Author Topic: Research on the history of media art and culture...  (Read 56355 times)

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Texte zur Kunst ...
« Reply #20 on: May 01, 2019, 01:01:09 PM »
"Kulturindustrie und kritische Inhalte: Die dissoziative Identitätsstörung der modernen Künstler*innen" Gaudenz Pfister (30. April 2019)
Beitrag zur Debatte zwischen der Gruppe Konverter mit dem Text „Kunst, Kultur und Warenform“ und die Replik dazu namens „Ist Kunst Arbeit oder ästhetische Selbstbefriedigung?“ ... Die Künstler*innen innerhalb des Spätkapitalismus erleben eine dissoziative Identitätsstörung, die unmittelbar an das Scheitern der künstlerischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts und ihrem Programm der Verwirklichung und Aufhebung der Kunst, als vom Alltagsleben getrennte Sphäre gekoppelt ist. ...
https://www.untergrund-blättle.ch/kultur/kulturindustrie_kommerz_kunst_kultur_warenform_5423.html

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"Zum Kunstverständnis der Kritischen Theorie"
Text: Walther Müller-Jentsch | Bereich: Ästhetik und Kunsttheorie
Ausgehend von Hegels geschichtsphilosophischen Thesen über den Erkenntnischarakter der Kunst einerseits und ihr Ende andererseits skizziert der vorliegende Beitrag die Kunstauffassung der kritischen Theoretiker Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse und Ernst Fischer. Als die Essenz ihrer zwiespältigen Sichtweisen auf die Kunst entbirgt sich ihr gesellschaftskritischer Gehalt und ihr utopisches Glücksversprechen. ...
https://www3.hhu.de/wuk/zum-kunstverstaendnis-der-kritischen-theorie/
« Last Edit: August 27, 2019, 04:36:11 PM by Link »

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Texte zur Kunst ...
« Reply #21 on: May 01, 2019, 01:04:09 PM »
Laser#17 - Versuche und Fragen zur Kunst
Deutungen und Notizen zur Kunst
https://www.subf.net/forum/index.php/board,14.0.html

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Texte zur Kunst ...
« Reply #22 on: August 05, 2019, 04:18:22 PM »
Buch der Könige (auf 4 Bände angelegt)
    1. Orpheus und Euridyke, Stroemfeld Verlag 1988
    2x. Orpheus am Machtpol, Stroemfeld 1994
    2y. Recording Angel’s Mysteries, Stroemfeld 1994
http://www.klaus-theweleit.de/?page_id=6


Wolfgang Ullrich: Mit dem Rücken zur Kunst
Die neuen Statussymbole der Macht
KKB. 2000, 128 Seiten. Gebunden. Mit vielen, teilweise farbigen Abbildungen.
ISBN 978-3-8031-5164-3
Wo Führungskräfte sich noch vor zwanzig Jahren in gediegenem Mobiliar und mit ebenso gediegenen Ölgemälden abbilden ließen, stehen sie heute vor moderner Kunst. Moderne Kunst im Umfeld von Geld und Macht: Wie konnte sie zu einem der wichtigsten Statussymbole unserer Zeit werden? Und was sagt dies über die Kunst selbst aus – sowie über diejenigen, die sich ihrer bedienen?
»Wolfgang Ullrich stößt mit seiner Analyse die Tür weit auf für einen vorurteilslosen Systemvergleich der Kunstbetriebe in BRD und DDR. Selten gab es so entlarvendes Material über die Verstrickungen der Künstler im Spätkapitalismus.« (Berliner Zeitung)
https://www.wagenbach.de/buecher/titel/321-mit-dem-ruecken-zur-kunst.html




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Research on the history of media art and culture...
« Reply #23 on: August 12, 2019, 07:06:41 PM »
Das Internationale Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie ist eine auf dem Fellow-Prinzip basierende Forschungseinrichtung an der Bauhaus-Universität Weimar, die mit Geldern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eingerichtet wurde. Das IKKM ist eine Einrichtung geisteswissenschaftlicher Spitzenforschung in Deutschland. Neben einer Reihe ständigen wissenschaftlichen Personals forschen hier zehn internationale Fellows zur Frage, wie sich in den hochtechnisierten Mediengesellschaften des 20. und 21. Jahrhunderts das Verhältnis von Dingen und Menschen denken lässt.
https://vimeo.com/ikkm

---

Seit dem Ende der sechziger Jahre sind in Europa und Amerika in Galerien und Ausstellungen, seltener in Buchhandlungen, in wachsendem Maße Arbeiten zu sehen, die in der Mehrzahl als Kunstgegenstände und nicht als Werke der Schriftkultur oder des Informationssektors vorgestellt werden, obwohl ihre unterschiedlichen Bezeichnungen in irgendeiner Weise stets mit dem Namen “Buch” gebildet werden. Die Buchobjekte, Künstlerbücher, Objektbücher, artists’ books, book objects, livres d’artiste lassen durchaus eine Verwandtschaft mit herkömmlichen Büchern erkennen, an deren Herstellung ebenfalls bildende Künstler beteiligt waren, aber der unvorbereitete Betrachter erkennt sie in der Regel doch nicht als solche an, weil er zugleich massive Merkmale an ihnen wahrnimmt, die dem traditionellen Buch gänzlich fremd sind.

