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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [CDU (Politik)...]
« on: February 14, 2019, 09:29:20 PM »
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[...] Gerade erst hat die SPD erklärt, dass sie Hartz IV überwinden will – nun legt die CDU nach. Der Arbeitsmarktexperte der Christdemokraten, Kai Whittaker, hat einen Fünfpunkteplan zur Reform der Grundsicherung vorgelegt.

Nach dem Papier, das ZEIT ONLINE vorliegt, sollen "Personen, die das 40. Lebensjahr nicht vollendet haben (...), eine Berufsausbildung in Angriff nehmen" müssen. Außerdem will Whittaker die Anreize für die Aufnahme einer Beschäftigung senken, die über ein geringfügiges Maß hinausgeht. "Monatliches Einkommen bis 200 Euro" soll daher "voll vom Arbeitslosengeld-II-Anspruch" abgezogen werden. Geht der Zuverdienst über diese Summe hinaus, sollen 40 Prozent anrechnungsfrei bleiben. Allerdings nur bis zu einem Einkommen von 1.200 Euro für Alleinstehende und 1.500 Euro für Familien. 100-Euro-Jobs dürften damit wegfallen, weil sich diese finanziell für Hartz-IV-Bezieherinnen und -Bezieher nicht mehr lohnen würden.

Mit diesem Vorschlag greift Whittaker eine Idee auf, die auch von Ökonomen wie Andreas Peichl vom ifo Zentrum für Makoökonomik und Befragungen befürwortet wird. Peichl hatte untersucht, wie Zuverdienstgrenzen in der Grundsicherung so ausgestaltet werden können, dass sie sich nicht hemmend auf die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit auswirken.

Heute ist es für Menschen, die Hartz IV erhalten, finanziell nicht attraktiv, über eine geringfügige Beschäftigung hinaus erwerbstätig zu sein. Denn bislang dürfen nur bis zu 100 Euro im Monat vom Zuverdienst behalten werden. Von jedem zusätzlichen Euro aber werden ihnen 80 Cent abgezogen. Mehr noch: Mit steigendem Zuverdienst werden Leistungen aus der Grundsicherung, aber auch das Wohngeld und der Kinderzuschlag abgeschmolzen – und ab bestimmten Grenzen ganz gestrichen. So könnte es dazu kommen, dass viele lieber weiter Hartz IV beziehen, als einen Job anzunehmen oder von einer Teilzeit- auf eine Vollzeitstelle zu wechseln.

Der Fünfpunkteplan der CDU beinhaltet auch, dass Jobcenter mehr Personal erhalten. Whittaker schlägt vor, dass das heutige Betreuungsverhältnis von 1:128 auf 1:75 sinken soll. Das entspricht der Relation, die heute nur für unter 25-Jährige gilt.

Außerdem regt der CDU-Arbeitsmarktexperte an, dass viele Einzelleistungen wie eine Erstausstattung für Schwangere pauschaliert werden sollten. So soll es demnach eine "Pauschalierung der Bedarfe für Unterkunft und Heizung" geben. Das hätte zur Folge, dass in den Jobcentern nicht erst ein individueller Bedarf ermittelt werden muss. Ferner schlägt Whittaker die Einführung von "Bagatellgrenzen" ein, "um den Verwaltungsaufwand zu verringern und Kosten zu sparen".

Damit die Jobcenter flexibler seien, regt der Arbeitsmarktexperte außerdem ein Globalbudget an. Auch das soll nach Vorstellung des Arbeitsmarktexperten zum Bürokratieabbau beitragen.

Eine Abschaffung der Sanktionen bei Hartz IV, wie sie in den meisten Konzepten der Parteien, aber auch im Konzept des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zur Reform der Grundsicherung, gefordert wird, findet sich in Whittakers Papier nicht.     


Aus: "CDU-Experte legt Papier für Hartz-IV-Reform vor" Tina Groll (14. Februar 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-02/kai-whittaker-hartz-iv-arbeitsmarkt-cdu

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Trockener Humor #47

Klingt vernünftig.

Optimierung, ohne das erfolgreiche Modell zu beschädigen.


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pure_rationalism #47.1

name ist programm? ;)


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Stinkstiefelrich #43

Manchmal ist Deutschland nicht zu begreifen:

"Monatliches Einkommen bis 200 Euro" soll daher "voll vom Arbeitslosengeld-II-Anspruch" abgezogen werden.

Das wäre dasselbe, als wenn man Geringerverdienende mit dem Spitzensteuersatz belastete und diesen bis zu Höchstverdiensten abschmelzte.
Natürlich aus moralischen Gründen. ...



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gigue #43.1

Diese Leute leben immer noch mit der Idee, dass sie diejenigen sind, die die "Faulpelze" zur Arbeit antreiben dürfen. Da sind sie sich mit den leider reichlich vorhandenen Asozialen von der (vorgeblichen) Reichnikfront einigermaßen einig, die sich alles selbstverständlich "selbst erarbeitet" haben, obwohl sie jede Möglichkeit, Geld vom Staat in Form von Kindergeld, Bausparvertrag bis Steuervermeidung einzukassieren, fraglich in Anspruch genommen haben.

Aber final geht es eigentlich vor allem darum, dass es einen symbolischen Abstand zwischen den Underdogs und den "normalen" Bürgern geben muss, die ja im Schweiße ihres Angesichts ihr Brot verdienen müssen. Reine Optik.


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Grundsympathischer Forist #38

Der Mann hat natürlich absolut Recht. Alle Probleme in diesem Land werden gelöst, wenn man jetzt an der Schwelle zur Rezession Hartz IV verschärft.

Schröder hat Deutschland eine damals notwendige aber brachiale Rosskur zugemutet, die ausschließlich von den Arbeitnehmern finanziert wurde. Die Agenda hieß 2010 und hat bis zu diesem Zeitpunkt ihre Wirkung entfaltet. Ein gewaltiger Kraftakt.

Dann kamen die fetten Jahre in Form der Überschüsse, die der Union unverdienterweise in den Schoß vielen. Die hat man verschleudert. Anstelle denjenigen etwas zurückzugeben, die in Vorleistung getreten sind, hat man mit der Bankenrettung und Begünstigung von Steuerhinterziehung schon mal ein paar hundert Millarden Volksvermögen umverteilt. Dann hat man 2015 dem Arbeitgebern und der Wohnwirtschaft 1 Mio. Nachfrager geschenkt. Man hat 368 Mrd. Zinsersparnisse verbraten.

Und jetzt, wo das ganze Kartenhaus zusammenbricht, wo nichts Zukunftsfähiges geschaffen wurde, wo die Gesellschaft ohnehin gespalten und die Substanz verrottet ist, beginnt man wieder von vorn und "pauschalisiert" in einen Wohnungsmarkt, der durch die Decke geht, fördert aber Baukindergeld.

Diese Politik ist nicht falsch, sie ist verbrecherisch und ist geeignet dem sozialen Konsens, der dieses Land mal ausgemacht hat den Rest zu geben. Und wofür? Für parteitaktische Abgrenzspielchen... Es wird tausende Historiker beschäftigen diese "Ära" aufzuarbeiten...

... [ ... Natürlich war die Agenda eine Umverteilungsmaschine und enthielt zahlreiche Fehler. Aber die Erkenntnis, dass Deutschland zu dem damaligen Zeitpunkt bzgl. seiner Zukunftsperspektive abgehängt war, galt glaube als Konsens.

Nur hatten wir damals 60 Mrd. Defizit im Haushalt und nicht 20 Mrd. Überschuss und die Zinsen für den Schuldendienst lagen irgendwo bei 4 - 5%.

Der ganze Blick auf die Ökonomie war in 2003 ein anderer. Der Neoliberalismus hatte zu diesem Zeitpunkt gewonnen. Dem wollte niemand widersprechen.

Der Niedriglohnsektor war pures Adrinalin für einen angeschlagenen Patienten. Man hat aber die Dosis nie zurückgenommen sondern immer mehr reingepumpt. Das war der Fehler! Man hat Kaputtsparen und Ausbeuten als den normalen Zustand verfestigt.  ... ]


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reimer_hrolf #38.3

"....Der ganze Blick auf die Ökonomie war in 2003 ein anderer. Der Neoliberalismus hatte zu diesem Zeitpunkt gewonnen. Dem wollte niemand widersprechen....."

Absolut richtig. Aus damaliger Sicht war die Ökonomie quasi ein abgeschlossener Erkenntnisgegenstand, der allein seeligmachende Stein der Weisen war entdeckt.
Vormals tendenziell eher links veroutete Medien, insb. der SPIEGEL, haben das Hohelied der Privatisierung aller Lebensbereiche geradezu jubelnd besungen. Da gabs gefühlt quasi keine Kritik oder Skepsis mehr, wer da langfristig irgendwelche Bedenken anmeldete, hätte genau so gut ne Narrenkappe aufsetzen können.
Im Grunde kann man sich das jedenfalls so heute kaum noch vorstellen. Aber so war es damals


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sonstwer #68

Die soziale Spaltung geht in die nächste Runde. Politisch gewollt natürlich. Mal sehen wann der Krug bricht und welcher Schuldige dann präsentiert wird.


...

Kontext:

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[...] Vor elf Jahren lag die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland noch bei rund 227.000 – seither ist sie rasant angestiegen. So verfügten im Jahr 2016 etwa 860.000 Menschen über keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum. Die meisten von ihnen leben in Übergangswohnheimen, Notunterkünften und Frauenhäusern oder kommen vorübergehend bei Freunden unter. 52.000 Menschen schlafen aber auch als Obdachlose ohne Dach über dem Kopf auf der Straße. Allein in diesem Winter sind mindestens elf von ihnen an der Kälte gestorben, seit der Wiedervereinigung sind es über 300.

Wer dazu in der Lage ist, versteckt seine Not – viele Obdachlose aber können das nicht mehr. Im Straßenbild sind sie deshalb unübersehbar. Und dennoch leben sie wie alle Wohnungslosen im Schatten der Statistik. Denn alle Daten und Erhebungen beruhen auf Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW), in der Kommunen und freie Träger der Wohnungslosenhilfe organisiert sind. Auf Bundesebene fehlen offizielle Zahlen.

... Seit vielen Jahren wird über eine amtliche Statistik gestritten. Vor allem Vertreter der CDU argumentieren, dass eine offizielle Zählung nicht machbar sei – oder schlicht zu teuer.

Befürworter hingegen verweisen nicht nur auf eine Machbarkeitsstudie des Statistischen Bundesamtes aus den Neunzigerjahren, sondern auch auf Großbritannien, wo Wohnungslose offiziell gezählt werden. Auch das Land Nordrhein-Westfalen erfasst zumindest die Wohnungslosen, die durch Kommunen oder freie Träger untergebracht sind. Schwieriger dürfte die Zählung bei Menschen sein, die auf der Straße leben oder bei Freunden Unterschlupf finden. Doch auch das scheint mit einer gewissen Fehlertoleranz möglich: In Hamburg wurden im letzten Herbst die Obdachlosen erfasst, etwa 2.000 Menschen lebten damals auf den Straßen der Hansestadt. Auch Berlin plant eine solche Zählung.

