Schlagwort: Pressefreiheit

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #58… ]

Die Weltbühne, Wochenschrift für Politik, Kunst, Wirtschaft. Vollständiger Nachdruck der Ausgaben 1918 bis 1933. [16 Bände, komplett].

(Montag, 04. Januar 2021): “ … Assange … sitzt derzeit in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis. …“ | https://www.n-tv.de/politik/Mexiko-bietet-Assange-politisches-Asyl-an-article22269900.html

Sebastian Borger aus London (4.1.2021): “ … sämtliche Einwände der Verteidigung gegen das Vorgehen der US-Strafverfolger wies Baraitser zurück. Assanges Taten würden auch nach englischem Recht Straftatbestände darstellen. Ein unfaires Vorgehen sei ebenso wenig erkennbar wie politische Einflussnahme durch US-Präsident Donald Trump. Die Verteidigung hatte darauf abgehoben, dass in der Amtszeit von Barack Obama bis Jänner 2017 keine Anstalten gemacht worden waren, die Auslieferung zu erwirken. Erst unter Trump wurde das Verfahren angeschoben. …“ | Aus: „Justizcausa: Assange wird wegen Erkrankung nicht an USA ausgeliefert“ | Quelle: https://www.derstandard.de/story/2000122928235/julian-assange-wird-wegen-erkrankung-nicht-an-usa-ausgeliefert

gabs0110: “ … Ein schlechter Tag für die Pressefreiheit. Der Grund für die nicht-Auslieferung ist nur der gesundheitliche Zustand. Dass das Thema Pressefreiheit hier gar nicht zur Sprache gekommen ist …“

Sorenson: “ … Die Richterin begründet die Nicht-Auslieferung mit dem Gesundheitszustand von Assange. Warum hat sie dann nie etwas unternommen, um seine Haftbedingungen zu verbessern??? Und das trotz Aufforderung von zahlreichen Ärzten in offenen Briefen sowie Kritik des UNO Folterbeauftragten? Dieses Verhalten ist erbärmlich für eine Demokratie. …“

“ … Assange ist nicht einmal ein US-Bürger … [er] hat [ ] absolut keine Verpflichtungen – rechtlich, journalistisch oder ethisch [ ], US-Geheimnisse zu schützen. …“ | Der Journalist Glenn Greenwald hat die Debatte um das Verfahren gegen seinen Kollegen und die überbordende Selbstgerechtigkeit vieler Mainstream-Kommentatoren genutzt, um einmal etwas weiter auszuholen und über die Meinungsfreiheit im Westen zu reflektieren: „US-amerikanische Mythen über Freiheit und Tyrannei“ (04. Januar 2021) | https://www.nachdenkseiten.de/?p=68442

Kommentar von Bernd Pickert (4. 1. 2021): “ … Julian Assange, Chelsea Manning, Edward Snowden – keine*r von ihnen durfte aus Sicht der angegriffenen staatlichen Strukturen einfach ein normales Leben weiterführen. Die staatlichen Bemühungen, ihr Handeln zu ahnden, sind ungleich größer als jene, die Verbrechen zu verfolgen, die sie aufgedeckt haben. …“ | https://taz.de/Londoner-Urteil-zu-Julian-Assange/!5741252/

Heribert Prantl im Gespräch mit Manfred Götzke (23.02.2020): “ … Aufklärung … werde umgedeutet in Spionage, so Prantl [ ]. Der frühere CIA-Chef Mike Pompeo und jetzige US-Außenminister habe Wikileaks als Terrororganisation bezeichnet. Der angebliche Terror bestehe aber im Gegenteil aus der Aufdeckung von Terror, in diesem Fall den Kriegsverbrechen der USA im Irak und Afghanistan, an der auch Großbritannien nicht unbeteiligt gewesen sei. Auf diese Weise „wird aus Journalismus Spionage gemacht, die Aufdeckung von Verbrechen wird selbst zum Verbrechen“. Wikileaks bedrohe die politischen Eliten in [der] USA, England, Frankreich und […] Russland und letztendlich bestehe der ganze Sinn des Verfahrens [ ] darin, „jedem anderen Journalisten, jedem anderen Aufdecker und Aufklärer zu sagen: Denkt an Assange, wagt es nicht, die Geheimhaltung zu durchbrechen“. Insofern gehe nun auch um die Zukunft der Pressefreiheit – und darum, den politischen Pressionen zu widerstehen. … Assange werde von den USA „mit wütendem Einsatz verfolgt“, so Prantl. Diese nachhaltige Zerstörung der Persönlichkeit erstrecke sich auf die ganze Person. Dazu gehörten auch die Vergewaltigungsvorwürfe. Doch nach den Recherchen des UNO-Sonderberichterstatters für Folter sei das gesamte Vergewaltigungsermittlungsverfahren in Schweden mittlerweile eingestellt. „Aussagen wurde verfälscht, man stand unter politischem Druck – es ist kein Ruhmesblatt für rechtsstaatliche Demokratien, was da jahrelang passiert ist“, kritisierte Heribert Prantl. … „Notfalls müsste die deutsche Bundesregierung das machen, was sie sich schon bei Edward Snowden sich nicht getraut hat: nämlich so verdienten Whsitleblowern, Aufklärern Asyl anzubieten.“ …“ | https://www.deutschlandfunk.de/heribert-prantl-zu-julian-assange-es-gilt-fuer-jemanden.694.de.html?dram:article_id=470922

Wolfgang Kaleck (29.12.2020): “ … Seit sich … viele prominente Persönlichkeiten aus der ganzen Welt für Assange einsetzen, haben immerhin auch einige Medienvertreterinnen und Journalistinnen, etwa Masha Gessen im New Yorker, realisiert, dass es weniger um die Person von Julian Assange als vielmehr um das Prinzip geht. In Frage steht das Prinzip der Pressefreiheit und das Prinzip, als Journalist und Autor, wenn auch in unkonventionellen neuen Medien, Informationen zu empfangen und weiterzuverarbeiten. Die Pressefreiheit hat in all diesen Jahren schon enormen Schaden erlitten. Denn natürlich sollte das Vorgehen gegen Assange nicht nur ihn selbst und Wikileaks, sondern auch alle Medienvertreterinnen davon abhalten, in Fällen von „nationaler Sicherheit“, Kriegsverbrechen und ähnlich gelagerten Situationen offen zu berichten. Alle sollen die Schere im Kopf haben, und insbesondere solche, die keinen Medienkonzern hinter sich wissen, müssen sich unabhängig davon, wie das Verfahren letztlich ausgeht, vorsehen, was und was nicht sie veröffentlichen. Schon Carl von Ossietzky, der spätere Friedensnobelpreisträger von 1935, hatte sich während des Weltbühnenprozesses 1931 in der Weimarer Republik gegen einen ähnlich gelagerten Spionagevorwurf zu verantworten. Von Ossietzky berichtete damals über die Aufrüstung der Reichswehr, die Schwarze Reichswehr. Wie der Prozess endete, ist bekannt: Er wurde von den Nazis in ein KZ verbracht und dort misshandelt, gefoltert und verstarb schließlich 1938 an den Folgen der Haft. … Es geht nicht darum, die Johnson-Regierung oder die Trump-Regierung mit den Nazis zu vergleichen. Entscheidend ist vielmehr, dass schon zu anderen historischen Epochen immer wieder hart um die Pressefreiheit gekämpft werden musste und dass ehrenwerte Journalistinnen wie Carl von Ossietzky letztlich dafür mit dem Leben bezahlen mussten – und dass offensichtlich unsere Gesellschaften aus diesem Exempel nicht gelernt haben. …“ | https://netzpolitik.org/2020/julian-assange-pressefreiheit-vor-gericht/

Portrait of Julian Assange in Digital style by VitaliVVitaliV




Kontext / Nachtrag #1

Chris Hedges: The Empire is Not Done with Julian Assange (January 4, 2021): „… “For those who ran the American empire, the truth hurt,” Ratner writes. “For the rest of us, it was liberating. With the 2010 release of the Collateral Murder video, the Afghan War Logs, the Iraq War Logs, and Cablegate,WikiLeaks went far beyond traditional investigative reporting. It proved that in the new digital world, full transparency was not only possible, but necessary in order to hold governments accountable for their actions.” … “I couldn’t get over the irony of it all,” Ratner writes. “On trial was the whistle-blower who leaked documents showing the number of civilians killed in Iraq, the Collateral Murder video, Reuters journalists being killed, children being shot. To me, the people who should be the defendants were the ones who started the Afghan and Iraq wars, George W. Bush and Dick Cheney, the officials who carried out torture, the people who committed the very crimes that Bradley Manning and WikiLeaks exposed. And those who should be observing were the ghosts of the dead Reuters journalists and the ghosts of the children and others killed in Iraq and Afghanistan.” … “ | https://consortiumnews.com/2021/01/04/chris-hedges-the-empire-is-not-done-with-julian-assange/

Kontext / Nachtrag #2

Kai Biermann (4. Januar 2021): “ … Seit seiner Festnahme im April 2019 ist Julian Assange nahezu vollständig abgeschottet. Er befindet sich im Belmarsh-Gefängnis am Rande von London, einem Hochsicherheitsgefängnis für Mörder und Terroristen. Er sitzt in einer Einzelzelle und darf diese nur für eine halbe Stunde pro Tag verlassen, wie ein Freund von ihm im April 2020 berichtete. Besuche sind streng begrenzt und derzeit aufgrund der Corona-Pandemie kaum noch möglich, berichtet seine Partnerin, Stella Moris.
Assanges Verteidiger beklagten von Anfang an, dass sie kaum Zeit bekommen hätten, um mit Assange zu reden. Er habe nicht einmal Zugang zu den Akten seines Falles erhalten. Es sei unter diesen Bedingungen kaum möglich gewesen, die Verhandlungen über das Auslieferungsverfahren vorzubereiten. Erst nach diversen Protesten seiner Anwältinnen und Anwälte konnte Assange seinen Fall auch mit Hilfe der dazu gehörenden Unterlagen verfolgen.
Für die Dauer des Verfahrens wurde Assange auch nicht gegen Kaution oder in einen Hausarrest entlassen, wie die Verteidigung es gefordert hatte. Dabei gilt sein Gesundheitszustand seit Jahren als bedenklich, die Bedingungen seiner Haft haben ihn nicht verbessert. …“| Quelle: https://www.zeit.de/digital/2021-01/julian-assange-wikileaks-auslieferung-usa-gericht-entscheidung/komplettansicht


Zwischentöne #27.6: “ …Die jahrelange Zermürbungstaktig und Einschüchterungspolitik der USA (gemeinsam mit Schweden, GB und durch Druck auf Ecuador), diente zur Zerstörung von Assange, wenn nicht körperlich, dann eben psychisch. Selbst die Einordnung der britischen Haftbedingungen als Folter durch den zuständigen Beauftragten der UN hat nicht dazu geführt, dass D oder die EU dagegen protestierten. Nun die verlogene Freude, dass es der englischen Richterin gelungen ist, Assange seinen US-Häschern vorzuenthalten. Aber nicht, weil die US-Vorwürfe unbegründet seinen sondern aus „medizinischen“ Gründen (Suizidgefahr). Sie erteilt den USA Absolution und der Böse bleibt Assange, der sich durch seine „selbstverschuldete“ psychische Instabilität der Verfolgung „böswillig“ entzieht. Wehe ihm, wenn es ihm besser geht. Z.Ko. …“

Throatwobbler_Mangrove #29: “ … Gibt es eigentlich irgendein Statement unserer menschenliebenden Kanzlerin oder ihres Außenministers zu dieser Personalie? Also ein direktes Statement und nicht nur Seiberts Allgemeinplätze? Was sagt Frau Merkel denn eigentlich so zur Behandlung Assanges? Wird sie sich für bessere Haftbedingungen einsetzen? Ihn gar besuchen, wie sie es bei Nawalny getan hat? …“

Parabel #29.1: “ … Unsere Regierung wagt es nicht, sich gegen die US- Supermacht aufzulehnen. Ein peinlicher Untertanengeist. …“

[Journalismus (und Pressefreiheit) #19 … ]

Peter Limbourg (3. Mai 2016): “ … Weltweit aber ist die Lage dramatisch. Gefälligkeitsjournalismus und Selbstzensur sind auf dem Vormarsch. Kritischen Medienhäusern wird die wirtschaftliche Basis entzogen. Staatliche Eingriffe, Verhaftungen, Einschüchterungen und körperliche Übergriffe bis hin zum Mord sind leider keine Ausnahme. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/welttag-pressefreiheit-limbourg

ChrisHamburg #25: “ … Ich wohne in Thailand. Hier soll demnächst über eine neue Verfassung abgestimmt werden. General Prayuth, der aktuelle Machthaber, verbittet sich aber jegliche Diskussion über das Thema. Sowohl in der Presse, als auch auf Facebook oder in politischen Parteien. Zuwiderhandlungen werden bestenfalls mit Umerziehungslagern (ist wirklich so), schlimmstenfalls mit Gefängnis bestraft. Darüber liest man in der deutschen Presse kein Wort, obwohl nach Thailand jedes Jahr hunderttausende Deutsche in den Urlaub fahren. Solche Presse- und Demokratieeinschränkungen interessieren in Deutschland keinen Menschen. … Wenn sich Deutsche über die angeblich fehlende Pressefreiheit echauffieren, lächelt ein thailändischer oder türkischer Journalist nur müde. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/welttag-pressefreiheit-limbourg?cid=6601350#cid-6601350

EinärgerlicherBürger #24: “ … Wie frei ist die Presse wirklich? In Deutschland gehören die allermeisten Zeitungen riesigen Verlagskonzernen, die wiederum wenigen sehr Reichen gehören. Der Staatsfunk ist von der Politik abhängig, die sie mit den Gebühren fürstlich entlohnen. Die Privatsender im Fernsehen gehören ebenfalls Konzernen. … Für mich ist die Pressefreiheit von der Meinungsfreiheit abgeleitet, … Alles in allem hat sich die Presse in Deutschland mit dem bestehenden System so gut arrangiert, dass echte Kritik kaum mehr zu lesen ist. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/welttag-pressefreiheit-limbourg?cid=6600686#cid-6600686

