[Ghost Cities… ]


Why are there dozens of ‚ghost cities‘ in China? (ABC News (Australia), Am 26.06.2018 veröffentlicht)

[26 Jun 2018]: Built for a population that never came, about 50 of these surreal sites lay desolate across the country. … „The phenomenon very much has been driven by the debt splurge that really kicked into gear after the global financial crisis,“ Mr McMahon said. … This seemingly wasteful construction is carried out by both state-owned firms and private companies. „Private property developers will build housing in places that end up being ghost cities because they believe in the ability of the Chinese property market to only go up and up and up,“ he said. …| https://www.abc.net.au/news/2018-06-27/china-ghost-cities-show-growth-driven-by-debt/9912186 // https://en.wikipedia.org/wiki/Under-occupied_developments_in_China

lemonhorse / 20 Oktober 2018 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur intrinsischen Logik des Kapitalismus #5 … ]

DIE ZEIT Nr. 43/2018, 18. Oktober 2018: “ … Ganz Europa wurde von Steuerräubern geplündert. Auch weil Deutschland die Partnerländer erst viel zu spät warnte, entstand ein Schaden von mindestens 55 Milliarden Euro. … „Es handelt sich um den größten Steuerraub in der Geschichte Europas“, sagt der Steuerprofessor Christoph Spengel von der Universität Mannheim. …“ | https://www.zeit.de/2018/43/cum-ex-steuerbetrug-aktiengeschaeft-europa-finanzpolitik

Brmxn #35: “ … 31.000.000.000 Euro Schaden in Deutschland entsprechen ca. 385€ pro Einwohner. Ihre Frau, Ihre Kinder, Ihre Oma eingeschlossenen. [Nur] um diese enormen Zahlen mal etwas auf begreifliche Dimensionen herunterzubrechen. …“

NernstBoy #90: “ … In einem Arbeitsleben verdient ein Deutscher Akademiker im Durchschnitt 2.3 Millionen Euro. Eine Milliarde entspräche somit dem Lebensverdienst (!) von knapp 435 Menschen. 55.2 Milliarden Euro entsprächen somit dem Lebensverdienst (!) von knapp 24 000 Menschen. Nicht ihren Steuern, nein, sondern dem Verdienst ihrer gesamten Erwerbstätigkeit! Diese wenigen Personen haben also einen Betrag gestohlen, der dem gesamten Verdienst von 24 000 der bestverdienensten Einkommensgruppe in Deutschland entspricht. … Vielleicht hilft das manchen Menschen, die Dimension dieser 55 Milliarden Euro zu verstehen. …“

kemal_acaröz #31 “ … Ein Katz und Maus-Spiel. Der Staat will Steuern – und schafft ein komplexes Steuersystem. Und es entwickelt sich eine Branche, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Grauzonen des Steuerrechts systemmatisch zu monetarisieren, mit allen Mitteln. Kapitalistische Logik. Wer da mit „Moral“ kommt, hat das System nicht verstanden. … 55 Mrd. … Aus meiner Sicht sind solche Fälle wie Cum-Ex in einen komplexen Steuer-/Finanzsystem fast zwangsläufig. Man könnte sagen, systemimanent. …“

Zenanon #85: “ … Ich verstehe ehrlich gesagt die ganze Aufregung um diesen Skandal nicht. Das Geld, welches diese Gruppen damit verdienen geben diese doch wieder aus, es wird doch wieder in den Wirtschaftskreislauf geführt. Daran verdienen Handwerker, Friseure, usw. So zumindest wurde es uns erzählt, in einem anderem Fall. Also warum der große Trara? …“

Schmalhans Küchenmeister: #85.3: “ … Dafür müssen Sie aber oft zum Friseur. …“

hobuk #85.1: “ … Nennt sich Trickle-Down Effekt. Klappt prima, weltweit. (Ironie) …“

lemonhorse / 18 Oktober 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #21… ]

