[Wirklichkeitsbezug #31 … ]

MISSVERSTEHEN SIE MICH RICHTIG:
Max Uthoff zu Gast bei Maja Göpel (04.12.2025)
0:00 In dieser Folge…
1:57 Backstage
4:06 Tod des Internets durch KI, verfrühter Kulturpessimismus
9:13 Werdegang als Kabarettist und Jurist bis zur Anstalt
17:43 Journalische Eitelkeit, ironisierte Beleidigungen, Grimme-Preis bis Lüdenscheider Lüsternklemme
25:20 Maja muss sich zügeln, Positionen der Anstalt
36:49 Kabarettistische Opfersuche, reaktionäre Spießer aus dem Sauerland
46:06 Was ist links? Pokerfaces, Anstand und Mehrheiten
55:49 Grifting Away, abmontierte Demokratie der USA
1:01:51 Vaterfiguren von Autokraten, Bildung der Zukunft
1:23:28 Verteidigung der Wirklichkeit, Satire für die Gesellschaft, Bürgerräte
1:37:33 Boykott der Giganten
1:42:58 Kulturgut Humor, Scham
1:53:12 Intrinsisch motiviertes Lernen
1:59:38 3 Botschaften
2:02:24 Outro
–> https://youtu.be/cVpcYyb9UX8

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@sascharambeaud … angenehm und selten in der heutigen Zeit, einfach mal zwei intelligente Menschen mit echten Themen in Ruhe sprechen zu sehen.
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@scantrain5007 … Besonders die Betrachtungen über Schule und Bildung treffen den berühmten Nagel auf den Kopf. 160 Jahre probiert, was mehr schlecht als recht funktioniert. Mein Fazit daraus: Von der ‚Obrigkeit‘ kann man keine Veränderungen erwarten …
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@stefan_P_62 wir haben offensichtlich sehr kluge Menschen in diesem Land. Warum, zur Hölle, kommen in unserem System immer die an die Spitze (der Macht) die am rücksichtslosesten, schamlosesten und hemmungslosesten sind. Egal ob in der Politik oder in der Wirtschaft.

[Zur Nicht-Realität der wahrgenommenen Objekte #3]

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Film technicians at Pinewood Studios set up a miniature air crash sequence for the Jack Gold film The Medusa Touch, using scale models of a Boeing 747 and a skyscraper. The film was released in 1978. | via
// https://en.wikipedia.org/wiki/The_Medusa_Touch_(film)

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“ … DER SCHRECKEN DER MEDUSA durchstreift viele Genres und scheitert nicht in seinem Unterfangen diese absolut schlüssig zusammenzuführen. Viel mehr wird die Geschichte derart geschickt erzählt, dass es völlig logisch ist, dass in diesen 105 Minuten der Whodunit-Krimi, der Horror- und der Katastrophenfilm zusammen mit der Apokalypse in einem Boot sitzen. …“ | Quelle: https://www.filmtipps.at/kritiken/Der_Schrecken_der_Medusa/

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[Documenting the ‘then’ and ‘now’ of movie locations worldwide.]: „The Medusa Touch“ (Director: Jack Gold, 1978) | https://www.reelstreets.com/films/medusa-touch-the/

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“ … „fantastisch“ [ist] alles, was unglaublich, versponnen, wunderbar oder großartig ist. Der Ursprung des Begriffs „phantastische Literatur“ ist ein Übersetzungsfehler: E. T. A. Hoffmanns Fantasiestücke in Callots Manier wurden 1814 als Contes „fantastiques“ ins Französische übersetzt, statt richtigerweise als Contes „de fantaisie“. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Phantastik

[Aufklärung und Wirklichkeitsbezug #13 … ]

… in einer geteilten Wirklichkeit … Als personalisierte „Wahrheiten im Plural“, die angereichert von Affekten und Emotionen den Status subjektiver Wahrheiten innehaben, entziehen [ ] sich [soziale Medien] einer Nachprüfbarkeit, sind in ihrer Quantität schlicht überschaubar und erweisen sich aus sich selbst heraus als Beleg für die Unmöglichkeit der medialen Wahrheitskonstruktion. …

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“ … [[ … Die bikamerale Psyche ist in der Psychologie eine hypothetische Vorstufe des menschlichen Bewusstseins, die 1976 von Julian Jaynes in seinem Werk The Origin of Consciousness in the Breakdown of the Bicameral Mind postuliert wird. … … Die Hauptthese von Julian Jaynes, die er selbst preposterous („absonderlich“) nennt, besagt: Bewusstsein hat sich in historisch nachweisbarem Ausmaß erst in dem Jahrtausend vor der klassisch-griechischen Hochkultur entwickelt, etwa zwischen 1300 und 700 v. Chr. Die Menschen vor dieser Zeit hatten kein Bewusstsein, das heißt im Sinne Jaynes’ kein autonomes, exekutives Selbst. | https://de.wikipedia.org/wiki/Bikamerale_Psyche]] … Im Interview zeichnet McLuhan ein Bild der Rückkehr: „Wir kehren zurück in den Zustand des bicameral mind, kollektiv, tribal, ohne individuelles Bewusstsein.“ … Der Begriff des „bicameral mind“ stammt ursprünglich vom Psychologen Julian Jaynes, der damit einen präliteralen, vorbewussten Zustand des Menschen beschreibt: ein Denken, das nicht im Sinne innerer Reflexion funktioniert, sondern in dem die rechte Hirnhälfte – bildhaft, akustisch, mythisch – die linke dominierte. Entscheidungen, Intuitionen, Handlungen wurden nicht als inneres Selbstgespräch erlebt, sondern als „Stimmen der Götter“, als Befehle einer externen Autorität. Es war ein Leben in totaler Präsenz, ohne Distanz zwischen Impuls und Reaktion, zwischen Wahrnehmung und Interpretation. … [ Gerade deshalb sollten wir McLuhan nicht auf seine Aphorismen reduzieren. Seine Theorie ist keine Maschinenkritik, sondern eine Form der Selbstbeschreibung moderner Gesellschaft, die den Menschen nicht überschätzt, sondern funktional einordnet. Widerständigkeit? Möglich. Aber selten. Wahrscheinlicher ist, dass das System uns längst mitdenkt – auch wenn wir glauben, ihm zu widersprechen. Juni 2025 um 10:55 ] …“ | Aus: „Das globale Dorf als Brennglas der Gewalt – Ein systemtheoretischer Exkurs mit Marshall McLuhan“ gsohn (3. Juni 2025) | Quelle: https://ichsagmal.com/das-globale-dorf-als-brennglas-der-gewalt-ein-systemtheoretischer-exkurs-mit-marshall-mcluhan/
// https://de.wikipedia.org/wiki/Medientheorie

