, wurden durch die Anzeige in Ländern wie Nigeria, Russland oder Bangladesch verortet, also klassischen Ländern, in denen sogenannte Trollfarmen betrieben werden. …“ | Aus: „Auslandstrolle: Neues X-Feature entlarvt massenweise Trump-„Fans““ Witold Pryjda (24.11.2025) | Quelle: https://winfuture.de/news,155146.html

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EffEll am 24.11.25 um 13:46 Uhr
wer hätte das gedacht?!

logo00 am 25.11.25 um 18:58 Uhr
… Ich behaupte jetzt aber mal ganz frech, dass das so gut wie jedes digitale Medium betrifft. Leider …

Günther H.
Natürlich sind es die VPN-Adressen. Das Internet ist unfassbar blöd und fehlgeleitet, mir japanische oder rumänische Werbung einzublenden, wenn ich über einen dortigen Server eingeloggt bin, obwohl klar sein sollte, daß ich das wahrscheinlich gar nicht lesen kann.

Tom N.
Warum sollte jemand der in den USA lebt einen weit entfernten VPN in Nigeria oder Pakistan auswählen? …

[Vor unseren Augen (Politik) #2 …]

„What normalization does is transform the morally extraordinary into the ordinary. It makes us able to tolerate what was once intolerable by making it seem as if this is the way things have always been. … Stanley identifies the pillars of fascist politics that deepen the divide between „us“ and „them“ — denying equality, using a culture of victimhood, and feeding the sexual anxiety of men. Strategies include undermining journalists and reporters, promoting anti-intellectualism, the use of propaganda, spreading conspiracy theories, letting fear and anger overtake „reasoned debate“, and then calling on „law and order“ solutions.“ — Stanley. How Fascism Works | https://en.wikipedia.org/wiki/How_Fascism_Works

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Foto: Gareth Joswig (Gießen, 2025)
via https://taz.de/-AfD-Jugend-und-Gegenprotest-/!6133377/
Kontext: https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_Deutschland

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Kontexte – // –

Aus Gießen Gareth Joswig „Gründung „Generation Deutschland“: Rechtsextreme AfD-Jugendorganisation hat jetzt neuen Namen“ (29.11.2025): “ … Die Gründung der AfD-Jugend war ein extrem rechter Offenbarungseid. Und zwar auch der Mutterpartei. … Adrian Maxhuni aus Niedersachsen [stellt] sich vor: Auch er ist langjähriger Kader der JA und gehört zu den völkischen Netzwerken innerhalb der Partei, die spätestens seit 2021 der bestimmende Mainstream der AfD sind und in der Jugendorganisation sogar deutlich länger. Der Landesverband Niedersachsen hatte 2022 die von ihm geführte JA als Jugendorganisation aberkannt, weil sie zu radikal aufgetreten ist. Damals stand in Chats von JA-Gruppen „Wir sollten Tierversuche stoppen und Flüchtlinge dafür nehmen“ oder die „Endlösung für die Musels in Deutschland“. Maxhuni führte die JA Niedersachsen trotzdem weiter. Darüber hinaus soll er auch Kontakte zu einem alten NPD-Ideologen haben, der Schulungen durchführt. Zur Belohnung gibt es 81,09 Prozent. … Die Frage ist nur: Ist der Bogen irgendwann überspannt? Und wie viele Verbotspunkte will die AfD noch sammeln. Kevin Dorow aus Schleswig-Holstein, ein Burschenschaftler mit mehreren Schmissen im Gesicht, testete die Grenzen aus. Er hielt für den ersten Beisitzer im Vorstand die bis dahin radikalste Rede: „Wir distanzieren uns nicht“, ruft er in den Saal, lobt das aktivistisch-außerparlamentarische Vorfeld und leitet dann zum Motto der Hitlerjugend über: „Jugend muss durch Jugend geführt werden“, forderte er. Das HJ-Motto hatte Rechtsextremist Björn Höcke vor einigen Wochen in Social Media gepostet und verschämt wieder gelöscht, nachdem herauskam, dass er mal wieder wissentlich NS-Parolen verbreitet hatte. Dorow bezieht sich auf Höcke und ruft das Motto hier von der Bühne. Dafür gibt es Szenenapplaus. …“ | Quelle: https://taz.de/Gruendung-Generation-Deutschland/!6133527/]https://taz.de/Gruendung-Generation-Deutschland/!6133527/

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Juergen Kasek (27. November 2025): “ … eine Partei ist nicht automatisch demokratisch, nur weil sie an Wahlen teilnimmt. Wenn das so wäre, wäre selbst die NSDAP eine demokratische Partei gewesen. … Zu den unverzichtbaren Grundpfeilern unserer Demokratie gehören Gleichheit und Minderheitenschutz. Gleichheit bedeutet: Jeder Mensch zählt – unabhängig von Herkunft, Religion, Hautfarbe oder Lebensweise. Minderheitenschutz bedeutet: Auch die Schwächeren haben Rechte, die nicht vom Stimmungsbarometer einer Mehrheit abhängen. Genau diese Prinzipien stellt die AfD offen infrage. Sie will den Minderheitenschutz faktisch abschaffen und ersetzt das Ideal des Kompromisses durch das Diktat einer angeblich homogenen Mehrheit. Ihr Denken speist sich aus einem völkischen Nationalismus, dessen Kern ein hierarchisierendes, rassistisches Menschenbild ist. Es ist kein Zufall, dass dieses Weltbild nahtlos anschlussfähig ist an die Logik des Nationalsozialismus. … Die größte Gefahr für Deutschland sind nicht allein die Rechtsextremen. Die größte Gefahr ist eine gesellschaftliche Mitte, die im Angesicht des Drucks Begriffe, Forderungen und Feindbilder der Rechten übernimmt – und damit die Normalisierung von Menschenfeindlichkeit vorantreibt. … “ | Quelle: https://juergenkasek.wordpress.com/2025/11/27/wie-demokratien-sterben-und-warum-die-afd-nicht-demokratisch-ist/

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #73]

Photo: Jenny Kane (2025) [„Every journalist hit with a stinger grenade or pepper ball by law enforcement while covering a protest is a message from the government“ (18. Nov. 2025, 23:25) | Source: https://social.freedom.press/@freedomofpress/115573045228240088]

Caitlin Vogus (Nov. 18, 2025): “ … A Department of Homeland Security officer sprays a protester outside an Immigration and Customs Enforcement facility on Oct. 2 in Portland, Oregon. Federal agents have attacked journalists working to capture images like these. [“ … You’ve probably seen the inflatable frogs, the dance parties, the naked bike ride. Maybe you’ve also seen the darker images: a federal officer aiming a weapon at protesters, or federal agents hurling tear gas and flash bangs into peaceful demonstrations at a Portland, Oregon, immigration facility. Local journalists have been attacked for bringing images like these to the world. … “If you cover protests, you’re going to have discomfort and hazard. Period. That’s just the way it is,” [Photojournalist John] Rudoff [from Portland, Oregon] told us. “They shoot 20-year-old girls, and they shoot 70-year-old men, and they shoot people in wheelchairs, and they shoot blind people,” he added, referring to federal agents using crowd-control munitions. “The word impunity seems to be coined for them.” Despite the danger, Rudoff refuses to stop documenting. “The entire media ecosystem has been covered with the administration’s rantings about the war-ravaged hellscape of Portland, and the city is burning down, and ICE officers are being attacked, and on and on and on,” he said. “I feel some obligation to try and counter this frankly preposterous narrative that the city’s burning down. It isn’t.” … „] | Source: https://freedom.press/issues/journalists-cameras-become-targets-at-oregon-protests/

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Kontext #1:

Bedrettin Bölükbasi (29.09.2025): “ … Den Einsatz von Militär und Nationalgarde innerhalb des eigenen Landes begründete Trump bislang mit angeblich ausufernder Kriminalität in den Demokraten-Hochburgen. Tatsächlich hat Portland mit einer im nationalen Vergleich hohen Kriminalitätsrate zu kämpfen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 fiel die Rate der Gewaltverbrechen aber um 17 Prozent. Die höchste Kriminalität herrscht laut den Zahlen der Organisation Major Cities Chiefs Association vor allem in Staaten wie Louisiana, Mississippi und Tennessee. Alle drei Bundesstaaten werden von Gouverneuren der Republikaner regiert. …“ | Quelle: https://www.fr.de/politik/portland-trump-schickt-soldaten-zum-krieg-gegen-die-antifa-nach-zr-93958148.html

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“ … Jona Spreter, Portland (16. Oktober 2025): Vergangene Woche war Heimatschutzministerin Kristi Noem in Portland. Mit ihr reisten mehrere rechtsextreme Influencer an. Sie durften die ICE-Zentrale in Portland betreten, was bislang selbst Ihrem Stadtrat verwehrt bleibt. Sie standen auf dem Dach der Polizeiwache und nahmen Instagram-Content auf. | Bürgermeister Keith Wilson: Es ist beispiellos. Aber das sagen wir ständig über diese Regierung. Hier geht es um mehr als verschobene Normen: Wir haben Bundesbeamte, die mit Scharfschützengewehren auf dem Dach der ICE-Zentrale sitzen, unsere Leute verschrecken und mit Pfefferspraygeschossen schießen. In welcher Demokratie hat es das jemals gegeben? …“ | Aus: „“Die Leute werden von ICE aus ihren Autos gezerrt““ (16. Oktober 2025) | Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-10/portland-usa-keith-wilson-nationalgarde-ice-gxe/komplettansicht
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nepomuf: Die Kostüme sind ein brillianter Move. Der Kontrast zu den Tacticool-Kriegslarpern von ICE zieht das Alles in eine lächerliche Ebene, die Bilder der Festnahme friedlicher Frösche und Tiger haben einen eher schlechten Effekt. Und es erinnert alle Protestierenden daran: friedlich! Alle müssen zu jeder Zeit verstehen, dass das Regime nur diesen einen Moment der Eskalation sucht, um sein Notstandsgesetz durchzubringen. Das Schlimmste, was passieren kann, sind Bilder wie in Hamburg vor ein paar Jahren, oder bei den George Floyd Protesten. Genau das wollen Vance, Miller & Co … Wenn in jedem Bild stattdessen lustig Frösche rumhüpfen, wird das schwer. Ich hoffe, es gelingt.

Kontext #2:

„How inflatable frog suits became the protest fashion statement of the year“ Costumes have been worn as political symbols for decades, but animal outfits have become especially popular at anti-ICE demonstrations in Portland (October 14, 2025) | Quelle: https://www.washingtonpost.com/style/fashion/2025/10/14/portland-costumes-protesters-ice-immigration/

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Andersmal: [Auch] In Deutschland wird man beim Besuch der Ausländerbehörde abgeholt in Abschiebegewahrsam genommen, obwohl man einen Ausbildungsplatz hat und von der Airline „Freebird“ hinfort geflogen.
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Aufpassen-971: Es war schon im Mai 2025 in der ZEIT zu lesen, dass Trump und die rechtskonservative Denkfabrik “Heritage Foundation” für das „Projekt 2025“ Soldaten in die liberale Metropolen schicken will. Was im Moment in Portland, Chicago und anderen Städten passiert ist nur die Durchsetzung eines schon lange ausgefeilten Plans, und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Seit über zwei Jahrzehnten fahre ich täglich mit meinem Fahrrad sicher durch Portlands Straßen. Ja, wir haben viele Obdachlose und Drogen hier, doch die werden mit Trumps Politik keineswegs weniger.
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Nihi Liana: Ich habe gerade Besuch aus den USA. Zwei engagierte Akademiker aus dem Bildungsbereich, die sich nächste Woche in Griechenland niederlassen werden, weil sie eine zweite Trump Amtszeit und den MAGA Kult nicht ertragen. Gestern sprachen sie mit einer Kollegin der vor einer Demo geraten wurde ihr Smartphone nicht mitzunehmen, weil Teilnehmer inzwischen geortet und verfolgt werden.
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Wuya: Für Menschenjäger hat das Regime Geld übrig, die werden mit Kopfprämie neu eingestellt, statt entlassen (wie diejenigen, die ab und zu etwas für ihre Mitmenschen tun). Das Gewissen hat in den USA derzeit einen Kurs von 50.000 Dollar.

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Kontext #3: “ … Um das Ziel von einer Million Abschiebungen, also keine freiwilligen Ausreisen, zu erreichen, muss die Regierung noch mehr Razzien durchführen lassen, benötigt mehr ICE-Mitarbeiter. Und das kostet. Im Juli verabschiedete der Kongress mit Mehrheit der Republikaner ein großes Steuer- und Ausgabenpaket. Darin enthalten: rund 170 Milliarden Dollar für Grenzsicherheit und Einwanderungskontrolle für die kommenden vier Jahre. 75 Milliarden Dollar sind für ICE eingeplant. Das Jahresbudget der Behörde wird von etwa acht Milliarden Dollar auf rund 28 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht. ICE hat damit einen Etat, der fast dreimal so hoch ist wie das des FBI. … ICE lockt mit Prämien von bis zu 50.000 Dollar und weiteren Leistungen wie der Erstattung von Studienkrediten in Höhe von bis zu 60.000 Dollar. Die Altersgrenzen für Neueinstellungen werden aufgehoben, auch Personen über 40 und unter 18 können sich jetzt bewerben. … “ | Aus: „“Das Heimatland verteidigen“ – wie Trump ICE ausbaut“ Nina Barth, Washington (21.10.2025) | Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-ice-100.html

[Vor unseren Augen (Politik) #1 …]

“ … München/Washington, D.C. – „Ich glaube, Wissenschaft weiß gar nichts“: Das sagte Donald Trump schon 2020. Und sein Vize J.D. Vance erklärte Professoren ganz offen zu „Feinden“ und kündigte an, „für die Dinge, die wir tun wollen, müssen wir die Universitäten offen und aggressiv attackieren“. …“ | „Trump holt zum Generalangriff auf die Wissenschaft aus – mit Folgen auch für Deutschland“ Klaus Rimpel (12.03.2025) | Quelle: https://www.merkur.de/politik/wissenschaft-aus-trump-holt-zum-generalangriff-auf-die-93617129.html

“ [Mathias Risse (7. Oktober 2025)] … Wer seit der Ermordung des rechten Aktivisten Charlie Kirk dessen politische Positionen kritisiert und sich für eine Stärkung der Bürger- und Minderheitenrechte einsetzt, ist für Trump und seine Entourage sofort ein zur Gewalt anstiftender Aufwiegler. Die Regierung prüft sogar, ob sie gegen diese Kritiker Strafrechtsparagrafen anwenden kann, deren Zweck eigentlich die Bekämpfung organisierter Verbrechen ist. … die kurzzeitige Absetzung der Jimmy-Kimmel-Show [zeigt], wie stark der Druck auf die Medienkonzerne ist. Und was die Universitäten anbelangt, so ist Harvard bislang die einzige, die sich gegen die Erpressungsversuche der Trump-Regierung juristisch gewehrt hat. Rund 20 weitere Unis haben Harvards Gang zum Gericht mit einem sogenannten Amicus-Curiae-Brief unterstützt. Aber angesichts des brachialen Angriffs auf die Wissenschafts- und Meinungsfreiheit hätten eigentlich mindestens 400 Hochschulen Harvard beispringen müssen. Leider lassen sich viele Eliten von Trump einschüchtern, allen voran einige der größten Anwaltskanzleien. Mut ist in solchen Zeiten offenbar eine rare Tugend. …“ | Aus: „“Leider lassen sich viele Eliten von Trump einschüchtern““ (7. Oktober 2025) | Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-10/usa-demokratie-donald-trump-widerstand-harvard-mathias-risse/komplettansicht

Eyes Wide Shut (10/2025): “ … Hitler brauchte für die absolute Macht das Amt des Reichspräsidenten, und das nahm er sich „erst“ nach Hindenburgs Tod 1934. Die Gleichschaltung der Gerichte ging auch nicht von heute auf morgen. Ja, die Nazis waren vielleicht etwas schneller, aber in beiden Fällen sehen wir eine durchaus ähnliche Überrumpelungstaktik und „Schocktherapie“. In beiden Fällen sehen wir meisterhafte Propaganda. In beiden Fällen sehen wir die Einschüchterung und Einflussnahme auf Medien, Künstler, Oppositionelle. In beiden Fällen sehen wir eine Art Putztruppe für die Straßen [https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-journal/usa-trump-immigrationspolizei-ice-deportation-menschenjagd („USA: Menschenjagd landauf, landab“, 02. Oktober 2025)]. In beiden Fällen sehen wir, dass vor der Gleichschaltung des Staates zunächst die Gleichschaltung der herrschenden Partei erfolgte. In beiden Fällen stehen hinter der Prolo-Parteispitze raffinierte und im Dunkeln agierende Oligarchen und andere Eliten. In beiden Fällen sehen wir einen psychisch auffälligen und offensichtlich für sein Amt ungeeigneten Führer, der sich für eine gottgegebene nationale Lichtgestalt und als natürliche Person an der Spitze des Staates sieht, und der seiner einfach gestrickten Anhängerschaft die Lösung ihrer Probleme verspricht. …“

Tim Hartmann (10/2025): Antwort auf @Krombacher: „Russland 2019 und USA 2025 sind durchaus auf vergleichbar autoritärem Stand.“ Das ist schlichtweg sachlich falsch. Falls dies nicht Rhetorik ist um „wachzurütteln“ sondern genuine Überzeugung ist, dann ist es ein Problem. In 2019 gab es in Russland längst kein Kimmel mehr. Es gab keine Prominenz in der Unterhaltungsindustrie die gegen den Präsidenten twittert. Keine Opposition in den Parlamenten. Die Auflistung von alldem ist unendlich lang. Von staatlich verordneten und zur Einschüchterung kaum kaschierte politischen Morden an Oppositionellen und Journalisten kaum zu sprechen. Die Verfassung wurde bereits geändert. Die Krim bereits besetzt und annektiert. Die Liste ist endlos. Es ist schlichtweg eine Verschwörungstheorie. Ein Gavin Newsom [https://de.wikipedia.org/wiki/Gavin_Newsom] wäre nicht nur nicht Gouverneur von Kalifornien, er wäre tot im Russland von 2019. …“

What normalization does is transform the morally extraordinary into the ordinary. It makes us able to tolerate what was once intolerable by making it seem as if this is the way things have always been.“

— Stanley. How Fascism Works

“ … How Fascism Works: The Politics of Us and Them is a 2018 nonfiction book by Jason Stanley, the former Jacob Urowsky Professor of Philosophy at Yale University. Since 2025 he has been the Bissell-Heyd Chair in American Studies at the University of Toronto’s Munk School of Global Affairs & Public Policy, with a cross-appointment in philosophy. His move to Canada has been widely reported as motivated by growing concerns over political interference in U.S. universities, restrictions on academic freedom, and his desire to raise his children in a more stable democratic environment. …“ | Source: https://en.wikipedia.org/wiki/How_Fascism_Works (21 September 2025)

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… As Foucault used the term, normalization involved the construction of an idealized norm of conduct – for example, the way a proper soldier ideally should stand, march, present arms, and so on, as defined in minute detail – and then rewarding or punishing individuals for conforming to or deviating from this ideal. …
https://en.wikipedia.org/wiki/Normalization_(sociology)

Andy Beckett (Fri 31 Oct 2025): “ … How would you behave if your democracy was being dismantled? In most western countries, that used to be an academic question. Societies where this process had happened, such as Germany in the 1930s, seemed increasingly distant. The contrasting ways that people reacted to authoritarianism and autocracy, both politically and in their everyday lives, while darkly fascinating and important to study and remember, seemed of diminishing relevance to now. Not any more. Illiberal populism has spread across the world, either challenging for power or entrenching itself in office, from Argentina to Italy, France to Indonesia, Hungary to Britain. But probably the most significant example of a relatively free, pluralist society and political system turning into something very different remains the US, now nine months into Donald Trump’s second term. …“ | From: „“What would you do if democracy was being dismantled before your eyes? Whatever you’re doing right now““ | Source: https://www.theguardian.com/commentisfree/2025/oct/31/democracy-california-life-donald-trump-resistance

