[Journalismus #29 … ]

… Was können wir wissen? Was müssen wir wissen? Was sollten wir unseren Kindern von all dem Geschehen(en) erzählen? … Einordnen muss ich das wie immer selbst. …

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[21. Februar 1946:] “ … „Die Jahre, die hinter uns liegen, haben den deutschen Leser von der Welt abgeschlossen, ihn in den Nebel der Propaganda gehüllt und der harten Sprache der Tatsachen entwöhnt. Es gilt heute, Trümmer nicht nur in den Straßen der zerbombten Städte wegzuräumen, sondern auch geistige Belastungen einer untergegangenen Epoche, und das kann nur geschehen, wenn wir den Mut haben, ungeschminkt die Wahrheit zu sagen. Nur in der Atmosphäre unbestechlicher Wahrheit kann Vertrauen erwachsen. …“ – Mit diesen Worten beschreibt die Redaktion der „Zeit“ in ihrer Erstausgabe vom 21. Februar 1946, wie sie ihre Aufgabe im vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Deutschland sieht. …“ | Aus: „Vor 80 Jahren beginnt in Hamburg die neue „Zeit““ Irene Altenmüller (21.02.2026) | Quelle: https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/vor-80-jahren-beginnt-in-hamburg-die-neue-zeit,zeit274.html — // https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Zeit

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Kommentare zu: https://www.zeit.de/fragen-der-zeit/2026/02/die-zeit-wird-80

Pluto16 (21.02.2026): “ … Vor 45 Jahren hat mich ein Verwandter auf einer Berghütte zur ZEIT bekehrt. Ich war vorher SPIEGEL-Abonnent. Er hat sich übrigens 20 Jahre später aus unserem Universum entfernt und wählt heute AFD. Seitdem ärgere, freue, wundere ich mich jede Woche wieder neu, wie es der ZEIT gelingt, nicht gelingt oder gar völlig daneben geht, mir eine Meinung über diese, unsere verrückte schöne Welt fundiert zu bilden. Was können wir wissen? Was müssen wir wissen? Was sollten wir unseren Kindern von all dem Geschehen(en) erzählen? … Einordnen muss ich das wie immer selbst. …“
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Klimarevoluzzer: “ … Was denke ich? Die Geschichte formt uns. Die Generationen ändern sich, doch der Mensch an sich bleibt. So waren die revolutionären 68er dominierende Fraktion in den Redaktionen- Jetzt sind sie und ihre Kinder längst Teil des neoliberalen Establishments. …“
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Dr. Norbert Rosenwick: “ … Ich habe schon 1959 als Oberschüler auf einem Gymnasium in einer kleinen Stadt in einer urkatholischen Gegend, der Eifel, die Zeit im Abo bezogen. Das habe ich einige Jahre getan, sie aber abgestellt, weil sie mir zu „tantenhaft“ erschien, immer diese sowohl-als auch-Artikel. Das muß in den 1970er Jahren gewesen sein. Seither habe ich mir die Zeit immer wieder gekauft, aber ein wirkliches Interesse an ihr erst im Alter gefunden. Jetzt finde ich sie nicht mehr tantenhaft, aber möglicherweise deswegen, weil ich selber wahrscheinlich onkelhaft geworden bin. …“
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Tutenchnaund: “ … Obwohl ich mit der Blatthaltung in vielem überkreuz liege: Gratulation! …“
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Einschub / Gedankensprung / Kontext (1): [“ … Josef Joffe, Mitherausgeber der Wochenzeitung Die Zeit, hat versucht, einen Bericht über die Verwicklung der Hamburger Warburg-Bank in den Cum-Ex-Steuerskandal zu verzögern. In dem Brief an den Bankier Max Warburg, aus dem das hervorgeht, äußert er sich zudem schockiert über „Verräter“ aus dem Bankhaus, die die Fahnder erst auf bestimmte Informationen aufmerksam gemacht hätten. …“ | Quelle: https://taz.de/Zeit-Herausgeber-Josef-Joffe/!5854057/ (Gernot Knödler (11.5.2022))| “ … Das Mandat von Josef Joffe ruht seit Mitte Mai 2022, weil er seinen Freund und Banker Max Warburg vor den CumEx-Recherchen der eigenen Zeitung warnte. … , Quelle Meedia Redaktion: „Zeit“-Herausgeber Josef Joffe lässt sein Mandat ruhen | MEEDIA. 16. Mai 2022, abgerufen am 5. Juni 2022.] [“ … Der Journalist [Überall] vergleicht die Herausgeberrolle Joffes mit der eines Staatsanwalts, der eben immer dann, wenn er in einer persönlichen oder beruflichen engeren Beziehung zu möglichen Beschuldigten oder Betroffenen stehe, sich bei Ermittlungen zurücknehmen müsse. …“ | Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/josef-joffe-brief-cumex-100.html (10.05.2022)] … „
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Einschub / Gedankensprung / Kontext (2): [ „… Die ZDF-«Anstalt» hatte Mitgliedschaften in Nato-nahen Organisationen aufgedeckt. Klagen der Betroffenen scheiterten vor Gericht. Der Herausgeber der Wochenzeitung «Die Zeit», Josef Joffe, sowie der «Zeit»-Journalist Jochen Bittner sind vor dem deutschen Bundesgerichtshof BGH endgültig abgeblitzt. Mit einer Unterlassungsklage gegen die ZDF-Satiresendung «Die Anstalt» wollten sie verhindern, dass weiter verbreitet wird, die beiden Redaktoren hätten Verbindungen zu Organisationen, welche der Nato nahestehen. Der BGH hat ein Urteil des Landgerichts Hamburg am 10. Januar 2017 bestätigt. …“ | Quelle: https://www.infosperber.ch/politik/welt/nato-verbindungen-von-zeit-redaktoren-bestaetigt/

