[Schatten #28… ]


Miss Arizona“ (Regie Pál Sándor, Ungarn 1988): Budapest, 1919. Der Juwelier Stein wird von Spezialeinheiten [verprügelt und entführt. Er kommt zu Tode als er aus dem fahrenden Auto springt. … Sie] finden nicht, wonach sie suchen: Seine Diamanten. Seine unbeschwerte Frau, Mici, und ihr kleiner Sohn werden von dem Musiker Rozsnyai gerettet, und der kleinen Gruppe gelingt schließlich die Flucht nach Italien. Fast zehn Jahre später, nach der Entdeckung der kostbaren Steine, kehren sie nach Budapest zurück, wo sie einen Nachtclub kaufen und ihn unter dem Namen Arizona weltberühmt machen. Mici, alias Miss Arizona, glaubt nun alles regeln und lösen zu können. Doch düstere Zeiten brechen an, in denen weder Beziehungen noch Geld oder Schmuck etwas bedeuten. | Siehe auch: https://en.wikipedia.org/wiki/Miss_Arizona_(1988_film)

“ … Das Schicksal einer Tingeltangel-Sängerin (Hanna Schygulla) und eines Entertainers (Marcello Mastroianni) in Budapest vor dem politischen Hintergrund der Jahre 1920 bis 1945. Eine ausgefeilt komponierte Tragikomödie, die über die private Geschichte hinaus die Verfallserscheinungen der bürgerlichen Gesellschaft und das Erstarken des Faschismus nachzeichnet. Die verhalten-distanzierte Darstellung kann sich auf gute Darsteller und eine kluge Dramaturgie stützen, die weniger Anteilnahme als Analyse einfordert. …“ | Aus: „Miss Arizona, Tragikomödie | Ungarn/Italien 1987 | 119 Min., Regie: Pál Sándor“ | Quelle: https://www.filmdienst.de/film/details/64195/miss-arizona

“ … Es war eine Enttäuschung für mich. Trotz der hervorragenden Besetzung und Crew. Ich war von Anfang an enttäuscht, als der Herbst 1920 mit dem Herbst 1944 vermischt wurde. Die Effekte und Akzente müssen zwar hervorgehoben werden, aber die Falschdarstellung ist widerlich – Budapest im Jahr 1920 war nicht dasselbe wie im Oktober 1944, die „Stein“-Leute wurden nicht hingerichtet – weder wegen ihrer Diamanten noch wegen ihrer Herkunft. Auch Italien im Jahr 1922 bekam gerade erst einen Vorgeschmack auf die Anfänge des Faschismus, doch auf dem Schiff schreien die Faschisten bereits in Uniform, unter dem Bild Mussolinis. Und so geht es weiter. In einem Film wie diesem wären historische Authentizität und faktische Genauigkeit wichtig. Ich fand ihn auch kitschig, obwohl ich Pál Sándors Filme im Allgemeinen mochte und viel von ihm erwartet hatte. …“ | crash48 2014 dec. 29. – 16:37:33 | „Téma: Miss Arizona“ | Quelle: https://port.hu/forum/miss-arizona/57929

“ … Ungarn näherte sich ab 1933 unter Ministerpräsident Gyula Gömbös aufgrund wirtschaftlicher Krisen und revisionistischer Propaganda politisch immer mehr dem NS-Staat an. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ungarn

“ … Das Jahr 1920 wies bereits viele Ähnlichkeiten zu 1944 auf. Rechtsextreme Partisanen wüteten damals schon im Land, und kurz darauf wurde der Numerus clausus verhängt, der die Möglichkeiten des Landes stark einschränkte und viele Genies zur Flucht zwang [„Das Gesetz XXV/1920, das so genannte Numerus Clausus-Gesetz, das von der ungarischen Nationalversammlung im September 1920 verabschiedet wurde, hat den zweifelhaften Verdienst, das erste antisemitische Gesetz der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gewesen zu sein….“ | Quelle: https://www.vwi.ac.at/index.php/forschung/forschungsschwerpunkte/abgeschlossene-projekte/der-numerus-clausus-in-ungarn]. Die Probleme begannen nicht erst im Herbst 1944, sondern waren im Jahr 1920 bereits in vollem Gange. Der Film Miss Arizona (1988) thematisiert ja genau diese Tatsache: Es begann nicht 1944, sondern es war ein Prozess, dessen Gefahren sich die Figuren im Film zu spät bewusst werden. Die Gefahren kamen ja nicht plötzlich wie ein Blitz aus heiterem Himmel, sondern es war eine sich steigernde Entwicklung, welche viele nicht wahrhaben wollten. …“ | Sindelar (2023 jan. 22. – 03:28:45) „Téma: Miss Arizona“ | Quelle: https://port.hu/forum/miss-arizona/57929