[Ordnung, Herrschaft und Interessen #63… ]

(25.10.2022): “ … Seit über einem Monat gehen Tausende im gesamten Iran auf die Straße, um gegen die repressive Regierung und das islamische Herrschaftssystem zu demonstrieren. Der Preis dafür ist hoch, denn das Regime geht hart gegen die Demonstranten vor. In Teheran müssen sich der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge 315 Personen vor Gericht verantworten. Vier von ihnen wird „Krieg gegen Gott“ vorgeworfen. Damit droht ihnen gemäß dem islamischen Rechtssystem die Todesstrafe. …“ | https://www.n-tv.de/der_tag/Krieg-gegen-Gott-Demonstranten-im-Iran-droht-Todesstrafe-article23672604.html
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“ … Im September 2022 begannen Proteste im Iran nach dem durch Polizeigewalt herbeigeführten Tod von Mahsa Amini in Teheran. Sie war von der islamischen Sittenpolizei festgenommen und misshandelt worden, weil angeblich ihr Kopftuch nicht richtig saß. …“ | Aus „Proteste im Iran seit September 2022“ (7. Oktober 2022, 18:23 UTC) URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Proteste_im_Iran_seit_September_2022&oldid=226846930 (Abgerufen: 8. Oktober 2022, 16:43 UTC) | https://de.wikipedia.org/wiki/Proteste_im_Iran_seit_September_2022
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On 20 September 2022, 16-year-old Iranian teenager Nika Shakarami disappeared in Tehran during the 2022 Iranian protests following the death of Mahsa Amini. | https://en.wikipedia.org/wiki/Death_of_Nika_Shakarami

via https://twitter.com/Fantasy_Blue_/status/1577383558309679112

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(11. Oktober 2022,): “ … Lukas Haas: Mit welchen Repressionen müssen die Studierenden rechnen, wenn sie festgenommen werden? – Sharifi [Namen geändert]: Wer festgenommen wird, muss mit körperlicher Bestrafung wie Prügel und Folter rechnen, mit langen Haftstrafen oder damit, zu falschen Geständnissen gezwungen zu werden. Besonders schlimm ist der Fall der 16-jährigen Schülerin Nika Shakarami. Sie war nach einer Demonstration zehn Tage lang vermisst gemeldet gewesen. Erst dann hat ihre Familie ihren Leichnam in einem Leichenschauhaus identifizieren können. Schließlich wurde sie ohne Zustimmung der Familie in einem abgelegenen Gebiet bestattet. … Viele verstehen nicht, wie fundamental wichtig der Hidschab für die islamische Republik ist. Ich habe beispielsweise noch nie die Haare meiner Großmutter gesehen. Wenn die Frauen also jetzt ihren Hidschab herunterreißen und ihn verbrennen, geht es um nicht weniger als die islamische Republik selbst. Es geht den Demonstrierenden darum, das theokratische Regime zu stürzen. … Ich habe schon öfter gehört: Wo sind unsere Väter? Wo sind unsere Professoren? Sie fühlen sich alleine gelassen. Ich schäme mich dafür, dass ich nicht mit ihnen auf der Straße stehe, aber ich traue mich nicht. Ich habe Angst um mein Leben, um das Leben meiner Familie und meinen Job. Aber ich versuche zu tun, was ich kann …“ | https://www.zeit.de/campus/2022-10/iran-proteste-universitaet-studierende
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Hausmusiker #1: “ … Der Mut dieser wunderbaren jungen Menschen berührt mich tief. …“

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“ … Die vielen toten jungen Menschen haben ihr Leben nicht dafür geopfert, dass wir weiter unserem Alltag nachgehen. Wir betrinken uns und gehen am nächsten Tag protestieren. Meine Freunde und ich fahren oft mit dem Auto durch die Stadt, hupen und provozieren Staus. Ich kenne Teherans Verkehr, die ganzen Staus gerade sind nicht normal. Wir blockieren den Sicherheitskräften den Weg und Protestierende können einfacher fliehen. Sie können ihre Parolen lauter rufen, wenn die Autofahrer hupen. Das ist Chaos. Und Chaos ist ein Zeichen unserer Unzufriedenheit. … Neuerdings sehe ich mehr Frauen ohne Kopftuch auf den Straßen, ich hupe für sie, manchmal zeige ich ihnen das Peace-Zeichen. Ich wünsche mir, dass der Iran frei wird. Ich will nicht zur Migrantin werden, aber wenn sich jetzt nicht ändert, fühle ich mich gezwungen, mein Land zu verlassen. Ich wünsche mir Kinder, aber in diesem Land ein Kind in die Welt zu setzen, wäre ein Verbrechen. Wir haben keine Rechte und sind nicht frei. …“ | https://www.zeit.de/zett/politik/2022-10/iran-jugend-kinder-alltag-perspektive
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mondfischlein: “ … Es ist deprimierend, dass die Geschichte um Machterhalt und Unterdrückung, um Gier und Ausbeutung sich seit so vielen Generationen wieder und wieder weitererzählen kann. …“
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jan.rathmann: “ … Sehr bewegend, immerhin habe ich 1989 mit 16 Jahren in Leipzig den hochgerüsteten VoPos und Kampftruppen widerstanden. Damals hatte ich auch eine Scheißangst, zusammengeschlagen, zugeführt oder gar erschossen zu werden. Zum Glück kam schnell die Parole „Keine Gewalt“ auf und wurde tatsächlich weitgehend eingehalten. Das war der Schlüssel für die gewaltarme friedliche Revolution. Ich kann nur hoffen, dass sich im Iran endlich etwas zum Positiven verändert und die Polizisten sich bewusst machen, dass sie gegen das eigene Volk kämpfen. …“

[Zur Theorie der Macht (Wikileaks #18)… ]

“ … A book that has probably done more than any other to introduce people (including myself) to the world of the medieval library is Umberto Eco’s masterpiece The Name of the Rose. Published in 1980, it was translated into English in 1983 … .  A book about books, The Name of the Rose, is a story set in an early fourteenth-century monastery where secrets are currency, and knowledge is a weapon as well as a tool. …“ | https://medievalfragments.wordpress.com/2013/01/11/library-or-labyrinth/

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“ … Buchstaben, Wörter, heilige Schriften: Für den Semiotiker und Autor Umberto Eco waren sie alle zeichenhafte Erzeugnisse. Signifikante, die auf Signifikate verweisen, gleichermaßen rätselhaft wie faszinierend und aufschlussreich. So ist die Bibliothek des italienischen Benediktinerklosters in „Der Name der Rose“ ein ganz besonderer Ort: „Diese Bibliothek vermag es, sich selbst zu schützen. Sie ist so unergründlich wie die Wahrheit, die sie beherbergt.“ Ein verbotener Ort außerdem. … Abt: „Nein, nein, ich kann euch den Zutritt nicht gewähren. Niemand kann das, niemand darf das.“ … “ | https://www.deutschlandfunk.de/serie-der-name-der-rose-labyrinth-ohne-sean-connery-100.html