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Bild: Wechselseitige Irritationen: Social Media, Massenmedien, ‚Öffentlichkeit‘
January 2017, In book: Geschlossene Gesellschaften.
Verhandlungen des 38. Kongresses der DGS.
Publisher: DGSEditors: Stephan Lessenich
Authors: Jan-Felix Schrape, University of Stuttgart

“ … ‚Die Öffentlichkeit‘ bleibt [ ] bis zu einem gewissen Grad stets eine Fiktion (Schmidt 2001). … Die Existenz einer ontologischen Realität als Beobachtungshorizont wird auch aus dieser Perspektive nicht bestritten – diese kann aber keinesfalls beobachterunabhängig erfasst werden – weshalb übergreifende Bezugsgrundlagen wie ein geteiltes Zeit- und Zahlenverständnis, unsere Sprache sowie weitere sozial kristallisierte Symbolstrukturen notwendig werden, um Kompatibilität zwischen den mannigfaltigen Realitätssichten zu schaffen. …“ | Aus: „Wechselseitige Irritationen: Social Media, Massenmedien, ‚Öffentlichkeit‘“ Jan-Felix Schrape (2017) | Quelle: https://www.researchgate.net/publication/320146511_Wechselseitige_Irritationen_Social_Media_Massenmedien_Offentlichkeit‘

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“ … Das Bewusstsein in der Alltagswelt funktioniert subjektiv sinnhaft, intentional und objektbezogen. Damit ist es abgegrenzt von Bewusstseinsformen in anderen Welten: Traum, theoretische Physik, Spiel und im weiteren Sinne auch Kunst und Religion. Eine bestimmte Wirklichkeitsordnung strukturiert die Alltagswelt. Aspekte dieser Ordnung sind Sprache, Technik, soziale Beziehungen, das Hier und Jetzt als Zentrum, die Differenzierung in Nah- und Fernzonen, die Spezifika der Arbeitswelt, Intersubjektivität, verschiedene mögliche Perspektiven, Selbstverständlichkeit, Ausbildung von Routine- und Problembereichen, die Ausbildung eines Erfahrungsrahmens und eine Zeitstruktur, die sowohl das Konzept permanenten Zeitflusses als auch zeitliche Einzelabschnitte denkbar macht. … Das Wissen über Institutionen strukturiert bereits per Sozialisation die Alltagswelt. Sedimente von Wissen und Sinn bilden dazu Traditionen. Rollen werden von den Menschen internalisiert und repräsentieren die gesellschaftliche Ordnung. Diese Institutionalisierung kann verschieden stark durchgesetzt sein. Legitimationskrisen können zu historischer Veränderung führen oder neue Subsinnwelten produzieren. Dabei spielt der Grad der Verdinglichung eine große Rolle: Wie stark werden Gesellschaft oder Rolle als natur- oder gottgegeben wahrgenommen? … Menschen internalisieren subjektive Wirklichkeit über Sozialisation. … Bei einfachen Formen gesellschaftlicher Arbeitsteilung (Bauer, Ritter, …) ist auch die Sozialisation ein einfacher Prozess, resultiert jedoch in starker Identität. … „Wahrscheinlich sind alle Menschen, wenn sie erst sozialisiert sind, latente ‚Verräter an sich selbst‘. Die psychische Schwierigkeit dieses Verrates wird jedoch größer, wenn entschieden werden muß welches ‚Selbst‘ von Fall zu Fall verraten werden soll.“ (S. 181) … “ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_gesellschaftliche_Konstruktion_der_Wirklichkeit (4. Dezember 2024) – Zu: “ … Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit – ein Werk von Peter L. Berger und Thomas Luckmann. Es erschien 1966 in den USA unter dem Titel „The Social Construction of Reality“. Die deutsche Übersetzung von Monika Plessner wurde 1969 veröffentlicht. Es ist eines der Schlüsselwerke des Sozialkonstruktivismus. …“ | –> https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialkonstruktivismus

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„…Anhand konkreter Beispiele von Begegnungen zwischen Frankreich, der BRD, der DDR und Polen, sowohl in Kunstdiskursen als auch in der Kunst der 1960er bis 1980er Jahre, untersucht Mathilde Arnoux die jeweils unterschiedlichen Auslegungen der Konzepte der Wirklichkeit und des Wirklichen und beleuchtet gleichzeitig, inwiefern diese Wahrnehmungen geteilt, un- oder missverstanden werden. Zeitschriften, Kataloge, Kongresse, Museen, Galerien und andere alternative künstlerische Räume erscheinen hier als Foren, in denen die Facetten der jeweiligen Interpretationen durch die verschiedenen Autoren und Akteure der Kunstgeschichte – Künstler, Kunsthistoriker und Kunstkritiker – Gestalt annehmen. Ausgehend von den herausgearbeiteten Abweichungen wie Überschneidungen werden frühere Analysen kritisch zur Diskussion gestellt, um eine neue Perspektive auf die künstlerischen Beziehungen im Europa des Kalten Krieges anzubieten. …“ | Aus: „Geteilte Wirklichkeit – Für eine Geschichte der künstlerischen Beziehungen zwischen Ost und West im Europa des Kalten Krieges“ (2021) | Quelle: https://www.dfk-paris.org/de/publication/geteilte-wirklichkeit-2897.html | https://gab.hypotheses.org/6241

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“ … Wann immer Neuliberale den Sozialstaat attackieren, operieren sie mit dem Begriff der „Wirklichkeit“. … Kurzum: Die „Wirklichkeit“ ist ein außerordentlich legitimitätsheischender Begriff für straffe Marktreformer. Denn wer sich auf die „Wirklichkeit“ beruft, reklamiert für sich die unleugbaren Fakten, die unstrittige Empirie, ja die absolute Wahrheit. Selbst ist man nüchterner Realist, der andere aber – der die „Wirklichkeit“ partout nicht sehen will – lebt demgegenüber in einer Welt von Illusionen und Verdrängungen. Die „Wirklichkeit“ hat etwas Gebieterisches; sie verlangt folgsame Anerkennung, nicht Diskussion oder Erörterung. Der „Wirklichkeit“ hat man sich zu fügen, ihrer inneren Logik ist kompromisslos zu folgen. Sie setzt die Gegebenheiten, sie ist alternativlos und dadurch vernünftig, ja: Sie ist zwingend. Die „Wirklichkeit“ war und ist – kurzum – die stärkste diskursive Waffe neuliberaler Reformer in dieser Welt, um eine Realität zu desavouieren, die ihnen nicht gefällt und um eine „Zukunft“ zu formen, die sodann als einzig wirklich und damit herrisch absolut gesetzt wird. … “ | Aus: „Geteilte deutsche Wirklichkeit“ FRANZ WALTER (27.9.2005) | Quelle: https://taz.de/Geteilte-deutsche-Wirklichkeit/!539748/

