Schlagwort: Fellini

[Fellini #37… ]

[Histoires extraordinaires: SPIRITS OF THE DEAD, Federico Fellini segment, „Toby Dammit“ (1968)] — Terence Stamp as a bored actor in Rome in the Toby Damnit episode | via https://www.moriareviews.com/horror/tales-of-mystery-and-imagination-1968-spirits-of-the-dead.htm

Erin (23. October 2017): “ … [Toby Dammit’s] ever-growing intoxication and mental and emotional instability are reflected by the film’s style. Fellini, speaking to writer Charlotte Chandler for her book I, Fellini, explained, “I consciously try to conceal the machinery of the film I am making. The spectator should not be conscious of my camera or my narrative techniques, unless I am making a film about making a film. So I ration obvious devices, like extreme close-ups or rapid cutting or odd camera angles. Style and technique are means to an end, not an end in themselves. In ‘Toby Dammit,’ however, I saw an opportunity to explore these devices more fully, apart from my feature films.” … Instead of bringing Toby’s world closer to real life, it adds an artificial quality that his black and white films don’t share. Everything is false — intentionally so. Even the pink and purple sky over the Colosseum seems as fake as the canned applause used in the television studio. …“ | https://cinematicscribblings.wordpress.com/2017/10/23/poe-by-way-of-fellini-toby-dammit-1968/

No One Here Gets Out Alive: Federico Fellini’s Toby Dammit (2007)
“ … In Fellini’s work we experience a world of faces, voices gestures, all moving in and out of the frame, all with their own unique characteristics. There seems to be no place in such a world for essences but only for the temporal confusion and the spatial mess of provisional truths. …“
https://www.lightmonkey.net/toby-dammit

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// Nino Rota – Toby Dammit Theme (Toby Dammit theme by Nino Rota from Federico Fellini’s short
// TOBY DAMMIT from SPIRITS OF THE DEAD)
// —> https://youtu.be/iR8XEohz52s

[Fellini #36… ]

Amarcord (Federico Fellini, 1973) … „A m’arcord“, das bedeutet im Dialekt von Rimini „ich erinnere mich“, auf Italienisch „io mi ricordo“ … | https://de.wikipedia.org/wiki/Amarcord

Adam Grinwald (20.05.2022): [‚Federico Fellini and the Exuberance of Memory‚] “ … The films of Federico Fellini are lathered in suds of the surreal; in his movies, characters succumb to the hallucinations of fantasies, memories, and daydreams, with the language of the films themselves intentionally blurring what’s actually happening and what’s merely imagined. … Through many expressionist flourishes, Fellini’s movies become less concerned with what actually happened in a given memory than they are with how that particular memory felt. … Fellini understands that much of the joy of memories comes from the actual reflection upon them. They aren’t always supposed to be factual, nor entirely accurate. It’s more about remembering how they once felt, how a given event may have once wowed you, moved you, changed you. Things may even become fantastic once you begin remember them. …“ | https://collider.com/federico-fellini-exuberance-memory-explained/



// Adam Grinwald (20.05.2022): [‚Federico Fellini und der Überschwang der Erinnerung‘] “ … Die Filme von Federico Fellini sind mit Schaum des Surrealen eingeseift; In seinen Filmen erliegen Charaktere den Halluzinationen von Fantasien, Erinnerungen und Tagträumen, wobei die Sprache der Filme bewusst verwischt, was tatsächlich passiert und was nur eingebildet ist. … Durch viele expressionistische Schnörkel beschäftigen sich Fellinis Filme weniger damit, was nach einer bestimmten Erinnerung tatsächlich passiert ist – eher damit, wie sich diese bestimmte Erinnerung anfühlt. … Fellini versteht, dass ein Großteil der Freude an Erinnerungen von der tatsächlichen Reflexion über sie herrührt. Erinnerungen müssen hiernach gar nicht immer sachlich oder ganz genau sein. Es geht mehr darum, sich daran zu erinnern, wie eine Erinnerungen sich einst angefühlt haben, wie ein bestimmtes Ereignis einen selbst einmal beeindruckt, bewegt, verändert hat. Die Dinge können sogar fantastisch werden, wenn man beginnt, sich an sie zu erinnern. …“

