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[Zur Kunstfreiheit (Notizen)... ]

Started by Textaris(txt*bot), June 22, 2005, 12:57:50 PM

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Textaris(txt*bot)

Quote[...] Seit Anfang Dezember ist das Leben von Jafar Panahi wieder komplizierter. Vor einem Monat wurde der 65 Jahre alte Regisseur in seinem Heimatland Iran (in Abwesenheit) zum dritten Mal zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, wegen ,,Propaganda gegen den Staat". ...

Jafar Panahi lässt keinen Zweifel daran, dass er in den Iran zurückkehren und seine Strafe akzeptieren wird. Er ist der vielleicht iranischste aller iranischen Filmemacher – und wohl gerade deswegen auf dem Radar der Justiz. Nach der US-Premiere im November sagte er, dass er sich nicht vorstellen könne, außerhalb des Iran Filme zu drehen. Dies sei seine Kultur, seine Sprache. Auch das Berufsverbot, das 2023 aufgehoben worden war, hat ihn nie vom Arbeiten abgehalten.

... Klingt wie eine Heldengeschichte. Panahi schließlich gegenüberzusitzen, lässt diesen Mythos augenblicklich in sich zusammenfallen. Er ist kein Mann großer Worte, er versprüht auch kein außergewöhnliches Charisma, vielmehr strahlt er durch seine Undurchdringlichkeit Autorität aus.

Panahi spricht langsam und mit leiser Stimme, allerdings nur ungern über sich selbst. Lieber zollt er der ,,Frau, Leben, Freiheit"-Bewegung Respekt, die er 2022 nur aus dem Gefängnis mitbekam. Seine Sonnenbrille nimmt er erst gegen Ende des Interviews ab.

...


Aus: "In Iran verfolgter Oscar-Favorit Jafar Panahi: ,,Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nicht an Rache gedacht habe"" Andreas Busche (05.01.2026)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/oscar-favorit-jafar-panahi-selbstjustiz-ist-nicht-der-iranische-weg-15097536.html


Textaris(txt*bot)

#36
Quote[...] Ein Gericht in Moskau hat den deutschen Karnevalisten und Bildhauer Jacques Tilly in dessen Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Tilly, der mehrfach Russlands Staatschef Wladimir Putin zum Motiv für seine Karnevalswagen gemacht hatte, sei der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte sowie der Verletzung religiöser Gefühle schuldig, urteilte Richter Konstantin Otschirow. Neben der Haftstrafe verurteilte er Tilly zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 2.000 Euro und erteilte ihm ein vierjähriges Arbeitsverbot.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft neun Jahre Haft, eine Geldstrafe und ein vierjähriges Verbot der Veröffentlichung von Inhalten im Internet gefordert. Bei Strafverfahren zu politischen Delikten weichen Richter in der Regel kaum von der Forderung der Anklage ab, Freisprüche sind ebenfalls selten. Gerichtsentscheidungen zu Delikten wie der angeblichen Verunglimpfung der russischen Armee werden international als Willkürjustiz kritisiert. Dieses und weitere ähnliche Delikte sind nach Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine 2022 eingeführt und zur Inhaftierung zahlreicher Kriegsgegner genutzt worden.

Die Pflichtverteidigerin des Künstlers forderte für ihn einen Freispruch aus Mangel an Beweisen. Sie habe vergeblich versucht, über die deutsche Botschaft Kontakt mit Tilly aufzunehmen. Seine Position sei vor Gericht nicht gehört worden, beklagte sie. Tilly hatte wiederum in Deutschland mehrfach angegeben, nicht von der russischen Justiz über das Verfahren informiert worden zu sein. Allerdings beobachten Diplomaten der deutschen Botschaft in Moskau den Prozess. Tilly ist darüber unterrichtet.

Tilly ist für seine bissig-satirischen Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug bekannt. Regelmäßig erscheinen seine Motive in den Tagen nach Karneval auf Titelseiten deutscher und internationaler Medien. Bereits mehrfach hat Tilly auf seinen Wagen auch den russischen Staatschef Wladimir Putin aufs Korn genommen, so auch beim diesjährigen Rosenmontagszug im Februar.

Dort hatte Tilly den Prozess gegen sich selbst thematisiert und einen Wagen gestaltet, auf dem Putin und der Hoppeditz, die zentrale Symbolfigur des Düsseldorfer Karnevals, miteinander kämpften. In der Vergangenheit hatte Tilly auch weitere Wagen mit Putin-Motiv gestaltet: So etwa einen Wagen mit der Aufschrift "Hitler-Stalin-Pakt 2.0", auf dem Putin und US-Präsident Donald Trump gemeinsam den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj zerquetschen sowie einen Wagen, auf dem Russlands Präsident in einer mit Blut gefüllten Badewanne in den Farben der ukrainischen Flagge zu sehen war.

Der Vorwurf der Verletzung religiöser Gefühle fußte derweil auf einem Karnevalswagen aus dem Jahr 2024, auf dem Putin sowie Patriarch Kirill, das Oberhaupt der staatstreuen russisch-orthodoxen Kirche, beim Oralverkehr gezeigt worden sind. Vor Gericht wurden im Laufe des Prozesses gleichlautende Aussagen dreier Zeuginnen verlesen, die sich nach eigener Darstellung als gläubige Christinnen in ihrem Glauben verletzt sahen.

Die Frauen gaben an, von dem Strafverfahren gegen Tilly gehört und sich freiwillig als Zeuginnen gemeldet zu haben, nachdem sie die Darstellung Putins und Kirills im Internet gesehen hätten. Zu weiteren Anschuldigungen gegen Tilly zählen auch die sogenannte Propaganda von Homosexualität, was in Russland unter Strafe steht und sehr weit ausgelegt werden kann, sowie angeblicher Hass auf Russen. Immer wieder wurde während des Verfahrens auch der Vorwurf einer Beleidigung Putins angesprochen, am Tag der Urteilsverkündung aber nicht mehr konkret erwähnt.

Eine Auslieferung nach Russland muss der Karnevalist nicht befürchten. Dennoch hätte eine Verurteilung Konsequenzen: So könnte Tilly Probleme bei Reisen in Länder bekommen, die von russischen Behörden gesuchte Straftäter nach Russland ausliefern – etwa falls Russlands Justiz den Karnevalisten zur Fahndung bei Interpol ausschreibt.


Aus: "Russisches Gericht verurteilt Karnevalist Tilly zu Haftstrafe" (2. April 2026)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2026-04/jacques-tilly-karneval-bildhauer-russland-wladimir-putin-prozess-gxe

Jacques Tilly (* 27. Juni 1963 in Düsseldorf) ist ein deutscher Bildhauer und Kommunikationsdesigner sowie Karnevalswagenbauer. Jacques Tilly besuchte von 1973 bis 1982 das Comenius-Gymnasium Düsseldorf. Seit 1984 entwirft und baut er politisch-satirische Wagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug. Von 1985 bis 1994 studierte er an der Universität Essen Kommunikationsdesign. Er ist Mitglied des Beirats der evolutionär-humanistischen Giordano-Bruno-Stiftung. ...
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2026-04/jacques-tilly-karneval-bildhauer-russland-wladimir-putin-prozess-gxe

QuoteHarmlos01

Wie kann man einen Satiriker besser adeln?

... Liebe Russlandtrolle, ist das euer Idol, welches nicht einmal über sich selber lachen kann. Und was wird euch erwarten, wenn ihr einmal den falschen Witz macht. ...


QuoteTraunsee

Das sollte er sich einrahmen lassen.


QuoteHasso v. Hackenklack

... Helau nach Moskau.


Quoter.a.bunzel

Die betreffenden Karnevalswagen sollten dringend in Moskau ausgestellt werden, damit sich eine breite russische Öffentlichkeit ein Bild davon machen kann, wie ihr Präsident in Düsseldorf verunglimpft wird.


