Schlagwort: Helmut Lethen über das bundesrepublikanische Bild des Soldaten

[Kriegsschauplätze #55…]


“ … Draußen vor der Tür ist ein Drama des deutschen Schriftstellers Wolfgang Borchert, das er innerhalb von acht Tagen niederschrieb. Der Entstehungszeitraum wird zwischen Herbst 1946 und Januar 1947 angenommen. … Im Zentrum der Handlung steht der deutsche Kriegsheimkehrer Beckmann, dem es nach dreijähriger Kriegsgefangenschaft nicht gelingt, sich wieder ins Zivilleben einzugliedern. Während er noch durch die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs geprägt ist, haben seine Mitmenschen die Vergangenheit längst verdrängt. … Mit zunehmendem Abstand zum historischen Hintergrund wurden in den Untersuchungen von Draußen vor der Tür stärker die über die Zeit hinaus weisenden Dimensionen des Dramas in den Mittelpunkt gerückt … Für Tennessee Williams war … mit Draußen vor der Tür „der Aufbruch zu einer psychoanalytischen Dramatik in Deutschland geschehen“. … Zum 10. Todestag Wolfgang Borcherts kam es 1957 wieder zu einer größeren Zahl von Aufführungen von Draußen vor der Tür. Doch inzwischen hatte sich die Lebenswirklichkeit und Einstellung der Menschen gewandelt, und die Sicht auf das Drama war eine historische geworden. Christian Ferber urteilte in der Welt, „Beckmanns Schrei ist nicht mehr unser Schrei“, und er betonte die Differenz der „satten Restauration im Parkett“ gegenüber der „mageren Avantgarde auf den Brettern“. Mit zunehmendem Abstand zum zeitgeschichtlichen Hintergrund wurden vermehrt inhaltliche und formale Einwände gegen Borcherts Stück erhoben. So befand Günter Blöcker 1962: „Schwächen, die man einst gerührt übersah, drängen sich heute als solche auf. Die Monotonie des Borchertschen Wehetons, seine ungefilterte Sentimentalität, das vom ‚O Mensch‘ der Vätergeneration zu einem ‚Du Menschlein‘ geschrumpfte Pathos […] – alles das will nicht mehr so recht verfangen.“ Für Hans Egon Holthusen war das Stück, das er bereits 1954 als „saurer Kitsch“ bezeichnet hatte, 1961 „ein schwaches oder doch unreifes Stück Nachkriegsliteratur“ geworden. Und Hans Mayer fasste 1967 rückblickend zusammen: „[Borcherts] Schauspiel Draußen vor der Tür hatte alle Züge eines Nachkömmlings, dessen Erscheinen in der Welt zwar Eindruck machte, zugleich aber ein bißchen unzeitgemäß wirken mußte.“ …“ | Aus: „Draußen vor der Tür“ (25. April 2024) | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Drau%C3%9Fen_vor_der_T%C3%BCr

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Notizen über die Unvereinbarkeit gesellschaftlicher Strömungen. … oder auch einfach Mentalitätsgeschichte als der Versuch … “ … Mentalitäten, d. h. die Einstellungen, Gedanken und Gefühle der Menschen einer Epoche darzustellen … Die Methoden der mentalitätsgeschichtlichen Forschung reichen von mikrohistorischen Untersuchungen einzelner Regionen, Städte, sozialer Schichten oder Familien über die Analyse der Raum- und Zeiterfahrung, der Rituale und Tischsitten oder der Körperlichkeit anhand von Bildern bis hin zur Analyse der Vorstellungen über und den Umgang mit Glück, Liebe, Leid und Tod aufgrund von privaten und öffentlichen Manuskripten, Werken der Literatur und Dichtkunst, Grabinschriften oder Fotos. …“ | Aus: „Mentalitätsgeschichte“ (27. Juni 2025) | https://de.wikipedia.org/wiki/Mentalit%C3%A4tsgeschichte

“ … In Berlin werden verschiedene Szenarien sowie die Frage debattiert, welchen Beitrag Deutschland leisten könnte – auch was den Einsatz der Bundeswehr zur Friedenssicherung in der Ukraine angeht. … Außenminister Johann Wadephul (CDU) geht davon aus, dass auf Deutschland Forderungen nach einer Beteiligung der Bundeswehr im Rahmen einer „Koalition der Willigen“ in der Ukraine zukommen werden, sagte er im Deutschlandfunk. Er regte eine breite politische Debatte darüber an, „was Deutschland dazu beitragen kann und soll“. Die Koalition wolle in dieser Frage auch die Opposition beteiligen – „an vorderster Stelle“ die Grünen. Die Entscheidung über eine Bundeswehrbeteiligung müsse der Bundestag treffen. … “ | Aus: „Sollen deutsche Soldaten in die Ukraine?“ Sabine am Orde, Stefan Reinecke (19.8.2025) | Quelle: https://taz.de/Putins-Krieg/!6105071/


Der Krieg des kleinen Mannes – eine Militärgeschichte von unten

Verfasser Wolfram Wette (1992) // “ … Die Militärgeschichte – das ist ihre Botschaft – wurde bisher immer nur in der Perspekive von oben betrieben; sie beschränkte sich auf die Analyse von Schlachten, die Taten einzelner Heerfuhrer und eine mehr oder weniger vom Objekt faszinierte Darstellung der eingesetzten Waffen. …“ | https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/year/2013/docId/24

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“ … Zwei deutsche Wissenschaftler haben Gesprächsaufzeichnungen von gefangenen Wehrmachtssoldaten ausgewertet. Die Erkenntnis ist bitter. … Neitzel und Welzer treten einen Schritt zurück, enthalten sich der moralischen Einordnung. Sie lassen sich von der These leiten, dass man das Handeln von Menschen nur erklären kann, wenn es gelingt zu rekonstruieren „innerhalb welcher Referenzrahmen sie gehandelt haben“, an welches Wertesystem sie sich gebunden fühlten. Nur wer das rekonstruiert, versteht, „was die Voraussetzungen dafür sind, dass psychisch ganz normale Menschen unter bestimmten Bedingungen Dinge tun, die sie unter anderen Bedingungen nie tun würden“. Der Nationalsozialismus und der Krieg sind die Referenzrahmen der Wehrmachtssoldaten, so lässt sich ihr Verhalten erklären, konstatieren Welzer und Neitzel. Die Gruppe, die die persönlichen Entscheidungen bestimmt, ist die der Kameraden. Sie entscheidet über die Maßstäbe des Handelns. Denn nur sie arbeiten im selben Referenzrahmen. …“ | Aus: „Studie von Wehrmachtssoldaten: „Ich hatte Lust daran““ Hilke Lorenz (27.04.2011) | https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.studie-von-wehrmachtssoldaten-ich-hatte-lust-daran.17e95ff0-c048-45ec-8f9c-aafdf56d1a4c.html

Quelle: Das britische Kriegsministerium richtete im März 1939 für den Fall eines Krieges ein spezielles Verhörzentrum für Kriegsgefangene ein. Das System wurde von den Amerikanern übernommen. Von September 1939 bis Oktober 1945 durchliefen 10.191 deutsche Gefangene diese Lager. Es entstanden 16.960 Protokolle.