[Fellini #30… ]

Fellinis Satyricon (1969)

“ … Tatsächlich stellt Satyricon einen der überzeugendsten Versuche dar, den Blick in die Antike als den in eine monströse Ferne zu formulieren, als Mixtur aus Pop und Byzanz. In dieser schillernden Version des Petronii Arbitri Satyricon findet sich das alte Erzählkino zum Scherbenhaufen klaustrophobischer Fragmente und fremdartiger Sackgassen zerschlagen. …“ | https://www.filmmuseum.at/en/film_program/calendar/production?veranstaltungen_id=1545032748824

// Der Film basiert auf dem Fragment des gleichnamigen satirischen Romans Satyricon
// von Titus Petronius Arbiter aus der Zeit um ca. 60 n. Chr.
// https://de.wikipedia.org/wiki/Fellinis_Satyricon

[Fellini #29… ]

Arno Widmann (19.01.2020): “ .. Mit „La Dolce Vita“ verlässt Fellini 1959 die Nachkriegsgeschichte und stürzt sich in die Gegenwart. Wozu sind wir auf der Welt? Wozu lebe ich? Was fange ich mit dem Leben an? Diese Fragen scheinen in einer Welt, die die Trümmer hinter sich gelassen hat, in einer Demokratie, eher noch drängender geworden als sie es in Diktatur und Krieg gewesen waren. Das hat seine Komik, aber die nimmt den Fragen nichts von ihrem Ernst. Wir neigen dazu, die Wohlstandsinnsuche zu verspotten. Fellini ist da keine Ausnahme. Er kommt her von der Karikatur. Er hörte nie auf, sie zu lieben. Aber er hörte auch nie auf, die zu lieben, die er karikierte. Fellinis Menschen sind Clowns mit großen Nasen, großen Brüsten, mit breiten Mündern. Sie sind Karikaturen. Dazwischen er selbst als Marcello Mastroianni, ein gutaussehender Fremder, der fasziniert ist von den ihn umgebenden Erscheinungen, der ihnen erliegt, aber immer wieder aufsteht und schüchtern weitergeht. … “ | https://www.fr.de/kultur/tv-kino/fellini-100-geburtstag-liebte-karikierte-13450960.html

(20.01.2020): “ … Alexandra Friedrich: Und mit welchen Blick schaut Fellini auf die Frau? – Antje Dechert: Fellini hat in einem Interview selbst von sich gesagt, dass er immer Frauen kreiert hat, wie sie von einem bestimmten Männertyp zu seiner Zeit gesehen wurden. Diese hypersexuellen Frauen hätte er für das „naschhafte, unreife, infantile Auge eines unterentwickelten Mannes“ kreiert, und damit kritisierte er immer wieder diese offizielle, sehr rigide Sexualmoral der damaligen italienischen Gesellschaft, die vom Katholizismus sehr beeinflusst war und von der auch viele seiner männlichen Zeitgenossen sehr geprägt waren.
Sexualität, vor allem die weibliche, war öffentlich weitgehend ein Tabuthema. Das Frauenbild zerfiel für viele in zwei Extreme: die keusche, heilige, engelhafte Frau auf der einen Seite und die Prostituierte, die dämonische Frau auf der anderen Seite. Fellini kreiert diese Bilder immer wieder in seinen Filmen, lässt sie dann aber auch in sich zusammenfallen, indem er sie auch vermischt. Da funktioniert diese eindeutige Zuweisung nicht mehr. Er zeigt Männer und Frauen, die an genau diesen Idealen ihrer Zeit scheitern und nach alternativen Beziehungsformen suchen. In „La dolce vita“ sieht man das zum Beispiel ganz deutlich: Da sieht man Frauen, die ihre Sexualität ganz selbstbewusst leben, und Männer, die mit diesem patriarchalischen Männlichkeitsbild überhaupt nicht zurechtkommen. Da sieht man Marcello Mastroianni als gescheiterten Klatschreporter, der gar nichts auf die Reihe kriegt – weder beruflich, noch schafft er es, eine Familie zu gründen, eine feste Beziehung zu führen. Diese gescheiterten Typen zeigt Fellini aber positiv, und damit ist das auch ein Aufruf zu anderen Lebensformen und Werten. Er ist da seinerzeit sehr voraus: Er greift vieles auf, was dann die 68er-Bewegung in Italien aufgreifen wird. … Eine letzte Hommage an sein Werk war der auch in Deutschland erfolgreiche Film „La Grande Bellezza – Die große Schönheit“ von Paolo Sorrentino. Fellinis Werk ist nach wie vor für viele Inspirationsquelle und als solche bisher auch unübertroffen im italienischen Kino. …“ | Quelle: https://www.ndr.de/kultur/Antje-Dechert-zum-100-Geburtstag-von-Federico-Fellini,fellini106.html

