Schlagwort: Rainer Werner Fassbinder

[RWF #9… ]

“ … „Götter der Pest … [Rainer Werner Fassbinder (1969), Kamera: Dietrich Lohmann] handelt von Menschen, die nicht miteinander reden wollen oder können und deshalb unfähig sind, Beziehungen länger aufrechtzuerhalten. Wieder einmal veranschaulicht Rainer Werner Fassbinder seine These, dass es eine von Zwängen freie Liebe nicht gebe. Die Männer wirken emotionslos; Gefühle bleiben den Frauen vorbehalten, die wegen ihrer Empfindungen in das Geschehen eingreifen. Götter der Pest ist eine artifizielle, minimalistische, das Genre des amerikanischen Gangsterfilms parodierende Tragödie, …“
– Dieter Wunderlich, 2004 | https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tter_der_Pest

[RWF #5… ]

From a casual exchange between a billionaire P.J. Lurz
and the Chief of Berlin secret police Gerhard Gast (Hark Bohm)

via [Victor-Katia (14 May 2019): To Live Between Being and Non-Being, Existence and Non-Existence, Life and Non-Life, Love and Non-Love, Sex and Non-Sex, Identity and Non-Identity – RWF’s “The Third Generation/Die Dritte Generation” (1979) and JLG’s “Every Man For Himself” (1980)]

// Die dritte Generation ist eine Schwarze Komödie von Rainer Werner Fassbinder über politischen Untergrund und Terrorismus aus dem Jahr 1979. Der Film wurde in Cannes uraufgeführt. … Der Film wurde am 13. Mai 1979 bei den Filmfestspielen von Cannes außerhalb des Wettbewerbs uraufgeführt. Amerikanische und französische Kritiker priesen den Film als aufregendsten des Festivals. „Eine wirkungsvolle, kinematographische Stilübung und einer der erschreckendsten politischen Filme, die wir je von jenseits des Rheins zu sehen bekommen haben“, so die französische Tageszeitung Le Figaro. Die bundesdeutsche Filmkritik lehnte Die dritte Generation überwiegend ab, als dieser am 14. September 1979 in den Kinos startete. Fassbinder habe in seiner Komödie nichts Wesentliches zu sagen und verwirre in ihrer Erzählweise, so Joe Hill (film-dienst). …| https://de.wikipedia.org/wiki/Die_dritte_Generation


[RWF #3… ]

Filmstill 4 Despair 1978
Despair – Eine Reise ins Licht (Rainer Werner Fassbinder, 1978)

// mathiasdeepred (2011): “ … DESPAIR wurde bei den Filmfestspielen in Cannes mit enormen Erwartungen uraufgeführt und erntete eher ernüchternde Kritiken. Auch die Zuschauer zeigten sich nur mäßig beeindruckt von Fassbinders intellektuellem Spiel um Doppelgänger und Spiegel, ein Thema, das ihn seit jeher faszinierte. Umso größer war die Enttäuschung des Regisseurs, der hier erstmals mit Schauspielern vom Kaliber eines Dirk Bogarde zusammen arbeiten konnte. Die ursprünglich drei Stunden lange Version von DESPAIR wurde von Fassbinder und seiner Cutterin Juliane Lorenz in einer Nachtaktion von drei, bzw. zweieinhalb, auf zwei Stunden heruntergekürzt (der im Vorspann angegebene Cutter Franz Walsch ist ein gängiges Fassbinder-Pseudonym). Nach der schwachen Kinoauswertung verschwand DESPAIR in der Versenkung … Bogarde, der DESPAIR als einen seiner wichtigsten Filme bezeichnete und ihn stets gegen jede Kritik verteidigte, spielen wie üblich viele Fassinder-Vertraute wie Volker Spengler, Ingrid Caven, Peter Kern, Adrian Hoven und Hark Bohm. Andrea Ferrèol aus dem „Großen Fressen“ (1973) ist eine hinreißende Lydia. Fassbinders Lebensgefährte Armin Meier spielt gleich drei Rollen – in einem Film-im-Film (eine der besten Sequenzen von DESPAIR, in der Fassbinder den Hollywood-Gangsterfilm der 30er imitiert) gibt er sowohl einen Polizisten als auch dessen Zwillingsbruder, einen Gangster, und dann taucht er noch als Arbeiter in der Schokoladenfabrik auf, quasi als Doppelgänger von zwei Doppelgängern. Das Thema des Doppelgängers, bzw. Stellvertreters, findet sich in unzähligen Fassbinder-Werken und wird hier künstlerisch auf die Spitze getrieben. Viele Kritiker und Zuschauer störten sich an der Tatsache, dass Klaus Löwitsch Bogardes Ebenbild darstellen soll, diesem aber nicht mal annähernd ähnelt. … DESPAIR ist ein sperriger Film …“ | https://deepreds-kino.blogspot.de/2011/11/despair-eine-reise-ins-licht-1978.html