“ … Wenngleich das Reale omnipräsent ist, bleibt es uns genau dann verborgen, wenn wir im Akt des Codierens unsere Gedanken materialisieren aus dem Imaginären heraus in das Reale befördern. … Medienapparate ermöglichen es zumeist dem Realen so zu begegnen, dass die eingeflochtene Botschaft (Struktur) im Rauschen (Chaos) herauszufiltern ist. Erst dann ist von jener Information zu sprechen wie wir sie in symbolischer Ordnung kennen … Das, was Information (codiert mittels Buchstaben, Ziffern) erst zu dieser werden lässt, sind die Menschen im Gebrauch des irrealen Symbolischen – dann wenn das Reale zu einem „Rest bzw. Abfall [-produkt]“ kehrt, wie es KITTLER formulierte. Im Umkehrschluss bedeute dies: Je unstrukturierter uns ein Sachverhalt darbietet, desto verlorener sind wir in der Erfindung einer symbolischen Ordnung …“ | Aus: „Das „Reale“ LACANs transcodiert – Der Versuch einer Übertragung an die Medienwissenschaft“ Philipp Schaefer (2016/17) | https://www.musikundmedien.hu-berlin.de/de/medienwissenschaft/medientheorien/hausarbeiten_essays/pdfs/philipp_schaefer-das_reale_lacans_transcodiert.pdf

Stichwort: ‚Fundamentalistische Uneindeutigkeit‘

“ … Vizejustizminister Lukas Piebiak bedauerte gegenüber polnischen Medien, dass vor allem westeuropäische Staaten nicht bereit gewesen seien, Diskriminierung von Christen auf eine Stufe mit der von Schwulen oder Lesben zu stellen. …“ | Aus: „Deshalb blockiert Polen“ Jan Pallokat, ARD-Studio Warschau (12.10.2018)| https://www.tagesschau.de/ausland/eu-polen-eklat-103.html

Balduin-das-Schloß #31 “ … Marxistische Hipsters gegen Alt-Right Tricksters … “
Graf Porno von Geilenkirchen #17 “ … Normies raus! …“
Kommentare zu: „Ist Sexismus der neue Punk?“ Eine Rezension von Martin Eimermacher (3. Oktober 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/2018/41/digitale-gegenrevolution-angela-nagle-sexismus-kulturkaempfe

“ … laut einer Umfrage der Online-Jobplattform „StepStone“ [gibt es] rund 600.000 auswanderungswillige Briten. 44 Prozent von ihnen, also rund 264.000 Insulaner, benennen Deutschland als ihre erste Wahl. …“ | Aus: „Der Brexit wird zum Brexodus“ Jochen Wittmann (16.10.2018) | Quelle: http://www.fr.de/politik/grossbritannien-der-brexit-wird-zum-brexodus-a-1601979,0#artpager-1601979-1

Wolf Kreide: “ … Wie, und was ist mit unserer Identität? Bald werden die ersten um 5 Uhr Tea Time fordern, das Gedrängel an den Eingängen wird von nervig ordentlichen Schlangen abgelöst, Brot und Bier werden schlechter. Und zum Steak wird Minze serviert. … in der Kneipe … lauwarmes London Ale … :) …“