Archive - Artist Publications Archiv - Künstlerpublikationen

http://www.artistbooks.de/suchen/volltext-suchen.php

http://artistbooks.de/blog/kunstlerbucher/

http://www.artistbooks.de/suchen/kuenstler.php

« Last Edit: September 04, 2019, 02:28:33 PM by Link »

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« Reply #24 on: November 28, 2019, 08:11:57 PM »
"Fernsehen ohne Geheimnisse" „Montage/av“ (04.02.1995): pdf
Zeitschrift für Theorie & Geschichte audiovisueller Kommunikation
Quelle: https://mediarep.org/bitstream/handle/doc/1070/montage_AV_4_2_1995_Fernsehen.pdf?sequence=1&isAllowed=y


Trotz-Kitsch im Glottertal (Die Schwarzwaldklinik) - 24. April 2005 Georg SeeßlenFernsehen, Film, Kritik   
„Die Schwarzwaldklinik“ gilt als eine der Ursünden in der Verwandlung des deutschen Fernsehens. Von einer verzapften Bildungsanstalt mit volkstümlichen Blasen wurde es seitdem zu einem schrillen Regressionsapparat mit Trash-Appeal. Die Serie hatte es anscheinend darauf angelegt, alle Klischees der Kitschproduktion von der Gartenlaube über den „Halbgott in weiß“-Mythos, den Heimatfilm, amerikanische Familienserien bis hin zum „Sozialklimbim“ der mitfühlenden 1970er Jahre gleichzeitig zu bedienen. Die einen heulten und lachten mit Professor Brinkmann und den seinen, die anderen kämpften mit kulturellem Brechreiz. Nicht nur weil Postkarten-Idylle plus Seifenoper plus deutsches Patriarchen-Pathos ziemlich hoch in der Peinlichkeits-Skala rangiert, sondern auch weil die „Schwarzwaldklinik“ so freigiebig weißkittelig und Rosen umrankt Metaphern für die dritte bundesrepublikanische Restauration absonderte. ...
http://www.getidan.de/kritik/film/georg_seesslen/1125/trotz-kitsch-im-glottertal
« Last Edit: December 26, 2019, 01:05:32 PM by Link »

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« Reply #25 on: January 09, 2020, 10:19:31 AM »
Quote
[...]  Ingmar Böke: Die Art, wie Menschen Erinnerungen teilen, hat sich rasant verändert.

Manuel Menke: Mit der Digitalisierung und Onlinekommunikation sehen wir mittlerweile ganz neue Dynamiken. Zum Beispiel entstehen in Foren oder über Social Media Gruppen, deren Mitglieder sonst vielleicht gar keinen Kontakt zueinander hätten. Man spricht hier vom Vergemeinschaften. Menschen bauen eine Beziehung auf, tauschen sich über ihre Erinnerungen aus und tragen sie weiter. In Deutschland ist eines der präsentesten Beispiele die DDR-Vergangenheit. Zu diesem Thema findet man auf Facebook zig Nostalgiegruppen. Natürlich kann man das durchaus kritisch sehen. Gleichzeitig sind das aber auch Menschen auf der Suche nach ihrer Identität. Leute, die verlangen, sich an ihre eigene Vergangenheit erinnern zu dürfen. Ein bisschen ist damit auch der Anspruch einer Entpolitisierung verbunden. Lange Zeit wurden in Deutschland die DDR-Alltagserinnerungen aus Museen ausgeschlossen. Da gibt es natürlich Menschen, die sich um einen Teil ihrer Identität beraubt fühlen und denen das Internet komplett neue Möglichkeiten eröffnet. Aber natürlich muss es nicht immer politisch sein. Leute, die gerne Super Mario zocken und sich über die Games aus ihrer NES-Zeit austauschen möchten, können sich genauso vernetzen.

...


Aus: "Mediennostalgie: "Aktuell genießt Nostalgie einen eher schlechten Ruf"" Interview: Ingmar Böke (9. Januar 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/digital/games/2020-01/mediennostalgie-manuel-menke-videospiele-digitalisierung

Quote
matotope #1

Meiner Erfahrung nach kann man die Gefühle, die man früher bei etwas empfunden hat, nicht mehr genauso erleben.
Es ist nur noch die Erinnerung an das Gefühl übrig.
Die Kopie einer Kopie mit nachlassendem Toner.
Sich daran zu hängen erscheint mir sinnlos.


Quote
Chairman of the bored #1.1

Yep, aber die Erinnerung löst eine Dopaminspritze aus - und DAS fühlt sich eben gut an:)


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« Reply #26 on: February 29, 2020, 05:48:43 PM »
Quote
[...] Von den Kleinen verehrt, von den Großen gefürchtet: Wenn Hans Clarin als Kobold Pumuckl seine kreischige Stimme erhob, pflegten Eltern einst in Scharen zu flüchten. Vor fast vierzig Jahren hat der von Ellis Kaut erdachte Zeichentrick-Klabautermann erstmals das Nervenkostüm von Schreinermeister Eder (Gustl Bayrhammer) strapaziert; damals startete „Meister Eder und sein Pumuckl“. Auf die 52-teilige Serie folgte ab 1995 eine Sonntagmorgenshow mit Wiederholungen sowie 1999 eine neue 13-teilige Serie („Pumuckls Abenteuer“) mit Towje Kleiner als Nachfolger des verstorbenen Gustl Bayrhammer.

Der rothaarige Pumuckl ist in der Geschichte des deutschen Kinderfernsehens eine große Nummer, zumal die Kombination von Animation und Realfilm damals ziemlich innovativ war. Ähnlich beliebt und über Jahrzehnte „unkaputtbar“ waren nur die Zeichentrickkolleginnen Heidi und Biene Maja sowie der clevere Wikinger Wickie; alle drei wurden später durch digitale und um ihre Ecken und Kanten beraubte Wiedergänger ersetzt.

Umso tollkühner erscheint daher die Idee des Bayerischen Rundfunks, die alten Folgen aus dem Archiv zu holen und restaurieren zu lassen. Womöglich steckt dahinter ein Kalkül: Wer einst mit dem Kobold aufgewachsen ist, hat heute längst selber Kinder und wird sich die Serie zusammen mit dem eigenen Nachwuchs anschauen. Dabei könnte sich allerdings ein Echo ergeben, das gern eintritt, wenn Eltern ihre Söhne und Töchter für die Höhepunkte der eigenen Kindheit begeistern wollen: langweilig!

