• Welcome to LINK ACCUMULATOR. Please log in.

[Umweltschutz | Naturschutz | Umweltgefährliche Stoffe (Ökotoxikologie) ... ]

Started by Link, July 22, 2018, 11:36:20 AM

Link

"Ewigkeits-Chemikalie TFA: Ein Stoff für die Ewigkeit" Aus Bad Wimpfen und Freiburg Benno Schirrmeister (7.12.2025)
Das Chemiewerk in Bad Wimpfen hört auf, Trifluoressigsäure in den Neckar zu leiten. Doch das Gift ist da. Und geht auch nicht mehr weg. ... An einer [ ] Quellfassungen war im vergangenen Herbst eine exorbitante Belastung des Wassers mit Trifluoressigsäure festgestellt worden, TFA, fast 320 Mikrogramm pro Liter. Das weitgehend unbekannte TFA ist eine ,,Ewigkeits-Chemikalie". Es baut sich nicht ab. Es gilt als fortpflanzungsgefährdend, so viel weiß man mittlerweile, also als ,,reproduktionstoxisch, Kategorie 1B: Kann das Kind im Mutterleib schädigen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen", so der amtliche Eintrag. Zugleich ist es laut Umweltportal Baden-Württemberg derjenige menschengemachte Stoff, der mittlerweile im Grundwasser am häufigsten gefunden wird. Und 320 Mikrogramm, das ist das Fünffache des deutschen ,,gesundheitlichen Leitwerts" für Trinkwasser. Was der rechtlich heißt, bleibt vage. Vor allem ist er vergleichsweise lasch: In den Niederlanden und in der Wallonie, also dem französischsprachigen Teil Belgiens, wo Solvay ja herstammt, wird Trifluoressigsäure als Gesundheitsgefahr ernster genommen. Dort darf Trinkwasser höchstens 2,2 Mikrogramm enthalten. ... Das Problem an TFA ist: Die Substanz ist sehr mobil. Sie verbreitet sich rasend schnell über den Wasserkreislauf und akkumuliert in Organismen, um dann schließlich irgendwann als Gift zu wirken, nicht jetzt, auch nicht morgen. Sie hat dafür aber auch alle Zeit der Welt: TFA gehört zum Haltbarsten, was Menschen je geschaffen haben. ...
https://taz.de/Ewigkeits-Chemikalie-TFA/!6125022/

https://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Wimpfen

Link

Quote[...] Eine Studie aus dem Jahr 2000, die eine zentrale Rolle in der Debatte um die Sicherheit des Pestizids Glyphosat spielt, ist von der Fachzeitschrift Regulatory Toxicology and Pharmacology formell zurückgezogen worden. Das Papier war ein wichtiges Argument für Angaben des früheren Herstellers Monsanto, das Herbizid Roundup und sein Wirkstoff Glyphosat hätten keine krebserregenden Wirkungen.

Die Studie habe weithin als wegweisend in der Debatte gegolten, teilte der Fachverlag Elsevier, in dem das Fachblatt erscheint, mit. Nun sei jedoch unklar, ob die gezogene Schlussfolgerung – dass Glyphosat und das Präparat Roundup nicht krebserregend seien – tatsächlich korrekt ist.

Demnach gibt es mehrere Punkte, die zur Rücknahme führten. Es wurden Bedenken hinsichtlich der Urheberschaft der Studie, der Gültigkeit der Ergebnisse im Zusammenhang mit einer falschen Darstellung der Beiträge der Autoren und des Studiensponsors sowie potenzieller Interessenkonflikte der Autoren geäußert, wie der zuständige Chefredakteur Martin van den Berg in der Mitteilung schreibt.

Die Schlussfolgerungen der Studie hinsichtlich der Karzinogenität von Glyphosat – also der Frage, ob das Pestizid Krebs erzeugt oder fördert – basierten ausschließlich auf Studien von Monsanto, die kein tumorauslösendes Potenzial zeigten, schreibt van den Berg. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habe es andere Langzeitstudien zur chronischen Toxizität und Karzinogenität gegeben, deren Daten nicht berücksichtigt worden seien.