“ … Auf besonders … grenzgängerische Art und Weise versuchen „Die Blitzmädchen“ seit ein paar Monaten in sozialen Medien die Rolle der Frau in der Wehrmacht im Nazischick als schöne, heile und perfekte Welt nachzuzeichnen. Mit ihrem bewussten Spiel an der Grenze zur NS-Verherrlichung erreichen sie tausende „Fans“. … Neben dem einschlägigen Publikum mit teils rassistischen, sexistischen und hetzerischen privaten Profilen, das auch auf zahlreichen ähnlichen Plattformen fleißig kommentiert, fällt bei der Durchschau der öffentlichen Social-Media-Profile der „Blitzmädchen“ vor allem die Besinnung auf deutsche Werte und deutsche Dichter auf. Dort finden sich neben äußerst streitbaren Persönlichkeiten mit antisemitischen Tendenzen wie Ernst Moritz Arndt auch immer wieder Gedichte von Johann Wolfgang Goethe. Auch die zahlreichen angeblichen Freizeitaktivitäten (Kerzen gießen, in der „Wehrmacht“-Zeitung über das Weltgeschehen informieren, Frühlingsspaziergänge) sind laut Historikerin Killius reine Schönfärberei einer verbrecherischen Zeit. …“ | Aus: „“Die Blitzmädchen“: Auf Like-Suche im Nazischick“ Fabian Sommavilla (15. Oktober 2018) | https://derstandard.at/2000088908198/Die-Blitzmaedchen-Auf-Like-Suche-im-Nazi-Schick

peter schmidt: “ … das erinnert mich an gerhard polt „im biergarten“ „dann sitz ich da und denke an was schönes zum beispiel die schlacht von verdun! ….“

Kernel Decker: “ … Diese „tollen“ Blusen und Röcke gibts sicher bald bei „Heimatmode“ zu kaufen. …“

Autor unbekannt: „… 50 shades of brown …“

TheBirdOfHermes: “ … Es gibt native weibliche Österreicher die FREIWILLIG zum Islam konvertierten und dann mit Burka rumlaufen. Aber mit Vollschutz und Handschuhen und wenn sie dann telefonieren, hören sie sich wie Steirer & Co an (Mundart bis zum geht nicht mehr). …“

Ulrich Engel im Gespräch mit Philipp Gessler (14.09.2014): “ … Philipp Gessler: Warum ist … der Fundamentalismus so verlockend …? – Ulrich Engel: Ich persönlich glaube, dass das etwas zu tun hat mit der Unübersichtlichkeit unserer Gesellschaft heutzutage. Viele Menschen verlangen angesichts dieser Unübersichtlichkeit Eindeutigkeit und glauben … Starke Dogmatiken, starke Aussagen, Abgrenzung, Wahrheiten, die gegen andere stehen können. Also gerade die monotheistischen Religionen sind an dieser Stelle nicht nur anfällig, sie sind selbst Teil dieses Problems. Auf der anderen Seite gibt es aber immer auch dieses Obskure, das nicht Eindeutige in allen Religionen. Wenn wir uns zum Beispiel den ganzen Bereich der Mystik anschauen, das sind nicht die eindeutigen Auslegungen. … Das Problem sehe ich … darin, dass wir von falschen Identitätsbegriffen oder von sehr einfachen Identitätsbegriffen ausgehen. Identität ist niemals nur vom Ich her, also von meiner Seite aus zu gewinnen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Identitäten nur gewinnen können, sowohl auf einer persönlichen Ebene als auch auf einer überindividuellen, gesellschaftlichen Ebene, in der Auseinandersetzung mit anderen. Also, nur im Angesicht des anderen weiß ich, wer ich bin. Und dann in diesem Zusammenhang Assimilation zu definieren, würde dann bedeuten, in einen permanenten Dialog einzutreten. … Also, das, was Habermas in seiner Friedenspreisrede … ja gefordert hat, ist ja nicht nur, dass die säkulare Gesellschaft versucht, diese religiösen Argumentationen zu verstehen, nachzuvollziehen, überhaupt ernst zu nehmen, sondern umgekehrt hat er eben auch von Religionsgemeinschaften ja gefordert, sich mit ihren Überzeugungen in den Diskurs hineinzugeben. Und ich glaube, das ist ein ganz entscheidender Punkt, gerade auf diese Praktiken hin, sie zu erläutern, sie in ihrer Begründung zu erläutern, sie rational zu verantworten und damit etwas zu ermöglichen. Das heißt nicht, dass dieses damit gelingen wird, das ist ganz klar, das ist wie bei jedem Diskurs, wie bei jeder Diskussion, ich kann nicht mit jedem ersten Argument mein Gegenüber überzeugen. Das ist klar. Aber in diesen Diskurs hineingehen und darin bleiben. …“ | https://www.deutschlandfunkkultur.de/religioeser-fundamentalismus-der-charme-der-dogmen.1278.de.html?dram:article_id=297490