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“ … Der Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer, der sich als Enthüllungsjournalist für linke Lebenslügen einen Namen gemacht hat, führte im März 2017 vor, warum es so nahe liegt, von den 68ern auf die Neuen Rechten zu kommen. Über ein Interview mit Rudi Dutschke aus dem Jahr 1967 schrieb er: „Wer beim Zuhören die Augen schließt, erkennt viele Parolen wieder, die heute die rechten Provokateure im Munde führen. Da ist die Schmähung der Regierungskabinette als „institutionalisierte Lügeninstrumente“, die Ablehnung des parlamentarischen Systems als manipulativ und unbrauchbar, die Verherrlichung der neuen Bewegung als eine, die „die wirklichen Interessen der Bevölkerung“ ausdrückt.“ … Zum Glück war Fleischhauer nicht im Archiv der taz. Die erste Ausgabe erschien im April 1979 mit Gedanken von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Rede ist dort von einem Staat, der „jeden Widerstand zu ersticken“ versuche. … Oskar Negt und Alexander Kluge [ ] argumentierten, dass es Gegenöffentlichkeit […] geben müsse, weil in der Öffentlichkeit einer Klassengesellschaft nur theoretisch all das verhandelt werde, was für wirklich alle wichtig ist. In der Praxis würden die Alltagserfahrungen vieler Menschen keine Rolle spielen … Es gibt heute Menschen, die sich in einer Art Diktatur wähnen – in jenem Sinn, in dem bei Oskar Negt und Alexander Kluge 1972 von einer „Diktatur der Bourgeoisie“ die Rede war. Sie wähnen sich in einer Diktatur des Liberalen, die sich nur noch für die Emanzipation immer neuer Minderheiten interessiert: Transgendertoiletten gelten als wichtig, Traditionen nicht. Das ist die Unterstellung. Männer sollen Männer heiraten dürfen, Frauen führen Unternehmen, Kopftücher gehören zu Deutschland, Flüchtlinge dürfen auch einfach rein – es ist nicht mehr so, wie es mal war. Als die 68er den Vertrieb der Bild-Zeitung blockierten oder Zeitungen aus dem Axel-Springer-Verlag verbrannten, da ging es immer auch um die Gefahr von Meinungsmonopolen. Springer kontrollierte damals mehr als 70 Prozent der Tageszeitungen in Westberlin. Die kommentierten die „Polit-Gammler“ und „rote SA“ in Grund und Boden und riefen dazu auf, die „Drecksarbeit“ gegen den „Terror der Jung-Roten“ nicht allein der Polizei zu überlassen. Kurz danach wurde Rudi Dutschke niedergeschossen. …“ | Aus: „Die taz und die Neuen Rechten: Die Lügenpresse, das sind wir“ Klaus Raab (15.4.2017) | Quelle: https://taz.de/Die-taz-und-die-Neuen-Rechten/!5396695/

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“ … Peter Trawny reflektiert leichtfüßig und tiefschürfend zugleich die „Krise der Wahrheit“ demokratischer Gesellschaften – und weist das Beunruhigende als gesellschaftlich produktiv aus … Spannend werden seine Ausführungen auch da, wo sich der Philosoph an der Differenzierung von „Wahrheit“ und „Tatsache“ abarbeitet und damit auch ein wichtiges Schlaglicht auf gegenwärtige Diskussionen um das „(Post-)Faktische“ [ „Als Postfaktizität oder postfaktische Politik wird ein politisches Denken und Handeln bezeichnet, für das Fakten irrelevant sind. “ –> https://de.wikipedia.org/wiki/Postfaktizit%C3%A4t] wirft, bei denen diese Differenzierung oftmals ausbleibt: Im Rekurs auf die Tatsache als historische nachprüfbare Wahrheit (zurückgehend auf die alte Unterscheidung von Tatsachen- und Vernunftwahrheiten [https://de.wikipedia.org/wiki/Vernunftwahrheiten_und_Tatsachenwahrheiten]) eröffnen sich die Möglichkeiten der Diskussion, die vor dem moralisch aufgeladenen Hintergrund einer „Wahrheitsfindung“ versperrt blieben. … Instruktiv ist auch Trawnys Einbettung der Funktionslogik sozialer Medien innerhalb des Wahrheitsdiskurses: Als personalisierte „Wahrheiten im Plural“, die angereichert von Affekten und Emotionen den Status subjektiver Wahrheiten innehaben, entziehen sie sich einer Nachprüfbarkeit, sind in ihrer Quantität schlicht überschaubar und erweisen sich aus sich selbst heraus als Beleg für die Unmöglichkeit der medialen Wahrheitskonstruktion. Gefahren sieht der Philosoph insbesondere in der Relativität eines dehierarchisierten Diskurses von Meinungen ohne Gatekeeper, zumal dieser suggeriert, dass alle diese Meinungen gleichrangig, gleich gültig sind. …“ | Aus: „Freischwebend in der Dauer-Krise“ (Nr. 2, Februar 2022, Kultur- und Medienwissenschaft) Zu: „Peter Trawny: Krise der Wahrheit. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2021“ | Quelle: https://literaturkritik.de/trawny-krise-der-wahrheit,28611.html

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“ … Da ein wachsendes Misstrauen in die Unterscheidung von Realität und Fiktion unsere Gegenwart prägt, begab sich das Duo (Andrea Orejarena & Caleb Stein) seit 2020 auf Social Media und fotografisch auf Erkundungstour. Entstanden ist ein erstes Archiv mit über 2.000 Fotografien und aktuellen Bildformen, das den Einfluss von Verschwörungsnarrativen auf die amerikanische Gesellschaft und die individuelle Wahrnehmung manifestiert. Diese Auseinandersetzung mit Bildern, die teils mit Augenzwinkern, teils mit paranoidem Blick, unser Verhältnis zur Wirklichkeit hinterfragen, haben Orejarena und Stein in ein eigenes fotografisches Konzept weiterentwickelt, das lose einem Atlas verschwörungstheoretischer Schauplätze in den USA folgt. Ihre Serie American Glitch dokumentiert die Landschaften der USA ausgehend von viralen Bildwelten als Simulation. … TACTICS AND MYTHOLOGIES ist die erste Ausstellung der neuen Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe »Viral Hallucinations«, die von 2024 bis 2026 die Rolle fotografischer und KI-generierter Bilder für den wachsenden gesellschaftlichen Einfluss von Verschwörungstheorien adressiert. …“ | Aus: „TACTICS AND MYTHOLOGIES“ (2024) | Quelle: https://deichtorhallen-onlineshop.de/products/american-glitch-a-orejarena-c-stein-signed

