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[Forschender Blick nach rechts... ]

Started by Link, February 28, 2019, 10:02:08 AM

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Quote[...] Eine Gruppe Berliner Neonazis hat auf dem Rückweg von den rechtsextremen Anti-CSD-Protesten im sächsischen Bautzen zwei Personen aus dem linken Spektrum auf dem Bahnhof Ostkreuz angegriffen. Die beiden Betroffenen sollen mit Schlägen und Tritten traktiert worden sein. Die Polizei konnte anschließend zwölf, teils vermummte Tatverdächtige identifizieren. Ihre Identitäten wurden festgestellt, die Polizei ermittelt nun unter anderem wegen Landfriedensbruch. Zuerst hatte die ,,taz" berichtet.

Vorausgegangen war der Attacke ein Hilferuf in internen linken Chatgruppen von Fahrgästen aus dem Regionalexpress der Linie zwei, der aus Cottbus kommend um 23:18 Uhr den Berliner Bahnhof Ostkreuz erreichte. Im Zug befanden sich sowohl Teilnehmer des CSD Bautzen, als auch Neonazis, die gegen die queere Veranstaltung auf die Straße gegangen waren. In linken Kreisen war von einer etwa 30-köpfigen Gruppe ,,Faschos" die Rede, die gewaltbereit und alkoholisiert seien. Es würden Hilfe und Abholung in Berlin benötigt.

Am Ostkreuz kam es schließlich zu dem Angriff auf Antifaschisten, die dem Hilferuf folgend am späten Sonntagabend zum Bahnhof geeilt waren. Während ein Großteil der Neonazis schließlich den Zug am Ostkreuz verließ, fuhr eine kleine Gruppe Rechtsextremisten weiter und wurde am Alexanderplatz von etwa 200 Personen aus dem linken Spektrum empfangen, die ebenfalls spontan durch den Hilferuf mobilisiert worden waren. Die Menschenmenge auf dem Bahnsteig sorgte dafür, dass der Rest der Neonazis im Zug dort nicht wie geplant aussteigen konnten, berichtet ein Augenzeuge.

Der spontane antifaschistische Gegenprotest machte offenbar Eindruck auf die Neonazis. In einer Instagram-Story, die dem Tagesspiegel vorliegt, schreibt einer der Rechtsextremisten: ,,Die waren schon bei der Ankunft mehr als wir", zum Schluss seien noch mehr dazu gerufen worden. ,,Ab sofort nur noch Antifa vernichten diese Hurenkinder", analysiert der Neonazi weiter.

Mehrere Tausend Menschen hatten am Sonntag in Bautzen am dortigen Christopher Street Day teilgenommen. Wie im Vorjahr wurde die Demonstration für queere Rechte von einem aggressiven Neonazi-Gegenprotest begleitet, an dem vor allem im vergangenen Jahr gegründete Neonazi-Jugendgruppen teilnahmen, darunter verschiedene Akteure aus Berlin und Brandenburg.

In Bautzen präsent waren auch Mitglieder der Gruppierung ,,Deutsche Jugend voran", die für verschiedene Gewaltattacken gegen politische Gegner verantwortlich sind. Ihr Anführer, Julian M., wurde Anfang April vom Berliner Landgericht zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass M. unter anderem im Berliner Bezirk Marzahn in zwei Fällen Personen attackierte und demütigte, die er wegen Symbolen an ihrer Kleidung als links identifiziert hatte. Am Sonntag reiste M. mit seinen Kameraden nach Bautzen und war Teil der Gruppe am Ostkreuz. Ob er auch tatsächlich in den Angriff verwickelt war, ist unklar.

Trotz seiner Verurteilung ist M. weiterhin auf freiem Fuß. Zunächst war das darauf zurückzuführen, dass die Richterin M. einige Wochen Zeit bis zum Haftantritt einräumte, damit er familiäre Probleme in den Griff bekomme. Dann legte die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil ein, die mittlerweile zurückgezogen wurde. Dahinter steht mutmaßlich die Überlegung der Behörden, dass die Gruppe ,,Deutsche Jugend voran" für Ermittler besser auszuleuchten ist, solange sich M. noch in Freiheit befindet.


Aus: "Rechtsextremisten kamen aus Bautzen: Erst Attacke am Ostkreuz, dann Antifa-Solidarität am Alex" Julius Geiler (11.08.2025)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/rechtsextremisten-kamen-aus-bautzen-attacke-am-ostkreuz-dann-antifa-solidaritat-am-alex-14161892.html

Quotegable
11.08.25 17:38

In welcher Welt wollen die meisten Menschen leben? In einer bunten Welt, in der die Menschen friedlich sind, lachen, tanzen und Spaß haben - oder in einer Welt voller kahlgeschorrener, schwarz gekleideter, aggressiver Menschen mit Sonnenbrillen, die einem aufs Maul hauen wollen, wenn man anderer Meinung ist?
Glauben die Neonazis, sie haben die Mehrheit hinter sich?


QuoteBR
11.08.25 17:06

Was beeindruckt gewalttätige Neonazis?
Der spontane antifaschistische Gegenprotest.

Was beeindrckt Neonazis eher nicht? Trotz einer Verurteilung wegen Gewalt gegen Personen weiterhin in Freiheit gewalttätig sein zu dürfen.


...

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Quote[...] Ende Juli postete der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Markus Frohnmaier, auf X zum Leid der Palästinenser im Gazastreifen. ,,Die arabisch-islamische Welt muss Druck auf Hamas ausüben – Kämpfen und Töten beenden", schrieb Frohnmaier. Der neurechte Vordenker Benedikt Kaiser entgegnete darauf genervt: ,,Zum israelischen Massenmord kommt noch ein gesonderter Post?"

Zwei Wochen später saß der AfD-Co-Chef Tino Chrupalla im Sommerinterview des ZDF. Darin begrüßte er die Ankündigung des Bundeskanzlers, Waffenlieferungen nach Israel zu beschränken. Applaus bekam Chrupalla dafür von Kaiser. Die AfD-Fraktionsvize Beatrix von Storch dagegen attackierte Merz von der anderen Seite: Seine ,,Kehrtwende in der Israel-Politik" zeige, wie die Brandmauer ihn an die ,,13-%-in-den-Umfragen-SPD" kette.

Die dissonanten Äußerungen zeigen: In der deutschen Rechten verschärft sich die Debatte um den Israelkurs. Sie wird in der AfD geführt, aber auch im intellektuellen neurechten Vorfeld. Darin steht die israelfreundliche Haltung der AfD immer mehr in der Kritik. Das liegt einerseits an der Brutalität des Krieges in Gaza und der israelischen Aushungerungskampagne, die in der Bevölkerung über die Parteigrenzen hinweg für eine solide Zustimmung zum neuen Merz-Kurs gesorgt haben.

Doch fundamentaler geht es auch um das Selbstverständnis der Bundesrepublik als Gegenprojekt zur Naziherrschaft, die deutsche Verantwortung für den Völkermord an den Juden sowie um die daraus abgeleiteten Verpflichtungen gegenüber Israel.

In der AfD-Führung und im Parteiprogramm herrscht nach wie vor eine israelsolidarische Haltung vor. Politikerinnen wie von Storch sehen Israel als Vorposten des judeo-christlichen Westens in einer muslimisch-arabischen Umwelt. Das kleine Israel bekämpft demnach mutig die globale Bedrohung des Islamismus.

Medial flankiert wird diese Fraktion von transatlantisch-rechten Portalen wie Nius oder der Achse des Guten, aber auch von den Springer-Erzeugnissen Bild und Welt, die damit ihrerseits ein Scharnier zwischen AfD und dem bürgerlich-konservativen Lager der Union bilden. Gleichzeitig finden sich innerhalb der Partei Politiker wie Alexander Gauland, die zwar das gute deutsche Verhältnis zu Israel betonen, obgleich aber die Nazizeit als ,,Vogelschiss" ad acta legen wollen.

Dagegen zeigt sich das neurechte Lager in AfD und Vorfeld offen für einen Wandel der Israelhaltung. Sie sehen in Merkels ,,Staatsräson" und der deutschen Verantwortung für Israel ein Produkt des ,,Schuldkults", der negativen Bindung Deutschlands an den Holocaust, die sie ablehnen.

Die Neurechten grenzen sich pro forma von der alten Rechten und ihrem offenen Nazi- und Holocaust-Revisionismus ab, streben aber eine positive Neudeutung der deutschen Geschichte an. In der Partei vertritt diese Fraktion Björn Höcke, der wiederum Schützenhilfe erhält aus dem neurechten Vorfeld um den Verein Ein Prozent, den Verleger Götz Kubitschek und dessen Sezession.

In eben jener Zeitschrift konnte man in den Wochen nach dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 einen Austausch lesen, der die Debatte zwischen dem proisraelischen Lager und den revisionistischen Neurechten gut kondensiert. Es ist ein Briefwechsel zwischen Artur Abramovych, Vorsitzender der ,,Juden in der AfD", und dem Sezession-Autor Martin Lichtmesz.

Abramovych argumentiert darin die proisraelische Seite. Er führt an, dass die Rechte in fast ganz Europa, von Frankreich bis nach Ungarn, vehement auf der Seite Israels steht. Die Palästinenser hingegen seien schlichtweg Araber und nach neurechten Kriterien gar kein eigenes Volk. Die Schuld dafür, dass sie keinen Staat haben, schiebt Abramovych ihnen selbst in die Schuhe. Ferner ist er erstaunt, dass einige Neurechte, wenn es um Israel geht, auf einmal anfingen, von Menschenrechten zu ,,schwadronieren" und ,,moralinsaure Äußerungen" von sich zu geben.

In der Tat zeigt sich Lichtmesz empört über die israelischen Verbrechen an den Palästinensern, den vergangenen wie den gegenwärtigen, und verteidigt den ,,Volkscharakter" der Palästinenser nach neurechten Standards. Dennoch schreibt Lichtmesz, ähnlich wie Chrupalla, er hätte nichts einzuwenden gegen gute Beziehungen zu Israel, und rate der deutschen Rechten ab, Position für die ein oder andere Seite zu beziehen.

Lichtmesz kritisiert aber, was er als ,,etliche Schnittmengen" zwischen der israelischen Rechten und den maßgeblichen Denkern der ,,BRD" bezeichnet, ,,etwa was die singuläre Bedeutung des Holocaust und die weltgeschichtliche Sonderstellung der Juden als ,Opfervolk' und der Deutschen als ,Tätervolk' angeht". Das habe in Deutschland einen ,,Schuldkult" und ,,Philosemitismus" hervorgebracht, aber auch ,,die aktuelle haltlose Zustimmung der medialen Klasse zu den israelischen Vergeltungsschlägen in Gaza [...], die vor allem auf die Re-Education zurückgeht."

Das war im Oktober 2023. Anfang 2025 hielt Lichtmesz in Schnellroda einen Vortrag, in dem ein offenerer Antisemitismus zutage tritt. Darin geht es um ,,Amerika", aber auch um die Bedeutung der USA für das jüdische Volk und den christlichen Zionismus. In Berufung auf den jüdischen US-Historiker Yuri Slezkine führt Lichtmesz den jüdischen Erfolg in den USA zurück auf eine Affinität zwischen der ,,amerikanischen Zivilisation" und dem ,,merkurianischen Geist" der Juden.

Lichtmesz meint ,,einen merkantilen, mobilen, vermittelnden Geist, also einen, der da ist, wo es darum geht, Dinge zu verwalten, Dinge zu liefern, zu verkaufen, auch medialer Bereich und all das. Und hier eben gibt es im jüdischen Volk ein besonderes Talent und eben auch in Amerika eine besondere Erfolgsgeschichte, nicht zuletzt auch im Film." Ein händlerisch-liberaler Geist wird kurzerhand den USA und den Juden angetackert.

Um den Einfluss der USA und das transatlantische Verhältnis geht es auch in einem anderen Streit, der unter Rechten gerade heiß läuft. Auch hier steht eine etablierte Position der AfD in der Schusslinie. Es geht um die Haltung zu Russland und dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Ausgelöst wurde der Streit durch einen Post des 22-jährigen AfD-Kommunalpolitikers Tim Schramm. Schramm gab Ende Juni auf X bekannt, dass er zwischen März und Juni in einem Freiwilligenverband der ukrainischen Armee gekämpft hatte.

Der Vorstand seines Landesverbandes Nordrhein-Westfalen will ihn dafür aus der Partei werfen. In der Begründung heißt es, Schramm habe der AfD mit einem Kampfeinsatz einen ,,schweren Schaden" verursacht. Die Partei vertrete eine ,,anti-interventionistische Linie" und lehne Waffenlieferungen ab.

Vor allem bei jüngeren Rechten sorgt dieser Kurs für Kritik und Häme. Die rechten Russlandfreunde bezeichnen sie als ,,Boomer" oder ,,Russenstusser".

In den Augen der Kritiker ist Russland kein rechtes Idealbild, sondern ein autoritärer Vielvölkerstaat, der viel auf Zuwanderung setzt und hohe HIV- und Abtreibungsraten aufweist. Dagegen zeichnen sie die Ukraine als homogene Nation.

,,In der Ukraine wird seit mehr als 3 Jahren verbissen das verteidigt, was uns Rechten am allerwichtigsten sein sollte. Freiheit, nationale Souveränität und Heimat", schreibt Schramm auf X. ,,Es ist ein Kampf gegen ein imperialistisches Multikulti-Shithole, das unter dem Vorwand des ,Antifaschismus' ein freies europäisches Volk vernichten und seine Identität auslöschen will – und welches auch unserem Land pausenlos droht."

Ähnliche Argumente hört man auch von der rechtsextremen Kleinpartei III. Weg, oder von jüngeren Aktivisten der Heimat (ehemals NPD), die in X-Posts vor Flaggen der rechten ukrainischen Asow Brigade posieren und mit ihren Händen den White-Power-Gruß zeigen.

Die rechten Russlandfreunde antworten darauf mit dem Vorwurf des ,,Westextremismus". Als eurasisches Imperium ist Russland für sie ein natürlicher Verbündeter und Gegengewicht zu den USA, die durch ihren kulturellen Einfluss angeblich die deutsche Nation zersetzen und mit den hierzulande stationierten Truppen die nationale Souveränität untergraben.

,,Frieden mit Russland" hat sich etwa Jürgen Elsässers Compact Magazin auf die Fahne geschrieben. Wer sich nicht gerade durch den hauseigenen Shop klickt, wo man für schlappe 75 Euro eine ,,Druschba-Silbermedaille" für deutsch-russische Freundschaft erwerben kann, der kann auf der Seite Angriffe gegen den AfD-Politiker Schramm lesen.

Feindschaft mit Russland schade Deutschland, schreibt ein Autor, und die USA trieben einen Keil zwischen beide Länder. Was es wirklich brauche, sei eine ,,Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok".

Das neurechte Vorfeld um den Verein Ein Prozent nimmt dagegen so was wie eine Mittelposition ein. In einem Podcast distanzieren sich Benedikt Kaiser und Co von dem Lager, das Russland idealisiert. Dennoch ist der ,,Hauptwiderspruch" für Kaiser ,,die Westbindung und alles, was damit zusammenhängt: Multikulturalisierung, Liberalisierung, Unterordnung unter den letzten Hegemon der Welt", die USA.

Die wahre Bedrohung sei nicht etwa eine unrealistische russische Invasion in Deutschland, sondern ,,die realexistierende linksliberale Hegemonie in Deutschland." Und die sei ,,genauso bedingungslos proukrainisch und proisraelisch wie offensichtlich Teile der radikalen Rechten". Hinter der Ablehnung der Israel- und Ukrainesolidarität (wie sie etwa Nius vereint) steht hier also der Hass auf den US-amerikanischen Einfluss, der schnell auch antisemitische Denkbilder aufruft.

Im Fokus auf Deutschland tut sich im rechten Denken aber ein anderes Spannungsfeld auf: einerseits der Blick auf die vermeintlichen Interessen des eigenen Landes und Volkes, und andererseits die internationale Solidarität mit ähnlich gesinnten Rechten anderer Länder. Globale Solidarität für die ,,gute Sache" liegt der internationalistischen Linken eigentlich näher – aber genau das fordern jüngere Rechte mit Blick auf die Ukraine gerade ein.

Es ist nicht nur ein Gesinnungs-, sondern auch ein Generationenkonflikt, der an der AfD nicht spurlos vorübergehen wird.


Aus: "Warum die Rechten in Deutschland über Außenpolitik streiten" Leon Holly (20.8.2025)
Quelle: https://taz.de/Israel-Russland-und-die-Ukraine/!6105056/

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#182
Quote[...] Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr 97 Bundeswehrangehörige wegen rechtsextremistischer Bezüge entlassen. Das geht aus einer Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervor, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Daraus ergebe sich eine Steigerung der Entlassungen um 44,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (67). Zuerst hatte der WDR (Dienstag) darüber berichtet.

Dem Bericht zufolge gab es zudem im Jahr 2024 insgesamt 280 Meldungen zu rechtsextremistischen Vorfällen in den Dienststellen der Bundeswehr, hieß es weiter. Daraus ergebe sich eine Steigerung der gemeldeten Vorfälle um 36,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (205). Die Bundesregierung sei sich einig darin, den Kampf gegen den Rechtsextremismus entschlossen fortzuführen, hieß es. Die Bekämpfung von Extremismus in der Bundeswehr habe daher unverändert höchste Priorität.

,,Die Antwort der Bundesregierung verdeutlicht, dass Rechtsextremismus in der Bundeswehr kein Randphänomen, sondern ein wachsendes strukturelles Problem ist", erklärte die Fraktion ,,Die Linke". Deren Bundestagsabgeordnete Zada Salihović fügte hinzu: ,,Die steigenden Zahlen rechtsextremer Vorfälle in der Bundeswehr sind alarmierend. Im Hinblick auf die Gefahr durch militärisch ausgebildete Rechtsextremisten sind größere Anstrengungen nötig." In manchen Fällen hätten die Beschuldigten weiterhin Zugang zu Waffen gehabt oder seien sogar als Ausbilder und Vorgesetzte aufgetreten.

Die Bandbreite der Vorfälle reiche von Hitlergrüßen, antisemitischen und rassistischen Äußerungen über Verbreitung von NS-Symbolik und entsprechenden Postings in sozialen Medien bis hin zur Teilnahme an rechtsextremen Veranstaltungen, hieß es weiter. Das Bundesverteidigungsministerium habe zudem bestätigt, dass es Verbindungen von Soldaten und Soldatinnen zu zivilen rechtsextremen Organisationen gebe, hieß es von der Linken-Fraktion. Die daraufhin eingeleiteten Maßnahmen reichten von Disziplinarbußen über Dienstgrad-Herabsetzungen und Entlassungen bis hin zu gerichtlichen Disziplinarverfahren. (epd)


Aus: "Fast 100 Bundeswehrangehörige wegen Rechtsextremismus entlassen" (26.08.2025)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/vorfalle-nehmen-zu-fast-100-bundeswehrangehorige-wegen-rechtsextremismus-entlassen-14230760.html

Quoteroller203
27.08.25 09:09

Eine Berufsarmee bildet nicht den Querschnitt der Gesellschaft ab. ...


Quotestephanstephan
26.08.25 17:21

Die Bundeswehr ist ein Spiegel der Gesellschaft. Mit Wehrpflicht noch mehr.


QuoteMikaela
27.08.25 09:17
@stephanstephan am 26.08.25 17:21

Wenn der Dienst freiwillig ist, ist es kein Spiegel der Gesellschaft.


QuoteErwin
27.08.25 09:36
@stephanstephan am 26.08.25 17:21

1. Ist das Männer Frauen Verhältnis nicht einmal ansatzweise ähnlich. Es ist eher unwahrscheinlich, dass Frauen auf solche Ideen kommen:

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/vorwuerfe-gegen-die-bundeswehr-sadismus-und-gewaltrituale-in-einer-kaserne-14772208.html

https://www.tagesspiegel.de/berlin/vergewaltigungsprozess-vor-berliner-landgericht-bundeswehr-soldaten-sollen-kameraden-misshandelt-haben-14135075.html

2. Ist gerade rechte Gesinnung nichts neues bei der BE:

    In der Bundeswehr sind alle politischen Einstellungen und parteipolitischen Präferenzen vertreten, das Gesamtspektrum weist jedoch eine eindeutig konservative Schlagseite auf. Empirische Studien über den Offiziersnachwuchs der 1990er Jahre gingen so weit, "einen direkten Zusammenhang von konservativer Weltanschauung, Offizierberufswahl und soldatisch-männlicher Lebenswelt" herzustellen.Zur Auflösung der Fußnote[13] Das Bild der Bundeswehr, das sich hier ausschnitthaft bot, war kein "Spiegel der Gesellschaft".

https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/307662/nicht-ganz-dicht-am-rechten-rand/

https://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehr-bericht-immer-mehr-soldaten-mit-rechtsextremer-gesinnung-1.4771816


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"Neonazis, Soldaten und Polizisten: Das radikale Netzwerk des Johannes K."
Jean-Philipp Baeck, Nils Lenthe und Andrea Röpke aus Springe (25.9.2025)
Bei Hannover treibt ein Neonazi mutmaßlich eine Vernetzung einer paramilitärischen Gruppe voran. Die Behörden ließen den ,,Nordbund" lange gewähren. ... K. genoss eine Scharfschützenausbildung bei der Bundeswehr, war Panzergrenadier, Söldner und Reservist. Im Rahmen der Combat & Survival School und Warrior Survival School mit Sitz in Hildesheim und Munster veranstaltete er bis vor ein paar Jahren Kampf- und Schießtrainings, paramilitärische Übungen im Gelände und Scharfschützenausbildungen für Soldaten, Reservisten und ,,Interessierte".
Auf Fotos dieser Wehrsportübungen sind zu sehen: organisierte Neonazis von nah und fern. Die Übungen fanden teilweise auf einem Truppenübungsplatz in der Lüneburger Heide bei Munster statt. Dort betrieb K. auch jahrelang das Ladengeschäft Dezentral, das militärische Ausrüstung ,,von Soldaten für Soldaten" anbot und einen Rabatt für Behörden anbot. ... Der taz liegen Belege vor, dass Ermittler im Jahr 2011 davon ausgingen, dass K. Vollmitglied der Rockerbande Hells Angels ist. Vor allem war Johannes K. nach taz-Recherchen vermutlich über lange Jahre einer der wesentlichen Strippenzieher der seit dem Jahr 2000 verbotenen Neonazi-Vereinigung Blood & Honour in Deutschland. Diese Einschätzung geben mehrere Experten gegenüber der taz ab, die Johannes K. seit Jahren beobachten. International vertreibt die Organisation Blood & Honour bis heute Rechtsrockmusik, Merchandise und veranstaltet Neonazi-Konzerte, die zur Rekrutierung dienen. Die inzwischen in Deutschland verbotene Vereinigung Blood & Honour galt als zentrale Unterstützungsstruktur für die NSU-Terroristen. Sie war und ist ausgerichtet auf einen militanten Kampf für eine imaginierte ,,weiße Rasse". In Schriften der international weiterhin tätigen Organisation wird unter anderem zu dezentralen Attentaten und Anschlägen aufgerufen. Unter anderem heißt es in einem Buch von Blood & Honour:,,Unsere revolutionäre Bewegung sollte sich darauf konzentrieren, politische Soldaten zu rekrutieren, die bereit sind, auch wirklich zu kämpfen." ...
https://taz.de/Neonazis-Soldaten-und-Polizisten/!6111730/

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#183
Quote[...] Markus Frohnmaier braucht keine zwei Minuten, bis er das erste Mal die Unwahrheit sagt. Um zu veranschaulichen, wie sehr die Meinungsfreiheit in Deutschland gefährdet sei, erzählt er das Märchen von der 16-jährigen Schülerin, die 2024 angeblich Besuch von der Polizei bekommen habe, weil sie ein Schlumpfvideo auf Tiktok geteilt habe.

In Wahrheit wurde der Schülerin vorgeworfen, rechtsextreme Codes im Internet verbreitet zu haben, unter anderem bei Neonazis populäre Zahlenkombinationen und Symbole sowie Parolen. Die Geschichte mit dem Schlumpfvideo haben sich rechte Kreise ausgedacht. Weder Boris Palmer noch der Moderator des Gesprächs stellen es richtig.

Er habe sich intensiv auf das Streitgespräch vorbereitet, hat Tübingens parteiloser Oberbürgermeister vorab verkündet. Vor 800 Zuschauern sitzt er in einer Turnhalle mit dem baden-württembergischen AfD-Landeschef Markus Frohnmaier auf dem Podium. Hundert Plätze sind für AfD-Funktionäre reserviert, das Gespräch wird auch als Livestream auf Youtube übertragen.

Kritiker warnten wochenlang, Palmer werde einem rechtsextremen Funktionär eine Plattform und Reichweite geben. Er trage bloß zur weiteren Normalisierung der AfD bei, wenn er sich dafür hergebe, mit Frohnmaier auf Augenhöhe zu diskutieren.