„… Patrick Wildermann: Herr Stegemann, über Ihr politisches Engagement in der linken Bewegung „Aufstehen“ ist viel berichtet worden. Es wirkt, als seien Sie überrascht, in welchen Trubel Sie da geraten sind. Bereuen Sie es schon?
Bernd Stegemann: Bereuen auf gar keinen Fall. Überrascht bin ich allerdings, und zwar über den Wind, der im sogenannten politischen Diskurs weht. Man hat das Gefühl, viele warten nur darauf, Äußerungen falsch zu verstehen, um sie gegen einen verwenden zu können. Das ist im Theater so nicht der Fall. Da dürfen Sätze durchaus doppeldeutig, ironisch, uneigentlich gemeint sein – sowohl auf der Bühne als auch hinter den Kulissen. Ästhetik hat ja ihrem Wesen gemäß eine fast fundamentalistische Uneindeutigkeit. Dieser Gestus wird in der politischen Kommunikation überhaupt nicht akzeptiert, sondern als Einladung genommen, dir in die Fresse zu hauen.
Patrick Wildermann: Theaterleute sind gern politisch, grenzen sich aber von der Tagespolitik ab. Gilt dieser Unterschied für Sie nicht?
Bernd Stegemann: Es sind zwei verschiedene Sphären, das Politische und die Politik. Ich kann im Prinzip jeden Raum zu einem politischen machen, indem ich Widersprüche öffentlich zur Verhandlung stelle. Das ist natürlich noch nicht Politik. Die ist tatsächlich gekoppelt an Macht. Wer hat das Amt, wer die Mehrheit, wer darf das Gesetz erlassen? Je mehr ich mich mit Politik befasse, desto mehr verstehe ich die Scheu derer, die lieber im Raum des Politischen bleiben möchten. Er ist viel freier und viel schöner – in einem ästhetischen Sinne.
Patrick Wildermann: Und obendrein verantwortungsloser.
Bernd Stegemann: Verantwortungslos im Sinne von machtlos, ja. Die Machtlosigkeit ist womöglich die Bedingung für Kunst. Wenn die Kunst anfängt, nach Macht zu schielen, wird sie tendenziös. …“ | Aus: „“Aufstehen“-Sammlungsbewegung „Die Angst war vorher da““ Patrick Wildermann (16.10.2018) | https://www.tagesspiegel.de/kultur/aufstehen-sammlungsbewegung-die-angst-war-vorher-da/23194296.html

“ … Später sei Schmidt von Personen mit „Quarzsand-Handschuhen“ verfolgt worden. Schmidt bestätigt die Verfolgung, er sei dann aber durch Mitglieder der eigentlich kritischen Gruppe geschützt worden. „Die Szene war in dieser Situation gespalten“, sagte er. Juristische Schritte will er nicht einleiten, es habe sich um eine „Schulhof-Mentalität“ gehandelt. Eigentlich hatte Schmidt mit den Anwohnern über Strategien gegen Mietsteigerung und Gentrifizierungen sprechen wollen. Ein Thema, das im Samariterkiez, wo unter anderem die CG-Gruppe mehrere Neubauprojekte trotz Bürgerproteste durchgesetzt hat, immer wieder für Ärger sorgt. In einigen Häusern wohnen seit Jahren Mitglieder der linksautonomen Szene. Trotz der Brisanz des Themas waren Schmidt zufolge am Montag nur rund 35 Personen erschienen, weil die Veranstaltung nur mit Plakaten beworben worden sei, die aber abgerissen wurden. …“ | Aus: „Baustadtrat wird bei Veranstaltung in Rigaer Straße bedroht“ Felix Hackenbruch (09.10.2018) | https://www.tagesspiegel.de/berlin/friedrichshain-kreuzberg-baustadtrat-wird-bei-veranstaltung-in-rigaer-strasse-bedroht/23164850.html

