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[Carl Gustav Jung (Notizen) ... ]

Started by lemonhorse, November 10, 2012, 11:08:20 AM

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Carl Gustav Jung (* 26. Juli 1875 in Kesswil; † 6. Juni 1961 in Küsnacht), meist kurz C. G. Jung, war ein Schweizer Psychiater und der Begründer der analytischen Psychologie. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gustav_Jung


Carl Jung explains the insanity of living a life without Myth (Subtitles)
https://youtu.be/_c7zzZeT-ws?list=RDLVZYoOU_iRlHM

John Freeman interviews Carl Gustav Jung, the most famous living psychologist, at his home in Zürich. We learn about Jung's early life, including the moment in his eleventh year when he realized he was an individual consciousness. Jung speaks about his friendship with Sigmund Freud, and explains why the friendship could not last. Jung is asked about his belief in God, and Jung can only respond that there is no belief: he knows. And, he says, he knows - knows, not believes - that death is not an end. Finally, Jung forecasts what he thinks will happen to mankind and describes what man needs to survive.
Carl Jung: Face to Face [FULL INTERVIEW] (Date ?)
Veröffentlicht am 26.04.2011 von QuantumLeap365
http://www.youtube.com/watch?v=biu4ds63lqc

"Carl Gustav Jung: Vom kollektiven Unbewussten und den Archetypen"
PP 10, Ausgabe Juli 2011, Seite 310 - Goddemeier, Christof
Wie Alfred Adler arbeitete Carl Gustav Jung einige Jahre mit Sigmund Freud zusammen. Jung wurde eine Zeit lang von Freud sogar als ,,Kronprinz" für die Fortsetzung seines Werks ausersehen. Beide würdigten auch nach der Trennung von Freud dessen Verdienste bei der Erforschung des Unbewussten. In ,,Zur Geschichte der psychoanalytischen Bewegung" (1914) tut Freud sich dagegen schwer, eine eigenständige Leistung der zwei ,,Abtrünnigen" anzuerkennen. Ihm zufolge haben Adler und Jung kaum etwas Neues hervorgebracht, sondern bereits Bekanntes umbenannt und wesentliche Teile der psychoanalytischen Lehre abgeschwächt. Beiden wird man mit dieser Einschätzung nicht gerecht. ...
https://www.aerzteblatt.de/archiv/97655/Carl-Gustav-Jung-Vom-kollektiven-Unbewussten-und-den-Archetypen

"Carl Gustav Jung: ,,Seelenverlust" als Problem der modernen Welt"
Dtsch Arztebl 2011; 108(38): A-1975 / B-1679 / C-1665
Goddemeier, Christof
... Für Jung sind Träume nicht nur sexuellen Ursprungs, sondern dringen zu Grundfragen der menschlichen Existenz vor. Einer Deutung bedarf der Traum nicht, weil er den wahren Inhalt maskiert, sondern weil die bildhafte Sprache des Traums dem Ich nicht ohne weiteres verständlich ist. Seine Patienten behandelt Jung so individuell wie möglich und empfiehlt, die Behandlung etwa alle zehn Wochen zu unterbrechen. Etwa ein Drittel seiner Patienten leidet ihm zufolge an der ,,Sinn- und Gegenstandslosigkeit ihres Lebens". Den ,,Seelenverlust", nicht so sehr die sexuelle Unterdrückung, hält er für das Problem der modernen Welt. Er selbst integriert Philosophie, christliche Gnosis, Alchemie und Mystik zu einer eigenen Religiosität, die nicht konfessionell gebunden ist. ...
https://www.aerzteblatt.de/archiv/106337/Carl-Gustav-Jung-Seelenverlust-als-Problem-der-modernen-Welt

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#1
Carl Jung - BBC: In Our Time [Part 1,2 & 3]
Who was Jung? What is the essence and influence of his thought? And how did he become such a controversial and, for many, such a beguiling figure?
With Brett Kahr, Senior Clinical Research Fellow in Psychotherapy and Mental Health at the Centre for Child Mental Health in London and a practising Freudian; Ronald Hayman, writer and biographer of Jung; Andrew Samuels, Professor of Analytical Psychology at the University of Essex and a Jungian analyst in clinical practice.

