[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #38… ]

“ … Visuelle Lust und narratives Kino (englischer Originaltitel: Visual Pleasure and Narrative Cinema) ist ein 1975 verfasster Essay von Laura Mulvey. … Laut Mulvey geht die Faszination bestimmter Hollywoodfilme der 1930er bis 1950er Jahre auf bereits bestehende Muster und geschlechtsspezifische Formen der patriarchal geprägten Gesellschaftsstrukturen, die bereits tief im Unbewussten verankert sind, zurück. In dieser Gesellschaft sei die Frau in einer symbolischen Ordnung gefangen, während der Mann seine Phantasien durch die Herrschaft der Sprache ausdrücken könne. … Mulvey nähert sich der „Lust am Schauen“ („pleasure in looking“) und des „Angesehen-Werdens“ („to-be-looked-at“) … an. … Mulvey demonstriert ihre Thesen anhand des Films Vertigo – Aus dem Reich der Toten (1958) von Alfred Hitchcock, da in seinen Filmen der männliche Blick durch die subjektive Kameraführung besonders forciert werde und der Zuschauer in die Rolle des männlichen Protagonisten versetzt werde. Sie kritisiert, dass dieser Film keine weibliche Betrachtungsweise zulasse. … Ihr Ziel ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass der Blick des Kinos nicht neutral ist, …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Visuelle_Lust_und_narratives_Kino ( 30. September 2019)

Parviflorum #14: “ … „Man könnte Hustlers als Angebot begreifen, als Aufforderung an die Zuschauerin, sich auch die Filmgeschichte retroaktiv anzueignen und all die Diven und Pin-ups, bombshells und Babes aus dem Knast der Männerfantasie zu befreien.“ … Der „Knast der Männerfantasie“ hat viel von Projektion. Wer kennt ihn denn schon? …“ | Zu: Sabine Horst (21. November 2019) -> https://www.zeit.de/kultur/2019-11/hustlers-kinofilm-jennifer-lopez-feminismus-rezension/komplettansicht

redshrink #20: “ … Wenn Frauen auf andere Frauen mit einer erotischen Faszination schauen können – und nicht vor allem als zu bekämpfende Konkurrentin – wäre schon viel gewonnen. Dass sich Erotik wieder einmal auf perfekte Körper, Laiszivität, Styling – viel Styling – und den einstudierten Performances von inszenierten Showgrößen und Schauspielerinnen fest konzentriert, finde ich etwas ernüchternd. Genauso funktionieren konsumistische Leitbilder. Ob Frauen nun aus dem “Knast” männlicher Fantasien befreit werden, bezweifle ich. Dass Männer Frauen (oder andere Menschen) sexy finden, macht ihr Begehren nicht unbedingt zum Knast, zumal wenn sich dann der weibliche Blick an unerreichbarer und hochgradig stilisierter weiblicher Schönheit weidet. … Wirklich progressiv finde ich den hier beschworenen weiblichen Blick eher nicht. …“ | Zu: Sabine Horst (21. November 2019) -> https://www.zeit.de/kultur/2019-11/hustlers-kinofilm-jennifer-lopez-feminismus-rezension/komplettansicht

“ … Den männlichen Blick kontrollieren hier die Frauen – und wissen ihn zu nutzen. … Hustlers basiert auf einer Recherche der Journalistin Jessica Pressler für das New York Magazine und handelt von einer Gruppe New Yorker Stripperinnen, die auf die Finanzkrise 2008 damit reagierten, dass sie die Jordan Belforts der Wall Street unter Drogen setzten und abzockten. Man könnte sagen: Es ist eine Geschichte über ein Rudel Wölfinnen, die genauso sündig sind wie die Wölfe der Wall Street. “ | Aus: „Macht dich Geld nicht auch geil?“ (26. November 2019) | Quelle: https://www.zeit.de/kultur/film/2019-11/hustlers-kinofilm-jennifer-lopez-kritik/komplettansicht