Pat7 09.10.2018, 18:20 Uhr: “ … Quarzhandschuhe und derartige Drohungen haben nichts mit „Schulhofmentalität“ zu tun. … Meinungsfreiheit existiert bei denen nur für die eigene Meinung und wo Brüllen nicht reicht, wird es dann heftiger. Es ist an der Zeit die nicht mehr mit Samthandschuhen anzufassen. Den Typen wie die bringen jeden zivilen gewaltlosen Widerstand gegen Spekulationen mit Wohnraum in Verruf. …“

Spandau-Loewe 09.10.2018, 18:49 Uhr: “ … Antwort auf den Beitrag von Pat7 09.10.2018, 18:20 Uhr: Wir sind hier in Friedrichshain-Kreuzberg und dazu in einer Umgebung, die dem Baustadtrat doch gefällt. Also ist das „Schulhofmentalität“. Und fertig. …“

“ … Englisch ist voller Nuancen, Zweideutigkeiten und kann unglaublich elegant sein; nichts ist schwarz oder weiß in der englischen Diplomatensprache – alles ist stets Grau. Mal Hellgrau, mal Felsengrau, mal Grau-Beige. Verfolgt man freilich die von der Regierung May seit Monaten benutzte Diplomatensprache, so erinnert mich das eher an den berühmten Elefanten im Porzellanladen oder die berüchtigte „Axt im Walde“. … Immerhin aber gibt es selbst in diesen Zeiten auf der Insel noch immer die eine oder andere gute Nachricht. Ich freue mich, heute berichten zu können: Meine britische Staatsbürgerschaft ist bewilligt! Mitte Oktober werde ich erleichtert und mit eindeutig gemischten Gefühlen in mein örtliches Bürgeramt in Westminster gehen, um 1) einen Eid auf die Monarchie und die Queen zu schwören und 2) meinen ersten britischen Pass in Empfang zu nehmen. …“ | Aus: „Sprachverfall in Brexit-Zeiten“ Arndt Striegler (Ärzte Zeitung online, 26.09.2018), Quelle: https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/brexit/article/972421/arndt-striegler-bloggt-sprachverfall-brexit-zeiten.html

lemonhorse / 17 Oktober 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Zur intrinsischen Logik des Kapitalismus #4 … ]