http://www.youtube.com/watch?v=Knw-J37aDO8

http://www.youtube.com/watch?v=OhXQUmF4oqc

http://www.youtube.com/watch?v=eMh-LgJnwyk


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This compelling film represents a rare record of an original genius. In Jung on Film, the pioneering psychologist tells us about his collaboration with Sigmund Freud, about the insights he gained from listening to his patients' dreams, and about the fascinating turns his own life has taken. Dr. Richard I. Evans, a Presidential Medal of Freedom nominee, interviews Jung, giving us a unique understanding of Jung's many complex theories, while depicting Jung as a sensitive and highly personable human being.
Jung on Film [FULL INTERVIEW]
www.youtube.com/watch?v=JRdpvdvYKz0

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#2
"James Hillman - In Defense of Carl Jung" (11.09.2017)
This seminar with James Hillman was held March 18-19, 2005 in Santa Barbara, California.
https://youtu.be/NVLYIVg6_50

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"James Hillman - The Red Book: Jung and the Profoundly Personal" (2010)
https://youtu.be/CBQWN0fL430

 The most influential unpublished work in the history of psychology. When Carl Jung embarked on an extended self-exploration he called his "confrontation with the unconscious," the heart of it was The Red Book, a large, illuminated volume he created between 1914 and 1930. Here he developed his principle theories—of the archetypes, the collective unconscious, and the process of individuation—that transformed psychotherapy from a practice concerned with treatment of the sick into a means for higher development of the personality.

While Jung considered The Red Book to be his most important work, only a handful of people have ever seen it. Now, in a complete facsimile and translation, it is available to scholars and the general public. It is an astonishing example of calligraphy and art on a par with The Book of Kells and the illuminated manuscripts of William Blake. This publication of The Red Book is a watershed that will cast new light on the making of modern psychology.
212 color illustrations.

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Quote[...] David Cronenbergs kühles Psycho-Drama ,,Eine dunkle Begierde" erzählt von der Begegnung der Psychoanalytiker Sigmund Freud und C. G. Jung

David Cronenberg ist der Psychoanalytiker unter den Regisseuren. Seine KinoWanderungen durch die Abgründe der menschlichen Seele hätten bestimmt auch Freud in Erstaunen gesetzt, man erinnere sich etwa an die ,,Unzertrennlichen". Können wir noch Zwillinge wahrnehmen, ohne an Cronenberg denken zu müssen? Die seinen besaßen zwar wie üblich zwei Körper, aber nur eine Seele, eine Gemeinschaftsseele. Und Jeremy Irons musste alle drei spielen, zwei Körper und die eine Seele. Ob dieser Ansatz Freuds Billigung gefunden hätte?

Bisher hat Cronenberg Seelenschicksale gleichsam von innen gefilmt; was wir nun sehen, ist auf den ersten Blick erstaunlich anders: Zwei Wissenschaftler unterhalten sich. In voller Spielfilmlänge. In ,,Eine dunkle Begierde" passiert genau das, was überall geschieht, wenn sich zwei Spezialisten eines Fachs begegnen. Wenn sie nicht längst aufgehört haben miteinander zu reden, können sie gar nicht mehr aufhören, miteinander zu reden. Welcher Regisseur hätte das je gewagt? Ist das nicht großartig?

Natürlich geschieht auch etwas zwischendurch, etwa ein Ehebruch, nein, gleich mehrere. Und man kann sich durchaus an unerfreulicheren Orten aufhalten als in C. G. Jungs Klinik am Zürcher See oder in Freuds Wiener Berggassen-Wohnzimmer. Und überall darf man es so halten wie im wirklichen Leben auch: sich in Ruhe umschauen, während die anderen reden. Trotzdem, hätte es ein Urania-Lehrfilm nicht auch getan?

Nein. ,,Eine dunkle Begierde" ist eine richtige Cronenberg-Schöpfung geworden. Da reden zwei formvollendet über den Abgrund der menschlichen Natur hinweg, der auch ihr eigener ist: Michael Fassbender als Carl Gustav Jung, und Viggo Mortensen als Freud geben zwei Virtuosen der gehobenen Konversation über das Unaussprechliche. Auch über das Unbeherrschbare äußern sie sich mit äußerster Beherrschung, schließlich ist es – wie jedes Chaos – so groß wie unerschöpflich. Und als Jung einmal selbst bei Tisch nicht das Thema wechselt und die leicht irritierten weiblichen Blicke der Tafelrunde nicht bemerkt, ermutigt ihn Freud, ruhig weiterzusprechen, seine Familie sei die abenteuerlichsten Themen bei Tisch gewohnt. Sigmund Freud weiß längst, dass seine Frau ihn für den Sonderfall eines Pornografen hält.

