[Kriegsschauplätze #34… ]

n-tv.de, Freitag, 21. September 2018: “ … Berlin (dpa) – Die Bundesregierung hat mehrere Waffenexporte an drei arabische Länder genehmigt, die am Jemen-Krieg beteiligt sind. … Der Krieg hat zu einer der schlimmsten humanitären Katastrophen weltweit geführt. …“ | https://www.n-tv.de/ticker/Waffenexporte-an-Jemen-Kriegsallianz-genehmigt-article20634391.html

Lorenz Hemicker (21.09.2018): “ … Die Bundesregierung sieht laut dem Magazin „Der Spiegel“ derzeit keine Möglichkeit, die Rüstungslieferungen im Falle von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Staaten zu stoppen. In beiden Fällen handele es sich um Komponenten von Rüstungsgütern internationaler Konsortien. Zudem kämen die Lieferungen nicht im Jemen zum Einsatz. …“ | http://www.faz.net/aktuell/politik/jemen-deutschland-liefert-neue-ruestungsgueter-an-saudis-15799549.html

Rückblende & Doppelbild | Kurt Krolop (1971): “ … Es ist keineswegs so, daß der Herausgeber der „Fackel“ […] die gesellschaftlichen Hintergründe und ökonomischen Voraussetzungen des imperialistischen Krieges nicht erfasst hätte. Er hat vielmehr früher und klarer als die meisten seiner Zeitgenossen nicht nur gewußt, sondern auch öffentlich gesagt, daß dieser Krieg eine „Auseinandersetzung moderner Mordindustrien“ sei, Ausdruck einer systemimmanenten ökonomischen Notwendigkeit, „Absatzgebiete in Schlachtfelder zu verwandeln, damit aus diesen wieder Absatzgebiete werden“. Aber seine kulturkritische Diagnose und kultursatierische Demonstration erschöpfte sich weder in der Einsicht, daß der imperialistische Krieg eine ordinäre „Handelsrauferei“ war, noch in der Feststellung, daß er nichts mehr von einem ritterlichen „Raufhandel“ an sich hatte; sie führte ihn vielmehr vor allem auf das Phänomen, daß die bewußte und unbewußte Lüge einer heroischen Phraseologie … Dem Satieriker, dem „Nörgler“, unter diesem Namen tritt Karl Kraus selbst in den „Letzten Tagen der Menschheit“ auf, bleibt die traurige Gewissheit von der Phantasiearmut, Unbelehrbarkeit und Vergesslichkeit einer Welt, die imstande sein wird auch die entsetzlichsten Massenschlächtereien als „Vergangenheit“ zu „bewältigen“, aus dem Kriegszustand zum Status quo der Kriegsbereitschaft zurückzukehren: „Nein, der Seele bleibt keine Narbe zurück. Der Menschheit wird die Kugel bei einem Ohr hinein und beim anderen herausgegangen sein.“ … “ | Aus: Karl Kraus – Vor der Walpurgisnacht – Auswahl 1925-33, Kap. „Dichtung und Satire bei Karl Kraus“ von Kurt Krolop (Seite 676-677) [Ausgabe von 1971]

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