Die drei in der Studie genannten Autoren sollen demnach nicht allein für den Inhalt verantwortlich gewesen sein. Das geht der Mitteilung zufolge aus Korrespondenzen hervor, die im Zuge eines US-Rechtsstreits bekannt wurden. Stattdessen sollen möglicherweise Mitarbeiter von Monsanto ohne ordnungsgemäße Nennung als Mitautoren an der Erstellung mitgewirkt haben. Die Beiträge, die anscheinend von Mitarbeitern von Monsanto als Mitautoren verfasst wurden, wurden in den Danksagungen demnach nicht ausdrücklich als solche erwähnt.

Weitere während des Rechtsstreits offengelegte Korrespondenz mit Monsanto deutet der Mitteilung zufolge darauf hin, dass die drei offiziell genannten Autoren möglicherweise eine finanzielle Vergütung von Monsanto für ihre Arbeit an der Studie erhalten haben. Dies sei nicht offengelegt worden.

Angesichts dieser Punkte gebe es kein Vertrauen mehr in die Ergebnisse und Schlussfolgerungen, was die Rücknahme notwendig mache, heißt es von van den Berg. Die Studie gehört laut einem Artikel von Environmental Science & Policy zu den 0,1 Prozent der meistzitierten Studien in der Forschung zu Glyphosat. Die Enthüllungen über Monsantos mutmaßlich verdeckte Beteiligung hätten daran kaum etwas verändert, hieß es darin.

In einer Stellungnahme des Konzerns Bayer, der Monsanto 2018 übernommen hatte, hieß es: "Von Monsanto hat sich niemand als Autor beteiligt und der Bezug des Unternehmens zu dem Papier wurde ordnungsgemäß offengelegt." Bei der zurückgezogenen Studie handele es sich um einen reinen Übersichtsartikel ordnungsgemäß eingereichter Studien, sagte Konzernsprecher Philipp Blank der Nachrichtenagentur dpa. "Glyphosat ist das in den letzten 50 Jahren am umfassendsten untersuchte Herbizid." Unter führenden Regulierungsbehörden weltweit herrsche Einigkeit, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung sicher sei. 

Glyphosat gilt nach Einschätzung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen. Behörden wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) und das Bundesinstitut für Risikobewertung sehen bei Einhaltung der Anwendungsregeln kein relevantes Krebsrisiko. Die IARC beurteilte die Krebsgefahr, also die generelle Möglichkeit, dass Glyphosat Krebs verursacht. In die Bewertung der Behörden floss das Alltagsrisiko als Faktor ein. Die Efsa bewertet das Krebsrisiko bei den Mengen, die ein Mensch üblicherweise etwa über Lebensmittel aufnimmt, als vernachlässigbar.


Aus: "Fachzeitschrift zieht zentrale Glyphosat-Studie nach 25 Jahren zurück" (10. Dezember 2025)
Quelle: https://www.zeit.de/wissen/2025-12/glyphosat-studie-zurueckgezogen-monsanto-bayer

Quotequantosoph

Wieder einmal zeigt sich, wie verletzlich Wissenschaft wird, wenn mächtige Wirtschaftsakteure Einfluss nehmen. Dass eine zentrale Glyphosat-Sicherheitsstudie, auf die sich Monsanto jahrzehntelang berief, nun nach 25 Jahren zurückgezogen wird – wegen gravierender Zweifel an der Autorschaft –, ist ein Lehrstück in Lobbyismus, Manipulation und institutionellem Versagen.

Monsanto hat eine lange Vorgeschichte zweifelhafter Praktiken: vom ,,Ghostwriting" wissenschaftlicher Artikel, die später unter den Namen externer Forscher veröffentlicht wurden, über die Beeinflussung regulatorischer Behörden bis hin zu den ,,Monsanto Papers", die im Zuge amerikanischer Gerichtsverfahren offengelegt wurden. Diese Dokumente zeigen interne Strategien, kritische Wissenschaftler zu diskreditieren, eigene Risikoanalysen weichzuzeichnen und öffentliche Debatten gezielt zu steuern.