Forschung: Sönke Neitzel lehrt Neuere und Neueste Geschichte in Mainz und Saarbrücken. Harald Welzer ist Leiter des Zentrums für Interdisziplinäre Erinnerungsforschung am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Ihre Studie „Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben“, Frankfurt, 528 Seiten, 22,95 Euro, ist bei S. Fischer erschienen.

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“ … Der amerikanische Soziologe Goffman hat das Militär als eine „totale Institution“ charakterisiert, deren Bewegungsgesetz durch das Prinzip von Befehl und Gehorsam bestimmt wird. Die militärische Führung strebt die vollständige Kontrolle über die untergebenen Soldaten an. Das Erziehungsziel ist die „Fabrikation des zuverlässigen Menschen“, der im Krieg bereit ist, den Feind zu töten. In der geschlossenen Institution des Militärs gibt es – dieser Definition zufolge, die sich mit der landläufigen Ansicht über die Armee durchaus deckt – keine Handlungsspielräume. Befehle, Vorschriften, die Disziplin und die Pflicht zur Kameradschaft regeln alle Vorgänge innerhalb der „totalen Institution“. In der Wehrmacht des NS-Staates, um die es hier geht, wurde ein Verstoß gegen die so genannte „Manneszucht“ gelegentlich ebenso hart bestraft wie die Desertion oder der Kriegsverrat. …Wer sich für die Frage interessiert, ob es in der Wehrmacht des Zweiten Weltkrieges oder in der damals vollständig militarisierten Polizei Handlungsspielräume gegeben hat, um sich den Praktiken des Vernichtungskrieges zu entziehen, stößt zunächst auf das Phänomen der so genannten „Exekutionsverweigerer“. Damit sind Soldaten und Polizisten gemeint, die den Gehorsam aufkündigten, als ihnen befohlen wurde, sich an der Ermordung von Juden, Kriegsgefangenen, Politkommissaren und anderen Menschen zu beteiligen. Wie viele dieser mutigen Menschen es gab, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass es sie gegeben hat und dass die Verweigerung für den betreffenden Soldaten oder Polizisten keineswegs das Risiko in sich barg, selbst „an die Wand“ gestellt zu werden, wie nach dem Kriege immer wieder behauptet wurde, sondern dass dieser Ungehorsam in der Regel folgenlos blieb. Durch die Forschungen des amerikanischen Historikers Christopher Browning sind der interessierten deutschen Öffentlichkeit einige Männer des Reserve-Polizei-Bataillons bekannt geworden, die sich weigerten, sich an Judenerschießungen zu beteiligen, ohne dafür in irgendeiner Weise belangt zu werden. Wer nicht mitschießen wollte, wurde einfach zur Polizei nach Hamburg zurückgeschickt. Die Staatsanwälte der Ludwigsburger Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen, die sich wegen der vielfachen Berufung von Tätern auf den „Befehlsnotstand“ mit diesem Komplex auseinander zu setzen hatten, kamen zu demselben Ergebnis. Sie konnten keinen einzigen Fall zutage fördern, der belegen würde, dass ein Exekutionsverweigerer tatsächlich erschossen wurde … Im Hinblick auf die große Mehrheit der auch im Vernichtungskrieg gehorsamen deutschen Soldaten und Polizisten stellt sich einmal mehr die Frage: Konnten sie nicht erkennen, welche Handlungsspielräume ihnen bei einer Portion Mut zur Verfügung standen? Oder fürchteten sie schweren Strafen für eine Gehorsamsverweigerung? Hatten sie Angst vor dem Spott der Kameraden? Waren sie aus solchen Gründen gleichsam zur Handlungsunfähigkeit verdammt und daher nicht in der Lage, sich zu verweigern? Obwohl es tatsächlich relativ gefahrlos war, sich der Mitwirkung an rechtswidrigen Mordaktionen zu entziehen, haben die meisten Soldaten, Polizisten und SS-Männer bekanntlich mitgeschossen, wie es ihnen befohlen wurde. Die „ganz normalen Männer“ im Militär, bei der Polizei und der SS schossen mangels Zivilcourage, mangels Mut, mangels aktiviertem Anstand mit. Ihr Gewissen, das ihnen signalisiert haben muss, dass es sich um die Ermordung unschuldiger und wehrloser Menschen handelte, wog offensichtlich leichter als das Bestreben, den Vorgesetzten zu gefallen, nicht gegen die Hierarchie aufzubegehren, vor den „Kameraden“ gut da zu stehen, und nicht als Feigling angesehen zu werden und in der Karriere voranzukommen. …“ | Aus: „Wolfram Wette, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg — Beitrag zum Podium: Hilfe für Juden während des Holocaust“ (3. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung: Helfer, Retter und Netzwerker des Widerstands 27./28. Januar 2011, Berlin) | Quelle: https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Vortrag_Wette.pdf

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“ … Nach dem Politologen und Militarismusforscher Wilfried von Bredow ist der Militarismus, den er als „die Dominanz des Militärs als Organisation in Staat und Gesellschaft“ bezeichnet und der „das Vorherrschen militärisch-kriegerischer Denkkategorien in Staat, Gesellschaft und Politik“ beinhaltet, von „zwei verschiedenen Modellen für das zivil-militärische Verhältnis“ abhängig, die sich nach der Industriellen Revolution entwickelten:

* Im ersten Modell erhalten die Streitkräfte im „gesellschaftlichen Alltagsleben“ keine übergroße Bedeutung, bleiben „virtuell“ und erst „im Falle einer Bedrohung“ werden sie „aktuell“ bedeutsam: „Im militärischen Ernstfall erscheint es den Bürgern als patriotische Pflicht, die Uniform anzuziehen und ihren Staat zu verteidigen.“ Nach von Bredow kann dieses Modell zu Militarismus führen, muss aber nicht. Im Falle der USA könnte „der auf dieses Modell zurückzuführende Waffenkult im Zivilleben als eine Schrumpfform des Militarismus bezeichnet werden“.

