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[Schmerzpunkte im israelischen und deutschen kollektiven Bewusstsein (Notizen)]

Started by Link, October 05, 2025, 02:24:14 PM

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QuoteAls Holocaust (englisch, aus altgriechisch ὁλόκαυστος holókaustos, deutsch ,vollständig verbrannt') oder Schoa (auch Schoah, Shoah oder Shoa; hebräisch הַשּׁוֹאָה haŠōāh für ,,die Katastrophe", ,,das große Unglück/Unheil") wird der Völkermord bezeichnet, den das deutsche NS-Regime während des Zweiten Weltkriegs an rund zwei Dritteln aller damals lebenden europäischen Juden, insgesamt 5,6 bis 6,3 Millionen Menschen, beging.

Den endgültigen Entschluss zum Genozid fasste die nationalsozialistische Führung unter Adolf Hitler kurz nach Beginn des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion ab dem Sommer 1941. Die SS, aber auch Teile der Wehrmacht und der deutschen Polizei sowie ihre Helfer aus den mit Hitler-Deutschland verbündeten Staaten verfolgten daraufhin bis 1945 das Ziel, alle Juden in ihrem Machtbereich systematisch zu ermorden, ab 1942 auch mit industriellen Methoden. Das Menschheitsverbrechen gründete auf dem staatlich propagierten Antisemitismus und der entsprechenden rassistischen Gesetzgebung im Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus.

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Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust

Judenverfolgung im Deutschen Reich (1933–1945)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Judenverfolgung_im_Deutschen_Reich_(1933%E2%80%931945)

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Quote[...] Dass die Psyche des Menschen nicht nur aus Inhalten und Strukturen bestehe, die dem Menschen bewusst sind, ist eine Grundannahme aller tiefenpsychologischen Theorierichtungen, wie sie maßgeblich von Sigmund Freud (1856–1939) und Carl Gustav Jung (1875–1961), aber auch von Eugen Bleuler (1857–1939), Alfred Adler (1870–1937) und weiteren Psychologie-Pionieren der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden. Diese Inhalte werden – auch im Anschluss an Philosophen wie Carl Gustav Carus (1789–1869) und Eduard von Hartmann (1842–1906) – als ,,das Unbewusste" bezeichnet.

Das Konzept des ,,kollektiven Unbewussten" als Hauptbereich des Unbewussten ist eine Besonderheit in der Psychologie C.G. Jungs. Er schrieb 1935 zur Unterscheidung seiner Auffassung des Unbewussten von der Psychoanalyse nach Freud:

    ,,Zunächst beschränkte sich der Begriff des Unbewußten [bei Freud] darauf, den Zustand verdrängter oder vergessener Inhalte zu bezeichnen. Bei Freud ist das Unbewußte, obschon es – wenigstens metaphorisch – bereits als handelndes Subjekt auftritt, im Wesentlichen nichts anderes als der Sammelort eben dieser vergessenen und verdrängten Inhalte und hat nur vermöge dieser eine praktische Bedeutung."

In einer späteren Ausgabe (1954) ergänzte Jung, dass Freud seine Theorie ebenfalls weiterentwickelt habe: ,,Freud hat seine hier angedeutete Grundansicht in späteren Arbeiten differenziert: die Instinktpsyche nannte er ,Es', und sein Über-Ich bezeichnet das dem Individuum teils bewußte, teils unbewußte (verdrängte) Kollektivbewußtsein." Aus Jungs Sicht enthält das kollektive Unbewusste jedoch Grundformen seelischer Entwicklung sowie einen kreativen, auf Individuation und Ganzheit zielenden Aspekt, der über die Freud'sche Verdrängungstheorie und seine Annahme einer ,,archaischen Erbschaft" in der menschlichen Psyche hinausgehe. Freud war besonders 1938 Jungs Theorieentwicklung nähergekommen, als er schrieb: ,,Darüber hinaus bringt der Traum Inhalte zum Vorschein, die weder aus dem reifen Leben noch aus der vergessenen Kindheit des Träumers stammen können. Wir sind genötigt, sie als Teil der archaischen Erbschaft anzusehen, die das Kind, durch das Erleben der Ahnen vor jeder eigenen Erfahrung mit sich auf die Welt bringt." Jung maß jedoch dem kollektiven Unbewussten eine viel weitergehende Bedeutung zu als Freud und er schrieb, dieses könne wie ein ,,zweites psychisches System, von kollektivem, nicht-persönlichem Charakter" im Menschen angesehen werden.