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“ … Das mehrschichtige Werk, Epochenporträt, philosophisches Essay und der äußeren Form nach ein breit angelegter historischer Kriminalroman, der anno 1327 in einer italienischen Benediktinerabtei spielt, entwirft in der Substanz ein lebendiges Bild des späten Mittelalters mit seinen politischen, sozialen und religiösen Konflikten. … Umberto Eco[s]. … Buch erschien 1980 im italienischen Original als „Il nome della rosa“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Name_der_Rose
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M. Schneider zu „Der Name der Rose“ (24. Dezember 2021): “ … Vor der Rahmenhandlung eines Kriminalfalls in welchem die Mordserie in einem Kloster aufgeklärt wird breitet sich vor dem interessierten Leser nicht nur ein breites Panorama der Kultur und Mentalität des Mittelalters aus, und es werden nicht nur die intellektuellen Debatten des Mittelalters wie die Frage nach dem Verhältnis der Kirche zu Themen wie Häresie und Armut oder der Stellung der Laien in der Kirche und der berühmte „Universalienstreit“ nach der Natur unserer abstrakten Begriffe behandelt. Vielmehr werden auch zahlreiche philosophische Themen mit zeitlosem Interesse angesprochen und behandelt: die Frage nach der Ausübung von Macht und ihrer Legitimität, der Kampf Gut gegen Böse, Glaube und Zweifel, Zugehörigkeit zur Gesellschaft und Ausgrenzung (Inklusion und Exklusion), das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, den Mitteln und Möglichkeiten und der Grenzen unserer Erkenntnis der Welt, der Bedeutung und der Anwendung unserer gewonnenen Erkenntnis …“ (auf amazon.de)
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Sergio De Dios González (07. Oktober 2022): “ … Die Handlung ist in einem Benediktinerkloster in den Apenninen angesiedelt, in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. … In dieser historischen Kulisse verlieh Religion Macht, konnte sie einem aber auch in einem Wimpernschlag nehmen. Die Religion gewährte Launen oder runinierte im Namen Gottes das Leben anderer. Und Gott wurde, neben seiner omnipotenten Existenz, als Folterer verstanden, der sich gegen ungezwungene Unterhaltungen und ihrem natürlichsten Ausdruck aussprach: gegen das Lachen. … Wir sollten über den mittelalterlichen Zusammenstoß von Vernunft und Glauben nachdenken. Es ist genau dieser Konflikt, den wir in der Geschichte zwischen dem Inquisitor Bernardo Gui und William sehen. Er sollte die Kirche erschüttern, zu ihrer Spaltung und schließlich zur Aufklärung führen. Anderenorts ist dieser Zusammenstoß auch heute, sechs Jahrhunderte später, noch nicht ausgestanden. …“ | https://gedankenwelt.de/der-name-der-rose/
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Kaffeebecher (09.12.2010 um 1:00 Uhr): “ … Zweierlei Maß: „Wenn der alte Bibliothekar in Ecos ‚Der Name der Rose‚ Aristoteles Buch über die Komödie mit aller Gewalt geheim hält, schaudert es uns, ebenso wenn russische Ex-Spione in London mit Polonium vergiftet werden … Offenbart jedoch ein US-Soldat grausige Details aus dem Irak, so ist es Geheimnisverrat und selbstverständlich, dass er auf Jahre oder gar Jahrzehnte in Militärgefängnissen verschwindet. …“ | Kommentar zu: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-12/leser-kommentare-assange
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“ … Als „Alptraum“ für den Diplomaten, aber als „Traum“, sogar als „Schatzkästlein“ und „Festschmaus“ für Historiker hat Timothy Garton Ash kürzlich die Veröffentlichung von Hunderttausenden von Dokumenten auf der Plattform Wikileaks bezeichnet. … [D]ie Diskussion [dreht sich] um nahe liegende Probleme, wie die Grenzen angemessenen staatlichen Verhaltens, die Rolle von Medien sowie das Verhältnis von Geheimhaltung und Öffentlichkeit in politischen und anderen Entscheidungsprozessen …“ | Kiran Klaus Patel: „Zeitgeschichte im digitalen Zeitalter“ (Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 2011 Heft 3) |Quelle: https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/2011_3_1_patel.pdf
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“ … Für die einen ist Julian Assange ein Hightechterrorist, der mit allen Mitteln unschädlich gemacht werden muss. Für andere ist er das neue Gesicht einer unabhängigen Presse. …“ |
Aus: „Wikigate in den USA – Ein offenes Geheimnis“ Lotta Suter, Boston (WOZ vom 09.12.2010) | http://www.woz.ch/artikel/2010/nr49/international/20154.html
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Zsolt Wilhelm (19. Dezember 2010): “ … In der Sendung „Follow the money“ sprach sich Beckel offen für die Beseitigung Assanges aus. „Wem schadet das: den amerikanischen Bürgern. Die Art und Weise, wie man mit dieser Situation umgehen sollte, ist simpel: Wir haben Spezialeinsatzkräfte – ein toter Mann kann keine Sachen veröffentlichen. Dieser Typ ist ein Verräter, ein Verräter, hat jedes Gesetz der USA gebrochen. Der Typ sollte… – und ich bin nicht für die Todesstrafe – ..so ich würde den Hurensohn (illegal) erschießen.“ Zuspruch erhielt Beckel von Analyst Bo Dietl und Kolummnist Joel Mowbray. „Dieser Typ muss weg“, so Dietl. … “ | Quelle : http://derstandard.at/1292462169257/Wikileaks-Enthuellungen-Fox-News-Kommentator-ruft-zur-Erschiessung-von-Wikileaks-Gruender-auf

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“ … Julian Assange is doing humanity a favour by exposing through the US Embassy Cables that “Oil motivates U.S. policy more than fighting terrorists” and that the killing and torturing of tens of thousands of civilians by the US and NATO forces in Iraq and Afghanistan through the Iraq War Logs and Afghanistan War Logs is evidence of war crimes. However, to Assange’s dismay, as a western dissident, he does not enjoy the soft-power of being a Chinese dissident. The “free” world politicians fail to acknowledge the nobility of his work in exposing human rights violations and war crimes … former House Speaker, Newt Gingrich believed that he should be “ treated as an enemy combatant”; Senate GOP Leader Mitch McConnell called him a “high-tech terrorist”; while Sarah Palin wanted him to be “hunted down like al-Qaeda.” Other politicians including some mainstream media “pundits openly call for his death.”…“ | „Julian Assange: The Price of Being a Western Dissident“ Wei Ling Chua (June 15th, 2012) | http://dissidentvoice.org/2012/06/julian-assange-the-price-of-being-a-western-dissident/

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Chris Hedges „The Death of Truth“(May. 6, 2013): “ … Assange is correct. The press of a nation at war, in every conflict I covered, is an enthusiastic part of the machine, cheerleaders for slaughter and tireless mythmakers for war and the military. The few renegades within the press who refuse to wave the flag and slavishly lionize the troops, who will not endow them with a host of virtues including heroism, patriotism and courage, find themselves pariahs in newsrooms and viciously attacked—like Assange and Manning — by the state. …“ | https://www.truthdig.com/dig/item/the_death_of_truth_20130505/
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“ … Unvergessen sind die Wikileaks-Enthüllungen, vor allem der NSA-Skandal, der von dem Whistleblower Edward Snowden losgetreten wurde. Rusbridger hatte maßgeblichen Anteil an der ganzen Organisation der Enthüllungen. Der damalige britische Premier David Cameron übte massiven Druck auf ihn aus und drohte mit juristischen Schritten. Der „Guardian“ schade der nationalen Sicherheit, hieß es zur Begründung. …“ | Aus: „Alan Rusbridger – Legendärer Chefredakteur des „Guardian“ und oberster Geldvernichter“ (27.07.2016) | Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/alan-rusbridger-legendaerer-chefredakteur-des-guardian-und-oberster-geldvernichter/13932078.html
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Sabine Bock „Die Top 10 der Wikileaks-Enthüllungen“ (7.10.2016): “ … Am 4. Oktober 2016 feierte die Internetplattform WikiLeaks ihren 10. Geburtstag. In diesem Zeitraum veröffentlichte sie über 10 Millionen Dokumente über Korruption, Kriegs- und Umweltverbrechen und Menschenrechtsverletzung verschiedener Regierungen, Unternehmen und Institutionen. Die Pressekonferenz fand in der Berliner Volksbühne statt. Die Moderation übernahm die Journalistin Sarah Harrison. Es wurde das Jubiläumsvideo „10 Jahre WikiLeaks“ gezeigt, welches die Zusammenfassung der Top 10 der größten Veröffentlichung von WikiLeaks darstellen. … WikiLeaks brauche eine „Task Force“, um die Wahrheit zu verteidigen, sagte der Begründer von WikiLeaks Julian Assange, der beim Geburtstag von Wikileaks per Live-Stream aus der ecuadorianischen Botschaft in London zugeschaltet war. … Seine Rechtsanwältin Melinda Taylor, die in der Volksbühne anwesend war, sprach über den Fall von Julian Assange und hielt den USA vor, eine Menschenjagd auf den Wikileaks-Gründer zu veranstalten. Die damalige Außenministerin Hillary Clinton hatte 2010 bei einem Treffen in ihrem Ministerium gefragt: „Warum können wir ihn nicht mit einer Drohne ausschalten?“ …“ | Quelle: http://hpd.de/artikel/top-10-wikileaks-enthuellungen-13598
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Dr. Who #2: „… es ist [ ] kein versagen von wikileaks dass hillary durch die mails starke vertrauensverluste hinnehmen musste, sondern es lag daran dass hillary etwas leak-würdiges verheimlicht hat. das wollen die demokraten bis heute nicht wahrhaben …“ | Aus: „Julian Assange in den USA offenbar angeklagt“ (16. November 2018) | Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-11/wikileaks-gruender-julian-assage-anklage-usa
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H_Müller #7: “ … Die Enthüllungen von Wikileaks [… und] Chelsa Manning haben der sauberen Kriegsmaschinerie, die angeblich nur böse Terroristen trifft, für einen kurzen Moment die Maske von der schrecklichen Fratze gerissen, und damit offenbart wie gleichgeschaltet und einseitig die Kriegsberichterstattung tatsächlich war und ist. …“ | Zu: „Ein Mann wie aus einer anderen Zeit“ Dirk Peitz (12. April 2019) | Quelle: https://www.zeit.de/kultur/2019-04/wikileaks-gruender-julian-assange-enthuellung-transparenz/komplettansicht
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Stahlherz #13: “ … Wer sagt denn, dass eine transparente Welt eine bessere wäre? Ich sehe das nicht so. …“
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bebi fett Mc Geesex #13.1: “ … Die Regierenden sehen das genau so wie Sie. …“