(16 March 2020): “ … Searching for an earlier film that might offer readier access to the director’s distinctive style and vision, the author settled on Le notti di Cabiria (Nights of Cabiria 1956). … Le notti di Cabiria proves to be an excellent starting point from which to explore what John C. Stubbs calls “the Fellini manner.” When the author teaches Le notti di Cabiria , she first addresses students’ discomfort with the film’s lack of conventional plot and with what they describe as its “confusing ending”. …“ | https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/9781119431558.ch43

[Fellini #18… ]

„A director´s notoebook“ by Federico Fellini shot in 16mm (54 Minutes, 1969) | Fellini discusses his views of making motion pictures and his unorthodox procedures. He seeks inspiration in various out of the way places. During this film viewers go with him to the Colisseum at night, on a subway ride past Roman ruins, to the Appian Way, to a slaughterhouse, and on a visit to Marcello Mastroianni’s house. Fellini also is seen in his own office interviewing a series of unusual characters seeking work or his help.

via

[Fellinis Intervista… ]

„…Ein Versuch zu sagen: ich habe nichts zu sagen. Ein Versuch, von der Unmöglichkeit des Erzählens zu erzählen. … Dies ist ein Film ohne Perspektive, ohne Handlung, ohne Helden … Ja, soviel kann ich sagen: es ist ein ziemlich unverschämter Film, der mir von Anfang an in dreister und unverfrorener Weise gesagt hat: „Ich brauch niemanden, brauche keine Spezialisten, kein Fachwissen, keine Assistenten, denn das, was ich machen will, hat nichts mit dem gemein, was man eigentlich machen sollte, wenn man einen Film macht. … Ich mache mich selbst“ …Was sollte ich tun? …“ Aus: „Fellini Intervista“ S.158,163,164 (1987)

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“ … Kontrovers [wird] vor allem verhandelt, ob die Anwendung einer romantischen Ironietechnik der Objektivierung des jeweiligen Kunstwerks dienen sollte oder im Gegenteil subjektive Willkür im Kunstwerk walten lässt. … Jener stete Wechsel aus Selbstschöpfung und Selbstvernichtung … ist die erste von drei Grundauffassungen von Ironie … sie beschreibt also das Verhältnis von Autor und Kunstwerk. … In Ironie ist demnach alles nur Zeichen, Mittel zur Anschauung des Ganzen, Ironie ist ein symbolisches Verständnis alles einzelnen und notwendig begrenzten Seins als Teil der unendlichen Lebensfülle, das Bewusstsein um die ewige Agilität, um das unendlich volle Chaos. … In jenem ursprünglichen Sokratischen Sinne […] bedeutet die Ironie eben nichts andres, als dieses Erstaunen des denkenden Geistes über sich selbst, was sich oft in ein leises Lächeln auflöst. …“ | Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Romantische_Ironie

[The Variorum Fellini… ]


[THE CLOWNS (1970)]

… „So much has been written about Federico Fellini and his films, and so much of what has been written is quite good. But there’s one aspect of Fellini’s work about which all the books avoid going into detail.