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Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kollektives_Unbewusstes (21. November 2023)

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Moshe Zuckermann (* 1949) ist ein israelisch-deutscher Soziologe und emeritierter Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Moshe_Zuckermann

https://www.perlentaucher.de/autor/moshe-zuckermann.html

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Quote[...] Auf ihrer ständigen, immer noch vergeblichen Suche nach Normalität sieht Zuckermann Israel und Deutschland in eine ,,pathologische Beziehung" verstrickt. Das ,,Anti-Antisemitismus-Geschrei" vieler Deutscher sowie der Umstand, dass die Sicherheit Israels zur ,,deutschen Staatsräson" erklärt wurde – beides ist laut Zuckermann als Überkompensation der Holocaust-Schuld und als ,,letzte Konsequenz aus der verbrecherischen Geschichte" zu verstehen. Eben das mache die Deutschen blind gegenüber der Tatsache, dass die einstigen Opfer mittlerweile Täter sind (weil das, so zitiert Zuckermann Henryk M. Broder, ,,mehr Spaß macht", als Opfer zu sein).

Micha Brumlik und der Zentralrat der Juden, Heiko Maas und die ,,Bild", Jutta Ditfurth und Volker Beck, allen wirft Zuckermann Anbiederung an den ,,faschisierten" Staat Israel und ideologisierten Gebrauch der Antisemitismus-Keule vor. Sein Buch ist einseitig, polemisch, mäßig strukturiert, teils psychologisch spekulativ. Palästinenser kommen nur als Opfer vor, Israels Politiker fast nur als Kriminelle, die Deutschen sind vergangenheitskrank und gegenwartsblind.

Trotzdem: Zuckermann legt den Finger in einige offene Wunden. Er macht sichtbar, wo in Deutschland und in Israel der Anti-Antisemitismus-Diskurs ins Heuchlerische umschlägt. Er sät munter Sturm und wird gewiss Gegenwind ernten.

Moshe Zuckermann: Der allgegenwärtige Antisemit oder die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit
Westend Verlag, Frankfurt am Main 2018
256 Seiten



Aus: "Polemische Kritik am deutsch-israelischen Verhältnis" Arno Orzessek (03.09.2018)
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/moshe-zuckermann-der-allgegenwaertige-antisemit-polemische-100.html


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Quote[...] Moshe Zuckermann besuchte in Frankfurt ein humanistisches Gymnasium und beschäftigte sich intensiv mit Musik und Malerei. ,,Meine große Lebensleidenschaft war die Kunst. Ich glaube das ist das, was ich am besten kann". Er interessierte sich immer auch für die Geisteswissenschaften, beschäftigte sich mit Musiktheorie, las begeistert unter anderem Texte von Theodor W. Adorno oder Max Horkheimer.

Vom Zionismus bewegt, kehrte er schließlich mit 20 Jahren nach Tel Aviv zurück. Er kam mit großen Hoffnungen auf eine friedliche Entwicklung Israels. ,,Die Zionisten war humanistisch ausgerichtet. Ich bin im Gegensatz zu vielen Juden nicht religiös ausgerichtet. Ich habe mich immer am Menschen orientiert. Darum auch später die Soziologie, die Psychologie, die Philosophie." Nach seinem Studium ging er als Soziologe ausgerechnet zur Luftwaffe, wo er die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander beobachten sollte, bevor er schließlich an die Universität wechselte.

Der heute fast 70-jährige Intellektuelle erforscht immer aufs Neue Schmerzpunkte im israelischen und deutschen kollektiven Bewusstsein. Er organisierte die erste internationale wissenschaftliche Konferenz zu Richard Wagner in Israel, veröffentlichte unter dem Titel ,,Wider den Zeitgeist" Aufsätze und Gespräche über Juden, Deutsche, den Nahostkonflikt und Antisemitismus und identifizierte den Antisemitismus-Vorwurf als Herrschaftsinstrument.

Jetzt ist sein Buch ,,Der allgegenwärtige Antisemit oder die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit" erschienen, für das er derzeit hart angegriffen wird. Das geht so weit, dass dem Sohn von Holocaust-Überlebenden Antisemitismus vorgeworfen wird; unter anderem, weil er einerseits die Politik seines Landes schonungslos kritisiert, aber auch den Umgang der Deutschen mit dem Antisemitismus sehr kritisch ins Visier nimmt. Dabei betont er, dass der Antisemitismus ,,soweit es ihn in Deutschland als Bodensatz gibt, natürlich bekämpft gehört, genauso wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie". Es gehe ihm vielmehr um die ,,manipulative Verwendung des Vorwurfs des Antisemitismus an Menschen die nicht antisemitisch sind, die aber als solche ausgegrenzt werden zu fremden Zwecken, die gar nichts mit dem Holocaust zu tun haben – und das hat sich in Deutschland in einer Art und Weise etabliert." Das mache ihm große Sorgen, ,,nicht nur aus der persönlichen Erfahrung, sondern weil ich meine, dass mit diesem Phänomen im Grunde alles unterwandert ist, was eine Gedenkkultur zu sein hätte".