Desaguliers #11: “ … Ach ja: Dann müsste nach der Logik dieser Kritik der Hochstapler, der Susanne Klatten abgezogen hat, ein Held sein, der sich nicht nur als antikapitalistischer Kämpfer erweist, sondern auch die Machtverhältnisse umkehrt. Ist das so, ZON? …“

Frau. Huber #11.3: “ … Da Männer allgemein in unserer Gesellschaft als Sexobjekt benutzt werden, sei es um fast nackt auf Kühlerhauben für Autos zu werben oder als Stripper für Frauen tanzen, die einen guten Geschäftsabschluss feiern, haben Sie völlig Recht. Frau Klatten als typische Vertreterin der weiblich dominierten Welt des Finanzadels steht hier sinnbildlich für die vielen Frauen in Vorstandsetagen und im Finanzsektor, der Held der Geschichte für die vielen Männer, die zur Prostitution gezwungen werden. Wie wir wissen sind männliche Prostituierte eine gute Einnahmequelle für die Mafia und sie werden häufig unter Drogen gesetzt, geschlagen und vergewaltigt, um sie gefügig zu machen. …“

Oneironautin #14: “ … J.Lo – Sexsymbol, Businessfrau, Popikone … oder Wichsvorlage. Ich habe meinen Bruder mal aus Versehen beim Onanieren erwischt, als eines ihrer Musikvideos auf MTV oder Viva lief. Das war zu Love Don’t Cost A Thing. Da sieht man JLo zunächst in einem mondänen Luxusappartement, wo sie mit ihrem Verehrer telefoniert und sich etwas gelangweilt für ein teures Geschenk bedankt, was den vielen Goldkettchen zufolge, die ihren Hals beschweren, wohl nicht das erste gewesen ist. Dann düst sie genervt mit dem Cabrio los und fängt an, sich all der verschwenderischen Accesoires zu entledigen. So flattert eine edle Handtasche in hohem Bogen aus dem Wagen. Später lässt sie die protzige Karre stehen und promeniert in gesäßbetonter Jeans eine palmenbesäumte, sonnendurchflutete Straße entlang. Jetzt fliegt das Designermäntelchen und der Schmuck weg. Schließlich kommt sie am Strand an, um sich dort, inzwischen halbnackt, mit akrobatischen Verrenkungen schmachtend zur subjektiven Kamera im Sand rumzurekeln. Für mich war JLo immer eine Businessfrau, die sich über ihr Äußeres vermarktete und feuchte Träume für frühpubertierende Teenager produzierte. Als Sängerin ließ sie sich einen durchkalkulierten Sound für die Charts verpassen. Als Schauspielerin hat sie, abgesehen von Out Of Sight, einen Haufen schrottiger Filme gedreht und war schon x-Mal für die Goldene Himbeere nominiert. Hustlers kenne ich nicht. Ich werde mal meinen Bruder anrufen, ob er Bock hat, mit reinzugehen. …“

Frau. Huber #14.1: “ … Ihre Geschichte hat mich daran erinnert, wie ich an der Uni in ein Gespräch mit Kommilitoninnen in einer Arbeitsgruppe gerutscht bin, in der eine erzählte, beim onanieren denke sie immer an Brad Pitt. Zwei andere meinten dann, sie auch und die anderen dachten bevorzugt an Johnny Depp, Leonardo DiCaprio und eine an ein italienisches Model, das in einer damals omnipräsenten Fernsehwerbung nackt aus den Wellen auftauchte.
Mein erster Freund wollte übrigens nicht,dass ich in die gemischte Sauna gehe, damit sich nicht irgendjemand beim Gedanken an meinen nackten Körper daheim einen runter holt… Ich konnte damals schon nicht nachvollziehen, worin er das Problem sah. Jeder darf doch phantasieren, was er mag, das hat ja nichts mit der realen Person zu tun, die er sich vorstellt. …“