Und so vermutet Werena Rosenke, Geschäftsführerin der BAGW, hinter der fehlenden Statistik vor allem politische Gründe: "In der Vergangenheit wollte die Bundesregierung keine offiziellen Zahlen, weil diese das Problem sehr deutlich offenbart und so den Handlungsdruck erhöht hätten." Inzwischen komme aber Bewegung in die Angelegenheit, sagt Rosenke: "Wir haben den Eindruck, die politische Bereitschaft zur Einführung einer Wohnungsnotfallstatistik war noch nie so groß wie jetzt."

... Die meisten Wohnungslosen sind nicht obdachlos – und damit auch kaum sichtbar. Viele Menschen leben seit Jahren in betreuten Wohnheimen und finden nicht mehr in ein geregeltes Leben zurück. Vermieter wollen oft nicht an Wohnungslose vermieten, doch ohne Wohnung bekommen die meisten keinen Job – und ohne Job keine eigene Wohnung. Auch die ausladende Bürokratie und die oft engen Notunterkünfte machen vielen zu schaffen. Sogar Familien werden immer häufiger wohnungslos, mehr als jede vierte Betroffene ist weiblich, schätzt die BAGW.

... Viele Betroffene berichten von Trennung, Krankheit und einer unerwarteten Kündigung, vom plötzlichen Jobverlust oder von Gewalterfahrungen, die zum Wohnungsverlust geführt haben. Oft gesellen sich Hilflosigkeit und Resignation dazu. Es sind Schicksalsschläge, wie sie alle Menschen treffen können. Wer aber wirtschaftlich und sozial abgesichert ist, kann das meist besser wegstecken. Und genau das scheint der springende Punkt: Immer mehr Menschen verlieren diese Absicherung. Die Gefahr, in einer ökonomisch schwierigen Lage von persönlichen Katastrophen getroffen zu werden und dann nach ganz unten abzurutschen, wird also größer, weil sich die sozialen Probleme verschärfen, wie auch Werena Rosenke von der BAGW berichtet: "Die Hauptursachen für den massiven Anstieg der Wohnungslosigkeit sind die zunehmende Armut und die Wohnungsnot." 

Deutschland hat einen der größten Niedriglohnsektoren Europas, die Zahl der Armen ist in den letzten 30 Jahren enorm angestiegen, während die Mietpreise in vielen Metropolen förmlich explodiert sind. Immer mehr Menschen können deshalb kaum noch ihre Miete bezahlen, das bekommt auch die Mittelschicht längst zu spüren. Ein drastisches Beispiel: Frankfurt am Main. Laut dem örtlichen Mietspiegel sind die Nettomieten seit der Jahrtausendwende um etwa die Hälfte teurer geworden. Eine Zweizimmerwohnung kostet da schnell 1.000 Euro – kalt. Zugleich gibt es für Bedürftige immer weniger Sozialwohnungen, jedes Jahr fallen Zehntausende aus der Bindung heraus.

Wer aber dennoch vor allem individuelle Gründe oder persönliches Verschulden ins Feld führt oder von ein paar Obdachlosen auf alle Wohnungslosen schließt, um Wohnungslosigkeit zu erklären, verschleiert damit auch die politischen und sozialen Ursachen.

... Die BAGW [ ] prognostizierte schon vor anderthalb Jahren einen weiteren Anstieg der Wohnungslosigkeit: Demnach könnte die Zahl der Wohnungslosen bereits 2018 bei rund 1,2 Millionen gelegen haben.


Aus: "Bald könnte es 1,2 Millionen Menschen ohne Wohnung geben" Timo Reuter (14. Februar 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-02/obdachlosigkeit-wohnungslose-sozialpolitik-zuwanderung-wohnungsnot-deutschland-faq

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Inst4nt #1

Wir wissen seit 20 Jahren, dass der soziale Wohnungsbau vorangetrieben werden muss.
Wer jetzt verwundert ist oder empört ist, der hat wirklich komplett geschlafen oder auf dem Baum gelebt.


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Brustring #1.1

Ich bin weder verwundert noch empört. Ich bin wütend!
Ich bin völlig bei Ihnen.
Die Wohnungsnot ist sozialer Sprengstoff. Der sich einreiht in prekäre Jobs und Altersarmut. Und was wird dagegen getan?
Unser Wohnungs/Heimat/Innenminister kann halt nur Migration. Gab es seit der Regierungsbildung eigentlich ein Konzept aus diesem Ministerium das diesen Namen auch verdient?


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caligus #3

Das ist der bittere Denkzettel für die Ärmsten der Armen als Folge einer Politik, welche seit Jahrzehnten alles dem "freien Markt" überlässt.
Deutschland WAR einmal eine soziale Marktwirtschaft - das ist lange her.


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ZEIT.GEIST 2015 #3.9

Bitter und wahr : Deutschland WAR einmal eine soziale Marktwirtschaft - das ist lange her.
Schröders "Fiktion" (oder was das auch immer gewesen sein sollte) und die Perfektion a la Merkel ( wie formulierte sie mal : marktkonforme Demokratie) liefern heute die Ergebnisse.


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R2D2 2 #10

In den letzten 20 Jahren 15 Jahre lang die Beteiligung einer Partei namens SPD? Die sich angeblich um die Sorgen und Nöte der kleinen Leute und Mieter kümmert? ... Die CDU forciert die Obdachlosikeit noch, und findet das geil.


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"Ich habe eine gewalttätige Beziehung überlebt" N. N. (13. Februar 2019)
Der Mann, der Gewalt ausübt, ist kein augenscheinliches Monster, schreibt die Autorin – ohne Namen, denn sie möchte nicht mehr als Opfer gesehen werden. ...
https://derstandard.at/2000097974304/Ich-habe-eine-gewalttaetige-Beziehung-ueberlebt

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durattaville

Danke. Ich bin auch in so eine Familie großgewachsen. Wir haben mit meine Mama mit-gelitten, und die Stunden bevor Papa nach Hause kommt, schon mit der Angst am Uhr geschaut. Wir haben uns gefragt mit welchen Stimmung er gerade nach Haus kommt? Liebe oder Wut? Man könnte es nicht vorhersagen. Man hat sich in der Wohnung versteckt, man wollte verschwinden, ihn nicht treffen, und dann ist Der mit uns gekuschelt und uns geküsst. Wir haben ihn so geliebt! Nun, wenn man es am wenigstens erwartet hat, hat sich seine Stimmung geändert und die Hölle hat begonnen. Am schlimmsten habe ich die Schwankungen zwischen Hass und Liebe gefunden. So sind wir schüchternd und still geworden um keinen Wutanfall zu verursachen. Die Narben trägt man lebenslang.


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Herr Vorsicht

1. Danke an die Autorin, ich finde, sie hat in gebotener Kürze sehr gut beschrieben, wieso es so schwer ist, sich von einem gewalttätigem Mann, noch dazu dem Vater der gemeinsamen Kinder, zu trennen.
2. Danke für den Aufruf, genauer hinzusehen, sich doch einzumischen, wenn man zu neigt, weg zu sehen, weil man ja "nichts genaues nicht weiss", sondern nur ahnt und vermutet. .
3. An alle Männer, die sich durch so einen Artikel schon wieder feministisch unterdrückt fühlen und darstellen wollen, dass die Männer ja viel ärmer sind: bitte holt euch professionelle Hilfe.
4. Ich bin ein Mann.


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Frei_Denker

Kraft

...wünsche der Autorin viel Kraft. Als Mann, aber auch Kind einer Gewaltbeziehung möchte ich der Frauenwelt allerdings noch ein paar Tipps mitgeben:
Verabschiedet euch vom Gedanken, dass ihr nur mit Mann vollständig seid.
Verabschiedet euch vom Gedanken nur durch einen anderen Menschen zur Glückseeligkeit zu gelangen.
Sucht euch keinen "Beschützer"!
Und: Bevor ihr Beziehungen eingeht - baut euch ein Leben auf: sucht euch eine Wohnung, Job, macht Ausbildung und werdet zu selbstständigen Wesen - es gibt keine "Fortpflanzungspflicht"!


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Kaugummi Cowboy

Jede Eigenschaft eines Menschen kann verschiedene Ausprägungen haben und je nach Situation positiv oder negativ wirken bzw. als anziehend oder abstoßend wahrgenommen werden.
Die "männliche Stärke", die "gesunde Aggression" im Job mag zu Erfolg führen und sexy sein. Als ungezügelte Kraft, die sich gegen den Willen der Frau richtet, ist sie eine hässliche Fratze mit zerstörerischer Wirkung.

Ich halte es für sinnvoll, sich über beide Seiten der Medaille bewusst zu werden, glaube aber, dass ein abstraktes Wissen kaum eine Chance hat gegen eine "instinktive Anziehung". Patriarchale Haltungen müssen ja auch nicht zu Gewalt führen, tun es aber zu häufig. Daher: Mut zur Transparenz, zum frühzeitigen Hinterfragen ...


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Tomeee

ich hab zwar nur eine Teenage-Tochter
teile aber Ihre Meinung zu 100%, wobei ich glaube wir Väter haben da eine entscheidende Rolle, nämlich das vorzuleben was wir für unsere Töchter wünschen. Mann kann nicht die Mutter/Gattin wie eine Haushaltsgehilfin behandeln und erwarten dass eigene Tochter ein gesundes Verständnis für Männer/Partnerwahl entwickelt. Über Gewalt, egal psychisch oder physisch gar nicht zu reden. Klar kann immer was schief gehen, aber wenn man in für die Entwicklung entscheidendem Alter falsche Rollenbilder vermittelt, tut man eine ganz schlimme Sache und braucht man sich später nicht wundern.


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DieAndereMeinung

gleichzeitig wärs genauso wichtig wenn väter von söhnen das auch so vorleben ...


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Cinema (Movies and Art) / mit wort und bild zur filmkunst...
« on: February 13, 2019, 02:15:15 PM »
"Der Sinn des Sehens" Wolfgang M. Schmitt | Ausgabe 06/2019
Liebeserklärung Warum der Film eine unzeitgemäße Kunstform ist – und gerade deshalb so schützenswert wie die Oper oder das Kammerkonzert ... Die Ehe zwischen Film und Kino ist nur noch eine offene Beziehung. Der Film findet schon lange nicht mehr ausschließlich auf der großen Leinwand, dem einstigen Ehebett, statt, sondern seit den 1950er Jahren auch im Fernsehen, später auf VHS oder DVD und inzwischen auf Streamingplattformen wie Netflix oder Mubi. Das Kino und seine Verfechter verhalten sich wie Gehörnte. Sie wollen sich nicht daran gewöhnen, dass dem Film die Monogamie fremd ist. Sie beharren zumindest auf dem Recht der ersten Nacht, sprich: der Kinoerstauswertung, ehe der Film überall sonst vertrieben werden darf. Das Kino ist nicht zu beneiden, der Film scheint sich hingegen prächtig zu amüsieren. ...
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-sinn-des-sehens


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[...] Eine Gruppe von mehr als 35 französischen Männern, darunter namhafte Journalisten, PR-Berater und Werbetreibende, haben sich in der Facebook-Gruppe La Ligue du LOL organisiert und sind über mehrere Jahre hinweg gezielt Frauen in sozialen Netzwerken, hauptsächlich per Twitter, verbal angegangen, um sie zu mobben. Das berichtet die französische Zeitung La Libération.

Mehrere Frauen schilderten in dem Bericht, wie sie von den hauptsächlich wohl Pariser Männern attackiert und sexuell belästigt wurden. Neben Beleidigungen erhielten die Frauen, meist feministische Autorinnen, Journalistinnen und YouTuberinnen, pornographische Fotomontagen und bewegte GIFs, in die ihre Köpfe montiert waren.