Zeitzeichenselbstmitdenker #17: “ … Journalisten, die Missstände beim Waffenhandel oder bei den Geheimdiensten, Großkonzernen und Banken aufdecken, müssen mit massiven Behinderungen in ihrer Karriere rechnen. Alles das und noch viel mehr (z.B. die gezielte Desinformation durch bestimmte Massenblätter) müsste am „Welttag der Pressefreiheit“ genannt und sehr viel breiter und nachhaltiger diskutiert werden. Ein „Gastbeitrag“ allein ist da ein bisschen arg wenig. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/welttag-pressefreiheit-limbourg?cid=6600203#cid-6600203

weisse Blume #10: “ … Mich interessiert auch wem gehört denn eigentlich die „Presse“, wer bezahlt die Journalisten, wer ist und warum der Chef… Ist nach den Antworten die Presse wirklich frei? Wer kauft und sendet eine Recherche wenn sie kritisch ist und nicht zum Stil des Vorstands des Senders passt?? …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/welttag-pressefreiheit-limbourg?cid=6599715#cid-6599715

„Studie: Deutsche halten Nachrichtenmedien für gelenkt“ (ZEIT ONLINE, 2. Mai 2016): “ … Die Mehrzahl der Menschen in Deutschland hält Nachrichtenmedien laut einer Studie für gelenkt, zu einseitig berichtend und zu wenig lösungsorientiert. Sechs von zehn Befragten sind sicher, dass auf Nachrichtenmedien Einfluss genommen werde, worüber oder auf welche Art sie berichten sollen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts TNS Emnid für die Medienforschung des Bayerischen Rundfunks. Nur gut ein Drittel der Befragten (34 Prozent) hält die Berichterstattung der deutschen Nachrichtenmedien für wirklich unabhängig. Als Handelnde im Hintergrund gelten insbesondere Regierung und Parteien und Wirtschaft – über Lobbyverbände und über den Druck von Werbekunden. Eine gesellschaftliche Kontrollfunktion im Sinne einer vierten Gewalt wird der Erhebung zufolge am ehesten Wochenzeitungen und Nachrichtenmagazinen, öffentlich-rechtlichem Fernsehen und Tageszeitungen zugestanden. Die Forscher bilanzieren in der Studie, es gebe ein allgemeines „Unbehagen gegenüber Politik, Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Eliten, das sich im Zuge der Krisen der vergangenen Jahre nun auch offensiv manifestiert“. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen

Kapaster #108: “ … Merkwürdigerweise kommen die „Lügenpresse“-Vorwürfe häufig von denjenigen, die sich dann tatsächlich auf Propaganda-Medien beziehen. … Letztlich stellt sich sehr häufig heraus, dass diesen Leuten gar nicht an einer objektiven Wahrheit gelegen ist, sondern einfach am Lesen ihrer Meinung. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6592488#cid-6592488

benyakov #111: “ … Ein Merkmal solcher Befragungen liegt darin, dass die Menschen aus völlig entgegengesetzten Motiven in die gleiche Befragtenkohorte gelangen können. Z.B. die Menschen, die manipulationsvorwürfe erheben, können dafür wahlweise die „reichen Besitzer der Medien“, die „links-grünen Redakteure“ oder die „Gruppe der Atlantiker“ verantwortlich machen, um nur einige Gruppen der Verdächtigen zu nennen. Ich selbst nehme in den Medien eher weniger Manipulation wahr, als eine Verengung der Kommentierung und Berichterstattung auf visionäre Zielsetzungen und Teilansichten der Wirklichkeit. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6592532#cid-6592532

humeric #112: “ … Die Umfrage wurde sicher von Russland bezahlt. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6592669#cid-6592669

Mainte #3: “ … Man kann die Parteilichkeit der Medien leicht an einem aktuellen und nicht so brisante Themen nachweisen. Der einseitigen Berichterstattung darüber, dass Gerichte die illegale Beteiligung der Verleger an den VG Wort Einnahmen der Autoren stoppen. Kein Wort der Entschudligung über den Raubzug, statt dessen eine flächendeckende Urteilsschelte. … Konklusio: Wer schon bei solchen Bagatellen einen PR Kriegszug los tritt, der wird bei den ganz großen Fragen dann objektiv sein? …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6590472#cid-6590472

Naseschwarz #7: “ … Darüberhinaus geht eine Mehrheit (60 Prozent) der Befragten davon aus, dass Medien berechtigte Meinungen ausblendeten, die sie für unerwünscht hielten. Ist schon ne Weile her, dass ich z.B. bei Themen der Außenpolitik (und hier ist die Berichterstattung besonders zweifelhaft) einen Artikel gelesen habe, bei dem zwei Meinungen gegenüber gestellt wurden. Eine solche Form der Berichterstattung (Meinung A gegen Meinung B) mit Nennung möglichst vieler Fakten, ist aber die beste Möglichkeit für den Medienkonsument, sich eine Meinung zu bilden. Was ich in 99% der Fälle lese ist Meinung A oder Meinung B, wobei Meinung B meist nur in ausländischen Medien zu finden ist. Und deshalb wundert es mich nicht, dass die Befragten so antworten. Denn flächendeckend nur eine Meinung zu lesen über längere Zeit, macht schon stutzig. Vorallem, wenn diese Meinung dann der offiziellen Meinung der Regierung entspricht. Aber immerhin ist Medienkritik wieder mehrheitsfähig. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6590491#cid-6590491

chagall1985 #28: “ … Das eigentliche Problem ist, das Journalismus von Journalisten betrieben wird. Also per Definition von studierten Menschen der Oberschicht die überhaupt kein Interesse daran haben, dass sich etwas ändert oder gerechter wird genausowenig wie die Eigner der Zeitungen die zu 80% 5 Familien gehören die allesamt Milliardäre oder Multimillionäre sind. Unser System versagt und steuert von Kollaps zu Kollaps und produziert unvorstellbare Ungleichheit in der Gesellschaft. Es wird nichts aber auch gar nichts ernsthaftes in den Leitmedien diskutiert um dieses System in Frage zu stellen. Musterbeispiel für mich sind immer die Arbeitslosenzahlen! Jeder Journalist mit einem Restfunken Anstand im Körper müsste sich übergeben oder lachen wenn er solche Zahlen ernsthaft und unkommentiert berichtet. Arbeitslos ist jeder der nicht in der Lage ist mit seiner eigenen Arbeit ein menschenwürdiges Leben mit Partizipation am gesellschaftlichen Leben zu führen. Das sind in Deutschland mindestens 10 Millionen die das nicht mehr selbstständig können. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6590720#cid-6590720

Garfield1 #35: “ … Die „Berichterstattung“ über die Vorgänge auf der Krim waren da „nur“ noch der Gipfel der Manipulation – und ja: der einseitigen Propaganda (wie z.B ständig den Menschen eine „Annexion“ eingehämmert wird, und die Lüge durch hundertfache Wiederholung zur „Wahrheit“ geworden ist – aber lassen wir das hier mal beiseite, da schon ausreichend diskutiert). Allerdings würde ich nicht unbedingt sagen, dass die Nachrichtenmedien GELENKT sind – jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne, wo man sich eine SED vorstellt, die den Nachrichtensprechern und Redakteuren in den Block diktiert. Diese Einseitigkeit hat andere und mehrere Ursachen, ich würde sogar sagen, der Einfluss der Politik ist eher der geringere. Viel gewichtiger sind die – selten direkten Vorgaben von Medieneignern oder Chefredakteuren, welche „Schreibe“ im Hause goutiert wird und welche nicht. Mit anderen Worten: wer sich bei Springer bewirbt, weiß durchaus, in welche Richtung die zu erwartenden Beiträge zielen sollen. Die angesprochenen Werbekunden haben natürlich auch enormen Einfluss. Und schließlich kommt eine Verflachung bei den Journalisten selber hinzu, die oft genug nur Agenturmeldungen abschreiben und bestenfalls „garnieren“. Der Papageien-Effekt ist enorm. Die wenigsten recherchieren selber nach, ob z.B. die „Annexion“ der Definition standhält usw. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6590778#cid-6590778

Sinnsuche #46: “ … Was ich heute bei den meisten Nachrichtenmedien vermisse ist echter kritischer Journalismus. Kritik wird meist sehr selektiv ausgeübt und richtet sich häufig gegen Russland und China (bereits seit Olympia 2008), selten aber gegen westeuropäische Staaten oder die USA. Dabei gibt es überall Missstände. Wenn ich sehe, wie Verdi-Streikende bei RTL immer als böse Quälgeister dargestellt werden, die kein Recht hätten, gegen niedrige Löhne anzukämpfen, wird mir ganz übel. Da kann mir keiner erzählen, dass hier nicht bewußt Meinungsmache betrieben wird…“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6590953#cid-6590953

Robert_Muc #37: “ … Spätestens bei der , meines Erachtens, skandalös einseitigen „Berichterstattungen“ in vielen deutschen „Leitmedien“ über die Ukrainekrise haben sich bzw. wurden diese Berichte als eindeutig nicht objektiv geoutet. Wenn es um Nato-Politik oder EU-Richtlinien von einer EU-Kommission erteilt, geht, – spätestens dann halte ich unsere Medien für meist unbrauchbar. Nein, – es wird nicht dauernd linientreu berichtet (das würde ja dann auch dem Dümmsten auffallen). Und gelogen wird auch meist nicht. Es wird bei Bedarf, meines Erachtens, die Wahrheit dann halt weggelassen. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6590814#cid-6590814

GrafRotz #51: “ … Es gibt selbstverständlich kaum staatliche Zensur in Deutschland, es ist selten, dass eine Pressekammer eines Gerichts tatsächlich eine Publikation verbietet. Aber was mir schon immer fehlt ist ein Journalist, der sich als Berichterstatter und Beobachter versteht. Alle Journalisten, so scheint es, lieben es hingegen Leitartikel und Kommentare zu verfassen. Meinung, Meinung, Meinung. Das wurde in den letzten Jahren sogar noch mehr, man sprach da vornehm von Dingen wie „Filterfunktion“ oder „die Dinge einordnen“. Aber wenn ich mir eine eigene Meinung bilden möchte und dazu einen Journalisten als recherchierenden, prüfenden und darstellenden Dienstleister verstehe, dann habe ich in Deutschland ein Problem. Das beginnt mit vergleichsweise harmlosen Dingen, wie dem informellen „Paket“ nicht über Selbstmorde zu berichten, geht über klar sichtbare „Kampagnen“ einzelner oder gleich mehrerer Redaktionen und reicht bis hin zu eindeutig sichtbarer sprachlicher Manipulation des Lesers (wenn ein Journalist etwas kann, dann präzise und subtile Subtexte gewünschter Art zu transportieren). Und da fühle ich mich in der Tat verschaukelt. Nicht nur will man mich manipulieren, man hält mich auch noch für doof genug das gar nicht zu bemerken. … und dann natürlich noch das Eigentor der kaputtgesparten Redaktionen, die großteils nur noch Agenturmeldungen durchschleifen, das mag nach „die stecken alle unter einer Decke“ riechen, ist aber einfach ungeschickt. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591103#cid-6591103

messokrat #65: “ … Ich erinnere mich an die Anfänge der Ukraine-Krise als die Medien von der Welle der Kommentare überrollt wurden. Was hat man gemacht: Kommentarbereiche gesperrt und alles wegmoderiert was nicht der Redaktionsmeinung entsprach. Die Kritiker wurden als [] Putin-Trolle, Alt-Stalinisten und rechte Spinner bezeichnet. … Es sollte die Medienmacher also nicht verwundern wenn das Misstrauen so groß ist sie haben dazu ganz gut beigetragen. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591452#cid-6591452

MarkVander #68: “ … Und heute hat man wieder den Eindruck dass der Zensurhammer nicht nach den Regeln der Nettiquette geschwungen wird wie behauptet, sondern nach der aktuellen Befindlichkeit der Moderation. Wo wir wieder bei dem Punkt sind warum man den Medien, in diesem Falle der ZON nicht so recht trauen mag: Weil die Messlatte bei den Kommentatoren wesentlich höher liegt im Vergleich zu den Artikeln. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591578#cid-6591578

Boing0815 #58: “ … In wie weit die Medien nun „gesteuert“ sind oder die „Unwahrheit“ schreiben, kann ich nicht beurteilen. Jedoch musste ich die letzten Jahre feststellen, dass eine Krise die nächste jagt und eigentlich genug Stoff vorhanden ist, bei denen sich die Medien richtig austoben könnten. Griechenland-Rettung, Ukraine-Krise, Flüchtlingskrise, TTIP… Alles Themen, die alles andere als eindeutig und leicht zu durchschauen sind. Alles Themen, die sehr komplex und je nach Blinkwinkel verschiedene Problemfelder aufweisen. Aber trotzdem hat man immer mehr das Gefühl, dass es keine Rolle mehr spielt, ob man nun die Nachrichten bei ZON, SPON oder sonstwoher bezieht. Die Berichte sind teilweise fast identisch. Ob es nun Gleichschaltung ist, oder einfach nur die Tatsache, dass alle voneinander abschreiben, weiß ich nicht. In jedem Fall beschleicht einem der Verdacht, dass unsere sogenannte 4. Gewalt ihren Job nicht mehr richtig macht, vollkommen egal was der Grund dafür ist. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591206#cid-6591206

Pantharadhei #57: “ … Der Wahrheit kann man sich immer nur annähern, indem man sich aus vielen verschiedenen Quellen informiert, nachdenkt und für sich selbst daraus Schlüsse zieht. Wer denkt, die Tagesschau könnte ihm DIE Wahrheit sagen, muss enttäuscht werden. “ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591203#cid-6591203