“ … Das männliche Starren in der Werbung ist ein vergleichsweise gut untersuchtes Thema, und Werbung fällt einem eher als Film ein, wenn der Begriff genannt wird. Die Frau in der Werbung wird mehr als nur das angestarrte Objekt, sie wird zu dem, was gekauft und verkauft wird: „Die Botschaft jedoch war immer die gleiche: kaufe das Produkt, bekomme das Mädchen; oder kaufe das Produkt, um so zu werden wie das Mädchen um einen Mann zu kriegen“ mit anderen Worten: „‚Kauf das Image, ‚bekomme‘ die Frau“ (Wykes, p. 41). …“ | Aus: „Male Gaze“ ( 15. November 2012 ) | http://feminismus101.de/male-gaze/

Nachtrag / Notiz:

Aus: „Montage/av“ (04.02.1995): pdf/Quelle: https://mediarep.org/bitstream/handle/doc/1070/montage_AV_4_2_1995_Fernsehen.pdf?sequence=1&isAllowed=y

lemon / 27 November 2019 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #37… ]

Harlan Ellison
(Quelle: https://www.harlanellisonbooks.com/project/this-book-needs-no-introduction-by-harlan-ellison/)

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“ … »Es gibt unter Menschen immer und überall Dinge, nach denen im Normalfall nicht gefragt wird, weil das alle wissen oder zu wissen glauben, aber auf Nachfrage gar nicht sonderlich genau erklären können – in der Bundesrepublik Deutschland der Gegenwart, in der ich schreibe, wären das zum Beispiel ein ›Handy‹ (›everyday new technology‹) oder ein ›Verfassungsfeind‹ (›deeply embedded social ideology‹).« – Dietmar Dath …“ | https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/niegeschichte.html

// mp3: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2019/11/01/dietmar_dath_ueber_science_fiction_niegeschichte_drk_20191101_1405_7c3a7021.mp3

// via https://thgroh.blogspot.com/2019/11/niegeschichte-dietmar-dath-uber-science.html

lemon / 25 November 2019 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Religions-Setzbaukasten #3… ]

(469219) Kamoʻoalewa [ Simulierter Orbit von (469219) 2016 HO3 ] | https://de.wikipedia.org/wiki/(469219)_Kamo%CA%BBoalewa

Otto Wöhrbach (11.11.2019): “ … Vom Asteroiden Kamo´oalewa aus hätten Aliens die Erde gut im Blick – wenn es sie denn gibt. 2022 soll ihn eine chinesische Sonde erforschen. …“ | Aus: „Ein Felsbrocken, der immer nah bei der Erde bleibt Ist Kamo’oalewa ein Beobachtungsposten der Außerirdischen?“, Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wissen/ein-felsbrocken-der-immer-nah-bei-der-erde-bleibt-ist-kamooalewa-ein-beobachtungsposten-der-ausserirdischen/25211198.html

Rindenberg 11.11.2019, 09:59 Uhr: “ … “Manchmal glaube ich, der beste Beweis dafür, dass es anderswo im Weltall intelligentes Leben gibt, ist der, dass noch niemand versucht hat, Kontakt mit uns aufzunehmen.” (aus: Calvin & Hobbes) …“

Krotocker 11.11.2019, 11:56 Uhr: “ [Ein] Bekannter von mir behauptet das wir Menschen von Aliens abstammen und die Aliens demnächst die Erde besuchen werden. Der Mann ist nicht in Behandlung arbeitet als Küchenchef und hat eine Familie. Dann habe ich im letzten Jahr zwei Menschen kennen gelernt die allen ernstes behaupten das die Erde vielleicht ja doch eine Scheibe wäre. Auch Sie nicht in Behandlung und führen ansonsten ein normal geregeltes Leben. Sind das jetzt eher Ausnahmen [?]. …“