Tatsächlich wirkt die Serie wie Fernsehen von gestern, und das nicht nur wegen der schwarzen Balken rechts und links, weil früher natürlich im Format 4:3 produziert worden ist. In vielen Szenen spielt der Kobold zudem gar nicht mit. Wenn sich stattdessen die Erwachsenen langatmige Dialoge liefern, dürfte „Meister Eder und sein Pumuckl“ für Kinder von heute ähnlich spannend sein wie die „Lindenstraße“ für Erwachsene.

Interessant wird es aus Sicht der Kleinen immer dann, wenn Pumuckl über die Stränge schlägt. Dann kommt auch zum Tragen, was Maya Götz und ihr Team vom Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (eine Tochter des BR) über die Serie herausgefunden haben. Die Faszination der Figur liegt wenig überraschend in seinem anarchischen Charakter, denn laut Götz freuen sich Kinder am meisten, „wenn Pumuckl Streiche spielt, frech ist und einfach nicht das tut, was ein braves Kind tun sollte“. Dass der Kobold mit Grenzen spiele, spiegele vor allem die Erfahrungswelt der Jungen wider, „die in Kita und Schule immer wieder ermahnt werden, weil sie die gesetzten Grenzen überschreiten.“ Pumuckl verkörpere daher „,das freie Kind’, das egozentrisch sich und seine Weltsicht in den Mittelpunkt stellt und sich erst Schritt für Schritt die Regeln des sozialen Zusammenlebens aneignen muss.“

Diesen Rahmen setzt Meister Eder, der seinem Hausgeist regelmäßig die Leviten liest. Den Schreiner sieht Medienwissenschaftlerin Götz als „verlässlichen Ziehvater, der den Pumuckl aus tiefem Herzen mag, zu ihm steht und ihn im Zweifelsfall immer retten wird“. Dank dieser Vertrauensfigur gelinge es der Serie, Orientierung und Sicherheit zu vermitteln; so helfe sie den Kindern, „ihren eigenen Kompass zu finden“. Dass der Alte auch mal ausraste, sei ebenfalls wichtig: Eltern seien eben nicht immer „ideale Eltern“, die souverän, verständnisvoll und kompetent agierten. „Das heißt aber nicht, dass sie die Kinder nicht lieb haben oder sich von ihnen trennen möchten. Eine wichtige Botschaft, die Kinder emotional entlastet“, sagte Maya Götz.

Deshalb gibt es für Sylvie Stephan, Leiterin des BR-Programmbereichs Kultur, keinen Zweifel, dass die Serie als „zeitloses Familienprogramm“ und „dank einer warmen, vertrauten und menschlichen Kulisse“ auch heute noch Alt und Jung gleichermaßen begeistern könne: Kinder identifizierten sich mit dem frechen Kobold, Erwachsene freuten sich „über die anarchische Darstellung und den Wortwitz. Außerdem können sie mit Meister Eder mitfühlen, dem der Pumuckl ans Herz wächst, obwohl er seine liebe Not mit dem kleinen Quälgeist hat.“ Das alles finde in einer warmen, vertrauten und menschlichen Kulisse statt, mit beliebten bayerischen Volksschauspielern und der wunderbaren Stimme von Hans Clarin.

An diesem Sonntag, am 1. März können sich Große und Kleine überzeugen, ob das alles immer noch stimmt: Der BR zeigt in seinem dritten Programm fünf Folgen am Stück.


Aus: "Pumuckl macht wieder TV-Streiche: Comeback des Kobolds" Tilmann P. Gangloff (29.02.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/pumuckl-macht-wieder-tv-streiche-comeback-des-kobolds/25596816.html

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« Reply #27 on: May 22, 2020, 02:17:06 PM »
"Türkisch-arabisches „Game of Series“: Geopo­litik auf der Lein­wand" von Ali Sonay (Ali Sonay ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Nahoststudien der Universität Basel. Im Anschluss an das Politikwissenschaft-Studium an der Universität Erlangen, hat er in Marburg promoviert und in Cambridge als Post-Doc gearbeitet. Seine Promotion wurde unter dem Titel Making Revolution in Egypt: The April 6th Youth Movement in a Global Context bei I.B. Tauris veröffentlich. Aktuell arbeitet er zur Politik von Fernsehserien in der Türkei und der arabischen Welt.) (2020)
Waren die Osmanen Tyrannen oder Heilsbringer für den arabischen Raum? Über diese historische Frage wird gegenwärtig in aufwendig produzierten Fernsehserien aus der Türkei einerseits und Saudi-Arabien und den Emiraten andrerseits gestritten. Dabei geht es um handfeste politische Rivalitäten. ... Die Politik mit Serien als eine Form von Soft Power ist Ausdruck einer Zeit, in der die Popu­la­rität von Fern­seh­dramen welt­weit zuge­nommen hat. Neben Global­playern wie Netflix und Amazon Prime versu­chen auch Produ­zenten im Nahen Osten und Nord­afrika den in der Region beliebten Fern­seh­markt zu bedienen. Dabei sind die Erwar­tungen der Zuschaue­rinnen durch die hohen Stan­dards erfolg­rei­cher Serien wie etwa Game of Thrones enorm gestiegen. ...
https://geschichtedergegenwart.ch/tuerkisch-arabisches-game-of-series-geopolitik-auf-der-leinwand/

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« Reply #28 on: July 06, 2020, 09:08:03 PM »
Johann Joachim Winckelmann (* 9. Dezember 1717 in Stendal; † 8. Juni 1768 in Triest) war ein deutscher Archäologe, Bibliothekar, Antiquar und Kunstschriftsteller der Aufklärung. Er gilt, neben Flavio Biondo, als der Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und Kunstgeschichte und als geistiger Begründer des Klassizismus im deutschsprachigen Raum. ... Sein großes Verdienst ist es, die Rezeption der griechischen Antike aus dem Feld der antiquarischen Buchgelehrsamkeit hin zu einer sinnlich-erotischen Rezeption antiker Kunst hinausgeführt zu haben. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Joachim_Winckelmann