Die Schicht der Zivilisation ist dünn wie eine Haut. Cronenberg vermisst sie in unmittelbarer Nähe ihrer Entdecker und kurz vor dem Krieg, der sie aufplatzen lassen wird, während beide, Freud und Jung, die Vorbeben längst auf ihre Weise registrieren. Sie sind nicht nur Ärzte der Einzelseelen, sondern werden fast zwangsläufig zu Ärzten der Kultur, zu ihren Diagnostikern. Und da werden sich ihre Wege schließlich trennen.

Doch was wäre ein Film über Nervenärzte ohne ihre Patienten, die Entnervten? Wahrscheinlich hat Keira Knightley ganze Bibliotheken über die Verhaltensweise von Hysterikerinnen gelesen; alle ihre Gliedmaßen scheinen sich bei ihrer Ankunft als Sabina Spielrein in der Klinik Jungs von ihr emanzipieren zu wollen. Sie ist eine russische Jüdin und erklärt dem jungen Arzt C. G. Jung trotz ihres auffälligen Betragens sofort, was sie keinesfalls ist: verrückt.

Nicht nur Sabinas Beine und Arme, auch sämtliche Gesichtsmuskeln haben sich längst daran gewöhnt, den Feldwebel ihres IchBewusstseins zu ignorieren. Geringere diagnostische Temperamente hätten die Patientin wohl unter die kalte Dusche gestellt, aber der junge Schweizer Arzt beschließt, dass es nun Zeit sei, die seltsame Methode dieses berüchtigten Wiener Arztes einmal auszuprobieren. Und er setzt sich hinter diese schöne junge Frau mit der ungewöhnlichen Körpersprache. Er wird die bösen Nachrichten einer bösen Kindheit schon aus ihr herausfragen. Prügel, ja, viel Prügel. Viel Demütigung. Sehr viel Demütigung. Aber das ist es nicht. Der Arzt bleibt beharrlich. Was dann? Dass sie längst gewöhnt sei, es zu genießen. Dreck sei sie, sagt sie, Abfall.

Der feinsinnige Arzt macht die Masochistin zu seiner Mitarbeiterin. Am besten, schlägt er vor, beurteilt man Dreck danach, was aus ihm werden kann. Gold? Schließlich ist Wagners Siegfried, Kind einer Geschwisterliebe, auch aus Dreck gemacht, gewissermaßen. Und wurde doch Siegfried. So beschließt Sabina Spielrein, Siegfried zu werden, Frontfrau der Psychoanalyse. Und da ein freier Mensch sich auch zu seinen sexuellen Eigentümlichkeiten bekennen solle, sucht sie bald einen, der sie verhaut. Jung?

Der Drehbuchautor Christopher Hampton recherchierte seit Anfang der Neunziger viel in der Zürcher Burghölzli-Klinik und rekonstruierte, was damals geschah. Er fand das Tagebuch Sabina Spielreins und ihren Briefwechsel mit Jung und Freud, der nun veröffentlicht wurde.

Jung ist damals knapp dreißig. Er hat eine schöne reiche Frau, ein noch schöneres Haus und bald ein Kind, er ist erfolgreich, kurz: Ist jetzt nicht alles aus und vorbei? Er steckt mitten im Unglück jener, die es geschafft haben. Und was weiß seine Frau schon von der Drecksursprünglichkeit des Kostbarsten? Außerdem schickt Freud ihm bald einen seiner Patienten, den aus dem Ruder gelaufenen Psychiater Otto Gross, dessen entschlossenes Bekenntnis lautet: Zurück zur Polygamie! Und Jung fühlt sich plötzlich so polygam veranlagt. Ja, man liest die Jungschen Aufsätze ,,Die Ehe als psychologische Beziehung" oder ,,Die Lebenswende" nun mit ganz anderen Augen.