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“ … „Wir sehen jeden Tag, wie die Realität auf spektakuläre Weise untergraben wird, und für mich, Journalist seit 30 Jahren, ist es entsetzlich, Kollegen zu sehen oder die ich als Kollegen betrachtete, die daran teilnehmen und Spekulationen oder falsche Informationen verbreiten.“ …“
—> https://twitter.com/Consortiumnews/status/1579513905684295683
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(10.10.2022): “ … Etwa tausend Menschen haben in London für die Freilassung von Wikileaks-Gründer Julian Assange protestiert. Sie bildeten eine Menschenkette um das britische Parlament. Die Unterstützer hielten lebensgroße Assange-Figuren sowie Plakate mit der Aufschrift „Lasst Assange frei, keine Auslieferung“, „Journalismus ist kein Verbrechen“ und „Verfolgt Kriegsverbrechen, nicht Assange“. … Assange ist seit 2019 in einem Hochsicherheitsgefängnis nahe der britischen Hauptstadt inhaftiert. Er wehrt sich gegen seine Auslieferung an die USA. Dort droht dem Australier eine Haftstrafe von bis zu 175 Jahren, weil er auf Wikileaks rund 700.000 vertrauliche Dokumente zu Aktivitäten des US-Militärs im Irak und in Afghanistan veröffentlicht hatte, darunter brisante Informationen zur Tötung von Zivilisten und Misshandlung von Gefangenen. … “ | https://www.deutschlandfunkkultur.de/protestaktionen-fuer-julian-assange-in-london-und-zagreb-102.html

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Zu: https://www.golem.de/news/wikileaks-assange-unterstuetzer-demonstrieren-gegen-auslieferung-2210-168809.html
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Autor: chefin 10.10.22 – 12:01: “ … Es wird Zeit. Wie lange soll dieses Trauerspiel noch gehen. Assange wusste vor der veröffentlich was er tut. Er war sich der Konsequenzen bewusst. Wollte aber nicht zu seiner Verantwortung stehen. So wie ich hier niemanden Beleidigen darf, darf auch er bestimmte Dinge nicht sagen. Holzhammer funktioniert nicht. Obwohl ich hier so manchen Kommentator gerne mal mit der Holzhammermethode meine Meinung geigen würde, aber geht halt nicht. Und was er danach abgezogen hat ist lächerlich. …“
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Autor: Eheran 10.10.22 – 16:47: “ … Re: Es wird Zeit. … >Wollte aber nicht zu seiner Verantwortung stehen.< Warum sollte er sich vor einem kaputten System rechtfertigen müssen, dessen Mängel er überhaupt erst aufdeckt und wofür er quasi ewig im Knast landet? Was wäre damit gewonnen? …“
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Autor: 486dx4-160 09.10.22 – 10:38: “ … Es ist eine Schande. Und ein Verrat an unseren Werten. An sämtlichen. …“

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Carsten Luther (12. April 2019): “ … Abgesehen davon, dass solche Veröffentlichungen auch die Pflicht beinhalten, mögliche Gefahren für Betroffene zu prüfen und nicht einfach ungefiltert Unmengen an Material in die Welt zu schicken. Es hat einen Grund, warum investigative Journalisten sehr viel Zeit in die Abwägung stecken: Was kann man zeigen, was nicht? …“ | https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-04/julian-assange-journalismus-anklage-pressefreiheit-meinungsfreiheit
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sonika #65: “ … Journalismus der alten Schule, Herr Luther. …“
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WasSollManDazuSagen #65.1: „… Lese ich eine gewisse Ironie? …“
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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) — Kontexte im Laser #17:
[Julian Assange / Wikileaks (Notizen, Memos, …) …]
—> https://www.subf.net/linklist/index.php/topic,168.0.html
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—> https://de.wikipedia.org/wiki/WikiLeaks
—> https://de.wikipedia.org/wiki/Julian_Assange

[Zeit im Bild #61 … ]


Julia Schröder (28.02.2021): “ … Anfang der Achtzigerjahre, als Gibson begann, vom Cyberspace zu erzählen, hatte kaum ein Mensch auch nur eine schattenhafte Vorstellung, was das Internet einmal sein würde. Auf Seite 83 von „Neuromancer“ – da ist vom Cyberspace bereits mehrfach und handlungsentscheidend die Rede gewesen – bietet der Autor einen freundlichen Service für seine ahnungslose Leserschaft und lässt seinen Helden Case eine Definition abspielen. Aus einer Kindersendung, wohlgemerkt: „Die Matrix hat ihre Wurzeln in primitiven Videospielen […], in frühen Computergrafikprogrammen und militärischen Experimenten mit Schädelelektroden. […] Cyberspace. Eine Konsens-Halluzination, tagtäglich erlebt von Milliarden zugriffsberechtigter Nutzer in allen Ländern […] Eine grafische Wiedergabe von Daten aus den Banken sämtlicher Computer im menschlichen System. Unvorstellbare Komplexität. Lichtzeilen im Nicht-Raum des Verstands, Datencluster und -konstellationen. Wie die zurückweichenden Lichter einer Stadt … Wer heute vom „Cyberspace“ redet, denkt nicht mehr an psychedelische Trips durch fantastische Welten in 3D, sondern bestenfalls an hyperrealistisch designte Online-Spiele. Das real existierende World Wide Web ist bekanntlich längst ökonomisch, politisch und geostrategisch durchkolonisiert und in Plattform-Claims aufgeteilt – und kaum mehr erinnerlich als Gefilde von Freiheit und Abenteuer. … Denn die „Neuromancer“-Trilogie zählt nicht zu der Sorte Parabeln, deren Botschaft sich eindeutig herauspräparieren lässt. Sie hat eher die Eigenschaften eines großen, nicht endenden Traums, der sich fortsetzt, wenn die letzte Seite umgeblättert ist. In diesen Traum, so geht dem Leser auf, ist die Menschheit immer tiefer hineingeraten, und nicht erst, seitdem das alle und alles verbindende Netz Wirklichkeit geworden ist. Es ist die „Konsens-Halluzination“ aus der Kindersendungsdefinition. … Aus dem Eklektizismus, mit dem er die kokett ausgestellte Coolness von Hard-Boiled und Noir mit dem Drive des Beat und der ironischen Oberflächenlust der Postmoderne verblendet, gewinnt Gibson etwas ganz Eigenes. … “ | Aus: „William Gibson: „Neuromancer“ – Die Gegenwart der Zukunft“ | Quelle: „https://www.deutschlandfunk.de/william-gibson-neuromancer-die-gegenwart-der-zukunft-100.html
// https://de.wikipedia.org/wiki/Neuromancer-Trilogie
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“ … Jochen Wegner: Wenn man frühe Gibson-Werke wieder liest, stellt man fest, wie selbst manche abseitigen Details darin im Laufe der Jahrzehnte wahr werden, und seien es selbstfahrende Autos mit künstlicher sozialer Intelligenz. Kann es sein, dass Ihre Bücher selbsterfüllende Prophezeiungen sind? Vielleicht bauen einflussreiche Computerwissenschaftler den Cyberspace einfach nach Ihren Ideen?