Wendelin Wiedeking #59: “ … Pressefreiheit: Als Gastredner einer Medienpreisverleihung sprach Vizekanzler Steinmeier Klartext über die Einengung des Meinungskorridors in Deutschland. Wörtlich zitiert die FAZ am 14.11.2014 einen Redeauszug Steinmeiers : … „Wenn ich morgens manchmal durch den Pressespiegel meines Hauses blättere, habe ich das Gefühl: Der Meinungskorridor war schon mal breiter. Es gibt eine erstaunliche Homogenität in deutschen Redaktionen, wenn sie Informationen gewichten und einordnen. Der Konformitätsdruck in den Köpfen der Journalisten scheint mir ziemlich hoch.“ (Zitat Ende)
Klar sprach Steinmeier an, was da in Deutschland derart limitierend auf die journalistischen Bewegungsspielraum wirkt: Der wirtschaftliche Existenzkampf, bei dem „Chefredakteure fast so häufig gefeuert werden wie Trainer in der Bundesliga, wenn der Abstieg droht“ … Im nun vorliegenden Artikel fehlt der Hinweis auf schnöde wirtschaftliche Zwänge. Heroischer klingt da die Fiktion, von radikalen Bösewichten in der Pressefreiheit behindert zu werden. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591217#cid-6591217

Reverend Wicks Cherrycoke #76: “ … Zentral gelenkt sind die Medien sicher nicht. In manchen Punkten aber sind sie sich verdächtig einig. Das betrifft vor allem geopolitische Brennpunkte und dabei vor allem das Weglassen von für die Meinungsbildung des Lesers entscheidenden Informationen. Es stehen drängende Fragen im Raum, die die Medien qua ihres Selbstverständnisses versuchen sollten zu beantworten, die sie aber, so will es scheinen, scheuen wie der Teufel das Weihwasser. … In diesen Angelegenheiten sind sich die Medien recht einig im Wegsehen. Das wiederum leistet, wie es immer so schön mit Bezug auf den NSU heißt, Verschwörungstheorien Vorschub. Ich mag mir aber nicht vorstellen, dass den Redaktionen in geopolitischen Fragen ein Maulkorb umgebunden wurde. Deswegen als freundlicher Hinweis: … Fragen harren der Beantwortung. Und, nein, sie gehen nicht weg. Und, ja, wenn man sich damit investigativ befasst, gewinnt man an Glaubwürdigkeit. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591760#cid-6591760

fufuvogel #80: “ … Fundsache: Bernd Ulrich (DIE ZEIT): Ulrich bestätigt das „journalistische Eingebettetsein“ von Journalisten in „amerikanische Denkart der Außenpolitik“ durch die Mitwirkung in amerikanischen Thinktanks als Grund für die Einseitigkeit und Gleichförmigkeit der Leitmedien. „Durch dieses journalistische Eingebettetsein hat die außenpolitische Debatte hierzulande zuweilen einen merkwürdigen amerikanischen Akzent, oft gewinnt man beim Lesen den Eindruck, als würde einem in Leitartikeln etwas beigebogen, als gäbe es Argumente hinter den Argumenten, fast glaubt man, eine Souffleur-Stimme zu hören. Das spüren auch jene, die von der Atlantik-Brücke gar nichts wissen, und das macht sie misstrauisch. Insofern sind auch die Journalisten in der Bringschuld, wenn es um einen neuen realistischen und ehrlichen Diskurs in der Außenpolitik geht und darum, Leservertrauen zurückzugewinnen: Sie müssen sich aus diesen Institutionen verabschieden.“ – Das ist doch mal Selbstkritik! …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591817#cid-6591817

sqrt #81: “ … Es bedarf keine parteidiktatorischen Zensurgremien wie in Nord Korea, um begreifen zu können, dass Journalisten nun mal bei den großen Verlagshäusern anheuern, und nur bei entsprechender Einstellung auch weiter kommen, und befördert werden. Die hiesigen Eliten halten keine Zentralkomitee-Sitzungen, und verhaften keine Journalisten. sondern ziehen die Fäden im Hintergrund: niemand sagt einem Redakteur, was unerwünscht ist, und was er zu schreiben hat. Denn das findet er schon selber in aller Stille heraus. … Die Eigentümer und ihre Netzwerke gehören zu dieser Elite. Und steuern das Geschehen subtil. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591819#cid-6591819

vincentvision #89: “ … Der große Verschwörungs- und Sinnsucherwahn der satten Wohlstandsbürger macht eben auch vor den Medien nicht halt. In Ermangelung echter Probleme und ausgestattet mit Meinungsfreiheit hebt so mancher sein Ego durch das zweifelhafte Hobby, hinter etwaige Kulissen schauen zu wollen – unabhängig davon, ob dort wirklich etwas zu finden ist. Und dass dort etwas zu finden ist, dafür sorgt schon das explodierende Internet, in dem jeder der etwas sucht, auch stets das passende findet. Und in selbsterfüllender Prophezeiung ist dann natürlich auch der krudeste Blog des noch so seltsamsten Vereins vielfach glaubwürdiger als etwa profane offizielle Statistiken. So sind sich die Wutbürger, Impfskeptiker, Medienkritiker oder Reichsbürger einig: die Wahrheit liegt in den Zeilen einzelner verirrter Zeitgenossen bar jeder Belege – jegliche offizielle Fakten sind in Bausch und Bogen gelogen, und die Presse ist das ausführende Organ der großen Lügenverschwörung des „Systems“. Aber sie, sie sind die einzigen, die das üble Spiel durchschaut haben… Denn wer sonst keine Probleme hat, der muss sich welche schaffen, um sich zu spüren. Und es wäre ja noch schöner, wenn sich auf der Insel der Glückseligen nicht irgendetwas fände, was das Glück trübte – so einfach kann, ja darf das ja alles nicht sein. … [ louder-than-bombs #89.1: “ … „Der große Verschwörungs- und Sinnsucherwahn der satten Wohlstandsbürger macht eben auch vor den Medien nicht halt.“ Verschwörungstheorien waren, bis zu deren Aufdeckung, auch mal, daß die NSA flächendeckend überwacht. …] “ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6592036#cid-6592036

FreundHein #116: “ … Ich glaube eher, daß es die gemeinsame Sozialisation der Journalisten und die Fraternisierung für die Homogenität der veröffentlichen Meinung verantwortlich sind. Die Leitungsebene wechselt problemlos von einer Zeitung zur anderen, auch wenn deren Ausrichtung angeblich ganz unterschiedlich ist, wie z. B. Stefan Austs Wechsel vom „Spiegel“ zur „Welt“, Nikolaus Blomes Sprung von „Bild“ zum „Spiegel“ oder Georg Löwischs von „Cicero“ zur „taz“. Weltanschauliche Bedenken gibt es da anscheinend nicht, solange das Gehalt stimmt. Der Nachwuchs-Journalist lernt dann sein Handwerk von den älteren, und bekommt dabei mit, was man schreiben darf und was nicht. In der Regel wird es da keine konkreten Vorgaben geben, aber doch Lob oder Tadel , oder der Zugang zu Mächtigen wird dem einen leichter, dem anderern schwerer gemacht. Und man fühlt sich ja auch toll, wenn man mal in der Kanzlerinnenmaschine mitfliegen darf. So ist ein homogener Sumpf entstanden …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6593043#cid-6593043

kappkeik #134: “ … Wie immer eine Frage der Perspektive. Man kann angesichts die Tatsache, dass ein und der gleiche Sachverhalt in verschiedenen Ländern anders und jedes Mal eine bestimmte Meinung (subtil) vertretend, berichtet wird – unter Umständen auch gar nicht erwähnt wird, nun einmal nicht umdeuten.
Dass so ziemlich jedes Vergehen eines Staates sehr davon abhängt, welcher Staat es zu welcher Zeit begeht ist wohl kaum zu bestreiten. Und dass z.B. Staaten mit hoher Erdölproduktion oder Abnahme von Rüstungsgütern Narrenfreiheit genießen, dürfte auch nicht gerade zu den gut gehüteten Geheimnissen zählen. …“ | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6594861#cid-6594861

to be continued …

[Der Name der Rose & WikiLeaks (VI)… ]

Transparenz …. Für Diktaturen soll sie gut und wichtig sein, aber Demokratien soll sie bedrohen? … es ist erschreckend zu sehen, wer alles in dieser Debatte seine Maske fallen lässt. …
Aus: „Transparenz Wikileaks ist das Napster der Regierenden“
Von Michael Seemann (13.12.2010)
=> http://www.zeit.de/digital/internet/2010-12/wikileaks-kontrolle-transparenz?page=2

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… welches gesellschaftliche Interesse größer ist: der Wunsch nach Wahrheit oder das Bedürfnis nach Sicherheit? … Wahrheit ist eine Waffe. Wie entschärfen wir sie? Wohl nicht durch eine Apologie des Geheimen. Aber vielleicht durch die immer neu gestellte Frage, welches gesellschaftliche Interesse größer ist: der Wunsch nach Wahrheit oder das Bedürfnis nach Sicherheit? …

* Blubbernas3
* 12.12.2010 um 14:48 Uhr

…“Wahrheit ist eine Waffe. Wie entschärfen wir sie?“
Wie wärs mit: „Am besten gar nicht.“

* UnconditionalSurrender
* 12.12.2010 um 14:59 Uhr

Augenoeffner

In was fuer Zeiten und was fuer einer Gesellschaft leben wir eigentlich wenn angesehene Zeitungen und Journalisten sich en masse dafuer aussprechen, dass das Handeln der Regierungen und Ihrer Vertreter besser nicht an die Oeffentlichkeit gelangen sollte?

* kn4llfrosch
* 12.12.2010 um 15:11 Uhr

Komplett wirr geschriebenener Artikel. Abgesehen von der Privatsphäre sollte man sich Gedanken machen, wenn man Angst vor Veröffentlichungen der Wahrheit hat.
Ein Bürger kann nicht entscheiden, wen er wählen soll, wenn er über die Handlungen der Parlamentarier und des Staatsapparates nicht informiert ist. Und wenn Bürger blind wählen, lebt man nicht in einer Demokratie.

* jim_nihilist
* 12.12.2010 um 14:59 Uhr

…Anstatt direkt über die aktuellen Wikileaks-Dokumente zu berichten, kann man in der ZEIT Tag für Tag lediglich Theorien lesen, was wann, wie und wo einmal getan werden sollte oder vielleicht doch nicht. … Ich lese mittlerweile den Guardian (!) um mich zu informieren. Ganz schwach was hier abgeht.

* gugl shumil
* 12.12.2010 um 14:52 Uhr

„Über die Moral der Internetpartisanen: Sind sie einfach nur Verbrecher oder doch Aufklärer?“ – über die moral der weltumspannenden verbrecherischen gilde von grosskapital und politikern braucht sich niemand gedanken zu machen? – „Deshalb genügt es nicht, Assange zu verhaften“ wer verhaftet bush und co, oder die pädophilen bischöfe, oder die killer der geheimdienste? bei ihrem zusammengestolpertem geschreibsel kann ich weder sinn noch roten faden entdecken

Kommentare zu: „Wahrheit ist eine Waffe“ Evelyn Finger (10.12.2010)
=> http://www.zeit.de/2010/50/WikiLeaks-Internetpartisanen

-.-

[…] Luther [machte] die Bibel auch denen zugänglich, die nicht Latein beherrschten, und sich so selbst einen Einblick in ihre Religion verschaffen konnten. Das 1521 – juristisch fragwürdig zurückdatierte – Edikt des Reichstages von Worms, das unter anderem das Drucken und das Lesen von Luthers Werken verbot, hatte diesmal nicht wirklich gute Chancen gegen die Druckerpresse.
Mehr „Glück“, wenn man so will, hatten die Behörden dann im Jahre 1600 bei Giordano Bruno. Der ehemalige Dominkanermönch hatte eine Vorliebe für die in seiner Zeit wiederentdeckten Philosophen der Antike und neumodische Astronomen, und postulierte die Unendlichkeit des Weltalls – was in jener Epoche der Kirche vorne beim geozentrischen Weltbild und hinten bei der christlichen Philosophie nicht passte. Unstet und häufig auf der Flucht irrlichterte Bruno durch Europa, oft im Streit mit seinen Kollegen, und verhasst für seine amüsanten Texte über die Nickeligkeiten des gelehrten Betriebs. Bruno war eine Rampensau, das Gesicht und der Frontmann einer ganzen Generation von Forschern, die keine Lust mehr hatte, alte Lügen zu glauben. …

Ernst Wilhelm
09. Dezember 2010, 05:41
… Lieber Don, jetzt werden Sie aber pathetisch, und lächerlich. Geheimhaltung, oder vielmehr die Möglichkeit der Geheimhaltung, ist nicht der Feind, sondern die Voraussetzung für Offenheit. Wikileaks wird Misstrauen und Angst, ja Paranoia, säen. Entscheidungsträger werden immer weniger bereit sein, sich offen zu äußern, wenn das was sie sagen, von ihrem Gesprächspartner aufgezeichnet wird und später als Beweismittel gegen sie verwendet werden kann, nicht unbedingt von dem Gesprächspartner selbst. Die Auflösung der Unterscheidung zwischen dem privaten und öffentlichen Bereich war einer der großen Ziele des Totalitarismus. Das Öffnen und Lesen anderer Leute E-Mails unterscheidet sich nicht grundsätzlich von Öffnen und Lesen anderer Leute Briefe. In der Tat hat Wikileaks die Rolle des Zensors der Welt an sich gerissen. Eine Rolle, die eine erstaunliche moralische Arroganz und Größenwahn erfordert. Auch wenn einige Übel von ihm aufgedeckt oder einige notwendige Wahrheiten gelüftet werden. Der Zweck heiligt nicht die Mittel….

Tillmann
09. Dezember 2010, 13:10
Es scheint Leser zu geben, denen die Parallelen noch immer nicht dämmern.
Sind wir längst wieder zurück im Mittelalter, ohne es zu wissen…?
Beschränkt sich Freiheit heute wieder auf „Brot-und-Spiele-fürs-Volk“…?
Damit wären wir nicht nur zurück im Mittelalter, sondern zurück im alten Rom. …

HansMeier555
09. Dezember 2010, 14:57
…Die Argumente gegen WikiLeaks sind Argumente für den Erhalt bzw. Wiederherstellung des Feudalsystems. Damals betrachteten die Herrscher den Staat als ihr Familieneigentum und ihre Diplomatie als Privatsache. … Als Bill Clinton was mit seiner Praktikantin hatte, war das Anlass für ein Impeachement. Soviel zum Thema „Privatsphäre“. …
Im 17. und 18. Jahrhundert spielten auch die Holländischen Zeitungen ein ähnliche Rolle wie heute Wiki-Leaks. Ausserhalb Hollands waren sie verboten, wurde aber trotzdem an allen Höfen mit großem Vergnügen gelesen. Dasselbe könnte auch Assange helfen: Denn nicht nur auf der Strasse, sondern auch in manchen Ministerialbüros (auch in D, auch in den USA) herrscht jetzt viel klammheimliche Freude.