Markus Appenzeller (16.10.2016): “ … Überall, wo ich hinkomme, ob in China, in Afrika oder in Europa, gibt es kaum noch bezahlbaren Wohnraum in Städten. Durch den großen Drang in die Innenstädte werden vor allem die unteren Einkommensschichten verdrängt. … Ein Großteil der Preissteigerungen hat nichts mit der realen Nachfrage nach Wohnraum zu tun. Die gibt es, doch der explodierende virtuelle Immobilienmarkt kommt nun als Preistreiber hinzu. Er hat nicht mehr den Stadtbewohner als Mieter und Endverbraucher im Fokus. Sondern Investoren, die ihr Geld anlegen wollen. Die Folgen sind absurd: Man baut komplett am realen Bedarf vorbei und schafft Wohnraum, der im Zweifel gar nicht als Wohnraum gedacht ist, sondern nur als Geldanlageobjekt. Zum Beispiel werden bevorzugt kleine Wohnungen gebaut, um den Einstiegspreis gering zu halten. Je kleiner die Wohnung, desto interessanter ist sie als reines Investment. … Internationalen Investoren ist es im Gegensatz zum klassischen Hauseigentümer relativ gleichgültig, welche lokalen Folgen ihr Handeln hat. Sie haben nur zwei Entscheidungskriterien: die Rendite und die Sicherheit für ihr Kapital, die ihnen der Ort bieten kann. Die Stadt wird vom Wohn- und Lebensraum zu einem Finanzmodell für umherschwirrendes Geld, das Anlagemöglichkeiten sucht. … In London etwa wird schon lange nicht mehr für Londoner gebaut, sondern fast nur noch für ausländische Anleger. Chinesische Firmen lassen für vermögende Chinesen bauen, die ihr Geld entweder direkt in Wohnungen oder in Anteile an einem Immobilienfonds investieren. Der Verkauf läuft meist in China ab, die Wohnung ist also auf dem lokalen Markt gar nicht verfügbar. Inzwischen sieht man dieses Vertriebsmodell in immer mehr Städten, auch in Berlin. … Je nach Modell wird eine Wohnung durch die Vermietung für Anleger sogar weniger wert. Einerseits, weil sie dann schwieriger zu verkaufen ist. Außerdem besteht das Risiko, dass sie durch die real erwirtschaftete Miete abgewertet wird. … In Schanghai oder Peking gibt es bei Wohnungen Wertsteigerungen von mehr als 50 Prozent im Jahr – da gibt es keinerlei ökonomische Notwendigkeit, sie zu vermieten. … Man lässt sie drei Jahre leer stehen und verkauft sie wieder. Diese Auswüchse des Renditekapitalismus sieht man weltweit. … “ | Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnungspolitik-berlin-muss-sich-wappnen-gegen-investoren/23189758.html

lemonhorse / 16 Oktober 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

lemonhorse / 12 Oktober 2018 / Akustische.Wellen, Found.Stuff / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #69 … ]

Joeph Roth über den Film „Unter den Dächern von Paris“ (Frankfurter Zeitung, 28.Oktober 1930): “ … Sie fällt! Sie liebt, sie tanzt, man würfelt um sie … Heute lässt sie sich erobern und morgen lediglich gewinnen. In ihrer schönen kleinen Brust sind ihres Zufalls Sterne. …“

Unter den Dächern von Paris (1929)
https://de.wikipedia.org/wiki/Unter_den_D%C3%A4chern_von_Paris

Rene Clair – Sous les toits de Paris 1930 VOS (Pola Illéry)
-> https://www.youtube.com/watch?v=Hzq7N9_Irt4

lemonhorse / 11 Oktober 2018 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #52… ]

1985 15th July: Greenpeace ship Rainbow Warrior after French bombed her on July 10th in Auckland Harbour killing Greenpeace photographer Fernando Pereira. … Source: http://www.nzine.co.nz/features/rainbowwarrior_anniversary.html

„… Für Fernando Pereira ist es nicht leicht, im Frühjahr 1985 schon wieder seine Familie verlassen zu müssen. Der Fotograf und Greenpeace-Aktivist soll an Bord der „Rainbow Warrior“ gehen, die sechs Monate durch den Pazifik kreuzen soll. … Der 34-jährige Portugiese lebt in den Niederlanden, als junger Mann ist er aus seinem Heimatland geflohen. Vor Diktator Salazar, vor der Wehrpflicht und einem möglichen Kriegseinsatz in Angola. Per Anhalter trampte er durch Spanien und Frankreich, bis in die Niederlande, wo er sich niederließ. Bei Greenpeace fand er seine Aufgabe. Er fotografierte die Aktionen der Umweltschützer, reiste mit ihnen um die Welt. …“ | https://www.n-tv.de/panorama/Geheimdienst-versenkte-Rainbow-Warrior-article15487726.html (Freitag, 10. Juli 2015)

