Author Topic: [Aspekte zum Journalismus... ]  (Read 17950 times)

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[Danke für die exakte Beschreibung des Vorfalls... ]
« Reply #15 on: June 12, 2012, 10:52:11 AM »
Quote
[...] Kasidiaris hatte in dem Fernsehstudio ein Wasserglas auf die Abgeordnete Rena Dourou vom Linksbündnis Syriza geschleudert und dann die Kommunistin Liana Kanelli drei Mal ins Gesicht geschlagen. ...

Quote
   ruben skalerer
    11.06.2012 um 19:14 Uhr

Liana Kanelli Mitschuld und der Unterschied zwischen Wasser und einem Wasserglas
..
siehe: http://www.youtube.com/watch?v=yGMNAFpa8wY

Ilias Kasidiaris ist ein bedauerungswetes Subjekt, aber der Reihe nach:

Rena Dourou beleidigt Ilias Kasidiaris
Ilias Kasidiaris schüttete daraufhin in aggressiver Weise das Wasser seines Wasserglases auf Rena Dourou aber wie falsch im Artikel behauptet warf er eben NICHT "ein Wasserglas auf die Abgeordnete Rena Dourou vom Linksbündnis Syriza geschleudert" er behielt das Wasserglas in der Hand.

Liana Kanelli bewirft in dieser aggressiven Stimmung Ilias Kasidiaris mit einem Papierstapel

Ilias Kasidiaris ohrfeigt Liana Kanelli zweimal mit der rechten Hand und schlägt sie wahrscheinlich mit der Faust der linken Hand

Eine Falschaussage und die Auslassung einer Provokation, damit ist der Gerechtigkeit wenig gedient, zumal sein Handeln für sich spricht.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-06/griechenland-?commentstart=1#cid-2116416



Quote
   Kohlmeise
    11.06.2012 um 19:29 Uhr

Danke für die exakte Beschreibung des Vorfalls.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-06/griechenland-?commentstart=1#cid-2116434


Quote
    kenwhitestone
    11.06.2012 um 19:57 Uhr

Peinliches Niveau

... Das Handeln dieses Herren spricht eindeutig für sich aber der Text ist wohl die schlechteste Beschreibung des Vorfalls die man sich denken kann. Es ist reinstes Bildzeitungsniveau offensichtlich falsche Aussagen zu machen um den Artikel reißerischer erscheinen zu lassen. Ich hoffe die zeit kehrt wieder zu einem einigermaßen seriößerem Journalismus zurück. ...

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-06/griechenland-?commentstart=9#cid-2116498





Aus: "Prügelnder Nazi-Abgeordneter verklagt seine Opfer" ZEIT ONLINE, AFP, dpa (11.06.2012)
Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-06/griechenland-

« Last Edit: June 12, 2012, 10:57:34 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Die Regie spielt falsch... ]
« Reply #16 on: June 17, 2012, 09:59:32 AM »
Quote
[...]Timeeeeeee, 17. Juni 2012 00:24
Ganz toll ist es Bus zu fahren, wenn die deutsche Mannschaft in der EM spielt.
Denn dann sind die Busse so schön leer. ;)


http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Ganz-toll-ist-es-Bus-zu-fahren-wenn-die-deutsche-Mannschaft-in-der-EM-spielt/forum-231135/msg-21985048/read/

-.-

Quote
[...] Mit einschläfernden Dialogen und begütigenden Bildern verstellen ARD und ZDF bei der EM den Blick auf Europa. Ihre Programmpolitik ist das reinste Ablenkungsmanöver von den dramatischen politischen Vorgängen.

Von einer Zensur würde Dieter Gruschwitz nicht sprechen. Der ZDF-Sportchef hätte gut auch formulieren können „würde ich lieber nicht sprechen“, das entspräche der Sachlage mehr. Denn Gruschwitz möchte Zensur nicht nennen, was eine ist. Die Fußballbilder, die uns aus Polen und der Ukraine erreichen, sind, sagen wir einmal: stark bearbeitet. Als die Abgeordneten der Grünen Rebecca Harms und Werner Schulz in Charkiw vor dem Spiel Deutschlands gegen die Niederlande ein Transparent hochhielten, das Fairplay auch in der Politik forderte, wurde das nicht gezeigt.