Babsack 11.11.2019, 12:10 Uhr: Antwort auf den Beitrag von Krotocker 11.11.2019, 11:56 Uhr: “ … „Sind das jetzt eher Ausnahmen.“ – Nein, Ausserirdische. …“

Flup 11.11.2019, 12:20 Uhr: Antwort auf den Beitrag von Krotocker 11.11.2019, 11:56 Uhr: “ … Natürlich ist die Erde eine Scheibe. Sie wird von vier Elefanten getragen, die auf dem Rücken einer Weltraumschildkröte durch das Weltall fliegt. Das kann jeder Atrozoologe bezeugen. Auch wissenschaftlich fundiert in den Scheibenwelt-Aufzeichnungen von Terry Pratchet dargelegt. Jetzt musste er allerdings wieder zurück auf seinen Planeten, weshalb er offiziell für tot erklärt wurde und deshalb für Rückfragen nicht mehr zur Verfügung steht. …“

Rotfahrer 11.11.2019, 13:23 Uhr: Antwort auf den Beitrag von Krotocker 11.11.2019, 11:56 Uhr: “ … Andere glauben hingegen an die unbefleckte Empfängnis.. jeder wie er möchte. Solange man andere in Frieden lässt. …“

Paul_Oppermann 11.11.2019, 20:17 Uhr: Antwort auf den Beitrag von Krotocker 11.11.2019, 11:56 Uhr: “ … Leben und leben lassen. Ein indischer Bekannter von mir glaubt fest daran, dass es im Hymalaja Samadi-Höhlen mit jahrtausendealten Überlebenden von Atlantis gibt, die dort im Samadi-Zustand wie versteinert vor sich hinwarten, zu einem gegebenen Zeitpunkt wieder ins aktive Leben zurück zu kehren. Warum nicht, klingt ja irgendwie auch vernünftig. Er meint auch, dass dieser Glaube in Indien ganz normal und verbreitet sei. Ich hatte das eher für ein Hindu-Ding gehalten, aber er ist Sikh und glaubt halt auch dran. Und weil er kein Spinner ist und ich ihm noch einen Gefallen schuldete glaube ich das jetzt auch. ;-) Warum allerdings diese elende Flach-Erde-Theorie derzeit so grassiert verstehe ich auch nicht. Gibt es heutzutage keinen Astronomie-Unterricht mehr? …“

gesundermenschenverstand 11.11.2019, 21:33 Uhr: “ … „…Vielleicht beobachten die Aliens den Blauen Planeten aber zunächst aus sicherer Entfernung und melden nach Hause, was sich auf ihm so tut.“ – Das ist außerirdischen auch dringend anzuraten!! Sich den reichen und mächtigen (teils schwer durchgeknallten) aus wirtschaft und politik des planeten erde anzuvertrauen, ist mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit gar keine gute idee. …“

lemon / 12 November 2019 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Realitaets.Tunnel, Visual.Notes / 0 Comments

[Mythen meiner Kindheit #10… ]

„Mein Luftkissenfahrzeug ist voller Aale.“

“ … Monty Python waren die psychedelische Revolution in der Geschichte der Komik. … Dieser realitätsaufweichende Impuls indes war nicht etwa drogeninduziert, sondern reines Kalkül. … “
Frank Schäfer (06.10.2004)

„… Am Sonntag, 5. Oktober 1969, zeigte die BBC im Abendprogramm die erste Episode einer Unterhaltungsserie, die das Comedy-Genre für immer verändern sollte: „Monty Python’s Flying Circus“ … Anders als konventionelle Komiker verzichteten die Pythons auf die obligatorische Pointe am Schluss und verknüpften die einzelnen Elemente mit surrealen Animationen und satirischen Songs zu einer Art absurden Bewusstseinsstrom. …“ | Aus: „Very British: Die Kultshow „Monty Python’s Flying Circus“ wird 50″ Uli Hesse (05.10.2019) | Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Very-British-Die-Kultshow-Monty-Python-s-Flying-Circus-wird-50-4542653.html

lemon / 5 Oktober 2019 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel, Visual.Notes / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #30… ]