Don Alphonso
12. Dezember 2010, 12:26
Ernst Wilhelm, wie immer ist es eine Abwägungsfrage. In der SZ steht ein Beitrag von Leyendecker, der Wikileaks verdammt – man kann sich richtig vorstellen, wie dieser sich als Allwissender gern sehende und sich auch entsprechend gern betüteln lassende Journalist jetzt aufschreit, weil man ihn nicht mehr braucht. Bislang dachte man als Leser vielleicht, die Regierenden tun und die Medien decken auf – mit Leyendecker wird eigentlich klar, dass die Medien gerade nicht aufdecken, sondern neben dem grossen, verschlossenen Tor der Politik und der Wirtschaft noch ein kleines Bezahltor betreiben, das die Grundlage ihres Verdienstes ist. Und dadurch wird niemand gehen, wenn plötzlich die Mauer eingerissen wird.

Die Frage ist, was uns – und nicht die Machthaber – mehr bringt: Wenn wir dumm und ahnungslos bleiben? Oder wenn die anderen befürchten müssen, dass wir in der nächsten Sekunde wissend werden? Das ist die spannende Frage, die Wikieaks stellt. Darauf kann man so und so antworten. Ich lese zum Beispiel gerne, dass die spanische Regierung Journalisten mit Geschichten über Venezuela geschmiert hat, um sich bei den USA einzuschleimen – und als dann die USA trotzdem den Verkauf von Waffen an Venezuela verboten haben, prötzlich Chavez bei den Spaniern wieder willkommen war.

Aus & zu: „Stützen der Gesellschaft: Sieben Jahrhunderte Wikileaks“
von Don Alphonso, 09. Dezember 2010, 03:51 Uhr
=> http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2010/12/08/sieben-jahrhunderte-wikileaks.aspx

Kontext:
PB016 Ich vs. Leyendecker zu Wikileaks
Von Philip Banse | Veröffentlicht am: 8. Dezember 2010
=> http://philipbanse.de/wp/pb016-ich-vs-leyendecker-zu-wikileaks/

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12.12.2010 15:10 Uhr, von jan:
… viele Journalisten halten sich für eine unersetzliche Petitionsinstanz, die zwischen dem Hof und den Untertanen vermittelt: dem Volk wird vorgegaukelt, dass der König ein guter Mann sei, und ab und zu, auf den Hofbällen, sagt man dem König, dass er sich doch bitte ein wenig ums Volk kümmern solle. Sie sehen nicht als das, was sie tatsächlich sind: schäbige Systemnutten und Demokratieverräter.
Beweise? Bitte schön: welcher Verleger und Journalist geht heute noch ins Gefängnis, um den Interessen der Demokratie zu dienen?
Zudem ist Leyendecker heute seine erste wirklich systemrelevante Enthüllung geglückt: er enthüllt sich selbst und stellvertretend alle „Topjournalisten“ gleich mit als rückgratlose Hofsänger.

#12.12.2010 14:43 Uhr, von beate samak:
… Die immer auffälligere Verbundenheit von Teilen der journalistischen mit der politischen Klasse, vor allem von führenden und etablierten „Köpfen“ beider Seiten ist gruselig. Teilweise erledigen die Medien die Propaganda für die Regierungspolitik und das alles ganz unverholen. Sehr bedenklich und befremdlich!

11.12.2010 09:14 Uhr, von pepre:
… Jetzt stellt noch den Mirror „wikileaks.taz.de“ ins Netz, um nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln. :-)

11.12.2010 03:41 Uhr, von Ullrich F.J. Mies:
„Als was verstehen sich Journalisten heute? Als Kontrolleure oder als Moderatoren der Macht?“ Die Frage ist bei den meisten Mitgliedern dieses Berufes längst beantwortet. Viele empfinden rein gar nichts dabei, sich als PR-Fritzen zu verdingen. Sollen sie doch Würstchen verkaufen, da richten sie weniger Schaden an! …

11.12.2010 01:18 Uhr:
von Reinhold M.:

Lieber Herr Jakob Augstein.
… Es ist angenehm, dies nicht nur zu wissen, sondern auch in einem öffentlichen (Massen)Medium zu lesen. Dass Sie schon lange nicht mehr schreiben was sie könnten (oder wollen), ob selbstgewählt oder nicht, ist zumindest einem Teil der Bevölkerung vollends bewusst.

Es bliebe viel zu sagen …

Kommentare zu „Die Pressefreiheit liegt schon im Bett“ VON JAKOB AUGSTEIN (11.12.2010)
=> http://www.taz.de/1/leben/taz-medienkongress-2011/artikel/1/die-pressefreiheit-liegt-schon-im-bett/

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451 Fahrenheit oder 232 Celcius – die Temperatur, bei der Papier verbrennt. … Die Bürger werden von der politischen Führung abhängig, anonym und unmündig gehalten. Drogen, Freizeitparks und Videowände sorgen für permanente Unterhaltung, selbstständiges Denken gilt dagegen als gefährlich. Und Bücher gelten als Hauptgrund für ein nicht systemkonformes Denken und Handeln. …

„rabbitbert zu »Ray Bradbury: Fahrenheit 451«
… Was wäre, wenn das Internet plötzlich abgeschaltet würde, um nicht weiter weltweit das Wissen jedes einzelnen Menschen weiterzugeben? – Wissen galt und gilt als gefährliche und verführerische, ja teuflische Macht, die nur in den Händen der richtigen Leute Platz haben durfte. Man vergleiche dazu Umberto Ecos Name der Rose und den blinden Mönch, der die Menschheit vor, sagen wir mal, geistigem Schmutz bewahren wollte …

Aus „Ray Bradbury: Fahrenheit 451“ (Phantastik-Couch.de, Datum?)
=> http://www.phantastik-couch.de/ray-bradbury-fahrenheit-451.html

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Fahrenheit 451 … Selbstständiges Denken gilt als gefährlich, da es zu anti-sozialem Verhalten führe und so die Gesellschaft destabilisiere. Bücher gelten als Hauptgrund für ein nicht systemkonformes Denken und Handeln. Die noch vorhandenen Bücher aufzuspüren und zu vernichten ist Aufgabe der Feuerwehr. …

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Fahrenheit_451

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* Kaffeebecher
* 09.12.2010 um 1:00 Uhr
Zweierlei Maß: „Wenn der alte Bibliothekar in Ecos ‚Der Name der Rose‚ Aristoteles Buch über die Komödie mit aller Gewalt geheim hält, schaudert es uns, ebenso wenn russische Ex-Spione in London mit Polonium vergiftet werden oder russische Journalistinnen erschossen. Offenbart jedoch ein US-Soldat grausige Details aus dem Irak, so ist es Geheimnisverrat und selbstverständlich, dass er auf Jahre oder gar Jahrzehnte in Militärgefängnissen verschwindet. …

=> http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-12/leser-kommentare-assange

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… Die Gruppierung Opus Dei allerdings führt einen internen Index, der in der Tradition des Index Librorum Prohibitorum steht. Diese Liste umfasst etwa 1000 Werke. Auf diesem Index stehen beispielsweise Werke von Kant, Lessing, Rousseau, Marx und Hitler. Daneben finden sich Bücher zeitgenössischer Schriftsteller wie zum Beispiel Der Name der Rose von Umberto Eco oder Sakrileg von Dan Brown. Einige Bücher sind ganz verboten, andere, etwa auch bestimmte gynäkologische Literatur, werden nur nach besonderer Erlaubnis z. B. für spezifisch Geschulte zu lesen erlaubt. …

Aus: „Index Librorum Prohibitorum“ (5. Dezember 2010)
=> http://de.wikipedia.org/wiki/Index_Librorum_Prohibitorum

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… Der NAME der Rose wäre ein Zeichen, das auf ein Zeichen verweist, das auf ein Zeichen verweist. Unendliche Semiose, diesen Begriff übernimmt Eco von Charles Sanders Peirce für diese Zeichendynamik. Und hier sind wir dann nicht mehr im Mittelalter, sondern in der modernen Zeichentheorie. Oder sollen wir sagen: in der Postmoderne?

Aus: „Von Namen und Rosen“ Helge Schalk (Datum ?)
=> http://www.eco-online.de/Bestseller/Rose.html

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…der Kaupthing-Bank war es gelungen, per Gerichtsentscheid ein Sendeverbot zu erzwingen, erinnert sich Chefredakteur Ingólfur Bjarni Sigfusson: „Fünf Minuten vor der Sendung wird man wütend, wenn man so eine Meldung bekommt. Und das waren wir auch, stinksauer. Haben einfach einen Text für unseren Sprecher geschrieben: Guten Abend, hier sind die Meldungen von heute oder wenigstens die Meldungen, die wir euch bringen dürfen, denn wir dürfen nicht aus diesen Dokumenten berichten, wir dürfen euch nicht sagen, wer Geld von der Bank bekommen hat. Dieses Verbot gilt aber nur für uns. Und die Dokumente sind auch abrufbar unter wikileaks.org.“ ….

Aus: „Europa heute – Ersatz für Julian Assange“ Von Philipp Boerger (10.12.2010)
=> http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1339294/

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… Wikileaks gab es 1939 nicht, sondern ist einer breiten Öffentlichkeit erst seit wenigen Jahren ein Begriff. Und die Akten des Auswärtigen Amtes wurden nach 1949 zu großen Teilen offengelegt, aber allenfalls von einer interessierten Fachöffentlichkeit zur Kenntnis genommen. Es ist ein interessanter Zufall, dass zur Zeit parallel über zwei riesige Daten- und Informationskonvolute öffentlich diskutiert wird: Über die von Wikileaks verratenen Dateien aus dem US-Außenministerium und über die Akten des Berliner Auswärtigen Amtes über dessen Rolle in und nach der NS-Zeit. Beide Fälle haben unmittelbar nichts miteinander zu tun, aber die Behandlung beider Themen in der Öffentlichkeit offenbart interessante Muster der Mediengesellschaft im 21. Jahrhundert.

Aus: „Wikileaks, „Das Amt“ und die Mediengesellschaft“
Von Peter Lange, Chefredakteur Deutschlandradio Kultur (11.12.2010)
=> http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kommentar/1339587/

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Persönliche Angriffe auf Julian Assange werden als Begründung dafür genommen, dass Wikileaks generell schlecht sei und der Vertrauensverlust in die Politik die Schuld jener wäre, welche die Untaten und Peinlichkeiten der Mächtigen enthüllen, und nicht jener, die sie begingen…

Aus: „Die Hoffnung stirbt zuletzt: Ob Wikileaks Politikern Anstand beibringen kann?“
von Patrik Etschmayer (10. Dezember 2010)
=> http://www.nachrichten.ch/kolumne/468801.htm

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Als die Internetplattform Wikileaks ihren bislang größten Coup landete und Akten des US-amerikanischen Außenministeriums im Umfang von etwa 14.000 Seiten veröffentlichte, da gab es nicht wenige deutsche Journalisten, denen beim Blick von diesem annähernd 25 Meter hohen Papierstapel hinab in den Abgrund der Macht schwindelig wurde. Der Herausgeber der Zeit, Josef Joffe, sprach schlicht von „Hochverrat“. Da ist er wieder, Adenauers „Abgrund von Landesverrat“, ein halbes Jahrhundert später, diesmal aus dem Mund eines Journalisten.
… Ein Zitat aus einem Kabel vom 1. Februar 2007 aus der US-Botschaft in Madrid, den Fall des Deutschen El Masri betreffend, macht deutlich, dass um nicht mehr und nicht weniger als die Unabhängigkeit der Justiz im – theoretisch – gewaltenteilig organisierten Gemeinwesen geht: „Diese Koordination zwischen unabhängigen Staatsanwälten wird unsere Bemühungen verkomplizieren, den Fall in dem diskreten Verhältnis von Regierung zu Regierung zu regeln“. Es ist das Verdienst von Wikileaks und der spanischen Medien, diese Diskretion, die in Wahrheit eine Verschwörung zur Verdeckung schwerster Straftaten darstellt, torpediert zu haben. …

09.12.2010 15:09 Uhr:
von P.Haller:
Mann oh Mann, da haben wohl sehr viele sich viel zu früh aus dem Fenster gelehnt, als sie permanent daherfabulierten, dass diese von wikileaks
online gestellten Dokumente alles nur „peanuts“ seien.

09.12.2010 15:06 Uhr:
von Bernd Goldammer:
Wer hat hier eigentlich noch die Macht? Gab es einen internationalen Putsch, von dem uns nur noch niemand berichtet hat? Was hier beschrieben ist, ist die Abschaffung des europäischen Rechtsstaates. …

09.12.2010 14:50 Uhr:
von Ton Steine Scherben:

Kann es noch schlagfertigere Argumente für Wikileaks geben als die Guantánamo-Files?! Grünen-Chef Özdemir hat noch nicht verstanden!
Öffentlichkeit und Transparenz ist gut für die Demokratie, sehr gut sogar, ja überlebenswichtig. Und durch Wikileaks werden wir daran erinnert, wie verdorben und kaputt die Welt noch immer ist, trotz der täglichen ungezählten Grinsfressen, die uns ein A für ein U vormachen wollen. …

09.12.2010 16:00 Uhr:
von sk8erBLN:
@ Ton Steine Scherben: „Grünen-Chef Özdemir hat noch nicht verstanden!“
Jede wette dass özdemir das verstanden hat, er ist ein grün lackierter transatlantiker wie er im buche steht und weiß bestens was er zu dem thema warum und wie genau sagt.