Winckelmann in Sachsen-Anhalt (Apr 13, 2018)
https://youtu.be/7IVs16i-p1Y

Winckelmann. Il poeta e visionario della perfezione. Museo archeologico nazionale di Napoli, a cura di Fabiana Mendia. (Aug 9, 2017)
https://youtu.be/cD1-xwcrmw0

Winckelmann - Moderne Antike: Ausstellung in Weimar (exhibition on modernity of antiquity) (Jun 13, 2017)
https://youtu.be/aVFZJx8cXsI
« Last Edit: July 06, 2020, 09:33:30 PM by Link »

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« Reply #29 on: September 24, 2020, 09:37:36 AM »
"The fine art of the mockumentary" Kaleem Aftab (Wednesday 8 September 2010)
The fun of mockumentaries lies in their attempt to convince us that what we are watching is the truth. This is Spinal Tap, the granddaddy of the genre, has taken the joke so far that the band now appears in concerts as if they always were real rock legends.
https://www.independent.co.uk/arts-entertainment/films/features/the-fine-art-of-the-mockumentary-2072916.html

"Wenn Spaghetti auf Bäumen wachsen" Benjamin Moldenhauer (07.09.2015)
Die Mockumentary lässt offenbar werden, dass das Verhältnis von Film und Wirklichkeit immer ein kompliziertes ist. Eine pädagogisch wertvolle Gattung also. ...
https://www.spiegel.de/geschichte/die-legendaersten-mockumentarys-der-filmgeschichte-a-1050106.html

This is a list of mockumentaries. Mockumentary or mock documentary is a genre of film and television, a parody presented as a documentary recording real life.
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_mockumentaries

"Erotic Toy Records: Stadtmusikbande Doku (Bremen, 1992)" (22. September 2020)
Die Doku von den Filmemachern Hannes Rademacher und Till Lucas ist sehr gut. Sie ist tiefgründig recherchiert und gewährt uns einen Einblick in die Abgründe deutscher Subkultur. Gefördert durch die Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mbH mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Zu sehen sind Jörn, Biene, Tommy, Tony, Ilona, Jochen, Monika, Sven und Hagen. Gespielt von Tightill und den ETR-Kolleginnen und Kollegen. Wunderbare Persiflage auf die Kieler Kneipenterroristen [https://www.rap-n-blues.com/kneipenterrorist-bernd-knauer/67363/ [„Kneipenterrorist“ Bernd Knauer ist tot. Er verstarb im Alter von 52 Jahren in Kiel. 1991 wurde Knauer durch die Doku „Youth Wars“ berühmt, in der Kieler Straßengangs porträtiert wurden.]]. ...
https://www.rap-n-blues.com/stadtmusikbande/75516/

Stadtmusikbande (Bremen, 1992)
Jung, kriminell und dem Alkohol verfallen: Die Stadtmusikbande. Mitten In der Hansestadt Bremen tummeln sich die Jugendlichen Tag für Tag und schlagen die Zeit tot. Wenn sie sich nicht gerade in ihrerm Hauptquatier "Zum Blauen Manfred" gegenseitig die Köpfe einschlagen, planen sie weitere Raubzüge oder Sprühen Sprüche an Häuserfassaden.
Ein Einblick  in die Abgründe deutscher Subkultur von Hannes Rademacher und Till Lucas
Gefördert durch die Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mbH mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
https://youtu.be/ZeXkEjgH3SE

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« Reply #30 on: October 13, 2020, 11:50:56 AM »
"Lorenz Engell im Interview: 80 Jahre Fernsehen in Deutschland" Stefanie Zobl (2015)
1935 startete in Berlin der weltweit erste Programmbetrieb mit Live-Übertragung. Seitdem hat das Leitmedium sich ständig gewandelt – und zwar nicht nur technisch, sagt der Medienwissenschaftler Lorenz Engell. ...
https://www.goethe.de/de/kul/med/20676744.html

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"Internationaler Frühschoppen: Rauch und Relevanz" Sonja Álvarez (09.11.2013)
Der „Internationale Frühschoppen“ war die Blaupause für den Polittalk. Mit Wein, Zigaretten und sechs Journalisten aus fünf Ländern. Jetzt wird die Sendung 60. ... Leer wurden die Gläser nie, dafür haben die Frauen gesorgt, die weiß beschürzt und mit Häubchen im Haar den Wein einschenkten. Mitreden durften sie nicht. Politik war Männersache, als der „Internationale Frühschoppen“ 1953 zum ersten Mal auf Sendung ging und für Millionen Zuschauer zum Sonntagsritual wurde zwischen Kirchgang und Mittagessen. Heute, 60 Jahre später, hat Deutschland eine Kanzlerin, Alkohol ist in TV-Studios eine Ausnahme und rauchen darf dort nur noch Helmut Schmidt ... Leer wurden die Gläser nie, dafür haben die Frauen gesorgt, die weiß beschürzt und mit Häubchen im Haar den Wein einschenkten. Mitreden durften sie nicht. Politik war Männersache, als der „Internationale Frühschoppen“ 1953 zum ersten Mal auf Sendung ging und für Millionen Zuschauer zum Sonntagsritual wurde zwischen Kirchgang und Mittagessen. Heute, 60 Jahre später, hat Deutschland eine Kanzlerin, Alkohol ist in TV-Studios eine Ausnahme und rauchen darf dort nur noch Helmut Schmidt ... Doch im Dezember 1987 geriet Höfer in die Kritik. Der „Spiegel“ berichtete über seine Zeit als Pressereferent und Journalist in der NS-Zeit, in der er sich 1943 positiv über die Hinrichtung des jungen Pianisten Karlrobert Kreiten geäußert hat – zwar ohne Kreitens Namen zu nennen, doch offensichtlich mit deutlichem Bezug dazu. Höfer versuchte sich rauszureden, doch er musste gehen. Der WDR gab den „Internationale Frühschoppen“ auf, da Höfer die Rechte an der Produktion der Sendung hatte und sich nicht freiwillig zurückziehen wollte – ein dunkles Kapitel des „Frühschoppens“, das bei der Jubiläumsfeier am Donnerstag in Berlin allerdings verschwiegen wurde. ...
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/internationaler-fruehschoppen-rauch-und-relevanz/9050666.html