Ariadne von Schirach (07.05.2019): “ … Die Idee, alles könne völlig aufgeräumt sein, ist eine wohltuende Fiktion. Wie ein gut gepackter Weekender, sehr instagramable. Nichts stört und man stört sich auch selber nicht. Ich habe auch solche Fantasien. Aber die Realität ist immer ein bisschen anders. … Wir brauchen keine neue Welt, sondern ein neues Bewusstsein der Welt. … Die poetische Revolution fordert den Einzelnen auf, seine Haltung zu den Dingen zu ändern. Sie beschreibt den Moment, wo ich aus dem Wetter da draußen mein Wetter mache. Oder aus einem Menschen, den ich nicht kenne, jemanden, den ich mag. Wenn die Ökonomisierung die Alchemie der Entfremdung ist, ist das Poetische eine Alchemie der Aneignung. …“ | https://taz.de/Ariadne-von-Schirach-ueber-Gesellschaft/!5589389/ | https://de.wikipedia.org/wiki/Ariadne_von_Schirach

lemon / 15 August 2019 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

lemon / 28 April 2019 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Der Eros des Schwierigen #1 … ]

Steve Wasserman (03.02.2015): “ … [Susan Sontag] war hungrig nach ästhetischem Vergnügen, wurde aber zugleich von der Last einer Moral heimgesucht, der rein ästhetische Genüsse als reiner Zeitvertreib gelten, für den man sich schuldig fühlen muss. Sie strengte sich gewaltig an, um sich von der erstickenden Enge dieser Tradition zu befreien. Sie ging sogar so weit, aus ihrer persönlichen Zwangslage ein allgemeines Leiden zu machen. Ihr Aufruf „Statt einer Hermeneutik brauchen wir eine Erotik der Kunst“, der letzte Satz ihres Essay „Gegen Interpretation“ von 1964 … Sie glaubte nicht, dass der erste Gedanke, den man hat, gleich der beste sei. Sie wusste, dass das, was mit Kulturkritik auf dem Spiel steht, nichts weniger als das Bild ist, das eine Gesellschaft von sich selbst hat. Und sie wusste, dass keine der aufregenden digitalen Neuerungen uns von der Notwendigkeit jener Strenge enthebt, die solch eine Abrechnung mit sich selbst ermöglicht. … „Wir leben in einer Kultur, in der auf der Suche nach einer radikalen Unschuld der Intelligenz jede Relevanz abgesprochen wird. Oder sie wird als Instrument von Autorität und Repression missbraucht. Meiner Ansicht nach ist nur einer Art der Intelligenz eine Verteidigung wert, die kritisch, dialektisch und skeptisch ist und Dinge nicht vereinfacht.“ Sie verfocht den Eros des Schwierigen. …“ | https://www.tagesspiegel.de/kultur/susan-sontag-revisited-sie-war-eine-getreue-anhaengerin-der-ernsthaftigkeit/11317032-3.html // https://de.wikipedia.org/wiki/Susan_Sontag

lemon / 15 Februar 2019 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #25… ]

In Frankreich bin ich viel bekannter als hier. Die müssen großartige Untertitel haben. (Woody Allen)