* Im zweiten Modell stellen die Streitkräfte selbst den „Motor der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung“. Die Streitkräfte gelten als „Schule der Nation“ und greifen auch in sogenannten Friedenszeiten massiv in politische Entscheidungsprozesse ein: „Militärische Werte und soldatische Verhaltensweisen bestimmen zivile Handlungen und Entscheidungsprozesse“. Dieses Modell befördert den Militarismus grundsätzlich. Als geschichtliches Beispiel hierfür nennt von Bredow den deutschen Militarismus unter Kaiser Wilhelm II (vgl. auch Unterabschnitt Militär im Artikel Deutsches Kaiserreich).

…“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Militarismus // Kontext: “ Zu: „Wolfram Wette: Militarismus in Deutschland – Geschichte einer kriegerischen Kultur, Primus Verlag, Darmstadt 2008. 309 Seiten (ISBN 9783896786418)“ [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfram_Wette] … Dass eine mit Gewalt imprägnierte Gesellschaft zu gegebener Zeit eine Eigendynamik entfalten, dass sie sich sogar als ein Treibhaus für Katastrophen erweisen kann, diese uns heute einleuchtend erscheinende Einsicht musste im 20. Jahrhundert teuer erkauft werden. Der deutsche Militarismus hat seine Ursprünge in der altpreußischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts. Wolfram Wette macht mit seinem [ ] Werk deutlich, wie tief das Militär in Struktur und Mentalität der deutschen Gesellschaft verwurzelt war. Einflüsse des Militärs auf die Politik, die Wissenschaft und die Wirtschaft, sozialer Militarismus, Gewaltverherrlichung, Kriegsideologien, Freund-Feind-Denken, nationalistische und rassistische Ideologien, militaristische Erziehung, Interessen der Rüstungsindustrie und andere Erscheinungen sind als Bestandteile eines größeren Ganzen aufzufassen. …“ | Quelle: https://www.perlentaucher.de/buch/wolfram-wette/militarismus-in-deutschland.html (2009)

“ … „Starship Troopers“ ist ein amerikanischer Military-Science-Fiction-Actionfilm des Regisseurs Paul Verhoeven aus dem Jahr 1997, der lose auf dem gleichnamigen Roman von Robert A. Heinlein basiert. … Der Film wurde von Verhoeven nach eigener Aussage als Satire auf den Faschismus und Militarismus konzipiert. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (heute Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) indizierte den Film 1999 aufgrund der Gewaltdarstellungen und des von ihr als pro-militaristisch interpretierten Inhalts. … Calum Marsh dagegen bezeichnete „Starship Troopers“ in einem 2013 erschienenen Artikel in The Atlantic als einen der meistmissverstandenen Filme aller Zeiten und versucht anhand neuerer Rezeptionen zu belegen, dass sein subversiver Humor erst nach und nach verstanden werden würde. Der Film kritisiere „den militärisch-industriellen Komplex, den Hurra-Patriotismus der amerikanischen Außenpolitik und eine Kultur, die reaktionäre Gewalt [der] Sensibilität und Vernunft“ vorziehe. … “ | Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Starship_Troopers_(Film)&oldid=170964377 (13. November 2017)

[Paul Verhoeven, director of Starship Troopers (1997): … ‘I borrowed from the films of Leni Riefenstahl to show that these soldiers were like something out of Nazi propaganda. I even put one in an SS uniform. But no one noticed’] …“ | Source: https://www.theguardian.com/culture/2018/jan/22/how-we-made-starship-troopers-paul-verhoeven-nazis-leni-riefenstahl („How we made Starship Troopers“ Interviews by Phil Hoad (Mon 22 Jan 2018 20.21 CET))

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“ … [Starship Troopers, USA 1997] beschäftigt sich mit der kritischen Behauptung, dass alle Actionfilme von Natur aus faschistisch sind. Die im Film eingebaute Ironie wurde eingesetzt, um das ursprüngliche Narrativ des Romans zu kontern, womit der Film den Stoff parodiert. Einiges an Bildsprache sei daher von Nationalsozialistischer Propaganda entliehen worden, weshalb manche dem Film Nazismus unterstellten. Er sei aber gemacht worden, um die Kritik an der US-Politik spielend zu zeigen und nicht frontalunterrichtend. … Verhoeven wollte laut eigener Aussage einen offenen Kampf mit dem Buch führen, da dieses von ihm und von anderen Kritikern als militaristisch und faschistisch rezipiert wird. Die Schaffung dieses „politisch inkorrekten“ Films sei vor allem möglich gewesen, weil sich damals bei Sony/TriStar Pictures niemand das tägliche Material anschauen konnte, weil die Führung so oft ausgetauscht wurde, dass diese nie genug Zeit dafür hatte. …

In der deutschen Synchronisation wurden mehrere Textstellen inhaltlich verändert. Der Charakter der Dialoge änderte sich dadurch von einer reaktionären, antidemokratischen, antiprogressiven Gesellschaftsdoktrin einer Zweiklassengesellschaft hin zu einer einfachen Militärdoktrin zur Abwehr einer Invasion, wie sie beispielsweise der Bundeswehr entspricht. Die folgende Passage, Teil des Vortrags von Rasczak in einer Unterrichtsstunde:

“This year we explored the failure of democracy, how the social scientists brought our world to the brink of chaos. We talked about the veterans, how they took control and imposed the stability that has lasted for generations since.”

