Schlagwort: 1983

[Fellini #42… ]


“ … Man kann annehmen, dass die Seebestattung, bei der die weiße Asche der Diva Edmea Tetua von der morgendlichen Meeresbrise zerblasen wird, den Untergang der alten europäischen Gesellschaft durch den Ersten Weltkrieg symbolisiert. Die Kettenreaktion zwischen dem Passagierdampfer und dem Kanonenboot stellt im Kleinen den Ausbruch des Ersten Weltkriegs dar. Der Film enthält große, unvergessene Sequenzen der Filmgeschichte: Die blinde Prinzessin, die die Töne des Donau-Walzers mit Farben assoziiert, das Glasmusikspiel in der Schiffsküche, den russischen Sänger, der mit seinem Bass ein Huhn in Trance versetzt, der Wettstreit der Opernsänger im Kesselraum. …“ | Aus: „Fellinis Schiff der Träume [„E la nave va“ (1983)]“ (7. Oktober 2025) | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fellinis_Schiff_der_Tr%C3%A4ume

“ … Mit einer illustren Reisegesellschaft verlässt der Luxusliner „Gloria N.“ im Juli 1914 den Hafen von Neapel: Vor ihrer einstigen Heimatinsel will man die Asche der berühmtesten Sängerin der Zeit, Edmea Tetua, auf dem Meer streuen. Federico Fellinis Film „Das Schiff der Träume“ (1983) erzählt vom plötzlichen Einbruch der Realität in die schöne Welt des Opern-Jetset: Der erste Weltkrieg bricht aus. Das Schiff muss, verfolgt von einem österreichischen Panzerkreuzer, serbische Flüchtlinge aus Seenot bergen. Wie der erste Weltkrieg endet auch diese Geschichte mit einem Inferno: Als die Flüchtlinge an die Österreicher ausgeliefert werden müssen, zündet bei der Übergabe einer der Serben eine Handbombe mit verheerenden Folgen. Der Panzerkreuzer explodiert, dabei trifft auch ein Kanonenschuss die „Gloria N.“ und bringt sie zum Sinken. …“ | Aus: „„Wovon will ich eigentlich erzählen?“ – Nach Federico Fellini: Das Schiff der Träume“ Manfred Jahnke (29. September 2023) | Quelle: https://www.die-deutsche-buehne.de/kritiken/ulm_schiff_der_traeume_metzger/
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“ … Dekadente Passagiere treffen auf serbische Flüchtlinge. Die bildgroteske Vision persifliert Selbstgefälligkeit. … [Über: „Fellinis Schiff der Träume“ (1983)] … “ | Quelle: https://www.cineamo.com/de/filme/e-la-nave-va
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“ … Es ist bekannt, daß es überhaupt kein anderes Werk von Fellini gibt, was so vielschichtig und derart interpretationsreich ist, so daß man in einer herkömmlichen Kritik darauf überhaupt nicht eingehen kann: was zum Beispiel das riesengroße Nashorn bedeutet, das zu Beginn auf‘s Schiff gehievt wird, dann im Schiffsverlies so zu stinken anfängt, daß man es an die frische Luft zurückhievt, in ein Rettungsboot verfrachtet und lange mit Wasser übergießt. In der Schlußszene – wo das Schiff standesgemäß untergeht, die meisten Leute aber gerettet werden – wird dieses Rettungsboot auf‘s Wasser gelassen und unser Erzähler fährt davon, mit lebendem Nashorn natürlich. … Aber mir wurde etwas anderes wichtiger, ja ich finde, daß der Film uns heute noch mehr angeht, als damals, was sicher damit zu tun hat, daß unsere gesellschaftliche Lage sehr viel stärker von Unsicherheiten und Zeitsprüngen geprägt ist als es 1983 der Fall war. Insofern hat der Film sogar an politischer Aktualität gewonnen. … Fellini ist [ ] ein Filmemacher, für den der Spruch, wir wissen nicht, wohin wir gehen, wenn wir nicht wissen, woher wir kommen, in besonderem Maße gilt. …“ | Aus: „Fellinis E LA NAVE VA von 1983“ (1. Dezember 2021) | Quelle: https://weltexpresso.de/index.php/kino/23913-fellinis-e-la-nave-va-von-1983_544
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“ … Eines Tages stieß Federico Fellini in einer Jackentasche auf einen Zettel mit einer Telefonnummer. Er nahm an oder hoffte, dass es sich um die Nummer einer schönen Frau handele, die ihn kennenlernen wollte. Als er die Nummer wählte, meldete sich ein Psychiater aus Rom. So begann eine gemeinsame Arbeit an Fellinis Träumen, die ihm aus einer schweren Schaffenskrise heraushalf und für sein weiteres filmisch-künstlerisches Schaffen von enormer Wichtigkeit wurde. Der Psychiater hieß Ernst Bernhard [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Bernhard] und war einst vor den Nazis geflohen. Er stand in der Tradition von C.G. Jung und dessen Traumanalyse, die in Träumen mehr sah als klinisches Material, das es für die Therapie nutzbar zu machen galt. Träume besaßen für ihn ein Eigenleben, das es zu respektieren und behutsam zu behandeln galt. Manche Filme Fellinis sind solche Träume. …“ | Aus: „141 | Sozialstaat und Demokratie“ Götz Eisenberg (30. April 2026) | Quelle: https://durchhalteprosa.de/2026/04/30/141-sozialstaat-und-demokratie/