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eamonmcc (2025): “ … Our post-1945 western world is now going, fast. What will replace it? At the moment, right-wing authoritarianism. If that direction of travel continues for another 3-4 years, which is very likely, how will we judge our actions and thinking of today? In order to answer that, we should look to the last time we had right-wing authoritarianism across the west – in the 1930s-1940s. [The] Problem is, we think the 1930s, or a shade of it, won’t happen. So we are rolling the die. ‚The best of luck‘ won’t do, because plain old luck with this one is a bit like fighting an upright angry bear with a rolled-up newspaper. Our right not to be imprisoned or deported arbitrarily is going, our right not to be assaulted is going, our right to protest against injustice is going, our right not to have our person violated is going, our right to a decent safe workplace is going, our decent public health services are going, our right to free speech is going, our right, or possibility, to vote for a government that stands up for humane principles is going. In many ways, our right to be the sort of person we choose to be, or that we are in essence, is going.
The principles of universalism were established, albeit it imperfectly, across the west post-1945; they are going too. They were not firmly established before 1945 which could very well be why we ended up with the apocalypse in 1914-1945. …“

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Andy Beckett (Fr., 31. Okt. 2025): „… Wie würden Sie sich verhalten, wenn Ihre Demokratie abgebaut würde? In den meisten westlichen Ländern war das früher eine rein akademische Frage. Gesellschaften, in denen dieser Prozess stattgefunden hatte, wie etwa Deutschland in den 1930er Jahren, schienen immer weiter entfernt. Die unterschiedlichen Reaktionen der Menschen auf Autoritarismus und Autokratie, sowohl politisch als auch im Alltag, waren zwar auf düstere Weise faszinierend und wichtig zu erforschen und zu erinnern, schienen aber für die heutige Zeit an Bedeutung zu verlieren. Doch das hat sich geändert.
Illiberaler Populismus hat sich weltweit ausgebreitet und strebt entweder nach der Macht oder etabliert sich an der Macht, von Argentinien bis Italien, von Frankreich bis Indonesien, von Ungarn bis Großbritannien. Das wohl bedeutendste Beispiel für eine relativ freie, pluralistische Gesellschaft und ein ebensolches politisches System, das sich in etwas völlig anderes verwandelt hat, sind jedoch nach wie vor die USA, neun Monate nach Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit. …“ | Aus: „Was würden Sie tun, wenn die Demokratie vor Ihren Augen abgebaut würde? Was auch immer Sie gerade tun.“ Quelle: https://www.theguardian.com/commentisfree/2025/oct/31/democracy-california-life-donald-trump-resistance

eamonmcc (UK, 2025): „… Unsere westliche Welt nach 1945 befindet sich im rasanten Wandel. Was wird an ihre Stelle treten? Momentan der Rechtsautoritarismus. Sollte sich diese Entwicklung in den nächsten drei bis vier Jahren fortsetzen, was sehr wahrscheinlich ist, wie werden wir dann unser heutiges Handeln und Denken beurteilen?
Um diese Frage zu beantworten, sollten wir uns die letzte Phase des Rechtsautoritarismus im Westen ansehen – die 1930er- und 1940er-Jahre. Das Problem ist, dass wir glauben, die 1930er-Jahre, oder zumindest eine ähnliche Situation, würden sich nicht wiederholen. Wir spielen also mit dem Feuer. Einfach nur Glück zu haben, reicht nicht, denn in diesem Fall ist es, als würde man mit einer zusammengerollten Zeitung gegen einen wütenden Bären kämpfen.
Unser Recht, nicht willkürlich eingesperrt oder abgeschoben zu werden, schwindet. Unser Recht, gegen Ungerechtigkeit zu protestieren, schwindet. Die Möglichkeit einen sicherer Arbeitsplatz zu bekommen schwindet. Unsere guten öffentlichen Gesundheitsdienste sind bedroht. Unser Recht auf freie Meinungsäußerung schwindet. Unser Recht – oder die Möglichkeit – eine Regierung zu wählen, die für unsere Rechte einsteht schwindet. Denn humane Prinzipien schwinden.
In vielerlei Hinsicht schwindet unser Recht, so zu sein, wie wir es wollen – oder wie wir im Grunde sind.
Die Prinzipien des Universalismus wurden nach 1945 im Westen, wenn auch unvollkommen, etabliert; auch sie verschwinden. Vor 1945 waren die Prinzipien des Universalismus nicht fest verankert, was durchaus der Grund für die Katastrophen von 1914–1945 sein könnte. …“

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Kontext #1

“ … In der „Querelle des Anciens et des Modernes“ (1687) war „Moderne“ noch ein Gegenbegriff zu „Antike“ [Als Querelle des Anciens et des Modernes (französisch für Streit der Alten und der Neuen) bezeichnet man eine geistesgeschichtliche Querele [Streit] in Frankreich an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert. Es ging dabei um die Frage, inwiefern die Antike noch das Vorbild für die zeitgenössische Literatur und Kunst sein könne]. Erst im 19. Jahrhundert wurde es üblich, mit dem Wort Moderne die Gegenwart von der Vergangenheit allgemein abzugrenzen. In der Philosophie fällt die Moderne mit der Aufklärung zusammen [Aufklärung –> https://de.wikipedia.org/wiki/Aufkl%C3%A4rung].

„Zugleich steht die Zeit der Weimarer Republik im krisenhaft akzentuierten Schnittpunkt epochaler soziokultureller Neurungen. Sie bildet den Höhepunkt jener klassischen Moderne, die sich um die Jahrhundertwende zu entfalten begann. In ihr entstanden die Züge unserer gegenwärtigen Lebenswelt, erfolgte der Durchbruch der modernen Sozialpolitik, Technik, Naturwissenschaft, der Humanwissenschaften und der modernen Kunst, Musik, Architektur und Literatur. In knapp 14 Jahren wurden nahezu alle Möglichkeiten der modernen Existenz durchgespielt. Zugleich geriet die klassische Moderne in ihre Krisenjahre. Der allgemeinen Durchsetzung folgten Problematisierung, Zurücknahme und Zusammenbruch.“

– Detlev Peukert: Die Weimarer Republik. Krisenjahre der klassischen Moderne, Frankfurt am Main 1987.
…“
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Moderne (13. Oktober 2025)

Weimarer Republik (zeitgenössisch auch Deutsche Republik: 1918 bis 1933)
https://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Republik

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Kontext #2

“ … Als Menschenrechte werden individuelle Freiheits- und Autonomierechte bezeichnet, die jedem Menschen allein aufgrund seines Menschseins gleichermaßen zustehen. Sie sind universell (gelten überall für alle Menschen), unveräußerlich (können nicht abgetreten werden) und unteilbar (können nur in ihrer Gesamtheit verwirklicht werden). Sie umfassen dabei bürgerliche, politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechtsansprüche. … Universalität im Menschenrecht steht für Allgemeingültigkeit. Das heißt, dass die Menschenrechte überall und für alle Menschen jederzeit gültig sind. Diese ist jedoch in der Praxis nicht immer gewährleistet, da die Ausgestaltung sowie der Schutz von spezifischen Menschenrechten von der politischen Auffassung und der damit verbundenen rechtlichen Durchsetzung innerhalb von Staaten und Institutionen abhängig sind. …“ (8. Oktober 2025)
https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte

Menschenrechte nach Staat
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Menschenrechte_nach_Staat

Autoritarismus
https://de.wikipedia.org/wiki/Autoritarismus

Universalismus
https://de.wikipedia.org/wiki/Universalismus_(Philosophie)

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Kontext #3

„…
Jule Govrin: … Das Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen, wird derzeit von der Rechten frontal angegriffen: Man sieht das an den Illegalisierungen von Abtreibungen in den USA … Die reaktionäre Antwort ist [ ], sämtliche Versorgungsstrukturen zu zerstören.
Daniel Hackbarth: Woran machen Sie das fest?
Jule Govrin: Wenn etwa Milei mit der Kettensäge in der Hand eine Schocktherapie durchsetzen will, also die radikale Zerschlagung sozialstaatlicher Strukturen. In den USA sieht man dasselbe bei den Angriffen auf die Bildung oder die Gesundheitsversorgung. In moderaterer Form lässt sich das auch in Deutschland an den Debatten um die Schuldenbremse beobachten. Zwar wurde Letztere gelockert. Zugleich hat … Friedrich Merz betont, dass so Gelder fürs Militär beschafft werden sollen und er Sozialleistungen kürzen will. …“
Aus: „Was hat Ungleichheit mit unseren Körpern zu tun?“ (Nr. 18 – 1. Mai 2025)
Quelle: https://www.woz.ch/2518/jule-govrin/was-hat-ungleichheit-mit-unseren-koerpern-zu-tun/!2FJWCHM1E2TD

“ … Jule Govrin setzt bei der Abhängigkeit und Verwundbarkeit unserer Körper an und fordert einen «Universalismus von unten»: Gleichheit nicht als Ideal, sondern als gelebte alltägliche Praxis, als Sorge um unsere Mitmenschen. Klingt gut. Doch wie soll das gehen, angesichts der politischen Weltlage und dem Erstarken konservativer und reaktionärer Kräfte? … Darüber spricht sie mit Yves Bossart. …“ | Link –> https://www.srf.ch/audio/sternstunde-philosophie/sorge-statt-kapital-warum-wir-mehr-gleichheit-brauchen?id=AUDI20250927_NR_0026 (27.09.2025)

Jule Govrin (* 18. Juni 1984 in Siegburg) ist eine deutsche Philosophin und politische Autorin.
… In ihren Büchern Universalismus von unten. Eine Theorie radikaler Gleichheit (2025) und Politische Körper. Von Sorge und Solidarität (2022) entwirft sie eine Theorie von Gleichheit als Praxis, die auf Differenz, Sorge und Solidarität beruht und bringt das Konzept eines „Universalismus von unten“ ein. …
https://de.wikipedia.org/wiki/Jule_Govrin

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Nachtrag #1:

Heinrich Wefing. DIE ZEIT Nr. 47/2025 (Aktualisiert am 9. November 2025): “ … In der Zeitschrift The Atlantic erschien unlängst ein Essay des Juristen Aziz Huq, der an der University of Chicago lehrt – der Universität, an der Fraenkel sein Buch vollendete. Huqs Text ist überschrieben mit: America Is Watching the Rise of a Dual State, zu Deutsch: Amerika erlebt den Aufstieg eines Doppelstaates. … Huq hütet sich, Donald Trumps Amerika des Jahres 2025 allzu direkt mit dem Nazi-Regime der Dreißigerjahre zu vergleichen. Das Land ist längst keine Diktatur, die Gerichte arbeiten, viele Menschen stellen sich Trumps autoritären Versuchen entgegen. Aber dennoch bietet Fraenkels Doppelstaat ein analytisches Instrumentarium, um zu verstehen, was derzeit in den Vereinigten Staaten geschieht. … „Die Liste der Maßnahmen, die eine Sphäre schaffen, in denen das Recht nicht gilt“, werde „jeden Tag länger“, schreibt Huq: die Begnadigung der Männer, die das Kapitol stürmten; die forcierten Rücktritte von Staatsanwälten, die nicht gegen Trumps Gegner ermitteln wollen; die Einschüchterung und Erpressung von Großkanzleien und Universitäten; die Festnahmen von Migranten auf offener Straße durch vermummte Beamte in Zivil. Das gemeinsame Ziel all dieser Schritte sei die Schaffung eines „Maßnahmenstaats“, schreibt Huq, „in dem nicht das Recht regiert, sondern grausame Launenhaftigkeit“. Wohin das am Ende führen wird, ist unmöglich zu sagen. Doch dass Der Doppelstaat jetzt ausgerechnet in dem Land wieder gelesen wird, in dem Fraenkel Zuflucht fand vor dem Faschismus, ist eine bittere historische Pointe. … “ | Aus: „Wenn das Recht noch besteht, aber nicht mehr gilt“ (9. November 2025) | Quelle: https://www.zeit.de/2025/47/der-doppelstaat-ernst-fraenkel-rechtsstaat-nationalsozialismus-gxe/komplettansicht

Der Doppelstaat ist eine Studie des deutsch-amerikanischen Juristen und Politikwissenschaftlers Ernst Fraenkel (1898–1975) über den NS-Staat.
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Doppelstaat

„America Is Watching the Rise of a Dual State“ Aziz Huq (March 23, 2025)
For most people, the courts will continue to operate as usual—until they don’t.
https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2025/05/trump-executive-order-lawlessness-constitutional-crisis/682112/

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Nachtrag #2


„We asked activists from authoritarian regimes what they wish they’d known sooner. Here’s what they said“ Danielle Renwick (Tue 9 Dec 2025 11.00 CET) | Activists from Hungary, El Salvador and Turkey offer advice to the US about what they’ve learned about authoritarians …
https://www.theguardian.com/us-news/2025/dec/09/experts-authoritarian-regimes-trump

[Zeit im Bild #81 … ]

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“ … Zwischen gestern und morgen ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1947 von Harald Braun. Er ist dem Genre des für die ersten Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland typischen Genre des Heimkehrer- und Trümmerfilms zuzuordnen. … Die zeitgenössischen Kritiken wie die rückblickenden der Adenauer-Jahre fielen durchaus positiv und milde aus, während in späteren Jahren in bisweilen scharfem Ton die Unverbindlichkeit, das Unanalytische und das Selbstmitleid dieses Streifens und auch zahlreicher anderer Filme jener Jahre vor der Gründung beider deutscher Staaten (1949) attackiert wurde. … Buchers Enzyklopädie des Films setzte sich intensiv mit der generellen Problematik des Trümmerfilm-Genres auseinander: „Typischer für die frühe deutsche Nachkriegsproduktion waren allerdings die ab 1947 entstandenen Trümmerfilme, Werke, die sich mit der Nazizeit aus dem ratlos-verkaterten Blickwinkel des Hinterher auseinandersetzten und viele gut gemeinte Ansätze durch eine Beschränkung auf das Klagelied des ohnehin machtlosen, kleinen Mannes zunichte machten oder sich in allgemeine Anklagen verloren, die niemanden trafen, weil alle zu den Betroffenen zählten. Typisches Beispiel dafür waren Harald Brauns Zwischen gestern und morgen oder Wolfgang Liebeneiners Liebe 47…“ … Für Ludwig Marcuse bildet sich mit diesem Film und seiner Story [https://de.wikipedia.org/wiki/Zwischen_gestern_und_morgen#Handlung], auch auf dem Hintergrund der eigenen Emigrationserfahrung, das grundsätzliche Verhältnis der Deutschen zu seinen rückkehrenden Emigranten ab: „Ich habe gehört: da ist jetzt der erste Film einer deutschen Firma in der USA-Zone; man sollte ihn nicht vergessen. (…) Das schwere deutsche Problem, 1948, lautet: soll man einem Emigranten die Hand geben, der zwar nicht Österreich, die Tschechoslowakei, Polen, Belgien, Holland, Frankreich, Finnland, Dänemark und Norwegen gestohlen hat … aber vielleicht ein Schmuckstück? Gott sei Dank findet sich plötzlich das Gesuchte. Der Emigrant ist rehabilitiert. Man braucht zur Interpretation keine Tiefenpsychologie: der Emigrant muss beweisen, dass er sich anständig benommen hat. Dann erst kann man ihm die Hand geben. Wem er die Hand geben kann, wird nicht in Betracht gezogen.“… “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Zwischen_gestern_und_morgen
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“ … „Wir sind auf der Suche nach Vätern, das ist kein Vergnügen – nach Vätern, die die Wahrheit sagen, nach Vätern, die, weil sie die Wahrheit schon einmal tausend Jahre verschwiegen haben, die Folgen dieses Schweigens jetzt endlich einsehen und bereuen, nach Vätern, die uns ihre Reue mitteilen und die mit uns zusammen nachdenken über die Wege, die sie gegangen und die jetzt zu gehen sind.“ — Nicht mehr, aber auch nicht weniger fordert Klaus Köhler von den deutschen Vätern. Klaus Köhler ist der Protagonist von Christian Geisslers Debütroman „Anfrage“. Als das Buch 1960 im westdeutschen Claassen Verlag erschien, provozierte es erhitzte Reaktionen … [es] wurden Stimmen laut, der Autor müsse wegen Landesverrats angeklagt werden [Zum Buch: Christian Geissler: „Anfrage“. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Detlef Grumbach. Berlin 2023. 344 Seiten]. Andere waren begeistert. „Dieses Buch ist leidenschaftlich und rücksichtslos, radikal und aggressiv, zornig und hemmungslos. Und es ist gleichzeitig unreif, oft sehr naiv, unbeholfen, mitunter sentimental und melodramatisch“, schrieb Marcel Reich-Ranicki. Ralph Giordano nannte es „ein Buch, das um sich beißt, kratzt, schlägt, faucht und sticht“. Geisslers Roman zeichnet sich in der Tat durch einen heiligen Zorn aus. Dieser Zorn lässt ihn solitär in der deutschen Literaturlandschaft der ersten Nachkriegsjahrzehnte stehen. …“ | Aus: „Die Schuld der bequemen Ratlosigkeit“ Ulrich Gutmair (28.7.2023) | Quelle: https://taz.de/Roman-aus-dem-Jahr-1960/!5947623/
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“ …“Die Ehe der Maria Braun“ ist ein Spielfilm von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1979. … Fassbinder nutzt diese melodramatische Geschichte, um einen distanziert-pessimistischen Blick auf die unmittelbare Nachkriegszeit in Westdeutschland zu werfen. Maria Braun wird dabei vielfach als Verkörperung des Wirtschaftswunders gesehen, das Wohlstand nur um den Preis des Verdrängens von Gefühlen brachte. …“ | [ Siehe auch: Sabine Pott: Film als Geschichtsschreibung bei Rainer Werner Fassbinder. Peter Lang GmbH Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2001. 2. durchgesehene Auflage 2004. ISBN 3-631-51836-6, S. 19–99. ] | Aus: „Die Ehe der Maria Braun“, Datum der letzten Bearbeitung: 2. September 2025, 20:13 UTC, Versions-ID der Seite: 259408625
Permanentlink: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Die_Ehe_der_Maria_Braun&oldid=259408625, Datum des Abrufs: 13. Oktober 2025, 09:10 UTC


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“ … Lange Zeit ging die Forschung davon aus, dass epigenetische Informationen die Grenze der Generationen nicht überschreiten können. Wissenschaftler nahmen an, dass das epigenetische Gedächtnis, das während des gesamten Lebens angehäuft wurde, bei der Entwicklung von Spermien und Eizellen vollständig gelöscht wird. Erst vor kurzem wiesen mehrere Studien nach, dass epigenetische Markierungen tatsächlich an folgende Generationen weitervererbt werden – aber wie genau und welche Auswirkungen dies auf die Nachkommen hat, blieb bisher unklar. … „Unsere Studie legt den Schluss nahe, dass wir mehr als nur Gene von unseren Eltern erben. …“ | Aus: „Epigenetik zwischen den Generationen“ (13. Juli 2017) [[Zenk F, Loeser E, Schiavo R, Kilpert F, Bogdanovic? O, Iovino N, Germ line–inherited H3K27me3 restricts enhancer function during maternal-to-zygotic transition. Science; Vol. 357, Issue 6347, pp. 212-216; July 14th, 2017]] | Quelle: https://www.mpg.de/11396064/epigenetik-vererbung

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„… Inzwischen gibt es „eine Flut von Veröffentlichungen zum Thema generationaler Weitergabe früher Traumatisierung“, wie die Psychosomatikerin Christiane Waller schrieb … Im Jahr 2017 berichtete der Wissenschaftsjournalist Michael Lange im Deutschlandfunk über die Neuroepigenetik, die bemüht sei zu klären, ob und wenn ja, wie sich traumatische Erlebnisse jenseits evolutionärer Prozesse, in denen Mutation und Selektion bestimmend sind, im Erbgut verankern und auf nachfolgende Generationen übertragen. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Transgenerationale_Weitergabe