Das Problem ist größer als Glyphosat: Es betrifft die strukturelle Korruption wissenschaftlicher Prozesse durch finanzielle Abhängigkeiten. Wenn Studien nicht mehr der Wahrheit, sondern der Rendite dienen, verlieren Öffentlichkeit und Politik ihre Orientierung. Und genau so entstehen Entscheidungen, deren Folgen – für Umwelt, Gesundheit und Demokratie – erst Jahrzehnte später sichtbar werden.


Quoteoctavian

"Die Efsa bewertet das Krebsrisiko bei den Mengen, die ein Mensch üblicherweise etwa über Lebensmittel aufnimmt, als vernachlässigbar."


QuoteJon2055

Glyphosat, das Asbest des 21. Jahrhunderts.


QuoteBinane

Interessant wäre es gewesen zu erfahren welche Entscheidungen im Kontext dieser Studien denn gefallen sind. Was ist denn bspw. mit der Glyphosat-Zulassung in der EU. Spielte die Studie bei der Zulassung eine Rolle?


QuoteNoch_eine_Meinung_mehr

Es ist leider so. "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing."

Ich habe selbst 11 Jahre lang in der Forschung gearbeitet und gesehen, dass alles von der Förderung abhängt. Es wird das ausgebaut, was der freien Wirtschaft Geld bringt und das wird als Anwendungsnähe verkauft. Doch die freie Wirtschaft fährt auf Sicht, von einer Quartalszahl zu nächsten. Sie bezahlt nicht dafür, was sie zu ihrem Vorteil nicht wissen möchte. Die DFG finanziert einige wichtige Großprojekte, kann aber bei weitem nicht alles abdecken, was wir an Innovationen bräuchten.

Es ist schade, dass diese wirtschaftlichen Zwänge in der Öffentlichkeit oft auf die Wissenschaftler abgewälzt werden. Auch die Arbeit des schlüpfrigsten Emporkömmlings, der nur den Titel aber nicht den Aufwand haben möchte, wird von seinem Team aud Herz und Nieren geprüft bis sie irgendwo veröffentlicht wird, wo wiederum ein Expertenteam alles unter die Lupe nimmt. Es sind nicht die einzelnen Schritte der Wissenschaftler, wo der Wurm drin steckt, sondern die Abhängigkeit von der Wirtschaft hinsichtlich Förderung.


Quoteunendliche weiten

Spoiler: Glyphosphat inkl. aller Produkte, die es enthalten, IST krebserregend.

Glyphosat ist das meistverkaufte Pestizid der Welt – und auch in Deutschland weiterhin im Dauereinsatz. Über 2.300 Tonnen des Unkrautvernichters gingen allein 2023 über die Ladentheke. Und das, obwohl der begründete Verdacht besteht, dass Glyphosat Krebs auslösen kann. Eine neu veröffentlichte Langzeitstudie des unabhängigen Ramazzini-Instituts zeigt nun: Die Gefahr ist noch größer als bisher angenommen. ... Die neue, unabhängige Untersuchung des Ramazzini-Instituts gilt als bislang umfassendste Langzeitstudie zu Glyphosat. Die Forschenden setzten Ratten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg unterschiedlichen Dosen des Ackergifts aus. Das Ergebnis: Bereits die niedrigste untersuchte Dosis – exakt die von der EU als ,,akzeptabel" eingestufte tägliche Aufnahmemenge – führte zu einer deutlich erhöhten Anzahl von Tumoren. Unter anderem traten Leukämie sowie Tumore in Brust, Schilddrüse, Leber und Eierstöcken auf. ... (Moritz Tapp, 8. Juli 2025)
https://umweltinstitut.org/landwirtschaft/meldungen/glyphosat-noch-krebserregender-als-gedacht/



...