Auch nicht gezeigt wurde der kroatische Flitzer, der im Spiel gegen Irland den kroatischen Trainer Bilic herzte. Ebenfalls nicht gezeigt werden auf Geheiß der Uefa leere Ränge oder leere Ehrenplätze. Dafür endlos Fans, die sich selbst auf dem Videowürfel im Stadion sehen und das klasse finden: Jubel über Bilder, der zu Jubelbildern verarbeitet wird, reflexive Nullinformation. Im Spiel der Deutschen gegen die Niederlande wiederum wurde während der ersten Halbzeit eine Szene eingeblendet, die vor dem Anpfiff stattgefunden hatte: Joachim Löws spitzbübischer Durchschubser bei einem Balljungen. Eine im Auftrag des Ausrichters agierende Produktionsfirma wählt diese Bilder aus und legt auch bei den Spielszenen fest, was wann wie gezeigt und wie oft wiederholt wird. Vielleicht haben wir ja bald auch Bilder jubelnder Politiker, die gar nicht im Stadion waren?

ARD und ZDF ist es zwar erlaubt, eigene Kameras in den Stadien einzusetzen. Die werden jedoch für die Spielberichterstattung praktisch nicht genutzt, sondern sind für die Kommentatoren da und für jene völlig sinnlosen Kurzgespräche mit erschöpften Spielern, die zutage fördern, dass sich die Sieger freuen und die Verlierer nicht. Die Impertinenz, mit der auf Athleten eingedrungen wird, um sich das Allerselbstverständlichste von ihnen noch einmal aufsagen zu lassen, als seien sie so eine Art menschliche Duftspender, streift die Würdeverletzung.

Dass die ARD- und ZDF-Verantwortlichen mit all dem rundum zufrieden sind, passt in ihr Selbstverständnis, das kein journalistisches ist. Am deutlichsten zeigt sich das beim ZDF, das in Usedom einen Fußballstrand aufgebaut hat, von dem aus das EM-Geschehen peinlich - „Coole Stimmung, Olli?“ „So muss es sein“ - nachbuchstabiert wird. Um die pseudokennerschaftlichen, meist unfreiwillig komischen Mitteilungen Oliver Kahns - „glasklares 2:1“ - auszustrahlen, hätte man genauso gut auch auf dem Mainzer Lerchenberg bleiben können.

Die Begründung, bei der Wahl eines Orts nahe der polnischen Grenze sei es „neben dem Urlaubsfeeling“, wie Chefredakteur Peter Frey wissen ließ, auch um „eine politische Botschaft“ gegangen, ist ein schönes Dokument der Verblödungsbereitschaft dieser Art Medienfunktionäre. Sie halten ihr Publikum für so dumm, dass es ihnen Synthesen aus Urlaubsfeeling und politischer Symbolik abnimmt, während der Stopp vor der Grenze in Wahrheit die Sorge mitteilt, auf der anderen Seite zu wenig Jubeldeutsche im Bild zu haben.

Dabei ist es nicht der oft beklagte Mangel an emotionaler Nähe zum Geschehen in den Stadien, der die Heringsdorfer Strandkorbperspektive so sinnwidrig macht. Sondern, dass man überhaupt nichts anderes als atmosphärische Durchlauferhitzung im Kopf - oder wo immer Sendeplanung stattfindet - hat und dann nicht einmal diese hinbekommt. Erst ist man gegenüber dem Fußball, der Getue gar nicht nötig hat, zu Sachlichkeit unfähig, dann sogar zu deren Gegenteil. Wozu also überhaupt, fragt sich der Zuschauer, der die Summen ahnt, die das ZDF für solches Unvermögen ausgibt. „Dafür wirst du bezahlt“, meinte Frau Müller-Hohenstein vorgestern zu ihrem „Olli“. Können wir die Erläuterung, wofür genau er und sie und die ganze Bespaßungsabteilung bezahlt werden, noch einmal bekommen?

