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Topics - Link

#1
Martin Heidegger (* 26. September 1889 in Meßkirch; † 26. Mai 1976 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Philosoph. Er stand in der Tradition der Phänomenologie vornehmlich Edmund Husserls, der Lebensphilosophie insbesondere Wilhelm Diltheys sowie der Existenzdeutung Søren Kierkegaards, die er in einer neuen Ontologie überwinden wollte. Die wichtigsten Ziele Heideggers waren die Kritik der abendländischen Philosophie und die denkerische Grundlegung für ein neues Weltverständnis.
1926 entstand sein erstes Hauptwerk Sein und Zeit, das die philosophische Richtung der Fundamentalontologie begründete (publiziert 1927).
https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger

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Quote... Die allgemeine Lehre vom Sein bzw. dem Seienden, sofern diesem Wirklichkeit zugesprochen werden kann und es dem menschlichen Geist zugänglich erscheint.
Parmenides schrieb als erster ein Lehrgedicht (um 515/510 v. Chr.) und begründete damit eine Literaturgattung, die in der Antike weit verbreitet war. Für ihn ist der Geist oder die Vernunft ein Organ der "Seinswahrnehmung". "Geistiges Wahrnehmen und Sein sind dasselbe". Parmenides machte das Sein zum Grundwort der Philosophie und die Philosophie in ihrem Kern zur Ontologie

[...] Als grundlegender Teil der Metaphysik hat die Ontologie die Aufgabe, die letzten Strukturen der Wirklichkeit aufzudecken [...] Wenn vielleicht der direkte Weg zur Wahrheit nicht über die Sprache führt, so bleibt sie dennoch für uns der Ausgangspunkt [...] Wesentlich ist dabei die Unterscheidung zwischen begrifflicher und überbegrifflicher Erkenntnis [...] die digitale Technologie ist selbst in erster Linie eine Weise des menschlichen Denkens, wie es dem Sein übereignet ist. Es gibt eine stufenweise Abstraktion vom natürlich Gegebenen zum Geometrischen (das noch ästhetisch, aber ortlos ist) und dann weiter zum Mathematisch-Arithmetischen (das weder ästhetisch noch verortet noch positioniert ist). Erst bei der zweiten Ablösung wird die Berechnung völlig vom natürlich Seienden befreit. Und es ist dieses abgelöste berechnende "Denken", das dann durch die digitale Technologie (die bereitgestellten Rechenmaschinen) ausgelagert und so selbständig gemacht wird [...]



Vgl. Parmenides, Fragmente, Lehrgedicht, Fragment B 3 (nach der Zählung Diels/Kranz: DK 28 B 3).

#2
Meshtastic ist eine quelloffene und netzunabhängige Funkanwendung auf Basis der LoRa-Funktechnik zur Übermittlung von kurzen, auch verschlüsselten Textnachrichten oder Daten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Meshtastic

Das Long Range Wide Area Network ermöglicht Kommunikation in Krisenzeiten. Völlig unabhängig von den gewohnten Providern und ohne Internet. In diesem Artikel schildere ich meinen Einstieg in die LoRa-Welt.
LoRa, Freifunk, Meshtastic, Meshcore
https://gnulinux.ch/lora-long-range-radio

MeshCore ist eine offene, selbstorganisierende Mesh-Netzwerklösung auf LoRa-Basis, ideal für dezentrale Kommunikation in Outdoor- und Off-Grid-Szenarien. Das System ermöglicht den Aufbau stabiler, sicherer und energieeffizienter Netzwerke ohne zentrale Infrastruktur, perfekt für Expeditionen, Survival, Fahrrad-Events und Notfallmanagement.
https://www.darc.de/der-club/distrikte/q/ortsverbaende/01/betrieb/meshcore/

https://de.wikipedia.org/wiki/MeshCore

#3
Eine Leiterplatte (Leiterkarte, Platine oder gedruckte Schaltung; englisch printed circuit board, PCB) ist ein Träger für elektronische Bauteile. Sie dient der mechanischen Befestigung und elektrischen Verbindung. Nahezu jedes elektronische Gerät enthält eine oder mehrere Leiterplatten. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Leiterplatte


Wo kann man Einzelplatinen herstellen lassen?
https://www.mikrocontroller.net/topic/431685

Prototyp-Leiterplatten für Elektronikprojekte ...
https://aisler.net/

https://pcbshopper.com/
#4
... Der Begriff "Geist der Zeit" (oft gleichbedeutend mit Zeitgeist) beschreibt das kollektive intellektuelle, kulturelle und moralische Klima einer Epoche. Er manifestiert sich durch prägende Geistesströmungen, die das Denken, Handeln und die Weltanschauung der Menschen in einer bestimmten historischen Phase definieren. ...

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Quote[...] Geist der Neuzeit (GdN) ist das 1935 erschienene letzte große Werk des bereits 80-jährigen Ferdinand Tönnies (1855–1936). In ihm unternimmt der Begründer der Soziologie in Deutschland es, den entscheidenden Umbruch vom europäischen Mittelalter zur weltumspannenden Neuzeit soziologisch-begrifflich zu bestimmen und im Einzelnen zu erschließen. ...

... Da Tönnies seit 1933 im Deutschen Reich wissenschaftlich eigentlich gar nicht mehr publizieren konnte, war es ein besonderer Glücksfall, dass ein Antiquar und Kleinverleger wie Hans Buske in Leipzig es wagte, das Buch des von den Nazis entlassenen Professors Tönnies zu veröffentlichen. Wirkungsgeschichtlich war dies aber auch ein Unglück, dass gerade diese bedeutende Studie Tönnies' 1935 von den wenigsten Bibliotheken angeschafft wurde, fast völlig unter Ausschluss der Öffentlichkeit erschien und nicht rezensiert wurde. Erst 1971 schloss die eingehende Studie von Georg Jacoby zur ,,modernen Gesellschaft" diese Rezeptionslücke. Seit 1998 steht der ,,Geist der Neuzeit" nunmehr im Rahmen der kritischen Gesamtausgabe der Wissenschaft zur Verfügung.

...


Aus: "Geist der Neuzeit" (16. April 2026)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Geist_der_Neuzeit

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Quote[...] Es wird viel gesprochen von der Schnelllebigkeit. Was heute modern ist, gilt morgen als veraltet. Gestern Pferdekutsche, heute Autos, die zweihundert Kilometer in der Stunde fahren, gestern noch erdverhaftet, heute Menschen auf dem Mond, gestern Kopfrechnen, heute alles digitaL Heute in, morgen out. TV und PC und Navi sind faszinierende Wunderwerke der Technik, sie haben neue Welten eröffnet. ... Die Welt ist im Umbruch. In diesem Wort stecken zwei Wörter: "um", also wenden, umwenden, und "Bruch", da bricht etwas auseinander. ... Die traditionalistischen Piusbrüder erfüllen nicht den Auftrag Christi, weil sie Feind jeder Reform sind. Sie lehnen das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) ab, obwohl dies gültiges Konzil der katholischen Kirche ist. Das Konzil von Trient (1545-1563) wollen sie dagegen für immer festschreiben. Trient war gut und dringend notwendig für seine Zeit, die nachreformatorische Zeit. Aber es war schon die Frucht vieler Entwicklungen und Umbrüche in der Kirche. Konzilien waren immer eine Reaktion auf die Entwicklung der Zeit und auf die Entwicklung in der Kirche. Bei der Piusbruderschaft frage ich mich: Wollen sie "zurück in die Zukunft", oder wollen sie "vorwärts in die Vergangenheit"? ...


Aus: "Kirche in der Welt" von Helmut Reichelstein (16.10.2011)

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Quote[...] Der Begriff Geistesgeschichte kombiniert die Wörter Geist (bezogen auf den metaphysischen, geistigen, intellektuellen Bereich) und Geschichte (bezogen auf die Entstehung, Überlieferung und Entwicklung geistiger Auffassungen und aus ihnen entstandener kultureller Gebilde). Die Übersetzung in andere Sprachen ist schwierig: Im Englischen gibt es sie nur als deutsches Fremdwort, intellectual history oder history of ideas kommen am nächsten, im Französischen histoire intellectuelle oder histoire des idées ...

Geistesgeschichte bezeichnet in der deutschen Tradition ein methodisches Vorgehen in den Geisteswissenschaften, also jenen Wissenschaften, welche sich mit der Entstehung, Gestaltung, Überlieferung und Wirkung von geistigen Vorstellungen (Ideen) und Strömungen oder Epochen befassen, inklusive ihrer Manifestierungen in kulturellen Gebilden. Dazu zählen insbesondere die Religionsgeschichte, Philosophiegeschichte, Literaturgeschichte, Kunstgeschichte und Wissenschaftsgeschichte. Viele geistesgeschichtliche Fragestellungen betreffen dabei mehrere dieser Teildisziplinen ...

Als Vorläufer des Begriffs Weltanschauung und für die Geistesgeschichte ebenfalls wichtiger Begriff kann der Zeitgeist gelten. Er bedeutet den geistigen Zustand (nicht: Geisteszustand!) eines bestimmten Zeitraums oder einer ganzen Epoche, das heißt deren intellektuelles und kulturelles ,,Klima". Eingeführt wurde er von Johann Gottfried Herder 1769 (in einer Besprechung des Werks Genius seculi von Christian Adolph Klotz) und von der deutschen Romantik übernommen (die ihn als Wesenseigenschaft eines Zeitalters betrachtete, nicht als allgemeine Beschreibung); am bekanntesten ist er aus Hegels Philosophie der Geschichte.

... Ab den 1960er Jahren wurden sowohl die geistesgeschichtliche wie die werkimmanente Methode zunehmend als idealistisch bis weltfremd kritisiert, zunächst vom Ansatz einer Sozialgeschichte der Literatur, dann auch von der Mentalitätsgeschichte und der historischen Anthropologie. Erstere betonte: Literatur sei weniger von geistigen Strömungen und ewigen Ideen als von sozialhistorischen Prozessen bestimmt (v. a. der Emanzipation des Bürgertums und seiner ideologischen Vorbereitung, in deren Rahmen auch Literatur gehöre). Ergänzt wurde dieser Ansatz von der Mentalitätsgeschichte, während die historische Anthropologie ein Bild vom historischen Menschen zu erstellen versuchte, für das die Integration seiner Körperlichkeit konstitutiv sei (explizit gegen Abstraktionen der Geistesgeschichte gerichtet bei Odo Marquard 1973): Wie waren physische Befindlichkeit, sinnliche Triebbedingtheit (Sexualität) und emotionale Bedürfnisse der historischen Menschen? Wie äußerten diese selbst sich dazu? Wie ist beides heute zu verstehen?

Interessanterweise war gerade die Epoche der Aufklärung Hauptinteressengebiet sowohl der Geistesgeschichte wie der Sozialgeschichte und der historischen Anthropologie.

...


Aus: "Geistesgeschichte" (25. April 2026)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Geistesgeschichte

#5
Die Volksrepublik China ... Nach Gesamtfläche (Land und Wasser) ist China mit 9.596.960 km² der viertgrößte und nach Landfläche mit 9.326.410 km² der drittgrößte Staat der Welt. ... Dort lebten im Jahr 2021 nach Angaben des Nationalen Statistikamtes 1.412.600.000 Einwohner. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Volksrepublik_China

https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturrevolution

https://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_System_der_Volksrepublik_China

https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Chinas

https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte_in_der_Volksrepublik_China

https://de.wikipedia.org/wiki/Zensur_in_der_Volksrepublik_China

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#6
Quote[...] Wohnen in Deutschland ist zu teuer. Gerade Junge, Alte und Menschen mit Behinderung können sich die Mieten oft nicht mehr leisten. ...

Berlin – Wer in Deutschland eine Wohnung sucht, hat es heute nicht leicht. Gerade für sozial benachteiligte Personen gestaltet sich der Weg zu bezahlbarem Wohnraum als besonders schwierig, wie aus der Studie ,,Sozialer-Wohn-Monitor" hervorgeht. Das Pestel Institut hat im Auftrag des Verbändebündnisses ,,Sozialer Wohnen" errechnet, dass in Deutschland rund 1,4 Millionen Wohnungen fehlen. Dieser Rekordmangel habe bereits Ende 2024 in den Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands bestanden.

...


Aus: ",,Stadtvertreibung" droht: Wohnungsnot in Deutschland – es fehlen Millionen Wohnungen" Nils Thomas Hinsberger (19.01.2026)
Quelle: https://www.fr.de/wirtschaft/stadtvertreibung-droht-in-deutschland-fehlen-millionen-wohnungen-zr-94128642.html

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"Das sind die "Verlierer auf dem Wohnungsmarkt" (16.01.2026)
Die Wohnungssuche hat sich in vielen Regionen zu einem Albtraum entwickelt, Besserung ist nicht in Sicht. Nach einer Studie des Pestel-Instituts behindert der Wohnungsmangel den Weg aus der Wirtschaftskrise.
Der Wohnungsmangel in Deutschland hat nach Einschätzung des Pestel-Instituts bereits Ende 2024 einen Rekordwert erreicht: Bundesweit fehlen 1,4 Millionen Wohnungen. Besserung in den nächsten Jahren ist der Studie zufolge nicht in Sicht, wie Pestel-Chefökonom Matthias Günther in Berlin sagte. ...
https://www.t-online.de/finanzen/ratgeber/immobilien/id_101083950/wohnungsnot-in-deutschland-rentner-und-junge-menschen-werden-vertrieben.html

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"Mieten in Großstädten steigen in zehn Jahren um 43 Prozent" (06.04.2026)
Trotz der Mietpreisbremse klettern die Angebotsmieten in deutschen Metropolen dynamisch in die Höhe. Den höchsten Zuwachs verzeichnet Berlin. In anderen Städten ist es aber noch teurer. ... Trotz Mietpreisbremse müssen Wohnungssuchende in Großstädten heute im Schnitt 43 Prozent mehr zahlen als vor zehn Jahren. In Berlin sind es sogar 69 Prozent mehr – der höchste Zuwachs bundesweit. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Caren Lay hervor. Das Bauministerium bezieht sich dabei auf Angebotsmieten ohne Nebenkosten von im Internet inserierten Wohnungen in 14 Großstädten. Demnach stieg die geforderte Kaltmiete in Berlin von 9,02 Euro je Quadratmeter im Jahr 2016 auf 15,25 Euro im vergangenen Jahr. ...
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wohnungsnot-mieten-in-grossstaedten-steigen-in-zehn-jahren-um-43-prozent/100214713.html


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"Wohnungsnot als Geschäftsmodell" (24. April 2026)
Über eine Million Menschen wohnungslos, 1,9 Millionen Wohnungen leer und Investmentfonds mit Rekordrenditen. Das ist kein Widerspruch, sondern die Logik eines Marktes, der Wohnen als Finanzprodukt behandelt. Eine Analyse des Systems dahinter.
https://denkstrom.org/artikel/immobilienspekulation-wohnungskrise-deutschland/

https://denkstrom.org/ueber-uns/

#7
Als Schrottimmobilie wird umgangssprachlich eine Immobilie mit nicht vorhandenem Geldwert und fehlender Verwertungsmöglichkeit bezeichnet. ... Der Bundesgerichtshof hat mehrere Entscheidungen erlassen, die unter der Bezeichnung ,,Schrottimmobilien" geführt werden. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Schrottimmobilie

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Quote[...] In die Degag investierten auch 4500 Privatanleger, die der Gesellschaft fast 300 Millionen Euro geliehen hatten. Ende 2024 stellte die Gruppe Zahlungen an die Anleger ein. Im Januar 2025 meldete er für die Dachholding und weitere Degag-Firmen Insolvenz an. Laut dem Insolvenzverwalter ist der Konzern mit bis zu 1,1 Milliarden Euro überschuldet. Den Privatanlegern droht der Totalverlust. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen mehrere ehemalige Führungskräfte.

Investiert wurden die Gelder in eigentliche Schrottimmobilien, etwa in Castrop-Rauxel, Gelsenkirchen und Gross Schacksdorf-Simmersdorf an der polnischen Grenze. In TV-Reportagen wurde über unhaltbare Zustände für Mieter berichtet: verschimmelte Wohnungen, Müll vor den Häusern, Prostitution und Ratten – Ein Immobilienportfolio des Grauens. ...


Aus: "Julius Bär finanzierte Schrottimmobilien in Deutschland" Beat Schmid (13. Oktober 2025)
Quelle: https://www.tippinpoint.ch/artikel/78349/julius_baer_finanzierte_schrottimmobilien_in_deutschland.html

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Quote[...] Wohnraum fehlt in Deutschland fast überall. Gleichzeitig verfallen in vielen Städten Häuser in bester Lage, weil die Eigentümer sich nicht darum kümmern. Das Problem war heute auch Thema im Bundestag.

Die Innenstadt von Landau in der Pfalz hat den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden. In der Fußgängerzone wechseln sich Filialen großer Ketten und inhabergeführte Boutiquen ab, eine Pâtisserie verkauft in einem sanierten Altbau Törtchen und Pralinen. Schräg gegenüber: ein Eckhaus mit stark beschädigter Fassade. Das Haus ist eingerüstet und mit einem Bauzaun abgesperrt. Daran hängen Banner, eines von ihnen trägt die Aufschrift "Eigentum verpflichtet". Aufhängen lassen hat sie der Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU): "Das ist ein schwerer Schaden für die Stadt, wenn solche schönen Gebäude so verfallen." Nicht nur ästhetisch sei das problematisch - es stünden auch unnötig Wohnungen leer.

In der Innenstadt von Landau gibt es mehrere solcher Immobilien. Zwei Häuser neben dem sanierungsbedürftigen Eckhaus steht ein Gebäude, dessen Rückwand kürzlich eingestürzt ist. Auch hier musste die Stadt einen Teil des Gehwegs absperren - zur Sicherheit, falls Gebäudeteile herabfallen.

"Das ist ein unhaltbarer Zustand", sagt Geißler, "dass wir als Stadt hier erstmal sichern und alles vorfinanzieren müssen und dann gucken müssen, dass wir das Geld vom Eigentümer wiederbekommen." Gegen solchen Verfall vorzugehen sei schwer. "Ich kann zwar Baugebote oder Instandsetzungen verhängen, aber das dauert zu lange, weil die Eigentümer bei jeder Maßnahme vor Gericht ziehen."

Das marode Eckhaus solle jetzt zwar in einen "allgemeinwohlkonformen Zustand" gesetzt werden - dafür hat die Eigentümerin aber nach Angaben von Dominik Geißler sieben Jahre Zeit bekommen. "Ob hier dann aber überhaupt noch was steht, weiß aber keiner."

Der Bundestag hat heute über das Thema "Schrottimmobilien" debattiert. Grüne und Linke haben jeweils einen Antrag eingebracht. Beide wollen bessere Informationen für Kommunen, welche Handhabe sie gegen problematische Immobilien haben. Die Grünen fokussieren sich in ihrem Antrag darauf, dass Städte und Gemeinden leichter und günstiger Gebäude kaufen können. Doch das hilft nur, wenn die Eigentümer auch verkaufen wollen. Die Linke geht in ihrem Antrag weiter und fordert, auch Enteignungen für verwahrloste Immobilien zu ermöglichen.

Die vorhandenen Regelungen geben den Kommunen wenig Handhabe, sagt ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam: "Die bisherigen Instrumente sind oft so eine Art zahnloser Tiger." Rechtlich wäre es in gewissen Grenzen möglich, den Kommunen die Übernahme solcher Immobilien leichter zu machen, sagt Bräutigam - und schränkt ein: "Allerdings: So was wird immer Geld kosten und Klagen dagegen wird es auch weiterhin geben."

Die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD verwiesen in der Debatte im Bundestag darauf, dass die Regierung bereits an einer Novelle des Baugesetzbuchs arbeite, um die Probleme zu lösen. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung heißt es dazu, man wolle das Vorkaufsrecht für Kommunen bei Schrottimmobilien stärken.

In Andernach bei Koblenz ist deutlich sichtbar, was passiert, wenn ein Gebäude jahrelang verwahrlost: Der Eigentümer eines denkmalgeschützten Hauses direkt hinter dem historischen Rheintor hat seine Immobilie so lange verfallen lassen, bis sie abbruchreif war. Gerade werden die Obergeschosse abgetragen, die Straße ist derzeit nicht passierbar, die Kreuzung, an der das Haus steht, ist abgesperrt. Das Erdgeschoss des Gebäudes muss aus Denkmalschutzgründen stehen bleiben.

Bei einer anderen schrottreifen Immobilie hat die Stadt entschlossen, sie selbst zu kaufen. Das ehemalige "Bürgermeisterhaus" steht in Sichtweite des Runden Turms, Wahrzeichen von Andernach. "Hier hat der Stadtrat entschlossen, das Gebäude zu kaufen. Wir wollen den gesamten Bereich entwickeln, mit dem Bürgermeisterhaus in der Mitte", sagt Andernachs Oberbürgermeister Christian Greiner (FWG).

Denn die Gelegenheit war günstig: Die Eigentümer waren bereit, zu verkaufen und sind sich mit der Stadt einig geworden. Das funktioniert nicht immer: Viele wollen ihre Immobilien gar nicht verkaufen - oder nur zu einem viel zu hohen Preis. Und es könne keine grundsätzliche Lösung sein, dass die Stadt verfallene Immobilien selbst kaufe, um das Stadtbild zu erhalten. "Unsere Kernaufgabe als Kommune ist es, unsere kommunalen Immobilien in Schuss zu halten. Das sind Kitas oder Schulen oder die Volkshochschule", sagt Christian Greiner. "Wir können nicht als der große Aufkäufer von Immobilien fungieren. Das geht mal partiell, aber in der Masse übersteigt das die Möglichkeiten einer Kommune."

Die beiden Oberbürgermeister in Landau und Andernach sind sich einig: Sie würden sich am liebsten gar nicht einmischen müssen, wenn es um die Immobilien in ihrer Stadt geht - weil die von ihren Eigentümern gut in Schuss gehalten werden.


Aus: "Was tun gegen "Schrottimmobilien"?" Teresa Peters, SWR (16.01.2026)
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/schrottimmobilien-bundestag-100.html

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Wenn Horstmann und seine Kollegen besonders viel erreichen, dann gelingt es ihnen, die Eigentümer so weit zu zermürben, dass sie ihr Schrotthaus der Stadt verkaufen. Ist das Gebäude arg ramponiert, wird es abgerissen – auf Staatskosten. Die Gewinne, die das Geschäftsmodell abwirft, fließen in private Hände. Die Kosten werden sozialisiert.

Quote[...] Männer wie der »Slum-Lord« errichten Imperien aus verfallenen Mietshäusern, bereichern sich an den Ärmsten, nehmen den Staat aus. Und Markus Horstmann zieht los.

Vor der grell erleuchteten Polizeiwache Süd in Gelsenkirchen machen sich 22 Männer und Frauen für ihren Einsatz bereit. Sie befestigen ihre Funkgeräte und spannen Listen in Klemmbretter ein, eng bedruckt mit Namen und Adressen. Sie stehen in einem großen Kreis, einige haben Warnwesten dabei, andere tragen Uniform: Polizisten, Beamte der städtischen Ordnungsbehörde und der Wohnungsaufsicht, Mitarbeiter des Jobcenters und des Energieversorgers. Es ist ein Mittwoch im Frühling, halb sieben Uhr früh, die Stadt liegt noch im Morgengrauen.

Der Einsatzleiter zählt die Orte auf, die heute abgeklappert werden sollen: ein Mehrfamilienhaus in der Ringstraße. Ein weiteres großes Wohngebäude im Stadtteil Rotthausen. Und zwei, drei kleinere Objekte. Den Bewohnern dieser Häuser wolle man an diesem Morgen einen »Überraschungsbesuch« abstatten, sagt der Einsatzleiter. »Schön, wir starten!«

Erste Station: das Haus an der Ringstraße, ein Eckgebäude mit schmutziger Fassade, direkt neben einer sechsspurigen Straße. Einige Fensterscheiben sind mit Fetzen von Packpapier verklebt. Der Hauseingang steht offen, das Türschloss ist kaputt.

Die Beamten zwängen sich durch den schmalen Hausflur. Im Treppenhaus: ein Kinderfahrrad, eine alte Mikrowelle, auf dem Boden Zigarettenkippen und eine Babywindel. Auf dem Treppengeländer trocknet Wäsche. »Und, Kakerlaken?«, fragt einer der Polizisten. Vor Monaten habe er dieses Haus schon einmal kontrolliert, erzählt er. Die Schule, auf die ein Kind aus diesem Haus gehe, habe sich damals an die Behörden gewandt: Aus dem Ranzen des Kindes sei Ungeziefer gekrabbelt – ob die Beamten sich das Wohnhaus nicht mal genauer anschauen könnten.

Die Kontrolleure, ausgestattet mit Klemmbrett und Kuli, klopfen jetzt an jede Wohnungstür. Dort, wo ihnen geöffnet wird, lassen sie sich Pässe und Geburtsurkunden zeigen. Die Beamten spulen die üblichen Fragen ab:

Beziehen die Bewohner Bürger- oder Kindergeld?
Falls ja, können sie Nachweise vorlegen, dass sie darauf auch ein Anrecht haben?
Sind die Wohnungen überbelegt?
Sind Heizungen, Fenster und Türen intakt?
Gibt es warmes Wasser?
Überhaupt fließendes Wasser?
Die wichtigste Frage steht auf keinem Notizzettel: Wieso kümmert sich kein Hauseigentümer um diese Mieter?

Was hier geschieht, ist ein Versuch. Der Staat versucht, die öffentliche Ordnung wiederherzustellen, sich stark zu zeigen, entschieden und unmissverständlich. Der Staat versucht, seine Regeln durchzusetzen, die in manchen Gegenden Gelsenkirchens verloren gegangen sind, dieser kleinen Großstadt mit 271.000 Einwohnern inmitten des Ruhrgebiets, in der viele Menschen gelernt haben, sich irgendwie durchzuschlagen, ohne nach Regeln zu fragen.

Nach einer Viertelstunde sind einige Beamte im Dachgeschoss des Hauses angelangt. »Guckt mal, hier oben!«, ruft ein Polizist. Seine Kollegen stapfen hinauf, Glasscherben knirschen unter ihren Schuhsohlen. In einer Kammer unter der Dachschräge stehen zwei Stühle, daneben lehnt ein Besen, Haarbüschel liegen auf dem Boden. An der Wand hängt ein Spiegel. »Ein illegaler Friseursalon«, sagt der Polizist.

Draußen vor dem Haus steht ein Mann in einem Holzfällerhemd, der oft dabei ist, wenn es darum geht, Missständen auf die Spur zu kommen. Er hat sich einen Zigarillo angesteckt, trägt eine Kappe und ein Lenin-Bärtchen, stemmt die Fäuste in die Hüfte und verfolgt den Einsatz mit der Gelassenheit eines Routiniers, der schon viel gesehen und viel gehört hat. Wenn er mit seiner aufgerauten Stimme zu einem seiner Kollegen »Hömma« sagt, klingt das manchmal wie ein Befehl, manchmal wie eine robust verpackte Liebenswürdigkeit.

66 Jahre alt ist Markus Horstmann, ein Stadtplaner, in der Gelsenkirchener Stadtverwaltung leitet er die Abteilung Wohnungswesen. Vor 13 Jahren fing er an, sich um all die heruntergekommenen Gebäude zu kümmern, in denen Menschen einquartiert werden, die aus Bulgarien und Rumänien ins Ruhrgebiet einwandern, die meisten von ihnen Roma. Im Amtsjargon heißen solche Gebäude Problemimmobilien, aber Horstmann macht sich nichts aus dem Behördendeutsch. »Siff-Buden« nennt er die schlimmsten dieser Häuser. Er hat vermüllte Hinterhöfe und Keller besichtigt, und er kann den fauligen Geruch organischen Abfalls von dem beißenden Gestank unterscheiden, den Rattenkot verursacht.

Horstmann war einer der Ersten, die sich des Problems mit den Schrotthäusern angenommen haben. Auf der grellgelben Weste, die er an diesem Morgen trägt, steht »Wohnungsaufsicht«. So fasst er seinen Job auf: »Ich bin hier die Wohnungsaufsicht«, sagt er. In dieser Verallgemeinerung klingt es übertrieben, aber es steckt viel Wahrheit darin. Vor Jahren schon hat er im Computer umfangreiche Dateien angelegt, in denen all die Gelsenkirchener Schrotthäuser verzeichnet sind, derzeit sind es 485. Auf Karten des Stadtgebiets hat er mit einem Filzstift eingezeichnet, wo die desolaten Wohnquartiere liegen. Niemand in der Stadtverwaltung kennt sich besser damit aus.

In all den Jahren hat Horstmann begriffen: Das Problem, dem er gegenübersteht, lässt sich nicht mit ein paar Kontrollgängen beheben, auch nicht mit hundert oder tausend Kontrollen. Es reicht weit über den Zustand der Häuser und das Verhalten ihrer Bewohner hinaus. Es führt zu Amtsgerichten, in denen dubiose Geschäftemacher auf die Versteigerung von Immobilien lauern. Zu Behörden, die von der Raffinesse dieser Leute oft überfordert sind. Zu Staatsanwälten, die nicht einschreiten. Und zu Immobilienlobbyisten, denen der Schutz des Eigentums wichtiger ist als das Wohl der Allgemeinheit. Letztlich gelangt man zu der Frage, die über allem steht: Wie kann es dem Staat gelingen, die Macht zurückzugewinnen?

Das erste Schrotthaus betrat Markus Horstmann im Jahr 2013. Halfmannsweg 2, die Adresse weiß er noch immer auswendig. Das Eckgebäude, in dem es mal eine Kneipe namens Glückauf-Keller gab, hatte länger leer gestanden. Irgendwann fingen Nachbarn an, sich bei der Stadt zu beschweren: Da seien wahnsinnig viele Leute eingezogen, überall liege Unrat herum. Die Stadtreinigung kam und stellte mehr Mülltonnen auf. Wenig später quollen auch diese über. Schließlich schaute sich Horstmann die Sache an.

Seither hat er Hunderte Häuser kontrolliert: solche mit schimmeligen Wänden, mit rissigen Mauern, mit löchrigen Dächern. Einmal, in einem Gebäude mit maroden Wasserrohren, sei ihm im Treppenhaus ein Schwall entgegengekommen, sagt er. »Ich dachte, ich steh im Wasserfall.« Weder die Bewohner noch der Vermieter hätten sich bemüht, den Rohrbruch zu beheben.

Ein anderes Mal, Horstmann war mit einem Kollegen der Bauaufsicht unterwegs, musste er das Haus, das er kontrollieren wollte, fluchtartig verlassen. Der Kollege hatte Mängel in der Statik des Gebäudes entdeckt und fürchtete, es könne jederzeit zusammenbrechen.

Horstmann hat Häuser gesehen, in denen monatelang der Strom abgestellt war, in denen Familien mit kleinen Kindern bei Minusgraden ohne Heizung und Warmwasser lebten, in denen es keine Schlafzimmer, sondern Matratzenlager gab. In manchen Gebäuden stehen Arbeitsschuhe vor den Wohnungstüren, dort verdienen die Bewohner ihr eigenes Geld, etwa auf dem Bau oder als Paketzusteller. In anderen, sagt Horstmann, leben sämtliche Bewohner von Sozialleistungen.

Bis heute gehen seinen Einsätzen fast immer Beschwerden aus der Nachbarschaft voraus – etwa über den Lärm, der entsteht, wenn in einer Dreizimmerwohnung nicht vier, sondern vierzehn Leute untergebracht sind. Oder über die Kinder, die bis spät in die Nacht auf der Straße herumtoben. Die Beschwerden richten sich also meist gegen die Menschen, die in den Schrotthäusern wohnen.

Um diejenigen, denen die Häuser gehören, geht es seltener. Dabei wäre es entscheidend, ihnen auf die Spur zu kommen, denn ihr Handeln hat System, weit über Gelsenkirchen hinaus. Schrotthäuser gibt es in Duisburg und in Essen, in Herne, Hagen und anderen Städten des Ruhrgebiets. Aber auch in Köln und Bremerhaven, in Berlin und Hamburg. Es ist überall das Gleiche: Die Eigentümer der Immobilien locken Menschen aus Rumänien und Bulgarien nach Deutschland und bieten ihnen Schlafplätze in heruntergekommenen, völlig überteuerten Wohnungen an, weil sie wissen, dass der Staat für die Miete aufkommt.

Markus Horstmann erzählt, in einem Haus, das er kontrollierte, hätten ausschließlich Leute gewohnt, die aus demselben Dorf in Rumänien stammten. Ein anderes Gebäude sei komplett belegt gewesen mit Mietern aus Stolipinovo, einem Slum am Rande der bulgarischen Stadt Plovdiv, in dem vor allem Roma leben. Dort hätten manche Eigentümer der Gammelhäuser Flugblätter verteilen lassen, Reklame für einen Umzug nach Gelsenkirchen. Andere Vermieter hätten regelrechte Anwerbekampagnen auf TikTok gestartet.

Möchte er wissen, wem ein Schrotthaus gehört, schaut Horstmann ins Grundbuch. Hat er Glück, ist dort nur eine einzige Person oder eine einzige Firma als Eigentümer eingetragen. Hat er Pech, dann ist das Haus in Eigentumswohnungen unterteilt, die verschiedenen Leuten oder verschiedenen Firmen gehören. Das macht die Recherche langwieriger.

Hinter den meist türkischen oder arabischen Familiennamen, die in den Grundbüchern verzeichnet sind, stecken Menschen, die selten in Erscheinung treten. Auf Briefe der Stadt reagieren sie nicht und lassen sich in Gelsenkirchen selten blicken. Manche von ihnen wechseln ständig die Wohn- und Geschäftsadressen, andere haben sich ins Ausland verzogen, in die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei, den Libanon, die Niederlande oder nach Israel. Einige dieser Eigentümer ändern sogar ihre Namen. Wieder andere lassen sich von Strohleuten vertreten, die den Papierkram mit den Behörden erledigen, den Mietern Termine beim Jobcenter, Urkunden, Bankkonten und Karten für Geldautomaten beschaffen, formal aber Geschäftsführer einer Immobilienfirma sind. Die Strohleute wiederum greifen manchmal auf Gehilfen zurück, die in den Schrotthäusern das Kommando führen, vor Wohnungen aufkreuzen und die Miete bar kassieren.

Horstmann steht vor einem Dickicht aus Firmen und Hauseigentümern, das er bis heute nicht wirklich durchschaut. Verbirgt sich hinter den Schrotthäusern ein Netzwerk der organisierten Kriminalität? Danach sieht es aus, aber das bleibt im Dunklen.

Gelingt es Markus Horstmann, Eigentümer zu ermitteln, versucht er, »diese Leute zu quälen«, wie er sagt. Ein kaputtes Dach, durch das Regenwasser ins Haus sickert? Da kann er mit dem Baurecht drohen oder mit dem Ordnungsrecht. Manchmal gelingt es ihm sogar, »die Bude leer zu ziehen« und die Mieter auszuquartieren, sodass den Eigentümern viel Geld entgeht. Aber einschreiten dürfen die Behörden nur, wenn die Zustände derart katastrophal sind, dass Wohnungen geräumt und Hauseingänge zugemauert werden müssen. Sind die Missstände weniger drastisch, kann Horstmann wenig tun.

Selbst wenn die Stadt ein Bußgeld verhängt, heißt das noch nicht, dass sie es auch eintreiben kann. Ziemlich oft behaupten Eigentümer, zahlungsunfähig zu sein. Diese komplizierten Fälle werden dann unerledigt zur Seite gelegt.

Horstmann ist kein Strafverfolger, er kann andere Behörden bloß um Mithilfe bitten, aber selbst kein Ermittlungsverfahren einleiten. Oft, etwa wenn er vom Jobcenter eine Auskunft braucht, scheitert er am Datenschutz. Und fast nie ist er bei den Ermittlungsbehörden jemandem begegnet, der das Fachwissen besitzt, um das betriebswirtschaftliche Konstrukt der Schrotthaus-Eigentümer zu ergründen.

Seit er für die Stadt Gelsenkirchen arbeitet, hat er nie erlebt, dass Staatsanwälte gegen einen der Eigentümer aus dem Gelsenkirchener Schrotthaus-Milieu ermittelten. Das wäre auch schwierig. Denn wer ein Haus verwahrlosen lässt, begeht vielleicht ein paar Ordnungswidrigkeiten, aber in der Regel keine Straftat. Solange von Schrottimmobilien keine Gefahr ausgeht und kein Passant von einem herabfallenden Dachziegel getroffen wird, mischt sich die Justiz nicht ein. Und selbst wenn es zu einem Gerichtsprozess gegen einen der Eigentümer käme, fiele die Strafe vermutlich so lapidar aus, dass sich die Hinterleute darüber amüsieren würden.

Horstmann hat sich in einen Kampf um die öffentliche Ordnung gestürzt, bei dem er bald zu zweifeln begann, ob er ihn jemals werde gewinnen können. Weiß er nicht weiter, weil er die katastrophalen Zustände in einem Mehrfamilienhaus mit den Mitteln des Rechtsstaates nicht in den Griff bekommt, dann sagt er: »Diese Bude ist erst mal austherapiert.« Nichts zu machen, abwarten.

Es ist nicht einfach, Horstmanns Geduld übermäßig zu strapazieren, aber je mehr »Austherapierte« auf seiner Liste standen, umso öfter fragte er sich: Gilt in den »Siff-Buden« nicht die Verfassung? Handelt es sich um rechtsfreie Räume?

Im Grundgesetz der Bundesrepublik steht: »Eigentum verpflichtet.« Gemeint ist, dass Eigentum nicht nur private Freiheiten eröffnet. Damit geht auch Verantwortung für das Wohl der Allgemeinheit einher. Schon in der Verfassung der Weimarer Republik tauchte der Satz mit der Verpflichtung auf – eine Reaktion auf den zügellosen Kapitalismus der Industrialisierung und eine Mahnung, das persönliche Profitstreben zurückzudrängen.

»Eigentum verpflichtet.« Darüber hat Markus Horstmann eine Weile nachgedacht. »Da ist der Staat ganz schwach«, sagt er. Denn in der Verfassung ist noch etwas anderes festgeschrieben: der Schutz des Eigentums vor dem Zugriff des Staates. Läuft man durch Gelsenkirchen, fragt man sich, ob der Staat bereit ist, zwischen verantwortungsvollen und verantwortungslosen Eigentümern zu unterscheiden.

Allein dieser unschuldig klingende Begriff: Eigentümer. Da stellt man sich unauffällige Menschen vor, die in mühsam abbezahlten Einfamilienhäusern leben, ihre Gärten pflegen und pünktlich die Grundsteuer überweisen. Markus Horstmann jedoch stößt auf ganz andere Eigentümer: solche, die in teuren Geländewagen oder in schweren Limousinen mit getönten Scheiben vorfahren, um Zuwanderer in viel zu kleinen Wohnungen einzuquartieren. »Hubraum statt Wohnraum«, sagt er.

Die Vermieter bevorzugen Roma aus Bulgarien und Rumänien, weil die oft einen Ausweg aus dem Elend in der Heimat suchen und es für sie als EU-Ausländer relativ einfach ist, sich in Deutschland anzusiedeln und Sozialleistungen zu beziehen. Zumindest solange sie einen Job nachweisen können – und sei es nur ein Scheinjob. Frisierte oder gefälschte Arbeitsverträge vermitteln die Handlanger der Eigentümer auch, vieles haben sie im Angebot. Ihnen sind kinderreiche Familien besonders lieb, weil dann die Bedarfsgemeinschaft, der das Jobcenter die Miete zahlt, größer ist. Je mehr Menschen sie unterbringen, desto mehr Geld bekommen sie vom Staat.

Jemand aus dem Ausland, der ungelernt ist oder schlecht ausgebildet, käme niemals auf die Idee, sich ernsthaft nach einem Job in Gelsenkirchen umzuschauen, der bundesweit ärmsten Stadt mit der höchsten Arbeitslosenquote – 15 Prozent. Aber jemand, der sich von Schrotthaus-Vermittlern eine ramponierte Wohnung zuschanzen lässt und für die Finanzierung seines Lebens einen zuverlässigen Sozialstaat braucht, der ist in Gelsenkirchen richtig.

Hier, wo viele Häuser leer stehen, zahlt man für eine Wohnung durchschnittlich fünf bis sechs Euro Kaltmiete pro Quadratmeter – allerdings für eine intakte Wohnung. Die Eigentümer der Schrotthäuser verlangen im Extremfall bis zu acht Euro. Normalerweise ist Eigentümern daran gelegen, den Wert ihrer Immobilie zu erhalten, im besten Fall zu steigern. Bei den Schrotthäusern jedoch schadet die Entwertung den Eigentümern nicht, weil der Verfall die Rendite nicht bedroht.

Auf diese Weise ist ein Geschäftsmodell entstanden, das am besten in Städten funktioniert, in denen ungewöhnlich viele Gebäude leer stehen und man ein Schrotthaus mit acht Wohnungen für gerade mal 200.000 Euro kaufen kann.

Wenn Horstmann und seine Kollegen besonders viel erreichen, dann gelingt es ihnen, die Eigentümer so weit zu zermürben, dass sie ihr Schrotthaus der Stadt verkaufen. Ist das Gebäude arg ramponiert, wird es abgerissen – auf Staatskosten. Die Gewinne, die das Geschäftsmodell abwirft, fließen in private Hände. Die Kosten werden sozialisiert.

So wird der Geist der Verfassung in sein Gegenteil verkehrt: Eigentum entpflichtet. Wohnhäuser verrotten und ziehen das Leben in der Nachbarschaft, auch den Wert anderer Gebäude, in Mitleidenschaft. Und die Eigentümer werden am Ende mit dem Geld der Allgemeinheit entschädigt.

In dem Haus in der Ringstraße eilen die Polizisten die Treppe hinunter und sammeln sich vor der Tür, die Kontrolle ist hier beendet. Horstmann und der Einsatzleiter von der städtischen Ordnungsbehörde ziehen Bilanz: vier Fälle von Sozialleistungsbetrug, ein Fall von Schwarzarbeit. Als Nächstes steuert die Truppe den Stadtteil Rotthausen an. Auf den Klingelschildern des Mietshauses dort stehen rumänische Namen, im Hausflur liegt ungeöffnete Post: Briefe des Jobcenters, Mahnungen von Inkassounternehmen.

Während seine Kollegen an den Wohnungstüren die Personalien der Mieter prüfen, steht Horstmann mit dem Einsatzleiter unten vor der Haustür. Sie blättern durch die Listen, auf denen die Namen der Mieter verzeichnet sind, samt ihrer früheren Meldeadressen. »Guck mal hier, Krümmede 3 in Bochum«, sagt Horstmann. Der Einsatzleiter lacht. Krümmede 3 ist die Anschrift eines Gefängnisses.

Da stiefelt ein Mädchen mit einem hellblauen Schulranzen aus dem Hauseingang.
»Wer bist du?«, fragt der Einsatzleiter.
»Sofia«, sagt das Mädchen.
»Wie alt bist du?«

Das Mädchen streckt ihm alle Finger der linken und Daumen und Zeigefinger der rechten Hand entgegen.
»Sieben Jahre?« Der Einsatzleiter guckt auf die Uhr, es ist kurz vor neun. »Dann musst du längst in der Schule sein!«
Das Mädchen zuckt mit den Schultern.
Die Gelsenkirchener Schulen klagen seit Jahren über eine wachsende Zahl von Kindern, die immer wieder die Schule schwänzen. Die allermeisten stammen aus Roma-Familien.

Vor einer Wohnungstür in der Bromberger Straße in Gelsenkirchen-Rotthausen stehen an einem anderen Tag zwei junge Frauen und klingeln. Eine von ihnen heißt Alma Florea, sie ist Mitte zwanzig und in Rumänien geboren. Vor zwölf Jahren zogen die Eltern mit ihr nach Deutschland. Heute ist sie Sozialarbeiterin. Auf ihren Kapuzenpulli sind das Emblem der Stadt Gelsenkirchen und das Herz der Arbeiterwohlfahrt aufgedruckt. Unter ihrem Arm klemmen zusammengeheftete A4-Blätter – eine Liste mit den Namen Gelsenkirchener Schulkinder, die besonders oft schwänzen. Darunter ist auch ein Mädchen im Teenageralter, das hier in der Bromberger Straße lebt und in den vergangenen Monaten mehr als 80 Fehlstunden angehäuft hat.

Die Tür geht auf. Die Mutter des Mädchens und die Sozialarbeiterinnen begrüßen einander herzlich. Erst plaudern sie ein wenig, dann wird der Tonfall ernst. Die vielen Fehlstunden der Tochter seien ein Problem, sagt Alma Florea. Die Mutter entgegnet: Die Tochter fühle sich oft nicht gut. Wenn sie ihre Tage bekomme, habe sie derart starke Schmerzen, dass sie nicht am Unterricht teilnehmen könne. Die Sozialarbeiterin bietet an, einen Arzttermin zu vermitteln. Dann reicht sie der Mutter einen Stoß kleiner Zettel, Vordrucke für Entschuldigungsschreiben. »Sie müssen wenigstens den Lehrern Bescheid geben.«

Seit drei Jahren schickt die Stadt Gelsenkirchen Sozialarbeiterinnen wie Alma Florea von Tür zu Tür, sogenannte Schulmittler. Sie geben Auskunft über das deutsche Schulsystem, bieten Hilfe beim Ausfüllen von Formularen an, übersetzen bei Elternabenden. Kinder, die oft zu spät kommen, besuchen sie sogar frühmorgens, um sie wach zu klingeln. Dieser Service nennt sich Weckdienst.