Direkt nach seinem Schlumpfvideo-Märchen verbreitet Frohnmaier die nächste Unwahrheit, und wieder greift Palmer nicht ein. Ob ihm das Wissen fehlt oder ob es ihm egal ist, bleibt unklar.

Stattdessen liest Palmer skandalöse Zitate von AfD-Politikern von seinem Tablet ab. Diese habe er alle eigenhändig ,,gecheckt", betont Palmer. Dann will er von seinem Kontrahenten wissen, ob sich dieser zumindest von einem der Zitate distanziere.

Frohnmaier nutzt die Vorlage: Wer so etwas in seinem Landesverband äußere, würde selbstverständlich rausfliegen, sagt er – und betont dann die Harmlosigkeit der AfD. Diese erkenne man auch daran, dass er selbst, obwohl in Rumänien geboren, es in der Partei so weit nach oben geschafft habe.

Das Gespräch ist Teil eines Deals. Im Gegenzug für Palmers Diskussionsbereitschaft sagte die AfD im Juli eine geplante Kundgebung in der Stadt ab. Nicht die Kundgebung der Rechtsextremen an sich bereitete Palmer Sorgen, sondern die Vorstellung, dass die zu erwartenden Gegenproteste den Sommerschlussverkauf im Einzelhandel stören könnten.

Draußen vor der Halle gibt es seit Stunden Proteste. Gewerkschaften, Parteien und ein lokales Bürgerbündnis gegen Rechts haben mobilisiert. Die Trommeln und Trillerpfeifen sind drinnen nicht zu hören. Dafür skandieren Menschen in der Halle ,,Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda" sowie  ,,Alle zusammen gegen den Faschismus". Boris Palmer lässt sie von der Polizei entfernen, schimpft später noch über ,,die Antifa".

Als Moderator fungiert an diesem Abend Joachim Knape, Professor für Rhetorik an der Universität Tübingen. Angesichts der Demonstranten vor der Turnhalle bemerkt er, Protest sei nur ,,der periphere Nebenweg der Kommunikation", der Königsweg hingegen sei das ,,vernünftige Argumentieren".

Dann baut er eine bizarre Kausalkette auf, die nur so zu verstehen ist, dass die Machtübernahme der Nationalsozialisten im 20. Jahrhundert möglich war, weil im Vorfeld nicht zivilisiert genug mit ihnen diskutiert wurde. Der politische Kommunikationsweg sei damals ,,unversöhnliche Konfrontation und am Ende Gewalt" gewesen, dies habe letztlich zur Totalzerstörung Deutschlands geführt.

Irreführende Aussagen Frohnmaiers korrigiert Joachim Knape nicht. Dafür nimmt er es mit der Zeitmessung sehr genau. Immer wieder verkündet er, wer schon wie lange geredet hat. Eben wie bei einer ganz normalen Diskussion unter Demokraten.

Dass Markus Frohnmaier rhetorisch geschickt agieren würde, konnte Boris Palmer vorher wissen. Frohnmaier war mal Pressesprecher von Alice Weidel, davor auch von Frauke Petry.  Der Ex-Grüne Palmer schafft es an keiner Stelle, ihn in die Bredouille zu bringen. Teilweise wirkt es tragisch: Einmal beklagt sich Palmer etwa, dass der AfD-Mann seine Frage zu den Tübinger Stadtwerken nicht beantwortet habe.

Auch als Frohnmaier über ,,beheizte Fahrradwege" und Habecks Heizungsgesetz höhnt, kann der Oberbürgermeister dem nichts entgegensetzen. Zwischendurch wird Palmer laut und auch unsouverän: ,,Ich bin Mathematiker, von Statistik verstehe ich mehr als Sie", ruft er ins Mikrofon.

,,Ich bin heute hier, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen", sagt Frohnmaier. Dies sei sehr wichtig, denn: ,,Demokratie lebt davon, miteinander zu streiten." Dann nennt er sich selbst einen ,,überzeugten Demokraten". Palmer lässt es geschehen.

Beim Versuch, extrem Rechte in einer Diskussion auf Augenhöhe inhaltlich zu stellen, sind vor Boris Palmer schon viele gescheitert: Politiker, aber auch Journalisten. Legendär war etwa der unbeholfene Versuch von Thomas Gottschalk, den damaligen ,,Republikaner"-Chef Franz Schönhuber zu ,,entzaubern". Ähnlich erging es später dem Journalisten Erich Böhme mit dem Österreicher Jörg Haider.

Desaströs geraten im Fernsehen regelmäßig die sogenannten ,,Sommerinterviews" mit AfD-Spitzenpolitikern – zum Beispiel die des MDR mit Björn Höcke. Der Sender scheint dies mittlerweile eingesehen zu haben. In den vergangenen zwei Jahren fiel das Interview aus. Der Verzicht sei eine ,,redaktionelle Entscheidung" gewesen, heißt es aus dem Sender.

In der Turnhalle in Tübingen will Palmer mit Erfolgen bei der Senkung des CO2-Ausstoßes punkten. Die meisten Tübinger, die es ins Publikum geschafft haben, stehen sowieso auf seiner Seite, von daher bekommt er insgesamt auch mehr Beifall als Frohnmaier. Überzeugend ist Palmer jedoch nicht.

Davon, einen Rechtsextremisten zu entzaubern, kann überhaupt keine Rede sein. Als Türöffner macht sich der Oberbürgermeister hingegen ganz gut.

Zumindest eines habe Boris Palmer mit diesem Abend erreicht, bemerkt später ein Fragensteller aus dem Publikum: dass Menschen, die gegen die AfD protestieren, als Störer verunglimpft würden.

,,Ich bin sehr zufrieden", sagt der Moderator ganz am Ende. Es habe ein ,,faires Gespräch" gegeben. Was hier in dieser Turnhalle passiert sei, solle in Deutschland ,,Normalität" werden, sagt Markus Frohnmaier.


Aus: "Störungen und viele Unwahrheiten bei Boris Palmers Streitgespräch mit einem AfD-Funktionär" Sebastian Leber (05.09.2025)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/barendienst-an-der-demokratie-so-lief-boris-palmers-streitgesprach-mit-einem-afd-funktionar-14280458.html

QuoteReturntosender
06.09.25 11:46

    Markus Frohnmaier braucht keine zwei Minuten, bis er das erste Mal die Unwahrheit sagt

Als ob das nicht hinlänglich genug bekannt sei. Eine Analyse darüber, warum die AFD dennoch zunehmend gewählt würde, fehlt hingegen mal wieder! Weiß man es nicht, oder interessiert man sich nicht dafür? Könnte es vielleicht sein, dass derartige Lügen sich beim Bürger weniger nachteilig auswirken, wie ,,vergessene" Wahlversprechen. Man tut ja gerade so, als wenn die AFD in Deutschland ein ureigenes deutsches Problem wäre. Werfe ich ein Blick in andere europäische Staaten, sehe ich ähnliche Entwicklungen. Wie jetzt ganz zeitnah in GB. Da ist es zwar noch ein paar Jährchen bis zur nächsten Wahl. Aber bekommt das migrantische Problem die derzeitige Regierung nicht in den Griff, und zwar im Sinne der Bürger, kann GB sich nach den nächsten Wahlen warm anziehen!

Palmer hat jedenfalls bewiesen, dass man durchaus gegen die AFD auch in solchen Formaten bestehen und punkten können. Eine Fähigkeit, die anderen Politikern offensichtlich fremd ist. Nur pöbeln und ausgrenzen hilft da schon seit zehn Jahren nicht!


Quoteuwitteck
06.09.25 11:14

Beim Versuch, extrem Rechte in einer Diskussion auf Augenhöhe inhaltlich zu stellen, sind vor Boris Palmer schon viele gescheitert

Warum scheitern sie alle? Sind die Demokraten ohne entlarvende Argumente oder hat die AfD immer recht?
(Letzteres kann ich mir nicht vorstellen...)


Quotetizian2011
06.09.25 11:23
@uwitteck am 06.09.25 11:14

    Warum scheitern sie alle? Sind die Demokraten ohne entlarvende Argumente oder hat die AfD immer recht?
    (Letzteres kann ich mir nicht vorstellen...)


Weil die einfach weiterlügen und es deren Anhänger nicht interessiert, dass gelogen wird.


Quoteford_perfect
06.09.25 10:50

Es ist bei solchen Veranstaltungen deutlich einfacher, schamlos zu lügen, als die Lüge sofort zu erkennen und zu widerlegen. Das ist ein massiver Vorteil zu Gunsten des Lügners ...


QuoteNonameonthestreet
06.09.25 11:47

Von Papen scheint das Rollenvorbild der selbsterklärten bürgerlichen Mitte, die im Kern genauso rechts ist wie die Präfaschisten, mit denen sie meint, die Demokratie aushandeln zu müssen, statt sie zu beschützen.


QuoteFromo
06.09.25 10:34

Ich denke dieser Artikel sollte als ,,Meinung" ausgewiesen werden. Wie schon andere schreiben, steht hier mehr Interpretation des Autors als faktisches Geschehen wie ich es mir von einem normalen Artikel wünschen würde.

War das Podium ein reiner Erfolg für Palmer? Vermutlich nicht. Aber das sind Politische Diskussionen nie. Ich erinnere an das Duell Trump v Harris. Die Demokraten waren der Meinung T zerlegt zu haben und die Republikaner der Meinung H enttarnt zu haben. Man wird im Diskurs nicht die Stammwähler zum Wechsel bewegen. Die Diskussion dient einmal der Mobilisierung und Motivation der eigenen Wählerschaft und dann vor allem dem überzeugen der Unentschlossenen.
so wie der Artikel geschrieben ist scheint der Autor diesen Bürgern jegliche Fähigkeit ab zu sprechen die Fakten zu hören. Auch ein Bärendienst an Demokratie. Ich erinnere daran: falls jene These stimmt, dass die Bürger nicht mündig sind, dann brauchen wir auch keine Wahlen! (Fun fact: Aristoteles hatte Wahlen als völlig undemokratisch und vor allem als Oligarchisch gesehen. Damals wurde vieles per Los entschieden. Ist nicht meine Meinung, aber regt zum Denken an ;-) )

Und selbst wenn Palmer versagt haben sollte, ist dennoch klar das ignorieren nicht hilft. Wir müssen akzeptieren dass auch zur kommenden Wahl mal wieder kein Verbotsverfahren stattfindet. Es bleiben also nur die Demokratischen Wege der AfD Einhalt zu gebieten. Die großen Parteien schaffen es bisher leider nicht die große Wende zu vollbringen. Da ist es an der Zeit neue Wege zu probieren. So wie es in den USA gerade Newsom, Pritzker und Moore jeder auf seine Weise versucht.
Sehe sie Palmers Versuch doch mal als Experiment und versuchen sie wenigstens eine gute Sache in seinem Handeln zu sehen. So dass er damit seine Taktik verbessern kann. Wir müssen Fehler machen um zu lernen. Und lernen MÜSSEN alle demokratischen Parteien hier.


Quoteflopserver
06.09.25 10:29
Guter Artikel von S.Leber, den er weist gleich auf die unwidersprochen gebliebenen Falschassausagen der AfD hin.
Ein Kommentar im Handelsblatt hat einen ähnlichen Grundtonwie Leber seiner:

    Es ist jedenfalls während der Diskussion nicht wirklich zu erkennen, dass der Austausch von Argumenten im Vordergrund steht. Beide Seiten geben ihre vorbereiteten Statements ab, entsteht doch mal eine Diskussion, wird die meist dadurch beendet, dass der AfD-Mann behauptet: So radikal wie es Palmer da vortrage, sei die AfD doch gar nicht. (...) So stellt sich irgendwann während dieser zwei Stunden die Frage: Was soll überhaupt das Ziel sein? (..) Der langjährige CDU-Mann und Publizist Michel Friedman hat vor wenigen Tagen gesagt: Die größte Gefahr für die Demokratie sind gleichgültige Bürger der Mitte, die den Vormarsch der AfD einfach geschehen lassen. Weil sie gerade Wichtigeres zu tun haben. Weil sie heimlich nicken, wenn Rechtsextreme über Staatsversagen oder Migration schwadronieren. Oder weil sie sich einlullen lassen. Zumindest letztere Gefahr, das zeigt dieser Abend in der Tübinger Halle, ist nicht ganz unreal. Das legt auch das Fazit eines AfD-Anhängers nahe, der in die Chatgruppe seines Ortsverbands schreibt: ,,Das bringt mehr als jede Demo.". So stellt sich irgendwann während dieser zwei Stunden die Frage: Was soll überhaupt das Ziel sein. https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/boris-palmer-was-die-diskussion-mit-der-afd-wirklich-brachte/100150718.html



Quoteyronimus
06.09.25 10:25
Es ist trotzdem gut, dass es zu dieser Veranstaltung gekommen ist, denn so konnte jeder sehen, wie sinnlos es ist, sich auf einen Wettbewerb mit einem Gegner einzulassen, der ständig die Spielregeln missachtet. Wie Palmer versuchte, den ständig vorgebrachten Halb- und Unwahrheiten und längst widerlegten Märchen mit wissenschaftlich belegten Fakten entgegenzutreten, war schon fast rührend: Nur wenige Zuhörer dürften den Unterschied bemerkt haben, es waren alles gleichrangige "Meinungen".
Die Vertreter der seriösen Bundestagsparteien, die mit dem Gedanken einer ähnlichen Veranstaltung geliebäugelt haben, dürften gewarnt sein.


QuoteMelatonin
06.09.25 10:23

Ich bin ehrenamtlich in einer demokratiefoerdernden Organisation taetig, habe sehr viele Gespraeche mit AfD-WaehlerInnen gefuehrt - der fundamentale Fehlglaube ist, dass man die AfD mit Fakten stellen kann, das interessiert das Klientel aber ueberhaupt nicht. Der Diskurs findet ausschliesslich auf emotionalen Kommunikationskanaelen statt - darauf muss man vorbereitet und geschult sein. Das hat auch nichts mit einem demokratischen Diskurs zu tun. Im Grossen und Ganzen schlussfolgere ich immer wieder: Man redet einfach nicht mit Nazis.


Quotemaxost
06.09.25 10:19

Die AfD ist eine Realität, sie auszugrenzen und totzuschweigen sinnlos. Man muss sich mit ihr medial argumentativ auseinandersetzten.
wenn von "gescheiterten" Gesprächen und Interviews die Rede ist, so kommt darin eine völlig verquere Absicht des Vorführens zum Ausdruck.

Dass nicht über jedes hingehaltene Stöckchen gesprungen wird und auch Antworten frei und nicht auf Suggestivfragen formuliert werden sollten gute Journalisten und Gesprächspartner als Selbstverständlichkeit erachten. Wer sie dennoch stellt läuft ebnen ins Leere weil so etwas pariert wird.

Es gibt viele Bereiche die sich lohnen bei der AfD einmal zu beleuchten. Wirtschafts- und Sozialpolitik, zum Beispiel. Hier wird viel zu wenig nachgehakt, obwohl da kaum etwas vorhanden ist. Auch die Wehrpflichtfrage ist höchstdelikat, denn da ist die AfD überhaupt nicht einig und fest aufgestellt und in einem echten Dilemma zwischen Russlandaffinität, Ablehnung von Ukrainehilfe, Friedenspopulismus und andererseseits programmatischer Bejahung eines wehrhaften Staates Lauter Widersprüche, die ohne öffentliche und Mediale Interviews, Debatten und Diskussionen Wählern verborgen bleiben.

Eingestehen muss man sich allerdings auch , dass die AfD Themen anspricht und beim Wähler punktet, wo andere mauern und tabuisieren.


QuoteTheMan
06.09.25 09:48

Wer in einem Wahlkampf Wahrheiten erwartet, sollte sich an die Versprechen der CDU vor der letzten BT Wahl erinnern.


Quotetorsten379
06.09.25 09:56

Die Strategie des Ausgrenzens und der Gesprächsverweigerung hat zum AfD-Höhenflug in den jüngsten Umfragen beigetragen. Es wäre ein Zeichen von Erstarrung und Unbelehrbarkeit, würde man nicht nach neuen Wegen der Auseinandersetzung suchen. Herr Palmer gebührt das Verdienst, sich selbstbewusst und souverän der Diskussion mit einem Vertreter der größten Oppositionspartei gestellt zu haben. Diese Selbstverständlichkeit wäre in keinem anderen Land des freien Europas erwähnenswert, aber besonders im Westen Deutschlands meinen selbsternannte Wächter "unserer Demokratie", die Spielregeln des liberalen Miteinanders außer Kraft setzen zu können. In Wahrheit sind es diese Vertreter einer lautstarken Minderheit, die durch ihre intoleranten Störaktionen der Demokratie einen" Bärendienst" erweisen. Zum Glück gibt es nicht nur in Tübingen, sondern überall in unserem Land Menschen, die sich der AfD argumentativ gewachsen fühlen und den freien Meinungsstreit nicht scheuen!


Quotethougts
06.09.25 10:11
@torsten379 am 06.09.25 09:56

Wie oft muss man es denn noch sagen: Toleranz gegenüber Intoleranz gefährdet am Ende immer die Toleranz.

Wäre her Palmer gut vorbereitet in die Diskussion gegangen, um die Lügen der AfD aufzudecken, würde ihm mein Respekt gebühren.
Dass er aber diesen Lügen eines Plattform geboten hat, auf der sie unangefochten verbreitet werden können, ist problematisch. Muss ich das wirklich erst erklären?


QuoteNonoGomez
06.09.25 09:53

Ich habe tatsächlich versucht, mir die Übertragung anzuschauen, und ich musste bereits während der ersten Runde abbrechen – ich fühlte mich wirklich körperlich abgestoßen von der ganzen Veranstaltung: Das Konzept war nicht darauf angelegt, ein echtes Gespräch zu erzeugen, direkt von Anfang an das Publikum zu involvieren war m.E. ein struktureller Fehler, der Palmer kam viel zu aggressiv & autoritär rüber, als wolle er deutlich machen, dass er ohne Wenn und Aber zu den "Guten" gehört, was aber, wenn man seine politischen Positionen berücksichtigt, eher als Virtue-Signaling verbucht werden müsste, den AfD-Mann fand ich spießig, roboterhaft und wenig versiert, seine Antworten herzlich wenig durchdacht, um es mal diplomatisch auszudrücken – wer kann den denn bitteschön ernsthaft wählen?! –, der Moderator war in der Tendenz vegetativ, das Setting war gruselig, wirkte fast wie aus den 50er Jahren, Riesenbühne mit hässlichem Vorhang, keine Nähe auf dem Podium, der Saal war bzgl. Akustik und Lautstärke der Gegendemonstrationen, selbst der Demos außerhalb des Saales, ganz schlecht ausgewählt, die Tontechnik war dazu auch noch schlecht bzw. schlecht bedient, und das Publikum war oberpeinlich, die einen die typischen intoleranten neulinken Aktivisten/Schreihälse, die anderen die üblichen (wahrscheinlich nicht weniger intoleranten) blauen Jubelperser, der erste Fragensteller wirkte wie auf Drogen, als er höchst ungelenk sein vorgefertigtes Pamphlet vortrug. (Wie wäre es mal damit, Fragen vorher einzureichen und zu überprüfen?!) Es war ein Paradebeispiel für den Verfall der politischen Kultur in Deutschland, belegt von allen beteiligten Seiten. Einfach nur schlimm war das.


QuoteRembrandt66
06.09.25 09:36
Eine Debatte mit den Rechtsextremisten erweist sich einmal mehr als Griff in eine offene und stinkende Mülltonne. Ich erinnere an das berühmte gewordene Sommerinterview mit Weidel, bei dem sich über die "Störungen" empört wurde. Die Lügen der Dame sowie die Hinweise auf die Lügen mit Faktencheck wurden von den begeisterten Anhängern einfach nicht zur Kenntnis genommen.

So ist es auch hier nicht anders. Frohnmaier wird als Kämpfer der gerechten Sache der AgD wahrgenommen, der sich in der Öffentlichkeit "Anfeindungen" ausgesetzt sieht - und seine Parolen ungehindert verbreiten kann. Dafür erhält er Applaus. Palmer ist dem nicht gewachsen.

...


Quotecrossoverhill
06.09.25 09:36

Gesundes Selbstbewusstsein und gefährliche Selbstüberschätzung mit narzisstischen Tendenzen liegen oft ganz nah beieinander.

Gegen einen rechten Berufslügner hat man nur Chancen, wenn man ihn nicht mit den Normen humaner Moral misst, sondern ihn von vornherein als destruktiven Gesellschaftsfeind sieht und angeht.
In geradezu naiver Weise hat Palmer (wieder einmal) in seine Respekttüte gegriffen und vergessen, dass es zutiefst unanständige Menschen gibt.
Die AfD ist zutiefst unanständig.
Die Mehrheit ihrer Wähler auch.


QuoteZeppi
06.09.25 09:24

Mir erschließt sich nicht, was am Nichtmiteinanderreden und Ignorieren gut sein soll.
Warum soll dieses Podiumsgespräch der Demokratie in Deutschland einen "Bärendienst" erwiesen haben?

Mittlerweile sollte doch klar geworden sein, daß die Taktik der etablierten Parteien, die AFD zu ignorieren und auszugrenzen, das Gegenteil von dem bewirkt hat, als beabsichtigt war.
Palmer hat hier den einzig möglichen Weg aufgezeigt: Mit der AFD reden und ggf. deren negative Seiten bloßstellen.
Mittlerweile wollen in Sachsen-Anhalt 39 Prozent der Wähler AFD wählen. Zeit, die bisherige Strategie im Umgang mit dieser in Teilen extremistischen Partei zu überdenken.


Quotegregthecrack
06.09.25 09:18

Ich habe mir das alles live angeschaut: Wenn man vorher der Meinung war, man solle nicht diskutieren mit der AfD, dann sieht man sich bestätigt. Als Demokrat der Argumente austauschen möchte auch!

Ich finde insgesamt zeigt die Berichterstattung von einer Geringschätzung des Wählers: Ich bin doch nicht blöd!


QuoteEckhardtKiwitt
06.09.25 09:14

Schlumpfvideo-Märchen

Wer mit Faktenverdrehern diskutieren will, muss sich nach meiner Erfahrung allumfassend vorbereiten.
Wenn man nicht in der Lage ist, sämtliche Falschbehauptungen mit nachprüfbaren Fakten zu widerlegen, ist es besser, auf solche Diskussionen zu verzichten. Auch ist zu bedenken, dass so manche Wählerentscheidung zugunsten der Faktenverdreher eine bloße Trotzreaktion ist.


QuoteBerlinerer
06.09.25 09:14

Es ist manchmal schwer, Lügen zu erkennen um ihnen zu begegnen. Eigentlich sollte parallel zum Interview im Hintergrund ein Faktencheck laufen und der jeweilige Gesprächspartner mit dem Ergebnis sofort konfrontiert werden. Leider ist so etwas mittlerweile nötig.


...

QuoteMcSchreck
06.09.25 13:15

Gestern war ja unklar, ob es Rechtsextreme waren, die den "Volksverräter" Palmer zum schweigen bringen wollten oder "Linksextreme", die glauben, mit ihrem Radau würden sie irgendwas bewirken außer der AfD ihr Lieblingsargument zu liefern, dass man mangels inhaltlicher Möglichkeiten sie "zum Schweigen bringen" muss.

Jetzt scheint klar, dass es die zweite Gruppe war, allerdings könnten die darüber nachdenken, wie ähnlich sie der ersten Gruppe (im Verhalten) sind.


QuoteSimima
06.09.25 11:17

Eine Diskussion durch Geschrei und Trillerpfeifen zu verhindern, ist in meinen Augen undemokratisch und hilft letztlich nur der AfD.


QuoteJenrot
06.09.25 12:42
@Simima am 06.09.25 11:17

Leider haben diese sich links nennenden Gruppen das intellektuelle, scharfsinnige Debattieren verloren, das sie in den früheren Jahrzehnten mal besaßen. Stattdessen wenden sie teilweise Methoden an, die früher rechte Hooligans angewendet haben


QuoteAPPD
06.09.25 09:35
@Zehlendorfer am 06.09.25 09:08

Ich danke den Aktivisten [ ], dass sie den Rechtsextremen widersprochen haben!


QuoteJenrot
06.09.25 12:38
@Zehlendorfer am 06.09.25 09:08

Leider merken das diese Leute nicht. Ein Unbeteiligter Beobachter sieht brüllende Störer und einen gelassenen ruhigen Frohmeier. Peinlich für die Linken


Zu: https://www.tagesspiegel.de/politik/buhrufe-sirenen-trillerpfeifen-storungen-bei-streitgesprach-von-boris-palmer-mit-der-afd--polizei-greift-ein-14285489.html

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#184
Quote[...] Bei einer Großdemonstration der rechten Szene in Großbritannien sind nach Schätzungen der Polizei in London etwa 110.000 Menschen auf die Straße gegangen. Stellenweise kam es bei der Demo auch zu Zusammenstößen mit der Polizei, mehrere Menschen wurden festgenommen.

Angeführt und organisiert wurde der Aufzug von dem bekannten britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson. Auf Plakaten und Fahnen waren Slogans für eine schärfere Asylpolitik zu lesen – etwa ,,Stoppt die Boote" oder ,,Schickt sie nach Hause", wie unter anderem der Sender Sky berichtete.