The Collegium Ramazzini is an independent, international academy composed of physicians, scientists, and scholars from 35 countries. Through its members and activities, it seeks to advance occupational and environmental health by bridging scientific knowledge with socio-political centers that have the responsibility to protect public health ...
https://en.wikipedia.org/wiki/Collegium_Ramazzini

"Nur wenig Glyphosat – trotzdem Krebs" (13.6.2025)
Das meistverkaufte Pestizid löste Forschern zufolge in einem Tierversuch auch in niedrigen Dosen mehrere Krebsarten aus. ...
https://taz.de/Neue-Tierversuche/!6093991/

"Studie mit LaborrattenKrebs durch Glyphosat? Bayer greift Forscher an" (27.7.2025)
Der Chemiekonzern kritisiert eine Untersuchung, derzufolge das Pestizid Tumore bei Ratten verursacht. Die Forscher wehren sich.
https://taz.de/Studie-mit-Laborratten/!6099230/

...

Link

Quote[...] Das Leck an einer Pipeline in der brandenburgischen Uckermark ist geschlossen. In der Nacht zu Donnerstag beendeten die Feuerwehren zwischen 2.00 und 3.00 Uhr ihren Einsatz, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost sagte. Diese koordiniert Rettungs-, Feuerwehr- und Katastropheneinsätze. Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) unterstützen derzeit noch vor Ort.

Laut Berichten der Feuerwehr waren nach der Havarie am Mittwoch bis zum Abend bereits 200.000 Liter Rohöl durch das Leck ausgetreten.

PCK erklärte, nach ersten Erkenntnissen sei das Unglück durch vorbereitende Arbeiten für einen geplanten Sicherheitstest an der Pipeline verursacht worden. ,,Eine absichtliche Fremdeinwirkung kann derzeit ausgeschlossen werden."

Das Öl sei durch ein kleines Leck in einer Pumpstation bei Gramzow in der Uckermark mit einem Druck von etwa 20 Bar herausgeschossen, sagte der Abteilungsleiter der Feuerwehr Schwedt und Fachberater für Gefahrstofflagen, Alexander Trenn, der Deutschen Presse-Agentur.

Ersten Schätzungen der Feuerwehr zufolge sind mindestens 200.000 Liter Rohöl ausgetreten. Die Menge könne auch noch größer sein, hieß es. Vor Ort waren etwa 100 Kräfte der Feuerwehr, dazu etwa 25 Mitarbeiter der Raffinerie PCK, der die Leitung gehört.

Die Einsatzstelle sei noch in der Nacht an PCK übergeben wurde, sagte Trenn. ,,Gestern wurde noch abgepumpt und so viel wie möglich Öl in die ganzen Saugwagen gepumpt", sagte er. Als die Feuerwehren wegfuhren, seien zumindest auch die Ölpfützen weg gewesen. Das Rohöl war auf nassen Ackerflächen gelandet.

Die weiteren Maßnahmen treffe nun PCK, sagte Trenn. Welche das sind, war zunächst nicht bekannt Laut PCK trat das Öl an einer Schieberstation der Pipeline von Rostock nach Schwedt aus.

Weil Öl leichter als Wasser ist, schwamm das Rohöl nach dem Unfall auf der Oberfläche des sehr nassen Ackerbodens und sickerte nicht tief in den Erdboden ein. Eine Verunreinigung des Grundwassers sei nach Informationen vom Mittwochabend deswegen unwahrscheinlich.

Die Märkische Oderzeitung berichtete zuerst, dass Öl ,,in einer Fontäne rund zehn bis zwölf Meter in die Höhe" schieße und die Leckage voraussichtlich bis zum Morgen nicht gestoppt werden könnte. Bei Gramzow erstreckt sich die als veraltete geltende Pipeline mit einem Durchmesser von 45 Zentimetern von Rostock zur PCK Schwedt. Einsatzkräfte sind vor Ort.

