[Aus dem Bilderbuch des Wahnsinns #5 …]

“ … [Von] mehreren US-Medien analysierten und verifizierten Handyvideos zeigen Pretti mit einem Mobiltelefon in der Hand, während er den Einsatz filmte und eine Frau vor den Einsatzkräften der Border Patrol schützte. In keiner der Aufnahmen ist eine Waffe in seiner Hand zu erkennen. Der Polizeichef von Minneapolis bestätigte, dass Pretti eine legale Waffenerlaubnis besaß und keine Vorstrafen hatte. Nach Angaben von NPR gibt es bislang keine unabhängig verifizierten Hinweise darauf, dass Pretti seine Waffe zu irgendeinem Zeitpunkt gezogen oder auf jemanden gerichtet hätte. Im Widerspruch zu diesen Videoaufnahmen behaupten die US-Behörden, Pretti habe sich den Einsatzkräften mit einer Waffe genähert. Die Schüsse seien in Notwehr gefallen. Stephen Miller, Vizestabschef des Weißen Hauses, bezeichnete Pretti bereits wenige Stunden nach dessen Tötung als „Terroristen“. …“ | Aus: „Schwester von Alex Pretti wehrt sich gegen Falschdarstellungen“ (27. Januar 2026) | Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/usa-minneapolis-grenzschutz-alex-pretti-schwester | [Tötung von Alex Pretti | -> https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tung_von_Alex_Pretti // https://de.wikipedia.org/wiki/Victim_blaming]

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“ … Ohne Videomaterial wäre George Floyds Tötung vermutlich nicht als solche verfolgt worden. Ohne Videomaterial wäre nicht sichtbar, dass die von einem ICE-Agenten in ihrem Auto erschossene Renée Good keinen seiner Kollegen zuvor angefahren hatte und er [nicht] aus Selbstverteidigung schoss. [Durch …] Videomaterial [… wurde klar …], dass Alex Pretti … kaltblütig hingerichtet wurde. … [Die ICE-Agenten nahmen ihm die Waffe ab, und schossen danach. Ohne Videomaterial hätte ICE das vertuschen können] … Wie wichtig es ist, dass Menschen filmen, wenn sie von staatlichen Stellen ausgeübte Gewalt sehen, wird derzeit während der brutalen ICE-Einsätze und der Proteste in Minneapolis klar. …“ | Aus: „Die Kamera als Waffe“ Valérie Catil (27.1.2026) | Quelle: https://taz.de/Ermordung-von-Alex-Pretti-in-Minneapolis/!6148632/

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18. Jan. 2026, 10:32: “ … Ein Bild für die Geschichtsbücher: Der Fotograf John Abernathy dokumentierte in Minnesota einen Protest, als er plötzlich von ICE-Beamten angegriffen wurde. Um die Aufnahmen vor der Beschlagnahmung zu retten, warf er seine Kamera geistesgegenwärtig einem Kollegen zu. …“ | Quelle: https://mastodon.social/@afisch/115915409045197767

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… Abernathy was shot with crowd-control munitions, subjected to intense tear gas and deliberately pepper-sprayed as federal officers detained and ultimately arrested him while he documented protests in the Minneapolis suburb of Fort Snelling, Minnesota, on Jan. 15, 2026. …“ | From: „Photographer arrested, pepper-sprayed and tear-gassed by federal officers …“ Date of incident (January 15, 2026) | Source: https://pressfreedomtracker.us/all-incidents/photographer-arrested-pepper-sprayed-and-tear-gassed-by-federal-officers/

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“ … Photographer John Abernathy tossed his Leica camera to another photographer to make sure it wouldn’t be confiscated, while he was being detained and pepper-sprayed in Minneapolis … This should be the Leica photograph of the year! … “ | By LR (January 17, 2026) | Source: https://leicarumors.com/2026/01/17/epic-photographer-john-abernathy-tossed-his-leica-camera-to-another-photographer-to-make-sure-it-wouldnt-be-confiscated-while-he-was-being-detained-and-pepper-sprayed-in-minneapolis.aspx/

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John Abernathy – Documentary Photographer: I am a documentary photographer based in Minneapolis. My work focuses on public space and power, photographing from inside moments as they unfold. This work is made from within unfolding events. | https://www.abernathyphoto.com/

