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[Umweltschutz | Naturschutz | Umweltgefährliche Stoffe (Ökotoxikologie) ... ]

Started by Link, July 22, 2018, 11:36:20 AM

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"Ewigkeits-Chemikalie TFA: Ein Stoff für die Ewigkeit" Aus Bad Wimpfen und Freiburg Benno Schirrmeister (7.12.2025)
Das Chemiewerk in Bad Wimpfen hört auf, Trifluoressigsäure in den Neckar zu leiten. Doch das Gift ist da. Und geht auch nicht mehr weg. ... An einer [ ] Quellfassungen war im vergangenen Herbst eine exorbitante Belastung des Wassers mit Trifluoressigsäure festgestellt worden, TFA, fast 320 Mikrogramm pro Liter. Das weitgehend unbekannte TFA ist eine ,,Ewigkeits-Chemikalie". Es baut sich nicht ab. Es gilt als fortpflanzungsgefährdend, so viel weiß man mittlerweile, also als ,,reproduktionstoxisch, Kategorie 1B: Kann das Kind im Mutterleib schädigen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen", so der amtliche Eintrag. Zugleich ist es laut Umweltportal Baden-Württemberg derjenige menschengemachte Stoff, der mittlerweile im Grundwasser am häufigsten gefunden wird. Und 320 Mikrogramm, das ist das Fünffache des deutschen ,,gesundheitlichen Leitwerts" für Trinkwasser. Was der rechtlich heißt, bleibt vage. Vor allem ist er vergleichsweise lasch: In den Niederlanden und in der Wallonie, also dem französischsprachigen Teil Belgiens, wo Solvay ja herstammt, wird Trifluoressigsäure als Gesundheitsgefahr ernster genommen. Dort darf Trinkwasser höchstens 2,2 Mikrogramm enthalten. ... Das Problem an TFA ist: Die Substanz ist sehr mobil. Sie verbreitet sich rasend schnell über den Wasserkreislauf und akkumuliert in Organismen, um dann schließlich irgendwann als Gift zu wirken, nicht jetzt, auch nicht morgen. Sie hat dafür aber auch alle Zeit der Welt: TFA gehört zum Haltbarsten, was Menschen je geschaffen haben. ...
https://taz.de/Ewigkeits-Chemikalie-TFA/!6125022/

https://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Wimpfen

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Quote[...] Eine Studie aus dem Jahr 2000, die eine zentrale Rolle in der Debatte um die Sicherheit des Pestizids Glyphosat spielt, ist von der Fachzeitschrift Regulatory Toxicology and Pharmacology formell zurückgezogen worden. Das Papier war ein wichtiges Argument für Angaben des früheren Herstellers Monsanto, das Herbizid Roundup und sein Wirkstoff Glyphosat hätten keine krebserregenden Wirkungen.

Die Studie habe weithin als wegweisend in der Debatte gegolten, teilte der Fachverlag Elsevier, in dem das Fachblatt erscheint, mit. Nun sei jedoch unklar, ob die gezogene Schlussfolgerung – dass Glyphosat und das Präparat Roundup nicht krebserregend seien – tatsächlich korrekt ist.

Demnach gibt es mehrere Punkte, die zur Rücknahme führten. Es wurden Bedenken hinsichtlich der Urheberschaft der Studie, der Gültigkeit der Ergebnisse im Zusammenhang mit einer falschen Darstellung der Beiträge der Autoren und des Studiensponsors sowie potenzieller Interessenkonflikte der Autoren geäußert, wie der zuständige Chefredakteur Martin van den Berg in der Mitteilung schreibt.

Die Schlussfolgerungen der Studie hinsichtlich der Karzinogenität von Glyphosat – also der Frage, ob das Pestizid Krebs erzeugt oder fördert – basierten ausschließlich auf Studien von Monsanto, die kein tumorauslösendes Potenzial zeigten, schreibt van den Berg. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habe es andere Langzeitstudien zur chronischen Toxizität und Karzinogenität gegeben, deren Daten nicht berücksichtigt worden seien.

Die drei in der Studie genannten Autoren sollen demnach nicht allein für den Inhalt verantwortlich gewesen sein. Das geht der Mitteilung zufolge aus Korrespondenzen hervor, die im Zuge eines US-Rechtsstreits bekannt wurden. Stattdessen sollen möglicherweise Mitarbeiter von Monsanto ohne ordnungsgemäße Nennung als Mitautoren an der Erstellung mitgewirkt haben. Die Beiträge, die anscheinend von Mitarbeitern von Monsanto als Mitautoren verfasst wurden, wurden in den Danksagungen demnach nicht ausdrücklich als solche erwähnt.

Weitere während des Rechtsstreits offengelegte Korrespondenz mit Monsanto deutet der Mitteilung zufolge darauf hin, dass die drei offiziell genannten Autoren möglicherweise eine finanzielle Vergütung von Monsanto für ihre Arbeit an der Studie erhalten haben. Dies sei nicht offengelegt worden.

Angesichts dieser Punkte gebe es kein Vertrauen mehr in die Ergebnisse und Schlussfolgerungen, was die Rücknahme notwendig mache, heißt es von van den Berg. Die Studie gehört laut einem Artikel von Environmental Science & Policy zu den 0,1 Prozent der meistzitierten Studien in der Forschung zu Glyphosat. Die Enthüllungen über Monsantos mutmaßlich verdeckte Beteiligung hätten daran kaum etwas verändert, hieß es darin.