Laut RBB soll die Havarie durch Bauarbeiten an der Schieberstation Gramzow verursacht worden sein. Ein Bolzen soll gebrochen sein. Das Leck befindet sich nahe Zehnebeck, rund drei Kilometer von Gramzow entfernt.

Am Donnerstagmittag will sich Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD) ein Bild über das Ausmaß der Schäden vor Ort machen, sich über den Stand der Rettungsarbeiten informieren und gegebenenfalls weitere Hilfen koordinieren. Genaue Angaben zu Ursache und Schäden machte das Ministerium am Mittwoch nicht. (mit dpa)



Aus: "Leck in PCK-Pipeline geschlossen – mindestens 200.000 Liter Öl ausgetreten" Katharina Henke Sarah Knorr (11.12.2025)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/potsdam/brandenburg/havarie-in-der-uckermark-mindestens-200000-liter-ol-aus-leck-in-pck-pipeline-ausgetreten-15040452.html


Link

"Chemiefabrik im Verdacht: Die klimaschädliche Abgasfahne aus Bad Wimpfen" Bernward Janzing (6.12.2025)
Forscher weisen in der Luft im Raum Frankfurt extreme Werte der Chemikalie SF6 nach. Ihre Erklärung: Das Gas muss aus einem Leck bei einer Firma nahe Heilbronn stammen. ... Die Fluorsubstanz steht so sehr im Fokus, weil sie als das stärkste derzeit bekannte Treibhausgas gilt. Sie sei 23.500-mal schädlicher als CO2 und habe in der ⁠Atmosphäre eine Lebensdauer von 3200 Jahren, berichtet das Umweltbundesamt. Die einzige derzeit plausible Erklärung für die Herkunft des Gases: ein Leck bei einer Chemiefirma in der Nähe von Heilbronn. ... Genau genommen ist es die Kleinstadt Bad Wimpfen am Neckar, die nun im Fokus steht. Dort verarbeitet und recycelt die Firma Solvay das Gas SF6. Die Uni Frankfurt, die seit einigen Jahren eine SF6-Messstation am Taunus Observatorium betreibt, teilte jetzt mit, sie registriere dort die höchsten Konzentrationen unter allen europäischen Stationen eines internationalen Messnetzes. ...
https://taz.de/Chemiefabrik-im-Verdacht/!6135658/



Link

Quote[...] Die EU-Kommission will bestimmte Pestizide wie Glyphosat künftig zeitlich unbegrenzt zulassen. Das geht aus einem Gesetzesvorschlag vom Dienstag hervor.

Demnach sollen die bislang erforderlichen regelmäßigen Neuzulassungen für Wirkstoffe abgeschafft werden. Die gefährlichsten Substanzen sollen davon ausgenommen werden.

Die Kommission begründet ihren Vorschlag damit, dass die meisten Pestizide auf dem Markt bereits mehrere Prüfverfahren durchlaufen hätten.

Erneuerungen und gezielte Neubewertungen sollen nach Willen der Kommission dann durchgeführt werden, wenn es wissenschaftliche Gründe dafür gibt.

Bislang wird die Zulassung eines aktiven Wirkstoffs in der EU nur für einen begrenzten Zeitraum bis zu 15 Jahren erteilt und muss danach neu bewertet werden. Ohne erfolgreiche Erneuerung läuft die Zulassung aus.

Der Vorstoß der EU-Kommission ist Teil eines Vorschlagpakets, mit dem sie Verwaltungsaufwand und Kosten etwa für Produzenten, Unternehmen und Behörden reduzieren will.

Gleichzeitig sollen bei der Lebens- und Futtermittelsicherheit hohe Standards aufrechterhalten werden, wie die Behörde betont. Außerdem soll die Planbarkeit beispielsweise für Landwirte verbessert werden.

Für risikoarme Wirkstoffe sollen nach Willen der Kommission etwa einfachere Verfahren gelten, um sie schneller zuzulassen und so auch nachhaltige Pflanzenschutzmittel zu fördern. Auch sollen Produkte gegen besonders schädliche Schädlinge schneller zugelassen werden.