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Kontext #1

Hummus (26.01.2025): “ …
[Sie werden morgens auf dem Weg zur Arbeit festgenommen, von maskierten Männern nachts aus dem Bett gerissen oder plötzlich beim Einkaufen in große Autos mit schwarz getönten Scheiben gezerrt: Seit dem zweiten Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump geht die US-Einwanderungsbehörde ICE immer brutaler gegen Migranten vor. Die Tötung der US-Staatsbürger Renee Good und Alex Pretti durch Bundesbeamte in Minneapolis war deren jüngste Eskalation. Mit den 75 Milliarden US-Dollar, die ICE bis 2029 zur Verfügung hat, stellt die Behörde Tausende neue Mitarbeiter ein (und zahlt ihnen Boni von bis zu 50.000 Dollar), lässt neue Haftanstalten bauen oder alte wiedereröffnen. 65.000 Menschen sollen sich derzeit in Abschiebehaft befinden, ein Anstieg von fast 70 Prozent seit Januar vergangenen Jahres.Die US-Einwanderungsbehörde ICE hält so viele Menschen fest wie noch nie. Die brutale Migrationspolitik ist zu einem guten Geschäft geworden.] …

Also ein wilder Mix aus Faschismus und Wilder-Westen mit Bountyhunter privaten Gefängnissen und Oligarchen. Voll der Fiebertraum. Und eine Prise Blade Runner. …“
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Joe Shmoe (26.01.2026): “ … Das Schweigen Deutschland wird unerträglich laut. … Deutschland hat selbst Erfahrungen mit SA Truppen gemacht, das ist noch keine 100 Jahre her, und schweigt.
Gerade unsere Vergangenheit sollte uns Verpflichtung sein … Das sind wir nicht nur den Amerikanern schuldig, sondern der Geschichte und damit letztendlich uns selbst. …“
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Eichelhäher: “ … Die Gemeinsamkeiten deutscher und amerikanischer Prioritäten in der Politik kann jeder, der es will, sehen: Abschiebungen. …“
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Gevau (26.01.2026): “ … Die feuchten Träume der AfD-Extremisten gehen in Erfüllung. Ausgerechnet im ,Land of the free‘. .. [„Die AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag verschärft ihren Kurs: Zum Abschluss ihrer Klausurtagung in Oberbayern forderte sie eine Sonderpolizei zur schnelleren Aufgreifung und Abschiebung von ausreisepflichtigen Zuwanderern – nach dem Vorbild der USA.“ | Quelle: „AfD-Fraktion will Abschiebe-Polizei nach Trumps Vorbild ICE“ Christoph Dicke (BR24 Radio am, 23.01.2026) | Quelle: https://www.br.de/nachrichten/bayern/afd-fraktion-will-abschiebe-polizei-nach-trumps-vorbild-ice,V995hdW] …“
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Matthias Koch (26.01.2026): “ … Faschismus ist kein Betriebsunfall der Geschichte, er ist ihr Geschäftsmodell – immer dann, wenn Demokratie die Profite stört. Ohne das große Kapital gibt es keinen Faschismus. … Was in der US-Migrationspolitik geschieht, ist keine „harte Linie“, sondern eine industrialisierte Menschenjagd mit Bilanzkennzahlen. Verhaftungen werden zu Umsatztreibern, Abschiebungen zu Wachstumsstrategien, Haftplätze zu Renditeobjekten. Der Staat stellt die Gewalt, Konzerne liefern Software, Gefängnisse, Flugzeuge und Propaganda – und alle nennen es „Effizienz“. Das ist kein Ausrutscher, das ist Systemlogik. Autoritäre Politik schafft den Ausnahmezustand, das Kapital monetarisiert ihn. Menschenrechte werden zur lästigen Variable, die man aus der Excel-Tabelle streicht. Wer heute einsperrt, überwacht und deportiert, tut es nicht trotz, sondern wegen der Profitaussichten. Die immer gleiche Lüge lautet: Das habe nichts mit Faschismus zu tun, das sei Pragmatismus. In Wahrheit ist es Klassenpolitik mit Schlagstock und Algorithmus. Wenn Freiheit Kosten verursacht, wird sie abgeschafft. Wenn Angst Gewinne bringt, wird sie produziert. Faschismus trägt heute keinen Stahlhelm mehr. Er trägt Anzug, spricht von „Sicherheit“ und „Ordnung“ – und unterschreibt Verträge. Und solange sich Entrechtung rechnet, wird er nicht bekämpft, sondern finanziert. …“