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“ … Arendt beschreibt im Zusammenhang mit Angriffen der Politik auf Tatsachenwahrheiten die Manipulation der Geschichtsschreibung durch die Politik. Als Beispiel nennt sie Leo Trotzkis Rolle in der Russischen Revolution, die in keinem sowjetischen Geschichtsbuch erwähnt werde. … Zwischen der politischen Vision sowie den eigenen Interessen einerseits und der Lüge andererseits gebe es enge Verbindungen. Eine Konsequenz daraus sei, dass Politiker es mit den Tatsachen nicht so genau nähmen. Anders verhalte es sich mit der Wahrheit, denn sie sei „das, was der Mensch nicht ändern kann; metaphorisch gesprochen ist sie der Grund, auf dem wir stehen, und der Himmel, der sich über uns erstreckt.“ Wahrheiten stehen also im Gegensatz zu Meinungen und Urteilen, die veränderbar sind. „Die Schwierigkeit liegt darin, daß Tatsachenwahrheit wie alle Wahrheit einen Gültigkeitsanspruch stellt, der jede Debatte ausschließt, und die Diskussion, der Austausch und Streit der Meinungen, macht das eigentliche Wesen allen politische Lebens aus.“ Jedoch bleiben die Tatsachen wesentlich für die Beurteilung von Meinungen und beschränken die Möglichkeit der Meinungsbildung: „Tatsachen sind der Gegenstand von Meinungen, und Meinungen können sehr verschiedenen Interessen und Leidenschaften entstammen, weit voneinander abweichen und doch alle noch legitim sein, solange sie die Integrität der Tatbestände, auf die sie sich beziehen, respektieren.“ – Hannah Arendt (Wahrheit und Politik. Berlin 2006, S. 23.) …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit_und_Politik (21. Oktober 2024)

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Gestellte Szenen: Mord und Totschlag mutete der Fotograf Eugène Appert den Betrachtern seiner Bildserie „Verbrechen der Commune“ zu. Allerdings sind die Szenen von Schauspielern nachgestellt und von Appert anschließend zusammengesetzt worden. Die Gesichter der Statisten ersetzte er durch die von Anhängern der Kommune. Das von Regierungstruppen an Kommunarden 1871 verübte Massaker setzte er dagegen nicht in Szene. Foto: Joyce F. Menschel Photography Library Fund
via „Aus den Anfängen der Bildbearbeitung Lincolns Kopf und Calhouns Körper“ [… schon kurz nach Erfindung der Fotografie wurde kräftig manipuliert – indem man Köpfe und Körper austauschte oder sogar Hinrichtungsszenen mit Schauspielern nachstellte. 13.10.2014] | Quelle: https://www.spiegel.de/fotostrecke/fruehe-bildmanipulationen-fotostrecke-119928.html

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„… Es ist wie ein sozialer Schock, wenn auf solche Weise plötzlich der Vorhang fällt, wenn sich alles Politische in der virtuellen Welt auf einmal wie in einem Theater darstellt, wenn offenkundig wird, dass der radikale Verteidiger der Internetzensur ebenso einen freien Zugang zum Internet hat wie jener bekannte Journalist, der bis dato so engagiert gegen den Filtermechanismus des Internets geschrieben hat, als sei er selbst ein Opfer der Zensur. Plötzlich registriert die Internetgemeinde, dass es keine Fronten mehr gibt, dass alle, Feinde wie Freunde, Insassen eines Boots auf einer sehr rauen See sind, die nur unterschiedliche Rollen spielen. … «Die Legitimität einer Herrschaft hängt von vielem ab, dazu gehört zweifellos die Gleichberechtigung in der Kommunikation», schrieb am vergangenen Dienstag die reformernahe Tageszeitung «Ham Mihan» und fügte hinzu, wenn in den sozialen Netzwerken eines Landes der häufigste Verweis dem Buch «Farm der Tiere» von George Orwell gehöre, dann müsse die Herrschaft dieses Landes über ihre Legitimität lang nachdenken. …“ | Aus: „Musk demaskiert. Das Internet als Herrschaftsinstrument“ Ali Sadrzadeh (5. Dezember 2025) | Quelle: https://www.journal21.ch/artikel/musk-demaskiert-das-internet-als-herrschaftsinstrument

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“ … Was als Maßnahme zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit konzipiert war, entwickelte sich binnen Stunden zu einem PR-Desaster für diverse politische Influencer. Zahlreiche Accounts, die sich als US-amerikanische Patrioten oder Anhänger der „America First“-Bewegung inszenierten, wurden durch die Anzeige in Ländern wie Nigeria, Russland oder Bangladesch verortet, also klassischen Ländern, in denen sogenannte Trollfarmen betrieben werden. …“ | Aus: „Auslandstrolle: Neues X-Feature entlarvt massenweise Trump-„Fans““ Witold Pryjda (24.11.2025) | Quelle: https://winfuture.de/news,155146.html

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EffEll am 24.11.25 um 13:46 Uhr
wer hätte das gedacht?!

logo00 am 25.11.25 um 18:58 Uhr
… Ich behaupte jetzt aber mal ganz frech, dass das so gut wie jedes digitale Medium betrifft. Leider …

Günther H.
Natürlich sind es die VPN-Adressen. Das Internet ist unfassbar blöd und fehlgeleitet, mir japanische oder rumänische Werbung einzublenden, wenn ich über einen dortigen Server eingeloggt bin, obwohl klar sein sollte, daß ich das wahrscheinlich gar nicht lesen kann.