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“ … [Zu: Ines Geipel: „Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass“. Klett-Cotta, Stuttgart 2019, 377 S.] … Dieses Buch schmerzt. Es erzählt über den Schmerz, den eine Familie erleidet. „Umkämpfte Zone“, das [ ] Buch von Ines Geipel, fügt aber auch Schmerzen zu. In dem Band über „Meinen Bruder, den Osten und den Hass“ wird das Unterste der Familie Geipel zuoberst gekehrt. All die Angst und der Hass und die Traumata, die die Geipels durch das 20. Jahrhundert hinüber in das unsere mitschleppen und die sie knebeln. In „Umkämpfte Zone“ wird das Nichtgesagte bloßgelegt und anschließend besprochen wie eine klaffende Wunde. [… Ines Geipels] Buch über die Kontinuität von Gewalterfahrungen erzählt [eben diese] auf eindrucksvolle Weise. …“ | Aus: „Keinerlei Hemmungen“ Anja Maier (5.4.2019) | Quelle: https://taz.de/Umkaempfte-Zone-von-Ines-Geipel/!5583141/
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mowgli, 05.04.2019, 22:30 Uhr: “ … Aha. „DIE Wut im Osten“ hat also nur eine einzige Quelle. Die, die Ines Geipel aus eigener Anschauung kennt. Schon irgendwie erstaunlich bei zuletzt 18 Millonen DDR-Bürgern! Im Westen scheint es DIE Wut nicht zu geben. Da hat jeder ein Recht auf seine eigenen, individuellen Gründe, richtig? – Echt mal, werte Anja Maier: Ines Geipel ist sicher eine ganz tolle Schriftstellerin, aber sie zum Stellvertreter für gleich ein paar Millionen Leute zu machen, nimmt ihr ihre Individualität als Opfer. Das ist nicht fair, finde ich. Ines Geipel hat ein Recht darauf, dass ihre Geschichte IHRE Geschichte bleibt und nicht zur Geschichte aller Ossis gemacht wird. Wir sind ja schließlich nicht in Nordkorea. Nicht jeder, der heute Wut hat, hatte überzeugte Nazi-Großeltern und brutale Stasi-Eltern. Manch einer hat seine Wut auch aus den frühen 90-ern oder sogar erst nach 2000 erworben. Und überhaupt: Wütend zu sein, ist kein Alleinstellungsmerkmal der ,,Ossis“. Die Strukturen, die Menschen in die Raserei treiben, gibt es anderswo auch. Und immerhin haben wir Deutschen ja eine gemeinsame (Vor-)Kriegsgeschichte. Die wirkt in uns allen irgendwie nach. Der Ü30-Durchschnitts-Ossi ist womöglich nur immer noch etwas weniger dick lackiert als der Ü30-Durchschnitts-Wessi mit bürgerlichem Hintergrund. Er ist ja nicht so intensiv aufs Karrieremachen vorbereitet worden. Er sollte eher Arbeiter oder Bauer werden. …“
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76530, 06.04.2019, 10:43 Uhr @mowgli: “ … Ich kann Sie beruhigen: Wut ist in der Tat kein Alleinstellungsmerkmal der „Ossis“. Auch [der] Bruder [der Wut], der Zorn, nicht. Ja, es gibt gewisse Strukturen auch im Westen, die auch in uns nachwirken. Je nach Person sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Wie ich erst kürzlich mit einem früheren Kollegen [besprach], brechen im Alter ohnehin die Abwehrmechanismen auf, spielen Statusfragen, Karrieredenken et. al. keine große Rolle mehr. Es geht dann früher oder später nur noch an’s Eingemachte. …“

[Aufklärung und Wirklichkeitsbezug #11]

“ … Die Informationsethik beschäftigt sich … mit den Fragen, ob und in welcher Form Eigentumsrechte an Informationen geltend gemacht werden können, mit den Aspekten der Informationsfreiheit, der Überwindung einer digitalen Kluft zwischen Personen mit und ohne Zugang zu Informationen, der informationellen Selbstbestimmung und der Wahrung der Privatsphäre angesichts wachsender Möglichkeiten der Überwachung (Datenschutz) sowie mit den Beschränkungen der Verbreitung von Informationen aufgrund von Persönlichkeits- und Jugendschutz und ebenso mit Zensur. Verwandte Forschungsgebiete sind die Medienethik, Computerethik, Technikethik, Zukunftsethik, Technikfolgenabschätzung und Wirtschaftsethik. Die wichtigsten Funktionen der Informationsethik sind nach dem Philosophen und Informationswissenschaftler Rafael Capurro, der diesen Begriff auch geprägt hat, „nach der Entstehung der Strukturen und Machtverhältnisse fragen, die das Informationsverhalten bestimmen“, „Informationsmythen aufdecken und kritisieren“, „verdeckte Widersprüche der herrschenden Sprachnormierung offenlegen“ und „die Entwicklung informationsethischer Fragestellungen beobachten“ … [Rafael Capurro: Ethik im Netz. Franz Steiner, Stuttgart 2003, ISBN 3-515-08173-9 (Medienethik 2).] … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsethik („Informationsethik“, Datum der letzten Bearbeitung: 19. Juni 2024, 20:40 UTC, Versions-ID der Seite: 246052542, Permanentlink: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Informationsethik&oldid=246052542, Datum des Abrufs: 9. Oktober 2025, 14:06 UTC)

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“ … Meine Vision basierte auf Teilen, nicht auf Ausbeutung … Ich war 34 Jahre alt, als mir die Idee für das World Wide Web kam. … Ich glaubte, dass eine so einfache Möglichkeit, im Internet zu navigieren, Kreativität und Zusammenarbeit auf globaler Ebene ermöglichen würde…. [Jetzt sehen] Wir [ ] eine Handvoll großer Plattformen, die private Daten ihrer Nutzer sammeln, um sie an kommerzielle Vermittler oder sogar repressive Regierungen weiterzugeben. Wir sehen allgegenwärtige Algorithmen, die von Natur aus süchtig machen und die psychische Gesundheit unserer Teenager schädigen. Der Handel mit persönlichen Daten gegen Nutzung passt ganz sicher nicht zu meiner Vision eines freien Webs. … Regulierung und globale Governance sind technisch machbar, aber abhängig von politischem Willen. Wenn wir ihn aufbringen, haben wir die Chance, das Web als Werkzeug für Zusammenarbeit, Kreativität und Mitgefühl über kulturelle Grenzen hinweg wiederherzustellen. … Es ist noch nicht zu spät. … “ | From: „Why I gave the world wide web away for free“ Tim Berners-Lee (Sun 28 Sep 2025) | Source: https://www.theguardian.com/technology/2025/sep/28/why-i-gave-the-world-wide-web-away-for-free | https://www.theguardian.com/technology/2025/sep/28/why-i-gave-the-world-wide-web-away-for-free#comments –// — https://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Berners-Lee

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JBHaynes, 28. September 2025, 16:08 Uhr: „… Ich denke auch oft darüber nach – und spreche mit anderen über die Ursprünge des Webs, die Vorteile und den zunehmenden Missbrauch, hauptsächlich, aber nicht nur, durch die amerikanischen „Tech-Bro“-Unternehmen und -Plattformen. … [Ich] sehe [ ] ehrlich gesagt nicht, wie … [dieser] Geist wieder in die Flasche gesteckt oder zumindest zurückgedrängt werden kann …“
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OlliEcological 28.09.2025 16.54: „ … ich vermisse Douglas Adams wirklich. Was hätte er aus dieser Shitshow gemacht? …“
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SustainabilityBrown, 28. Sep. 2025, 20:10 Uhr: “ … Oh, Tim, ich erinnere mich noch an die ehrenvollen und optimistischen Zeiten, als das Internet Menschen zusammenbringen sollte, ermöglicht durch selbstlose Softwarehersteller. Leider hat es sich zum genauen Gegenteil entwickelt: Es ist heute ein Vehikel für Kriminalität, Ausbeutung, Anwerbung und Radikalisierung. Die Frage ist nun: Wie geht es weiter? …“

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Msomerville, 28. Sep. 2025, 18:13 Uhr: “ … mein Fazit ist meist das gleiche: Ich denke, es ist wie jede andere Technologie, die wir jemals entwickeln. Sie kann zum Guten wie zum Schlechten eingesetzt werden. Das Problem sind die Menschen. [… ]
Das gedruckte Wort war eines der einflussreichsten Instrumente der protestantischen Reformation. Mithilfe des Buchdrucks konnten „Reformer“ und „Verteidiger“ im Europa des 16. Jahrhunderts ein breites Publikum erreichen und sowohl religiöse als auch soziale Unruhen auslösen.
– Website „Reformationsflugblätter“ der Loyola Marymount University

Wir sind es. Nicht die Technologie. …“

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stupowerlord, 28. Sep. 2025, 20:21 Uhr: “ … Anfang 1994 begann ich bei British Telecommunications zu arbeiten – in den Forschungslabors in Suffolk. Als Absolventen trafen wir uns alle in London und wählten einige von uns aus, die im Rahmen einer großen, im Fernsehen übertragenen Veranstaltung kurze Vorträge vor den damaligen British Telecommunications-Direktoren halten sollten. Ich wurde ausgewählt, mein Thema vorzustellen: Ich sagte im Wesentlichen, British Telecommunications sollte sicherstellen, dass jeder Mitarbeiter an seinem Schreibtisch Internetzugang hat. Nur so könne das Unternehmen wirklich innovativ sein und die Zukunft gestalten. Die damaligen Chefs lächelten höflich und sagten mir dann, ich sei naiv und die Idee sei dumm. …“

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MarcoPoloMint (28. Sep. 2025 20:33): “ … [ich] experimentierte [ ] mit verschiedenen Technologien aus der Zeit vor dem WWW, wie Usenet und später Gopher, konfigurierte WinSock auf einer Windows 3.1-Maschine, wählte mich mit einem 28800-Baud-Modem ein und genoss die Begeisterung, mit anderen Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten und Ideen auszutauschen. Das Potenzial, das sich für uns alle bot, war für einen angehenden jungen Wissenschaftler geradezu überwältigend. Ich war damals kein Informatiker oder Ingenieur, sondern Geisteswissenschaftler und brachte mir die Technologien selbst bei.

Es ist schwer zu beschreiben, was für ein Fortschritt das WWW in diesen aufregenden Anfangstagen war. Eine radikale Demokratisierung, bei der jeder eine Website erstellen konnte, indem er HTML lernte, und die Forschungsergebnisse von Menschen aus aller Welt lesen konnte, die dasselbe getan hatten.

Netscape Navigator war der Open-Source-Browser, der dieses Königreich erschloss. Aber jeder weiß, was daraus geworden ist: Technologieunternehmen wie Microsoft haben ihre Browser mit dem Betriebssystem (Windows 95 und später) gebündelt und dann die bisherigen Standards und Codes geändert, wodurch das „offene“ Web zu etwas proprietärerem umgestaltet wurde. Und von da an ging der Schaden weiter. Alle verweisen auf Web 2.0 und den Aufstieg der sozialen Medien, aber der Verfall setzte schon vorher ein.

Und jetzt muss alles zu einer App werden. Alles Banking, soziale Medien, sogar das Parken. Ladet euch noch eine verdammte App herunter. Das ist wieder die falsche Richtung vom „offenen“ Web. Ich versuche, mich so gut es geht dagegen zu wehren.

Tim Berners-Lee: Danke, dass Sie uns eine kraftvolle Vision einer kooperativen Zukunft voller Potenzial geboten haben, zumindest für ein paar schwindelerregende Jahre. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Initiativen, die ebenfalls vielversprechend sind und sich um offene Standards und Datenschutz drehen. Aber wenn ich mit meinen Studierenden spreche, ist es unmöglich, ihnen das radikale Versprechen des WWW zu erklären und warum es jetzt so herzzerreißend ist. …“

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[MarcoPoloMint, 28 Sep 2025 20.33: Like some others here, I was playing around with various pre-WWW technologies such as Usenet and then Gopher, configuring WinSock on a Windows 3.1 installation, dialling up with a 28800 Baud modem, and feeling the thrill of connecting with other people around the world and sharing ideas. The potential for us all was nothing short of stunning for a budding young scholar. I wasn’t a computer scientist or engineer, but a humanities scholar at the time who taught himself the technologies. It’s difficult to express just what a step forward the WWW was in those heady, early days. A radical democratization in which anyone could put up a website by learning HTML, and read the research of people from around the world who had done the same. Netscape Navigator was the open source browser that opened up this kingdom. But everyone knows what happened to that: tech companies like Microsoft bundled their browser with the operating system (Windows 95 and thereafter) and then changed the previous standards and codes, reshaping the ‚open‘ web to become something more proprietary. And the damage continued from there. Everyone points to Web 2.0 and the rise of social media, but the rot set in before then.
And now everything has to become an app. All banking, social media, even for parking your car. Download another bloody app. This, again, is the wrong direction from the ‚open‘ web. I try to refuse as much as possible.
Tim BL: thank you for offering us a powerful vision of a cooperative future full of potential, for a few giddy years at least. I wish you good luck with your initiatives which are also promising and revolve around open standards and privacy. But when I talk to my students, it’s impossible to explain to them the radical promise of the WWW and why it is so heartbreaking now.“] …“

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Kontexte #1

“ … Denken Sie an Twitter, eine einst nützliche und oft unterhaltsame Microblogging-Seite, die von einem Tech-Bro in X, einen Post-Truth-Sumpf, verwandelt wurde. Oder Facebook, wo man heute eher mit gehäkelten, arschlosen Chaps von Shein als mit dem bescheidenen Prahlen eines guten Freundes konfrontiert wird. Oder Instagram, wo einst süße Hundevideos regierten. Jetzt serviert ein weiterer undurchschaubarer Algorithmus eine Kostprobe aus Tradwives, Gym-Bros und Uwu-Girls. Das Wörterbuchkomitee beschrieb Enshittification als „einen sehr einfachen angelsächsischen Begriff, verpackt in Affixe [https://de.wikipedia.org/wiki/Affix_(Linguistik)], die ihn fast formell, fast respektabel machen“. … Doctorow schrieb, dieser Verfall sei ein dreistufiger Prozess. „Zuerst sind Plattformen gut zu ihren Nutzern; dann missbrauchen sie ihre Nutzer, um die Dinge für ihre Geschäftskunden zu verbessern; und schließlich missbrauchen sie diese Geschäftskunden, um den gesamten Wert für sich selbst zurückzugewinnen“ … „Es ist frustrierend. Es ist demoralisierend. Es ist sogar erschreckend.“ … Wettbewerbsmaßnahmen zur Verhinderung marktbeherrschender Stellung, um Marktdominanz zu verhindern, Regulierungen in Bereichen wie dem digitalen Datenschutz, mehr Entscheidungsfreiheit für Nutzer bei der Nutzung von Plattformen und die Bekämpfung der Ausbeutung von Arbeitnehmern könnten den Prozess umkehren, schrieb er, denn „jeder hat ein Interesse an der Entschottung“. Big Tech könne nicht repariert werden, argumentiert er, aber vielleicht könne es zerstört werden. Er fügt der skatologischen Reise der Tech-Plattformen eine vierte Phase hinzu: Von der Gutmütigkeit gegenüber den Nutzern über deren Missbrauch zugunsten ihrer Kunden bis hin zum Missbrauch ihrer Kunden, um sich selbst zu dienen. „Dann sterben sie“, schrieb er. … “ | Aus: „‘What many of us feel’: why ‘enshittification’ is Macquarie Dictionary’s word of the year“ Tory Shepherd (26. Nov 2024) | Source: https://www.theguardian.com/science/2024/nov/26/enshittification-macquarie-dictionary-word-of-the-year-explained

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Der Begriff Enshittification (englisch, wörtlich etwa Verscheißigung), auch bekannt als Crapification oder Platform decay (deutsch Plattformverfall), beschreibt ein Muster, bei dem digitale Angebote, d. h. Onlinedienste und -plattformen, oft mit der Zeit an Qualität verlieren. Verursacht wird dies durch dort dann jeweils zunehmend wachsende Interessensgegensätze zwischen Betreibern und Nutzern: Anbieter versuchen dabei in der Regel die Monetarisierung ihrer Dienste bzw. ihrer Angebote deutlich zu verstärken bei gleichzeitigen Einsparungen bei den eigenen Kosten und gegebenenfalls auch mittels Verzichts bei der Produkt-Qualität bzw. der Produkt-Nutzerfreundlichkeit. Geraten diese teilweise gegensätzlichen Interessen zu sehr ins Ungleichgewicht zu Ungunsten der Nutzer bzw. der Kunden, dann tritt oft als eines der dann zu bemängelnden Ergebnisse die Enshittification als eine Flut belangloser, austauschbarer Texte, die das Vertrauen der Nutzer untergraben, auf. Ein weiteres jüngeres Problem wird in diesem Kontext mittlerweile auch gesehen: Verursacht durch sogenannten KI-Slop werden mit Hilfe von künstlicher Intelligenz massenhaft Texte und Bilder generiert, die das Internet „vermüllen“. | https://de.wikipedia.org/wiki/Enshittification

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„KI: Der Tod des Internets“ (arte) [11.10.2025]: “ … Eine Dokumentation darüber, wie die Flut KI-generierter Inhalte das Internet förmlich zu ersticken droht … Kann es sein, dass das Internet tot ist und wir es nur noch nicht gemerkt haben? Mit dieser Frage beginnt diese Dokumentation von Mario Sixtus. Und die Antwort, die im Lauf des Films gegeben wird, stimmt nicht optimistisch: Wenn das World Wide Web noch nicht tot ist, dann doch im Sterben begriffen; das attestieren ihm die Expertinnen und Experten, die der Filmemacher befragt – unter anderem die amerikanische Computerwissenschaftlerin Melanie Mitchel, Internet-Aktivist und Autor Cory Doctorow oder Soziologin und Informatikerin Milagros Miceli. Grund für die Malaise ist das, was in der Szene „slob“ genannt wird: minderwertige Bot-Postings und KI-generierte Bilder und Videos, die das Netz und die sozialen Netzwerke fluten und dafür sorgen, dass seriöse Inhalte in der Masse synthetischen Dünnpfiffs heillos untergehen. …“ | https://www.filmdienst.de/artikel/75723/ki-der-tod-des-internets-doku-tv-programm

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Als Slop (auch KI-Slop, englisch AI slop; von englisch slop, Fraß, Mansch, Schlicker, Schlempe) werden Medieninhalte – einschließlich Text und Bilder – von niedriger inhaltlicher Qualität bezeichnet, die mit Hilfe von generativer künstlicher Intelligenz erzeugt werden. Der um 2022 geprägte Ausdruck ist, ähnlich wie Spam, abwertend konnotiert. … Die Verbreitung von Slop in Social Media wird dadurch gefördert, dass sich so auf einfache Weise monetäre Einnahmen etwa auf Facebook und TikTok generieren lassen. Zum Teil wirken Slop-Bildinhalte bizarr … | https://de.wikipedia.org/wiki/Slop

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Shitposting (englisch für „Scheiße posten“) ist ein aus der Internetkultur stammender Begriff. Er bezeichnet einen „nutzlosen, sinnlosen oder absurden Beitrag auf einer Social-Media-Plattform“. Solche von Nutzern erstellte Online-Inhalte sind häufig von „aggressiver, ironischer und trollig schlechter Qualität“. Shitposts sind in der Regel absichtlich so gestaltet, dass sie Diskussionen entgleisen lassen oder mit möglichst wenig Aufwand die größtmögliche Aufmerksamkeit hervorrufen sollen. Typische Eigenschaften von Shitposting sind die „Absurdität“ oder „Sinnlosigkeit“ der Inhalte, die Absicht zu kritisieren oder zu stören, eine eigene „hässliche“ Internetästhetik sowie die Benutzung von Metasprache. Shitposting ist multimedial und kann in Form von Text, Videos, Tonaufnahmen oder bearbeiteten Bildern wie Memes erfolgen. Häufig verfügen Shitposts absichtlich über Eigenschaften wie Rechtschreibfehler, schlechte Bildbearbeitung, grobe Fotomanipulation oder andere offensichtliche Schwächen. Auch „ironischer“ Spam oder Falschinformationen können unter den Begriff fallen. Der Term Shitposting soll erstmals von einem Nutzer des Internetforums Something Awful benutzt worden sein und begann ab ca. 2007 im Internet populär zu werden. Er war 2010 als Begriff für schlechte Onlineinhalte fest etabliert. | https://de.wikipedia.org/wiki/Shitposting