»Die Leute denken immer: Das sind Roma, die haben keine Lust auf Schule«, sagt Alma Florea. Aber das stimme nicht. Einige Kinder kämen ausschließlich an Tagen mit Schwimm- oder Turnunterricht nicht in die Schule, weil den Eltern das Geld für Badehosen oder Sportsachen fehle. Andere Kinder würden gemobbt und trauten sich deshalb nicht zum Unterricht. Wieder andere seien chronisch übermüdet, weil sie sich mit älteren Geschwistern ein Zimmer teilten, die bis spätabends keine Ruhe gäben. Von den Eltern könnten diese Kinder wenig Hilfe erwarten. »Weil sie es nicht besser wissen.« Viele Mütter und Väter seien Analphabeten, hätten in der Heimat nie eine Schule besucht. »Sie denken: Zwei, drei Fehltage pro Woche sind schon okay.«

Für den Eigentümer eines vergammelten Hauses ist die Sache einfach: Für ihn sind die Mieter bloß eine Einnahmequelle. Für die Stadt hingegen stehen die Mieter im Mittelpunkt eines Problems, das enorme Kosten verursacht. Allein das Integrationsteam der Arbeiterwohlfahrt, zu dem Alma Florea gehört, beschäftigt bis zu 20 Angestellte, mitfinanziert von der Stadt. Hinzu kommen sechs bis acht Mitarbeiter im städtischen Referat Bauordnung und vier bis fünf bei der Wohnungsaufsicht, die ihre Zeit den Schrotthäusern widmen. Außerdem etwa 30 Leute in der Stabsstelle »Zukunftspartnerschaft Wohnen«. Im Gesundheitsreferat sind es zwei bis drei, in der Jugendhilfe vier bis fünf, im Jobcenter zwei bis vier Angestellte. Vier in der Ausländerbehörde, zwei beim Energieversorger, zwei in der Einsatzleitung der Stadtreinigung, fünf bei der Verkehrsüberwachung, die unversicherte Autos aus Bulgarien und Rumänien abschleppen lässt. Im Referat Umwelt kümmert sich jemand um den illegalen Schrotthandel, den einige Mieter betreiben. Es gibt auch amtliche Konflikt- und Beschwerdemanager, Verkehrserzieher, außerdem Berater, die das Sortieren von Müll erklären.

Dann sind da noch die Übersetzer der Wohlfahrtsverbände, mindestens zwei Leute. 80 bis 85 Mitarbeiter sind für den kommunalen Ordnungsdienst abgestellt, der die Schrottgebäude überprüft. Nicht eingerechnet sind die Lehrer und Kita-Erzieherinnen, die sich um die Kinder der Zuwanderer bemühen, nicht die Mitarbeiter des Referats Schule, das Räume für Integrationsklassen stellt, nicht die Gerichtsvollzieher, nicht die Leute des Zollamtes, auch nicht die der Polizei.

Manchmal sind die Bewohner der Schrotthäuser beides zugleich: Ausgetrickste und Trickser, Opfer und Täter. Horstmann kennt Wohnungen, in denen Cannabisplantagen angelegt wurden. Im Keller eines anderen Hauses züchteten Mieter illegal Kampfhunde, um sie zu verkaufen.

»Es wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein«, erklärte die Sozialdemokratin Bärbel Bas, die Bundesministerin für Arbeit, vor wenigen Wochen. Als Markus Horstmann davon erfuhr, sagte er: »Was für ein Unsinn.« Fast die Hälfte der 12.000 Zugezogenen aus Südosteuropa lebt hier von Sozialleistungen. Eine wohlhabende Stadt könnte darüber hinwegsehen, in Gelsenkirchen gleicht diese Zahl einem Fiasko. Bei der letzten Bundestagswahl im Februar 2025 erhielt die AfD hier mehr Zweitstimmen als die anderen Parteien, fast 25 Prozent.

Das Amtsgericht ist ein Ort, an dem man den Eindruck gewinnen könnte, in dieser Stadt sei alles in bester Ordnung. Die Pförtner grüßen höflich, die Flure sind steril wie in einem Krankenhaus. Im Sitzungssaal 202 findet an einem Vormittag eine Zwangsversteigerung statt. Im Angebot ist eine Wohnung, deren Eigentümer sich weigerte, die Grundsteuer an die Stadt zu zahlen.

Die Wohnung liegt in einem Haus, das Horstmann gut kennt, es ist eines seiner austherapierten. In den Gutachten, die man vor der Versteigerung einsehen konnte, ist von »deutlichen Feuchtigkeitsschäden« die Rede, von »faulenden Dielen« und einer kaputten Heizung. Es bestehe »ein sehr hoher Instandsetzungsbedarf«.

Vorn im Saal schaltet ein Mann sein Mikrofon ein, der Rechtspfleger, der die Zwangsversteigerung leitet. Zu seiner Rechten sitzen die Gläubiger, zwei Mitarbeiter der Stadtkasse Gelsenkirchen. Auf den Zuschauerbänken: vier Männer, die auf ihren Handys herumwischen. Sie können an diesem Morgen ihre Gebote abgeben.

Der Rechtspfleger klärt die Bieter auf, welche Pflichten sie hätten, sollten sie den Zuschlag für die Wohnung erhalten. Die Pflicht, einen neuen Heizkessel einzubauen. Die Pflicht, eine Brandschutzversicherung abzuschließen. Die Pflicht, sich an die Bestimmungen zum Schutz von Mietern zu halten. Schließlich weist er die Bieter darauf hin, dass im Gerichtssaal Deutsch die Amtssprache sei und Gebote nicht in einer anderen Sprache abgegeben werden dürften.

»8.49 Uhr«, sagt der Rechtspfleger. »Die Bietzeit ist eröffnet.« Einer der vier Männer, ein Schmächtiger mit Brille, geht nach vorn. »Zwölftausend«, sagt er. Der Rechtspfleger notiert das Gebot.

Da meldet sich ein anderer Mann von den Zuschauerbänken zu Wort: »Ich zahl doch keine 12.000 Euro!« Er habe sich das Haus angeschaut, erzählt er, »völlig versifft« sei es gewesen, die Haustür kaputt. »Da ist Tag der offenen Tür, da steht alles offen, da will doch keiner wohnen!« Der Mann gibt kein Gebot ab, er regt sich auf. »Warum sollte ich diese Wohnung für so viel Geld ersteigern?« Der Rechtspfleger schweigt. Einer der beiden Vertreter der Stadt Gelsenkirchen presst die Lippen aufeinander und nickt.

Später, bei einem Gespräch in der Cafeteria des Gerichts, gibt der verärgerte Mann selbst eine Antwort auf seine Frage: »Das lohnt sich nur, wenn man bescheißt« – wenn man Menschen in der Wohnung einquartiere, die sich gegen den schlechten Zustand nicht wehren. Und wenn man mit ihrer Hilfe Geld vom Jobcenter erschleiche. Er selbst, sagt der Mann, habe sich ohnehin nicht für die Wohnung interessiert. Er sei nur gekommen, um sich anzuschauen, wie so etwas abläuft. Am nächsten Tag werde im benachbarten Essen ein Haus zwangsversteigert, auf das er bieten wolle. Dann erzählt er noch, dass er Elektrikermeister sei und eine kleine Baufirma betreibe. Er frage sich, warum er Steuern zahle, während die Schrotthaus-Vermieter straflos davonkämen.

Der Saal 202 im Gelsenkirchener Amtsgericht ist einer der wenigen Orte, an denen sich die Geschäftemacher, die auf Schrotthäuser aus sind, und die Kommune, die sich gegen diese Geschäfte zu wehren versucht, direkt gegenüberstehen. Hier das Profitstreben der Unternehmer auf Einkaufstour, dort die Paragrafenhuberei und die peniblen Verfahren des Rechtsstaats.

Der Mann, der an diesem Morgen den Zuschlag für die Wohnung bekommen hat, erklärt nach der Versteigerung, er sei Handwerker, wolle die Wohnung renovieren und »ganz normal vermieten«. Ob das stimmt? Was stimmt hier überhaupt?

Markus Horstmann hat erlebt, dass die Höchstbietenden oft noch nicht mal den Preis zahlen, zu dem sie eine heruntergekommene Wohnung oder ein marodes Mietshaus ersteigert haben. Laut Gesetz müssen sie nur ein Zehntel des meist geringen Verkehrswertes beim Gericht als Sicherheit hinterlegen – eine Art Anzahlung. Wer sie geleistet hat, ist Eigentümer des Hauses und darf Miete kassieren. Dies ist eine Besonderheit im Versteigerungsrecht, die von den Schrotthaus-Dealern ausgenutzt wird.

Den vollen Preis müssten die neuen Eigentümer eigentlich binnen weniger Wochen überweisen, tun es aber nicht – ohne Folgen. Wenn, wie so oft, die Stadt zu den im Grundbuch eingetragenen Gläubigern zählt, werden diese Schulden vom Höchstbietenden zügig beglichen. Damit ist die Stadt raus. Der Eigentümer zahlt danach zwar nichts mehr an die anderen Gläubiger, aber dagegen kann die Stadt nichts tun.

Bei diesen anderen Gläubigern handelt es sich meist um Privatleute. Sie haben angeblich dem früheren Besitzer des Hauses ein Darlehen gegeben, daher sind sie im Grundbuch verzeichnet. Wenn sie nun vom neuen Besitzer kein Geld erhalten, könnten sie eigentlich eine erneute Zwangsversteigerung erwirken. Aber das unterlassen sie und tun oft etwas Sonderbares: gar nichts. Manchmal geht es um hohe sechsstellige Summen, doch die Gläubiger verlangen kein Geld. Das kann nur bedeuten, dass die Gläubiger und die neuen Eigentümer gemeinsame Sache machen. Die Gläubiger halten still, um den Status quo der Immobilie zu zementieren, während ihre Komplizen, die den Zuschlag für das Gebäude gegen eine kleine Anzahlung bekommen haben, Miete kassieren. Ganz legal. Man hat es mit Pseudo-Gläubigern zu tun.

So ist die Zwangsversteigerung einer Schrottimmobilie für abgezockte Käufer ein Glücksfall, der Gipfel ihrer Pseudokratie, der Herrschaft des profitablen Scheins.

Über die Frage, was die Pseudo-Gläubiger mit den Eigentümern verbindet, rätselt Markus Horstmann noch immer. An diesem Punkt versagen seine Organigramme des Gelsenkirchener Schrotthaus-Imperiums. Gut möglich, dass im Grundbuch Schulden eingetragen werden, obwohl in Wahrheit nie Geld geflossen ist, es gar kein Darlehen gegeben hat – Pseudo-Schulden.

Das ist nur eine Variante, um Schrotthäuser vor dem Zugriff des Staates zu schützen. Beliebt ist auch das Kettenmodell: Ein Haus wird von einer Zwangsversteigerung in die nächste getrieben, und die Höchstbietenden sprechen sich untereinander ab. Das clevere Ausnutzen rechtlicher Grauzonen spricht dafür, dass ein mafiöses Betrugssystem dahintersteckt.

Der Einsatz, zu dem sich am frühen Morgen die 22 Männer und Frauen vor der Polizeiwache versammelt haben, ist beendet. Markus Horstmann und seine Kollegen haben das letzte Haus auf ihrer Liste kontrolliert, nun bietet er an, der ZEIT die Stadt zu zeigen, gemeinsam mit Marcel Günther, dem Einsatzleiter. Die beiden Männer steigen in einen Mannschaftswagen des Ordnungsdienstes, fahren an vielen austherapierten Gebäuden vorbei. Als einige Jugendliche das gelb-blau lackierte Auto mit den leuchtenden Streifen sehen, verdrücken sie sich in Hauseingänge. »Die wissen schon«, sagt Horstmann, »da kommen die Bösen.«

So böse ist er gar nicht, er hat sich viel mit der Geschichte und Kultur der Roma beschäftigt. Er hat Bücher gelesen, um herauszufinden, welchem Leben die Zuwanderer entkommen sind und warum ihnen eine feuchte Bleibe in Gelsenkirchen lieber ist als ihr früheres Zuhause. Er weiß, dass viele von ihnen an ein Leben in der Armut gewöhnt sind.

Horstmann weiß auch, dass einige Leute mit deutschen Familiennamen in die krummen Geschäfte mit Schrottimmobilien verstrickt sind, meist als Notare, die Kaufverträge absegnen, als Rechtsanwälte oder Steuerberater. Und natürlich bekommt er mit, wie viel Groll sich in der Stadt gegen die Roma angestaut hat. Aber er ist keiner von denen, die AfD wählen, weil sie den demokratischen Parteien nicht mehr zutrauen, Gelsenkirchen zu retten. Er würde sich nie als Retter bezeichnen, und doch ist er davon überzeugt, dass er an einer Rettungsaktion teilnimmt.

Horstmann und Günther biegen in den Innenhof eines Schrotthauses ein und halten, der Motor läuft. Lieber nicht aussteigen, kein Risiko eingehen. Der Hof steht voller Autos ohne Nummernschilder. An manchen Wagen schrauben Männer herum, andere Fahrzeuge werden gerade für den Transport fertig gemacht. »Wahrscheinlich alles illegal«, sagt Horstmann, und Günther nickt. Einige der beobachteten Männer nähern sich. Sie tragen Schraubenschlüssel in den Händen, einer ruft verärgert: »Das ist ein privater Parkplatz! Ihr habt hier nichts verloren!« Jetzt stehen sie direkt neben dem Einsatzwagen, werden lauter, bedrohlicher. »Privat, versteht ihr das nicht?« – »Besser, wir verschwinden«, sagt Horstmann, bevor Günther den Wagen wendet und davonfährt.

Schließlich erreichen sie eine gepflegte Reihenhaussiedlung. Günther geht vom Gas. Hier soll er wohnen, der Mann, den Horstmann »den Slum-Lord« nennt. Früher soll er Sat-Receiver in einem Laden verkauft haben. Ist er einer der Geschäftemacher, die im großen Stil mit Schrotthäusern dealen? Horstmann hält diesen Mann für unberechenbar. »Der hat eine extrem kurze Zündschnur.« Horstmann möchte ihm nicht begegnen und bittet Günther weiterzufahren.

Der Slum-Lord ist in dieser Gegend ein bekannter Mann. Man muss nicht lange herumfragen, um herauszufinden, wo er wohnt: in einer von Hecken geschützten Seitenstraße. Die Hausfassade ist aus makellosem Klinker, die Eingangstür schneeweiß gestrichen. Auf dem Fensterbrett steht, in Deko-Buchstaben, der Schriftzug »Home«. Der Slum-Lord wohnt in einem Reihenhaus wie aus dem Katalog einer Bausparkasse.

Einige Tage nach Horstmanns Kontrollfahrt, an der Haustür des Slum-Lords. Er öffnet, er trägt eine blaue Jogginghose. Ob er bereit sei, über seine Immobiliengeschäfte zu reden? »Nein.« Er habe fast alle Objekte verkauft, nur wenige Häuser besitze er noch. »Ich bin jetzt Privatier.« Und zieht die Haustür zu.

Markus Horstmann sagt, die meisten Geschäftsleute, die im Schrotthaus-Business tätig seien, hätten gute Anwälte und gute Steuerberater. »Wir kriegen die nicht in den Knast. Wir können die nur vergrämen.« Auch an die Häuser kommen Horstmann und seine Kollegen nur mit Glück heran: Wenn ein Eigentümer gerade bereit ist, seine Immobilie zu verkaufen. Und wenn das Haus in einem Gebiet liegt, in dem die Stadt ihr Vorkaufsrecht durchsetzen kann. Fragt man Horstmann, was wirklich helfen würde, antwortet er, ohne zu zögern: »Enteignung.«

In Gelsenkirchen geraten zwei zentrale Werte der bürgerlichen Gesellschaft miteinander in Konflikt: der Schutz des Eigentums sowie der Wunsch nach Sicherheit und Ordnung. Eigentum ist ein heiliges Gut in Deutschland, Enteignung das letzte aller geduldeten Mittel, um die Interessen des Staates durchzusetzen. Enteignung, das klingt nach Sozialismus, nach DDR, nach Willkür. Die Vermieter der Schrotthäuser bedrohen zwar den sozialen Frieden, sind aber als Eigentümer weitgehend unbedroht. Was zählt mehr – der soziale Friede oder der Schutz des Eigentums? Diese Frage ist noch immer ungelöst, in Gelsenkirchen, überall in Deutschland.

Noch in diesem Sommer soll der Bundestag über einen Gesetzentwurf entscheiden, den die Regierung gerade beschlossen hat. Bundesbauministerin Verena Hubertz will Städte wie Gelsenkirchen im Kampf gegen Schrotthaus-Eigentümer stärken. »Im Extremfall müssen Kommunen auch das scharfe Schwert der Enteignung einsetzen können«, sagte die Ministerin, als sie ihren Plan vorstellte.

Die Stadt könnte einem Eigentümer dann noch lange nicht einfach so sein Schrotthaus wegnehmen. Sie müsste ihn entschädigen. Aber sie könnte sein Geschäftsmodell zerschlagen.

Kaum war die Idee in der Welt, meldeten sich die Vertreter der Immobilieneigentümer. Der Verband Haus und Grund kritisierte die »völlig unverhältnismäßige Ausweitung gemeindlicher Eingriffsrechte in das Eigentum«. Das Gleichgewicht zwischen Gemeinwohl und Eigentumsschutz werde »zulasten privater Eigentümer verschlechtert«. Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen warnte, das Gesetz greife »erheblich in die Eigentumsgarantie« des Grundgesetzes ein. Als kürzlich der Zentrale Immobilien Ausschuss, die größte Lobbyvereinigung der Branche, sein Jahrestreffen abhielt, warnte die Präsidentin des Verbands davor, dass »Eigentumsrechte und marktwirtschaftliche Prinzipien fundamental infrage gestellt werden«.

Glaubt man der Lobby der Hauseigentümer, dann könnte man meinen, niemand müsse sich so sehr vor einem Zugriff des Staates fürchten wie jemand, der eine Immobilie besitzt. Markus Horstmann sieht das etwas anders.

Während seiner 35 Jahre in der Stadtverwaltung hat er nie von einer Enteignung in Gelsenkirchen oder einer Nachbarstadt erfahren. Ein einziges Mal sei damit gedroht worden, die Besitzer eines verfallenden Gehöfts in Gelsenkirchen-Bismarck zu enteignen, das man aus naheliegenden Gründen die Rattenburg nannte. Aber die Eigentümer gaben schnell auf und verkauften alles. Einer von Horstmanns Kollegen sagt: »Das Schwert der Enteignung ist so schwer, dass man es nicht gehoben bekommt.«

Vor wenigen Tagen hat Horstmann etwas getan, das ihm nicht leichtfiel: Er ist in Rente gegangen. Nie wieder muss er sich mit durchtriebenen Geschäftemachern auseinandersetzen, das könnte er als Erholung empfinden. Aber es ist komplizierter, wie so vieles in Gelsenkirchen. Markus Horstmann und die Eigentümer der Schrotthäuser, da hat sich ja eine lange, konfliktreiche Beziehung entwickelt. Er hat gelernt, an Wohnungstüren nicht immer nur vorsichtig zu klopfen, sondern energisch zu hämmern. Er hat sich über dreiste Vermieter hinweggesetzt, die ihm drohten: »Wir sehen uns zweimal.« Solche Sprüche hat er nie besonders ernst genommen, und dennoch hat er es vermieden, Schrotthäuser in seinem eigenen Viertel zu überprüfen. Besser, man macht sich in der Nachbarschaft keine Feinde. Auch einige seiner Kollegen wurden schon bedroht.

Horstmann fragt sich, ob sich sein Kampf gelohnt hat. »Wir haben etwas erreicht«, sagt er. Seit dem Jahr 2017 hat die Stadt 99 Problemhäuser unter ihre Kontrolle gebracht. 35 dieser Gebäude wurden abgerissen. 26 Millionen Euro hat das alles gekostet. 99 Häuser. Ein Erfolg? Ein Misserfolg? So oder so, für beides gibt es gute Argumente. 99, nicht gerade eine Rekordzahl, aber erheblich mehr als nichts. Horstmann sagt: »Wir haben Stärke gezeigt.«

Seine Kollegen, die ramponierte Häuser überprüfen, sind besser gewappnet als früher. Schon seit Längerem haben sie während ihrer Einsätze stichfeste Handschuhe dabei. Jetzt tragen sie auch kugelsichere Westen.



Aus: "Sie sind die Herrscher der Schrotthäuser. Er ist ihr Gegner" Caterina Lobenstein und Stefan Willeke (Aus der ZEIT Nr. 25/2026, 6. Juni 2026)
Quelle: https://www.zeit.de/2026/25/schrotthaeuser-gelsenkirchen-immobilien-markus-horstmann

#8
QuoteCaché (französisch für ,,verborgen", ,,abgeschieden") ist ein Spielfilm aus dem Jahr 2005 des österreichischen Regisseurs Michael Haneke ...

Inspiration für die Story war das Massaker vom 17. Oktober 1961 in Paris, bei dem über 200 Menschen, die gegen den Algerienkrieg demonstrierten, von der Polizei getötet wurden. Das tragische Ereignis ist nie aufgeklärt worden und gilt in Frankreich bis heute als Tabuthema. (HÖRZU)


Aus: "Caché (Film)" (28. September 2025)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Cach%C3%A9_(Film)

Quote[...] Als Massaker von Paris ging ein Massenmord und Staatsverbrechen in Paris am 17. Oktober 1961 während des Algerienkriegs (1954–1962) in die Geschichte ein. Die Pariser Polizei ging auf Anordnung der Verwaltung brutal gegen eine nicht genehmigte, aber friedliche Demonstration mehrerer zehntausend Algerier vor, zu der der französische Ableger der Unabhängigkeitsbewegung Front de libération nationale (FLN) aufgerufen hatte. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 200 Menschen getötet wurden. Sie wurden erschossen oder erschlagen. Nach Aussagen von Zeitzeugen wurden sie auch in die Seine geworfen, wo sie starben. Die Massendemonstration, die blutig niedergeschlagen wurde, wurde in den französischen Medien lange Zeit nahezu völlig totgeschwiegen oder verharmlost und erst Jahrzehnte später zum Gegenstand einer öffentlichen Diskussion in Frankreich.

Ein 2003 begonnener Versuch, einen algerisch-französischen Versöhnungsvertrag (traité d'amitié) auszuhandeln, scheiterte. 2021 nahm erstmals der französische Staatspräsident an einer Gedenkfeier für Opfer des Massakers teil.

... Über das Massaker wurde damals in den Medien praktisch nicht berichtet. Fast alle öffentlich bekannten Fotos stammen von Élie Kagan. Die Geschehnisse wurden in Teilen der französischen Gesellschaft jahrzehntelang tabuisiert.

Die Journalistin Paulette Péju, die bereits in den Monaten davor Kontakte zur FLN hatte, schrieb einen detaillierten Bericht über die Ereignisse vom 17. Oktober, der bereits im November 1961 von Francois Maspero in Buchform veröffentlicht wurde. Die gedruckten Exemplare von Ratonnades à Paris wurden umgehend unter Bezugnahme auf die staatliche Zensur zum Algerienkrieg polizeilich beschlagnahmt. Der bis März 1962 entstandene rekonstruierende Dokumentarfilm Octobre à Paris von Jacques Panijel wurde durch Kopien unter Studierenden verbreitet, aber niemals in französischen Kinos oder Fernsehen gezeigt. Erst 1973 erhielt er eine – zuvor verweigerte – Filmfreigabe, durch die eine öffentliche Vorführung möglich wurde.

Am 17. Oktober 1981 veröffentlichte die Zeitung Libération einen langen Artikel des Journalisten Jean-Louis Péninou, der erstmals eine öffentliche Befassung mit dem Massaker ermöglichte. Es folgten in den 1980ern erste Sachbücher und Romane, die sich mit dem Massaker befassten.

... Richter urteilten, dass die offizielle Version der Ereignisse von 1961 auf Staatsräson beruhte und diese nach heutiger Sicht als Massaker bezeichnet werden dürften [Quelle - Bernhard Schmid: Die offizielle Version (Memento vom 16. April 2013 im Internet Archive). In: Jungle World, 31. März 1999.].

... Am 17. Oktober 2001 weihte der damalige Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoë (PS) eine Gedenktafel an der Pont Saint-Michel ein, die an das Massaker erinnert. Die konservative Opposition im Stadtrat von Paris boykottierte die Zeremonie [Quelle:  Paris marks Algerian protest ,,massacre". BBC News, 17. Oktober 2001.].

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Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Paris (4. August 2025)

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Quote[....] Der Algerienkrieg (gleichbedeutend französisch Guerre d'Algérie; arabisch ثورة التحرير الجزائرية, DMG Ṯaurat at-Taḥrīr al-Ǧazāʾiriyya, wörtlich etwa Algerische Befreiungsrevolution) war ein bewaffneter Konflikt um die Unabhängigkeit Algeriens von Frankreich in den Jahren 1954 bis 1962. Er wurde planvoll von der marxistisch-nationalistischen FLN (Front de la Libération Nationale) begonnen, die dafür zu Mitteln des Terrorismus griff. Dem französischen Militär gelang es – anders als im vorhergegangenen Indochinakrieg –, militärisch die Oberhand zu behalten. Kriegsverluste und Menschenrechtsverletzungen inklusive Folter durch französische Truppen machten die Auseinandersetzung in Frankreich jedoch sehr unpopulär. ...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Algerienkrieg (19. Februar 2026)

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#9
Der Nahe Osten ist eine geographische Bezeichnung, die heute im Allgemeinen für arabische Staaten Vorderasiens und Israel benutzt wird. Insbesondere die Region des Fruchtbaren Halbmondes und die Arabische Halbinsel gehören zum Nahen Osten. Häufig werden außerdem Zypern, die Türkei (teilweise nur Anatolien), Ägypten (das hauptsächlich in Nordafrika liegt) und Iran dazugezählt. Historisch bezeichnete der Begriff ,,Naher Osten" seit dem 19. Jahrhundert das Gebiet des Osmanischen Reiches außerhalb Europas. Der deutsche Begriff Naher Osten überschneidet sich mit dem englischen Begriff Middle East, ist aber nicht mit ihm gleichzusetzen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Naher_Osten

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"Libido sciendi" ist ein lateinischer Ausdruck, der wörtlich als ,,Wissenstrieb" oder ,,Begierde zu wissen" übersetzt wird. Er bezeichnet das angeborene, tief verwurzelte Verlangen des Menschen nach Erkenntnis, Forschung und dem Verständnis der Welt.

Leyla Dakhli, geboren 1973 in Tunis, ist eine französisch-tunesische Historikerin und Universität. Dozent und Autor in der Geschichte, er ist Spezialist für die intellektuelle und soziale Geschichte der zeitgenössischen arabischen Welt. ...
https://fr.wikipedia.org/wiki/Leyla_Dakhli

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QuoteWissenwollen unter Generalverdacht

Leyla Dakhli, 1. Dezember 2025

Leyla Dakhli: Étudier les mondes arabes et musulmans, un métier à risque?, in: Le Club de Mediapart, 18 Novembre 2025, https://blogs.mediapart.fr/leyladakhli/blog/181125/etudier-les-mondes-arabes-et-musulmans-un-metier-risque.

Das Canceln des Kolloquiums zu Palästina und Europa, das vom Lehrstuhl für Zeitgeschichte der arabischen Welt des Collège de France und dem Centre Arabe de Recherches et d'Ètudes Politiques de Paris (CAREP) am 13./14. November organisiert wurde, verletzt – so wird gesagt – die akademische Freiheit. Das ist schon richtig, aber was bedeutet es in diesem speziellen Fall?

Die Reduzierung dieser Debatte auf eine Frage der akademischen Freiheit ruft bei mir und vielleicht auch bei einigen meiner Kolleg:innen eine gewisse Frustration hervor. Denn dadurch wird eine andere, fundamentalere Frage ausgeklammert, nämlich die nach den Grenzen, innerhalb derer man heute über die aktuelle Situation und die Geschichte der zeitgenössischen arabischen Welt überhaupt sprechen kann. Was heute im Zusammenhang mit dem Krieg gegen Gaza, der Besiedlung des Westjordanlands und der Golanhöhen sowie den zahlreichen Angriffen der israelischen Armee auf souveräne Gebiete diskutiert wird, ist ja nicht neu.

Für uns ,,Expert:innen der Region" ist der Umgang mit den Medien oft eine Übung in Fassungslosigkeit, angesichts der mit Ignoranz gepaarten Selbstgewissheit unserer journalistischen Gesprächspartner – und ich spreche hier noch nicht einmal von unseren zahlreichen akademischen Kollegen, die auf andere Themen spezialisiert sind und uns erklären wollen, dass wir Aspekte der Geschichte der Region verschweigen oder übertreiben würden, nur weil sie gerade irgendwo etwas dazu gelesen haben. Es liegt mir fern, besserwisserisch zu sein, aber ich stelle fest, dass dieselben Journalist:innen mehr Offenheit und Neugierde an den Tag legen, wenn es um andere Regionen der Welt und andere Epochen der Geschichte geht. Als ob hier der Vermittlungskanal zwischen der Produktion von überprüftem, bewiesenem und validiertem Wissen und dem allgemein vorhandenen Wissen in der Gesellschaft und in der öffentlichen Meinung gestört sei; als ob in der Wissenschaftskommunikation grundsätzlich etwas aus dem Lot geraten sei.

Denn man kann ja nicht sagen, dass nicht über den Nahen Osten gesprochen und geschrieben würde. Und vielleicht glaubt gerade deshalb jede:r, Bescheid zu wissen. Man kann auch nicht behaupten, dass es nicht viele Spezialist:innen für die arabische Welt, darunter sehr hochkarätige, gäbe, beispielsweise in Frankreich. Diese Spezialist:innen debattieren tatsächlich untereinander und die Debatten reflektieren einige der Spannungen, die die Welt der Forschung wie die französische Gesellschaft aufwühlen. In ihnen geht es aber um die Feststellung der Wahrheit; es geht um Methoden und um Forschungsfragen. (Hier wird von der akademischen Freiheit im strikten Sinn gebraucht gemacht, innerhalb der Grenzen der wissenschaftlichen Überprüfung und des Einspruchs.) Diese wissenschaftlichen Diskussionen ermöglichen es auch, sich zu einigen. So sind beispielsweise im akademischen Bereich die israelische Besatzung und die israelische Kolonialisierung einfach feststehende Tatsachen und kein Gegenstand von Polemik. Hier ist es möglich, über den Zusammenhang zwischen Zionismus und europäischem Kolonialismus zu diskutieren, oder mit dem Begriff Apartheid zu arbeiten, um zu beschreiben, wie jüdische und nichtjüdische Gesellschaften in der räumlichen Einheit Israel-besetzte Gebiete voneinander getrennt sind. Hier ist es zulässig, den bewaffneten Arm der Hamas als bewaffneten Widerstand zu bezeichnen. Das auszusprechen bedeutet nicht, die nihilistische Gewalt dschihadistischer Gruppen zu leugnen oder alles auf eine Stufe zu stellen. Aber es ermöglicht auch einen Vergleich zwischen Besatzungssituationen und Reaktionen auf Besatzungen weltweit. Der Fokus auf friedliche Bewegungen ist eine Option, aber die Realität vor Ort sieht nun einmal anders aus und konfrontiert uns damit, dass der bewaffnete Weg immer Teil der Geschichte von Widerstand ist, in Palästina wie anderswo. Man kann in der Diskussion Unterschiede zwischen den bewaffneten ukrainischen Widerstandskämpfern, den kurdischen Widerstandskräften in Rojava und den dschihadistischen Gruppen herausarbeiten. Aber es ist nicht ehrlich, einen Vergleich zwischen ihnen kategorisch abzulehnen, Begriffe wie Widerstand für den Fall der Hamas zu verbannen und nur für Erfahrungen anderswo zu reservieren. Aber hier liegt eine der Grenzen, die in der öffentlichen Debatte unmöglich zu überschreiten ist.

Was passiert also mit uns, die wir der Übeltaten beschuldigt werden, nur weil wir über den Stand der Forschung, den aktuellen wissenschaftlichen Konsens berichtet haben? Wie sollen wir das verstehen? Dass nun jedes Wort, das wir sagen, Gegenstand eines Gerichtsprozesses werden soll?

Aus der Beobachtung dessen, was sich seit Monaten und Jahren vollzieht, und den zahlreichen Kontroversen darüber möchte ich einige Lehren ziehen:

Zunächst einmal wird uns gesagt, dass nicht jede:r berechtigt sei, diesen wissenschaftlichen Konsensdiskurs zu führen. Dieselbe Analyse, die von eine:r palästinensischen oder arabischen Forscher:in aus der Region erstellt wurde, wird oft erst dann zugelassen, wenn sie von einem europäischen oder israelischen Forscher validiert wurde. So war es bereits bei den Untersuchungen zu den Massakern von 1948, die von palästinensischen Historiker:innen und Zeug:innen dokumentiert und beschrieben worden waren, aber erst dank der Arbeit sogenannter revisionistischer israelischer Historiker akzeptabel wurden. Das galt natürlich auch für die Verwendung des Begriffs ,,Völkermord" zur Beschreibung der Massaker in Gaza, die zunächst von palästinensischen Zeug:innen und Journalist:innen, dann von internationalen NGOs und schließlich von israelischen Persönlichkeiten und westlichen Forscher:innen der Genocide Studies angeprangert wurden. Warum werden die Palästinenser nicht für würdig erachtet, selbst festzustellen und zu benennen, was ihnen widerfährt? Könnte man das erklären, wenn eine europäische Gesellschaft von den Verbrechen betroffen wäre?

Dann wird uns gesagt, und vielleicht ist dies für die akademische Frage der zentrale Punkt, dass die Wahrheit nicht wirklich zählt. Was zählt, ist Ausgewogenheit. Eine komische Vorstellung, wenn man darüber nachdenkt. Eigentlich müssten wir, immer wenn wir beschreiben und darlegen, was wir über eine soziologische oder historische Realität untersucht haben, immer jemanden hinzuziehen, die oder der eine gegenteilige These vertritt. Das ist eine Erfahrung, die ich selbst regelmäßig machen musste, als ich in den 2010er Jahren gelegentlich in den Medien zum Thema Syrien befragt wurde. Wenn ich auf der Grundlage der verfügbaren Forschungsergebnisse die Funktionsweise der Macht oder der syrischen Gesellschaft erklärte, wurde mir von Pseudo-Experten widersprochen, die Unsinn über "Konfessionalismus" und "Radikalisierung" und was weiß ich noch alles erzählten, und das alles im Namen der Ausgewogenheit und der Konfrontation von Standpunkten. Und natürlich ohne jegliche Distanz, ohne ihre Sichtweise auf die Gesellschaft dem zuzuordnen, was sie war, nämlich der Propaganda des Regimes. Wenn ich heute höre, wie vorsichtig meine Kolleg:innen zum Thema Ukraine und Russland befragt werden, auch wenn nichts perfekt ist, kann ich die Distanz ermessen.

Ist es also wirklich die akademische Freiheit, um die es hier geht, wenn man die Wissenschaftlichkeit eines Kolloquiums am Collège de France in Frage gestellt wird? Oder ist es nicht vielmehr die erkennbare ultimative, unverhohlene (und zurecht skandalisierte) Verachtung, mit der wissenschaftliche Arbeiten über diesen Kulturraum betrachtet werden? Diese Arbeiten sind sicherlich nicht alle perfekt, aber sie basieren auf Wissen, auf oft mühsam erworbenen Kompetenzen, auf Vertrautheit mit oft schwierigen und anspruchsvollen Gebieten, zu denen die Forscher:innen manchmal auch eine persönliche, emotionale Bindung haben. Und hier liegt ein weiterer, letzter Faktor, den ich aus der Beobachtung der Kontroversen herausarbeiten möchte: Bei Forscher:innen, die sich mit der arabischen Welt beschäftigen, weckt die Tatsache, dass sie eine starke Verbindung zu ihrem ,,Forschungsgebiet" haben, Misstrauen. Dabei ist es gerade diese Vertrautheit, die eine der großen Ressourcen darstellt, auf die sich die französische und europäische Forschung stützen kann. Empathie ist eine notwendige Eigenschaft für gute Forschung, ebenso wie Kritik, das Lesen von Quellen in der Originalsprache oder stringente Schlussfolgerungen. Diese verschiedenen Eigenschaften, die bei der Erarbeitung wissenschaftlicher Wahrheit in Spannung zueinander stehen, sind genau diejenigen, die das einzig sinnvolle Gleichgewicht gewährleisten. Auch hier gibt es zahlreiche Beispiele aus anderen Bereichen, die die Bedeutung der Nähe zum Forschungsgebiet unterstreichen. Würde es uns überraschen, wenn ein:e französische:r Forscher:in, die sich auf Deutschland spezialisiert hat (oder umgekehrt), längere Aufenthalte dort verbringt, Kooperationen und Freundschaften aufbaut und manchmal sogar ihr Leben dort verbringt?

Wenn heute die Forschung insgesamt durch alle möglichen Formen des Relativismus und Angriffe auf die Wahrheit bedroht ist, so werden diese Angriffe in Bezug auf die wissenschaftliche Produktion über die arabische Welt noch verstärkt durch den Verdacht der ,,Kollaboration" mit einem als innerlich konstruierten Feind, dessen fünfte Kolonne wir angeblich sind. Der Name dieses Feindes variiert: Islam, ,,Muslimbruderschaft", neuer Antisemitismus, Wokismus... Oder eine Kombination aus all dem, die unsere Arbeit, die Ermittlung von Fakten und Funktionsmechanismen, buchstäblich mit Füßen tritt und die Grundlage unserer libido sciendi, d. h. unseren Willen, diese Gesellschaften zu verstehen, zu beschreiben und sie in ihrer Komplexität und ihren Widersprüchen vertrauter zu machen, einem Generalverdacht aussetzt.



Aus: "Wissenwollen unter Generalverdacht" Leyla Dakhli (1. Dezember 2025)
Quelle: https://debatte.krisol-wissenschaft.org/wissenwollen-unter-generalverdacht/
#10
Quote[...] Gustave Flaubert (* 12. Dezember 1821 in Rouen, Normandie; † 8. Mai 1880 in Canteleu, Normandie) war ein französischer Schriftsteller, der vor allem als Romancier bekannt ist.

[...] Flaubert schrieb schon seit seiner Jugend unermüdlich, zunächst im Stil der Romantik. Er stellte aber so hohe Ansprüche an sich selbst, dass er lange Jahre alle Manuskripte unpubliziert ließ. Sein erstes gedrucktes Werk wurde schließlich der 1851 begonnene Roman Madame Bovary, der 1856 im Feuilleton der Revue de Paris erschien. Der Roman trug ihm sogleich einen Prozess wegen Verstoßes gegen die guten Sitten ein, doch wurden Flaubert und der Herausgeber der Zeitschrift dank des klugen Plädoyers ihres Anwalts am 7. Februar 1857 freigesprochen.

[...] Weniger erfolgreich, aber noch einflussreicher auf die Entwicklung des europäischen Romans war Flaubert mit L'Éducation sentimentale (1869).

Die Bovary und die Éducation gelten als epochemachend für die Entwicklung des europäischen Romans, und zwar aufgrund der Idee Flauberts, seine Protagonisten nicht mehr (wie Balzac dies tat) als Ausnahmepersonen zu konzipieren oder zu dämonisieren, sondern als gänzlich unheroische Durchschnittscharaktere darzustellen. Er vermeidet melodramatische Züge; sein Realismus ist unparteiisch und stark versachlicht. Madame Bovary ist keine tragische Heldin; ihre Lage wird sachlich gekennzeichnet, beim Leser werden keine Leidenschaften ausgelöst. Ihr Leben fließt ,,zäh und träge".

...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gustave_Flaubert

#11
Quote[...] Als industrielle Revolution wird die tiefgreifende und dauerhafte Umgestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, der Arbeitsbedingungen und Lebensumstände bezeichnet, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann und verstärkt im 19. Jahrhundert, zunächst in England, dann in ganz Westeuropa und den USA, seit dem späten 19. Jahrhundert auch in Japan und weiteren Teilen Europas und Asiens zum Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft geführt hat. Als wichtigste an dieser Umwälzung beteiligte Gesellschaftsklassen standen sich kapitalistische Unternehmer und lohnabhängige Proletarier gegenüber.

Die Industrielle Revolution führte zu einer stark beschleunigten Entwicklung von Technik, Produktivität und Wissenschaften, die, begleitet von einer starken Bevölkerungszunahme, mit einer neuartigen Zuspitzung sozialer Missstände einherging: Es kam zu einer Teilverlagerung des Pauperismus vom Lande in die Städte, ohne dass hinreichende Wohnunterkünfte vorhanden waren; und in den entstehenden Fabriken, für die Arbeitskräfte gebraucht wurden, konzentrierte sich ein Lohnarbeiterproletariat. Daraus ergab sich als ein gesellschaftspolitisches Kernproblem die soziale Frage, verbunden mit wiederkehrenden Arbeiterunruhen und Bemühungen von Sozialreformern, die akute Not zu lindern und deren Ursachen zu bekämpfen.

... Der Begriff der industriellen Revolution kam ursprünglich als Analogie zur Französischen Revolution in Gebrauch. Die Veränderungen der gewerblichen Produktionsformen vor allem in Großbritannien erschienen epochal ähnlich bedeutsam wie der politische Wandel in Frankreich.

... Die industrielle Revolution war mit grundlegenden Veränderungen im wirtschaftlichen Bereich verbunden, die in dem Ausdruck Kapitalismus begrifflich zusammengefasst wurden. Darin zeigt sich die Bedeutung, die den investiven Mitteln für die Umsetzung technischer Innovationen im Transportwesen und in den zu errichtenden Fabriken sowie bei der Finanzierung des Lebensunterhalts größerer Lohnarbeiterbelegschaften zukam. Zu den Bedingungen einer diesbezüglichen Kapitalakkumulation und -verwendung gehörte auch eine Mentalität auf Seiten der Unternehmer, die dem entsprach und Vorschub leistete. ...
Im Zuge der weiteren Entwicklung wurden mehr und mehr Kapitalgesellschaften gegründet, die es erlaubten, die Investitionssumme auf mehrere Gesellschafter zu verteilen und gemeinsame wirtschaftliche Interessen zu verfolgen.  ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Industrielle_Revolution (18. November 2025)

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Quote[...] Als Gründerzeit wird im weiteren Sinne eine Phase der Wirtschaftsgeschichte im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn des 19. Jahrhunderts bezeichnet, die mit der breiten Industrialisierung einsetzte und etwa bis zum ,,Gründerkrach" (Wiener Börsenkrach) 1873 andauerte. Im engeren Sinn werden dabei als Gründerjahre die ersten zwei Jahre nach der Gründung des deutschen Kaiserreichs (1871–1873) bezeichnet, als Deutschland nicht zuletzt nach dem Frieden von Frankfurt eine Hochkonjunktur-Phase erlebte. ... Davon abweichend wird der Begriff Gründerzeit im kulturgeschichtlichen und vor allem im architekturgeschichtlichen Verständnis (wo er üblicherweise als Synonym für Historismus gebraucht wird) meist für die Phase nach 1870 bis zur Jahrhundertwende, manchmal auch bis 1914 verwendet.


https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnderzeit (29. August 2025)

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Quote[...] Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus ist ein Werk von Max Weber. Es erschien im November 1904 und Juni 1905 in Form zweier Abhandlungen im Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik, Bd. XX und XXI (I.: Das Problem; II.: Die Berufsethik des asketischen Protestantismus). Eine von Weber gegen Ende seines Lebens erstellte, überarbeitete und ergänzte Fassung wurde 1920 unter dem Titel Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus veröffentlicht.

Besonders wichtig ist ihm die Frage nach der Bedingung der Entstehung einer Wirtschaftsgesinnung: des Ethos einer Wirtschaftsform, durch bestimmte religiöse Glaubensinhalte. ... Der Gläubige kann die Seligkeit nicht kaufen, aber er kann die Angst um die Seligkeit loswerden. Weber sagt dazu, ,,dass Gott dem hilft, der sich selbst hilft" (Bd. 1, S. 131). Der Gläubige setzt sich damit unentwegt selbst unter Kontrolle, und das ist somit eine konsequente Methode, um die gesamte Lebensführung zu gestalten. ...

Weber sucht nach konstitutiven Bestandteilen, die den ,,Geist des modernen Kapitalismus" zu dem gemacht haben, was er heute ist. Hierzu muss er zunächst einmal klären, was er darunter versteht. ... Kapitalismus ist nach Weber das Streben nach Gewinn, nach Rentabilität – im kontinuierlich, rational arbeitenden Betrieb. Aber auch: die Bedingung schrankenloser Erwerbsgier. So versteht Weber den kapitalistischen Wirtschaftsakt als Ausnutzung von Tausch-Chancen in formell friedlicher Weise (Bd. I, S. 12/13). ...