Die Teilnehmer bei einer Gegendemonstration schätzte die Polizei auf etwa 5000. Genaue Zahlen seien bei solchen Großveranstaltungen allerdings schwer zu schätzen, hieß es. Die Polizei verwende Aufnahmen von Überwachungskameras und Polizeihubschraubern. Mehr als 1000 Polizisten waren am Samstag in London im Einsatz, um den friedlichen Ablauf der Demonstration sicherzustellen.

Bereits kurz nach Mittag waren die Straßen im Zentrum Londons voller Menschen mit Flaggen – auch die Englands, die ein rotes Kreuz auf weißem Grund zeigt. Sprechchöre gegen den britischen Premierminister Keir Starmer waren laut Sky zu hören. Thema war auch das Attentat auf den ultrakonservativen US-Aktivisten Charlie Kirk, manche Demonstranten hielten Banner im Gedenken an ihn hoch.

Nicht überall blieb es bei der Demo unter dem Motto ,,Unite the Kingdom" friedlich. An mehreren Stellen kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, dabei gab es auch Verletzte, wie auf Bildern zu sehen ist. Einige Demonstranten hätten unter anderem versucht. Absperrungen zu durchbrechen, um zu den Gegendemonstranten zu gelangen. Eine Gruppe von Protestierenden hätte Beamte mit Projektilen angegriffen, schrieb die Polizei auf X.

Mehrere Menschen wurden im Laufe des Nachmittags festgenommen, die Polizei sei mit ,,inakzeptabler Gewalt" konfrontiert worden, hieß es. Im Laufe des Nachmittags habe man zusätzlich Einsatzkräfte mit Schutzausrüstung sowie Polizeipferde anfordern müssen.

Neben dem Marsch durch das Zentrum Londons gab es auch eine Kundgebung im Regierungsviertel. Als Redner per Video zur Kundgebung zugeschaltet wurde Tech-Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk. Die britische Öffentlichkeit habe ,,Angst, ihre Meinungsfreiheit auszuüben", sagte er dabei unter anderem laut der Nachrichtenagentur PA. Die BBC sei ,,an der Zerstörung Großbritanniens mitschuldig". Auch Themen wie Migration und den Brexit schnitt Musk demnach an.

Als Redner war auch der ehemalige Stratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, angekündigt, wie die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Robinson berichtete. Zu der Demo in London reisten mehrere rechte Politiker und Aktivisten aus Europa an, darunter auch der AfD-Europaabgeordnete Petr Bystron.

Die Demonstrationen finden in einem aufgeheizten Klima statt. Die Einwanderung ist in Großbritannien zum wichtigsten politischen Thema geworden und hat die Sorgen über die schwächelnde Wirtschaft in den Hintergrund gedrängt. In diesem Jahr sind bereits mehr als 28.000 Migranten in kleinen Booten über den Ärmelkanal gekommen, was einen Rekord an Asylanträgen zur Folge hat.

,,Ich bin kein Rassist, ich stelle nur die demografische Entwicklung fest", sagte der 28-jährige Ritchie bei der Demo. Die Ankunft irregulärer Migranten in Großbritannien bezeichnete er als ,,Invasion". Für den jungen Mann, der mit drei Freunden aus Bristol nach London kam, ist Robinson ein ,,Held". In diesem Sommer hatte es in Großbritannien wiederholt Demonstrationen vor Asylunterkünften gegeben, die von Robinson in den Online-Medien verbreitet wurden.

Tommy Robinson, der eigentlich Stephen Yaxley-Lennon heißt, ist einer der bekanntesten Rechtsextremen Großbritanniens und höchst umstritten. Der Gründer und frühere Chef der rechtsextremen Vereinigung English Defence League ist bekannt für seine islamfeindlichen Aktivitäten. Er bezeichnet sich selbst als Journalist, der staatliches Fehlverhalten aufdecke und ist mehrfach vorbestraft.

Erst im Oktober 2024 musste Robinson in Haft. Trotz einer gerichtlichen Unterlassungsverfügung hatte er falsche Behauptungen über einen syrischen Flüchtling verbreitet. Monate später wurde er wieder entlassen. (dpa/Reuters/AFP)


Aus: "Mehr als 100.000 Menschen bei rechter Demo in London" (13.09.2025)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/internationales/zusammenstosse-mit-der-polizei-mehr-als-100000-menschen-bei-rechter-demo-in-london-14324093.html

QuoteHauptstadtZoom
13.09.25 17:57
Seit Jahren gibt es eine "Internationale" von rechtsextremen Strippenziehern.

Über diese Netzwerke und die Funktionsweise auf die öffentliche Meinungsbildung wird zu wenig, zu abstrakt oder im Stil von ellenlangen gefühligen Reportagen berichtet, sodass die Nachrichten daran verloren gehen, kein kollektives Wissen und Bewusstsein darüber existiert und jedes europäische Land das bagatellisiert, in national-regionale Fehlinterpretationen über Tagespolitik packt.


QuoteKaiserVonChina
13.09.25 17:00

    In diesem Jahr sind bereits mehr als 28.000 Migranten in kleinen Booten über den Ärmelkanal gekommen, was einen Rekord an Asylanträgen zur Folge hat.

Das Vereinigte Königreich hat rund 70 Millionen (70.000.000) Einwohner. Da sind 28.000 Migranten doch einfach nur ein Klacks.


Quoteschoenfeldp
14.09.25 10:29
@KaiserVonChina am 13.09.25 17:00

Das lassen Sie doch bitte die Briten entscheiden.


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Quote[...] London – Die britische Regierung hat die Äußerungen von US-Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk während einer von Rechtsextremen organisierten Demonstration in London scharf kritisiert. "Ob ihr Gewalt wählt oder nicht, die Gewalt kommt zu euch. Entweder ihr wehrt euch oder ihr sterbt (...)", hatte Musk gesagt. Das Letzte, was die britische Bevölkerung wolle, sei diese "gefährliche und aufhetzende Sprache", sagte ein Sprecher von Premierminister Keir Starmer am Tag vor der Ankunft von US-Präsident Donald Trump zu einem dreitägigen Staatsbesuch.

Musk war während der Massenkundgebung der rechten Szene mit mehr als 100.000 Menschen durch das Zentrum Londons per Video zugeschaltet worden. Die britische Öffentlichkeit habe "Angst, ihre Meinungsfreiheit auszuüben", sagte er. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, die BBC, sei "an der Zerstörung Großbritanniens mitschuldig". Auch Themen wie Migration und den Brexit schnitt Musk an.

Das Vereinigte Königreich sei ein gerechtes, tolerantes und anständiges Land, sagte der Sprecher des Premiers. Mit solchen Aussagen werde "Gewalt und Einschüchterung auf unseren Straßen" provoziert.

Musk hatte die britische Regierung und Öffentlichkeit schon in der Vergangenheit attackiert und – ähnlich wie die Trump-Regierung – kritisiert, dass die Meinungsfreiheit im Vereinigten Königreich akut gefährdet sei. Durch die Videoschalte wurde erneut deutlich, dass der Tesla-Chef mit dem Organisator der Demo, dem bekannten britischen Rechtsextremen Tommy Robinson, in Verbindung steht.

Mit Trump hat sich Musk mittlerweile überworfen. Der US-Präsident wird am Mittwoch von König Charles III. empfangen.

Zu der Demo in London reisten mehrere rechte Politiker und Aktivisten aus Europa an, darunter auch der AfD-Europaabgeordnete Petr Bystron. Der AfD-Mann teilte bei X Videos von seinem Auftritt auf der Bühne, er umarmte dabei Robinson. (APA, 15.9.2025)


Aus: "Britische Regierung rügt Musks Aussagen auf rechter Demo" (15. September 2025)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/3000000287896/britische-regierung-r252gt-musks-aussagen-auf-rechter-demo

Quotenurstricherlvergebend

das video ist sooo dermaßen peinlich. wie er da vor der kamera sitzt und mit piepsiger stimme die rechtsextremen anfeuert, "go fight go!". abstoßend.


QuoteGottloser

So peinlich es auch ist, es knackt nicht mal seine persönliche Top 20 der Peinlichkeiten.


QuoteCugar

Auch wenn die aussage hart ist - aber recht hat er - die gewalt kommt zu uns...... in welcher form auch immer....


QuoteSalzkammer Gut

Da europa ja bekanntlich schon immer ein kontinent der gewaltlosigkeit war.


QuoteIsidore Ducasse, Comte de Lautréamont

Da gehen 100,000 Demonstranten völlig unbehelligt auf die Straße und tun ihre Meinung kund, teils sehr aggressiv und auch gewalttätig, und die Wappler fantasieren von "meine Meinungsfreiheit wird eingeschränkt".


Quotejoergipoergi

Also, wenn das kein Aufruf zu einem gewaltätigen Umsturz ist, was dann?

"we must have a revolutionary government change"
"this requires everyone, to sort of, marshal the people, to take charge"
"there's gotta be a change of government in Briton, and we don't have another four years, or whenever the next election is, it's too long, there has got to be a dissolution of the government"
"there is genuine risk of rape and murder, [if we don't take action]"


Quoteanima aeterna

,,wehrt euch oder sterbt"

Das ist keine Warnung – das ist Kriegsrhetorik - es ist eine Forderung von Gewalt auf gesellschaftliche Veränderung, es legitimiert ein Klima der Angst und suggeriert, dass staatliche Institutionen versagt hätten – eine klassische Strategie populistischer Destabilisierung. Musk baut ein apokalyptisches Narrativ auf, das in seiner Logik nur noch Gegnerschaft kennt – kein Zusammenleben, keinen Staat, keine Lösung.

Wer Panik sät, will lenken. Solche Worte befeuern nur Spaltung und Gewaltfantasien.


QuoteOber meiner unter meiner siach i nix

Was ich nicht verstehe:
Warum verbietet man einem Rechtsradikalen wie Musk nicht die Einreise und sperrt sämtliche Möglichkeiten für ihn, die Bevölkerung per Videoschalte oder sonstige Kommunikationsmittel aufzuhetzen?

Das kann doch nicht sooo schwer sein....?


QuoteAlois M

Zensuuur!11!!!11elf1


QuoteJFSebastian_

wäre er nen moslem der sowas zu ner islamischen demo sagt, wäre es mindestens ein einreiseverbot.


...

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Quote[...] Der Bundestagsabgeordnete Hess etwa rief die CDU-Politikerin mit jüdischen Vorfahren auf, sie solle schon mal ihre Koffer packen. Auch der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Münzenmaier äußerte sich in diese Richtung. Prien hatte den Funke-Medien gesagt, sollte die AfD mal den Bundeskanzler stellen, werde sie Deutschland sicherlich vorher verlassen. Das wäre nicht mehr ihr Land. Zuvor hatte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Midyatli ebenfalls persönliche Ängste vor rechten Regierungsübernahmen geäußert. Ihre Eltern waren einst aus dem Südosten der Türkei eingewandert. Auch Midyatlis Äußerungen wurden vielfach mit Häme kommentiert.

[Midyatli hatte einem Buchautor, der sie über mehrere Jahre begleitete, wörtlich gesagt: "Wir wissen, dass wir die Ersten sein werden, die verfolgt werden, wenn die Rechten an die Macht kommen." Daraufhin warfen ihr Kritiker Opferinszenierung und Falschdarstellung von AfD-Positionen vor. Im Umfeld der AfD gibt es jedoch immer wieder entsprechende Andeutungen. Zuletzt hatte ein Teilnehmer des Potsdamer Treffens vor zwei Jahren eidesstattlich versichert, dass man dort Pläne zur sogenannten Remigration besprochen habe, die sich auch auf deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund bezogen hätten.]


Aus: "AfD-Politiker reagieren mit Häme auf Auswanderungs-Ängste von Bildungsministerin Prien (CDU) im Fall rechter Regierungsübernahme" (11.10.2025)
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/afd-politiker-reagieren-mit-haeme-auf-auswanderungs-aengste-von-bildungsministerin-prien-cdu-im-fall-102.html


Quote[...] Das Treffen von Rechtsextremisten in Potsdam war eine Zusammenkunft in der Villa Adlon am Lehnitzsee in Potsdam, die am 25. November 2023 stattfand und Mitte Januar 2024 durch einen Bericht des Medienunternehmens Correctiv publik wurde. Auf der Veranstaltung stellte der Rechtsextremist Martin Sellner als ,,Masterplan zur Remigration" bezeichnete Überlegungen vor. Unter anderem sollen laut Sellner drei Gruppen Deutschland verlassen: Asylbewerber, Ausländer mit Bleiberecht und ,,nicht assimilierte" (deutsche) Staatsbürger; letztere sollten durch ,,maßgeschneiderte Gesetze" und ,,hohen Anpassungsdruck" zur Auswanderung bewegt werden. Anwesend waren Mitglieder der AfD, CDU, ÖVP, des Vereins Werteunion, der Identitären Bewegung und weitere Personen, die über die Umsetzung diskutierten. ... Correctiv zufolge wurde auch darüber gesprochen, das Bundesverfassungsgericht zu diskreditieren, demokratische Wahlen in Zweifel zu ziehen und die öffentlich-rechtlichen Medien zu bekämpfen. ... Der Plan einer ,,Remigration durch Vertreibung" ist nicht neu. Björn Höcke forderte in seinem 2018 erschienenen Buch Nie zweimal in denselben Fluss eine Säuberung Deutschlands von ,,kulturfremden" Menschen: ,,Neben dem Schutz unserer nationalen und europäischen Außengrenzen wird ein groß angelegtes Remigrationsprojekt notwendig sein."[42] Auf einem AfD-Stammtisch im Dezember 2023 ergänzte er, man werde ,,auch ohne Probleme mit 20, 30 Prozent weniger Menschen in Deutschland leben können".[43] ..."

Aus: "Treffen von Rechtsextremisten in Potsdam 2023"
Datum der letzten Bearbeitung: 30. September 2025, 07:54 UTC
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Datum des Abrufs: 12. Oktober 2025, 13:46 UTC




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#186
Quote[...] Zu: Blödmaschinen II. Die Fabrikation der politischen Paranoia - Suhrkamp Verlag, Berlin 2025

[...] Der Neoliberalismus, so Metz und Seeßlen, hat Freiheiten für Einzelne gebracht. Viele andere haben weniger profitiert und nur gesteigerte Unsicherheit erhalten. Aus ihrer Sicht hat die Gesellschaft den Kontakt mit ihnen abgebrochen. So haben diese Menschen nun auch kein Problem, mit der Gesellschaft und ihren habituellen Werten zu brechen.

In Deutschland wollen sie nichts mehr von der Vergangenheitsbewältigung hören. Oder der Menschlichkeit gegenüber Flüchtlingen. Oder vom Altruismus insgesamt, wenn doch die neoliberale Lehre den Egoismus predigt. Dies führt, so zeigen Metz und Seeßlen, zu einer Rückwendung zur Vergangenheit:

,,Menschen denken, sprechen und handeln so, als hätte es keine Aufklärung, keine Moderne, keine Demokratien, keine kulturellen Liberalisierungen gegeben. (...) Wie das trotzige Kind vor dem mahnenden Lehrer will man sich ,nichts mehr sagen lassen'."

,,Die rechte Erzählung (...) verbindet auf eine unvergleichliche Weise zwei gegenläufige Impulse: Sie ,erklärt', legitimiert und belohnt soziophobes und soziopathisches Verhalten und Denken, und sie verspricht einen Ausweg, eine Lösung, eine Alternative dazu."

Diesen Erlösungscharakter der rechten Ideologie dokumentieren und analysieren die beiden Autoren auf verschiedenen Ebenen. Im ersten Kapitel des Hauptteils befassen sie sich mit der psychosozialen Verfassung der Rechten. Im zweiten Kapitel erläutern sie, inwiefern die rechte Ideologie zu einem Religionsersatz geworden ist.

Das, was rechtsextreme Demagogen behaupten, lässt sich nicht belegen. Doch das müssen sie auch nicht, denn die Behauptung avanciert zur Sache des Glaubens. Wenn man überzeugt davon ist, dass Hillary Clinton und ihr Clan in den Kellern einer Pizzeria kleine Kinder schlachten, braucht man keine Beweise.

Im dritten Kapitel des Buches skizzieren Metz und Seeßlen die ,,Große Erzählung der Rechten", die all die fixen Ideen und Lügengebilde zwischen angeblicher sogenannter ,,Umvolkung" und anderen Verschwörungsfantasien in einer scheinlogischen Ordnung zusammenhält.

[...] Wenn das Reflexionsniveau auch nicht unbedingt immer das allerhöchste ist und die Autoren mitunter in Polemik abgleiten, bietet das Buch insgesamt doch einen guten Einblick in die Funktionsweise der rechten Denk- und Propagandamaschinen. Ernüchternd allerdings ist das finale Resümee der beiden:

,,Wir glauben, rundheraus gesagt, nicht daran, dass die Demokratie, die liberale Gesellschaft, ihre Kultur, Ökonomie und Wissenschaft in ihrem derzeitigen Zustand der Bewegung nach rechts, in Anti-Demokratie, Anti-Liberalismus und Anti-Humanismus, ernsthaften und entscheidenden Widerstand entgegensetzen kann und will. Auf keiner Ebene scheint es einen wirklich entschlossenen Widerstand zu geben."


Das ist ein Eindruck, der sich tatsächlich aufdrängt. Umso mehr hätte man von Metz und Seeßlen erwartet, dass sie am Ende ihrer ausführlichen Recherche Hinweise geben, wie man dieser Macht von rechts produktiv begegnen könne.

Hier aber bleiben die Autoren mehr als vage, sprechen sehr allgemein von einem Umbau des neoliberalen Kapitalismus mit ,,Mitmenschlichkeit" als neuem Zentralwert. Da hätte man sich mehr erhofft. So endet das Buch in einem düsteren Fatalismus, der sicher nicht dabei helfen wird, die Demokratie zu retten.


Aus: "Das Erfolgsgeheimnis der Rechtsextremen" Enno Stahl (03.06.2025)
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/markus-metz-georg-seesslen-bloedmaschinen-rechtsextremismus-buchkritik-100.html


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Quote[...] Für die Moderne gibt es eigentlich nur eine Richtung: nach vorn. Fortschritt lautete ihr großes Versprechen, für alle. Genau dieses Versprechen aber ist brüchig geworden, sagt Oliver Nachtwey: "Menschen in den 50er, 60er und 70er Jahren konnten berechtigterweise erwarten, dass ihre Kinder es einmal besser haben werden. Und diese Vorstellung gilt so nicht mehr."

Wie in ihrem Vorgängerband "Gekränkte Freiheit" verschränken Oliver Nachtwey und Carolin Amlinger auch im neuen, gerade erst mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichneten Buch "Zerstörungslust" Theorie und empirische Befragungen. Knapp 2.600 Menschen in Deutschland haben sie in einer Umfrage, 41 in ausführlichen Gesprächen Auskunft geben lassen.

Dabei stützen sie sich auf eine noch recht junge politikwissenschaftliche Richtung aus den USA, die "Need for Chaos"-Forschung, die das "Bedürfnis nach Chaos" erfassen will, so Carolin Amlinger: "In dieser Befragung waren Aussagen enthalten wie: 'Ich möchte die Gesellschaft in Schutt und Asche legen'. Und man konnte sich zu diesen Aussagen zustimmend oder ablehnend verhalten." Ein zentrales Ergebnis dieser Umfrage sei, dass 12,5 Prozent der Befragten mittel- oder hochdestruktiv sind.

"Destruktiv", das heißt dann zum Beispiel, von radikalen Schnitten mit der "Motorsäge" zu träumen, drakonische Strafen als Mittel zur Lösung sozialer Probleme zu sehen – oder Gewalt zu befürworten. Als einen Treiber destruktiver Energie machen Amlinger und Nachtwey ein "Nullsummen-Denken" aus: Die Verluste der eigenen Gruppe werden als direkte Gewinne einer anderen wahrgenommen und umgekehrt: Migranten nehmen uns die Arbeit weg, zu viele Geschlechter untergraben die Geltung der zwei gewohnten.

Solche Befunde des Buches sind düster – überraschend sind sie nicht, man kennt sie aus dem Twitterfeed oder dem echten Leben. Für die Einordnung der Phänomene formulieren Amlinger und Nachtwey einen starken Leitbegriff: Destruktivität ist Teil eines neuen, eines "demokratischen Faschismus": "Der Begriff 'demokratischer Faschismus' erscheint auf den ersten Blick widersprüchlich, da der historische Faschismus die Demokratie offen bekämpfte und eine diktatorische Form der Gewaltherrschaft war. Uns ist jedoch ein Faschismus begegnet, der sich gerade als Erneuerung der Demokratie versteht – um sie aber von innen heraus zu untergraben."

Genau das ist gerade in Amerika zu beobachten – neben Deutschland liegt der zweite Fokus des Buches deshalb auf den USA. Ob die Methode Trump schon "Faschismus" ist, darüber wurde in den zurückliegenden Monaten viel debattiert. Amlinger und Nachtwey wollen ausdrücklich keine "Checkliste" mit Faschismus-Merkmalen schreiben – zu formalistisch sei das, zu statisch. Warum das so sein sollte, erklärt sich allerdings nicht, und in der Sache legt auch ihr Buch natürlich einen Kriterienkatalog zugrunde: Faschismus ist anti-egalitär, unterscheidet Gruppen substanziell, schließt die einen ein und die anderen aus. Er macht aus politischen Gegnern Feinde, "Feinde im Innern", sagt Trump – eine Markierung, die ins Herz der Demokratie trifft.

"Nicht nur das Rohe, sondern auch die Lust an der Gewalt, an der Erniedrigung anderer, die Befriedigung, die sie darin empfinden, wenn man Zorn und Hass schürt, der saloppe Umgang überhaupt mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie – das sind alles Elemente, die diesen faschistischen Geist aufzeigen," sagt Oliver Nachtwey. Und am Ende, auch das macht das Buch deutlich, "ist Faschismus vor allen Dingen ein Gefühl."

Verluste und Ungleichheiten sind real, dass man ihnen aber nicht mit der Forderung nach mehr Gerechtigkeit begegnet, zeigt: Es geht auch um etwas anderes. Um Ressentiments, Bestätigung, Rebellion gegen die Ansprüche von Minderheiten. Das in bestimmten Ausprägungen "faschistisch" zu nennen, ist keine Eskalationsrhetorik, sondern lässt klarer sehen. In den USA stellt die Regierung Repression zur Schau, etwa wenn Agenten der Einwanderungsbehörde Menschen auf offener Straße in ihre Autos zerren: "Diese gewaltförmige Durchdringung der Gesellschaft ist auch ein Moment der Zerstörungslust von oben, wenn man so möchte."

Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey schreiben auch mit ihrem neuen Buch Wissenschaft ganz nah an der gefährdeten Gegenwart. Wer besser verstehen will, was unsere Demokratie bedroht, sollte "Zerstörungslust" unbedingt lesen.

...


Aus: ""Zerstörungslust": Der Faschismus auf dem Vormarsch" Beate Meierfrankenfeld (11.10.2025)
Quelle: https://www.br.de/nachrichten/kultur/zerstoerungslust-der-faschismus-auf-dem-vormarsch,UzIscln

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Quote[...] Unzweifelhaft ist es so, dass die Bereitschaft zur Verteidigung der liberalen Demokratie abnimmt zugunsten einer paternalistischen, autoritären, illiberalen Politik, die nicht mehr Wohlstand und Freiheit für alle verspricht, sondern nur mehr für jene Teile der Bevölkerung, die als ethnisch, kulturell oder ideologisch homogen begriffen wird. Die Soziologen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey versuchen in ihrem Buch "Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus" dieser Frage nachzugehen. Im Kern, sagen sie, richtet sich diese Revolte gegen einen Liberalismus, der das Versprechen auf Aufstieg und Emanzipation nicht einzulösen vermag. In diesem Sinne geht es Donald Trump, der AfD oder der FPÖ darum, die Welt als letzten, verzweifelten Versuch zu zerstören, um sich davor zu retten, von ihr zermalmt zu werden.

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Aus: "Zu: "Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus"" (24. Oktober 2025)
Quelle: https://oe1.orf.at/programm/20251024/810841/Der-Oe1-Essay-von-Carolin-Amlinger-und-Oliver-Nachtwey

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Quote[...] Zu:  Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey: Zerstörungslust - Elemente des demokratischen Faschismus
Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783518432662
Gebunden, 453 Seiten
Rezensionsnotiz zu Die Welt, 11.10.2025: Die Basler Soziologen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey hatten vor drei Jahren mit "Gekränkte Freiheit" einen Überraschungshit. Das Buch gilt als einer der wichtigsten soziologischen Beiträge zum Aufkommen des neuen Rechtsradikalismus - geschrieben wurde es mit dem Besteck der Kritischen Theorie. "Zerstörungslust" liest sich nun leider nur wie ein zweiter Aufguss, schreibt ein ziemlich genervter Jakob Hayner in einer eher vernichtenden Kritik. Kritische Theorie schön und gut, aber muss es ausgerechnet Erich Fromm sein? Die beiden exhumieren die bereits von Adorno erledigten Sozialcharaktere Fromms und kommen damit zu keiner Erkenntnis, die Hayner weitertragen möchte. Was er resümiert, klingt allerdings tatsächlich eher nach den Idées reçues, die man auch sonst über den Wahnsinn der neuen extremen Rechten vor allem in den USA lesen kann - die Diagnose der beiden resümiert Hayner so: "Weil die Freiheitsversprechen der Hyperindividualisierung nicht eingelöst werden, nährten 'Angst vor Statusverlust, eine gefühlte Blockade und das Nullsummendenken' die faschistischen Affekte." Die beiden Buchautoren empfehlen zur Therapie einen "postliberalen Antifaschismus", der Rezensent greift wohl lieber zu einer Aspirin.