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“ … Since childhood, Fellini had been keenly interested in dreams as a rich source of imagination, and their bond was immediately intense. He readily agreed to keep a dream journal, involving both writing and illustrating his dreams. He readily did so, using various colored felt tips, as Bernhard helped him to identify archetypal images and themes offering inspiring direction in life. It may seem surprising that Fellini was asked to draw rather than merely write his dreams for self-understanding. However, Bernhard surely knew that the celebrated director had initially been a cartoonist-story writer for a popular Italian magazine before embarking on films. Indeed, Fellini had loved to draw since childhood and began each new film idea with pastels and pencils. … You don’t have to be a world-famous filmmaker like Fellini or a pioneering psychologist like Maslow to benefit from dream journaling. The best practice is to keep a notebook and pen beside your bed at night, and as soon as you awaken, write down your dream in as much detail as you can. … “ | From: „Dreaming: The Great Italian Filmmaker Fellini Was an Ardent Jungian“ Edward Hoffman (February 5, 2025) | Source: https://www.psychologytoday.com/gb/blog/the-peak-experience/202501/the-great-italian-filmmaker-fellini-was-an-ardent-jungian

[Das Reale, Symbolische und Imaginäre #101]

Eine Vaterschaftsfabel … der Privatdetektiv („Das Auge“) weiß, dass sie [seine Ersatztochter] ebenso in einer wahnsinnigen Fantasie lebt wie er selbst … Wir träumen. Wir sind bereit, umherzuwandern.


Bild aus dem Spielfilm: „Das Auge“ („Mortelle Randonnée“, Frankreich, 1983) | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Auge_(1983)

“ … Michel Serrault spielt … [in „Mortelle Randonnée“, Frankreich, 1983] „Das Auge“ [… einen ehemals] berühmt-berüchtigter Privatschnüffler, der nach privaten und beruflichen Nackenschlägen inzwischen nur noch einen schlecht bezahlten Job bei einer kleinen Detektei hat. Beauvoir hadert mit der Tatsache, nie seine einzige Tochter Marie kennengelernt zu haben. … Sein aktueller Job scheint ein simpler Beschattungsauftrag, denn ein wohlhabendes Ehepaar möchte Informationen über die ihnen völlig unbekannte Affäre ihres Sohnes bekommen. Hierbei handelt es sich um die verführerische Catherine (Isabelle Adjani), die sich als scheinbar skrupellose Mörderin entpuppt … In einer Mischung aus Obsession und Traumabewältigung sieht er in Catherine seine Tochter und übernimmt die unsichtbare Vaterrolle.