Tom N.
Warum sollte jemand der in den USA lebt einen weit entfernten VPN in Nigeria oder Pakistan auswählen? …

[Kulturelles Unterbewusstsein #11 … ]

Jenseits der UFA – Zum Scheitern des deutschen Nachkriegsfilm
von Alexander Bohr u. Peter H. Schröder (2002)
–> https://youtu.be/V84fhWEROIc

Die Dokumentation begleitet den deutschen Nachkriegsfilmen der Produktionsjahre 1946 bis 1948. Mit Hilfe von Filmausschnitten, Wochenschauen und Interviews werden die ersten Gehversuche des deutschen Films nachgezeichnet. … “ … harte Zeiten verlangten nach Ablenkung, und so trägt die Dokumentation ,,Jenseits der Ufa“ … nicht umsonst den Untertitel ,,Zum Scheitern des deutschen Nachkriegsfilms“. Denn schon bald hieß es: Keine filmischen Experimente mehr! Zwar mochte die Ufa als Staatskonzern zerschlagen worden sein, doch ihr charakteristischer Stil lebte in der restaurativen Adenauer-Ära fort. Das westdeutsche Publikum wandte sich bald schon lieber den ,,Schwarzwaldmädeln“ und ,,Försterchristeln“ jener Jahre zu. Nachdenken? Unerwünscht! Heimatfilme, Militärklamotten und Schlagerseligkeiten bestimmten nun das Kinoprogramm. Und im Osten? Da beschnitt die Staatszensur künstlerische Freiheiten. …“ | Aus: „Düstere Zeit des deutschen Films“ (20.07.2002) | Quelle: https://www.noz.de/deutschland-welt/panorama/artikel/vermischtes-duestere-zeit-des-deutschen-films-23970264

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Kontexte:

“ … Die deutsche „Traumfabrik“ scheint durch idyllische Bilderreihen einen ganz bestimmten Zweck zu verfolgen und dabei einer Ideologie gewahr zu sein. Der Heimatfilm bewahrte diese Ideologie durch seinen Inhalt und seine spezifische Bildersprache. Daher war es erforderlich, die Trümmerwirklichkeit auszublenden, um diese Illusion des Vollkommenen zu erzeugen, aber auch um den Anschein zu erwecken, dass die deutsche Realität nicht so problematisch war, wie man allgemein annehmen könnte. Anstelle dessen wurden unberührte Wälder und Berge präsentiert, Halbwahrheiten, die von sentimentalem Kitsch erfüllt waren. Die Harmonie und heile Welt erfüllte den Wunsch nach „einem unkomplizierten und unbelasteten Vaterland“. Die deutsche Filmindustrie bediente diese Sehnsüchte und lieferte dem Publikum entsprechende Bilder bis weit in die 1960er Jahre. …“ | Aus: „„Fiktion als widerständiges Element in Alexander Kluges ABSCHIED VON GESTERN (1966/67)“ von Hüseyin Kocintar (Diplomarbeit – Wien, 2015), pdf (89 Seiten) | Quelle: https://services.phaidra.univie.ac.at/api/object/o:1313997/get


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„Medien der 1950er Jahre (BRD und DDR)“
Marburger Hefte zur Medienwissenschaft: 54 / 55
Es geht um eine Neubestimmung einer Zeit und um die Einordnung einer Zeit in die vorhandenen mediengeschichtlichen Rahmen. … (pdf 192 Seiten, 2012)
–> https://mediarep.org/server/api/core/bitstreams/b62c9297-6319-4242-ba54-79eecf5efdad/content

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LINK ACCUMULATOR :: [Filmgeschichte (Notizen)… ]
–> https://www.subf.net/linklist/index.php/topic,206.0.html

[Der Blick in die Kamera #90… ]


“ … Can Sürücü war fünf Jahre alt, er stand kurz vor seinem 6. Geburtstag als er seine Mutter verlor. …“ | Aus: „Der verlorene Sohn meldet sich bei Youtube“ Uta Schleiermacher (1.12.2025) | Quelle: https://taz.de/Femizid-an-Hatun-Sueruecue/!6133777/

// Hatun „Aynur“ Sürücü (* 17. Januar 1982 in West-Berlin; † 7. Februar 2005 in Berlin)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Hatun_S%C3%BCr%C3%BCc%C3%BC

[Vor unseren Augen (Politik) #2 …]

„What normalization does is transform the morally extraordinary into the ordinary. It makes us able to tolerate what was once intolerable by making it seem as if this is the way things have always been. … Stanley identifies the pillars of fascist politics that deepen the divide between „us“ and „them“ — denying equality, using a culture of victimhood, and feeding the sexual anxiety of men. Strategies include undermining journalists and reporters, promoting anti-intellectualism, the use of propaganda, spreading conspiracy theories, letting fear and anger overtake „reasoned debate“, and then calling on „law and order“ solutions.“ — Stanley. How Fascism Works | https://en.wikipedia.org/wiki/How_Fascism_Works

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Foto: Gareth Joswig (Gießen, 2025)
via https://taz.de/-AfD-Jugend-und-Gegenprotest-/!6133377/
Kontext: https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_Deutschland

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Kontexte – // –

Aus Gießen Gareth Joswig „Gründung „Generation Deutschland“: Rechtsextreme AfD-Jugendorganisation hat jetzt neuen Namen“ (29.11.2025): “ … Die Gründung der AfD-Jugend war ein extrem rechter Offenbarungseid. Und zwar auch der Mutterpartei. … Adrian Maxhuni aus Niedersachsen [stellt] sich vor: Auch er ist langjähriger Kader der JA und gehört zu den völkischen Netzwerken innerhalb der Partei, die spätestens seit 2021 der bestimmende Mainstream der AfD sind und in der Jugendorganisation sogar deutlich länger. Der Landesverband Niedersachsen hatte 2022 die von ihm geführte JA als Jugendorganisation aberkannt, weil sie zu radikal aufgetreten ist. Damals stand in Chats von JA-Gruppen „Wir sollten Tierversuche stoppen und Flüchtlinge dafür nehmen“ oder die „Endlösung für die Musels in Deutschland“. Maxhuni führte die JA Niedersachsen trotzdem weiter. Darüber hinaus soll er auch Kontakte zu einem alten NPD-Ideologen haben, der Schulungen durchführt. Zur Belohnung gibt es 81,09 Prozent. … Die Frage ist nur: Ist der Bogen irgendwann überspannt? Und wie viele Verbotspunkte will die AfD noch sammeln. Kevin Dorow aus Schleswig-Holstein, ein Burschenschaftler mit mehreren Schmissen im Gesicht, testete die Grenzen aus. Er hielt für den ersten Beisitzer im Vorstand die bis dahin radikalste Rede: „Wir distanzieren uns nicht“, ruft er in den Saal, lobt das aktivistisch-außerparlamentarische Vorfeld und leitet dann zum Motto der Hitlerjugend über: „Jugend muss durch Jugend geführt werden“, forderte er. Das HJ-Motto hatte Rechtsextremist Björn Höcke vor einigen Wochen in Social Media gepostet und verschämt wieder gelöscht, nachdem herauskam, dass er mal wieder wissentlich NS-Parolen verbreitet hatte. Dorow bezieht sich auf Höcke und ruft das Motto hier von der Bühne. Dafür gibt es Szenenapplaus. …“ | Quelle: https://taz.de/Gruendung-Generation-Deutschland/!6133527/]https://taz.de/Gruendung-Generation-Deutschland/!6133527/