In einer Stellungnahme des Konzerns Bayer, der Monsanto 2018 übernommen hatte, hieß es: "Von Monsanto hat sich niemand als Autor beteiligt und der Bezug des Unternehmens zu dem Papier wurde ordnungsgemäß offengelegt." Bei der zurückgezogenen Studie handele es sich um einen reinen Übersichtsartikel ordnungsgemäß eingereichter Studien, sagte Konzernsprecher Philipp Blank der Nachrichtenagentur dpa. "Glyphosat ist das in den letzten 50 Jahren am umfassendsten untersuchte Herbizid." Unter führenden Regulierungsbehörden weltweit herrsche Einigkeit, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung sicher sei. 

Glyphosat gilt nach Einschätzung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen. Behörden wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) und das Bundesinstitut für Risikobewertung sehen bei Einhaltung der Anwendungsregeln kein relevantes Krebsrisiko. Die IARC beurteilte die Krebsgefahr, also die generelle Möglichkeit, dass Glyphosat Krebs verursacht. In die Bewertung der Behörden floss das Alltagsrisiko als Faktor ein. Die Efsa bewertet das Krebsrisiko bei den Mengen, die ein Mensch üblicherweise etwa über Lebensmittel aufnimmt, als vernachlässigbar.


Aus: "Fachzeitschrift zieht zentrale Glyphosat-Studie nach 25 Jahren zurück" (10. Dezember 2025)
Quelle: https://www.zeit.de/wissen/2025-12/glyphosat-studie-zurueckgezogen-monsanto-bayer

Quotequantosoph

Wieder einmal zeigt sich, wie verletzlich Wissenschaft wird, wenn mächtige Wirtschaftsakteure Einfluss nehmen. Dass eine zentrale Glyphosat-Sicherheitsstudie, auf die sich Monsanto jahrzehntelang berief, nun nach 25 Jahren zurückgezogen wird – wegen gravierender Zweifel an der Autorschaft –, ist ein Lehrstück in Lobbyismus, Manipulation und institutionellem Versagen.

Monsanto hat eine lange Vorgeschichte zweifelhafter Praktiken: vom ,,Ghostwriting" wissenschaftlicher Artikel, die später unter den Namen externer Forscher veröffentlicht wurden, über die Beeinflussung regulatorischer Behörden bis hin zu den ,,Monsanto Papers", die im Zuge amerikanischer Gerichtsverfahren offengelegt wurden. Diese Dokumente zeigen interne Strategien, kritische Wissenschaftler zu diskreditieren, eigene Risikoanalysen weichzuzeichnen und öffentliche Debatten gezielt zu steuern.

Das Problem ist größer als Glyphosat: Es betrifft die strukturelle Korruption wissenschaftlicher Prozesse durch finanzielle Abhängigkeiten. Wenn Studien nicht mehr der Wahrheit, sondern der Rendite dienen, verlieren Öffentlichkeit und Politik ihre Orientierung. Und genau so entstehen Entscheidungen, deren Folgen – für Umwelt, Gesundheit und Demokratie – erst Jahrzehnte später sichtbar werden.


Quoteoctavian

"Die Efsa bewertet das Krebsrisiko bei den Mengen, die ein Mensch üblicherweise etwa über Lebensmittel aufnimmt, als vernachlässigbar."


QuoteJon2055

Glyphosat, das Asbest des 21. Jahrhunderts.


QuoteBinane

Interessant wäre es gewesen zu erfahren welche Entscheidungen im Kontext dieser Studien denn gefallen sind. Was ist denn bspw. mit der Glyphosat-Zulassung in der EU. Spielte die Studie bei der Zulassung eine Rolle?


QuoteNoch_eine_Meinung_mehr

Es ist leider so. "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing."

Ich habe selbst 11 Jahre lang in der Forschung gearbeitet und gesehen, dass alles von der Förderung abhängt. Es wird das ausgebaut, was der freien Wirtschaft Geld bringt und das wird als Anwendungsnähe verkauft. Doch die freie Wirtschaft fährt auf Sicht, von einer Quartalszahl zu nächsten. Sie bezahlt nicht dafür, was sie zu ihrem Vorteil nicht wissen möchte. Die DFG finanziert einige wichtige Großprojekte, kann aber bei weitem nicht alles abdecken, was wir an Innovationen bräuchten.

Es ist schade, dass diese wirtschaftlichen Zwänge in der Öffentlichkeit oft auf die Wissenschaftler abgewälzt werden. Auch die Arbeit des schlüpfrigsten Emporkömmlings, der nur den Titel aber nicht den Aufwand haben möchte, wird von seinem Team aud Herz und Nieren geprüft bis sie irgendwo veröffentlicht wird, wo wiederum ein Expertenteam alles unter die Lupe nimmt. Es sind nicht die einzelnen Schritte der Wissenschaftler, wo der Wurm drin steckt, sondern die Abhängigkeit von der Wirtschaft hinsichtlich Förderung.


Quoteunendliche weiten

Spoiler: Glyphosphat inkl. aller Produkte, die es enthalten, IST krebserregend.