Eine pessimistische, makabre und psychologisch interessante Geschichte wird über weite Strecken fast wie eine schwarze Krimikomödie verkauft … Die teilweise durchaus krude anmutende Mischung aus skrupellosem Crime-Roadmovie, abgründigem Psycho-Drama und beinah absurder Genre-Parodie funktioniert wirklich nicht immer und dürfte nicht wenige Zuschauer*innen dabei auf der Strecke lassen, entwickelt aber trotzdem relativ schnell einen hochinteressanten und faszinierenden Sog, der das Geschehen insgesamt sehr markant und beinah sogar einzigartig gestaltet, so dass man über so inzwischen bald beiläufige Dinge wie Logik oder eine zielgerichtete Genre-Definierung kaum noch einen Gedanken verliert. Das Auge gelingt es, ganz viele Bausteine völlig krumm und schief zusammenzusetzen und daraus ein sonderbares, aber in seiner ganz eigenen Form bemerkenswertes Gebilde zu erschaffen, das gerade dadurch erst echte Stabilität erringt. Das letzte Drittel hat so viel poetische Schönheit und bittere Melancholie, dass einem der anfänglich holperig erscheinende Beginn plötzlich vollkommen perfekt vorkommt – in seinem eigenen Mikrokosmos. …“ | Aus: Jacko Kunze „Mortelle randonnée – Das Auge (Claude Miller, 1983)“ | Quelle: https://www.moviebreak.de/film/das-auge

athanasiosze, 28. März 2024: “ … Das habe ich nicht erwartet. … Es stellt sich heraus, dass es eine schwarze Komödie ist. Eine Dekonstruktion von Krimi-/Noir-Filmen, eine Parodie. …“

robert-temple-1, 16. März 2010: “ … Die Hauptfigur ist ein echter Mr. Anonymous, ein hoffnungsloser Detektiv, brillant gespielt von Michel Serrault, der so gewöhnlich aussieht, dass ihn niemand bemerkt. Wie er selbst im Film sagt: „Ich sehe aus wie jeder andere.“ Sein Leben wurde zwanzig Jahre zuvor durch den Tod seiner kleinen Tochter zerstört. Seine Frau hatte ihn … verlassen und ihm das Kind mitgenommen. Dieser doppelte Verlust – das Abhandenkommen und der Tod des Kindes, das er nie kennenlernen durfte – hat völlig Besitz von ihm ergriffen. Sein gegenwärtiges Leben ist leer. Als er den Routineauftrag erhält, die Freundin eines reichen jungen Mannes zu identifizieren, und dem Mädchen begegnet, das Isabelle Adjani mit eindringlicher Intensität spielt, macht es Klick. Über weite Strecken des Films wird uns weisgemacht, er halte sie für seine verlorene Tochter. Erst viel später wird uns klar, dass er ihr nur als Fantasieersatz nachjagt, denn er weiß genau, dass seine echte Tochter als Kind gestorben ist. Als er erkennt, dass Adjani genauso am Rande der Verzweiflung lebt wie er, fühlt er sich ihr seelisch verbunden. Sehr bald erkennt „das Auge“, dass sie eine psychotische Mörderin mit unzähligen Decknamen ist. Sie tötet und raubt zwanghaft und hält zwischen den Opfern kaum inne, um Luft zu holen. Serrault („Das Auge“) folgt ihr von Land zu Land, beobachtet ihre Stelldicheins durch Fenster, wird sogar Zeuge, wie sie eine Leiche beseitigt, eine Kehle durchschneidet und sich wirklich wie ein böses Mädchen benimmt. Doch er fühlt sich gezwungen, sie zu beschützen, denn er weiß, dass sie ebenso in einer wahnsinnigen Fantasie lebt wie er selbst. Er wird emotional und psychisch zu Komplizen ihrer Verbrechen und beseitigt sogar eine der Leichen für sie. Doch er spricht nicht mit ihr, und sie beachtet ihn nie, weil er so unbedeutend ist. Dies ist eine Geschichte über eine Verbindung durch Osmose, in der zwei Menschen, die nicht miteinander kommunizieren, dennoch eine symbiotische Existenz führen. Der eine ahnungslos, der andere leidenschaftlich ergeben, während sie gemeinsam von einem Tatort zum nächsten reisen. Der Film ist zutiefst traurig, nicht nur im Hinblick auf Serrault und die tragische Lücke in seiner Existenz, sein persönliches néant („Nichts“), sondern auch auf die wahnsinnige Mordserie des Mädchens, das machtlos ist, sich selbst zu stoppen, dass von einem Zwang gepackt wird, der ebenfalls ein „Nichts“ ist. Wir dürfen vermuten, dass Marc Behm [„Eye of the Beholder„] unter den Einfluss von Sartre und den Existenzialisten geriet, denn dieses ganze „Nichts“ [‚Nothingness‘] war es, worüber sie alle die ganze Zeit schrieben. …“