Der Internationale Frühschoppen ist eine Diskussionsrunde des Westdeutschen Rundfunks. Die ursprünglich von Werner Höfer moderierte Sendung wurde ab dem 6. Januar 1952 sonntagmittags im Hörfunkprogramm gesendet und war ab 30. August 1953 zusätzlich auch im Deutschen Fernsehen live zu sehen. Im Dezember 1987 wurde die Sendung eingestellt und durch den Presseclub ersetzt. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Internationale_Fr%C3%BChschoppen
« Last Edit: July 31, 2021, 09:04:05 PM by Link »

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« Reply #31 on: November 05, 2020, 04:20:18 PM »
"Pop-Anthologie (103): Irgendwie griechisch – oder?" Till Schmidt (05.11.2020)
In einer Jerusalemer Billardhalle machten Spürnasen einen alten Mann ausfindig, dessen kuriose Musik vergessen war: Das Tanzlied „Dili Dili“ von Koko wirft ein Licht auf den „Israeli Greek Craze“ der Sechziger und Siebziger. „Dili, dili, dili, dili, / dili, dili, deli / Pechte apopse na chorepso / ena tsifteteli“: Der Mann, der diese Zeilen zu schnell vorantreibender Tanzmusik singt, heißt Yaakov Ben Hemo. Auf dem Cover seines Albums trägt er ein Siebzigerjahre-Disco-Outfit: Schlaghosen und ein buntes, fast bis zum Bauchnabel geöffnetes Hemd. Er blickt die Betrachter fordernd und zugleich wehmütig an, seine Hände hat er in die Hüften gestemmt. Der Schriftzug „Koko“, in Israel ein gängiger Spitzname für Yaakov, wurde auf Hebräisch sowie in lateinischen Buchstaben in das Foto hineinmontiert. Auf Ben Hemos Brust prangt keine Discokugel, sondern eine imposante Davidstern-Kette.

Als Maor Anava diese Platte zum ersten Mal in den Händen hielt, hatte er gerade angefangen, den Back-Katalog eines alten, aufgelösten Plattenlabels aus Tel Aviv zu sichten. „Kokos Musik hat mich sofort fasziniert. Die pointierten Keyboards, die treibenden Drums und dass die Bouzouki-Melodien entgegen der Tradition mit einer E-Gitarre gespielt werden, das ist etwas Besonderes“, erzählt der Betreiber von Fortuna Records. Abseits des Künstlernamens hatten Anava und seine Mitstreiter jedoch lange Zeit kaum Informationen über den Musiker und seine Biographie.

Kokos griechischsprachige Songs spielten Anava und seine Kollegen gerne bei ihren DJ-Sets, zusammen mit den anderen Schätzen ihres Reissue-Labels für vergessene Musik aus Israel und der Region. 2017 gelang es ihnen endlich, den damals siebzigjährigen Ben Hemo in einer zwielichtigen Billard-Halle in Jerusalem ausfindig zu machen. Ihn von der Idee der Wiederveröffentlichung seines Albums zu überzeugen, war „harte Arbeit“, so Anava. ...
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/pop/pop-anthologie/pop-anthologie-dili-dili-von-koko-17036760.html

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« Reply #32 on: November 27, 2020, 12:56:16 PM »
"Vom Jugendstil zur Moderne - Die Architektur des 20 Jahrhunderts" (Dokumentation, 40Min.)
https://youtu.be/ge6-qarEsRM

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"Ohne Prolls, mit mehr Sex-Appeal "Denver-Clan" - TV-Konkurrent von "Dallas"" (Dienstag, 12. Januar 2021)
"Der Denver-Clan" ist voller seltsamer Figuren, unübersichtlicher Verwicklungen und Reiche-Leute-Klischees. Es geht um Geld, Macht, Intrigen und Sex. Vor 40 Jahren läuft der Pilotfilm. Bis zu 45 Prozent der Deutschen sehen zu, 218 Folgen lang. Und die engelsgleiche Krystle hat bis heute Fans in Deutschland. ... Linda Evans war Ende 30, als sie die engelsgleiche Krystle zu spielen begann. Eine Sekretärin, die den fast 25 Jahre älteren Ölmagnaten und Patriarchen Blake Carrington heiratet und in ein Netz von Intrigen stolpert. Auch mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der Serie besitzt Evans in Deutschland eine treue Fangemeinde, wie sie kürzlich erzählte. "Ich bekomme mehr Fanpost aus Deutschland als aus jedem anderen Land Europas." Diese Leute sagen Dinge zu ihr wie: "Der Denver-Clan, das bist du." ...
https://www.n-tv.de/leute/Denver-Clan-TV-Konkurrent-von-Dallas-article22283013.html
« Last Edit: January 12, 2021, 03:37:25 PM by Link »

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« Reply #33 on: January 05, 2021, 07:17:24 PM »
Quote
Kate Mahoney@KateFMahoney

Lovely to come back to work with the news that 'Politics of Authenticity', the book I co-edited with Häberlen & Mark Keck-Szajbel, is now available in paperback from @berghahnbooks @BerghahnHistory