Aus: „Die Guantánamo-Files“ VON WOLFGANG KALECK (09.12.2010)
=> http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/die-guantanamo-files/

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… Jenseits des Hypes um Julian Assange, jenseits aller angebrachten Kritik am aktuellen Zustand und Vorgehen von Wikileaks und jenseits auch der Vermutungen wie etwa von William Engdahl, dass es sich bei „Cablegate“ um eine von CIA und Mossad gesteuerte Operation handeln könnte, zeigt sich, dass die Kraft der Wikileaks-Idee, die potentielle Allgegenwart des Lecks, nicht nur von den etablierten Medien, sondern auch den eigentlichen Machtzentralen von Wirtschaft und Politik als Bedrohung aufgefasst wird.

Dabei müssten doch nicht nur die Medienschaffenden jubeln, denen Wikileaks kostenlos Quellen und Material liefert, auch die Politik müsste diese neue Transparenz feiern und fördern, als neues „Glasnost“-Instrument im öffentlichen Raum, das verschwiegene Machenschaften und klandestine Politik – Verschwörungen jeder Art – erschwert und behindert. Und das als Hort und Schutzraum für aufrechte Whistleblower, die Missstände und Ungesetzlichkeiten in Politik und Wirtschaft öffentlich machen, weiter entwickelt werden muss. Doch auch von Seiten der Politik kommt wenig bis nichts zur Verteidigung von Wikileaks und der allgemeinen Informationsfreiheit, stattdessen dröhnendes Zensur- und Kontrollgeschrei. Dass Amazon den Wikileaks-Server sperrt und dann die von dort stammenden Dokumente ein paar Tage später als eBook zum Verkauf anbietet, ist eine Farce, die die Heuchelei und Bigotterie in Sachen Wikileaks auf den Punkt bringt. …

13. Dezember 2010 08:41, karl-gustav:
… Ich bin selbst im Medienbereich tätig und wundere mich über die energische Ignoranz der Redakteure. Das Wort „Wikileaks“ scheint im Moment dafür zu sorgen, das Verlage prompt erstummen, und dabei so ein verschämtes Bild nach aussen demonstrieren, dass man das Gefühl hat, die Presseverantwortlichen wissen genau, dass es eigentlich ihre Aufgabe gewesen wäre, nach den Veröffentlichungen von Wikileaks zu forschen. …

Leser-Feedback zum Beitrag „Die fünfte Gewalt“
13. Dezember 2010 10:38
Der Titel ist quatsch
reiner.jung
…Was die Korruption der Medien anbelangt. Das ist ein sehr
interessanter Punkt. Hängt aber stark davon ab was man unter
Korruption versteht. In eine korrputen System wird normalerweise
jemand bestochen etwas zu tun was er de jure nicht tun soll.
Das kann man den Medien nun aber gerade nicht vorwerfen. Was man
ihnen vorwerfen kann ist, dass sie in ihrer Berichterstattung einen
starken Bias [Vorliebe, Vorurteil, Ausrichtung] haben. Warum das so ist und wie das sich entwickelt kann man schön in Noam Chomskys Wert „Manufacturing Consent“ nachlesen. [http://en.wikipedia.org/wiki/Manufacturing_Consent:_The_Political_Economy_of_the_Mass_Media] …

Aus: „Die fünfte Gewalt“ Mathias Bröckers (13.12.2010)
=> http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33829/1.html

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tbc.

[Die orientierende Kraft & WikiLeaks (IV)… ]

Eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse ist ein Wesenselement des freiheitlichen Staates; insbesondere ist eine freie, regelmäßig erscheinende politische Presse für die moderne Demokratie unentbehrlich. Soll der Bürger politische Entscheidungen treffen, muß er umfassend informiert sein, aber auch die Meinungen kennen und gegeneinander abwägen können, die andere sich gebildet haben. Die Presse hält diese ständige Diskussion in Gang; sie beschafft die Informationen, nimmt selbst dazu Stellung und wirkt damit als orientierende Kraft in der öffentlichen Auseinandersetzung. In ihr artikuliert sich die öffentliche Meinung.
Bundesverfassungsgericht, Spiegel-Urteil vom 5. August 1966

Die vorstehenden vier Sätze sind mittlerweile 44 Jahre alt. Dennoch beinhalten sie eigentlich alle Antworten auf die Fragen, die sich uns Deutschen in der WikiLeaks-Debatte stellen. … (Udo Vetter)

Aus „Kriegsgerät Serverplatz“ (lawblog.de, 2010/12/07)
=> http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/12/07/kriegsgerat-serverplatz/

Kontext: Die Spiegel-Affäre 1962 war eine politische Affäre in der Bundesrepublik Deutschland, bei der sich Mitarbeiter des Nachrichtenmagazins Der Spiegel auf Grund eines kritischen Artikels der Strafverfolgung wegen angeblichen Landesverrats ausgesetzt sahen. …
=> http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel-Aff%C3%A4re

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überall nutzt Assange die Freiheiten, die demokratische Rechtsstaaten bieten. Seine Server stehen in Ländern mit einem großen Herz für Meinungsfreiheit. Dennoch klagt er diese Demokratien an, schimpft sie „autoritäre Konspirationen“, die er durch – ja, man muss das Wort benutzen – totalitäre Transparenz zur Offenheit zwingen will.
Aus: „Sein größter Feind“ (07.12.2010)
Ein Kommentar von Stefan Kornelius

[Einschub]: Das sieht man ja gerade sehr gut, wie groß unser Herz für Meinungsfreiheit ist. DAS ist das Niveau der Süddeutschen. Au weia. …
via http://blog.fefe.de/?ts=b200453c

07.12.2010 um 19:04 Uhr,
MaestroRobertus schreibt
Schon den ganzen Tag…
…freuen sich die SZ Redakteure riesig. Da tönen sie ‚Die flucht hat ein Ende‘ oder ‚Die suche hat ein Ende‘ etc. erst im Artikel erfährt man das er sich gestellt hat.
… Dann noch über Wikileaks: zerstören Politik, gefährden Menschen, können Ökonomien beeinflusse. Na toll, die Banken beeinflussen auch Ökonomien auf perverse art. Soldaten töten und Wikileak tut das nicht…

07.12.2010 um 19:00 Uhr,
Tumas schreibt Meine güte…
Noch kurz vor Schluß: Schade, daß der Leser nicht Zensor spielen darf: Diesen Artikel können wir leider nicht veröffentlichen… Natürlich ist Assange kein Gott, aber wenn schon Interpol einen „möglichen“ Vergewaltiger jagt, sollte es doch jedem Dorfjournalisten klar sein, daß da was nicht stimmt.

07.12.2010 um 18:51 Uhr, Python11reloaded schreibt
Soviel zu ihrem Berufsethos..
…Herr Kornelius. Was für ein schwacher Kommentar. Ich bin angewidert. Wenn Sie und ihre Kollegen endlich mal ihren Allerwertesten hoch kriegen würden, und ihre Arbeit machen würden, anstatt den Regierenden und der dazugehörigen politischen Klasse bis zum anschlag irgendwo reinkrabbeln würden, wäre Wikileaks nicht so nötig wie es heute ist.
Die Presse mit ihren regierungshörigen offiziellen Verlautbarungen sollte sich viel mehr solidarisch zeigen.. aber auch bei Ihnen ist noch nicht angekommen, dass Informationen heute nicht mehr auf Cocktailparties oder in irgendwelchen Watergate-Hotels ausgetauscht werden, sondern dass dafür ein viel mächtigeres und umfänglicheres Mittel gibt. Bedienen Sie sich, oder ist ihnen das zu mühsam, weil es doch viel einfacher ist, das Bett mit den Mächtigen zu teilen, als sie mit fundierter Kritik, und der Konfrontation ihrer Machenschaften vor sich her zu treiben.

07.12.2010 um 18:50 Uhr,
NouvelAar schreibt
Schuld haben die Publizisten…

Da werden nachweislich massenhaft Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen nicht zuletzt aufgrund von gefakten Geheimdienstinformationen und lügnerischen diplomatischen Winkelzügen mit dem Bewusstsein der Geheimhaltung, aber Schuld sollen nicht diese Mittäter und Helfershelfer sein, sondern diejenigen, die für Offenlegung und Transparenz sorgen?! Treppenwitz der Geschichte – aber traditionell üblich seit langer Zeit. …

=> http://www.sueddeutsche.de/politik/wikileaks-julian-assange-verhaftet-sein-groesster-feind-1.1033329

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[…] Abgesehen von der Piratenpartei kritisieren nahezu alle Parteien Wikileaks. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle von der angeblich freiheitsliebenden FDP hat die von Wikileaks enthüllten Dokumente sogar mit Papieren der Stasi verglichen. Julian Assange, eine Mischung aus Osama bin Laden und Erich Mielke? Oder doch lieber gleich Adolf Hitler? Fest steht, dass die Weltmacht USA Wikileaks und ihren Gründer Julian Assange mit allen Mitteln zu bekämpfen versucht. Dieser Kampf wird auf technischer, finanzieller und medialer Ebene geführt – und er trägt bisweilen komische, wenn nicht verzweifelte Züge. So freut sich US-Verteidigungsminister Robert Gates nun über die Verhaftung von Assange. Wohlgemerkt: Er freut sich darüber, dass ein Australier wegen Vergewaltigungsvorwürfen aus Schweden in London festgenommen wurde. … Das Verhaltensmuster, den Überbringer einer schlechten Nachricht stellvertretend für deren Ursache zur Verantwortung zu ziehen, war in der Geschichte häufig zu beobachten. Im Mittelalter wurde der Bote mitunter geköpft. Nimmt man die Äußerungen einiger US-Politiker ernst, hat sich seitdem nicht viel geändert.

# von lionfood
# Tue Dec 07 19:37:52 CET 2010
Die Journalistische Aufklärung endet am Tellerrand.
Deutsche Medien machen da echt gerade keine gute Figur. Man erfährt hier ja kaum was denn nun an interessanten Sachen drin steht. Es geht ja fast nur um die FDP und um Wikileaks selber. Neben vielem belanglosen gibt es aber doch eine Reihe von wirklich interessanten Dingen die hier ans Licht kommen. Der Guardian in England ist eine gute Anlaufstelle. …

Aus: „Schafft zwei, drei, viele Wikileaks!“ Von Carsten Kloth (07.12.2010)
=> http://www.tagesspiegel.de/meinung/schafft-zwei-drei-viele-wikileaks/3591724.html

-.-

… In Schweden wird derweil heftig darüber debattiert, ob das harte Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegen Assange richtig ist. Denn nicht eine internationale Verschwörung von Geheimdiensten, sondern eine übereifrige Staatsanwältin gilt als wesentlicher Grund für die Verhaftung. Inzwischen zweifelt sogar eine Vereinigung junger feministischer Frauen innerhalb der Sozialdemokratischen Partei an der Ernsthaftigkeit der Anschuldigungen und der Professionalität der Staatsanwaltschaft. Das ist insofern bemerkenswert, weil Assanges vermeintliches Vergewaltigungsopfer aus den Reihen dieser Gruppe stammt. Selbst innerhalb dieser Gruppe geht man nun davon aus, dass sich die Anklage allein darauf stützte, dass Assange gegen den Willen seiner Sexpartnerin kein Kondom benutzt haben soll. Diese Behauptungen sind allerdings nicht offiziell bestätigt. … Im schwedischen Rechtssystem sind die Grenzen zur Verbrechensrubrizierung „Vergewaltigung“ deutlich niedriger angesetzt, als in den meisten anderen EU-Staaten. Marianne Ny gilt darüber hinaus als besonders weitgehende Staatsanwältin. … Kritik an Ny wird auch deshalb laut, weil Assange nach der Anklageerhebung freiwillig drei Wochen in Schweden geblieben war, um sich einem Verhör zu stellen. Dennoch versäumte es Ny, ihn verhören zu lassen. Schließlich rief Assange die Staatsanwältin laut deren eigener Aussage an und fragte sie, ob er wieder ausreisen dürfe. Und Ny antwortete, ebenfalls nach eigener Angabe: Ja, er dürfe. Assange reiste aus, ganz offiziell. Erst im November beschloss das Amtsgericht einen international wirkenden Haftbefehl. Der Grund: ein „ernster Verdacht“ auf Vergewaltigung, sexuelle Belästigungen und Nötigung. Assange weigerte sich, erneut nach Schweden zu fahren und ging in Berufung. Doch die zweithöchste juristische Instanz in Schweden, das Hofgericht, ließ den Haftbefehl bestehen.

Allerdings schwächte das Gericht die Anklagepunkte, kaum bemerkt von der Weltöffentlichkeit, deutlich ab: Der Vorwurf der sexuellen Belästigung wurde ganz fallengelassen, es gebe keine Beweise. Bestehen blieb die Anklage wegen Vergewaltigung, allerdings auch hier in abgeschwächter Form: Gesucht – und heute festgenommen – wurde Assange wegen des Verdachts auf eine „weniger grobe Vergewaltigung“.

* NoG
* 07.12.2010 um 18:31 Uhr
erst hetzen, dann informieren
erst stimmt die komplette medienlandschaft das lied des auf der flucht befindlichen vergewaltigers an und nachdem er gefasst wird/ sich selber gestellt hat, wird informiert. und jetzt duerfen alle mal raten, was in der breiten bevoelkerung haengen bleibt.

* robertjordan
* 07.12.2010 um 18:35 Uhr

Besser als jeder Film,

das Drehbuch wäre allerdings wegen Unglaubwürdigkeit abgelehnt worden. …

* dopethepope
* 07.12.2010 um 18:49 Uhr

das darf doch alles nicht wahr sein…
Ich stehe Wikileaks und insbesondere der jüngsten Veröffentlichung durchaus kritisch gegenüber. Aber was jetzt alles in Bezug auf Assange passiert ist ja wohl ein schlechter Scherz?

– Amazon kündigt die Server
– Paypal kündigt die Kooperation mit Wikileaks
– Mastercard kündigt die Kooperation mit Wikileaks
– Internetadressen werden gekündigt
– Privatkonten von Assange werden gesperrt
– Vergewaltigung weil kein Kondom benutzt????