„Dieses Jahr erforschten wir das Scheitern der Demokratie, wie die Sozialwissenschaftler unsere Welt an den Rand des Chaos brachten. Wir sprachen über die Veteranen, wie sie die Kontrolle übernahmen und die Stabilität erzwangen, die mittlerweile seit Generationen anhält.“


Wurde geändert in:

„Unser Thema war dieses Jahr die politische Entwicklung seit der Jahrtausendwende und wie Außerirdische diese Entwicklung beeinflusst haben. Wir sprachen über die Bugs, wie sie die Erde angriffen und Tausenden unserer Vorfahren den Tod brachten.“

…“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Starship_Troopers_(Film) (Stand: 21. Mai 2025)

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[Gedankensprung]: “ … Es ist eine hässliche Welt nahe der Nulllinie. Die Nulllinie, das ist die hypothetische Grenzziehung zwischen den russischen und den ukrainischen Truppen, und der Soldat mit dem Pseudonym Kon, der auf der Seite Letzterer kämpft, befindet sich mittendrin in der archaischen Sphäre an der Front. Die Verletzten und Toten werden hier zu Zahlen – „Trjochsoty, also Dreihunderter, bedeutet verwundet, Dwuchsoty, Zweihunderter – tot“ … die Sprache ist dreckig … Der Roman ist recht voll von Ausdrücken wie ,,Fotze“ und ,,ficken“, die Sprache ist machistisch. [Machismo beschreibt ein übersteigertes Gefühl männlicher Überlegenheit und Vitalität, oft bis hin zum Männlichkeitswahn] … “ | Aus: „Was nützt deine Intelligenz an der Front?“ Jens Uthoff (5.7.2025) | Quelle: https://taz.de/Roman-ueber-Ukraine-Krieg/!6095417/

Zu: Szczepan Twardoch: Die Nulllinie (Roman aus dem Krieg)
Rowohlt Berlin Verlag, 256 Seiten, Berlin 2025
ISBN 9783737102094

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“ … In Russland kommt es vermehrt zu schweren Straftaten, die von Heimkehrern aus dem Ukraine-Krieg, der in Russland nach wie vor „spezielle Militäroperation“ genannt wird, begangen werden. Kriegsheimkehrer haben nach Angaben unabhängiger Medien mindestens 378 Menschen umgebracht und noch einmal so viele lebensgefährlich verletzt. Unter den mordenden Kriegsheimkehrern befinden sich auch eine große Anzahl früherer Sträflinge, die vom Gefängnis direkt an die Front geschickt wurden. Gehäuft kommt es zur Auslöschung ganzer Familien.

Der afrokaribisch-französische Schriftsteller und Politiker Aimé Césaire hat in seinem 1955 erschienenen Buch „Über den Kolonialismus“ bereits angesichts des Algerienkrieges davon gesprochen, dass die koloniale und imperiale Gewalt in die Mutterländer zurückschlage und dort zu einer „Rebarbarisierung“ und „Verwilderung“ des gesellschaftlichen Klimas führe, eine Erfahrung, die sich später in den USA im Kontext der Kriege in Vietnam, Afghanistan und im Irak bestätigte. Die Veteranen leben in einer Welt aus Scheidung, Alkohol, Drogen, Verbrechen, Polizei, Gefängnis und Depression. Noch fast dreißig Jahre nach der Rückkehr aus Vietnam kann Lester Farley, ein Vietnamveteran, dem wir in Philip Roth’s Roman „Der menschliche Makel“ begegnen, kaum eine Nacht richtig schlafen, ist unruhig, trinkt, neigt zu Gewalttätigkeiten und terrorisiert Frau, Kinder und seine ganze Umgebung. Er empfindet sich als ein Mann, der in Vietnam „gestorben ist“ und seither als „Untoter“ mit betäubten Gefühlen weiterlebt. Jede Soldateneinheit, die aus einem Kriegseinsatz zurückkehrt, kann man als lebendige Quelle von Gewalt, als Gewaltkristall, begreifen. Ich bin während meiner Arbeit im Gefängnis einem Russen begegnet, der mir schauderhafte Dinge aus dem Tschetschenien-Krieg berichtete, in dem man ihn als 18-Jährigen geschickt hatte. Nach ihrem Ausscheiden aus der Armee liegen die ehemaligen Soldaten wie Fische auf dem Sand, ihre dort erworbenen Fähigkeiten werden nicht mehr nachgefragt. Also führen sie den Krieg auf eigene Faust und mit anderen Mitteln fort. Sie haben nichts anderes gelernt und können nichts anderes. Sie tauchen ein ins Rotlichtmilieu, betreiben Geldwäsche, Drogen-, Waffen- und Mädchenhandel. Der Russe, der mir im Gefängnis begegnet ist, nahm innerhalb dieser kriminellen Gegenwelt im deutschen Osten die Rolle eines „herrenlosen Samurais“ ein und tötete bei seiner „Arbeit“ im Milieu drei Menschen. Man verurteilte ihn zu lebenslanger Haft. Ich habe durch ihn tiefe Einblicke in mafiöse Strukturen und Gepflogenheiten im kriminellen Milieu gewonnen. Wir haben lange und gern miteinander geredet. Was aus ihm inzwischen geworden ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Es bleibt festzuhalten, dass es für jede Gesellschaft ein enormes Sicherheitsrisiko darstellt, wenn Hunderttausende Soldaten ins zivile Leben zurückzukehren versuchen. Dabei fallen „Kollateralschäden“ an, die weitgehend unbeachtet bleiben. Viele der ehemaligen Soldaten können nach Jahren kriegerischer Verwilderung und Brutalisierung den Weg zurück ins zivile Leben nicht finden. …“ | Aus: „126 | Ein herrenloser Samurai“ Götz Eisenberg (17. August 2025) | Quelle: https://durchhalteprosa.de/2025/08/17/126-ein-herrenloser-samurai/ | Götz Eisenberg (* 1951 in Arolsen, Hessen) ist ein deutscher Sozialwissenschaftler und Publizist. Er arbeitete als Gefängnispsychologe in der JVA Butzbach. | https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Eisenberg

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[Gedankensprung]: “ … Lethen ist das, was man einen prototypischen 1968er nennen könnte. 1939 in Mönchengladbach geboren, schließt er sich in den 1960ern der aufmüpfigen Studentenbewegung an und wird nach deren Kollaps Mitglied der maoistischen KPD-Aufbauorganisation. … „Verhaltenslehren der Kälte“ (1994) ist ein in seiner Bedeutung mit Klaus Theweleits „Männerphantasien“ vergleichbarer Klassiker über „Lebensversuche zwischen den Kriegen“. Es folgen eine große Studie über das in unterschiedlichen Graden zwischen Nähe und Distanz zu den Nazis oszillierende Dichterleben von Gottfried Benn (Der Sound der Väter, 2006) und eben die Staatsräte [Elite im Dritten Reich] [Buchtitel Die Staatsräte. Elite im Dritten Reich, 2018 | https://www.perlentaucher.de/buch/helmut-lethen/die-staatsraete.html | [„Rezensent Florian Meinel lernt aus Helmut Lethens Buch vor allem, dass dessen vier Antihelden in ihren egomanischen Filterblasen fast erstickten.“]]. … eine eigenwillige und formal ehrgeizige Studie über vier, wie Thomas Bernhard vielleicht gesagt hätte, „Geistesmenschen“, die sich in den 1930ern und 1940ern unter dem Nationalsozialismus, der geistfeindlichen Ideologie schlechthin, zu behaupten versuchen: der Schauspieler Gustav Gründgens, der Chirurg Ferdinand Sauerbruch, der Musiker und Dirigent Wilhelm Furtwängler und der Jurist und Staatsrechtler Carl Schmitt. … Wenn Lethen mit seinen „Glorious Four im Dritten Reich“ (Titel eines Buchkapitels) so etwas vorschwebt wie das Szenario eines Tarantino-Films, dann wäre Carl Schmitt wahrscheinlich sein glorreichster Bösewicht. Lethens Faszination für den immer wieder von Anflügen schwerster fleischlicher Begierden heimgesuchten Staatsrechtler, der für den Mord an SA-Führer Ernst Röhm juristische Argumente fand und sich nach dem Krieg in der Rolle des unbeteiligten Beobachters gefiel, ist greifbar. … “ | Aus: „“Die Staatsräte“ von Helmut Lethen: Die gloriosen Vier“ Christoph Winder (18. April 2018) | Quelle: https://www.derstandard.de/story/2000077921690/die-staatsraete-von-helmut-lethen-die-gloriosen-vier