"The Politics of Authenticity"
Countercultures and Radical Movements across the Iron Curtain, 1968-1989
Edited by Joachim C. Häberlen, Mark Keck-Szajbel, and Kate Mahoney
Afterword by Sara Blaylock 308 pages
Following the convulsions of 1968, one element uniting many of the disparate social movements that arose across Europe was the pursuit of an elusive “authenticity” that could help activists to understand fundamental truths about themselves—their feelings, aspirations, sexualities, and disappointments. This volume offers a fascinating exploration of the politics of authenticity as they manifested themselves among such groups as Italian leftists, East German lesbian activists, and punks on both sides of the Iron Curtain. Together they show not only how authenticity came to define varied social contexts, but also how it helped to usher in the neoliberalism of a subsequent era. ...
https://www.berghahnbooks.com/title/HaeberlenPolitics

https://www.berghahnbooks.com/downloads/tocs/HaeberlenPolitics_toc.pdf

3:27 nachm. · 4. Jan. 2021


https://twitter.com/KateFMahoney/status/1346100829732933634

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« Reply #34 on: May 29, 2021, 11:19:06 AM »
Quote
[...] Es war wohl so: Erich Honecker sah die erste „Tatort“-Folge am 29. November 1970, heimlich im Westfernsehen. Das war „Taxi nach Leipzig“ mit Kommissar Trimmer: An der Transitautobahn nahe Leipzig wurde die Leiche eines Jungen gefunden, und West-Kommissar Trimmel löst den Ost-Fall, gewissermaßen illegal, auf Fremdterritorium.

„Taxi nach Leipzig“ hat dem künftigen Staatsoberhaupt der DDR nicht gefallen. Vielleicht, weil der West-Kommissar vertraulich mit einem MfS-Mitarbeiter telefonierte, den er noch aus dem Reichskriminalhauptamt kannte. Ein MfS-Mann aus dem Reichskriminalhauptamt! Vor allem aber wohl wegen der Vermittlung des Eindrucks allgemeiner, habitueller Unfähigkeit der Ermittlungsorgane Ost.

Den Grad von Erich Honeckers Ärger mag man am Zeitraum ermessen, der bis zur DDR-Antwort auf den ersten „Tatort“ verging: Bereits am 27. Juni 1971 zeigte das DDR-Fernsehen den ersten „Polizeiruf“, nur ein gutes halbes Jahr später.

Die Reihe, die bald zu einer der erfolgreichsten im Osten werden würde und die die Wende wie fast alle anderen um ein Haar auf immer verschluckt hätte, besaß ein Problem: Durfte man wirklich eine ganze Fernsehserie einem Phänomen widmen, das es im Sozialismus gar nicht mehr geben sollte: der Kriminalität? Die Kriminalität ist dem Sozialismus wesensfremd! Lacht da jemand?

 Aus gegebenem zeitlichen Abstand kann es nicht falsch sein, diese ebenso nah- wie fernliegende Utopie einmal wieder zu würdigen, zumal sie auch die Besonderheiten des „Polizeirufs“ bis heute erklärt. In der Bundesrepublik galt die Kriminalität als menschliche Natur-Tatsache, was auch nicht gut gedacht ist, nämlich gar nicht. Fernsehredakteure können sich eine Welt ohne Kriminalität ohnehin nicht vorstellen: Was würden wir zeigen ohne unser täglich Brot, Mord und Totschlag, Sexualverbrechen, Banküberfälle, spektakuläre Verfolgungsjagden?

Banküberfälle? Spektakuläre Verfolgungsjagden? Mord und Totschlag? – In der DDR? Eigentlich hätten die „Polizeiruf“-Macher verzweifeln müssen: In einem Kleinstland, in dem alle wenig haben, aber doch jeder etwas, und zwar in nicht konvertierbarer Binnenwährung, steht doch kein Bankräuber morgens auf. Und selbst wenn: Woher eine Waffe nehmen, wohin fliehen im Trabant bei geschlossenen Grenzen? Der Polizeihubschrauber im Vorspann war eigentlich schon der Höhepunkt an Action im „Polizeiruf“, abgesehen von ein paar beklemmend langsamen Trabant- oder Wartburgrennen. Auch für Mord und Totschlag fiel das Hauptmotiv aus: Bereicherung am Nächsten.

Doch genauso begann der erste „Polizeiruf“ am 27. Juni 1971. Eine Postangestellte, niedergeschlagen im Nachtdienst. Im Tresor fehlten 70 000 Mark. Es ermittelten die Kriminalisten Peter Fuchs (Peter Borgelt) und Vera Arndt (Sigrid Göhler). Dass im „Polizeiruf“-Team von Anfang an eine Frau dabei war, fiel genauso wenig auf wie ihre Abwesenheit im „Tatort“-Team, jeweils aus dem gleichen Grund: Es war normal. Aber 70  000 fehlende Ost-Mark blieben eher die Ausnahme, veruntreute Gewerkschaftsgelder kamen als corpus delicti eher in Frage. Und kaum Tote. Leicht war das nicht. Was die Kommissare nach Feierabend machten, interessierte auch keinen. Wahrscheinlich galten solche Erkundigungen als unseriös. Alle Aufmerksamkeit den Fällen! Den Nicht-Fällen also?

Was dem „Polizeiruf“ an Motorenlärm und Blutlachen fehlte, wog er meist durch die Präzision auf, mit der er die Geschichten von Opfern und Tätern erzählte. Meist waren sie beides zugleich, und der vermeintliche Kriminalfall bekam die Wucht einer griechischen Tragödie. Denn streift ein sich verfehlendes Leben nicht genau an diese Dimension? Die „Tatort“-Frage lautete: Wer war’s? Die „Polizeiruf“-Frage lautete: Wie war das möglich?

 Unvergesslich, Ulrich Theins Porträt eines Trinkers in „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ (1981) und das Ulrich Mühes in „Flüssige Waffe“ (1988). Oder Rolf Römers „Schuldig“ von 1978, die beklemmende, authentische Geschichte menschlicher Verwahrlosung, endend im Suizid. Es war der erste Selbstmord im DDR-Fernsehen und eben darum der letzte Film des Regisseurs Rolf Römer. Dennoch: Der „Polizeiruf“ wurde zum Obdach des realistischen Fernsehfilms in der DDR. Denn das Argument „So sind unsere Menschen nicht!“ zählte hier nicht. Die Antwort lautete: Natürlich nicht. Ist ja auch ein Kriminalfilm. Ausnahme also.