Mit „Recht“ hat das alles nichts mehr zu tun…

* hintensitzer
* 07.12.2010 um 20:11 Uhr

History repeats itself

Man muss gar nicht weit in die Vergangenheit reisen, um ein ähnliches Szenario wiederzufinden. Im Jahre 1972 wurden den Herren Woodward und Bernstein (heute Herr Assange) von einem Herrn Deep Throat aka Mr. Felt (heute Private Manning) Dinge zugetragen, die von einer mehr oder minder „hörigen“ oder „gekauften“ Staatsanwaltschaft (heute dito) regelrecht bekämpft wurden. Ich hoffe inständig, dass auch heute Herr Assange mit dem Pulitzer-Preis davongeht und nicht mit sechs Jahren Haft. Diese schlechte Alternative findet sich leider auch in der (Literatur-) Geschichte, der Autor heißt Franz Kafka…

Aus: „Die Frau, die Assange jagt“ Von André Anwar (7.12.2010)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-12/wikileaks-assange-schweden

Kontext:
Assange Case: Evidence Destroyed Over and Over Again
by Göran Rudling. From 30 September 2010.
=> http://radsoft.net/news/20101001,01.shtml

How the rape claims against Julian Assange sparked an information war
# Esther Addley, guardian.co.uk, Tuesday 7 December 2010 21.34 GMT
Conspiracies, slander and misogyny have become every bit as central to debate as principles of justice
=> http://www.guardian.co.uk/media/2010/dec/07/rape-claims-julian-assange

Assange, die angebliche Vergewaltigung und der Europäische Haftbefehl
Florian Rötzer (08.12.2010)
=> http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33799/1.html

Die Schwedinnen, die Assange belasten
Von Monica Fahmy (08.12.2010)
=> http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Die-Schwedinnen-die-Assange-belasten/story/11722023

Wie man in Schweden einen Mann belasten kann
Von Detlef Borchers (09. Dezember 2010)
=> http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E87EEE82032EB4D1785FF2CA29EE4814D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Hexenjagd 2.0 (12/2010)
=> http://typischich.at/home/wienerin/616969/Hexenjagd-20?seite=

Interpols Jagd nach einem geplatzten Kondom (07.12.10)
=> http://www.aargauerzeitung.ch/international/interpols-jagd-nach-einem-geplatzten-kondom-102208346

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[Überschriften aus news.google.de – Die Suche nach „Wikileaks“ @ 08.12.2010]:

Kommentar: Der Mann ohne Gesetz
WELT ONLINE – ‎Vor 4 Stunden‎

Warum kann man Wikileaks nicht einfach abschalten?
BILD – ‎05.12.2010‎

Wikileaks-Gründer in Haft: Julian Assange – Überflüssiger Märtyrer
Financial Times Deutschland – ‎Vor 1 Stunde‎

Hat er DIESE zwei Schwedinnen vergewaltigt?
BILD – ‎Vor 2 Stunden‎

Vergewaltigung auf Schwedisch
WELT ONLINE – ‎Vor 4 Stunden‎

Julian Assange riskiert sechs Jahre Gefängnis
Südwest Presse – ‎Vor 4 Stunden

Wikileaks-Chef bleibt hinter Gittern
BILD – ‎Vor 21 Stunden‎

Warum will der Wikileaks-Chef die Welt aus den Angeln reißen?
BILD – ‎05.12.2010‎

WikiLeaks-Gründer bleibt wegen Fluchtgefahr in Haft
Reuters Deutschland – ‎Vor 18 Stunden‎

Wikileaks-Gründer im Gefängnis
WELT ONLINE – ‎Vor 6 Stunden‎

Assange-Festnahme: Verhaltene Freude in den USA
Frankfurter Rundschau – ‎Vor 17 Stunden‎

USA begrüßen Assange-Festnahme
CIO – ‎Vor 21 Stunden‎

heute2: USA freuen sich über die Festnahme von Julian Assange.
turi2 – ‎Vor 20 Stunden‎

Das Netz um Julian Assange zieht sich zu
DiePresse.com – ‎04.12.2010‎

US-Botschaft warnt davor, Assange Asyl zu geben
Basler Zeitung – ‎04.12.2010‎

Julian Assange festgenommen – er kommt noch heute vor den Richter
Tages-Anzeiger Online – ‎07.12.2010‎

Assange bleibt hinter Gittern – Wikileaks macht weiter – London
FOCUS Online – ‎Vor 19 Stunden‎

Festnahme des Wikileaks-Kopfs: Assange bleibt hinter Gittern
Financial Times Deutschland – ‎Vor 20 Stunden‎

US-Verteidigungsminister begrüßt Verhaftung Assanges
AFP – ‎Vor 22 Stunden‎

Gründer von Wikileaks ist hinter Gittern
Badische Zeitung – ‎Vor 12 Stunden‎

Wie die USA eine Auslieferung begründen könnten
Deutsche Welle – ‎Vor 16 Stunden‎

US-Botschafter warnt Schweiz vor Aufnahme von Assange
derStandard.at – ‎04.12.2010‎

Assange, ein Vergewaltiger? Wegen diesen Frauen wird er gejagt
BLICK.CH – ‎06.12.2010‎

Assange bleibt im Kittchen
euronews – ‎Vor 3 Stunden‎

Für den Wikileaks-Chef wird es eng
Express.de – ‎07.12.2010‎

Wikileaks-Gründer bleibt hinter Gittern
inFranken.de – ‎Vor 18 Stunden‎

Wikileaks: US-Botschafter droht der Schweiz
Schweizmagazin.ch – ‎05.12.2010‎

Westdeutsche Zeitung: Schweden ermittelt als souveräner Staat gegen Assange …
FinanzNachrichten.de (Pressemitteilung) – ‎Vor 16 Stunden‎

WikiLeaks: Konten werden eingefroren oder gesperrt
TweakPC – ‎06.12.2010‎

Wikileaks: Australien ermittelt gegen Assange
drs.ch – ‎04.12.2010‎

«Wieso glauben die Leute Assange mehr als der US-Regierung?»
Der Bund – ‎Vor 13 Stunden‎

-.-

„Die Verhaftung bringt Assange zurück in die Realität“
Zu lange spielte Julian Assange mit der Rechtsfreiheit im Internet. Jetzt holt ihn der Rechtsstaat im wahren Leben ein …
Meinung | Autor: Claus Christian Malzahn (08.12.2010)
=> http://www.welt.de/debatte/kommentare/article11451144/Die-Verhaftung-bringt-Assange-zurueck-in-die-Realitaet.html

08.12.2010, 00:48 Uhr, Wikileaker sagt:
Was für ein verlogener Artikel!
1) er hat sich freiwillig gestellt, ist also nicht verhaftet worden
2) er hat sich den Vorwürfen der Vergewaltigung gestellt, nicht wegen Wikileaks

08.12.2010, 00:49 Uhr, Rudi Mentär sagt:
Wow, dieser Artikel ist völlig emotional motiviert und gründet auf furchtbar unsachlichem- und unjournalistischem Fundament…
Solch dumme und stümperhafte Artikel hätte ich von Welt-Online nicht erwartet.

08.12.2010, 00:55 Uhr, Leser sagt: sagt:
Der Autor sollte sich mal überlgen, welche Funktion die Presse eigentlich hat.

08.12.2010, 00:59 Uhr, Das war ein komischer Artikel sagt:
Warum behauptet die WELT, es gäbe eine “ Rechtsfreiheit im Internet“?
Das hat es – nie – gegeben! Es gab auch nie eine Rechtsfreiheit im Telefonnetz!

08.12.2010,
01:04 Uhr, trosia sagt:
Was ist das für ein Unsinn? Der Autor dieses Artikel sollte sich schleunigst mal in der Realität umsehen. Und im Duden mal unter „Rechtsstaat“ recherchieren.
Mein Gott, Deutschland, hast Du das nötig? …

usw.

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„Assanges Versteck in London enttarnt“
Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP (8.12.2010)
Kommentare zu: „Assanges Versteck in London enttarnt“

* uhuznaa
* 08.12.2010 um 9:46 Uhr
Grrr…
Die Zeitung heißt „The Australian“, nicht „The Australien“.
Assange hatte sich auch nicht „versteckt“, er hatte seinen Aufenthaltsort der britischen Polizei von vornherein bekannt gegeben.
Dass Assange nicht nach Schweden ausgeliefert werden will, hat gute Gründe. Es besteht durchaus die Gefahr, dass Schweden ihn an die USA ausliefert, denn Schweden ist da mehr als willfährig.

Aus einer der von Wikileaks veröffentlichten Depeschen:
„Swedish military and civilian intelligence organizations are strong and reliable partners on a range of key issues … The good cooperation on counterterrorism, both domestically and internationally, has helped Swedish authorities carry out their mandate to protect Swedish citizens and national interests. Due to domestic political considerations, the extent of this cooperation in not widely known within the Swedish government and it would be useful to acknowledge this cooperation privately, as public mention of the cooperation would open up the government to domestic criticism.“

Quelle: http://213.251.145.96/cable/2007/05/07STOCKHOLM506.html

Dieses seltsame Gerangel um angebliche Vergewaltigungen nach einer zuerst fallengelassenen und dann nach einem Personalwechsel wieder aufgenommenen Anklage paßt da nur zu gut ins Bild.

Liebe ZEIT-Redaktion, betreibt doch bitte mal Journalismus und kopiert nicht immer nur dpa- und AFP-Meldungen. „Vierte Macht“ bleibt man so nicht.

* Bitte bleiben Sie sachlich
* 08.12.2010 um 9:54 Uhr

Parallele?

In diesen tagen wird einem chinesischen
Widerstandskämpfer der Friedensnobel-
Preis verliehen. Gerne tut der Westen
so etwas. Den eigenen Widerstand sperrt
er dagegen gerne weg…

* Buh
* 08.12.2010 um 9:55 Uhr

Illegal?

Ist es wirklich illegal Geheime Dokumente zu veröffentlichen? Haben sich nun alle Zeitungen dieses Erdballs strafbar gemacht?

Illegal ist es die Dinger zu entwenden, aber sicherlich nicht sie zu publizieren, das ist nicht illegal, sondern Journalistisches Tagesgeschäft.

* dame.von.welt
* 08.12.2010 um 10:12 Uhr

Ein weiteres Mal macht sich die Kluft zwischen dem vermeintlich etablierten Journalismus und dem Internet in Form von Wikileaks und auch dem Laienjournalismus der Foren deutlich.
Zeitonline scheint es tatsächlich für ausreichend zu halten, nun den zweiten namenlosen Artikel, fix gestrickt aus einer Agenturmeldung, zu veröffentlichen.
Man bekommt hier zunehmend den Eindruck von Kopf in den Sand, von Angst vor der Konkurrenz von unten, von Billigung der hysterischen und überaus interessanten Reaktionen auf Cablegate und Assange. Statt hier Position zu beziehen, Solidarität mit einem Kollegen und ein Minimum an Pressekodex zu demonstrieren. 4. Gewalt kritischer und engagierter Journalismus geht wirklich anders. Gut, daß es doch noch Menschen wie Vaughan Smith gibt. Informationen und Positionen leider auch heute wieder aus anderen Medien

* manJopp
* 08.12.2010 um 10:15 Uhr

Bitte gründlich recherchieren…

…oder es bleiben lassen.
Liebe Zeit Red.

Ich bin lange schon ZEIT Abonnent und lese die Artikel ausgesprochen gerne und mit viel Interesse.
Ich mag die teils kontroverse Berichterstattung.

Warum also hier dieses BLIND Zeitungsniveau?

„Assanges Versteck in London enttarnt“
Was ein Blödsinn.

Der Mann ist freiwillig zur Polizei gegangen.
Die Polizei wusste schon länger wo er sich aufhielt.

Warum wird Assange in den Medien überwiegend als Gauner und Krimineller dargestellt?

Es gibt kein Gerichtsurteil und auch keine brauchbare Anklage.

Schreibt mal über schwedisches Recht und wie es zu dem Vergewaltigungsverdacht kommen konnte.
Das ist nämlich völlig anders als man sich das als Deutscher vorstellt.

Bitte betreibt ehrliche offene Berichterstattung bezgl. Wikileaks und Assange.
Wenn ihr euch auf die allgemeine unangebrachte Hetze gegen beide einschießt werde ich mein ABO kündigen müssen, da das Vertrauen in die ZEIT dann zerstört wäre.

P.S.
Nein, auch ich halte die Veröffentlichung der Cables nicht für sinnvoll. Aber die Jagd die nun stattfindet rechtfertigt jede Veröffentlichung nachträglich, da sie einen Fehler im System aufzeigt.

* Zack34
* 08.12.2010 um 10:27 Uhr

@Redaktion

die Vorkommentierenden haben es schon klargemacht:
Sie ignorieren elementare Fakten (Umstände seiner Aufenthalt, Frage der Anmeldung, usw.), machen reisserische, Tatsachen verdrehende Titel (so wie die UFO-Nummer) und ignorieren die lementaren Widfersprüche im eigenen Text …
Gegen konservative sichtweise habe ich persönlich nichts einzuwenden, sofern sie elementare Fakten sauber recherchiert und darauf basierend eine Position bezieht. Aber das hier ist nur flach und schwach, zumal vielfach abgeschrieben, dpa läßt grüßen. Meines Erachtens ist diese Bewegung alles andere als gut. Sie zeugt von einer, zunehmend masochistischen Schwächung der Medien als aktiven Teils einer demokratischen Öffentlichkeit. Die Selbstgeiselungen der Journallisten dieser Tage (selbst der Herr Leyendecker hat sich in der SZ dazu verstiegen) mit der ganzen überspannten Kritik am vermeintlichen Verlust der Geheimhaltung in der Politik… läßt tief blicken, und macht Sorge hinsichtlich der künftigen Entwicklung dessen, was wir angeblich alle gerne als offene Demokratie beziechnen und aufbewahren möchten.

Anscheinend haben die Medien nicht mitbekommen, dass Bürger durchaus redaktionelle Kommentare in ihrer chron. Reihenfolge miteinander vergleichen.

* Talisker
* 08.12.2010 um 10:49 Uhr

Und wieder…

… mal ein Artikel auf unterstem Niveau, der noch nicht einmal die Fakten korrekt wiedergibt.

Tatsachen werden absichtlich verdreht, damit man zu den erwünschten Schlussfolgerungen kommen kann. Ich bin wirklich entsetzt über den Zustand der gesamten deutschen Presse und insbesondere der ZEIT, die ich lange Jahre als unabhängig betrachtet habe. So kann man sich täuschen.