[Kiel #96… ]

“ … Wir alle kennen die Resultate: das Ende des unvorstellbar grauenhaften Krieges mit zehn Millionen Toten. Das Ende der Hölle in den Schützengräben. Das absehbare Ende des Elends und der Hungerqualen der Zivilbevölkerung. Das Ende der Gewaltherrschaft der Obersten Heeresleitung (OHL) mit den Generälen Hindenburg und Ludendorff an der Spitze. Das Ende der Macht des Kaisers Wilhelm II., eines rücksichtslosen und menschenfeindlichen Herrschers. Und schließlich das Ende der adligen Offizierskaste mit ihren Privilegien von Geburt an, ein besonders elitärer, arroganter Teil der Aristokratie. Und es war der Beginn einer neuen Zeit: der Beginn von Mitgestaltung und Mitsprache aller Menschen. Der Beginn von freien, allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlen. Der Beginn des Frauenwahlrechts. Der Beginn politischer Demokratie samt voller Koalitionsfreiheit und Tarifautonomie. Der Beginn von Arbeiter- und Betriebsräten und stärkeren Rechten für Arbeitnehmer*innen und Gewerkschaften. Es war schließlich der Beginn des Acht-Stunden-Tags und der betrieblichen Mitbestimmung. … Die Frauen, Arbeiter und Matrosen (häufig einberufene Metallfacharbeiter) haben vor 100 Jahren von Kiel ausgehend das Land grundlegend verändert. Sie haben mit ihrem Mut – als »Meuterer« waren sie mit der Todesstrafe bedroht – und ihrer Entschlossenheit den Weg frei gemacht für Veränderungen, mit denen wir heute noch leben. … (Frank Hornschu) | … Fragt man ein Neumitglied der IG Metall, wer 1918 eigentlich das revolutionäre Subjekt gewesen sei bzw. wer in Deutschland die erste Demokratie erkämpfte, so wird man mit Glück eine historisch zutreffende Antwort bekommen. Mit weniger Glück folgt die Frage, was denn 1918 passiert sei. …“ (Dominique Lembke für die IG Metall Küste, 2020) | Aus: „Was Republik und Demokratie für Gewerkschaften bedeuten“ (2020) | Quelle: https://www.vsa-verlag.de/uploads/media/www.vsa-verlag.de-IGMetall-Kueste-Matrosenaufstand.pdf

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Ein Zufallsfund im Internet – hier die Buchcoveransicht via https://www.zvab.com/Novemberrevolution-1918-Kiel-Jahre-Konterrevolution-wind/31940171994/bd || –>> https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberrevolution

Zum Buch: Die Novemberrevolution 1918 in Kiel. 50 Jahre Konterrevolution sind genug. / Hg.: Projektgruppe ‚Novemberrevolution 1918‘ im SDS – Kiel, 1968 (Sprache: Deutsch) — Unpaginiert [30 S.]. Aus dem Vorbesitz des antiautoritären Dokumentaristen Hans-Dieter Heilmann. — [Am 15. Mai 2019 starb Hans-Dieter Heilmann an Krebs, der 1943 geborene Stuttgarter studierte an der FU Politik und Geschichte und arbeitete bis zuletzt als autonomer Widerstandsforscher in einer großen Nichtraucherwohnung in Charlottenburg, die mit Büchern und Dokumenten vollgestopft war. … 1961 trat Heilmann SDS bei – und blieb bis zuletzt dem Antiautoritarismus verbunden. … Als die Studentenbewegung Ende der Sechzigerjahre autoritär wurde und Parteien gründete, beteiligte er sich an einem Band mit Kritiken u.a. an führenden SDS-Genossen wie Bernd Rabehl: „Hiebe unter die Haut“, dessen Motiv lautete „Warum denn gleich sachlich werden, wenn es auch persönlich geht“. … Heilmann hatte zudem mit mir im Dezember 1989 in der LPG-Tierproduktion „Florian Geyer“ als Rinderpfleger gearbeitet und wenig später als Wehrmachtskundiger in der Kneipe „Torpedokäfer“ der Prenzlauer Berg Anarchos mit mir einen Diavortrag über die Deutschen an der Ukrainischen Front gehalten. Die Farbdias stammten vom tazler Christian Uhle, dessen Vater sie 1943 in einer rückwärtigen Pioniereinheit geknipst hatte. Christian verkaufte sie anschließend an den Spiegel. Die Kneipe gibt es nicht mehr, ihr Name „Torpedokäfer“ ging auf den Titel der Autobiographie des Dadaisten, Rätekommunisten und Schiffsentführers Franz Jung zurück, der sowohl für die West-Antiautoritären im SDS und danach als auch für die Anarchisten in Prenzlauer Berg eine Art Vorbild war. Auch er im Übrigen aus Sicht von systemangepaßten Arschlöchern ein Gescheiterter. …“ | Aus: „Autonomer Widerstandsforscher“ Helmut Höge (23.6.2019) | Quelle: https://taz.de/Kolumne-Wirtschaftsweisen/!5602087/]

Kontexte:

Lyriker Bert Papenfuß (1956-2023) erprobte mit dem „Torpedokäfer“ ab 1994 das Konzept der anarchistischen Kulturkneipe – Da seine Publikationsmöglichkeiten in der DDR eingeschränkt wurden, trug er seine Texte in Begleitung verschiedener Rock- und Punkbands vor … | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bert_Papenfu%C3%9F-Gorek

“ … Es ist eine harte Zeit. Arbeiter werden als Ware und Arbeitsinstrumente behandelt, Privatunternehmer regieren gottähnlich. Wäre es nicht ehrlicher, gleich wieder die Sklaverei einzuführen? Wir schreiben das Jahr 1932. Die kritischen Zeilen entstammen der Feder des undogmatischen Sozialisten und großen Verhinderten Franz Jung (1888-1963) … .Mehr als neunzig Jahre danach findet im Tacheles in der Oranienburger Straße eine illustre Runde zusammen. Man will irgendetwas gründen an jenem Dezember-Abend im Jahre 1994, keiner weiß genau, was. Aber über alledem schwebt der Geist von Franz Jung. Thomas Kapielski und Jes Petersen, als Agit-Prop-Redner engagiert, diskutieren besoffen mit dem Publikum, als plötzlich Biergläser fliegen. Das Chaos ist perfekt, immerhin aber gibt es nun eine Zeitschrift. Titel: „Sklaven“. … Alles konnte hier passieren, wenn die Sklaven konspirierten: Abstürze, spontane Manifeste, Entgleisungen jeder Art. Vor allem aber Literatur. Denn die sollte eigentlich im Zentrum stehen, auch heute noch, wenn man sich im „Siemeck“ in der Lychener Straße trifft. „Sozialengagierte Literatur“ benennt Stefan Ret den unmodischen Anspruch. „Das Marktschreierische interessiert nicht.“ Stattdessen entstehen Texte jenseits des Zeitgeistes, vom utopischen Manifest über die linke Kulturkritik bis zur Hinterhof-Lyrik. Der Hipness-Faktor tendiert gegen Null, schon äußerlich, aber auch das ist Konzept. … Die meisten Abonnenten wohnen übrigens im Westen. Soziale Bewegungen beziehen ihre Dynamik aus der Spaltung, und dieser Gesetzmäßigkeit sind auch die Sklaven unterworfen. Denn wo „ganz normale Kulturinteressierte auf Trotzkisten, Hardcore-Anarchisten und Linksradikale auf Bürgerbewegte treffen“, wie Papenfuß das disparate Spektrum beschreibt, ist der Programmstreit absehbar. …“ | Aus: „Mit dem Kopf gegen die Wand“ Dr. Bodo Mrozek (25.07.1999) | Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/mit-dem-kopf-gegen-die-wand-604978.html
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“ … Warum sich die Kultur der Politik niemals unterordnen sollte. … Für die Novemberrevolution spielte die Kunst unmittelbar keine Rolle. Wie sollte sie auch? Ging es doch darum, Monarchie und Generäle zur Abdankung zu zwingen. … Angesichts des Massenmordens, des Sterbens in jahrelangen sinnlosen Stellungskriegen, den Menschen verachtenden Giftgasattacken hatte die alte Ordnung jegliche moralische Legitimität verspielt. Das Volk als Nation war nicht mehr bereit, sich vereint im Körper des Kaisers und feudalen Führers zu sehen. … auch in Kultur und Kunst war dem gottgleichen Geniekult längst die ein oder andere Delle verpasst worden. Jede halbwegs aufgeklärte Seele wusste, dass die Produktion von Kunst ein hartes Geschäft ist und vieles neben expressiven Mut dabei auf dem Erwerb handwerklichen Könnens beruht. In den brodelnden Städten waren künstlerische Boheme-Szenen entstanden, die sich um die Bewertung von Universitäten oder Doktoren-Feuilletons kaum mehr scherten. Die alten Notenverteiler waren am Ende. … Viele waren in den 1920er Jahren in die noch junge Sowjetunion gereist. Der Mitbegründer von Dada-Berlin, Franz Jung, ein vielseitiger Autor und eine legendäre Gestalt des deutschen Linksaktivismus, entführte gar ein Schiff in die Sowjetunion.
Er engagierte sich beim Aufbau einer Zündholzfabrik – und erlebte in der Sowjetunion früh die gegen jegliche Form des Liberalismus gerichtete neue Zwangsherrschaft, völlige Willkür, einen neuen imperialen Nationalismus, der statt dem Zaren nun dem bolschewistischen Parteiführer huldigte.
In den Folgejahrzehnten und im Grunde bis heute bekämpfen sich aus diesen Konfliktlagen hervorgegangene künstlerische und politische Strömungen auf der gesamten Welt. Über Dada, Surrealismus, Situationismus und viele andere führt der Weg in Kunst und Subkultur schließlich auch zu Pop und Punk, zu den neuen Jugendkulturen sowie den Konzepten einer künstlerisch und kulturell agierenden Linken. … wer jegliches minoritäre kulturelle Sprechen als intellektuelle Bedrohung oder Überheblichkeit empfindet („fühle mich nicht mitgenommen“, „bringt keine Klickzahlen“), betreibt von links das gleiche Spiel wie die populistische Rechte. Am Ende steht auf beiden Seiten jeweils die Formierung einer neuen autoritären Gesellschaft, gegen die nicht nur die Kieler Matrosen einst kämpften. An ihrer Stellung zur Kunst könnt ihr sie erkennen. …“ | Aus: „Dada, Pop, Punk und linker Aktivismus: Die Kunst der Revolution“ Andreas Fanizadeh (11.11.2018) | Quelle: https://taz.de/Dada-Pop-Punk-und-linker-Aktivismus/!5546615/

Als Engagierte Literatur bezeichnet man im weitesten Sinne jede Literatur, die ein politisches, soziales, religiöses oder ideologisches Engagement erkennen lässt und dieses mit den Mitteln der Literatur vorträgt und verficht. … | https://de.wikipedia.org/wiki/Engagierte_Literatur


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[[“ …[„Bezugnehmend auf: Die Novemberrevolution 1918 in Kiel. 50 Jahre Konterrevolution wind genug. / Hg.: Projektgruppe ‚Novemberrevolution 1918‘ im SDS – Kiel. Verlag: Kiel, 1968 … Aus dem Vorbesitz des antiautoritären Dokumentaristen Hans-Dieter Heilmann. (Quelle: https://www.zvab.com/Novemberrevolution-1918-Kiel-Jahre-Konterrevolution-wind/31940171994/bd) ] … [oder zum: antiautoritären Dokumentarist ] :: Der Antiautoritarier ist eine marxistische Bezeichnung für Antiautoritäre, also die Anarchisten oder antiautoritären Sozialisten der Bakunin-Fraktion ab 1872 [ https://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Alexandrowitsch_Bakunin ]. Der Begriff findet sich in dem Artikel „Von der Autorität“ von Friedrich Engels, in dem er die Antiautoritären scharf kritisiert. …“] Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Antiautoritarier | Ein weiterer Kontext: „Antiautoritäre Erziehung ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Erziehungskonzepten, die in Deutschland Ende der 1960er und in den 1970er Jahren entstanden sind.“ >> https://de.wikipedia.org/wiki/Antiautorit%C3%A4re_Erziehung]

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Franz Koch, 22.08.2019, 21:42 Uhr: “ … HDH [Hans-Dieter Heilmann] war ein Universalgelehrter, der selbstgebackene Spekulatius zu schätzen wusste und das Klingeln an der Haustür nicht hörte, weil die Schreibmaschine seine Konzentration vollends absorbierte. Schade, dass ich Dich nicht mal treffen konnte … Lebe wohl im Reich der Denker und Träumer …“

[Kriegsschauplätze #55…]


“ … Draußen vor der Tür ist ein Drama des deutschen Schriftstellers Wolfgang Borchert, das er innerhalb von acht Tagen niederschrieb. Der Entstehungszeitraum wird zwischen Herbst 1946 und Januar 1947 angenommen. … Im Zentrum der Handlung steht der deutsche Kriegsheimkehrer Beckmann, dem es nach dreijähriger Kriegsgefangenschaft nicht gelingt, sich wieder ins Zivilleben einzugliedern. Während er noch durch die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs geprägt ist, haben seine Mitmenschen die Vergangenheit längst verdrängt. … Mit zunehmendem Abstand zum historischen Hintergrund wurden in den Untersuchungen von Draußen vor der Tür stärker die über die Zeit hinaus weisenden Dimensionen des Dramas in den Mittelpunkt gerückt … Für Tennessee Williams war … mit Draußen vor der Tür „der Aufbruch zu einer psychoanalytischen Dramatik in Deutschland geschehen“. … Zum 10. Todestag Wolfgang Borcherts kam es 1957 wieder zu einer größeren Zahl von Aufführungen von Draußen vor der Tür. Doch inzwischen hatte sich die Lebenswirklichkeit und Einstellung der Menschen gewandelt, und die Sicht auf das Drama war eine historische geworden. Christian Ferber urteilte in der Welt, „Beckmanns Schrei ist nicht mehr unser Schrei“, und er betonte die Differenz der „satten Restauration im Parkett“ gegenüber der „mageren Avantgarde auf den Brettern“. Mit zunehmendem Abstand zum zeitgeschichtlichen Hintergrund wurden vermehrt inhaltliche und formale Einwände gegen Borcherts Stück erhoben. So befand Günter Blöcker 1962: „Schwächen, die man einst gerührt übersah, drängen sich heute als solche auf. Die Monotonie des Borchertschen Wehetons, seine ungefilterte Sentimentalität, das vom ‚O Mensch‘ der Vätergeneration zu einem ‚Du Menschlein‘ geschrumpfte Pathos […] – alles das will nicht mehr so recht verfangen.“ Für Hans Egon Holthusen war das Stück, das er bereits 1954 als „saurer Kitsch“ bezeichnet hatte, 1961 „ein schwaches oder doch unreifes Stück Nachkriegsliteratur“ geworden. Und Hans Mayer fasste 1967 rückblickend zusammen: „[Borcherts] Schauspiel Draußen vor der Tür hatte alle Züge eines Nachkömmlings, dessen Erscheinen in der Welt zwar Eindruck machte, zugleich aber ein bißchen unzeitgemäß wirken mußte.“ …“ | Aus: „Draußen vor der Tür“ (25. April 2024) | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Drau%C3%9Fen_vor_der_T%C3%BCr

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Notizen über die Unvereinbarkeit gesellschaftlicher Strömungen. … oder auch einfach Mentalitätsgeschichte als der Versuch … “ … Mentalitäten, d. h. die Einstellungen, Gedanken und Gefühle der Menschen einer Epoche darzustellen … Die Methoden der mentalitätsgeschichtlichen Forschung reichen von mikrohistorischen Untersuchungen einzelner Regionen, Städte, sozialer Schichten oder Familien über die Analyse der Raum- und Zeiterfahrung, der Rituale und Tischsitten oder der Körperlichkeit anhand von Bildern bis hin zur Analyse der Vorstellungen über und den Umgang mit Glück, Liebe, Leid und Tod aufgrund von privaten und öffentlichen Manuskripten, Werken der Literatur und Dichtkunst, Grabinschriften oder Fotos. …“ | Aus: „Mentalitätsgeschichte“ (27. Juni 2025) | https://de.wikipedia.org/wiki/Mentalit%C3%A4tsgeschichte

“ … In Berlin werden verschiedene Szenarien sowie die Frage debattiert, welchen Beitrag Deutschland leisten könnte – auch was den Einsatz der Bundeswehr zur Friedenssicherung in der Ukraine angeht. … Außenminister Johann Wadephul (CDU) geht davon aus, dass auf Deutschland Forderungen nach einer Beteiligung der Bundeswehr im Rahmen einer „Koalition der Willigen“ in der Ukraine zukommen werden, sagte er im Deutschlandfunk. Er regte eine breite politische Debatte darüber an, „was Deutschland dazu beitragen kann und soll“. Die Koalition wolle in dieser Frage auch die Opposition beteiligen – „an vorderster Stelle“ die Grünen. Die Entscheidung über eine Bundeswehrbeteiligung müsse der Bundestag treffen. … “ | Aus: „Sollen deutsche Soldaten in die Ukraine?“ Sabine am Orde, Stefan Reinecke (19.8.2025) | Quelle: https://taz.de/Putins-Krieg/!6105071/


Der Krieg des kleinen Mannes – eine Militärgeschichte von unten

Verfasser Wolfram Wette (1992) // “ … Die Militärgeschichte – das ist ihre Botschaft – wurde bisher immer nur in der Perspekive von oben betrieben; sie beschränkte sich auf die Analyse von Schlachten, die Taten einzelner Heerfuhrer und eine mehr oder weniger vom Objekt faszinierte Darstellung der eingesetzten Waffen. …“ | https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/year/2013/docId/24

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“ … Zwei deutsche Wissenschaftler haben Gesprächsaufzeichnungen von gefangenen Wehrmachtssoldaten ausgewertet. Die Erkenntnis ist bitter. … Neitzel und Welzer treten einen Schritt zurück, enthalten sich der moralischen Einordnung. Sie lassen sich von der These leiten, dass man das Handeln von Menschen nur erklären kann, wenn es gelingt zu rekonstruieren „innerhalb welcher Referenzrahmen sie gehandelt haben“, an welches Wertesystem sie sich gebunden fühlten. Nur wer das rekonstruiert, versteht, „was die Voraussetzungen dafür sind, dass psychisch ganz normale Menschen unter bestimmten Bedingungen Dinge tun, die sie unter anderen Bedingungen nie tun würden“. Der Nationalsozialismus und der Krieg sind die Referenzrahmen der Wehrmachtssoldaten, so lässt sich ihr Verhalten erklären, konstatieren Welzer und Neitzel. Die Gruppe, die die persönlichen Entscheidungen bestimmt, ist die der Kameraden. Sie entscheidet über die Maßstäbe des Handelns. Denn nur sie arbeiten im selben Referenzrahmen. …“ | Aus: „Studie von Wehrmachtssoldaten: „Ich hatte Lust daran““ Hilke Lorenz (27.04.2011) | https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.studie-von-wehrmachtssoldaten-ich-hatte-lust-daran.17e95ff0-c048-45ec-8f9c-aafdf56d1a4c.html

Quelle: Das britische Kriegsministerium richtete im März 1939 für den Fall eines Krieges ein spezielles Verhörzentrum für Kriegsgefangene ein. Das System wurde von den Amerikanern übernommen. Von September 1939 bis Oktober 1945 durchliefen 10.191 deutsche Gefangene diese Lager. Es entstanden 16.960 Protokolle.

Forschung: Sönke Neitzel lehrt Neuere und Neueste Geschichte in Mainz und Saarbrücken. Harald Welzer ist Leiter des Zentrums für Interdisziplinäre Erinnerungsforschung am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Ihre Studie „Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben“, Frankfurt, 528 Seiten, 22,95 Euro, ist bei S. Fischer erschienen.