Und dann kam die Wendezeit. Regisseur Bernd Böhlich schien es fast, als würde er in Echtzeit drehen. Die Polizei und die Straße, was für ein Thema! Keine Genehmigungen mehr, keine Abnahmen. Das große, wilde Jahr des DFF begann, und dann wie überall: Abwicklung. 1991 lief der letzte „Polizeiruf“. Doch zwei Jahre später konstituierte sich ein bemerkenswertes Erweckungskommando. Warum soll nur „Das Sandmännchen“ bleiben?, fragte man sich in den neuen Sendern der neuen Länder. Der gesellschaftliche Umbruch würde Begleitung brauchen, und eigentlich mehr eine im „Polizeiruf“-Format als in dem des „Tatorts“. Aber würde auch der Westen „Polizeiruf“ schauen? Für den Sonntagabend, Hauptsendezeit, war das nicht unerheblich.

Er schaute. Die Hallenser Kommissare Schmücke (Jaecki Schwarz) und Schneider (Wolfgang Winkler) wurden im Westen sogar erfolgreicher als im Osten. Sie waren so spektakulär unspektakulär – „onkelhaft“, sagen die Kritiker – und ihre Fälle oft so alltäglich-unalltäglich. Der Erfolg des ORB-„Polizeirufs“ verdankt sich so bemerkenswerten Kriminalisten wie den beiden Streckenwärtern Otto Sander und Ben Becker (Grimme-Preis 1994 für „Totes Gleis“), den Kommissarinnen Katrin Sass und Sophie Rois, aber vor allem wohl dem Dorfpolizisten PHM Horst Krause (Horst Krause). Sogar der Westen begann nun, „Polizeirufe“ zu drehen, vor allem der Süden, Bayern und Österreich. Und mit Edgar Selge debütierte im Münchner „Polizeiruf“ der erste umwerfend einarmige Kommissar der deutschen Kriminalgeschichte.

Ja, der „Polizeiruf 110“ wurde zum gesamtdeutschen Erfolg. Die Folge „Monstermutter“ vom 31. Januar dieses Jahres erreichte mit 9,7 Millionen Zuschauern die höchste Einschaltquote der „Polizeiruf“-Geschichte. Auch der Generationenwechsel gelang, als in Rostock 2010 Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau antraten. Hübner nahm dem Rostocker „Polizeiruf“ von Anfang an die Hälfte der Beweislast: Als käme er direkt vom Fischkutter in die Polizeidienstelle. Mit dem gesellschaftlichen Klima sind auch die Fälle rauer geworden, Mord und Totschlag längst die Regel, so wie auch im neuen Hallenser „Polizeiruf“: Ein Mann wird erstochen, mit drei harten, gezielten Attacken, direkt vor seiner Haustür. Sowas hätte es früher nicht gegeben? Und keine Zeugen. Nachdem Schmücke und Schneider 2013 in Pension gingen, übernimmt das neue Duo Henry Koitzsch und Michael Lehmann – Peter Kurth und Peter Schneider.

 „An der Saale hellem Strande“ ist gewissermaßen der 50-Jahre-Jubiläums-„Polizeiruf“. Kurth muss wie immer fast nichts machen, fast nichts sagen, damit man ihm fast alles glaubt. Und wer bereits im Berlin der 1920er Jahre Oberkommissar bei der „Sitte“ war („Berlin Babylon“!), schafft es auch in Halle 2021, so viel ist sicher. Peter Schneider ist sein bedeutend dünnnervigerer Kollege. Diese Spannung könnte weit tragen.

Drei tödliche Messerstiche vor der eigenen Haustür? Das Drehbuch schrieben Clemens Meyer und Thomas Stuber, Stuber führte Regie wie schon in „Herbert“ und dem großartigen Kino-Nachtstück „In den Gängen". Die beiden Filme schaffen Atmosphären, keine gewöhnlichen Storys – und Einblick in verborgene gesellschaftliche Wirklichkeiten. Da ist der alte DDR-Reichsbahner (Hermann Beyer), dem seine Frau manchmal spät am Abend die Butterbrote einpackt, und dann geht er zur Nachtschicht wie früher, als er noch ein Leben hatte, ein Eisenbahner-Leben.

„An der Saale hellem Strande“ steht deutlich in der „Polizeiruf“-Tradition, und das zu verschweigende Ende kommt schon fast einer Provokation für Kriminalsehnerven gleich. Aber nicht schlecht! Heimliche Fäden verlaufen auch zu einem der eindringlichsten DDR-„Polizeirufe“, der zugleich ein authentischer Fall war: Ein missbrauchter siebenjähriger Junge wurde tot in einem Koffer gefunden, neben ihm alte Zeitungen mit gelösten Kreuzworträtseln. Die Rätsel-Schrift war die einzige Spur. Am Ende musste ganz Berlin-Marzahn Druckbuchstaben schreiben, unlängst Weggezogene inklusive. Der Mörder wurde gefasst.