Glyphosat ist das meistverkaufte Pestizid der Welt – und auch in Deutschland weiterhin im Dauereinsatz. Über 2.300 Tonnen des Unkrautvernichters gingen allein 2023 über die Ladentheke. Und das, obwohl der begründete Verdacht besteht, dass Glyphosat Krebs auslösen kann. Eine neu veröffentlichte Langzeitstudie des unabhängigen Ramazzini-Instituts zeigt nun: Die Gefahr ist noch größer als bisher angenommen. ... Die neue, unabhängige Untersuchung des Ramazzini-Instituts gilt als bislang umfassendste Langzeitstudie zu Glyphosat. Die Forschenden setzten Ratten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg unterschiedlichen Dosen des Ackergifts aus. Das Ergebnis: Bereits die niedrigste untersuchte Dosis – exakt die von der EU als ,,akzeptabel" eingestufte tägliche Aufnahmemenge – führte zu einer deutlich erhöhten Anzahl von Tumoren. Unter anderem traten Leukämie sowie Tumore in Brust, Schilddrüse, Leber und Eierstöcken auf. ... (Moritz Tapp, 8. Juli 2025)
https://umweltinstitut.org/landwirtschaft/meldungen/glyphosat-noch-krebserregender-als-gedacht/



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The Collegium Ramazzini is an independent, international academy composed of physicians, scientists, and scholars from 35 countries. Through its members and activities, it seeks to advance occupational and environmental health by bridging scientific knowledge with socio-political centers that have the responsibility to protect public health ...
https://en.wikipedia.org/wiki/Collegium_Ramazzini

"Nur wenig Glyphosat – trotzdem Krebs" (13.6.2025)
Das meistverkaufte Pestizid löste Forschern zufolge in einem Tierversuch auch in niedrigen Dosen mehrere Krebsarten aus. ...
https://taz.de/Neue-Tierversuche/!6093991/

"Studie mit LaborrattenKrebs durch Glyphosat? Bayer greift Forscher an" (27.7.2025)
Der Chemiekonzern kritisiert eine Untersuchung, derzufolge das Pestizid Tumore bei Ratten verursacht. Die Forscher wehren sich.
https://taz.de/Studie-mit-Laborratten/!6099230/

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Quote[...] Das Leck an einer Pipeline in der brandenburgischen Uckermark ist geschlossen. In der Nacht zu Donnerstag beendeten die Feuerwehren zwischen 2.00 und 3.00 Uhr ihren Einsatz, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost sagte. Diese koordiniert Rettungs-, Feuerwehr- und Katastropheneinsätze. Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) unterstützen derzeit noch vor Ort.

Laut Berichten der Feuerwehr waren nach der Havarie am Mittwoch bis zum Abend bereits 200.000 Liter Rohöl durch das Leck ausgetreten.

PCK erklärte, nach ersten Erkenntnissen sei das Unglück durch vorbereitende Arbeiten für einen geplanten Sicherheitstest an der Pipeline verursacht worden. ,,Eine absichtliche Fremdeinwirkung kann derzeit ausgeschlossen werden."

Das Öl sei durch ein kleines Leck in einer Pumpstation bei Gramzow in der Uckermark mit einem Druck von etwa 20 Bar herausgeschossen, sagte der Abteilungsleiter der Feuerwehr Schwedt und Fachberater für Gefahrstofflagen, Alexander Trenn, der Deutschen Presse-Agentur.

Ersten Schätzungen der Feuerwehr zufolge sind mindestens 200.000 Liter Rohöl ausgetreten. Die Menge könne auch noch größer sein, hieß es. Vor Ort waren etwa 100 Kräfte der Feuerwehr, dazu etwa 25 Mitarbeiter der Raffinerie PCK, der die Leitung gehört.

Die Einsatzstelle sei noch in der Nacht an PCK übergeben wurde, sagte Trenn. ,,Gestern wurde noch abgepumpt und so viel wie möglich Öl in die ganzen Saugwagen gepumpt", sagte er. Als die Feuerwehren wegfuhren, seien zumindest auch die Ölpfützen weg gewesen. Das Rohöl war auf nassen Ackerflächen gelandet.

Die weiteren Maßnahmen treffe nun PCK, sagte Trenn. Welche das sind, war zunächst nicht bekannt Laut PCK trat das Öl an einer Schieberstation der Pipeline von Rostock nach Schwedt aus.

Weil Öl leichter als Wasser ist, schwamm das Rohöl nach dem Unfall auf der Oberfläche des sehr nassen Ackerbodens und sickerte nicht tief in den Erdboden ein. Eine Verunreinigung des Grundwassers sei nach Informationen vom Mittwochabend deswegen unwahrscheinlich.

Die Märkische Oderzeitung berichtete zuerst, dass Öl ,,in einer Fontäne rund zehn bis zwölf Meter in die Höhe" schieße und die Leckage voraussichtlich bis zum Morgen nicht gestoppt werden könnte. Bei Gramzow erstreckt sich die als veraltete geltende Pipeline mit einem Durchmesser von 45 Zentimetern von Rostock zur PCK Schwedt. Einsatzkräfte sind vor Ort.

Laut RBB soll die Havarie durch Bauarbeiten an der Schieberstation Gramzow verursacht worden sein. Ein Bolzen soll gebrochen sein. Das Leck befindet sich nahe Zehnebeck, rund drei Kilometer von Gramzow entfernt.