Have you ever been surprised on a second viewing of a movie to find that it was significantly different from what you remembered? Memory is a malleable thing. We remember things differently from the reality, differently from the way others remember them. We even remember events that never happened at all. And, as has been demonstrated repeatedly, it is easy for one person to cause another person to remember events that never happened, or to misremember them, or not to remember things that did happen.“ …

THE VARIORUM FELLINI
=> http://rjbuffalo.com/variorum.html

[Das Meer aus Plastikfolien… ]

[…] But the most telling scene takes place at the German court, where the fop’s floweryprose is wasted on an assortment of Teutonic gnomes who speak no Italian or French.They ignore Casanova through dinner, throw wine across the room, and scurry up huge ladders to pound on an assortment of keyboards to an immense, Gothic pipe organ. Casanova is enraged, and sits alone with nose uplifted until the evening is almost over, when he is silently presented with a beautiful mechanical woman. In the most tender scene in the film, Casanova woos and seduces the doll. At the end when he is a doddering old man, vain and feckless andmocked by the women around him, his last thoughts return to the doll. “ (From: „Casanova: sex minus smut“ By SHANE McCUNE, THE UBYSSEY, Friday, March 11, 1977, Source)

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[…] „Vor Drehbeginn zu Satyricon (1969) sagte Fellini dem Maskenbildner: »Meine Menschen sollen nur Symbole sein. Sie sollen ausgegrabenen Tieren gleichen, deren Gesichter linear und brutal auf das Wesentlichste stilisiert sind.« Leblose Stilisierung und extreme Künstlichkeit bestimmen auch den Film Casanova (1976): Vorgeführt wird kein Virtuose der Liebeskunst, sondern ein sexueller Akkordarbeiter ohne eine Spur von Leidenschaft. Nur einmal wird er zärtlich, offenbar hat er eine Idealfrau gefunden: eine lebensgroße mechanische Puppe.“ (Michael Töteberg, Aus: „Fellini: Der Zauberkünstler des Kinos“, Datum (?), Fundort)

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[…] „Das Meer ist aus Plastikfolien und man sieht die Schnur, woran der Mond aufgehängt ist, manchmal auch die Klebestellen an Donald Sutherlands künstlichem Kinn. […] in all seiner Künstlichkeit, Absurdität und hocherotischen Anti-Erotik ist es für mich einer der „wahrsten“ Filme über das 18. Jahrhundert überhaupt.“ (Von Von X, 4. Dezember 2005, Quelle)

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[…] Das treibende Movens ist [ ] die männliche Triebbefriedigung. In diese Reihe gehören die Kunstfrauen, von Hoffmanns Olimpia über Villiers Eva und Durrells Iolanthe, über Kokoschkas Puppenfetisch, den er von Alma Mahler anfertigen ließ, nachdem diese ihn verlassen hatte, und für dessen Anfertigung er der Puppenmacherin peinlich-komische Anweisungen mit allen Details machte, bis zu den Puppen, mit denen Casanova in Fellinis Casanova-Film den Geschlechtsakt ausübt oder bis zu Beate Uhses aufblasbaren Gummipuppen. Immer fungiert die Androide als Ersatz einer nicht anwesenden, verlorenen oder vermißten geliebten Frau: aus Liebessehnsucht, als Wunschprojektion und als Lustobjekt. …

Aus: „„Elektronische Hirne“. Zur literarischen Genese des Androiden (Ringvorlesung Duisburg Sommersemester 1997)“ Von Prof. Dr. Gunter E. Grimm
Quelle: goethezeitportal.de/fileadmin/PDF…