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“ … Wer heute behauptet, die Besatzungsmächte hätte die Deutschen 1945 „umerzogen“ oder gar einer zum „Schuldkult“ führenden „Gehirnwäsche“ ausgesetzt, den entkräftet Lethen [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Lethen] schon durch die Erinnerung an das „verbissene Schweigen“ seiner Lehrer. Durch keine „Reeducation“ vorbereitet, sah er 1957 „Nacht und Nebel“ von Alain Resnais [Originaltitel: Nuit et brouillard (1956), ein französischer Dokumentarfilm über die deutschen Konzentrationslager, insbesondere das KZ Auschwitz-Birkenau, und den Holocaust in der Zeit des NS-Regimes | https://de.wikipedia.org/wiki/Nacht_und_Nebel_(Film)].
Der Dokumentarfilm über Auschwitz und die Vernichtungslager erschütterte ihn fürs Leben. … Das „Aufbrechen der Archive der schweigenden Väter“ und die Befreiung aus dem „teutonischen Trichter der Herkunft“ waren Grundantriebe der Rebellion von 1968. … [Und] Was immer man von Sommerfeld als Publizistin („Mit Linken leben“) halten mag – dieser Wendung verdankt Lethens Erinnerungsbuch noch spannende und anrührende Ausführungen über eine Ehe, die zum Symbol für die Lage des politisch zerstrittenen Landes wird. Man kann den beiden den Respekt dafür nicht versagen, dass sie im Gespräch bleiben, auch wenn manche Differenz nicht aufzulösen ist. „Hier geht es um Geschichtsfälschung, aber sie glaubt daran“, schreibt Lethen über Sommerfelds Narrativ der Nachkriegsgeschichte („amerikanische Gehirnwäsche“). Sonst ist sein Ton weniger auf energischen Widerspruch als auf eine leicht resignierte, manchmal auch verdutzte indirekte Rede gestimmt, mit der er ihre Auffassungen referiert. Es gibt für ihn Wichtigeres, als Recht zu behalten. Der Konflikt soll die Familie „nicht zerreißen“. Ohne die „kalte Luft der Diplomatie“ könne „die Seele nicht atmen“ – diese Maxime von Helmuth Plessner hat Lethen öfter zitiert. Er hat sich wohl nicht träumen lassen, dass er solche Verhaltenslehren der Abkühlung einmal auf die eigene Ehe würde anwenden müssen. …“ | Aus: „Die Verwilderung der Sitten“ (09.12.2020) [[Einfügung: “ … Womöglich ist die Energie, die der 81-Jährige (Stand: 19.10.2020) aus Enttäuschungen zu ziehen vermag, auch ein Grund, warum er die Spannungen in seiner eigenen Familie aushält. Seiner Ehefrau Caroline Sommerfeld-Lethen, früher seine Studentin und wie er politisch rotgrün verortet, widmet er in seinem neuen Buch ein eigenes Kapitel: Die Mutter dreier seiner Söhne gehört seit einiger Zeit der Neuen Rechten an und engagiert sich in der Identitären Bewegung. „Natürlich war es ein Schock. Vor allen Dingen, weil es mich vollkommen unvorbereitet traf. Na klar. Aber mit Schocks muss man umgehen.“ … Sie hätten sich „über die Rolle der Empathie und die dunklen Seiten der Empathie gestritten“. So viel gibt Helmut Lethen über die politischen Spannungen in seiner Ehe preis. Es sei „ein interessanter Streit, der noch lange nicht zu Ende gestritten ist“. … | Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/germanist-und-kulturwissenschaftler-helmut-lethen-ich-100.html]] | Aus: „Die Verwilderung der Sitten“ Wolfgang Schneider (09.12.2020) | Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/die-verwilderung-der-sitten-4216078.html

// Kontext: [“ … In einem Gespräch mit Hasnain Kazim verneinte [Caroline Sommerfeld-Lethen] die Frage, ob auch Nichtweiße Deutsche sein könnten. Zwar sei dies für sie nicht allein unter dem Gesichtspunkt der „Rasse“ zu bewerten, „aber es hat auf jeden Fall ganz elementar eine ethnische Komponente. Mit der Staatsbürgerschaft allein ist es nicht getan.“ Was „deutsch“ sei, sei „augenscheinlich“ und bedürfe keiner komplexen Definition. Es reiche, in eine typische deutsche Kleinstadt zu fahren und zu registrieren, „wie die Leute dort denken, wie sie sprechen, wie sie aussehen“. Sie sei aber nicht „gegen Fremde ganz pauschal, das ist Quatsch“. In der vom IfS herausgegebenen Sezession schrieb Sommerfeld: „Der Passdeutsche ist und bleibt vom Abstammungsdeutschen unterscheidbar, auch wenn er […] ebenfalls ‚Deutscher‘ genannt werden muss.“ Laut Sommerfeld müssen „größere Zahlen von Ausländern“ – auch in zweiter und dritter Generation in Deutschland lebende Menschen – das Land verlassen, um „das demographische Ende der Abstammungsdeutschen abzuwenden“. In einem 2017 in der Sezession protokollierten Gespräch mit ihrem Mann stellte sie die Forderung auf, Holocaust-Forschung müsse „freie Forschung sein dürfen“. Der Historiker Volker Weiß merkte dazu an, dass historische Forschung hierzulande frei sei, strafbewehrt sei nur Holocaustleugnung. Er kritisierte, dass niemand Sommerfeld „in den zahlreichen Interviews“ gefragt habe, was genau sie damit gemeint habe. …“ | Aus: „Caroline Sommerfeld-Lethen“ (geb. Sommerfeld; * 1975 in Mölln) | https://de.wikipedia.org/wiki/Caroline_Sommerfeld-Lethen (8. August 2025)]
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“ … Während seine Frau sich für die Abstraktion und gegen das Mitgefühl mit dem einzelnen Individuum gewissermaßen am Kältepol positionierte, dabei aber doch auf das „Volk“ als einer wärmenden Gemeinschaft beharrte, hielt Lethen am „Kältebad der Entzauberung mythischer Erzählungen“ fest. Man wäre gerne dabei, bei den Abendgesprächen dieser Ehe, die diese Kluft bisher offenbar ausgehalten hat. …“ | Aus: „Helmut Lethen: „„Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug“ Zwischen Kälte- und Wärmepolen““ Jörg Magenau (22.10.2020) | Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/helmut-lethen-denn-fuer-dieses-leben-ist-der-mensch-nicht-100.html