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Nachtrag #1: “ … Es gibt Momente, in denen die politische Bühne für einen Augenblick aus der Zeit fällt. Ein junger Mann tritt ans Pult, richtet sich auf, holt tief Luft – und spricht, als sei er aus einer anderen Epoche herübergestolpert. Alexander Eichwald hat auf dem AfD-Gründungskongress der „Generation Deutschland“ nicht einfach eine Rede gehalten; er hat ein Rätsel produziert, das nun wie ein Splitter im kollektiven Auge steckt. Man reibt sich und fragt: Was genau habe ich da gesehen? … Vielleicht ist gerade dies das eigentliche Kunststück dieser unfreiwilligen Inszenierung: Sie legt offen, wie dünn die Membran zwischen Vergangenheit und Gegenwart geworden ist. Wie schnell eine politische Bewegung, die sich gern „bürgerlich“ nennt, in ästhetische Abgründe kippt. Und wie irritiert die Öffentlichkeit reagiert, wenn Extremismus nicht mehr als grimmiges Drohgebäude erscheint, sondern als unfreiwillige Groteske. …“ | Aus: „Das Rätsel Alexander Eichwald: Ein politischer Spiegelmoment“ Frank Beutner (15. Dezember 2025) | Quelle: https://www.l-iz.de/leben/gesellschaft/2025/12/das-ratsel-alexander-eichwald-politischer-spiegelmoment-641250

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Juergen Kasek (27. November 2025): “ … eine Partei ist nicht automatisch demokratisch, nur weil sie an Wahlen teilnimmt. Wenn das so wäre, wäre selbst die NSDAP eine demokratische Partei gewesen. … Zu den unverzichtbaren Grundpfeilern unserer Demokratie gehören Gleichheit und Minderheitenschutz. Gleichheit bedeutet: Jeder Mensch zählt – unabhängig von Herkunft, Religion, Hautfarbe oder Lebensweise. Minderheitenschutz bedeutet: Auch die Schwächeren haben Rechte, die nicht vom Stimmungsbarometer einer Mehrheit abhängen. Genau diese Prinzipien stellt die AfD offen infrage. Sie will den Minderheitenschutz faktisch abschaffen und ersetzt das Ideal des Kompromisses durch das Diktat einer angeblich homogenen Mehrheit. Ihr Denken speist sich aus einem völkischen Nationalismus, dessen Kern ein hierarchisierendes, rassistisches Menschenbild ist. Es ist kein Zufall, dass dieses Weltbild nahtlos anschlussfähig ist an die Logik des Nationalsozialismus. … Die größte Gefahr für Deutschland sind nicht allein die Rechtsextremen. Die größte Gefahr ist eine gesellschaftliche Mitte, die im Angesicht des Drucks Begriffe, Forderungen und Feindbilder der Rechten übernimmt – und damit die Normalisierung von Menschenfeindlichkeit vorantreibt. … “ | Quelle: https://juergenkasek.wordpress.com/2025/11/27/wie-demokratien-sterben-und-warum-die-afd-nicht-demokratisch-ist/

[Illustration #8 … ]

Arthur Heming, Postmen of the Wilderness, 1921

via https://publicdomainreview.org/blog/2025/11/last-order-dates-for-christmas-2025/
// Arthur Henry Howard Heming (January 17, 1870 – October 30, 1940) was a Canadian painter and novelist known as the „chronicler of the North“ for his paintings, sketches, essays and books about Canada’s North. .. | Heming was diagnosed as colour blind and as a result worked mostly in black and white for almost all of his life … | https://en.wikipedia.org/wiki/Arthur_Heming

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #73]

Photo: Jenny Kane (2025) [„Every journalist hit with a stinger grenade or pepper ball by law enforcement while covering a protest is a message from the government“ (18. Nov. 2025, 23:25) | Source: https://social.freedom.press/@freedomofpress/115573045228240088]

Caitlin Vogus (Nov. 18, 2025): “ … A Department of Homeland Security officer sprays a protester outside an Immigration and Customs Enforcement facility on Oct. 2 in Portland, Oregon. Federal agents have attacked journalists working to capture images like these. [“ … You’ve probably seen the inflatable frogs, the dance parties, the naked bike ride. Maybe you’ve also seen the darker images: a federal officer aiming a weapon at protesters, or federal agents hurling tear gas and flash bangs into peaceful demonstrations at a Portland, Oregon, immigration facility. Local journalists have been attacked for bringing images like these to the world. … “If you cover protests, you’re going to have discomfort and hazard. Period. That’s just the way it is,” [Photojournalist John] Rudoff [from Portland, Oregon] told us. “They shoot 20-year-old girls, and they shoot 70-year-old men, and they shoot people in wheelchairs, and they shoot blind people,” he added, referring to federal agents using crowd-control munitions. “The word impunity seems to be coined for them.” Despite the danger, Rudoff refuses to stop documenting. “The entire media ecosystem has been covered with the administration’s rantings about the war-ravaged hellscape of Portland, and the city is burning down, and ICE officers are being attacked, and on and on and on,” he said. “I feel some obligation to try and counter this frankly preposterous narrative that the city’s burning down. It isn’t.” … „] | Source: https://freedom.press/issues/journalists-cameras-become-targets-at-oregon-protests/

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Kontext #1:

Bedrettin Bölükbasi (29.09.2025): “ … Den Einsatz von Militär und Nationalgarde innerhalb des eigenen Landes begründete Trump bislang mit angeblich ausufernder Kriminalität in den Demokraten-Hochburgen. Tatsächlich hat Portland mit einer im nationalen Vergleich hohen Kriminalitätsrate zu kämpfen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 fiel die Rate der Gewaltverbrechen aber um 17 Prozent. Die höchste Kriminalität herrscht laut den Zahlen der Organisation Major Cities Chiefs Association vor allem in Staaten wie Louisiana, Mississippi und Tennessee. Alle drei Bundesstaaten werden von Gouverneuren der Republikaner regiert. …“ | Quelle: https://www.fr.de/politik/portland-trump-schickt-soldaten-zum-krieg-gegen-die-antifa-nach-zr-93958148.html