Dominik Kamalzadeh, DER STANDARD, 6.11.2013: “ … [ „Blue Jasmine“ ist ein großartiger Horrorfilm aus dem Hochkapitalismus (Wolfgang Höbel) … ] Mit der Wiederbegegnung von Jasmine und Ginger kommt es zum unvermeidlichen Culture-Clash … Natürlich ist der Blick der gefallenen Schwester auf die anspruchslosere, aber gutherzige Jüngere von viel Klassendünkel verstellt. Deren Männerwahl bringt Jasmine aus der Fassung. In ihren Augen nimmt sich Ginger damit alle Chancen. Dass sie sich allerdings selbst mit dem allergrößten Ekel (Alec Baldwin, mit großer Ungezwungenheit) abgegeben hat, blendet sie ganz aus. …“ | https://derstandard.at/1381370941804/Der-Schwindel-der-auf-den-Absturz-folgt | [Habe mir Blue Jasmine gestern angeschaut: … Konkreter kann man die Absurditäten des gegenwärtigen Zeitgeists fast nicht mehr herausarbeiten, Pippilotta Viktualia Langstrumpf – 9. November 2013, 23:34:30 ] // https://de.wikipedia.org/wiki/Blue_Jasmine

lemon / 12 Februar 2019 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Memento mori #6… ]

Germanbob #26 “ … Es ist unglaublich, wie selbstverständlich die Menschen um einen herum sind, bis sie plötzlich nicht mehr da sind. Heute ist es genau 6 Monate her, dass meine Freundin einen tödlichen Unfall hatte. In meinem Bekanntenkreis könnte ich mir die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, wenn ich sehe, wie die Menschen teilweise mit ihren Partnern umgehen. Vielleicht sollte man sich manchmal versuchen daran zu erinnern, was man an einem Menschen hat und ihm/ihr das zeigen. …“

Amalias deutsche Schwägerin #26.1 “ … Ihren Bekannten ist einfach nicht bewusst, dass sich von einer auf die andere Sekunde alles ändern kann …“

Renfrew #49 “ … Wie wohltuend es ist, in [ ] Kommentaren mal keine Häme, keine Schläge unter die Gürtellinie und keinen Zynismus zu lesen, sondern fast nur Verständnis, Empathie und Stille, die dem Unfassbaren seine Würde gibt. …“

Kommentare zu https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-03/trauerbewaeltigung-tod-freund-beziehung

lemon / 18 Januar 2019 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #24… ]

“ … Vor dem Religionsunterricht wurde [Arno Gruen] nach Hause entlassen. Sein Vater erklärte ihm, dass man zwischen Juden, Christen, Atheisten unterscheide, oft auch zwischen Deutschen und Franzosen. Arno antwortete erstaunt: „Ich dachte, wir sind alle Menschen.“ – Arno Gruen: dreizehnjährig …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Arno_Gruen