Chiapello und Boltanski versuchen in ihrem Buch Der neue Geist des Kapitalismus den aktuellen ,,Geist" zu ergründen und bezeichnen als ,,Geist des Kapitalismus eine Ideologie [...], die das Engagement für den Kapitalismus rechtfertigt."
Die Autoren unterscheiden drei historische Etappen des kapitalistischen Geistes. Die heroischen Aspekte des Bourgeois des ausgehenden 19. Jahrhunderts ,,verdichten sich dabei in der Figur des Unternehmers, des Hochstaplers, des Eroberers." Die zweite Phase erreichte nach ihnen in den Jahren zwischen 1930 und 1960 ihren Höhepunkt. ,,Zentral ist hier das große, zentralisierte, durchbürokratisierte und gigantomanische Industrieunternehmen." Der aktuelle ,,,dritte Geist' [weise] Strukturmerkmale mit einem ,globalisierten' und neue Technologien einsetzenden Kapitalismus auf". ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_protestantische_Ethik_und_der_Geist_des_Kapitalismus (18. November 2025)

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#12
Quote[....] Zu den geisteswissenschaftlichen Disziplinen werden die Sprach- und Literaturwissenschaften, die Pädagogik, die Geschichtswissenschaften, die Ethnologie sowie die Medien-, Kunst-, Theater- und Musikwissenschaften gezählt. ...


Aus: "Deutlich weniger Studienanfänger bei Geisteswissenschaften" (25. März 2025)
Quelle: https://www.zeit.de/news/2025-03/25/deutlich-weniger-studienanfaenger-bei-geisteswissenschaften

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Quote[...] Der Begriff Geisteswissenschaft ist in der deutschsprachigen Denktradition eine Sammelbezeichnung für unterschiedliche Einzelwissenschaften (,,Disziplinen").[1] Diese Geisteswissenschaften arbeiten, verwenden und untersuchen mit unterschiedlichen Methoden Bereiche, welche mit kulturellen, geistigen, medialen, teils auch sozialen bzw. soziologischen, historischen, politischen und religiösen sowie mystischen Phänomenen zusammenhängen. Die meisten Geisteswissenschaften betreiben dabei also auch in einem gewissen Maße Anthropologie, da in allen Disziplinen der Mensch und seine Werke im Mittelpunkt stehen ...

... Dilthey definierte die Geisteswissenschaften in scharfer Entgegensetzung zu den Naturwissenschaften durch die ihnen eigene Methode des Verstehens, wie sie als Hermeneutik seit Friedrich Schleiermacher auch außerhalb der Philologie gebräuchlich geworden war. Dilthey suchte sie als ,,Erfahrungswissenschaft der geistigen Erscheinungen" beziehungsweise als ,,Wissenschaft der geistigen Welt" zu begründen. Sie sollte eine ursprünglich konzipierte ,,Kritik der historischen Vernunft" empirisch erweitern.

... Wichtig für die frühe Konzeption der Geisteswissenschaften waren die Gegensatzpaare Geist–Natur, Geschichte–Naturwissenschaft, Verstehen-Erklären. Während die Naturwissenschaft versuchte, die Natur aufgrund ewiger Gesetze zu erklären, sah man es als Aufgabe einer historisch ausgerichteten Geisteswissenschaft, das Geistesleben vergangener Völker in ihrer Einmaligkeit zu verstehen.

Zu Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts orientieren sich außerdem viele Autoren an der kantischen Erkenntnistheorie und v. a. am sogenannten Psychologismus. So definiert etwa Wilhelm Wundt, dass die Geisteswissenschaften ansetzen, ,,wo der Mensch als wollendes und denkendes Subject ein wesentlicher Faktor der Erscheinungen ist".

... Ein [ ] wichtiger Faktor für die Entstehung der Geisteswissenschaften war das Verhältnis zwischen Universität und Staat: Im 19. Jahrhundert hatten sich die bürgerlichen Gelehrten, Künstler und Literaten einen Geistesadel und eine Hochkultur geschaffen, und diesen ,,Geist" galt es nicht zuletzt gegenüber der führenden Oberschicht zu behaupten. Der Adel dagegen benötigte keine Reputation durch künstlerische oder wissenschaftliche Betätigung. Er zog sich zurück und tendierte eher zur populären Unterhaltung.

Ob eine Geschichtlichkeit von ,,Seelenvorgängen" (Dilthey) etwas Kollektives sein kann, war nicht zuletzt eine politische Haltung. Georg Friedrich Hegel betrachtete den Geist als etwas Überindividuelles, nicht bloß Subjektives. Dies traf in einer Zeit der fehlenden staatlichen Einheit und der missglückten Emanzipation des Bürgertums von partikularisierenden Interessen des Adels auf breite Zustimmung. Mehr als in anderen Sprachgebieten ist im deutschen das Wollen und Handeln (,,Wirken") eines gemeinschaftlichen Geistes behauptet worden. Aus dieser Tradition heraus entstanden Allgemeinbegriffe wie Zeitgeist, ,,Geist einer Nation", ,,Geist einer Epoche". Max Weber sprach von einem ,,Geist" des Kapitalismus (Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, 1904/05).

...

Odo Marquard vertrat 1986 die These, es sei die Aufgabe der Geisteswissenschaften, bei fortlaufender Umwälzung und Modernisierung der Lebensverhältnisse in der technisch-zivilisatorischen Gesellschaft ein Asyl für Kultur und Tradition zu bieten und so die Modernisierung erträglich zu machen:

    ,,Die Geisteswissenschaften helfen den Traditionen, damit die Menschen die Modernisierung aushalten können; sie sind [...] nicht modernisierungsfeindlich, sondern – als Kompensation der Modernisierungsschäden – gerade modernisierungsermöglichend. Dafür brauchen sie die Kunst der Wiedervertrautmachung fremd gewordener Herkunftswelten."

...

Prominente Wissenschaftler wie Wolfgang Frühwald, Hans Robert Jauß und Reinhart Koselleck forderten Anfang der 1990er Jahre eine verstärkte Umorientierung der Geisteswissenschaften hin zu den Kulturwissenschaften. In ihrer Denkschrift ,,Geisteswissenschaften heute" als Ergebnis eines Forschungsprojektes des Wissenschaftsrates und der Westdeutschen Rektorenkonferenz bestimmten sie 1991 die Aufgabe und Zukunft der Geisteswissenschaften wie folgt:

    ,,Die Geisteswissenschaften sind der ‹Ort›, an dem sich moderne Gesellschaften ein Wissen von sich selbst in Wissenschaftsform verschaffen. [...] es ist ihre Aufgabe, dies in der Weise zu tun, daß ihre Optik auf das kulturelle Ganze, auf Kultur als Inbegriff aller menschlichen Arbeit und Lebensformen, auf die kulturelle Form der Welt geht, die Naturwissenschaften und sie selbst eingeschlossen."[23]

Auf die Frage nach der Zukunft der Geisteswissenschaften in einer zunehmend technisierten Umwelt antwortete Norbert Schneider, seinerzeit (2009) Vorsteher des von der Schließung bedrohten Instituts für Kunstgeschichte der Universität Karlsruhe:

    ,,Jedenfalls gab und gibt es eine große Fraktion innerhalb der technischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen, die [...] die eminent wichtige Funktion der Geisteswissenschaften [übersieht], die zu großen Teilen das historisch-kulturelle Erbe bewahren, auch das von technisch-naturwissenschaftlichen Errungenschaften, z. B. in der Wissenschaftsgeschichte, an der unter anderem auch die Kunstgeschichte maßgeblich beteiligt ist. Darüber hinaus halten die Geisteswissenschaften institutionell auch eine Reflexion über die Selbstverständigung der Gesellschaft lebendig in Gang, die über reines Effizienzdenken hinausgeht."

...


Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Geisteswissenschaft ( 11. November 2025)

#13
Quote[...] Darf man mit Deutschen reden? Über diese Frage zerstritt sich nach dem Holocaust die jüdische Welt. Dann trafen vor 60 Jahren in Brüssel erstmals hochrangige Vertreter der Bundesrepublik auf Repräsentanten Israels und der Diaspora. Die Geschichte eines Abends, mit dem niemand gerechnet hatte.

Ein Gastbeitrag von David Jünger
Aus der ZEIT Nr. 34/2026 5. August 2026

David Jünger ist Historiker und arbeitet am Moses Mendelssohn Zentrum für Europäisch- Jüdische Studien der Universität Potsdam. Demnächst erscheint seine Biografie über den deutsch-amerikanischen Rabbiner Joachim Prinz.

Als sich Nahum Goldmann am Morgen des 1. August 1966 auf den Weg zum Palais des Congrès machte, war er zwar etwas angespannt, aber mit sich selbst zufrieden. Der Jüdische Weltkongress kam zu seiner fünften Plenarsitzung in Brüssel zusammen, und er, sein Präsident, hatte eine ganz besondere Diskussionsrunde auf die Tagesordnung gesetzt, die ihm selbst eine Herzensangelegenheit war, für einige der 500 Delegierten jedoch eine Zumutung darstellte. Ihr Titel: »Deutsche und Juden – ein ungelöstes Problem«.

Der Auftakt der Tagung am Vorabend war noch reibungslos über die Bühne gegangen. Aber als Goldmann nun die Halle betrat, spürte er schon die Unruhe, die in der Luft lag. Und als schließlich in der Vormittagssitzung die Tagesordnung verabschiedet werden sollte, brachen Tumulte aus. So erklärte die Politikerin Chaika Grossman-Orkin im Namen von vier israelischen Verbänden ehemaliger Kämpfer gegen den Nationalsozialismus, dass durch eine solche Diskussionsrunde den Deutschen ihre Verbrechen vergeben würden. Sie forderte wie mehrere hochrangige Delegierte auch ihre Absage.

Was Goldmann hier geplant hatte, war in der Tat außergewöhnlich. Kaum mehr als zwanzig Jahre nach Ende des Holocausts sollten in Brüssel zum ersten Mal hochrangige Vertreter Deutschlands mit Repräsentanten Israels und der jüdischen Diaspora über ihre Beziehungen sprechen. Besonders an der geplanten Teilnahme von Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier entzündete sich der Protest.

In der jüdischen Welt war ein Bann über Deutschland verhängt worden. Auch vom Jüdischen Weltkongress auf seiner ersten Nachkriegstagung 1948 im schweizerischen Montreux: Kein Jude dürfe sich jemals wieder auf diesem »blutdurchtränkten Boden« niederlassen. Es sollten keine Beziehungen zum Land und seinen Menschen gepflegt werden. Doch schon kurze Zeit später war es ausgerechnet der Weltkongress-Präsident Goldmann selbst, der diesen Bann aufweichte. Er trat in Verhandlungen mit Bundeskanzler Konrad Adenauer ein, die 1952 in die Luxemburger Wiedergutmachungsabkommen zwischen Deutschland, Israel und der jüdischen Diaspora mündeten. Auch dagegen gab es heftige Proteste, vor allem in Israel, wo man Goldmann der Nazi-Kollaboration beschuldigte – jenen Goldmann, den die Nazis 1935 ausgebürgert hatten und der zu einer zentralen Figur jüdischer Politik des 20. Jahrhunderts wurde, ein »Staatsmann ohne Staat«.

Seine Verdienste um Israel oder die Wiedergutmachung sind unbestritten. Sein klandestiner Politikstil sowie seine enge Freundschaft zu Adenauer und später zu Franz Josef Strauß waren dennoch eigenwillig. Gerade in Adenauer sahen viele Juden die personifizierte Schlussstrich-Mentalität: Er hatte die Entnazifizierung beendet, Millionen Täter und Mitläufer rehabilitiert und ehemalige Nazis wie Kanzleramtschef Hans Globke oder Vertriebenenminister Theodor Oberländer in Amt und Würden gebracht. Aber es war eben auch Adenauer, der 1952 die Wiedergutmachungszahlungen gegen erhebliche Widerstände beschloss und sich 1956 dem amerikanischen Drängen verweigerte, sie auszusetzen, um Israel in der Suezkrise zum Rückzug vom Sinai zu zwingen.

Diese Verflechtung prägte auch die Politik seines Nachfolgers Ludwig Erhard: Die »Aussöhnung mit den Juden« gehörte zu einer Schlussstrich-Politik, die nach vorne blickte und die Vergangenheit ruhen lassen wollte. So stand in den ersten beiden Nachkriegsdekaden die Unterstützung Israels und der jüdischen Gemeinschaft neben ausbleibender juristischer Aufarbeitung und wiedererstarkendem Antisemitismus. Nur ließ sich der Schlussstrich nicht ziehen: Auf die antisemitische Schmierwelle von 1959/60 mit Hakenkreuzen an Synagogen, jüdischen Friedhöfen und Mahnmalen folgten der Skandal um deutsche Raketenwissenschaftler, die in Ägypten Waffen gegen Israel entwickelten, die Frankfurter Auschwitzprozesse, ein wachsendes Interesse der Jugend an Anne Frank und der neue Volksverhetzungsparagraf, der Angriffe auf die Menschenwürde ganzer Bevölkerungsgruppen erstmals strafbar machte.

Ab den späten Fünfzigerjahren nahmen die Diskussionen um das deutsch-jüdische Verhältnis Fahrt auf. Sie schlossen an eine Denkfigur des frühen 20. Jahrhunderts an, als in der deutsch-jüdischen Gemeinschaft leidenschaftlich über das Verbindende und das Trennende von Deutschtum und Judentum diskutiert wurde, wie 1915 in der so titulierten Schrift des Marburger Philosophen Hermann Cohen. Nun, nach dem Holocaust, wurde die Frage dahingehend zugespitzt, ob es jemals so etwas wie ein deutsch-jüdisches Gespräch, ja vielleicht sogar eine deutsch-jüdische Symbiose gegeben habe. 1962 verwies der 1923 aus Deutschland nach Palästina ausgewanderte Religionshistoriker Gershom Scholem in seinem berühmten Brief an den deutschen Verleger Manfred Schlösser diese Interpretation ins Reich der Legenden. Ein solches Gespräch habe es nie gegeben, nur einen jüdischen Monolog, im Grunde nicht mehr als einen »Schrei ins Leere«.

Doch nun ging es vor allem um Gegenwart und Zukunft dieses Verhältnisses. Der 1939 aus Berlin in die USA geflüchtete Rabbiner Max Nussbaum warf 1959/60 in Reden und Aufsätzen die Frage auf, ob eine Versöhnung möglich sei. Die gegen Diskriminierung von Juden kämpfende Anti-Defamation League entsandte 1960 gar eine Delegation mit dem Ziel der Annäherung in die Bundesrepublik. Und nicht zuletzt bereiste der 1938 aus Deutschland geflohene Rabbiner Joseph Asher für mehrere Monate das Land und sprach sich nach seiner Rückkehr in die USA Anfang 1965 für eine Versöhnung mit der nach 1945 geborenen Generation der Deutschen aus.

Trotz heftiger Kritik an Asher, die ihm in den USA entgegenschlug, hätte der Zeitpunkt seiner Intervention kaum passender sein können. Denn im Mai 1965 gelang Kanzler Erhard mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel ein politischer Durchbruch. Der Jüdische Weltkongress und zwei seiner wichtigsten Führungsfiguren – Nahum Goldmann und Joachim Prinz – wollten dieser diplomatischen Annäherung nun auch ein ernsthaftes Gespräch auf öffentlicher Bühne folgen lassen. Beflügelt wurden sie dabei von einer Zäsur im jüdisch-christlichen Verhältnis: der 1965 veröffentlichten vatikanischen Erklärung Nostra aetate (»In unserer Zeit«), die den traditionellen kirchlichen Antijudaismus theologisch revidierte. Ab 1965 schienen die Zeichen auf Dialog zu stehen.

Die treibende Kraft war anfangs Prinz. 1963 hatte er Goldmann und Berlins Bürgermeister Willy Brandt die Idee eines deutsch-jüdischen Dialogforums unterbreitet, von der beide hellauf begeistert waren – anders als sein eigener American Jewish Congress. Zwei Jahre später hatte sich der Wind jedoch gedreht, als Prinz seine Gedanken auf dem Jüdischen Weltkongress 1965 in Straßburg präsentierte. Für Anfang 1966 organisierte er schließlich an der Brandeis-Universität in Massachusetts eine Diskussion zwischen ihm selbst und dem deutschen US-Botschafter Karl Heinrich Knappstein, die als erstes derartiges Gespräch zweier so repräsentativer Figuren nach dem Holocaust gelten kann und überwiegend Zustimmung fand. Goldmann wiederum hatte wenige Monate später die erste Israelreise Adenauers gerettet: Nach einem Eklat mit Ministerpräsident Levi Eshkol über die Wiedergutmachungszahlungen wollte der Altkanzler die Reise abbrechen, bevor Goldmann ihn zur Vernunft brachte und die Reise ohne weitere Zwischenfälle verlief.

Als Goldmann für die Tagung des Jüdischen Weltkongresses in Brüssel das Diskussionsforum »Deutsche und Juden« auf das Programm setzte, war schnell klar, dass der größte jüdische Historiker des 20. Jahrhunderts, Salo Baron, und der wichtigste Kritiker deutsch-jüdischer Annäherung, Gershom Scholem, auf dem Podium sitzen sollten. Als ranghoher deutscher Vertreter war von Anfang an Eugen Gerstenmaier gesetzt, weil er nicht nur im Widerstand gegen Hitler aktiv gewesen war, sondern auch vehement und kontinuierlich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel vorangetrieben hatte. Der von Goldmann ebenso favorisierte Publizist Rudolf Augstein wurde ihm von mehreren Vertrauten wieder ausgeredet, sodass die Wahl schließlich auf den Historiker Golo Mann fiel, der aufgrund seines eigenen Exils während der Nazizeit und einer teils jüdischen Herkunft als unbelastet galt. Der Philosoph Karl Jaspers sagte krankheitsbedingt ab. Und schließlich wollten auch noch Prinz selbst sowie Hendrik van Dam vom Zentralrat der Juden in Deutschland sprechen, der sich die Teilnahme mit der Drohung erkämpft hatte, andernfalls aus dem Jüdischen Weltkongress auszutreten. Über Deutsche und Juden hatte Goldmann ursprünglich lieber ohne deutsche Juden sprechen wollen.

Nachdem Goldmann beim Auftakt der Tagung die Kritik erfolgreich ausgeräumt hatte, gingen in der Nacht zum 4. August Bombendrohungen ein; am Morgen durchsuchte die Polizei die Tagungsräume. Am Abend konnte das Diskussionsforum dann beginnen, zu dem neben zahlreichen internationalen Journalisten auch eine deutsche Fernsehstation angereist war. Zum Auftakt durften die Vertreter dreier Organisationen, die sich gegen das Forum stellten, noch einmal ihre Position darlegen, bevor sie und einige weitere Personen unter Protest den Veranstaltungssaal verließen.

Und dann begann die Diskussion. Einleitenden Worten Goldmanns gegen seine Kritiker folgte das Referat Scholems. Er beharrte auf dem Unterschied zwischen Deutschen und Juden in Geschichte, Gegenwart und Zukunft, was einen Dialog freilich nicht ausschließe. Golo Mann widersprach seinem Vorredner gleich auf zweifache Weise. Erstens seien die deutschen Juden mehrheitlich Deutsche, und zweitens sei die Katastrophe alles andere als vorherbestimmt gewesen. Auf Scholem und Mann folgte mit Salo Baron der dritte Historiker, der ebenso wie seine Vorredner tief in die deutsche und europäische Geschichte eintauchte, um dort die Wurzeln des modernen Antisemitismus aufzuspüren. Ähnlich wie Scholem zeigte er sich vorsichtig optimistisch, dass sich ein »Geist nachbarschaftlicher Kooperation« zwischen den beiden Völkern entwickeln könne.

Spannend wurde die Diskussion freilich erst, als Eugen Gerstenmaier das Podium betrat. Der Holocaust, sagte der Bundestagspräsident, sei die »größte Schande, die Deutschland je durch deutsche Hände erlebt« habe, und diese »Blutschuld« laste »unentrinnbar« auf allen Deutschen. Aber auch wenn sie in ihrer Gesamtheit die Vergangenheit noch nicht überwunden hätten, gebe es heute ein anderes Deutschland, das sich seiner Taten schäme und alles dafür tue, dass sich Ähnliches nicht wiederhole. Darauf folgten eine reichlich verzerrte Interpretation des deutschen Widerstands als »Revolte gegen den Judenmord« und die Mahnung, dass derzeit die Gefahr nicht im Antisemitismus, sondern in dessen »Überbewertung«, also im vermeintlichen Aufbauschen eigentlich unbedeutender Vorfälle liege. Gerstenmaiers Einlass mag aus heutiger Sicht befremdlich wirken, war damals jedoch eine etablierte Argumentationsfigur, die seit Adenauers Umgang mit der antisemitischen Schmierwelle von 1959/60 zum festen Repertoire des politischen Diskurses der Bundesrepublik gehörte: Sorge bereitete nicht der Antisemitismus, sondern der Schaden, den seine Sichtbarkeit dem Ansehen der Bundesrepublik zufügen würde.

Gerstenmaier schloss seine Rede mit der Hoffnung auf eine »sturmfeste Normalisierung« der deutsch-jüdischen Beziehungen. Dem widersprach mit Nachdruck der nun folgende Redner Joachim Prinz, wohlwissend, dass die Gefahr einer Normalisierung der prägnanteste Einwand gegen die Diskussionsrunde gewesen war. Eine Normalisierung könne und dürfe es nicht geben, so Prinz, dafür aber einen »Dialog zwischen Deutschen und Juden«, der jedoch das Erinnern der Deutschen und deren »moralische Erneuerung« voraussetze, wohin es noch immer ein weiter Weg sei.

Mit der kurzen Rede van Dams, die fast nur Statistisches zur Lage der Juden in Deutschland darbot, endeten die Vorträge. Es war mittlerweile schon spät in der Nacht und die Erschöpfung so groß, dass weder Fragen noch eine Diskussion zugelassen wurden. In der jüdischen Presse rieb man sich verwundert die Augen, dass der ganzen Aufregung im Vorfeld letztlich eine derart einschläfernde Veranstaltung gefolgt war. Nur Gerstenmaier und Prinz hätten Schwung in die Diskussion gebracht. Die deutsche Presse war hingegen überwiegend begeistert, schien doch das geglückt, wogegen sich die jüdischen Kritiker der Diskussion, aber auch Prinz und Goldmann gewandt hatten: ein erster Schritt zur Normalisierung.

Das Ausbleiben der Kontroverse lastete man Goldmann oder den gelehrten Referaten an. Man konnte darin aber auch etwas anderes sehen: eine gewisse Normalität des deutsch-jüdisch-israelischen Verhältnisses im Jahr 1966. Wäre es nach Goldmann und Prinz gegangen, hätte der Dialog dennoch fortgeführt werden können. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen: Kaum waren die Delegierten aus Brüssel abgereist, verfinsterte sich die politische Lage und schürte alte Ängste. Zwischen November 1966 und April 1968 zog die nur wenige Jahre zuvor gegründete Nazipartei NPD mit Ergebnissen von 5,8 bis 9,8 Prozent in gleich sieben bundesdeutsche Landesparlamente ein. Und Ende 1966 zerbrach auch noch das Erhard-Kabinett, und das ehemalige NSDAP-Mitglied Kurt Georg Kiesinger wurde zum deutschen Bundeskanzler gewählt. Zu diesem Deutschland Vertrauen aufzubauen, fiel nun ungleich schwerer als die Jahre zuvor. Doch auch die jüdische Welt geriet in Aufruhr. Im Juni 1967 brach der Sechstagekrieg aus, dessen Folgen die Aufmerksamkeit nicht nur Israels, sondern nahezu der gesamten jüdischen Diaspora absorbierten.

Schwerer als alles andere wog aber möglicherweise eine ganz andere Transformation. Beschleunigt durch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel im Jahr 1965, wurden die ehemals deutsch-jüdischen Beziehungen immer mehr von den deutsch-israelischen Beziehungen überlagert – eine Entwicklung, die sich bis heute fortschreibt. Und so wurde das, was von Goldmann, Prinz und anderen als (Wieder-)Beginn eines deutsch-jüdischen Gesprächs geplant war, sein eigentlicher Abschluss. Etwas Ähnliches wie die Brüsseler Diskussionsrunde vom 4. August 1966 sollte es danach nie wieder geben.


Aus: "Jüdischer Weltkongress 1966: Versöhnung?" (5. August 2026)
Quelle: https://www.zeit.de/2026/34/juedischer-weltkongress-1966-bruessel-israel-nahum-goldmann-eugen-gerstenmaier


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Quote[...] Als Holocaust (englisch, aus altgriechisch ὁλόκαυστος holókaustos, deutsch ,vollständig verbrannt') oder Schoa (auch Schoah, Shoah oder Shoa; hebräisch הַשּׁוֹאָה haŠōāh für ,,die Katastrophe", ,,das große Unglück/Unheil") wird der Völkermord bezeichnet, den das deutsche NS-Regime während des Zweiten Weltkriegs an rund zwei Dritteln aller damals lebenden europäischen Juden, insgesamt 5,6 bis 6,3 Millionen Menschen, beging.

Den endgültigen Entschluss zum Genozid fasste die nationalsozialistische Führung unter Adolf Hitler kurz nach Beginn des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion ab dem Sommer 1941. Die SS, aber auch Teile der Wehrmacht und der deutschen Polizei sowie ihre Helfer aus den mit Hitler-Deutschland verbündeten Staaten verfolgten daraufhin bis 1945 das Ziel, alle Juden in ihrem Machtbereich systematisch zu ermorden, ab 1942 auch mit industriellen Methoden. Das Menschheitsverbrechen gründete auf dem staatlich propagierten Antisemitismus und der entsprechenden rassistischen Gesetzgebung im Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus.

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Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust

Judenverfolgung im Deutschen Reich (1933–1945)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Judenverfolgung_im_Deutschen_Reich_(1933%E2%80%931945)

https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus

https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismusforschung

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Antisemitismus_bis_1945

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Antisemitismus_seit_1945

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Quote[...] Dass die Psyche des Menschen nicht nur aus Inhalten und Strukturen bestehe, die dem Menschen bewusst sind, ist eine Grundannahme aller tiefenpsychologischen Theorierichtungen, wie sie maßgeblich von Sigmund Freud (1856–1939) und Carl Gustav Jung (1875–1961), aber auch von Eugen Bleuler (1857–1939), Alfred Adler (1870–1937) und weiteren Psychologie-Pionieren der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden. Diese Inhalte werden – auch im Anschluss an Philosophen wie Carl Gustav Carus (1789–1869) und Eduard von Hartmann (1842–1906) – als ,,das Unbewusste" bezeichnet.

Das Konzept des ,,kollektiven Unbewussten" als Hauptbereich des Unbewussten ist eine Besonderheit in der Psychologie C.G. Jungs. Er schrieb 1935 zur Unterscheidung seiner Auffassung des Unbewussten von der Psychoanalyse nach Freud:

    ,,Zunächst beschränkte sich der Begriff des Unbewußten [bei Freud] darauf, den Zustand verdrängter oder vergessener Inhalte zu bezeichnen. Bei Freud ist das Unbewußte, obschon es – wenigstens metaphorisch – bereits als handelndes Subjekt auftritt, im Wesentlichen nichts anderes als der Sammelort eben dieser vergessenen und verdrängten Inhalte und hat nur vermöge dieser eine praktische Bedeutung."

In einer späteren Ausgabe (1954) ergänzte Jung, dass Freud seine Theorie ebenfalls weiterentwickelt habe: ,,Freud hat seine hier angedeutete Grundansicht in späteren Arbeiten differenziert: die Instinktpsyche nannte er ,Es', und sein Über-Ich bezeichnet das dem Individuum teils bewußte, teils unbewußte (verdrängte) Kollektivbewußtsein." Aus Jungs Sicht enthält das kollektive Unbewusste jedoch Grundformen seelischer Entwicklung sowie einen kreativen, auf Individuation und Ganzheit zielenden Aspekt, der über die Freud'sche Verdrängungstheorie und seine Annahme einer ,,archaischen Erbschaft" in der menschlichen Psyche hinausgehe. Freud war besonders 1938 Jungs Theorieentwicklung nähergekommen, als er schrieb: ,,Darüber hinaus bringt der Traum Inhalte zum Vorschein, die weder aus dem reifen Leben noch aus der vergessenen Kindheit des Träumers stammen können. Wir sind genötigt, sie als Teil der archaischen Erbschaft anzusehen, die das Kind, durch das Erleben der Ahnen vor jeder eigenen Erfahrung mit sich auf die Welt bringt." Jung maß jedoch dem kollektiven Unbewussten eine viel weitergehende Bedeutung zu als Freud und er schrieb, dieses könne wie ein ,,zweites psychisches System, von kollektivem, nicht-persönlichem Charakter" im Menschen angesehen werden.

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Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kollektives_Unbewusstes (21. November 2023)

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Moshe Zuckermann (* 1949) ist ein israelisch-deutscher Soziologe und emeritierter Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Moshe_Zuckermann

https://www.perlentaucher.de/autor/moshe-zuckermann.html

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Quote[...] Auf ihrer ständigen, immer noch vergeblichen Suche nach Normalität sieht Zuckermann Israel und Deutschland in eine ,,pathologische Beziehung" verstrickt. Das ,,Anti-Antisemitismus-Geschrei" vieler Deutscher sowie der Umstand, dass die Sicherheit Israels zur ,,deutschen Staatsräson" erklärt wurde – beides ist laut Zuckermann als Überkompensation der Holocaust-Schuld und als ,,letzte Konsequenz aus der verbrecherischen Geschichte" zu verstehen. Eben das mache die Deutschen blind gegenüber der Tatsache, dass die einstigen Opfer mittlerweile Täter sind (weil das, so zitiert Zuckermann Henryk M. Broder, ,,mehr Spaß macht", als Opfer zu sein).

Micha Brumlik und der Zentralrat der Juden, Heiko Maas und die ,,Bild", Jutta Ditfurth und Volker Beck, allen wirft Zuckermann Anbiederung an den ,,faschisierten" Staat Israel und ideologisierten Gebrauch der Antisemitismus-Keule vor. Sein Buch ist einseitig, polemisch, mäßig strukturiert, teils psychologisch spekulativ. Palästinenser kommen nur als Opfer vor, Israels Politiker fast nur als Kriminelle, die Deutschen sind vergangenheitskrank und gegenwartsblind.

Trotzdem: Zuckermann legt den Finger in einige offene Wunden. Er macht sichtbar, wo in Deutschland und in Israel der Anti-Antisemitismus-Diskurs ins Heuchlerische umschlägt. Er sät munter Sturm und wird gewiss Gegenwind ernten.

Moshe Zuckermann: Der allgegenwärtige Antisemit oder die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit
Westend Verlag, Frankfurt am Main 2018
256 Seiten



Aus: "Polemische Kritik am deutsch-israelischen Verhältnis" Arno Orzessek (03.09.2018)
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/moshe-zuckermann-der-allgegenwaertige-antisemit-polemische-100.html

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Quote[...] »Den Schmerz der Anderen begreifen«, das neue Buch von Charlotte Wiedemann, ist ein engagiertes Plädoyer für eine neue Erinnerungskultur, für die Utopie eines »Weltgedächtnisses«. Um sich diesem Ziel anzunähern, so Annette Knaut, ist es notwendig, »den eigenen Ort des Sprechens zu verlassen« und über neue Formen grenzüberschreitender Öffentlichkeiten nachzudenken. Wie könnten derart »transkulturelle Diskursräume« aussehen? Was sind die Konturen eines »Weltgedächtnisses«? Welche Werkzeuge, welche Medien sind dafür nötig?

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Aus: "Den Schmerz der Anderen begreifen" (25.01.2023)
Quelle: https://www.ifs.uni-frankfurt.de/eventleser/den-schmerz-der-anderen-begreifen.html



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Quote[...] Charlotte Wiedemann: Den Schmerz der Anderen begreifen
Holocaust und Weltgedächtnis, Propyläen Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783549100493, 288 Seiten


Orientierung und Ermutigung zum Handeln: Wege zu einer neuen Gedenkkultur. In einem Moment, in dem hitzige Feuilleton-Debatten den Eindruck erwecken, es ginge um einen kurzlebigen Positionsstreit, stellt Charlotte Wiedemann klar: Was wir erleben, ist eine Zeitenwende - wir müssen unsere Haltung zur deutschen Geschichte aus einer kosmopolitischen Perspektive neu begründen. Das heißt: nicht-europäische, nicht-westliche Sichtweisen ebenso einbeziehen wie die Ansprüche einer jungen, diversen Generation in Deutschland. Wie lässt sich in Zukunft an den Holocaust und an die kolonialen Verbrechen erinnern? Globalhistorisch fundiert und persönlich zugleich denkt Charlotte Wiedemann die Idee des Antifaschismus neu und entwirft ein empathisches Gedenkkonzept für unsere Zeit.

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https://www.perlentaucher.de/buch/charlotte-wiedemann/den-schmerz-der-anderen-begreifen.html

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"Der utopische Raum – Den Schmerz der Anderen begreifen" Live übertragen am 25.01.2023 
Charlotte Wiedemann und Annette Knaut über den transkulturellen Diskurs als konkrete Utopie
,,Den Schmerz der Anderen begreifen", das neue Buch von Charlotte Wiedemann, ist ein engagiertes Plädoyer für eine neue Erinnerungskultur, für die Utopie eines ,,Weltgedächtnisses". Um sich diesem Ziel anzunähern, so Annette Knaut, ist es notwendig, ,,den eigenen Ort des Sprechens zu verlassen" und über neue Formen grenzüberschreitender Öffentlichkeiten nachzudenken. Wie könnten derart ,,transkulturelle Diskursräume" aussehen? Was sind die Konturen eines ,,Weltgedächtnisses"? Welche Werkzeuge, welche Medien sind dafür nötig?
Vortrag und Gespräch mit Charlotte Wiedemann, Publizistin und Reporterin, und Annette Knaut, Universität Augsburg, über den transkulturellen Diskurs als konkrete Utopie.
Die Veranstaltung findet im medico-Haus [https://de.wikipedia.org/wiki/Medico_international] statt und wird zusätzlich auf dem Youtube-Kanal von medico international gestreamt.
https://youtu.be/l2VfyMgMqfw

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Charlotte Wiedemann: Den Schmerz der Anderen begreifen
Holocaust und Weltgedächtnis, Propyläen Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783549100493, 288 Seiten


Berührendes und wichtiges Buch (Bewertet in Deutschland am 22. Februar 2024)

Die Autorin betrachtet eine schwierige Frage aus verschiedenen Blickwinkeln. Sie zeigt uns die blinden Flecken unserer Erinnerungskultur auf sowohl bzgl. des Holocaust als auch des Kolonialismus. Das Buch ist in einem ruhigen, nachdenklichen Ton geschrieben, stellenweise sehr berührend, stellenweise aufrüttelnd. Ich habe mir sehr viele Sätze markiert, weil ich sie bemerkenswert fand oder sie mir eine Perspektive aufzeigen, die tatsächlich in meinem Geschichtsbild noch nicht vorkam.

Die Autorin hat das Buch mit Empathie und mit Expertise geschrieben und dabei viele Stimmen zitiert, die den Ereignissen näher stehen als sie selbst. Ich mag die Selbstreflexion, die Art, wie sie keine schon gefestigte Meinung predigt, sondern sich vorsichtig vortastet zu Urteilen, um sie danach selbst wieder zu hinterfragen. Eine Art des Nachdenkens, von der wir alle in heutigen aufgeregten Debatten mehr gebrauchen könnten.


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#15
Dissident (von lateinisch dissidēre ,,auseinander sitzen, nicht übereinstimmen, in Widerspruch stehen") bezeichnet einen Andersdenkenden, der öffentlich gegen die allgemeine Meinung oder politische Regierungslinie aktiv auftritt. Hauptsächlich wird die Bezeichnung für Oppositionelle in Diktaturen und totalitären Staaten verwendet, weil das ungehinderte Aussprechen der eigenen Meinung in Demokratien ein Grundrecht ist und damit als selbstverständlich gilt. ... Die Bezeichnung Dissident wurde ab den 1970er Jahren vorwiegend für oppositionelle Künstler und Intellektuelle (insbesondere Bürgerrechtler) des kommunistischen Herrschaftsbereichs verwendet. Die Entstehung der Dissidentenbewegung in der Sowjetunion war nicht zuletzt eine Reaktion auf das Ende des poststalinistischen Massenterrors gewesen. Die Verhaftung der Schriftsteller Andrei Sinjawski und Juli Daniel im September 1965 hatte eine Entwicklung angestoßen, die in der ersten öffentlichen Kampagne für Bürgerrechte hinter dem Eisernen Vorhang münden sollte. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Dissident

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Dissident_(Sowjetunion)

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Person_(Sowjetunion)

Kategorie:Person der deutschen Besetzung der Sowjetunion 1941–1945
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Person_der_deutschen_Besetzung_der_Sowjetunion_1941%E2%80%931945

Als Eiserner Vorhang wird in Politik und Zeitgeschichte nach dem Namensgeber aus dem Theaterbau sowohl der ideologische Konflikt als auch die physisch abgeriegelte Grenze bezeichnet, durch die Europa in der Zeit des Kalten Krieges geteilt war. Er bildete nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu den Revolutionen im Jahr 1989 die Trennlinie zwischen den marktwirtschaftlich orientierten demokratischen Staaten im Westen und den planwirtschaftlich geleiteten, realsozialistischen Diktaturen im Osten. Nach der Abwendung Jugoslawiens von der Sowjetunion im Jahr 1948 schotteten sich Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Albanien von Jugoslawien an ihren Grenzen auf ähnliche Weise ab wie von den ,,kapitalistischen" Staaten.
Die innerdeutsche Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR und die Berliner Mauer waren Teil des Eisernen Vorhangs. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Eiserner_Vorhang

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Quote[...] Fangen wir doch mal von unten an, da, wo die neue Zeit auch wirklich begann und zu beginnen noch immer nicht aufgehört hat. In ganz Osteuropa handelte es sich 1989 um basisdemokratisch auftretende und handelnde Bewegungen, die dem alten Staatsaufbau die Legitimität entzogen, ihn erstaunlich schnell auflösten und selbst versuchten, sich an seine Stelle zu setzen. Vorgänge, von denen mehrere Generationen bis dahin und in ihren je verschiedenen politischen Farben nur hatten träumen können. Jedem war klar, dass es sich unumkehrbar um den Untergang des Stalinismus handelte, doch mehr auch nicht. Was der gewesen war, welche Gesellschaft man jetzt selbst war, wo der Weg weiter verlaufen könnte, das war im Dunkel des gelebten Augenblicks verborgen.

Dem eigenen Aufbruch folgte bald ein ebenso großer Umbruch. 1991 zerbrach die Sowjetunion unter dem Druck ihrer internen Spannungen. Die Demokratisierung war hier von oben angestoßen worden, konnte sich auf politische Basisbewegungen aber nicht ausreichend stützen und lief daher in regionale und fraktionelle Separationen der Staatsapparate aus, bis hin zu Abspaltungen und Austritten ganzer Teilstaaten aus der Union. Auch diese Vorgänge waren Überwindung des Stalinismus, jedoch in ganz anderer politischer Gestalt als in Osteuropa.

In dieser zerklüfteten Landschaft leben wir seit 35 Jahren ...


Aus: "35 Jahre West" Klaus Wolfram (20. Februar 2025)
Klaus Wolfram studierte Philosophie und Ökonomie in Ost-Berlin. Er war Mitglied im Verfassungsausschuss des Zentralen Runden Tisches, in dem ein Verfassungsentwurf für die DDR erarbeitet wurde. Klaus Wolfram war Koordinator der Programmgruppe des Neuen Forum und Mitglied im Arbeitsausschuß des NF. 1990-1992 war er Herausgeber der Wochenzeitung ,,Die Andere" und Mitbegründer des BasisDruck Verlages.
Quelle: https://telegraph.cc/35-jahre-west/

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Quote[...] 1966 reiste Schlögel erstmals in die Sowjetunion, 1968 erlebte er den Prager Frühling persönlich. Der junge Karl Schlögel hatte sich in seiner Dissertation zunächst mit Arbeiterkonflikten in der Sowjetunion auseinandergesetzt. Es folgten Aufenthalte in dem Riesenreich im Osten, woraus das Buch ,,Moskau lesen" hervorging. Ein ganz großer Wurf sollte dann mit dem Buch ,,Terror und Traum. Moskau 1937" im Jahr 2008 folgen, in dem er die Gleichzeitigkeit von Utopie und Gewalt in der Stalinzeit thematisierte. Eine Zeit, in die sich Putin zurückzusehnen scheint.

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Aus: "Warner und Aufklärer" Michael Hesse (29.07.2025)
Quelle: https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/der-osteuropa-historiker-karl-schloegel-wird-mit-dem-friedenspreis-des-deutschen-buchhandels-ausgezeichnet-warner-und-aufklaerer-93857869.html

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Quote[...]  Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2008: Euphorisch begrüßt der Historiker Gerd Koenen Karl Schlögels "stereoskopischen Rundblick" durch das Moskau im stalinistischen Terrorjahr 1937 als beispielloses Panorama aus disparaten Perspektiven und Schicksalen. Besonders beeindruckt den Rezensenten, dass hier eben keine weitere Geschichte des "Großen Terrors" entstand, sondern das Projekt verfolgt worden sei, nachvollziehbar zu machen, wie dieser Massenterror in das "Bild einer stürmischen Industrialisierung, Mobilisierung und Urbanisierung" des Landes eingeordnet sei. Schlögel beginne mit der Schlussszene aus dem Schlüsselroman jener Zeit, Bulgakows "Meister und Margarita", was aus Sicht des Rezensenten ein Kunstgriff ist. Aber auch sonst feiert er Schlögel als "Meister" bei der Beschaffung anschaulichen Materials aus einer Zeit, die alles Material vernichtet und Demografen und Statistiker erschossen habe. Fasziniert beugt sich Koenen über das "irrisierende Gesamtpanorama", das Schlögel in vierzig Kapiteln aus Zeitungen, Reklamen, Publikumsfilmen und Monumentalgemälden gefiltert hat, aus Choreografien und Liedern der großen Aufmärsche, architektonischen Plänen, Privataufzeichnungen und Briefen jenes Jahres. Fasziniert auch deshalb, weil Schlögel ihm hier verdeutlichen kann, dass das Projekt vom Umbau Moskaus und der Gesellschaft den westlichen "Vorbildern einer avancierten Gesellschaft" ähnlicher gewesen sei, als man es später hätte wahrhaben wollen.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2008: Tief eingedrungen ist Cord Aschenbrenner in das Moskau des verfluchten Jahres 1937 mit diesem Buch, in dem sich der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel des dunkelsten Kapitel der sowjetischen Geschichte annimmt. Dabei beleuchtet er, wie der Rezensent informiert, die Zeit des Großen Terrors nicht so sehr aus der Sicht der Exekutoren - Stalin und seine Handlanger - spielen nur am Rande eine Rolle. Worauf es Schlögel ankomme, sei, als eine "Geschichte der Gleichzeitigkeit" das alltägliche Leben der Moskauer darzustellen, die, während Hunderttausende erschossen und in die Lager verbannt wurden, mit Mühe und Not dem Schrecken standhielten, stundenlang nach einem Laib Brot anstanden oder aber "im Gorki-Park tanzen" gingen. Dass Schlögel mit keiner allumfassenden These aufwartet, vermerkt Rezensent Aschenbrenner, übel nimmt er es ihm nicht.

Zu: Karl Schlögel: Terror und Traum - Moskau 1937
Carl Hanser Verlag, München 2008, ISBN 9783446230811
811 Seiten, Gebunden



Aus: "Terror und Traum - Moskau 1937" (2008)
Quelle: https://www.perlentaucher.de/buch/karl-schloegel/terror-und-traum.html

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Quote[...] In seiner allgemeinverständlichen wie tiefgehenden Analyse ,,Terror und Traum" aus dem Jahr 2008 rekonstruiert Schlögel das Leben in Moskau im Jahr 1937 unter der Schreckensherrschaft Stalins. Schlögel zeigt, dass es nicht nur von Willkür und Gewalt, sondern auch von utopischen Träumen von einer besseren Zukunft geprägt war – eine häufig übersehene Gleichzeitigkeit. Zuletzt erschien 2023 ,,American Matrix", eine Geschichte der USA durch die Augen eines Osteuropahistorikers in Amerika.

Beeindruckend ist nicht nur Schlögels Spagat zwischen Akademie und Publizistik. Er ist auch als entschiedene Stimme in der deutschen Öffentlichkeit präsent, die sich solidarisch zeigt mit all denjenigen in Ost- und Mitteleuropa, die für Freiheit und Menschenrechte einstehen. Und das lebt er. Im Jahr 2014 lehnte er die Puschkin-Medaille wegen der damals begonnenen russischen Besatzung ukrainischer Gebiete ab.

1948 als Bauernsohn im Allgäu geboren, kam er dort auf dem elterlichen Hof früh mit Flüchtlingen aus dem Osten in Berührung. In einem Benediktinerinternat in Bayern lernte er Russisch. Sein Lehrer war aus Ostpolen in den amerikanischen Sektor geflüchtet. Eine Klassenfahrt im Jahr 1966 führte ihn zum ersten Mal in die Sowjetunion. 1968 erlebte er den Prager Frühling vor seiner Niederschlagung durch die Truppen des Warschauer Pakts mit – eine Erfahrung, die ihn langfristig prägen sollte.

Es folgte ein Studium der osteuropäischen Geschichte, Philosophie, Soziologie und Slawistik an der Freien Universität Berlin. In seiner Dissertation setzte sich Schlögel mit Arbeiterkonflikten in der Sowjetunion auseinander. Zeitweise war er in der maoistischen KPD aktiv.