Gibson: … In Wahrheit bin ich lediglich ein Archäologe der Gegenwart, ich nehme die Dinge anders wahr. Wenn ich mit meinem jüngeren Selbst telefonieren würde und der junge Bill würde mich fragen: „Welche coole Technologie trägst du gerade bei dir?“, dann müsste ich antworten: „Ich habe einen riesigen Farbbildschirm in der Tasche, damit kann ich mit der ganzen Welt telefonieren, obwohl er keine Tasten hat, sondern nur Tastenattrappen. Wir sind alle mit diesem unsichtbaren Ding verbunden, das Internet heißt, und die Leute schicken sich damit Katzenbilder und schauen Pornos, und zwar kostenlos.“ Was soll er nur von uns denken? …

Jochen Wegner: Viele Ihrer frühen Werke sind vom positiven japanischen Fortschrittsgeist inspiriert, Sie haben auch eine Reihe von Essays zur japanischen Innovationskultur veröffentlicht. Schauen Sie heute immer noch dorthin, um die Zukunft zu sehen? …

… Gibson: Japan ist zum interessantesten Ort für Zukunftsnostalgie geworden – mit wunderschönen Zukünften, die nie eingetreten sind. Wir sind jetzt aber in einer historischen Phase, in der wir die Zukunft an sich verlieren. Wie die Menschen im Mittelalter. Sie dachten einfach nicht daran. Natürlich gab es immer den einen verrückten Mönch, der Flugzeuge malte. Aber es war kein großes Ding. Das kam erst im Zuge der Moderne. Als ich ein Kind war, in den frühen fünfziger Jahren, gab es diesen Fieberanfall von Volksfuturismus in den USA. Autos hatten Heckflossen, im Fernsehen liefen alle mit Weltraumhelmen rum, ständig sahen Leute fliegende Untertassen, das war eine Massenhysterie. …“ | Aus: „William Gibson: „Ich hoffe, wir sind nicht in negativen Utopien gefangen““ | Quelle: https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2017-01/william-gibson-science-fiction-neuromancer-cyberspace-futurist
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Stoney #2.1 — 13. Januar 2017, 12:22 Uhr: “ … Früher war die Zukunft besser… „

[RWF #14… ]

Günter Lamprecht (1930-2022) in „Berlin Alexanderplatz“ (Rainer Werner Fassbinder, 1980)

Joachim Huber (07.10.2022): “ … Dieses spezifisch Proletarische, von Alfred Döblin in seiner Romanfigur Franz Biberkopf gefasst, erkannte Rainer Werner Fassbinder in Günter Lamprecht. Döblin beschreibt Biberkopf als „großes ausgewachsenes Tier in Tüchern“ … Fassbinder und Lamprecht suchten und fanden sich, drei Produktionen – „Welt am Draht“, „Martha“ und „Die Ehe der Maria Braun“ – haben sie miteinander gedreht, drei zentrale Filme der 70er Jahre. …“ | https://www.tagesspiegel.de/kultur/gunter-lamprecht-ist-gestorben-die-verlorenen-waren-sein-metier-8724619.html

“ … The source novel by Alfred Döblin was published in 1929 and chronicles the lives and loves of Franz Biberkopf, a German Jedermann, by way of a city symphony spanning some two years of the twenties that would come to be known as the Weimar Republic … Because of this mélange of past and future in a present that extends and contracts as it wishes, Berlin Alexanderplatz offers a very disorienting viewing experience. Its essence seems to slip away every time we dare to proclaim we have a theory as to what it might be about. …“ | From: „The Darkroom of History: On Fassbinder’s Berlin Alexanderplatz“ Michaël Van Remoortere (2020) | https://photogenie.be/the-darkroom-of-history-on-fassbinders-berlin-alexanderplatz/

[Indifférence (1942)… ]

“ … „Indifférence“ [Indifferenz / Gleichgültigkeit / Desinteresse] ist ein klassischer Pariser Swing-Jazz-Musette-Walzer aus dem Jahr 1942, komponiert vom Akkordeonisten Tony Murena und Joseph Colombo. Murena komponierte dieses Werk im Alter von 27 Jahren im Jahr 1942 während des Zweiten Weltkriegs. … Murena wurde 1915 in Borgo Val di Taro in der Provinz Parma in Italien geboren und wanderte 1923 mit seinen Eltern nach Nogent-sur-Marne bei Paris aus, wo er ab dem Alter von 9 Jahren die berühmten Musette-Bälle animierte und … an den Ufern der Marne spielte – sein erstes chromatisches Akkordeon, hatte er von seinem Onkel bekommen. Er wurde von seinem Akkordeonisten-Cousin Louis Ferrari in die Pariser Kabarett- und Varieté-Szenen eingeführt, bevor er schnell zu einem der berühmtesten Komponisten und Akkordeonisten der „Pariser Swing-Jazz-Musette“ in Frankreich und der Welt wurde. …“ | … Frei nach —> https://fr.wikipedia.org/wiki/Indiff%C3%A9rence_(valse)

Tony Murena – Indifférence (Valse)
—> https://youtu.be/c0PKim1RD80

[Andacht und Erschütterung #1… ]

…die elektronischen „Prothesen“ machten aus dem Denkapparat des Menschen einen „Flipperautomaten“…
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“ … Bildarten stellen „expressive Ausdrucksformen der menschlichen Psyche“ dar, die sich „überall in verwandten Strukturmustern und Symbolen äußert …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Bildinterpretation
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Andacht und Erschütterung – Screenshots aus dem Internet-Bildermeer: ntv (22.09.2022/19.10.2022)