Piecro, 30. Jan. 2005: “ … Der Traum kann so lange dauern, wie der monologisierende, selbsternannte Vater mit seiner Ersatztochter im Einklang bleiben kann. … Wir als Zuschauer wünschen uns die große Begegnung und die Vergebung. Wir träumen. Wir sind bereit, umherzuwandern. Lange nachdem wir eigentlich wach und geerdet sein sollten, summen wir immer noch das musikalische Hauptthema, oder La Paloma, oder Schuberts Lieder … „Mortelle randonnée“ ist ein mehrdeutiges und düsteres Märchen für Erwachsene, gespickt mit Brücken und Augenzwinkern. Nach vielen Sichtungen gibt es in „Mortelle randonnée“ noch immer etwas zu entdecken und zu genießen, zumindest in der Version, die ich gesehen habe (118 Min). …“

Pasky, 3. Jan. 2007: “ … [Der Film] hat mich mit 19 Jahren zum Träumen gebracht – und tut es auch heute noch, mit 42. Serrault und Adjani (auf den ersten Blick ein unwahrscheinliches „Inzestuum-Pärchen“ … sehen wie Zombies aus: zwei Menschen, die vor langer Zeit gestorben sind und für die das Leben eine Art Wartezimmer ist. Sie wollen nur zurück in das Schwarz-Weiß-Schulfoto, als alles noch in Ordnung und das Leben lebenswert war. Die Geschichte grenzt von Anfang an an den Wahnsinn, mit Frau Schmidt-Boulanger (Leiterin einer Detektei – schöner Cameo-Auftritt von Geneviève Page, der Madame in Bunuels „Belle de Jour“). Während sie Beauvoir (dem Detektiv) den Fall erklärt, beobachtet er verträumt, wie eine Obdachlose die Scheibe von Schmidt-Boulangers Auto einschlägt, ihren Pelzmantel stiehlt, ihn anzieht und wie ein Model auf dem Laufsteg über den Parkplatz stolziert. … Lehnen Sie sich einfach zurück, erwarten Sie keine glaubwürdige Handlung und GENIESSEN Sie dieses kleine Juwel aus den 80ern! …“

Brogmiller, 27. Apr. 2022: “ … Der Satz „Stil vor Substanz“ könnte durchaus auf die ersten Szenen von Claude Millers Film zutreffen [„Cinéma du look“ >> https://de.wikipedia.org/wiki/Cin%C3%A9ma_du_look], und obwohl er nie aufhört, stilvoll zu sein, zieht er einen allmählich in seinen Bann und wird äußerst fesselnd. Der Hauptstrang der Handlung ist die distanzierte Beziehung zwischen Catherine, einer bisexuellen Serienmörderin, und dem Privatdetektiv Beauvoir, der eine väterliche Besessenheit entwickelt, sie zu beschützen, und sogar so weit geht, die Leichen ihrer Opfer zu verstecken. Dass zwei so gestörte und dysfunktionale Charaktere unsere Sympathie wecken können, ist Claude Millers inspirierter Besetzung von Michel Serrault und Isabelle Adjani zu verdanken. …“

Chaos-Rampant, 10. Apr. 2010: “ … Da ist ein Privatdetektiv, der ein altes Schwarzweißfoto bei sich hat. Es zeigt eine Klasse kleiner Mädchen, und eines davon ist seine Tochter, aber er weiß nicht, welches, also sind sie alle seine Töchter. Da ist ein mysteriöses Mädchen, schön und ein wenig traurig, sie zieht umher, ändert Namen und Perücken und tötet reiche Männer (aber nicht wegen ihres Geldes; das Geld ist nur ihr Lebensunterhalt, bis sie wieder töten kann) und sie erzählt haarsträubende, erfundene Geschichten über einen Vater, den sie wahrscheinlich nie kennengelernt hat. … [Er] nennt sie „Marie“, den Namen seiner lange verschollenen Tochter, sodass wir nicht mehr nach dem Warum fragen, sondern der Besessenheit direkt ins Auge blicken. Diese neu gefundene Ersatztochter wird zum Zwang, aber das ist erst der Anfang. … Irgendwann läuft im Fernsehen „Der letzte Mann“ von F.W. Murnau, und das Mädchen beginnt, sich eine neue Geschichte über ihren Vater auszudenken, diesmal nach dem Vorbild der Hotelportierfigur von Emil Janning in Murnaus Film. … Der Privatdetektiv von Michel Serrault ist eine der faszinierendsten Filmfiguren der 80er Jahre. Er geht methodisch vor, ist aber auch ein wenig losgelöst von seiner Umgebung, wie Elliot Goulds Phillip Marlow in „Der lange Abschied“, und das Einzige, was ihn weitermachen lässt, ist seine Besessenheit. Bis hin zum unglaublich traurigen Ende ist „Mortelle Randonnee“ ein vergessenes Juwel, das an den Rändern ein paar Fehler hat und bei dem die Details manchmal unscharf werden, als säßen wir in einem Auto und die Sicht aus dem Fenster wäre verschwommen, aber wir halten an Orten an und dort passieren bizarre Dinge (oft mit vorgehaltener Waffe) und dann sind wir wieder unterwegs und es ist dieser neonbeleuchtete verschwommene Eindruck von etwas Traurigem und Verzweifeltem, der den Film so faszinierend macht. …“