Währenddessen in Athen - so darf man fortsetzen. Denn für den Sonntag, wenn dort Wahlen sind, die für ganz Europa Folgen haben, planen die öffentlich-rechtlichen Sender, das sind die mit dem Kirchhofschen zwangsgebührenbegründenden Gesamtdiskursauftrag, für die Zeit nach 20Uhr folgende Beiträge: Erst Deutschlanddänemark und „Traumschiff“, gefolgt von „Kreuzfahrt ins Glück“ und Hollandportugal, dann „Waldis Club“ und „Mysteriöse Kriminalfälle der Geschichte“. Na, klar, auch beim ZDF will man den Kollegen von der Urlaubsfeelingsproduktion nicht unnötig durch Sendungen über die dramatischsten polit-ökonomischen Vorgänge der vergangenen zwanzig Jahre Konkurrenz machen. Als Restmenge der Vorrundenbegeisterten treten nur tourismusbegeisterte Ruheständler ins Bewusstsein. Medienhistoriker werden eventuell einst festhalten dürfen, dass knapp die Hälfte der deutschen Wahlberechtigten im geistigen Urlaub war, als Europa zerbrach.

Wer könnte insofern Verschwörungstheoretikern und Anhängern der These vom Massenbetrug durch Kulturindustrie leicht widersprechen, wenn sie argwöhnten, die ganze EM diene einer Ablenkung von der Brüsseler Umstellung auf Demokratur? Das Fernsehen jedenfalls verhält sich so, als sei das so und dies sein erwünschter Beitrag.


Aus: "Die Regie spielt falsch" Von Jürgen Kaube (15.06.2012)
Quelle: http://m.faz.net/aktuell/feuilleton/die-em-im-fernsehen-die-regie-spielt-falsch-11787080.html


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[Zum politischen Sprachrohr... ]
« Reply #17 on: June 20, 2012, 09:34:54 AM »
Quote
[...] Der Sender wurde nach und nach zum politischen Sprachrohr der Landesregierung. „Umfragen zeigen, das sieben von zehn Madridern der Meinung sind, es handle sich um einen parteiischen Sender“, beschwert sich die UGT.

...


Aus: "In Massen entlassen" von Reiner Wandler (19.06.2012)
Quelle: https://www.taz.de/Spanische-Medien/!95670/


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[In den Medien wurde fast durchweg vermutet... ]
« Reply #18 on: August 26, 2012, 11:59:50 AM »
Quote
[...] In den Medien wurde fast durchweg vermutet, die Täter seien türkische Kriminelle. Die Bild-Zeitung kolportierte zum Beispiel am 15. April 2006, es gebe „vier heiße Spuren: […] Drogenmafia, organisierte Kriminalität, Schutzgeld, Geldwäsche“. Am 30. Mai 2006 schrieb das Hamburger Abendblatt: „Die schwer durchdringbare Parallelwelt der Türken schützt die Killer“.[45] Am 1. August 2007 strahlte das ZDF innerhalb seiner Reihe Der Fall die Dokumentation Jagd nach dem Phantom von Sybille Bassler über die Mordserie aus. Wiederholt griff die Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst die Serienmorde auf. So mutmaßte Moderator Rudi Cerne am 3. August 2006, die Ermordeten seien selbst in kriminelle Geschäfte verwickelt und daher Auftragskillern der organisierten Kriminalität zum Opfer gefallen. Am 10. März 2010 wurde über die Besonderheiten der Tatwaffe berichtet und, dass diese Sonderanfertigung der Česká 83 bis auf acht Exemplare eingegrenzt werden konnte. Deren Besitzer wurden aufgerufen, sich zu melden.