Einschub / Gedankensprung / Kontext (3): [ … DIE ZEIT, Jochen Bittner | Andrea Böhm (30.10.2011): “ … Dieser Krieg war gerecht – Eine Bilanz der Intervention in Libyen … Die erste Militäraktion gegen ein Regime im Namen der Schutzverantwortung ist zu Ende. Unterm Strich war sie erfolgreich. …“ | Quelle: http://www.zeit.de/2011/44/Libyen-Intervention –> Kommentar von ikonaut 30.10.2011 um 19:37 Uhr: … diese Überschrift [Dieser Krieg war gerecht] manifestiert die menschenverachtende Überheblichkeit des „Westens“ […] niemals können anonymisierte Tötungen zahlloser unschuldiger aus fliegenden Hightechmaschinen gerecht sein. … Gekürzt. Bitte verzichten Sie bei Kritik am Autor auf Beleidigungen und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz
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eleesch: “ … Jahrgang 1948, nach dem Freitod Versuch meiner Zwillingsschwester 1964 (sie wurde im Alter von 12 Jahren brutal vergewaltigt) begann ich an der katholischen Kirche und deren Glaubenssätzen zu zweifeln. Mein (liberaler und toleranter) Pfarrer empfahl mir, mich mit dem Thema Evolution zu befassen (Taillard de Chardin). Dann fand ich Zugang zu „Die Zeit“, die sich scheinbar als einzige Zeitschrift kritisch mit dem Christentum auseinandersetze. So wurde sie zu meiner Standardlektüre und wird es wohl bleiben. …“
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Es ist so wie es ist: “ … Ich lese die Zeit sehr gerne, wenn es um gesellschaftliche Themen geht. Wenn es um Geld geht, dann doch lieber die FAZ. Und wenn ich neutral informiert werden möchte, auch. …“
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Affinity “ … Wie kommen Sie auf die Idee, es gäbe ein Medium, das neutral informieren würde? …“
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Ickewarsauch: “ … Bin erst während Corona so richtig auf den Zeit-Geschmack gekommen. Ich sag mal so: Die Zeit ist mit großem Abstand das kleinste Übel in der deutschen Presselandschaft. …“
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“ … Okay, in den gut 900 Seiten Tagebüchern der Jahre 1982 bis 2001, die Fritz J. Raddatz vorgelegt hat, ist einiges los. Und das nicht nur, weil er als Leiter des Kulturressorts der Zeit von 1976 bis 1985 ein schillernder Feuilleton-Fürst jener Jahre war. Den Tagebüchern vertraut die Kulturbetriebsnudel jede Menge lustigen und bösen Tratsch aus dem Inneren des Kultur- und Medienzirkus an: Der dauerbetrunkene Rudolf Augstein taucht als busengrapschender Millionär auf. … Die ewigen Klagen darüber, dass der Sekt bei einem Empfang nicht gut und das Essen bei Gräfin Dönhoff eine Beleidigung seines feinen Gaumens war, das unaufhörliche Geprotze mit seinen Stilmöbeln und seiner „Picasso-Vase“, der Stolz, mit dem er festhält, dass der Zeit-Chefredakteur ihn bittet, den Wein zu bestellen, weil er davon mehr verstehe – das ist komische Angeberei vor sich selbst. Das Distinktionsgewinnlertum hat etwas Parvenühaftes: Wer sich selbst so ausgiebig auf die Schulter klopfen muss, ist sich des eigenen Status trotz aller äußeren Erfolge dann doch nicht so sicher, und das nicht nur, weil er als mehr oder weniger offen