“ … Im Jahr 1985 demonstrierte Greenpeace gegen französische Kernwaffentests auf dem Mururoa-Atoll. Die Rainbow Warrior war vom Nordpazifik gekommen und hatte dort bei der Evakuierung der Bewohner des zu den Marshallinseln gehörenden Rongelap-Atolls geholfen. … Die vom französischen Geheimdienst als „Operation Satanique“ bezeichnete Aktion wurde aus den „fonds speciaux“, einer Art offizieller „schwarzer Kasse“, über die nur der Präsident der Republik verfügen kann, finanziert und von der französischen Regierung stets gedeckt. … 20 Jahre nach der Versenkung der Rainbow Warrior, also Anfang Juli 2005, gab der damalige Geheimdienstchef Pierre Lacoste der Nachrichtenagentur AFP bekannt, dass die Versenkung bis in die französische Staatsspitze bekannt war; auch der französische Präsident François Mitterrand sei eingeweiht gewesen. … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Versenkung_der_Rainbow_Warrior (5. August 2018)

“ … Bis heute ist Mururoa ein Sperrgebiet. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Mururoa (30. September 2018)

Andreas Stummer (01.07.2006): “ … Raymond Pia hat ein altes Farbfoto hervorgekramt. Beschriftet „Moruroa, 1972“ zeigt es den heute 53-jährigen Tahitianer im Kreis seiner Kollegen. Die zehn Arbeiter posieren lachend und mit Schutzhelmen auf dem Kopf in einem der Bombenschächte. Raymond ist der Einzige auf dem Bild, der heute noch am Leben ist. Jeder seiner Freunde starb an Leukämie, Raymond leidet seit Jahren an Krebs. Seine Zeit auf Moruroa kommt einem Todesurteil gleich. … Wie viele Tahitianer, die über Jahre auf dem Testgelände angestellt waren, das wissen nur die Franzosen. Doch sie halten alle Dokumente als „streng geheim“ unter Verschluss. Die Regierung in Paris streitet weiter ab, dass die Atomtests die Menschen und die Umwelt Tahitis jemals radioaktiv verseucht hätten – eine Behauptung gegen die Mitte der 90er Jahre Rüstungsgegner weltweit Sturm liefen. … Bis heute existieren keine offiziellen Strahlungstabellen, Krebsstatistiken oder Umweltgutachten der französischen Regierung. Laut einer Studie der Vereinten Nationen sind 20.000 Menschen allein in Tahiti an den Folgen der Atomtests gestorben. Dr. Gilles Soubiran, ein Mediziner in der Hauptstadt Papeete, aber glaubt, dass die Zahl weit höher liegt: „Viele Menschen sind vor den 80er Jahren gestorben. Damals war unser Gesundheitssystem noch so unterentwickelt, dass wir Folgekrankheiten wie Leukämie gar nicht feststellen konnten.“ … Erst im Jahr 2000, nach fast 200 unter- und überirdischen Atomtests, zogen die Franzosen von Moruroa ab. Zurück blieb eine riesige Atommüllhalde – perforiert von 140 Bohrschächten in denen, kilometertief, radioaktive Abfälle liegen. … “ | https://www.deutschlandfunk.de/atomare-nachbeben-im-stillen-ozean.799.de.html?dram:article_id=120120

Karl Sonnenschein (10.10.2018): “ … Schon irre, meines Wissens wurde kein einziger Politiker für Atomwaffentests, -Einsätze und deren Folgen je zur Verantwortung gezogen, weder im Westen noch im Osten. …“ | Kommentar zu: https://derstandard.at/2000089090558/Gerichtsklage-gegen-Atomversuche-auf-Mururoa (‚Gerichtsklage gegen Atomversuche auf Mururoa‘ Stefan Brändle aus Paris, Oktober 2018)

lemonhorse / 11 Oktober 2018 / Daten.PolitixMicro, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

lemonhorse / 5 Oktober 2018 / Visual.Notes / 0 Comments

lemonhorse / 3 Oktober 2018 / Found.Stuff, Visual.Notes / 0 Comments

lemonhorse / 3 Oktober 2018 / Fraktal.Text / 0 Comments