Auch der Bayerische Rundfunk widmete sich im Rahmen des ARD-Radiofeatures unter dem Titel Auf der Suche nach dem „Dönerkiller“, Autoren Oliver Bendixen und Matthias Fink, im April 2010 der Mordserie. In dieser Sendung wird durch Interviewausschnitte von Angehörigen der Mordopfer und beteiligten Polizeibeamten detailliert aufgearbeitet, wie die Ermittlungen verliefen und dass die verschiedenen verfolgten Thesen und die Untersuchungen im Umfeld der Opfer zu keinerlei Ergebnis führten, auch nach der Ausschreibung einer Belohnung von 300.000 Euro nicht. Das Feature endet mit der Feststellung: „Vielleicht wissen sie ja tatsächlich nichts zu sagen. Weil es nichts zu wissen gibt.“  [4] ...


... Am 17. Januar 2012 wählte die Jury der Sprachkritiker aus der Gesellschaft für deutsche Sprache den Begriff „Döner-Morde“, der von den Medien bis zum November 2011 maßgeblich für die Mordserie verwendet wurde, zum Unwort des Jahres 2011: [56]

    „Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechts-terroristischen Mordserie würden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und die Opfer selbst in höchstem Maße diskriminiert, indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert werden […]. Der Ausdruck stehe prototypisch dafür, dass die politische Dimension der Mordserie jahrelang verkannt oder willentlich ignoriert wurde. [57]“


...


Aus: "Neonazi-Mordserie"
Herausgeber: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
Autor(en): Wikipedia-Autoren, siehe Versionsgeschichte
Datum der letzten Bearbeitung: 20. August 2012, 16:44 UTC
Versions-ID der Seite: 107035937
Permanentlink: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Neonazi-Mordserie&oldid=107035937
Datum des Abrufs: 26. August 2012, 09:58 UTC

http://de.wikipedia.org/wiki/Neonazi-Mordserie

« Last Edit: September 02, 2012, 11:31:13 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Ist das die offizielle Sprachregelung?... ]
« Reply #19 on: September 02, 2012, 11:40:22 AM »
Quote
[...]  NSU-Mordserie Verfassungsschutz war angeblich seit 2003 über Terrorgruppe informiert. Gab es bei den Ermittlungen gegen die rechtsextreme Terrorgruppe noch mehr Pannen? ...

Quote
    y4rx
    01.09.2012 um 11:17 Uhr

"Pannen"?

Ist das die offizielle Sprachregelung? Für mich sieht das immer mehr nach Methode aus.



Aus: "NSU-Mordserie Verfassungsschutz war angeblich seit 2003 über Terrorgruppe informiert" (01.09.2012)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-09/nsu-terror-verfassungsschutz

-.-

Bodo Ramelow über NSU-Pannen im Fall Sven T.
www.spiegel.de › Politik › Deutschland › Zwickauer Terrorzelle

Lehren aus NSU-Pannen: Regierung will Verfassungsschutz massiv ...
www.stern.de/.../lehren-aus-nsu-pannen-regierung-will-verfassungssc...

Nach Pannen bei NSU-Ermittlungen - Verfassungsschutzpräsident ...
www.sueddeutsche.de/.../nach-pannen-bei-nsu-ermittlungen-...

Neonazi-Mordserie: NSU-Panne – Verfassungsschutz vernichtete ...
www.morgenpost.de/.../NSU-Panne-Verfassungsschutz-vernichtete-A...

NSU-Ausschuss: Kölner Pannen machen Abgeordnete fassungslos ...
tagesschau.de/inland/nsu-untersuchungsausschuss100.html

Nach Pannen bei den NSU-Ermittlungen: Verfassungsschutz ...
www.tagesspiegel.de/politik/nach-pannen...nsu...-/6823222.html


Nach NSU-Pannen: Koalition streitet über Verfassungsschutz ...
www.handelsblatt.com/politik/.../nach-nsu-pannen.../6880526.html

Konsequenzen aus NSU Ermittlungs-Pannen: Friedrich entlässt ...
www.fr-online.de/.../konsequenzen-aus-nsu-ermittlungs-pannen-fried...