Sein Hauptanliegen sei es zu differenzieren. So seien Juden, Israel und Zionismus drei Paar Schuhe und Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik ebenfalls. ,,Und das aus einem ganz einfachen Grund, weil nicht alle Juden Zionisten sind. Nicht alle Zionisten Israelis sind und nicht alle Israelis Juden sind."

Auf der Suche nach Orten für seine Lesungen seien 80 ,,Raumverbote" gegen ihn ausgesprochen worden, erzählt der Sohn von Holocaust-Überlebenden. Das treffe ihn sehr, sagt Zuckermann – und ergänzt: ,,Dass mittlerweile Raumverbote ausgesprochen werden, sollte den Deutschen was zu denken geben wie sie sich mit der Vergangenheit auseinander setzen".

Auf die Frage, ob er als scharfer Kritiker seines Landes nicht fürchte, ,,Beifall von der falschen Seite zu bekommen", sagte er ,,Im Gespräch": ,,Es gibt keine falsche Seite mehr, denn mittlerweile ist die AfD israelfreundlich und judenfreundlich geworden. Und wenn ich von dieser Seite nicht mehr kriege, was ich früher von der NPD noch bekommen habe, dann haben sich die Koordinaten von Grund auf verschoben."

Sein Zorn, der sich nicht nur in seinen Büchern Bahn bricht, gründet in seiner tiefen Enttäuschung über das Scheitern seiner Idee vom Zionismus. Doch ganz und gar ist seine Hoffnung auf einen friedlichen Staat Israel noch nicht gestorben: ,,Für mich wäre die Kohabitation zwischen Juden und Arabern wie es sie in Haifa gibt, die Möglichkeit zu denken, dass sich alles nochmals zum Besseren wendet."


Aus: "Schmerzpunkte im israelischen und deutschen Bewusstsein erforschen" (19.10.2018)
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/soziologe-moshe-zuckermann-schmerzpunkte-im-israelischen-100.html

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Quote[...] Dem kamerunischen Postkolonialismus-Theoretiker und Historiker Achille Mbembe wird von Felix Klein, dem Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, vorgeworfen, den Holocaust zu relativieren und die vom Bundestag als antisemitisch eingestufte Kampagne ,,BDS" zu unterstützen. Mbembe weist beides entschieden zurück.

Der israelische Historiker Moshe Zuckermann verteidigt Mbembe jetzt und meint, besagte Vorwürfe hätten weniger etwas mit Mbembe zu tun, als vielmehr mit ,,deutschen Befindlichkeiten": In Deutschland habe man das Gedenken an den Holocaust und den Kampf gegen Antisemitismus ,,dermaßen verhunzt", ,,dass man noch nicht begriffen hat, dass Israel, Zionismus und Judentum drei paar Schuhe sind. Was auch – negativ gewendet – heißt, dass Antizionismus, Antisemitismus, Israelkritik drei paar Schuhe sind."

Kritik an Israel sei deswegen nicht gleichzeitig antisemitisch. Auch ein Vergleich des Umgangs Israels mit den Palästinensern mit dem Apartheidregime Südafrika hält Zuckermann für zulässig.

Es gehe nicht darum, ob Menschen wie Achille Mbembe oder er selbst Antisemiten seien, sagt Zuckermann, sondern um ,,die Tatsache, dass man wieder von Deutschland aus bestimmt, wer Jude ist und wer nicht Jude ist, und wer Antisemit ist und wer nicht Antisemit ist, und sich dabei gar nicht die Frage stellt: Was betreibt Israel, dass es dazu führt, dass es zu diesen Strategien und zu dieser Kritik kommt?"

(ckr)



Aus: ",,Antizionismus, Antisemitismus und Israelkritik sind drei Paar Schuhe""
Moshe Zuckermann im Gespräch mit Johannes Nichelmann | 25.04.2020
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/moshe-zuckermann-zur-debatte-um-mbembe-antizionismus-100.html


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... Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung entblödete sich nicht, den Antisemitismus selbst einem kritischen jüdischen israelischen Bürger anzuhängen. Man kann sich zunehmend des Gefühls nicht erwehren, dass etwas mit der anfangs vielversprechenden Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit schiefgegangen ist. ...