Vor seiner Emeritierung 2013 hatte Schlögel die Professur für die Geschichte Osteuropas an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) inne und forschte dort zur Kulturgeschichte Osteuropas, Geschichte der russischen Emigration und zu Stadtkulturen im mittleren und östlichen Europa. Er ist kein Gelehrter, der nur am Schreibtisch verharrt, sondern einer, der auch auf die Straße geht. Man sah ihn in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Demonstrationen in Berlin – mit einer großen Ukraineflagge um die Schultern.

In seiner Rede anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Gerda-Henkel-Preis im vergangenen Herbst betonte Schlögel, der russische Überfall auf die Ukraine im Jahr 2014 sei für ihn ,,der Schock" gewesen: ,,Verstehen, dass man noch einmal ganz von vorne beginnen muss: In diesem Fall hieß das: endlich wahrzunehmen und anzuerkennen, dass es ein Land, einen Staat, eine Nation namens Ukraine gab, die in einem russozentrischen, ganz und gar auf die Hauptstadt der ehemaligen Sowjetunion fixierten Blick immer nur als Hinterland, Durchgangsland, Peripherie, Provinz wahrgenommen wurde, ohne eigene Geschichte, Kultur und Sprache. Man traut es sich kaum auszusprechen: Es bedurfte eines Krieges, um die Ukraine auf unsere mentale Landkarte zu bringen, aus dem Abseits ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken."

Der zweite Schock war die Vollinvasion im Februar 2022. Daraus zog Schlögel Konsequenzen, beschloss, ,,noch einmal auf die Schulbank zurückzugehen", wie er bescheiden und selbstkritisch zugibt.

Schlögel setzt sich für die Ukraine, aber auch unermüdlich für die russische Zivilgesellschaft ein, die sich gegen die Diktatur und den Krieg stellt. Der kürzlich erschienene Sammelband ,,Memorial. Erinnern ist Widerstand", herausgegeben von Mitgliedern der in Moskau gegründeten Menschenrechtsorganisation, enthält einen erhellenden Beitrag des Osteuropahistorikers.

Es übersteige die Macht selbst der ,,noch mächtigsten Diktatoren", individuelle und kollektive Gedächtnisse vollständig zu beherrschen, schreibt Schlögel darin. Es sei gerade die Gegenwartserfahrung sinnloser Gewalt, es seien die verbrecherischen Praktiken des Kremls, die in einer ,,eigentümlichen Dialektik der Aufklärung" die verlogenen Narrative der Staatsmacht wider Willen enttarnten und zerstörten. Dieser Dialektik gehöre die Zukunft.


Aus: "Dialektiker des Ostens" Yelizaveta Landenberger (29.7.2025)
Quelle: https://taz.de/Friedenspreis-an-Historiker-Schloegel/!6104006/

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"Histoire totale mit Abstrichen" Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Ausgabe: 59 (2011) H. 3 - Verfasst von: Dietmar Neutatz
https://www.dokumente.ios-regensburg.de/JGO/Rez/Neutatz_MR_Schloegel_Terror_und_Traum.html

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Quote[...] Gerd Koenen ist Autor der Bücher ,,Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus" und ,,Im Widerschein des Krieges. Nachdenken über Russland" (2023). ... Der diesjährige Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird Karl Schlögel am 19. 10. in einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Die Laudatio hält Katja Petrowskaja. ...

Dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2025 wird Karl Schlögel nicht ganz ohne Bangen entgegengeschaut haben. Denn er ist noch etwas anderes als die vielen Auszeichnungen, die der 77-Jährige für sein wissenschaftliches und literarisches Lebenswerk bereits bekommen hat. Der ,,Friedenspreis" gilt seit 1950 als Indikator und Katalysator der politischen und geistigen Entwicklung der Bundesrepublik, seit 1990 des wiedervereinigten Deutschlands. Es ist ein Preis mit internationaler Reichweite und Bedeutung. Jedenfalls liegt eine Verantwortung (ein Hauch von ,,Staatsraison") darauf, der Preisgeber wie Preisträger gerecht werden müssen.

Die Jury des Friedenspreises ist in den letzten Jahren ziemlich mutig vorangegangen. 2022, als der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine begann, wählte sie 2022 Serhij Zhadan, den Dichter-Sänger-Kämpfer aus Charkiw, der jetzt die Uniform seines Landes trägt. Eine entschiedene Parteinahme, wie man sie der Bundesrepublik fast schon nicht mehr zugetraut hatte. Dass diese Wahl von einigen in Zweifel gezogen wurde – ein Friedenspreisträger, der zum bewaffneten Widerstand aufruft! –, war dabei ,,eingepreist". Ähnlich wie im Fall der amerikanisch-polnischen Historikerin Anne Appelbaum, die 2024 geehrt wurde.

Nun also Schlögel. Bei aller erwartbaren Kritik – was ist mit Gaza, Sudan, Klimawandel oder Migration? – ist diese Entscheidung für Karl Schlögel ein Zeichen zur richtigen Zeit. Putins Versuch, die Ukraine militärisch zu annektieren und die mühsam etablierte europäische Staatenordnung komplett einzureißen, ist noch immer der entscheidende Konflikt der Gegenwart. Er hat das Potenzial, einen Weltkrieg auszulösen. Ein Unterwerfungsfrieden, den Putin der demokratischen Ukraine (unter Assistenz der USA und Europas) diktierte, wäre ein Präzedenzfall für den weiteren Einsatz von kriegerischen Mitteln auf allen Gebieten.

Im Übrigen ist Schlögel nicht einfach jemand, der ,,Position bezieht". Der Friedenspreis des Buchhandels gilt, wie die Begründung klarstellt, einer Lebensleistung, die neue Dimensionen und Blickachsen eröffnet hat. Das betrifft auch die Bereitschaft des Osteuropa- und Russlandhistorikers zur schmerzlichen Selbstrevision, die er nach der Annexion von Krim und Beginn des Kriegs im Donbass 2014 bekundete. Mit unerschöpflicher Energie. Und zwar durch Hinfahren, Anschauen, Witterung Aufnehmen (zum Beispiel im umkämpften Donezk), um so frisch gewonnene Eindrücke mit früheren Beobachtungen zu vergleichen, die Schlögel in Reportagen, archäologischen Städtebildern und Geschichtspanoramen entfaltet hatte.

https://taz.de/Friedespreis-des-deutschen-Buchhandels/!6099498/

https://taz.de/Friedenspreis-an-Historiker-Schloegel/!6104006/

Durch seine bereits 2015 erschienene Essay- und Reportagensammlung ,,Entscheidung in Kiew", die viele erst im Jahr der russischen Invasion 2022 als ,,Buch der Stunde" entdeckten, hat er entscheidend daran mitgewirkt, den blinden Fleck, den die Ukraine in unserer ,,mental map" bis dahin bildete, mit Wissen zu füllen. Er hat uns diese sich formende und findende östliche Nation als vielgestaltiges ,,Europa im Kleinen" nähergebracht. Und er erinnerte daran, wie sehr die Wahrnehmung der Ukraine als gestalt- und herrenloser ,,Lebensraum", als Rohstoff- und Arbeitskraftreservoir den düstersten Erbschaften großdeutsch-imperialer Weltmachtansprüche entsprang. Durch die brennende Ukraine, vorbei an den Massengräbern ihrer jüdischen Bewohner und den verrottenden Leichen getöteter Rotarmisten und Zivilisten, sind viele unserer (Ur-)Großväter, Onkel und Väter im Zuge des ,,Russlandfeldzugs" der Wehrmacht nach Stalingrad und weiter in den Kaukasus marschiert – Schlögels Vater ebenso wie Verwandte von mir. Von vielen derer, die heute um eines angeblichen ,,Weltfriedens" oder ,,deutscher Interessen" willen Kyjiw lieber den großrussischen Ansprüchen Putins als ,,Reichsprotektorat" überlassen würden.

Diese Neujustierung des Blicks hat Schlögel aber keineswegs, wie der Staatssender Russia TV 2015 giftete, von einem anerkannten Russlandkenner in einen fanatischen Russlandverächter verwandelt. Es ist genau umgekehrt: Kaum jemand dürfte sich über vier Jahrzehnte hinweg mit solch lebensgeschichtlicher Energie und Leidenschaft in die russische und die sowjetische Welt vertieft und ihren zwischen ,,Traum und Terror" oszillierenden Faszinationen überlassen haben wie er.

Schlögel hat die im großstaatlich-imperialen Zwangsrahmen ausgebildeten Lebenswelten unermüdlich per Bahn, Bus, als Anhalter und zu Fuß erkundet, staunend betrachtet und eingehend beschrieben. Mit unerschöpflicher Wissbegierde hat er sich in Archivalien und Zeitungen, philosophische und literarische Texte, Kunstwerke und Alltagsgegenstände, architektonische Entwürfe und Hinterhofrealitäten, in Bilder und Musik, individuelle Schicksale oder administrative Strukturen vertieft und all dies miteinander verknüpft.

Durch ihn haben wir 1984 ,,Moskau lesen" gelernt. 1987 Sankt Petersburg als ,,Laboratorium der Moderne" entdeckt. 1998 Berlin als den einstigen ,,Ostbahnhof Europas" kennengelernt. Und 2007 das tragisch-pandämonische ,,Moskau 1937" durchmessen und (wie Bulgakows Margarita) aus der Vogelperspektive betrachtet.

Aber inmitten der Arbeiten an diesen Großpanoramen hat Schlögel immer auch die Gunst des historischen Augenblicks zu nutzen gesucht, um die Wege und Formen festzuhalten, in denen sich nach 1990 das zuvor geteilte Europa inmitten der Energieströme einer sich globalisierenden Welt neu organisierte.

Er forschte den von niemandem gelenkten sozialen Kriechströmen nach, die auf einem freien Feld im litauischen Marjampole Mitte der 1990er Jahre einen gigantischen transkontinentalen Autobasar schufen. Und im ,,Wunder von Nishnij" setzte er darauf, dass die Summe der kleingewerblichen Aktivitäten in den Städten an der Wolga auf deren Wiederbelebung als russischer Lebensader hinauslaufen könne, ja müsse.

War dies blauäugiger Enthusiasmus – oder ein Vorschein von Entwicklungen, die historisch sehr wohl möglich gewesen sind? Erst das Einschwenken Russlands unter der Ägide Putins und seiner kleptokratischen Machtkohorte auf den fatalen Weg devisenträchtiger Energie- und Rohstoffexporte, innerer Gleichschaltungen und äußerer Expansionen hat die Pfade in eine bessere Zukunft für Russland und seine unmittelbaren Nachbarn verschüttet.

Eben deshalb hat Karl Schlögel im Jahr 2017 die herkulische Anstrengung noch einmal auf sich genommen, ein Gesamtbild des unter tragischen Opfern und Verlusten geschaffenen und 1991 kollabierten Imperiums zu entwerfen, unter dem fast provokanten Titel ,,Das sowjetische Jahrhundert". Diese epische ,,Archäologie einer untergegangenen Welt" ist in vielem auch ein Requiem auf die katastrophal vernichteten Kulturleistungen, die – trotz oder sogar wegen aller Repressionen – in diesem Land der vielen Völker erbracht worden sind, auf die vernichteten Leben und Menschen, die das getan und getragen haben. Den Anstoß, dieses große Werk zu schreiben, hat Putins krimineller Feldzug gegen die Ukraine geliefert, der auch eine Selbstzerstörung Russlands und seiner eigenen Vielgestaltigkeit ist.

So kam es auch, dass ich im Frühsommer 2015 in Dnipropetrowsk (dem heutigen Dnipro) am Rande einer Tagung über den ,,Holocaust in der Ukraine" zwei Abende lang hinter Karl hergerannt bin, während er mit seinem Radarblick die ihm vertraute Stadtlandschaft noch einmal im Eilschritt einscannte und überprüfte. Er steuerte zielsicher die frühere ,,Insel der Jugend" an (eine Komsomol-Hinterlassenschaft), um an den Buden noch ein Bier zu trinken und auf die halb erleuchteten Hüttenwerke gegenüber zu schauen, über denen ein künstlicher Mond (ein Kunstwerk) hing.

Dort hinüber wollte er am nächsten Tag frühmorgens mit der Straßenbahn fahren, um zu schauen, was in diesem einstigen Zentrum der sowjetischen Schwer- und Rüstungsindustrie noch in Betrieb war und wo die Stadt in die Dörfer und Felder überging. Anhand seiner verstreuten Hinweise bekam ich zumindest eine Ahnung davon, wie viele Zeitschichten und Entwicklungsströme hier zusammengeflossen sind – die er in seinem Porträt einer ,,Rocket City am Dnjepr und Potjomkins Stadt" entfaltet hat.

Solche Ausgänge aus selbst verschuldeter Ahnungslosigkeit hat der Träger des diesjährigen Friedenspreises uns allen eröffnet.


Aus: "Die Zeichen der Zeiten lesen" Gerd Koenen (11.10.2025)
Quelle: https://taz.de/Friedenspreis-fuer-Osteuropa-Historiker/!6116256/


#16
Quote[...] In der Filmreihe des Horrorklassikers ,,Halloween" endet fast jede Folge mit dem vermeintlich sicheren Tod des Bösewichts Michael Myers. Der Mann gerät stets in Situationen, die, wenn es halbwegs realistisch zugehen sollte, eigentlich niemand überleben kann. Er wird mehrfach erschossen, erstochen, mit einer Eisenstange erschlagen, mit Vollgas von einem Auto überrollt, in die Luft gesprengt, von einem Balkon gestoßen, vergiftet ... Und doch ist Myers in jeder Fortsetzung plötzlich wieder da. Wie er das macht, wird nie richtig erklärt. Er tritt einfach auf und ist so gefährlich wie eh und je.

Der Sozialismus ist so etwas wie der Michael Myers der politischen Ideologien. Er wurde nach spektakulären Zusammenbrüchen oft tot geglaubt, aber es gibt doch immer wieder eine Fortsetzung.

Der Fall der Berliner Mauer und der anschließende Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus in sämtlichen Staaten des Ostblocks war das politische Äquivalent zum dramatischen ,,Halloween"-Showdown. Der Sozialismus galt als tot; war er doch, ohne jede Ambivalenz, ohne jede Einschränkung auf ganzer Linie gescheitert. Der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama sprach damals vom ,,Ende der Geschichte" – und er meinte damit nicht, dass nachher auf der Welt nichts Interessantes mehr passieren würde. Er meinte, dass die großen ideologischen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts beendet seien. Das ,,Ende der Geschichte" sollte also, unter anderem, das Scheitern des Sozialismus sein.

War es aber nicht. Eine Fortsetzung folgte. Eineinhalb Jahrzehnte später rief Hugo Chávez in Venezuela den ,,Sozialismus des 21. Jahrhunderts" aus und weckte damit international viel Begeisterung. Als Chávez im Mai 2006 in der Wiener Arena auftrat, versammelten sich dort Tausende, um ihm zuzuhören. Diesmal sollte alles ganz anders werden: demokratischer, undogmatischer, partizipatorischer. Ein Sozialismus des Volkes, nicht der Parteifunktionäre. Kurz nach Chávez' Tod 2013 kollabierte auch dieses Experiment, und der viel gerühmte ,,Sozialismus des 21. Jahrhunderts" schien mausetot.

Auch diesmal ließ eine Fortsetzung nicht lange auf sich warten. Ab 2015 erzielten sozialistische Parteien und Kandidaten – viele davon kurz vorher noch große Chávez-Bewunderer – in mehreren westlichen Ländern spektakuläre Triumphe. Die Wahlerfolge von Syriza in Griechenland und Podemos in Spanien kann man vielleicht noch als der Eurokrise geschuldete Sonderfälle betrachten. Dann aber erreichte das Phänomen auch den angloamerikanischen Raum, der bis dahin als relativ sozialismusresistent gegolten hatte. In Großbritannien entstand, ganz spontan und scheinbar aus dem Nichts heraus, eine euphorische Jugendbewegung rund um den Sozialisten Jeremy Corbyn, in den USA formierte sich eine ganz ähnliche Bewegung um den Sozialisten Bernie Sanders.

... Woher nimmt der Sozialismus diese Michael-Myers-Energie?

... Die Antwort lautet, dass es Sozialisten gelungen ist, sich sehr erfolgreich von allen Beispielen des real existierenden Sozialismus zu distanzieren. Es gilt heute als banausenhaft, einem Sozialisten die DDR, die Sowjetunion oder Nordkorea vorzuhalten. Es gilt als ungebildet, den Sozialismus nach seinen Ergebnissen zu bewerten.

... Das Scheitern des Sozialismus wiederholt sich seit über hundert Jahren. Die unzähligen Probleme, die im dabei immer wieder auftraten, hatten Marx und Engels per Annahme ausgeschlossen. Was, wenn es zur Massenauswanderung kommt, weil viele Arbeiter nicht in diesem ,,Arbeiterstaat" leben möchten? Was, wenn der Lebensstandard der Arbeiter im Vergleich zum kapitalistischen Ausland zurückfällt? Was, wenn es massenhaft Widerstand gibt, nicht nur vom Klassenfeind, sondern auch und gerade aus der Arbeiter- und Bauernschaft? Das sind alles Dinge, die in der Mythologie von Marx und Engels gar nicht hätten passieren dürfen. Das Scheitern des Sozialismus ging mit repressiven Zügen einher. Das wird beim nächsten Mal auch nicht anders werden. Und dann wird es, im Nachhinein, wieder kein ,,echter" Sozialismus gewesen sein.

...


Aus: "Das ewige Scheitern des Sozialismus" Kristian Niemietz [Kristian Niemietz
ist klassisch-liberaler Volkswirt
] (Datum 2024)
Quelle: https://www.derpragmaticus.com/r/scheitern-des-sozialismus

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Quote[...] 1917 markiert eine Zäsur in der Menschheitsgeschichte. Zum ersten Male eröffnete sich die Perspektive für eine Welt ohne Ausbeutung und Krieg. Die Frage, warum aus dieser Option nicht dauerhaft Wirklichkeit wurde, beschäftigt seit Jahrzehnten viele Menschen. Lag es an der falschen Theorie, an den Personen, hat der Kapitalismus vielleicht doch das bessere gesellschaftliche Konzept? Auch der Marxist Alfred Kosing sucht seit Jahren nach Antworten. ...


Zu: Aufstieg und Untergang des realen Sozialismus
Zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution von Kosing, Alfred
Buch Kartoniert, Paperback

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Quote[...] Werner Röhr: Rezension zu Alfred Kosing: Aufstieg und Untergang des realen Sozialismus, Zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution. Berlin 2017, verlag am park in der edition ost, 629 S.

Kosing verfolgt zwei Anliegen. Er will erstens zu einem besseren Verständnis der Entwicklungsgeschichte der Sowjetunion beitragen und zweitens nach den Ursachen des Untergangs des europäischen Staatssozialismus fragen. Sein Axiom für beide lautet: ,,Wer keine grundsätzlich positive Haltung zu diesem geschichtlich ersten Versuch hat, den Kapitalismus zu überwinden und eine sozialistische Gesellschaft zu errichten, der wird auch keine sozialistische Gesellschaft gestalten können. Die Verarbeitung der positiven wie der negativen Erfahrungen des bisherigen Sozialismus bildet eine unerlässliche Voraussetzung, um eine begründete sozialistische Programmatik für die heutigen Bedingungen auf der Grundlage des wissenschaftlichen Sozialismus zu entwickeln und deutlich sowohl von dem gescheiterten sowjetischen Modell als auch von den jetzt wieder in Mode gekommenen angeblich modernen Sozialismustheorien abzugrenzen." (66) Kosings Analyse richtet sich ausdrücklich gegen die Bemühungen aller Gegner des Sozialismus, das historische Existenzrecht des Sozialismus prinzipiell zu bestreiten und jede positive Erinnerung an ihn auszulöschen. ...


Aus: "Werner Röhr: Rezension zu Alfred Kosing: Aufstieg und Untergang des realen Sozialismus" (2017?)
Quelle: http://www.max-stirner-archiv-leipzig.de/dokumente/Roehr-Rezension-Kosing.pdf

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Quote[...] In seinem neuen Roman "Das Narrenschiff" blickt Christoph Hein einmal mehr zurück auf die DDR. Er schreibt über Angehörige der Elite im Arbeiter- und Bauernstaat, über Funktionäre in gehobenen Positionen - und über ihre Familien.

Sie gehören zu denen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einen sozialistischen deutschen Staat aufbauen wollten: der Ökonom Karsten Emser, lange Exilant in Moskau, nun Mitglied im Zentralkomitee der herrschenden Partei. Ebenso der Bergbau-Ingenieur Johannes Goretzka. In sowjetischer Kriegsgefangenschaft - im "Nationalkomitee Freies Deutschland" - fand er, ein Nazi, zum Kommunismus, jetzt träumt er von einer großen Karriere im DDR-Machtapparat.

Beide Genossen sind verantwortlich für eine Politik, mit der freie, unabhängige Geister - darunter auch Christoph Hein - beständig drangsaliert und schikaniert wurden. In der Perspektive seines Romans sind Emser und Goretzka die Narren auf dem Narrenschiff. "Es ist dieses Doppeldeutige", erklärt Hein. "Es sind nicht Verbrecher, sondern Narren, was auch etwas Freundliches hat. Es erzählt von der Hoffnung dieser Leute, dass sie eine unsinnige Hoffnung hatten und scheitern mussten. Aber da schwingt noch ein bisschen Anerkennung für ihre Hoffnung mit."

 Christoph Hein erzählt am Beispiel der beiden Männer, ihrer Partnerinnen, ihrer Familien und Freunde eine Geschichte der DDR, von der Gründung der Sowjetischen Besatzungszone bis zur Friedlichen Revolution und Wiedervereinigung. Der Schwerpunkt liegt auf den ersten 20 Jahren, der Ära Ulbricht.

Die Wege der Funktionäre gestalten sich unterschiedlich. Emser ist bis zum Ende der DDR Mitglied im Zentralkomitee. Goretzka wiederum, als Ehemann und Familienvater ein Scheusal, fällt aufgrund eigener Ansichten zur Wirtschaftspolitik bei der Partei in Ungnade. Fortan kämpft er verbittert um eine Rehabilitierung. Zum existentiellen Kipppunkt für beide wird die Geheimrede Chruschtschows auf dem 20. Parteitag der Kommunistischen Partei in der Sowjetunion, 1956, das erste Eingeständnis der Verbrechen Stalins. Sie sind fortan mit einer großen Frage konfrontiert: Wie will oder kann man noch Kommunist sein, wenn man weiß, dass im Namen dieser Ideologie furchtbare Gewalt verübt worden ist?

"Die Enthüllungen, die Chruschtschow sehr behutsam vornahm - er hielt sich da sehr zurück -, das war eine riesige Erschütterung für die KPDSU, für die Sowjetunion und für den ganzen sozialistischen Block. Das konnte diese Idee töten", so Hein. "Und das führte auch in der westlichen Welt, wo es zuvor durchaus Anerkennung und Zuneigung für diese Ideen gab, zu Erschütterung und Abkehr. Es war der Punkt, wo der Kalte Krieg vollends verloren war. Und dann hielt sich dieses Gebilde noch ein paar Jahre, bevor es dann ganz zusammenbrach."

 Die Funktionäre halten bis zum Untergang der DDR an ihren Überzeugungen fest, auch wenn zu spüren ist, dass sie mehr und mehr ins Wanken geraten. Ganz anders die nächste Generation, insbesondere Goretzkas Stieftochter Kathinka. Sie, eigentlich das Zentrum im Roman (und inspiriert unter anderem von Christoph Heins Frau Christiane), gerät immer mehr in Distanz zur Welt ihrer Eltern.

"Das war auch etwas sehr Typisches für die DDR, dass diese erste Generation an ihren Idealen festhielt, während die Kinder und die Enkelkinder-Generation sich deutlicher abwandte und sehr viel kritischer als die Eltern und Großeltern die DDR betrachteten", sagt Hein.

Der Weitsicht und dem Realismus einer Romanfigur wie Kathinka steht die ideologische Verbohrtheit der Genossen gegenüber. Diese Narren sind gebrochene und unsympathische Figuren. Der Untergang der DDR fällt für Emser und Goretzka zusammen mit Krankheit und Tod - eine symbolische Überschneidung.

Zu: "Das Narrenschiff" von Christoph  Hein, Seitenzahl: 750, Genre: Roman, Verlag: Suhrkamp, ISBN: 978-3-518-43226-6


Aus: ""Das Narrenschiff": Christoph Heins Geschichte des DDR-Machtapparats" Niels Beintker (27.03.2025)
Quelle: https://www.ndr.de/kultur/buch/tipps/Das-Narrenschiff-Christoph-Heins-Geschichte-des-DDR-Machtapparats,hein186.html

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Quote[...] Alberto Casanoba Gutiérrez sitzt in seinem Rollstuhl und lächelt erfreut. Er hat schon auf Maribel Domínguez gewartet, ein- bis zweimal pro Woche kommt die 59-jährige Krankenschwester in seiner Straße in Cárdenas vorbei. Die Hafenstadt im Osten der Insel liegt nur ein paar Kilometer vom Tourismus-Hotspot Varadero entfernt und gehört zu den abgetakelten Städten der Insel: marode Fassaden, Wasser, das aufgrund verstopfter oder zerstörter Abwassersysteme in den Straßen steht, und eingestürzte Dächer.

Auch vor dem alten Holzhaus von Alberto Casanova Gutiérrez steht das Wasser in der Betonrinne vor der Eingangstür. In den Türrahmen hat der 73-Jährige seinen Rollstuhl manövriert, um die Straße hinunterschauen zu können. Dem Diabetiker fehlt ein Bein. ,,2019 haben sie es mir amputiert. Erst den Fuß, dann das ganze Bein, weil es nicht heilte", erklärt der alte Mann, der weitgehend auf sich selbst gestellt ist. ,,Mein Sohn lebt zwar in Cárdenas, aber er führt sein eigenes Leben und kommt selten vorbei. Ohne die Hilfe des CCRD wäre ich aufgeschmissen", erklärt der dürre Mann.

... ,,Die Zahl der Senior:innen, die ohne Familie, auf sich allein gestellt in Cárdenas leben, ist mit der massiven Auswanderung seit 2021 stark gestiegen. Die Alten fallen in Kuba immer öfter durch das soziale Netz", sagt sie. Je nach Quelle haben von November 2021 bis Anfang 2025 zwischen 1,6 Millionen und 2 Millionen Menschen Kuba verlassen – das Gros jung und gut ausgebildet.

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Aus: "Die Revolution frisst ihre Rentner" 19.6.2025 (Knut Henkel)
Quelle: https://taz.de/Kuba-in-der-Krise/!6091128/

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Quote[...] Zu Beginn der 1980er-Jahre war die UdSSR mit zahlreichen ungelösten Problemen konfrontiert. Die Produktivität der Wirtschaft war gering, die Versorgung der Bevölkerung mit Konsumgütern schlecht. Es bestand in allen Bereichen ein hoher Investitionsbedarf, für den aber wegen der ausufernden Verteidigungsausgaben keine Mittel vorhanden waren. Bei neuen Technologien wie der Mikroelektronik, Lasertechnologie und Informatik hatte die UdSSR den Anschluss an den Westen weitgehend verpasst. In vielen Bereichen war man auf Importe angewiesen. Diese wurden zunehmend durch den Export von Rohstoffen (Erdöl, Gas) finanziert, was aber die UdSSR abhängig von der Entwicklung des Ölpreises machte.

... Die politische Führung der UdSSR war weitgehend erstarrt. Das Politbüro war mit Männern der Aufbaugeneration der UdSSR (geboren um 1910) besetzt. Ein Generationswechsel hatte nicht stattgefunden. Die Politik des ,,Rats der Greise"[3] war in erster Linie auf die Sicherung der eigenen Machtbasis und Ruhe in den Parteikadern ausgerichtet. Zudem hatte dieser Führungszirkel kaum noch Kontakt mit der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung. Strikte Kommandostrukturen, Korruption und Seilschaften bestimmten die Politik in der Sowjetunion. Trotz der Missstände gab es in der Bevölkerung aber kaum Widerstand. Oppositionelle waren weitgehend ausgeschaltet worden; die Mehrheit der Bevölkerung hatte sich mit den Umständen abgefunden, da öffentliche Kritik ohnehin unterdrückt wurde.[4] Trotzdem konnte es der Bevölkerung kaum entgehen, dass beispielsweise der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan 1979 sich immer mehr zu einem Fiasko entwickelte. Die Nuklearkatastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986 offenbarte das in der UdSSR übliche Ausmaß an Verantwortungslosigkeit und Obrigkeitsdenken und wurde so zu einem Symbol für das Versagen des kommunistischen Systems.

Der Unmut über diese Zustände konnte sich allerdings erst nach den Reformen Gorbatschows entladen. Mit einem Zerfall der Sowjetunion hat bis Ende der 1980er-Jahre kaum jemand gerechnet.

... In Folge des Zusammenbruchs der UdSSR wurde insbesondere in der Russischen Föderation unter der Führung von Boris Jelzin, aber auch in der Ukraine die Privatisierung von Staatsbetrieben sehr schnell vorangetrieben. Die Marktwirtschaft wurde in Russland von einem Monat auf den anderen ,,in Gestalt der neoliberalen Lehre US-amerikanischer Prägung"[35] eingeführt. Von dieser Schocktherapie profitierten allerdings nur einige wenige, die über das notwendige ökonomische Wissen und Kapital verfügten. Während die sogenannten ,,Oligarchen" in kurzer Zeit riesige Vermögen aufbauten, litt der Großteil der Bevölkerung unter steigenden Preisen, niedrigen Löhnen bzw. Renten und Arbeitslosigkeit. In den 1990er-Jahren gerieten alle Nachfolgestaaten der UdSSR, wie andere Staaten des ehemaligen Ostblocks auch, in eine tiefe wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise.

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Aus: "Zerfall der Sowjetunion" (31. Mai 2025)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Zerfall_der_Sowjetunion

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#17
Quote[...] Der Libertarismus (von französisch libertaire ,,freiheitsliebend"; von lateinisch libertas ,,Freiheit") ist eine politische Philosophie und Bewegung, die in der individuellen Freiheit den höchsten politischen Wert sieht. Libertäre versuchen, Autonomie und politische Freiheit zu maximieren, und betonen freie Assoziation, Wahlfreiheit, Individualismus und freiwillige Vereinigung.

Sie sind grundsätzlich skeptisch gegenüber Autorität und staatlicher Macht, unterscheiden sich aber untereinander hinsichtlich der Intensität ihrer Opposition zu bestehenden wirtschaftlichen und politischen Systemen. Libertäre Denkschulen vertreten zudem voneinander abweichende Ansichten bezüglich der Legitimität staatlicher und privater Macht sowie zur Einschränkung oder Auflösung sozialer Institutionen. Dabei geht es vor allem darum, bis zu welchem Grad ein Staat seinen Bürgern Regeln setzen darf. ...

... Mitte des 19. Jahrhunderts wurde unter Libertarismus (libertarianism) in England die philosophische Auffassung von der Willensfreiheit verstanden.

... Seit Mitte der 1950er Jahre wurde der Begriff insbesondere in den Vereinigten Staaten von Eigentumsverfechtern benutzt. Mit der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den 1950er Jahren wurde der Fokus bei der Verfassungsentwicklung von negativen Abwehrrechten und bürgerlicher Privatautonomie hin zu Emanzipation von Minderheiten und Sozialstaatlichkeit gelegt. Anders als im 19. Jahrhundert sollte die Regierung sich nicht länger nur auf die bloße Sicherstellung der Rechte beschränken (,,Nachtwächterstaat"), sondern aktiv in die Gesellschaft eingreifen. Das Wort ,,liberal" wird in den USA daher mit linker Politik in Verbindung gebracht, welche die liberale Minimalstaatsphilosophie ablehnte und Freiheit im Sinne positiver Freiheit stärker auf soziale und kulturelle Emanzipation von Benachteiligten abzielte.

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Der Anarchokapitalismus wird hauptsächlich von Murray N. Rothbard und David Friedman vertreten.

Rothbard zieht dabei den Schluss, dass alle dem Staat übertragenen, auch traditionellen Aufgaben wie innere und äußere Sicherheit dem Markt überlassen werden sollten. Im Gegensatz zum klassischen Liberalismus, der eine Mindestausstattung staatlicher Institutionen als erforderlich ansieht, ist damit für diesen Libertarismus die Verwischung der Grenzen zwischen Liberalismus und Anarchismus kennzeichnend.

Unter einer Anarchie des privaten Eigentums würden individuelle Rechte und Marktkräfte uneingeschränkt herrschen. Während Libertäre, die eine kleine Regierung möchten, diese Position halten, um Missbrauch zu vermeiden, sind die Anarchokapitalisten der Meinung, nur ganz ohne Staat sei dies möglich. ...

... Einzelne Vertreter des rechten Libertarismus betrachten die Demokratie als Staatsform kritisch. Murray Rothbard begründet dies damit, dass jeder Staat, auch ein demokratischer Verfassungsstaat, die natürlichen, individuellen Rechte verletze, da er letztlich eine monopolistische Erzwingungs- und Gewalteinrichtung sei. Hans-Hermann Hoppe sieht eine Monarchie als ein geringeres Übel an und begründet dies damit, der Staat sei im Privatbesitz und der Monarch habe ein persönliches Interesse am Wohlergehen seines Besitzes, während dies bei Politikern und Beamten in einer Demokratie nicht der Fall sei. Hoppe betont allerdings, dass er Befürworter einer Form des Anarchokapitalismus ist und weder Monarchie, Demokratie noch irgendeine andere Staatsform für wünschenswert hält. Hoppe ist Mitherausgeber der Zeitschrift eigentümlich frei, welche als Schnittpunkt zwischen Wirtschaftslibertarismus und der intellektuellen neuen Rechten gilt. Einige Rechtslibertäre befürworten darüber hinaus die Abschaffung der Nationalstaaten und deren Ersetzung durch private Aktiengesellschaften, wie die Anhänger der von Hoppes Ansichten beeinflussten Neoreaktionären Bewegung (NRx). Ähnliche Ansichten wie Hoppe und NRx vertritt der US-amerikanische Tech-Unternehmer Peter Thiel, der als Großspender und als Mentor von US-Vizepräsident J.D. Vance Einfluss auf die US-Politik unter Donald Trump ausübt.

In jüngerer Zeit ist in den Vereinigten Staaten eine Annäherung von Libertären und Rechtspopulisten zu beobachten, die jedoch eher auf dem gemeinsamen Feindbild der Demokratischen Partei anstelle echter ideologischer Gemeinsamkeiten aufbaut. Auch das in der Verfassung der Vereinigten Staaten verankerte Recht auf Waffenbesitz ist ein Anliegen beider Bewegungen. Die Tea-Party-Bewegung rekrutiert ihre Anhängerschaft neben Anhängern der Politik Ronald Reagans und der Tradition Barry Goldwaters auch aus dem libertären Lager. Der Unternehmer und Trump-Unterstützer Robert Mercer unterstützt sowohl das libertäre Cato Institute als auch engagiert er sich in der konservativen Heritage Foundation und dem ultrarechten Nachrichtenportal Breitbart News.

Matthew Sheffield, Autor der Washington Post, sieht die rechtsextreme Alt-Right als durch den anarcho-kapitalistischen und paläolibertären Vordenker Murray Rothbard, insbesondere auf dessen Betrachtungen zu Rasse und Demokratie, beeinflusst und führt Donald Trumps brachiale Rhetorik auf Ron Pauls Präsidentschaftskandidatur 2008 zurück.[41] Bereits 1976 veröffentlichte das von den Koch-Brüdern unterstützte, libertäre Magazin Reason eine Artikelserie, die den Holocaust relativierte und sich positiv zur Apartheidsregierung in Südafrika äußerte. Anarchokapitalist Jeffrey Tucker betont jedoch den Widerspruch zwischen der individuellen Freiheit des Libertarismus und der Gruppenidentität und dem Tribalismus der Alt-Right [Tribalismus steht in der Politikwissenschaft für Stammes-Denken, bzw. Stammes-Bewusstsein sowie eine stammesgebundene Politik. | Tucker, Jeffrey (August 26, 2016). ,,Five Differences Between the Alt-Right and Libertarianism". Foundation for Economic Education. Abgerufen am 7. September 2016.].


... Die Zurückweisung und Beschränkung staatlicher Macht fußt in der Auffassung, dass der Staat eine Ansammlung egoistischer Individuen sei, welche die ihnen zur Verfügung stehende Macht zuallererst zur eigenen Bereicherung nutzten. Libertäre werfen politischen Gegnern häufig ,,Staatsfetischismus" vor, da diese dem Staat ausufernde Macht zugeständen, ohne den praktizierten Machtmissbrauch durch Politiker zu überdenken.

... In den letzten 30 Jahren haben sich auch in Deutschland eine Reihe von Organisationen und Institutionen entwickelt, die dem Libertarismus zugeordnet werden können oder sich ihm selbst zuordnen. Im parteinahen Umfeld ist dies vor allem in der FDP der Fall. ...

... Viele Libertäre wehren sich gegen eine Einordnung in das traditionelle politische Rechts-links-Schema, da sie sich sowohl zu konservativer und nationalistischer wie auch zu sozialistischer Politik in Opposition sehen. In ihren Augen besteht kein wesentlicher Unterschied zwischen (extremer) linker und (extremer) rechter Politik.

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Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Libertarismus (23. April 2025)

#18
Eine Photodiode oder auch Fotodiode ist eine Halbleiter-Diode, die Licht – im sichtbaren, IR- oder UV-Bereich, oder bei Verwendung von Szintillatoren auch Röntgenstrahlen – an einem p-n-Übergang oder pin-Übergang durch den inneren Photoeffekt in einen elektrischen Strom umwandelt oder – je nach Beschaltung – diesem einen beleuchtungsabhängigen Widerstand bietet. Sie wird unter anderem verwendet, um Licht in eine elektrische Spannung oder einen elektrischen Strom umzusetzen oder um mit Licht übertragene Informationen zu empfangen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Photodiode

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Arduino - Light Sensor | Arduino Tutorial
https://arduinogetstarted.com/tutorials/arduino-light-sensor

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DIY Science: Measuring Light with a Photodiode I
Posted on October 10, 2012 by Dr. Taiga   
https://outsidescience.wordpress.com/2012/10/10/diy-science-measuring-light-with-a-photodiode-i/

DIY Science: Measuring Light with a Photodiode II
Posted on November 3, 2012 by Dr. Taiga   
https://outsidescience.wordpress.com/2012/11/03/diy-science-measuring-light-with-a-photodiode-ii/

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Keyestudio Photoresistor Sensor Module Light Dependent Resistor Compatible with Arduino
Schnittstellentyp: analog
Art.-Nr.: KS0028 (2,35 €)
https://eckstein-shop.de/Keyestudio-Photoresistor-Sensor-Module-Light-Dependent-Resistor-Compatible-with-Arduino

Keyestudio BH1750FVI Digital Light Intensity Module for Arduino
Art.-Nr.: KS0278 (3,50 €)
https://eckstein-shop.de/Keyestudio-BH1750FVI-Digital-Light-Intensity-Module-for-Arduino

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Keyestudio TCS34725 Color Sensor for Arduino RGB Color Sensor
Art.-Nr.: KS0407 (5,95 €)
https://eckstein-shop.de/Keyestudio-TCS34725-Color-Sensor-for-Arduino-RGB-Color-Sensor

KS0407 Keyestudio TCS34725 Color Sensor (Wiki)
https://wiki.keyestudio.com/KS0407_Keyestudio_TCS34725_Color_Sensor

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WaveShare TSL25911 High Sensitivity Digital Ambient Light Sensor I2C Interface
TSL25911 Hochempfindlicher Digitaler Umgebungslichtsensor, großer Dynamikbereich, I2C-Schnittstelle
Art.-Nr.: WS17146 (4,95 €)
https://eckstein-shop.de/WaveShare-TSL25911-High-Sensitivity-Digital-Ambient-Light-Sensor-I2C-Interface


GY-TCS34725 RGB Color Sensor with IR Filter and White LED 3-5VDC
Art.-Nr.: SE01037 (5,95 €)
https://eckstein-shop.de/GY-TCS34725RGBColorSensorwithIRFilterandWhiteLED3-5VDC


Adafruit VEML7700 Lux Sensor I2C Light Sensor STEMMA QT Qwiic 4162 4162
Art.-Nr.: AF4162 (6,95 €)
Vishay hat viele Lichtsensoren im Angebot, und dies ist ein netter einfacher Lux-Sensor, der einfach zu jedem Mikrocontroller hinzugefügt werden kann. Die meisten Lichtsensoren geben Ihnen nur eine Zahl für eine hellere/dunklere Umgebungsbeleuchtung. Der VEML7700 erleichtert Ihnen das Leben durch die Berechnung von Lux, einer SI-Einheit für Licht. Sie erhalten konsistentere Messwerte zwischen mehreren Sensoren, da Sie es nicht mit einigen einheitenlosen Werten zu tun haben.
Der Sensor verfügt über einen 16-Bit-Dynamikbereich für die Umgebungslichterkennung von 0 Lux bis etwa 120 kLux mit einer Auflösung von bis zu 0,0036 lx/ct, mit per Software einstellbarer Verstärkung und Integrationszeiten.
https://eckstein-shop.de/Adafruit-VEML7700-Lux-Sensor-I2C-Light-Sensor-STEMMA-QT-Qwiic-4162

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Adafruit AS7262 6-Channel Visible Light Color Sensor Breakout 3779
Art.-Nr.: AF3779 (26,95 €)
https://eckstein-shop.de/Adafruit-AS7262-6-Channel-Visible-Light-Color-Sensor-Breakout

https://learn.adafruit.com/adafruit-as7262-6-channel-visible-light-sensor
#19
[--> Deutungen und Notizen zur Musik (LASER #17)]
--> https://www.subf.net/forum/index.php/board,3.0.html
#20
QuoteSparkFun WAV Trigger, 16 Trigger, 14 Tracks, 2W RMS, MIDI-Steuerung, 16 bit, 44,1kHz, Stereo

WAV Trigger - Hochwertiger polyphoner Audioplayer
Der WAV Trigger von SparkFun ist ein einzigartiger, hochwertiger, polyphoner Audioplayer mit erstaunlichen Fähigkeiten. Er unterstützt bis zu 2048 unkomprimierte 16-Bit, 44,1kHz WAV-Dateien - dieselbe Qualität wie eine Audio-CD - und kann bis zu 14 Stereospuren gleichzeitig und unabhängig voneinander abspielen und mischen, mit sehr geringer Latenz. Die Tracks können über 16 programmierbare Trigger-Eingänge gesteuert werden, durch ein natives serielle Steuerungsprotokoll oder sogar MIDI.

Merkmale im Überblick
    Unterstützt bis zu 2048 unkomprimierte 16-Bit Stereo-WAV-Dateien bei 44,1kHz – CD-Qualität
    Polyphon! Spielt und mischt bis zu 14 Stereospuren unabhängig und gleichzeitig
    Trigger-zu-Sound-Verzögerung: Typisch 8 ms, maximal 12 ms
    MIDI-Steuerung: Geschwindigkeitsempfindliches Auslösen von bis zu 16 Bänken mit 128 Tracks
    Echtzeit-Wiedergabegeschwindigkeitssteuerung und MIDI Pitch Bend
    Pausieren und Fortsetzen einzelner oder Gruppen von Tracks. Mehrere zufällige Triggerbereiche

Technische Daten
    Echter Line-Level-Stereoausgang: 2,1V RMS, geerdet in der Mitte, 100dB SNR
    An Bord Mono-Audioverstärker und Lautsprecheranschluss: 2W in 4 Ohm, 1,25W in 8 Ohm
    16 Trigger-Eingänge sind individuell einstellbar für Kontaktverschluss, 3,3V oder 5,0V Steuerung
    Unterstützt sowohl SDSC (bis zu 2GB) als auch SDHC (bis zu 32GB) Typ microSD-Karten

Sonstige Daten
    MIDI Kanäle und Notennummern werden auf Tracknummern abgebildet
    MIDI-Controller passen Lautstärke sowie Attack- und Release-Zeiten an
    MIDI Program Change wird unterstützt, um zwischen bis zu 16 Bänken mit 128 Sounds umzuschalten

...


https://www.berrybase.de/sparkfun-wav-trigger-16-trigger-14-tracks-2w-rms-midi-steuerung-16-bit-44-1khz-stereo

#21
"ReactOS 0.4.15: Windows-XP-Alternative mit vielen Korrekturen"
ReactOS ist in Version 0.4.15 erschienen. Das als Alternative zu Windows XP entwickelte Betriebssystem bringt viele Korrekturen mit. ...
https://www.heise.de/news/ReactOS-0-4-15-Windows-XP-Alternative-mit-vielen-Korrekturen-10326118.html

ReactOS is an operating system.
Our own main features are:
    ReactOS is able to run Windows software
    ReactOS is able to run Windows drivers
    ReactOS looks-like Windows
    ReactOS is free and open source
https://reactos.org/
#22
... Über einen Schriftsteller wird unterschiedlich geschrieben, zum einen in der Zeit, in die er hineingeboren wurde, und zum anderen in der Nachbetrachtung. (Aus: "Der Orpheus des deutschen Sozialismus" Luther Blissett (30. Dezember 2024) |http://www.editiondaslabor.de/blog/2024/12/30/der-orpheus-des-deutschen-sozialismus/)

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Es gibt literarische Werke, da ist die Rezeptionsgeschichte noch spannender als das Werk selbst. Sabine Haupt (14.11.2014)

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Quote[...] Rezeption (von lateinisch receptio ,Aufnahme') bezeichnet in der Kunst die verstehende Aufnahme eines Werks durch die Rezipienten (Betrachter, Leser oder Hörer). Der Begriff umfasst vielfältige Arten der Wahrnehmung und Verarbeitung von Werken und reicht von der Lektüre und dem Verstehen des Einzelnen bis zu den Reaktionen der Kritiker, des Kulturbetriebs und der Öffentlichkeit.