Viele der Frauen seien ständigen Attacken ausgesetzt gewesen und fürchteten bei jedem Post in sozialen Medien, für ihre Meinungsäußerungen angegangen zu werden. Für einige war der psychische Druck so hoch, dass sie die sozialen Medien verließen und sich entschieden hätten, für bestimmte Medien nicht mehr zu schreiben, wie die betroffene französische Journalistin Lucile Bellan ihre persönliche Situation in einem Artikel bei Slate beschreibt.

Die Beauty-Bloggerin Capucine Piot war nach ihren Schilderungen bereits als angehende Journalistin gezielten Anfeindungen der Ligue du LOL ausgesetzt, nachdem die Gruppe die junge Frau als Ziel ausgemacht hatte. Demnach machten sich Mitglieder der Gruppe über sie lustig, über Jahre hinweg abfällige Bemerkungen über Piots Äußeres und stellten Sammlungen ihrer Tweets zusammen, um ihre Aussagen immer wieder hervorzuholen. Offensichtlich verfolgte die Gruppe dabei das Ziel, die Arbeit Piots zu untergraben. Nach eigenem Bekunden bat Piot die Mitglieder der Ligue du LOL darum aufzuhören. Sie erklärten jedoch, dass es witzig sei. Piot, die aufgrund der ständigen Angriffe von Selbsthass und selbstzerstörerischen Gedanken getrieben war, benötigte mehrere Jahre, um sich zu erholen.

Die Facebook-Gruppe La Ligue du LOL wurde bereits 2009 vom Pariser Journalisten Vincent Glad ins Leben gerufen. Die Gruppe habe er zunächst gegründet, um Spaß zu haben, aber niemanden zu belästigen, schrieb Glad am Sonntag in einer Stellungnahme auf Twitter und entschuldigte sich. "Ich habe nicht gesehen, dass wir mit unseren Witzen die ersten feministischen Worte zum Schweigen gebracht hatten, als sie 2011 und 2012 in den Netzwerken auftauchten." Er habe ein "Monster" erschaffen und mit der Zeit die Kontrolle verloren. "Trolle" hätten dann die Oberhand gewonnen. Die Auswirkungen und Folgen des Cybermobbings seien ihm erst jetzt bewusst geworden. Warum Glad die Facebook-Gruppe dann nicht bereits frühzeitig geschlossen hat, ließ er allerdings offen. Mittlerweile ist die Facebook-Gruppe nicht mehr auffindbar.

Anscheinend kommen Glads Einsicht und öffentlichen Eingeständnisse nicht ganz freiwillig, denn einige Medien haben mittlerweile die Zusammenarbeit mit Glad und weiteren identifizierten Mitglieder der Ligue du LOL beendet. Derzeit kursiert bei Twitter eine vermutlich unvollständige Liste mit etwa 35 Männern, die der Gruppe angehört haben sollen. Teilweise sind darauf auch deren Arbeitgeber verzeichnet.

Glad selbst war bei einer linksliberalen Zeitung beschäftigt, die sich von ihm und einem weiteren Kollegen nach Bekanntwerden der Vorwürfe getrennt hat. Auch Glads Kollege war Mitglied der Ligue du LOL und entschuldigte sich über Twitter: "Bei den Personen, die sich seit elf Jahren von einer oder mehreren meiner Statements hier oder anderswo angesprochen gefühlt haben, sage ich, dass es mir leidtut. Es war dumm und wird nicht wieder passieren.“

Zu halbherzig finden viele Unterstützer der gemobbten Frauen und die Opfer selbst diese Entschuldigungen. Sie glauben den Beteuerungen von Glad und anderen Mitgliedern von Ligue du LOL nicht und sehen die öffentlichen Entschuldigungen nur als Versuch an, wieder einen Job zu bekommen und ihre Karriere fortzusetzen. Einige Twitter-Nutzer sind die Konsequenzen zu gering und fordern harte Strafen für das jahrelange Cybermobbing der Männer.

Die Gründe für das gezielte Mobbing von Frauen durch Mitglieder der Ligue du LOL bleibt bisher weitgehend im Dunkeln. Es gibt aber Parallelen zu ähnlichen Entwicklungen wie beispielsweise der Incel-Bewegung, die vor etwa zehn Jahren aufgekommen ist. Incel steht für "involuntary celibate", unfreiwillig enthaltsam. Anhänger dieser Bewegung sind sexuell frustrierte Männer, die ihren Frauenhass im Netz freien Lauf lassen und auch vor physischer Gewalt nicht zurückschrecken, wie zuletzt ein Bericht der Süddeutschen Zeitung zeigte.

Incels werfen Frauen, die sie "Stacys" nennen, vor, ihren Körper als Machtinstrument einzusetzen, indem sie ihn den Incels vorenthalten. Incels organisieren und tauschen sich unter anderem in Internet-Foren aus. (olb)


Aus: "Facebook-Gruppe La Ligue du LOL: Frauenhasser verabredeten sich zum Cybermobbing" Oliver Bünte (12.02.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-Gruppe-La-Ligue-du-LOL-Frauenhasser-verabredeten-sich-zum-Cybermobbing-4305293.html

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    Pussy Galore, 12.02.2019 13:25

Ich bin immer wieder ehrlich verblüfft, wie viele erschreckend abseitige Hohlbirnen es doch gibt.


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [SPD (Politik)... ]
« on: February 10, 2019, 01:46:37 PM »
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[...] Die SPD ist tief gefallen, neulich in einer Umfrage für Bayern bis weit hinunter in den einstelligen Bereich. Umso ambitionierter muten die Pläne der Partei an, den Sozialstaat neu zu erfinden. Mit dem Konzept für einen "neuen Sozialstaat für eine neue Zeit" soll es wieder aufwärts gehen.

An die Stelle der "Agenda 2010" soll der "Sozialstaat 2025" rücken, Harz-IV soll durch ein Bürgergeld ersetzt werden, wie Nahles schon im Herbst erklärt hatte und angesichts einiger Vagheiten an bloße Namenskosmetik denken ließ, wie Alexander und Bettina Hammer an dieser Stelle kritisierten.

Ein paar Monate später gibt Parteichefin Nahles ein paar grundlegende Einzelheiten bekannt zu ihrer programmatischen Aussage: "Wir lassen Hartz IV hinter uns. Oder das Arbeitslosengeld II, wie es korrekt heißt. Stattdessen wollen wir eine neue Grundsicherung einführen, die wir Bürgergeld nennen."

Sollte es der SPD gelingen, ein überzeugendes Konzept vorzulegen, das reelle Chancen hat, umgesetzt zu werden, so könnte dies einen größeren Schritt raus aus der Misere bedeuten. Hartz-IV ist ein sehr heikler Punkt in der Parteigeschichte. Die Gesetze, die unter der Kanzlerschaft Schröders erlassen wurden, haben die Partei zerrissen. Als der letzte SPD-Kanzlerkandidat, Martin Schulz, noch auf Erfolgskurs war, legte er bei Umfragen allein schon durch die Andeutung einer Reform der Regelungen für Arbeitslose zu.

Dennoch hat die SPD derart an Glaubwürdigkeit verloren, dass Vorsicht mit Voraussagen für einen Aufwind geboten ist - auch wenn das neue Konzept für eine Reform bisheriger Regelungen für Arbeitslose an kritischen Stellen Vorschläge macht, die eindeutige Verbesserungen darstellen.

Am Sonntag trifft sich der SPD-Vorstand, um sich intern über das Kapitel "Arbeit" im neuen Sozialstaat abzustimmen. Die Ideen für diese Reform finden sich in einem 17-seitigen Papier. Die neue Grundsicherung, die Neugestaltung von Hartz-IV ist ein wesentlicher Teil.

Die Neuerungen, die Parteivorsitzende Nahles in einem Interview auf der Webseite der Partei ankündigt, enthalten unbestreitbare Verbesserungen für Arbeitnehmer, die ihren Job verlieren.

So soll das Arbeitslosengeld I länger bezahlt werden. Der Bezugszeitraum von ALG 1 soll bis zu 33 Monate verlängert werden. Er wird nun deutlich stärker an der Dauer der Einbezahlungen von Beiträgen ausgerichtet. Mit Weiterbildungsmaßnahmen, wie es SPD-Kanzlerkandidat Schulz mit dem Arbeitslosengeld Q bereits vorgeschlagen hatte, kann der Bezug des Arbeitslosengeldes I auf bis zu drei Jahren ausgedehnt werden.

Auch die Regelung, wonach sich Personen, die ihren Job verloren haben, zwei Jahre lang keine Sorgen um ihre Wohnung machen müssen, ist eine Verbesserung: "Die Betroffenen brauchen ihre Kraft, einen neuen Job zu finden, nicht eine neue Wohnung. In dieser Zeit sollen die Menschen in ihren Wohnungen bleiben können und von diesbezüglichen Sanktionen verschont bleiben."

Die Sanktionspolitik soll prinzipiell verändert werden, es soll Schluss sein mit der Gängelungspolitik, so die Ankündigung:

    Unsinnige Sanktionen müssen weg. Wenn Sanktionen nichts nützen, sondern nur neue Probleme schaffen, sind sie unsinnig. Das gilt für die verschärften Sanktionen für unter 25-Jährige, die nur dazu führen, dass der Staat den Kontakt zu diesen Menschen komplett verliert. Sanktionen dürfen auch nie zu 100-Prozent-Streichungen von finanziellen Mitteln führen, die Kosten für Wohnraum etwa sollte der Staat garantieren. Sanktionen die Obdachlosigkeit zur Folge haben, werden wir abschaffen.
    Andrea Nahles

Allerdings gibt es auch Aussagen der Parteivorsitzenden zu den Sanktionen, die kein scharf umrissenes Bild abgeben: "Bei harten Brocken aber muss das Amt die Möglichkeit haben, die Zügel anzuziehen. Das Grundprinzip des Förderns und Forderns bleibt erhalten - aber die Gewichtung verschiebt sich vom Fordern zum Fördern." Wie dann mit den Möglichkeiten, die Zügel anzuziehen, in der Praxis umgegangen wird, ist allerdings offen.

Die SPD will ein neues Klima. Die Bürger sollen sich nicht als Bittsteller fühlen, sie haben einen Rechtsanspruch auf Leistungen. Das System soll wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden, heißt es. Aber das sind erstmal nur angekündigte Verbesserungen, die weniger Boden haben als Regelungen zum längeren Bezug von ALG I.

Diese sind eindeutig. Nach 20 Jahren Arbeit, in denen in die Sozialkassen eingezahlt wurde, soll es 15 Monate lang Arbeitslosengeld I geben statt wie bisher 12 Monate, und nach 25 Jahren 18 Monate lang, nach 30 Jahren 21 Monate lang.

Auch bei den Regelungen für Kinder und Aufstocker gibt es Unbestimmtes, weshalb sich die Verbesserung in der Praxis erst noch erweisen müssten. Zwar sollen Aufstocker anders betreut werden - "nicht mehr vom Jobcenter, sondern in die Zuständigkeit der Arbeitsagentur wechseln" (Nahles) -, aber bislang ist nichts darüber bekannt, ob sich die SPD auch neue Regelungen überlegt hat, Hinzuverdienste für Aufstocker zu entlasten.