Schwuler bei den steifen Hanseaten der Zeit-Chefetage Außenseiterstatus hat, den er seinerseits mit Dandy-Getue und Paradiesvogel-Gespreiztheiten schmückt. Ganz so lustig ist die Kulturbetriebsdauerparty dann auch nicht. Zentrum der 900 Seiten ist Raddatz Rauswurf als Zeit-Kulturchef wegen eines läppischen Fehlers – der bunteste Windmacher der Branche hatte es etwas zu bunt getrieben. In den Tagebüchern kann man schön beobachten, wie Raddatz kein Problem damit hat, seine spießigen Chefs ausgiebig zu verachten und gleichzeitig als gut trainierter Profi mit robustem Erwerbstrieb bei ihnen zu baggern, um als Starschreiber beim „Blättchen“ bleiben zu dürfen. … Von heute aus, wo in den Redaktionen eher gearbeitet als gefeiert wird und Windmacher vom Typ Raddatz etwas peinlich wirken und das Champagnergeschlürfe nicht notwendig zur Stellenbeschreibung gehört, schon weil alle vor allem damit beschäftigt sind, irgendwie zu überleben, liest man die traurig-aufgekratzten Berichte aus dem Innenleben des Betriebs von damals wie Zeugnisse einer völlig zu Recht untergegangenen Welt: umgekippter Kulturbetriebsnudelsalat. Angesichts dieser bunt-trostlosen Milieubeschreibungen, der Mischung aus Wichtigtuerei, Anerkennungsdefiziten aller Beteiligten, die sich ständig zu wenig beachtet fühlen, stets wachem Neid- und Konkurrenzbewusstsein und gut geöltem Karrierismus, ist man ganz froh, dass aus diesem aufgeblasenen Zirkusluftballon inzwischen die Luft raus ist. … Bei der Lektüre erinnert man sich in Wirklichkeit auch unwillkürlich daran, wie unsereins das vor sich hin dünkelnde Zeit-Feuilleton samt Grass, Christa Wolf und immer vorneweg Raddatz in den 80ern einfach öde fand (einzige, sehr verehrte Ausnahme: Benjamin Henrichs [https://de.wikipedia.org/wiki/Benjamin_Henrichs_(Kritiker)]), und lieber die Spex, Rainald Goetz oder Gabriele Goettle gelesen hat. Raddatz und die Zeit, das war eine alte, übersättigte und für jüngere Köpfe komplett irrelevante Welt. … “ | Aus: „Peinlich sind immer die anderen“ Peter Laudenbach [(geboren 1964)] (1.11.2010) | Quelle: https://taz.de/Tagebuecher-von-Fritz-Raddatz/!5133059/

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Philippe Schulte, 25.03.2012, 09:50 Uhr: “ … Was dieses Buch [Tagebücher von Fritz Raddatz | https://www.rowohlt.de/buch/reihe/raddatz-tagebuecher] in meinen Augen wirklich lesenswert macht, ist die Ehrlichkeit, die den Kulturbetrieb wie auch den in diesem Betrieb stehenden Autor offenlegt. Fuer mich war es eine Bereicherung. …“
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„Wir sind heute mit all diesen Medien dümmer, als wir ohne sie waren. Wir leben in einer Zeit des pseudo-informierten Analphabetentums. Was ich in den Medien lese oder höre, ist fast nur noch Schrott.“ ( Frankfurter Rundschau, 31. Januar 2015) | Aus: „Zitate von Fritz J. Raddatz“ – Manchmal war ich mir selber ziemlich peinlich““ (27. Februar 2015) | Quelle: https://www.sueddeutsche.de/kultur/zitate-von-fritz-j-raddatz-manchmal-war-ich-mir-selber-ziemlich-peinlich-1.2369969 // https://www.perlentaucher.de/autor/fritz-j-raddatz.html

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