Am Donnerstagmittag will sich Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD) ein Bild über das Ausmaß der Schäden vor Ort machen, sich über den Stand der Rettungsarbeiten informieren und gegebenenfalls weitere Hilfen koordinieren. Genaue Angaben zu Ursache und Schäden machte das Ministerium am Mittwoch nicht. (mit dpa)



Aus: "Leck in PCK-Pipeline geschlossen – mindestens 200.000 Liter Öl ausgetreten" Katharina Henke Sarah Knorr (11.12.2025)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/potsdam/brandenburg/havarie-in-der-uckermark-mindestens-200000-liter-ol-aus-leck-in-pck-pipeline-ausgetreten-15040452.html


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"Chemiefabrik im Verdacht: Die klimaschädliche Abgasfahne aus Bad Wimpfen" Bernward Janzing (6.12.2025)
Forscher weisen in der Luft im Raum Frankfurt extreme Werte der Chemikalie SF6 nach. Ihre Erklärung: Das Gas muss aus einem Leck bei einer Firma nahe Heilbronn stammen. ... Die Fluorsubstanz steht so sehr im Fokus, weil sie als das stärkste derzeit bekannte Treibhausgas gilt. Sie sei 23.500-mal schädlicher als CO2 und habe in der ⁠Atmosphäre eine Lebensdauer von 3200 Jahren, berichtet das Umweltbundesamt. Die einzige derzeit plausible Erklärung für die Herkunft des Gases: ein Leck bei einer Chemiefirma in der Nähe von Heilbronn. ... Genau genommen ist es die Kleinstadt Bad Wimpfen am Neckar, die nun im Fokus steht. Dort verarbeitet und recycelt die Firma Solvay das Gas SF6. Die Uni Frankfurt, die seit einigen Jahren eine SF6-Messstation am Taunus Observatorium betreibt, teilte jetzt mit, sie registriere dort die höchsten Konzentrationen unter allen europäischen Stationen eines internationalen Messnetzes. ...
https://taz.de/Chemiefabrik-im-Verdacht/!6135658/



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Quote[...] Die EU-Kommission will bestimmte Pestizide wie Glyphosat künftig zeitlich unbegrenzt zulassen. Das geht aus einem Gesetzesvorschlag vom Dienstag hervor.

Demnach sollen die bislang erforderlichen regelmäßigen Neuzulassungen für Wirkstoffe abgeschafft werden. Die gefährlichsten Substanzen sollen davon ausgenommen werden.

Die Kommission begründet ihren Vorschlag damit, dass die meisten Pestizide auf dem Markt bereits mehrere Prüfverfahren durchlaufen hätten.

Erneuerungen und gezielte Neubewertungen sollen nach Willen der Kommission dann durchgeführt werden, wenn es wissenschaftliche Gründe dafür gibt.

Bislang wird die Zulassung eines aktiven Wirkstoffs in der EU nur für einen begrenzten Zeitraum bis zu 15 Jahren erteilt und muss danach neu bewertet werden. Ohne erfolgreiche Erneuerung läuft die Zulassung aus.

Der Vorstoß der EU-Kommission ist Teil eines Vorschlagpakets, mit dem sie Verwaltungsaufwand und Kosten etwa für Produzenten, Unternehmen und Behörden reduzieren will.

Gleichzeitig sollen bei der Lebens- und Futtermittelsicherheit hohe Standards aufrechterhalten werden, wie die Behörde betont. Außerdem soll die Planbarkeit beispielsweise für Landwirte verbessert werden.

Für risikoarme Wirkstoffe sollen nach Willen der Kommission etwa einfachere Verfahren gelten, um sie schneller zuzulassen und so auch nachhaltige Pflanzenschutzmittel zu fördern. Auch sollen Produkte gegen besonders schädliche Schädlinge schneller zugelassen werden.

Durch die Maßnahmen können Schätzungen der Kommission zufolge Unternehmen jährlich etwa 428 Millionen Euro einsparen. Außerdem rechnet die Behörde mit Einsparungen von jährlich etwa 660 Millionen Euro bei den nationalen Verwaltungen. Dank einer besseren Verfügbarkeit von Produkten sollen auch die Landwirte profitieren.

Bekannt ist etwa das umstrittene Pestizid Glyphosat, das die EU-Kommission nicht als gefährlich einschätzt. Die EU hat die Genehmigung für Glyphosat zuletzt bis Ende 2033 verlängert.

Glyphosat ist ein sogenanntes Totalherbizid, das nahezu alle grünen Pflanzen schädigt. Es wird seit Mitte der 1970er-Jahre vor allem unter dem Handelsnamen ,,Roundup" genutzt und ist heute in zahlreichen Pflanzenschutzmitteln verschiedener Hersteller enthalten.

In einem Teil der Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, sind Anwendungen in Haus- und Kleingärten sowie auf Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, verboten oder stark eingeschränkt.

Die 27 EU-Staaten und das Europaparlament müssen den Vorschlag nun diskutieren. Um Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, versucht Brüssel derzeit, viele Regeln zu entschlacken. (dpa, AFP)


Aus: "EU-Kommission will bestimmte Pestizide unbefristet zulassen" (16.12.2025)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/auch-umstrittenes-glyphosat-auf-der-liste-eu-kommission-will-bestimmte-pestizide-unbefristet-zulassen-15058058.html


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"Umweltverbrechen in Kolumbien: Einmal Whistleblower, immer Whistleblower" Michael Sontheimer (29.12.2025)
Der deutsch-kolumbianische Ingenieur Andrés Olarte wird für seine Enthüllung von Umweltverbrechen mit dem Ellsberg Whistleblower Award ausgezeichnet. ... Er stieß beispielsweise auf eine Datenbank, in der 839 Orte aufgelistet waren, an denen ehemalige Ölquellen undicht geworden waren und die Umwelt verseuchten. Bei einem Fünftel dieser Orte war angemerkt, dass sie nur Ecopetrol bekannt waren, nicht aber den staatlichen Umweltbehörden. Was die meisten dieser einstigen Ölquellen verband: In ihrer Nähe war das Wasser weit über die gesetzlichen Grenzwerte hinaus belastet. ...
https://taz.de/Umweltverbrechen-in-Kolumbien/!6141495/