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Mit Verlaub1 (26.01.2026): “ … Um den Profit zu steigern könnte man ja vielleich noch Formate a la Running Man ins Programm aufnehmen. … [Einschub: Menschenjagd ist ein Roman des US-amerikanischen Autors Stephen King, der als vierter Roman unter Kings Pseudonym „Richard Bachman“ herausgegeben wurde. Veröffentlicht wurde er durch den NAL-Verlag im Jahre 1982. … Der Roman spielt in einer nahen Zukunft – dem Jahre 2025 – und handelt von dem arbeitslosen Familienvater Benjamin Stuart Richards, der mit seiner Frau Sheila Catherine und seiner schwerkranken Tochter Catherine Sarah in der sogenannten Co-op-City, einer Slum-ähnlichen Wohnsiedlung, wohnt. Die Regierung und die öffentlichen Fernsehanstalten haben sich zu großen Allianzen zusammengefunden, Demokratie findet faktisch nicht mehr statt, und die Großstädte sind infolge der jahrelangen Misswirtschaft total verseucht. Im Fernsehen des Jahres 2025 finden makabere Gameshows statt. Mit Spielen wie „Tretmühle zum Reichtum“, an denen nur chronisch Herz-, Leber- oder Lungenkranke teilnehmen können, werden die Zuschauer unterhalten. Populärste Show des Jahres 2025 ist die Spielshow „Menschenjagd“ („Running Man“), in der Zuschauer und zu der Fernsehanstalt gehörige Jäger einen jeweiligen Kandidaten jagen und möglichst medienwirksam zu töten versuchen. Hierbei kommen oft nichtbeteiligte Personen zu Schaden. … | https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenjagd_(Roman) || Running Man ist ein US-amerikanischer Spielfilm frei nach Stephen Kings Roman Menschenjagd. Der Film hatte am 13. November 1987 Premiere in den USA und lief am 30. Juni 1988 in den westdeutschen Kinos an. … „Running Man ist nette Action-Unterhaltung […] Zweifelsohne hätte das Szenario allerdings mehr hergegeben. Diese Science-Fiction-Action mit mehr Gesellschaftskritik anzureichern, hätte dem Film gut getan. Jedoch kommt diese nur ganz am Rande vor und tritt im gesamten Mittelteil praktisch gar nicht auf. … Der Ausgang der Jagd ist gleichsam vorhersehbar, wie ausgezeichnet inszeniert.“ – Stefan Ludwig … Trivia: … Dweezil Zappas Charakter Stevie trägt im Film ein rotes Barett der Bundeswehr mit dem Abzeichen der Heeresflieger.| https://de.wikipedia.org/wiki/Running_Man | “ … The contestants are called “runners” and they are hunted by the “stalkers”, professional athletes who are beloved by the public for killing people who have been labeled criminals by their tyrannical government. …“ | https://bloody-disgusting.com/editorials/3471051/rerun-30-years-running-man/] …“ | [ … „Das Millionenspiel ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahre 1970 von Tom Toelle und wurde erstmals am 18. Oktober 1970 von der ARD ausgestrahlt. Das Drehbuch dazu verfasste Wolfgang Menge, der dafür die Kurzgeschichte The Prize of Peril des US-amerikanischen Schriftstellers Robert Sheckley adaptierte. In der Mockumentary geht es um eine Fernsehshow, in der ein Kandidat eine Woche lang vor Auftragskillern flüchten muss. Die Bevölkerung ist dabei ausdrücklich dazu aufgerufen, ihm entweder zu helfen oder ihn auffliegen zu lassen. … Der Film nahm inhaltlich viele in Deutschland erst später erfolgte Medien-Entwicklungen vorweg, z. B. Privatfernsehen, Quotenjagd, Reality-TV, Werbeunterbrechung … Ihren