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Klaus Wolschner (2016): “ … Der Mensch nutzt einen „psychischen Apparat, der vor 10.000 und mehr Jahren als Anpassung an damalige Umwelten entstanden ist“. Die Werkzeuge dieser Anpassung liegen im Bereich der Kultur, die Karl Eibl daher als „Zwischenwelt“ bezeichnet. … “ | Aus: „Mediale Fiktionen sind Bausteine der menschlichen Kultur“ (Texte zur Geschichte und Theorie von Medien & Gesellschaft) | http://www.medien-gesellschaft.de/html/medien-fiktionen.html
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Klaus Wolschner (2019): “ … Die visuellen Vorstellungen sind nicht nur nachträgliche Illustrationen der gedachten Worte. Rund ein Drittel der menschlichen Hirnrinde dient der Verarbeitung von Seh-Eindrücken. Das Wort „Bilder“ im heutigen deutschen Sprachgebrauch meint meist Filmbilder, fotografische Abzüge, technische hergestellte Abbildungen von Natur- und Alltags-Situationen, die durch den Menschen mit Bedeutung ausgestattet wurden. Die frühe Form der Bilder waren die räumlichen Artefakte – Skulpturen, architektonische Monumente. Im Althochdeutschen bedeutete „bilidi“ Sinnbild, Zeichen mit Zauberkraft. … Wissenschaft, Kunst und Religion sind für Freud jene großen Illusionen, die von der Realität – und vor allem von ihren negativen Ausprägungen – ablenken. Sigmund Freud nannte sie die „Ersatzbefriedigungen, die (das Elend der Welt) verringern, Rauschstoffe, die uns für dasselbe unempfindlich machen“. Die schöne, neue Medienwelt wäre in dieser Perspektive die Vollendung des Rausches. …In der aktuellen Diskussion wird warnend auf Anzeichen für ein verstärktes Auftreten von Aufmerksamkeitsdefizit hingewiesen, die elektronischen „Prothesen“ machten aus dem Denkapparat des Menschen einen „Flipperautomaten“. Stehen wir an einem mediengeschichtlichem Wendepunkt, weil das zurückgelehnte, entspannte Denken, das Lesen eines langen Textes, dieses Lesen, bei dem man das Buch über Tage mit sich herumträgt, ins Cafe, an den Fluss, ins Bett, uns immer weniger möglich sein wird? Diese Kritik ist, sozialgeschichtlich betrachtet, elitär. … Nie waren wir so informiert, so kommunikativ vernetzt wie heute. Deutlich mehr Menschen als früher lesen, und wir lesen mehr als im Zeitalter des Papiers. Wir tauschen tausend Mal mehr elektronische Informationen aus als die Briefpost tragen konnte, wir sehen Bilder von allen möglichen Plätzen der Welt und aller möglichen Phantasie-Produkte. Schaubilder erklären uns, was wir früher nie zu hinterfragen gewagt hätten. Mancher literarischer Kulturkritiker findet es beunruhigend, dass in den elektronischen Medien eine „zweite Wirklichkeit“ entsteht, die zunehmend mit der „eigentlichen“ Wirklichkeit überlagert – als wäre das tradierte Wirklichkeits-Bewusstsein mehr als ein kulturell konstruiertes geistiges Bild der materiellen Umwelt. Das scheinbar „normale”, uns so selbstverständlich gewordene, tradierte Wirklichkeits-Bewusstsein ist im Grunde selbst schon immer eine „zweite Wirklichkeit” gewesen, wenn man so will, die Bilder der elektronischen Kultur höchstens eine Variante davon oder eine „dritte”. …“ | Aus: „Bild gegen Schrift? Schöne neue Medienwelt?“ (Texte zur Geschichte und Theorie von Medien & Gesellschaft) | http://www.medien-gesellschaft.de/html/x_bild_gegen_schrift.html

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Screenshot aus dem Internet-Bildermeer: „Live-Grafiken“ (tagesspiegel.de, 24.09.2022)

[Fellini #37… ]

[Histoires extraordinaires: SPIRITS OF THE DEAD, Federico Fellini segment, „Toby Dammit“ (1968)] — Terence Stamp as a bored actor in Rome in the Toby Damnit episode | via https://www.moriareviews.com/horror/tales-of-mystery-and-imagination-1968-spirits-of-the-dead.htm

Erin (23. October 2017): “ … [Toby Dammit’s] ever-growing intoxication and mental and emotional instability are reflected by the film’s style. Fellini, speaking to writer Charlotte Chandler for her book I, Fellini, explained, “I consciously try to conceal the machinery of the film I am making. The spectator should not be conscious of my camera or my narrative techniques, unless I am making a film about making a film. So I ration obvious devices, like extreme close-ups or rapid cutting or odd camera angles. Style and technique are means to an end, not an end in themselves. In ‘Toby Dammit,’ however, I saw an opportunity to explore these devices more fully, apart from my feature films.” … Instead of bringing Toby’s world closer to real life, it adds an artificial quality that his black and white films don’t share. Everything is false — intentionally so. Even the pink and purple sky over the Colosseum seems as fake as the canned applause used in the television studio. …“ | https://cinematicscribblings.wordpress.com/2017/10/23/poe-by-way-of-fellini-toby-dammit-1968/

No One Here Gets Out Alive: Federico Fellini’s Toby Dammit (2007)
“ … In Fellini’s work we experience a world of faces, voices gestures, all moving in and out of the frame, all with their own unique characteristics. There seems to be no place in such a world for essences but only for the temporal confusion and the spatial mess of provisional truths. …“
https://www.lightmonkey.net/toby-dammit

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// Nino Rota – Toby Dammit Theme (Toby Dammit theme by Nino Rota from Federico Fellini’s short
// TOBY DAMMIT from SPIRITS OF THE DEAD)
// —> https://youtu.be/iR8XEohz52s

[Mythen meiner Kindheit #16… ]


Ich war heimlich etwas verliebt in die große Schwester von einem Freund in der Dorfstraße. Sein Vater war ein Jäger. Die große Schwester veräppelte den 6 jährigen Freund ihres Bruders, der manchmal mit einem Klappfahrrad herüber kam. Wir saßen zu dritt in ihrem Zimmer. Die Schöne – und allein schon wegen des Altersunterschiedes ein mystisch unerreichbares Himmelswesen – erzählte mir, dass in ihrem Radio kleine Zwerge wohnen, die alles singen und sagen, was im Radio zu hören ist. Es gäbe da Nachrichtensprecher-Zwerge und Musik-Zwerge. Sie hätten dort im Radio sogar kleine Instrumente, um die Musik immer in Echtzeit spielen zu können. Ganz ernst konnte sie trotz aller Beteuerung, trotz allem Nachdruck nicht bleiben, auch wenn sie es versuchte. Zuhause fragte ich meinen Vater, ob das angehen könne, dass Zwerge im Radio Musik machen (es war mir nicht so ganz plausiebel). Das alles war wohl 1979.
Neben dem Kleiderschrank, über der Matratze hatte sie ein Bravo Riesenposter von John Miles, der lässig seine Hände über das Gewehr hängen ließ. Die Felljacke, die Lederstiefel, die enge Jeans, die ganze Körperhaltung beeindruckten meine Kinderaugen.
Als ich die Sache mit den Zwergen im Radio durchschaut hatte, als wir längst umgezogen waren, hörte ich den Song Music im Radio. Ich war mitgerissen von der Sequenz, in der Gesangsstimme von John Miles unmerklich langsam von den Streichern übertönt wird. …Eben las ich zufällig von seinem Tod (im Dezember 2021). Noch heute erinnert mich sein Bild mit dem Gewehr über der Schulter an die Zwerge im Radio. Tausende Dinge rauschen an einem vorbei, Träume, Gedanken, Gegenstände, Situationen. Das meiste verflüchtigt sich irgendwann. Manche Bilder bleiben seltsamerweise hängen und werden zu einer Art Sirup von kondensierter Zeit.

// John Miles ‚Music‘ (1976)
// —> https://youtu.be/rXIHtv7ukC8 [Ab 2:45 (Min.) ist der Part wo die Stimme in die Streicher fließt]

[Jean-Luc Godard (1930-2022) …]