Durch die Maßnahmen können Schätzungen der Kommission zufolge Unternehmen jährlich etwa 428 Millionen Euro einsparen. Außerdem rechnet die Behörde mit Einsparungen von jährlich etwa 660 Millionen Euro bei den nationalen Verwaltungen. Dank einer besseren Verfügbarkeit von Produkten sollen auch die Landwirte profitieren.

Bekannt ist etwa das umstrittene Pestizid Glyphosat, das die EU-Kommission nicht als gefährlich einschätzt. Die EU hat die Genehmigung für Glyphosat zuletzt bis Ende 2033 verlängert.

Glyphosat ist ein sogenanntes Totalherbizid, das nahezu alle grünen Pflanzen schädigt. Es wird seit Mitte der 1970er-Jahre vor allem unter dem Handelsnamen ,,Roundup" genutzt und ist heute in zahlreichen Pflanzenschutzmitteln verschiedener Hersteller enthalten.

In einem Teil der Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, sind Anwendungen in Haus- und Kleingärten sowie auf Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, verboten oder stark eingeschränkt.

Die 27 EU-Staaten und das Europaparlament müssen den Vorschlag nun diskutieren. Um Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, versucht Brüssel derzeit, viele Regeln zu entschlacken. (dpa, AFP)


Aus: "EU-Kommission will bestimmte Pestizide unbefristet zulassen" (16.12.2025)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/auch-umstrittenes-glyphosat-auf-der-liste-eu-kommission-will-bestimmte-pestizide-unbefristet-zulassen-15058058.html


Link

"Umweltverbrechen in Kolumbien: Einmal Whistleblower, immer Whistleblower" Michael Sontheimer (29.12.2025)
Der deutsch-kolumbianische Ingenieur Andrés Olarte wird für seine Enthüllung von Umweltverbrechen mit dem Ellsberg Whistleblower Award ausgezeichnet. ... Er stieß beispielsweise auf eine Datenbank, in der 839 Orte aufgelistet waren, an denen ehemalige Ölquellen undicht geworden waren und die Umwelt verseuchten. Bei einem Fünftel dieser Orte war angemerkt, dass sie nur Ecopetrol bekannt waren, nicht aber den staatlichen Umweltbehörden. Was die meisten dieser einstigen Ölquellen verband: In ihrer Nähe war das Wasser weit über die gesetzlichen Grenzwerte hinaus belastet. ...
https://taz.de/Umweltverbrechen-in-Kolumbien/!6141495/

-

"Oil giant's leaked data reveals 'awful' pollution" Owen Pinnell (20 March 2025)
Colombian energy giant Ecopetrol has polluted hundreds of sites with oil, including water sources and biodiverse wetlands, the BBC World Service has found.
Data leaked by a former employee reveals more than 800 records of these sites from 1989 to 2018, and indicates the company had failed to report about a fifth of them.
The BBC has also obtained figures showing the company has spilled oil hundreds of times since then.
Ecopetrol says it complies fully with Colombian law and has industry-leading practices on sustainability.
https://www.bbc.com/news/articles/crewlj11jljo

...

Link

"'There's a dark side to floristry': are pesticides making workers seriously ill – or worse?" Louise Donovan (Sun 11 Jan 2026)
Unlike in food, there is no upper limit on the amount of pesticide residue levels in flowers. But after French officials linked the death of a florist's child to exposure in pregnancy, many in the industry are now raising the alarm. ... Many people don't think of pesticides when they look at a bouquet of flowers. But they're full of them, according to Pesticide Action Network (PAN), a UK charity. Buying from your local supermarket won't necessarily put you at risk, say experts – that falls to the growers and florists who handle what the charity describes as "toxic bombs". ...
https://www.theguardian.com/society/2026/jan/11/theres-a-dark-side-to-floristry-are-pesticides-making-workers-seriously-ill-or-worse