Modernmonstersdotnet, 21. Sept. 2016: “ … „Mortelle Randonnée“ […] ist ein düsterer Klassiker, ein herausragender Noir und eine Vaterschaftsfabel in einem. .. Der Film ist shakespearehaft, zugleich alltäglich. Er enthält den besten Giallo-Mord, der nicht von Argento verfilmt wurde. … Mortelle Randonnée, eine sehr schwarze Komödie, ist ebenso giftig komisch wie tragisch. Sie hinterlässt einen starken, bitteren Nachgeschmack. Man hat diesen Film wiederholt gesehen und kann sich nicht sattsehen. Der Film ist ein verlockendes Objekt, viel zu düster, um ihn anders als durch den Spiegel [der Psychologie, der eigenen Reflexion] zu betrachten, und man kann ihn nicht vergessen. Es ist Unmöglich, ihn ungesehen zu machen. …“

Aus: „Das Auge“ (1983): Rezensionen [https://www.imdb.com/de/title/tt0084358/reviews/]

[Schatten #24… ]

Aus „Rumble Fish“ (1983) | https://de.wikipedia.org/wiki/Rumble_Fish
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Jason Clark (November 17, 2022): “ … And while black-and-white films are roaring back nowadays (“Mank”, “Passing”, “Belfast”), it was a different story in the early 1980s. “There weren’t very many labs then that developed black and white,” says Burum, …“ | https://ca.news.yahoo.com/rumble-fish-turns-40-cinematographer-200000644.html
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“ … The artifice and the omnipresent shimmering greyness combine to create the feeling of a film that exists entirely within its own dream reality, constructed from isolated elements that are snatched from memories of JD movies [“ … Juvenile Delinquent Movies [Filme über jugendliche Straftäter] JD movies featuring switchblades, leather jackets, ducktails, beatniks, bad girls bullet bras, cat fights, JD gangs, hip talk, tough JDs and confused teens, then man, have we got the juvenile delinquent movies for you. … [https://www.thevideobeat.com/jd_movies.htm]“ …], from German Expressionist cinema, from experimental films (Coppola borrowed the idea of time-lapse clouds from Koyaanisqatsi, a film whose trip into theaters earlier in 1983 was achieved largely through his sponsorship). … “ | Tim Brayton (May – 4 – 2020): „He’s my brother“ | https://www.alternateending.com/2020/05/rumble-fish-1983.html

[Der Blick in die Kamera #43… ]


Alessandro Aniballi (01/19/2020): “ … Federico Fellini argumentiert metaphorisch und entdeckt dabei die Suggestion des Ozeandampfers wieder: Nur anstatt seine Figuren auf das fahrende Boot schauen zu lassen (wie in Amarcord), lässt er sie diesmal an Bord gehen, und er setzt sie in einem Gleichnis fort … Die Reflexion des Übergangs von der Realität zum Set, begleitet von einem meta-kinematografischen Diskurs, war zwar schon zu Beginn von E la nave va [Fellinis Schiff der Träume, 1983] vorbereitet worden … als wäre man Zeuge von Dokumentarfilmen …“ | https://quinlan.it/2020/01/19/e-la-nave-va/ | // Fellinis Schiff der Träume (1983) –> https://de.wikipedia.org/wiki/Fellinis_Schiff_der_Tr%C3%A4ume

[Aufklärung und Wirklichkeitsbezug #4 ]