Mittlerweile ist es leider nicht mehr zu leugnen, dass auch sie nur ein Handlanger der Politik sind. Mein Vertrauen haben sie jedenfalls gründlichst verspielt. …

MfG,
Ihr langjähriger Abonnent

* Buh
* 08.12.2010 um 12:06 Uhr

darf ich…

…nochmal darauf hinweisen, dass es nicht Wikileaks war, die über den Inhalt der Depeschen berichtet und daraus zitiert hat, sondern in Deutschland der Spiegel und in anderen Ländern, andere Magazine und Zeitungen?

=> http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-12/assange-london-frontlineclub?commentstart=25#comments

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… Every time WikiLeaks publishes the truth about abuses committed by US agencies, Australian politicians chant a provably false chorus with the State Department: „You’ll risk lives! National security! You’ll endanger troops!“ Then they say there is nothing of importance in what WikiLeaks publishes. It can’t be both. Which is it? …

Ex-Soldier of Melbourne Posted at 10:00 AM Today
Wikileaks is the type of media we need these days, the sort that is not afraid to bring the government to task. For too long governments have operated as if they are our masters, and our Defence Force their toy …


„Don’t shoot messenger for revealing uncomfortable truths“
Julian Assange, From: The Australian, December 08, 2010
=> http://www.theaustralian.com.au/in-depth/wikileaks/dont-shoot-messenger-for-revealing-uncomfortable-truths/story-fn775xjq-1225967241332

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[…] STOCKHOLM taz | Wikileaks Cablegate hat sich für die schwedische Öffentlichkeit zu einem veritablen Fortsetzungskrimi entwickelt. In Sachen Julian Assange gibt die schwedische Justiz Rätsel auf. … Täglich können seit einigen Wochen die beiden Stockholmer Zeitungen, die Zugriff auf die teilweise noch unveröffentlichten Dokumente mit Schwedenbezug haben, mit neuen verblüffenden Enthüllungen über die geheime Zusammenarbeit zwischen den USA und Schweden aufwarten. Dass das früher „neutrale“ jetzt offiziell „allianzfreie“ Land eigentlich immer ein geheimer NATO-Verbündeter war, ist keine neue Erkenntnis. Kann man aber schwarz auf weiß lesen, wie man von seinen PolitikerInnen an der Nase herumgeführt wird, bekommt das jedoch durchaus noch eine andere Qualität. Zumal es auch neue Einzelheiten gibt. Eine enge geheimdienstliche Zusammenarbeit mit den USA wurde offensichtlich ganz absichtlich am Parlament vorbei installiert. Was ein Verstoß gegen die Verfassung wäre. Für die oppositionelle schwedische Linkspartei ist das so „extrem erschütternd“, dass sie nun die Einrichtung einer „Wahrheitskommission“ fordert. Und die sozialdemokratische Tageszeitung Aftonbladet kommentiert: „Niemand kann länger als ‚Konspirationstheorien‘ abtun, wie weit Schweden von der anderen Seite des Atlantiks her gesteuert wird.“ …
So äußerte sich beispielsweise Assanges britischer Anwalt Mark Stephens gegenüber der BBC: Ein „politischer Stunt“ sei die Verfolgung des Wikileaks-Gründers Julian Assange durch die schwedische Justiz. …
Aus: „Verschwörung, Zufall oder Routine“ VON REINHARD WOLFF (07.12.2010)
=> http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/verschwoerung-zufall-oder-routine/

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drdre schrieb am 08.12.2010 um 06:54
Völlig richtig ist, dass sich Ideen nicht einsperren lassen, auch wenn man jetzt versucht mit Lug und Trug, sowie Rufschädigung und einfrieren von Konten, die Arbeit von Menschen zu boykottieren, die nur eines einfordern, die Ausübung von Transparenz, Demokratie und Freiheit von Meinungsäusserung. Was leider von vielen Mainstream Medien negiert wird.
Ferner wird von Seiten der US Regierung auch noch massiv versucht das Net zu manipulieren. So wurden verstärkt Angriffe auf die Server geführt, die Wikileaks unterstützten.
Wobei von der Gegenseite nun auch Angriffe gegen Server von Paypal, Visa und der schweizerischen Postbank geführt wurden, die Wikileaks kündigten.
Nun herrscht eine Art von Cyberkrieg im Internet.
Ausgelöst durch den Versuch der US -Administration die Meinungsfreiheit einzuschränken.
Ich denke man sollte auf der Hut sein, wenn offizielle wohlklingend von Freiheit und Demokratie sprechen…
Dies scheint wie im Fall Assange nicht für alle Erdenbürger zu gelten.

Kommentare zu: „Machtlose Gitter“
Gegenmacht | 07.12.2010 13:15 | Steffen Kraft
=> http://www.freitag.de/positionen/1048-machtlose-gitter

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Allmählich findet die FDP zumindest zu ihrer politischen Liberalität. Sie eckt immer öfter mit der Union an, wenn es um Bürgerrechte, Überwachung und Datenschutz geht. Wie die Dokumente zeigen, die Wikileaks veröffentlicht hat, war man deswegen auch in der US-Regierung nicht von der schwarzgelben Regierung erfreut, weil es jetzt schwerer würde, ungehindert Zugriff auf die Daten der Deutschen zu erlangen.

Jetzt outet sich auch Christian Ahrendt, der rechtspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Er sieht die Verfolgung von Julian Assange und Wikileaks als verfehlt an. Der Financial Times sagte er: „Die Veröffentlichung der Staatsgeheimnisse ist nicht das Problem von Assange oder Wikileaks. Der Staat muss seine Unterlagen selbst schützen. Dazu hat er ausreichend Kapazitäten und Mittel. Die Versuche, solche Seiten zu eliminieren, sind massive Angriffe auf die Pressefreiheit und eine Bevormundung des Bürgers.“ …
Aus: „FDP-Politiker verteidigt Wikileaks“ Florian Rötzer (08.12.2010)
=> http://www.heise.de/tp/blogs/6/148899

=> http://www.ftd.de/politik/deutschland/:wikileaks-enthuellungen-fdp-wirft-usa-internet-zensur-vor/50203092.html

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Der „Information Warfare“ um WikiLeaks hat eine neue Dimension erreicht. Zwar hatte die US-Regierung davor einen Schlag nach dem anderen gegen WikiLeaks geführt und die Enthüllungsplattform zuerst von den Servernetzen des Anbieters von Cloud-Computing, Amazon, werfen lassen.

Dann wurde der DNS-Provider Everydns.net so lange unter Druck gesetzt, bis er Wikileaks.org aus seiner Datenbank löschte, sodass die Site selbst jetzt nur noch unter der IP-Adresse 213.251.145.96 zu erreichen ist. Am Freitag gab der Bezahldienst PayPal dann bekannt, dass man das Spendenkonto für die Enthüllungswebsite deaktiviert habe.

Dazu kamen jede Menge offene wie versteckte Drohungen seitens der US-Regierung und von Kongressabgeordneten. Davor schon hatte die australische Regierung in den Chor eingestimmt und bekanntgegeben, dass sie im Falle einer Rückkehr des australischen Staatsbürger Julian Assange mit den USA sehr eng zusammenarbeiten würde, was nichts anderes als die Drohung mit Auslieferung bedeutet.

Genützt hat all das offensichtlich nichts. Statt einer einzigen Website sind es ein paar Dutzend, die allesamt auf dem aktuellen Stand sind, weitere 165 enthalten immerhin bereits die erste Tranche der Dokumente. Das sind allerdings nur jene Sites, die von Savewikileaks.net laufend auf Aktualität überprüft werden, daneben existieren andere sogenannte „Mirrors“, in Österreich wie in den USA. Hunderte andere Websites haben vor ihren Domainnamen „wikileaks“ eingetragen und verlinken direkt auf 213.251.145.96, das „Original“ in Schweden. Wenn es nicht gerade in Frankreich oder mehr in der Schweiz gehostet wird.

Für alle, die mit dem Netz schon etwas länger vertraut sind, kommt das nicht gar so überraschend, denn das momentane Geschehen rund um WikiLeaks ist nur neu in seiner Dimension, der Mechanismus selbst ist altvertraut.

… Die „Library of Congress“, die weniger eine Bibliothek als vielmehr eines der größte Multimedia-Archive der Welt darstellt, verfügt nach eigenen Angaben über 144 Millionen Einzelobjekte, davon 33 Millionen Bücher, fast 64 Millionen Manuskripte und die größte Sammlung juristischer Texte, Filme, Tonaufnahmen und Karten.

Nur über die „Cablegate“-Dokumente verfügt die Library nicht, da sie seit Donnerstag sowohl für Angestellte wie Besucher die IP-Adresse von WikiLeaks sperrt. Hunderte von Klon-Websites bzw. „Domain-Mappings“ (wie oben beschrieben) der Aufdeckerplattform zu sperren, ist allerdings ein Ding der Unmöglichkeit, da stets neue Sites dazukommen.

Das weiß man natürlich auch seitens der US-Regierung, deshalb wird eben auf Einschüchterung gesetzt. In mehreren E-Mail-Wellen wurden die Angestellten des öffentlichen Diensts davor angewiesen, WikiLeaks zu verlinken, zu zitieren, oder auch nur anzusehen, da die auf der Site enthalten Dokumente immer noch als „geheim“ eingestuft seien. Die Studenten der „School of International and Public Affairs“ an der Columbia University wurden gar gewarnt, derlei würde eine künftige Karriere im öffentlichen Dienst gefährden.

Die Karriereplanung der Althacker von 2600.com – dazumals der Schrecken der analogen US-Telefonnetze – ficht derlei jedenfalls nicht an. Sie verlinken auf jene Dokumente, die von den Studenten der Politikwissenschaft in Boston – Schwerpunkt des Instituts sind internationale Beziehungen- nicht gelesen werden dürfen.

„Bin ich denn ein Krimineller?“ fragte sich Columbia-Professor Gary Sick in seinem Blog am Sonntag Abend. Politologe Sick analysiert die Inhalte der auf Wikileaks veröffentlichten „Cables“ (Depeschen). Sehr viel absurder geht’s wohl nicht im „Land der Freien“, das die freie Meinungsäußerung als ersten und wichtigsten Zusatz zur Verfassung hat.

Aus: „WikiLeaks hat sich verhundertfacht“ (05.12.2010)
Erich Moechel – Netzpolitik, Datenschutz, IT und alles, was funkt. Spaß am Gerät.
=> http://fm4.orf.at/stories/1669877/

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… in den Medien sieht es übel aus. Zwar werden die Wikileaks-Dokumente ausführlich gewürdigt, doch immer wieder wird Julian Assange als Verräter gebrandmarkt – ein Vergehen, dass dem gebürtigen Australier mangels US-Staatsbürgerschaft gar nicht begehen kann. Schlimmer noch: Kolumnisten rufen zu Attacken gegen Wikileaks und seinen Chef auf. In der Washington Times durfte der Konservative Aktivist Jeffrey T. Kuhner einen unverhohlenen Mordaufruf publizieren – die Redaktion verzichtete auf jede Distanzierung. Stattdessen stellte die Zeitung dem Kommentar ein Fahndungsplakat zur Seite: „Julian Assange – Wanted Dead“. Wenn Mordanschläge der einzige Reflex auf internationale Herausfordrungen sind, kann sich die Supermacht USA endgültig von der Bühne internationaler Politik verabschieden.

07.12.2010 12:52 Uhr:
von duke:
Danke für diesen sachlichen und sehr neutralen Artikel. Leider findet man solche differenzierten Betrachtungen in der deutschen Medienlandschaft nur noch selten bis gar nicht. Leider gibt es auch bei euch tendenziöse und uninformierte Hetzartiekl, z.B. von Seeliger. Auch die Trennung zwischen Assange (Vergewaltigung) und WikiLeaks (Veröffentlichung von Geheimdokumenten) findet kaum noch in der Berichterstattung statt.

Aus: „Hackerethik gegen Staatsbürokratie“ VON Torsten Kleinz (07.12.2010)
=> http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/hackerethik-gegen-staatsbuerokratie/

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… „Pressefreiheit ist unbezahlbar, für alles andere gibt es Mastercard.“ Am vergangenen Montag war bekanntgeworden, dass Spenden an die Enthüllungsplattform Wikileaks über Mastercard nicht mehr möglich sind. Nur einen Tag später zog mit Visa das zweite große Kreditkartenunternehmen der Welt nach. Zuvor hatte bereits der Online-Bezahldienst PayPal seine Zusammenarbeit mit Wikileaks eingestellt. Viele Blogger und Kommentatoren vermuten hinter den Entscheidungen eine politische Einflussnahme amerikanischer Regierungsstellen. Das bestreiten Mastercard, Visa und PayPal zwar vehement. Auffällig ist aber doch, dass zumindest die beiden Kreditkartenfirmen sonst keineswegs zimperlich sind bei der Auswahl ihrer Kunden. Unproblematisch finden Visa und Mastercard offenbar, dass über ihren Service Spenden an den politischen Arm des rassistischen Ku-Klux-Klan abgewickelt werden. …

08.12.2010 um 15:51 Uhr
KulturOptimist schreibt

Wie offensichtlich denn noch?

Mühlen auf die Wasser aller Verschwörungstheoretiker ist das sowieso, aber die handfesten Beweise einer direkten Einflussnahme der amerikanischen Politik auf internationale Zahlungssysteme wird immer deutlicher!

Scientology, der erwähnte Ku-Klux-Clan, eine einschlägige Pädophilen-Website, die Pirate Bay, eine in Europa tätige islamistische Hetzerorganisation, deren Mitglieder schon häufiger angeklagt und verurteilt wurden, die NPD, die Linke, die jeweiligen amerikanischen Pendants… sie alle können weiterhin über Paypal, Visa, Mastercard, amerikanische wie auch europäische Konten Geld empfangen.