Quelle: https://www.perlentaucher.de/buch/carolin-amlinger-oliver-nachtwey/zerstoerungslust.html

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Quote[...] Nachtwey und Amlinger befragten hierzulande insgesamt 2600 Menschen. Mehr als die Hälfte davon wiesen keine destruktiven Tendenzen auf. Das erklärten die beiden in einem Interview mit dem "Spiegel".

"Eine Gruppe von 12,5 Prozent aber sehr wohl. Die haben wir uns dann genauer angeschaut und mit 41 der Menschen gründliche Gespräche geführt. Das ist nicht repräsentativ, ergab aber doch ein vielschichtiges Bild", so Nachtwey.

... "Uns ging es um die Frage, warum sich heute faschistische Fantasien etablieren", sagte Amlinger dem "Spiegel" mit Blick auf das gemeinsame Buch. "Da gibt es viele Unterschiede zum historischen Faschismus, aber auch eine große Ähnlichkeit: das Gefühl, in einer Gesellschaft zu leben, die sich im Niedergang befindet."

... Auch, was genau mit "Zerstörungslust" gemeint ist, thematisierten die beiden Autoren im Interview mit dem Nachrichtenmagazin. Amlinger erklärte, bei vielen Befragten habe sich ein Gefühl des blockierten Lebens breitgemacht. "Ein starker Impuls in den Interviews war der Hass auf Menschen, die als leistungsschwach wahrgenommen werden, die dem Staat und damit allen anderen auf der Tasche liegen."

Zerstörungslust habe oft im Zusammenhang mit persönlichen Krisen gestanden, so die Soziologin. Also etwa Scheidung, Kündigung oder der Zwangsversteigerung des geliebten Eigenheims. Die Betroffenen wollen also zerstören, was sie tatsächlich oder vermeintlich in eine Notlage gebracht hat.

"Es herrscht soziale Klaustrophobie: das Gefühl, nicht mehr atmen zu können, den Befreiungsschlag setzen zu müssen, jetzt, sofort." Im Schweizer "Tagesanzeiger" machte Amlinger auf eine interessante Beobachtung aufmerksam. "'Es hat sich alles verschlechtert' war der Satz, den wir in unseren Interviews am häufigsten hörten", so die Soziologin.

... Viele Befragte hätten den Glauben verloren, ihren sozioökonomischen Status selbstständig verbessern zu können. Vielmehr fühlten sie sich ausgeliefert, gefangen in einer Gesellschaft mit schwindenden Lebens- und Zukunftschancen.

Übrigens dreht sich "Zerstörungslust" nicht nur um die Situation und Meinungen einiger Wähler in Deutschland. Nachtwey und Amlinger beschäftigen sich auch mit den Zuständen in den Vereinigten Staaten.

"In den USA wurde auch unter schwarzen Männern eine hohe Zerstörungswut beobachtet", so die Forscherin im Gespräch mit dem "Tagesanzeiger". "Sie zielte darauf ab, eine Gesellschaft niederzubrennen, in der sie sich systematisch benachteiligt fühlen." Weiße Männer hingegen hätten den Institutionen vorgeworfen, ihre Privilegien abzubauen - und wollen sie deshalb aus dem Weg räumen.


Aus: "Forscher befragten rechte Wähler - einen dumpfen Satz hörten sie am häufigsten" Anna Schmid (13.10.2025)
Quelle: https://www.focus.de/wissen/forscher-befragten-rechte-waehler-einen-dumpfen-satz-hoerten-sie-am-haeufigsten_7c54d7dc-b9ac-4de1-a641-f6e8eb994333.html

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Quote[...] Die Kettensäge ist beinahe zu einem Dingsymbol der politischen Gegenwart aufgestiegen. Während des Wahlkampfes des argentinischen Präsidenten Javier Milei stand sie für ein Programm, das der angeblichen staatlichen Gängelung und vor allem Besteuerung ein Ende machen soll. Anfang des Jahres überreichte er seine Kettensäge dem damals noch als Trump-Berater auftretenden Elon Musk, der in den Vereinigten Staaten ein ähnliches, inzwischen bereits gescheitertes Programm durchsetzen wollte.

Man verbindet mit der Kettensäge eine libertäre Weltanschauung, die einem ungezügelten Kapitalismus zum Durchbruch verhelfen will. Zu den anderen Segmenten der MAGA-Bewegung dagegen, die katholisch und kommunitaristisch geprägt sind oder den allein gelassenen Regionen des mittleren Westens entstammen, schien diese Programmatik nie recht zu passen. Müssten diese Trump-Anhänger nicht einen starken Staat wollen, um sich vor den Imperativen der Globalisierung zu schützen?

Die beiden Soziologen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey haben jetzt eine Studie vorgelegt, die die in der Kettensäge symbolisierte ,,Zerstörungslust" als Gemeinsamkeit der rechten Bewegungen der Gegenwart betrachtet. Zwar seien sich Kommunitaristen und Libertäre keineswegs einig, wie das exakte politische Programm lautet, das man nach einem erhofften und erkämpften Sieg umsetzen will, doch beide seien durchdrungen von einer ,,affektiven Negation des inklusiven Liberalismus".

Eine Lust an ,,Destruktivität" fungiere als Klammer und Motor der politischen Mobilisierung, so die These der beiden Autoren, deren Beschreibung des ,,Querdenker"-Milieus während der Corona-Pandemie als Sammlungsbewegung eines ,,libertären Autoritarismus" ein breites Publikum erreicht hatte.

Was soll das also sein: ,,Destruktivität"? Amlinger und Nachtwey meinen damit unter Rückgriff auf die sozialpsychologischen Arbeiten Erich Fromms einen vielseitigen, jedoch sozial bedingten Affekt. Es handle sich bei der ,,genussvollen Hinwendung zum Negativen" um eine ,,Gefühlsstruktur", die aus der Zerstörung und Zerschlagung bestimmter Institutionen, aber auch der Zurechtweisung und Abweisung bestimmter sozialer Gruppen Lust gewinnt – Lust, die politisch genutzt werden kann.

Man denke etwa an die Videoclips, die digital herumgereicht werden, wenn Polizisten mittels Schmerzgriff Klimaaktivisten von der Straße zerren; oder an die Glorifizierung jener ICE-Beamten, die im Auftrag der Trump-Regierung Einwanderer ohne Pass auf der Straße ergreifen und in Abschiebegefängnisse stecken. Die Bestrafungsphantasien, die Trump-Anhänger antrieb, als sie am 6. Januar 2021 das Kapitol stürmten, gehören in dieselbe Kategorie politischer Gefühlsaufwallung.

Doch woher kommt diese ,,Zerstörungslust"? Es gehört zu den besseren Aspekten dieses Buches, es sich in dieser Frage nicht einfach zu machen. Statt sich darauf zu beschränken, die affektive Negativität rechter Bewegungen zu beschreiben (und damit abzuwerten), geben die beiden Soziologen dem Warum, das ja immer ein nachvollziehendes, empathisches Verstehen voraussetzt, ausgesprochen viel Raum. Sie führen den beschriebenen destruktiven Charakter schließlich auf die sozioökonomischen Strukturveränderungen der vergangenen Jahrzehnte zurück.

Das chronische Sinken der Wachstumsraten und Produktivitätssteigerungen habe in einen Zustand geführt, der ein Nullsummendenken nahelege. Für einige Schichten seien Lohn- und Wohlstandssteigerungen kaum mehr in Aussicht, bei vielen dominiere stattdessen die Angst vor Abstieg und Statusverlust. Aus diesem ,,Gefühl des blockierten Lebens erwächst eine hyperindividualistische Weltwahrnehmung, in der Fortschritt nur noch auf Kosten anderer möglich ist."

Das verändere schließlich auch den Charakter der politisch-sozialen Konflikte: ,,In Gesellschaften stagnierenden oder gar rückläufigen Wachstums richten sich die Angriffe nun zunehmend gegen andere: Man möchte anderen schaden, um selbst keinen Schaden zu erleiden. In einer nachmodernen Ordnung, in der wenige die großen Gewinne unter sich aufteilen und in politische Macht konvertieren, wird der Kampf um die Reste umso verbissener", so die These des Buches.

Die Wut richte sich in erster Linie gegen den Staat und die politischen Eliten, die den Bürger nicht nur Aufstiegsmöglichkeiten vorenthalten würden, sondern mittels Steuern und Vorschriften auch noch Steine in den Weg legten. Man verdient kaum noch was – und dann verkündet der Klimaschutzminister, man müsse sich eine neue Heizung anschaffen.

Doch auch Mitbürger würden zum Objekt der Destruktion. Die ,,Professional-Managerial Class", also jene Gruppe akademisch ausgebildeter Beamter, leitender Angestellter, Lehrer, Erzieher und Journalisten, die für die Durchsetzung von Normen, Sprachcodes und Diversity-Programmen zuständig ist, gerate ebenso ins Visier rechter Bewegungen wie die angeblich wachsende Zahl der ,,Mitesser" – Arbeitslose, Migranten, Faulenzer –, die sich am nicht mehr wachsenden Kuchen bedient, ohne selbst etwas beizutragen.

Man wünscht sich, dass Amlinger und Nachtwey etwas mehr auf die wirtschaftsgeschichtlichen Determinanten eingegangen wären, die hinter dieser von ihnen geschilderten sozialökonomischen Situation stehen, statt gleich soziologentypisch eine ,,Nachmoderne" zu verkünden, die passenderweise mit Erscheinen des Buches hereinbricht. Doch auch so ist das vorgetragene Theorem überzeugend genug. Die veränderte politische Lage von einem veränderten Wachstumsregime her zu erschließen, ist eine gelungene Ergänzung zu den vielen Populismuserklärbüchern, die in den vergangenen Jahren erschienen sind.

Überzeugend sind die beiden Autoren außerdem immer dort, wo sie sich ihrem Material zuwenden: einigen Dutzend Gesprächen mit Personen, die libertäre, rechtspopulistische oder destruktive Haltungen pflegen. Sie zeigen, wie das Erleben biographischer Brüche, wie die Erfahrung ,,blockierten Lebens" dazu führen kann, der Politik hauptsächlich im Modus der Negation zu begegnen. Um aus dem Weg zu räumen, was einem selbst im Wege steht.

,,Erst schließt das Krankenhaus", so fassen Amlinger und Nachtwey das rhetorische Schema ihrer Interviewpartner zusammen, ,,und dann wird es in eine Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert. Die Straßen sind voller Löcher, und dann lungern Geflüchtete auf öffentlichen Plätzen herum. Marihuana wird legalisiert, und dann wartet man Monate auf einen Facharzttermin." Dieses ,,Und dann" verknüpft kausal, was sachlich nicht unbedingt zusammengehört. Doch genau so sieht die Welt der Zerstörungslustigen von innen aus: Bedrohte Freiheiten und materielle Ansprüche, die erst verweigert und dann anderen zugesprochen werden.

Alles andere, so muss man leider sagen, ist an diesem Buch konfus. Über viele Seiten hinweg hat man den Eindruck, eine aus vielen Zeitdiagnosen zusammengestoppelte Meta-Zeitdiagnose zu lesen; eine Theorie-Collage, die die Autoren aus ihren Theoriehelden arrangiert haben. Man purzelt von A wie Adorno über B wie Bataille bis Z wie Žižek. Und man glaube nicht, die Buchstaben dazwischen wären ausgelassen worden: Deleuze und Guatarri, Elias und Foucault, Fraser und Freud, Graeber und Gramsci, Habermas und Hall, Jaeggi und Jäger, Lacan und Landa, Löwenthal und Lukács, Marx und Marcuse, Polanyi und Przeworski, Reckwitz und Rosa, Shklar und Sloterdijk geben sich nur so die Klinke in die Hand.

Die von diesen Autoren geborgten Begriffe sind oft nur Versatzstücke, manchmal sogar nur Metaphern – zur Klärung oder gar Argumentation tragen sie sehr selten etwas bei. Man hätte sich gewünscht, Amlinger und Nachtwey hätten sich mehr Zeit für ihren Stoff genommen und ihre Gedanken in ein funktionierendes System gebracht, statt sich hemmungslos im großen Suhrkamp-Abc zu bedienen. Der Eindruck entsteht, die vielen Verweise füllen, was nur angedacht, aber eigentlich nicht durchdrungen ist. So bleibt von den versprochenen ,,Elementen des demokratischen Faschismus" nur ein Anfang übrig. Aber immerhin dieser ist gelungen.

Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey: ,,Zerstörungslust". Elemente des demokratischen Faschismus. Suhrkamp Verlag, Berlin 2025. 453 S.


Aus: "Warum die Rechten die Welt brennen sehen wollen" Oliver Weber (13.10.2025)
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/sachbuch/zerstoerungslust-von-carolin-amlinger-und-oliver-nachtwey-110724220.html

QuoteAD

Wer Milei nicht kapiert, hat auch den Niedergang Argentiniens nicht verstanden. Das sind mir alles zu billige linke Plätze die man versucht da aufzumachen, viel zu wenig Selbstkritik, aber was will man von Leuten erwarten, die ernsthaft denken, Sie wären als ,,Journalisten" dafür verantwortlich, professionell verantwortlich, für dass Durchsetzen von Sprachnormen oder Diversitätsgedanken?


QuoteWK

In den letzten Jahrzehnten sah ich eher die Wut der Linken/Linksextremisten.
Komisch: Fridays for Future, Greta Thumberg, etc. pp. waren das Rechte? Die Linken wollten "die Welt brennen sehen". So unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein - wenn man, wie die Linken - die Deutungshoheit besitzt.
Dann nennt man Terroristen einfach Aktivisten.
Und wenn es ein paar "Rempeleien" in Chemnitz gibt, alle Angeklagten freigesprochen werden, bleiben "Hetzjagden". Wenn Linksextremisten Menschen gezielt in Gruppen jagen und mit Hämmern und Eisenstangen gezielt gegen Köpfe schlagen, dann bleibt schweigen.
Das meinte doch der Autor, oder?
Vielleicht ist es diese Doppelmoral? Diese Ohnmacht gegen eine selbsternannte progressive Minderheit, die mit all ihrer Arroganz gegen die nicht nur "gefühlte" Mehrheit Politik gemacht hat.
Ich vermute, das ist es.
Und ich finde: Trump, Milei und bald auch Le Pen sind mit ihren "Gegner" wesentlich nachsichtiger, als es die Linken je waren.


QuoteM.1920

Die materielle Begründung genügt m.E. nicht. Mindestens von gleichem Gewicht, wenn nicht gewichtiger scheint mir das Gefühl zu sein, mit der eigenen eher konservativen Weltsicht an den Rand gedrängt zu werden. Wer Greta Thunberg kritisch sah, galt vor zwei Jahren noch als Klimawandelleugner; wer fand, dass eine Familie idealerweise aus Papa-Mama-Kindern, nicht aus Papa-Papa-Kindern bestehen solle, als homophob. Etc. pp. M.E. kommt daher viel Wut. Glücklicherweise dreht sich ja jetzt der Wind!

Im Übrigen nehme ich auch an diesem ,,an-den-Rand-Drängen" konservativer Positionen viel Destruktivität wahr. Es werden dabei oft ja nicht einfach konservative Positionen abgelehnt, sondern das Gegenüber wird als unmoralisch abgewertet und damit aus dem Kreis der satisfaktionsfähigen Gesprächspartner eliminiert. Darum geht es ja bei der dauernden Moralisiererei. Welche sozialen Ursachen hat die Zerstörungslust des Herrn Böhmermann? Abstiegsangst bei 600.000 p.a. - ?!


QuoteJS

"Warum die Rechten die Welt brennen sehen wollen" - sind wir hier bei der "SZ"?


QuoteF.R.

Das ist ja alles fürchterlich über einen Kamm geschoren. Javier Milei hat sich also genussvoll dem Negativen zugewendet? Und sieht die Welt als Nullsummenspiel? Haben die Autoren des Buches oder auch Herr Weber ihm wirklich mal zugehört? Dass der Staatsapparat in Argentinien lächerlich gross geworden war, hat ja nicht nur Javier Milei gemerkt, auch wenn das den Sozialisten natürlich nicht gefällt. Da finde ich es ziemlich mutig und eigentlich auch angemessen, erstmal zu sagen "dafür ist kein Geld da". Und er tritt ja für die Freiheit ein, damit der Kuchen grösser wird, bevor er verteilt wird. Und deutlicher kann er es auch nicht sagen.


QuoteP.C.

Vielleicht ist es ja auch so, dass Sie sich nicht wirklich mit den angeblichen Reformen von Milei auseinandergesetzt haben.

Dann würden vielleicht auch Sie erkennen, dass es bei Milei auch nur darum geht, seinen Buddys die Taschen vollzumachen, während er Rentner die Renten und die Subventionen für deren Medikamente kürzt.

Aber wahrscheinlich verstehen das die Rentner in Argentinien alle nur falsch, gehen zu Unrecht auf die Straßen und werden zu Recht von Mileis Polizei niedergeknüppelt.


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Link

Quote[...] Eine rechtsextreme Gruppierung hat im US-Bundesstaat Arkansas ein ausschließlich weißen Personen vorbehaltenes Wohnprojekt gegründet und plant nun eine Expansion in den Bundesstaat Missouri. Dort sollen ähnliche Siedlungen entstehen, die nur Menschen europäischer Abstammung aufnehmen.

Das Projekt "Return to the Land" (RTTL) wurde 2023 gegründet, hat nach eigenen Angaben bereits 160 Hektar Land in Nordost-Arkansas erworben. Das Grundstück liegt in der Nähe von Ravenden, einer Stadt mit weniger als 500 Einwohnern, deren Bevölkerung zu über 97 Prozent weiß ist. In einer abgeschotteten Gemeinschaft leben dort inzwischen mehrere Dutzend Personen in einfachen Hütten. Der Zugang zur Siedlung ist streng reglementiert: Bewerber müssen sich in einem Interview sowie per schriftlicher Abstammungserklärung als europäisch identifizieren.

Jüdische Menschen und andere nicht weiße Bevölkerungsgruppen sind explizit ausgeschlossen. In einer Onlineveröffentlichung der Gruppe heißt es, man nehme auch "keine Bewerber auf, die den Islam oder das talmudische Judentum praktizieren", da diese Religionen "von nicht europäischen ethnischen Gruppen geschaffen" worden seien.

Die rechtliche Konstruktion des Projekts stützt sich auf eine sogenannte Private Membership Association (PMA). Das ist eine Organisation, deren Angebot sich nur an private Mitglieder richtet. Dadurch soll die Siedlung angeblich nicht dem Fair Housing Act unterliegen, einem Bundesgesetz von 1968, das Diskriminierung beim Zugang zu Wohnraum verbietet. Eric Orwoll, Mitgründer von RTTL, erklärte in einem Interview, dass ihm zufolge "Amerikaner das Recht haben, sich frei zu organisieren und auf welcher Grundlage auch immer bewusste Gemeinschaften zu bilden".

Fachleute äußern erhebliche Zweifel an dieser Einschätzung. Die Juristin Stacy Seicshnaydre von der Tulane University in New Orleans erklärte, es sei "schwierig für eine private Vereinigung, sich den Vorschriften des Fair Housing Act zu entziehen, wenn sie sich an Immobilienentwicklung beteiligt". Die Ausnahmeregeln des Gesetzes würden in der Regel nur für reine Klubs oder Gemeinschaften greifen, deren Hauptzweck nicht im Wohnungsbau liege.

Auch von zivilgesellschaftlicher Seite kommt deutliche Kritik. Die Anti-Defamation League (ADL) warnte in einer Stellungnahme, die RTTL-Initiative wolle "diskreditierte und verwerfliche Formen der Segregation wiederbeleben". Die Organisation forderte Behörden und lokale Vertreter auf, rasch zu handeln, um eine Verfestigung solcher Strukturen zu verhindern.

Das Projekt zeigt sich unterdessen strategisch ambitioniert. Orwoll spricht offen über Pläne, RTTL-Ableger in allen 50 Bundesstaaten zu gründen – auch in urbanen Zentren wie San Francisco oder New York. Auch die Region um Springfield, Missouri, wird als potenzieller Standort gehandelt. Orwoll begründet das Interesse mit "erschwinglichem Land, natürlicher Schönheit, reichlich Wasserressourcen und einer konservativen, überwiegend weißen Bevölkerung".

Ideologisch bezieht sich RTTL unter anderem auf das südafrikanische Modell "Orania", eine ausschließlich von Weißen bewohnte Enklave, die nach dem Ende der Apartheid gegründet wurde. Orwoll hatte die Siedlung bei einem Besuch als "außergewöhnlich" bezeichnet. In einem Video sagte er: "Ihr zeigt nicht nur den Afrikanern den Weg, sondern insbesondere europäischen Menschen weltweit."

In der Vergangenheit scheiterten ähnliche Siedlungsprojekte häufig an finanziellen Problemen, internen Konflikten oder ihrer geografischen Abgelegenheit. Morgan Moon, Extremismusforscherin bei der Anti-Defamation League, hält RTTL jedoch für eine der bislang am professionellsten organisierten rechtsextremen Siedlungsinitiativen in den USA. Moon erklärte, die Gruppe verfüge über eine "höher entwickelte finanzielle und rechtliche Struktur" als andere Bewegungen.

Sie schätzt, dass RTTL bislang rund 300.000 Dollar durch Grundstücksverkäufe eingenommen habe. Zusätzlich wurden Spenden für Infrastrukturprojekte wie ein Schulgebäude gesammelt. Trotz dieser Summen sei das Budget im Vergleich zum erklärten Ziel, eine vollständige Parallelgesellschaft aufzubauen, gering.


Aus: "Siedlung nur für Weiße in den USA: Keine Schwarzen, keine Juden, keine Muslime" (24.07.2025)
Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_100833276/arkansas-rechtsextreme-gruppe-will-dorf-in-den-usa-nur-fuer-weisse.html

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"He thinks Hitler may have been right, now he wants a Whites-only community in Tennessee"
Who is Eric Orwoll, and what does he really believe? NewsChannel 5 had some tough questions for the man pushing for a Whites-only community in the Volunteer State
Posted 3:39 PM, Oct 27, 2025
and last updated 10:09 PM, Oct 28, 2025
By: Phil Williams
https://www.newschannel5.com/news/newschannel-5-investigates/confronting-hate/he-thinks-hitler-may-have-been-right-now-he-wants-a-whites-only-community-in-tennessee

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Quote[...] In den Ozark Mountains in Arkansas errichtet eine Gruppe von Siedlerinnen und Siedlern auf einem etwa 60 Hektar großen Stück Land aus dem Nichts eine neue Gemeinde. Mit dem Projekt "Return to the Land" soll eine Gemeinschaft geschaffen werden, die weißen, heterosexuellen Personen vorbehalten ist. Auch jüdische Menschen oder Bewerber, die den Islam praktizieren, sind ausgeschlossen. Die New York Times besuchte das Areal – und zitiert Experten, die anzweifeln, ob ein solches Wohnprojekt legal ist.

Die Siedlung befindet sich in der Nähe von Ravenden, einem kleinen Dorf mit etwa 400 Einwohnerinnen und Einwohnern. Gründer Eric Orwoll wuchs eigentlich in Kalifornien auf, studierte an der privaten Eastman School of Music in New York und war kurz Teil des umstrittenen Orchesters Shen Yun, hinter dem die homophobe Falun-Gong-Bewegung steckt. Er betrachte die Gruppe zwar als Sekte, sagt er, bewundere aber auch ihre Vorgehensweise.

Der 35-Jährige lebt heute in einem weißen, zweistöckigen Haus, vor dem eine amerikanische Flagge weht. Die Ausgabe von Adolf Hitlers Mein Kampf in seinem Bücherregal dreht er um, bevor der Fotograf ein Bild davon schießen kann, schreibt die Reporterin der New York Times. Orwoll betreibt außerdem einen Youtube-Kanal, auf dem er die Philosophie Platons aus einer christlichen Perspektive bespricht – und vor "globalen Eliten" warnt oder gemeinsam mit dem offen rassistischen Influencer Nick Fuentes auftritt.