Vieles ist auch bei der Kindergrundsicherung unklar, die die SPD anstelle von Kindergeld und Kinderfreibeträge setzen will. Sie soll künftig unabhängig von der Grundsicherung ausbezahlt werden. Das wäre eine andere Regelung als die bislang gültige, bei der das Kindergeld mit dem ALG-II verrechnet werden. Laut Taz ist allerdings nicht sicher, ob "Familien im Hartz-IV-Bezug dann aber für ihre Kinder tatsächlich mehr Geld bekommen". Offen ist auch, wie die Kindergrundsicherung finanziert werden soll, wie der Spiegel berichtet.



    Für jedes Kind gäbe es die gleiche Leistung, die sich wiederum aus dem Existenzminimum von 408 Euro plus einem Betrag für den Entwicklungsbedarf zusammensetzt - die SPD beziffert diesen zwar nicht exakt, aber eine Gesamthöhe von etwas mehr als 600 Euro im Monat ist plausibel. Diesen Betrag sehen bereits vorliegende Konzepte etwa des Bündnisses Kindergrundsicherung vor. Die Mehrkosten wären mit mehr als 30 Milliarden Euro im Jahr allerdings sehr hoch und müssten durch den Wegfall des Ehegattensplittings und Steuererhöhungen gedeckt werden.
    Der Spiegel

Auch Extrahilfen bei außergewöhnlichen Zahlungsbelastungen sind eine Verbesserung, weil die Hilfe bislang nur als Darlehen gewährt wurde, wie Nahles erklärt:

    Wir haben festgestellt, dass Menschen, die lange von Grundsicherung leben, irgendwann die Substanz aufgezehrt haben. Wenn plötzlich die Waschmaschine kaputt geht und gleichzeitig die alte Winterjacke aufgetragen ist, brauchen wir auch einmalige Hilfen. Bislang gibt es dafür Darlehen. Das Bürgergeld wird für diese Härtefälle eigene Regelungen vorsehen.
    Andrea Nahles

Viele Reaktionen auf die Reformvorschläge werden erwartungsgemäß die Frage behandeln, wie viel das Bürgergeld kosten wird. Dazu macht die SPD bislang keine Zahlenangaben. Sie versucht dieser Attacke auf ihr Konzept den Wind dadurch aus den Segeln zu nehmen, dass sie die aufreibende Diskussion über eine Erhöhung der Regelsätze auslässt.

"Nein, die Höhe der Regelsätze bleibt", sagt Nahles und fügt hinzu, dass man auch eine Verantwortung gegenüber den Menschen habe, "die für wenig Geld jeden Tag zur Arbeit gehen. Wenn wir denen das Gefühl geben, dass sich ihr Einsatz finanziell nicht mehr lohnt, zerstören wir jede Motivation".

Der Politikprofessor und Autor des Buches "Hartz IV und die Folgen. Auf dem Weg in eine andere Republik?", Christoph Butterwegge, hat im November in Makroskop ein paar Kriterien für die Qualitätsprüfung der Vorschläge aufgestellt, die "Hartz-IV hinter sich lassen" wollen.

Ziel, so Butterwegge, wäre "eine soziale Grundsicherung, die den Namen im Unterschied zu Hartz IV wirklich verdient, weil sie armutsfest, bedarfsdeckend und repressionsfrei ist". Für "armutsfest" hat er eine genaue Definition: Die Grundsicherung wäre es "unter der Voraussetzung, dass ihr Zahlbetrag zusammen mit den Miet- und Heizkosten, die nicht pauschaliert werden dürfen, zumindest im Bundesdurchschnitt über der Armuts(risiko)schwelle der Europäischen Union liegt: Das sind für einen Alleinstehenden 1.000 Euro".

Mit der großzügigeren Regelung beim Wohngeld könnte dies für den SPD-Vorschlag zutreffen, auch unter Beibehaltung des bisherigen Regelsatzes, zumindest für die Dauer der zweijährigen "Karrenzzeit".

"Bedarfsdeckend" heißt laut Butterwege "bei der sozialen Grundsicherung, dass Sonderbedarfe, etwa im Fall einer schweren Behinderung, geltend gemacht werden können". Und repressionsfrei versteht er schärfer als der SPD-Vorschlag: Die soziale Grundsicherung müsse ohne Sanktionen auskommen.

Allerdings sieht auch Butterwegge ähnlich wie im SPD-Konzept die Verbindung zur Erwerbsarbeit (vgl. Andrea Nahles: Bürgergeld statt ALG II - Kosmetik statt Veränderung). Er ist kein Freund der Grundeinkommensidee. Es bestehe, so Butterwegge, die moralische Verpflichtung fort, "dass seinen Lebensunterhalt durch Erwerbsarbeit selbst sicherstellen muss, wer dazu gesundheitlich, psychisch und aufgrund seiner beruflichen Qualifikation in der Lage ist".

Die für die SPD wichtige Frage wird sein, mit wem sie künftig regieren kann, um ihr Sozialstaatskonzept umzusetzen. Gegenwärtig ist der Spielraum sehr klein, wie auch Nahles im Interview mit den netten Stichwortgebern, die ganz ohne kritische Nachfrage auskommen, einräumt: "Bei einigen Punkten bin ich optimistisch, etwa beim Wechsel der Aufstocker in den Zuständigkeitsbereich der Arbeitsagentur. Andere Dinge werden mit der Union schwer, ich kenne die ja schon eine Weile."


Aus: "Hartz-IV: Die SPD will neues Vertrauen schaffen" Thomas Pany (09. Februar 2019)
Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Hartz-IV-Die-SPD-will-neues-Vertrauen-schaffen-4303043.html

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     -fdik-, Volker Birk, 09.02.2019 16:23

Man muss sich nur dieses Nahles-Zitat auf der Zunge zergehen lassen

Es ist ja im Artikel angeführt:

    Wir haben festgestellt, dass Menschen, die lange von Grundsicherung leben, irgendwann die Substanz aufgezehrt haben. Wenn die plötzlich die Waschmaschine kaputt geht und gleichzeitig die alte Winterjacke aufgetragen ist, brauchen wir auch einmalige Hilfen. Bislang gibt es dafür Darlehen. ...

Frau Nahles will also 2019 – also 16 Jahre nach Einführung ihrer “Agenda 2010” – “festgestellt” haben, dass sich ein Hartz-4-Opfer nicht einfach eine neue Waschmaschine kaufen kann, wenn die alte kaputt ist. ...


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     Trumpelstilzchen, 09.02.2019 13:12

Vertrauen erreicht man durch beständiges vertrauenswürdiges Handeln...


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     Pedder59, 09.02.2019 13:38

Die hatten über 13 Jahre Zeit um ihre Fehler rückgängig zu machen. ...


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     Erexopia, 09.02.2019 19:03

... Fool me once, your bad, fool me twice, my bad! ... Man muss schon wirklich strunzdumm sein um noch immer nicht gelernt zu haben, dass die SPD einen auch in Zukunft ständig weiter verraten und verkaufen wird. Die SPD ist eine Partei der Bosse und der Ausbeuter...


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     taspie, 10.02.2019 10:12

... Frau Nahles sagt: "Bei harten Brocken muss das Amt die Möglichkeit haben, die Zügel anzuziehen"

Das ist doch genau die faschistoide schwarze Pädagogik, nach der das Hartz-Regime funktioniert. Entweder die Leute unterwerfen sich oder sie werden unterworfen. Aus harten Brocken (Das Individuum besteht auf seinen Rechten, Würde und anständiger Behandlung), macht man weiche Brocken. (Der Sklave lässt sich widerstandslos verwursten)....


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     wh2m, 10.02.2019 11:28

Das Dilemma des Sozialstaats - Kann man hier ablesen: http://www.jjahnke.net/index_files/19921.gif

Reales Wachstum der Einkommen von abhängig Beschäftigten ist seit ca. 20 Jahren "stabil" auf niedrigem Niveau. Die Unternehmen, Reichen und Superreichen haben sich seit 20 Jahren den gesamten Produktivitätsanstieg einseitig gekrallt. Die die den Produktivitätsanstieg erwirtschaftet haben sind leer ausgegangen! Lohnsteigerungen liefen weit unter der Steigerung des BIP. Das muss zwingend zu Finanzierungsproblemen der Sozialkassen führen! Den Arbeitnehmern fehlen ca. 30% Einkommen.


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Architektur (Bauwerk & Raum) [Verortung] / Kiel...
« on: February 10, 2019, 11:42:18 AM »
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Was 1982 mit einem 30-Quadratmeter- Laden am Südfriedhof begann, ist heute ein wahres Eldorado für Filmfans und Serienfreaks. Inhaber Uwe Peter erinnert sich noch gut an die Anfänge: „VHS, Video 2000 und Beta waren damals die ersten Systeme fürs heimische Filmerlebnis. Heute bestimmen DVDs, Blu-Rays, Filme in 3D und 4K mit bester Auflösung den Markt.“ Und die Entwicklung geht immer weiter. Schon zu Beginn des Jubiläumsjahres hat er daher sein Geschäft für die Zukunft gerüstet. „Neben dem Verleih setzen wir nun verstärkt auf den Verkauf und bieten hier eine gigantische Auswahl“, erklärt Uwe Peter. Jeden Tag treffen neue Filme ein, vom seltenen Klassiker bis zum Blockbuster. Dank neuer Sortierung kann man nicht nur gezielt nach Genres suchen, sondern auch nach Darstellern und Regisseuren. Preislich kann Film Peter durchaus mit den großen Elektronikmärkten mithalten. Bei den wechselnden Angeboten lässt sich sogar so manches Schnäppchen ab einem Euro sichern. Ein weiteres wichtiges Standbein ist der Online-Handel mit Filmen. „Ob online oder bei uns im Geschäft, wir erfüllen jeden Filmwunsch“, verspricht Uwe Peter.

Film Peter
Deliusstraße 7, Kiel
Tel. 0431/660670
www.filmpeter.de


Aus: "35 Jahre Film Peter: Mit gigantischer Auswahl ins Jubiläumsjahr Eine echte Kieler Institution" (10.04.2017)
Quelle: http://www.kn-online.de/Mehr/Wirtschaftsleben/Eine-echte-Kieler-Institution

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Architektur (Bauwerk & Raum) [Verortung] / Stadtgeschichte - Hamburg
« on: February 09, 2019, 12:47:25 PM »
Neue Sachlichkeit : "Die Parallelen zwischen den Zwanzigern und heute faszinieren"  Interview: Anna Heidelberg-Stein, Hamburg  (7. Februar 2019)
Deutschland feiert 100 Jahre Bauhaus. Wieso die Epoche die Kunstwelt revolutionierte und wie sie Hamburg noch heute prägt, weiß die Kuratorin des Bucerius Kunst Forums.
Interview: Anna Heidelberg-Stein, Hamburg
https://www.zeit.de/hamburg/2019-02/neue-sachlichkeit-bauhaus-moderne-bucerius-kunst-forum-hamburg

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [SPD (Politik)... ]
« on: February 09, 2019, 12:43:37 PM »
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[...…] Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat bei ihren Plänen für eine Abkehr vom Sozialsystem Hartz IV die Unterstützung von Finanzminister Olaf Scholz. Die Zeit habe sich gewandelt, die SPD schlage deshalb gut 15 Jahre nach den bislang letzten grundlegenden Reformen abermals eine Modernisierung des Sozialstaates vor, sagte der Vize-Parteichef der Süddeutschen Zeitung. Am Sonntag und Montag will der SPD-Vorstand auf einem zweitägigen Klausurtreffen über konkrete Ideen beraten.