Quote[...] Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete.

Das Verhältnis Deutschlands zu Israel war von Anbeginn abstrakten Charakters. Das nimmt sich insofern merkwürdig aus, als dieses Verhältnis zugleich von einer Materialisierung der Sühne geprägt war. Das Verbrochene verwandelte man in einen beidseitig angenommenen Tauschwert. Millionenfach gemordetes Menschenleben ließ sich am leichtesten ausbezahlen.

Schwieriger war da der mentale Umgang mit der historischen Katastrophenlast. Entstanden war dadurch eine Gedenkkultur, die – bei allem, was sie an Positivem hervorgebracht hat – die Juden (und den mit ihnen gleichgesetzten Zionismus und eben auch Israel) als begrifflich-unlebendige Kategorien behandeln musste.
Da man im wirklichen Leben nichts "wiedergutmachen" konnte, umging man diese Hürde, indem man die Juden, den Zionismus und Israel gleichsam tabuisierte und deren Unberührbarkeit zum ideologischen Fetisch erhob.

Nun stellte sich aber in den Jahrzehnten dieser bilateralen Beziehung heraus, dass das, was unantastbar bleiben sollte – namentlich das zionistische Israel – sich selbst Verbrecherisches hat zuschulden kommen lassen. Und je mehr sich dieses Verbrecherische erweiterte und verfestigte, desto abstrakter (das heißt: realitätsabgewandter und ideologisch verblendeter) mussten die Urheber des Verbrechens von Deutschen behandelt werden – und zwar so sehr, dass man sich zuweilen fragt, ob die Platzhalter der deutschen Politik in diesem Zusammenhang noch ganz bei Trost seien.

Gefragt sei: Was muss nach der über 50-jährigen Okkupations-Barbarei, nach der Etablierung eines israelischen Apartheidregimes im Westjordanland, nach der Legitimierung eines grassierenden Alltagsrassismus, der systematischen Unterprivilegierung des arabischen Bevölkerungsteils Israels und der schier unübersehbaren Anhäufung von Vergehen Israels gegen das Menschen- und Völkerrecht noch alles passieren, damit man selbst in Deutschland aufwacht und sich fragt, was man da eigentlich unterstütze? Mit wem man sich solidarisiere? Wen man gegen jedwede Kritik in Schutz nehme und wessen Sicherheit man zur deutschen Staatsräson erhoben habe?

Diese Frage stellt sich mit umso größerer Dringlichkeit, als im Jahr 2023 in Israel eine Regierungskoalition entstand, deren Hauptführer kahanistisch-faschistischen, ungeschminkt rassistischen, fundamental-klerikalen und theokratisch-chauvinistischen "Werten" das Wort reden – angeführt von einem Premier, der der Korruption, des Betrugs und der Veruntreuung angeklagt ist, mithin alles bereit ist hinzunehmen, um mit dieser ihn am Kragen packenden Koalitions-Bande seinem Prozess zu entgehen.

Nach dem versuchten, sich als Justizreform gebenden Staatsstreich der Netanjahu-Koalition kam der 7. Oktober, die größte Katastrophe, die der Staat Israel seit seinem Bestehen erfahren hat, und deren Folgen noch unabsehbar sind. Wenngleich jetzt schon gesagt werden kann, dass die Mitverantwortung der Regierung, des Militärs und der Geheimdienste groß ist.

Israel hat auf das Fiasko mit einer militärischen Vehemenz reagiert, die Zigtausende palästinensische Zivilisten ermordete, unter ihnen viele Tausende Frauen und Kinder, die Verwüstung großer Teile des Gazastreifens und eine unsägliche humanitäre Katastrophe zur Folge hatte.

Die terroristische Hamas, Verursacherin der Angriffe am 7. Oktober, wurde von Netanjahu über Jahre unterstützt – aus politischem Kalkül, um die Palästinenser politisch zu spalten und um die Errichtung eines palästinensischen Staates zu verhindern.

Versucht man all dies aber im heutigen Deutschland zur Sprache zu bringen und öffentlich zu erörtern, wird man sofort bezichtigt, antisemitisch beziehungsweise von "jüdischem Selbsthass" angefressen zu sein. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung entblödete sich nicht, den Antisemitismus selbst einem kritischen jüdischen israelischen Bürger anzuhängen. Man kann sich zunehmend des Gefühls nicht erwehren, dass etwas mit der anfangs vielversprechenden Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit schiefgegangen ist.