Wikileaks eben nicht und in dem Augenblick, in dem er heikelstes Material veröffentlicht, wird sein Chef im 4. Versuch angeklagt, ein Verbrechen mit Sexbezug begangen zu haben und stellt sich nach dem 2. Versuch einen internationalen Haftbefehlt zu erwirken freiwillig. …

Aus: „Ku-Klux-Klan ja, Wikileaks nein“
Von Malte Conradi und Johannes Kuhn (08.12.2010)
=> http://www.sueddeutsche.de/politik/kreditkartenfirmen-lieber-ku-klux-klan-als-wikileaks-1.1033641

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The established media is not immune to promulgating these. In fact, the established media in many cases appears to be their primary vector. The result is a general public misinformed at even the most basic level on the purpose and impact of Wikileaks and its efforts. …
=> http://www.wlcentral.org/frequent-falsehoods

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tbc

[Wir Untertanen & WikiLeaks (II)… ]

… „Wikileaks-Kritiker sehen sich nunmehr bestätigt, dass die Plattform eben doch sensible Daten preisgibt und orientierungslosen Terroristen eine Auswahl möglicher Anschlagsziele an die Hand gibt.

06.12.2010 16:27 Uhr, miss iro nie sagt:
was ist eigentlich aus den terrormeldungen der letzten woche geworden?
kann ich jetzt wieder auf den weihnachtsmarkt?

06.12.2010, 16:38 Uhr, Olle Kamellen sagt:
Wikileaks-Kritiker sehen sich nunmehr bestätigt, dass die Plattform eben doch sensible Daten preisgibt und orientierungslosen Terroristen eine Auswahl möglicher Anschlagsziele an die Hand gibt.
Mit „Wikileaks-Kritiker“ meint der Autor dieses Beitrags vermutlich in erster Linie sich selbst. Sonst hätte er ganz gepflegt einen Namen, ein Zitat einflechten können. Also zitiert er anonym … die eigenen Gedanken.

Aus: „Sylts Bedeutung für Amerikas nationale Sicherheit“ (D. Alexander, 6.12.2010)
=> http://www.welt.de/politik/ausland/article11427041/Sylts-Bedeutung-fuer-Amerikas-nationale-Sicherheit.html

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[Zitat aus: „Wir Untertanen“ Von Jakob Augstein [ * ], 03.12.2010]:
… „Wissen ist keine ­Gefahr für die Demokratie, staatliche Desinformation schon. … Und warum reagieren so viele Journalisten so mürrisch auf die Wikileaks-Veröffentlichungen? Es wäre „am Ende das beste gewesen, die Datenflut wäre nie aus den Computern gequollen“ hat die Süddeutsche Zeitung geschrieben. Die Bild war der Meinung, Verantwortung sei den „Online-­Anarchos“ ein Fremdwort: „Sie handeln schlicht kriminell.“ Und Zeit-Herausgeber Josef Joffe wünscht sich „keinen Ein-Mann-Rächer, der nach eigenem Geschmack entscheidet, was zu veröffentlichen sei. Dafür haben wir Parlamente und Gerichte, also den Rechtsstaat.“ – Normalerweise rechtfertigen staatliche Stellen mit solchen Worten die Knebelung der Presse. Es ist ernüchternd, sie von Journalisten zu hören. Das embedding, das als kluge PR-Strategie der amerikanischen Armee im Irak-Krieg begann, ist hier weit gediehen. Ein Journalist, der die Wikileaks-Daten zuerst unter dem Gesichtspunkt der nationalen, oder – schlimmer noch – westlichen Sicherheit sieht, hat sich selbst erfolgreich zu Bett gebracht – und die Pressefreiheit gleich mit.
Nur zur Erinnerung: Die Folter in Abu Ghraib, das Waterboarding in den CIA-Gefängnissen, das Niedermähen unbewaffneter Zivilisten in Afghanistan – all das, was die USA in gefährliche Nähe zu den Unrechtsregimen im Nahen Osten, zu China und zur untergegangenen Sowjetunion gebracht hat, ist eben nicht durch „Parlamente und Gerichte“ an den Tag gekommen…
… Wir haben weiß Gott wenig Grund, unseren Politikern zu trauen. Und es gibt – von der vergleichweisen Lappalie des Stuttgarter Hauptbahnhofs bis hin zur welterschütternden Datenflut aus dem State Department – eine Reihe von Hinweisen dafür, dass die Bürger buchstäblich nicht mehr bereit sind, alles mitzumachen. Sie wissen längst, dass im Arcanum staatlicher Hoheit keine höhere Weisheit am Wirken ist… „

MeisterderO schrieb am 03.12.2010 um 14:46
Lieber Jakob Augstein,
was mir zunächst auffiel war, dass Sie sich hintergründig-süffisant mit Ihrem Titel auf Heinrich Mann’s Roman „Wir Untertanen“ beziehen.
Heinrich und Thomas Mann, obwohl beide aus einem großbürgerlichen Elternhaus stammten, waren, soweit mir bekannt, zeitlebens engagierte Verfechter der Demokratie und der Meinungsfreiheit.
Sie haben es in Ihrem Artikel gut auf den Punkt gebracht.
Die Frage stelle ich mir nämlich auch: Warum schreibt ein Teil der Journaille gegen die eigenen Interessen an?
Futterneid? Angst vor den Zeitungsverlegern? Sorge, dass das Internet die Printpresse zerstören könnte? Furcht vor neuen Wegen?
Wer unseren Politikern noch glaubt, muss naiv oder Masochist sein. …

Trundil schrieb am 03.12.2010 um 17:20
Bitte mehr von solchen Artikeln, auch in anderen Medien! Ich hab den Kampagnen-, Ablenkungs- und Verdummungsjournalismus eben so satt wie die Hofberichterstattung!!!

Magda schrieb am 04.12.2010 um 10:56
Sehr schön tobt sich der Nationalsender DeutschlandradioKultur aus:
Zwei Links dazu: www.dradio.de/dkultur/sendungen/kommentar/1330852/

Deutschlandfunk-Chefredakteur spricht vom pompös inszenierten Datendurchfall.

Oder: Rainer Burchardt meint unter dem Titel: „Emsige Depechen“ (lustig, lustig)
www.dradio.de/dkultur/sendungen/kommentar/1334225/

„Mit anderen Worten: Mit dem digitalen Zeitalter ist die Ära der Geheimdiplomatie mit einem Aplomb beendet worden. Überspitzt ließe sich formulieren: Metternich war vorgestern, Al Kaida gestern. Zu den altmodischen, nicht minder bedrohlichen Gefährdungen kommen jetzt eben die digitalen, kaum kontrollierbaren und schon gar nicht zu verhindernden Enthüllungen hinzu. Naive nennen dies eine demokratische Transparenz.“
Herrlich, wie der Leute zu Naivlingen stilisiert, die das journalistische Aufbläen und Gatekeepertum nicht so heiß finden wie er.
Virulente Frage bleibt: Was wird aus dem Journalismus unter diesen Bedingungen. Statt rumzuräsonieren und sich in Machtnähe und auf talkshow-Sesseln zu räkeln, sollten die mal neu nachdenken. …

general ludd schrieb am 04.12.2010 um 18:33
… endlich reflektiert mal einer, dass es nicht um die konkrete peinlichkeit westerwelles oder dergleichen geht, sondern um eine tiefgreifende veränderung der gesellschaft, die sich hier bahn bricht, und die niederzuschlagen die mächtigen einige sympathien kosten wird, falls man das so noch sagen kann.

Aus: „Wir Untertanen“ Von Jakob Augstein
Thema: Wikileaks | 03.12.2010 14:00
=> http://www.freitag.de/politik/1048-wir-untertanen

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Notiz: eingebetteter Journalismus
=> http://de.wikipedia.org/wiki/Embedded_Journalist

[Als jemand auf einem Bankett vorschlug… ]

You make trouble, we’ll kill you–no problem.

(Source: Russ W. Baker: The Deforesting of Irian Jaya.
In: The Nation magazine. 7. Februar 1994)

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[…] Mit der Vorratsdatenspeicherung ist es schwieriger mit Informanten Kontakte zu knüpfen und in Kontakt zu bleiben. Mit der Onlinedurchsuchung können Computer von Journalisten und Informanten unbemerkt durchsucht werden. Außerdem wäre es sehr einfach möglich [Journalisten und Informanten] [ ] belastendes Material auf den Computer [zu] laden um ihn/sie anklagen oder diskreditieren zu können. Die jetzt geplante Internetzensur (vorgegebener Grund: Bekämpfung von Kinderpornografie. Aber da gäbe es wirksamerer und grundrechtsschonendere Möglichkeiten) könnte missbraucht werden um die Recherche zu behindern. (die Zensur soll einzig un allein vom BKA kontrolliert werden, ein Richtervorbehalt ist nicht vorgesehen) Inzwischen ist auch herausgekommen, dass das BKA – anders als zunächst angekündigt – auch Zugriffe auf gesperrte Seiten protokollieren darf. Somit wäre auch hier Manipulation möglich um Journalisten und Informanten zu Unrecht zu beschuldigen.
Ich sage nur, das diese „Sicherheitsgesetze“ das Potential eröffnen, die Pressefreiheit einzuschränken. Aber „Sicherheitsgesetze“ bleiben normalerweise sehr lange bestehen. Es könnte also ganz andere Politiker dieses Potential nutzen, als die die sie eingeführt haben. Außerdem kann schon das Wissen um dieses Potential zur Selbstzensur führen.

Kommentar von Kurt D. am 01.05.2009; 20:57:10 Uhr
Auch in Deutschland ist die Pressefreiheit in Gefahr
Zu Die vierte Gewalt Von Wilfried Hub (01.05.2009)
=> vogtland-anzeiger.de…

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… gerade, da es [ ] nicht mehr selbstverständlich zu sein scheint, über Einschränkungen von Bürgerrechten zu schreiben. In so manchem renommierten „Tagesblatt“ wird das tausendste Mal lieber bestenfalls über „Konjunkturpakete“ gesprochen, schlimmstenfalls über die neue 3-Tage-Diät oder Paris Hiltons neue Körperformen. Die Rheinische Post hat sich zum Jahreswechsel 2008/2009 auf einer ganzen Seite über „Neuerungen zum Jahreswechsel“ ausgelassen. Mit KEINEM Wort war auch nur andeutungsweise vom BKA-Gesetz oder der
Vorratsdatenspeicherung die Rede! … (RealMcAlec, 13. Januar 2009)

Aus: „Achtung von Pressefreiheit und Bürgerrechten weltweit gesunken“
Quelle #1 => heise.de/newsticker/foren/
Quelle #2 => heise.de/newsticker/Achtung-von-Pressefreiheit…

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Als jemand auf einem Bankett vorschlug, auf „die unabhängige Presse“ anzustoßen, entgegnete Swinton:

„Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es und ich weiß es.

Es gibt niemanden unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn er es tut, weiß er im Voraus, dass sie nicht im Druck erscheint. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche
Meinung aus der Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin. Andere von Ihnen werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde sofort auf der Straße und müsste sich nach einem neuen Job umsehen. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los.

Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Sie wissen es und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen.

Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unser Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“

John Swinton (1829-1901) – US-amerikanischer Zeitungsverleger vor Redakteuren im Jahr 1889, zitiert nach: Richard O. Boyer und Herbert M. Morais, Labor’s Untold Story, NY: United Electrical, Radio & Machine Workers of America, 1955/1979

via MAILER-DAEMON @ „Pressefreiheit gerät weltweit stärker in Bedrängnis“
Heise, 01.05.2009, => Quelle, Quelle2 (MAILER-DAEMON)

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[…] Sloterdijk: […] Wirtschaftskommentatoren sind großteils „eingebettete Journalisten“ – sie schreiben dem Tagesbefehl gemäß und ziehen mit ihrer Truppe ins Feld. Für sie wären Argumente gegen den Mainstream beruflicher Selbstmord. […] Die Handelnden auf dem Gebiet der Finanzmarktspekulation leben völlig außerhalb der Hörweite der analytischen Intelligenz. Sie sind von ihren Spielen berauscht und haben keine freien Kapazitäten für alternative Gedanken. Soviel ich weiß, nahmen sich auch die Konquistadoren keine Zeit für Ethikseminare.

Aus: „Finanzmarktkrise – „Weltverschwörung der Spießer““
Von Von Frank A. Meyer (08.03.2009)
Der Philosoph Peter Sloterdijk im Gespräch über Spekulation,
Größenwahn, Gier und das Ende unseres High-Speed-Zeitalters
Quelle => manager-magazin.de…

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Kontext #1:
=> freedomhouse.org/uploads/FreedomofthePress2009.pdf

Kontext #2:
=> http://de.wikipedia.org/wiki/Pressefreiheit

[Zum Call & Spy Tarif der Telekom… ]

Vorratsdatenspeicherung ist spannend!
Das Wissen, dass das eigene Kommunikationsverhalten protokolliert wird – und in Zukunft ohne das Wissen des Kommunizierenden ausgewertet werden kann, ist ein großes Abenteuer. Mit ein bisschen Glück werden auch Ihre Daten abgeglichen oder weiterverkauft. Wie das genau funktioniert braucht Sie gar nicht weiter zu interessieren, denn bei dem Call & Spy Comfort Tarif telefonieren Sie – und die Telekom kümmert sich um die Details.

http://www.subfrequenz.net/fraktallog/wp-content/2008/05/telekomhallozukunft.jpg
[Ein Symbolfoto der deutschen Telekom]

Das praktische daran: die wirklich wichtigen Angelegenheiten in Deutschland lassen sich durch internes Data-Mining von interessierten Kreisen viel effizienter optimieren – vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser – und wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten.

/Polemik off

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KonText#1:

LASER#17 :: [Datenmengen sinnvoll nutzen… (BRD, Telekom)]
=> subfrequenz.net/forum/index.php/topic,31.msg3303.html#msg3303

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KonText#2:

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Datenschutz

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Journalisten-Skandal

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Cicero-Urteil

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel-Affäre

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Pressefreiheit

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KonText#3:

LASER#17 :: [Vorratsdatenspeicherung (Überwachung)… ]
subfrequenz.net/forum/index.php/topic,153.0.html

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KonText#4:

LASER#17 :: Zur Typologie verdeckter Operationen:
[Eine Frage der Sicherheit… (Notiz, BRD, Schwarze Informationen)]
=> subfrequenz.net/forum/index.php/topic,63.msg3383.html#msg3383