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“ … Jona Spreter, Portland (16. Oktober 2025): Vergangene Woche war Heimatschutzministerin Kristi Noem in Portland. Mit ihr reisten mehrere rechtsextreme Influencer an. Sie durften die ICE-Zentrale in Portland betreten, was bislang selbst Ihrem Stadtrat verwehrt bleibt. Sie standen auf dem Dach der Polizeiwache und nahmen Instagram-Content auf. | Bürgermeister Keith Wilson: Es ist beispiellos. Aber das sagen wir ständig über diese Regierung. Hier geht es um mehr als verschobene Normen: Wir haben Bundesbeamte, die mit Scharfschützengewehren auf dem Dach der ICE-Zentrale sitzen, unsere Leute verschrecken und mit Pfefferspraygeschossen schießen. In welcher Demokratie hat es das jemals gegeben? …“ | Aus: „“Die Leute werden von ICE aus ihren Autos gezerrt““ (16. Oktober 2025) | Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-10/portland-usa-keith-wilson-nationalgarde-ice-gxe/komplettansicht
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nepomuf: Die Kostüme sind ein brillianter Move. Der Kontrast zu den Tacticool-Kriegslarpern von ICE zieht das Alles in eine lächerliche Ebene, die Bilder der Festnahme friedlicher Frösche und Tiger haben einen eher schlechten Effekt. Und es erinnert alle Protestierenden daran: friedlich! Alle müssen zu jeder Zeit verstehen, dass das Regime nur diesen einen Moment der Eskalation sucht, um sein Notstandsgesetz durchzubringen. Das Schlimmste, was passieren kann, sind Bilder wie in Hamburg vor ein paar Jahren, oder bei den George Floyd Protesten. Genau das wollen Vance, Miller & Co … Wenn in jedem Bild stattdessen lustig Frösche rumhüpfen, wird das schwer. Ich hoffe, es gelingt.

Kontext #2:

„How inflatable frog suits became the protest fashion statement of the year“ Costumes have been worn as political symbols for decades, but animal outfits have become especially popular at anti-ICE demonstrations in Portland (October 14, 2025) | Quelle: https://www.washingtonpost.com/style/fashion/2025/10/14/portland-costumes-protesters-ice-immigration/

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Andersmal: [Auch] In Deutschland wird man beim Besuch der Ausländerbehörde abgeholt in Abschiebegewahrsam genommen, obwohl man einen Ausbildungsplatz hat und von der Airline „Freebird“ hinfort geflogen.
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Aufpassen-971: Es war schon im Mai 2025 in der ZEIT zu lesen, dass Trump und die rechtskonservative Denkfabrik “Heritage Foundation” für das „Projekt 2025“ Soldaten in die liberale Metropolen schicken will. Was im Moment in Portland, Chicago und anderen Städten passiert ist nur die Durchsetzung eines schon lange ausgefeilten Plans, und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Seit über zwei Jahrzehnten fahre ich täglich mit meinem Fahrrad sicher durch Portlands Straßen. Ja, wir haben viele Obdachlose und Drogen hier, doch die werden mit Trumps Politik keineswegs weniger.
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Nihi Liana: Ich habe gerade Besuch aus den USA. Zwei engagierte Akademiker aus dem Bildungsbereich, die sich nächste Woche in Griechenland niederlassen werden, weil sie eine zweite Trump Amtszeit und den MAGA Kult nicht ertragen. Gestern sprachen sie mit einer Kollegin der vor einer Demo geraten wurde ihr Smartphone nicht mitzunehmen, weil Teilnehmer inzwischen geortet und verfolgt werden.
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Wuya: Für Menschenjäger hat das Regime Geld übrig, die werden mit Kopfprämie neu eingestellt, statt entlassen (wie diejenigen, die ab und zu etwas für ihre Mitmenschen tun). Das Gewissen hat in den USA derzeit einen Kurs von 50.000 Dollar.

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Kontext #3: “ … Um das Ziel von einer Million Abschiebungen, also keine freiwilligen Ausreisen, zu erreichen, muss die Regierung noch mehr Razzien durchführen lassen, benötigt mehr ICE-Mitarbeiter. Und das kostet. Im Juli verabschiedete der Kongress mit Mehrheit der Republikaner ein großes Steuer- und Ausgabenpaket. Darin enthalten: rund 170 Milliarden Dollar für Grenzsicherheit und Einwanderungskontrolle für die kommenden vier Jahre. 75 Milliarden Dollar sind für ICE eingeplant. Das Jahresbudget der Behörde wird von etwa acht Milliarden Dollar auf rund 28 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht. ICE hat damit einen Etat, der fast dreimal so hoch ist wie das des FBI. … ICE lockt mit Prämien von bis zu 50.000 Dollar und weiteren Leistungen wie der Erstattung von Studienkrediten in Höhe von bis zu 60.000 Dollar. Die Altersgrenzen für Neueinstellungen werden aufgehoben, auch Personen über 40 und unter 18 können sich jetzt bewerben. … “ | Aus: „“Das Heimatland verteidigen“ – wie Trump ICE ausbaut“ Nina Barth, Washington (21.10.2025) | Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-ice-100.html

[Aufklärung und Wirklichkeitsbezug #12]

… Was wir in der Schule gelernt haben, als Aufklärung zu sehen, ist einerseits der Kampf gegen den schlimmsten religiösen Obskurantismus und die absolutistische Willkür, andererseits ein gewisser Kult der Vernunft. (Philipp Blom)

„Wikipedia-Gründer Jimmy Wales: Warum Vertrauen Wissen schafft“ (SRF, 2025)
Video –> https://www.srf.ch/play/tv/sternstunde-philosophie/video/wikipedia-gruender-jimmy-wales-warum-vertrauen-wissen-schafft?urn=urn:srf:video:3544c466-b1b3-4a26-81f3-112ef57aebab (1:00:41)

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Kontext #1:

Götz Hamann: “ … Diderots Encyclopédie schien den Kontinent zu erleuchten. Sie war ein Angriff auf das christliche Weltbild, das Primat der Kirche und die von Gott abgeleitete Macht der Könige. Denn sie stellte Vernunft, wissenschaftliche Methoden und die Empirie über den Glauben und gilt als das wichtigste Werk der Aufklärung. Das blieb nicht ohne Kritik. Da Diderot seine Haltung auch in diversen Essays kundgetan hatte, war er noch vor Erscheinen der ersten Bände verhaftet worden und mehrere Monate lang inhaftiert gewesen. Danach wurde er vorsichtiger … Denis Diderot und sein Freund und Kollege Jean Baptiste le Rond d’Alembert schrieben ihr Lexikon gemeinsam mit 142 sogenannten Enzyklopädisten. Wissenschaftler aus ganz Europa trugen dazu genauso bei wie die Intellektuellen der französischen Aufklärung und Revolution: der Staatstheoretiker und Philosoph Montesquieu; der Schriftsteller und politische Autor Voltaire; und nicht zuletzt Jean Jacques Rousseau. Doch außer ihnen lud Diderot auch Handwerker ein, machte sie zu Autoren, stellte ihre Kenntnisse gleichberechtigt neben die von Künstlern und Philosophen. Ein Uhrmacher beschrieb die Mechanik eines Uhrwerks, ein Kartograph teilte sein Wissen über die Vermessung der Erde. … Diderot arbeitete fast zwanzig Jahre an dem Lexikon, ein Lebenswerk. Fertig wurde er nicht. Nach 17 Textbänden und einigen zugehörigen mit Tafeln und Bildern übergab er seinen Nachfolgern die Aufgabe, es zu beenden. Sie taten es mit Bravour … 1780 erschien der letzte Band, Nummer 35. … “ | Aus: „Das gesammelte Wissen der Welt“ (17. Januar 2011) | Quelle: https://www.zeit.de/wissen/geschichte/2011-01/wikipedia-diederot

„Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers“ („Enzyklopädie oder ein durchdachtes Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Handwerke“) … | –> https://de.wikipedia.org/wiki/Encyclop%C3%A9die_ou_Dictionnaire_raisonn%C3%A9_des_sciences,_des_arts_et_des_m%C3%A9tiers


“ […] Lukas Luger: … [Paris, wenige Jahre vor Ausbruch der Französischen Revolution: Im Salon des Barons d’Holbach treffen sich die größten Denker Europas, um ihre radikalen Ideen zu diskutieren. Der Historiker Philipp Blom hat in seinem Buch „Böse Philosophen“ ihre Geschichte niedergeschrieben.] In Ihrem Buch [Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung. Carl Hanser Verlag, München 2011., 400 Seiten, ISBN-13: 9783446236486] setzen Sie sich für eine Wiederentdeckung der radikalen Strömung der Aufklärung ein. Warum verdient ein Philosoph wie Denis Diderot im 21. Jahrhundert eine Rehabilitierung? [Wo stecken die Denis Diderots von heute? … ]
Philipp Blom: … Was wir in der Schule gelernt haben, als Aufklärung zu sehen, ist einerseits der Kampf gegen den schlimmsten religiösen Obskurantismus und die absolutistische Willkür, andererseits ein gewisser Kult der Vernunft. … Der Austausch des Wissens ist heute global und sehr von kommerziellen Gesichtspunkten geprägt. Grundlegende Debatten sind kaum noch möglich, das System ist heute viel diffuser. Es gibt viel mehr kleine Stimmen, die sich in bestimmten Gebieten zu Einzelfragen unterhalten. Aber eine große revolutionäre Stimme, die unser aller Leben verändert, gibt es nicht mehr. … Diderot zum Beispiel hätte gerne an Gott geglaubt. Er war in seiner Jugend sehr fromm, wollte Jesuit werden. Irgendwann hat er aber begriffen, dass sein Bedürfnis zu glauben etwas ist, dem er nicht nachgeben darf, weil es rational falsch ist. In jeder Philosophiestunde lernt man, wie wichtig es ist, die richtigen Fragen zu stellen. Aber niemand sagt einem, wie schwierig es ist, mit den Antworten, die man sich erarbeitet, zu leben. Vielleicht kommen sie auf Ergebnisse, die ihren ureigensten Instinkten, ihren Lebenseinstellungen gar nicht entsprechen. Den Mut zu finden, gegen sein Bauchgefühl anzudenken – das habe ich von Diderot mitgenommen. …“ | Aus: „Buch über radikale Denker – Interview mit dem Autor Philipp Blom“ Lukas Luger (14. Oktober 2011) | Quelle: https://www.nachrichten.at/kultur/Buch-ueber-radikale-Denker-Interview-mit-dem-Autor-Philipp-Blom;art16,736236

Zeichnerische Darstellung einer Camera obscura aus der Encyclopédie

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Denis Diderot (* 5. Oktober 1713 in Langres; † 31. Juli 1784 in Paris)
https://de.wikipedia.org/wiki/Denis_Diderot

Als Enzyklopädisten werden die 144 namentlich bekannten Beiträger der Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers bezeichnet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Enzyklop%C3%A4dist_(Encyclop%C3%A9die)

Obskurität (von lateinisch obscuritas „Dunkelheit, Unverständlichkeit“) … Obskurantismus bezeichnet keine feststehende Weltanschauung. Obskurantismus und die Bezeichnung für dessen Anhänger, Obskurant, wurden als kritische Bezeichnungen etabliert. Diejenigen, die sich als Vertreter einer der Aufklärung verpflichteten Denkweise sahen, benutzten das Wort als rhetorisches Mittel. Die anderen, deren Positionen ihnen als „anti-aufklärerisch“, „metaphysisch“ oder „religiös“ galten, wurden mit der Zuschreibung, Anhänger eines Obskurantismus zu sein, belegt. … Meyers Konversationslexikon in der Ausgabe von 1888 erklärt die Obskuranten schließlich zu „Finsterlingen“: „Obskurantismus (lat.), Gegensatz zu Aufklärung (–> Aufklärung: https://de.wikipedia.org/wiki/Aufkl%C3%A4rung), sowohl die Hinneigung zur geistigen Dämmerung als das System, alle Aufklärung von andern abzuhalten. Die Anhänger des Obskurantismus heißen Obskuranten (Finsterlinge).“ … | Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Obskurit%C3%A4t (31. Mai 2025)

[Zeit im Bild #82 … ]


Kavallerie auf dem Paradeplatz Zürich während des Proteststreiks vom 9. November 1918 … Dass gegen Ende des Ersten Weltkrieges die Idee eines landesweiten Generalstreiks in der Schweizer Arbeiterbewegung zunehmend populärer wurde, war kein Zufall. Seit dem Kriegsausbruch hatten sich die Lebensbedingungen breiter Massen zunehmend verschlechtert. Hatte sich zu Beginn des Krieges die Sozialdemokratie – ohne dass sie allerdings in die Landesregierung eingebunden worden wäre – der Politik des „Burgfriedens“ angeschlossen und waren die Konflikte eher entlang der Grenze der mit unterschiedlichen Kriegsparteien sympathisierenden Sprachgruppen verlaufen, so verschärfte sich die Kluft zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum in den folgenden Jahren mehr und mehr. … | https://de.wikipedia.org/wiki/Landesstreik

// Mike Dunn (14. Nov. 2025): “ … Today in Labor History November 14, 1918: Striking workers were gunned down in Granges, Switzerland during a General Strike of over 250,000 workers. Some of their demands were universal women’s suffrage, a 48-hour week, old age and disability insurance, and forcing the rich to pay off the nation’s debt. Women still did not have full suffrage until 1990 in some parts of Switzerland. …“ | https://mastodon.bits-und-baeume.org/@MikeDunnAuthor@kolektiva.social/115548565067438747

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