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"Oil giant's leaked data reveals 'awful' pollution" Owen Pinnell (20 March 2025)
Colombian energy giant Ecopetrol has polluted hundreds of sites with oil, including water sources and biodiverse wetlands, the BBC World Service has found.
Data leaked by a former employee reveals more than 800 records of these sites from 1989 to 2018, and indicates the company had failed to report about a fifth of them.
The BBC has also obtained figures showing the company has spilled oil hundreds of times since then.
Ecopetrol says it complies fully with Colombian law and has industry-leading practices on sustainability.
https://www.bbc.com/news/articles/crewlj11jljo

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"'There's a dark side to floristry': are pesticides making workers seriously ill – or worse?" Louise Donovan (Sun 11 Jan 2026)
Unlike in food, there is no upper limit on the amount of pesticide residue levels in flowers. But after French officials linked the death of a florist's child to exposure in pregnancy, many in the industry are now raising the alarm. ... Many people don't think of pesticides when they look at a bouquet of flowers. But they're full of them, according to Pesticide Action Network (PAN), a UK charity. Buying from your local supermarket won't necessarily put you at risk, say experts – that falls to the growers and florists who handle what the charity describes as "toxic bombs". ...
https://www.theguardian.com/society/2026/jan/11/theres-a-dark-side-to-floristry-are-pesticides-making-workers-seriously-ill-or-worse


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Quote[...] In Europa sind mehr als zwei Drittel der Böden einer Studie zufolge mit Pflanzenschutzmitteln verunreinigt. Das schädige auch nützliche Bodenorganismen, schreibt ein internationales Forschungsteam in der Fachzeitschrift Nature. Die Mittel seien nicht nur für Vögel oder Bienen und andere Insekten eine Belastung, sondern auch für Böden, teilten die Forschenden mit. 

Die Wissenschaftler um den Bodenökologen Marcel van der Heijden von der Universität Zürich – darunter Mitarbeiter der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission im italienischen Ispra – untersuchten insgesamt 373 Bodenproben in 26 europäischen Ländern auf Rückstände von zahlreichen Pflanzenschutzmitteln. Zudem analysierten sie Auswirkungen auf Bakterien, Pilze und wirbellose Bodenbewohner, die organisches Material zersetzen und damit Nährstoffkreisläufe antreiben.

Rückstände etwa von Mitteln gegen Pilze, von Glyphosat gegen Unkraut und von Insektiziden wurden nicht nur auf landwirtschaftlichen Flächen gefunden, sondern auch in Wäldern und Wiesen. Der Wind habe vermutlich Sprühnebel von Feldern verteilt, berichteten die Forschenden. Zu den häufigsten Funden zählte ein Abbauprodukt des umstrittenen Herbizids Glyphosat.

"Das Problem verschiedener Pflanzenschutzmittel besteht darin, dass sie nicht nur Schädlinge bekämpfen, die unsere Nutzpflanzen beeinträchtigen, sondern auch nützliche Bodenorganismen", teilte die Universität Zürich zur Studie mit. 

Pflanzenschutzmittel beeinflussen der Untersuchung zufolge unter anderem wichtige Pilze, die sich mit den Wurzeln von Nutzpflanzen verbinden und ihnen helfen, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Zudem profitierten einige Bakterien wahrscheinlich davon, dass andere Organismen reduziert werden.

Christoph Scherber, Professor für Biodiversitätsmonitoring an der Universität Bonn, der nicht an der Studie beteiligt war, sagte: "Die Illusion, dass ein Mittel nur gegen einen Zielorganismus wirkt, ist damit klar widerlegt. Vielmehr scheinen wir derzeit Landwirtschaft 'im Blindflug' zu betreiben – nach dem Motto 'erst sprühen, dann verstehen'."

Die Untersuchung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Kommission plant, dass Pflanzenschutzmittel künftig ohne regelmäßige Neuzulassungen auf den Feldern verteilt werden können. Das sei der falsche Schritt zum falschen Zeitpunkt, sagt Scherber. "Stattdessen sollte die Agrarpolitik endlich anerkennen, dass Vielfalt statt Einfalt der Weg in eine nachhaltige Zukunft ist."

"Hier wird aufgezeigt, dass die aktuelle Bewirtschaftung für kommende Generationen nicht nachhaltig ist", sagte Carsten Brühl, Leiter der Abteilung Gemeinschaftsökologie und Ökotoxikologie an der Technischen Universität Kaiserslautern-Landau, der ebenfalls nicht an der Studie beteiligt war. "Eine unbegrenzte Zulassung von Pestiziden ohne regelmäßige Überprüfung gefährdet die Sicherheit von Umwelt und Mensch."


Aus: "Großteil des europäischen Bodens ist mit Pestiziden belastet" (1. Februar 2026)
Quelle: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2026-02/pflanzenschutzmittel-pesitzide-boeden-insekten-voegel-gxe

QuoteGernot68

Und neben den Böden versauen sie auch noch das Grundwasser. Bei mehr als einem Viertel der Messstellen liegt die Nitratbelastung über dem Grenzwert von 50mg/l. Primäre Ursache ist das Verteilen von Gülle aus der Viehhaltung als Dünger. Nitrat kann man filtern, aber das ist teuer. Die Rechnung dafür geht aber nicht verursachergerecht an die Bauern, sondern an die Wasserkunden. Die Bauern dürfen das Wasser gratis verschmutzen

Zum einen müssen auf diese Weise selbst Veganer die Viehhaltung zwangs-quersubventionieren. Zum anderen erzeugt das zahlreiche Fehlsteuerungen. Fleisch und Wurstwaren sind im Massenverzehr gesundheitlich problematisch, werden aber künstlich verbilligt. Es gibt negative Umwelt- und Klimafolgen.