“ … Die meisten Verknüpfungen, die das Gehirn bzw. die Großhirnrinde (der Neokortex) herstellen, entstehen weitgehend vollautomatisch: Unser waches Bewußtsein ist daran kaum beteiligt, mit Ausnahme von Situationen, in denen wir ganz bewußt über unsere Assoziationen sinnieren und sie einer geflissentlichen Prüfung unterziehen. Da wir aber nur über einen einzigen Fokus verfügen – wir können nicht mehrere Gedanken oder innere Bilder gleichzeitig betrachten –, bleiben uns alle Assoziationen, die wir uns nicht bewußt machen, verborgen. So entstehen innere Widersprüche, die wir oft gar nicht bemerken, bis wir eines Tages mit ihnen konfrontiert werden, weil zwei konkurriende Gedanken unser Bewußtsein erreicht haben. Wenn wir z.B. einen Spielfilm im Fernsehen verfolgen, ist unser Fokus hauptsächlich auf die Handlung gerichtet. Mit Spannung verfolgen wir den Handlungsablauf, waren auf den nächsten Schock oder Kick und wirken äußerlich wie innerlich ziemlich erstarrt. Diese Erstarrung betrifft auch unsere Kritikfähigkeit in Bezug auf im Film quasi unterschwellig mitlaufende Botschaften. … Wer sich etwas eingehender mit Medientheorien befaßt hat, dem dürfte nicht entgangen sein, daß mediale Wiederholungen gewöhnlich die Wirkung haben, im Medienkonsumenten, der ihnen regelmäßig ausgesetzt ist, zur gefühlten Wahrheit zu werden. Als Wahrheit bezeichnet man einen Sinnzusammenhang im menschlichen Neokortex, der nicht mehr oder kaum noch bezweifelt wird, der im Grunde keinerlei nennenswerter Kritik im Zusammenhang seiner tatsächlichen Existenz ausgesetzt wird. Mit anderen Worten: Wahr ist für mich ein symbolisch codierter Sinnzusammenhang dann, wenn ich den entsprechenden Verknüpfungen absolut glaube, ohne mir bewußt zu sein, daß ich auch hier immer nur glaube. Dieser absolute Glaube ist nur deshalb möglich, weil wir alle gelernt haben, daß es sogenannte objektive Wahrheiten gäbe. Das Objektive ist laut Definition das, was auch ohne unsere Wahrnehmung angeblich existiert oder seinen Sinnzusammenhang auch ohne unsere Sinnlichkeit beibehält – auch das ein Glaube und letztlich eine Ideologie. … Sobald ich es versäume, bei der Aufnahme derartiger Symbolketten, die mir Sinnzusammenhänge, noch dazu in penetranter Wiederholung zu vermitteln suchen, meine Kritik und meine Hellhörigkeit zu vernachlässigen, bin ich den vermittelten Falschaussagen gnadenlos ausgeliefert, weil ich es gar nicht erst mitbekomme, wie man mich verarscht. Kritik und Hellhörigkeit beim Aufnehmen medialer Inhalte sind nichts anderes als die aktive Beteiligung meines wachen Bewußtseins bei der medialen Rezeption. Wenn ich dagegen die Zeitung oder einen Artikel im Internet so lese, als würde ich ein Unterhaltungsbuch lesen, dann entgehen mir die Manipulationsversuche. Die Folge davon wäre dann die unbewußte Produktion von Sinnzusammenhängen, die sich an meiner Kritik vorbeigeschlichen und in meinem Gedächtnis eingegraben haben. Werden diese Fremdkörper, die als Verknüpfungen in meinem Neokortex darauf warten, aktiviert zu werden, nun abgerufen, stellen sie etwas bereit, das ich nicht willentlich autorisiert habe. Es ist in etwa so, wenn ich ein Fremdwort lese, das ich noch nicht kenne, und dann bei Wikipedia nachschlage, wo mir eine bereits komplett durchmanipulierte und oft gegen meine eigenen Interessen gerichtete Definition gegeben wird. Wenn ich zudem nicht über die Manipulation in der Wikipedia informiert bin und diesem Medium daher Vertrauen entgegenbringe, übernehme ich diese Definition vollkommen kritiklos. … Die menschliche Verblödung hat nicht erst in neuester Zeit begonnen, sondern stellt einen bereits Jahrtausende anhaltenden Prozeß dar, der aber seit der Zeit der Massenmedien so richtig an Fahrt aufgenommen hat. Davor war in Europa die Römisch-Katholische Kirche weitgehend allein für die Verblödung der Massen verantwortlich. In der Inquisition hatte die Kirche ihren Höhepunkt erreicht, die Psychiatrie ist der direkte Nachkomme der Inquisition. Die Kirche als bisherige Verwaltung der Massenverblödung wurde durch die Zeitungen nach und nach abgelöst. Im 20. Jahrhundert wurden erst das Radio und kurz darauf der Fernseher erfunden, die nun als Hauptverwalter der massenmedialen Verblödung dienen. Nicht unerwähnt bleiben sollen die staatlichen Schulen, die einst dem einzigen Zweck dienten, folgsames Kanonenfutter für die zahllosen Söldnerheere herzustellen. Bildung im Sinne der Aufklärung war nicht nur ausgeklammert, sondern ausdrücklich nicht erwünscht. Ein Soldat mit humanistischer Bildung ist ansich schon fast unvorstellbar; gäbe es ihn, würde er wohl den Gehorsam verweigern. …“ | Aus: „Verklammerung = medial erzwungene Assoziation“ Irwisch (09.12.2018) | https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Dissensmanagement-durch-Zersetzung-und-Spaltung/Verklammerung-medial-erzwungene-Assoziation/posting-33565468/show/