Aus: "Ist die deutsche Politik noch ganz bei Trost?"
Ein Kommentar von Moshe Zuckermann | 28.05.2024
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/moshe-zuckermann-kommentar-israel-deutschland-100.html


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Quote[...] Es ist ein beispielloser Eklat und ein neuer Tiefpunkt in der Diskussion über Israel und Antisemitismus in Deutschland: Der Faschismus-Theoretiker Jason Stanley hat am 9. November eine Rede in der Westend-Synagoge in Frankfurt gehalten. Seine Aussagen über Israel und Gaza sowie zum Diskursklima in Deutschland passten offenbar Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Frankfurt nicht, weshalb man ihn während seiner Rede aus der Synagoge hinauswarf.

Auf ihrer Homepage hatte die Gemeinde den Auftritt das Gastredners aus den USA noch so angekündigt: ,,Der Sohn jüdischer Schoa-Überlebender zählt zu den weltweit einflussreichsten Intellektuellen im Bereich politischer Ideologien, Antisemitismus und Erinnerungskultur." Marc Grünbaum, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, betonte da noch: ,,Als Jüdische Gemeinde ist es uns ein besonderes Anliegen, diese Themen sichtbar zu machen und Stimmen wie die von Stanley Raum zu geben, die sich mit großer Klarheit für Demokratie, Verantwortung und Menschlichkeit einsetzen." Was Stanley dann vortrug, war offenbar nicht nach dem Geschmack von Teilen des Publikums.

,,Ein Teil der Anwesenden hat mich regelrecht angebrüllt", sagt Stanley im Gespräch mit der FR zwei Tage später. Es habe Phasen gegeben, in denen nur noch geschrien worden sei. Schließlich sei ein Vertreter der Jüdischen Gemeinde Frankfurt auf das Podium gekommen und habe ihn aufgefordert, abzubrechen und zu gehen. Er sei dann, so schildert er es, durch einen Seitenausgang aus dem Gebäude und direkt in sein Hotel zurück. Die Situation habe er als außerordentlich bedrohlich und verstörend erlebt – in dieser Form sei ihm so etwas noch nie passiert.

Die Gemeinde distanzierte sich am nächsten Tag offiziell von ihm. Seine Rede enthalte ,,relativierende Vergleiche". Was damit gemeint sei, blieb unklar. Stanley hält dem entgegen, in der Erklärung fehle jeder konkrete Hinweis darauf, welcher Teil seiner Ausführungen angeblich verharmlosend oder sachlich falsch gewesen sei. Eingeladen worden sei er, um über seine Familiengeschichte und die Reichspogromnacht zu sprechen, erinnert er. Nun sei er ausgerechnet am Jahrestag dieser Nacht von der Bühne gebeten worden – eine Geste, die er als grob unhöflich und, angesichts des Anlasses, auch als bitter ironisch empfinde.

Stanleys Rede war kein Angriff auf Israel, keine Verteidigung der Hamas, keine politische Provokation. Sie war ein Plädoyer für die Freiheit des Denkens – und eine Reflexion über die doppelte Herkunft seiner Familie: die polnisch-jüdische Mutter, die nach dem Holocaust in Israel Schutz suchte, und den deutsch-jüdischen Vater, der jeden Staat, der Religion privilegiert, für falsch hielt. Seine Eltern, erzählt Stanley, seien in der Frage, was Israel für Juden bedeutet, grundsätzlich unterschiedlicher Auffassung gewesen: Die Mutter habe den jüdischen Staat als Zufluchtsort erlebt, der ihr zum ersten Mal das Gefühl gegeben habe, bewaffnete Kräfte stünden auf ihrer Seite. Der Vater hingegen, ein deutsch-jüdischer Intellektueller, habe einen Staat, der eine Religion bevorzugt, immer mit Skepsis betrachtet und in der Behandlung der Palästinenser als Bürger zweiter Klasse etwas erkannt, das ihn an die eigene Familiengeschichte erinnerte. Genau solche innerjüdischen Auseinandersetzungen, so betont er, müssten möglich sein und geführt werden können.

Das war es wohl, was dem Frankfurter Publikum zu weit ging. Stanleys Rede erinnerte an eine Tradition, die älter ist als der Staat Israel – und heute in Deutschland zunehmend vergessen wird: die deutsch-jüdische Aufklärung. Moses Mendelssohn, Leo Baeck, Hannah Arendt – sie alle verbanden das Besondere mit dem Allgemeinen, die Erfahrung des Jüdischen mit der Idee der Menschheit. ,,Das Judentum", schrieb Leo Baeck 1905, ,,spricht vom guten Menschen, nicht vom guten Juden." Religion sei nicht Bekenntnis, so Stanley, sondern Verantwortung. Aus dieser Ethik erwuchs die Überzeugung, dass kein Mensch bevorzugt werden dürfe – auch nicht die eigenen Leute.