QuoteSuhrkamp

Meinen Sie, die subtile Ironie seiner Werke wird dort verstanden?


QuoteCharles B

Wenn die russische Justiz sich mit diesem Prozess lächerlich machen wollte, dann kann man die Umsetzung als überaus erfolgreich bezeichnen.



QuoteAlles_nicht_so_einfach

Tilly sollte sich informieren, in welchen Staaten russische Haftbefehle vollstreckt werden. Lustig ist das Ganze eigentlich nicht, aber natürlich lächerlich.


QuoteMagirus

So sind sie die Diktatoren. Tun so auf gross und stark aber in Wirklichkeit sind sie so schwach, dass jemand wegen Free Speech in den Knast muss.


QuoteCalamityJane

Ja. Man könnte jetzt Arm Chair Psychologist spielen und zu dem Schluss kommen, dass das Streben nach diktatorischer Machtfülle das Ergebnis eines ausgeprägten Minderwertigkeitsgefühl oder Unsicherheitsgefühl ist, um sich so unangreifbar und sicher fühlen zu können. Dass Poo-tin nun auch eher von geringer Körpergröße ist, so könnte man dann schlussfolgern, hätte sein übriges dazu getan.

Das ist natürlich reines Arm Chair Psychologisieren. Würde mich aber dennoch nicht wundern, wenn es nicht ganz so weit weg von der Wahrheit wäre.

Wie auch immer: Fakt ist: Wer sich seiner sicher ist, hat keine Angst vor der Meinung anderer.


Quoteoidamo

Mich würde ja interessieren, was diejenigen, die die angeblich nicht vorhandene Meinungsfreiheit hierzulande beklagen, gleichzeitig aber die AfD wählen und Putin verehren, zu dem Vorgang zu sagen haben.


Quotefraenkie1978

Die sind in irgendeinem Schroedinger-Ding gefangen...


QuoteTiefflieger351

Antwort auf @fraenkie1978

Damit tun Sie Schrödinger Unrecht.

[https://de.wikipedia.org/wiki/Schr%C3%B6dingers_Katze]


QuoteLottachen

UND WENN IHR NICHT ... DANN ...

... Atombombe...

...Zölle...

...Natoaustritt...

Was habe ich diese Affen satt.


QuoteThedeathisnottheend

Hier geht es aber um Putin.


QuoteVera Prima

Antwort auf @Thedeathisnottheend

Atombombe bezieht sich doch auf Putin, oder hat uns Trump jetzt auch schon die Atombombe angedroht, wenn wir nicht im Iran-Krieg mitmachen?


QuoteMarkus Holzhauer

Humor und Diktatur - da treffen 2 Welten aufeinander.


Quotewernerschmidtxyz

Wir wissen ja das Putin der Horrorclown ist, dicht gefolgt von Trump, Orban, Erdogan, Netanyahu, Chameini, Kim....usw.


QuoteKpolit

Ein hoch auf die Kunstfreiheit!


QuoteThe ghost of Tom Jodd

Mich würde interessieren, was wirklich in den Köpfen von Richter und Staatsanwalt vorgeht, die dieses Spektakel willig in Szene gesetzt haben.


...

Textaris(txt*bot)

Quote[...] Der Autor Arne Semsrott wurde von der Stadtbibliothek Magdeburg ausgeladen. Der Fall wirft Fragen nach dem Umgang mit rechter Einschüchterung auf.

Der Politikwissenschaftler, Autor und Aktivist Arne Semsrott ist nach eigenen Angaben von einer Veranstaltung in der Stadtbibliothek Magdeburg ausgeladen worden. Geplant war eine Lesung zu seinem neuen Buch ,,Gegenmacht: Die Zivilgesellschaft schlägt zurück". Darin beschreibt Semsrott, mit welchen Strategien sich die Zivilgesellschaft dem politischen Rechtsruck widersetzen und zu einer demokratischen Gegenoffensive ausholen könne.

Die Stadt Magdeburg hatte gegenüber dem MDR offiziell erklärt, die Veranstaltung sei nicht abgesagt, sondern lediglich verlegt worden. Eine Anfrage der taz blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.

Rebecca Plassa von der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, die die Lesung organisiert hat, widerspricht dieser Darstellung. Erst nach der telefonischen Ausladung habe die Stiftung die Lesung gemeinsam mit dem Demokratieverein Miteinander e. V. und dem Literaturhaus Magdeburg in das Kulturzentrum Moritzhof verlegt.

Als Grund nannte die Stadtbibliothek interne Gespräche mit der Stadtverwaltung, in denen Buch und Autor wenige Monate vor der Landtagswahl als ,,zu provokant" eingeschätzt worden seien. Plassa bedauert die Ausladung sehr, die Heinrich-Böll-Stiftung arbeite seit Jahren immer wieder mit der Stadtbibliothek zusammen, eine Absage habe es bislang noch nie gegeben.

Semsrott selbst vermutet in diesem Zusammenhang politischen Druck aus dem Umfeld der AfD. Hintergrund könnte die Debatte um eine frühere Veranstaltung im Magdeburger Kinder- und Jugendclub Alte Bude gewesen sein, bei der Semsrott aus seinem Buch ,,Machtübernahme: Was passiert, wenn Rechtsextremisten regieren" gelesen hatte. Im Anschluss stellte die AfD-Landtagsfraktion eine Kleine Anfrage zum sogenannten Neutralitätsgebot in staatlich geförderten Einrichtungen.

Ähnliche Erfahrungen machte auch der Autor und Aktivist Jakob Springfeld. Nach Lesungen an Schulen und in öffentlichen Einrichtungen gab es wiederholt parlamentarische Anfragen der AfD – nach einer Veranstaltung an der Sekundarschule Mieste im vergangenen Jahr auch in Sachsen-Anhalt. Solche Anfragen seien ein beliebtes Mittel der parlamentarischen Rechten und würden zunehmend eingesetzt, um an Informationen zu gelangen und die Veranstalter*innen einzuschüchtern, erklärt Springfeld.

Er kritisiert in diesem Zusammenhang den ,,vorauseilenden Gehorsam" mancher Verwaltungen. Oft reiche bereits die Angst vor rechter Empörung aus, damit Veranstaltungen in städtischen Räumen gar nicht erst stattfänden. Stattdessen müsse er immer wieder auf private Räumlichkeiten ausweichen. Zwar würden bereits geplante Lesungen nur selten wieder abgesagt, der Druck auf die Veranstalter*innen nehme jedoch spürbar zu.

,,Grundsätzlich zeigt das die große Gefahr, dass es für rechtsextreme Politik noch nicht einmal eine Regierungsbeteiligung der AfD braucht", bestätigt auch Semsrott. Er vermutet, die Stadtverwaltung habe in seinem Fall ebenfalls einen Konflikt mit der AfD vermeiden wollen.

Die Stadtbibliothek selbst nimmt Semsrott ausdrücklich von seiner Kritik aus. Die Einrichtung hätte die Lesung ,,sehr gerne" durchgeführt und verstehe sich seit Jahren als Ort des demokratischen Austauschs. Dass kurzfristig ein neuer Veranstaltungsort gefunden worden sei, stimme ihn aber optimistisch und zeige, dass es auch in Sachsen-Anhalt noch eine funktionierende Zivilgesellschaft gebe.

Der Rechtsextremismusexperte David Begrich von Miteinander e. V. bezeichnet die Ausladung als ,,Lehrstück rechten Kulturkampfs". Die AfD versuche vor der Wahl im Herbst landesweit ein Klima der Angst zu erzeugen, um kritische Stimmen verstummen zu lassen. ,,In einem Land, in dem der AfD 40 Prozent prognostiziert werden, ist nicht zu unterschätzen, was das für einen Druck entfaltet", sagt Begrich.