...


Aus: "Rezeption (Kunst)" (11. Januar 2025)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rezeption_(Kunst)

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Quote[...] Leser nehmen die Bedeutung eines Textes weder passiv auf, noch erfassen sie lediglich eine vorgängig existierende Textstruktur; vielmehr erzeugen oder konkretisieren sie die Bedeutung eines Textes erst im Prozess der Lektüre. Obwohl ein grundsätzliches Interesse am Leser und der Rezeption von Literatur in den Philologien bis heute anhält – die kognitionswissenschaftlich ausgerichtete Literaturwissenschaft sei hier exemplarisch genannt –, ist das Wissen über die Prozesse literarischer Bedeutungskonstituierung und ihres Wandels circa 50 Jahre nach den angesprochenen theoretischen Einsätzen begrenzter als man angesichts einer verhältnismäßig elaborierten innerdisziplinären Ausdifferenzierung in Rezeptionsästhetik, -geschichte und –forschung zunächst erwarten könnte.

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Aus: "Praktiken der Interpretation und Rezeption von Literatur (PIRL)" (Stand 01/2025)
Quelle: https://www.srcts.uni-stuttgart.de/forschung/forschungsnetzwerk-interpretation-und-rezeption/

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Quote[...] Jauß kritisiert den traditionellen Ansatz der Literaturgeschichte, stets nur Epochen aneinanderzureihen, ohne diese untereinander in Beziehung zu setzen. ...  verändere sich das Verständnis der ersten Leser über die Generationen und entscheide so über Bedeutung und ästhetischen Rang des Werks.

...


Aus: "Literaturgeschichte als Provokation der Literaturwissenschaft" (17. August 2023)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Literaturgeschichte_als_Provokation_der_Literaturwissenschaft

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Quote[...] Die Rezeptionsästhetik fragt nach der gedanklichen und emotionalen Wahrnehmung künstlerischer Werke und inwieweit sie bereits im Gegenstand angelegt ist bzw. erst im Prozess der Rezeption entsteht.

... Die Rezeptionsästhetik ist im größeren Kontext eine Antwort auf die in das 20. Jahrhundert hineinwirkende Literaturinterpretation des 19. Jahrhunderts. Gemeinsam war deren Strömungen ein starkes Interesse am Autor und seinen Intentionen sowie die Zielsetzung, das Kunstwerk als Artefakt einer Zeit und Nation zu interpretieren, es als Schlüssel zum Verständnis anderer Epochen und Kulturen zu lesen.

Im 20. Jahrhundert stellten sich besonders die textimmanenten Interpretationsansätze gegen diese Lektüreangebote. Im Interesse daran, die Forschung wieder auf den Gegenstand, das Kunstwerk auszurichten, wurde in Strömungen, wie beispielsweise dem New Criticism [https://de.wikipedia.org/wiki/New_Criticism], die Frage gestellt, was diesem Kunstwerk seinen besonderen ästhetischen Wert verleiht und worin genau seine Kunst liegt gegenüber weniger vollendeten Artefakten.

Die Rezeptionsästhetik bricht mit diesen Interpretationsansätzen – indes nicht vollständig. Sie drängt Fragen nach dem Werk zurück gegenüber Fragen nach der Wahrnehmung, die es auslöst, und sie öffnet sich damit Fragen nach dem Prozess, in dem die Wahrnehmung geschieht, nach den Informationen, die in sie einfließen, auch nach Verständnishorizonten, die das Kunstwerk stillschweigend oder in offenen Anspielungen voraussetzt.

...


Aus: "Rezeptionsästhetik" (25. Juni 2024)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rezeptions%C3%A4sthetik

...
#23
Der Chaos Computer Club (CCC) ist ein 1981 gegründeter deutscher Verein, in dem sich Hacker zusammengeschlossen haben.  ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Chaos_Computer_Club

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Quote[...] Die Dokumentation ,,Alles ist eins. Außer der 0" erzählt die Geschichte des Chaos Computer Clubs. ... Der 2001 mit 49 Jahren an einem Schlaganfall verstorbene Wau Holland war 1981 einer der ,,Komputerfrieks", die in einer Kleinanzeige der Rubrik ,,Aktionen" der sehr jungen taz zu einem Treffen Gleichgesinnter in den Räumen der taz aufrief – ,,damit wir [...] nicht länger unkoordiniert vor uns hinwuseln". Dieses Gründungstreffen des Chaos Computer Clubs fand dann am 12. September in der Wattstraße rund um den legendären Kommune-1-Tisch statt.
Die Aktivitäten des CCC lagen aber schwerpunktmäßig in Hamburg, wo ,,Dr. Wau" (bürgerlich: Herwart Holland-Moritz) und auch Pressesprecher Steffen Wernéry damals lebten. Dort waren die Hacker Teil der alternativen Subkultur der 1980er Jahre, standen durch ihre Begeisterung für die IT aber im Dauerclinch mit den technophoben Teilen der Szene.

Der Film: ,,Alles ist eins. Außer der 0". Regie: Klaus Maeck, Tanja Schwerdorf. Deutschland 2020, 90 Min.

Auch die politische Rahmung der Zeit zwischen Anti-AKW-Bewegung, Kaltem Krieg und Maueröffnung und die globale Einbindung des Hackertums und seiner Ideale werden mit inspiriertem Ideenreichtum miterzählt.  ...


Aus: "Doku über den Chaos Computer Club: Komputer und Lederhose" Silvia Hallensleben (27.7.2021)
Quelle: https://taz.de/Doku-ueber-den-Chaos-Computer-Club/!5785872/

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Der Chaos Computer Club e. V. (CCC) ist die größte europäische Hackervereinigung und seit über vierzig Jahren Vermittler im Spannungsfeld technischer und sozialer Entwicklungen. Die Aktivitäten des Clubs reichen von technischer Forschung und Erkundung am Rande des Technologieuniversums über Kampagnen, Veranstaltungen, Politikberatung, Pressemitteilungen und Publikationen bis zum Betrieb von Anonymisierungsdiensten und Kommunikationsmitteln. Der Club besteht aus einer Reihe dezentraler lokaler Vereine und Gruppen. Diese organisieren regelmäßige Veranstaltungen und Treffen in vielen Städten des deutschsprachigen Raums. Der CCC vermittelt seine Anliegen über vielfältige Publikationswege und sucht stets das Gespräch mit technisch und sozial Interessierten und Gleichgesinnten. Außerdem fordert und fördert er den Spaß am Gerät und lebt damit die Grundsätze der Hackerethik. ...
https://www.ccc.de/

Die Datenschleuder. Das wissenschaftliche Fachblatt für Datenreisende
Ein Organ des Chaos Computer Club
https://ds.ccc.de/

https://www.ccc.de/de/club/chaostreffs

media ccc de
https://media.ccc.de/

Chemnitzer Linux-Tage 2025
https://media.ccc.de/b/conferences/clt/2025

Browse by category
https://media.ccc.de/b/congress



media ccc de (youtube)
https://www.youtube.com/user/mediacccde

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Aktuelles zu CCC
https://www.golem.de/specials/ccc/

https://www.heise.de/thema/Chaos-Computer-Club

#24
Als Staatsverschuldung bezeichnet man die zusammengefassten Schulden eines Staates, also die Verbindlichkeiten des Staates gegenüber Dritten. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsverschuldung

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Quote[...] Die öffentliche Gesamtverschuldung des deutschen Staates, also von Bund, Ländern, Gemeinden sowie Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte, ist bis Ende September auf 2,4886 Billionen Euro gestiegen. Das waren 43,5 Milliarden Euro oder 1,8 Prozent mehr als Ende 2023, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Der Bund, aber auch die Bundesländer, Gemeinden und Gemeindeverbände nahmen neue Schulden auf. Besonders die Kommunen erhöhten ihren Schuldenstand nach Angaben der Statistiker im Vorjahresvergleich um 5,6 Prozent oder 8,7 Milliarden Euro. Die im Koalitionsvertrag geplante Entschuldung der Länder und Kommunen wurde nicht umgesetzt. Die Länder erhöhten ihre Schulden um 2,0 Prozent auf 606,1 Milliarden Euro. Am stärksten stiegen die Schulden prozentual in Mecklenburg-Vorpommern (plus 13,0 Prozent), Rheinland-Pfalz (plus 10,6 Prozent), Berlin (plus 8,1 Prozent) und Hessen (plus 7,9 Prozent). Schuldenrückgänge wurden für Niedersachsen (minus 2,5 Prozent), Hamburg (minus 2,1 Prozent), Nordrhein-Westfalen (minus 0,8 Prozent) sowie Bremen (minus 0,7 Prozent) ermittelt.

Bei den Kommunen wiesen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern den höchsten prozentualen Schuldenanstieg (plus 12,3 Prozent) auf, gefolgt von Sachsen mit plus 11,8 Prozent, Bayern mit einem Plus von 9,7 Prozent und Sachsen-Anhalt (plus 9,4 Prozent). Einen Rückgang der Verschuldung gab es lediglich in Rheinland-Pfalz mit minus 16,7 Prozent, in Thüringen mit minus 2,1 Prozent und im Saarland mit minus 0,5 Prozent.

Die Schulden des Bundes stiegen im selben Zeitraum trotz Schuldenbremse um 1,3 Prozent oder 22,8 Milliarden Euro, die der Bundesländer um zwei Prozent beziehungsweise 11,9 Milliarden Euro. Der Schuldenstand im Sondervermögen Bundeswehr erhöhte sich bis zum Ende des dritten Quartals 2024 zudem um fast 170 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Zugleich sank der Schuldenstand im Sondervermögen Wirtschaftsstabilisierungsfonds Corona um 24 Prozent auf 28,1 Milliarden Euro. Sondervermögen sind haushaltsrechtlich eigenständige Haushalte neben dem Hauptetat.

Die Verschuldung der Sozialversicherung sank dagegen. Ende September waren es 1,7 Prozent weniger, womit der Schuldenstand auf 40,3 Millionen Euro sank. Gezählt werden in dieser Statistik nur Verbindlichkeiten gegenüber dem nicht öffentlichen Bereich, wozu etwa Kreditinstitute oder private Unternehmen im In- und Ausland zählen.


Aus: "Staatsverschuldung steigt um 43,5 Milliarden Euro" (19. Dezember 2024)
Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2024-12/staatsverschuldung-steigt-um-43-milliarden

Quoteersiees nu wieder

Der Anstieg um 1,8% ist niedriger als die Inflation.


QuoteInfostand

40 Mrd sind lächerlich wenig. Aber dafür bröckelt auch die Infrastruktur, super.


QuoteXenon54

43 Mrd sind 1% der deutschen Wirtschaftsleistung. Zum Vergleich, die USA erhöhen dieses Jahr ihren Schuldenstand um 7,6% des BIP, China um 7,4%, Japan 6,1%, usw.

Aber klar, wenn die deutsche Wirtschafts schlecht läuft, liegt das an allem möglichen, Sozialstaat, Flüchtlinge, Klimaschutz, mangelnde Leistungsbereitschaft, Bürokratie usw. Aber sicher nicht am offensichtlichen Fakt, das der Staat hierzulande seit Jahrzehnten extrem knausert mit zu hohen Steuern und zu geringen Staatsausgaben.


QuoteOhrenAfter

Das Privatvermögen in Deutschland beträgt über 7 Billionen Euro.


QuoteEchos aus der Echokammer

Völlig ungleich verteilt <- wichtiger Fakt.


...
#25
Deutungen und Notizen zur Kunst
Kunst, Stoff, Deutung, Macht - und Machtlosigkeit - eine unendliche Geschichte...

[Das Wesen der Kunst? (Notizen)... ]
[Zur Kunstfreiheit (Notizen)... ]
[Kunst und die Nachbarschaft zum Verbrechen... ]
[Kunst und Störgeräusche [?]... ]
[Kunst und Linke Politik?... (Notizen) ... ]
[Subkultur (Notizen) ... ]
[Kunst und die Unfehlbarkeit des Marktes (Notizen)... ]
[Kunst, Macht, Idiologie, Politik, Unterhaltung ... ]
[Orpheus am Machtpol (Notizen)... ]
[Sympathie für die illegitimen Kinder der Vernunft (Drastik und Kunst)... ]
[Es geht darum zu gefallen ... ]
[Der Bannfluch in der Kunst ... ]
[Moral und Kunst, Künstler und Moral ... ]
[Fiktive Kunst... ]
[Autonomie der Kunst als Mythos (Notizen)... ]
[Und wir, die wir diesem Trugschluss nach wie vor erliegen... ]
[Die Kunstwelt als eitle und selbstgenügsame Blase ... ]
[Meta und Neodada... (Notizen)]
[Zur Schönheit... (Aesthetik)]
[Über das Scheitern in der Kunst ... ]
[Deutung & Interpretation... ]
[Stein des Anstosses war die Darstellung... ]
[Die Visualisierung des Unbewußten... ]
...

---> https://www.subf.net/forum/index.php/board,14.0.html
#26
Quote[...] Spätestens seit der Weltwirtschaftskrise gilt Neoliberalismus als Schimpfwort. 1938 jedoch, als er ,,erfunden" wurde, war die Welt im Würgegriff totalitärer Diktaturen. Eine kleine Gruppe von Gelehrten belebte liberales Gedankengut neu: die Neo-Liberalen.

Als sich 1947, nach dem Zweiten Weltkrieg, die Neoliberalen in den Schweizer Bergen zu einer Nachfolgekonferenz trafen, begann der Aufstieg einer wirtschaftspolitischen Philosophie, die nach Faschismus und Kommunismus zu den einflussreichsten Strömungen des 20. Jahrhunderts werden sollte.

Neoliberale Ökonomen wie Friedrich August von Hayek oder Milton Friedman fragten: Wie sehr sollte sich der Staat aus allem Wirtschaftsgeschehen heraushalten? Ist es nicht besser, wenn er den Markt sich selbst überlässt?
Ende der 70er-Jahre, mit Margaret Thatcher in Großbritannien und Ronald Reagan in den USA, setzten sich die entschiedensten Verfechter eines unregulierten freien Marktes weltweit durch. Das Zeitalter globaler Deregulierungen begann. Nie zuvor konnte die Finanzwirtschaft so ungehemmt agieren wie am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

2008 stürzte die Welt in die globale Finanzkrise. Plötzlich war der Staat wieder gefragt, denn Staaten mussten mit riesigen Geldsummen intervenieren, um das Bankensystem und die Weltwirtschaft vor dem Zusammenbruch zu retten. Es war eine historische Zäsur. Die Frage nach der Rolle des Staates im Wirtschaftsgeschehen wird neu gestellt.
In den letzten Jahren sei der Begriff Neoliberalismus sehr negativ verwendet worden, beklagt der Präsident des ifo-Instituts in München, Clemens Fuest. ,,Alles, was schlecht ist, ist neoliberal", sagt er. ,,Oder alles, was mit Geld und Märkten zu tun hat. Es ist ein oberflächlicher Kampfbegriff geworden, der eigentlich inhaltsentleert ist."

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hingegen verweist auf die Weltfinanzkrise 2008. ,,Die ist für mich das beste Beispiel dafür, dass Neoliberalismus, die Idee, der Markt weiß es besser als der Staat, übers Ziel hinausgeschossen ist", so Fratzscher. ,,Die Idee war: Banken wissen selber am besten, wie sie sich selber regulieren. Der Staat soll sich besser raushalten. Der bremst nur die Innovationen im Finanzsystem."
Diese Innovationen hätten den Schattenbanken geholfen, massive Gewinne zu machen, solange es gut ging, dann aber die Verluste zu sozialisieren.

Oliver Richters, Physiker und Ökonom am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, sieht in der Hoch-Zeit des Neoliberalismus vor 2008 ein Beispiel, wie es den Finanzinstituten gelungen sei, das Beste für sich herauszuholen. ,,Man hat gerne gesagt, man macht hier gute Profite, weil man die Risiken trägt in der Ökonomie, und als die Risiken eintrafen, wollte man sie dann doch nicht selber tragen." Eigentlich zeige die Finanzkrise ein Auseinanderfallen von Leistung und Gegenleistung. ,,Man streicht gerne ein und lässt sich die Verluste dann von der Gesellschaft bezahlen."
Auch beim Thema Umwelt und Klima seien die Verhältnisse ähnlich. ,,Dass diejenigen, die Ressourcen verbrauchen, Biodiversität zerstören, die Kosten, die dabei anfallen, in keiner Weise selber tragen."

Für Clemens Fuest sind nicht allein die Akteure des Marktes für die Weltfinanzkrise verantwortlich zu machen, vielmehr habe der Staat eine verhängnisvolle Rolle gespielt: In den USA habe Bill Clinton die Banken animiert, Kredite für Hausbauten an Menschen zu vergeben, die kein Kapital hatten.
So sei die Immobilienblase entstanden, die dann geplatzt ist. Allerdings, so Marcel Fratzscher, hätten die Finanzinstitutionen dann zweifelhafte Praktiken angewandt, ,,Unternehmen haben Finanzprodukte entwickelt, wo Risiken so verschachtelt wurden, wo die wirklichen Risiken nicht mehr erkennbar waren. Für mich ist das eine kriminelle Energie."

Fratzscher beklagt, dass nicht genug Schlussfolgerungen aus diesen Erfahrungen gezogen worden sind. ,,Ich befürchte, uns stehen wieder große Finanzprobleme bevor, weil der Staat häufig bei der Regulierung hinterherläuft. Ich befürchte, wir wiederholen die gleichen Fehler in anderen Bereichen des Finanzsystems, weil es so komplex und so intransparent ist." Für die Zukunft erwartet Clemens Fuest vom Staat, dass er agil ist – ein schlanker Staat in guten Zeiten, der in schlechten Zeiten handlungsfähig ist. Marcel Fratzscher fordert, dass der Staat in guten Zeiten auch vom privaten Erfolg profitiert, um in schlechten Zeiten die Mittel zu haben einzugreifen.

Für die Zukunft verweist Oliver Richters vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung darauf, dass der Naturverbrauch bisher eine viel zu geringe Rolle bei der Regulierung des Wirtschaftsgeschehens spielt. ,,Die Frage nach dem Klimawandel zeigt, dass der Staat es versäumt hat, den Märkten passende Grenzen zu setzen."
Über den Klimawandel hinaus müsse der wirtschaftliche Umgang mit der Natur neu geregelt werden. ,,Diese Idee, den Verbrauch von bestimmten Dingen zu begrenzen, wie wir es mit den CO2-Emissionen versuchen, auf Rohstoffe auszuweiten. Wer Rohstoffe aus der Erde holt, müsste ein solches Zertifikat erwerben. Das ist die Rolle starker Staaten."


Aus: "Die Kräfte des Marktes und die Verantwortung des Staates" (31.12.2021)
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/neoliberalismus-102.html

-

Quote[...] Der Begriff schlanker Staat bezeichnet eine möglichst kleine, effizient arbeitende, ,,gestraffte" Staatsverwaltung, die vor allem von Wirtschaftsliberalen befürwortet wird.

...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlanker_Staat

#27
Quote[...] Als Unbewusstes wird das philosophische und humanwissenschaftliche Konstrukt bezeichnet, dass menschliches Denken, Fühlen und Handeln nicht nur von bewussten Entscheidungen und Vorgängen bestimmt wird, sondern ebenso von intuitiven Strebungen, Triebimpulsen, Strukturen oder Konflikten, die dem Bewusstsein, zeitweise oder grundsätzlich, verborgen sind und somit nicht von ihm kontrolliert werden können. Dieses um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert vor allem von der Psychoanalyse vertretene Paradigma wurde von Sigmund Freud nach den Paradigmenwechseln durch Kopernikus und Darwin als die dritte der Kränkungen der Menschheit bezeichnet.

... Für die Psychoanalyse, die Tiefenpsychologie und daran anknüpfende Wissenschaftsrichtungen gilt die Vorstellung, dass es wirksame und dennoch unbemerkt verlaufende psychische Prozesse gibt, als paradigmatische Grundannahme im Bereich des Individuellen wie in Kultur und Gesellschaft.

... Die Existenz unbewusster Prozesse ist eine der Grundannahmen Freuds, die kennzeichnend für seine Überlegungen und Untersuchungen in unterschiedlichen Bereichen waren. Mithilfe dieses Konstruktes suchte er Phänomene des Seelischen zu verstehen und zu erklären, die bislang als unsinnig, unverständlich oder wissenschaftlich nicht betrachtenswert angesehen wurden. Er exemplifizierte diese Grundannahme an Alltagsphänomenen wie den Fehlleistungen, zu dem auch der nach ihm benannte Freudsche Versprecher zählt, dem Witz, der Traumdeutung und an der Erforschung der neurotischen und anderen Störungen des Psychischen. In seiner 1900 veröffentlichten Traumdeutung definierte Freud:

    ,,Das Unbewußte ist das eigentlich reale Psychische, uns nach seiner inneren Natur so unbekannt wie das Reale der Außenwelt und uns durch die Daten des Bewußtseins ebenso unvollständig gegeben wie die Außenwelt durch die Angaben unserer Sinnesorgane." (Die Traumdeutung. 1900a, GW II, S. 617 f)

... Der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker, Sozialpsychologe und Philosoph Erich Fromm prägte den Begriff des ,,gesellschaftlich Unbewussten". Damit machte er darauf aufmerksam, dass es nicht nur bewusste Gemeinsamkeiten sind, die die Menschen einer Gesellschaft miteinander verbinden.

    ,,Das andere Verbindungsglied ist die Tatsache, dass eine jede Gesellschaft bestimmt, welche Gedanken und Gefühle ins Bewusstsein gelangen dürfen und welche unbewusst bleiben müssen. Genauso wie es einen Gesellschafts-Charakter gibt, gibt es auch ein ,,gesellschaftliches Unbewusstes". Dieses bildet sich durch die gemeinsame Verdrängung etwa von Aggressivität, Aufbegehren, Abhängigkeit, Einsamkeit, Kummer und Langeweile, die dadurch als eigene Impulse unbewusst bleiben und durch Ideologien ersetzt werden."

... Lacan betonte, auch vor dem Hintergrund der Freud'schen Theorie der Fehlleistung und des Witzes, dass das Unbewusste ,,wie eine Sprache" strukturiert sei. Die Arbeit des Unbewussten erfolge nach linguistischen Gesetzen wie Metapher und Metonymie, Ersetzung und Verschiebung. Die entsprechenden Elemente des psychischen Geschehens nannte er Signifikanten, jedoch spiele neben dem sprachähnlich strukturierten Feld des Symbolischen auch das Imaginäre und das Reale eine zentrale Rolle im psychischen Apparat. Die eigentliche Strukturierungsleistung, und auch die psychoanalytische Kur, vollziehe sich aber auf dem Feld des Sprechens.

Er kritisierte, dass mit ,,Das Unbewußte" eine Eigenschaft (Adjektiv ,,unbewußt") zu einem Ding (Substantiv) gemacht werde, noch dazu zu einer ,,geheimnisvollen" Sache. So werde etwas ganz Alltägliches, wie etwa eine unbewusste Wahrnehmung oder eine unbewusste Reaktion, vom Psychoanalytiker in seiner Phantasie mit einem unheimlichen Apparat in Verbindung gebracht.

    ,,Der Begriff ,,das Unbewusste" ist tatsächlich irreführend, [...] Etwas wie das Unbewusste gibt es nicht; es gibt nur Erfahrungen, deren wir uns bewusst sind, und andere, deren wir uns nicht bewusst sind, das heißt, die uns unbewusst sind. Wenn ich einen Menschen hasse, weil ich vor ihm Angst habe, und wenn ich mir dann meines Hasses, aber nicht meiner Angst vor ihm bewusst bin, so können wir sagen, dass mein Hass bewusst und meine Angst unbewusst ist. Trotzdem aber ruht meine Angst nicht an jenem geheimnisvollen Ort: ,,dem" Unbewussten."

....


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Unbewusste (24. September 2024)

#28
Marseille (lateinisch Massilia) ist eine französische Großstadt mit 873.076 Einwohnern (1. Januar 2021) und die zweitgrößte Stadt Frankreichs. Sie ist die Hauptstadt des Départements Bouches-du-Rhône und der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur. Marseille ist die älteste Stadt Frankreichs, ihre Einwohner nennen sich Marseillais. Am Mittelmeer ist Marseille die wichtigste französische und eine bedeutende europäische Hafenstadt. ... Besonders in den nördlich gelegenen Wohnvierteln spielt Drogenkriminalität eine große Rolle. Marseille war seit den 1950er Jahren durch Einwanderung aus dem Maghreb geprägt; viele der Eingewanderten sind arm, arbeitslos oder finden nur Arbeit in der informellen Wirtschaft. Traditionelle Bereiche wie Schiffbau und Schwerindustrie bieten heute weniger Arbeitsplätze als früher (Deindustrialisierung, Rationalisierung). Der Drogenhandel sichert nicht selten ein Einkommen. Der Zusammenhalt innerhalb und zwischen den Einwanderergruppen ist brüchiger geworden, es mangelt an einer sozialen Struktur, was Kriminalität begünstigt. ... [Vernachlässigter Wohnraum] Am 5. November 2018 stürzten zwei baufällige Wohnhäuser an der Rue d'Aubagne im zentralen Quartier Noailles ein, acht Personen kamen dabei ums Leben. Dies machte ein seit längerem bestehendes Problem einer breiteren Öffentlichkeit bewusst. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Marseille

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Die Stadt Marseille gliedert sich in 16 Arrondissements municipaux, die sich wiederum in 111 Stadtviertel unterteilen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Arrondissements_von_Marseille



#29
Als Nahtoderfahrung (d. h. Nahtod-Erfahrung) oder Nahtoderlebnis (NTE) wird ein breites Spektrum tiefgreifender persönlicher Erfahrungen bis hin zu sogenannten Transzendenzerfahrungen bezeichnet, die von Menschen gemacht werden, die sich in einer lebensbedrohlichen Situation befunden haben. ... Der Begriff ,,Nahtoderlebnis" wurde im 19. Jahrhundert geprägt, als der Schweizer Geologe Albert Heim eine Eigenerfahrung und Zeugenaussagen seiner Klettergefährten über Erlebnisse nach Abstürzen protokollierte und publizierte. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Nahtoderfahrung

https://de.wikipedia.org/wiki/Nahtod-Studien

https://de.wikipedia.org/wiki/Kognition

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Neurowissenschaften

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"Neue Studie - Nahtoderfahrung: Gehirnscans zeigen letzte Gedanken eines Sterbenden" Samira Müller (11.07.2024)
Frankfurt – Menschen mit einer Nahtoderfahrung berichten häufig, dass ihr Leben noch einmal an ihnen vorbeizieht. Doch was passiert im Gehirn bei Sterbenden tatsächlich? Mit einer neuen Studie, die am Dienstag (22.02.2022) in der Fachzeitschrift "Frontiers in Aging Neuroscience" veröffentlicht wurde, zeigen Forschende mithilfe von Gehirnscans die womöglich letzten Gedanken eines Sterbenden. ... "
https://www.fr.de/wissen/sterben-gehirn-nahtoderfahrung-letzte-gedanken-wissenschaft-studie-forschung-ltt-91375237.html
#31
Mit der Wortkombination kritisches Denken (im Englischen critical thinking) ist umgangssprachlich der faktengestützte Prozess des Nachdenkens gemeint, ohne sich von Gefühlen (Emotionen) oder Meinungen beeinflussen zu lassen. Es geht dabei um die Anwendung logischer Prinzipien, strenger Beweisstandards und sorgfältiger Argumentation bei der Analyse und Diskussion von Informationen, Behauptungen, Überzeugungen, Problemen etc., um schließlich zu einem eigenen Urteil zu gelangen. Der Begriff umfasst auch die Gesamtheit der Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kompetenzen, Methoden usw., die zum kritischen Denken gehören. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Kritisches_Denken

Kognitionswissenschaft ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die sich mit der Verarbeitung von Information im Rahmen von Wahrnehmungs-, Denk- und Entscheidungsprozessen befasst, sowohl beim Menschen als auch bei Tieren oder Maschinen. In ihren Bereich fallen auch Themen wie Gedächtnis, Lernen, Sprache, Emotion, Motivation und Volition.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitionswissenschaft


https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kognitionswissenschaft

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Philipp Hübl (* 21. November 1975 in Hannover) ist ein deutscher Philosoph und Publizist.
"... In seinem 2018 erschienenen Essay Bullshit-Resistenz, der in der Reihe Tugenden für das 21. Jahrhundert veröffentlicht wurde, betont Hübl die Pflicht zum kritischen Denken, um Wahrheit von Unwahrheiten zu unterscheiden und so den allgegenwärtigen Verschwörungstheorien und Fake News etwas entgegenzusetzen. Auch warnt er vor Stammesdenken, also dem blinden Folgen aller Positionen der jeweiligen eigenen politischen Verortung. ..."
https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_H%C3%BCbl

Tribalismus (von lat. tribus = Stamm, engl. tribalism = Stammeszugehörigkeit) steht in der Politikwissenschaft für Stammes-Denken, bzw. Stammes-Bewusstsein sowie eine stammesgebundene Politik.
https://de.wikipedia.org/wiki/Tribalismus


"Philosoph Philipp Hübl - Jung & Naiv: Folge 348" (2018)
https://youtu.be/GLTxsT6BgTQ


Philipp Hübl: Vorlesung "Bullshit-Resistenz: Einführung ins kritische Denken" (2023)
https://youtube.com/playlist?list=PLnNbFF6NPy3zL5uvLMjKCMRByR9kouFCY&feature=shared

Vorlesung "Bullshit-Resistenz" (2023, UDK Berlin) 1. "Einführung: Lügner, Bullshitter und Trottel"
Wie hat sich der Nachrichtenmarkt durch die Digitalisierung verändert? Was ist eine Lüge? Was ist Bullshit? Worin unterscheiden sich Lügner, Bullshitter und Trottel? Worin bestehen Täuschung und Selbsttäuschung, Lügen und Notlügen, irreführende Aussagen, der "Strukturwandel der Öffentlichkeit", die Idee der Aufklärung und die Kunst des kritischen Denkens?
https://youtu.be/azp3g8vpBJE

...
#32
[Julian Assange / Wikileaks (Notizen, Memos, ...) ...]
Wer ist eigentlich Julian Assange? ...
--> https://www.subf.net/linklist/index.php/topic,168.0.html
#33
Sammelthread: Professionelle Techniker für Verstärker und Zubehör nach PLZ geordnet
https://www.musiker-board.de/threads/sammelthread-professionelle-techniker-fuer-verstaerker-und-zubehoer-nach-plz-geordnet.447629/

-

Wir reparieren alles was in den Bereichen Stage, Backstage, Studio sowie HiFi zu Hause ist.
Dabei ist außer den ,,normalen" Reparaturen speziell das Recappen (Kondensatoren wechseln), Restauration von alten Geräten, Studiokassettentechnik in 19"-Technik einbauen, Modifikationen nach Kundenwunsch (z.B. spezieller Sound) unsere Profession. Wir erstellen auf Wunsch Kostenvoranschläge für die Reparaturen, diese sind dann kostenlos, wenn der Reparturauftrag erteilt wird.
Uwe Wagner WL-Service
Hirschgraben 11a
22089 Hamburg
https://wlservice.de/?show=dienstleistungen

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Tube Amp Service  Thomas Meyer |Katzhagen 15 | 25436 Uetersen
http://www.tube-amp-service.de/

-

Pfefferkorn Amplification Audio Service e.K.
Wir beherrschen Röhren- und Transistortechnik.
Reparaturen von Gitarren- und Bassverstärkern, Mischpulte, Endstufen, Verstärker, Monitore...
https://www.paas-hamburg.de/

...
#34
Music and Sound Art (Klang) / [Samba, Bossa Nova ... ]
February 26, 2023, 06:00:25 PM
In seiner modernen Form entstand der Samba um 1920 in Rio de Janeiro. In dieser Zeit verloren die Choro-Orchester an Bedeutung, Jazzbands und Salonorchester kamen auf, die Foxtrott, Maxixes, Marchas und Sambas spielten. Samba entstand aus der Mischung von Choro mit den Batuques, die in den Vorstädten von Rio gespielt wurden. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Samba_(Musik)

-.-

Paulinho Nogueira "Isto É Sambalanço" 1969 Brazil Samba
https://youtu.be/zbLUAv8B8DQ


Bola Sete - Tour de Force (1963)
https://youtu.be/EvnUzINmJ3I

Paulinho Nogueira ‎– O Fino Do Violão Vol. 2
https://youtu.be/-h2l2ct1VK0

Paulinho Nogueira Greatest Hits Playlist - Paulinho Nogueira Best Guitar Songs Collection
https://youtu.be/CT8YpJtGmeM

Paulinho Nogueira Greatest Hits Playlist - Paulinho Nogueira Best Guitar Songs Collection
https://youtu.be/nKLY6pA4l-E
#35
Music and Sound Art (Klang) / [Funk 'n Soul ... ]
February 11, 2023, 12:34:06 PM
Funk ist der Oberbegriff für eine Spielart ursprünglich afroamerikanischer Musik, die sich Ende der 1960er Jahre aus verschiedenen Einflüssen des Soul, Rhythm and Blues und Jazz entwickelt hat und wiederum Musikstile wie Disco, Hip-Hop und House stark geprägt und beeinflusst hat. Wesentliche Stilmerkmale des originären Funk sind eine repetitive Grundrhythmik, die den in allen R&B-Stilen üblichen Offbeat mit einer Betonung auf ,,eins" polyrhythmisch verbindet, synkopische Basslinien sowie akzentuierte Bläsersätze und Rhythmusgitarre im Zusammenspiel mit Soul-Gesang. Charakterisierend für den Funk wurde zudem eine dem Gesang in Prägnanz und Melodik ebenbürtige Basslinie, dies vielleicht die herausragende Innovation des Funk. Die ihm zu Grunde liegende Idee, dass jedes Instrument und auch der Gesang als Rhythmus-Instrument verstanden wurde, wirkte sich dahingehend aus, dass das Schlagzeug in der klassischen Funk-Musik auffallend minimalistisch und trocken zum Einsatz kommt. Größere Popularität erlangte der Funk erstmals durch die Musik von James Brown und Sly Stone.  ... Die Bedeutung des Begriffes ,,Funk" geht auf afroamerikanischen Slang der 1950er Jahre zurück, in dem ,,funky" ein Synonym für ,,erdig", ,,schmutzig" oder auch ,,erregt" war. Die anfängliche Bedeutung des Wortes war Rauch, schlechter Geruch. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Funk_(Musik)

Soul bezeichnet eine Hauptströmung der afroamerikanischen Unterhaltungsmusik. Sie entwickelte sich Ende der 1950er Jahre aus Rhythm and Blues und Gospel. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Soul

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Funkrudin Krcic - Funk Roots
https://youtu.be/wk9dLBnS3vg

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Sly & The Family Stone - Dance To The Music (Audio)
https://youtu.be/Jn2PNlhvy8E?list=OLAK5uy_mlqCp-beiLa02_ULzP2ucm6IjTGTD04kk

Sly & The Family Stone - I Want to Take You Higher (Official Audio)
https://youtu.be/BqWQzOzK3kw?list=OLAK5uy_mlqCp-beiLa02_ULzP2ucm6IjTGTD04kk

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Al Green - Love and Happiness (Studio Version)
https://youtu.be/hsU6_eSG4k4?list=PLpH6WIxi6ZTtxSXk7bdZ97NKxHCm6ZVMZ

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In the Midnight Hour (45 Version)
Wilson Pickett - In the Midnight Hour / I'm Not Tired
1965 Atlantic Recording Corporation
https://youtu.be/Il-usrZxGns

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Isaac Hayes - Theme From Shaft (1971)
https://youtu.be/Q429AOpL_ds | https://en.wikipedia.org/wiki/Theme_from_Shaft


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"Hurry up Tomorrow"
Hurry up Tomorrow · The Nurons
https://youtu.be/vga8MkSXHiA

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"Melting Pot" - Booker T. & The M.G.'s, 1971 Stax Records
https://youtu.be/G5oOQgiIwXI

"Green Onions" (Booker T and the MG)
https://www.youtube.com/watch?v=WoxVv7kgv08

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"Ice Cream Man" - Third Coast Kings, West Grand Boulevard
https://youtu.be/twjs4qAztjY


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I'd Rather Go Blind (feat. Roxie Ray)
https://youtu.be/xEyqEIYJnYk

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Funky Smell from Your Mouth - Juna Serita (LIVE)
https://youtu.be/CEVtX-zdmCo

Funk No.1 - TOKYO GROOVE JYOSHI
https://youtu.be/3K8dNctci1Y

#36
Ein Gassensor ist ein Chemosensor für die Detektion gasförmiger Substanzen. Der Anteil bestimmter chemischer Inhaltsstoffe des Gases wird vom Sensor in ein elektrisches Signal umgewandelt.
Bedingt durch sinkende Preise und steigendes Sicherheitsbewusstsein verbreiten sich Gassensoren in Massenmärkten.  ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Gassensor
#37
Liya Yu: ... Polarisierung bedeutet im Kern, dass ich den politischen Gegner nicht mehr als Mensch wahrnehme. Das lässt sich mit Hirnscans nachweisen: Die Entmenschlichung ist so weitreichend, dass ich den anderen kognitiv wie ein Objekt behandle ... Wer einen politischen Gegner anschaut, schreibt ihm im Gehirn keine menschlichen Attribute mehr zu. ... Neuropolitisch ist Canceln zwar befriedigend, weil unser Gehirn die Outgroup ausmerzen will. Aber in einer liberalen Demokratie müssen wir mit Menschen zusammenarbeiten, die wir vielleicht privat nicht mögen. ...

Aus: "Neuropolitik und Demokratie ,,Das Moral Shaming prallt ab"" (20.4.2026)
Quelle: https://taz.de/Neuropolitik-und-Demokratie/!vn6165864/

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Unter Polarisierung versteht man in politischen Zusammenhängen entweder eine zu Kontroversen führende soziale Differenzierung oder eine Verstärkung von Meinungsunterschieden. Oft ist beides miteinander verbunden. Polarisierung trägt einerseits zur Verdeutlichung der Unterschiede bei, also zu ihrer leichteren Verständlichkeit, und verstärkt andererseits die politischen Spannungen.
Mit der Meinungsbildung beschäftigt sich die empirische Sozialforschung, mit sozialen Ungleichheiten die Ungleichheitsforschung. Ganz allgemein das Phänomen des Unterschieds behandelt die Systemtheorie unter dem Schlagwort Differenz. ... Da Polarisierung im bildungssprachlichen Kontext oftmals entweder eine Art der ,,Aufspaltung (in zwei Lager o. Ä.), bei der die Gegensätze deutlich hervortreten" oder die ,,Herausbildung einer Gegensätzlichkeit" beschreibt, ist es wichtig, auch die politische Polarisierung immer unter dem Fokus der jeweiligen (sozialwissenschaftlichen) Disziplin zu betrachten, zu welchem sie konzipiert ist. Aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht lassen sich z. B. zwei zentrale Formen unterscheiden. Beide Konzepte vereinen den Ansatz, dass Polarisierung für das Vertreten einer starken politischen Position steht. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Polarisierung_(Politik)


#38
Pressefreiheit, genauer die äußere Pressefreiheit,[1] ist das Recht von Einrichtungen des Rundfunks, der Presse und anderer Medien auf ungehinderte Ausübung ihrer Tätigkeit, vor allem auf die staatlich unzensierte Veröffentlichung von Nachrichten und Meinungen.
Die Presse- oder Medienfreiheit soll die Informationsfreiheit, die freie Meinungsbildung und -äußerung, die pluralistische Meinungsvielfalt und damit die demokratische Willensbildung sowie die Transparenz und Kontrolle der Politik durch die Öffentliche Meinung gewährleisten. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Pressefreiheit

Freedom of the press or freedom of the media is the fundamental principle that communication and expression through various media, including printed and electronic media, especially published materials, should be considered a right to be exercised freely. Such freedom implies the absence of interference from an overreaching state; its preservation may be sought through constitution or other legal protection and security. ...
https://en.wikipedia.org/wiki/Freedom_of_the_press

The Press Freedom Index is an annual ranking of countries compiled and published by Reporters Without Borders since 2002 based upon the organisation's own assessment of the countries' press freedom records in the previous year. It intends to reflect the degree of freedom that journalists, news organisations, and netizens have in each country, and the efforts made by authorities to respect this freedom. Reporters Without Borders is careful to note that the index only deals with press freedom and does not measure the quality of journalism in the countries it assesses, nor does it look at human rights violations in general. ...
https://en.wikipedia.org/wiki/Press_Freedom_Index

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[Notizen zur Pressefreiheit... ]
Laser#17 - Fraktal Text Akkumulation
Global-Politix und Micro-Welt, Randnotizen und Fussnoten
https://www.subf.net/forum/index.php/topic,132.0.html
#39
Music and Sound Art (Klang) / [Folk music ... ]
September 02, 2022, 12:04:11 PM
Folk music is a music genre that includes traditional folk music and the contemporary genre that evolved from the former during the 20th-century folk revival. Some types of folk music may be called world music. Traditional folk music has been defined in several ways: as music transmitted orally, music with unknown composers, music that is played on traditional instruments, music about cultural or national identity, music that changes between generations (folk process), music associated with a people's folklore, or music performed by custom over a long period of time. It has been contrasted with commercial and classical styles. The term originated in the 19th century, but folk music extends beyond that. ....
https://en.wikipedia.org/wiki/Folk_music

#40
Reggae entstand Ende der 1960er-Jahre unter dem Einfluss US-amerikanischer Musikrichtungen wie Soul, R&B, Blues, Country und Jazz, die in Jamaika über das Radio empfangen wurden, aus seinen unmittelbaren Vorläufern Mento, Ska und Rocksteady. Er entwickelte sich seitdem zu einer der bedeutendsten Richtungen der populären Musik. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Reggae

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Reggae Compilation ...
https://youtu.be/nqxWtb67k3E

Jamaican SKA! - 60's Ska Music Compilation ...
https://youtu.be/ntD0Uti9Q0o

Rocksteady! (Volume 1) The Roots Of Reggae - Jamaican Music Compilation
https://youtu.be/0HrHuLa7y1E

...
#41
Die Zwischenablage (englisch Clipboard) ist ein Puffer, also ein Zwischenspeicher...

