[Kunstschutz-Offiziere und Trophäenkommissionen… ]

[…] Unter dem Begriff Beutekunst versteht man grundsätzlich während des Krieges geraubte Kulturgüter aus Kirchen, Schlösser, Bibliotheken, Museen und Universitäten des Kriegsgegners. Speziell die Raubzüge der Nationalsozialisten währen des Zweiten Weltkrieges, die als „größter Kunstraub aller Zeiten“ gelten, haben das Wort geprägt. Doch es kam auch auf Seiten der Alliierten, speziell Russlands, zu ähnlichen Aktionen, die sich im Zuge des wachsenden militärischen Erfolges und der Rückeroberung von besetzten Gebieten abspielten.

[…] Im Zweiten Weltkrieg ging der Raub von Kunst so organisiert vonstatten, wie nie in der langen Geschichte der Menschheit. Die Diktatoren Adolf Hitler und Josef Stalin übertrumpften sich gegenseitig, wie Historiker belegen. Bereits Jahre vor dem Überfall auf seine Nachbarstaaten hatte Hitler Kunst-Kundschafter ausgesandt, Spione, die als Gäste kamen. Unter dem Vorwand von Kulturforschung und wissenschaftlichem Austausch durchkämmten deutsche Sachverständige europäische Museen und Kunstdepots. Im Krieg kamen hinter den Panzern der Wehrmacht dann immer so genannte Kunstschutz-Offiziere, um die Beute waggonweise abzutransportieren. Oft brauchten sie nur ihre Listen abzuarbeiten. Nach Hitlers Niederlage drehte sein sowjetischer Gegenspieler den Spieß um. Mit den „Trophäenkommissionen“ hatte Stalin das Gegenstück zu den deutschen Kunstschutz-Offizieren geschaffen.
Bruchstück aus: „Beutekunst“ (Lexikon)
Quelle: http://www.politikerscreen.de/t-online/lexikon_detail.asp?ID=95

lemon / 7 Oktober 2004 / Fraktal.Text

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