Höhepunkt findet diese Entwicklung vor allem in der „Berichterstattung“ des Thilo Uhlenhorst und seines Außenreporterteams (ebenfalls dargestellt von bekannten Fernseh- und Sportreportern), in der die Menschenjagd wie eine Sportveranstaltung kommentiert wird. … In dem Mockumentary-Thriller Strafpark von Regisseur Peter Watkins von 1971 werden Strafgefangene dazu verurteilt, in einer verlassenen Wüste innerhalb von drei Tagen eine Wegstrecke von 80 Kilometern zu Fuß zurückzulegen, um eine in der Einöde aufgestellte amerikanische Flagge zu erreichen und somit ihre Freiheit zu erlangen. Während des Fußmarschs werden die Verurteilten von bewaffneten Polizisten und Soldaten gejagt. … Die US-Filmreihe Die Tribute von Panem (2012–2015), auch als „Die Hungerspiele“ bekannt, hat ebenso ein Spiel um Leben und Tod mit zugeschalteten Zuschauern zum Thema. … Die südkoreanische Serie Squid Game von 2021, in der verschuldete Kandidaten gegeneinander um ihr Leben und ein hohes Preisgeld spielen müssen, war sozialkritisch angelegt, aber wegen der Brutalität der Darstellungen umstritten.“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Millionenspiel | “ … Wer die Frage stellen möchte, ob die von „Das Millionenspiel“ (D 1970) geäußerte Medienkritik nun subtil sei, der sollte sich vielleicht im zweiten Schritt selbst die Frage stellen, wie weit das fiktive Szenario des Films von unserer reellen privatwirtschaftlich organisierten Unterhaltungsindustrie noch entfernt ist? Die Antwort darauf fällt zwangsläufig schockierend aus. Und das quotenorientierte Denken eines politischen Systems, das kaltschnäuzig dazu bereit ist, allein für den Profit über Menschenleben zu gehen, klopft in seiner ganzen Bestialität doch schon längst an unsere medialen Pforten. … Herzstück der abartigen Samstagabendzeremonie ist Thilo Uhlenhorst (Dieter Thomas Heck), der seinen Beruf, wie alle Beteiligten, bar jeder Moral ansiedelt und all das gestelzte Showmastertum als Klebstoff der Geschichte fungieren lässt. … „Das Millionenspiel“ ist seiner Zeit offensichtlich weit voraus gewesen und hat inhaltlich nichts an seiner besorgniserregenden Aktualität eingebüßt – Ganz im Gegenteil. Hoch lebe der Voyeurismus. …“ | Quelle: https://www.moviebreak.de/film/das-millionenspiel-1]
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Kontexte & Kommentare zu: „US-Migrationspolitik: Diese Unternehmen profitieren von Donald Trumps Abschiebepolitik“ David Rech und Jona Spreter, Portland (26. Januar 2026) | Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/us-migrationspolitik-ice-donald-trump-unternehmen

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Kontext #2

“ … Die USA waren nach 1945 das Über-Ich der Bundesrepublik. … Die deutsche Kultur, Politik und Gesellschaft sind stärker als die anderer europäischer Länder in den vergangenen 80 Jahren von den USA geprägt worden. Die US-Popkultur erschien vielen nach 1945 Geborenen als Ersatz für die im NS-Terror zugrunde gegangen nationale Identität. …“ | Aus: „Deutschland und die USA: Der lange Abschied von Amerika“ Essay von Stefan Reinecke (25.1.2026) | https://taz.de/Deutschland-und-die-USA/!6144361 | Kontext #2A –> [Kulturelles Unterbewusstsein #10 … ] –> https://www.subf.net/fraktallog/?p=24387

Kontext #2B –> [“ … Zum Über-Ich gehören die Funktionen der kritischen Selbstbeobachtung, des Gewissens und der Ideale. Es ist Träger des Ich-Ideals und versucht dessen Ansprüche nach Vollkommenheit zu erfüllen. Große Teile des Über-Ichs sind dauerhaft unbewusst. … | https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturmodell_der_Psyche#%C3%9Cber-Ich]