Střevíčky - krátký film (1961)
https://youtu.be/yjA8CByxSD0

https://de.wikipedia.org/wiki/Karel_Zeman
https://blogs.iu.edu/aplaceforfilm/2020/03/23/propelled-to-the-stars-by-pure-imagination-karel-zemans-the-fabulous-baron-munchausen/


"Propelled to the Stars by Pure Imagination": Karel Zeman's The Fabulous Baron Munchausen
Posted on March 23, 2020 by Michaela Owens

Karel Zeman: The Fabulous Baron Munchausen - TRAILER of the digitally restored film
https://youtu.be/Na1h7ozW9VQ

The Special Effects of Karel Zeman 1980 Czechoslovakia Karel Zeman
https://youtu.be/rkqE0mg63cc

O zlaté rybce Jan Werich 1951 pohádka, animovaný, kratkometražní československo
https://youtu.be/RfG0qmvq4h4

...
#42
Die Valse Musette ist ein französischer Volkstanz. Sie steht im 3⁄4-Takt und ist im französischen Sprachraum weit verbreitet. Für die Walzermelodie sind Triolen typisch, was sie in natürliche Nähe des 9⁄8-Takts bringt. Die Musette wird oft vom Akkordeon vorgetragen oder begleitet, was ihren charakteristischen Klang ausmacht. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Musette_(Walzer)

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Jo Privat Escadrille (1951)
https://youtu.be/KQxpFn-biy8

Jo Privat - Crépuscule
https://youtu.be/xH8TXQun2ks

Jo Privat - Rythme Musette
https://youtu.be/Mpv7LLkn0bs

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Playlis: EMILE VACHER
https://youtube.com/playlist?list=PLzPYdeQDYa2YMvAmM68YWmrRLslkVowep&si=R20r0jt2g_bJWaNg

Émile ,,Mimile" Vacher
La Distinguee (Remastered)
https://youtu.be/nfjbV6hG4Rs

Reine d'Amour · Émile Vacher · Habana
https://youtu.be/aSpAUrQ1n9s

Les Millions d'Arlequin
https://youtu.be/y5j-08V1hMw

A La Dérive
https://youtu.be/fmsj5-ftL4A

Émile ,,Mimile" Vacher (* 7. Mai 1883 in Tours; † 8. April 1969 in Paris) war ein französischer Akkordeonist; er gilt als einer der Schöpfer des Genres Musette.
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89mile_Vacher

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TRISTE ACCORDEON VALSE DE JOSEPH COLOMBO
https://youtu.be/mtvrMHoflBY

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Passion (Valse) - Tony Murena
https://youtu.be/BLNm6afK-eQ

Tony Murena - Czardas
https://youtu.be/lyOhJDxeBiA

Tony Murena - La Guigne
https://youtu.be/jLbaOxngzM8



Méprise (Valse)
https://youtu.be/nTtT2DRGTFo

Valses: Balajo / Mon amant de St. Jean / La chaîne / Les hiboux / Passion / Les bouges / Le dénicheur / Parfum d'éventail / Reviens / Du gris / Les nuits / Les nocturnes / Sous les ponts de Paris · Jo Privat and His Orchestra - Danse du balai No. 1: Pot-pourri de one-steps, de valses, de rumbas, et de tangos (Mono version) 1960
https://youtu.be/ZteJrFoqJ9g


https://www.discogs.com/de/artist/1028802-Jo-Privat-Et-Son-Ensemble

https://www.discogs.com/artist/354743-Jo-Privat

Valse musette (Albert Vossen)
https://youtu.be/sjFidc_4JbA

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Rythme et Swing
https://youtu.be/Rqgan5I3cRw
#43
"Ozan Ata Canani - Deutsche Freunde - Songs of Gastarbeiter"
https://youtu.be/BcS377EZOxY

Der Berliner Autor Imran Ayata und Münchner Künstler Bülent Kullukcu wühlten in Archiven, durchforsteten Musiksammlungen ihrer Eltern und Bekannten, nervten Freunde und Fremde, um Songs der ersten Einwanderergeneration zu finden. Erstes Zwischenergebnis: Über hundert Lieder Made in Almanya, die von den ersten Jahrzehnten der Einwanderung in Deutschland handeln ...
https://trikont.de/shop/themen/turkische-musik-turkish-sounds/songs-of-gastarbeiter-vol-1/

"Songs Of Gastarbeiter Vol. 2" - Musik für Almans und die postmigrantische Generation
Von Lukasz Tomaszewski (16.01.2022)
Auf "Songs of Gastarbeiter Vol.2" wird auch die griechische Community hörbar gemacht. Zum Beispiel durch die Band Proechòs aus Frankfurt, mit "ΠΡΩΤΟΜΑΓΙΑ" von1984. Die Band hatte den Song Anfang der 80er im Auftrag des DGB für eine TV-Show geschrieben. Ein melancholisches Lied zum Tag der Arbeit. ...
https://www1.wdr.de/radio/cosmo/musik/album-der-woche/songs-of-gastarbeiter-110.html

"Songs of Gastarbeiter Volume 2 : Der Sound des Ankommens"
Karen Krüger (30.01.2022)
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/pop/songs-of-gastarbeiter-der-sound-des-ankommens-17742736.html


Songs of Gastarbeiter Vol. 2
by Trikont
https://trikont.bandcamp.com/album/songs-of-gastarbeiter-vol-2

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"Die Verhältnisse zum Tanzen bringen – Die Jukebox der Gastarbeit" Manuel Gogos (27.10.2023)
Zum 100. Jahrestag der Gründung der Türkei beschäftigt sich das Feature heute mit der Musik der Gastarbeit. Überraschung! "Gastarbeiter" haben Musik gehört! Und getanzt! Und gefeiert!
Hunderttausende heimwehgeplagte (zum Beispiel) Türken waren ein guter Markt. Der bedient wurde. Das blieb den Deutschen nur weitestgehend verborgen.
Und das, obwohl Yüksel Özkasap 1973 ihren Hit "Almanya'ya"doppelt so häufig wie Vicky Leandros' ihren Hit "Theo wir fahren nach Lodz" verkaufte ... Auf der Suche nach der verlorenen Jukebox der Gastarbeit!
https://www.swr.de/swr2/doku-und-feature/die-verhaeltnisse-zum-tanzen-bringen-die-jukebox-der-gastarbeit-swr2-feature-2023-10-29-100.html
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https://avdlswr-a.akamaihd.net/swr/swr2/feature/podcast/swr2-feature-20231029-1405-die-verhaeltnisse-zum-tanzen-bringen-die-jukebox-der-gastarbeit.l.mp3

Yüksel Özkasap (* 28. Dezember 1945 in Malatya, Türkei) ist eine türkischsprachige Sängerin in Deutschland, die bei der türkischstämmigen Bevölkerungsgruppe in Deutschland als Köln'ün Bülbülü (,,Nachtigall von Köln") zeitweise äußerst beliebt war. ... Die Künstlerin war bei der türkischen Gemeinschaft in Deutschland so erfolgreich, dass sie hier in den 60er/70er Jahren (von der deutschen Öffentlichkeit nahezu unbemerkt) mehrere Goldene Schallplatten erhielt. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Y%C3%BCksel_%C3%96zkasap

Yüksel Özkasap - Almanya'ya Mecbur Ettin Yoksulluk Beni
https://youtu.be/25QONWuj7AE

#44
Er erkannte sie gleich wieder, erriet ihren Seelenzustand, ...
https://de.wiktionary.org/wiki/Seelenzustand

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Quote[...] Der Ausdruck Seele hat vielfältige Bedeutungen, je nach den unterschiedlichen mythischen, religiösen, philosophischen oder psychologischen Traditionen und Lehren, in denen er vorkommt. Im heutigen Sprachgebrauch ist oft die Gesamtheit aller Gefühlsregungen und geistigen Vorgänge beim Menschen gemeint. In diesem Sinne ist ,,Seele" weitgehend gleichbedeutend mit ,,Psyche", dem griechischen Wort für Seele. ,,Seele" kann aber auch ein Prinzip bezeichnen, von dem angenommen wird, dass es diesen Regungen und Vorgängen zugrunde liegt, sie ordnet und auch körperliche Vorgänge herbeiführt oder beeinflusst.

...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Seele (2021)


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Quote[...] Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1922 von Friedrich Wilhelm Murnau in fünf Akten. Der Stummfilm ist eine – nicht autorisierte – Adaption von Bram Stokers Roman Dracula und erzählt die Geschichte des Grafen Orlok (Nosferatu), eines Vampirs aus den Karpaten, der in Liebe zur schönen Ellen entbrennt und Schrecken über ihre Heimatstadt Wisborg bringt. Nosferatu gilt als einer der ersten Vertreter des Horrorfilms und übte mit seiner visuellen Gestaltung einen großen Einfluss auf das Genre aus. Zugleich gilt das Werk mit seiner dämonischen Hauptfigur und seiner traumartigen, gequälte Seelenzustände spiegelnden Inszenierung als eines der wichtigsten Werke des Kinos der Weimarer Republik. Der Film sollte nach einem verlorenen Urheberrechtsstreit 1925 vernichtet werden, überlebte aber in unzähligen Schnittversionen und ist heute in mehreren restaurierten Fassungen verfügbar. ...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Nosferatu_%E2%80%93_Eine_Symphonie_des_Grauens (2021)
#45
... Die höhere Erkenntnis ist nicht verhandelbar. ...

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Die Art und Weise, wie sich an Rudolf Steiner die Geister scheiden, grenzt immer wieder ans Absurde. Verrückt wirken dabei freilich nicht nur allzu fromme Steiner-Jünger, sondern gleichermassen verbohrte, unbelehrbare Steiner-Gegner. ... Philip Kovce (04.11.2021)

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Rudolf Steiner und die Anthroposophie | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur (31.10.2022)
Welches Weltbild verbirgt sich hinter der «Anthroposophie»? Was hat es mit Steiners Glauben an «Hellseherei», «Karma» und «Astralleibern» auf sich? Um diese Fragen zu klären, besucht Olivia Röllin eine Steiner Schule in Münchenstein bei Basel und das Goetheanum, den Sitz der «Allgemeinen anthroposophischen Gesellschaft» in Dornach. Yves Bossart spricht im Studio mit der Anthroposophin und Steiner-Biografin Martina Maria Sam und mit dem Anthroposophie-Kritiker und Religionsphilosophen Ansgar Martins. ...
https://youtu.be/0ZLx6XC7SqQ

Quote@etacar6532

ich musste sehr schmunzeln, als ehemaliger kennt man halt auch genau dieses sujet, z.b. gründungslehrer sind halt immer noch ein bischen mehr gralshüter als "nachgeborene" kollegen, dass führte dann im lehrerkollegium zu amüsanten rangkämpfen wer denn jetzt mehr avantgarde und noch ein bischen mehr individuum ist und wie das gelebt bzw gelehrt wird... menschliches allzu menschliches... 


Quote@PraiseIommi

Als Frau Sam anfing von Quantenphysik zu sprechen musste ich sofort an Deepak Chopra denken [Chopra greift in seinen Büchern oft auf Begriffe aus der Quantenphysik zurück (,,Quantenheilung"), wofür er 1998 den satirischen Ig-Nobelpreis für Physik erhielt.]. Gut, dass Herr Martins sie da wieder einfing. Grundsätzlich finde ich dass ein pragmatischer Umgang (wurde auch vom Moderator angeschnitten) mit Esoterik angebracht ist: wenn's hilft, warum nicht!? Aber gerade bei Bildung und in der Medizin kann das nicht reichen.


Quote@AndreasHelberg

In den siebziger Jahren - als Land-WG-Bewohner- stand Rudolf Steiner hoch im Kurs. Da ich mich auch seit meiner Kindheit für Philosophie interessiere, damals speziell auch für Nietzsche, gehörte Steiner unbedingt zum Verrückt-Sein; quasi eine Art Alibi dafür, dass alles seine Ordnung hat - dem Bürgertum zur Beruhigung.


Quote@datthdoner

Ich muss sagen, diese Ausgabe ihrer Sendung desillusioniert mich. Bisher habe ich Ihre Sendungen stets genossen, fand die Gäste inspirierend, teilweise kontrovers, aber stets hatte ich das Gefühl, dass Ihr Team auch kritisch mit der Materie umgehen konnte und am Ende wurde den Zuschauer*Innen die Wahl gelassen, was sie damit anfingen, was sie hörten.
All das ist in dieser Ausgabe absolut nicht vorhanden. Wesentliche Inhalte Steiners Lehre werden ausgelassen, was die Theosophische Gesellschaft war, wurde gar nicht benannt, diese ist allerdings DIE Ausgangsinstitution der modernen Esoterik. Die Personen werden unkritisch sprechen gelassen, können Steiners Aussagen einem breiten Publikum präsentieren, Steiner als einen gefeierten, ja Heiligen darstellen. Kritik? Gibt es nicht. Es gibt derartig viele Problematische Verbindungen der Anthroposophie zu esoterischen, rassistischen und antiaufklärerischen Bewegung, nicht zuletzt der Querdenken Bewegung und Impfgegner*Innen. Diese Themen werden absolut zu wenig thematisiert. Ich frage also, was ist Zweck dieser Sendung? Eine positive Darstellung der Anthroposophie unter bewusster Aussparung von kritischen Feldern? ...


Quote@wuidling

Kritik an dieser "Religion" und an Steiner war anscheinend nicht wirklich gewünscht oder ?


Quote@koenigkorczak

Für mich ist Steiner höchst problematisch und zwar nicht ausschließlich aufgrund des Rassismus, sondern auch wegen dieser ganzen verschwurbelten Ideen und dem Personenkult.


Quote@innenlager

Ein unwissenschaftlicher Kuhhornmystiker und romantischer Naturliebhaber als Bauer (Landwirt) ist mir lieber als ein wissenschaftlich agierender Agrarspekulant und Ackerflächenverdichter.


Quote@hunsruns5613

Sollte eine Biografin nicht kritisch bzw. neutral an ihren Untersuchungsgegenstand herantreten und sich an Fakten halten? Dazu würde dann auch gehören, z. B. die Hellsichtigkeit als Immunisierung gegen Kritik auszuweisen. Peinlich. Esoterik ist leider keineswegs so harmlos oder etwas zum drüber lachen, wie hier insgesamt dargestellt. Unverständlich wie man dem Raum bieten kann, ohne nachdrückliche kritische Einordnung.


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Quote[...] Als Anthroposophie (von altgriechisch ἄνθρωπος ánthrōpos ,,Mensch" und σοφία sophίa ,,Weisheit") werden eine von Rudolf Steiner (1861–1925) begründete, weltweit vertretene spirituelle und esoterische Weltanschauung sowie der zugehörige Ausbildungs- und Erkenntnisweg bezeichnet. Die Anthroposophie versucht, Elemente des deutschen Idealismus, der Weltanschauung Goethes, der Gnosis, christlicher Mystik, fernöstlicher Lehren sowie der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse zu Steiners Zeit miteinander zu verbinden. Eine Hauptquelle der anthroposophischen Lehre bildet die esoterische ,,Geheimwissenschaft", die Rudolf Steiner nach eigenen Aussagen aus Erforschungen einer für ihn bestehenden geistigen Welt, mit Hilfe von ,,Hellseherorganen", erlangt habe. ...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Anthroposophie (2021)

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Quote[...] Rudolf Steiners Schaffen begann in Wien mit der Edition der naturwissenschaftlichen Schriften Johann Wolfgang von Goethes, redaktionellen Arbeiten in Magazinen und Lexika, beziehungsweise Arbeiten als Herausgeber. Nach der Mitarbeit an der Weimarer Ausgabe von Goethes Werken und philosophischen Abhandlungen zur Erkenntnistheorie (einschließlich Dissertation) verfasste Steiner in Berlin nach 1900 Schriften, die mit ihrer von ihm ,,geisteswissenschaftlich" (später ,,anthroposophisch") genannten Ausprägung der Theosophie die Grundlagen der Anthroposophie darstellen. Schon zu Beginn seiner Zugehörigkeit zur Theosophischen Gesellschaft, deren deutscher Sektion er seit 1902 vorstand, vertrat Steiner eine eigene Esoterik westlicher Prägung mit Betonung des christlichen Elements. Ab 1907 machte er sich zunehmend unabhängig von der Theosophischen Gesellschaft, deren einseitig östliche Ausrichtung er nicht mitgehen wollte. Im März 1913 wurde die deutsche Sektion offiziell aus der Theosophischen Gesellschaft ausgeschlossen. Die Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft war im Dezember 1912, beziehungsweise Februar 1913 erfolgt. Steiner verlagerte seinen Wirkungsort im Frühjahr 1914 nach Dornach in der Schweiz und machte das von ihm als ,,Hochschule für Geisteswissenschaft" konzipierte Goetheanum zum Zentrum seines Wirkens. Es erreichte seinen Höhepunkt nach dem Brand des ersten Goetheanums in der Silvesternacht 1922/23. Steiner übernahm die Leitung der auf der sogenannten Weihnachtstagung am 28. Dezember 1923 neu gegründeten Anthroposophischen Gesellschaft. Wegen seines frühen Todes konnte er für das zweite Goetheanum nur noch ein Außenmodell herstellen. Der Bau wurde 1928 fertiggestellt.

Rudolf Steiner verbreitete als Vortragsredner im Rahmen der Theosophischen Gesellschaft von Anfang an sein eigenes, später Anthroposophie genanntes, theosophisches Gedankengut. Von seinen etwa 6200 Vorträgen sind 3700 in Mitschriften von Hörern und Stenographen überliefert. ...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Steiner (2021)

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QuoteWidersprüche

»Daher ist es notwendig, genau zu wissen, um was es sich in dem einen und in dem anderen Falle handelt; aber das Allernotwendigste ist, niemals zu versäumen, sich ein ganz klares, exaktes Denken anzueignen – so gut man eben kann. [...] Darum handelt es sich nicht, die Widersprüche zu vermeiden im Leben, denn die sind da. Aber darum handelt es sich, den Widerspruch zu erkennen und ins Auge zu fassen.
Ahriman und Luzifer können nur etwas machen, wenn ein Widerspruch unbemerkt bleibt, wenn wir nicht die Kraft und den Willen haben, den Widerspruch aufzudecken. Überall da, wo wir uns in einen Widerspruch verwickeln, den wir nicht als Widerspruch erkennen, sondern einfach gelten lassen als einen lebenswahren Inhalt, überall da haben Luzifer und Ahriman die Möglichkeit, sich unserer Seele zu bemächtigen.«

[Rudolf Steiner, »Die okkulte Bewegung im 19. Jahrhundert, GA 254, 4. Aufl. 1986,  6. Vortrag, Dornach 19. Oktober 1915, S. 116]


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Quote[...] Zander [wirft] einen kritischen Blick auf die Anthroposophie. Denn sie hat einen Absolutheitsanspruch: Die höhere Erkenntnis ist nicht verhandelbar. Das Totale aber ist ,,nur eine Handbreit vom Totalitären entfernt", schreibt Zander – und er belegt anhand zahlreicher Beispiele, dass die Anthroposophie zuweilen auch etwas Autoritäres an sich hat. Die Waldorfschulen etwa.
,,Im Kern war Steiner der Meinung, dass die Lehrerin oder der Lehrer auch eine Eingeweihte ist, ein Eingeweihter. Dass sie Erkenntnis höherer Welten haben. Dass sie wissen, welche Reinkarnation ihre Schüler hinter sich haben", so Zander. ,,Das heißt, die Lehrerin, der Lehrer ist eine extrem starke Figur in der Waldorfpädagogik. Ja, Waldorfschulen sind in ihrem Kern autoritär."

Anthroposophen werden das nicht gern hören – und auch an andere Ideen von Rudolf Steiner werden sie vermutlich lieber nicht erinnert. So sprach Steiner von menschlichen Rassen, von Wurzelrassen, von degenerierten Indianern und vom starken Triebleben der – Zitat – ,,Neger".
Die Art und Weise, wie Anthroposophen heute mit den rassistischen Aussagen ihres geistigen Mentors Steiner umgehen, bezeichnet Zander als ,,unsouverän" – trotz diverser Distanzierungsversuche und etwa der sogenannten Stuttgarter Erklärung des Bundes Freier Waldorfschulen.
Hier offenbare sich ein grundsätzliches Problem: Die Kritik am Gründungsvater werde als Gefahr für das gesamte anthroposophische System wahrgenommen.
,,Steiner glaubte, dass diese Vorstellungen Ergebnis seiner Einsichten in höhere Welten seien. Wenn man jetzt ein Stück aus diesen höheren Welten herausschneidet und sagt, dieser Teil stimmt nicht, dann ist unklar, ob nicht wie ein Domino-Effekt andere Teile dieser Einsicht auch fallen."
Dazu schreibt Zander: ,,Am Ende geht es um viel mehr, um die Logik seines Weltanschauungshauses. Tief in dessen Inneren sitzt eine Evolutionstheorie, die Steiner aus dem 19. Jahrhundert geerbt hat und in der die ganze Kultur evolutionstheoretisch gedeutet wird. [...] Steiners Rassentheorie zu kritisieren bedeutet im Kern, seine Logik der Evolutionslehre infrage zu stellen."


Aus: "Helmut Zander: ,,Die Anthroposophie"" Monika Dittrich (02.09.2019)
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/helmut-zander-die-anthroposophie-100.html

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Quote[...] Olaf Scholz forderte in seiner Neujahrsansprache die Deutschen auf, zuversichtlich zu sein. Das erinnert mich an den Direktor einer Waldorfschule, der die auf dem Schulhof versammelten Kinder, in die Hände klatschend, auffordert: ,,Seid ungezwungen, Kinder!" ...


Aus: "Götz Eisenbergs Durchhalteprosa: 65 | Der erste »Reichsbürger«" (16. Januar 2023)
Quelle: https://durchhalteprosa.de/2023/01/16/65-der-erste-reichsbuerger/

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QuoteDie anthroposophische Attitüde, diese sanfte Superiorität, diese Sensitivität des Ätherleibs, die Penetranz des Selbstgefühls, inmitten einer materialistischen Untergangskultur ein paar Geistessamen zu streuen und die Initiations- Kultur von Jahrtausenden in sich zu tragen- das alles gehört zu den Ur- Rollenmodellen, die von Steiner ausgegeben wurden und bis heute gerne befolgt werden. ...


Michael Eggert (August 25, 2019), Quelle: https://egoistenblog.blogspot.com/2019/08/artifizielle-anthroposophische.html

Quoteحسن •
Lieber Michael Eggert! Ich bin es nun seit Jahren gewohnt Ihre Beiträge im Internet zu lesen, meist surfe ich den Egoistenblog alle paar Wochen an und lese mich dann für ein, zwei Tage fest. Das geht nun schon seit vielen Jahren so, vielleicht sind es über zwanzig Jahre. ... Warum muss ich abends vor dem Internet hängen um Ihre Artikel zu lesen? Warum darf ich sie nicht einfach als Heft oder als Freies-Geistesleben-Buch mit ins Bett nehmen? Und danach ins Regal stellen?

Können Sie das bitte mal abstellen? Ich bitte darum! Sie waren mal die Stimme und das Sprachrohr einer ganzen Generation. Und sind das natürlich immer noch. Aber viele Menschen kennen Ihr Werk noch gar nicht, zum Beispiel Leute, die in den vergangenen Jahren weniger im Internet gesurft sind. Oder Menschen, die die Anthroposophie jetzt erst für sich entdecken.
Und noch etwas: Unter einer 'seriösen anthroposophischen Zeitschrift' verstehe ich alles. Alles was es gibt. Ausser der info3 natürlich.

Michael Eggert --> حسن •

Sehr charmant, die Rückmeldung, ich freue mich über einen Wegbegleiter aus anarchosophischen Tagen. Ich finde ja, dass nicht alles gedruckt werden muss, und mag da jetzt auch nicht 20 Jahre aufarbeiten und redigieren. Ich sehe das als Artikulation des Augenblicks, und damit ist es gut. Manches ist in den Texten ja auch bloß Stilmittel, und auch eine gewisse Attitüde des jungen Wilden ist vielleicht eher nicht dem Alter entsprechend, wohl aber dem Alter Ego. In diesem Sinne hoffe ich Ihnen noch ein paar Jahre erhalten zu bleiben, und hoffentlich Sie mir. Viele Grüße, Don Michele

Bernhard Albrecht Hartmann •

Wieder ein grosser Wurf, Michael. Noch differenzierter und sensibler in seinen inneren Klangräumen, als in Deinem diesem vorausgehenden Blog-Beitrag. Danke.


Michael Eggert --> Bernhard Albrecht Hartmann

Spüre ich da eine kleine Spur Ironie, lieber Bernhard Albrecht?

...

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QuoteHolger Niederhausen (19.01.2017): " ... Der Egoisten-Blog ist so etwas wie eine Art Dschungelcamp – die Live-Dokumentation einer narzisstischen, selbsternannten Beurteilungs-Elite, die ihre postmoderne Auserwähltheit dadurch unterstreicht, dass sie betont, sie nehme sich selbst gerade nicht so wichtig. ..." | Aus: ,,Die üblichen Reaktionen", http://www.holger-niederhausen.de/aufsaetze-und-mehr/aufsaetze/aufsaetze/2017/2017-01-19-reaktionen/

Anonym (Montag, 23. Januar 2017 um 22:45:00 MEZ): " ... Der Egoblog (und das sind die Schreiber und Kommentatoren) verabreicht therapeutisch notwendige Einläufe – mehr nicht. ... " | https://egoistenblog.blogspot.de/2017/01/willkommen-in-der-neuen-welt-ihr-rest.html


...

QuoteRainer Herzog (Montag, 23. Januar 2017 um 11:05:00 MEZ): " ... ,,Spott ist die Onanie der Seele" (HN). Danke für ein weiteres Mantra. Zur Zeit werden wir überreich beschenkt. ...

[(Zu: https://egoistenblog.blogspot.de/2017/01/willkommen-in-der-neuen-welt-ihr-rest.html)]


...


Quote[...] Am 12. Mai 2021 wäre Josef Beuys 100 Jahre alt geworden. Museen in ganz Deutschland, vor allem natürlich in Nordrhein-Westfalen, haben seinen Hundertsten mit kleinen und große Sonderausstellungen gefeiert. Es gibt eine eigene Website, die viele unterschiedliche Stimmen und Formate versammelt, die sich in einem klassischen deutschen Museumskontext schwer abbilden lassen. Neue Bücher zu Beuys sind erschienen, ältere wieder aufgelegt worden. Und sogar die Pandemie hat ein paar Monate lang mitgespielt und interessierten Menschen einen recht unbeschwerten Ausstellungsbesuch ermöglicht.

Das größte Beuys-Jubiläumsspektakel aber hat möglicherweise auf den Straßen und Plätzen in Deutschland stattgefunden, auf denen sich Querdenker*innen, Coronaleugner*innen und Impfgegner*innen, oft inspiriert von Alternativwissenschaften wie Anthroposophie, Homöopathie und esoterischen Weltanschauungen, ganz ohne Berührungsängste mit rechtsradikalen, identitären und faschistischen Gruppen tummeln. Und wo man sich die Ikonographie des Widerstandes gegen die Nazis und die der Opfer von Kolonialismus und Nazi-Verfolgung aneignet, um sich selbst der eigenen Einzigartigkeit und Besonderheit zu versichern. Jede*r eine Berufene, verfolgt von einer Gesellschaft, die nicht bereit für die höhere Wahrheit ist.

[...]

... Anthroposophische Netzwerke und ihre Veranstaltungen boten in den 1960er und 1970er Jahren emanzipatorischen, kapitalismus- und gesellschaftskritischen Gruppen und Individuen aus dem linken politischen Spektrum, die auf der Suche nach mehr gesellschaftlichen Anschlussmöglichkeiten waren, interessante Räume: Hier traf man auf eine lang etablierte deutsche Gegenkultur, deren Anhänger aber beispielsweise in der Wirtschaft zum Teil wichtige Positionen einnahmen und die bereits eine politische und soziale Theorie explizit jenseits von Links und Rechts, Sozialismus und Liberalismus entwickelt hatten: Naturschutz, kindzentrierter Pädagogik und gemeinschaftlichen Lebensmodelle sowie eine hohe Toleranz für exzentrisches Auftreten inklusive.

Anthroposophisch geprägte Vereine und Organisationen spielen deswegen in der Formierung der neuen sozialen Bewegungen der 1970er und 1980er Jahre bis hin zur Gründung der Grünen eine wichtige Rolle. Beuys selbst war dafür die perfekte Gallionsfigur: Mit seinem radikal inklusiven pädagogischen Ansatz als Professor der Düsseldorfer Kunstakademie, wo er jede*n zum Kunststudium zuließ, die/der sich bewarb, und Studierenden ermöglichte, ihren Lehrplan weitgehend selbst zu bestimmen, hatte er die Kunstakademie Düsseldorf zu einem Hotspot der antiautoritären Bewegung nach 1968 gemacht.

Beuys Kompromisslosigkeit provozierten Unileitung und Landesregierung zu immer schärferen Maßnahmen bis hin zu seiner Entlassung und der polizeilichen Räumung der Akademie. Wie vielen seiner Studierenden und Unterstützer*innen klar gewesen ist, wie stark Beuys pädagogischer Ansatz von Rudolf Steiner und dessen Pädagogik geprägt war, ist schwer zu sagen. Vielen wird es auch schlicht egal gewesen sein, aufgrund welcher Theorie sie die Chance erhielten, Künstler*in werden zu können, obwohl sie von offizieller Seite bescheinigt bekommen hatten, gerade für dieses Studium nicht begabt genug zu sein.

Anthroposophie als Theorie und Praxis der Selbstermächtigung und der Ermächtigung anderer gegen die Disziplinarisierungs- und Exklusionsmechanismen der Gesellschaft – gerade aktuell fällt es schwer, dieses emanzipatorische Potenzial zu akzeptieren oder auch nur zu erkennen. Für Beuys Hinwendung zum Werk Rudolf Steiners und seiner lebenslangen Auseinandersetzung damit war das aber ein entscheidender Faktor. Beuys hat die Anthroposophie und das Werk Rudolf Steiners während seines Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf kennengelernt. Hier hatte ihn Ewald Mataré 1946 in seine Bildhauerklasse aufgenommen, obwohl Beuys 1945 der Mal- und Zeichenklasse von Joseph Enseling zugeteilt worden war, auch wegen seines mangelnden zeichnerischen Könnens.

Mataré war von den Nazis als "entartet" klassifiziert und seiner Professur enthoben worden. Seit 1938 bekam er keine Aufträge mehr von der öffentlichen Hand. Er schlug sich mit kirchlichen Aufträgen durch und begann, sich intensiv mit der Bedeutung und Funktion sakraler Kunst auseinanderzusetzen. 1945 akzeptierte er eine Professur an der Düsseldorfer Akademie und übernahm auch, als einziger unbelasteter Künstler im Lehrkörper, deren kommissarische Leitung. In Matarés Klasse nahmen Kunsttheorie, Ästhetik und ethische Fragen nach der Aufgabe der Kunst in der Gegenwart breiten Raum ein.

Matarés Kunstauffassung war stark von der idealistisch-spirituellen Richtung des Expressionismus sowie des frühen Bauhaus geprägt. "Die sichtbare Welt ist nur ein kleiner Teil der unsichtbaren, und alles steht in einem Zusammenhang und will als solcher vor allem begriffen werden." Dieses Zitat aus Matarés Tagebüchern könnte so auch von Beuys stammen oder von Rudolf Steiner. Matarés Offenheit für "das Geistige in der Kunst" (Kandinsky) machte ihn als Lehrer für Studierende mit anthroposophischen Interessen attraktiv – und über diese Kommiliton*innen lernte Beuys dann auch Steiners Werk kennen.

Beuys wurde sofort zum enthusiastischen und intensiven Steiner-Leser. Hier hat der gescheiterte Gymnasiast, verhinderte Kampfpilot, Ex-Wehrmachtssoldat und unzufriedene Kunststudent wohl den philosophischen Rahmen gefunden, in dem sich das eigene Scheitern und die nationalen Niederlage zur positiven biographischen Erfahrung 'inneren Wachstums' und zu einer Künstlerlegende umformen ließ. Diese Erfahrung der Freisetzung des eigenen kreativen Potenzials haben Beuys das erstaunliche Selbstbewusstsein und die Energie verliehen, einen ganz eigenen Kunstbegriff und vor allem eine ganz eigene Kunst zu schaffen. Den Gang der Kunstgeschichte nach 1950 hat er damit entscheidend mitbestimmt. Mit dem peinlich berührten Beschweigen des esoterischen, anthroposophischen Beuys hat #Beuys100 leider eine Chance verpasst, etwas zentrales über diese sehr deutsche Form des Revolutionär-seins herauszufinden – und über ihre Aktualität.

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Aus: "Querdenker Beuys? Nachdenken über ein Jubiläum" Christina Dongowski (10. Februar 2022 )
Quelle: https://www.54books.de/querdenker-beuys-nachdenken-ueber-ein-jubilaeum/

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QuoteVon Waldorfpädagogik bis Demeter-Landbau: Die esoterischen Ideen Rudolf Steiners sind bis heute erfolgreich. Vor 100 Jahren taten sich die ersten Anthroposophen zusammen. ... Viele Gedanken Steiners bleiben skizzenhaft, andere verbergen sich hinter seiner verquasten Sprache. Diese Interpretationsfähigkeit zusammen mit dem für Gurus untypischen Appell Steiners an seine Anhänger, seine Thesen eigenständig weiterzuentwickeln, sind wohl das Geheimnis ihres Erfolges. Sie überleben die vielen Streitereien in der Anthroposophischen Gesellschaft ebenso wie deren Verbot durch die Nationalsozialisten. Nach den Lehren von Madame Blavatsky dagegen kräht heute kaum noch ein Hahn. ...

"Erfolgreich mit Karma, Ausdruckstanz und Scheinmedizin" Hellmuth Vensky (28. Dezember 2012)
http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2012-12/Gruendung-Anthroposophische-Gesellschaft

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QuoteSeine Gedankengebäude haben aufgrund ihres vergeistigt wirkenden Ideenkonvoluts, des beständigen Esoterikverdachts und einer - aus heutiger Sicht - verquasten Sprache viele Menschen abgestoßen. Weniger bekannt dürfte sein, dass Steiner auch ein großer Ideengeber für die Sparten Architektur, Kunst und Design, Theater und Tanz war. Und zum Teil hat der beständige Esoterikverdacht wohl auch einen freien und vorurteilslosen Blick auf Steiners künstlerisches Schaffen verhindert.  ...

"Architektur - Umstrittener Visionär: Rudolf Steiner" (01.12.2011)
http://www.dw.de/umstrittener-vision%C3%A4r-rudolf-steiner/a-15561689

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"Neueste Geschichte - H. Zander: Anthroposophie in Deutschland" [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Zander]
Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884-1945 (Zander, Helmut, 2007) - Der Autor hat viel investiert: Einerseits sind in das Werk Dutzende Vorarbeiten, darunter eine seiner Promotionen und seine Habilitation von 2002 sowie vier weitere Jahre eingeflossen, sodass mehr als 15 Jahre Auseinandersetzung mit dem Thema das persönliche Kapital dieses Buches bilden. ...
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2007-4-106

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"Heilsame Verunsicherung - Eine Begegnung mit dem Historiker Helmut Zander" Rüdiger Sünner (info3, März 2008)
http://www.ruedigersuenner.de/Zander.html

Helmut Zander: Anthroposophie in Deutschland - Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884-1945. 2 Bände
http://www.perlentaucher.de/buch/helmut-zander/anthroposophie-in-deutschland.html

Rezensionen zu Helmut Zander
http://www.zander-zitiert.de/sonstiges/helmut-zander-rezensionen.html

"Die Anthroposophie und ihr Erfolg" Michael Blume, 02. März 2011, 07:55
Wie aber ist der langanhaltende (und sogar wachsende) Erfolg der anthroposophischen Bewegung zu erklären? In einer kritischen Biografie hat sich unter anderem Miriam Gebhardt mit Rudolf Steiner, seinem sozialen, akademischen, lebensreformerischen und okkultistischen Lebensumfeld und seiner Wirkung befasst.
http://www.scilogs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/phanomene/2011-03-02/die-anthroposophie-und-ihr-erfolg

Interview 07.06.2012 · Nr. 13507
Anthroposophie und Faschismus
http://hpd.de/node/13507

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Quote... In einer Aussage gegenüber 20 Minuten hatte der Sprecher der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, die das Zentrum leitet, damals in Bezug auf die Corona-Massnahmen angegeben: «Die anthroposophische Medizin erweitert die Schulmedizin und versucht nicht, sie zu widerlegen. Es geht um den ganzen Menschen.»


Aus: "Um Rudolf-Steiner-Zentrum mehren sich die Corona-Infektionen" (5. Dezember 2021)
Quellle: https://www.20min.ch/story/um-rudolf-steiner-zentrum-mehren-sich-die-corona-infektionen-465461812635

QuoteCharlie2, 05.12.2021, 13:55

Die Anthroposophie ist eine Geisteswissenschaft. Die Infektiologie ist eine Naturwissenschaft. ...


QuoteLeser-li 05.12.2021, 13:47

Wie waren doch die Erkenntnisse? Der beste Schutz ist erkranken an Corona. Leider kann man allerdings nicht voraussagen wie der einzelne Körper damit klar kommt, sprich die schwere der Erkrankung. Daher ist die durchseuchung für unter 60jährige durchaus vertretbar.


Quotegyoengyi, 05.12.2021, 16:32

@Leser-li nein, ist es nicht! Fragen Sie doch mal Junge und Kinder, die die "Seuche" durchgemacht hatten, wie es steht bei ihnen mit Long-Covid Folgen!


QuoteThomas34, 05.12.2021, 13:40

Die ticken dort schon etwas komisch!


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#46
Quote[...] Was war die Moderne – eine Epoche? Oder ist die Moderne so etwas wie eine ,,Haltung", ein ,,unvollendetes Projekt", das wir von der Aufklärung geerbt haben? Und sind daher nur die, die sich auf die Aufklärung beziehen, die rechtmässigen ,,Kinder der Moderne"?

... Die Verwirrung um den Begriff der Moderne – bzw. modernity oder modernité – beginnt schon damit, dass er einerseits zwar eine Selbstbeschreibung einer Gesellschaft zu sein scheint, die von ihrer eigenen ständigen ,,Neuheit" und Gegenwärtigkeit so sehr fasziniert ist, dass sie von sich selbst nichts anderes sagen kann, als eben ,,modern" zu sein – dass andrerseits aber die westlichen Gesellschaften diesen Begriff von sich selbst bis in die 1970er Jahre praktisch nicht verwendet haben. Um nur ein einziges Beispiel zu nennen: Selbst in der Soziologie, die als Wissenschaft der ,,modernen Gesellschaft" gleichsam mit dieser entstanden war, blieb der Begriff der ,,Moderne", der in den 1880er Jahren in einem Kreis von Literaten geprägt wurde, weitgehend ungebraucht. Max Weber etwa verwendete wohl das Adjektiv ,,modern", nie aber das generische Substantiv ,,die Moderne".

... Es war [ ] auf dem Höhepunkt der französischen temps modernes, als Charles Baudelaire in seinem Großessay ,,Le peintre de la vie moderne" (,,Der Maler des modernen Lebens", 1859/1862) die ,,moderne" Zeit- und Lebenserfahrung mit der Großstadt, der Mode und der Kunst in Verbindung brachte: Der Maler Constantin Guys, den Baudelaire porträtierte, finde eine neue, moderne ,,Haltung", einen neuen Stil genau darin, dass er auf kein traditionelles Muster der Lebensführung mehr zurückgreife, sondern sich ganz der Gegenwart, dem Wechsel der Moden und dem kurzwelligen Flimmern der Zeitläufte hingebe. Diese ,,Haltung", die die künstlerische Suche nach dem ,,Ewigen" keineswegs ausschließe, sei das, so Baudelaire, was ,,die Modernität zu nennen man mir erlauben möge; da es nun einmal [...] kein besseres Wort gibt für das, was mir vorschwebt".

Auch wenn Baudelaires Essay breit rezipiert wurde, hat sich die von ihm lancierte modernité als Begriff wie gesagt noch hundert Jahre lang nicht durchgesetzt. Vor allem aber war er für ihn keine Epochenbezeichnung, sondern die Kennzeichnung einer Lebensart, eines bestimmten Stils, oder eben einer ,,Haltung". An sie erinnerte in durchaus pathetischer Weise Michel Foucault, als er, sich gleichermaßen auf Kant wie auf Baudelaire beziehend, 1984 schrieb: ,,Die Baudelaire'sche Modernität ist eine Übung, in der die äußerste Aufmerksamkeit für das Wirkliche mit der Praxis einer Freiheit konfrontiert wird, die dieses Wirkliche zugleich achtet und ihm Gewalt antut." Das heißt: diese (moderne) ,,Praxis der Freiheit" achtet zwar, pragmatisch, das Wirkliche als Realität, tut ihm aber insofern auch ,,Gewalt" an, als das Subjekt sich selbst und die Welt verändern bzw. umgestalten kann und will. Die Modernität, so Foucault, nötige den Menschen ,,zu der Aufgabe, sich selbst auszuarbeiten"; dies sei ,,eine Arbeit von uns selbst an uns selbst, insofern wir freie Wesen sind".

Diese moderne Haltung, aus sich selbst und aus der ,,Welt" etwas Neues zu schaffen, ist, folgt man Foucault, ,,aufklärerisch". Sie entspricht dem, was Immanuel Kant ,,den Mut" nannte, ,,sich seines eigenen Verstandes zu bedienen"; sie geht von der ,,Freiheit" des Menschen aus und glaubt an die Möglichkeit, die Welt letztlich auch vernünftig einzurichten. Auf diesen Ausgangspunkt bezog sich auch Jürgen Habermas, der 1980 die ,,Moderne" ein ,,unvollendetes Projekt" nannte – unvollendet eben, weil die Welt noch immer nicht vernünftig eingerichtet ist.

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Aus: "Die Kinder der #Moderne" Philipp Sarasin (16. Januar 2019)
Quelle: https://geschichtedergegenwart.ch/die-kinder-der-moderne/

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Quote... Andreas Lebert und Katrin Zeug: Sie haben sich fast Ihr gesamtes Berufsleben mit Gewalt beschäftigt, dazu geforscht und sie selbst erlebt – was muss man als Erstes verstehen?

Reemtsma: Dass wir seit – sehr grob gesprochen – Ende des Dreißigjährigen Krieges in eine andere Zeit eingetreten sind. Zuvor war die Kultur gewaltgetränkt, sie ließ sich Gewalt als Amüsement und Volksschauspiel gefallen und kam nicht auf die Idee, etwas nur wegen seiner Brutalität anzuprangern. Unsere Moderne kennzeichnet, dass sie Gewalt als Anormalität betrachtet.

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Aus: "Jan Philipp Reemtsma: "Ich bin sehr für Rache, sie darf nur nicht sein""
Interview: Andreas Lebert und Katrin Zeug (7. Juni 2016)
Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2016/03/jan-philipp-reemtsma-gewalt-menschen-grenzen-waffen-krieg/komplettansicht

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Moderne bezeichnet historisch einen Umbruch in zahlreichen Lebensbereichen gegenüber der Tradition, bedingt durch Industrielle Revolution, Aufklärung und Säkularisierung. In der Philosophiegeschichte fällt der Beginn der Moderne mit dem Skeptizismus der Vordenker der Aufklärung (Montaigne, Descartes, Spinoza) zusammen. Die Moderne folgt als Teil der Neuzeit auf die Frühe Neuzeit und dauert bis in die Gegenwart an.
https://de.wikipedia.org/wiki/Moderne



"Dante als Vorbote der Moderne : Ein Vorspiel zum Fortschritt" Dietmar Dath (29.05.202)
Wer ins Vergangene will, muss abwärts. Die Geologie befiehlt es so; sie stapelt irdische Zeit in Schichten. ...
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/dantes-commedia/wie-dantes-dichterische-vision-der-neuzeit-die-staette-bereitete-17363128.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
#47
[Bei Korrekturbedarf... (SysOP Kontakt)]
« on: Februar 14, 2007, 03:41:34 nachm. »
Zum Datenrückfluss bei Korrekturbedarf:
==============================

Der Link.Accu ist u.a. ein elektronischer Zettelkasten und Gedächtnisstütze für textliche Informationen. Oft habe ich in der Vergangenheit Texte/Zusammenhänge im Internet gefunden, gelesen - und sie dann wieder verloren. Der Link.Accu wird somit als persönliches Textarchiv und als Gegenmittel zum Textverlust eingesetzt.

Bei inhaltlichen Fehlern, Ergänzungsbedarf, bei Wunsch nach einer Gegendarstellung, bei Verbesserungsvorschlägen, bei verständlich begründetem Korrekturbedarf, oder wenn ein Autor seinen/ eine Autorin ihren Text hier gelöscht sehen will - kann über die folgende Emailadresse Kontakt mit dem Link.Accu SysOP aufgenommen werden:

mailto: lemonhorse "at" subfrequenz.net
Achtung!

1) Bitte Link.Accu in der Subjektzeile angeben, da sonst die Gefahr besteht, dass der Spammfilter zuschlägt!
2) Bitte das genaue Problem im Link.Accu - und einen Lösungsvorschlag Angeben.
3) Bitte einen Link zum betreffenden Beitrag in der Email Angeben!

- Lemonhorse (29.03.2008)
#48
Zum Zum Selbstverständnis der Linklisten im Link.Accu ...

Der Link.Accu ist u.a. ein elektronischer Zettelkasten und Gedächtnisstütze für textliche Informationen. Oft habe ich in der Vergangenheit Links/Texte/Zusammenhänge im Internet gefunden, gelesen - und sie dann wieder verloren. Der Link.Accu wird somit als persönliches Link - und Textarchiv, als Gegenmittel zum Link/Textverlust eingesetzt.

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Quote" ... Für Arno Schmidt, Niklas Luhmann und Hans Blumenberg war der Zettelkasten das wichtigste Arbeitsinstrument überhaupt. Heute verlieren sich Lesespuren in den Suchverläufen von Browsern. ..." Felix Heidenreich (19.11.2021)


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Quote[...] Der Zettelkasten ist ein nach wie vor bewährtes Hilfsmittel bei der Erstellung einer literarischen oder wissenschaftlichen Arbeit. Wichtige Sachverhalte, die man z. B. in einem Buch gefunden hat, werden mit Quellenangabe auf Zetteln notiert und in Kästen aufbewahrt und geordnet.

[...] Durch die Nutzung eines Zettelkastens gehen gelesene Informationen nicht verloren, er dient als Gedächtnisstütze. Zettelkästen bzw. deren elektronisches Pendant sind vor allem in der qualitativen Textanalyse (Grounded Theory, Inhaltsanalyse) wichtig.

Wesentlicher Vorteil eines Zettelkastens gegenüber einem linearen Text, etwa in Form eines Notizbuches ohne Verweise, ist die Vernetzung des Inhalts, die durch Verschlagwortung und Querverweise entsteht. Ab einer gewissen Größe kann der Zettelkasten so überraschende Zusammenhänge generieren und seinem Besitzer neue Impulse für seine Arbeit liefern.

Mit Hilfe elektronischer Medien lassen sich durch die Verlinkung mit Hyperlinks virtuelle Zettelkästen erstellen...