Der immer schnellere Wandel der Arbeitswelt durch technischen Fortschritt und Globalisierung dürfe nicht mit weniger Sicherheit einhergehen, sagte Scholz. Er halte darum etwa Verbesserungen bei der Dauer des Arbeitslosengeldbezugs für nötig.

In einer Vorlage für die Klausurtagung schlägt die Spitze um Nahles eine Reihe sozialpolitischer Maßnahmen vor: den Mindestlohn zu erhöhen, Leistungen für Kinder einfacher zu gestalten und ein Recht auf das Arbeiten von zu Hause gesetzlich zu verankern. Zudem will sie älteren Arbeitslosen länger das höhere Arbeitslosengeld I zahlen und spricht von dem Ziel, das bisherige Hartz-IV-System zu überwinden.

Auch der Sprecher des Seeheimer Kreises konservativer Sozialdemokraten, Johannes Kahrs, verteidigte Nahles und stellte sich hinter das geplante Zurückdrehen zentraler Hartz-IV-Reformen. Zugleich forderte er wieder mehr Gewicht für Gabriel und Ex-Parteichef Martin Schulz. "Sie müssen eine wichtige Rolle spielen", sagte er den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung. "Ich kann allen in meiner Partei nur empfehlen, Sigmar Gabriel und Martin Schulz mitzunehmen und überall einzubauen."

Der ehemalige Vorsitzende Sigmar Gabriel warnte die SPD davor, sich auf das Thema Soziales reduzieren zu lassen. "Wir müssen mehr sein wollen als der Betriebsrat der Nation", sagte der frühere Wirtschaftsminister in der Augsburger Allgemeinen. Er sprach sich für eine Senkung der Unternehmenssteuern sowie für staatliche Investitionen in die digitale Infrastruktur aus.

"Nur Milliarden in Sozialprogramme zu packen, wird Menschen nicht bewegen, uns zu wählen", warnte Gabriel. "Wählerinnen und Wähler wollen erkennen, dass eine Partei und ihre Persönlichkeiten mit den Herausforderungen der Zukunft fertig werden."


Aus: "Olaf Scholz unterstützt Andrea Nahles' Abkehr von Hartz IV" (9. Februar 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-02/sozialstaat-olaf-scholz-andrea-nahles-reform-abkehr-hartz-iv

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  Palmeras #56

Beim Regierungswechsel zu Helmut Kohl (1. Oktober 1982) trat Helmut Schmidt letztmals als Kanzler an das Rednerpult des Deutschen Bundestages. Bemerkenswert sein Schlusssatz: "Heute richten wir Sozialdemokraten den Blick nach vorne. Wir wissen, dass Millionen Arbeitnehmer ihre Hoffnung auf die Sozialdemokratische Partei Deutschlands als diejenige Kraft setzen, die beharrlich für soziale Gerechtigkeit kämpfen wird.“ Wie hat er sich da doch geirrt, der große Hamburger, der diese Rechnung ohne die Schröder, Clement, Steinbrück, Scholz und Müntefering aufmachte. Die Ära Schröder hat den Sozialstaat bundesrepublikanischer Prägung nachhaltig demontiert. Die einen rechnen ihm das als Verdienst, andere verteufeln ihn dafür. Die unter jenem Schröder massiv betriebene Abwertung der Lebensleistung vieler Menschen war kein Kollateralschaden, sondern bewusst gewollte Politik. Sie ging einher mit der medialen Diffamierung der sozial Schwachen und weiter Teile der Bevölkerung, die sich nicht zu den Eliten zählen können. In dieser Zeit wurden auch Begriffe wie Solidarität und Gerechtigkeit abgewertet und in den Schmutz gezogen. Der Neoliberalismus nicht mehr nur als bedenkliche und gefährliche Wirtschaftsform, sondern als Staatsform und einziger Maßstab. Das hat die SPD initiiert und vollbracht. Scholz, Heil und Nahles wollen nun "Schwamm drüber" spielen und gehen als letztes Aufgebot zur Rettung von Posten und Pöstchen auf Wählerfang. Der Wähler wird sich nicht täuschen lassen.



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Professor Deutlich #98

Das Problem der Volksparteien ist meiner Meinung nach, dass es keine dominierenden Milieus mehr gibt, sondern das Volk sich aus zunehmend ausdifferenzierten Gruppen zusammensetzt, deren Lebenswelten sich oft derart voneinander unterscheiden, dass man glauben könnte, sie lebten in ganz verschiedenen Ländern.

Somit ist es schwierig bis unmöglich, ein trennscharfes, konturiertes Programm zu verfolgen, dass von auch nur einem Viertel der Bevölkerung geteilt werden würde. Ferner ist es deutlich anspruchsvoller geworden, überhaupt politisch und sozial zu gestalten, da die Welt in Zeiten der Globalisierung, Vernetzung, des Klimawandels ungleich komplexer und dynamischer ist als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Hier liegt in meinen Augen die Ursache für die Schwäche der Volksparteien, das sich abarbeitende Personal kann einem fast schon leid tun. 20% wären schon ein hervorragendes Ergebnis. ...


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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Variationen zur Gretchenfrage...
« on: February 07, 2019, 12:00:31 PM »

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[...] Nazma Khan, die mit elf Jahren aus Bangladesch nach New York kam, fühlte sich als Hijab-Trägerin immer diskriminiert. "Ninja" habe man sie in der Schule genannt, "Terroristin" in der Universität. Das bewog sie 2013 zur Initiierung des Tages, der Nicht-Musliminnen auffordert, an der Aktion "Hijab for a day" teilzunehmen. Unter dem Hashtag "freeinhijab" sollen sie Fotos von ihrem Selbstversuch veröffentlichen. Für einen Tag sollen Frauen weltweit die Erfahrung der Verschleierung machen, so will Khan religiöse Toleranz steigern und das Verständnis für das Tragen des Hijab in nicht-muslimischen Ländern fördern. Und sie hat Erfolg damit: Nach eigener Aussage würden sich Frauen aus 190 Ländern an der Aktion beteiligen. Der Bundesstaat New York erkannte den Tag 2017 offiziell an, die schottische Premierministerin Nicola Sturgeon tritt auf der Website der Aktion offiziell als Unterstützerin auf. Auf worldhijabday.com findet man Beiträge mit Titeln wie "Ich habe mich nie schöner und selbstbewusster gefühlt" und "Der Tag, an dem ich mein Haus ohne Schleier verlasse, wäre kein Tag zum Feiern".

Die Antwort der sozialen Medien ließ nicht lange auf sich warten: Kritikerinnen kehrten den 1. Februar zum "No Hijab Day" um. Unter dem Hashtag "freefromhijab" wiesen Männer und Frauen auf die Unterdrückung in islamischen Ländern durch den Kopftuchzwang hin. Twitter-User may singh rajput postete eine Zusammenstellung aus Zeitungsartikeln, die über Fälle berichteten, in denen Frauen Gewalt angetan wurde, in denen sie zu Gefängnisstrafen verurteilt oder gar getötet wurden, weil sie sich unverschleiert in die Öffentlichkeit gewagt hatten. "Der Hijab ist eine Fessel für die Freiheit und die Identität von Frauen. Er steht für eine altertümliche arabische Frauenfeindlichkeit und die Versklavung von Frauen und Mädchen", schreibt Tania auf Twitter. Ensaf Haidar, die Frau des nach wie vor inhaftierten säkularen Bloggers Raif Badawi, bezeichnete den "World Hijab Day" in einem Tweet als "islamische Propagandakampagne" und rief dazu auf, für "die Opfer, die darunter leiden, den Hijab oder Niqab tragen zu müssen", einzutreten.

... Auf die historische Bedeutung des 1. Februar im Zusammenhang mit der Frauenverschleierung weist das feministische Magazin Emma hin: Vor 40 Jahren kehrte Ajatollah Khomeini in den Iran zurück und machte das Land zum Gottesstaat. Ab diesem Zeitpunkt mussten sich die Frauen zwangsweise verschleiern. Jetzt soll ebendieser Tag die Freiheit von Frauen symbolisieren, ihn zu tragen. Ein gewisser Zynismus lässt sich da nicht leugnen.


Aus: ""World Hijab Day" wird zum "No Hijab Day"" Helena Sommer (1. Feb 2019)
Quelle: https://hpd.de/artikel/world-hijab-day-wird-zum-no-hijab-day-16456

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[...] Mina Ahadi: Rückblickend war das Jahr 1979 also nicht nur ein Schicksalsjahr für die iranische Gesellschaft, sondern hat auch mein Leben wie kein anderes durcheinander geworfen. Ich musste unter den faschistischen Mullahs viel erleiden. Ich habe Menschen verloren, die ich liebte – ein Trauma, das bis heute anhält.

    Die Lebenssituation von Frauen hat sich kurz nach der islamistischen Machtergreifung drastisch verschlechtert. Ein Tag vor dem Weltfrauentag, am 7. März 1979, ordnete Chomeini den Kopftuchzwang an. In der Folge gab es zahlreiche Übergriffe auf Frauen, die sich dem Befehl verweigerten. Die Islamisten betrachteten Frauen nämlich als Ware, über die Männer je nach Belieben verfügen dürfen. Chomeinis Anhänger skandierten "Ja Rusari, ja tusari", was so viel bedeutet wie "Entweder Kopftuch oder ein Schlag auf den Kopf". Es war also schnell klar, dass wir es mit einem frauenverachtenden Regime zu tun hatten, das unsere Rechte mit Füßen tritt.

    Daraufhin bildete sich eine Frauenbewegung. Tausende gingen auf die Straße, um gegen den Kopftuchzwang zu demonstrieren. Sie wollten sich nicht verschleiern, sondern ihr Leben ohne islamische Moralvorschriften fortführen. Denn für sie war das Kopftuch nicht nur ein harmloses Stück Stoff oder normales Kleidungsstück, sondern ein politisches Instrument, um die Religion in das Privatleben der Menschen zu verankern und Macht über sie auszuüben.


Lassen Sie uns zum Schluss in die Zukunft blicken: Was würden Sie tun, wenn es nächstes Jahr zu einer demokratischen Revolution im Iran käme, die die Mullahs entmachtet?

    Ich würde sofort in den Iran fliegen! Nach Jahrzehnten der Trennung könnte ich endlich wieder meine Familie besuchen und mir die Orte anschauen, in denen ich einmal gelebt habe. Und natürlich würde ich mich auch weiter politisch engagieren. Ich würde mich für einen weltoffenen, säkularen und lebensbejahenden Iran einsetzen – mit all meinen Kräften.



Aus: "Interview mit Mina Ahadi: Islamische Revolution 1979 – "Es fühlte sich wie ein Albtraum an"" Florian Chefai (1. Feb 2019)
Quelle: https://hpd.de/artikel/islamische-revolution-1979-es-fuehlte-sich-albtraum-an-16457

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Wolfgang von Sulecki am 4. Februar 2019 - 15:13
Wer hätte vor 30 Jahren gedacht, dass es in wenigen Monaten mit der DDR zu Ende sein würde?