Orwoll vertritt die Verschwörungstheorie des "Großen Austauschs". Sie besagt, dass weiße Bevölkerungsgruppen durch niedrige Geburtenraten und Massenmigration durch nichtweiße Menschen ersetzt werden sollen. Darauf bezieht sich unter anderem die Identitäre Bewegung und auch Rechtsterroristen wie der Attentäter von Christchurch – der ein Jahr vor seinem Anschlag auf zwei Moscheen im März 2019 an den österreichischen Identitären-Chef Martin Sellner 1500 Euro gespendet hatte.

"Return to the Land" hat Orwoll gemeinsam mit Peter Csere gegründet, einem 36-jährigen Jazzpianisten. Auf seinem X-Account verbreitet Csere antisemitische Verschwörungstheorien und leugnet den Holocaust. Im Gespräch mit der New York Times äußerte er die Überzeugung, dass IQ eine genetische Komponente habe, gestand dann aber doch noch ein, dass der Holocaust stattgefunden habe. Als Vorbild nennt er Orania, eine ausschließlich von Weißen bewohnte Enklave in Südafrika, die nach dem Ende der Apartheid gegründet wurde und von der Regierung geduldet wird.

Csere ist kein Unbekannter. In Ecuador gründete er das Ökodorf Fruit Haven, auf der dorfeigenen Website wird ihm inzwischen öffentlich Betrug und Diebstahl vorgeworfen. Außerdem soll er einen ecuadorianischen Bergmann niedergestochen haben, der dabei einen Lungenkollaps erlitten habe. Csere wurde in Ecuador wegen versuchten Mordes festgenommen, jedoch nie offiziell angeklagt.

Die Messerstecherei sei Selbstverteidigung gewesen, sagt er. Auch, dass er Mitgliedern der Gemeinde Geld schulde, bestreitet er. 2023 verließ er Ecuador. Kurz darauf gründete er gemeinsam mit Orwoll zuerst einen Verein namens "Return to the Land" und später gemeinsam mit drei anderen Männern eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Das Gelände in Ravenden kauften sie für 237.000 US-Dollar.

Inzwischen leben etwa 40 Menschen dort. Bewerberinnen und Bewerber, die ihnen nicht weiß genug erscheinen, lehnen Csere und Orwoll ab. Ihr System halten die Männer aufgrund einer Ausnahmeregelung im Fair Housing Act für legal, die es privaten Vereinen und religiösen Gruppen erlaubt, ihre eigenen Mitglieder bei der Wohnungsvergabe zu bevorzugen. Dadurch soll etwa ermöglicht werden, dass Kirchen auf ihren Grundstücken Unterkünfte für Geistliche anbieten.

In der New York Times zweifeln mehrere Expertinnen und Experten an der Legalität des Projekts. Tim Griffin, der Generalstaatsanwalt von Arkansas, leitete nach ersten Medienberichten im Sommer eine Untersuchung wegen möglicher Rechtsverstöße ein. Renika Moore, die Leiterin des Programms für Racial Justice bei der American Civil Liberties Union, bestreitet, dass "Return to the Land" legal ist. "Die Neuverpackung der Wohnsegregation als 'privater Klub' ist immer noch ein typischer Verstoß gegen Bundesrecht", sagt sie.

John Relman, ein auf Verstöße gegen den Fair Housing Act spezialisierter Anwalt, sagt, die Gruppe könne nicht nur auf Grundlage des Fair Housing Act von 1968, sondern auch mehrerer Paragrafen des US Civil Rights Act von 1866 verklagt werden, und spricht von "eindeutigen Beweisen für vorsätzliche Diskriminierung". Peter Simi, ein auf extremistische Gewalt spezialisierter Soziologe, glaubt: "Sie halten den Moment für sehr günstig. Sie sehen einen Freund im Weißen Haus auf höchster Ebene."

Orwoll erklärt, er habe zwar für Trump gestimmt, aber nur weil ihm Kamala Harris noch schlechter erschien. Csere kritisiert die Unterstützung Israels der MAGA-Bewegung. Trotzdem sind sich die beiden einig, dass der Zeitpunkt für ihr Vorhaben gerade richtig ist. Sie wollen einen Präzedenzfall schaffen, solange das kulturelle und rechtliche Klima dafür günstig ist. "Wenn wir diesen Kampf also ausfechten wollen – und es ist ein Kampf, der irgendwann ausgefochten werden muss –, dann besser jetzt", findet Orwoll.

Sein Traum ist es, dass bald 200 Männer und Frauen in seinem Wohnprojekt leben. Im ganzen Land hätten Unterstützer ihr Interesse bekundet, sagt er. Weitere Projekte sind geplant; zwei in den Ozarks, eines im Deep South und zwei in den Appalachen. Bald will Orwoll nach Missouri reisen, um sich Grundstücke anzuschauen und Personen zu überprüfen, "die möglicherweise nicht vollständig überprüft wurden". (thal, 26.8.2025)


Aus: "In den USA soll ein Dorf entstehen, in dem nur Weiße leben dürfen" Jakob Thaller (26. August 2025)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/3000000284872/in-den-usa-soll-ein-dorf-entstehen-in-dem-nur-weisse-leben-duerfen

QuoteNeigungsgruppe Gaffabandl / WD-40

Ist doch auch nur ein Safespace - wozu die Aufregung? :D


QuotePirat98

Die Empörungswelle der Woken ist bis zu einem gewissen Grad amüsant anzusehen. Man kann sich natürlich über alles echauffieren.
Ich verstehe das Problem nicht. Die Leute haben sich legal (davon gehe ich aus) Grund gekauft, dann können sie jetzt auch entscheiden, was mit diesem Grund geschieht und wer dort leben darf. Soweit ich weiß, gibt es in den USA kein Gesetz, das besagt, dass in jeder Gemeinde zumindest eine nicht-weiße Person leben muss. Gerade im "Land of the free", sollte doch die Freiheit für solche Projekte sein. Ich bin mir sicher, wenn Schwarze oder Asiaten so ein Projekt für nur für sich starten würden, wäre das für viele überhaupt kein Problem.
Interessant auch, dass der Artikel jetzt in "Immobilien" zu finden ist :D


Quotedr_rock

Zum drüber aufregen ist das ganze viel zu absurd, wie wollen die denn überprüfen, ob jemand weiß genug ist? Farbskala oder womöglich Arierausweis? Wie viele Generationen zurück? Was machen die dann, wenn sie draufkommen, dass einer womöglich doch einen nicht ganz so weißen Vorfahren in der Verwandtschaft hat? Oder womöglich nicht ganz so stramm hetero ist, evtl. der Nachwuchs? Kameraüberwachung im Schlafzimmer, Testbeischlaf unter Jurykontrolle oder Provokationstest in der Männerdusche? Und das mit dem Glauben ist halt auch nicht wirklich objektivierbar.
Sollen sie nur unter ihresgleichen bleiben, da wird eh sonst keiner hinwollen. Hat was von einer Sekte oder schrägen Kommune. Guter Stoff für South Park oder ein Buch von T.C. Boyle;-)


QuoteBitte nicht weiterlesen

Ohne jegliche Sympathien für Sellner und die Identitären: Muss man wirklich bei jedem nur annähernd thematisch relevanten Artikel krampfhaft den Querverweis zur Spende des Christchurch-Attentäters einbauen. Ich glaub selbst wenn man nur gelegentlich den Standard liest, weiß man das mittlerweile. Kommt für mich mittlerweile wie eine unsachliche Wadlbeisserei rüber, die Zweifel an der Sachlichkeit des Artikels hervorruft.


QuoteStandardaccount

USA war immer ein einwanderungsland. Ersetzt wurden die Ureinwohner.


Quotedr_rock

Wer nicht seit mindestens 4 Generationen seine Zugehörigkeit zum White Trash und seine Fortpflanzung innerhalb der näheren Verwandtschaft nachweisen kann, kommt nicht rein! Hui, die rein heterosexuelle (haha) weiße Herrenrasse unter sich, sowas hat immer schon super funktioniert!


QuoteBeerlover 2.0

Interessant in dem Forum ist, wieviel Hate weißen Heterosexuellen entgegenschlägt. Wir sind offenbar schon eine Minderheit.


QuoteZeedor

Na? Wie fühlt sich dieses "in der Minderheit sein" denn an?


QuoteKlaus_aus_S

Interessant ist höchsten deine versuchte Gleichsetzung von Nazis mit heterosexuellen Weißen, weil, die überwiegende Mehrzahl der heterosexuellen Weißen sind keine Nazis ... nur mal so, zum Nachdenken.


QuoteLoreKärnten1983

''Eric Orwoll spricht auf seinem Youtube-Kanal über die Philosophie Platons aus einer christlichen Perspektive und verbreitet Verschwörungstheorien.''

sowas ähnliches gabs auch mal in deutschland.
rechtsextreme nannten solche stadtteile ''national befreite zonen''. ich glaube es war mehr eine idee, welche jedoch mangels stärke/möglichkeiten nie umgesetzt wurde.


QuoteZOLAISGOD

"Return to the Land"

Eins muss man dem Nazigsindl lassen. Sie haben null Scham ihre Dummheit oeffentlich zu machen.



QuoteGelöschtes Profiel

Nazi Ville

In Saudi Arabien gibt es Millionenstädte nur für Muslims. Da gibt es Schilder an den Autobahnausfahrten, damit die Ungläubigen noch rechtzeitig abfahren, bevor sie in den Genuss einer Scharia-Strafe kommen.


Quotewoifee 0.0

Sollte Saudi Arabien ein Vorbild sein?


QuoteExile on Main Street

Falls das doch durchgehen sollte (heutzutage ist in in Trumphausen ja alles möglich), dann schicken wir bitte die gesamten Identitären und die FPÖ dorthin, und alle ihre komischen Anhänger. Dort können's dann von einem Zaun geschützt dahinleben, und ihre absurden Vorstellungen ausleben.

Und wir hätten endlich Ruhe.


QuoteH. K.

So hätte man sie wenigstens an einem Ort ;-)


Quotedasistdasleben

gibts das nicht eh schon öfter in den usa? die haben ja tausende ziemlich strikte gated communities, da ist sowas ja schon sicherlich dabei.


QuoteStefanausWien

bisher ging das über den Preis
wer genug Geld hat ist willkommen!


QuoteS.Martin

Sollen sie machen, solange sie Leute der ausgeschlossenen Gruppen nicht zum Arbeiten ins Dorf rufen. Dann können sie die weiße Überlegenheit beim leeren der Mistkübel und putzen der Toiletten im Gemeindehaus demonstrieren. ...


Quotecpt.oneeye

"Sie besagt, dass weiße Bevölkerungsgruppen durch niedrige Geburtenraten und Massenmigration durch nichtweiße Menschen ersetzt werden sollen."

Ja aber wer macht das genau? Und warum?


Quotebloody-nine

die globalisten - in anderen worten, die juden und radfahrer - nicht weiterfragen, mehr weiß ich auch nicht.


QuoteBal-Marduk

Gibt Peter Csere dort dann allabendlich jazzkonzerte unter brennenden kreuzen um die vorherrschaft weisser kultur zu preisen?


Quotekberger

Auf Klavieren mit ausschließlich weißen Tasten.



Link

Quote[...] Die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sieht in der AfD keine Gefahr für die Demokratie und fordert, die Partei auf Landes- und Bundesebene in politische Entscheidungen einzubinden.

,,Die Brandmauer ist gescheitert, sie und die schlechte Politik der alten Parteien haben die AfD zur stärksten politischen Kraft in Deutschland gemacht", sagte die scheidende Parteivorsitzende dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). ,,Diesen Weg müssen wir endlich verlassen."

Die größte Gefahr für die Demokratie in Deutschland sei ,,eine Politik, von der immer mehr Menschen enttäuscht sind, die die Lebensverhältnisse und die Kaufkraft von immer mehr Menschen verschlechtert", so die Noch-Chefin der Partei Bündnis Sahra Wagenknecht.

In der AfD gebe es ,,Extremisten und gefährliche Typen", fügte Wagenknecht hinzu. ,,Aber die Radikalisierung der Partei ist doch auch eine Folge der Ausgrenzung. Einbindung zähmt, Ausgrenzung radikalisiert, das ist doch nichts Neues."

In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werde das BSW nach den Landtagswahlen 2026 keine Koalitionen gegen die AfD tragen, sagte Wagenknecht. ,,Für Koalitionen, deren einziger gemeinsamer Nenner ist, die AfD von der Macht fernzuhalten, stehen wir nicht mehr zur Verfügung."

Wagenknecht plädierte für Expertenregierungen unabhängiger Köpfe, die sich Mehrheiten bei allen Parteien suchen – die AfD eingeschlossen.

,,Sowohl eine Anti-AfD-Koalition als auch eine AfD-geführte Koalition trifft auf die Ablehnung von jeweils rund der Hälfte aller Wähler", sagte die BSW-Politikerin. ,,Ein Ausweg wäre eine Expertenregierung, in der nicht Parteienvertreter, sondern unabhängige Persönlichkeiten die Ministerämter übernehmen und die mit wechselnden Mehrheiten regiert."

Wagnenknecht hatte jüngst ihren Rückzug vom Parteivorsitz angekündigt. Ihre Nachfolge soll der EU-Abgeordnete Fabio de Masi antreten. Er würde die Partei dann künftig mit Amira Mohamed Ali führen, die ihren Posten als Ko-Vorsitzende behalten will.

Über die Neubesetzung des BSW-Präsidiums entscheidet Anfang Dezember ein Bundesparteitag in Magdeburg. Geplant ist dort auch die Abstimmung über einen neuen Parteinamen.

Das Kürzel BSW soll zwar bleiben – aus dem Bündnis Sahra Wagenknecht soll aber das Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft werden. Allerdings gibt es parteiinternen Widerstand gegen diese Variante. (AFP)


Aus: "Wagenknecht fordert Einbindung der AfD in politische Entscheidungen" (19.11.2025)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/die-brandmauer-ist-gescheitert-bsw-chefin-wagenknecht-fordert-einbindung-der-afd-in-politische-entscheidungen-14880557.html

Quotetizian2011
19.11.25 09:09

    Einbindung zähmt, Ausgrenzung radikalisiert, das ist doch nichts Neues.


Das stimmt. Franz von Papen ist genau nach diesem Rezept vorgegangen und schwupp war der Hitler gezähmt. ...

[https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Papen]


Quotematthiasvau
19.11.25 09:09

Es ist bezeichnend, dass die Steigbügelhalter der Rechtsextremisten nie die Verantwortung bei sich selbst sehen wollen. Es bleibt dabei: Wer Rechtsextreme unterstützt oder duldet, akzeptiert und fördert Rechtsextremismus.


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#189
Quote[...] Frankfurt – Die Politikerin und Autorin Jutta Ditfurth wird offenbar von sogenannten Reichsbürgern bedroht. Wie die Frankfurter Stadtverordnete der antirassistischen Liste Ökolinx im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau berichtete, wurde sie von der Polizei über eine Liste im Darknet informiert. Darauf stehen die Namen von Politikerinnen und Politikern unterschiedlicher Parteien sowie von Kulturschaffenden. Auf sie sollen Anschläge verübt werden.

Die Polizei bestätigte auf FR-Anfrage, dass sie mit Ditfurth ein ,,Beratungs- und Sensibilisierungsgespräch" geführt habe. Zu den Hintergründen verwies sie auf Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen einen sogenannten Reichsbürger aus Dormund.

Die Behörde hatte am 10. November einen 49 Jahre alten Verdächtigen festnehmen lassen. Er soll im Internet eine Liste mit Personen geführt haben, die er töten lassen wollte. Aufgeführt sind auch sensible persönliche Daten der Betroffenen. Dazu finden sich laut Bundesanwaltschaft Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen.

Laut dem Aufruf im Internet sollten zunächst Gleichgesinnte des Beschuldigten Geld in einer Kryptowährung spenden. Die Beträge waren gedacht als eine Art Kopfgeld für die Vollstreckung der vom Beschuldigten ausgesprochenen Todesurteile. Die Bundesanwaltschaft geht von Terrorismusfinanzierung und der Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat aus. Wie viele Namen auf der Liste stehen, ist derzeit nicht öffentlich bekannt.

Bedrohungen gegen ihre Person habe es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gegeben, sagte Ditfuth im Gespräch mit der FR. So habe es in den 80er Jahren zwei Brandanschläge auf ihr Haus in Frankfurt gegeben, was sie bislang nicht öffentlich gemacht hatte. Trotz der nun entdeckten Liste werde sie sich nicht aus der Öffentlichkeit zurückziehen und vor der Kommunalwahl im März wie geplant Wahlkampf für Ökolinx machen.

Ditfurth zählte 1980 zu den Gründer:innen der Grünen, von 1984 bis 1988 war sie Bundesvorsitzende der Partei. Im Richtungsstreit bei den Grünen gehörte sie dem linken Flügel an. Aus Protest gegen die Entwicklung der Partei verließ sie die Grünen 1991.

Im Jahr 2000 gründete sie die Ökologische Linke, aus der die antirassistische Linke Ökolinx hervorging. Seit 2001 sitzt sie – mit kurzer Unterbrechung – in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung.

Ditfurth ist Autorin zahlreicher Bücher, etwa über die Geschichte der Grünen und die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof. In den sozialen Medien äußert sie sich häufig zu aktuellen politischen Themen. Zuletzt kritisierte sie vor allem zunehmenden Antisemitismus vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs.


Aus: "Jutta Ditfurth stand auf Anschlagsliste – ,,Reichsbürger" sammelte Spenden für Kopfgelder" Georg Leppert (21.11.2025)
Quelle: https://www.fr.de/frankfurt/reichsbuerger-bedrohen-jutta-ditfurth-mit-anschlagsliste-im-darknet-94049054.html

Kontext: "NSU 2.0-Drohmails - Jutta Ditfurth: ,,Ich halte das von meiner Psyche fern"" Johanna Wendel (21. Juli 2020)
Die Zuständigkeit der Ermittlungen zu den NSU 2.0-Schreiben scheint momentan keinen festen Platz zu finden. Doch die Bedrohungen nehmen nicht ab, auch Jutta Ditfuhrt erhielt erneut Drohmails. Innenminister Peter Beuth will sich am Dienstag vor dem Innenausschuss äußern. ...
https://www.journal-frankfurt.de//journal_news/Gesellschaft-2/NSU-20-Drohmails-Jutta-Ditfurth-Ich-halte-das-von-meiner-Psyche-fern-36053.html

Jutta Ditfurth (Geburtsname Jutta Gerta Armgard von Ditfurth; * 29. September 1951 in Würzburg) ist eine deutsche Politikerin und Aktivistin für Feminismus, Ökosozialismus und Antirassismus. Als Journalistin und Autorin von politisch engagierter Sachliteratur und Belletristik ist sie auch publizistisch tätig.
https://de.wikipedia.org/wiki/Jutta_Ditfurth


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#190
"Gründung ,,Generation Deutschland"Rechtsextreme AfD-Jugendorganisation hat jetzt neuen Namen" Aus Gießen Gareth Joswig (29.11.2025)
Die Gründung der AfD-Jugend war ein extrem rechter Offenbarungseid. Und zwar auch der Mutterpartei. Immerhin gab es laute und widerständige Proteste. ... Adrian Maxhuni aus Niedersachsen [stellt] sich vor: Auch er ist langjähriger Kader der JA und gehört zu den völkischen Netzwerken innerhalb der Partei, die spätestens seit 2021 der bestimmende Mainstream der AfD sind und in der Jugendorganisation sogar deutlich länger. Der Landesverband Niedersachsen hatte 2022 die von ihm geführte JA als Jugendorganisation aberkannt, weil sie zu radikal aufgetreten ist. Damals stand in Chats von JA-Gruppen ,,Wir sollten Tierversuche stoppen und Flüchtlinge dafür nehmen" oder die ,,Endlösung für die Musels in Deutschland". Maxhuni führte die JA Niedersachsen trotzdem weiter. Darüber hinaus soll er auch Kontakte zu einem alten NPD-Ideologen haben, der Schulungen durchführt. Zur Belohnung gibt es 81,09 Prozent. ... Die Frage ist nur: Ist der Bogen irgendwann überspannt? Und wie viele Verbotspunkte will die AfD noch sammeln. Kevin Dorow aus Schleswig-Holstein, ein Burschenschaftler mit mehreren Schmissen im Gesicht, testete die Grenzen aus. Er hielt für den ersten Beisitzer im Vorstand die bis dahin radikalste Rede: ,,Wir distanzieren uns nicht", ruft er in den Saal, lobt das aktivistisch-außerparlamentarische Vorfeld und leitet dann zum Motto der Hitlerjugend über: ,,Jugend muss durch Jugend geführt werden", forderte er.
Das HJ-Motto hatte Rechtsextremist Björn Höcke vor einigen Wochen in Social Media gepostet und verschämt wieder gelöscht, nachdem herauskam, dass er mal wieder wissentlich NS-Parolen verbreitet hatte. Dorow bezieht sich auf Höcke und ruft das Motto hier von der Bühne. Dafür gibt es Szenenapplaus. ...
https://taz.de/Gruendung-Generation-Deutschland/!6133527/

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Quote[...] Altertümliches Outfit, ein stark rollendes ,,R" – der Auftritt von Alexander Eichwald sorgte beim Gründungskongress der AfD-Jugendorganisation für Aufsehen.

... Die AfD selbst distanzierte sich anschließend von Eichwald und sucht offenbar nach Wegen, ihm die Parteimitgliedschaft zu entziehen. Satire oder nicht – die Frage war auch knapp 14 Tage nach dem Gründungskongress der ,,Generation Deutschland" nicht endgültig beantwortet.

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Aus: ",,Weidels Aussage zu Hitler und Stalin empfand ich als ,Schlag ins Gesicht'", sagt Alexander Eichwald" (16.12.2025)
Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article69412eda52fde7cf1a8f339e/bizarre-rede-auf-afd-kongress-weidels-aussage-zu-hitler-und-stalin-empfand-ich-als-schlag-ins-gesicht-sagt-alexander-eichwald.html

QuoteDeutscher-Meister

Es hat inzwischen etwas beinahe Groteskes. Man liest Aussagen von Alexander Eichwald und fragt sich reflexartig, ob man gerade über mittelprächtige Satire gestolpert ist  oder doch nur über die ungefilterte Realität. Früher war Satire leicht daran zu erkennen, dass sie überzeichnet, überspitzt und absurd war. Heute reicht es offenbar, ein AfD-Positionspapier laut vorzulesen und abzuwarten, wer lacht. Spoiler: Niemand.

Dass die realen Positionen der AfD kaum noch eindeutig von Satire zu unterscheiden sind, ist kein Zeichen besonders gelungener Ironie, sondern ein politischer Offenbarungseid. Wenn man beim Lesen nicht mehr weiß, ob man schmunzeln oder sich sorgen sollte, gefriert einem das Lachen unweigerlich im Halse. Die Pointe fehlt, der Ernst bleibt und der ist unerquicklich genug.


QuoteMartin W.

Er hat selbst eingeräumt, dass er ein linker Aktivist ist.


QuoteHajo K.

Hat er nicht 🤣


QuoteAlternativer

OK, ein Freak, der sich zur AfD verirrt hat und komplett unwichtig und machtlos ist. Und ?


QuoteZack Z.

Einer von Tausenden.


QuoteClaudio B.

Liebe WELT, wie kann man solch einem Menschen ein Podium bieten? Könnt ihr uns das erklären?


QuoteZack Z.

Der stand doch sogar bei der AfD auf dem Podium.
12% haben ihn sogar gewählt.


QuoteMartin M.

Ich habe die Message leider immer noch nicht verstanden. Und warum er in eine vermeintliche Nazipartei eintritt deren Vorsitzende er ablehnt ergibt für mich auch keinen Sinn.


QuoteSubsidiäre E.

Wenn Eichwald ehrlich war, und seine Empörung bezog sich auf den Hitler-Stalin-Vergleich von Weidel (auch wenn es nur um die Wirtschaftspolitik ging), den er als russisch-deutscher Patriot als Verrat empfand, dann macht ihn dieses Empfinden zu einer interessanten zerrissenen Person, vielleicht wird er mal ein guter Schriftsteller.


...

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Quote[...] Am Wochenende hatten das Blatt und der Satiriker Cornelius Oettle verkündet, sie hätten Eichwald eingeschleust. Heute distanzierte sich die Titanic wiederum davon.

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Aus: "Satiremagazin befeuert Irritationen über Alexander Eichwalds Auftritt bei Gründung von neuer AfD-Jugendorganisation" (09.12.2025)
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/satiremagazin-befeuert-irritationen-ueber-alexander-eichwalds-auftritt-bei-gruendung-von-neuer-afd-j-100.html

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Quote[...] Es gibt Momente, in denen die politische Bühne für einen Augenblick aus der Zeit fällt. Ein junger Mann tritt ans Pult, richtet sich auf, holt tief Luft – und spricht, als sei er aus einer anderen Epoche herübergestolpert. Alexander Eichwald hat auf dem AfD-Gründungskongress der ,,Generation Deutschland" nicht einfach eine Rede gehalten; er hat ein Rätsel produziert, das nun wie ein Splitter im kollektiven Auge steckt. Man reibt sich und fragt: Was genau habe ich da gesehen?