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[Gedankensprung]: “ … Der Chef des Verteidigungsausschusses erwartet, dass Deutschland sich an einer möglichen Friedensmission in der Ukraine beteiligt. Auch der Reservistenverband ist dafür. … CDU-Politiker Röwekamp hielt eine Entsendung deutscher Soldaten für folgerichtig. … “ Aus: „Reservisten fordern Beteiligung der Bundeswehr an Friedensmission“ (19. August 2025) | https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-08/bundeswehr-friendseinsatz-deutsche-soldaten-ukraine-sicherheitsgarantie
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Weelst: “ … Dann gibt es endlich „Rache für Stalingrad“ und eine richtige Ostfront, wie es sich gehört. Ganze Zeitungsredaktionen melden sich freiwillig, um ihren Worten Taten folgen zu lassen.. :-) …“
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JE la Roche: “ … Jeder, der einen Einsatz deutscher Soldaten von vornherein ausschliesst setzt die Sicherheit Deutschlands aufs Spiel. Frieden wird in der aktuellen Lage nur durch glaubwürdige Abschreckung erhalten werden. Wir müssen Stärke und Bereitschaft zeigen. …“
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Kaffewe: “ … [„ … [der] … setzt die Sicherheit Deutschlands aufs Spiel …„] … Könige und Päpste haben auch immer so argumentiert, wenn sie den Pöbel zum Verrecken an die Front geschickt haben. …“
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wassollderquatsch: “ …Schon beeindruckend, wie begeistert viele hier sind, endlich wieder deutsche Soldaten loszuschicken. Nur bei den eigenen Söhnen und Töchtern tun sich dann viele schwerer. …“
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Leser mit Interesse: “ … Wer hätte noch vor 5 Jahren gedacht, dass ein Mitglied des Bundestages ernsthaft darüber nachdenkt, Bundeswehrsoldaten in einem Nicht-NATO- und Nicht-EU-Land einzusetzen, die nicht durch die UN beauftragt wurden (Blauhelme). …“
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„Bundeswehr in die Ukraine!“ // [“ … Frieden entsteht nicht aus Schwäche, sondern aus Stärke. Die Chefs der wichtigsten europäischen Länder sowie der EU und der Nato haben bei ihren Gesprächen mit dem US-Präsidenten im Weißen Haus demonstrativ gezeigt, dass sie zusammen fest an der Seite der Ukraine und ihres Präsidenten Selenskyi stehen. Es bleiben große Differenzen mit Washington, erst recht mit Moskau. Aber klar ist, dass es ein Ende des Tötens und Sterbens nur geben wird, wenn Europa Sicherheitsgarantien gibt – nicht nur auf dem Papier, sondern durch eigene Truppen, um Putin an einer Fortsetzung des Kriegs gegen die Freiheit ganz Europa zu hindern. …“] von Ludwig Greven (19. August 2025) | Quelle: https://www.ruhrbarone.de/bundeswehr-in-die-ukraine/249858/ | [„Ludwig Greven – Ehemaliger Politikredakteur bei ZEIT ONLINE, Schwerpunkte: Kommentare und Analysen, Integration und Migration, Europa“ | https://www.zeit.de/autoren/G/Ludwig_Greven/index.xml]
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mike_mh @Ludwig Greven: “ … „Frieden entsteht nicht aus Schwäche, sondern aus Stärke.“ … Und Melden Sie sich dann Freiwillig, an der Ostukrainischen Grenze den Frieden zu sichern? …“