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Werner Haas am 4. Februar 2019 - 21:50

Vor 40 Jahren las ich zufällig einen Artikel in der International Herald Tribune. Ausführlich wurde dort Chomeini aus seinen Büchern zitiert.
Jeder, der lesen konnte, hätte damals verstehen können, wohin die Reise mit ihm geht. Das Bestürzende war, dass meine Kommilitonen, die sich als links und freiheitsliebend verstanden, nichts davon hören wollten. Wenn man nur gegen den Schah war - das reichte, um als gut, gerecht und mutig zu gelten.
Mina Ahadi, Sie sind eine bewundernswerte Frau!


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[...] DER THEOLOGE wird von einem ehemaligen lutherischen Pfarrer heraus gegeben. Zu den Mitarbeitern gehören neben einem weiteren Evangelischen Theologen ein früherer katholischer Priester und ein Diplom-Theologe und ehemaliger katholischer Religionslehrer.
Wir sind alle aus der Kirche ausgetreten. In unseren Studien sind wir deshalb - anders als die konfessionelle Theologie - frei und unabhängig von Dogma und Glaubenszwängen der Institutionen Kirche.


"[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt ..."

(Die Allgemeine Kirchenversammlung zu Florenz im Jahr 1442 (Konzil von Florenz 1438-1445), zit. nach Josef Neuner - Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, 13. Auflage, Regensburg 1992. Das Urteil des Konzils von Florenz wird dort unter der Nr. 381 als "unfehlbarer" und damit automatisch auch für allen Zeiten gültiger Lehrsatz der Kirche markiert)

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Aus: "Die katholische Kirche und der Holocaust" (DER THEOLOGE, Nr. 85)
Quelle: https://www.theologe.de/katholische-kirche_holocaust.htm

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[...]  Klar ist längst, dass Pius XII. zum entsetzlichsten Verbrechen der Geschichte schwieg, obwohl er früh genau Bescheid wusste. Auch dass sehr viele Kirchenführer mit dem Hitler-Regime sympathisierten oder es tolerierten, ist lange bekannt. Ihnen warf schon Konrad Adenauer kurz nach dem Krieg krasses moralisches Versagen vor. Der wahre Grund für die Sünde der meisten Bischöfe, so interpretieren Historiker Adenauer, sei freilich nicht im Antisemitismus zu suchen, sondern in einem Charakterfehler - der Feigheit.
Bei Pius XII. bedienen sich Gegner und Freunde anderer Begründungen. Mal ist er jemand, der taktisch geschwiegen hat, um so noch größeres Übel zu verhindern. Mal wird die Schweigsamkeit des Papstes als "Erbsünde" dargestellt, die auch unverzeihlich wäre, sollte es ihm darum gegangen sein, ein Bollwerk gegen den "gottlosen" Bolschewismus zu stützen.
Dem Mann in Rom als Triebfeder seines Handelns aber konsequenten Antisemitismus vorzuwerfen ist so recht noch nie gelungen. Als Beleg gilt der unsägliche Brief Pacellis sowie ein ähnliches Schriftstück aus seiner Zeit als Apostolischer Nuntius in Bayern (1917 bis 1925).
Aber weder die zwischen 1965 und 1981 publizierten vatikanischen Dokumente der Kriegszeit, immerhin 5000, brachten weitere Belege noch die Arbeit einer Wissenschaftlerkommission.
Doch Goldhagen polemisiert nicht nur gegen den Versager oder Verbrecher im Vatikan, sondern gegen die ganze Kirche. Alles, was er an Belegen für Antisemitismus zusammenträgt, hat dabei "die Kirche" zu verantworten. Alles, was er an guten Worten und Taten von Bischöfen und einfachen Gläubigen auftat, ist für ihn judenfreundliches Verhalten einer Minderheit.
Natürlich gibt es in der katholischen Kirche nach wie vor Antisemitismus. Doch Goldhagen ignoriert weitgehend, dass die Einsicht in die Mitschuld am Holocaust inzwischen herrschende Lehre ist. Eine "gelassene und freimütige Diskussion über die Haltungen der Kirche und ihrer Geistlichen gegenüber Juden vor allem in der NS-Zeit", behauptet er, "können die Kirche und ihre Verteidiger nicht dulden".
Das Gegenteil stimmt. Papst, Bischöfe und Theologen ringen seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) um die Einsicht in eigene gewaltige Schuld. ...


Aus: "Absurde Idee" GEORG BÖNISCH, ULRICH SCHWARZ  (07.10.2002)
Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25396535.html

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[...] Gegenwärtig werde ein Kampf gegen den Glauben an Christus "generalstabsmäßig organisiert und international durchgeführt in dem von einzelnen Staaten und NGO's finanzierten Programm der Ent-Christianisierung der vom christlichen Glauben geprägten Kulturen", erklärte Kardinal Müller in einem Vortrag anlässlich des Pater-Werenfried-Jahresgedenkens. Ziel sei eine Auslöschung des Gottesglaubens zugunsten einer "materialistische[n] Konsumhaltung". 

Die Anfänge eines solchen "antichristlichen Tsunamis" sei in der Aufklärungsphilosophie des 18. Jahrhunderts und dem damit verbundenen "Humanismus ohne Gott" zu verorten. Den Atheismus brachte Müller dabei mit Vernichtungsideologien in Verbindung: "Während man in den politischen Atheismen den sicher erwarteten Tod der Religion durch die Ausrottung ihrer Anhänger beschleunigen will, wird in den liberalen Kreisen der natürliche Tod der Religion in Kürze erwartet", so der damalige Regensburger Bischof und spätere Vorsitzende der Vatikanischen Glaubenskongregation.

Neu ist diese atheismus-feindliche Haltung nicht. Müller ist bekannt für seine Aversion gegen eine vermeintlich "aggressive Gottlosigkeit", die er in der Nachfolge eines "politisch aggressiven Atheismus des Nationalsozialismus und des Kommunismus" sieht.

Um seine These "Wo Gott geleugnet wird, dort gibt es kein Recht für den Menschen, kein Recht auf Leben, kein Recht auf Selbstbestimmung" zu belegen, diffamierte er in einer Predigt den Philosophen und Vorstandssprecher der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung Michael Schmidt-Salomon mit falschen Behauptungen: Angeblich habe dieser Gläubige als Schweine eingestuft und den Kindsmord befürwortet. 

Schmidt-Salomon klagte damals auf Richtigstellung und Unterlassung. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof stellte in einem Urteil schließlich fest, dass die Behauptungen Müllers im Widerspruch zu Schmidt-Salomons tatsächlichen Veröffentlichungen standen und geeignet waren, dessen Ansehen in der Öffentlichkeit zu schaden.


Aus: "Kardinal Müller warnt vor "antichristlichem Tsunami"" Florian Chefai (5. Feb 2019)
Quelle: https://hpd.de/artikel/kardinal-mueller-warnt-antichristlichem-tsunami-16465

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Stefan Dewald am 5. Februar 2019 - 11:40

Und jetzt bleibt wieder mal die Frage offen, warum sich die römisch-katholische Kirche im letzten Jahrhundert gleich mit jedem faschistischen Regime ins Bett gelegt hat. Auch das aktuell immer noch gültige Reichskonkordat wurde mit dem Nationalsozialistischen Regime im Dritten Reich geschlossen.


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  Ralf Rosmiarek am 5. Februar 2019 - 14:39

Nur zur Ergänzung: Die evangelische Kirche stand dem nicht nach ... von Bekenntniskirche bis zu den Deutschen Christen hieß es frisch und munter: „Wir sagen ja zum Hakenkreuz!“ ... und dann bleibt noch eine andere Wahrheit: Märchen bedürfen nach wie vor keiner Argumente!


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Wolfgang Schaefer am 5. Februar 2019 - 11:40

Also dem Müller steht sein Karnevalskostüm ganz gut. Und dann noch seine Büttenreden! Hellau!


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Rüdiger Pagel am 5. Februar 2019 - 14:22

Er, Kardinal Müller, ist doch der, der den Mantel des Schweigens und Vertuschens über die Missbrauchsskandale in Regensburg gelegt hat.
Dafür wurde er dann zum Chef der Glaubenskongregation in Rom befördert.
Mit diesem erzkonservativen Hardliner erneuert sich die Kirche nie.


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Madwolf am 5. Februar 2019 - 18:18

Zuerst sollte der werte Herr sich mal erkundigen, was Atheismus ist, und den Unterschied erkennen, das Atheismus nichts mit antichristlichen Idealen gemein hat. Typisch Kirche.
Alles verteufeln, was nicht verstanden wird.
Materialismus.
Also wenn man bedenkt, was grade die römisch katholische Kirche sich an staatlichen Geldern reinzieht und mit riesigen Prachtbauten protzt, dann verstehe ich, das sie nur Angst vor der Pleite hat.


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Roland Fakler am 6. Februar 2019 - 12:55

Tatsache ist, dass sowohl religiöse als auch atheistische Weltanschauungen eine breite Blutspur in der Geschichte hinterlassen haben.
Die gemeinsame Ursache dafür liegt meines Erachtens darin, dass sie die Menschen in Auserwählte und Verdammte (Juden), in Christen und Heiden (Staatschristentum), in Muslime und Ungläubige (Islam), in Arier und Untermenschen (Faschismus), in Genossen und Klassenfeinde (Kommunismus) eingeteilt und die Falschdenkenden damit zum „Abschuss“ freigegeben haben.
Der säkulare Humanismus müsste sich nun von obigen Weltanschauungen dadurch unterscheiden, dass er keine Feindbilder aufbaut, sondern allen Menschen Würde und Menschenrechte zugesteht…im Rahmen der freiheitlich - demokratischen Ordnung.
Das wäre die Lehre aus der Weltgeschichte!