Zwei Wochen nach diesem Auftritt bleibt die zentrale Frage ungelöst: Was wollte er damit? Die Interpretationen überschlagen sich, doch seine Intention bleibt bemerkenswert unklar.

Erste Analysen deuten jedenfalls darauf hin, dass weder klassische Satire noch Humor oder eine Provokation aus dem linken Spektrum wahrscheinlich sind. Zu konsistent ist der Pathos, zu wenig gebrochen der Vortrag, zu eindeutig das ästhetische Zitat, als dass es sich um kalkulierte Ironie handeln könnte.

Denn das, was dort gesagt wurde, ließe sich mit historischen Schlagworten beschreiben. Aber die Art, wie es gesagt wurde, rutschte in eine Sphäre, in der Ernst und Parodie so eng beieinanderliegen, dass sie sich gegenseitig verschlucken.

Es war, als sei jemand in eine Rolle geschlüpft, die längst auf den Dachboden der Geschichte verbannt gehört – und hätte sie, ohne jede ironische Brechung, mitten ins helle Licht eines Jugendkongresses getragen.

Die Szene hatte etwas von einem schlechten Theaterstück, allerdings einem, bei dem man nicht weiß, ob der Schauspieler seinen Text falsch verstanden hat oder das Publikum.

Das rollende ,,R", der archaische Pathos, das knöcherne ,,Parteigenossen" – alles wirkte ein wenig zu bewusst, zu dramatisch, zu einstudiert, um einfach nur unglücklich zu sein. Und doch zu ernst, zu konsequent durchgehalten, um ein Witz zu sein.

Gerade diese Uneindeutigkeit bildet den Kern des Rätsels: eine Rede, die aussieht wie eine Parodie und klingt wie ein Fanal. Ein junger Mann, der auftritt wie ein Statist aus einem Propagandafilm, jedoch mit einer Überzeugung, die kein Regisseur mehr in der Hand hat.

Eine politische Bühne, die plötzlich wirkt wie ein Spiegelkabinett, in dem unklar bleibt, ob man die Originalfigur sieht oder nur ihre verzerrte Reflexion.

Nimmt man jedoch an, dass es tatsächlich ernst gemeint war, eröffnen sich mehrere Deutungsebenen. Eine erste versteht die Rede als Ausdruck einer ideologischen Sozialisation, die historische Ästhetiken nicht als Warnsignal, sondern als Ressource begreift – ein Beispiel dafür, wie sich kollektive Gedächtnisse nicht nur bewahren, sondern auch verformen können.

Eine zweite Lesart verbindet Ideologie mit Aufmerksamkeitsökonomie. In ihr greifen Überzeugung und Kalkül ineinander. Dass sowohl die Süddeutsche Zeitung als auch Die Zeit andeuten, Eichwald wolle sich eine öffentliche Erklärung oder ,,Auflösung" seiner Rede bezahlen lassen, schärft diesen Blick zusätzlich.

Aufmerksamkeit erscheint dann als politische Währung, und die Grenze zwischen Bekenntnis und Selbstvermarktung verschwimmt.

Eine dritte Möglichkeit folgt der Logik strategischer Verwirrung: jenem Prinzip, so viele ästhetische, emotionale und rhetorische Überlagerungen zu erzeugen, dass jede klare Deutung unmöglich wird. Das Ziel wäre weniger Zustimmung als eine kollektive kognitive Erschöpfung – ein Zustand, in dem die Wirklichkeit selbst unscharf wird.

Und schließlich bleibt die Vorstellung eines privaten Experiments: eines jungen Mannes, der – getrieben von Neugier, Übermut oder Verzweiflung – die Bühne als Versuchsfeld nutzt und damit unfreiwillig die Verletzlichkeit politischer Symbolwelten freilegt. In dieser Perspektive ist die Rede kein Bekenntnis, sondern ein Stresstest der Öffentlichkeit.

In diesen Deutungen begegnen sich zwei Dynamiken: die Sehnsucht nach Eindeutigkeit und die moderne Erfahrung, dass politische Wirklichkeit zunehmend aus Inszenierungen besteht, die man weder ganz glauben noch ganz verwerfen kann. Eichwalds Rede wirkt wie ein Testfall dafür, wie fragil unsere Kriterien für das ,,Ernsthafte" geworden sind.

Gerade in einer Demokratie, die politische Ernsthaftigkeit lange als gemeinsame Grundlage verstand und nun weltweit beobachten muss, wie sich dieses Verständnis in Richtung populistischer oder autokratischer Formen verschiebt, erhält ein solcher Moment seine besondere Schärfe.

Vielleicht ist gerade dies das eigentliche Kunststück dieser unfreiwilligen Inszenierung: Sie legt offen, wie dünn die Membran zwischen Vergangenheit und Gegenwart geworden ist. Wie schnell eine politische Bewegung, die sich gern ,,bürgerlich" nennt, in ästhetische Abgründe kippt.

Und wie irritiert die Öffentlichkeit reagiert, wenn Extremismus nicht mehr als grimmiges Drohgebäude erscheint, sondern als unfreiwillige Groteske.

Das Rätsel Eichwald ist also keines, das nur auf eine Lösung wartet. Es ist ein Rätsel, das auch eine Diagnose stellt. Es zeigt eine Jugendorganisation und eine Partei, die erschrickt, wenn jemand in einem unkonventionellen Format ausspricht, was an ihrer Mitte längst akzeptiert ist; und ein Land, das manchmal nicht weiß, ob es lachen oder frösteln soll, wenn sich die Geschichte im falschen Kostüm zurückmeldet.

Vielleicht wird man später sagen, diese Rede sei kein Unfall, sondern ein Symptom – ein kurzer Moment, in dem die politische Gegenwart ihre eigene Maskerade erkannte und erschrak.

Oder man wird sagen, es sei nur ein junger Mann gewesen, der seine Rolle zu ernst nahm. Doch das größere Rätsel bleibt bestehen: Warum wirken die Schatten der Geschichte plötzlich wieder so nah, dass selbst ihre Karikaturen beklemmend real erscheinen?


Aus: "Das Rätsel Alexander Eichwald: Ein politischer Spiegelmoment" Frank Beutner (15. Dezember 2025)
Quelle: https://www.l-iz.de/leben/gesellschaft/2025/12/das-ratsel-alexander-eichwald-politischer-spiegelmoment-641250



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Quote[...] An der Wall Street feiern Trumps Nachwuchskader die AfD als Verbündete. Dabei geht es auch um künftige Wahlkampfhilfe – und um nichts weniger als den Umbau Europas. Es ist eine transatlantische Allianz, die offen vom Ende der EU träumt.

Bastian Brauns berichtet aus New York

Laut klappert das Geschirr in New York an der Wall Street, als Markus Frohnmaier gerade seinen großen Moment zelebrieren will. Bei der Abendgala der Young Republicans steht der AfD-Politiker auf der Bühne. Neben ihm ragen die korinthischen Säulen des Cipriani-Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert mehr als 20 Meter in die Höhe.

In den Händen hält er einen kleinen, gläsernen Adler. Es ist der "Allen W. Dulles Award". Die Gastgeber haben Frohnmaier diesen Preis gerade für "die Arbeit der AfD in einem besonders repressiven und feindseligen politischen Umfeld" verliehen. Nach Ansicht der Trumpisten verkörpert der deutsche Abgeordnete einen "vehementen antimarxistischen Geist".

Durch ein Mikrofon redet der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag gegen den Lärm der Unterhaltungen im Publikum an. "Ehrenwerte Mitglieder des New York Young Republican Club und weniger ehrenwerte Vertreter der Medien", ruft Frohnmaier seine Begrüßung in den Saal. Das Beschimpfen der Presse ist hier Erfolg versprechend. Später gibt er den vielen anwesenden Journalisten aber Interviews.

Vereinzelt gibt es dafür Applaus. Aber trotz dieser im Trump-Lager so beliebten Medienschelte bleibt es unruhig im Saal. Für viele Amerikaner an den runden Tischen gibt es in diesem Moment Wichtigeres als diesen unbekannten Mann aus Deutschland. Unbeirrt fährt er fort und zeichnet sein Bild von Deutschland. Unter anderem würden dort "Sturmtruppen" der Regierung morgens um 6 Uhr die Wohnungen "gesetzestreuer Bürger" wegen gemeiner Social-Media-Beträge stürmen. "Sie wollen meine Partei, die Alternative für Deutschland, verbieten, genauso wie Präsident Trump von den Wahlen ausgeschlossen werden sollte", sagt Frohnmaier. Er weiß, wie groß hier die Wut auf Demokraten ist, die angeblich die Justiz missbraucht haben sollen, um Trump zu verhindern.

Er weiß, dass er und Dutzende mitgereiste AfD-Politiker wichtig sind für den MAGA-Nachwuchs in New York. Und auch für die Vertreter der US-Regierung in Washington, von denen er die Tage zuvor mehrere treffen durfte. Wie alle rechten Parteien gelten sie in den USA als Verbündete in einem globalen Kampf, bei dem es um nicht weniger als den Umsturz der politischen Systeme in den westlichen Demokratien geht. An diesem Abend sind auch Vertreter der ungarischen Fidesz-Partei und der italienischen Lega anwesend.

Als Ziel gibt die US-Regierung nun auch offiziell in ihrer Nationalen Sicherheitsstrategie die Rettung einer weißen, christlichen, durch Massenmigration in ihrer Existenz bedrohten Zivilisation aus. Notwendig sei dafür die "Kultivierung des Widerstands gegen Europas gegenwärtigen Kurs innerhalb der europäischen Nationen". Notwendig ist dafür auch die AfD, genauer gesagt deren Unterstützung.

Wie das aussehen soll? Davon hat Preston Alfonso Parra mit 20 Jahren eine sehr genaue Vorstellung. Der junge MAGA-Republikaner mit den blondierten Haaren und der schwarzen Hornbrille spricht über eine "Trump-Doktrin", die eine Neuauflage der "Monroe-Doktrin", die einstige Vorlage für US-Dominanz in der westlichen Hemisphäre, sein soll. Bei kommenden Wahlen in Deutschland oder Frankreich würde man versuchen, Spender zu unterstützen, die etwa der AfD oder dem Rassemblement National, nahestehen. "Alles was legal möglich ist, werden wir tun", sagt er. Dazu gehöre es auch, mit Geldmitteln Nicht-Regierungsorganisationen zu installieren, "um die Menschen zum Grauen der Migranten, die über die Grenzen einfallen, fortzubilden."

Er sei sich sicher, dass die Trump-Regierung jene europäischen Staaten mit Konsequenzen überziehen würde, die sich nicht hinter dieser Vorstellung einer Rettung des Westens einreihen würden. Derzeit ließen Regierungen Europas rechte Parteien gezielt nicht aufsteigen und Wahlen gewinnen, indem sie sie verklagen oder ins Gefängnis werfen würden. "Wir werden nach Europa kommen und den Laden retten", sagt Parra. "Wir sind Amerika. Wir können das."

Am Ende dieses Vorgehens sollte die Zerstörung der Europäischen Union stehen, so Parra. Die AfD hat Ähnliches im Sinn. Sie träumt von einem "Europa der Vaterländer", in dem die heutige EU abgeschafft oder grundlegend reformiert wurde. Parra aber sieht dort eine zentrale Rolle für die USA: "Dann werden wir eine neue Liga von Nationen gründen, der Amerika vorstehen wird", sagt er. In einem solchen Bündnis würden die USA darüber wachen, dass die beteiligten Staaten die veranschlagten Werte einhalten würden.

Warum er ein System, das die Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg selbst mit erschaffen haben, zerstören will? "Es ist zu einer reinen Vetternwirtschaft geworden", so Parra. Eine "satanische Clique" sei an der Macht und habe nicht das Wohl Europas im Sinn.

So deutlich wie Parra werden an diesem Gala-Abend der Young Republicans in New York mehrere Mitglieder. Offen sprechen sie auch darüber, dass bei diesem Projekt "ethnische Merkmale" eine wichtige Rolle spielen würden. Wie genau diese definiert sein sollen, bleibt schwammig. Immer wieder geht es an diesem Abend um Syrer, Afghanen und andere muslimische Bevölkerungsgruppen.

Der Mann, der für Markus Frohnmaier die einführende Laudatio hält, heißt Dovid Holtzman. Der 26-jährige jüdische Amerikaner steht auf der Bühne und ruft: "Reißen Sie die Brandmauer ein, Kanzler Merz". Der frühere US-Präsident Ronald Reagan habe einst für Michail Gorbatschow das Ende der Sowjetunion eingeläutet. Jetzt will Holtzman den Eisernen Vorhang von der AfD heben. Die CDU solle seiner Vorstellung nach geradezu gezwungen werden, eine Koalition mit den AfD-Freunden einzugehen.

Als rassistisch oder antisemitisch sehe er die deutsche Partei nicht. "Es mag ein paar faule Äpfel geben, aber die gibt es überall", sagt Holtzman. "Die Welt braucht Deutschland. Der deutsche Charakter darf nicht verloren gehen." Was genau er unter dem "deutschen Charakter" versteht, führt er nicht aus.

Von so viel geplanter Unterstützung fühlen sich Markus Frohnmaier und die vielen AfD-Abgeordneten geehrt. Ob er sich Rückenwind aus den USA gegen ein mögliches Verbot der AfD erhoffen würde? "Ich komme hier nicht als Bittsteller", sagt Frohnmaier. Er freue sich aber, "wenn auf die Situation in Deutschland, auf diese aus meiner Sicht undemokratischen Zustände im Umgang mit der Opposition ein Schlaglicht geworfen wird". Man werde ohnehin bald regieren und benötige keine ausländische Unterstützung, so Frohnmaier.

Die AfD-Abgeordnete Anna Rathert freut sich ebenfalls über die Hilfe aus dem Trump-Lager. "Ich verstehe das eher als eine moralische Unterstützung und nicht als eine direkte Einmischung", sagt sie. Die Rhetorik bei der Veranstaltung sei "natürlich sehr amerikanisch". So würde sie als Deutsche nicht sprechen. "Das sind aber eben die Unterschiede in unseren Kulturen. Ich werfe das niemandem vor", so Rathert.

Vor dem alten Bankengebäude, das die Young Republicans für ihr Event an der Wall Street angemietet haben, hat sich eine kleine Gruppe von Demonstranten eingefunden. Auf ihren Schildern sind Sätze zu lesen wie "Rassismus ist nicht willkommen in New York City" oder "Warum ehren die Young Republicans Rechtsextremisten?" Ein Mann in einem Nazi-Kostüm mit Hakenkreuzbinde dringt für einen Moment durch den Haupteingang, wird aber vom Sicherheitspersonal sofort wieder hinausgeworfen.

Carlos Calzadilla führt den Protest gegen die jungen Republikaner und ihre AfD-Gäste an. Er ist der Vorsitzende der jungen Demokraten im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Er habe eine dringende Bitte an die Menschen in Deutschland. "Diese Leute dienen nicht den arbeitenden Menschen. Sie dienen der Wirtschafts- und Finanzelite", sagt er. Es sei kein Zufall, dass die Veranstaltung hier in diesem mächtigen alten Bankengebäude an der Wall Street stattfinden würde. "Es geht ihnen um Geld und Macht."

Was Donald Trump schon nach einem Jahr an der Regierung angerichtet habe, sei für jeden ersichtlich. "Die Preise schnellen in die Höhe. Die Umfragen für ihn stürzen in die Tiefe", sagt Calzadilla. Man müsse sich diesen Leuten entgegenstellen, und in New York sei das mit der Wahl des neuen Bürgermeisters Zohran Mamdani nun bereits gelungen. Die Gefahr sei viel größer, als sich viele vorstellen könnten. "Mit der Technologie der Künstlichen Intelligenz haben diese Leute so viel Macht wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit", sagt er. Man dürfe nicht zulassen, dass Extremisten wie die Republikaner oder die AfD die Kontrolle über diese Technologie erlangen würden.

Im Innern des Gebäudes rühmt sich der neu gewählte Präsident der Young Republicans, Stefano Forte, seiner Ideen. Niemand außer ihnen sei in der Lage gewesen, nach dem Wahlsieg von Zohran Mamdani in New York eine Kampagne zu dessen Abschiebung zu starten. Der Jubel im Saal ist groß. Während Forte den amerikanischen Staatsbürger und Bürgermeister von New York deportieren will, bezeichnet er Markus Frohnmaier und die AfD-Gäste als seine "Freunde".

Er beklagt sich darüber, dass Politiker der Demokraten ihn wegen der AfD-Einladungen als "Nazi-Sympathisanten" bezeichnet haben. Das sei mörderische Rhetorik. Forte verweist dazu auf den Mord an Charlie Kirk, an dem die Demokraten und "Lügenpresse" Schuld seien, weil auch der rechte Aktivist von ihnen als Nazi bezeichnet worden sei. Es sei darum auch vollkommen klar, "wer der Feind ist", so Stefano Forte.

Als finale Provokation wählt er einen Satz, über den sich die Presse freuen werde. "Trump 2028", ruft er. Als Präsident der New Yorker Young Republicans unterstütze er hiermit offiziell eine nach amerikanischem Recht verbotene dritte Amtszeit für Donald Trump. Auch an den insgesamt vier Tischen der AfD gibt es dafür Beifall. Man weiß, dass man einander noch gut für die eigenen Ziele brauchen kann.

...


Aus: "MAGA, AfD und Wall Street: Wie Trumps Bewegung den Umsturz Europas plant" Eine Reportage von
Bastian Brauns (15.12.2025)
Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_101043608/afd-an-der-wall-street-wie-trumps-bewegung-den-umsturz-europas-plant.html


Link

Quote[...] Die Berliner Staatsanwaltschaft hat wegen Zeigens des Hitlergrußes im Reichstagsgebäude Anklage gegen einen AfD-Bundestagsabgeordneten erhoben. Dem 60-jährigen Politiker, der namentlich nicht genannt wird, wirft die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben das Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen vor. Im Oktober 2025 war demnach die Immunität des Abgeordneten aufgehoben worden.

Der AfD-Politiker soll am 22. Juni 2023 während einer Sitzung des Bundestags einen Parteikollegen im Garderobenbereich an einem Eingang des Bundestags mit Hackenschlag und Hitlergruß begrüßt haben. Das Verwenden der Grußformel der verbotenen Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) ist in Deutschland und Österreich verboten. Dem Angeklagten soll laut Staatsanwaltschaft bewusst gewesen sein, dass die Geste für andere Menschen wahrnehmbar gewesen sei.

Im Oktober hatte der Bundestag die Immunität von zwei AfD-Abgeordneten aufgehoben: Stephan Brandner und Matthias Moosdorf. Somit sind strafrechtliche Ermittlungen gegen beide Politiker möglich. Im Fall von Moosdorf gehe es um einen mutmaßlichen Hitlergruß, hieß es damals von einem AfD-Fraktionssprecher.

Auch in seiner eigenen Fraktion gab es zuletzt einen Konflikt mit Moosdorf. Der ehemalige außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion wurde Mitte September dazu verpflichtet, nach einer nicht genehmigten Russlandreise ein fraktionsinternes Ordnungsgeld in Höhe von 2.000 Euro zu zahlen.

Dem stellvertretenden AfD-Bundessprecher Brandner wird indessen vorgeworfen, eine Journalistin beleidigt zu haben. Er soll sie als "Faschistin" bezeichnet haben. Das Parlament hatte ihm auch in der vergangenen Wahlperiode die Immunität entzogen.


Aus: "AfD-Abgeordneter wegen Hitlergruß im Bundestag angeklagt" (15. Dezember 2025)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-12/afd-abgeordneter-bundestag-hitlergruss-anklage-gxe

Matthias Moosdorf (* 20. April 1965 in Leipzig) ist ein deutscher Cellist und Politiker (AfD). Seit 2021 ist er Mitglied des Deutschen Bundestags. Von Ende 2023 bis Mai 2025 war er Leiter des Arbeitskreises für Außenpolitik der AfD-Fraktion. Zudem war er während dieser Zeit auch Außenpolitischer Sprecher.
https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Moosdorf

Quotesonstwer
vor 2 Stunden

Warum so zurückhalten, ZON?

AfD-Abgeordneter Matthias Moosdorf

Bisschen Kontext:

Selbst die AfD sanktioniert Cellist Moosdorf, September 12, 2025
... Moosdorf pflegt seit Jahren enge Kontakte nach Russland. Neben seiner parlamentarischen Arbeit lehrt er an der Moskauer Gnessin-Musikakademie. Im Frühjahr traf er in Moskau Anton Kobjakow, einen hochrangigen Berater von Präsident Wladimir Putin. Sein Engagement sorgt auch in den eigenen Reihen für Kritik.
https://backstageclassical.com/selbst-die-afd-sanktioniert-cellist-moosdorf/


QuoteTotem_2

War bestimmt wieder mal nur "Spaß" ...


QuoteBinane

Was doch immer wieder erstaunlich ist, Hitlergrüße, SA-Parolen, Relativierungen der NS-Zeit, konkrete Beziehungen zu Neo-Nazis, Neo-Nazis als Parteimitglieder, usw. usw..

Aber mit Rechtsextremen und derem autoritären, menschenverachtenden Weltbild hat die AFD natürlich gar nichts zu tun.


QuoteSüdvorstadt

Wir sollten den Hitlergruß des MdB Moosdorf auf jeden Fall inhaltlich stellen. Wahrscheinlich wurde er nur missverstanden und er wollte seinen Hut von ganz oben an der Garderobe greifen.
Auf gar keinen Fall ist die AfD rechtsextrem und muss verboten werden.


QuoteBinane

"Wir sollten den Hitlergruß des MdB Moosdorf auf jeden Fall inhaltlich stellen."

Das wird schwierig, Frau Weidel erklärt uns dann einmal mehr das Hitler eigentlich Kommunist gewesen wäre. 


QuoteAntifa_ist_Bürgerpflicht

Antwort auf @sonstwer

 Wer zur Hölle wählt solche Individuen in den Bundestag?

Ein Viertel aller Deutschen.


QuoteGemäßigter Sozialdemokrat

Vielleicht sollten sich Unionspolitiker auch mit erhobenem Arm grüßen, um den Rechtsradikalen ,,den Sauerstoff zu nehmen".


QuoteMVbm

Antwort auf @Antifa_ist_Bürgerpflicht

Bei der letzten Bundestagswahl ein Fünftel der Wähler. Nicht der Deutschen.

Rechnet man das hoch auf alle Deutschen, wären das "nur" rund 13 % die diese Typen gewählt haben. Jedes Prozent ist zu viel - keine Frage!


QuoteA-F

Antwort auf @Antifa_ist_Bürgerpflicht

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat bei der Bundestagswahl 2025 9.530.796 gültige Zweitstimmen erhalten.


QuoteSakulK.

Man liest ,,AfD" und ,,Hackenschlag und Hitlergruß" in einem Satz und denkt sich nur: ,,Aha, ein ganz normaler Donnerstag bei der AfD-Fraktion."

Ist. Das. Gruselig.


QuoteQuer- und Weiterdenker

Oder Schlagzeilen, wie "AfD Delegation reist nach Russland", "AfD Delegation wird von US Republikanern empfangen", "AfD-Mitarbeiter wegen Spionage für China verhaftet", "AfD nutzt kleine Anfrage im Landtag um kritische Infrastruktur für Russland auszuforschen", "AfD-Mitarbeiter bedrohen Angehörige anderer Partien in Räumlichkeiten dea Bundestages", "Björn Höcke wegen Volksverhetzung angezeigt" usw.

Ist aber alles egal, fast 30% der wahlberechtigten Bundesbürger würden den Verfassungsfeinden gerne dabei helfen, das Land zu verraten und zu ruinieren.


QuoteWoldcots

Antwort auf @Quer- und Weiterdenker

Weil... weil... die Grünen!


QuoteFreelancer3

Man könnte denken, das wären Nazis. Es kann aber gar nicht sein, sonst gäbe es ja ein Verbotsverfahren....


Quotevincentvision

Immer, immer wird die AfD vom System und den Altparteien missverstanden...

Hackenschlag und Hitlergruß? Lächerlich!

Der 60-jährige Abgeordnete wollte doch seine Fraktionskollegen sicher nur auf die beeindruckende Kuppelkonstruktion von Norman Foster hinweisen. Dazu muss man seinen Arm heben - und das beweist auch, dass die AfD niemals etwas gegen Ausländer hat, Foster ist schließlich Engländer...

Und dass die Schuhe aus deutschem Leder mal drücken können, hat schließlich schon unser - Entschuldigung, DER Führer vorhergesagt: ,,Zäh wie Leder" habe die deutsche Jugend zu sein...

Aber selbst das darf man ja nicht mal mehr sagen, ohne gleich in die Naziecke gestellt zu werden...


...

Link

Quote[...] Volker Weiß, geb. 1972, ist Historiker und Publizist. Er promovierte mit einer Studie über Arthur Moeller van den Bruck, einen Protagonist der ,,Konservativen Revolution" in den 1920er Jahren, der zu einem der Vordenker der Neuen Rechten wurde. ...