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“ … Der amerikanische Soziologe Goffman hat das Militär als eine „totale Institution“ charakterisiert, deren Bewegungsgesetz durch das Prinzip von Befehl und Gehorsam bestimmt wird. Die militärische Führung strebt die vollständige Kontrolle über die untergebenen Soldaten an. Das Erziehungsziel ist die „Fabrikation des zuverlässigen Menschen“, der im Krieg bereit ist, den Feind zu töten. In der geschlossenen Institution des Militärs gibt es – dieser Definition zufolge, die sich mit der landläufigen Ansicht über die Armee durchaus deckt – keine Handlungsspielräume. Befehle, Vorschriften, die Disziplin und die Pflicht zur Kameradschaft regeln alle Vorgänge innerhalb der „totalen Institution“. In der Wehrmacht des NS-Staates, um die es hier geht, wurde ein Verstoß gegen die so genannte „Manneszucht“ gelegentlich ebenso hart bestraft wie die Desertion oder der Kriegsverrat. …Wer sich für die Frage interessiert, ob es in der Wehrmacht des Zweiten Weltkrieges oder in der damals vollständig militarisierten Polizei Handlungsspielräume gegeben hat, um sich den Praktiken des Vernichtungskrieges zu entziehen, stößt zunächst auf das Phänomen der so genannten „Exekutionsverweigerer“. Damit sind Soldaten und Polizisten gemeint, die den Gehorsam aufkündigten, als ihnen befohlen wurde, sich an der Ermordung von Juden, Kriegsgefangenen, Politkommissaren und anderen Menschen zu beteiligen. Wie viele dieser mutigen Menschen es gab, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass es sie gegeben hat und dass die Verweigerung für den betreffenden Soldaten oder Polizisten keineswegs das Risiko in sich barg, selbst „an die Wand“ gestellt zu werden, wie nach dem Kriege immer wieder behauptet wurde, sondern dass dieser Ungehorsam in der Regel folgenlos blieb. Durch die Forschungen des amerikanischen Historikers Christopher Browning sind der interessierten deutschen Öffentlichkeit einige Männer des Reserve-Polizei-Bataillons bekannt geworden, die sich weigerten, sich an Judenerschießungen zu beteiligen, ohne dafür in irgendeiner Weise belangt zu werden. Wer nicht mitschießen wollte, wurde einfach zur Polizei nach Hamburg zurückgeschickt. Die Staatsanwälte der Ludwigsburger Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen, die sich wegen der vielfachen Berufung von Tätern auf den „Befehlsnotstand“ mit diesem Komplex auseinander zu setzen hatten, kamen zu demselben Ergebnis. Sie konnten keinen einzigen Fall zutage fördern, der belegen würde, dass ein Exekutionsverweigerer tatsächlich erschossen wurde … Im Hinblick auf die große Mehrheit der auch im Vernichtungskrieg gehorsamen deutschen Soldaten und Polizisten stellt sich einmal mehr die Frage: Konnten sie nicht erkennen, welche Handlungsspielräume ihnen bei einer Portion Mut zur Verfügung standen? Oder fürchteten sie schweren Strafen für eine Gehorsamsverweigerung? Hatten sie Angst vor dem Spott der Kameraden? Waren sie aus solchen Gründen gleichsam zur Handlungsunfähigkeit verdammt und daher nicht in der Lage, sich zu verweigern? Obwohl es tatsächlich relativ gefahrlos war, sich der Mitwirkung an rechtswidrigen Mordaktionen zu entziehen, haben die meisten Soldaten, Polizisten und SS-Männer bekanntlich mitgeschossen, wie es ihnen befohlen wurde. Die „ganz normalen Männer“ im Militär, bei der Polizei und der SS schossen mangels Zivilcourage, mangels Mut, mangels aktiviertem Anstand mit. Ihr Gewissen, das ihnen signalisiert haben muss, dass es sich um die Ermordung unschuldiger und wehrloser Menschen handelte, wog offensichtlich leichter als das Bestreben, den Vorgesetzten zu gefallen, nicht gegen die Hierarchie aufzubegehren, vor den „Kameraden“ gut da zu stehen, und nicht als Feigling angesehen zu werden und in der Karriere voranzukommen. …“ | Aus: „Wolfram Wette, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg — Beitrag zum Podium: Hilfe für Juden während des Holocaust“ (3. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung: Helfer, Retter und Netzwerker des Widerstands 27./28. Januar 2011, Berlin) | Quelle: https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Vortrag_Wette.pdf

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“ … Nach dem Politologen und Militarismusforscher Wilfried von Bredow ist der Militarismus, den er als „die Dominanz des Militärs als Organisation in Staat und Gesellschaft“ bezeichnet und der „das Vorherrschen militärisch-kriegerischer Denkkategorien in Staat, Gesellschaft und Politik“ beinhaltet, von „zwei verschiedenen Modellen für das zivil-militärische Verhältnis“ abhängig, die sich nach der Industriellen Revolution entwickelten:

* Im ersten Modell erhalten die Streitkräfte im „gesellschaftlichen Alltagsleben“ keine übergroße Bedeutung, bleiben „virtuell“ und erst „im Falle einer Bedrohung“ werden sie „aktuell“ bedeutsam: „Im militärischen Ernstfall erscheint es den Bürgern als patriotische Pflicht, die Uniform anzuziehen und ihren Staat zu verteidigen.“ Nach von Bredow kann dieses Modell zu Militarismus führen, muss aber nicht. Im Falle der USA könnte „der auf dieses Modell zurückzuführende Waffenkult im Zivilleben als eine Schrumpfform des Militarismus bezeichnet werden“.

* Im zweiten Modell stellen die Streitkräfte selbst den „Motor der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung“. Die Streitkräfte gelten als „Schule der Nation“ und greifen auch in sogenannten Friedenszeiten massiv in politische Entscheidungsprozesse ein: „Militärische Werte und soldatische Verhaltensweisen bestimmen zivile Handlungen und Entscheidungsprozesse“. Dieses Modell befördert den Militarismus grundsätzlich. Als geschichtliches Beispiel hierfür nennt von Bredow den deutschen Militarismus unter Kaiser Wilhelm II (vgl. auch Unterabschnitt Militär im Artikel Deutsches Kaiserreich).

…“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Militarismus // Kontext: “ Zu: „Wolfram Wette: Militarismus in Deutschland – Geschichte einer kriegerischen Kultur, Primus Verlag, Darmstadt 2008. 309 Seiten (ISBN 9783896786418)“ [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfram_Wette] … Dass eine mit Gewalt imprägnierte Gesellschaft zu gegebener Zeit eine Eigendynamik entfalten, dass sie sich sogar als ein Treibhaus für Katastrophen erweisen kann, diese uns heute einleuchtend erscheinende Einsicht musste im 20. Jahrhundert teuer erkauft werden. Der deutsche Militarismus hat seine Ursprünge in der altpreußischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts. Wolfram Wette macht mit seinem [ ] Werk deutlich, wie tief das Militär in Struktur und Mentalität der deutschen Gesellschaft verwurzelt war. Einflüsse des Militärs auf die Politik, die Wissenschaft und die Wirtschaft, sozialer Militarismus, Gewaltverherrlichung, Kriegsideologien, Freund-Feind-Denken, nationalistische und rassistische Ideologien, militaristische Erziehung, Interessen der Rüstungsindustrie und andere Erscheinungen sind als Bestandteile eines größeren Ganzen aufzufassen. …“ | Quelle: https://www.perlentaucher.de/buch/wolfram-wette/militarismus-in-deutschland.html (2009)

“ … „Starship Troopers“ ist ein amerikanischer Military-Science-Fiction-Actionfilm des Regisseurs Paul Verhoeven aus dem Jahr 1997, der lose auf dem gleichnamigen Roman von Robert A. Heinlein basiert. … Der Film wurde von Verhoeven nach eigener Aussage als Satire auf den Faschismus und Militarismus konzipiert. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (heute Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) indizierte den Film 1999 aufgrund der Gewaltdarstellungen und des von ihr als pro-militaristisch interpretierten Inhalts. … Calum Marsh dagegen bezeichnete „Starship Troopers“ in einem 2013 erschienenen Artikel in The Atlantic als einen der meistmissverstandenen Filme aller Zeiten und versucht anhand neuerer Rezeptionen zu belegen, dass sein subversiver Humor erst nach und nach verstanden werden würde. Der Film kritisiere „den militärisch-industriellen Komplex, den Hurra-Patriotismus der amerikanischen Außenpolitik und eine Kultur, die reaktionäre Gewalt [der] Sensibilität und Vernunft“ vorziehe. … “ | Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Starship_Troopers_(Film)&oldid=170964377 (13. November 2017)

[Paul Verhoeven, director of Starship Troopers (1997): … ‘I borrowed from the films of Leni Riefenstahl to show that these soldiers were like something out of Nazi propaganda. I even put one in an SS uniform. But no one noticed’] …“ | Source: https://www.theguardian.com/culture/2018/jan/22/how-we-made-starship-troopers-paul-verhoeven-nazis-leni-riefenstahl („How we made Starship Troopers“ Interviews by Phil Hoad (Mon 22 Jan 2018 20.21 CET))

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“ … [Starship Troopers, USA 1997] beschäftigt sich mit der kritischen Behauptung, dass alle Actionfilme von Natur aus faschistisch sind. Die im Film eingebaute Ironie wurde eingesetzt, um das ursprüngliche Narrativ des Romans zu kontern, womit der Film den Stoff parodiert. Einiges an Bildsprache sei daher von Nationalsozialistischer Propaganda entliehen worden, weshalb manche dem Film Nazismus unterstellten. Er sei aber gemacht worden, um die Kritik an der US-Politik spielend zu zeigen und nicht frontalunterrichtend. … Verhoeven wollte laut eigener Aussage einen offenen Kampf mit dem Buch führen, da dieses von ihm und von anderen Kritikern als militaristisch und faschistisch rezipiert wird. Die Schaffung dieses „politisch inkorrekten“ Films sei vor allem möglich gewesen, weil sich damals bei Sony/TriStar Pictures niemand das tägliche Material anschauen konnte, weil die Führung so oft ausgetauscht wurde, dass diese nie genug Zeit dafür hatte. …

In der deutschen Synchronisation wurden mehrere Textstellen inhaltlich verändert. Der Charakter der Dialoge änderte sich dadurch von einer reaktionären, antidemokratischen, antiprogressiven Gesellschaftsdoktrin einer Zweiklassengesellschaft hin zu einer einfachen Militärdoktrin zur Abwehr einer Invasion, wie sie beispielsweise der Bundeswehr entspricht. Die folgende Passage, Teil des Vortrags von Rasczak in einer Unterrichtsstunde:

“This year we explored the failure of democracy, how the social scientists brought our world to the brink of chaos. We talked about the veterans, how they took control and imposed the stability that has lasted for generations since.”

„Dieses Jahr erforschten wir das Scheitern der Demokratie, wie die Sozialwissenschaftler unsere Welt an den Rand des Chaos brachten. Wir sprachen über die Veteranen, wie sie die Kontrolle übernahmen und die Stabilität erzwangen, die mittlerweile seit Generationen anhält.“


Wurde geändert in:

„Unser Thema war dieses Jahr die politische Entwicklung seit der Jahrtausendwende und wie Außerirdische diese Entwicklung beeinflusst haben. Wir sprachen über die Bugs, wie sie die Erde angriffen und Tausenden unserer Vorfahren den Tod brachten.“

…“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Starship_Troopers_(Film) (Stand: 21. Mai 2025)

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[Gedankensprung]: “ … Es ist eine hässliche Welt nahe der Nulllinie. Die Nulllinie, das ist die hypothetische Grenzziehung zwischen den russischen und den ukrainischen Truppen, und der Soldat mit dem Pseudonym Kon, der auf der Seite Letzterer kämpft, befindet sich mittendrin in der archaischen Sphäre an der Front. Die Verletzten und Toten werden hier zu Zahlen – „Trjochsoty, also Dreihunderter, bedeutet verwundet, Dwuchsoty, Zweihunderter – tot“ … die Sprache ist dreckig … Der Roman ist recht voll von Ausdrücken wie ,,Fotze“ und ,,ficken“, die Sprache ist machistisch. [Machismo beschreibt ein übersteigertes Gefühl männlicher Überlegenheit und Vitalität, oft bis hin zum Männlichkeitswahn] … “ | Aus: „Was nützt deine Intelligenz an der Front?“ Jens Uthoff (5.7.2025) | Quelle: https://taz.de/Roman-ueber-Ukraine-Krieg/!6095417/

Zu: Szczepan Twardoch: Die Nulllinie (Roman aus dem Krieg)
Rowohlt Berlin Verlag, 256 Seiten, Berlin 2025
ISBN 9783737102094

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“ … In Russland kommt es vermehrt zu schweren Straftaten, die von Heimkehrern aus dem Ukraine-Krieg, der in Russland nach wie vor „spezielle Militäroperation“ genannt wird, begangen werden. Kriegsheimkehrer haben nach Angaben unabhängiger Medien mindestens 378 Menschen umgebracht und noch einmal so viele lebensgefährlich verletzt. Unter den mordenden Kriegsheimkehrern befinden sich auch eine große Anzahl früherer Sträflinge, die vom Gefängnis direkt an die Front geschickt wurden. Gehäuft kommt es zur Auslöschung ganzer Familien.

Der afrokaribisch-französische Schriftsteller und Politiker Aimé Césaire hat in seinem 1955 erschienenen Buch „Über den Kolonialismus“ bereits angesichts des Algerienkrieges davon gesprochen, dass die koloniale und imperiale Gewalt in die Mutterländer zurückschlage und dort zu einer „Rebarbarisierung“ und „Verwilderung“ des gesellschaftlichen Klimas führe, eine Erfahrung, die sich später in den USA im Kontext der Kriege in Vietnam, Afghanistan und im Irak bestätigte. Die Veteranen leben in einer Welt aus Scheidung, Alkohol, Drogen, Verbrechen, Polizei, Gefängnis und Depression. Noch fast dreißig Jahre nach der Rückkehr aus Vietnam kann Lester Farley, ein Vietnamveteran, dem wir in Philip Roth’s Roman „Der menschliche Makel“ begegnen, kaum eine Nacht richtig schlafen, ist unruhig, trinkt, neigt zu Gewalttätigkeiten und terrorisiert Frau, Kinder und seine ganze Umgebung. Er empfindet sich als ein Mann, der in Vietnam „gestorben ist“ und seither als „Untoter“ mit betäubten Gefühlen weiterlebt. Jede Soldateneinheit, die aus einem Kriegseinsatz zurückkehrt, kann man als lebendige Quelle von Gewalt, als Gewaltkristall, begreifen. Ich bin während meiner Arbeit im Gefängnis einem Russen begegnet, der mir schauderhafte Dinge aus dem Tschetschenien-Krieg berichtete, in dem man ihn als 18-Jährigen geschickt hatte. Nach ihrem Ausscheiden aus der Armee liegen die ehemaligen Soldaten wie Fische auf dem Sand, ihre dort erworbenen Fähigkeiten werden nicht mehr nachgefragt. Also führen sie den Krieg auf eigene Faust und mit anderen Mitteln fort. Sie haben nichts anderes gelernt und können nichts anderes. Sie tauchen ein ins Rotlichtmilieu, betreiben Geldwäsche, Drogen-, Waffen- und Mädchenhandel. Der Russe, der mir im Gefängnis begegnet ist, nahm innerhalb dieser kriminellen Gegenwelt im deutschen Osten die Rolle eines „herrenlosen Samurais“ ein und tötete bei seiner „Arbeit“ im Milieu drei Menschen. Man verurteilte ihn zu lebenslanger Haft. Ich habe durch ihn tiefe Einblicke in mafiöse Strukturen und Gepflogenheiten im kriminellen Milieu gewonnen. Wir haben lange und gern miteinander geredet. Was aus ihm inzwischen geworden ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Es bleibt festzuhalten, dass es für jede Gesellschaft ein enormes Sicherheitsrisiko darstellt, wenn Hunderttausende Soldaten ins zivile Leben zurückzukehren versuchen. Dabei fallen „Kollateralschäden“ an, die weitgehend unbeachtet bleiben. Viele der ehemaligen Soldaten können nach Jahren kriegerischer Verwilderung und Brutalisierung den Weg zurück ins zivile Leben nicht finden. …“ | Aus: „126 | Ein herrenloser Samurai“ Götz Eisenberg (17. August 2025) | Quelle: https://durchhalteprosa.de/2025/08/17/126-ein-herrenloser-samurai/ | Götz Eisenberg (* 1951 in Arolsen, Hessen) ist ein deutscher Sozialwissenschaftler und Publizist. Er arbeitete als Gefängnispsychologe in der JVA Butzbach. | https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Eisenberg

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[Gedankensprung]: “ … Lethen ist das, was man einen prototypischen 1968er nennen könnte. 1939 in Mönchengladbach geboren, schließt er sich in den 1960ern der aufmüpfigen Studentenbewegung an und wird nach deren Kollaps Mitglied der maoistischen KPD-Aufbauorganisation. … „Verhaltenslehren der Kälte“ (1994) ist ein in seiner Bedeutung mit Klaus Theweleits „Männerphantasien“ vergleichbarer Klassiker über „Lebensversuche zwischen den Kriegen“. Es folgen eine große Studie über das in unterschiedlichen Graden zwischen Nähe und Distanz zu den Nazis oszillierende Dichterleben von Gottfried Benn (Der Sound der Väter, 2006) und eben die Staatsräte [Elite im Dritten Reich] [Buchtitel Die Staatsräte. Elite im Dritten Reich, 2018 | https://www.perlentaucher.de/buch/helmut-lethen/die-staatsraete.html | [„Rezensent Florian Meinel lernt aus Helmut Lethens Buch vor allem, dass dessen vier Antihelden in ihren egomanischen Filterblasen fast erstickten.“]]. … eine eigenwillige und formal ehrgeizige Studie über vier, wie Thomas Bernhard vielleicht gesagt hätte, „Geistesmenschen“, die sich in den 1930ern und 1940ern unter dem Nationalsozialismus, der geistfeindlichen Ideologie schlechthin, zu behaupten versuchen: der Schauspieler Gustav Gründgens, der Chirurg Ferdinand Sauerbruch, der Musiker und Dirigent Wilhelm Furtwängler und der Jurist und Staatsrechtler Carl Schmitt. … Wenn Lethen mit seinen „Glorious Four im Dritten Reich“ (Titel eines Buchkapitels) so etwas vorschwebt wie das Szenario eines Tarantino-Films, dann wäre Carl Schmitt wahrscheinlich sein glorreichster Bösewicht. Lethens Faszination für den immer wieder von Anflügen schwerster fleischlicher Begierden heimgesuchten Staatsrechtler, der für den Mord an SA-Führer Ernst Röhm juristische Argumente fand und sich nach dem Krieg in der Rolle des unbeteiligten Beobachters gefiel, ist greifbar. … “ | Aus: „“Die Staatsräte“ von Helmut Lethen: Die gloriosen Vier“ Christoph Winder (18. April 2018) | Quelle: https://www.derstandard.de/story/2000077921690/die-staatsraete-von-helmut-lethen-die-gloriosen-vier