Der Bibliothek selbst macht er keinen Vorwurf. Sie müsse sich an Weisungen der Stadt halten und trage Verantwortung für die Sicherheit ihrer Mitarbeitenden. Dass die Stadt auf den Druck der AfD reagiere, sei jedoch ein ,,fataler Vorgeschmack" auf die Zeit nach der Wahl. ,,Jetzt trifft es die Bibliothek, aber gemeint ist die gesamte Kulturlandschaft."


Aus: "Abgesagte Lesung von Arne Semsrott: ,,Ein Lehrstück rechten Kulturkampfs"" Lenja Vogt (21.5.2026)
Quelle: https://taz.de/Abgesagte-Lesung-von-Arne-Semsrott-in-Magdeburg-Ein-Lehrstueck-rechten-Kulturkampfs/!6180639/

QuoteWilli Müller alias Jupp Schmitz

heute, 10:01 Uhr

Wo soll das alles enden? Parallele Frankreich/Bolloré:
"Filmschaffende warnen vor Medienmogul: Rebellion an der Côte d'Azur"
... Wie ernst die Lage ist, hat Canal+-Direktor Maxime Saada bestätigt. Er setzte die Unterzeichner des Anti-Bolloré-Manifests auf eine schwarze Liste: Wer seinen Boss als ,,Krypto-Faschisten" bezeichnet, kann künftig nicht mehr auf Zusammenarbeit oder Finanzierung hoffen. Bolloré selbst schweigt dazu. Als Pate des Kulturmilieus lässt er andere für sich sprechen – heute schon im Kulturbetrieb, morgen, wenn ihn die Wettbewerbsbehörden gewähren lassen und der Widerstand der Kulturschaffenden nicht stoppt, vielleicht auch an der Staatsmacht. ...
https://taz.de/Medienmogul-Bollore-moechte-Kinokette-UGC-uebernehmen-Filmschaffende-in-Frankreich-warnen-vor-faschistischer-Kontrolle/!6180474/


...

Textaris(txt*bot)

Quote[...] In »Falsche Bewegung« war die 13-jährige Nastassja Kinski in einer Nacktszene zu sehen. Nach breiter Kritik will Wim Wenders den Film nun zunächst nicht mehr zeigen.

Der deutsche Regisseur Wim Wenders zieht seinen umstrittenen Film Falsche Bewegung bis auf Weiteres zurück. Streaming-, Fernseh- und Vertriebspartner seien angewiesen worden, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen, teilte die Wim Wenders Stiftung auf ihrer Website mit.

Der Entscheidung vorangegangen war deutliche Kritik an dem Film von 1975. In dem Film war die damals 13-jährige Schauspielerin Nastassja Kinski in einer Nacktszene zu sehen.

Für Nastassja Kinski war Falsche Bewegung der erste Film ihrer Karriere. Wenders hatte sie in einer Szene nur in einem Slip bekleidet auftreten lassen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hatte Kinski zuletzt erstmals über ihre Erfahrung gesprochen: »Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war.«

Seit Jahren versuchte die Tochter des berühmten Schauspielers Klaus Kinski, den Regisseur dazu zu bringen, die Szene aus dem Film entfernen zu lassen. Wenders wirft sie vor, sie während der Dreharbeiten nicht geschützt zu haben und jegliche Gesprächsversuche ihrerseits seit Jahren zu blockieren.

Beim Deutschen Filmpreis hatte Wenders dann vor wenigen Tagen den Ehrenpreis entgegengenommen und dabei auch über die Vorwürfe gegen ihn gesprochen. Zwar würde er dies »heute nie mehr so machen« – die Szene wolle er aber dennoch nicht löschen. »Wie geht man mit Filmerbe um? Darf man, kann man, soll man vielleicht eine Szene schneiden, wenn es in diesem Fall einer meiner Schauspielerinnen, die ich sehr verehrt habe und verehre, wehtut? Kann man einen Film im Nachhinein kürzen?«, fragte er ans Publikum gewandt. Er könne seinem damaligen jungen Ich keinen Vorwurf machen. Wenders erntete daraufhin viel Kritik aus der Branche sowie Medien.

Kinskis Anwalt Christian Schertz wertete die Rede Wenders' als einen Versuch, die Verantwortung von sich wegzuschieben und drohte mit rechtlichen Schritten: »Wenn uns nicht bestätigt wird, dass die Szene entfernt wird, werden wir klagen«, sagte Schertz der Nachrichtenagentur dpa. Man werde lediglich abwarten, ob und wie Wenders in der kommenden Woche auf die Debatte reagiere.

Die Reaktion folgte nun mit der Erklärung von Wim Wenders. »Als einziger der damals für Falsche Bewegung handelnden Verantwortlichen, der noch da ist, sehe ich, dass Nastassja Kinski damals hätte besser beschützt werden müssen. Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber«, teilte Wenders mit.

Die vielen Reaktionen der vergangenen Tage hätten seinen Blick auf die damaligen Ereignisse verändert und weiter »geschärft«, schrieb Wenders. Die Gesellschaft müsse einen angemessenen Umgang mit strittigen Filmwerken des 20. Jahrhunderts finden und sich neuen Lernprozessen und Perspektiven stellen. Er kündigte an, der Film werde erst wieder freigegeben, wenn »wir eine einvernehmliche Lösung, auch in Absprache mit Nastassja Kinski, haben vorlegen können«.


Aus: "Wim Wenders zieht Film »Falsche Bewegung« vorerst zurück" (3. Juni 2026)
Quelle: https://www.zeit.de/feuilleton/film/2026-06/falsche-bewegung-wim-wenders-nastassja-kinski-film

QuoteDie echte alte Betsy

    "Der Film gewann 1975 in sieben Kategorien den Deutschen Filmpreis. Die gesamte männliche und weibliche Besetzung erhielt die Darstellerpreise. Wim Wenders wurde als bester Regisseur des Jahres ausgezeichnet. Robby Müller erhielt den Preis für die beste Kameraführung. Peter Handke wurde für sein Drehbuch ausgezeichnet, Peter Przygodda für den besten Schnitt und Jürgen Knieper für die beste Filmmusik." (Wikipedia)

Das klingt für mich nicht nach einem umstrittenen Film.


QuoteFluxxus1

Ich habe den Film Mitte der 1970er Jahre gesehen, als er auf den Duisbuger Filmtagen vorgestellt wurde. An die betreffende Szene kann ich mich gar nicht erinnern. Vielmehr an die melancholische Aura, die von der Geschichte und den Figuren ausging, die sich zu einer Reise durch Deutschland zusammengefunden hatten. Hans Christian Blech und Rüdiger Vogler hatten tragende Rollen und Nastassja Kinski spielte ein stummes Mädchen, das sich ihnen anschloss und älter aussah als sie tatsächlich war. Hatte sie so auf 16 geschätzt.

Aus reiner Neugier hatte ich jetzt noch mal bei Youtube nach dem Film gegoogelt und sofort wurde mir die betroffene Szene als Video angezeigt.


QuoteCulture1

Wir Frauen sind es so leid, dass wir so darum kämpfen müssen, mit dem, was wir erlebt haben, ernst genommen zu werden.... Oh Mann. Stirbt da jetzt das Abendland, wenn Herr Wenders diesen Film zurückzieht? Nein, aber vielleicht wird endlich mal Frau Kinski gehört.


QuoteUB 50

Völlig übertrieben! Ein Rückfall in die Prüderie der 50er-Jahre! Wenders hat sich in seiner Rede von dieser Szene glaubhaft distanziert!


Quoteroland_s

Der Sachverhalt hat mit Prüderie genau nichts zu tun!
Ist nach Ihrer Definition Kinderpornografie eine Frage von Prüderie?