Es müssen nicht alle Vegetarier oder Veganer werden. Es braucht keine Totalverbote. Aber die Tierhaltung muss so umgebaut werden, dass das unsägliche Tierleid sowie die Klima- und Umweltbelastungen reduziert werden. Fleisch wird dadurch teurer werden und dann gibt es vielleicht nicht mehr jeden Tag Steak und Burger.

Das Ganze hätte nur positive Auswirkungen: Umwelt, Klima, Gesundheit. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass eine Mehrheit der Bayern wirklich glücklich damit ist, aus ökonomischen Zwängen Tiere zu quälen.


QuoteCannasseur

Aiwanger und Söder: Dann müssen die Leute halt mehr Fleisch essen.


Quotegerhard 07

Und die Bodenvergifter blockieren mit ihren Ackerpanzern, betankt mit subventionierten Diesel, bei Unwohlsein die Innenstädte.

Die Union, die ja eigentlich bewahren will, applaudiert


QuoteBinane

Antwort auf @frimoe

Ja, das ist schon seltsam. Bei linken Demos wird dann einfach eingekesselt, und dann kommt da keiner mehr raus von dem nicht die Personalien aufgenommen wurden.


QuoteUnbekannter Benutzer

Ich bin sehr ländlich aufgewachsen und kenne sehr viele Landwirte und hauptsächlich Bauern, und ja, ich mache einen Unterschied zwischen diesen beiden Bezeichnungen. Denn gerade letztere, obwohl sie massiv davon abhängen, stehen der Natur gegenüber wie der Wolf einer Schafherde.


QuoteRealityartist

Da kann man sich doch gleich bei der CDU/CSU bedanken und bei deren Lobbyismus.


Quotecs_vb

Die Rechnung für all das kommt. Doch bisher konnte sie immer an die nächste Generation weitergegeben werden. Nach dem Motto: Läuft doch...


Quoteapi-zeit

Spielt es unter diesen Bedingungen eine Rolle, dass sich die europäischen Landwirte über den Import landwirtschaftlicher Produkte aus Mercosur aufregen? Müssen wir Konsumenten nicht eher auf klare Kennzeichnungspflicht pochen? Ich schlage der Komplexität wegen vor, dass die Gesundheitsministerien der EU einen Ampelaufdruck entwickeln, wie

Rot = gesundheitsgefährdend belastet

Gelb = nur jeder Fünfte entwickelt innerhalb der nächsten 15 Jahre eine lebensgefährdende Krankheit

Grün = nach bestkontrollierten Ökostandards produziert und keine Gesundheitsgefährdung nachweisbar.

Und das für alle Erzeuger, egal wo in der Welt angesiedelt. Das wäre mal eine Aufgabe für Gesundheit und globale Gerechtigkeit.



QuoteRahel069

In der Schweiz wurde gerade untersucht, inwiefern die mit Pestiziden belasteten Böden Einfluss auf die Spermienqualität der Männer, die in der Nähe dieser Böden leben, haben. Und die Ergebnisse sind sowas von eindeutig. Männer die in der Nähe von landwirtschaftlich genutzten Böden leben, haben eine signifikant verminderte Spermienqualität. Im Klartext bedeuten also vergiftete Böden eine höhere Unfruchtbarkeit der Menschen.


QuoteHamburg im Herzen

Sorry, wenn ich das jetzt so krass sage: aber das ist ein Gewinn für den Planeten.


QuoteHamburg im Herzen

Und was wird die logische Konsequenz aus dieser Erkenntnis sein?

Leider nicht:

- Rücknahme von Zulassungen für Pestizide, Herbizide, Fungizide
- Umbau der Landwirtschaft auf überwiegend Bio
- Maßnahmen zur Wiederbelebung und Ausweitung der Humusschicht
- Verbot von Lebensmittelverschwendung
- Verbot von Lobby-Arbeit der Agrar-Chemie-Konzerne


QuoteGyges

Das wird das Grundwasser mit der Zeit auch immer mehr belasten.
Die kommenden Generationen sind hinsichtlich vieler Punkte am Ar..., nicht nur des Klimas wegen.
Und das ganz wurde verursacht innerhalb von ca.drei Generationen. So ist das mit der Krone der Schöpfung.


QuoteHerr Grümpel

Wenn sich die konventionelle Landwirtschaft tatsächlich mal für Ökologie interessieren würde, wäre schon viel gewonnen.

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"Nicht nur auf Feldern: Flächendeckende Pestizidbelastung am Oberrhein von der Ebene bis in Höhenlagen nachgewiesen" (12. März 2025)
Eine aktuelle Studie der RPTU Kaiserslautern-Landau belegt eine weitreichende Pestizidbelastung der Landschaft im Oberrheingraben. Das Forschungsteam um Carsten Brühl zeigt erstmals, dass synthetisch-chemische Pestizide aus dem konventionellen Landbau nicht auf den Anbauflächen bleiben, sondern sich von der Tiefebene bis in den Schwarzwald und Pfälzerwald verbreiten. Die Ergebnisse belegen eine Kontamination mit Pestizidmischungen in der gesamten Landschaft und werfen ein neues Licht auf die potenziellen Umweltauswirkungen konventioneller Landwirtschaft. Um Gebiete um Äcker, Obstplantagen und Weinberge zu schützen, muss der Pestizideinsatz dringend reduziert werden, so die Forscher. ...
https://rptu.de/newsroom/neuigkeiten/detail/news/pressemeldung-studie