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“ … Wer heute behauptet, die Besatzungsmächte hätte die Deutschen 1945 „umerzogen“ oder gar einer zum „Schuldkult“ führenden „Gehirnwäsche“ ausgesetzt, den entkräftet Lethen [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Lethen] schon durch die Erinnerung an das „verbissene Schweigen“ seiner Lehrer. Durch keine „Reeducation“ vorbereitet, sah er 1957 „Nacht und Nebel“ von Alain Resnais [Originaltitel: Nuit et brouillard (1956), ein französischer Dokumentarfilm über die deutschen Konzentrationslager, insbesondere das KZ Auschwitz-Birkenau, und den Holocaust in der Zeit des NS-Regimes | https://de.wikipedia.org/wiki/Nacht_und_Nebel_(Film)].
Der Dokumentarfilm über Auschwitz und die Vernichtungslager erschütterte ihn fürs Leben. … Das „Aufbrechen der Archive der schweigenden Väter“ und die Befreiung aus dem „teutonischen Trichter der Herkunft“ waren Grundantriebe der Rebellion von 1968. … [Und] Was immer man von Sommerfeld als Publizistin („Mit Linken leben“) halten mag – dieser Wendung verdankt Lethens Erinnerungsbuch noch spannende und anrührende Ausführungen über eine Ehe, die zum Symbol für die Lage des politisch zerstrittenen Landes wird. Man kann den beiden den Respekt dafür nicht versagen, dass sie im Gespräch bleiben, auch wenn manche Differenz nicht aufzulösen ist. „Hier geht es um Geschichtsfälschung, aber sie glaubt daran“, schreibt Lethen über Sommerfelds Narrativ der Nachkriegsgeschichte („amerikanische Gehirnwäsche“). Sonst ist sein Ton weniger auf energischen Widerspruch als auf eine leicht resignierte, manchmal auch verdutzte indirekte Rede gestimmt, mit der er ihre Auffassungen referiert. Es gibt für ihn Wichtigeres, als Recht zu behalten. Der Konflikt soll die Familie „nicht zerreißen“. Ohne die „kalte Luft der Diplomatie“ könne „die Seele nicht atmen“ – diese Maxime von Helmuth Plessner hat Lethen öfter zitiert. Er hat sich wohl nicht träumen lassen, dass er solche Verhaltenslehren der Abkühlung einmal auf die eigene Ehe würde anwenden müssen. …“ | Aus: „Die Verwilderung der Sitten“ (09.12.2020) [[Einfügung: “ … Womöglich ist die Energie, die der 81-Jährige (Stand: 19.10.2020) aus Enttäuschungen zu ziehen vermag, auch ein Grund, warum er die Spannungen in seiner eigenen Familie aushält. Seiner Ehefrau Caroline Sommerfeld-Lethen, früher seine Studentin und wie er politisch rotgrün verortet, widmet er in seinem neuen Buch ein eigenes Kapitel: Die Mutter dreier seiner Söhne gehört seit einiger Zeit der Neuen Rechten an und engagiert sich in der Identitären Bewegung. „Natürlich war es ein Schock. Vor allen Dingen, weil es mich vollkommen unvorbereitet traf. Na klar. Aber mit Schocks muss man umgehen.“ … Sie hätten sich „über die Rolle der Empathie und die dunklen Seiten der Empathie gestritten“. So viel gibt Helmut Lethen über die politischen Spannungen in seiner Ehe preis. Es sei „ein interessanter Streit, der noch lange nicht zu Ende gestritten ist“. … | Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/germanist-und-kulturwissenschaftler-helmut-lethen-ich-100.html]] | Aus: „Die Verwilderung der Sitten“ Wolfgang Schneider (09.12.2020) | Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/die-verwilderung-der-sitten-4216078.html

// Kontext: [“ … In einem Gespräch mit Hasnain Kazim verneinte [Caroline Sommerfeld-Lethen] die Frage, ob auch Nichtweiße Deutsche sein könnten. Zwar sei dies für sie nicht allein unter dem Gesichtspunkt der „Rasse“ zu bewerten, „aber es hat auf jeden Fall ganz elementar eine ethnische Komponente. Mit der Staatsbürgerschaft allein ist es nicht getan.“ Was „deutsch“ sei, sei „augenscheinlich“ und bedürfe keiner komplexen Definition. Es reiche, in eine typische deutsche Kleinstadt zu fahren und zu registrieren, „wie die Leute dort denken, wie sie sprechen, wie sie aussehen“. Sie sei aber nicht „gegen Fremde ganz pauschal, das ist Quatsch“. In der vom IfS herausgegebenen Sezession schrieb Sommerfeld: „Der Passdeutsche ist und bleibt vom Abstammungsdeutschen unterscheidbar, auch wenn er […] ebenfalls ‚Deutscher‘ genannt werden muss.“ Laut Sommerfeld müssen „größere Zahlen von Ausländern“ – auch in zweiter und dritter Generation in Deutschland lebende Menschen – das Land verlassen, um „das demographische Ende der Abstammungsdeutschen abzuwenden“. In einem 2017 in der Sezession protokollierten Gespräch mit ihrem Mann stellte sie die Forderung auf, Holocaust-Forschung müsse „freie Forschung sein dürfen“. Der Historiker Volker Weiß merkte dazu an, dass historische Forschung hierzulande frei sei, strafbewehrt sei nur Holocaustleugnung. Er kritisierte, dass niemand Sommerfeld „in den zahlreichen Interviews“ gefragt habe, was genau sie damit gemeint habe. …“ | Aus: „Caroline Sommerfeld-Lethen“ (geb. Sommerfeld; * 1975 in Mölln) | https://de.wikipedia.org/wiki/Caroline_Sommerfeld-Lethen (8. August 2025)]
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“ … Während seine Frau sich für die Abstraktion und gegen das Mitgefühl mit dem einzelnen Individuum gewissermaßen am Kältepol positionierte, dabei aber doch auf das „Volk“ als einer wärmenden Gemeinschaft beharrte, hielt Lethen am „Kältebad der Entzauberung mythischer Erzählungen“ fest. Man wäre gerne dabei, bei den Abendgesprächen dieser Ehe, die diese Kluft bisher offenbar ausgehalten hat. …“ | Aus: „Helmut Lethen: „„Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug“ Zwischen Kälte- und Wärmepolen““ Jörg Magenau (22.10.2020) | Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/helmut-lethen-denn-fuer-dieses-leben-ist-der-mensch-nicht-100.html

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[Gedankensprung]: “ … Der Chef des Verteidigungsausschusses erwartet, dass Deutschland sich an einer möglichen Friedensmission in der Ukraine beteiligt. Auch der Reservistenverband ist dafür. … CDU-Politiker Röwekamp hielt eine Entsendung deutscher Soldaten für folgerichtig. … “ Aus: „Reservisten fordern Beteiligung der Bundeswehr an Friedensmission“ (19. August 2025) | https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-08/bundeswehr-friendseinsatz-deutsche-soldaten-ukraine-sicherheitsgarantie
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Weelst: “ … Dann gibt es endlich „Rache für Stalingrad“ und eine richtige Ostfront, wie es sich gehört. Ganze Zeitungsredaktionen melden sich freiwillig, um ihren Worten Taten folgen zu lassen.. :-) …“
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JE la Roche: “ … Jeder, der einen Einsatz deutscher Soldaten von vornherein ausschliesst setzt die Sicherheit Deutschlands aufs Spiel. Frieden wird in der aktuellen Lage nur durch glaubwürdige Abschreckung erhalten werden. Wir müssen Stärke und Bereitschaft zeigen. …“
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Kaffewe: “ … [„ … [der] … setzt die Sicherheit Deutschlands aufs Spiel …„] … Könige und Päpste haben auch immer so argumentiert, wenn sie den Pöbel zum Verrecken an die Front geschickt haben. …“
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wassollderquatsch: “ …Schon beeindruckend, wie begeistert viele hier sind, endlich wieder deutsche Soldaten loszuschicken. Nur bei den eigenen Söhnen und Töchtern tun sich dann viele schwerer. …“
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Leser mit Interesse: “ … Wer hätte noch vor 5 Jahren gedacht, dass ein Mitglied des Bundestages ernsthaft darüber nachdenkt, Bundeswehrsoldaten in einem Nicht-NATO- und Nicht-EU-Land einzusetzen, die nicht durch die UN beauftragt wurden (Blauhelme). …“
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„Bundeswehr in die Ukraine!“ // [“ … Frieden entsteht nicht aus Schwäche, sondern aus Stärke. Die Chefs der wichtigsten europäischen Länder sowie der EU und der Nato haben bei ihren Gesprächen mit dem US-Präsidenten im Weißen Haus demonstrativ gezeigt, dass sie zusammen fest an der Seite der Ukraine und ihres Präsidenten Selenskyi stehen. Es bleiben große Differenzen mit Washington, erst recht mit Moskau. Aber klar ist, dass es ein Ende des Tötens und Sterbens nur geben wird, wenn Europa Sicherheitsgarantien gibt – nicht nur auf dem Papier, sondern durch eigene Truppen, um Putin an einer Fortsetzung des Kriegs gegen die Freiheit ganz Europa zu hindern. …“] von Ludwig Greven (19. August 2025) | Quelle: https://www.ruhrbarone.de/bundeswehr-in-die-ukraine/249858/ | [„Ludwig Greven – Ehemaliger Politikredakteur bei ZEIT ONLINE, Schwerpunkte: Kommentare und Analysen, Integration und Migration, Europa“ | https://www.zeit.de/autoren/G/Ludwig_Greven/index.xml]
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mike_mh @Ludwig Greven: “ … „Frieden entsteht nicht aus Schwäche, sondern aus Stärke.“ … Und Melden Sie sich dann Freiwillig, an der Ostukrainischen Grenze den Frieden zu sichern? …“

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“ … [Eingefügter Kontext zur kulturellen Imprägnierung: “ … In jeden Akt der Tötung geht eine ganze Gesellschaft samt ihren Weltbildern ein: nicht mehr, aber auch nicht weniger. …„] … Das auf KI-Technologie spezialisierte Rüstungsunternehmen Helsing hat nach eigenen Angaben weitere 600 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Mit dem Ergebnis der Serie-D-Finanzierungsrunde habe das Unternehmen nun seit Gründung 1,37 Milliarden Euro von seinen Geldgebern bekommen. Angeführt wurde die neue Finanzierungsrunde von der Investmentgesellschaft Prima Materia des Spotify-Gründers Daniel Ek (42), neben den bestehenden Investoren Lightspeed Ventures, Accel, Plural, General Catalyst und SAAB sowie den neuen Investoren BDT & MSD Partners. …“ | Aus: „Spotify-Gründer verdoppelt Investment“ (18.06.2025) | Quelle: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/tech/spotify-gruender-investiert-millionen-euro-in-deutsches-ruestungs-start-up-helsing-a-7f9636e6-9a70-4e2e-a8b1-c391c21fecae
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[Eingefügter Kontext: “ … Keine physische Praxis ohne kulturelle Imprägnierung, keine Handlung ohne (Be-)Deutung, so könnte man den theoretischen Extrakt dieser Geschichte einer Rationalität des Tötens zusammenfassen. ….„] „Musikhören für den Krieg: Spotify investiert in Rüstungstechnologie“ Christian Schachinger (3.7.2025) | Quelle: https://www.derstandard.at/story/3000000277881/musikhoeren-fuer-den-krieg-spotify-investiert-in-ruestungstechnologie
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“ … Jürgen Martschukat schreibt seine Geschichte des gesetzlichen Tötens in zwei Etappen. Das Ancien Régime kannte den Bürger nicht. Seine Souveränitäts-Macht zielte auf den Untertan, den es in Schrecken zu halten galt. Die Aufklärung will den selbstbewussten Bürger, der tötet, ohne seine Humanität zu verleugnen. … Keine physische Praxis ohne kulturelle Imprägnierung, keine Handlung ohne (Be-)Deutung, so könnte man den theoretischen Extrakt dieser Geschichte einer Rationalität des Tötens zusammenfassen. In jeden Akt der Tötung geht eine ganze Gesellschaft samt ihren Weltbildern ein: nicht mehr, aber auch nicht weniger. …“ | [Zu: Jürgen Martschukat: „Inszeniertes Töten. Eine Geschichte der Todesstrafe vom 17. bis zum 19. Jahrhundert“. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2000, 272 Seiten] Aus: „„Hat er aber gemordet, so muss er sterben!““ ULRICH BRIELER (8.5.2001) | Quelle: https://taz.de/Hat-er-aber-gemordet-so-muss-er-sterben/!1173969/
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[Gedankensprung]: “ … Zu Lethens offenkundigen Leib- und Magenzitaten zählt ein Satz aus Büchners Revolutionsdrama „Dantons Tod“ [„Dantons Tod ist ein Drama in vier Akten von Georg Büchner, das von Mitte Januar bis Mitte Februar 1835 geschrieben wurde.“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Dantons_Tod], der zum Leitmotiv des schmalen Bandes [Helmut Lethen: Stoische Gangarten – Versuche der Lebensführung, Rowohlt Verlag] erhoben wird: „Geht einmal euren Phrasen nach bis zu dem Punkt, wo sie verkörpert werden“. … Anschließend wird es konfus. Lethen bekennt sich zu der historischen Notwendigkeit des strukturellen Pazifismus, und er bekennt sich zum neuen Postulat der Militarisierung, ferner bekennt er sich zum Lähmungsgefühl, das durch Doppelbekenntnisse dieser Art hervorgerufen werden. Letztlich liefert Lethen hier eine erschütternd unmittelbare, völlig schutzlose Demonstration der Ratlosigkeit, die ihn befällt, nachdem er das Vorhaben, sich seine „Verhaltenslehren der Kälte“ vom Leib zu schreiben, umgesetzt hat. … “ | Aus: „Lassen Sie sich nicht durch Emotionen aus der Fassung bringen“ Marianna Lieder (16.08.2025) | Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/sachbuch/helmut-lethens-stoische-gangarten-110633618.html

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Mr. Wizzzzer: “ … Der Artikel von Julia Encke über Helmut Lethens Buch „Stoische Gangarten“ [„Helmut Lethen über das bundesrepublikanische Bild des Soldaten“ Julia Encke (18.08.2025)] behandelt nicht die historische Bewertung der Wehrmacht oder die Schuldfrage vergangener Kriege, sondern die aktuelle gesellschaftliche Normalisierung von Rüstung im zivilen Alltag. … Kommentare, die den Fokus auf historische Aufrechnungen oder anti-russische Narrative lenken, verfehlen den Kern der Debatte. Es geht hier um die Frage, ob und wie Rüstungsunternehmen Einfluss auf Alltagskultur nehmen dürfen – und welche Werte dadurch verdrängt werden. Eine sachliche Diskussion über die ethischen Grenzen solcher Verflechtungen ist dringend nötig, ohne ideologische Ablenkung. … „
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“ … „Einsamkeit und Rheinmetall“ heißt die Überschrift, mit der der Kulturwissenschaftler Helmut Lethen in der Debatte um die Wehrfähigkeit in Deutschland am Ende seines gerade erschienenen Buchs „Stoische Gangarten“ (Rowohlt Berlin) einen interessanten Widerspruch auf den Punkt bringt: eine Unvereinbarkeit zweier gesellschaftlicher Strömungen. Er erzählt, wie er Ende Mai 2024, wenige Tage vor dem Champions-League-Finale Borussia Dortmund gegen Real Madrid im Londoner Wembley Stadion davon hört, dass der Rüstungskonzern Rheinmetall neuer Sponsor von Borussia Dortmund wird. Einer der weltgrößten Waffenproduzenten beginnt eine Liaison mit Lethens Lieblingsverein. Das wird von mancher Seite kritisiert und problematisiert, der Umgang mit Waffenproduzenten werde auf diese Weise normalisiert, heißt es, das Rüstungsgeschäft banalisiert. … Lethen selbst wurde 1939 geboren und blickt in „Stoische Gangarten“ zurück, auf das Schweigen der Veteranen nach dem 2. Weltkrieg – und auf etwas, das man danach in Deutschland erst einmal für unmöglich gehalten hatte: die „Wiederbewaffnung“. Fünf Jahre nach Kriegsende konnten sich laut Umfragen „eine deutliche Mehrheit einen Dienst an der Waffe nicht mehr vorstellen – weder für sich, noch für die Angehörigen“. Nach 1950 wuchs die Zustimmung. … „
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Owen Gräfe: “ … 1944 wurde der „Volkssturm“ gebildet, um alle waffenfähigen Männer zwischen 16 und 60 Jahren für die Verteidigung des „Heimatbodens“ aufzubieten. Dieses Gedankengut scheint neue Wurzeln zu schlagen. …“ [ // >> https://de.wikipedia.org/wiki/Volkssturm ]
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Aus / Zu: „Helmut Lethen über das bundesrepublikanische Bild des Soldaten“ Julia Encke (18.08.2025) | Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/helmut-lethen-%C3%BCber-das-bundesrepublikanische-bild-des-soldaten/ar-AA1KFNY2

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“ … Eigentlich sollte es jetzt losgehen. Doch der Star von Borussia Dortmund nippt an seiner Wasserflasche, telefoniert und schaut sich um. Erné Embeli wirkt alleingelassen auf der Gamescom, der weltweit größten Messe für Computer- und Videospiele in Köln. Dabei ist er nicht als gamingbegeisteter „Zocker“, sondern als Attraktion hier. Der Gamer und Influencer mit mehreren hunderttausend Followern tritt für das E-Sports-Team von Borussia Dortmund auf. Der Fußballklub verkündete im Mai 2024 eine Partnerschaft mit dem Rüstungshersteller Rheinmetall. Und an einem Stand von Rheinmetall steht deswegen jetzt Embeli in einem Dortmund-Shirt und ruft in seiner Instagram-Story dazu auf, am Stand vorbeizuschauen. Er sei bis 15.30 Uhr da. Die Idee dahinter: Die Fans folgen ihrem Star – und kommen nebenbei mit den wartenden Recruitern ins Gespräch. … Jeder Kontakt zählt, denn schließlich ist die Bundeswehr auf Nachwuchssuche. Zeit zu warten, bis möglicherweise der Wehrdienst wieder eingesetzt wird, bleibt nicht: Laut Wehrbericht ist jede fünfte Stelle unbesetzt, zudem scheiden jährlich etwa 30.000 Soldaten aus dem Dienst aus, die meisten altersbedingt. Um der Schrumpfung vorzubeugen, investiert die Bundeswehr viel Geld, im Jahr 2024 waren es 58 Millionen Euro. Die fließen in aufwendig produzierte Serien, die den Soldatenalltag zeigen sollen, in Kampagnen in den sozialen Medien oder in „Discovery Days“, Schnuppertage beim Bund. Oder eben in einen VR-Helikopter, den man auf der Gamescom ausprobieren kann. Dabei tragen die Besucher eine Virtual-Reality-Brille und sitzen auf einer beweglichen Plattform, die jeden Flugwinkel des virtuellen Helikopters nachahmt.“ | Aus: „Charmeoffensive für die Rüstungsindustrie“ Tim Schellenbach, Köln  (24. August 2025) | https://www.zeit.de/politik/2025-08/gamescom-nachwuchs-bundeswehr-bnd-rheinmetall

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Herbert der Große: “ … Auf die Frage, ob es ein Klischee sei, antwortete der Kommandant der Archilles Brigade Drohneneinheit: 70% der derzeitigen Piloten sind hoodietragende ExGamer, die E-Zigaretten rauchen. …“
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Uxmal: “ … Witzig, Krieg kann so lustig sein. /s …“
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stiefmütterchen: “ … Es widert mich an. Krieg wird als ein geiles Spiel vermarktet. …“
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Ruhrradel: “ … Nein, wird es nicht. Soldaten machen einen Job, sie retten uns allen im Kriegsfall hoffentlich den Arsch. Oder sorgen wenigstens für Zeit, damit du vor den Orcs dich noch retten kannst…“
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ccpb: “ … Gibt es da gar keine Firmen und Behörden, die junge Leute für einen Diplomatenjob rekrutieren möchten? Strategie-Spieler, die ihre Fähigkeiten für den Erhalt des Friedens mit anderen Mitteln als der Waffe einsetzen wollen? Games, in denen Welten gemeinsam aufgebaut statt gegenseitig zerstört werden? Die Jungs, die nicht bei Rheinmetall anfangen würden, geben mir Hoffnung. …“
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Sehinsland: “ … Krieg ist auch gar nicht so schlimm. Der junge Gamer kann von der Couch aus Todesdrohnen steuern. Das beruhigt eventuelle Gewissensbisse. Er muss nicht wie früher mit ansehen, was es heißt qualvoll von Angesicht zu Angesicht einen Sterbenden zu sehen. …“
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gkwest: “ … Nein, eigentlich nicht, wenn man von den US Drohnenpiloten in Nevada liest. Die gingen ins Büro, flogen Drohnen in Afghanistan und haben manchmal Raketen auf Menschen abgefeuert, sind dann zum Abendessen nach Hause gegangen. Das hat auch PTSD erzeugt. Siehe
https://www.nytimes.com/2013/02/23/us/drone-pilots-found-to-get-stress-disorders-much-as-those-in-combat-do.html
https://www.hillandponton.com/ptsd-drone-operators-pilots/
Dazu gibt es mehrere Studien, z.B.:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8611566/
https://nation.time.com/wp-content/uploads/sites/8/2013/04/pages-from-pages-from-msmr_mar_2013_external_causes_of_tbi.pdf
https://www.mentalhealthjournal.org/articles/remote-warfare-with-intimate-consequences-psychological-stress-in-service-member-and-veteran-remotely-piloted-aircraft-rpa-personnel.html
…“

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TheTunk, 26.08.25 09:08: “ … [“ … Mit aufgeklebten Sprechblasen legten Aktivisten der Berliner Polizei Aussagen in den Mund, die Selbstkritik darstellen sollten. Werbeplakate an mehreren S-Bahnhöfen waren Anfang Juli 2024 betroffen. Nun befasste sich das Amtsgericht Tiergarten mit dem Geschehen. Auf der Anklagebank saß ein Student. Er blieb am Ende straffrei – gegen Zahlung einer Auflage von 900 Euro wird das Verfahren eingestellt. …„] Ich finde es hochspannend, wie Kommunikationsgeräte und kreative Aktionen genutzt werden, um staatliche Image-Kampagnen – etwa die Hochglanzplakate von Polizei oder Bundeswehr – kritisch umzudeuten. Diese Plakate sind ja keine „neutrale Information“, sondern astreine Propaganda: Sie verkaufen uns ein Bild vom „freundlichen Cops von nebenan“ oder vom „coolen High-Tech-Job beim Bund“. In Wirklichkeit geht es aber darum, Zustimmung für Repression und Militärintervention zu organisieren. Wenn Aktivist:innen solche Plakate verändern – mit Stickern, Stiften, Übermalungen oder digitalen Hacks – dann kippt die Botschaft. Aus dem Smiley-Polizisten wird der Überwacher, aus dem „Mach, was wirklich zählt“ der Hinweis auf Auslandseinsätze und tödliche Drohnen. Diese Eingriffe entlarven das, was die Hochglanzwerbung verschleiern will. Für mich ist das eine Kunst- und Aktionsform, die den öffentlichen Raum zurückholt. Wenn der Staat Millionen in Propaganda steckt, dann ist die kreative Gegenrede mit Marker und Kleber fast schon eine demokratische Notwendigkeit. …“ | Zu: „Polizeikritische Adbusting-Aktion in Berlin: Student bleibt gegen Geldauflage straffrei“ Kerstin Gehrke (25.08.2025) | Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizeikritische-adbusting-aktion-in-berlin-student-bleibt-gegen-geldauflage-straffrei-14225978.html

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Nachtrag #1

[Versprengte Notizen zum Krieg… ]
„Wird Zeit, dass unsere verweichtlichen Jugendlichen mal aufwachen!“
Ich bin dafür, dass Sie von Ihrem A…loch-sein mal aufwachen.