QuoteSimma Wiedersoweit

Grundsätzlich würde ich Wenders ja Recht geben, dass es problematisch für die Kunst wird, wenn alle Beteiligten an einem Kunstwerk nachträglich alle möglichen Änderungen an dem Kunstwerk einfordern können.

Aber echt jetzt? Die Kinski war minderjährig, also weder 18, noch 17, sondern erst 13 damals, und wurde von ihm nackt aufgenommen. Egal was die Eltern damals erlaubt haben und ob es damals legal war: Mit einem Rest von Anstand hätte Wenders dem Wunsch der nun erwachsenen Frau entsprechen können, ja müssen. Es wäre ein Leichtes gewesen, diese Szene zu streichen oder irgendetwas vor die Nackheit in den Film einzufügen. Die Kunst und der Film hätten das schon überlebt.

Aber nun trotzig den ganzen Film zurücknehmen? Albern und ein Zeichen dafür, dass er Anstand anders versteht als ich.


Quotealliance1979

Ich verstehe Herrn Wenders vollkommen. Wie soll ein einzelner Filmemacher auch noch durchblicken im moralischen Irrgarten einer Gesellschaft, die beim Thema Kinderschutz die Aufmerksamkeitsspanne einer Eintagsfliege besitzt?

Wir müssen doch mal ehrlich sein.

Das Sexualisieren von Kindern und Teenagern gehört seit Jahrzehnten zum stabilen, wohlig warmen Grundrauschen der Boulevard-Presse. Da klickt man sich morgens durch Galerien von ,,heißen Promi-Moms" und deren ,,scharfen Töchtern" im knappen Badeanzug, natürlich rein ästhetisch wertvoll und gesellschaftlich absolut toleriert. Wer da böses denkt, ist selbst schuld.

Gleichzeitig füttern wir Tech-Konzerne bereitwillig mit Milliarden Kinderfotos. Dass diese Daten gestohlen und dank moderner KI-Bildbearbeitung im Darknet zu maßgeschneiderten Fantasien verwurstet werden, ist eben der Preis für den Fortschritt. Ein bisschen Schwund ist immer, Hauptsache die Filter auf Instagram sitzen.

Wenn es dann mal richtig dick kommt, haben wir ja bewährte Systeme. Die Kirche lagert die Aufarbeitung seit Generationen erfolgreich ins Jenseits aus und entzieht sich der weltlichen Strafverfolgung. Und die Kulturbranche? Die feiert die Werke von verurteilten oder schwer beschuldigten Regisseuren und Musikern einfach weiter. Wir trennen schließlich ,,Werk und Künstler" gern dann, wenn das Werk so schön bequem ablenkt. Wie fandet Ihr den Michal Jackson Film eigentlich und wahr Ihr schon im Musical?

Jeffrey Epstein hat am Ende doch den ultimativen, unumstößlichen Beweis geliefert, wie stabil desinteressiert die Elite und wir als Konsumenten am realen Schutz von Kindern sind. Klar, es gibt bei jedem Skandal kurz ein bisschen rituellen Lärm in den sozialen Medien. Aber hey, echte Konsequenzen oder gar Strafen? No way. Das würde ja das System stören.

Wenders hat also alles richtig gemacht. Er hat einen Film für die Gesellschaft gedreht, wie sie nun einmal real existiert. Wegschauen als Volkssport, Empörung als Lifestyle-Accessoire. Willkommen in der Realität.

Und sorry. Das ist hart. Aber wenn ich das lese und mir anschaue, wie es um die Realität bestellt ist. ...

Ich will niemandem einen Roman-Polanski-Film madig machen oder Michael Jacksons Musik vergällen. Der Punkt ist ein anderer. Es ist die erschreckende Leichtigkeit, mit der wir all das ignorieren, ohne wirklich jemals etwas zu ändern.
Faktisch ist es leider so, dass wir Menschen, die Kinder für Profit und Unterhaltung sexualisieren lassen, konsequent mit Geld und Aufmerksamkeit überschütten. Wer mächtig genug ist, schafft sich einfach seinen eigenen rechtlichen Rahmen.

Elon Musk ist dafür das beste Beispiel. Die ,,Move Fast and Break Things"-Bubble wird viel zu selten mit den realen, zerstörerischen Auswirkungen ihrer Philosophie konfrontiert. Dieser Mann wird mit Macht und Milliarden überhäuft, während sein KI-Tool Grok bis heute so leicht zu manipulieren ist, dass es als Werkzeug für digitalen Missbrauch zweckentfremdet werden kann.

Doch das Wegsehen hat System.
Die Kirche bleibt bis heute quasi unantastbar, und unser Rechtssystem ist für Täternetzwerke wie das von Jeffrey Epstein schlicht nicht geschaffen. Am Ende ist das, was Wim Wenders damals getan hat, kein bedauerlicher Einzelfall – es ist Teil eines zutiefst verankerten, gesellschaftlichen Problems.

Wenders mag seinen Film nun zurück ziehen. Die Aufmerksamkeit ist im sicher. Und Aufmerksamkeit ist gleich Umsatz.





QuoteRappunzel

Ach ja ....

und was wir heute für moralisch/ethisch perfekt halten, ich bin mir sicher in 10, 20,50 Jahren werden auch wir dafür verurteilt, weil sich die Maßstäbe auch in Zukunft geändert haben werden ....

.... und es auf völliges Unverständnis stößt, was wir heute für Maßstäbe für gültig erklären. ... wie konnte man nur ...


QuoteZamoscz20

Der Film ist unter Beachtung der damals geltenden Gesetze und auch des damals herrschenden Zeitgeistes entstanden. In den 1970ern gab es die sexuelle Revolution und man empfand Nacktheit als Symbol der Freiheit. Es gab damals auch noch FKK-Magazine, auf denen unbekleidete Personen einschließlich Kindern auf dem Cover waren. Die hingen offen am Kiosk aus.

Insofern ist dieser Film einschließlich dieser Nacktszene das, was ein Werk der Filmkunst idealerweise sein sollte: Ein Spiegel seiner Entstehungszeit.

Die Versuche in dieses Werk nachträglich einzugreifen verletzten die Kunstfreiheit und werden aller Voraussicht nach zum Streisand-Effekt führen: Die haufenweise exisistierenden Kopien des Films in der Originalfassung werden weit verbreitet, weil die Öffentlichkeit jetzt neugierig gemacht wurde, und zwar insbesondere auf die tabuisierte Szene.


QuoteMindlg

Es geht nicht um die Kunstfreiheit sondern um Frau Kinski Entscheidung nicht in dem Film nackt aufzutauchen. Damals konnte sie sich dagegen nicht wehren.


Quotekeke63

Was ist denn daran Kunst in seiner Zeit, wenn eine Dreizehnjährige nackt gezeigt wird? Im Film stellt sie eine 17jährige dar, die entblöst und bei sexuellem Handlungen gezeigt wird. Ist das nicht eher strafbar? Und hätte er nicht eine 18jährige Schauspielerin casten können? Soweit ich mich erinnern kann, galt die sexuelle Befreiung für Erwachsene, nicht aber für Kinder und Jugendliche.


QuoteOkapi1

Merkwürdige Erklärung, eine 13-jährige nackt zeigen zu dürfen.

Vieles war einmal normal und legal: Kinderarbeit, Prügelstrafe in Schulen, Vergewaltigung in der Ehe war lange nicht strafbar. Aus "es wurde gemacht" folgt nicht "es war und ist richtig".

Kunstfreiheit bedeutet nicht, dass ein Werk für alle Ewigkeit aktiv vertrieben und vermarktet werden muss. Wenn ein Musiker sein altes Album vom Markt nimmt, wird seine Kunstfreiheit nicht verletzt. Er übt sie aus. Und hier entscheidet der Rechteinhaber offenbar selbst, den Film zurückzuziehen. Das ist eher das Gegenteil eines Verbots.