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"Tickende und leckende Zeitbomben im Meer" (06.02.2019)
Der Meeresboden in der Ost- und Nordsee ist an vielen Stellen übersät mit tickenden Zeitbomben. «In der Kieler Bucht liegen in Sichtweite beliebter Strände Torpedokopf neben Sprengmine», sagt der Meeresbiologe Matthias Brenner vom Alfred-Wegener-Institut Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Der Großteil davon stammt aus dem Zweiten Weltkrieg. Allein auf deutschem Gebiet sollen insgesamt 1,6 Millionen Tonnen an konventionellen Waffen in Nord- und Ostsee liegen. Dazu kommen 300 000 Tonnen chemischer Waffen in der Ost- und Nordsee. «Das ist gewaltig, was da liegt», sagt Brenner. ...
... 70 Jahre lang habe es kaum jemanden interessiert, was in den Meeren vor sich hin rostet. «Am besten rührt man es nicht an. Das zersetzt sich sowieso, hieß es lange», sagt Brenner. Dass das falsch war, sehe man heute: Viele Bomben können immer noch explodieren. Mit der Zeit werden sie sogar immer empfindlicher. Eine geringe Druckänderung oder ein Schlag können sie zur Detonation bringen. «Die Munitionskörper sind teilweise komplett verrottet. Aus anderen tritt Sprengstoff aus», sagt Brenner. Diese giftige Substanzen sowohl aus chemie- als auch aus konventionellen Waffen gelangen ungehindert ins Meer. Die Folgen für die Umwelt sind erheblich.
Das AWI und Partner haben in dem Projekt «Chemsea» vor einigen Jahren die Auswirkungen der Chemikalien auf die Umwelt erforscht. Der Meeresbiologe Brenner sagt, bei zehn bis 13 Prozent des Speisefisches Ostseedorsch seien Stoffe aus chemischen Waffen im Filet nachgewiesen worden. Die Menge sei zwar gering. «Es kann aber sein, dass so ein Fisch auch auf dem Teller landet», sagt er. Inwiefern diese geringen Mengen Auswirkungen auf den Verbraucher haben, sei noch nicht erforscht.
Im Februar endet das Nachfolgeprojekt «Daimon» («Decision Aid for Marine Munition»), wieder in Zusammenarbeit mit nationalen wie internationalen Partnern. Anfang Februar fand die Abschlusskonferenz in Bremerhaven statt. Die Forscher hatten den Effekt von konventionellen Waffen auf die Umwelt untersucht. Das Thünen-Institut für Fischereiökologie hat den Plattfisch Kliesche unter die Lupe genommen, der am Meeresboden in der Kieler Bucht lebt. In diesem Gebiet lägen etwa 35 000 Tonnen konventioneller Munition, sagt Thomas Lang, stellvertretender Leiter des Instituts.
Bei 25 Prozent der Exemplare fanden die Forscher Lebertumore. In unbelasteten Gebieten liegt die Quote dagegen bei nur 5 Prozent. «Am Boden gibt es TNT-Klumpen, die sich im Wasser lösen. Die Abbauprodukte gelangen über das Wasser oder die Nahrung in den Organismus», sagt Lang. Laborversuche haben gezeigt, dass die Abbauprodukte von TNT die DNA von Fischen schädigen, was eine mögliche Erklärung für die hohe Tumorrate sei. Gefischt und vermarktet werde die Kliesche allerdings nicht, so dass für den Menschen keine Gefahr bestehe.
Neben Umweltschützern hat allerdings auch die Wirtschaft ein Interesse daran, den Meeresboden von Munition zu befreien. «Die Munition stellt ein Risiko für die Schifffahrt dar und für den Bau von Windkraftanlagen und das Verlegen von Seekabeln», sagt Lang. Taucher sind daher laufend damit beschäftigt, Fahrrinnen von Minen zu befreien, die eigentlich als unbelastet galten. ...
https://www.tagesspiegel.de/wissen/munitions-altlasten-tickende-und-leckende-zeitbomben-im-meer/23956860.html

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Babsack 07:41 Uhr

    70 Jahre lang habe es kaum jemanden interessiert, was in den Meeren vor sich hin rostet. «Am besten rührt man es nicht an. Das zersetzt sich
    sowieso, hieß es lange», sagt Brenner. Dass das falsch war, sehe man heute


So sind wir nicht nur eine Generation,die kommenden Generationen einige unangenehme Überraschungen aus wirtschaftlichen Interessen hinterläßt,sondern sind vielleicht in ein paar Jahren auch selbst noch Opfer einer Generation,die es sich nach dem Krieges einfach machen wollte und das Meer als Mülleimer unendlichen Fassungsvermögens begriff.
Bis jetzt haben alle nachkriegsgeborenen Generationen ja wirklich nur die Schokoladenseite all des skrupellosen Wirtschaftens und Waltens genießen dürfen.
Übrigens ist Fisch,besonders fetter Fisch, aus der Ostsee schon heute extrem belastet,so dass er größtenteils nicht in den Verkauf an Menschen geht,sondern man es etwas trickreicher gestaltet,indem man daraus Fischfutter herstellt,mit dem dann der "gute Norwegische Zuchtlachs" gefüttert wird,der dadurch und durch Medikamente zum giftigsten Lebensmittel wird,was man im Supermarkt noch legal kaufen kann.
Aber auch hier gilt selbstverständlich:
Was uns nicht umbringt,reichert sich langsam an.


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"Frankreich und USA machen bei Nord Stream 2 Druck auf Deutschland" (07.02.2019)
Bei der EU-Abstimmung am Freitag will Paris offenbar gegen das Pipeline-Projekt votieren. Auch andere Staaten stellen sich gegen Deutschland. ... Auch die USA sind gegen den Bau der Gaspipeline. Drei US-Botschafter riefen die EU-Staaten dazu auf, gegen das umstrittene Pipeline-Projekt zu stimmen. "Nord Stream 2 würde die Anfälligkeit Europas für russische Erpressungen im Energiebereich weiter erhöhen", schrieben Richard Grenell (Deutschland), Carla Sands (Dänemark) und Gordon Sondland (EU) in einem Gastbeitrag der Deutschen Welle. "Nord Stream 2 wird mehr als nur russisches Gas liefern. Russlands Macht und Einfluss werden sich durch die Ostsee hindurch bis nach Europa ausbreiten."...
https://www.tagesspiegel.de/politik/umstrittene-gaspipeline-frankreich-und-usa-machen-bei-nord-stream-2-druck-auf-deutschland/23958822.html


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  rumbati #8

ZEIT schreibt Proteste klein

ZEIT: "Zehntausende Menschen sind in Frankreich erneut auf die Straße gegangen."

Französische Medien: "Fast 300.000 Menschen" haben am Dienstag in 200 Städten demonstriert, dass sie eine Anhebung der Löhne und mehr Steuergerechtigkeit gegenüber der CGT, Solidaires, der FSU und in Anwesenheit vieler gelber Westen fordern, so die Zentrale Montreuil. In einer Erklärung qualifiziert die CGT, die für Mitte März einen neuen Mobilisierungstag vorsieht, diesen Tag des "Erfolgs" und betont, in mehreren Abteilungen bereits auf Initiative von Gewerkschaftsversammlungen die Erweiterung des Konzepts zu gewährleisten Mobilisierung ". https://www.lepoint.fr/societe/greves-manifestations-blocages-a-l-appel-de-la-cgt-et-des-gilets-jaunes-05-02-2019-2291450_23.php

Schon auffallend: In Venezuela werden die Proteste groß geschrieben und in Frankreich klein.


Kommentar zu: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-02/proteste-frankreich-gewerkschaften-gelbwesten

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[...] Kurt Weill und Bertolt Brecht, das war das Welterfolgs-Team der „Dreigroschenoper“, das 1933 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Exil flüchtete – und sich in Paris zu einem letzten gemeinsamen Theaterprojekt traf. Weill hatte einen Auftrag der Truppe „Les Ballets 1933“ unter Leitung des Choreografen George Balanchine erhalten und wollte ein „ballet chanté“ komponieren, ein Ballett mit Gesang. Nachdem Jean Cocteau abgesagt hatte, kam Brecht als Textdichter ins Spiel. Die Uraufführung der „Sieben Todsünden“ fand am 17. Juni 1933 im Pariser Théâtre des Champs-Elysées statt.

... Vor Faulheit, Habgier oder Wollust muss sie sich hüten, das sind ihre kleinbürgerlichen Sünden, aber das sind, andererseits, die Tugenden der anderen in der patriarchalischen Gesellschaft, die es sich leisten können. Nette Parabel auf die strukturelle Gewalt, sagt sich Anna-Sophie Mahler in Stuttgart und zeigt das auch kunstvoll abgeklärt. Doch dann kommt im Schauspielhaus Peaches auf die Bühne, die Sängerin und Top-Performerin der feministischen und queeren Szene, und dreht den Spieß um, zieht eine Electroclash-Show ab, bei der, mit Verlaub, selbst Brecht den Schwanz eingezogen hätte. „Fuck the pain away“, empfiehlt sie den Geschlechtsgenossinnen. ... Das Magazin „Rolling Stone“ beschrieb das Debütalbum der Kanadierin, „The Teaches of Peaches“, als „surreal lustig und versaut“, und so darf man sich das auch vorstellen. Sie ist kein Opfer, schon gar keine Frauenfigur in einem epischen Theater, sondern eine furios singende, also selbstbestimmt handelnde Punk-Ikone, die keine Sünden kennt, sondern sie auslebt: „Seven Heavenly Sins“ heißt der zweite Teil dieses Abends der Staatstheater. Zorn, Stolz, Wollust, jetzt aber wirklich und „himmlisch“ provokant. Auch das ist Dialektik, nur nicht von Brecht. Tolle Dramaturgie. ...

... Dann aber tritt Josephine Köhler aus der Rolle und stellt klar: „Ich spreche als Proletarierin der Weiblichkeit.“ Und Peaches, vielbrüstig behängt im Trash-Outfit bis hüllenlos, lebt das alles aus – auch im Riesenkondom. Eine Riesenparty, Anfeuerungsrufe. ...


Aus: "Sex und Beats mit Peaches in Stuttgart" Jürgen Kanold (04.02.2019)
Quelle: https://www.swp.de/unterhaltung/kultur/sex-und-beats-mit-peaches-in-stuttgart-29394879.html

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Politik)]
« on: February 05, 2019, 09:45:32 AM »
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[...] Es war eine kleine Sensation, als der Mann mit dem Schnäuzer beim Grünen-Parteitag auf die Bühne trat. Dieter Zetsche, Vorstandschef von Daimler, war im November 2016 nach Münster gekommen, um mit der Ökopartei über den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor zu streiten. Für die Grüne Jugend war der Auftritt eine Provokation, doch der damalige Parteichef Cem Özdemir versteckte seinen Stolz nicht: Es sei doch „ein Kompliment“, dass einer der wichtigsten Autokonzernlenker zu den Grünen komme und nicht zu anderen Parteien, wenn es um die Zukunft der Branche gehe, rief er den Delegierten zu.

Die Grünen und die Wirtschaft – das war nicht immer eine unkomplizierte Beziehung. Doch inzwischen besetzen die Grünen nicht nur in einigen Ländern das Wirtschaftsministerium (Tarek Al-Wazir in Hessen, Ramona Pop in Berlin, und bis Mai 2016 mit Eveline Lemke in Rheinland-Pfalz). Seit einer Weile steigt auch das Interesse von Unternehmern an der Ökopartei spürbar. Beide Seiten suchen den Dialog, es entstehen neue Initiativen, Grüne und Wirtschaft vernetzen sich.

...


Aus: "Verbündete statt Gegner Wie Grüne und Wirtschaft sich einander nähern" (04.02.2019)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/verbuendete-statt-gegner-wie-gruene-und-wirtschaft-sich-einander-naehern/23945380.html

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Zunke 09:01 Uhr
Der Wirtschaft ist es doch egel, wer ihre Sänfte schleppt. ...


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garno 04.02.2019, 12:13 Uhr
Da sich die Grünen nun zu Volkspartei mausern, gilt es für die Wirtschaft frühzeitig Kontakte zu knüpfen, um bei Bedarf schnell die richtigen und auch gut vorbereiteten Ansprechpartner für ihre Lobbyisten zu haben.



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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [SPD (Politik)... ]
« on: February 05, 2019, 09:41:44 AM »
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[...] Zu den Sozialdemokraten passt aktuell [ ] ein [ ] Osterwald-Evergreen: „Kriminal-Tango in der Taverne, dunkle Gestalten, rote Laterne …“  Wie in jener unbehaglichen Kaschemme dürfte sich SPD-Chefin Andrea Nahles gerade vorkommen. Der alte Pate Gerhard Schröder zieht aus seiner Ecke über sie her, andere räsonieren an der Theke mit drohendem Unterton darüber, ob sie nicht den guten Sigmar Gabriel und den braven Martin Schulz langsam mal wieder besser behandeln wolle!? Dass sie sich selber mit verunglückten Gesangsnummern desavouiert hat, lässt selbst Gutwillige einen Barhocker weiter rücken. Im „Kriminaltango“ fällt irgendwann ein Schuss. ...