[Zu: „Schülervertreter sieht junge Menschen bei Wehrdienstplänen übergangen“
(27. August 2025)
// Kontext: „Unionsfraktion will Gesetzentwurf für Wehrdienst im Bundestag ändern“
(27. August 2025)]
Link –> https://www.subf.net/forum/index.php/topic,220.msg13992.html#msg13992

[Aus dem Bilderbuch des Wahnsinns #3 …]

Und wer Aktien besitzt, der erlebt Aufregung und möglichen Schrecken beim Börsenbericht oder beim Lesen der täglich ins Haus flatternden Tabelle.

Screenshot vom 02.06.2025 [https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/vermoegen-sichern-so-schuetzen-sie-ihre-ersparnisse-und-ihr-depot-im-fall-eines-kriegs/100120813.html]

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“ …Welches sind die Bedingungen dafür, gerade einen bestimmten Aspekt zu sehen? … Interessant ist […], dass wir durchaus zum Fällen verschiedener Urteile berechtigt sind. Und zwar ohne „einen Denk- oder Beobachtungsfehler“ zu machen. …“ | Aus: „Über „Aspektsehen“ und dessen enge Verwandtschaft mit dem „Erleben der Bedeutung eines Wortes““ Marc Müller, Berlin, Germany | https://wab.uib.no/agora/tools/alws/collection-6-issue-1-article-34.annotate

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“ … „Der Ausdruck eines Aspektwechsels ist Ausdruck einer neuen Wahrnehmung und zugleich der Unveränderlichkeit der Wahrnehmung.“ … Die Kriterien dafür, ob jemand die verschiedenen Aspekte eines Bildes tatsächlich wahrnimmt, basieren auf dem, was Wittgenstein “fine shades of behaviour.” nennt. Diese Feinheiten drücken eine Vertrautheit aus, die nicht nur aus dem Verständnis entsteht, dass das Bild für mehrere Dinge verwendet werden kann, sondern auch daraus, es tatsächlich als das eine und dann als das andere zu sehen. …“ | From „Aspect Perception and Understanding the Meaning of Words in Wittgenstein’s Philosophical Investigations“ (L. Davies · 2011) | Source: https://journals.uvic.ca/index.php/sophia/article/view/10711/2882

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“ … Aspektblindheit ist ein Zustand, den Wittgenstein postuliert, um einen Kontrast zur Erfahrung von Aspektwechseln zu schaffen. … Im wahrsten Sinne des Wortes raubt die Aspektblindheit den Betroffenen die Fähigkeit, das Unheimliche des Alltäglichen wahrzunehmen …“ | From: „Chapter 5 Aspect-Blindness in Religion, Philosophy, and Law: The Force of Wittgensteinian Reading“ Christopher C. Robinson (2022) | Source: https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9780748642137-007/html

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Kontext (Aspekt) #1

“ … Wir leben in einer Welt der Widersprüche, die immer größer werden. … Durch meine letzte Ukraine-Reise wurde mir wieder sehr bewusst, dass wir zwei Flugstunden von Berlin einen Krieg haben … Ich habe ein bisschen den Glauben an die Menschheit verloren durch das, was ich alles gesehen und erlebt habe. Wir werden, glaube ich, an unserer eigenen Dummheit vergehen. Weil wir nur uns selbst sehen. …“ | Aus: „ProSieben-Reporter Thilo Mischke im Gespräch: „Wir werden an Dummheit vergehen““ Tatjana Kerschbaumer (25.01.2021) | Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/prosieben-reporter-thilo-mischke-im-gespraech-wir-werden-an-dummheit-vergehen/26850276.html

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Kontext (Aspekt) #2

“ … Wahnhaft sind Menschen nicht nur wegen organischer Schäden, sondern auch wegen Einengung ihres Werthorizontes, wenn sie hartnäckig die höheren Werte ausblenden und sich nur auf niedere Werte fixieren. Spinoza (1633-1677) nennt in seiner „Ethik“ (1678) auch solche Menschen „wahnsinnig“, die ihren dürftigen Leidenschaften ausgeliefert sind: „… Wenn der Habsüchtige an nichts anderes denkt als an Gewinn oder Geld, der Ehrgeizige an Ruhm usw., so werden diese nicht für wahnsinnig gehalten, da sie … eher für hassenswert gelten. In Wahrheit aber sind Habsucht, Ehrgeiz usw. Arten des Wahnsinns, mögen sie auch nicht zu den Krankheiten gezählt werden“. … “ | Aus: „Geld, Macht und die menschliche Psyche“ – Ringvorlesung Energie – Umwelt – Gesellschaft; Referent: Dr. med. et phil. Gerhard Danzer, Privatdozent f. Psychosomatik u. medizinische Anthropologie, Charité, Humboldt-Universität Berlin (2002-12-04)

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Kontext (Aspekt) #3

“ … die britische Premierministerin Margaret Thatcher [prägte 1987 den Satz] …: „There’s no such thing as society“, also: So etwas wie Gesellschaft gibt es nicht, oder einfacher: Jeder ist sich selbst der Nächste. Was wir heute erleben, lässt sich durchaus lesen als die Prägung, die diese Ideologie im „Gesellschaftscharakter“ vieler Menschen hinterlassen hat. …“ | Aus: „Kapitalismus: Der geformte Mensch“ Stephan Hebel ( 21. Oktober 2016)

Kontext (Aspekt) #4

“ … Weder eine andere Politik noch eine andere Wirtschaft ist möglich ohne eine andere Subjektivität, ein anderes Selbstverständnis. Der Kapitalismus dauert an, weil er ein mentaler Zustand ist. …“ | Aus: „Die Zurichtung des Homo Oeconomicus“ le Bohémien (Walter Beutler, 30. April 2013) | Quelle: http://le-bohemien.net/2013/04/30/die-zurichtung-des-menschen-durch-den-neoliberalismus/

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Kontext (Aspekt) #5

“ … Symbolische Universen werden geschaffen, um die geschaffene institutionelle Struktur zu legitimieren. Symbolische Universen sind eine Reihe von Überzeugungen, die „jeder kennt“, und zielen darauf ab, die institutionalisierte Struktur für den Einzelnen plausibel und akzeptabel zu machen – der sonst die zugrunde liegende Logik der Institution möglicherweise nicht verstehen oder ihr nicht zustimmen würde. Als ideologisches System bringt das symbolische Universum „alles an seinen richtigen Platz“. Es liefert Erklärungen dafür, warum wir Dinge so tun, wie wir es tun. …“ | Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Social_Construction_of_Reality (11 October 2016)

Kontext (Aspekt) #6


“ … Versuchen Sie mal in sich als aufgeklärt begreifenden ökonomischen Milieus zu sagen, Leute, ihr glaubt so an die „Invisible hand“ (an die „unsichtbare Hand des Marktes“) wie religiöse Leute an die Hand Gottes glauben. Ihr seid die letzten Theologen und die letzten religiösen Fundamentalisten in der wissenschaftlichen Sphäre, dann werden sie nicht auf viel Sympathie treffen. Aber genauso ist das Wort gemeint, das die ökonomische Aufklärung weit hinter der theologischen Aufklärung her ist. Man kann drauf verzichten, auf den lieben Gott zu setzen und an ihn zu glauben. Wer aber nicht an die „Invisible hand des Marktes“ glaubt, der wird keinen Lehrstuhl in der VWL oder in der BWL bekommen. …“ | Aus: „Die Irrationalität in der Ökonomie: „Wir haben ein sexualisiertes, ein gläubiges Verhältnis zum Geld““ Jochen Hörisch im Gespräch mit Christian Rabhansl (20.01.2018) | Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-irrationalitaet-in-der-oekonomie-wir-haben-ein.1270.de.html?dram:article_id=408796

Kontext (Aspekt) #7

“ … Und wer Aktien besitzt, der erlebt Aufregung und möglichen Schrecken beim Börsenbericht oder beim Lesen der täglich ins Haus flatternden Tabelle. … Zynismus: Für viele ist er bereits eine letzte Zuflucht geworden, als die bitterste Variante der Abkehr vom politischen Interesse. … “ | Aus „Die täglichen Schrecken des Weltgeschehens – Wie lässt sich die tägliche Text- und Bilderflut verarbeiten?“ Tilmann Moser (2014) | Quelle: https://www.tilmannmoser.de/site/neue_texte/die-taeglichen-schrecken-des-weltgeschehens.html

(usw.)

[Das Reale, Symbolische und Imaginäre #97]

“ … Das Symbolische ist die Ordnung der Sprache und des Diskurses, jedoch auch die Ordnung der Macht und des „Gesetzes des Vaters“ (Name-des-Vaters), welche wiederum selbst eine sprachliche Ordnung ist. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Symbolische

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“ …. Der große Andere ist ein Begriff der Lacan’schen Psychoanalyse. Der große Andere („A“) ist im Unterschied zum „kleinen anderen“ (Objekt klein a) ein Konzept der Alterität und Andersheit. Der große Andere ist das Andere des Subjekts, das Nicht-Ich, das dieses Subjekt jedoch immer schon strukturiert und ausrichtet. So muss „der Andere als der Ort [verstanden werden], an dem das Ich, das spricht, sich konstituiert.“ (Lacan: Seminar III, S. 322) …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_gro%C3%9Fe_Andere

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“ … Mit Objekt klein a wird ein Objekt bezeichnet, das wesenhaft unerreichbar ist. … Das Objekt klein a gehört dem Bereich des Imaginären an (vgl. Seminar XX, S. 77), auch wenn Lacan es ab 1974 in die Mitte seines borromäischen Rings setzt, also an jene Stelle des Psychischen, an dem sich das Imaginäre, das Symbolische und das Reale überschneiden. (Dylan Evans: Wörterbuch der Lacanschen Psychoanalyse, S. 206) … Grundvoraussetzung zum Verständnis des Objekts klein a ist Lacans Konzeption des Subjekts als Träger eines irreduziblen Mangels. … Das Objekt klein a als der „Grund des Begehrens“ fungiert als Antrieb und Auslöser der Handlungen des Subjekts. Aber der Mangel ist letztlich nicht aufhebbar, das Objekt bleibt unerreichbar. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Objekt_klein_a

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Freud & Lacan – Verwerfung | Die Beziehung zwischen Freud und Lacan [ein Bild] des brasilianischen Künstlers Ricardo Koch Kroeff. [Es] enthält einige [ ] portugiesische Wörter wie ESPELHO (Spiegel), Relação (Beziehung), Imaginaria (Vorstellen). | Freud & Lacan – Verwerfung Kaffeebecher | Quelle: https://www.redbubble.com/de/i/tasse/Freud-and-Lacan-Verwerfung-von-RickyKroeff/102414209.9Q0AD

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… das Begehren passt nicht in diese wohlgeordnete Welt. Das Begehren wird verdrängt und erscheint dann als rätselhafter Ausdruck des Unbewussten, das der Neurotiker nicht in sein Bewusstsein integrieren kann …

Torsten Meyer (20. Juli 2020): “ … Die Stimmung des 21. Jahrhunderts ist – um das gleich vorweg zu nehmen – psychotisch. Tendenziell jedenfalls. Das lässt sich an vielerlei Phänomenen beobachten: Im Film, bei Kunst-Ausstellungen, bei Präsidentschafts- und anderen Wahlen, in den Praxen der Psychotherapeuten natürlich, am IS ebenso wie an PEGIDA und AfD und ihren rechtsruckenden Wirkungen auf die sogenannte „gesellschaftliche Mitte“, am Boom von Fundamentalismen im Allgemeinen und an ähnlichen von Kontrollverlust getriebenen Reaktionen auf das Weltweit-Werden der Welt. … … Wenn das Symbolische in seiner Andersheit gegenüber dem Imaginären nicht unterschieden und als Anderes anerkannt wird, wenn das Symbolische dem Imaginären unterworfen wird, wird der Glaube an die Schrift allmächtig. … Es darf für den Neurotiker nichts geben, was keinen Sinn hat. Alles muss an seinem Platz sein. Aber das Begehren passt nicht in diese wohlgeordnete Welt. Das Begehren wird verdrängt und erscheint dann als rätselhafter Ausdruck des Unbewussten, das der Neurotiker nicht in sein Bewusstsein integrieren kann (vgl. Widmer 1997: 161f.). … Der Neurotiker steht am Platz des symbolischen Vaters (und bildet ein vergleichsweise großes, so genanntes „Ich-starkes“ Subjekt). Er identifiziert sich mit ihm – imaginär. Aber er ist ein Hochstapler. Er wird nie wirklich Souverän der Sprache (des Symbolischen) sein. Und das weiß er. Und daran leidet er. … “ | Aus: „Die Stimmung des 21. Jahrhunderts. Methodologische Einführung“ | Quelle: https://zkmb.de/die-stimmung-des-21-jahrhunderts-methodologische-einfuehrung/

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Den Anstoß zum Ausstieg gibt ein Stein, der eines Nachts durch ihr Fenster in die Wohnung fliegt

“ … Die berühmten feinen Unterschiede seien ihr Lieblingsthema, das Statusgerangel und der Geschlechterstress, die Erwerbswelt und die Populärkultur – der „daily grind in all its splendour“ [„Alltag in all seiner Pracht“]. All diese Aspekte streift die Autorin Katja Kullmann in ihrem neuen Roman „Stars“, aber sie macht noch ein neues, unerwartetes Fach auf: das der Astrologie oder vielmehr der „Astro-Philosophie“ als Formel zur Selbsterrettung aus der Mittelmäßigkeit. … “ | Quelle: https://www.radiodrei.de/programm/schema/sendungen/radio3_am_morgen/archiv/20250411_0600/literatur_0840.html

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… in diesen Zeiten, in der die Realität mehr und mehr zur Glaubenssache wird

Andreas Rüttenauer (10.5.2025): “ … „XXL-Sonnenbrille, Ohrringe, Halsketten, Kettengürtel, ein flirrendes Gehänge von Kopf bis Fuß, First-Class-Hippie-Style, teuer, aber billig.“ So beschreibt Carla Mittmann ihre Kundin und fühlt sich in der Sommerhitze schnell recht unwohl in ihrem viel zu warmen „Businesswomananzug“. Da muss sie jetzt durch. So ist es eben, das neue Leben, das sie für sich erfunden hat. Das führt sie auch mal in eine Villa, die so aussieht, „wie sich die Set-Dekorateure beim ‚Tatort’ zeitgemäßen Reichtum vorstellen“. … Genauso wie der Taxi-Fahrer, der so gar nicht nach Chauffeur aussieht und den man am liebsten fragen würde, was er denn eigentlich studiert hat. … Und ein Paket mit 10.000 US-Dollar drin, das sie vor ihrer Haustür findet. Woher das kommt, würde sie schon gerne wissen. Es muss ja schließlich etwas zu bedeuten haben. Fügung? Klar, die Sterne. Am Ende ist sich Carla Mittmann da ganz sicher. … Den Anstoß zum Ausstieg gibt ein Stein, der eines Nachts durch ihr Fenster in die Wohnung fliegt. … Eine Romansatire über Astrohokuspokous? Warum denn nicht? Es darf ruhig auch mal Spaß machen, sich mit all den zutiefst verunsicherten Menschen zu befassen, die in diesen Zeiten, in der die Realität mehr und mehr zur Glaubenssache wird, Dinge für möglich halten, die sie selbst lange für unglaublich hielten. Das macht den Roman durchaus politisch, auch wenn Politik nun wahrlich keine Rolle spielt im Leben von Carla Mittmann. …“ | Aus: „Was in den Sternen steht“ (10.5.2025) | Quelle: https://taz.de/Roman-Stars-von-Katja-Kullmann/!6084190/

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so lässt sich Kullmanns Roman auch als Bestandsaufnahme unserer Gesellschaft lesen

(28.04.2025): “ … Ob Laminatboden oder Bücherwand, reichliche Grünbepflanzung oder leidenschaftliche Kaffeetrinkerin, Carla ordnet sie in Kategorien – gepaart mit den entsprechenden Sternenkonstellationen. … Und so lässt sich Kullmanns Roman auch als Bestandsaufnahme unserer Gesellschaft lesen, in der die Menschen sich nach Orientierung sehnen und sei es mit Hilfe der Sterne. Mit Carla und ihren Deutungen können sie ihre Probleme auslagern, ja die Verantwortung für ihre Leben abschieben, auf eine höhere Instanz, die Sterne. …“ | Quelle: https://www.ndr.de/kultur/buch/tipps/Stars-Katja-Kullmanns-Roman-ueber-kosmische-Wendungen,kullmann128.html

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… die Gleichzeitigkeit von völliger Kapitalisierung des Alltags und regressivem Suchen nach Sicherheit und Orientierung in magischem Denken


“ … Katja Kullmann erzählt nüchtern und genau, entsprechend auch eher langsam, aber sehr ausgeklügelt von der verwischten Grenze zwischen Autofiktion und Autosuggestion … [Sie] hat hier vieles genau der Gegenwart abgeschaut … die Gleichzeitigkeit von völliger Kapitalisierung des Alltags und regressivem Suchen nach Sicherheit und Orientierung in magischem Denken – und in eine Erzählung verwoben. Wie hier davon erzählt wird, dass die Geschichten, als die wir unser Leben erzählen, mitunter immer weiter von unserer realen Biografie wegführen als zu ihr hin, bis sie uns ohne Fundament in der Wirklichkeit überformen, ist schon sehr lesenswert. Es ist aber etwas zu befürchten, dass der Roman ob der Genauigkeit, mit der beobachtet und erzählt wird, aber auch aufgrund der kognitiven Dissonanzen der Erzählfigur, die eine Identifikation mit ihr erschweren, nicht für alle Lesenden ganz zugänglich sein wird. Insbesondere Lesende, die ein inniges Verhältnis zur Astrologie haben, sind hier vielleicht falsch. Aber wer sich gerne in einem eher distanzierten-freundlichen, mitunter ironischen Verhältnis zur Protagonistin eines Buchs befindet, ist hier dafür genau richtig. … “ | Aus: „Katja Kullmann – Stars“ (Katharina Herrmann, 01.05.) | Quelle: https://kulturgeschwaetz.wordpress.com/2025/05/01/katja-kullmann-stars/