Aus: ""50 Jahre „Polizeiruf 110“: Wie war das möglich?"" Kerstin Decker (29.05.2021)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/50-jahre-polizeiruf-110-wie-war-das-moeglich/27237642.html

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« Reply #35 on: June 06, 2021, 08:56:04 AM »
Dietmar Dath »Ästhetische Arbeit bei Georg Lukács« (Vortrag live übertragen am 01.06.2021)
Vortrag
Re-reading Lukács – Georg Lukács und das Theater
Begrüßung: Jakob Hayner und Erik Zielke (Projektleitung)
Eine Veranstaltung des Literaturforums im Brecht-Haus. Gefördert vom Hauptstadtkulturfonds. Präsentiert von Theater der Zeit.
https://youtu.be/mMuMGgeIILg

Georg Bernard Lukács [ˈlukaːtʃ] (ungarisch György Lukács, mit vollständigem Namen in ungarischer Reihenfolge szegedi Lukács György Bernát; * 13. April 1885 in Budapest, Österreich-Ungarn; † 4. Juni 1971 ebenda) war ein ungarischer Philosoph, Literaturwissenschaftler und -kritiker. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Luk%C3%A1cs

Dietmar Dath (* 3. April 1970 in Rheinfelden) ist ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Übersetzer.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dietmar_Dath

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« Reply #36 on: June 27, 2021, 03:14:11 PM »
"Jean Baudrillard und die Kultur der Simulation"
Seine Aussage, der Anschlag vom 11. September 2001 sei die "Mutter aller Medienereignisse", wurde heftig kritisiert. Doch Baudrillard hat einen besonderen Blick für Veränderungen.
SWR2 Wissen / Jean Baudrillard und die Kultur der Simulation / Von Anat Kalman / Sendetermin: Fr, 6.6.2014
https://youtu.be/IJrPh9RFGC0

https://www.swr.de/swr2/wissen/aexavarticle-swr-49600.html

https://www.swr.de/swr2/programm/download-swr-9234.pdf

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« Reply #37 on: August 02, 2021, 07:19:17 AM »
Quote
[...] MTV? Der Musikprogramm, gestartet am 1. August 1981 als Joint-Venture von American Express und Warner Bros. erst zur Promotion des Satelliten- und dann des Kabelfernsehens in den USA, sendet zwar weiter rund um den Globus und doch am Rand der Bedeutungslosigkeit. Was bleibt, ist die unbestreitbare musikkulturelle Kraft, die von dieser Innovation ausgegangen ist.

... Junge, hippe Moderatoren – Video Jockeys oder kurz VJs genannt – sprachen da mit einem Selbstverständnis in die Kameras, als hingen sie im Wohnzimmer mit Kumpels ab, so schildert es jedenfalls dpa-Autor Georg Schwinghammer.

 Mark Goodman – unverschämt dichte Locken und drei offene Hemdknöpfe – machte den Anfang. „Vor wenigen Augenblicken haben alle VJs und die Crew hier bei MTV gemeinsam unserer Produzentin Sue Steinberg eine Flasche Champagner über den Kopf geschlagen – und siehe da, ein neues Konzept ist geboren!“

Dem Aufsehen der ersten Stunden folgten zunächst recht schwierige erste Jahre. Was daran lag, dass Musikvideos noch kein Standard waren, weshalb das 24-Stunden-Programm irgendwann recht öde und eintönig wurde. Andererseits konnte MTV als Kabelsender in den USA zu Beginn nur von einer schmalen Zahl von Menschen empfangen werden.

MTV reagierte, indem das Programm sich vom Rock-Fokus verabschieden und verstärkt R’n’B spielte. Videos zu Songs wie „Billie Jean“ und „Beat It“ von Michael Jackson schlugen ein. Viele Karrieren begannen mit Auftritten bei MTV, so die von Duran Duran, Bon Jovi oder Madonna. Die Musikindustrie erkannte die Werbeplattform, umgekehrt die erst schlichte und dann immer weiter verfeinerte Visualisierung der Pop- und Rockmusik um sich griff. Was heute als globale Popkultur begriffen wird, war ohne MTV nicht denkbar. In dem Song „Money For Nothing“ der Dire Straits, dessen Musikvideo zum Start von MTV Europe am 1. August 1987 über den Äther ging, performt Gastsänger Sting cool: „I want my MTV“. Wer wollte das nicht?

 Die goldenen Jahre von MTV brachten schließlich mehrere Schwesterkanäle und 1987 den Ableger MTV Europe in die Welt. Der deutschsprachige Konkurrenzsender Viva übte dann sogar so viel Druck auf das Original aus, dass 1997 MTV Germany startete, starten musste, Viva hatte MTV überflügelt. Mit deutschsprachigen Songs und Videos, mit Moderatorinnen und Moderatoren wie Sarah Kuttner, Oliver Pocher und Stefan Raab.

Anders als Viva, das Ende 2018 seinen Sendebetrieb einstellte, ist MTV weiter in Betrieb. Fern vom einstigen Avantgardismus, Restposten in der Wahrnehmung sind die mit üppigem Showglanz vergebenen Awards. Immerhin widmet das Grammy Museum im US-Bundesstaat Mississipi widmet dem runden Jahrestag momentan eine aktuelle Ausstellung.

Das wesentliche Motiv für den Niedergang von MTV ist das Internet. Heute wartet niemand mehr darauf, dass ein bestimmtes Musikvideo im Fernsehen läuft, wenn jedweder Inhalt online auf Abruf steht. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die ersten Stunden des Senders auf YouTube verfügbar sind. Streaming killed the Video-Star? Fast.



Aus: "MTV, rascher Aufstieg, rascher Niedergang Weggestreamt" Joachim Huber (01.08.2021)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/mtv-rascher-aufstieg-rascher-niedergang-weggestreamt/27473496.html

MTV (vormals Akronym für Music Television) ist ein US-amerikanischer Fernsehsender mit Firmensitz in New York City und internationalen Ablegern. Er ist Bestandteil des Medienkonzerns ViacomCBS.
MTV wurde ab dem 1. August 1981 in den USA in das Kabelfernsehen eingespeist und war zu dieser Zeit das erste Spartenprogramm, dessen Inhalt sich ausschließlich auf Musikvideos konzentrierte. Es entwickelten sich 50 regionale Ableger in Afrika, Asien, Australien, Europa, Lateinamerika, Nordamerika und im Nahen Osten. Nach eigenen Angaben werden so 481,5 Millionen Haushalte in 179 Ländern erreicht. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/MTV