Die Verachtung ist ein Film von Jean-Luc Godard aus dem Jahr 1963 … An diversen Stellen seines Films bricht Godard mit gängigen Spielfilm-Konventionen. … In Frankreich schauten sich den Film 235.000 Kinobesucher an, was für einen Film von Godard viel war, aber für einen Film mit Bardot wenig. … | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Verachtung
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Stefan Grissemann (13.09.2022): “ … In „Le mépris“ brachte [Godard] es 1964 zuwege, einen Brigitte-Bardot-Film zu einer Studie der Eigenheiten seines Mediums umzubauen, ein schwelgerisch orchestriertes Beziehungsdrama mit filmtheoretischen Exkursen und avancierten Inside-Jokes zu verschmelzen. … “ | https://www.profil.at/kultur/zum-tod-von-jean-luc-godard-im-kosmos-verirrt/402144498
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“ … [Ein] Film über Film: ein kurzer Film über die Liebe und eine Liebeserklärung ans große Kino. Elementarfarben, dunkles blau, knallendes rot und tödliches gelb, dominieren, zitiert werden Hölderlin und Dean Martin, Brecht und Rossellini. Ansonsten redet ein jeder am anderen vorbei: Der Autor spricht nicht englisch, der Produzent kein französisch – einzig Fritz Lang, „das Gewissen des Films, seine Ehrlichkeit“, beherrscht alle Sprachen, die am Set von „Le Mépris“ gesprochen werden. (Michael Omasta) …“ | https://www.falter.at/kino/53789/le-mepris-die-verachtung
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“ … Auf Wunsch von Produzent Jeremy Prokosch (Jack Palance) soll der mittellose Drehbuch-autor Paul Javal (Michel Piccoli) den „zu künstlerisch“ geratenen Odysseus-Film von Fritz Lang (gespielt von Regielegende Fritz Lang) publikumswirksam umfrisieren. Aber mit dem Geldsegen verliert Paul die Achtung seiner Frau Camille (Brigitte Bardot)…“ | https://www.cinema.de/film/die-verachtung,1299437.html // “ … Wikipedia schreibt nüchtern: „Die Verachtung ist ein Film von Jean-Luc Godard aus dem Jahr 1963. Die Hauptdarsteller sind Brigitte Bardot und, in seiner ersten Hauptrolle, Michel Piccoli. Nebenrollen spielen u. a. Fritz Lang als er selbst in der Rolle des Regisseurs und Godard selbst in einem kurzen Auftritt als dessen Assistent.“ … Der Film ist unter anderem Ausdruck von Godards Verachtung für die Filmindustrie Hollywoods (im Film symbolisiert durch einen US-Produzenten, gespielt von Jack Palance) und die Kommerzialisierung des Films. Die Verachtung zeigt aber auch seine Liebe für die Kunst, Filme zu machen und Filme anzusehen. …“ | https://www.igb.info/veranstaltungen/jean-luc-godard-brigitte-bardot-michel-piccoli-in-die-verachtung (2020)

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“ … Le Mépris thematisiert die Schwierigkeit sich über Sprache und Bilder auszudrücken. Was ist Lüge? Was ist Wahrheit? Was ist Fiktion? Was ist Wirklichkeit? Durch den Einsatz der vielschichtigen Musik, die visuelle Heteroginität, die ironisch-tragische Erzählweise, die Mehrsprachigkeit und den Verlauf der Handlung wird die kommunikative Unfähigkeit der Figuren verdeutlicht. …“ | https://www.moviepilot.de/movies/die-verachtung
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„Le Mépris“, „Contempt“ – Jean-Luc Godard (1962) –> https://youtu.be/Dqwv9XkHOpk

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(13.09.2022): “ … Er prägte die zeitgenössische Leinwand-Kunst, indem er ihre Regeln immer wieder in Frage stellte und nach neuen Formen suchte. …“ | https://www1.wdr.de/kultur/kulturnachrichten/jean-luc-godard-gestorben-100.html
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von mir aus #1: “ … Epochenende, wo man auch hinblickt. Godard steht für mich für eine offene, bildstark-eindrückliche, künstlerisch-poetische Erzählweise. Gerade das Nicht-Selbstverständliche, Ungewöhnliche evoziert die heute immer schwächer werdende und doch so notwendige menschliche Eigentätigkeit. …“
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Coronel Buendia #4: “ … Erst mit „Pierrot Le Fou“ und der „Verachtung“ habe ich entdeckt, wozu das Medium Film neben all den Mainstream-Produktionen noch in der Lage ist. Mit Godard geht jemand, dem man mit jeder Szene angesehen hat, wie sehr er das Kino liebte. …“
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Zu: https://www.zeit.de/kultur/film/2022-09/frankreich-regisseur-jean-luc-godard-tot
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“ … [Godard] bezog die Experimentalanordnung seiner Filme mit in die Bewertung des Ergebnisses ein („Ich ziehe es vor, etwas zu suchen, was ich nicht kenne, statt etwas, was ich kenne, besser zu machen.“) Ähnlich wie für Friedrich Schlegel („Nur das Unvollendete kann begriffen werden.“) waren für Godard neue Ziele wichtiger als der zurückgelegte Weg. Immer wieder stellte er sich die Frage, wie das Wissen über die Technik des Filmes zu erlangen sei und in welcher Weise diese Technik die Realität darstellen könne. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Luc_Godard
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„Passion oder die Einbildungen des Jean-Luc Godard“ (Monographie – Joachim Paech, 1989): “ … Die Collagen in Godards Filmen machen keinen Unterschied mehr zwischen Bildern als Kunstwerken oder der Ikonographie des Alltags in Werbeplakaten, Illustriertenfotos, Postkarten etc. Es wird immer schwerer, überhaupt noch zwischen den Bildern hindurch auf eine Realität zu sehen, die hinter den Bildern mehr von ihnen verborgen als abgebildet wird. Ergänzend zu dem Enthusiasmus Aragons, der in Godards Filmen, wenn sie vollständig aus Collagen bestehen, die wesentliche moderne Kunstform sieht, muß man in den Collage-Filmen auch die kritische Demonstration einer durch Bilder verklebten Welt sehen … „So wie die Maler heute die Staffelei aufgeben und hinaus in die Welt der alltäglichen Objekte als Gegenstände für ihre Malerei gehen, so geht Godard los und malt und filmt die Wände, Reklametafeln, Poster, Tankstellensäulen und Comic-Books, die uns heute umgeben , um daraus in seinen Filmen eine Reihe von halb-abstrakten Collagen zu machen, die vielleicht mehr als irgend eine andere moderne Kunstform Zeichen unseres Zeitalters sind.“ Einen anderen, bemerkenswerten Weg der ‚Analyse des Collagierens und Zitierens ‚ in Godards Filmen ist Tom Conley gegangen, der die Integration von Bildern und Texten im psychoanalytischen Sinne als ‚Übertragungen‘ beschrieben hat. … Die Übertragung der Spuren dieser und anderer Vorbilder der Avantgarde des 19. Jahrhunderts sieht Conley im wesentlichen unter dem Aspekt ihrer Entlarvung im Pastiche, vergleichbar ihrer ständigen Entwertung als Postkarten-Motiv und Buchillustrationen. Mag das auch ein Effekt der allgegenwärtigen – mittelbaren oder unmittelbaren – Anwesenheit von Werken der Kunstgeschichte in Godards Filmen sein, daß sie zum wiederholten Male zum Cliche, zum Substitut werden, Godard selbst jedenfalls sieht diese ‚Übertragung‘ unter dem positiven Aspekt der sinnvollen Einschreibung des Films in die Kulturgeschichte der Bilder, deren Vor-Bilder die Produktion von Filmen anleiten können. … Es muß nicht entschieden werden, ob derartige unterschwellige Übertragungen auch Zitate genannt werden können; ein eindeutiges Zitat zu Beginn des „Pierrot le fou“ führt jeden falls zu Elie Faure, Godards kunsthistorischem Mentor. Durch ihn, hat Godard gesagt, habe er Rembrandt kennengelernt, seine Einleitung in Velasquez gibt das kunstgeschichtliche Motto für den „Pierrot le fou“, seine „Einführung in die Mystik des Films“ hat Godards Vorstellungen vom Film wesentlich mitgeprägt. So hat Elie Faure 1937 gemeint, daß der „Film nur wieder er selbst werden und seine suggestive Kraft wiederfinden (wird), wenn er die Erzählung, den Dialog, das Selbstgespräch dem Bild unterordnet … “ … Ein Buch über die Bilder und Töne (die ‚Ein-Bild-ungen‘) Godards kann man nicht zuende schreiben … “ | http://kops.uni-konstanz.de/handle/123456789/31716 | https://kops.uni-konstanz.de/bitstream/123456789/31716/1/Paech_0-300097.pdf
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Bauchladendetektiv: “ … Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich irgendwann in den späten Neunzigern im Nachtprogramm über „Weekend“ gestolpert bin [–> https://de.wikipedia.org/wiki/Weekend_(1967)]. Ich wusste nicht, wer Godard ist, hatte noch nie was über die nouvelle vague gehört oder irgendein cineastisches Vorwissen – aber ich habe mich mit staunendem Mund vom Fleck weg in dieses Meisterwerk verliebt. Es ist eine der wenigen Lieben meines Lebens, die von Bestand sind. …“ | Zu: https://www.derstandard.de/story/2000139042737/regisseur-und-drehbuchautor-jean-luc-godard-ist-tot (13. September 2022)