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Die Sphäre des Imaginären [wird] innerhalb der modernen Gesellschaften symbolisch so angeordnet, dass sie das Reale dieser Gesellschaften verstellen

Helmut Draxler: “ … In der langen Geschichte der Bezugnahmen zwischen dem Kino und der Psychoanalyse gebührt dem Phantasma ein besonderer Rang. Jacques Lacan übernimmt in den 1950er Jahren den Phantasie-Begriff von Sigmund Freud im Sinne einer kinematografischen „Szene, in der sich ein unbewusstes Begehren zeigt“. Die Erfahrung des Films und der Medien insgesamt schien sich anzubieten, ein gegenüber dem Begründer der Psychoanalyse doch stark verändertes Bild des psychischen Geschehens zu entwerfen. War bei Freud die Phantasie noch strikt als individuelle, unbewusste Wunscherfüllung gedacht, wird das Phantasma zu einem komplexen psycho-sozialen Arrangement, in das die materialen Ausgangsbedingungen jeder Kultur wie Sprache und Bilder immer schon eingeschrieben sind. Die phantasmatischen Bilder und das subjektive Begehren sind hier wechselseitig aufeinander bezogen; als Sphäre des Imaginären werden sie innerhalb der modernen Gesellschaften symbolisch so angeordnet, dass sie das Reale dieser Gesellschaften verstellen. Das „Subjekt des Unbewussten“ setzt sich darin in Szene und deshalb liegt auch der Sinn der Bilder nicht in ihnen selbst, sondern in der Struktur ihrer Anordnungsweise. …“ | Aus: „Die Phantasmen durchqueren“ (2016) | https://www.arsenal-berlin.de/forum-forum-expanded/archiv/programmarchiv/2016/magazin/artikel/die-phantasmen-durchqueren/


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Als plötzlich ein Stein eines auf der Straße vorbeiziehenden Demonstrationszugs die Fensterscheibe zerschlägt und die Jungen aufwachen

… Die Träumer ist ein Spielfilm aus dem Jahr 2003. Das Werk des italienischen Regisseurs Bernardo Bertolucci … Vor dem Hintergrund der Unruhen von 1968 in Paris [–> https://de.wikipedia.org/wiki/Mai_1968_in_Frankreich] schildert er die erotischen Erfahrungen dreier junger Menschen. … Der US-amerikanische Austauschstudent Matthew, der im Paris des Jahres 1968 noch niemanden kennt, begegnet vor der Cinémathèque française den Zwillingen Isabelle und Théo. Als deren Eltern in den Urlaub fahren, verfügen sie über die Wohnung und laden Matthew ein, zu ihnen zu ziehen. Die kinoverrückte Gruppe besucht Vorführungen in der Cinémathèque, bis diese wegen studentischer Unruhen eingestellt werden. … Bei ihrer vorzeitigen Heimkehr entdecken die Eltern eine Wohnung voller Unordnung und geleerte Flaschen aus ihrem teuren Weinvorrat. Sie verzichten jedoch darauf, die nackt im halboffenen Zelt schlafenden Jugendlichen zu wecken, hinterlassen ihnen einen Scheck und entfernen sich. Isabelle wacht nach einer Weile als Erste auf und bemerkt den Scheck. Erschrocken sucht sie die Wohnung nach ihren Eltern ab. Als ihr klar wird, dass sie wieder gegangen sind, will sie ihren gegenüber Matthew angekündigten Selbstmord für den Fall, dass ihre Eltern die Geschwisterliebe bemerken, verwirklichen. Sie schließt einen Schlauch an die Gasleitung in der Küche an und legt sich damit zurück zwischen die schlafenden Jungen im Zelt. Als plötzlich ein Stein eines auf der Straße vorbeiziehenden Demonstrationszugs die Fensterscheibe zerschlägt und die Jungen aufwachen, eilt sie mit dem Schlauch in die Küche zurück und unterbricht die Gaseinleitung. Auf die Frage der Jungen, weshalb es so merkwürdig rieche, antwortet sie, das sei Tränengas. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Tr%C3%A4umer (6. August 2024)

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Rüdiger Suchsland (über „Die Träumer“, 2003): “ … Der Regisseur erzählt den »Mythos 1968« als Geschichte eher privaten, ober­fläch­lich betrachtet unpo­li­ti­schen Entde­ckungs­reise. … Fast der ganze Film verharrt kammer­spiel­artig im bürger­li­chen Salon, als dem eigent­li­chen Ausgangs­punkt der Revolte. So sympa­thisch die drei in ihrer Neugier und Entde­ckungs­lust, auch in ihrer Dekadenz sind, so präzis zeigt Berto­luccis trotzdem auch Tristesse: Trauer und Sehnsucht liegt in allen Blicken. Und konse­quen­ter­weise endet es fast mit dem letzten bürger­li­chen Ausweg: dem Selbst­mord. Aber da fliegt gerade noch recht­zeitig ein Pflas­ter­stein durchs Fenster, ein Luftzug weht den Dunst aus dem Salon, und lässt den Lärm der Straße hinein. Die drei ziehen hinaus, und verlieren sich in der Menge. … Am Ende steht der Auszug aus dem Paradies, der auch einer ist aus der Verwechs­lung von Kino und Leben, die Befreiung von einer Bürger­lich­keit, nach der sich heute viele zurück­sehnen. Berto­lucci hält ihnen den Spiegel vor, unserer sehr heutigen Welt­flucht in die Salons und Kinosäle. Aber er will etwas zeigen, nichts beweisen. … “ | Quelle: https://www.artechock.de/film/text/kritik/t/traeu2.htm

[Zur Nicht-Realität der wahrgenommenen Objekte #2]


“ … Bizarre Bilder … vor Alpenpanorama… Die [ ] satirische Geschichte von „Adolf und Marlene” aus dem Jahr 1976 von Ulli Lommel dreht sich um die durch einen Film ausgelöste, brennende Leidenschaft Adolf Hitlers für Marlene Dietrich. Der Film bemüht sich weniger um historische Authentizität, sondern schwelgt in Nazi-Kitsch und Underground-Trash mit bizarren Bildern – wie Rainer Werner Fassbinder als Hermann Göring, in Lederhosen vor dem Alpenpanorama. …[“ …Hitler sieht einen Dietrich-Film und verfällt in solche Leidenschaft für die ausgewanderte Schauspielerin, dass er ihr Joseph Goebbels hinterherschickt, um sie „heim ins Reich“ zu holen. Er reist ihr schließlich sogar selbst ins feindliche Ausland nach, doch seine Zuneigung bleibt unerwidert. So begnügt er sich mit Eva Braun. … “ | Quelle: https://www.filmportal.de/film/adolf-und-marlene_c37883408d95444382b3090eec578db3] [Spielfilm, Regie: Ulli Lommel, 88 Min., BR Deutschland 1976]… | Aus: „Fassbinder als Schauspieler – Filmreihe zum 80. Geburtstag“ (16.04.2025) | Quelle: https://www.wochenanzeiger.de/fassbinder-als-schauspieler–filmreihe-zum-80-geburtstag/cnt-id-ps-940fb1df-7a08-4025-aacc-fd1273df4708

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Randnotiz #1

“ … Während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland weigerte sich die Schauspielerin, die nationalsozialistische Propaganda zu unterstützen. Stattdessen nahm sie 1939 die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten an und unterstützte die US-Truppen während des Zweiten Weltkriegs, indem sie im Rahmen der Truppenbetreuung für die Soldaten sang und Verwundete in Lazaretten besuchte. … Auf einer Europatournee kehrte [Marlene Dietrich] 1960 nach Westdeutschland und West-Berlin zurück. Wie sie selbst betonte, war ihr Publikum begeistert von ihrer Show. Sie traf aber nicht nur auf ein freundliches Publikum, sondern sah sich auch als „Vaterlandsverräterin“ Anfeindungen ausgesetzt. In Berlin hielten Demonstranten vor dem Titania Palast Schilder mit „Marlene Go Home“ hoch. Wie sich 2001 herausstellte, war dies eine vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gelenkte Aktion … [Quelle: Hermann Kreutzer, Manuela Runge: Ein Koffer in Berlin. Marlene Dietrich. Geschichten von Politik und Liebe. Aufbau Taschenbuch, Berlin 2001, ISBN 3-7466-8075-1, S. 147.].
In Düsseldorf wurde sie von einem jungen Mädchen angespuckt, und auf einer Bühne warf jemand mit einem Ei auf sie. Der Werfer wurde vom Theaterpublikum nahezu gelyncht und musste unter Schutz aus dem Theater gebracht werden. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Marlene_Dietrich (24. April 2025)

[Wirklichkeitsbezug #30 … ]

… als ob ein kleines Fenster geöffnet wurde, durch das man die Realität sehen konnte …

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Julian Brimmers (29.03.2017): “ … Geschichte ist nicht Vergangenheit, sondern unsere Gegenwart. …“ | Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/kino/i-am-not-your-negro-ueber-james-baldwin-geschichte-ist-gegenwart-a-1140583.html

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“ … Als Begründung des Irakkriegs von 2003 nannten die kriegführenden Regierungen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens seit Oktober 2001 vor allem eine wachsende akute Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen des Irak und dessen angebliche Verbindung zum Terrornetzwerk Al-Qaida, das die Terroranschläge am 11. September 2001 ausgeführt hatte. Eine große Bevölkerungsmehrheit in den USA glaubte diesen Angaben vor und auch noch Jahre nach der Invasion des Irak. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Begr%C3%BCndung_des_Irakkriegs (22. Dezember 2024)


“ … Am 15. Oktober 2013 veröffentlichten die University of Washington, die Johns Hopkins University und die Simon Fraser University im PLoS Medicine-Magazin eine Untersuchung zu den Todesopfern in der Zeit zwischen 2003 und Mitte 2011. Durch die Befragung von stichprobenartig 2000 repräsentativ ausgewählte Haushalte schätzten die Forscher, dass in der Zeit 405.000 Iraker direkt oder indirekt durch Kriegshandlungen getötet wurden. Die Organisation und Friedensnobelpreisträger Ärzte gegen den Atomkrieg (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e. V.) schätzt die Opfer der amerikanischen Besatzungszeit in einer Veröffentlichung von 2015 auf über 1 Million …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Besetzung_des_Irak_2003%E2%80%932011#Opfer (20. April 2025)


(faz, 12.03.2009): “ … Weil er mit seinen Schuhen nach dem damaligen amerikanischen Präsidenten Bush geworfen hatte, muss der irakische Journalist Muntassar al Saidi […] ins Gefängnis. Das entschied ein Strafgericht in Bagdad. … Der Journalist hatte in dem Verfahren auf nicht schuldig plädiert. Zu Prozessbeginn vor drei Wochen hatte Saidi ausgesagt, beim Anblick Bushs, des „Verantwortlichen für die im Irak begangenen Verbrechen“, habe er die Kontrolle verloren. … “ | Quelle: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/wegen-angriff-auf-bush-drei-jahre-haft-fuer-schuhwerfer-von-bagdad-1923850.html

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Karim El-Gawhary (5.11.2024): “ … Sein [ ] Wurf sei eine Botschaft gewesen, sagt [Muntassar Al Saidi]. „Die Besatzer haben Milliarden ausgegeben, um damals das Image zu verbreiten, dass die Iraker über die US-Invasion glücklich seien. Glücklich, mit der Freiheit, die sie uns gestiftet haben. Das war eine Lüge“ … Sie sagten, die US-Soldaten seien im Irak zur Begrüßung mit Blumen beworfen worden – also, sagt er, habe er Schuhe geworfen, in seiner Kultur ein Symbol der Entwürdigung. … Innerhalb von Sekunden hatten ihn die irakischen Sicherheitsleute auf der Pressekonferenz niedergerungen. Al-Zaidi wurde verhaftet, gefoltert und verbrachte am Ende weniger als ein Jahr im Gefängnis. … Das Mindeste sei, damit aufzuhören, bei Menschenrechten mit zweierlei Maß zu messen, fordert er – der sich selbst trotz seines Schuhwurfs nicht als antiamerikanisch bezeichnen würde. … Eines ist für al-Zaidi klar: Er bereut auch 16 Jahren nach seiner aufsehenerregenden Tat nichts. Hätte er die Gelegenheit, sagt er, er würde seine Schuhe noch einmal werfen – egal ob auf Harris oder auf Trump. …“ | Quelle: https://taz.de/Wie-der-Nahe-Osten-auf-die-USA-blickt/!6044127/

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Screenshot (NZZ, 06.05.2025)

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(07.12.2023): “ … „Ich denke, die Leute, die Donald Trump mögen, mögen Donald Trump unabhängig von dem, was er sagt, und er unterhält sie mit Bombast, den sie humorvoll und fesselnd finden“, sagte Senator Mitt Romney … “ | https://www.fr.de/politik/donald-trump-ein-tag-diktator-fox-news-usa-wahl-2024-kommentar-zr-92715770.html


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Raoul Peck (woz.ch, Nr. 18 – 1. Mai 2025): “ … Schauen Sie sich Trump im TV an: Er ist komplett lächerlich. Im selben Raum sitzen dann all die grossartigen Journalist:innen – und niemand lacht! Obschon dieser Idiot und mit ihm die ganze Situation vollkommen lachhaft ist. Der König ist nicht nur nackt, sondern er führt auch noch lächerliche Posen auf. Und er lügt vor der ganzen Welt. … Trump ist ja nicht der Erste, bloss der Rüpelhafteste. Bei George W. Bush war auch allen klar, dass er keinen Schimmer hatte, wovon er sprach. Und doch gab es nur einen einzigen Moment, in dem er angemessen behandelt wurde: von einem irakischen Journalisten, der an einer Pressekonferenz einen Schuh nach ihm warf. … als ob ein kleines Fenster geöffnet wurde, durch das man die Realität sehen konnte. …“ | Aus einem Interview mit Raoul Peck von Dominic Schmid | Quelle: https://www.woz.ch/2518/raoul-peck/ist-der-tag-der-abrechnung-gekommen/!1S5GGF6W2CK6

[Schatten #26… ]

The Man Who Wasn’t There (2001) … Obwohl dieser Film in Farbe gedreht wurde, kam er in Schwarz-Weiß in die Kinos. … Jan Distelmeyer … urteilt, der Film sei in „weitgehend expressionistischen Lichtverhältnissen gehalten“ und enthalte „eine Reihe [ ] filmtheoretischer und -kritischer Überlegungen“. … „Über allem ruht der trockene, unbeteiligte Tonfall des Erzählers, ein wortarmer Bericht, der ungefähr genauso karg daher kommt wie die beengende Schwarzweiß-Ästhetik und der ruhige Schnitt-Rhythmus.“ Dabei streift der Film „verwandte Genres“, darunter den „Gangsterfilm, aber auch Zeitgeschichtliches der vierziger Jahre und Übergänge […] zum US-Science-Fiction-Film der fünfziger Jahre“. … | https://de.wikipedia.org/wiki/The_Man_Who_Wasn%E2%80%99t_There

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Matt (Oct 26, 2018): “ … Unerwartet ist [ ] der tragische Faden, der sich durch den Film zieht und wie er die typische Albernheit der Coens überlebt. … [Es ist schön] die liebevoll skurrilen kleinen Details und den unkonventionellen Humor der Brüder entdecken [ – und] die großartige Kameraführung von Roger Deakins (fast schon ein Grund an sich, sich den Film noch einmal anzusehen) …“ | https://adamnfinecup.com/2018/10/26/the-rear-view-mirror-the-man-who-wasnt-there-2001/

[Klaus Ronneberger (1950 – 2025)… ]

Die Urbanistik oder Stadtforschung ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das sich der Erforschung und Beschreibung von Städten unter sozialen, geographischen, historischen, ökologischen und städtebaulichen Gesichtspunkten widmet. Auch politische, wirtschaftliche und kulturelle Strukturen stehen im Forschungsinteresse. Damit vereint die Urbanistik Aspekte der Natur-, Ingenieurs- und Geisteswissenschaften. … | https://de.wikipedia.org/wiki/Urbanistik

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Dr. Klaus Ronneberger im Buchladen Neuer Weg in Würzburg (24.02.2023)
[Vortrag und Gespräch über die Pariser Kommune … ]
// –> https://www.neuer-weg.com/node/13861
// –> https://youtu.be/KCexLYOjV2o

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#2 // „Die 73 Tage der Commune oder der lange Wellenschlag der Revolution“ am FFT Düsseldorf. Klaus Ronneberger: Die Pariser Commune und die Frage der Autogestion (urbanize! Festival 2021, Wien) [https://de.wikipedia.org/wiki/Autogestion] | –> https://video.derive.at/lectures/klaus-ronneberger-pariser-commune/

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“ … Klaus Ronneberger, Stephan Lanz und Walther Jahn zeigen in ihrem Buch Die Stadt als Beute am Beispiel einiger deutscher Städte, wie sich die aktuellen ökonomischen Entwicklungen auf Kommunen auswirken. … [Die Stadt als Beute Dietz-Verlag Bonn 1999 [240 Seiten]]“ | https://derive.at/texte/die-stadt-als-beute/

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“ … die Geschichte der Räume war und ist eine Geschichte der gesellschaftlichen Widersprüche …“ | Aus: „Das Recht auf Stadt – Die Geschichte einer Parole“ Klaus Ronneberger (30.06.2011)“ | Quelle: https://jungle.world/artikel/2011/26/das-recht-auf-stadt

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“ … Es gilt also, die Bruchstellen zu finden, wo Kollektive oder Individuen sich der herrschenden räumlichen Praxis entziehen, sie unterlaufen oder sich ihr offen widersetzen. … “ | Aus: Klaus Ronneberger (09 Juli 2012): „Urbanes Rauschen“ | Quelle: https://igkultur.at/politik/urbanes-rauschen

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Christopher Laimer (27.4.2025): “ … Klaus Ronneberger war ein profunder Analytiker und Kritiker gesellschaftlicher Verhältnisse. … Obwohl [er] keine klassische akademische Laufbahn absolviert hatte, waren seine Werke wichtig sowohl für stadtaktivistische Gruppierungen als auch für kritische Forschung. …“ | Aus: „Nachruf auf den Stadtforscher Klaus Ronneberger – Die Stadt als Beute“ | Quelle: https://taz.de/Nachruf-Stadtforscher-Klaus-Ronneberger/!6084918/
–> https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Ronneberger

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Kontext: Radiosendung »Ich bin ein Partisan des Möglichen.« Klaus Ronneberger über Henri Lefebvre | Erstaustrahlung 3. Januar 2012 (Redaktion: Christoph Laimer, Elke Rauth)
–> https://derive.at/radio/ich-bin-ein-partisan-des-moglichen/

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Kontext #2: // Henri Lefèbvre: Die Revolution der Städte [“ … Unter Ausblendung seiner revolutionstheoretischen Ambitionen gilt Henri Lefèbvre als Vordenker einer Raumvorstellung, die zum festen Bestandteil des sozialwissenschaftlichen Wissens gehört. Henri Lefèbvre (1901 – 1991), war Professor für Soziologie an den Universitäten von Straßburg und Nanterre. Er galt als einer der »Väter« der Pariser Studentenunruhen im Mai 1968. Klaus Ronneberger, geboren 1950, studierte Sozialpädagogik, Kulturwissenschaft und Soziologie. Er war langjähriger Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt a. M. … Er [war] Mitglied der Stadtforschungsgruppe »spacelab«. …“ | https://europaeischeverlagsanstalt.de/?p=723

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