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“ … Nicht nur die öffentlichen Diskurse, sondern auch die Seelen der Menschen sind eine Kampfstädte … Allerdings gab es für den einzelnen durchaus noch Orte, wo [ ] verworfene Sprechakte zugelassen wurden: Die Artikulationsstätte des verbotenen bösen Wortes war die Beichte, der Wahnsinn fand seine delirösen Freiräume in den Irrenanstalten, die dunklen Augenblicke des >>Unwahren<< gehören zu der abendlichen Praxis, da sich Menschen Märchen, Sagen, Legenden erzählen.
Diese alte Ordnung ist im 18. und 19. Jahrhundert durch eine andere Instanz und durch neue Diskurstypen gesprengt worden: Die Instanz war der Autor, der sich an den Platz Gottes und an die Stelle der Kommentatoren seiner Offenbarung, der Priester und Pfarrer, begeben hat. Der Autor ist der Bezugspunkt der Veränderung: Das Tagebuch, die Autobiographie verdrängen die Beichte, und die poetische Erfindung, der Roman, hat die alten Ausschließungen des Bösen, des Wahnhaften und des unwahren wirkungslos werden lassen. Die Psychoanalyse, die in mancher Hinsicht das Erbe der Romantik angetreten hat, lässt nun tendenziell jeden Menschen unter dem Zeichen des Leidens zum Autor werden. …“ | Buchstück aus: „Mythos und Moderne“ (S. 212): Manfred Schneider: Über den Grund des Vergnügens an neurotischen Gegenständen – Freud, C.G. Jung und die Mythologie des Unbewussten | [Herausgeber: Karl Heinz Bohrer, geboren 1932 in Köln, Suhrkamp 1. Edition (1983)] // –> https://d-nb.info/947091548/04 // Manfred Schneider: https://www.ruhr-uni-bochum.de/neugermanistik2/SchneiderBiblio.html

// Karl Heinz Bohrer (1932 – 2021) Literaturkritiker, Literaturtheoretiker und Publizist …

// https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Heinz_Bohrer

[Zum Wahn der Liebe #91 … ]

Pauline a la plage (1983) — “ …Ein … präzise … inszeniertes Spiel um Rollenmuster, trügerische Verhaltensweisen und den alltäglichen Widerspruch zwischen Reden und Handeln …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Pauline_am_Strand

“ … Pierre mangelt es an Empathie, er sieht die Liebe primär als rationale Angelegenheit und weigert sich, das Element der Verrücktheit anzuerkennen, das selbst für Pauline zur Liebe gehört. …“ | Quelle: Vittorio Hösle: Éric Rohmer – Kap., Comedies et proverbes (2018)

[Objekt #5 (Citroën DS)… ]

Fanny Ardant als Barbara Becker, Jean-Louis Trintignant als Julien Vercel

Bildquelle: „Vivement dimanche!“ (R: François Truffaut, 1983)


// „Auf Liebe und Tod“
// https://de.wikipedia.org/wiki/Auf_Liebe_und_Tod

Also known as:
Finally, Sunday
Confidencialmente tuya (Argentina)
De Repente Num Domingo (Brazil)
Auf Liebe und Tod (Germany)
Vivamente el domingo (Spain)
Pitkä viikonloppu (Finland)
Finalmente domenica! (Italy)
Goraca nadzieja (Poland)
Finalmente, Domingo! (Portugal)
Äntligen söndag! (Sweden)
Neseli pazar (Turkey)
Confidentially Yours (USA)

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Impuls via http://www.imcdb.org/movie_86551-Vivement-Dimanche!.html

// Citroën DS
// https://de.wikipedia.org/wiki/Citro%C3%ABn_DS

[Fellini #2… ]

Aus „Fellinis Schiff der Träume“ („E la nave va“, 1983)
https://de.wikipedia.org/wiki/Fellinis_Schiff_der_Tr%C3%A4ume

PierrotLeFou am 17.02.2013: “ … Die Flucht in die Kunst, die Verfälschung von Realität durch ihre Wiedergabe geraten zu Leitmotiven, die Fellini entsprechend einklammert: Der Film beginnt als s/w-Stummfilm, der sich langsam zum farbigen Tonfilm wandelt, und entlarvt sich selbst am Ende als Kunstprodukt der Dreharbeiten Fellinis. …“ | http://www.ofdb.de/plot/20023,538456,Fellinis-Schiff-der-Tr%C3%A4ume