Aus: "Historiker Volker Weiß diskutiert in Nordhausen über sein neues Buch ,,Das Deutsche Demokratische Reich"" (Montag, 17. November 2025)
Quelle: https://www.nordhausen.de/news/news_lang.php?ArtNr=32699

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Quote[...] Rechtsextreme in Deutschland machen aus Hitler einen Kommunisten und beziehen sich positiv auf die DDR. Was absurd anmutet, verfolgt eine antiliberale Strategie, sagt der Historiker Volker Weiß. Mit seinem Buch "Das Deutsche Demokratische Reich" ist er gerade auf Vortragstour.

Gesa von Leesen: Herr Weiß, in Baden-Württemberg will die rechtsextreme AfD ihren Landesparteitag ausgerechnet am 9. November abhalten. Was schätzen Sie: Will sie damit an die Pogromnacht oder den Mauerfall erinnern?

Volker Weiß: Der 9. November ist natürlich ein sehr aufgeladenes Datum. Ich nehme an, dass ihr der Mauerfall näherliegt, da sie die Pogromnacht meist ignoriert. Und durch den Mauerfall wird die Pogromnacht überschrieben.

Gesa von Leesen: Spätestens seit AfD-Chefin Alice Weidel im Gespräch mit Elon Musk Hitler als Kommunisten bezeichnet hat, ist diese Umdeutung von Geschichte einer breiteren Öffentlichkeit nahegebracht worden. In Ihrem Buch beschreiben Sie, welche Tradition und Quellen das hat. In Kürze: Warum soll der Nationalsozialismus zu einer linken Ideologie umgeschrieben werden?

Volker Weiß: Das ist der schnellste Weg, die Hypothek der Vergangenheit loszuwerden. Die Rechte kannte seit 1945 im Prinzip unterschiedliche Varianten im Umgang mit der Vergangenheit, also mit der Niederlage, den Kriegsverbrechen, dem gesamten Nationalsozialismus. Eine Strategie, die nur einige Jahrzehnte unmittelbar nach dem Krieg funktioniert hat, war Verleugnung und Affirmation. Das ist heute kaum mehr zeitgemäß. Eine andere Strategie ist die der Verschiebung: Wenn ich den Nationalsozialismus aus meiner eigenen Traditionslinie herausdefiniere und ihn dem Gegner überantworte, dann bin ich auf der einen Seite die Last der Vergangenheit los und kann auf der anderen Seite den historischen und moralischen Diskurs, der ja von der Gegenseite immer in Anschlag gebracht wurde, gegen diesen Gegner selber wenden.

Gesa von Leesen: Aber andererseits bezieht sich zum Beispiel ein Björn Höcke sehr offen auf den Nationalsozialismus. Wie passt dieses Durcheinander denn zusammen?

Volker Weiß: Es geht dabei kaum um Stringenz in der Argumentation, weder im geschichtspolitischen noch in anderen Bereichen. Es geht darum, möglichst viele, teilweise sich widersprechende Argumente auf die politische Bühne zu bringen. Das stiftet Verwirrung und bietet allen möglichen Milieus die Chance, sich anzudocken. Ich gebe Ihnen noch ein anderes Beispiel: dieser ganze Diskurs um Männlichkeit, der ja eine immense Wirkung entfaltet. Die männlichen Werte, die dort gefordert werden, sind genau die gleichen Werte, die man migrantischen Männern vorwirft. Oder gehen wir weiter zurück: zu Donald Trump im ersten Wahlkampf 2016 mit seinem "grab 'em by the pussy", diesem Bekennen zum sexuellen Übergriff, während zugleich unterstellt wird, dass alle Einwanderer das tun. Man wirft ihnen vor, worauf man selber stolz ist, das geht eigentlich auch nicht zusammen. Aber es geht.

Gesa von Leesen: Ihr Buch hat den Untertitel "Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört". Wie und dass sie Geschichte zerstört, beschreiben Sie sehr nachvollziehbar. Warum zerstört das auch die Demokratie?

Volker Weiß: Weil die Erzählung, die installiert wird, die historisch-fiktionale Gegenerzählung, wie das mein Kollege Gideon Botsch prägnant bezeichnet hat, inhaltlich ein Angriff auf die Demokratie ist. Das zeigt sich an solchen Manövern, wie etwa den Nationalsozialismus zur linken Bewegung zu erklären, um damit die Gegner aufseiten der Linken anzugreifen. Es geht nicht alleine um eine historisch neue Erzählung, sondern auch immer um die Konsequenzen in der Gegenwart. Nicht nur in Deutschland, sondern in allen westlichen Demokratien hat man versucht, nach 1945 wenigstens einen antitotalitären Konsens zu installieren, und der wird damit aufgehoben. Die Totalität wird nur noch links verortet, damit die Rechte freie Hand hat.

Gesa von Leesen: Doch warum fällt das auf einen fruchtbaren Boden? Gibt es da Versäumnisse von den anderen Parteien? Oder gibt es in der menschlichen Geschichte einfach immer ein auf und ab?

Volker Weiß: Ich glaube nicht an irgendeine anthropologische Konstante, so was hat immer gesellschaftliche und historische Ursachen. Außerdem gibt es materielle Bedingungen dafür, zum Beispiel die immensen Propagandamöglichkeiten der neuen Technik. Der Antitotalitarismus hat früher gesagt, die Propaganda gehe hauptsächlich von einem lenkenden Staat aus, und hat dann auf die Vielfalt des Marktes als Gegenmodell gesetzt. Heute haben sich längst Monopole herausgebildet, die zudem noch globale Wirkung entfalten können. Das wäre einem Staat nur bedingt möglich gewesen, ein Unternehmen kann das leichter. Die immense Kapitalkonzentration gerade im Tech-Sektor hat es Akteuren wie Elon Musk ermöglicht, eine derartige Lautstärke zu entwickeln. Die Rechte heute geht sehr modern mit den Propagandainstrumenten um, das hat man immer unterschätzt. Dabei hat der historische Faschismus doch bereits bewiesen, dass er virtuos mit modernsten Technologien umgehen konnte. Gerade im Propagandabereich, ob das die Italiener oder die Deutschen waren, konnten sie die neuesten Medien virtuos bedienen: Rundfunk, Kino, Plakatgestaltung, alles. Und durch die Sonntagsreden über den Rückfall in irgendwelche "Mittelalter" oder "die Barbarei" hat man diesen technologisch-modernistischen Aspekt, der einfach zum Faschismus dazugehört, immer ausgeblendet. Und jetzt wundert man sich, dass die extreme Rechte virtuos mit den modernsten Techniken umgehen kann.

Gesa von Leesen: Heißt das, unsere etablierten Parteien sind zu doof für wirkungsvolle Propaganda?

Volker Weiß: Nein, aber sie unterschätzen den Gegner. Und die Rechte ist wesentlich hemmungsloser. Sie hat andere Mittel durch einen Verstärker wie Elon Musk oder auch Akteure, die eher in der zweiten Reihe stehen – Peter Thiel wäre hier zu nennen. Wenn wir den US-amerikanischen Bereich anschauen, sind deren Möglichkeiten viel größer als die irgendeiner Tageszeitung oder Ihrer Zeitung.

Gesa von Leesen: Wir arbeiten dran. Sie haben die USA und Trump eingebracht – eigentlich ist die deutsche extreme Rechte doch anti-amerikanisch, für sie sind die USA dekadent, die haben uns nach dem Zweiten Weltkrieg umerzogen und so weiter.

Volker Weiß: Ja, aber sie ist eher genuin antiliberal. Und lange wurden die USA genau mit diesen Elementen des Liberalismus identifiziert: Diversität, Flexibilität, gesellschaftliche Modernität, die Versuche, Diskriminierung aufzuheben, Gleichberechtigung – also die positiven Verheißungen des klassischen Liberalismus. Lassen wir mal dahingestellt, ob das jemals real angegangen wurde, aber es war ja durchaus im Selbstverständnis enthalten. Und so lange das im Vordergrund stand, konnte man anti-amerikanisch sein. Der zweite Punkt ist die doppelte Kriegsniederlage, also die Intervention der Amerikaner im Ersten Weltkrieg, die dem Deutschen Reich endgültig das Genick gebrochen hat. Und natürlich die Niederlage von 1945, die ja auch mit den USA identifiziert wird. Aber diese Feindschaft kann man überwinden, wenn die USA sich so aufführen, wie sie das jetzt gerade tun. Also mit einem Amerika, das sich auf den Stand von 1917 zurückbesinnt und sich an eine Großraumordnung nach Vorstellungen der Rechten hält, nämlich mit Interventionsverbot für raumfremde Mächte. Mit diesen USA kann man leben.

Gesa von Leesen: Tja, mal sehen, ob Trump da mitspielt. Zurück zur extremen Rechten bei uns. Worauf läuft deren Verwirrpropaganda hinaus?

Volker Weiß: Diese Strategie der Disruption gibt es in vielen Feldern. Und die bleibt nicht stehen bei der Auflösung. Es geht darum, nach der totalen Zerschlagung der liberal-emanzipativen Elemente etwas Eigenes aufzubauen. Und dann ist schon Schluss mit Disruption! Das ist das, was wir gerade sehen am Diskurs um Meinungsfreiheit in den USA. Lügen, Drohungen, Häme über den Tod von George Floyd – das war alles von der Meinungsfreiheit gedeckt. Jetzt, nach dem Mord an Charlie Kirk, werden Zeitungen, Sender und andere Akteure angegriffen, weil sie plötzlich doch nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt sind. Also erst Disruption des Diskurses, dann Rekonstruktion eines neuen autoritären Modells.

Gesa von Leesen: Den Titel Ihres Buchs "Das Deutsche Demokratische Reich" haben Sie aus einer Rede von Jürgen Elsässer, dem Herausgeber des rechtsextremen Magazins "Compact", übernommen. Warum?

Volker Weiß: Weil es gewissermaßen die Synthese ist, mit der gespielt wird. Das hängt mit dem doppeldeutigen Diskurs zusammen, wie etwa mit dem Nationalsozialismus umgegangen wird. Auf der einen Seite schiebt man ihn den Gegnern zu, auf der anderen Seite spielt man selbst mit den Elementen. Denken Sie an die Parole "Alice für Deutschland".

Gesa von Leesen: Die prangte auf AfD-Plakaten im jüngsten Bundestagswahlkampf.

Volker Weiß: Ja. Das ist eine phonetische Verschiebung der SA-Parole "Alles für Deutschland", wegen der Höcke verurteilt worden ist. Das gleiche Spiel gibt es auch in Bezug auf die DDR. Dort bezieht man sich auf der einen Seite auf die Bürgerrechtsbewegung und auf der anderen Seite auf die DDR als eine vermeintlich heile, funktionierende, halbwegs isolierte und ethnisch reine Gemeinschaft. Das sieht man an vielen Anleihen an die DDR-Alltagskultur, und das funktioniert im Osten sehr gut. Ich nenne das eine Art negative Totalitarismustheorie: Die autoritären Elemente beider Systeme sollen in der Zukunft zur Synthese gebracht werden. Hintergrund für den Buchtitel ist eine Rede, in der Jürgen Elsässer unter anderem davon träumt, dass Elon Musk einen Raketenbahnhof in Peenemünde baut, was eine deutliche Referenz an die Rüstungsprojekte der Nazis ist. In der gleichen Rede werden alte DDR-Parolen benutzt wie "Vorwärts immer, rückwärts nimmer". Das doppelte Spiel wird auch in der positiven Ausrichtung auf Russland angewendet. Da kann man sich auf der einen Seite an die langjährige Waffenbrüderschaft im Realsozialismus erinnern und auf der anderen Seite aber auch an den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt, der zu Beginn des Zweiten Weltkriegs stand. Dieses doppelte Spiel wird auf ganzer Linie gespielt, und die Synthese in deren Augen ist dann jenes Deutsche Demokratische Reich, also eine Mischung aus Nationalsozialismus und Realsozialismus. So kommt der Titel zustande.

Gesa von Leesen: Haben Sie eigentlich Reaktionen von rechts auf Ihr Buch bekommen?

Volker Weiß: Nein, die halten momentan den Mund. Das war früher stärker. Ich denke, die Fronten sind geklärt.


Aus: "Wie sie Geschichte umschreiben" Gesa von Leesen (Interview) (24.09.2025)
Quelle: https://www.kontextwochenzeitung.de/zeitgeschehen/756/wie-sie-geschichte-umschreiben-10468.html

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Quote[...] Die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel geriet Anfang des Jahres in die Schlagzeilen als sie Adolf Hitler als "sozialistisch-kommunistischen Typ." bezeichnete. Gesagt hat sie das während des Bundestagswahlkampfs – in einem Gespräch mit Elon Musk.

Geschichte wird nicht nur erinnert, sie wird gemacht. Und manchmal wird sie gezielt verändert. In seinem Buch "Das deutsche demokratische Reich" beschreibt Volker Weiß, wie die extreme Rechte systematisch versucht, Geschichte umzudeuten, um daraus politisches Kapital zu ziehen.

Diese Geschichtsumdeutung ist längst zu einem politischen Mittel geworden. Gesicherte historische Erkenntnisse und Beschreibungen sollen verhandelbar gemacht werden. Fakten werden relativiert, Begriffe neu besetzt, Symbole für die eigene Position vereinnahmt.

Warum genau funktioniert dieses Vorgehen so gut? Welchen Einfluss hat das Internet auf diese Entwicklung und was können wir als Gesellschaft dem entgegensetzen?

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Volker Weiß (2025): Das Deutsche Demokratische Reich – Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört. Stuttgart: Klett-Cotta. 228 Seiten. ISBN: 978-3-608-12389-0


Aus: "Wie die extreme Rechte Geschichte umschreiben will – Volker Weiß" (31.10.2025)
Quelle: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/neugier-genuegt/redezeit-volker-weiss-100.html

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Quote[...] Nicht nur der Nationalsozialismus steht im Fokus rechter Geschichtsklitterung. Auch bei der Beziehung zu Russland oder dem Verhältnis zur DDR schwanken rechte Denker zwischen Bewunderung und Abscheu. Kein Zufall, sagt der Historiker Volker Weiß.

Rechte, traditionalistische Bewegungen sind naturgemäß daran interessiert, die Geschichte in ihrem Sinne zu deuten. Schließlich prägt nach ihrem Weltbild die eigene Geschichte, wer und was wir heute sind. Zweifel an den heroischen Taten der Vorfahren sollen zumindest zerstreut, wenn nicht gar aus dem Diskurs verbannt werden.


Welche erschreckenden, manchmal bizarren, oft genug auch nur kuriosen Blüten ein solch instrumenteller Blick auf die eigene Vergangenheit treibt, hat der Historiker Volker Weiß in seinem Buch zusammengetragen. Er widmet sich darin, wie er schreibt, ,,den Überschreibungen und Umdeutungen des Historischen, mit denen in der Gegenwart massiv Politik gemacht wird".

Die historischen Bezugspunkte, um die die radikale Rechte dabei vor allem mit sich selbst und teils auch mit dem Mainstream ringt, sind die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der DDR sowie das Verhältnis zur Ukraine und zu Russland. Der Blick nach Osten, so der Autor, sei immer ambivalent gewesen.



,,Es gab den preußischen Traditionsstrang, der Ruhe an der Ostgrenze suchte, aber die slawischen Minderheiten im eigenen Land unterdrückte. Es gab den ,abendländischen' Flügel, der Mitteleuropa dominieren wollte und sich nach Osten mit einer Pufferzone abzusichern gedachte. Völkische Rassentheoretiker sahen im Osten den dringend benötigten 'Lebensraum', den sie bis zum Ural zu kolonisieren anstrebten, andere wollten lieber mit Russland und später selbst der Sowjetunion den 'Westen' besiegen. Manche planten auch alles in einem und wollten erst mit der Sowjetunion gegen den Westen zu Felde ziehen, um sich dann weiter nach Osten auszubreiten."

Volker Weiß in: ,,Das Deutsche Demokratische Reich. Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört"

Das Russlandbild der extremen Rechten ist bis heute widersprüchlich. Ein Teil sieht etwa im Ukraine-Krieg eine Fortsetzung der Konflikte des Zweiten Weltkriegs und will die Chance nutzen, Russland endlich zu besiegen. Ein anderer Teil hofft darauf, sich mit dem autoritär geführten Russland gegen den als liberal und dekadent gebrandmarkten Westen zu verbünden.
Einig seien sich beide Seiten nur darin, so Weiß, dass man sich der Geschichte instrumentell bediene, um die jeweils eigene Position zu stärken. Dazu gehört zentral auch die Erinnerungsabwehr gegen die Gräueltaten des Nationalsozialismus.


In einem hochaktuellen Kapitel zeigt Weiß, wie sich die Rechte seit Jahren eines vermeintlichen Zitats von Goebbels bedient, um die Nazis zu Linken umzudeuten. Dieser soll geschrieben haben: ,,Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke. Nichts ist uns verhaßter als der rechtsstehende nationale Besitzbürgerblock."
Volker Weiß weist durch exzellente Recherche nicht nur nach, dass Goebbels diese Worte nie geschrieben hat, sondern auch, von welchem heute unbekannten Autor das Zitat tatsächlich stammt. Schließlich beweist er, dass der echte Goebbels nie Zweifel an der anti-egalitären Agenda seiner Bewegung aufkommen ließ.
Für die extrem Rechten gilt das Zitat dennoch als Beweis, dass sie selbst mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun hätten – im Gegensatz zu ihren politischen Gegnern, die wiederum als politische Nachfolger Adolf Hitlers dargestellt werden.


Ein ähnlich lockerer Umgang mit der Geschichte sei auch in Bezug auf die DDR zu beobachten. Eines der Beispiele im Buch: Das in der DDR weit verbreitete Lied ,,Kleine weiße Friedenstaube". Einst eine sozialistische Hymne, werde das Lied heute auf AfD-Demonstrationen gegen die Russland-Sanktionen gespielt. Dieser plötzliche Pazifismus der ehemaligen DDR-Bürger sei erstaunlich – hätten sich vor 1989 doch nur wenige gegen die enorme Militarisierung der DDR gewehrt.

Das Beispiel zeige, wie wenig geeignet die Situation noch für Diskussionen sei, schreibt Volker Weiß: ,,Wenn eine Partei, die sich selbst dem radikalen Antikommunismus verschrieben hat, mit sowjetnostalgischen Elementen spielt und ein ostdeutsches Publikum, das sonst alles Übel mit der DDR vergleicht, dabei vor Rührung mit den Tränen kämpft, sind Instanzen jenseits der Ratio angesprochen."

So entsteht das Bild einer durchaus machthungrigen Gruppe von Rechten, die zu jeder noch so verqueren Geschichtsverdrehung bereit ist, wenn es ihr nützt. Das Pendant dazu ist die Masse, die ihrerseits bereit ist, diese Verdrehungen zu glauben und gegen jede Vernunft weiter zu verbreiten.

Dieser Eindruck drängt sich durch die Fülle der Einzelfallstudien immer mehr auf. Bloß die Frage, warum so viele Menschen überhaupt bereit sind, den extrem Rechten zu glauben, bleibt unbeantwortet.


Der Historiker schließt mit der Pointe, dass diese Rechten mit ihren Versuchen, Begriffe neu zu besetzen und Geschichte in ihrem Sinne umzudefinieren, im Grunde ähnlich arbeiteten wie die von ihnen verhasste dekonstruktivistische Linke. Diese ,,subversive Resignifikation", wie er ihre Strategie nennt, sei sogar eine der wirksamsten Waffen der Rechten.

Angesichts der Tatsache, dass die Linke mit dieser Strategie – also mit der Abkehr von handfesten, materiellen Konflikten hin zu Kämpfen um Begriffe und Symbolik – weitgehend gescheitert ist, wundert man sich als Leser doch: Warum die Rechten mit diesen kuriosen Taschenspielertricks ganz anders als die Linken so erfolgreich sind, bleibt letztlich ungeklärt.

Dennoch: Einzelne unbeantwortete Fragen schmälern nicht den Wert des Buches, das eindrucksvoll belegt, dass es den selbsternannten Liebhabern von Tradition und Geschichte vor allem um eines geht: um die eigene Macht.


Aus: "Wie Rechte versuchen, die Geschichte zu verdrehen" Nils Schniederjann (17.02.2025)
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/volker-weiss-das-deutsche-demokratische-reich-sachbuch-rezension-rechtsextremismus-100.html

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Quote[...] Konstantin Kumpfmüller: Sie beschäftigen sich seit Längerem mit der "Neuen Rechten" und der AfD. Inwiefern spielt die Umdeutung des Nationalsozialismus für Rechtsaußen eine strategische Rolle?

Volker Weiß: Die äußerste deutsche Rechte hat nach wie vor das Problem, im Schatten der NS-Verbrechen und der Kriegsniederlage zu stehen. Sie reagiert darauf mit der Forderung nach einem Perspektivwechsel. Die Erinnerung müsse sich wieder auf die deutschen Verluste und die Auflösung des Reiches konzentrieren, das militärische und politische Geschehen müsse vom Kontext des deutschen Expansions- und Vernichtungskrieges gelöst werden. So sollen am Ende tapfere Soldaten und leidende Zivilbevölkerung im Mittelpunkt stehen.
Das Thema ist seit Langem umkämpft, spätestens seit Bundespräsident Richard von Weizsäcker zum 8. Mai 1985 staatsoffizell von Befreiung sprach und auf den untrennbaren Zusammenhang von Nationalsozialismus und Krieg hingewiesen hatte. Ein anderer Versuch der Verschiebung besteht darin, die eigene Tradition von Nationalsozialismus bereinigen zu wollen, indem man Hitler auf die linke Seite schiebt. Damit wären alle geschichtspolitischen Probleme der äußersten Rechten auf einen Schlag gelöst.

Konstantin Kumpfmüller: eispiele gibt es einige: Alice Weidel behauptet, dass Hitler ein Kommunist war, schon vor Jahren forderte Björn Höcke eine "erinnerungspolitische Wende". Mit welchen Mitteln soll die NS-Zeit relativiert oder umgedeutet werden?

Volker Weiß: Entweder durch die schon genannte Isolation des Geschehens, also der Feststellung, dass der deutsche Soldat ja nur für seine Heimat gekämpft habe, was den von vornherein erklärten Willen der Nationalsozialisten zu einem expansiven Revanchekrieg ausblendet. Das ist auch der Hintergrund von Gaulands "Vogelschiss". Er möchte die Vorgeschichte auslöschen und den Nationalsozialismus als plötzliche, punktuelle Katastrophe aus dem historischen Kontinuum herausreißen.

Ein weiteres Mittel ist der Hinweis auf die Verbrechen anderer Kriegsparteien, nach dem Motto: "Im Krieg verüben doch alle Verbrechen, warum sollen ausgerechnet die Deutschen dafür büßen." Das negiert allerdings den besonderen Charakter des deutschen Vernichtungsfeldzuges und der industriellen Menschenvernichtung im Holocaust. Und schließlich der Versuch, Hitler zum "Kommunisten" zu erklären, was nichts als eine Verlängerung der NS-Propaganda einer "Volksgemeinschaft" darstellt.

Insgesamt geht es darum, die kritische Reflexion der NS-Geschichte zu delegitimieren und mit einem nationalen Mythos apologetisch zu überschreiben. Mein Kollege Gideon Botsch nannte diesen Zugriff einmal treffend eine "historisch-fiktionale Gegenerzählung", an der von rechtsaußen gearbeitet wird.

Konstantin Kumpfmüller: Die Erinnerung an den Nationalsozialismus und an die Shoah war schon immer umkämpft. Wie unterscheiden sich die Debatten heute von früheren Formen der Vergangenheitsverklärung in der Bundesrepublik?

Volker Weiß: Der Unterschied zwischen der Gegenwart und den Nachkriegsjahrzehnten ist, dass man heute wieder hinter bereits Erarbeitetes zurückfallen kann. Bis weit in die 1980er-Jahre stand hauptsächlich die individuelle Erfahrung der Deutschen im Vordergrund und man wollte um die eigenen Opfer trauern. Die Ausweitung des Gedenkens von den "deutschen Opfern" auf die "Opfer der Deutschen" war ein jahrzehntelanger Prozess im Zuge generationeller Auseinandersetzungen und gesellschaftlicher Liberalisierung.

Das wird von rechts bis heute nicht akzeptiert und als Folge von Fremdbestimmung und Umerziehung gedeutet. Björn Höcke schrieb ja einmal, die Rechtsvorschriften gegen die Verwendung von NS-Parolen sollten verhindern, dass die Deutschen wieder "zu sich selbst" finden könnten.

Konstantin Kumpfmüller: Die Erinnerungskultur ist im Wandel. Sehen Sie aktuell genügend Widerstand gegen diese Umdeutungsversuche - oder beobachten Sie eine gewisse Ermüdung im Umgang mit dem Nationalsozialismus?

Volker Weiß: Das Problem ist, dass die Angriffe inzwischen von mehreren Seiten kommen. Neben einer geschichtsrevisionistischen Rechten und einer teils abstrusen Rhetorik während der Corona-Pandemie legt hier auch ein sich progressiv dünkendes Milieu die Axt an. Dort findet man nun, dass andere Opfer der Geschichte ins Hintertreffen geraten seien. Ich finde das bedauerlich, da sich etwa die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte und des Nationalsozialismus keinesfalls ausschließen.

