[Alexander Kluge (1932 – 2026)… ]

Man hat ihn einen Ein-Mann-Nachrichtendienst genannt: Alexander Kluge in einer Aufnahme aus dem Jahr 1982 | via
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“ … „Das Herz hat einen Verstand, den der Verstand selbst nicht versteht, sagt Pascal.“ Eben deshalb konzentriert sich Kluges Nachdenken und Erzählen nicht auf die große Geschichte. Genauso wichtig, vielleicht wichtiger ist die Sphäre des Alltags, des scheinbar nur Privaten, des Kuriosen und des Übersehenen. …“ | Aus: „Der Chronist der Gefühle“ Rolf-Bernhard Essig (Frühere Ausgaben Nr. 2, Februar 2007) | Quelle: https://literaturkritik.de/id/10458
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“ … „Denn die Wünsche und das Mögliche gehören zur Realität. Und der Antirealismus des Gefühls: Dass ich mich weigere, eine Realität, die nicht auf mich eingeht, zu akzeptieren, sondern sage, ich setze meine eigene Realität dagegen, dieser Eigensinn ist etwas, was für Menschen zum Realismus gehört. Realismus ist nicht Abbildung von Tatsachen.“ …“ (Alexander Kluge im Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 14./15. Januar 2012) …| Aus: „140 | Vom Juckreiz unterdrückter Gefühle“ Götz Eisenberg (13. April 2026) | Quelle: https://durchhalteprosa.de/2026/04/13/140-vom-juckreiz-unterdrueckter-gefuehle/
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„… Subversiv ist Kluge [auch] in seinem Begriff von Öffentlichkeit, einer der kostbaren und unverzichtbaren Ressourcen eines Gemeinwesens. Interessanter, als die Auslieferung der Bild-Zeitung zu verhindern, ist es, eigene Zeitungen zu gründen, Filme zu drehen und Bücher zu schreiben: Gegen schlechte Filme, Zeitungen, Fernsehsendungen helfen nur gute Filme und Zeitungen. Das ist Kluges Projekt der Gegenöffentlichkeit. … Zu Kluges Begriff der Öffentlichkeit gehört, dass ihre Teilnehmer und Nutzer erwachsene Menschen sind, nicht Reiz-Reflex-Kunden einer Bewusstseinsindustrie, deren Daseinszweck die Monetarisierung von Aufmerksamkeit ist, etwa als Einfallstor für Werbung. Dass Kluge in der Frühzeit des Privatfernsehens dieses Geschäftsmodell eine „subtile Form des Menschenhandels“ genannt hat, trifft erst recht für die heutige Aufmerksamkeits-Verwertungs-Industrie der Internetkonzerne zu, neben deren Raffinesse das Trash-Fernsehen der Privatsender rührend altmodisch wirkt. … Kluges Fernsehen sei „Zirkus mit 12-Ton-Musik“ stöhnte der damalige RTL-Chef Thoma seinerzeit. Das ist nicht die schlechteste Charakterisierung des Werks dieses erstaunlichen Künstlers. …“ | Aus: „Der Landvermesser“ Peter Laudenbach (14.2.2022) | Quelle: https://taz.de/Alexander-Kluge-wird-90/!5831147/
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„… Alexander Ernst Kluge (* 14. Februar 1932 in Halberstadt; † 25. März 2026 in München) …“ https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Kluge // “ … Deutschland im Herbst ist ein Episodenfilm, der sich mit der bundesdeutschen Gesellschaft zur Zeit des RAF-Terrorismus unmittelbar nach dem „Deutschen Herbst“ 1977 auseinandersetzt – wobei diese Zeit erst nachträglich gemäß dem Filmtitel benannt wurde. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland_im_Herbst