Genau diese universalistische Haltung gilt heute in Deutschland als verdächtig, befand Stanley. Masha Gessen, jüdische Publizistin und Holocaust-Nachfahrin, sollte in Bremen den Hannah-Arendt-Preis erhalten. Die Preisverleihung wurde abgesagt, weil Gessen in einem Essay eine Analogie zwischen Gaza und dem Warschauer Ghetto gezogen hatte. Hannah Arendt selbst hätte Ähnliches geschrieben – und wohl denselben Skandal ausgelöst, vermutet der Faschismus-Experte in seiner Rede in Frankfurt.

Stanley formuliert es so: Eine Denkerin wie Hannah Arendt hätte mit ihren Texten in der aktuellen deutschen Debatte kaum noch eine Bühne, für Albert Einstein, der sich für einen binationalen Staat einsetzte, gelte das Gleiche. Die Reaktion der jüdischen Gemeinde am 9. November zeigt es allzu klar: Wer Israels Politik kritisiert, gerät rasch in den Verdacht des Antisemitismus – selbst dann, wenn er selbst jüdisch ist. Damit nehmen sich nichtjüdische Mehrheiten faktisch das Recht heraus zu definieren, wer als ,,richtiger Jude" zu gelten habe. Stanley sagt, ihm sei von Kindesbeinen an vermittelt worden, genau dieses Verhalten sei antisemitisch – und besonders schwer erträglich werde es, wenn es ausgerechnet von Deutschen komme.

Stanley gehört zu jenen Philosophen, die Widersprüche nicht glätten, sondern aushalten. Als er die USA nach Trumps Wahlsieg verließ, warnte er vor einem Rückfall in bekannte faschistische Muster: die Konstruktion von Feindbildern, der Opfermythos, die Sehnsucht nach ethnischer Homogenität. Dieselben Mechanismen seien heute weltweit zu beobachten – auch in Deutschland.

Besorgniserregend sei, so formuliert er es, dass jüdische Stimmen offenkundig nicht mehr selbstverständlich kontrovers diskutieren könnten, ohne zum Schweigen gebracht zu werden. Zur Meinungsfreiheit gehöre, dass eine Rede überhaupt gehalten und zu Ende gebracht werden dürfe. Der Liberalismus, den Stanley verteidigt, ist nicht bequem. Er verlangt, die eigenen Ängste nicht zum moralischen Maßstab zu erheben. Er verlangt, zwischen Antisemitismus und Kritik zu unterscheiden.

,,Das, was am 9 November in der Synagoge passiert ist, macht mich traurig und wütend! Jason Stanley so zu behandeln, ist einer liberalen jüdischen Gemeinde nicht würdig!", sagte Daniel Cohn-Bendit der FR. Der Antisemitismus-Forscher Wolfgang Benz bezeichnete den Vorgang als ,,unglaublich". Er sagte der FR: ,,Der Vorfall in der Frankfurter Synagoge steht nicht für sich allein. Er markiert vielmehr den vorläufigen Höhepunkt einer schleichenden Verschärfung des öffentlichen Klimas, in dem über Israel, Gaza und Antisemitismus kaum noch frei gesprochen werden kann. Immer häufiger werden Redner ausgeladen, Debatten abgebrochen, Veranstaltungen gesprengt – mit der Begründung, Kritik an der israelischen Regierung könne antisemitisch verstanden werden."

Benz verwies im Gespräch mit der FR auf den Fall des israelischen Philosophen Omri Böhm, ,,der auf Betreiben des israelischen Botschafters von einem Weimarer Podium ausgeladen wurde, noch bevor er überhaupt das Wort ergriffen hatte. Die frühere Präsidentin der Freien Universität Berlin, die zum 75. Jahrestag der christlich-jüdischen Gesellschaft sprechen sollte, kündigte an, sie werde den Gaza-Krieg erwähnen. Man versicherte ihr, das sei in Ordnung. Als sie dies dann tatsächlich tat, verließen einige Funktionäre demonstrativ den Saal."

All dies seien Symptome einer neuen, autoritären Empfindlichkeit, so Benz. ,,In der deutschen Debatte über Israel scheint sich ein Monopol herauszubilden: Richtig ist, was der Zentralrat, was offizielle Repräsentanten der Gemeinden für richtig erklären. Alles andere, jede Abweichung, gilt als verdächtig, als ,Relativierung', als latent antisemitisch", erklärte Benz.