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Zettelkasten (06/2007)

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Quote[...] Der Begriff Gegenstandsverankerte Theoriebildung oder englisch Grounded Theory bezeichnet einen sozialwissenschaftlichen Ansatz zur systematischen Auswertung vor allem qualitativer Daten (Interviewtranskripte, Beobachtungsprotokolle) mit dem Ziel der Theoriegenerierung. Grounded Theory stellt dabei keine einzelne Methode dar, sondern eine Reihe von ineinandergreifenden Verfahren. Auch wenn Grounded Theory oft als eine qualitative Methode bezeichnet wird, handelt es sich dabei eher um einen Forschungsstil oder ein Paradigma, das eine pragmatische Handlungstheorie mit bestimmten Verfahrensvorgaben kombiniert. Zudem basiert dies auf der Theorie des Symbolischen Interaktionismus. Ziel ist es, eine realitätsnahe Theorie zu entwickeln, um diese für die Praxis anwendbar zu machen und insofern die Theorie-Praxis-Schere zu mindern.


Aus: "Grounded Theory" (06/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Grounded_Theory

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QuoteIntertextualität ist die Verbindung aller Texte untereinander zu einem bestimmten Thema, in einer bestimmten Sprache oder in einer bestimmten Kultur. Einfacher formuliert: Jeder Text, der entsteht basiert auf anderen Texten, die vorher da waren, und diese basieren wieder auf anderen usw. Diese Beziehungen zwischen Texten sind derart komplex, dass es unmöglich erscheint, sie aufzuzeigen, gerade weil viele dieser Beziehungen anonym und unbewusst sind. Frei nach Roland Barthes könnte man sagen:
Mein "Ich" (also mein Bewusstsein), das sich einen Text vornimmt und interpretiert, ist nicht unbelastet und unschuldig, sondern es ist selber eine Ansammlung anderer Texte und Codes, die unbegrenzt sind und deren Ursprünge (im Laufe der Zeit) verloren gegangen sind.
Das Bewusstsein wird hier verstanden als eine Ansammlung von Texten, die es formen, und die damit auch unsere Perspektive auf die Welt und alles was wir erfahren beeinflussen. Diese neuen Texte werden dann wiederum Teil des Bewusstseins und prägen ihrerseits unser Weltbild mit usw.

Um dieses sehr komplizierte philosophische Gebiet der Intertextualität etwas zu vereinfachen, kann man sie auch konkreter betrachten:
"Intertextualität bezeichnet ein konstitutives Struktur- und Wirkprinzip poetischer Texte. Danach ist jeder literarische Text das Ergebnis von Transformationen einer Vielzahl weiterer konstitutiver Texte und Textstrukturen, d. h. semiotischer Codes und kultureller Zeichensysteme. Somit kann jeder Text (z. B. durch Zitate) auch als Verweis auf vorhergehende Texte verstanden werden. U. Eco hat mit seinem Roman >Il nome della rosa< ( 1980, dt.: Der Name der Rose) ein viel diskutiertes Beispiel der literarischen Verwendung der Intertextualität geliefert."


Aus: "Intertextualität" (netz-kasten.de; Autor?; Datum?)
Quelle: http://www.netz-kasten.de/lesen/information/hypertext6.php3

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Quote[...] Das Internet ist für immer. Das war gleichermaßen Versprechung und Drohung der digitalen Welt, die implizit über allen Browsern, Clouds und Plattformen prangte: Ihr, die ihr hier eintretet, gebt acht, was ihr hochladet – das ist alles für die Ewigkeit. Tag zu Tag wird deutlicher, wie sehr dieser Schein trügt. Teile des Internets sterben längst ab, weil ihre Besitzer und Hausmeister sich nicht um sie kümmern, sie aber auch nicht freigeben wollen. Archive verschwinden, Onlinebibliotheken werden geschlossen, ganze Felder digitaler Kultur gehen für immer verloren.

Das gilt nicht nur für obskure Provinzen des Internets. 38 Prozent aller Webseiten, die 2013 existierten, waren laut einer Studie des Pew Research Center im Oktober 2023 nicht mehr verfügbar. Es geht so weit, dass 54 Prozent aller Artikel in der englischsprachigen Wikipedia mindestens eine Onlinequelle nennen, die nicht mehr existiert. Die Studie nennt das "digital decay" – digitalen Verfall.

Dass auch das Internet verfallen kann, scheint kontraintuitiv zu sein. Lange wirkte das Netz körperlos und immateriell, eben ewig. Dort könne "alles, was der menschliche Geist kreiert, unendlich oft und kostenlos reproduziert und verbreitet werden", träumte der Digitalaktivist John Perry Barlow 1996 in seiner berühmten Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace [https://www.eff.org/cyberspace-independence]. Doch solche Rhetorik unterschätzte die banale Realität des Digitalen: Das Internet ist zum Anfassen. Es besteht nicht aus Licht und Luft und Feenstaub, sondern aus seltenen Erden, Satelliten, Unterseekabeln, Serverfarmen und Kraftwerken. Die Erhaltung und Verbreitung digitaler Inhalte ist eben nicht mühe- oder kostenlos. Und gemäß Marktlogiken gilt: Was kostet, muss sich lohnen. Was sich nicht lohnt, kommt weg.

Ein Beispiel von vielen: Im Juni 2024 stampfte Paramount Global sang- und klanglos die Webseiten von MTV News und Country Music Television (CMT) ein und baute Comedy Central um. Mit MTV News und CMT gingen jeweils Archive mit mehr als zwanzig Jahren Popkultur- und Musikjournalismus verloren. Durch Comedy Centrals Umbau gingen frühe Staffeln der Satiresendungen The Colbert Report und The Daily Show verloren, die in den frühen Nullerjahren zu den schärfsten Kritikern der US-Invasion des Iraks gehörten – ein Stück Zeitgeschichte.

Kulturelle Erzeugnisse liegen nicht mehr in Ladenfenstern und später in Wohnzimmern und Regalen oder zumindest Bibliotheken, sondern oft genug allein auf den Servern der Unternehmen. Nutzer erkaufen sich Zugriff durch Abos oder indem sie Werbung gucken. Sind die Quartalszahlen nicht zufriedenstellend, ändert das Unternehmen die Inhalte oder schließt die Server. In Zeiten physischer Medien muss Kultur einmalig sein, in Zeiten des Internets fortwährend profitabel.

Dieser Übergang von Kultur als Besitz zu Kultur als Service ist schon eine Weile im Gange. "You'll own nothing. And you'll be happy" verkündete 2016 ein Video des Weltwirtschaftsforums über unsere nahe Zukunft. Der erste Teil des Zitats hat sich inzwischen weitgehend erfüllt, der zweite muss sich noch erweisen. Der kulturelle Kontrollverlust, der mit diesem Modell einhergeht, wiegt jeden Tag schwerer.

So beendete Yahoo im Jahr 2009 seinen Webhosting-Service Geo-Cities und löschte somit rund 38 Millionen dort angelegte Webseiten – eine Fundgrube früher Internetästhetik und -kultur. Elon Musk übernahm Twitter und machte den Archivzugang für Forscher fast unmöglich – Facebook und andere Firmen halten es genauso. Tumblr ging ab 2018 ähnlich rabiat gegen "pornografische Inhalte" vor. Die unpräzisen Algorithmen, die dafür genutzt wurden, löschten so viele nicht sexuelle und künstlerische Inhalte von LGBTQ+-Menschen, dass Tumblr sich dafür vor dem New Yorker Menschenrechtsgericht verantworten musste. Selbst grundlegende Strukturen des offenen Internets sind nicht sicher: So kündigte Google im Juni 2024 an, einen beliebten Link-Verkürzungsservice einzustellen. Ab 2025 führen sämtliche damit verkürzte Links ins Leere – auf Knopfdruck werden unzählige digitale Pfade zu Sackgassen.

Der kulturelle Schwund im Internet wird dadurch intensiviert, dass es mit einfacher Lagerung digitaler Kultur noch nicht getan ist. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die technologischen Grundlagen des Internets so rasant fortentwickelt, dass alte Datenformate teils schon nach wenigen Jahren obsolet werden. Ein Musterbeispiel ist das britische Domesday Project. Zum 900. Geburtstag des Domesday Book, ein umfassendes Grundbuch Englands aus dem Jahr 1087, hatte die BBC eine Art neues, multimediales Domesday Book 2 erstellen lassen. Das fast 1.000 Jahre alte Buch ist mit den passenden Sprachkenntnissen bis heute mühelos lesbar – die ursprünglichen Disketten des Domesday Book 2 waren knapp 20 Jahre später schon veraltet und unbenutzbar. Die Dateien mussten mehrfach aufwendig gerettet werden.

Diese stets rasant heranrückende Obsoleszenz digitaler Kulturprodukte betrifft sowohl Hard- als auch Software. Besonders deutlich wird das bei Videospielen. 2023 prüfte Phil Salvador, der Library Director der Video Game History Foundation, die kommerzielle Verfügbarkeit von Videospielen, deren Konsolen nicht mehr produziert werden. Das Ergebnis: 90 Prozent solcher Videospiele aus dem Zeitraum von 1960 bis 2009 waren ohne die notwendige, nicht länger hergestellte Hardware nicht mehr spielbar. Keine einzige Dekade der Videospielgeschichte überstieg 20 Prozent dieser kommerziellen Verfügbarkeit, vor 1985 waren es sogar weniger als drei Prozent. Digitale Kultur muss ständig gepflegt werden, um erhalten zu bleiben.
Natürlich gibt es Versuche, genau das zu tun. Das Internet Archive ist ein gemeinnütziges Onlinearchiv, das 1996 vom Internetaktivisten Brewster Kahle gegründet wurde, um die Langzeitarchivierung digitaler und digitalisierter Kultur zu gewährleisten. Einige der Beispiele in diesem Text sind dem kürzlich veröffentlichen Bericht Vanishing Culture entnommen [https://blog.archive.org/2024/10/30/vanishing-culture-a-report-on-our-fragile-cultural-record/]. Häufig ist es dem Internet Archive gelungen, Teile dieses kulturellen Schwunds zuvor noch in sein Archiv zu retten. Unter den inzwischen 916 Milliarden dort archivierten Webseiten sind auch 62 Prozent der laut der eingangs erwähnten Pew-Studie angeblich schon verschwundenen sowie 470.000 Inhalte aus MTV News und 70.000 von CMT. Auch viele sonst verlorene Videospiele sind dort erhalten sowie Filme, Bücher und Musik.

Das Internet Archive ist keineswegs genug, um sich allein gegen den von ihm benannten und beschriebenen digitalen Verfall zu stemmen. Vor einigen Monaten wurde es von Hackern angegriffen und konnte mehrere Wochen nichts archivieren, es wurde wegen Urheberrechtsverletzung von der Verlagsgruppe Hachette verklagt und verlor. Derzeit verklagen Plattenfirmen aus ähnlichen Gründen das Archive auf 621 Millionen Dollar – was sein Ende bedeuten könnte. Was dann mit den Abermillionen Gigabyte Archivmaterial passiert, weiß niemand.
Es braucht also einen Zusatz zum altbekannten Spruch: Das Internet ist für immer, solange es sich rechnet – und nicht viel rechnet sich für immer. Die digitale Welt könnte ein perfektes Archiv sein, doch seine Verwalter heute sind keine Bibliothekare, die Kultur um ihretwillen bewahren, sondern Manager, die Erhalt oder Zugang gegen Profit abwägen. Nicht alle kulturellen Erzeugnisse müssen erhalten werden, das stimmt. Doch ebenso wahr ist, dass jede Gegenwart schlecht darin ist, abzuschätzen, was für die Zukunft interessant sein wird. Zu viele berühmte Komponisten waren zu Lebzeiten erfolglos, zu viele Autorinnen mussten Jahrzehnte nach ihrem Tod wiederentdeckt werden, als dass wir großes Vertrauen in unsere Fähigkeiten der Vorhersage haben sollten.

Zu keinem Punkt in der Vergangenheit bestand der Anspruch, sämtliche Kulturerzeugnisse zu bewahren und zu archivieren, auch das stimmt. Doch in Zeiten physischer Medien galten andere Standards: Kopien waren mühsam, genauso wie Lagerung und Transport, einzelne Archive konnten durch Kriege, Feuer oder Naturkatastrophen zerstört werden. Wenn man fragt, warum nicht alles erhalten blieb, ist das eine sehr gute Ausrede. Was ist unsere?


Aus: "Internet Archive: "Für immer" ist ein großes Wort" Titus Blome (9. Dezember 2024)
Quelle: https://www.zeit.de/kultur/2024-11/internet-archive-abschaltung-zugang-speicherung

#49
Music and Sound Art (Klang) / Joseph Haydn (1732-1809)
December 27, 2020, 10:28:09 PM
Joseph Haydn (1732-1809) war ein österreichischer Komponist der Wiener Klassik. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Haydn

Als Wiener Klassik (ca. 1779– ca. 1825) bezeichnet man eine besondere Ausprägung der musikalischen Epoche der Klassik, als deren Hauptvertreter die u. a. in Wien wirkenden Komponisten Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven gelten. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Klassik

Haydn - "Die Sieben Worte des Erlösers"  The Seven Last Words.. Quartet, Strings Quartet + P° (Ct.rec. : Wiener Konzerthausquartett)
https://youtu.be/KkLJqLYYDCw
#50
Die Romantik ist eine kulturgeschichtliche Epoche, die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert hinein dauerte und sich insbesondere auf den Gebieten der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik äußerte, aber auch die Gebiete Geschichte, Theologie und Philosophie sowie Naturwissenschaften und Medizin umfasste. In der Literatur der Romantik (ca. 1795–1848) unterscheidet man Frühromantik (bis 1804), Hochromantik (bis 1815) und Spätromantik (bis 1835). In der Malerei dauert die Spätromantik bis Ende des 19. Jahrhunderts, in der Musik bis Anfang des 20. Jahrhunderts (Gustav Mahler, Richard Strauss).  ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Romantik

Die deutsche Romantik, deren Ursprünge in Jena gesehen werden, prägte ab etwa 1800 Literatur, später auch die Malerei und die Musikästhetik in Deutschland. Friedrich von Schlegel, Ludwig Tieck und Novalis gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten der Frühromantik. Teilweise wird die deutsche Romantik als Ursprung einer Bewegung angesehen, die sich in ganz Europa ausbreitete. ... Die Grundthemen der Romantik sind Gefühl, Leidenschaft, Individualität und individuelles Erleben sowie Seele, vor allem die gequälte Seele. Romantik entstand als Reaktion auf das Monopol der vernunftgerichteten Philosophie der Aufklärung, die in Deutschland vor allem durch Immanuel Kant geprägt war, und auf die Strenge des durch die Antike inspirierten Klassizismus. Im Vordergrund stehen Empfindungen wie Sehnsucht, Mysterium und Geheimnis. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Romantik

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Quote[...] Die Kunstepoche der Romantik wurde nicht durch einen einheitlichen künstlerischen Stil geprägt, sondern ist eine gemeinsame Weltanschauung. Als Reaktion auf das Zeitalter der Aufklärung und den zunehmenden Rationalismus stellten die Künstler der Romantik das Unergründliche und Mystische sowie die Gefühlswelt des Menschen in den Mittelpunkt. Die Romantik manifestierte sich vom Ende des 18. bis ins späte 19. Jahrhundert sowohl in der Literatur als auch in Musik und Malerei.


Aus: "Romantik: Der Mythos des Unergründlichen" | Quelle: https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Epoche-der-Romantik-Der-Mythos-des-Unergruendlichen,romantik122.html

Unergründlichkeit
https://de.wikipedia.org/wiki/Unergr%C3%BCndlichkeit

Mit dem Begriff Irrationalismus (von irrational = ,,unvernünftig") bezeichnet man eine Lehre oder Weltanschauung, die die Überzeugung ablehnt, dass die menschliche Vernunft (lateinisch ratio) eine hinreichende Erkenntnis der Welt erwerben kann. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Irrationalismus

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Metaphysik

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"Denken als Gefühl - Die Philosophie der Romantik" Michael Reitz (Datum?)
Die Romantik war der letzte große Versuch, der Entzauberung der Welt durch Wissenschaftsgläubigkeit und Herrschaft der Vernunft etwas entgegenzusetzen: die Intelligenz des Herzens und der Gefühle. Die Romantik war eine Philosophie, die zur Lebenshaltung wurde. Geschaffen von Menschen, die den Machbarkeitswahn späterer Zeiten ahnten.
https://youtu.be/1U_cs1hnxqI



#51
Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow (russisch Никола́й Андре́евич Ри́мский-Ко́рсаков, wiss. Transliteration Nikolaj Andreevič Rimskij-Korsakov, * 6. Märzjul./ 18. März 1844greg. in Tichwin, Gouvernement Nowgorod; † 8. Junijul./ 21. Juni 1908greg. auf Gut Ljubensk bei Luga, Gouvernement Sankt Petersburg) war ein russischer Komponist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Andrejewitsch_Rimski-Korsakow

https://de.wikipedia.org/wiki/Programmmusik

Scheherazade:
0:00 The Sea and Sinbad's Ship
9:59 The Story of the Kalander Prince
22:52 The Young Prince and the Young Princess
33:31 Festival at Baghdad - The Sea - Shipwreck
Capriccio Espagnol: 
46:36 Alborada - Vivo e strepitoso
47:47 Variazioni: Andante con moto
52:34 Alborada. Vivo e strepitoso (II)
53:45 Scena e Canto Gitano: Allegretto
55:20 Fandango Asturiano
1:01:22 The Flight of the Bumble Bee
1:02:45 Russian Easter Festival Overture, Op.36
https://youtu.be/KOEX-8GhicU

Rimsky-Korsakov - Scheherazade - 4. The Festival at Baghdad, The Sea, Shipwreck
https://youtu.be/0RX9Bhps-SQ

Rimsky-Korsakov - The Symphonic Poems + Presentation (reference recording : Yevgeny Svetlanov)
https://youtu.be/lL1sMIkn0OI
#52
Giuseppe Domenico Scarlatti (auch: Domingo Escarlate (portugiesisch) oder Domingo Escarlatti (spanisch); * 26. Oktober 1685 in Neapel; † 23. Juli 1757 in Madrid) war ein italienischer Komponist und Cembalist. Seine Hauptbedeutung liegt in den Sonaten für Cembalo, die zum Originellsten ihres Genres im 18. Jahrhundert zählen.
...    ,,Scarlatti sagte öfter zum Herrn L'Augier, er wisse recht gut, daß er in seinen Clavierstücken alle Regeln der Komposition bey Seite gesetzt habe, fragte aber, ob seine Abweichung von diesen Regel das Ohr beleidigten? und auf die verneinende Antwort fuhr er fort, er glaube, es gäbe fast keine andere Regel, worauf ein Mann von Genie zu achten habe, als diese, dem einzigen Sinne, dessen Gegenstand die Musik ist, nicht zu mißfallen. [...] da die Natur ihm zehn Finger gegeben hätte, und sein Instrument für alle Beschäftigung hätte: so sähe er keine Ursache, warum er sie nicht alle zehn gebrauchen sollte." – Charles Burney
https://de.wikipedia.org/wiki/Domenico_Scarlatti

Scarlatti, Sonatas
Marcelle Meyer, piano
Rec. 1946, 1948, 1949, 1954 & 1955 ( EMI )
https://youtu.be/I4fOqBiaKjQ

Blandine Verlet (harpsichord) Domenico Scarlatti, 15 Sonates pour clavecin
Domenico Scarlatti (1685-1757), 15 Sonates pour clavecin
Blandine Verlet (27-02-1942 - 30-12-2018) clavecin Clavecin Hemsch 1754 restauré en 1971 par C. Mercier-Ythier,
https://youtu.be/RPUNdOcghZo

Alexandre Tharaud plays Domenico Scarlatti
Domenico Scarlatti (1685-1757)
1. Sonata K 239 in F minor, Allegro
2. Sonata K 208 in A major, Adagio è cantabile
3. Sonata K 72 in C major, Allegro
4. Sonata K 8 in G minor, Allegro
5. Sonata K 29 in D major, Presto
6. Sonata K 132 in C major, Cantabile
7. Sonata K 430 in D major, Non presto mà a tempo di ballo
8. Sonata K 420 in C major, Allegro
9. Sonata K 481 in F minor, Andante è cantabile
10. Sonata K 514 in C major, Allegro
11. Sonata K 64 in D minor, Gavota: Allegro
12. Sonata K 32 in D minor, Aria
13. Sonata K 141 in D minor, Allegro
14. Sonata K 472 in B flat major, Andante
15. Sonata K 3 in A minor, Presto
16. Sonata K 380 in E major, Andante commodo
17. Sonata K 431 in G major, Allegro
18. Sonata K 9 in D minor, Allegro
Alexandre Tharaud, piano In memory of Clara Haskil (1895-1960)
https://youtu.be/0qVx9wHA6AA
#53
Quote[...] Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit ist der Titel eines Aufsatzes des Philosophen Walter Benjamin (1892–1940), den er 1935 im Pariser Exil verfasste. Er erschien erstmals 1936 unter dem Titel L'œuvre d'art à l'époque de sa reproduction mécanisée in der Zeitschrift für Sozialforschung, in einer redaktionell überarbeiteten und gekürzten französischen Übersetzung.

In seinem Aufsatz vertritt Benjamin die These, dass die Kunst und ihre Rezeption selbst, insbesondere durch die Entwicklung von Fotografie und Film, einem Wandel unterworfen sind. Dies geschehe zum einen durch die Möglichkeit der massenhaften Reproduktion, zum anderen durch eine veränderte Abbildung der Wirklichkeit und damit eine veränderte kollektive Wahrnehmung. Zudem verliere in diesen Prozessen das Kunstwerk seine Aura, was in der Folge wiederum die soziale Funktion der Medien verändere.

Die durch die Reproduzierbarkeit entstehende kollektive Ästhetik biete zwar die Möglichkeit der Entwicklung hin zu gesellschaftlicher Emanzipation, berge aber auch die Gefahr der politischen Vereinnahmung, wie zeitgenössisch am Aufstieg des Faschismus deutlich werde.

Benjamin bezeichnete seine Schrift als die ,,erste Kunsttheorie des Materialismus, die diesen Namen verdient".[Walter Benjamin in einem Brief an Alfred Cohn im Oktober 1935; in: Walter Benjamin: Gesammelte Briefe, Band V, Frankfurt am Main 1999, S. 184.] Während zu Benjamins Lebzeiten und in der direkten Nachkriegszeit die Rezeption des Aufsatzes begrenzt war, wurde der Text in den 1960er und 1970er Jahren wiederentdeckt. Seit Mitte der 1980er Jahre gilt er als eines der Gründungsdokumente der Kultur- und Medientheorie der Moderne.

...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Kunstwerk_im_Zeitalter_seiner_technischen_Reproduzierbarkeit (16. Januar 2026)

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Moderne bezeichnet historisch einen Umbruch in zahlreichen Lebensbereichen gegenüber der Tradition, bedingt durch Industrielle Revolution, Aufklärung und Säkularisierung. In der Philosophiegeschichte fällt der Beginn der Moderne mit dem Skeptizismus der Vordenker der Aufklärung (Montaigne, Descartes, Spinoza) zusammen. Die Moderne folgt als Teil der Neuzeit auf die Frühe Neuzeit und dauert bis in die Gegenwart an. ... In der Querelle des Anciens et des Modernes (1687) war ,,Moderne" noch ein Gegenbegriff zu ,,Antike". Erst im 19. Jahrhundert wurde es üblich, mit dem Wort Moderne die Gegenwart von der Vergangenheit allgemein abzugrenzen. In der Philosophie fällt die Moderne mit der Aufklärung zusammen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Moderne

Die Postmoderne (von lateinisch post ,hinter', ,nach') ist im allgemeinen Sinn der Zustand der abendländischen Gesellschaft, Kultur und Kunst ,,nach" der Moderne. Im engeren Sinn, dann auch Postmodernismus genannt, wird darunter eine politisch-wissenschaftlich-künstlerische Richtung verstanden, die sich gegen bestimmte Institutionen, Methoden, Begriffe und Grundannahmen der Moderne wendet und diese aufzulösen und zu überwinden versucht. ... Klassische politische Ideologien wie Konservatismus und Liberalismus und Teile der politischen Linken lasten dem postmodernen Denken als Defizit eine Beliebigkeit zu wichtigen Fragen in Kultur und Gesellschaft an. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Postmoderne

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Quote[...] Die Summe eines Denkens, das um Vernunft und Freiheit kreist: In seinem neuen Buch schildert Jürgen Habermas die Geschichte der abendländischen Philosophie als Weg vom Glauben zum Wissen. Und fragt, was es heisst, von der Vernunft autonomen Gebrauch zu machen.

... Die Postmoderne hatte vollmundig das Ende der grossen Erzählungen verkündet. Mit seiner Auch-Philosophiegeschichte liefert Habermas ein schlagendes Gegenargument: Wenn auch nicht zwingend, so doch durchaus erhellend lässt sich die Geschichte der abendländischen Philosophie als ein Diskurs über Glauben und Wissen erzählen, der sich zunehmend auf eine vernünftige Freiheit hinbewegt.

...

Zu: Jürgen Habermas: Auch eine Geschichte der Philosophie. 2 Bde. Band 1: Die okzidentale Konstellation von Glauben und Wissen, Band 2: Vernünftige Freiheit. Spuren des Diskurses über Glauben und Wissen. Suhrkamp-Verlag, Berlin 2019. 1752 S.


Aus: "Jürgen Habermas erzählt die Geschichte der abendländischen Philosophie neu. Und zeigt, wie sich das westliche Denken vom Glauben löste" Otfried Höffe (08.11.2019)
Quelle: https://www.nzz.ch/feuilleton/juergen-habermas-wie-sich-das-westliche-denken-vom-glauben-loeste-ld.1520235

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Jean-François Lyotard (* 10. August 1924 in Versailles; † 21. April 1998 in Paris) war ein französischer Philosoph und Literaturtheoretiker. Bekanntheit erlangte er vor allem als Theoretiker der Postmoderne. Lyotards Schriften lassen sich grob in drei Phasen einteilen: frühe phänomenologische, politische und Schriften, die auch den Strukturalismus kritisieren. Es folgte eine Auseinandersetzung mit libidinösen Fragen. In seinem Spätwerk wandte sich Lyotard dann dem Postmodernismus und dem Problem des Anderen zu. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Fran%C3%A7ois_Lyotard


Pries, Christine; Aguigah, René · 04. August 2024 - Jean-François Lyotard gilt als der Denker der Postmoderne, die heute für alles ,,Postfaktische" verantwortlich gemacht wird. Dabei hat der französische Philosoph den Begriff anders gemeint, sagt Publizistin Christiane Pries zu dessen 100. Geburtstag. ...
https://www.deutschlandfunkkultur.de/lyotard-postmoderne-100.html
#54
QuoteFürchtet euch nicht!, 20. August 2023

Pragmatisch betrachtet könnte man sagen, Moral ist eine meist ungeschriebene soziale Übereinkunft, welche Handlungen, Worte und Haltungen im Sinne eines gedeihlichen Zusammenlebens erwünscht sind und bestärkt werden sollen.

So lange eine verbindliche religiös begründete Moral existiert hat, hat diese auch Zeiten politischer und gesellschaftlicher Unmoral übertauchen geholfen und sozusagen als ethisches Hintergrundrauschen die Kompasse der Bürger weiter kalibrierbar gemacht.

Das haben wir inzwischen größtenteils verloren.
Dazu kommt die starke Wandlung und Durchmischung der Gesellschaften, mit der Folge dass es nur mehr einen sehr geringen Konsens gibt, welche Handlungen als gut/richtig zu sehen sind und welche nicht.

Moral in der Krise.



Kommentar zu: https://www.derstandard.de/story/3000000183335/kann-die-moral-den-weg-in-eine-andere-zukunft-weisen

QuoteFranz Klug

Dass man sich als Mensch gegenseitig hilft und nicht ausbeutet bzw umbringt ist eigentlich eine moralische Konstante die sich durch die ganze Geschichte der Menschheit zieht.
Dass die Menschen auch ohne Religion schon vor Jahrtaus. moralisch gut leben konnten und heute gut leben ist Fakt.
Das Problem heute ist dass im Namen von Staaten/Religionen immer noch unmoralisch zu morden aufgerufen wird und die Menschen leider diesen Aufrufen folgen.
Daher bräuchte es eine welweite Resilienz gegen diesen Missbrauch des Bürgers durch Staat und Religion. Und durch die Pluralisierung der Gesellschaft braucht es einfach mehr Toleranz, damit unterschiedliche Moralvorstellungen ausgehalten werden und ein bisserl abgehen von der zu starken ICH Kultur.


Quotewrtlprmft

"Das haben wir inzwischen größtenteils verloren."

DAS (also die Behauptung einer verbindlichen Moral) kommt aber gerade durch alle Ritzen wieder über uns.
Wenn der WDR eigene alte Sendungen jetzt mit Warnhinweisen versieht (bei Otto, Schmidt-Einander, Schimanski), geschiehts mit dem Anspruch, allgemeingültig eine schlechte Moral benennen zu können. Der erläuternde Beisatz (diese Sendung sei Teil der Filmgeschichte und daher nicht zensiert, sondern nur mit Warnung versehen) macht klar: Nur deshalb dürfen die bösen Szenen (die leider ungenannt bleiben) vorerst bestehen bleiben. Anderen Sendungen steht dies nicht mehr zu. https://www.berliner-kurier.de/panorama/wdr-warnt-vor-witzen-von-harald-schmidt-und-otto-waalkes-li.380331

...


QuoteHaigha

Aktivismus mit Moral und Moral mit geheucheltem Moralisieren gleichzusetzen, ist ein praktischer Denkfehler. Damit schafft man es, Klimaaktivismus genauso zur schrillen Empörung zu erklären, wie Videospiel-Boykottaufrufe von Transaktivisten, Polizeiverbotsforderungen von BLM oder Wortschöpfungen wie "mehrgewichtig".
Damit geht vollkommen verloren, welche legitimen Interessen die Gruppen hinter den Aktivisten haben könnten.

Bei Gruppen wie Feministinnen im Iran würde uns nie einfallen, das so abzutun. Weil es uns selbst nicht betrifft? Oder weil am Ende doch jeder moralisch handeln möchte und überzeugt ist, ohnehin schon die perfekte Moral gefunden zu haben?



QuotePoste nur sehr selten

Zuerst kommt das Fressen dann die Moral

Dieser Satz war eigentlich noch nie gültiger als jetzt! Gerade Moral wird für die meisten Menschen immer unwichtiger. Und auch bei Politikern wird sie immer unwichtiger. Siehe zB Trump und seine Anhänger. Wer was anderes behauptet lebt immer noch in seiner wohlbehüteten Blase.


Quotethanks for all the fish!

"Das Fühlen rückt immer stärker ins apolitische Denken, die eigene Subjektivität gerät zum einzig anerkannten Maßstab"

Darf ich dies bei den nächsten aktivistischen Artikeln zu identitätspolitischen Themen in dieser Zeitung zitieren?



QuoteInara Serra

Kann die Moral den Weg in eine andere Zukunft weisen?
Nein. Kann sie nicht. Weil Moral subjektiv und nicht verbindlich ist.

Eine gesellschaftlich anerkannte und verbindliche "Moral" ist die Gesamtheit der Gesetze, an die sich alle halten müssen. Sonst hat jeder seine Moral, nach der er sich richtet. Aber die eines anderen kann schon wieder ganz anderes sein.


QuoteFragmichwas

Tja - die Verwirrung der Begriffe ...

Moral

Ethik

Konvention

Legalität

Das Gute

Das Gerechte

Die Tugend

Die Tugendethik

Die Regelethik

Die Normenethik

Die Nützlichkeitsethik

Die Metaethik

Die Begründung der Ethik

Methoden der Ethik

Warum lesen die Leute nicht einfach Lehrbücher zur Philosophie und zwar nicht einzelne Philosophen oder Epochen sondern

Themen und Methoden der Philosophie?

Sonst denken sich die Leute ja auch nicht, dass sie nicht einmal die Grundrechnungsarten beherrschen müssen um über Mathe mitzureden oder keine Grundkenntnisse der Anatomie besitzen zu müssen um über Medizin mitzureden.

Nur bei der Philosophie quatschen alle einfach drauf los :)


QuoteGeigererzähler

Moral muss man sich generell erst mal leisten können. ...


QuoteWarmduscher2022

Moral ist kein Massstab, da im Gegensatz zu Gesetzen nicht eindeutig definiert. Was für den einen moralisch vertretbar ist kann für den anderen unmoralisch sein.
Beispiel Fremdgehen, für A ist es eine schwere Verfehlung, eine Todsündeund ein Scheidungsgrund andere Ehepaare sehen das locker und gehen in den Swingerclub. Ohne das zu werten, wer bestimmt da was moralisch ist? ...


...

-

Die Ethik ist jener Teilbereich der Philosophie, der sich mit den Voraussetzungen und der Bewertung menschlichen Handelns befasst und ist das methodische Nachdenken über die Moral.  ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Ethik

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Ethik

https://de.wikipedia.org/wiki/Ethisches_Dilemma

https://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_der_rationalen_Entscheidung

https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeitstheorien

https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeitsforschung

... Die zentrale Stellung der Idee des Guten in der Ideenlehre hat auch Konsequenzen für Platons Erkenntnistheorie. Dieser zufolge wird alles menschliche Wissen erst dadurch nützlich und vorteilhaft, dass ein korrekter Bezug zur Idee des Guten hergestellt wird. Nur dieser Bezug ermöglicht echtes Wissen, das nicht von ungeprüften Annahmen ausgeht, sondern von der Kenntnis der wahren Ursache all der Dinge, auf die es sich bezieht. Beispielsweise verleiht die Idee des Guten allen Tugenden Funktion und Zweck. Daher kann man eine Tugend nur dann völlig verstehen und infolgedessen auch wahren, wenn man weiß, inwiefern sie gut ist. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Gute

Höchstes Gut oder Ziel ist dasjenige Gut, dem unbedingter Wert beigelegt wird. Daher wird es in der philosophischen Ethik auch als letzter Zweck des moralischen Handelns angesehen, als höchster handlungsleitender Wert und höchstes Ziel. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6chstes_Gut

Das Übel (ahd.: abel, ibel, ubil) ist in der Philosophie ein Begriff, der alles bezeichnet, was dem Guten entgegengesetzt ist. Es ist vom Bösen zu unterscheiden, mit dem es häufig verwechselt wird. Übel ist der allgemeinere Begriff, der das Böse umfasst. Alles Böse gehört zum Übel, aber nicht jedes Übel gehört zum Bösen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Das_%C3%9Cbel

Unter Amoralismus (lat. amoralis ,unsittlich') versteht man die Lehren der praktischen Philosophie, die moralisch hergeleitete Normen überhaupt ablehnen, in neuerer Zeit auch die, die ein Leben überhaupt losgelöst von Moralvorstellungen postulieren. Es gibt auch den Begriff Immoralismus, der manchmal ähnlich wie Amoralismus, manchmal in abweichender Bedeutung gebraucht wird. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Amoralismus

Das Wort Tugend (von mittelhochdeutsch tugent ,Kraft, Macht, [gute] Eigenschaft, Fertigkeit, Vorzüglichkeit'; lateinisch virtus, altgriechisch ἀρετή aretḗ) ist abgeleitet von taugen; die ursprüngliche Grundbedeutung ist die Tauglichkeit (Tüchtigkeit, Vorzüglichkeit) einer Person. Allgemein versteht man unter Tugend eine hervorragende Eigenschaft oder vorbildliche Haltung. Im weitesten Sinne kann jede Fähigkeit zu einem Handeln, das als wertvoll betrachtet wird, als Tugend bezeichnet werden. In der Ethik bezeichnet der Begriff eine als wichtig und erstrebenswert geltende Charaktereigenschaft, die eine Person befähigt, das sittlich Gute zu verwirklichen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Tugend

Der Begriff der Gerechtigkeit (griechisch: δικαιοσύνη dikaiosýne, lateinisch: iustitia, englisch und französisch: justice) bezeichnet seit der antiken Philosophie in ihrem Kern eine menschliche Tugend, siehe Gerechtigkeitstheorien. Gerechtigkeit ist nach dieser klassischen Auffassung ein Maßstab für ein individuelles menschliches Verhalten.
Die Grundbedingung dafür, dass ein menschliches Verhalten als gerecht gilt, ist, dass Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandelt wird. Wobei in dieser Grunddefinition offen bleibt, nach welchen Wertmaßstäben zwei Einzelfälle als zueinander gleich oder ungleich zu gelten haben.
In der Erkenntnis, dass kein Mensch für sich beanspruchen kann, stets und unter allen Gesichtspunkten gerecht zu handeln, setzte sich im Mittelalter die Auffassung durch, wonach Gerechtigkeit keine menschliche, sondern eine göttliche Größe sei. Gerechtigkeit konnte es nach dieser Auffassung nur im Himmel und nicht auf Erden geben. In der Renaissance wurde die Göttlichkeit der Gerechtigkeit durch die Idee eines Naturrechts ersetzt. Die Gerechtigkeit sei im Prinzip in der Natur schon angelegt und der Mensch müsse danach streben, diese Gerechtigkeit zu erkennen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeit

Metaethik oder Fundamentalethik versucht die Natur der Moral im Allgemeinen zu bestimmen und arbeitet dabei beispielsweise semantische Analysen moralischer Urteile aus. Inhaltliche Aussagen bezüglich der moralischen Bewertung einzelner Handlungen werden dagegen nicht gemacht. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Metaethik

Die Gesinnungsethik ist eine der moralischer Theorien, die Handlungen nach der Handlungsabsicht und der Realisierung eigener Werte und Prinzipien bewerten, und zwar ungeachtet der nach erfolgter Handlung eingetretenen Handlungsfolgen. ... Ein Beispiel für die Gesinnungsethik ist die Haltung der Zeugen Jehovas, die Bluttransfusionen ablehnen und den Kriegsdienst kategorisch verweigern, selbst wenn sie dadurch ihr eigenes Leben gefährden. Ein Gegensatz zu einer Ethik, die sich vorrangig an den Konsequenzen der Handlungen orientiert – diese wird als konsequentialistische Ethik, Verantwortungsethik oder Erfolgsethik bezeichnet – entsteht in Entscheidungssituationen, in denen ein moralisches Dilemma vorliegt. So ist es in Deutschland grundsätzlich untersagt, Menschenleben gegeneinander aufzuwiegen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Gesinnungsethik

...
#55
Music and Sound Art (Klang) / Elektronische Musik ...
October 19, 2020, 01:48:30 PM
Elektronische Musik bezeichnet Musik, die durch elektronische Klangerzeuger (Generatoren) hergestellt und mit Hilfe von Lautsprechern wiedergegeben wird. ... In der elektronischen Musik begegnen sich zwei gegensätzliche Sphären menschlichen Schaffens: die künstlerisch-ästhetische der Musik und die naturwissenschaftliche der Physik und Elektrotechnik. Daher muss die Entwicklung ihrer Voraussetzungen aus einem ideengeschichtlichen und einem technischen Blickwinkel heraus betrachtet werden. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronische_Musik

Klaus Schulze (* 4. August 1947 in Berlin) ist ein deutscher Komponist, Musiker und Produzent. Er gilt als wichtiger Vertreter der elektronischen Musik und als Wegbereiter der Berliner Schule. ... Im Jahre 2006 war Schulze mehrmals in Filmausschnitten sowie als Interviewpartner in der sechsteiligen Serie ,,Kraut und Rüben" im WDR zu sehen. Am 17. März 2006 zeigte das WDR-Programm ein ausführliches Interview mit Schulze sowie Ausschnitte eines seltenen Konzertes im Rahmen einer ausführlichen Dokumentation über die Entstehung der bekannteren Richtungen der elektronischen Musik in Deutschland, in der auch andere Synthesizer-Pioniere wie Edgar Froese, Michael Rother, Mitglieder der Gruppen Kraftwerk, La Düsseldorf, Neu!, Cluster, Popol Vuh, der Rockmusiker Achim Reichel und andere zu Wort kommen. Diese Serie befasste sich mit der deutschen Rock- und Popgeschichte in den 1970er Jahren. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Schulze

Klaus Schulze - Timewind (1975)
Recorded - March/June 1975, Berlin
https://youtu.be/qBn0Jnf7_3M

#56
Ambient ist eine Variante der elektronischen Musik, bei der sphärische, sanfte, langgezogene und warme Klänge dominieren. Rhythmus und Perkussion stehen bei der Ambient-Musik im Hintergrund oder sind überhaupt nicht vorhanden, sie erscheinen als subtile Perkussionstexturen, als Arpeggien oder in rhythmisch eingebrachten Melodie- und Bassverläufen. Häufig wird auch mit räumlichen Effekten, Soundscapes und Feldaufnahmen experimentiert, vielfach werden elektronische Orgeln (Keyboards) und Blasinstrumente eingesetzt. Auch Naturgeräuschkulissen, Sprache und Gesang haben ihren Platz. Die Musikstücke sind meist sehr langsam und lang, bauen sich oft gemächlich auf und gehen ineinander über, wobei sie selten einer klassischen Songstruktur folgen.
Bedeutende Vertreter, die in diesem Genre produzieren oder produzierten, sind Harold Budd, Geir Jenssen, Thomas Köner, Bill Laswell, Pete Namlook, Oöphoi, Robert Rich und Steve Roach. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Ambient

In 1978, Brian Eno released an album of music titled Ambient 1: Music for Airports. It got little attention at the time, and many of those that listened to it were put off by the lack of any songs or melodies, and because the music didn't seem to go anywhere.
In 1978, most people were listening to disco. The Village people had a hit with "YMCA" and Donna Summer with "Last Dance". The disco era was in full bloom, and fringe hits were things like Jimmy Buffet's "Cheeseburger in Paradise", or "Werewolves of London", by Warren Zevon.
Against this backdrop, Eno's quiet, meditative Music for Airports came out. Music for Airports is a sound sculpture, designed to be ignored as much as listened to. It has  no easily discernable rhythm, and no hummable melodies. Yet 25 years later, ambient music has grown to be a busy category of music, and countless musicians name Eno and his ambient music as an inspiration. ...
https://www.synthtopia.com/content/2004/01/11/25-years-of-ambient-music/

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Downtempo (or downbeat) music is associated with a variety of different Discogs genres, including electronic, jazz, rock, and some world music. It is generally 50 to 90 BPM, and sometimes there is not even any overt percussion in the music.
The Downtempo tag was originally intended to refer to 1990s–2000s chillout music that has a slow, rolling, hip-hop or dub-inspired groove, with sampled beats, and which can be broadly categorized as primarily jazzy, primarily dubby, or both. However, as downtempo is loosely defined, it has become an umbrella term for a broad selection of music with moody tones, chilling to passionate vocals, crossover indie vibes, and mellow beats. Usage of the Downtempo tag for music from before c. 1989 or as a generic tempo descriptor is likely to be contentious. Users should also be aware of the wide variety of potentially better tags for more specific slow electronic styles. ...
https://www.discogs.com/de/style/downtempo

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Ambient Sleeping Pill
Internet radio streaming music for sleep, meditation or study;
for tuning out distractions or simply relaxing;
ad-free, beat-free, never too new-age or dark
https://ambientsleepingpill.com/ | https://stereoscenic.bandcamp.com/

Sleepbot Environmental Broadcast
Ambience - a live Internet sleepy-time audio stream
http://www.sleepbot.com/ | http://www.sleepbot.com/ambience/cgi/listen.cgi/listen.pls

Drone Zone - Served best chilled, safe with most medications. Droning atmospheric textures with minimal beats
http://somafm.com/dronezone.pls


A tribute to Bluemars: Music For the Space Traveler
http://echoesofbluemars.org/ | http://streams.echoesofbluemars.org:8000/bluemars.m3u | http://streams.echoesofbluemars.org:8000/cryosleep.m3u
#57
Voltaire [vɔltɛːʀ] (eigentlich François-Marie Arouet [fʀɑ̃swa maʀi aʀwɛ], * 21. November 1694 in Paris; † 30. Mai 1778 ebenda) war ein französischer Philosoph und Schriftsteller. Er ist einer der meistgelesenen und einflussreichsten Autoren der Aufklärung. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Voltaire


Voltaire – Über die Toleranz (Lesung)
Traité sur la Tolérance (1763)
Gelesen von Friedhelm Ptok
https://youtu.be/DuqB8jaTaOw
#58
"Je weniger Aberglaube, desto weniger Fanatismus, und je weniger Fanatismus, desto weniger Unheil."  Voltaire

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Quote... Für mich ist der Kern der Aufklärung die Vernunft. Vernunft gibt es nicht ohne Logik (ganz alte Idee, leider inzwischen total vernachlässigt). Logik ist wertfrei und kein Kind der Zeit. Menschen sind das selten - egal wo - gewesen.


NocheinePerson, 20.10.2024 - Zu: https://www.zeit.de/2024/44/aufklaerung-liliane-weissberg-rassismus-deutsches-historisches-museum-berlin

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Quote[...] Der Satz vom zureichenden Grund (lat. principium rationis sufficientis) ist in der Geschichte der Logik und der Philosophie der allgemeine Grundsatz, unterschiedlich formuliert und auch in unterschiedlicher Funktion verwendet: Jedes Sein oder Erkennen könne und/oder solle in angemessener Weise kausal auf ein anderes zurückgeführt werden.

... Kurz gesagt: Nichts geschieht ohne Grund (lat. nihil fit sine causa; so von Cicero bis ins 17. Jh.).

...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Satz_vom_zureichenden_Grund

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Quote[...] Kant, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 220. Mal jährt, sei ein Philosoph der Aufklärung gewesen, hieß es. Er habe sich mit der Frage beschäftigt, ob und wie verschiedene Bereiche unseres Denkens, Fühlens und Handelns rationalisierbar sind. Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?

