[Das Reale, Symbolische und Imaginäre #104]

“ … Ding, Begriff und Ausdruck sollen beim Sprechen eindeutig zusammengehören. Das gelingt nicht immer, vielmehr muss man immerzu aufpassen, ob der eben verwendete Begriff das betrachtete Ding richtig erfasst, ob der eben verwendete Ausdruck den gemeinten Begriff trifft, und sogar ob das eben betrachtete Ding überhaupt eins ist und nicht etwa einige oder gar keins. Passen die drei Ecken nicht zueinander, „So entstehen leicht die fundamentalsten Verwechslungen (deren die ganze Philosophie voll ist).“ – Wittgenstein: Tractatus 3.324 …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Semiotisches_Dreieck

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“ … [Bei Aristoteles ist ein Zeichen (semeion, damit meint er ein Wort) ein Symptom für eine Seelenregung, d. h. für etwas, das der Sprecher sich vorstellt. Diese Vorstellung des Sprechers ist dann ein Ikon für ein Ding. … Seit Aristoteles wird vertreten, dass Zeichen Dinge der Welt nicht unvermittelt, sondern vermittelt über einen „Begriff“, „Vorstellung“ etc. bezeichnen. Dies bedeutet eine Differenzierung gegenüber der einfachen aliquid-stat-pro-aliquo-Konzeption [also gegenüber der einfachen „etwas steht für etwas (anderes)“ Konzeption] und ist „für die ganze Geschichte der Semiotik entscheidend“. (Trabant: Semiotik. 1996, S. 25)] … Das semiotische Dreieck ist ein in der Sprachwissenschaft und Semiotik verwendetes Modell. Es soll veranschaulichen, dass ein Zeichenträger (Graphem, Syntagma, Symbol) sich nicht direkt und unmittelbar auf einen außersprachlichen Gegenstand bezieht, sondern dieser Bezug nur mittelbar durch eine Vorstellung/einen Begriff erfolgt. Das semiotische Dreieck publizierten erstmals Charles Kay Ogden und Ivor Armstrong Richards in dem Werk The Meaning of Meaning (1923). … “ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Semiotisches_Dreieck (30. Dezember 2024)

“ … Der Begriff des Signifikanten spielt auch in der vom Strukturalismus beeinflussten Psychoanalyse Jacques Lacans eine tragende Rolle als Element des Symbolischen innerhalb der Psyche. … Als Signifikanten können für Lacan nicht nur Wörter, sondern auch Dinge wie Objekte, Beziehungen und Symptom­handlungen fungieren (vgl. Seminar IV. Die Objektbeziehung). …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Signifikant

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“ … der Signifikant [ist] als äußerlich fassbare Form die Ausdrucksseite eines Zeichens, etwa ein Lautbild, eine Zeichenkette von Buchstaben einer Schrift oder auch eine verabredete Gebärde. In einer Sprache ist einem bezeichnenden Ausdruck ein bezeichneter Inhalt zugeordnet, als das innerlich auffassbare Signifikat. So kann ein sprachlicher Ausdruck wie Apfel mit der mentalen Vorstellung eines Apfels verknüpft werden [Roland Harweg: Studien zum Verbum und seinem Umfeld. Aufsätze. Sprache-Kommunikation-Wirklichkeit, Linguistische Studien zur Semantik und Pragmatik, Bd. 7, LIT, Berlin 2014, ISBN 978-3-643-12597-2, S. 19]. Diese Verknüpfung von Bezeichnendem und Bezeichnetem ist – so Ferdinand de Saussure, der die Begriffe von Signifikant und Signifikat entscheidend geprägt hat – willkürlich und wird durch Konvention festgelegt. Das Signifikat des Wortes Augapfel gleicht beispielsweise dem von Bulbus oculi [Der Augapfel (lateinisch = Bulbus oculi) ist ein fast kugelförmiger Körper, der sich innerhalb bestimmter Grenzen ähnlich dem Prinzip einer kardanischen Aufhängung um beliebig viele Achsen drehen kann, dabei seine Position innerhalb der Augenhöhle jedoch nicht oder nur unwesentlich verändert.]. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Signifikat

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“ … «Ich verstehe nur zu gut, was in dir jetzt vorgeht.» – Die Aussage setzt nicht voraus, dass man ins «Innere» der anderen Person treten kann; man teilt mit ihr einfach einen Erfahrungsraum, zu dem auch ein gemeinsamer Sprachgebrauch gehört. Diese Verbundenheit begründet das Medium, in dem wir uns immer schon sprechend «drinnen» befinden. Der Geist ist etwas Soziales, er ist nicht in uns, sondern wir sind vielmehr, miteinander kommunizierend, immer schon «im» Geist.
Philosophische Probleme entstehen oft, weil sie uns mit einer bestimmten Betrachtungsweise in Bann halten, uns verzaubern, ohne dass wir es bemerken. Gelingt es uns, die Probleme zu entzaubern, verschwinden sie wie ein Spuk. Und wir fühlen festen Boden unter uns. Philosophen erinnern gelegentlich an die Comicfigur Wile. E. Coyote, der über eine Klippe rennt, und weiter rennt. Er fällt erst dann in den Abgrund, wenn er merkt, dass unter ihm nur Luft ist. … “ | Aus: „Philosophie als Taschenspielerei“ Eduard Kaeser (Dezember 2022) | Quelle: https://www.journal21.ch/artikel/philosophie-als-taschenspielerei

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Wile E. Coyote (in Deutschland auch als Karl der Coyote und Willi/Willy Kojote bekannt) – ein immer hungriger und vom Pech verfolgter Kojote. Der Name ist ein Wortspiel von wily (deutsch gerissen, schlau). … Die Schwerkraft ist der schlimmste Feind des Kojoten. … | https://de.wikipedia.org/wiki/Road_Runner_und_Wile_E._Coyote
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“ … // [„… Er fällt erst dann in den Abgrund, wenn er merkt, dass unter ihm nur Luft ist. …“] … // Veränderungsblindheit (englisch change blindness) bezeichnet ein Phänomen der visuellen Wahrnehmung, bei dem teilweise große Änderungen in einer visuellen Szenerie vom Betrachter nicht wahrgenommen werden. Blickt der Betrachter beispielsweise auf eine Abbildung und wird die Aufmerksamkeit für kurze Zeit, etwa durch eine vorbeigehende Person, abgelenkt, so erkennt der Betrachter in dieser Zwischenzeit vorgenommene Veränderungen des Bildes nicht, auch wenn diese erheblich sind. Dieses Phänomen wird u. a. in der Bewusstseinsforschung untersucht bei der Frage, wie sich die Wirklichkeit bzw. Realität in unserem Bewusstsein abbildet. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ver%C3%A4nderungsblindheit