,,Wer in diesem Klima Differenz wagt, riskiert nicht nur Widerspruch, sondern soziale Ächtung. Viele, auch jüdische Intellektuelle, ziehen sich deshalb aus öffentlichen Debatten zurück, um nicht zum Gegenstand moralischer Verdächtigungen zu werden. Unter sich wird dann leise und mit bitterer Klarheit gesprochen – über den Krieg in Gaza, über die Eskalation, über das, was unaussprechlich scheint. Doch in der Öffentlichkeit herrscht Schweigen."

Gerade darin liege die eigentliche Gefahr. Denn wenn eine Gesellschaft abweichende Meinungen nicht mehr erträgt, wächst das Ressentiment im Verborgenen. Der alte Mechanismus, den schon Theodor W. Adorno und Gordon Allport beschrieben: Unterdrückte Gedanken verschwinden nicht, sie verwandeln sich in Abneigung – in diesem Fall in latenten Antisemitismus, genährt durch das Gefühl, man dürfe ,über die Juden nichts sagen'".

Das sei die paradoxe Dynamik unserer Gegenwart: ,,Aus Angst vor Antisemitismus droht Deutschland ein Diskursklima zu entwickeln, das selbst Ressentiments befördert. Und ausgerechnet jene, die im Namen der Erinnerung reden, verengen den Raum der Rede." Der Eklat um Jason Stanley sei nur das sichtbar gewordene Symptom.


Aus: "Faschismus-Experte Jason Stanley aus Synagoge in Frankfurt geworfen: Zum Schweigen gebracht" 11.11.2025 (Michael Hesse)
Quelle: https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/faschismus-experte-jason-stanley-aus-synagoge-in-frankfurt-geworfen-94032638.html


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Quote[...] Es war ein Statement. Zum Prozessauftakt gegen sieben Antifaschist*innen vor dem Oberlandesgericht Dresden am vergangenen Dienstag betrat der Hauptbeschuldigte Johann G., in Handschellen und von Wachleuten hereingeführt, den Verhandlungssaal in einem grünen Shirt, darauf das Logo des israelischen Ravefestivals ,,Nova". Das Festival, auf das Hamas-Terroristen im Oktober 2023 ein Massaker mit gut 360 Toten verübten – einer der Ausgangspunkte des jüngsten Nahostkriegs.

Nun gibt es dazu ein Nachspiel: Denn die JVA Dresden, in welcher der 32-Jährige in Untersuchungshaft sitzt, beschlagnahmte laut Auskunft seiner Verteidiger*innen nach G.s Auftritt im Gericht das besagte ,,Nova"-Shirt – weil es für Unruhe in dem Gefängnis sorgen könnte.

Die JVA Dresden wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern. Aus Gründen des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte mache man zu einzelnen Gefangenen keine Angaben, sagte eine Sprecherin der taz. Sie erklärte aber, dass grundsätzlich in der JVA Kleidung untersagt werden dürfe, wenn sie verboten oder verfassungsfeindlich sei oder wenn damit ,,eine Botschaft gesendet werden soll, die das geregelte Zusammenleben in der Anstalt gefährdet". In der JVA Dresden seien Gefangene unterschiedlicher Ethnien und Nationen untergebracht, die dabei berücksichtigt werden müssten, so die Sprecherin. Wenn mit Kleidung etwa zu Hass oder Gewalt aufgerufen werde oder Religionszugehörigkeiten diskriminiert würden, könne das Tragen untersagt werden.

Die Verteidiger*innen von Johann G. haben für die Beschlagnahmung keinerlei Verständnis. ,,Dass ein Kleidungsstück, auf dem nichts weiter abgedruckt ist als der Name des Festivals, dessen Besucher am 7. Oktober 2023 Opfer des größten Verbrechens an Jüdinnen und Juden seit dem Holocaust wurden, nach Ansicht der Verantwortlichen der JVA Dresden die Sicherheit und Ordnung einer Justizvollzugsanstalt in Deutschland beeinträchtigen soll, ist eine kaum zu ertragende Argumentation", kritisierte Martin Schaar, einer der Anwälte. ,,Wir werden einen Antrag an die zuständige Strafvollstreckungskammer stellen, um dies überprüfen zu lassen."

Auch zum Prozessauftakt hatte das ,,Nova"-Shirt von Johann G. für Aufsehen gesorgt – und für Diskussionen in der linken Szene. In Social-Media-Beiträgen lobten einige dieses als Zeichen gegen Antisemitismus, andere kritisierten G. als ,,Zionisten". Politisch hatte sich der Leipziger schon vorher innerhalb der Antifa-Szene positioniert. Er soll auch Teil der ,,Nakam"-Graffiti-Crew gewesen sein, was die Gruppe einerseits mit ,,Nazis kaputt machen" übersetzte, sich andererseits aber auf eine gleichnamige jüdische Gruppe bezog, die nach 1945 Rache für die NS-Verbrechen nehmen wollte. Nakam steht hebräisch für ,,Rache".