“ … Heute sind es industrialisierte und zusehends miteinander vernetzte Metamaschinen wie Medien, Mode oder Pop, die auch Subversion und Ironie als Produktinnovation à la „Die Simpsons“ frei Haus liefern.
Für Metz/Seeßlen gibt es kein kluges Leben im blöden. Das beweist schon ihr Rekurs auf das kluge Sich-blöd-Stellen und das dumme Sich-klug-Stellen der Schildbürger im Lalebuch aus dem 16. Jahrhundert. … Zugleich [geht es] auch [um] eine Geschichte der Selbstermächtigung der Deklassierten, die es linken Intellektuellen ohne Elitendünkel verunmöglicht, das Begehren nach Verblödung moralisch zu verdammen. … “ | Thomas Edlinger zu „Blödmaschinen“ von Markus Metz, Georg Seeßlen (FALTER 22/2011) | https://www.falter.at/falter/rezensionen/buch/382/9783518126097/blodmaschinen

Jürgen Nielsen-Sikora (2011): “ … Die Ökonomie, schrieb Guy Debord in der »Gesellschaft des Spektakels« 1967, verwandle die Welt in eine Welt der Ökonomie; in eine Welt der Pseudoereignisse und Dramatisierungen, in der das Bewusstsein immer zu spät komme. Diese Welt wird inzwischen von glücklichen Narren bewohnt, die ohne Sinn für Geschichte dahinleben. Alte Wahrheiten entdecken sie auf diese Weise immer wieder neu. Sie werden in Tortengrafiken aufbereitet, in tabellarische Halbsätze gezwängt oder als wortlose Statistik präsentiert. Mit Hilfe von Vokabeln wie Story-telling und Rocket Science lässt sich fast zweieinhalb tausend Jahre nach Aristoteles konstatieren, der Mensch sei eigentlich ein soziales Wesen. … Der Klügste in unserem Zeitalter der Posthumanität sei, so Metz und Seeßlen wohl mit einem Blick auf Facebook und Co., wer die meisten Dummen um sich herum versammle. … Volksmusiksendungen, dieser Mischmach aus »Nuttigkeit und regressiver Obszönität« ist das Pendant im TV. Lang lebe auch der Gott der Unterhaltung, die Wiederholung (in Form der Serie, des Remake und des Remix), die erst dazu führt, dass die Dinge wirklich wahr werden: Das Wuchern der Ein-Euro-Läden, der Stumpfsinn der Talentsuchsendungen, das ganze Bologna-Entertainment an den Unis, die durch Studiengebühren zum Bildungsbordell geworden sind, das elende Schauspiel der Demokratie, die Soap, die Modenschau, der Comedy-Quatsch, die Aufwertung der Dingwelt bei gleichzeitiger Abwertung der Menschenwürde, die Kleiderhöllen und die Trostlosigkeit der Industriegebiete, die als Traumschiff getarnten Verblödungsreisen, das »Totarbeiten als Extremsport der Mittelschicht«, das zunehmende Management des Irrsinns, Politik als Karneval, die Discounter-Diktatur, die Strafverfolgungspornografie à la Aktenzeichen XY und schließlich die »Boulevardisierung der Weltkatastrophe« (Fukushima) zeugen davon, so Metz und Seeßlen, dass die Blödmaschinen einwandfrei funktionieren während Kassandra sich zu Tode plappert. …“ | http://www.glanzundelend.de/Artikel/abc/m/metz_seesslen.htm

lemon / 9 Dezember 2018 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

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