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Nachtrag / Memo #1:

Barbara Basting (Die Wochenzeitung – Nr. 37 – 15. September 2022): “ … Die «Histoire(s) du cinéma» als Synthese verbinden all das, was Godards Biografie als Regisseur geprägt hat und was er zugleich als Bausteine des Kinos wie auch seiner eigenen Filme vorführt: die grossen realistischen Romane des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, Balzac, Zola vor allem, Hugo, Flaubert, Proust, Céline, Gide; aber auch die Lyrik, Baudelaires «Voyage», Celans «Todesfuge», beides Jahrhundertgedichte. Die «Histoire(s)» sind voller grossartiger Musik vom Mittelalter über Beethoven bis zu Ton Steine Scherben mit ihrer für Godard sehr passenden Parole «Macht kaputt, was euch kaputt macht». Nicht umsonst ist der Soundtrack separat vermarktet worden: Musik macht Bilder. Godard montierte Stills und Sequenzen aus der Filmgeschichte, die ihm wichtig waren, und das, kurz vor dem Durchbruch des Digitalen, als hätte er dessen umwälzende Kraft geahnt, mit den analogen Möglichkeiten des Videos: Experimente mit Tempo und Schnitt, das ganze Arsenal der akustischen und optischen Schnitt- und Überblendungstechniken. Vor allem aber sind die «Histoire(s)» eine Geschichte der Malerei, die für Godards Blick auf die Welt so wichtig war. Von Giotto über Rembrandt und Caravaggio bis zu Goya, Manet, Turner, schliesslich ­Picasso: Es sind die Meister des Lichts und die Dramatiker der menschlichen Existenz, die für ihn zur Ahnenreihe des Verführungs­apparats Kinos gehören, ebenso wie die Foto­pioniere Joseph Nicéphore ­Niépce und ­Nadar. Godard zeigt, wie bereits in der Kunst seit Jahrhunderten jene Wirklichkeiten produziert werden, von denen wir immer noch allzu gerne denken, sie seien die Aufzeichnung einer Realität – und wie sich diese in unser Weltbild einschleichen. Und so geschieht das Wunder: Godard, beargwöhnt als spröd und kantig, Godard, der Verweigerer und ätzende Zeitkritiker, schafft ein soghaftes, sinnliches Werk, das um die Sehnsucht des Blicks weiss, auch um die Sehnsucht nach dem Körper, weitab der Klischees der Pornoindustrie. Die Geschichte(n) des Kinos mögen zu Ende sein, plattgewalzt, banalisiert, ausverkauft von den Medienkonzernen. Doch die Geschichte der «Zeichen, die unter uns sind», wie das letzte Kapitel heisst, ist es noch längst nicht. Heute, 25 Jahre nach ihrem Erscheinen, wird immer deutlicher, was die «Histoire(s) du cinéma» sind: ein Schlüsselwerk, um über die Produktion und Wahrnehmung von Bildern, ihre Geschichte, ihre Bedingungen sowie ihre Verwendungsweisen in unserer Gesellschaft nachzudenken. Sie sind die Essenz des Godard-Films, sie sind Jean-Luc Godards Vermächtnis. Und im Bilddelirium der Gegenwart stellen sie Fragen nach der unheimlichen Macht der Bilder, wie sie aktueller nicht sein könnten. …“ | https://www.woz.ch/2237/jean-luc-godard-1930-2022/jean-luc-godard-1930-2022-das-vermaechtnis-des-jlg/ | // „Histoire(s) du cinéma“ is an 8-part video project begun by Jean-Luc Godard in the late 1980s and completed in 1998. The longest, at 266 minutes, and one of the most complex of Godard’s films, Histoire(s) du cinéma is an examination of the history of the concept of cinema and how it relates to the 20th century; in this sense, it can also be considered a critique of the 20th century and how it perceives itself.—> https://en.wikipedia.org/wiki/Histoire(s)_du_cin%C3%A9ma
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(dw.com, 07.12.2009): “ … Der Altmeister des französischen Films beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Medium. Nun liegt sein unkonventioneller Blick auf die Geschichte des Kinos auf DVD vor. … Nach 110 der insgesamt 264 Minuten der „Geschichte(n) des Kinos“ sagt Godard einen Satz, den man als ironisch gebrochenen Kommentar zum eigenen Werk interpretieren könnte: „Warum einfach, wenn es kompliziert geht“. Jean-Luc Godard wollte es noch nie einfach. … Im Artikel, den Klaus Theweleit zum Booklet der DVD-Ausgabe der „Histoire(s) du cinéma“ beigesteuert hat, ist sehr treffend von einer Godardschen „Ästhetik der Überforderung“, die der Franzose pflege, die Rede. Das kann man nun als grandiose philosophische Leistung interpretieren oder aber auch als doch sehr subjektivistische Assoziationshuberei ablehnen. Jean-Luc Godard wird auch mit diesem „Alters“-Werk seine Jünger begeistern, andere eher abschrecken. Tragisch ist auf jeden Fall, dass man seines „Histoire(s)“ eigentlich nur in dem Medium sehen kann, das der Meister doch so sehr hasst: auf DVD, also auf dem kleinen Fernsehbildschirm. …“ | https://www.dw.com/de/geschichten-des-kinos/a-4920487

HISTOIRE(S) DU CINÉMA (Geschichte(n) des Kinos. Histoire(s) du cinéma)

[RWF #13… ]

„Lili Marleen“ (Fassbinder, 1980) … [Lexikon des internationalen Films: „Weithin frei gestaltete kolportagehafte Geschichte um den Erfolg des Liedes ‚Lili Marleen‘ und dessen Sängerin. Der Halbherzigkeit geballter Manieriertheit der Inszenierung wegen eher langweilig als menschlich oder politisch interessant.“ … ] … “ | —> https://de.wikipedia.org/wiki/Lili_Marleen_(Film)
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Oliver Armknecht (20. Juni 2022): “ … Eines der letzten Werke, an denen der Regisseur [Rainer Werner Fassbinder] arbeitete war „Lili Marleen“ (1981). Benannt wurde es nach dem gleichnamigen Lied, welche die Sängerin Lale Andersen in den 1930ern weltberühmt machte. Der Film orientiert sich auch an ihrem Leben, wenngleich Fassbinder und die anderen Drehbuchautoren sich recht viele Freiheiten herausnahmen. … Die Kritikpunkte [an dem Film] waren [ ] vielfältig, reichten von übertriebenen Manierismen über eine Anbiederung an die Nazi-Ästhetik bis zu einer Oberflächlichkeit bei der Behandlung der Themen. An potenziellen Diskussionspunkten mangelt es dabei in „Lili Marleen“ nicht. Das wichtigste ist natürlich, wie bei dem Lied, aber auch der Sängerin Unterhaltung und Politik miteinander vermischt wurden. Dabei zeigt sich eine interessante Ambivalenz, wenn die von Sehnsucht geprägten Texte über ein mögliches Wiedersehen den Nerv der Zeit trafen, gleichzeitig der Führung auch ein Dorn im Auge waren – zu melancholisch, zu pessimistisch. …“ | https://www.film-rezensionen.de/2022/06/lili-marleen/
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// Matthew Cheney (November 21, 2014): “ … I attended a screening of Rainer Werner Fassbinder’s 1980 film Lili Marleen at the Fassbinder: Romantic Anarchist series at Lincoln Center last weekend, and it was an extraordinary experience. … Elsaesser suggests that Lili Marleen can be seen within the context of some of the other films Fassbinder made around it: the three films of the BRD trilogy [—> https://en.wikipedia.org/wiki/BRD_Trilogy] — shot out of sequence — are held together by the possibility that they form sequels. If we add the film that was made between Maria Braun and Lola, namely Lili Marleen which clearly has key themes in common with the trilogy, then Lili Marleen’s status in the series might be that of a „prequel“ chronologically: 1938-1946 Lili Marleen, 1945-1954 Maria Braun, 1956 Veronika Voss, 1957 Lola. Four women, four love stories, four ambiguous gestures of complicity and resistance. …“ | https://mumpsimus.blogspot.com/2014/11/fassbinders-lili-marleen.html