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“ … [Eingefügter Kontext zur kulturellen Imprägnierung: “ … In jeden Akt der Tötung geht eine ganze Gesellschaft samt ihren Weltbildern ein: nicht mehr, aber auch nicht weniger. …„] … Das auf KI-Technologie spezialisierte Rüstungsunternehmen Helsing hat nach eigenen Angaben weitere 600 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Mit dem Ergebnis der Serie-D-Finanzierungsrunde habe das Unternehmen nun seit Gründung 1,37 Milliarden Euro von seinen Geldgebern bekommen. Angeführt wurde die neue Finanzierungsrunde von der Investmentgesellschaft Prima Materia des Spotify-Gründers Daniel Ek (42), neben den bestehenden Investoren Lightspeed Ventures, Accel, Plural, General Catalyst und SAAB sowie den neuen Investoren BDT & MSD Partners. …“ | Aus: „Spotify-Gründer verdoppelt Investment“ (18.06.2025) | Quelle: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/tech/spotify-gruender-investiert-millionen-euro-in-deutsches-ruestungs-start-up-helsing-a-7f9636e6-9a70-4e2e-a8b1-c391c21fecae
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[Eingefügter Kontext: “ … Keine physische Praxis ohne kulturelle Imprägnierung, keine Handlung ohne (Be-)Deutung, so könnte man den theoretischen Extrakt dieser Geschichte einer Rationalität des Tötens zusammenfassen. ….„] „Musikhören für den Krieg: Spotify investiert in Rüstungstechnologie“ Christian Schachinger (3.7.2025) | Quelle: https://www.derstandard.at/story/3000000277881/musikhoeren-fuer-den-krieg-spotify-investiert-in-ruestungstechnologie
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“ … Jürgen Martschukat schreibt seine Geschichte des gesetzlichen Tötens in zwei Etappen. Das Ancien Régime kannte den Bürger nicht. Seine Souveränitäts-Macht zielte auf den Untertan, den es in Schrecken zu halten galt. Die Aufklärung will den selbstbewussten Bürger, der tötet, ohne seine Humanität zu verleugnen. … Keine physische Praxis ohne kulturelle Imprägnierung, keine Handlung ohne (Be-)Deutung, so könnte man den theoretischen Extrakt dieser Geschichte einer Rationalität des Tötens zusammenfassen. In jeden Akt der Tötung geht eine ganze Gesellschaft samt ihren Weltbildern ein: nicht mehr, aber auch nicht weniger. …“ | [Zu: Jürgen Martschukat: „Inszeniertes Töten. Eine Geschichte der Todesstrafe vom 17. bis zum 19. Jahrhundert“. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2000, 272 Seiten] Aus: „„Hat er aber gemordet, so muss er sterben!““ ULRICH BRIELER (8.5.2001) | Quelle: https://taz.de/Hat-er-aber-gemordet-so-muss-er-sterben/!1173969/
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[Gedankensprung]: “ … Zu Lethens offenkundigen Leib- und Magenzitaten zählt ein Satz aus Büchners Revolutionsdrama „Dantons Tod“ [„Dantons Tod ist ein Drama in vier Akten von Georg Büchner, das von Mitte Januar bis Mitte Februar 1835 geschrieben wurde.“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Dantons_Tod], der zum Leitmotiv des schmalen Bandes [Helmut Lethen: Stoische Gangarten – Versuche der Lebensführung, Rowohlt Verlag] erhoben wird: „Geht einmal euren Phrasen nach bis zu dem Punkt, wo sie verkörpert werden“. … Anschließend wird es konfus. Lethen bekennt sich zu der historischen Notwendigkeit des strukturellen Pazifismus, und er bekennt sich zum neuen Postulat der Militarisierung, ferner bekennt er sich zum Lähmungsgefühl, das durch Doppelbekenntnisse dieser Art hervorgerufen werden. Letztlich liefert Lethen hier eine erschütternd unmittelbare, völlig schutzlose Demonstration der Ratlosigkeit, die ihn befällt, nachdem er das Vorhaben, sich seine „Verhaltenslehren der Kälte“ vom Leib zu schreiben, umgesetzt hat. … “ | Aus: „Lassen Sie sich nicht durch Emotionen aus der Fassung bringen“ Marianna Lieder (16.08.2025) | Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/sachbuch/helmut-lethens-stoische-gangarten-110633618.html

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Mr. Wizzzzer: “ … Der Artikel von Julia Encke über Helmut Lethens Buch „Stoische Gangarten“ [„Helmut Lethen über das bundesrepublikanische Bild des Soldaten“ Julia Encke (18.08.2025)] behandelt nicht die historische Bewertung der Wehrmacht oder die Schuldfrage vergangener Kriege, sondern die aktuelle gesellschaftliche Normalisierung von Rüstung im zivilen Alltag. … Kommentare, die den Fokus auf historische Aufrechnungen oder anti-russische Narrative lenken, verfehlen den Kern der Debatte. Es geht hier um die Frage, ob und wie Rüstungsunternehmen Einfluss auf Alltagskultur nehmen dürfen – und welche Werte dadurch verdrängt werden. Eine sachliche Diskussion über die ethischen Grenzen solcher Verflechtungen ist dringend nötig, ohne ideologische Ablenkung. … „
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“ … „Einsamkeit und Rheinmetall“ heißt die Überschrift, mit der der Kulturwissenschaftler Helmut Lethen in der Debatte um die Wehrfähigkeit in Deutschland am Ende seines gerade erschienenen Buchs „Stoische Gangarten“ (Rowohlt Berlin) einen interessanten Widerspruch auf den Punkt bringt: eine Unvereinbarkeit zweier gesellschaftlicher Strömungen. Er erzählt, wie er Ende Mai 2024, wenige Tage vor dem Champions-League-Finale Borussia Dortmund gegen Real Madrid im Londoner Wembley Stadion davon hört, dass der Rüstungskonzern Rheinmetall neuer Sponsor von Borussia Dortmund wird. Einer der weltgrößten Waffenproduzenten beginnt eine Liaison mit Lethens Lieblingsverein. Das wird von mancher Seite kritisiert und problematisiert, der Umgang mit Waffenproduzenten werde auf diese Weise normalisiert, heißt es, das Rüstungsgeschäft banalisiert. … Lethen selbst wurde 1939 geboren und blickt in „Stoische Gangarten“ zurück, auf das Schweigen der Veteranen nach dem 2. Weltkrieg – und auf etwas, das man danach in Deutschland erst einmal für unmöglich gehalten hatte: die „Wiederbewaffnung“. Fünf Jahre nach Kriegsende konnten sich laut Umfragen „eine deutliche Mehrheit einen Dienst an der Waffe nicht mehr vorstellen – weder für sich, noch für die Angehörigen“. Nach 1950 wuchs die Zustimmung. … „
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Owen Gräfe: “ … 1944 wurde der „Volkssturm“ gebildet, um alle waffenfähigen Männer zwischen 16 und 60 Jahren für die Verteidigung des „Heimatbodens“ aufzubieten. Dieses Gedankengut scheint neue Wurzeln zu schlagen. …“ [ // >> https://de.wikipedia.org/wiki/Volkssturm ]
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Aus / Zu: „Helmut Lethen über das bundesrepublikanische Bild des Soldaten“ Julia Encke (18.08.2025) | Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/helmut-lethen-%C3%BCber-das-bundesrepublikanische-bild-des-soldaten/ar-AA1KFNY2