Die sexuelle Revolution war in erster Linie eine Befreiungsbewegung von Erwachsenen für Erwachsene. Dass Erwachsene ihre Sexualität freier leben wollten, begründet nicht automatisch, warum ein 13-jähriges Kind nackt vor einer Filmkamera stehen sollte.


QuoteStattmusikanten

Insofern ist dieser Film einschließlich dieser Nacktszene das, was ein Werk der Filmkunst idealerweise sein sollte: Ein Spiegel seiner Entstehungszeit.

Sie machen es sich sehr einfach, denn offenbar reicht es für ein "Werk der Filmkunst" (nicht ein "Kunstwerk" ganz allgemein?), "Spiegel seiner Entstehungszeit" zu sein, um alle Maßstäbe allgemeiner Art, die man sonst anlegen würde, auszusetzen.

Damit könnte man dann auch einen Film wie "Jud Süß" "erklären" und "rechtfertigen".

Es ist also hochkomplex.


QuoteOkapi1
vor 1 Stunde
Antwort auf @Stattmusikanten

    Sie machen es sich sehr einfach, denn offenbar reicht es für ein "Werk der Filmkunst" (nicht ein "Kunstwerk" ganz allgemein?), "Spiegel seiner Entstehungszeit" zu sein, um alle Maßstäbe allgemeiner Art, die man sonst anlegen würde, auszusetzen.

Sie haben vollkommen Recht.

Komischerweise gilt das Argument bzgl. heutigen Maßstäben fast immer nur dann, wenn jemand Kritik vermeiden möchte. Historiker beurteilen ständig vergangene Handlungen anhand heutiger Erkenntnisse.

Niemand sagt: "Bitte beurteilen Sie die Medizin des 19. Jahrhunderts nicht nach heutigem Wissen."

Genau das tun wir ständig, und deshalb ist die Medizin heute besser. So muss es auch mit Kunst sein.


QuoteMathieu le Dö

Ah, noch ein Relativierer, der sexuellen Missbrauch von Kindern mit dem "damals herrschenden Zeitgeist" rechtfertigen und gutheißen möchte.

    In den 1970ern gab es die sexuelle Revolution und man empfand Nacktheit als Symbol der Freiheit. Es gab damals auch noch FKK-Magazine, auf denen unbekleidete Personen einschließlich Kindern auf dem Cover waren

Diese FKK-Magazine zeigten aber die nackten Menschen (und ggf. Kinder) NICHT in einem sexualisierten Kontext bzw. der konkreten Nachstellung einer Sexszene. Der Mottospruch der FKK-Szene lautete übrigens: "Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten"

    die Öffentlichkeit jetzt neugierig gemacht wurde

Ich bin z.B. auch "die Öffentlichkeit" und keineswegs neugierig auf eine gestellte Sexszene mit einer nackten 13-Jährigen.
Ich habe sowieso überhaupt kein Bedürfnis, einen Film von WW sehen zu müssen, da ihn und sein Werk schon immer für überschätzt halte (absoluter Tiefpunkt "Der Himmel über Berlin") und ihn selbst als einen prätentiösen Schwätzer und Selbstdarsteller wahrnehme, muss ich meinen Eindruck jetzt revidieren. Er ist ein alter prätentiöser Schwätzer, Selbstdarsteller und obendrein ein (...) (...).

Wenn ich das Adjektiv "widerlich" und den nicht gerade schmeichelhaften Ausdruck "Schmierlapp" statt der beiden Klammern hintereinander gesetzt hätte, wäre der Kommentar möglicherweise mit dem Vermerk "bitte verzichten Sie auf Beleidigungen" gelöscht worden.



Quoteunendliche weiten

Sehr gut, hoffentlich wird sexualisierte Darstellung von Kindern nie wieder als Kunst angesehn!


QuoteYuppiduh

... Von den Schulmädchen-Report Filmen wurden einige, Jahrzehnte später, als Jugendpornographisch bzw. sogar als Kinderpornographisch eingestuft. Sag zumindest Wikipedia, ohne Details zu nennen, warum dies geschah.


QuoteNur mein Senf

Die Zeiten waren damals völlig anders: Produkte wie "Schulmädchen-Report" würden quasi am Fließband produziert - mit mehr oder weniger nackten Minderjährigen. In jeder "Aufklärungsseite" der BRAVO z.B. waren welche abfotografiert...um das mal einzusortieren. Das sind in Summe abertausende Fälle und Bilder...wird das auch alles zurück gezogen...oder beklagen sich jetzt alle Betroffenen öffentlich.

Zu Nastasja Kinski soviel: soweit ich erinnere, war sie in sehr vielen Filmen, die sie drehte, nackig zu bewundern. Sie wirkte an allerlei längst vergessenen Produktion mit, etwa sicher noch minderjährig z.B. in "Leidenschaftliche Blümchen", eindeutig bereits volljährig in einem Film, bei dem ich nicht den Titel aber das Titelbild erinnere: komplett nackt, und jemand beißt ihr in den Hintern...nun ja...


QuoteJohnCarter96

Wie lächerlich soll es noch werden? Ach ja, der aktuelle 'Zeitgeist' hat da ja noch genug Luft nach oben. Euch ist schon klar, dass am Ende dieser 'Entwicklung' notgedrungen die Vollverschleierung steht!? Ich glaub ich entschuldige mich schon mal vorab bei meinen muslimischen Freunden: ihr hattet leider doch recht...


Quoteopossum2

Nein aber kein nackten Minderjährigen ich hoffe das halten Sie aus.


QuoteJohnCarter96

Dann schon mal danke an alle, die hier bisher geantwortet, und damit wieder so schön bestätigt haben, wie wenig der Grossteil der Leute in der Lage ist, so ein Thema auch mal konsequent zu Ende zu denken.

Und ja, ich finde wirklich in den 70ern war man auf einem deutlich BESSEREN Weg, als wir heute sind! Weil man damals etwas erkannt hat, für das die Gegenwart offensichtlich inzwischen wieder zu dämlich ist: dass es nämlich nicht um Nacktheit etc. etc. per se geht, sondern darum, wie wir damit UMGEHEN. Und auch wenn Scham ein natürliches Gefühl ist, ist die Art und Aufdringlichkeit wie wir heute den Heranwachsenden geradezu aufs Auge drücken, dass sie sich schämen MÜSSEN, und das mit ihnen was falsch ist, wenn sie es nicht in der Stärke tun, die der Mainstream und die Medien es vorgeben, ist einfach nur erbärmlich. Und das alles übrigens während gleichzeitig so gut wie alle weiblichen Idole dieser Generation 'sexualisiert' werden, und das letztlich ein integer Teil des Ganzen 'Entertainment' ist, mit dem dann genau diese Idole auch gern zig Millionen verdienen. Wer meint diese ganzen Widersprüche auf die Art wie es heute versucht wird - durch Empörung und Verbote - auflösen zu können, der ist einfach naiv.

Auch Frau Kinski hat übrigens ihre komplette 'Karriere' auf ihrem 'Kindfrau' Image aufgebaut. Aber klar, das will man dann natürlich nicht mehr wissen...

Und jetzt kann es losgehen mit der Schnappatmung.


QuoteLandei77

Zwischen ,,Nacktheit enttabuisieren" und ,,Sexualisierung von Minderjährigen verharmlosen" gibt es mehr als nur die zwei Extreme, die Sie aufmachen. Wo sollen die Grenzen gezogen werden?


QuoteJohnCarter96

Antwort auf @Landei77

Tja, indem Sie diese Frage überhaupt aufwerfen, erweisen Sie sich schon als deutlich intelligenter, als der ganze Rest der Kommentatoren hier. Danke!


...