// “ … Elsaesser schlägt vor, dass Lili Marleen im Kontext einiger anderer Filme zu sehen ist, die Fassbinder um sie herum gedreht hat: Die drei Filme der BRD-Trilogie – aus der Reihe gedreht – werden durch die Möglichkeit zusammengehalten, dass sie Fortsetzungen bilden. Wenn wir den Film hinzufügen, der zwischen Maria Braun und Lola gedreht wurde, nämlich Lili Marleen, der eindeutig Schlüsselthemen mit der Trilogie gemeinsam hat, dann könnte Lili Marleens Status in der Serie chronologisch der eines „Vorläufers“ sein: 1938-1946 Lili Marleen, 1945-1954 Maria Braun, 1956 Veronika Voss, 1957 Lola. Vier Frauen, vier Liebesgeschichten, vier zweideutige Gesten der Komplizenschaft und des Widerstands. …“
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// Fassbinder’s Germany – History Identity Subject (Thomas Elsaesser, FILM CULTURE IN TRANSITION – AMSTERDAM UNIVERSITY PRESS, 1996): “ … [‚… wie einst? LILl MARLEEN‘] … Fassbinder became increasingly concerned with the historical moments of rupture (the inflation period, World War, and the early postwar years), and he redefined melodrama as his way of deconstructing the hidden discursiveness in the realm of history, social reality, and the psyche, on the basis of a rigorous and everywhere enforced celebration of the arbitrary. Hence the textuality of his later films which parody the social text that is monopoly capitalism. LILI MARLEEN develops in a series of gags and jokes in order to point to the logic, this time by no means arbitrary, governing the economic and symbolic systems by which our society reproduces its power relations and thus lives its history. … The identification in LILI MARLEEN of mass coercion with mass consumption (show business and the electronic ‚global village‘ of radio and later, television) is interesting …“

// Fassbinder’s Deutschland – Geschichte Identität Subjekt (Thomas Elsaesser, 1996): “ … [‚… Wie einst? LILl MARLEEN‘] … Fassbinder befasste sich zunehmend mit den historischen Bruchmomenten (Inflationszeit, Weltkrieg und die frühen Nachkriegsjahre) und definierte das Melodrama neu, um die verborgene Diskursivität im Bereich der Geschichte, der sozialen Realität und der Psyche zu dekonstruieren. Auf der Grundlage einer rigorosen und überall erzwungenen Zelebrierung des Beliebigen. … LILI MARLEEN entwickelt sich in einer Reihe von Gags und Witzen, um auf die diesmal keineswegs willkürliche Logik der ökonomischen und symbolischen Systeme hinzuweisen, mit denen unsere Gesellschaft ihre Machtverhältnisse reproduziert und damit ihre Geschichte lebt. … Die Gleichsetzung von Massenzwang mit Massenkonsum (Showbusiness und das elektronische „globale Dorf“ von Radio und später Fernsehen) bei LILI MARLEEN ist … interessant. …“
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// Thomas Elsaesser (1943 – 2019) | https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Elsaesser | https://www.perlentaucher.de/autor/thomas-elsaesser.html

[Zeit im Bild #60 … ]

Hans-Christian Ströbele, Horst Mahler und Otto Schily Anfang der 70er Jahre. Mahler ist der Angeklagte, die beiden anderen sind seine Verteidiger. … Der Film [„Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte“ (Birgit Schulz, 2009)] verfolgt die Biografien von drei Männern, die einer Generation angehören und die sich in der selben bundesdeutschen Wirklichkeit entwickelt haben. Regisseurin Birgit Schulz untersucht, was diese Männer geprägt hat, was sie in Bezug auf ihre politischen Ideale verbunden hat, und an welchen Punkten die drei unterschiedliche Wege eingeschlagen haben, um am Ende Gegner zu werden … Was in den einzelnen Biografien auf den ersten Blick widersprüchlich aussieht, ist für die Beteiligten logisch. Denn in sich haben alle drei Lebensläufe eine gewisse Konsequenz. Und zumindest behauptet jeder, sich treu geblieben zu sein … | Zu: „Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte“ (08.09.2015)| Quelle: https://www1.wdr.de/fernsehen/wdr-dok/sendungen/die-anwaelte-124.html // “ … „Die Gemeinsamkeit, die bei den drei früheren „Linksanwälten“ über alle Gräben in dem Film spürbar wird, ist eine Lust an der Dissidenz. Darin sind sie nicht nur Erben der Revolte von 1968. In ihren Biographien entfalten sich auch die verschiedenen Facetten, Triumphe wie Abgründe, eines libertären Freiheitsverständnisses, das sich aus Gesinnungsethik und Widerstandsgeist speist. Es ist das Verdienst dieses irritierenden, hochspannenden Dokumentarfilms, dass er die Fragen an diese Biografien an uns weiterreicht.“ – Rüdiger Suchsland [(2009)] …“ —> https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Anw%C3%A4lte_%E2%80%93_Eine_deutsche_Geschichte (04. Juli 2020)
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Michael Sontheimer (31.8.2022): “ … Der junge Ströbele war ein schlechter Schüler und Elvis-Presley-Fan; kein an Politik interessierter Linker, sondern Leser von Springers Tageszeitung Die Welt. Erst bei der Bundeswehr erwachte sein rebellischer Geist, er schrieb zahlreiche Beschwerden für Kameraden und verweigerte seine Beförderung zum Gefreiten. Andererseits gewann er bei einem Schießwettbewerb einen Hubschrauberflug über der Lüneburger Heide. Sein Jurastudium in Heidelberg und West-Berlin betrieb er nicht übereifrig, schon vor dessen Abschluss heiratete er 1967 die Diplomatentochter und Schauspielerin Juliana Gregor, mit der er bis zuletzt zusammenlebte. Der entscheidende Wendepunkt seines Lebens war der 2. Juni 1967 in West-Berlin. Nachdem bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien der Student Benno Ohnesorg von dem Kriminalbeamten Karl-Heinz Kurras erschossen worden war [–> https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Kurras], heuerte der Justizreferendar Ströbele bei dem bekannten Anwalt Horst Mahler [–> https://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Mahler] an, der linke Studenten verteidigte. Zwei Jahre später gründete er mit ihm und Klaus Eschen das erste „Sozialistische Anwaltskollektiv“. … Bei den Grünen zählte Ströbele zu den „Fundis“ oder „Fundamentalisten“ und lieferte sich harte Kämpfe mit dem Ober-Realo Joschka Fischer und dessen Anhängern. Die Realos wollten so schnell wie möglich in die Regierung, Ströbele wollte an grünen Prinzipien festhalten. … Der Einmarsch der Russen in der Ukraine hat ihn zuletzt schwer erschüttert. Das hatte er Putin nicht zugetraut. Aber er hätte auch seiner eigenen Partei, den Grünen nicht zugetraut, sich an die Spitze derer zu stellen, die mit schweren Waffen die Ukraine verteidigen wollen. Am Montag ist Christian in seiner Wohnung in Moabit am Ufer der Spree gestorben. …“ | https://taz.de/Christian-Stroebele-ist-gestorben/!5878473/

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