...


Aus: "Internationale Tagung zu "Kant und die Moderne" in Halle" (11. Februar 2024)
Quelle: https://www.zeit.de/news/2024-02/11/internationale-tagung-zu-kant-und-die-moderne-in-halle
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Quote[...] Die politischen Grundlagen der europäischen Moderne findet er [Paul Hazard], weit hinter die Aufklärungsforschung seiner Zeit zurückgreifend, im kaum ausgeleuchteten späten 17. Jahrhundert. Gegen den Klassizismus der Ära Ludwigs XIV. trete seit 1680, so Hazards These, eine Generation von Künstlern und Wissenschaftern an, die nicht mehr auf Tradition, Hierarchie und Metaphysik, sondern auf den Zweifel, auf die intellektuelle Unruhe, auf die Gestaltung einer gerechten Gesellschaft gesetzt hätten.

...


Marcel Lepper (22.04.2023) | Quelle: https://www.nzz.ch/feuilleton/paul-hazard-ueber-die-krise-des-europaeischen-bewusstseins-ld.1734270

https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Hazard

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Quote... Intellektuelle Redlichkeit fordert, zwischen Gefühlen und Gedanken zu unterscheiden, zwischen Klischees und Fakten. Das sind die Prämissen der Aufklärung. ...


Sieglinde Geisel (27.07.2017)

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Quote[...] Wie geht geistige Unabhängigkeit? Geht sie überhaupt angesichts der äußeren Zwänge? Bedarf man ihrer überhaupt? Und wie geht man geistig unabhängig miteinander um? Die Entdeckung der Unmündigkeit stellt zentrale Fragen, die Martus an konkreten Beispielen abhandelt.

... Politik, Wirtschaft, Religion, Philosophie – Martus' Blick auf das 18. Jahrhundert hat einen weiten Horizont. Bei aller Konzentration auf poesieferne Institutionen holt den Literaturprofessur sein Fach dann doch wieder ein, wenn er die zentrale Strategie zum Zugang in die Köpfe als narrativ beschreibt. Erzählte Geschichten vermitteln Ideen, Episoden von verschiedener Herkunft aus einer komplexen Welt, die in den einzelnen Köpfen und in der Selbstwahrnehmung einer Gesellschaft prägend und handlungsauslösend werden. Man solle nicht vergessen, schreibt Martus, dass das 18. Jahrhundert auch das Zeitalter des Romans war: ,,Keine Gattung war in diesen Jahren erfolgreicher; in keiner Gattung konnte die Aufklärung besser einen Menschen darstellen, der Fehler macht, sich deswegen entwickelt und aufgrund seiner Defizite lernt". Dass auch eine akademische Abhandlung spannend wie ein Roman sein kann, beweist der Autor mit seinem Epochenbild.

...



Steffen Martus: Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert – ein Epochenbild.
Rowohlt Verlag, Berlin 2015.
1035 Seiten, ISBN-13: 9783871347160



Aus: "1.000 Seiten Aufklärung" Anett Kollmann (2016)
Quelle: https://literaturkritik.de/id/21910

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Der Begriff Aufklärung bezeichnet die um das Jahr 1700 einsetzende Entwicklung, durch rationales Denken alle den Fortschritt behindernden Strukturen zu überwinden. Es galt, Akzeptanz für neu erlangtes Wissen zu schaffen. Seit etwa 1780 bezeichnet der Terminus auch diese geistige und soziale Reformbewegung, ihre Vertreter und das zurückliegende Zeitalter der Aufklärung (Aufklärungszeitalter, Aufklärungszeit) in der Geschichte Europas und Nordamerikas. Es wird meist auf etwa 1650 bis 1800 datiert. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Aufklärung


Als Vordenker der Aufklärung (französisch (les) philosophes des Lumières, englisch Enlightenment figures, niederländisch Verlichtingsdenkers) werden Personen der europäischen und nordamerikanischen Geistesgeschichte im Zeitalter der Aufklärung bezeichnet, die das Denken mit den Mitteln der Vernunft von Vorurteilen und Aberglauben zu befreien suchten. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Vordenker_der_Aufkl%C3%A4rung


Denis Diderot (* 5. Oktober 1713 in Langres; † 31. Juli 1784 in Paris) war ein französischer Abbé, Schriftsteller, Übersetzer, Philosoph, Aufklärer, Literatur- und Kunsttheoretiker, Kunstagent für die russische Zarin Katharina II. und einer der wichtigsten Organisatoren und Autoren der Encyclopédie.  ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Denis_Diderot

Kategorie:Aufklärung (Literatur)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Aufkl%C3%A4rung_(Literatur)

Die Säkularisierung (von lateinisch saeculum ,Zeit', ,Zeitalter'; auch: ,Jahrhundert') bedeutet allgemein jede Form von Verweltlichung, im engeren Sinne aber die durch den Humanismus und die Aufklärung ausgelösten Prozesse, welche die Bindungen an die Religion gelockert oder gelöst und die Fragen der Lebensführung dem Bereich der menschlichen Vernunft zugeordnet haben. Soziologisch wird dieser Prozess als ,,sozialer Bedeutungsverlust von Religion" interpretiert. Während eine Säkularisierung in der jüngeren Geschichte vor allem in westlichen Gesellschaften zu beobachten gewesen ist (,,Entchristlichung"), sind säkularisatorische Tendenzen auch in vielen anderen Gesellschaften feststellbar. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4kularisierung

Quote[...] Bereits im Dezember 1864 hatte Papst Pius IX. die Idee eines Konzils entwickelt und anschließend eine vorbereitende Zentral- und fünf Sachkommissionen eingerichtet. Die erarbeiten 65 Dekretentwürfe – unter anderem mit dem Vorschlag, die kirchliche Lehrautorität auf die Tagesordnung zu setzen und den Katechismus zu vereinheitlichen. Schließlich und nicht zuletzt aufgrund der theologischen Debatte drängte sich die Frage der päpstlichen Unfehlbarkeit für das Konzil auf. Zu den Kritikern zählten vor allem die deutschsprachigen und französischen Theologen, die bereits von der Aufklärung beeinflusst waren. ...


Aus: "150 Jahre Erstes Vatikanum: Das Ringen um die päpstliche Unfehlbarkeit" Simon Oelgemöller (Rom - 08.12.2019)
Quelle: https://www.katholisch.de/artikel/23845-150-jahre-erstes-vatikanum-das-ringen-um-die-paepstliche-unfehlbarkeit
#59
Quote[...] Der Mensch, so Ernst Jünger, sei nun einmal ein Bildertier. Er hungert nicht, wie die Linke glaubt, nach Gerechtigkeit. Er hungert nach mythischem Stoff.


Aus: "Donald Trump: Der Geist des Kapitalismus" Thomas Assheuer (10. November 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/kultur/2020-11/donald-trump-kapitalismus-max-weber-georg-simmel/komplettansicht

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Quote[...] Am liebsten würden Moskaus junge Historiker an der Lomonossow-Universität den Stalin-Terror so aufarbeiten ... Doch auch 55 Jahre nach seinem Tod ist der Sowjetdiktator Josef Stalin beim Großteil der Russen weiter populär.

Historiker Alexander Vatlin [...] erwartet, dass extremistische Altkommunisten vor dem Tagungshotel in Moskau mit Stalin-Porträts protestieren gegen die, die den Mythos Stalin entzaubern wollen.

... Die Menschenrechtsorganisation Memorial fordert seit langen eine nationale Gedenkstätte für die Stalin-Opfer. Die Täter sind bis heute unbestraft. Experten beklagen zudem eine schleppende Rehabilitierung der Opfer. Auch der Leiter des Staatsarchivs, Sergej Mironenko, sieht Nachholbedarf. "Der Hauptpunkt ist aber, dass unsere Gesellschaft die grausame Wahrheit über die Vergangenheit gar nicht wissen möchte."

... In der russischen Öffentlichkeit ist der Stalin-Kult nach wie vor lebendig. Gerade erst hat Kommunistenchef Gennadi Sjuganow (64) sein neues Buch "Stalin und die Gegenwart" vorgestellt, um vor allem ein junges Publikum für die Politik des Sowjetführers zu gewinnen. Die Kommunisten loben den gebürtigen Georgier Stalin als "Vater der Völker", der das Land geeint, soziale Mindeststandards geschaffen, den Hitler-Faschismus besiegt und die Atommacht hervorgebracht habe.

Dass zur Zeit des Großen Terrors von 1937-1938 zehntausende Menschen ohne Urteil erschossen wurden, lässt Sjuganow jedoch ebenso unerwähnt wie die Tatsache, dass unter Stalin Millionen Menschen ohne Urteile in Straflager deportiert wurden und ums Leben kamen. Außerdem führte die von dem Diktator angeordnete Zwangskollektivierung der Landwirtschaft zu Hungersnöten, in deren Folge in der Ukraine und anderswo mindestens sechs Millionen Sowjetbürger starben.

St. Petersburgs Kommunisten fordern neuerdings sogar eine Heiligsprechung Stalins. Dazu kündigten sie an, die von einem orthodoxen Geistlichen in der Stadt Strelna verehrte "Ikone" mit dem Abbild Stalins in 10.000er Auflage zu vervielfältigen. Immerhin gebe es unter Kommunisten auch Gläubige. Als sich aber Orthodoxe unlängst darüber empörten, zog Moskaus Patriarchat erstmals die Notbremse. Der Geistliche aus Strelna musste sich in den Ruhestand verabschieden.


Aus: " Stalin-Mythos: Historiker schlagen Alarm" Ulf Mauder, dpa (04.12.2008)
Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Historiker-schlagen-Alarm-article39514.html

Der Große Terror auch als Große Säuberung oder Jeschowschtschina, Jeschow-Herrschaft bezeichnet – war eine von Herbst 1936 bis Ende 1938 dauernde umfangreiche Verfolgungskampagne in der Sowjetunion. Die Durchführung dieser von Josef Stalin veranlassten und vom Politbüro gebilligten Terrorkampagne lag bei den Organen des Innenministeriums der UdSSR (NKWD) unter Leitung von Nikolai Jeschow. Der Terror richtete sich vor allem gegen mutmaßliche Gegner der stalinistischen Herrschaft und als unzuverlässig angesehene ,,Elemente" oder Gruppen.
Als Zeit des Großen Terrors im engeren Sinn werden die Monate von Juli 1937 bis Mitte November 1938 verstanden. Allein in diesem Zeitraum kam es zur Verhaftung von etwa 1,5 Millionen Menschen, von denen etwa die Hälfte erschossen, die anderen, bis auf wenige Ausnahmen, in die Lager des Gulag gebracht oder in Gefängnissen inhaftiert wurden. Die Massenrepressionen gelten als Höhepunkt einer Kette von Säuberungswellen der Stalin-Ära.
Aus: ,,Großer Terror (Sowjetunion)". In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 24. November 2024, 16:13 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gro%C3%9Fer_Terror_(Sowjetunion)&oldid=250646157 (Abgerufen: 13. Januar 2025, 13:39 UTC)

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Quote[...] Die entscheidende Frage der letzten Jahre, meint Jacoby, sei weniger, warum die Politiker das Volk belogen hätten, als vielmehr, warum das Volk ihnen diese Lügen so bereitwillig abgenommen habe.


Aus: "Wo sich die Sonne um die Erde dreht: Amerikanische Studien beklagen den Siegeszug von Ignoranz und Infotainment" Von Andrea Köhler (28. Februar 2008, Neue Zürcher Zeitung)
Quelle: http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/wo_sich_die_sonne_um_die_erde_dreht_1.679762.html

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Quote[...] 732. 1571. 1683. Bei der »Identitären Bewegung« finden sich viele Bezüge zu historischen Ereignissen. Einige der Daten hatte auch der Christchurch-Attentäter auf seine Waffen gezeichnet. Über die Funktionalisierung von Geschichte durch die Identitären als extrem rechte Legitimationsideologie. ... Die historischen Anleihen der Identitären lassen sich als politische Mythen begreifen. Demnach dienen historische Ereignisse einem politischen Zweck wie der Herstellung kollektiver Handlungsfähigkeit und Identität. Politische Mythen sind diskursive Gebilde, die eine wirksame Aura erzeugen und damit nicht in erster Linie kognitive, sondern emotional-affektive Potenziale entfalten. (Speth 2000) Diese hohe Affektivität findet sich auch insgesamt bei der sogenannten Neuen Rechten und ihrer Vorstellung »des Eigenen«, das nie genauer gefasst wird, sondern immer im Ungefähren bleibt. Auch wenn politische Mythen in der Regel Narrative sind, werden diese nicht zwangsläufig ausbuchstabiert, sondern auch über politische Ikonographie vermittelt. Der Ideengehalt des politischen Handelns wird in ein Bildprogramm umgesetzt: »Das Entweder-oder, die plakative Gegenüberstellung, die Benennung des Gegners, die Dualisierung in Freund und Feind, die Moralisierung von Handlungsalternativen, die Emotionalisierung von Entscheidungen und überhaupt die Reduktion politisch komplexer Sachverhalte lassen sich durch ikonische Gestaltung besser und wirkungsvoller ins Werk setzen als durch umständliche Erzählungen.« (Speth 2000:124) ...

Aus: "»Zwischen der ewigen Vergangenheit und der ewigen kommenden Zukunft« - Das instrumentelle Verhältnis der Identitären zur Geschichte"
Vera Henßler (Rundbrief monitor Nr. 82 vom Juli 2018)
https://www.apabiz.de/2019/zwischen-der-ewigen-vergangenheit-und-der-ewigen-kommenden-zukunft/

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Quote[...] Ein politischer Mythos ist eine intellektuelle und emotionale Erzählung über eine historische Person, einen politischen Sachverhalt oder ein politisches Ereignis mit einem kollektiven, sinn- und identitätsstiftenden Wirkungspotential. Sein integratives Potential entfaltet dieser Mythos dabei über soziale und kulturelle Gräben hinweg, wobei er eine selbstverständlich-fraglose Geltung erlangt. Seine Wirkung ist komplexitätsreduzierend; unüberschaubare Zusammenhänge werden mit Hilfe einfacher Wahrnehmungsschemata in geordnete Strukturen gebracht. Charakteristisch für einen politischen Mythos ist, dass das kommunizierte politisch-soziale Geschehen nicht gemäß den empirisch überprüfbaren Tatsachen interpretiert wird, sondern auf eine erzählerisch selektive und stereotypisierte Weise. ... Im Gegensatz zum religiösen Mythos fehlt dem politischen Mythos der Bezug zu einer transzendenten, jenseitigen Welt.

... Der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler unterscheidet drei Erscheinungsformen politischer Mythen, die stets eng aufeinander bezogen seien: Erzählung, Bild und Inszenierung. Die Erzählung mache den eigentlich Wesensgehalt des Mythos aus; er müsse immer wieder neu und auch immer wieder anders erzählt werden. Diese narrative Variation sei die eigentliche ,,Arbeit am Mythos" im Sinne Hans Blumenbergs, ohne die der Mythos zum Dogma erstarre. Im Gegenzug dazu stelle seine Verbildlichung in der Historienmalerei oder im Denkmal eine Verfestigung dar: Im einmal geschaffenen Bild lege sich der Künstler auf eine für verbindlich erklärte Variante der mythischen Erzählung fest. Die dritte Erscheinungsform sei die rituelle Inszenierung, etwa in Form von jährlich begangenen Gedenk- und Feiertagen mit ihren Festreden, Umzügen und Paraden.

... Unter dem Eindruck seiner politischen Erfahrungen in den 1940er Jahren legte sich Ernst Cassirer auf eine Neubestimmung des Staates unter dem Aspekt des politischen Mythos fest. Nunmehr differenzierte er zwischen einem Mythos im Sinne einer unbewussten Symboltätigkeit und einem Mythos, der auf dem Hintergrund eines politischen Interesses bewusst erzeugt wird. In seinem 1949 posthum herausgegebenen Werk Vom Mythos des Staates beschrieb er eine besondere Gefahr, die von modernen politischen Mythen ausgehen würde, im direkten Vergleich mit menschlichen Affekten, Zwang und Unterdrückung; eben so, wie sich diese Phänomene in der Geschichte der Politik und Geschichte der Religion gezeigt hätten:

    ,,Sie unternahmen es, die Menschen zu wandeln, um imstande zu sein, ihre Taten zu regulieren und zu beherrschen. Die politischen Mythen handelten auf dieselbe Weise wie eine Schlange, die versucht, ihre Opfer zu lähmen, bevor sie angreift. Die Menschen ... wurden besiegt und unterworfen, bevor sie sich klar gemacht hatten, was eigentlich geschah."


... Gegen eine Perspektive, die den politischen Mythos ausschließlich im Licht der Unwahrheit, Geschichtsklitterung, Täuschung und des Betruges auffasst und daraus eine Politik der Aufklärung ableitet, wendete 2004 der Politikwissenschaftler Herfried Münkler in einem Aufsatz zum Thema ,,Der Antifaschismus als Gründungsmythos der DDR" ein, dass in diesem Diskurs häufiger mit polemischen als mit analytischen Begriffspaaren gedacht werde. Bei seiner Untersuchung nahm er sich vor, in Anlehnung an den Philosophen Hans Blumenberg politische Mythen danach zu befragen, ,,inwieweit sie durch sinnhaft strukturierte Erzählungen Sinn verbürgen, dadurch Vertrauen in die eigene Handlungsmächtigkeit stiften und somit politisches Handeln im Sinne eines Zusammenhandelns von Menschen überhaupt erst ermöglichen." Dabei erwog er zugleich, dass dem Nutzen von politischen Mythen fast immer auch Kosten gegenüber stünden – ,,und die Kosten der politischen Mythen sind zumeist hoch". Da Münkler allerdings den politischen Mythos, den er begrifflich als eine ,,riskante Erzählung" fixierte, als Bedingung für politisches Handeln auffasste und den von ihm diagnostizierten positiven Aspekten des Mythos etwas abgewinnen wollte, folgerte er: ,,Erst eine Welt ohne Politik würde eine Welt ohne politische Mythen sein. Aber das heißt bei weitem nicht, daß Mythos gleich Mythos ist." Erforschung des politischen Mythos könne deshalb auch bedeuten, dass sie als ,,Suche nach Erklärungen für das Gelingen und Scheitern politischer Gemeinschaften [...] im Bereich des ihnen jeweils zugrundeliegenden Orientierungswissens" begriffen wird. ...



Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Politischer_Mythos&oldid=197966008 (21. März 2020)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Politischer_Mythos

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Quote[...] ,,In allen kritischen Augenblicken des sozialen Lebens des Menschen sind die rationalen Kräfte, die dem Wiedererwachen der alten mythischen Vorstellungen Widerstand leisten, ihrer selbst nicht mehr sicher. In diesen Momenten ist die Zeit für den Mythus wieder gekommen." So schrieb der Philosoph Ernst Cassirer in seinem Buch ,,Vom Mythus des Staates", das 1946, ein Jahr nach seinem Tod, in den USA erschien.

...  ,,Es war, im entgeisterten Blick auf die nationalsozialistische Herrschaft in Europa, auf den Vernichtungskrieg und den Völkermord an den Juden, als Erklärungsansatz gemeint für das Denken, das dem totalitären Staat zugrunde liege." Und diese Grundlage erkenne Cassirer im ,,mythischen Denken", auf das die Menschen in Krisenzeiten leichter zurückfielen: Das mythische Bewusstsein sei ,,durch die Intuition unmittelbarer Beziehungen zwischen Mensch und Dingen charakterisiert", so Recki, ,,und damit gibt es auch keine Abstraktions- und keine Reflexionsdistanz. Mythisches Bewusstsein ist besessen von der Macht der Bilder, der Macht der Namen und von der Macht der von ihren Eindrücken ausgelösten Emotionen."
Im Ahnenkult und der Rassenideologie des Nationalsozialismus aktualisiere sich für Cassirer dieses ,,archaische Denken".


Für Recki ist Cassirers Ansatz auch heute noch aufschlussreich, nicht zuletzt im Hinblick auf die Mythenbildung in zahlreichen Verschwörungserzählungen während der Corona-Krise. Ebenso erkennt sie Spuren mythischen Denkens aber auch im ,,Erstarken identitärer Diskursstrategien", so zum Beispiel ,,in der Vorstellung, wer sich auf sein Gefühl beruft – das Gefühl, benachteiligt, beleidigt, nicht genügend beachtet zu sein – hätte diesseits aller Argumentation schon per se recht."
Und was hilft gegen das Wiedererstarken des ,,Mythus"? Mit Cassirer gesehen jedenfalls sicher keine ,,Ausgrenzung", sagt Recki, sondern: ,,Durch Befragen und Argumentieren weiterarbeiten an dem großen Projekt der Aufklärung."
(ch)

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Aus: "Mythisches Denken in Zeiten der Krise" Birgit Recki (10.10.2021)
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/philosophische-flaschenpost-ernst-cassirer-mythisches-100.html
#60
    ,,Das Absurde hat nur insofern einen Sinn, als man sich nicht mit ihm abfindet."
– Albert Camus: Der Mythos des Sisyphos

    ,,Das Absurde, mit Geschmack dargestellt, erregt Widerwillen und Bewunderung."
– Johann Wolfgang von Goethe: Maximen und Reflexionen


Das Absurde ist ein zentraler Begriff in der Philosophie von Albert Camus und beschreibt die Konstellation zwischen dem Sinn suchenden Menschen und der sinnverneinenden Welt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Absurdit%C3%A4t
#61
Bewusstsein (abgeleitet von dem mittelhochdeutschen Wort bewissen im Sinne von ,,Wissen über etwas habend", lateinisch conscientia ,,Mitwissen" und altgriechisch συνείδησις syneídēsis ,,Miterscheinung", ,,Mitbild", ,,Mitwissen", συναίσθησις synaísthēsis ,,Mitwahrnehmung", ,,Mitempfindung" und φρόνησις phrónēsis von φρονεῖν phroneín ,,bei Sinnen sein, denken") ist im weitesten Sinne das Erleben mentaler Zustände und Prozesse. Eine allgemein gültige Definition des Begriffes ist aufgrund seines unterschiedlichen Gebrauchs mit verschiedenen Bedeutungen schwer möglich. Die naturwissenschaftliche Forschung beschäftigt sich mit definierbaren Eigenschaften bewussten Erlebens. ... In einem materialistischen Weltbild entsteht das Rätsel des Bewusstseins anhand der Frage, wie es prinzipiell möglich sein kann, dass aus einer bestimmten Anordnung und Dynamik von Materie die Vorstellung von Bewusstsein entsteht. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Bewusstsein


Kognition ist die von einem verhaltenssteuernden System ausgeführte Umgestaltung von Informationen. Die Bezeichnung ist abgeleitet von lateinisch cognoscere und bedeutet: ,erkennen', ,erfahren' oder ,kennenlernen'. Kognition ist ein uneinheitlich verwendeter Begriff, mit dem auf die Informationsverarbeitung von Menschen, anderen Organismen und anderen Systemen Bezug genommen wird. Oft ist mit ,,Kognition" das Denken in einem umfassenden Sinne gemeint. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Kognition

Die Kognitionspsychologie, auch Kognitive Psychologie genannt (von lat. cognoscere 'wissen, erkennen, erfahren' und griechisch-lateinisch psychologia, 'Seelenlehre'), ist ein Teilgebiet der Psychologie und beschäftigt sich auf der erkenntnistheoretischen Grundlage des Kognitivismus mit der Informationsverarbeitung (Kognition), insbesondere mit all jenen psychischen Vorgängen, die mit Wahrnehmung, Erkenntnis und Wissen zu tun haben. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitionspsychologie

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"Your brain hallucinates your conscious reality" | Anil Seth (18.07.2017)
Right now, billions of neurons in your brain are working together to generate a conscious experience -- and not just any conscious experience, your experience of the world around you and of yourself within it. How does this happen? According to neuroscientist Anil Seth, we're all hallucinating all the time; when we agree about our hallucinations, we call it "reality." Join Seth for a delightfully disorienting talk that may leave you questioning the very nature of your existence.
https://youtu.be/lyu7v7nWzfo
#62
Arnold Schoenberg (1874-1951)
Schönberg gilt zusammen mit Igor Strawinsky als ,,einer der einflussreichsten Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts nach Claude Debussy" und war die zentrale Gestalt der Zweiten Wiener Schule (auch Wiener atonale Schule). Ihr Bestreben, ,,die Tonalität in ihrer spätromantischen Erscheinungsform konsequent zu Ende" zu denken ....
https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Sch%C3%B6nberg

"Arnold Schönberg - Ich fühle Luft von anderem Planeten..." (1/4)
https://youtu.be/rDfVR73NkC0

Schoenberg: Verklärte Nacht, Op.4 - Boulez.
Arnold Schoenberg (1874-1951): Verklärte Nacht (Transfigured Night / La Nuit transfigurée), Op.4 (1899)
Pierre Boulez: Membres de L'Ensemble Intercontemporain
Charles-André Linale: violin / violon
Maryvonne Le Dizès-Richard: violin / violon
Jean Sulem: viola / alto
Garth Knox: viola / alto
Philippe Muller: cello / violoncelle
Pieter Strauch: cello / violoncelle
https://youtu.be/U-pVz2LTakM

Verklärte Nacht für Streichsextett ist das Opus 4 des österreichischen Komponisten Arnold Schönberg (1874–1951) und wurde inspiriert durch ein gleichnamiges Gedicht von Richard Dehmel. Die Uraufführung des 1899 entstandenen Werks fand 1902 statt. Schönberg selbst erstellte 1917 eine Fassung für Streichorchester, die er 1943 nochmals revidierte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Verkl%C3%A4rte_Nacht

#63
Antonín Dvořák (1841-1904)
In seinem Werk verbindet Dvořák Einflüsse von Klassik und Romantik mit Elementen der Volksmusik. Sein persönlicher Stil ist insgesamt viel mehr von Neuorientierungen als durch eine lineare Entwicklung geprägt. Während er sich in seinen frühen Jahren noch an Mozart und Beethoven orientierte, suchte er ab 1873 seinen eigenen nationalen Stil. Die zwei darauffolgenden slawischen Schaffensperioden (1876–1881 und 1886–1891) waren nun nicht mehr klassisch, sondern tschechisch-folkloristisch geprägt. In den in Amerika entstandenen Werken versuchte er das typisch amerikanische Kolorit einzufangen und wandte sich gegen Ende seines Lebens schließlich verstärkt der Programmmusik und Opern zu. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Anton%C3%ADn_Dvo%C5%99%C3%A1k

Dvorak Piano Quintet in A, Opus 81, Rubinstein, Guarneri Quartet, 1971
I: Allegro ma non tanto
II: Dumka: Andante con moto
III: Scherzo: Molto vivace
IV: Finale: Allegro
https://youtu.be/zzqkr1febAo


Dvořák Symphony No. 8 Vienna Philharmonic Orchestra Herbert Von Karajan (1965/2010)
https://youtu.be/UEoTFMKfycU

Dvořák / String Quartet No. 12 in F major, Op. 96 "American" (Cleveland Quartet)
https://youtu.be/DxtAHpYIXdU

Antonín Dvořák Viola Quintet in E flat Major Op. 97
https://youtu.be/47s7UcY7A3k

#64
Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch (1906 -1975)
Neben 15 Sinfonien, Instrumentalkonzerten, Bühnenwerken und Filmmusik komponierte er 15 Streichquartette, die zu den Hauptwerken des Kammermusikrepertoires aus dem 20. Jahrhundert zählen. ... Am 28. Januar brachte die Prawda einen wahrscheinlich von Stalin selbst geschriebenen, nicht signierten (das heißt, von der Partei abgesegneten) Artikel ,,Chaos statt Musik" über die Oper heraus, in dem das Werk als Ausdruck ,,linksradikaler Zügellosigkeit" und ,,kleinbürgerlichen Neuerertums" gegeißelt und mit dem ,,Formalismus"-Vorwurf verdammt wurde. Dies war aufgrund der Signalwirkung katastrophal. Alle Aufführungen wurden gestoppt; Schostakowitsch erfuhr davon auf einer Konzertreise im Norden. Ein Kritiker nach dem anderen tat Abbitte und stolperte über seine vorherigen Meinungen. Die nächsten Monate schlief Schostakowitsch mit einem kleinen Koffer unter dem Bett, in seinen Kleidern, stets gewärtig, wie damals üblich des Nachts von der Geheimpolizei NKWD abgeholt zu werden. Dann befielen ihn Depressionen und Suizidgedanken, die ihn in unregelmäßigen Abständen für Jahrzehnte begleiten sollten. Er wurde mehrfach in die bereits zum damaligen Zeitpunkt berüchtigte Geheimdienstzentrale Lubjanka vorgeladen, zu sogenannten ,,Volksfeinden" befragt und eingeschüchtert.  ,,Das Warten auf die Exekution ist eines der Themen, die mich mein Leben lang gemartert haben, viele Seiten meiner Musik sprechen davon." ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Dmitri_Dmitrijewitsch_Schostakowitsch

Nahaufnahme Schostakowitsch - Ein Portrait des russischen Komponisten (Dokumentation, 2006)
Humor, Sarkasmus, Groteske - und nicht zuletzt ein übergeordneter Pessimismus - sind Merkmale, die nicht nur in Schostakowitsch selbst, sondern auch in seiner Musik zu finden sind. Der Film beabsichtigt so authentisch wie möglich zu sein, um den Komponisten darzustellen, und ihn weder als Opportunisten zu verurteilen noch ihn als Dissidenten zu loben. Die sieben Kapitel versuchen eher zu rekonstruieren, wie der junge Starkomponist, der auf das Traditionelle verzichtete und für seine grotesken Verzerrungen bekannt war, zum steifen Staatskomponisten wurde, dessen Leben noch immer in Geheimnis gehüllt ist.
Ein Film von Oliver Becker und Katharina Bruner
https://youtu.be/2unzk17MCjo
#65
Quote[...] Vor der Antike - Mythisches Denken ca. 10.000 – 800 v.u.Z.

Bevor das philosophische Denken in Griechenland einsetzte, war die Welt des Menschen von Mythen geprägt.

Grundidee: Die Welt wird durch Götter, Geister und übernatürliche Kräfte erklärt. Naturphänomene sind das Handeln von Gottheiten.

Konzepte & Fragen: Der Mensch ist ein Spielball der Götter. Das Schicksal (Moira) ist vorbestimmt. Die zentrale Frage lautet: Wie können wir die Götter gnädig stimmen?

Historischer Kontext: Sesshaftwerdung, Ackerbau, frühe Hochkulturen (Ägypten, Mesopotamien). Wichtigste Denker/Form
Priester, Schamanen, mündlich überlieferte Schöpfungsmythen und Epen (wie das Gilgamesch-Epos).

Mit den ersten Naturphilosophen in Griechenland verschiebt sich der Fokus: Statt ,Welche Götter wirken?' lautet die Frage nun ,Welche verborgenen Prinzipien (z. B. Wasser, Luft, Zahl) erklären die Welt?

Fazit: Eine Welt der Gemeinschaft, des Schicksalsglaubens und der Erklärung durch das Heilige.
Moderne Parallele
Auch heute leben mythische Muster weiter – etwa in Verschwörungsnarrativen oder Heilsversprechen technischer Erlösung.


Aus: "Epochen der Geistesgeschichte – Ein schneller Überblick von frühen Weltbildern bis zur Gegenwart" (Stand 20.05.2026)
Quelle: https://25wissenskarten.com/geistesgeschichte-epochen-uebersicht/

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Quote[...] Kein Zweifel, die antike Mythologie und Philosophie hatten für Freuds Psychoanalyse eine große Bedeutung. Gestalten wie Ödipus, Narziss, Zeus und Kronos, Medea, Prometheus sowie Aristoteles, Platon, Empedokles und viele andere Gestalten aus der griechischen Mythologie und Philosophie hat er für die Ausarbeitung seiner theoretischen Konzepte der Psychoanalyse benutzt, da er der Meinung war, dass die freigelegten Urlandschaften der Seele – sei es in Träumen, in kathartischen Erinnerungen, Mythen, Märchen, Sagen oder Tragödien – mehr an menschheitlicher Vergangenheit enthalten als die materiellen Relikte der Antike. ...


Aus: "Fesselnde und gut lesbare Beiträge: Versierte Sigmund Freud-Kenner äußern sich über ,,Freud und die Antike" Ursula Homann (21.11.2016)
Quelle: https://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=15325


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Als Mythologie (von altgriechisch mythos ,,Erzählung, Rede", und legein ,,erzählen"), deutsch auch Sagenwelt, wird die Gesamtheit der Mythen eines Kulturareals oder eines Volks, einer Region oder einer sozialen Gruppe sowie ihre systematische Darlegung in literarischer, wissenschaftlicher oder religiöser Form bezeichnet. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Mythologie

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Schatten ist in den mythologischen Vorstellungen vieler Kulturen ein Begriff für das Spiegelbild der Seele, für das ,,zweite Ich" des Menschen, für dessen Doppelgänger oder Ebenbild, das meist in einem jenseitigen ,,Reich der Schatten" angesiedelt und mit Dunkelheit, Nacht und Tod assoziiert wird. Der sichtbare Schatten gilt nach dem Volksglauben häufig als lebenswichtiger Bestandteil, der zum Wesen eines Menschen gehört und ihm aufgrund seiner Beweglichkeit nachfolgt und ihm vergleichbar mit dem ausströmenden Atem körperlich anhaftet. In der Ethnologie sind die Begriffe Freiseele und Schattenseele etabliert. Die Unterscheidung einer Schattenseele außerhalb des Körpers von einer Lebensseele im Körper ist ein bis weit in vorchristliche Zeit zurückgehendes Menschenbild. Der mit einer Lebenskrise verbundene Verlust des persönlichen Schattens ist ein psychologisches Grundmotiv in der europäischen romantischen Literatur des 19. Jahrhunderts. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Schatten_(Mythologie)

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Kategorie:Thema, Stoff oder Motiv in der Mythologie
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Thema,_Stoff_oder_Motiv_in_der_Mythologie

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Kategorie:Stoff oder Motiv in Kunst, Kultur und Medien
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Stoff_oder_Motiv_in_Kunst,_Kultur_und_Medien

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Kategorie:Mythologischer Ort
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Mythologischer_Ort

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Der Begriff wildes Denken (französisch pensée sauvage) wurde von dem Ethnologen Claude Lévi-Strauss geprägt. Er benannte damit die Denkweisen der naturnah lebenden Kulturen, die auf traditionell ganzheitlichen und mythisch erklärten Weltanschauungen beruhen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Wildes_Denken

" ... Magisches Denken bezeichnet in der Psychologie eine Erscheinungsform der kindlichen Entwicklung, bei der eine Person annimmt, dass ihre Gedanken, Worte oder Handlungen Einfluss auf ursächlich nicht verbundene Ereignisse nehmen, solche hervorrufen oder verhindern können. Herkömmliche Regeln von Ursache und Wirkung werden ignoriert. ... Ein Teil der Entwicklungspsychologen sieht in Anlehnung an Jean Piaget (,,Egozentrismus") magisches Denken als eine archaische Denkform der animistisch-magischen Entwicklungsphase des zwei- bis fünfjährigen Kindes. Piaget spricht auch vom präoperationalen Denken des Kleinkindes. Magisches Denken als Vorstufe des rationalen Denkens, etwa in Form des Glaubens an Wirkungen von Zauberei, Beschwörungen oder Wunschdenken, ..."
https://de.wikipedia.org/wiki/Magisches_Denken (März 2020)

Woran erkennt man Mythen? Kulturanthropologische Narratologie und das Genre-Problem
Öffentliche Ringvorlesung: Arbeit am Mythos – Leistung und Grenze des Mythos in Antike und Gegenwart
Prof. Dr. Regina Bendix, 20. April 2010
https://youtu.be/i6jb_rJ-Hfs

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" ... Philosophie der symbolischen Formen ist der Titel des Hauptwerks des Philosophen Ernst Cassirer. Die Erstausgabe erschien in Berlin in den Jahren 1923–1929. Sie umfasst drei Bände:

1. Band: Die Sprache, 1923
2. Band: Das mythische Denken, 1925
3. Band: Phänomenologie der Erkenntnis, 1929

... Kernaussage seiner Arbeit ist, dass wir die Welt stets in der Vermittlung durch bestimmte Systeme der Zeichen- und Bedeutungsbildung wie Kunst, Wissenschaft oder Religion erfahren, die er symbolische Formen nennt. Als Grundformen der Weltauffassung sind sie untereinander in spezifischer Weise ,,gleichwertig". Die Gleichwertigkeit rührt jedoch nicht daher, dass z. B. der Erklärung von Blitz und Donner mittels Donnergott oder aber mittels Elektrodynamik ein ähnlicher Grad an Wahrheit zukomme. Vielmehr meint Cassirer, dass sich die unterschiedlichen symbolischen Formen nicht aufeinander reduzieren lassen: Die Stellung eines Kunstwerks in der Welt und seine Rezeption lässt sich nicht durch die Physik erklären, die Rolle der Sprache nicht durch die Kunst, Kunst lässt sich nicht durch allein historisches Denken erfassen. Trotz allem kommt bei Cassirer dem Mythos eine besondere Stellung zu, da er ihn als Urform des menschlichen Denkens auffasst. Im Mythos werde eine erste Gliederung der Welt vorgenommen, es würden Strukturen geschaffen (wenn auch noch keine abstrakten Strukturen), Prägnanz ausgebildet und die mannigfaltigen Eindrücke symbolisch dargestellt. Aus dem mythischen Denken gehen für Cassirer in einem Prozess dialektischer Entwicklung die anderen symbolischen Formen wie Kunst, Geschichte, Wissenschaft usw. hervor. ..."
https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_der_symbolischen_Formen (11. Dezember 2019)

#66
Frank Vincent Zappa (* 21. Dezember 1940 in Baltimore, Maryland; † 4. Dezember 1993 in Laurel Canyon, Kalifornien) war ein amerikanischer Komponist und Musiker. Er veröffentlichte zu Lebzeiten 62 Musikalben. ... Typisch für seine Spielweise ist die große Experimentierfreude, mit der Zappa zu Werke ging. Ein Merkmal ist außerdem die für die Rockmusik ungewöhnliche Länge seiner Soli. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Zappa

Frank Zappa's musical language
A study of the music of Frank Zappa by Kasper Sloots, containing many note examples, transcriptions and midi files.
https://www.zappa-analysis.com/

FRANK ZAPPA
https://www.zappa.com/

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The Grand Wazoo ist ein Jazzrock-Album von Frank Zappa aus dem Jahr 1972. Es folgt stilistisch den Jazzrock-Alben Hot Rats aus dem Jahr 1969 und Waka/Jawaka, das im selben Jahr veröffentlicht wurde. Es wurde auch als Hot Rats 3 bezeichnet.
https://youtu.be/C6peaCMIFyI

Eat That Question (The Grand Wazoo)
https://youtu.be/FXolg6ywzPY

FRANK ZAPPA - WAKA JAWAKA 1972 COMPLETO/FULL
https://youtu.be/6SE_pO8jGag

Frank Zappa & Mothers Of Invention - Stockholm, Sweden 8.21.1973
https://youtu.be/BKpd0l-O77U

Frank Zappa - Pygmy Twylyte/The Idiot Bastard Son/Dickie's Such An Asshole (Live at The Roxy 1973)
https://youtu.be/5D7w0aHjUGE

One Size Fits All - Frank Zappa (Full Album) 1975
https://youtu.be/KRH3GwmyWPg
#67
Hans-Georg Gadamer (* 11. Februar 1900 in Marburg; † 13. März 2002 in Heidelberg) war ein deutscher Philosoph. International bekannt wurde er durch sein für die philosophische Hermeneutik grundlegendes Werk Wahrheit und Methode (1960).
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Georg_Gadamer

Gadamer erzählt die Geschichte der Philosophie 1/6
https://youtu.be/V3ZgEtGmdSU


Hans-Georg Gadamer - "... und das Verstehen der Welt" (Vortrag)
Vortrag aus dem Jahr 1990: "Die Vielfalt der Sprachen und das Verstehen der Welt." Ausgehend von der Geschichte des Tumbaus zu Babel gelangt Gadamer in diesem Vortrag schliesslich zur Darstellung des Verstehens des Anderen, zur Verständigung der Kulturen.
Das Nachdenken über Sprache und Verstehen hat Hans-Georg Gadamer sein Leben lang beschäftigt. Der Begriff der Hermeneutik im Sinne einer Lehre von Deutung und Auslegung ist eng mit seinem Philosophieren verbunden. Dieser Vortrag, den der 90-Jährige in Heidelberg hielt, zeigt eindrucksvoll, mit welcher geistigen Klarheit und Brillanz der große Philosoph noch im hohen Alter sein Publikum fesselte (Tele Akademie).
https://youtu.be/FSTXlbLc6Rk

Hans-Georg Gadamer - Kunst im Zeitalter der Technik
"Wir können der Technik nicht ausweichen." Vortrag von Hans-Georg Gadamer (1900-2002). Wie stehen Kunst und Technik in unserer Kultur zueinander? ...
https://youtu.be/eLJrhzi0zyc

Hans-Georg Gadamer - Hegel. Der Idealismus der Freiheit (Vortrag)
Zum 150. Todestag von G.W.F. Hegel (Stuttgart 1981).
Siehe auch die Sammlung/Playlist "Hans-Georg Gadamer (Vorträge, Gespräche und ein Portrait)"
https://youtu.be/3FPjSZ0o8s4
#68
Johannes Brahms (* 7. Mai 1833 in Hamburg; † 3. April 1897 in Wien) war ein deutscher Komponist, Pianist und Dirigent. Seine Kompositionen werden vorwiegend der Hochromantik zugeordnet; durch die Einbeziehung barocker und klassischer Formen gehen sie aber über diese hinaus. Brahms gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Brahms


Brahms - Violin Sonatas No.1,2,3 + Presentation (reference recording: Grigori Zhislin / Frida Bauer)
Johannes Brahms (1833-1897) Complete Sonatas for Violin and Piano
Violin : Grigori Zhislin
Piano : Frieda Bauer
Recorded in Moscow in 1989
https://youtu.be/_1_FKwo7UfU

Brahms - Violin Concerto + Sonata n°3 / Presentation + New Mastering (Cent. rec. : Ginette Neveu)
Ginette Neveu : née pour jouer du violon / born to play violin
Violon : Ginette Neveu
NWDR Sinfonie-Orchester
Direction : Hans Schmidt-Isserstedt
Enregistrement Live, le 3 mai 1948
New Mastering in 2017 by AB for CMRR
https://youtu.be/R6JGv4QVGr4

Brahms - Händel Variations, Op. 24 (Murray Perahia)
https://youtu.be/c7oZFVs_Ixw

Variationen und Fuge über ein Thema von Händel op. 24 sind ein Klavierwerk von Johannes Brahms. ... Mit 28 Jahren schrieb Brahms die Händel-Variationen im September 1861 in Hamburg-Hamm. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Variationen_und_Fuge_%C3%BCber_ein_Thema_von_H%C3%A4ndel
#69
Wolfgang Amadeus Mozart, der überwiegend mit Wolfgang Amadé Mozart unterschrieb (* 27. Jänner 1756 in Salzburg, Fürsterzbistum Salzburg, HRR; † 5. Dezember 1791 in Wien, Erzherzogtum Österreich, HRR), war ein Salzburger Musiker und Komponist der Wiener Klassik.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Amadeus_Mozart

Mozart by Gieseking - Complete Piano Sonatas, Variations, Pieces + Presentation (Century's record.)
https://youtu.be/rlWqc9oaUIY

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) - Symphonies 21-41 by Josef Krips.
https://youtu.be/x8F1ThI9KSg

Mozart-Divertimento for String Trio in E-Flat Major K. 563 (Complete)
Isaac Stern: violin-Pinchas Zukerman: viola-Leonard Rose: cello-1975-1. Allegro 2. Adagio 3. Menuetto:Allegro;Trio 4. Andante 5. Menuetto:Allegretto; Trio I; Trio II 6.  Allegro
https://youtu.be/wP9WzMLaNo0
#70
Music and Sound Art (Klang) / Surf Music ...
May 03, 2020, 05:33:19 PM
Die Surfmusik (von englisch surf ,,Brandung", durch Erweiterung surfing ,,Wellenreiten") war eine in den frühen 1960er Jahren in Kalifornien entstandene, überwiegend instrumentale Variante des Rock 'n' Roll. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Surfmusik

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Surf Rider - Hang Five! The Best Of The Lively Ones 1963
https://youtu.be/CXfQYRjjxvc
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Miserlou · Dick Dale & His Del-Tones
Singles Collection '61-'65
https://youtu.be/sYjo__4COIo
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California Sun - The Rivieras
Let's Have a Party 1964
https://youtu.be/HF1tyjvH9is

Messer Chups - Surf Riders From The Swamp Lagoon (Full Album)
https://youtu.be/cmVx6tE7ijQ

https://www.discogs.com/artist/76682-Messer-Chups

https://de.wikipedia.org/wiki/Messer_Chups

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surf music instrumental
Impala - Anna Vienna
Mel-Tones - Sorrow Day
Los Invasores - Amazonas
LOS METEORITOS - marea
Gasolines - Seville
https://youtu.be/x9JH1ozzOvc

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Pipeline
https://youtu.be/PTjZwMCXwFs

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The Best Of The 60s Surf Rock Compilation Vol 1
https://youtu.be/1j-jiQ9mqek