Die Studie:
Ken M. Mauser, Jakob Wolfram, Jürg Spaak, Carolina Honert & Carsten A. Brühl 2025 Current-use pesticides in vegetation, topsoil and water reveal contaminated landscapes of the Upper Rhine Valley, Germany. Communications Earth & Environment. https://www.nature.com/articles/s43247-025-02118-2

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"Schleswig-Holstein güllt auch bei Frost: Scheiß auf Eis" Esther Geisslinger (9.2.2026)
Schleswig-Holsteins Agrarministerin erlaubt nun auch, Gülle auf halbgefrorenen Böden auszubringen. Die Umweltverbände fürchten um die Gewässer. ... In Deutschland wird zu viel gedüngt: Viele Regionen überschreiten die EU-rechtlichen Grenzwerte. Auch Schleswig-Holstein gehört dazu, mit negativen Folgen für Meere und Binnengewässer. Dennoch will Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) die Regeln lockern. Beifall gibt es vom Bauernverband, die Umweltverbände laufen Sturm. ...
https://taz.de/Schleswig-Holstein-guellt-auch-bei-Frost/!6153197/

"Dein Billigbrötchen killt Fische in der Ostsee" (13.1.2026)
In der Ostsee sterben immer wieder massenhaft Fische, weil verwesende Algen den Sauerstoff rauben. Ein Grund: Düngemittel aus der Landwirtschaft. ... Sowohl das Fischsterben in der Ostsee als auch das verschmutzte Grundwasser haben gemeinsame Ursachen. Eine davon ist, dass die Landwirtschaft insgesamt mehr Dünger auf die Felder ausbringt, als die Pflanzen aufnehmen können. Ein Teil des Überschusses an Pflanzennährstoffen versickert ins Grundwasser oder gelangt über Flüsse ins Meer. ...
https://taz.de/Dein-Billigbroetchen-killt-Fische-in-der-Ostsee/!6129746/

"Bundesregierung muss gegen Grundwasserbelastung handeln" Aus Freiburg Christian Rath (8.10.2025)
Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) muss etwas gegen zu hohen Nitrateinsatz unternehmen. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht nun. ... Nitrat im Grundwasser ist schädlich für Menschen und erhöht die Kosten für die Trinkwasseraufbereitung. Deshalb sieht die EU-Nitrat-Richtlinie von 1991 vor, dass bei der Düngung nur so viel Nitrat ausgebracht wird, wie die Böden aufnehmen können. Aus der EU-Grundwasser-Richtlinie von 2006 ergibt sich das Ziel, bis 2015 im Grundwasser einen Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter einzuhalten. Das ist nicht gelungen. Im jüngsten Nitratbericht der Bundesregierung von 2024 heißt es, dass in 25,6 Prozent der deutschen Messstellen der Nitratgrenzwert nicht eingehalten wird. ...
https://taz.de/Gerichtsurteil-zu-Ueberduengung/!6118457/

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Quote[...] Im Urin von Kindern und Jugendlichen ist dem Umweltbundesamt (Uba) zufolge weiterhin verbreitet eine fortpflanzungsschädigende Substanz zu finden. In 92 Prozent der im Frühjahr und Sommer 2025 gesammelten Proben – also fast allen – sei sogenanntes MnHexP nachgewiesen worden, teilte die Behörde mit. Der große Anteil belasteter Proben sowie die teils sehr hohen Konzentrationen seien überraschend, sagte Uba-Präsident Dirk Messner.

MnHexP ist ein Abbauprodukt des gesundheitsschädlichen Weichmachers Di-n-hexyl-Phthalat (DnHexP). Er ist laut Uba in der EU nicht zugelassen. Im Jahr 2024 hatte das Uba erstmals über MnHexP-belastete Urinproben berichtet. Etwa zur gleichen Zeit entdeckte das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima in Nordrhein-Westfalen den Stoff in Urinproben von Kindergartenkindern.

Die Herkunft war zunächst unbekannt. Die Funde ließen sich schließlich auf eine Verunreinigung eines UV-Filters in Sonnencremes zurückführen, wie es vom Uba hieß. ,,Dieser Zusammenhang zeigt sich auch bei den aktuellen Daten wieder." DnHexP kann demnach bei der Herstellung des häufig zugesetzten UV-Filters Diethylamino-Hydroxybenzoyl-Hexylbenzoat (DHHB) entstehen.

Für Sonnenschutzmittel mit diesem UV-Filter werden in der EU erst ab Januar 2027 strengere Regeln für den maximal erlaubten DnHexP-Gehalt gelten, wie es vom Uba hieß. Messner betonte aber auch, dass die Verwendung von Sonnenschutzmitteln bei Kindern und Jugendlichen essenziell bleibe, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren.

Für die neue Analyse waren 259 Urinproben von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren aus den Monaten April bis Juli 2025 analysiert worden. Zwei Teilnehmende hätten den vom Uba ausgewiesenen Beurteilungswert von 60 Mikrogramm pro Liter Urin überschritten – sie kamen auf Werte von 83 beziehungsweise 107 Mikrogramm pro Liter.