Textaris(txt*bot)

#39
"Satiresendung »Die Anstalt«: ZDF-Geschäftsleitung untersagt Auftritt von Igor Levit und Danger Dan" (16.07.2026)
Eigentlich sollten der Pianist Igor Levit und der Rapper Danger Dan in der Satiresendung »Die Anstalt« ihren neuen Song spielen. Nun schreitet die ZDF-Intendanz ein. Die Musiker sprechen von einem »autoritären Akt«. ... Der Rapper Danger Dan und der Pianist Igor Levit waren eigentlich in die Sendung eingeladen, die am Dienstag um 22.15 Uhr ausgestrahlt wird  und sich mit wachsender politischer Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie auseinandersetzen soll. Sie sollten ihr neues Lied »Keine Angst« spielen, in dem es um das Thema »Widerstand gegen Rechtsextremismus« gehe. Diesen Auftritt hat die ZDF-Geschäftsleitung aber kurzfristig verhindert: »Ganz kurz vor der Aufzeichnung hat allerdings die ZDF-Intendanz ihr Veto gegen unseren Auftritt eingelegt«, schreiben die beiden Musiker in einem gemeinsamen Post auf Instagram. Eine offizielle schriftliche Begründung habe man nicht erhalten. Das Duo ist sich nach eigener Aussage aber sicher, dass die Ausladung einen politischen Hintergrund habe. ...
Das ZDF begründet den Schritt damit, dass der Text des Liedes als »Aufruf zu Gewalt« verstanden werden könne. »Ein solcher Aufruf stünde im klaren Widerspruch zu den Programmrichtlinien des ZDF«, sagte eine Sprecherin. Im Zuge der Sendungsvorbereitung habe eine intensive redaktionelle Bewertung ergeben, dass dieser Widerspruch im Anschluss an die mehr als siebenminütige Liveperformance auf der Bühne nicht aufzulösen gewesen sei. In diese Bewertung sei auch die ZDF-Geschäftsleitung involviert gewesen.
Das ZDF habe entschieden, sich zeitnah dokumentarisch-journalistisch mit dem Lied von Danger Dan zu befassen und es an einer anderen Stelle im Programm aufzuarbeiten, so die Sendersprecherin weiter. Den Unmut über die kurze Frist der Absage könne man verstehen; dem Management des Musikers habe man Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht. ...
https://www.spiegel.de/kultur/tv/igor-levit-und-danger-dan-zdf-geschaeftsleitung-untersagt-auftritt-der-musiker-a-c1fd57b9-73b4-44d8-ad4f-cda8f5544bf1

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QuoteSandro Kowinzky
@sandrokowinzky.bsky.social

Das kennt man aus der DDR.
Das kennt man aus Russland.
So läuft es in Trumps USA.

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22:42 · 16.07.2026


Quelle: https://bsky.app/profile/sandrokowinzky.bsky.social/post/3mqs3xsqacs2d

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Danger Dan: "Keine Angst" (2026)
https://youtu.be/Gg-SCpXba64

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Das steckt wirklich hinter Danger Dans ,,Keine Angst"-Lyrics
Nazi-Jagd, Antifa-Ost-Prozess, Aufruf zum Handeln: Wir entschlüsseln, was die Lyrics von Danger Dans ,,Keine Angst" wirklich bedeuten und warum das ZDF den Song strich.
von  Patrick Sebastian Koch (17.07.2026)
https://www.rollingstone.de/danger-dan-lyrics-entschluesselt-3169511/

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»Keine Angst«: Danger Dan bestreitet Aufruf zu Gewalt nach Auftrittsabsage durchs ZDF
Der Sänger Danger Dan will nach eigenen Worten nicht zur Gewalt aufrufen, sondern Mut bei erstarkendem Extremismus machen. Sein Lied veröffentlichte er in der Nacht.
Von Sarah Kohler, 17. Juli 2026
https://www.zeit.de/feuilleton/film/2026-07/danger-dan-zdf-ausladung-lied-gewalt

QuoteEchopage

Ach schön.



Quote@nicon666

versuchen wir es mit Optimismus: Danke ZDF für diese tolle Werbekampagne.


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QuoteChristian W.

Bürgerliche und Linksliberale hätten den Antifaschismus immer gerne so, das er sie nicht stört. Antifa als moralische Anstecknadel, mehr nicht.


QuoteTilmann W.

Faschismus wird am besten durch Lösungen von Problemen durch die politische Mitte bekämpft und nicht durch Linksextremisten.


QuoteShazia Geist
Antwort auf @Tilmann W.

Die politische Mitte reisst seit Jahrzehnten alles ab. Ohne die "politische Mitte" hätten wir keinen Sozialstaatsabbau, keine Klimakatastrophe, keine Rentenproblematik, keine Energiekrise, keine Wirtschaftskrise und erst recht keine 30% rechtsextremen Wähler*innen.

Die politische Mitte ist das stinkfaule, nutzlose Anhängsel, das denkt Demokratie hat man und weiß nicht, dass man für die Demokratie jeden Tag kämpfen muss.

Die politische Mitte ist gegen Leihmutterschaft außer sie braucht selbst eine Leihmutter, weil sie christlich und queer ist.


QuoteAvatarbild von Tilmann W.
Tilmann W.
Antwort auf @Shazia Geist

Ohne politische Mitte hätten wir gar keine Demokratie, sondern Chaos. Ihr Denken bleibt höchst schmalspurig!


Quotevincentvision

,,,,Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht."

Kurt Tucholsky, 1922


QuoteEarlFallax

Nach den ganzen Meldungen habe ich mir den Song angehört.

Bevor ich das getan habe, dachte ich das ZDF liegt falsch. Jetzt stimme ich dem ZDF zu. Es wird zu Straftaten, Gründung von Gruppen zur Begehung von Straftaten und Gewalt gegen Menschen aufgerufen, außerdem wird Solidarität mit verurteilten Straftätern erklärt.

Ich lehne gruppenbezogenen Menschenhass absolut ab. Egal von rechts oder von links. Das gleiche gilt für jede Art von Gewalt und analog für Rechtsverletzungen aller Art.

Wer einen Brandstifter mit Feuer bekämpft, wird selbst zum Brandstifter.


QuoteRedPandaRaidr

@EarlFallax
So redet ein Steigbügelhalter.


QuotebesserStill

@EarlFallax

Deswegen werden wir lieber alle zum Biedermann und behaupten Dinge über den Brandstifter Bekämpfenden, die nicht der Wahrheit entsprechen.

Es wird nicht zu Gewalt gegen Menschen aufgerufen! Außer, Sie interpretieren die Vorbereitung zur Selbstverteidigung gegen Überfälle durch Rechtsextremisten als Aufruf zur Gewalt. Tun Sie dies?


Quotepeter_schäfer
Antwort auf @EarlFallax

"Das freundliche Gesicht des NS", "auf Leichen pissen", "180-Grad-Wende", "Alice für Deutschland", "eine deutsche ICE", ...

Alles nur ein Film, die wollen ja eigentlich seriöse Politik, ein bisschen Selbstbereicherung und ansonsten nur spielen.


QuoteWahrheitsministerium.

Ein öffentlich-rechtlicher Sender ist keine beliebige Konzertbühne.

Wenn ein Lied nicht nur zum politischen Widerstand aufruft, sondern zugleich Hinweise gibt, wie man sich Sicherheitsbehörden entzieht, keine Fingerabdrücke hinterlässt und mutmaßlich gewalttätige Linksextremisten grüßt, darf das ZDF sehr wohl sagen: nicht bei uns.

Das ist keine Zensur, denn der Song erscheint trotzdem und kann überall gehört werden.

Kunstfreiheit bedeutet aber nicht, dass jeder Anspruch auf eine Bühne im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat.