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“ … Eigentlich sollte es jetzt losgehen. Doch der Star von Borussia Dortmund nippt an seiner Wasserflasche, telefoniert und schaut sich um. Erné Embeli wirkt alleingelassen auf der Gamescom, der weltweit größten Messe für Computer- und Videospiele in Köln. Dabei ist er nicht als gamingbegeisteter „Zocker“, sondern als Attraktion hier. Der Gamer und Influencer mit mehreren hunderttausend Followern tritt für das E-Sports-Team von Borussia Dortmund auf. Der Fußballklub verkündete im Mai 2024 eine Partnerschaft mit dem Rüstungshersteller Rheinmetall. Und an einem Stand von Rheinmetall steht deswegen jetzt Embeli in einem Dortmund-Shirt und ruft in seiner Instagram-Story dazu auf, am Stand vorbeizuschauen. Er sei bis 15.30 Uhr da. Die Idee dahinter: Die Fans folgen ihrem Star – und kommen nebenbei mit den wartenden Recruitern ins Gespräch. … Jeder Kontakt zählt, denn schließlich ist die Bundeswehr auf Nachwuchssuche. Zeit zu warten, bis möglicherweise der Wehrdienst wieder eingesetzt wird, bleibt nicht: Laut Wehrbericht ist jede fünfte Stelle unbesetzt, zudem scheiden jährlich etwa 30.000 Soldaten aus dem Dienst aus, die meisten altersbedingt. Um der Schrumpfung vorzubeugen, investiert die Bundeswehr viel Geld, im Jahr 2024 waren es 58 Millionen Euro. Die fließen in aufwendig produzierte Serien, die den Soldatenalltag zeigen sollen, in Kampagnen in den sozialen Medien oder in „Discovery Days“, Schnuppertage beim Bund. Oder eben in einen VR-Helikopter, den man auf der Gamescom ausprobieren kann. Dabei tragen die Besucher eine Virtual-Reality-Brille und sitzen auf einer beweglichen Plattform, die jeden Flugwinkel des virtuellen Helikopters nachahmt.“ | Aus: „Charmeoffensive für die Rüstungsindustrie“ Tim Schellenbach, Köln  (24. August 2025) | https://www.zeit.de/politik/2025-08/gamescom-nachwuchs-bundeswehr-bnd-rheinmetall

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Herbert der Große: “ … Auf die Frage, ob es ein Klischee sei, antwortete der Kommandant der Archilles Brigade Drohneneinheit: 70% der derzeitigen Piloten sind hoodietragende ExGamer, die E-Zigaretten rauchen. …“
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Uxmal: “ … Witzig, Krieg kann so lustig sein. /s …“
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stiefmütterchen: “ … Es widert mich an. Krieg wird als ein geiles Spiel vermarktet. …“
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Ruhrradel: “ … Nein, wird es nicht. Soldaten machen einen Job, sie retten uns allen im Kriegsfall hoffentlich den Arsch. Oder sorgen wenigstens für Zeit, damit du vor den Orcs dich noch retten kannst…“
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ccpb: “ … Gibt es da gar keine Firmen und Behörden, die junge Leute für einen Diplomatenjob rekrutieren möchten? Strategie-Spieler, die ihre Fähigkeiten für den Erhalt des Friedens mit anderen Mitteln als der Waffe einsetzen wollen? Games, in denen Welten gemeinsam aufgebaut statt gegenseitig zerstört werden? Die Jungs, die nicht bei Rheinmetall anfangen würden, geben mir Hoffnung. …“
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Sehinsland: “ … Krieg ist auch gar nicht so schlimm. Der junge Gamer kann von der Couch aus Todesdrohnen steuern. Das beruhigt eventuelle Gewissensbisse. Er muss nicht wie früher mit ansehen, was es heißt qualvoll von Angesicht zu Angesicht einen Sterbenden zu sehen. …“
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gkwest: “ … Nein, eigentlich nicht, wenn man von den US Drohnenpiloten in Nevada liest. Die gingen ins Büro, flogen Drohnen in Afghanistan und haben manchmal Raketen auf Menschen abgefeuert, sind dann zum Abendessen nach Hause gegangen. Das hat auch PTSD erzeugt. Siehe
https://www.nytimes.com/2013/02/23/us/drone-pilots-found-to-get-stress-disorders-much-as-those-in-combat-do.html
https://www.hillandponton.com/ptsd-drone-operators-pilots/
Dazu gibt es mehrere Studien, z.B.:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8611566/
https://nation.time.com/wp-content/uploads/sites/8/2013/04/pages-from-pages-from-msmr_mar_2013_external_causes_of_tbi.pdf
https://www.mentalhealthjournal.org/articles/remote-warfare-with-intimate-consequences-psychological-stress-in-service-member-and-veteran-remotely-piloted-aircraft-rpa-personnel.html
…“

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TheTunk, 26.08.25 09:08: “ … [“ … Mit aufgeklebten Sprechblasen legten Aktivisten der Berliner Polizei Aussagen in den Mund, die Selbstkritik darstellen sollten. Werbeplakate an mehreren S-Bahnhöfen waren Anfang Juli 2024 betroffen. Nun befasste sich das Amtsgericht Tiergarten mit dem Geschehen. Auf der Anklagebank saß ein Student. Er blieb am Ende straffrei – gegen Zahlung einer Auflage von 900 Euro wird das Verfahren eingestellt. …„] Ich finde es hochspannend, wie Kommunikationsgeräte und kreative Aktionen genutzt werden, um staatliche Image-Kampagnen – etwa die Hochglanzplakate von Polizei oder Bundeswehr – kritisch umzudeuten. Diese Plakate sind ja keine „neutrale Information“, sondern astreine Propaganda: Sie verkaufen uns ein Bild vom „freundlichen Cops von nebenan“ oder vom „coolen High-Tech-Job beim Bund“. In Wirklichkeit geht es aber darum, Zustimmung für Repression und Militärintervention zu organisieren. Wenn Aktivist:innen solche Plakate verändern – mit Stickern, Stiften, Übermalungen oder digitalen Hacks – dann kippt die Botschaft. Aus dem Smiley-Polizisten wird der Überwacher, aus dem „Mach, was wirklich zählt“ der Hinweis auf Auslandseinsätze und tödliche Drohnen. Diese Eingriffe entlarven das, was die Hochglanzwerbung verschleiern will. Für mich ist das eine Kunst- und Aktionsform, die den öffentlichen Raum zurückholt. Wenn der Staat Millionen in Propaganda steckt, dann ist die kreative Gegenrede mit Marker und Kleber fast schon eine demokratische Notwendigkeit. …“ | Zu: „Polizeikritische Adbusting-Aktion in Berlin: Student bleibt gegen Geldauflage straffrei“ Kerstin Gehrke (25.08.2025) | Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizeikritische-adbusting-aktion-in-berlin-student-bleibt-gegen-geldauflage-straffrei-14225978.html

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Nachtrag #1

[Versprengte Notizen zum Krieg… ]
„Wird Zeit, dass unsere verweichtlichen Jugendlichen mal aufwachen!“
Ich bin dafür, dass Sie von Ihrem A…loch-sein mal aufwachen.

[Zu: „Schülervertreter sieht junge Menschen bei Wehrdienstplänen übergangen“
(27. August 2025)
// Kontext: „Unionsfraktion will Gesetzentwurf für Wehrdienst im Bundestag ändern“
(27. August 2025)]
Link –> https://www.subf.net/forum/index.php/topic,220.msg13992.html#msg13992