DnHexP sei nicht der einzige fortpflanzungsschädigende Stoff, dem Menschen ausgesetzt seien, erläuterte das Uba. Die Gesamtbelastung durch fortpflanzungsschädigende Weichmacher habe in der letzten Uba-Analyse bei Kindern und Jugendlichen bei einem Großteil insbesondere der jüngeren Kinder über der als tolerierbar definierten Aufnahmemenge gelegen. Auch darum sei es wichtig, Produkte wie Sonnencreme frei von Verunreinigungen zu halten. (dpa)


Aus: "Umweltbundesamt findet wieder Weichmacher im Urin von über 200 Kindern" (17.02.2026)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wissen/gesundheitsschadliche-sonnencreme-umweltbundesamt-findet-wieder-weichmacher-im-urin-von-uber-200-kindern-15261044.html

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Quote[...] Zwei Wochen nach einem Schiffsunglück breitet sich das Öl weiter aus. Thailand sorgt sich um den Tourismus. Zudem besteht große Gefahr für Korallenriffe.

Ölverschmutzte Strände im Urlaubsparadies: In Thailand wird Erdöl, das aus einem im Indischen Ozean gesunkenen Frachter ausgetreten ist, an die Strände der berühmten Urlaubsinsel Phuket gespült. Der örtliche Abgeordnete Chalermpong Saengdee sagte am Freitag der Nachrichtenagentur AFP, die Ölrückstände hätten Ya Nui Beach sowie kleinere Inseln in der Provinz Phuket erreicht.

Das Öl verschmutze den bei Touristen wegen seines türkisfarbenen Wassers beliebten Strand Banana Beach auf Koh Hey und werde sich vermutlich weiter ausbreiten. ,,Das ist sehr beunruhigend, weil der Vorfall zwei Wochen zurückliegt, sich die Lage nicht verbessert und eine Gefahr für Meereslebewesen und Korallenriffe darstellt", sagte der Abgeordnete. ,,Wir sind auch beunruhigt, weil es sich auf Thailands Tourismus und Wirtschaft auswirken könnte".

Das unter der Flagge Panamas fahrende Frachtschiff ,,Sealloyd Arc" war am 7. Februar auf dem Weg nach Bangladesch vor Phuket gesunken. Nach Angaben der thailändischen Behörden traten rund 1700 Liter Öl aus. Das Schiff liegt in rund 60 Metern Tiefe, weshalb Taucher das Leck nur schwer erreichen können, wie Chalermpong sagte.

Im örtlichen Fernsehsender PBS waren Anwohner zu sehen, die die Strände mit Harken und Eimern absuchten, um Ölklumpen einzusammeln. Die thailändische Marine setzte im Kampf gegen die Ölverschmutzung Dispersionsmittel ein. Chalermpong rief die Regierung auf, Geld für eine Bergung des Wracks bereitzustellen.

Die thailändische Meeres- und Küstenschutzbehörde verzeichnete zwischen 2017 und 2021 130 Ölverschmutzungen in mehr als 23 Provinzen. Umweltschutzorganisationen warnen vor schweren und langwierigen Schäden für Ökosysteme durch Ölverschmutzungen - sie schaden Wildtieren, kontaminieren Nahrungsquellen und setzen giftige Chemikalien frei.

(AFP)


Aus: "Öl erreicht Strände von beliebter Urlaubsinsel in Thailand" (27.02.2026)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/frachterungluck-im-indischen-ozean-ol-erreicht-strande-von-beliebter-urlaubsinsel-in-thailand-15298749.html

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"Dieselskandal: Interne Mails belasten BMW, VW und Daimler schwer" Stefan Krempl (27.02.2026)
Dokumente aus einem Londoner Prozess legen nahe, dass BMW, VW und Daimler ihre Emissionsstrategien bereits Jahre früher koordiniert haben dürften als bekannt. ... Die neuen Details stammen aus Beweismitteln eines laufenden Verfahrens vor dem High Court of Justice in London. Dort sehen sich die Autobauer den Klagen von rund 1,6 Millionen Dieselbesitzern gegenüber. ... Pikant ist die Wortwahl in den internen, von Follow the Money teils veröffentlichten Schreiben. Ein Mitarbeiter warnte damals, dass niemand die ,,wahre Motivation" für die Begrenzung der Dosierung gegenüber den US-Umweltbehörden EPA und CARB offenlegen wolle. Ein VW-Ingenieur beschrieb die Herausforderung in einer Nachricht an Kollegen bei Audi, BMW und DaimlerChrysler sogar als Frage der ,,möglichst geschickten Darstellung" gegenüber den Behörden und weniger als ein technisches Problem. Es scheint, als hätten die Beteiligten bereits Jahre vor dem Auffliegen der Dieselaffäre im Jahr 2015 genau gewusst, auf welch dünnem Eis sie sich bewegten. ...
https://www.heise.de/news/Dieselskandal-Abgas-Kartell-Interne-Mails-belasten-deutsche-Autobauer-schwer-11193722.html

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Als Diesel- oder Abgasskandal (auch Dieselgate) wird seit 2015 die Kombination aus einer Reihe von überwiegend illegalen Manipulationen verschiedener Autohersteller (Audi, VW, Daimler und teilweise auch BMW) und Konzerne wie Bosch zur Umgehung gesetzlich vorgegebener Grenzwerte für Autoabgase und – im Gegenzug – der politischen Einflussnahme zu deren Absicherung bezeichnet. Bereits 2006 äußerten die 4 großen Autohersteller bei Bosch den Wunsch ,,nach einer Funktion, die in bestimmten Betriebsbereichen geringere Umsätze der Harnstoffdosierung erreicht" und Bosch wies sie darauf hin, dass dies vorsätzlichem Betrug gleichkäme. ... Der Spiegel berichtete 2015, dass mindestens 30 leitende Angestellte seit Jahren von dem illegalen Vorgehen wussten, während Volkswagen selbst dies noch 2015 leugnete. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Abgasskandal

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