Quoteuhunu

Aber Dieter Nuhr darf in der ARD zur besten Sendezeit Frauen sagen, dass sie selbst schuld sind wenn sie von ihrem Partner ermordet werden. Dafür ist die Bühne dann doch da.


QuotebesserStill

    [..] sondern zugleich Hinweise gibt, wie man sich Sicherheitsbehörden entzieht, keine Fingerabdrücke hinterlässt[..]

Im Kontext dessen, wie die in diesem Kontext im Lied behandelten Themen (Sticker kleben, Farbe an Wände sprühen) von Polizei, Staatsanwaltschaft und Jurisdiktion in manchen Gegenden dieses Landes behandelt, verfolgt und bestraft werden, ergibt dies Sinn. Insbesondere, wenn es sich um antifaschistische Parolen handelt.

Man sollte halt im Hinterkopf behalten, dass Behörden sich auf die Straße klebende Klimaaktivisten als Terroristen behandelt und gleichzeitig der NSU jahrelang morden konnte, bei rechtsterroristischen Anschlägen die Opfer verdächtigt werden und in der Aufarbeitung gelogen wird, wo es nur passt. Oder dass linke/alternative Jugendtreffpunkte im Osten jahrzehntelang ungestraft von Rechtsextremisten überfallen wurden und Behörden nichts unternahmen, Stichwort "Baseballschlägerjahre".

Oder dass Farbbeutel auf Plexiglasscheiben in Museeen bestraft werden, als seien es Schwerverbrechen.
Oder wie sich Polizei in vielen Gegenden bei Demos links der Mitte verhält vs. Demos rechts der Mitte.

Oder wie einflussreiche Medien linke Lösungsvorschläge zu gesellschaftlichen Lage kommentieren, und wie rechte Lösungsvorschläge kommentiert werden. Die zugleich von der Regierung umgesetzt werden.

Davon abgesehen hat wohl nicht der öffentlich-rechtliche Sender ZDF entschieden, sondern eine Person, gegenteilig einer juristischen Prüfung im übrigen.


QuoteSean.Connery

stimmt, ohne das lied hätte ich nicht gewusst, dass ich mit handschuhen keine fingerabdrücke hinterlasse... das lied ist ungefähr so viel anleitung wie der "tatort"


QuoteVödiRuller

Antwort auf @uhunu

Dieter Nuhr ruft, im Gegensatz zu Danger Dan und Igor Levit, nicht zu Gewalt und Gesetzesverstößen auf. Das Lied dieser beiden Herren ist rechtsstaatlich nicht legitim. Und genau darum geht es. Dieter Nuhr gibt demgegenüber Frauen einen Hinweis (den übrigens auch jeder Polizist oder Jurist geben würde), was sie gewaltfrei gegen potentielle Gewalt von übergriffigen Männern selbst tun können. Und das ist rechtsstaatlich legitim. Das ZDF hat völlig richtig gehandelt.


Quoteuhunu

Antwort auf @Wahrheitsministerium.

Natürlich hat er das. Auf demselben Niveau wie "selbst schuld, dass sie vergewaltigt wurde, wenn sie einen kurzen Rock getragen hat".


Quoteuhunu

Antwort auf @VödiRuller

In dem Lied wird zu keinem Zeitpunkt zu Gewalt aufgerufen. Die juristische Abteilung des ZDF hat das übrigens auch geprüft und für unproblematisch befunden. Intendant Himmler hat dann persönlich über die Fachabteilungen hinweg entschieden.


QuoteLituma7

Antwort auf @uhunu

Weil A Mist erzählt soll B das auch dürfen. Haben Sie es noch ein Spur infantiler?


QuoteFaLanKeFuMuSiLin

Antwort auf @uhunu

Heißt der Kollege wirklich Himmler? Meine Güte...


QuoteBitte bleiben Sie konstruktiv

Antwort auf @FaLanKeFuMuSiLin

Ja. Sucht man sich nicht aus...


QuoteVödiRuller
Antwort auf @uhunu

Das Lied gibt u.a. Hinweise, wie man sich Sicherheitsbehörden entzieht, keine Fingerabdrücke hinterlässt und grüßt mutmaßlich gewalttätige Linksextremisten. Das Lied gibt demnach also konkrete Hinweise für die Begehung von Straftaten.


QuoteWilma_F
Antwort auf @VödiRuller

Das lernt man auch in jedem Krimi. Auch alle verbieten?


QuoteV
VödiRuller

Antwort auf @Wilma_F

Man lernt in den Krimis allerdings auch, dass dies, wie so vieles andere auch, strafbar ist. Das haben Sie in der Eile vergessen. Ihre Verbotsbemerkung liegt dementsprechend "ein wenig" neben der Spur.


Quoterob.hart

Die Hammerbande grüßen, aber Gewalt ablehnen. Ist vielleicht von der Kunstfreiheit gedeckt, kann man aber trotzdem scheiße finden. Soll sein Lied in der Badewanne singen.


QuoteFreude schöner...

Was soll diese seltsame Diskussion? Es gibt keinerlei Vorschriften dafür, dass das ZDF Künstler auftreten lassen muss.

Hier ist wieder der Versuch einen Skandal herbeizureden, und ZON macht mit. Keine Macht den Provokateuren!


QuoteCobalamin

"Wir empfinden die Entscheidung als mutlos – gerade jetzt, wo rechtsextreme Gewalt wieder stark zunimmt."

Ganz genau das. Trauriges Bild seitens des ZDF.


QuoteShazia Geist

Hätte er doch lieber darüber gesungen, dass Frauen selbst schuld sind, wenn sie von Männern ermordet werden. Das lässt man im ZDF als Kunst durchgehen. Ironischerweise ist es nicht mehr lustig, wenn man über einen toten Rechtsextremisten, der nichts weiter als Hass verbreitet hat, Witze macht, dann verliert man beim ÖRR seinen Job
Und das sagt mehr über das ZDF und den ÖRR aus als einem lieb ist.


QuoteMollimutti

,,Das ZDF" in Form der Redaktion der Anstalt wollte den Künstler ja auftreten lassen.

Es geht um den Eingriff von oben, die politische Zensur.


Quotedigital_native

    Was soll diese seltsame Diskussion? Es gibt keinerlei Vorschriften dafür, dass das ZDF Künstler auftreten lassen muss.

Was ist das für ein seltsames Argument? Warum tun Sie so, als wären die Künstler unangemeldet erschienen und hätten dann nicht auftreten dürfen und würden sich beschweren?

Die Künstler wurden von den Machern der Sendung eingeladen.
Die Macher der Sendung haben ihre Sendung extra angepasst, dass es besser integriert werden kann.
Die Juristen des Senders haben den Text geprüft.
Der Intendant hat in letzter Minute die Chefkarte gezogen und sowohl die Macher der Sendung als auch die juristische Beurteilung als irrelevant weggefegt.


QuoteBakermanForever

Erschreckend ist eher, dass die Anstalt solch einem Lied eine Bühne bieten wollte. Dann kann man ja demnächst auch mal Störkraft oder eine andere rechte Band einladen.


Quotepetruz

"Das Lied ist als Anleitung dafür geschrieben, die Angst vor dem erstarkenden Rechtsextremismus und der zunehmenden Bedrohung durch Nazis in den Griff zu bekommen."

Womit er Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes entspricht.


QuoteTony Hinchcliffe

Das Forum lässt tief blicken, aber die linken Tendenzen werden hier mit viel Stolz zur Schau gestellt. Eine absolut nachvollziehbare Entscheidung des ZDF. Extremismus hat keinen Platz in einer Demokratie, auch kein Linker.


QuoteNAFO_Bulldog

Einfach mal das Grundgesetz nicht verstanden...aber der Username sagt schon alles...


QuoteWortschmiede

Rechte mögen es nicht, wer hätte das gedacht.