In dem Dresdner Prozess wird Johann G. von der Bundesanwaltschaft vorgeworfen, mit fünf Mitangeklagten eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben, die von 2018 bis 2023 mehrere schwere Angriffe auf Rechtsextreme verübte. Ein weiterer Angeklagter gilt als Unterstützer. Johann G. soll laut Anklage eine ,,herausgehobene Stellung" gehabt, soll Trainings, Ausspähungen und Angriffe organisiert haben und bei fast allen Taten dabei gewesen sein.

Vor seiner Festnahme am 8. November 2024 war Johann G. fast vier Jahre abgetaucht. Zu den Vorwürfen schweigt er bisher. Seine Verteidiger*innen kritisierten zu Prozessbeginn eine Vorverurteilung von G.: durch Festlegungen in einem früheren Prozess gegen vier weitere Antifaschist*innen, darunter seine Ex-Verlobte Lina E., durch Medienberichte und durch seine Haftbedingungen.

Tatsächlich hatte die JVA Dresden Johann G. direkt nach seiner Festnahme unter strengsten Bedingungen inhaftiert. So wurde G. anfangs in einem besonders geschützten Sicherungshaftraum untergebracht und stand mit einer sogenannten Sitzwache unter Dauerbeobachtung. Wenn er die Zelle verlassen durfte, wurden seine Hände und Füße gefesselt. Über mehrere Wochen befand sich Johann G. in ,,Absonderung", durfte keine anderen Gefangenen treffen oder an Gemeinschaftsveranstaltungen teilnehmen. ,,Unser Mandant befand sich praktisch in Isolationshaft", kritisierte Anwalt Schaar. Er und seine Mitverteidiger*innen hatten gegen diese Auflagen geklagt – und zuletzt Recht bekommen. Das Oberlandesgericht Dresden erklärte nach Schaars Auskunft die Maßnahmen nachträglich für rechtswidrig.

Im Prozess vor dem Oberlandesgericht Dresden drohen Johann G., der einschlägig vorbestraft ist, derweil mehrere Jahre Haft – auch weil die Bundesanwaltschaft zwei der Angriffe auf Rechtsextreme, in Dessau-Roßlau und Erfurt, als versuchten Mord wertet. Die Verteidiger*innen ziehen vor allem bei diesen beiden Angriffen jedoch die angeführten Indizien in Zweifel, dass G. am Tatort war – ein vermeintlicher DNA-Treffer und Videoaufnahmen der vermummten Angreifer durch Passanten.

Die Vorwürfe gegen G. seien schwer und man nehme sie sehr ernst, sagte seine Anwältin Kristin Pietrzyk zu Prozessbeginn. Man erwarte aber auch, dass das Gericht ernsthaft prüfe, ob diese Vorwürfe stichhaltig seien oder auf Mutmaßungen beruhten.

Der Prozess gegen Johann G. und die sechs Mitangeklagten geht am Montag weiter. Wegen der vielen Tatvorwürfe sind bisher Prozesstermine bis ins Jahr 2027 angesetzt.


Aus: "JVA beschlagnahmt ,,Nova"-Shirt von Antifa-Inhaftiertem" Konrad Litschko (30.11.2025)
Quelle: https://taz.de/Beschuldigter-Linker-Johann-G/!6133539/

Das Massaker während des Supernova-Festivals am 7. Oktober 2023 war ein Terrorakt der radikalislamischen Hamas im Rahmen ihres Terrorangriffs auf Israel, bei dem schwerbewaffnete Terroristen nach Durchbrechen der Grenzanlagen das laufende Psytrance-Festival Supernova Sukkot Gathering in der Nähe des Kibbuz Reʿim im Gebiet der Regionalverwaltung Eschkol angriffen. 378 Menschen, darunter 344 Zivilisten und 34 Sicherheitskräfte, wurden getötet und 44 Besucher als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt; 16 davon waren zum Zeitpunkt ihrer Entführung bereits tot, verstarben in der Gefangenschaft oder wurden dort ermordet. 25 weitere Geiseln wurden befreit oder im Zuge von Verhandlungen freigelassen, darunter am 13. Oktober 2025 die letzten elf noch lebenden Entführten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_w%C3%A4hrend_des_Supernova-Festivals