1912 stellt Sabina Spielrein, inzwischen Freuds Patientin, der Psychoanalytischen Vereinigung ihre Theorie zum Sexualtrieb vor. Im selben Jahr bricht Jung mit Freud, der ,,Phallus"-Dichter Rainer Maria Rilke betrachtet nicht ohne Befriedigung, wie sich ein ganzer psychoanalytischer Kongress entsublimiert, und eine Frau entert zum ersten Mal die legendäre Mittwochsgesellschaft Freuds. Es ist schon wieder eine Russin, Lou Andreas-Salomé, und der Frauenverächter Freud sagt über sie, was er nie zuvor und nie wieder über eine Angehörige ihres Geschlechts äußerte: Sie sei ,,von gefährlicher Intelligenz". Ein Prädikat, das auch Cronenbergs Film gebührt.

...


Aus: "Film: Der Nächste, bitte" Kerstin Decker (08.11.2011)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/der-nachste-bitte-6431497.html

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#4
Quote[...] Flöten- und Glockenklänge untermalen die sanfte Stimme eines Erzählers. Die Sonne sinkt im Zeitraffer; schwarze Wolken ziehen sich zusammen, bevor sie durch Aufnahmen von Hochhäusern und vorbeifahrenden Autos überblendet werden. Auf den Großstadtverkehr wiederum werden Bilder von magischen Filmfiguren projiziert.
Worum geht's hier wohl? Ums Unbewusste und die Suche nach Spiritualität in der modernen, rationalen Welt. Der Dokumentarfilmer Rüdiger Sünner erklärt in Nachtmeerfahrten zum 50. Todestag des Schweizer Psychologen C.G. Jungs dessen Theorie vom kollektiven Unterbewusstsein.

Es ist ein informativer, sehr detailliert recherchierter Film. Er beschreibt, wie Jungs Psychologie der Archetypen entstand. Zwischen die chronologische Nacherzählung von Jungs Leben (1875 - 1961) schneidet Sünner immer wieder Gedanken von Psychologen wie Eugen Drewermann, Verena Kast und Hinderk Emrich. Wir erfahren, wie Jungs lebenslange Faszination für die Natur, für Mythen und Träume und die Innenwelt von Wahnsinnigen seine Ideen prägte. Auch seine Erfahrungen aus zwei Weltkriegen und Eindrücke seiner ausgedehnten Weltreisen flossen in seine Theorie ein.

Der Film hätte gewonnen, würde er den Zuschauer nicht mit esoterischen Klängen belästigen. Wäre das Dunkle, das nie ganz verständliche Spirituelle, das C.G. Jung im Gegensatz zum Taghellen der Rationalität so faszinierte nicht immer wieder mit plätscherndem Wasser, Höhlen und Feuerflackern bebildert worden. Auch wenn der Regisseur seine Bilder und Effekte sehr kunstvoll aufgenommen hat, sind sie oft enervierend plakativ: Spricht der Erzähler von Petroleumlampen, den einzigen Lichtquellen in Jungs Turm am Zürichsee, flackert die Flamme einer Petroleumlampe. Geht es um germanische Mythen, sehen wir deutschen Wald.

Schon als Kind war der Schweizer Pfarrerssohn Carl Gustav auf der Suche nach spirituellen Erfahrungen, aber er fand wahre Ergriffenheit nicht in der Kirche, sondern auf dem Berggipfel. Er beschäftigte sich mit seinen Träumen und Tagträumen. Später, als junger Arzt in der Psychiatrie, meinte er zu beobachten, dass die Wahrnehmung von Geisteskranken nicht einfach irre geleitet sei, sondern darin ein archaisches Denken zum Vorschein komme, das das rationale verdränge. Die Kranken nutzten kollektive Bilder, so Jung, die auch in Märchen und Mythen immer wiederkehren.
Während des ersten Weltkriegs, in dem er auch als Arzt gearbeitet hatte, stellte sich Jung die Frage, warum Menschen lieber ihre Brüder töten, als in sich selbst nach ihren Schatten zu suchen. Er forschte danach – unter anderem auf Reisen nach Afrika, Mexiko und Indien. Dort begeisterte ihn die Nähe der Menschen zu ihren dunklen Seiten, wie Schöpferisches und Zerstörerisches nebeneinander existieren durfte. Doch das Streben nach dem Nirwana stieß ihn ab. Deshalb begann er, sich mit Alchemie und der Mythenwelt der Germanen zu beschäftigen.
Bei aller offensichtlichen Sympathie für Jungs Ideen erzählt Regisseur Rüdiger Sünner auch von Jungs Egoismus und Eitelkeit. Wie seine Patientin Sabina Spielrein zu seiner Geliebten und später zur Kollegin wird und sowohl von Jung als auch von Freud respektlos ausgenutzt wird. Die beiden Freunde, die sich später überwerfen, übernahmen Spielreins Idee vom Todestrieb, ohne sie je zu erwähnen. Der kanadische Regisseur David Cronenberg hat sich ihrer Geschichte in seinem Film "Eine dunkle Begierde" angenommen, der im November in die Kinos kommt.