QuoteTony Hinchcliffe
Antwort auf @Wortschmiede

Das übliche Muster: Wer linken Extremismus kritisiert, wird kurzerhand zum Rechten erklärt. Spart jede inhaltliche Auseinandersetzung und funktioniert offenbar immer noch bei manchen. ...


QuoteDackelwackel

Linker Extremismus ist ebenso krank wie rechter Extremismus.
Jedwede Bühne für beide gehört verboten.

Punkt.


QuoteHeinzchen

Ich glaube sie sind da einer ganz großen Sache auf der Spur. Jenes ZDF gewährt den rechten Extremisten ein ums andere Mal ausgiebige Screentime zu den allerbesten Sendezeiten. Man kann das schon als Ungleichgewicht empfinden und das auch medial so offen legen um eine Diskussion darüber anzustoßen. Vielleicht ist das Ergebnis ja nicht, dass Danger Dan im ZDF singt, sondern dass Alice Weidel dies nicht mehr tun darf?


Quotenofcksgiven

Völlig indiskutabel, dieser Song. Kämen dieselben Texte aus einer anderen politischen Ecke, da wäre aber was los.

Dass da überhaupt ernsthaft drüber debattiert wird, solchen Botschaften eine Bühne im ÖRR zu geben. Manchmal kann man wirklich nur noch den Kopf schütteln.


Quoteeat_the_rich

Antifaschismus ist weder linksradikal oder links. Das ist einfach nur normal.


QuoteDie ZEIT ist auch nicht mehr das was sie mal war

"Antifaschismus ist weder linksradikal oder links. Das ist einfach nur normal."

Sagen die Linksradikalen, um sich ihre eigene Radikalität schön zu reden und sich nicht hinterfragen zu müssen.


QuoteMinorThreat

Antwort auf @Die ZEIT ist auch nicht mehr das was sie mal war

Was ist denn an Antifaschismus radikal? Sind zum Beispiel die antifaschistischen "Omas gegen Rechts" radikal?


QuoteFledermausen

Ball flach halten. ZDF OK Danger Dan OK. Wäre schön, wenn hier der Text stünde (warum nicht liebe ZON Redaktion?) hab ihn grad hier gelesen: https://genius.com/Danger-dan-keine-angst-lyrics Seinen alten Song "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" fand ich superlustig Dieser Text hier ist starker Tobak, ich stell mir spiegelbildlich vor, wenn ein Sänger erklären würde wie man faschistische Strukturen aufbaut, was ich da sagen würde, wenn der im ZDF singt. Und er erklärt wie man illegale Strukturen aufbaut. Schwierige Sache.

Jedenfalls hat der Song jetzt maximale Öffentlichkeit. Das Problem mit rechten Wählern und Faschismustendenzen wird uns noch beschäftigen. Menschen wählen sowas, wir überschätzen total, das Menschen sich bilden oder aufklären wollten. Menschen sind einfach und denken klein, soziale Medien sind perfekt sie an die kurze Leine zu legen. Viele interessiert nicht mehr. Tellerrand reicht. Dann hast Du Macht und Geldgeier, die viele an ihrer Leine brauchen, damit noch brutalere Ausbeutung stattfinden kann. Das leuchtet mir schon alles ein. Es sind immer eher wenige, die sich für Aufklärung interessieren. Und die fangen dann - mit mehr Wissen - sofort an sich zu streiten. Streit bei den Linken, Dumpfe Ruhe und Disziplin bei den Rechten. Wenn ich sehe, wie die Linken JETZT auf unserer Regierung rumhacken und damit den Weg für die AfD freiräumen wird mir übel. Es hat sich nix verändert. Menschen entwickeln sich nicht weiter.


QuoteLeFou

Das Lied hat zwei Kernaussagen: Keine Angst sich gegen den aufkeimenden Faschismus zu wehren. Auf den Staat kann man sich in dieser Frage nicht verlassen. Beides durchaus Lehren, die man aus er Geschichte ziehen kann und auch heute, leider, noch Gültigkeit haben. ...


QuoteZONradiofan

Beim Lesen vieler Kommentare, kristallisiert sich bei mir ein Bild.

Egal ob Jan Böhmermann, Christoph Sieber und Tobias Mann, die Songs von extra3, die Anstalt, Sarah Bosetti und hier Danger Dan.

Die Kreativität der satirischen Antwort auf Faschisten, Rechtsextreme und Neonazis (ja ist alles das Gleiche) ist deutlich humoristischer, intellektueller und feinsinniger als die stumpfen Lieder und Parolen von rechts.

Und der Deutsche Bürger ist international nicht gerade für seinen Humor bekannt.

Halten wir fest:

42.544 politisch rechts motivierte Straftaten in 2025!

Deutschland hat nach 80 Jahren ein erneutes Problem mit Faschisten.

Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus nimmt zu!

Leugnung des Holocaust und das Zeigen verbotener Symbolik, Worte und Lieder leben auf und werden verharmlost. Usw.

Doch statt sich gemeinsam den faschistischen Entwicklungen entgegen zu stellen, wird hier der Antifaschismus von einigen an den Pranger gestellt. Da scheinen einige die Bedeutung von Antifaschismus nicht verstanden zu haben.

Mich stimmt es traurig, wie einfach wir es Faschisten machen öffentliche Räume zu besetzen und die Saat des Hasses gegen Minderheiten und Schutzbedürftige zu säen.

Es stimmt mich traurig, mit welcher Selbstverständlich die Sprache des Hasses dieser Faschisten zur Normalität in der Gesellschaft geworden ist.

Und jetzt steht jemand auf und verarbeitet seine Wut gegen die Untätigkeit in künstlerischer Form und wird angefeindet.

Der Deutsche schaut ungern in den Spiegel.


QuoteSchlump23

    Als Begründung hatte das ZDF angegeben, der Liedtext könne »als Aufruf zu Gewalt verstanden werden«.

Die AFD kann als Aufruf zur Gewalt angesehen werden, aber die Öffentlich Rechtlichen laden sie trotzdem immer wieder in ihre Talkshows ein... (Stichwort "Merkel an die Wand stellen" und "Stauffenberg für Merz", etwas abgekürzt, neben Verurteilungen wegen verfassungsfeindlicher Parolen).


QuoteFulL

Bildet Euch selbst eine Meinung zu den Aussagen des Liedes. Hier findet man den Text:
https://genius.com/Danger-dan-keine-angst-lyrics


QuoteLaus oder Hexe

Ich persönlich finde bedenklich, dass seit einiger Zeit Satire so dermaßen auf dem Prüfstand des wortwörtlichen steht.

Die Anstalt ist reines Kabarett. Dieser Uwe ist Satiriker, der auf einer Parteiveranstaltung auftritt... eigentlich in guter demokratischer Tradition siehe politischer Aschermittwoch. Und nuhr und böhmermann scheinen nur noch von Empörung getragen.

Ich finde schlicht aufgrund meiner politischen Haltung natürlich auch die eher konservativen bis rechten Kabarettisten häufig im besten Falle unwitzig; und natürlich finden (rechts-)konservative Menschen oft böhmermann und die Anstalt unwitzig bis unter der Gürtellinie.

Aber: dennoch ist das Kennzeichen von Satire, dass gesagtes explizit nicht wortwörtlich gemeint ist, übertrieben oder ironisch verdreht wird oder mit Zweideutigkeiten so gespielt wird, dass es auch mal voll daneben geht. und ja: kritisiert es, findet diesen speziellen Humor blöd, schlecht oder unterirdisch, doch bitte lasst uns nicht vergessen: nur in autoritären Systemen gilt gesellschaftliche und politische Satire als ,,staatszersetzend", was es zu ahnden gilt. Ich würde lieber darüber informiert, was auf einem AfD-Parteitag so Ernst gemeintes verbreitet wird, was gegen unsere Grundordnung verstößt.


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