[Paris #31 … ]

Lino Ventura als Zeitungsverkäufer Pascal. Paris im Jahre 1959.


// Tatort Paris ist ein französischer Kriminalfilm aus dem Jahr 1959.
// R: Gilles Grangier: „125, rue Montmartre“ (‚Tatort Paris‚ FR 1959)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Tatort_Paris

“ … Gilles Grangier, der Regisseur von „125 Rue Montmartre“, inszeniert Lino Ventura und Robert Hirsch in einer aufwendigen Produktion, typisch für das hochqualitative französische Kino der 1960er-Jahre, das sich durch straff inszenierte Drehbücher, präzises Schreiben, Studioaufnahmen, detailreiche Kulissen und gut vorbereitete Schauspieler auszeichnete, die jegliche Improvisation ausschlossen: das genaue Gegenteil der Nouvelle Vague! Dennoch wählt dieser Kriminalroman einen naturalistischeren, fast dokumentarischen Ansatz. Mehrere Szenen, die Jacques Lemare auf den Straßen von Paris drehte, besitzen heute historischen Wert. Neben der fesselnden Handlung des Romans bietet die Verfilmung eine interessante Sozialstudie der einzigartigen Welt des Zeitungsvertriebs. Die Sequenzen der Zeitungsabholung und des Zeitungsverkaufs in den Straßen der Hauptstadt sind äußerst faszinierend, fast so sehr wie die Handlung selbst. Diese ist zwar etwas vorhersehbar, wird aber von den Schauspielern, die Michel Audiards Dialoge vertonen dürfen, meisterhaft zum Leben erweckt. …“ Quelle: https://www.on-mag.fr/index.php/video-hd/blu-ray-dvd/19758-125-rue-montmartre

// https://fdb.pl/film/118423-125-rue-montmartre/pictures

Nachtrag #1

“ … Pathé Films veröffentlicht … „125, rue Montmartre“. … Die scharfsinnige Beobachtungsgabe des Films ist eine seiner größten Stärken. Da ist zunächst die nuancierte Charakterisierung von Pascal, der in einer bescheidenen Wohnung lebt, sein monatliches Einkommen dank der Tour de France verdoppelt und einem Fremden aus reiner Nächstenliebe Obdach und Vertrauen schenkt, während er gleichzeitig erklärt: „Er nervt mich. Ich mag normale Leute!“ Darüber hinaus werden das Zeitungsviertel, die Touren der Verkäufer und der Zeitungshandel als soziologische Merkmale im Film beleuchtet. Und dann ist da noch die Perspektive des Inspektors, dessen Zweifel letztendlich Pascal zugutekommen und der erklärt: „Ich mag es, wenn die Mörder zur Tatwaffe passen.“ Währenddessen wetteifern Missverständnisse und Verwechslungen mit Audiard-artigem Humor, während Lino Venturas Schauspielkunst und Jacques Lemares akribische Kameraführung diesen erstaunlichen Film „125, rue Montmartre“ noch weiter aufwerten. Ein Thriller, dessen kurze Anspielung auf die Todesstrafe, gerichtet an einen gutherzigen Unschuldigen, sicherlich in der Abolitionismusbewegung verwurzelt ist. …“ | Quelle: https://www.lemagducine.fr/sorties-dvd-blu-ray/125-rue-montmartre-film-gilles-grangier-movie-bluray-sortie-10014598/

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Notiz / Kontext: “ … 30. September 1981: Abschaffung der Todesstrafe in Frankreich – am 30. September 1981 stimmte nach der Nationalversammlung auch der Senat der Abschaffung der Todesstrafe in Frankreich offiziell zu. Seit 2007 ist die Todesstrafe in Frankreich zudem per Verfassung verboten. … Robert Badinter hielt eine aufsehen erregenden Rede vor der Nationalversammlung am 17. September 1981. Schon am Tag darauf erhielt er eine breite Mehrheit für seinen Gesetzesvorschlag, der mit 363 zu 117 Stimmen angenommen wurde. Am 30. September 1981 stimmte der Senat offiziell zu (160 zu 126 Stimmen) – die Todesstrafe in Frankreich ist abgeschafft (als letztes Land in West-Europa). Das Gesetz Nr. 81-908 trat am 9. Oktober 1981 formal in Kraft. …“
https://de.wikipedia.org/wiki/Todesstrafe_in_Frankreich (12. Oktober 2025)