Insgesamt sehe ich vor allem einen Wissensverlust und natürlich das Schwinden der konkreten Erfahrung im demographischen Wandel. Faktoren, die von rechts geschickt bespielt werden können. Hier sind neben den Familien vor allem Schulen und die politische Bildung gefragt, die allerdings nicht die ausreichenden Ressourcen haben.

Auch forschungspolitisch ist das wichtige Jahrhundert vor 1945 aus dem Fokus gerückt. Dabei sind die Kenntnis von Nationalismus, völkischer Bewegung und Imperialismus seit dem 19. Jahrhundert wichtige Grundlagen dafür, Nationalsozialismus und Krieg eben nicht als isoliertes Ereignis, als "Vogelschiss" zu betrachten, sondern als Kulmination einer längeren, sicher nicht zwangsläufigen, aber eben doch fatalen Entwicklung.

Konstantin Kumpfmüller: Welche Rolle spielen Medien bei der Verbreitung dieser Narrative? Wie sollte eine demokratische Gesellschaft darauf reagieren?

Volker Weiß: Die Medien sind in dieser Zerstörung fest einkalkuliert, das Spiel mit den Provokationen geht auf. Schon Weidels Äußerung zu Hitler wurde durch jeden Bericht wiederholt.

Es gehört wohl zu den größten Erfolgen der AfD und ihres Umfelds, ihre Begriffe und Positionen in die breite Öffentlichkeit gebracht zu haben. Daher wäre eine der dringlichsten Aufgaben für Politik und Medien heute, sich von AfD und Co. nicht die Stichworte vorgeben zu lassen.

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Aus: "Erinnerungskultur: "Die Angriffe kommen von mehreren Seiten"" (08.05.2025)
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/nationalsozialismus-gedenken-neue-reche-102.html


Link

#194
Denis Jewgenjewitsch Kapustin alias Denis Nikitin (* 6. März 1984 in Moskau; † 27. Dezember 2025 bei Saporischschja)
https://de.wikipedia.org/wiki/Denis_Jewgenjewitsch_Kapustin

"Denis Kapustin in der Ukraine getötet: Russische Neonazis verlieren ihren Vorkämpfer" (29.12.2025)
Der russische Neonazi Denis Kapustin, der auch in Deutschland lebte, kämpfte aufseiten der Ukraine gegen Moskau. Nun wurde er an der Front getötet. ... Das Leben Kapustins war ein widersprüchliches: 1984 in Moskau geboren, kam er 2001 mit seiner Familie nach Köln – offiziell als jüdischer Kontingentflüchtling. Seine angeblich jüdische Identität spielte in seinem Leben offenbar keine Rolle. Stattdessen avancierte er unter dem Namen Denis Nikitin schnell zu einer Schlüsselfigur der extremen Rechten. ... Bekannt wurde Kapustin vor allem durch seine 2008 gegründete Kampfsportmarke ,,White Rex" – inzwischen ein begehrtes Szene-Label für gewaltaffine Rechtsextreme. Zu den Motiven gehören schwarze Sonnen und SS-Witze (Kapustin selbst dementierte, Neonazi zu sein). ... Kurz nachdem Russland die Ukraine im Februar 2022 überfallen hatte, rekrutierte Kapustin rechtsextreme Freiwillige über Telegram, um gegen Russland zu kämpfen. Sein Ziel: das Putin-Regime zu stürzen, um ein völkisch reines Russland wiederaufzubauen.
Im selben Jahr rief er das Russische Freiwilligenkorps ins Leben, kurz RDK – eine paramilitärische Gruppe, die Teil der internationalen Legion der Ukraine sein soll und überwiegend aus neonazistischen Exil-Russen besteht, die sich aus ihren eigenen Gründen dem Kampf gegen Putin angeschlossen haben (auf russischer Seite kämpfen wiederum auch mehrere Neonazi-Gruppen gegen die Ukraine). ... In der internationalen Neonazi-Szene wird Kapustin nun betrauert. ,,Wir werden dich rächen, Denis", schreiben seine Mitkämpfer beim RDK auf Telegram. ,,Dein Vermächtnis lebt weiter." Der Post hat bereits mehr als eine Million Aufrufe. ...
https://taz.de/Russischer-Neonazi-Denis-Kapustin-tot/!6141561/

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Quote[...] Was zunächst wie ein spektakulärer Agententhriller klingt und die Ukraine als geniale Spezialoperation verkaufen will, wirft viele Fragen auf: Der angebliche Tod von Denis Kapustin, der Ende Dezember vermeldet wurde, soll vom ukrainischen Militärgeheimdienst HUR nur vorgetäuscht worden sein, um das von Russland auf ihn ausgesetzte Kopfgeld zu kassieren. Die HUR erstellte ein Fake-Video der vermeintlichen Drohnenattacke, die ihn getötet haben soll.

,,Die für seine Eliminierung erhaltene halbe Million Dollar wird die Spezialeinheiten der HUR stärken", schrieb der Militärgeheimdienst der Ukraine am 1. Januar auf dem Messengerdienst Telegram. Putin betrachte Kapustin als ,,seinen persönlichen Feind" und habe den Kommandanten töten wollen, heißt es. Die ,,komplexe Spezialoperation" soll über einen Monat gedauert haben. Damit sei auch das Leben Kapustins gerettet worden.

Dazu postete der ukrainische Militärgeheimdienst ein Video, in dem ein lebender und offenbar unversehrter Kapustin zu sehen ist. ,,Herr Denis, ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Rückkehr ins Leben", sagt ihm im Videochat Generalleutnant Kyrylo Budanow, Chef des HUR. ,,Ich wünsche uns allen und Ihnen persönlich viel Erfolg", so Budanow weiter. Einen Tag später wurde er zum neuen Leiter von Selenskyjs Präsidialkanzlei ernannt.

Kapustin, auch unter dem Pseudonym Nikitin bekannt, wurde in Moskau geboren und lebte zeitweise in Deutschland. Er gilt als Schlüsselfigur der extremen Rechten in Europa. Seit 2017 lebt er in der Ukraine. Als Russland das Land im Februar 2022 überfiel, rekrutierte er ausländische Rechtsextreme über Telegram, um sich dem Kampf gegen Putin anzuschließen. Im selben Jahr gründete er das ,,Russische Freiwilligenkorps" (RDK), das überwiegend aus rechtsextremen Exilrussen besteht und aufseiten der Ukraine gegen Moskau kämpft.

Kapustins fingierter Tod dürfte der Ukraine mehr schaden als nutzen. Abgesehen von den 500.000 Dollar Kopfgeld, das im Kontext des Militäretats der Ukraine Peanuts ist: Die Aktion ist das bislang offenste Zugeständnis, dass der russische Neonazi und das rechtsextreme RDK offiziell unter der Aufsicht des ukrainischen Verteidigungsministeriums agieren, auch wenn deren Einsätze ohne die Zustimmung der Ukraine kaum möglich gewesen wären.

In der Vergangenheit gab es zur genauen Rolle des RDK widersprüchliche Aussagen: Das HUR sagte zum Beispiel, dass es Teil der internationalen Legion sei, in der Freiwillige aus verschiedenen Ländern kämpfen. Dieser widersprach allerdings auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Nun heißt es vom ukrainischen Verteidigungsministerium: Das RDK sei Teil der ,,Spezialeinheit Timur" des HUR.

Angesichts russischer Propaganda, die behauptet, die Ukraine sei von Faschisten regiert und müsse ,,entnazifiziert" werden, ist eine offene und enge Zusammenarbeit mit Figuren wie Kapustin, die eine winzige Minderheit innerhalb der ukrainischen Streitkräfte darstellen, ein Fehler. Sie zeugt aber auch von der Verzweiflung der Ukraine nach einem knapp vierjährigen, brutalen Angriffskrieg Russlands. Das Putin-Regime hat horrende Kriegsverbrechen begangen. Die Ukraine bangt um ihre schiere Existenz. In den Augen vieler Ukrainer sind Menschen wie Kapustin deshalb lediglich ein Problem für die Zukunft.

Doch die ,,Spezialoperation" stärkt vor allem den Mythos Kapustin, der immer wieder das Rampenlicht sucht. 2023 überfielen er und seine rechtsextremen Mitkämpfer ein russisches Grenzdorf in Brjansk – die Ukraine dementierte offiziell, etwas davon gewusst zu haben, doch Kapustin bestritt das. Es folgten weitere gewagte Aktionen des RDK in den russischen Oblasten Kursk und Belgorod, einige dauerten nur wenige Stunden.

Solche Einsätze waren eher durch Selfies und Spendenaufrufe für das RDK geprägt als durch reale militärische Erfolge für die Ukraine. Geholfen haben sie am Ende vor allem den Followerzahlen von Kapustins Telegram-Accounts. Einige kritisieren deshalb, dass das RDK in erster Linie als PR-Operation diene.

Spektakuläre Aktionen wie die Drohnenoperation ,,Spinnennetz", die die Ukraine immer wieder durchgeführt hat, sind in diesem Krieg äußerst wichtig: Sie zerstören nicht nur russische Kriegsinfrastruktur, sie stärken auch die Moral zu Hause und signalisieren den ausländischen Verbündeten, dass Kyjiw immer noch militärische Erfolge erzielen kann und dass sich weitere Unterstützung deshalb lohne.

Kapustin sterben und wiederauferstehen zu lassen, gehört jedoch sicherlich nicht zu den Erfolgen. Und dass Selenskyjs neue rechte Hand Kyrylo Budanow offenbar involviert war, sendet ein heikles Signal.


Aus: "Keine geniale Spezialoperation" Kommentar von Nicholas Potter (4.1.2026)
Quelle: https://taz.de/Vorgetaeuschter-Tod-von-Denis-Kapustin/!6142572/

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William Joyce alias Lord Haw-Haw (* 24. April 1906 in Brooklyn, NY; † 3. Januar 1946 in Wandsworth) war ein irisch-US-amerikanischer faschistischer Politiker und während des Zweiten Weltkrieges ein Propaganda-Rundfunksprecher der Nationalsozialisten. Er wurde nach Kriegsende von den Briten wegen Hochverrats angeklagt und hingerichtet: Als Inhaber eines britischen Passes habe er dem britischen Staat Treue geschuldet – jedoch hatte er sich das Ausweispapier mit falschen Angaben erschwindelt. ... Im Jahr 1932 schloss er sich Oswald Mosleys British Union of Fascists an und stieg als begabter Redner rasch zu einem ihrer Wortführer auf. Der Journalist und Romanautor Cecil Roberts beschreibt eine Rede von William Joyce folgendermaßen: ,,Dünn, bleich und heftig, er hatte noch nicht viele Minuten gesprochen, als wir schon elektrisiert waren von diesem Mann, ... so mitreißend in seiner Dynamik, so offensiv, von so ätzender Schärfe." ...
https://de.wikipedia.org/wiki/William_Joyce


"'Germany calling': How fascist 'Lord Haw-Haw' was trialled for treason" Greg McKevitt (29.12.2025)
... With his mocking English accent, the mysterious radio host broadcast to the UK from a German station, spreading rumours and exaggeration in the early days of World War Two. ... As a young man, Joyce was attracted to the extreme right-wing ideology spreading in Europe, and in 1932 he joined Sir Oswald Mosley's British Union of Fascists. He gained a reputation as an impassioned orator, and was made its director of propaganda. But the tide turned against the party, culminating in the 1936 Battle of Cable Street when Mosley's Blackshirts were attacked and turned away by Jews and Irish labourers in London's east end. The ousted Joyce set up his own National Socialist League, but finding no welcoming home for his virulent antisemitism, he soon felt Germany calling. ...
https://www.bbc.com/culture/article/20251223-how-fascist-lord-haw-haw-was-trialled-for-treason



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Quote[...] Warum wählen Menschen in vielen Ländern Parteien wie die AfD? Eine großangelegte, internationale Studie hat einen entscheidenden Grund gefunden.

Menschen, die beruflich unter dem Niveau ihrer Eltern geblieben sind, wählen deutlich häufiger rechtspopulistische Parteien. Das zeigt eine internationale Studie der Politikwissenschaftler Mark Kayser (Hertie School, Berlin) und Alan Jacobs (University of British Columbia), über die die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Die Forscher haben Daten von mehr als 89.000 Befragten aus elf westeuropäischen Ländern analysiert. Im Fokus: der berufliche Status der Wähler im Vergleich zu dem ihrer Eltern, also ob sie aufgestiegen, gleich geblieben oder abgestiegen sind.

Besonders deutlich zeigt sich der Zusammenhang bei den Abstiegsbiografien. Menschen, die im Berufsleben schlechter dastehen als ihre Eltern, unterstützten rechtspopulistische Parteien in zwölf Prozent der Fälle. Bei Personen mit sozialem Aufstieg lag der Anteil bei nur 4,6 Prozent.

Für Deutschland flossen in die Auswertung nicht nur AfD-Wähler ein, sondern auch Stimmen für die Partei "Die Heimat" (früher NPD) und für die Republikaner. Die Studie deckt den Zeitraum von 2002 bis 2020 ab.

"Unsere Studie zeigt deutlich, dass es vor allem der Verlust an sozialem Status ist – und nicht allein wirtschaftliche Not oder kulturelle Ressentiments –, der die Unterstützung für rechtspopulistische Parteien vorhersagt", sagte Kayser. Der soziale Vergleich spiele demnach eine zentrale Rolle: "Politisch entscheidend ist nicht nur, wo man steht, sondern woher man kommt – und ob man gefallen ist."

Aus Sicht der Autoren hängt der Aufstieg des Rechtspopulismus auch mit strukturellen Veränderungen in den Industrieländern zusammen. Bildung sei zwar weiterhin ein wichtiger Schlüssel, aber der Weg nach oben werde zunehmend schwieriger: Das Wirtschaftswachstum stocke, Jobs wanderten ins Ausland ab oder fielen der Digitalisierung zum Opfer. Auch die Entwicklung Künstlicher Intelligenz könne diesen Trend weiter verschärfen, so Kayser.

Politisch ergeben sich daraus aus Sicht der Forscher klare Aufgaben. Die Regierungen müssten der jüngeren Generation neue Chancen ermöglichen – etwa durch wirtschaftliche Impulse und flexible Weiterbildungsmöglichkeiten.


Aus: "Dieser Grund treibt Wähler in die Arme von Rechtspopulisten" (15.08.2025)
Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_100868496/studie-rechte-parteien-erhalten-vor-allem-wegen-sozialem-abstieg-zuspruch.html

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"Hanau-Überlebender stirbt an Spätfolgen: ,,Ich wünsche mir, dass Menschen einander nicht töten"" Aus Frankfurt Am Main Yağmur Ekim Çay (16.1.2026)
Ibrahim Akkuş ist mit 70 Jahren an den Folgen des rassistischen Anschlags von Hanau gestorben. Er kämpfte gegen Einsamkeit und das Vergessenwerden. ... ,,Wissen diese Menschen in Deutschland eigentlich, was ich durchgemacht habe?", fragte Ibrahim Akkuş immer wieder bei fast jedem Treffen. Viele wussten tatsächlich nicht einmal, was ihm passiert war. Genau das beschäftigte und verletzte ihn am meisten. Ibrahim Akkuş, starb am 10. Januar im Alter von 70 Jahren an den Spätfolgen der Verletzungen, die er beim rassistischen Anschlag in Hanau erlitten hatte. ...
https://taz.de/Hanau-Ueberlebender-stirbt-an-Spaetfolgen/!6146257/

Beim Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 erschoss der 43-jährige Tobias Rathjen (R.) an zwei Tatorten neun Hanauer Bürger mit Migrationsgeschichte, danach seine Mutter und sich selbst. Er verletzte sechs weitere Personen, einige davon schwer. Einer der Schwerverletzten starb im Januar 2026 an den Folgen. Das Bundeskriminalamt (BKA) stufte die Morde des von paranoiden Wahnvorstellungen geprägten Täters als rechtsextrem und rassistisch motiviert ein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_in_Hanau_2020

Sascha Schmidt, Yvonne Weyrauch: Der rassistische Terroranschlag von Hanau. In: Sascha Schmidt, Yvonne Weyrauch: Rechter Terror in Hessen: Geschichte, Akteure, Orte. Wochenschau Verlag, Frankfurt am Main 2023, ISBN 978-3-7344-1562-3, S. 273–282
https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_in_Hanau_2020#Literatur



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#198
Mixed Martial Arts (,,Gemischte Kampfkünste"; kurz MMA) ist eine Vollkontakt-Kampfsportart. Dass auch im Bodenkampf geschlagen und zum Teil getreten werden darf, ist das Hauptunterscheidungsmerkmal zu anderen Vollkontaktsportarten. Die Kämpfer bedienen sich sowohl der Schlag- und Tritttechniken (Striking) des Boxens, Kickboxens, Taekwondo, Muay Thai und Karate als auch der Bodenkampf- und Ringtechniken (Grappling) des Brazilian Jiu-Jitsu, Ringens, Judo und Sambo. Auch Techniken aus anderen Kampfkunstarten werden benutzt.
Populär geworden ist MMA Anfang der 1990er Jahre durch die Organisation Ultimate Fighting Championship (UFC), dem weltweit größten Veranstalter einschlägiger Turniere und deren Fernseh-Übertragungen. ... Ziel des MMA ist es, den Gegner zu besiegen, indem er durch ,,Abklopfen" aufgibt, k. o. geht (ohnmächtig wird) oder der Schiedsrichter den Kampf abbricht. Auch Punktsiege sind möglich. Beim MMA kommt es im Gegensatz zum klassischen Ringkampf nicht darauf an, den Gegner mit beiden Schultern auf dem Boden zu fixieren. Selbst aus der Rückenlage heraus kann man noch siegen. ... Gewalt und Brutalität sind Schlüsselwörter in der allgemeinen Kritik. Die Kampfsportart Free Fight gilt auch bei Kampfsportverbänden als umstritten, wie die Rundschau des Schweizer Fernsehens berichtete. Roland Zolliker, der Zentralpräsident des Schweizerischen Karateverbandes, sagte dazu gegenüber der Rundschau: ,,Einen Gegner zu schlagen, der praktisch wehrlos ist, das gibt es nirgendwo. Ich kenne keinen Sport, der das erlaubt. Das überschreitet eine Grenze." ... In einem Interview mit Spiegel TV verglich der Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages, Peter Danckert, diese Kampfart, die er nicht als Sport bezeichnen würde, mit den ,,Gladiatorenkämpfen im alten Rom zu Zeiten der Christenverfolgung". ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Mixed_Martial_Arts

"Mixed Martial Arts und Rechtsextreme: ,,Sei einfach leise"" Alieren Renkliöz (17.1.2026)
Nach einer MMA-Veranstaltung reagiert ein Kämpfer auf eine Frage zum Rechtsextremismus in seinem Sport aggressiv. Viele Fans feiern ihn dafür. ...  Aggressiv sagt er: ,,Du bist hier komplett falsch. Einfach Mund zu, fertig Alter. Rechtsextremismus im Fußball, oder was du da erzählst, find ich scheiße, sei mir nicht bös, sei einfach leise, ist am besten." Vom Podium und vielen der anwesenden Influencer:innen und Youtuber:innen bekommt er dafür Applaus.
Im Anschluss gingen Videoausschnitte der Pressekonferenz viral. Ein Video, das nur Eckerlins Ausraster zeigt, aber meine Frage auslässt, erreichte auf Instagram keine 48 Stunden nach der Pressekonferenz schon mehr als 1 Million Aufrufe. Das Video hat den Titel ,,Ansage an Journalist: Sei einfach leise." ...
https://taz.de/Mixed-Martial-Arts-und-Rechtsextreme/!6142256/

QuotePhilip1984, 18.01.2026, 12:00 Uhr

Danke für den Beitrag. [...] Vielleicht ein big business für den Faschismus, das jüngst auch wieder in Berlin und Düsseldorf die Hallen füllte.


Quotenurmalsonebenbei, 11:51 Uhr

Und ein Artikel weiter... Kampfsportboom hat längst linke Subkultur erreicht. Also so what. Ich hätte auch kein Bock auf politische Diskussion mit Soja Sören nach einem sportlichen Wettkampf.

[Unter dem Begriff ,,Soja Sören" sind [ ] Personen zusammengefasst, die noch recht jung sind – meistens zwischen 18 und 35 Jahren – und vor allem durch ihre sehr politisch grüne Ansichtsweise geprägt sind. Oft sind sie vegan (daher das ,,Soja") im Namen und entstammen gutbürgerlichen und linken Verhältnissen, wo der Name Sören für eine Zeit lang recht beliebt gewesen war. Gerade für die ,,Woke Culture" steht der Name entsprechend bezeichnend für Menschen, die hinter diesem Weltbild stehen oder es unterstützen. ... Es ist wichtig zu wissen, dass Soja Sören jedoch nicht nur politisch genutzt wird, sondern auch als Meme in unpolitischen Sphären dient. Das Wort hat sich in den letzten Jahren vor allem ausgehend von Plattformen wie Reddit hin zu Twitter, Facebook und Instagram verbreitet und war zwar nie positiv konnotiert, aber auch nicht immer rein negativ. ... | https://www.comicschau.de/news/soja-soeren-bedeutung-683950/ | https://www.reddit.com/r/spacefrogs/comments/gwzb37/was_ist_die_weibliche_variante_von_sojas%C3%B6ren/]


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Quote[...] Die AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag verschärft ihren Kurs: Zum Abschluss ihrer Klausurtagung in Oberbayern forderte sie eine Sonderpolizei zur schnelleren Aufgreifung und Abschiebung von ausreisepflichtigen Zuwanderern – nach dem Vorbild der USA.

Die Kettensäge soll nun auch in der Bayerischen Staatsregierung ran: Die Landtags-AfD möchte gleich drei Ministerien abschaffen: Umwelt- und Verbraucherschutz, Wissenschaft und Kunst sowie das Digitalministerium. Wieviele Stellen das einsparen würde, sagt die Fraktion nach ihrer Klausur in Brannenburg südlich von Rosenheim nicht. Denn die Kompetenzen der drei Ministerien sollen dann in andere Ressorts integriert werden – der Umweltschutz zum Beispiel ins Landwirtschaftsministerium.

Gänzlich abschaffen will AfD-Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner diese Behörden: "Die Landesagentur für Energie und Klimaschutz, alle bayerischen Energieagenturen sowie 2.500 staatliche Berater für die Energiewende, Asyl und Klimaschutz ersatzlos streichen." Ziel sei eine 25-prozentige Reduzierung der Staatsverwaltung.

Sparen will die AfD vor allem bei den Subventionen von klimafreundlicher Energie und bei den Asylkosten – unter anderem durch mehr Abschiebungen: "Die AfD ist die einzige Fraktion im Bayerischen Landtag, die sich konsequent für die Re-Migration einsetzen. Und damit meinen wir Straftäter, Ausreisepflichtige und Personen, die sich den deutschen Pass erschlichen haben."

Um diese Menschen schneller aufgreifen und abschieben zu können, will die AfD-Fraktion eine Sonderpolizei aufstellen – ähnlich zu Donald Trumps umstrittener ICE-Truppe in den USA. Wie diese AFA ("Asyl-, Fahndungs- und Abschiebegruppe" der bayerischen Polizei) genau aussehen soll, will Ebner-Steiner erst nach einer Regierungsübernahme in Bayern klären.

Zudem will die Landtags-AfD eigene bayerische Abschiebeflugzeuge anschaffen und es Asylbewerbern unbehaglicher machen: Keine Geldleistungen mehr, nur noch "Brot, Bett und Seife", so Ebner-Steiner wörtlich. "Kombiniert ist das Ganze mit einer abendlichen Ausgangssperre für Asylbewerber." Dies führe zu einer "Steigerung der öffentlichen Sicherheit".

Wer deutscher Staatsbürger werden wolle, müsse für Land und Wirtschaft nützlich sein. Einwanderer im Niedriglohnsektor kommen laut AfD-Fraktionschefin nicht für einen Pass in Frage. Nach ihren Berechnungen bleiben dann von den rund 50.000 Einbürgerungen in Bayern 2024 nur noch 500 pro Jahr übrig.

Die Integration an Schulen habe Grenzen, wenn die Sprachkenntnisse der Kinder nicht ausreichten. Daher sollen laut AfD alle Zuwanderer-Kinder einen Pflicht-Sprachtest machen – nicht wie bisher nur diejenigen, die von ihrer Kita dafür ausgewählt wurden. Wer durchfalle, müsse in spezielle Förderklassen von unbegrenzter Dauer – und mit Ethik-Unterricht statt Religion. Das will die AfD-Fraktion nun in den Landtag einbringen.


Aus: "AfD-Fraktion will Abschiebe-Polizei nach Trumps Vorbild ICE" Christoph Dicke (BR24 Radio am 23.01.2026)
Quelle: https://www.br.de/nachrichten/bayern/afd-fraktion-will-abschiebe-polizei-nach-trumps-vorbild-ice,V995hdW

United States Immigration and Customs Enforcement (ICE)
https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Immigration_and_Customs_Enforcement