Das düsterste Kapitel in Jungs Leben ist jedoch, wie er sich von den Faschisten vereinnahmen ließ. Während der Jude Sigmund Freud von den Nazis verteufelt wurde, ließ sich C.G. Jung hofieren und für den Rassenwahn instrumentalisieren. Öffentlich hat sich Jung nie davon distanziert.

Eine Art von Aufarbeitung war es für ihn, sich mit der Entstehung des Bösen auseinanderzusetzen. Er kam zu dem Schluss, dass es nicht ferngehalten werden kann, wie es die christlichen Märtyrer mit ihren Speeren gegen die Drachen versuchten. Laut Jung muss das Böse ins Bewusstsein integriert werden. Er strebte nach seelischer Ganzheit und wollte die Rationalität mit der Seele versöhnen. Der Mensch muss hinabsteigen in die Depression, um die Angst vor dem Dunklen zu verlieren.

Die Nachtmeerfahrt, die dem Film den Titel gibt, ist Sünners Bild für diesen Weg, das er bei Jung entliehen hat.

 Der Film will nicht nur eine Hommage zum 50. Todestag sein, sondern behauptet glaubwürdig, dass die Suche nach Religiösem auch jenseits der Kirchen viele Menschen aktuell umtreibt. Besonders gut lässt sich das im Kino erkennen. Spirituelle und angsteinflößende Sujets locken das Publikum. Harry Potter muss das Böse in sich akzeptieren und Todeserfahrungen überstehen. In Melancholia ist der Weltuntergang gleichzeitig Faszinosum und pure Angst. Wir schrecken zurück und wollen es doch durchleben.
Irgendwann sagt die Psychologin Verena Kast, dass Filmbilder die Funktion der Märchen ersetzt haben. Große Filme, auch die, die sich nicht explizit mit dem Unbewussten oder Märchenwelten beschäftigen, stützen sich immer wieder auf uralte archetypische Strukturen – auf das kollektive Unbewusste. Das hält C.G. Jung aktuell.


Aus: "C.G. Jung-Dokumentation: Fahrt durchs Dunkle" Parvin Sadigh (26. Oktober 2011)
Quelle: https://www.zeit.de/kultur/film/2011-10/film-nachtmeerfahrten

Nachtmeerfahrten – Eine Reise in die Psychologie von C. G. Jung
Michael Gasch Deutschland, Dokumentation
Montag, 21. September 2020
Allein beim Blick auf die Filmlandschaft wird klar: Imagination und Traum, Mächte des Lichtes und der Dunkelheit sowie Mystik und Fantasy sind elementare Bestandteile im Kino, besonders in der heutigen Zeit. Egal ob Harry Potter, Herr der Ringe oder Star Wars, diese Filme packen uns, vermutlich auch daher, weil nach Sünner hier Urzustände in uns geweckt werden. Der Kampf durch die Nacht, verbunden mit der unterschiedlichsten Konfrontationen, seien es mystische Wesen, gefährliche Situationen oder der eigene Schatten, liefern in der Hinsicht dem Bezug zum Titel Nachtmeerfahrt, einem Begriff aus der Mythologie über den Sonnenlauf und der Überwindung der Nacht als Repräsentant für das Traumhafte und Unterbewusste. ...
https://www.film-rezensionen.de/2020/09/nachtmeerfahrten-eine-reise-in-die-psychologie-von-c-g-jung/