[Interieur #12 … ]

„Kleines Zelt und große Liebe“ (BRD, 1956)

// “ … der Wert des Films als historische Quelle für Bewusstseinslagen und Mentalitäten …“ (Peter Stettner) // Quelle: http://www.geschichte-projekte-hannover.de/filmundgeschichte/uploads/dokumente/hannover-im-film/aufsatz1.pdf

Jochen Kürten (28.02.2012): “ … Die 1950er Jahre waren künstlerisch ein Desaster für den deutschen Film. Es dominierten Heimatfilme, die verklärend ein Bild deutscher Provinz zeichneten, das nichts mit der Wirklichkeit zu tun hatte. Harmlose Lustspiele, sich vor der Wahrheit drückende Kriegsfilme, seichte Unterhaltungskost – das war für viele Jahre der deutsche Film. ..“ | Aus: „50 Jahre Neues Deutsches Kino“ | https://www.dw.com/de/50-jahre-neues-deutsches-kino/a-15771203

// “ … Träumen ist eine Erfahrungsmodalität, bei der die Beteiligung anderer ausgeschlossen ist. …“ | Aus: „Der Traum. 100 Jahre nach Freuds Traumdeutung.“ Brigitte Boothe (16. Oktober 2000)

// “ … Das Empfindungsbild hebt neben der Zeit des Filmbildes und der realen Zeit der Wahrnehmung der Zuschauerin auf eine dritte zeitliche Bewegungsdimension ab, die sich im „Wahrnehmungsraum des Publikums“ realisiert. Das Empfindungsbild verwirklicht sich für Kappelhoff zwischen der Zeit des kinematographischen Bilds und der [realen] Zeit der Wahrnehmung des Zuschauers […]. Identifikation und Einfühlung benennen also das Vermögen des Publikums, sich in seiner affektiven Bewegung in eine Synchronizität zu solchen zeitlichen Figurationen zu bringen; sie benennen die Fähigkeit, eine Ausdrucksbewegung in einer Empfindungsbewegung an sich selbst zu reproduzieren und diese als eigene Empfindungsfähigigkeit zu genießen. (a.a.O., 172; vgl. auch Kappelhoff 2006) Dass Kappelhoff sowohl von der Zuschauerin als auch vom Publikum spricht, verweist zum einen auf das Kino als sozialen Ort gemeinsamen, gleichzeitigen Sehens und zum anderen auf das Empfinden als eine Bewegung, die sich an einer jeden einzelnen Zuschauerin realisiert und die nichtsdestotrotz – wie für Sobchack – eine intersubjektive Dimension des filmischen Wahrnehmungsprozesses meint, die sich durch das kinematographische Bild realisiert. … Die Ausführungen zum Zuschauergefühl verdeutlichen, auf welche Weise mit der Analyse der ästhetischen Erfahrung Sinnbildungsprozesse untersucht werden können. Begreift man im Anschluss an Kappelhoffs Kinokonzeption Genre als Erfahrungsmodalität, so lässt sich über die kinematographische Inszenierung der Sinnhorizont und das Bedeutungspotenial von Filmen als spezifischer Realitätsbezug bestimmen. … [es] gilt [] weniger zu untersuchen, welche Geschlechterbilder die Filme zeigen, sondern,welche Formen von „Frau-Sein“ sie erfahrbar machen. Mit anderen Worten, es geht um die Frage, wie sich Geschlechtlichkeit als Erfahrung bzw. Filmerfahrung fassen lässt. [ …] Die Erfahrungsmodalität lässt sich also, so meine These, nicht ohne die theoretischen Auseinandersetzungen um Geschlechterpolitik begreifen. …“ | Aus: „Film, Feminismus und Erfahrung – Chick Flicks oder das Genre des gegenwärtigen Woman’s Film“ – Dissertationsschrift zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Philosophie von Sarah-Mai Dang (2014) | Quelle: https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/5247/Dang_Sarah-Mai.diss.pdf?sequence=1&isAllowed=y

1956 : Chronik — 6. Internationale Filmfestspiele Berlin – 22. Juni – 03. Juli 1956: “ … Wie sehr politische Akzente gerade in Berlin mit einer gesteigerten Empfindsamkeit wahrgenommen wurden, zeigen zwei Beispiele aus demselben Jahr 1956. Alfred Bauer hatte die unabhängige Aufführung von DEFA-Filmen in der Filmbühne am Steinplatz durch seinen Protest beim Berliner Senat verhindert. Die Veranstaltung war von der Berliner Zille-Gesellschaft geplant worden und stand unter dem Motto der „Völkerverständigung“, dem sich ja auch die Berlinale offiziell verpflichtet fühlte. Wurde Bauers Handeln hier von vielen als unglücklich empfunden, so verhinderte er grundlegende Kritik an seiner Person mit der Entscheidung, Alain Resnais Film Nuit et Brouillard (Nacht und Nebel) am Rande des Festivals in einer Sondervorführung zu zeigen. Der Film dokumentiert die Verbrechen der Deutschen im Konzentrationslager Auschwitz und war zuvor auf Einspruch der Bundesregierung in Cannes aus dem Festival-Programm genommen worden – mit dem beschämenden Argument, dass der Film der „Völkerverständigung“ nicht dienlich sei. …“ | Quelle: https://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/1956/01_jahresblatt_1956/01_jahresblatt_1956.html

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published / Required fields are marked *