Aus: "Ludwig Erhard - oder wie sozial ist die Marktwirtschaft" (05.02.2019)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/hauptstadtlage-ludwig-erhard-oder-wie-sozial-ist-die-marktwirtschaft/23949216.html

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[...]  Die SPD-Chefin wollte ihre Partei aus der Krise führen. Doch nach einem knappen Jahr haben viele Genossen sie bereits abgeschrieben. ... Es sind verheerende Zahlen, die der SPD-Chefin zu schaffen machen. Im Bund steckt die Partei bei rund 15 Prozent fest, in Bayern liegt sie gerade noch bei sechs Prozent. Bei der Europawahl im Mai droht die Sozialdemokratie halbiert zu werden und selbst die Genossen-Hochburg Bremen wackelt. Zwei Landtagswahlen gingen bereits unter Nahles’ Führung verloren – mit 9,7 Prozent in Bayern und 19,8 Prozent in Hessen.

Am Ausmaß dieser Niederlagen trägt Nahles eine Mitschuld. Denn kurz zuvor unterliefen ihr schwerste handwerkliche Fehler beim Krisenmanagement im Fall Maaßen. Der umstrittene damalige Chef des Verfassungsschutzes sollte nach dem Willen der SPD seines Postens enthoben werden. Um das zu erreichen, stimmte Nahles seiner Beförderung zum Staatssekretär zu. Partei und Wähler liefen Sturm, die Entscheidung musste zurückgenommen werden. Seither ist Nahles schwer angeschlagen. ...


Aus: "Krise der Sozialdemokratie: Spekulationen in der SPD über Nahles-Ablösung" Stephan Haselberger Hans Monath Paul Starzmann (04.02.2019)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/krise-der-sozialdemokratie-spekulationen-in-der-spd-ueber-nahles-abloesung/23948016.html

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PekingEnte2020 04.02.2019, 20:17 Uhr

Die Schuld am Abstieg der SPD trägt Gerd Schröder und seine desaströse Agenda 2010! Seitdem hat die SPD fast 30 Prozent ihrer Wähler verloren und wird sie auch nicht wiederbekommen, wenn die Partei nun Nahles in die Wüste schickt.


...


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[...] Wahrscheinlich war dieser Mensch ein Mann, denn Männer bringen sich in Deutschland rund dreimal so häufig selbst um. Dafür wählen sie in der Regel harte, man möchte fast sagen "männliche" Methoden: sich erschießen, sofern eine Waffe verfügbar ist, sich erhängen, von der Brücke oder dem Hochhaus stürzen - oder eben vor einen Zug.

Es gibt einen kausalen Zusammenhang zwischen den Methoden und der Suizidrate. Frauen versuchen nämlich öfter als Männer, ihr Leben zu beenden. Sie wählen dafür aber eher "unmännliche" Methoden wie eine Überdosis Tabletten oder das Aufschneiden der Pulsschlagadern. Die Wahrscheinlichkeit, diese Versuche zu überleben, ist viel höher.

... Da psychisches Leiden weniger greifbar ist und gerade viele Männer nicht lernen, über ihre Gefühle oder psychischen Probleme zu reden - weil sie beim ersten Versuch gleich ausgelacht oder auf andere Weise nicht ernst genommen werden -, muss es sich nach dieser Logik bei Belastungserscheinungen um Einbildungen handeln.

Eine andere Formulierung ist das berühmte Zitat: "Was mich nicht umbringt, macht mich stärker." Ursprünglich stammt es aus Friedrich Nietzsches "Götterdämmerung", also von dem Philosophen, der mit 55. Jahren - wahrscheinlich an den Spätfolgen der Syphilis - erbost im Irrenhaus starb. Auch die Hitlerjugend bediente sich dieses Spruchs in ihren Zentren.

Wenn wir das nächste Mal wieder wegen eines "Unfalls mit Personenschaden" auf einen Zug warten, also sich wahrscheinlich ein Mann in Verzweiflung das Leben genommen hat, dann denken wir vielleicht daran: Dass es oft besser ist, über Gefühle oder psychische Probleme zu reden, als dies alles schlicht als "Psycho-Geschwafel" zu diffamieren.

...


Aus: "Warum man Burn-out nicht als Modeerscheinung abtun sollte" Stephan Schleim (02. Februar 2019)
Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Warum-man-Burn-out-nicht-als-Modeerscheinung-abtun-sollte-4296103.html?seite=all


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Kunst (Art on the net) / strassenkunst (streetart, graffiti, etc.) ...
« on: February 04, 2019, 09:43:05 AM »
"Graffiti in Berlin Die Linientreuen" Sebastian Leber (25.01.2019)
... Die Stadt trägt seine Zeichen. Er setzt sie nachts, heimlich, illegal. Kai ist Sprayer. Dem Tagesspiegel gibt er Einblick in eine verschlossene Szene ... Graffiti sei ja in der Allgemeinheit längst nicht mehr so verschrien wie einst. Stadtplaner und Werber hätten mit den Jahren erkannt, dass die Kunstform – jetzt als „Streetart“ deklariert – wichtig sei für das kreative Image einer Metropole. Graffiti lockt Touristen an, gilt als Stadtmarketing-Tool. In London gab die Verwaltung Geld aus, um zerstörte Bilder zu restaurieren, sie wollten die Sehenswürdigkeiten retten. Klingt einerseits nach guter Entwicklung, sagt Kai. Andererseits mache sich Graffiti schuldig. Denn es treibe die Gentrifizierung voran, Aufwertungsprozesse in Wohngegenden und damit die Verdrängung von Einkommensschwachen. Weil Kreative die ersten seien, die Yuppies anlockten, der Beginn einer Spirale. ...
https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/graffiti-in-berlin-die-linientreuen/23884098.html

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Radiofeatures: Pop History. 9. Oktober 2018
Eine Reflexion linker Utopien in 30 Jahren Techno (BR, 2018)
Florian Fricke erzählt im Zündfunk keine nostalgische Techno-Geschichte der Szene-Insider (dafür ist, mit wechselndem Erfolg, der Podcast "Tausend Tage Techno" zuständig), sondern befasst sich mit Protagonisten am Rande, etwa mit "Speiche, stolzer Ost-Berliner, einst Fußball-Hooligan und Punk, Mitbegründer vom Eimer,kurz nach der Wende einer der ersten Clubs in Berlin Mitte in einem besetzten Haus. Oder die von Rob, 1949 in Südafrika geboren, politischer Aktivist gegen die Apartheid unter der Regierung der burischen Nationalpartei. Heute ist er der wahrscheinlich älteste Techno-DJ Berlins wenn nicht weit darüber hinaus", wie es im Programmtext heißt. ...
https://thgroh.blogspot.com/2018/10/radiofeatures-pop-history.html

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Zur Anti-Atomkraft-Bewegung...
« on: February 02, 2019, 05:04:28 PM »
"Die Anti-Atom-Bewegung: Geschichte und Perspektiven" Taschenbuch (2015) von Tresantis (Herausgeber)
Keine andere soziale oder politische Bewegung in diesem Land war so erfolgreich wie die Anti-Atomkraft-Bewegung. Ihre Geschichte beginnt in den frühen 1970er Jahren und ihr Ende ist nicht in Sicht – der 'Energiewende' und der Stilllegung einiger Atomkraftwerke zum Trotz. Nie zuvor und in keinem anderen politischen Zusammenhang kämpften so unterschiedliche Protagonisten neben- und miteinander: Bäuer*innen, Winzer, linke Student*innen und Jugendliche, Alte und Junge, Hippies, K-Gruppenmitglieder und Autonome, Konservative und Militante. Nie zuvor waren die Mittel des Kampfes so unterschiedlich, umfassend und fantasievoll. Nie zuvor beteiligten sich so viele an Info- und Aufklärungsaktionen, strömten zu Demos, kämpften an Bauzäunen, besetzten Bauplätze und blockierten Transportwege. Dieses Buch berichtet nicht nur über einen großen Zeitraum hinweg von diesem breiten Spektrum der Kämpfe und lässt damalige und heutige Protagonist*innen selbst zu Wort kommen, sondern gibt auch einen Ausblick auf die Zukunft der Atompolitik und die zu erwartenden neuen Auseinandersetzungen.
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Assoziation A; Auflage: 1 (6. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3862414469
ISBN-13: 978-3862414468

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"... und auch nicht anderswo!: Die Geschichte der Anti-AKW-Bewegung" (1997)
von Reimar Paul (Autor), Atom Express (Autor)
Broschiert: 288 Seiten
Verlag: Verlag Die Werkstatt GmbH (1. Juli 1997)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3895331864
ISBN-13: 978-3895331862


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [Zur Anti-Atomkraft-Bewegung... ]
« on: February 02, 2019, 04:51:25 PM »
Kategorie:Antiatomkraftbewegung in Deutschland
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Antiatomkraftbewegung_in_Deutschland

Die Großdemonstration bei Brokdorf fand am 28. Februar 1981 in der Wilstermarsch nahe Brokdorf in Schleswig-Holstein statt. Die von Bürgerinitiativen aus der Anti-AKW-Bewegung organisierte Versammlung richtete sich gegen den Bau des Kernkraftwerks Brokdorf. Sie erfolgte trotz eines gerichtlich bestätigten Versammlungsverbotes unter Teilnahme von etwa 50.000 bis 100.000 Demonstranten und gilt bis dahin als größte Demonstration in der Bundesrepublik. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fdemonstration_bei_Brokdorf

Atomkraft ? Nein Danke ! (1976)
In Brokdorf formierte sich 1976 erstmals breiter und vor allem gewaltsamer Protest gegen den Bau eines Atomkraftwerks. Bilder von Großdemonstrationen und bürgerkriegsähnlichen Schlachten am Bauzaun flimmerten durch die Wohnstuben. Trotz allem ging der Meiler 1986, als erstes AKW nach dem Unfall von Tschernobyl, ans Netz. Bilanz der Auseinandersetzungen um den Kraftwerkbau: Hunderte verletzte Polizisten und Demonstranten, das politische Aus für den Hamburger Bürgermeister und einen Innensenator sowie ein wegweisendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Versammlungsfreiheit. ...
https://youtu.be/zqdmqonME7s

Brokdorf -- wie alles anfing BRD Siebziger Jahre · 13 min · Regie: DFFB Produktion
https://youtu.be/eVavbYAyXfw

https://umweltfairaendern.de/2019/01/akw-brokdorf-beitraege-aus-der-geschichte-des-widerstands/

Das geplante Kernkraftwerk Wyhl (auch Kernkraftwerk Süd, KWS) bei Wyhl am Kaiserstuhl sollte zwei Reaktorblöcke der 1300-Megawatt-Klasse (elektrische Leistung) umfassen, erhielt jedoch nur für Block I eine Teilerrichtungsgenehmigung. Mit dem Bau eines Reaktorgebäudes für Block I war bereits begonnen worden; infolge massiver Proteste der sich zu der Zeit noch im Entstehungsprozess befindenden Anti-Atomkraft-Bewegung und eines vom Verwaltungsgericht Freiburg veranlassten Baustopps wurden die Bauarbeiten 1977 eingestellt. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Wyhl

Wyhl - Der Widerstand gegen das Atomkraftwerk | Geschichte im Südwesten
Es ist der erste große Atomkraftkonflikt in der Bundesrepublik Deutschland: Zum ersten und einzigen Mal verhindern Bürger den Bau eines Atomkraftwerks. (SWR, Am 24.12.2016 veröffentlicht)
https://youtu.be/uJNcILIuiEI


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