// 000 (am 12. März 2008):“ … Genial spielt Dirk Bogarde den in den Wahnsinn hinübergleitenden Herman Herman. Diese Entwicklung spielt sich zum größten Teil in Bogardes Gesicht ab und in den Monologen über seine russische Mutter, die er in einer Szene als Person mit fettem wabbeligen Gesicht, dann wieder als wunderschöne Frau, die vor dem Zaren tanzte, beschreibt. Sie belegen seinen Realitätsverlust. Aus Angst vor der Realität- drohender Konkurs seiner Schokoladenfabrik, seine einfältige Ehefrau betrügt ihn vor seinen Augen mit ihrem Cousin, der sich wiederum bei ihm durchschlaucht und aufgeschreckt durch den aufkommenden Nationalsozialismus und die ersten Gewalttaten gegen Juden, die er von einem Straßencafé in Berlin aus beobachtet, flüchtet er sich in eine irreale Welt und in eine neue Identität. Beeindruckend ist auch Andrea Feréol als nymphomanische und einfältige Ehefrau. Der Film ist nicht einfach zu verstehen, man muss ihn daher mehrfach sehen …“ | https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/RYDR1LH2J4NOV/ref=cm_cr_dp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=B00004RRPS

[RWF #2… ]


Reinhold (Gottfried John, Berlin Alexanderplatz)

[ “ … (Berlin Alexanderplatz ist eine 14-teilige deutsche Fernsehverfilmung der Bavaria/RAI im Auftrag des WDR von 1980. Es handelt sich um eine Literaturverfilmung des Romans Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin durch Rainer Werner Fassbinder in 14 Teilen.) … Reinhold, der ständig den Verdacht hat, dass Franz sich an ihm rächen will (was dieser gar nicht beabsichtigt), ist zunehmend neidisch auf Franz‘ Glück, und beginnt Mieze nachzustellen. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin_Alexanderplatz_(Fernsehverfilmung)]

// Victor (08.01.2015): “ … The feeling of guilt in Reinhold is not connected with his particular “transgressions”, sins or vices. It is ontological in its nature – it precedes actions and impulses. This guilt is located so deeply in Reinhold’s unconscious that what is instead in his consciousness is the sadistic severity, pathos of irreconcilability. … [The] Relationships between Franz and Reinhold are paradigmatic for the human culture. It is a moral distance between Gandhi and Churchill, Allende and Pinochet, Kennedy and Nixon, Bukharin and Stalin, Dietrich Bonhoeffer and “survivalists by any means” under totalitarian regimes. And it is a spiritual distance between people like Samuel Clemens [Mark Twain], William Faulkner, Godard or Fassbinder and craftsmen exchanging entertainment for enter-payment. … It is relationships between those who are ontologically (not by dogma) prone to feel existential goodness as their frame of reference, even when they do some evil, and those who spontaneously tend to feel unity with the Evil (who know deep inside that they are on the side of the Evil) even when they do some Good. Well, the matter here is psychologically tricky. … Whatever Franz does, and sometimes he does terrifying things, he knows that he is answerable to Good, responsible in front of it, and he suffers for his inability to sustain this responsibility. He knows that he is a sinner but his frame of reference is the scale of Goodness. And whatever Reinhold does he knows that he is lost for Good, that he is abandoned by it, and he suffers by being alone – with Evil. … Franz and Reinhold … They have to lose their bombastic identities which make them rigid and blind. …“ | From: „Rainer Werner Fassbinder’s “Berlin Alexanderplatz” (1982) – Franz and Reinhold, the “Eternal Couple” of Western Civilization“ (‚Acting-Out Politics – Weblog opens discussion about the psychology of Bushmerican style of behavior.) | Source –>> http://www.actingoutpolitics.com/alexander-platz/

[Der eigene Tod als Regieleistung (Notiz, RWF)… ]

[…] „Sein Tod erscheint als hervorragende Regieleistung. Die Leiche vor dem nicht ausgeschalteten, rauschenden Fernsehgerät. […] Die menschenleere Wohnung. […] Die unerklärliche, vielleicht unerklärt bleibende Todesursache. Fassbinder wird bald hinter den legenden entschwinden. Die Schlagzeile der >Bild<-Zeitung lautete am 11. Juni 1982: "Tabletten! Fassbinder tot – wegen Romy?
Da hätte der lebende Fassbinder sich aber totgelacht.“

Aus: „Der langsame Tod des Rainer Werner Fassbinder – Ein Bericht“
(G. Zwerenz, 1982, S. 176)