Nach Pannenserie gegen NSU: Verfassungsschutz unter Druck - n ...
www.n-tv.de/.../Verfassungsschutz-unter-Druck-article6730121.html

Pannen bei NSU-Ermittlungen: Sachsens Verfassungsschutz-Chef ...
www.focus.de/.../pannen-bei-nsu-ermittlungen-sachsens-verfassungss...

-.-

"Pannen bei Aufklärung der NSU-Verbrechen Männer in der Burka"
20.07.2012, 19:23, Ein Kommentar von Heribert Prantl
Soll man lachen oder weinen? Bei der Aufklärung der NSU-Verbrechen passieren so viele Pannen, dass es immer schwerer fällt, an bloße Schlamperei zu glauben. Beim Verfassungsschutz besteht inzwischen Verdunkelungsgefahr. ...
http://www.sueddeutsche.de/politik/pannen-bei-aufklaerung-der-nsu-verbrechen-maenner-in-der-burka-1.1418536


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[Die Archivare entscheiden normalerweise... ]
« Reply #20 on: November 14, 2012, 02:59:21 PM »
Quote
[...] Die Berliner Verfassungsschutz-Chefin Claudia Schmid tritt zurück. Sie zieht damit die Konsequenzen aus dem Skandal um die Vernichtung von Akten zum Rechtsextremismus, die möglicherweise auch einen Bezug zur rechten Terrorzelle NSU hatten.

... Doch auch Henkel musste sich in dem Fall von der Opposition kritisieren lassen. Er hatte von der Aktenvernichtung bereits am 15. Oktober erfahren, die Information jedoch zurückgehalten, weil er den Vorgang nach eigenen Angaben zunächst prüfen wollte.

Am Dienstag hatte Claudia Schmid einen weiteren Fall von rechtswidriger Aktenvernichtung in ihrer Behörde einräumen müssen. Im Juli 2010 seien Unterlagen zum Rechtsextremismus geschreddert worden, sagte Schmid in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Es habe sich um Akten über die rechtsextreme Organisation "Blood & Honour" gehandelt, die seit dem Jahr 2000 verboten ist.

Schmid bestätigte damit einen Bericht der Bild-Zeitung. Das Blatt hatte sich in seinem Bericht auf die Innenverwaltung bezogen. Demnach sollen die vernichteten Akten entgegen den Vorschriften nicht zunächst dem Landesarchiv vorgelegt worden sein. Die Archivare entscheiden normalerweise, welche Unterlagen aufbewahrt werden sollen und welche vernichtet werden dürfen.

Wie Bild berichtete, könnten die Akten für die Ermittlungen zur rechten Terrorzelle NSU relevant gewesen sein. Schmid ging dagegen nicht von einem Bezug des Materials zu dem Neonazi-Trio aus. Wann genau die Akten zerstört wurden und wer dies im Juli 2010 anordnete, konnte sie nicht sagen.

...

Quote
rumburak2006 vor 1 Stunde

Faire Sache, wenn Bürger eine Rechnung nicht aufbewahrt wird er ggf vom Finanzamt vernichtet und darf danach vor Gericht und dann in die Gosse.

Wenn es um Steuerhinterziehung (Zumwinckel), Bestechung (Max Strauß Festplatte) oder Begünstigung von Terroristen geht, wird immer "versehentlich" oder "unerklärlicherweise" oder "bestürzend" ein "kleiner" Fehler gemacht.

Wer soll diese Geschichten eigentlich noch glauben?

Bloss weil unsere gleichgeschaltete Presse nicht die Eier hat diese Staatsfeinde immer und richtig öffentlich zu grillen?





Aus: "Berliner Verfassungsschutz-Chefin tritt zurück" (14.11.2012)
Quelle: www.sueddeutsche.de/politik/skandal-um-geschredderte-rechtsextremismus-akten-berliner-verfassungsschutz-chefin-tritt-zurueck-1.1522880


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[Die Zeitung ist tot. Es lebe die Zeitung... ]
« Reply #21 on: November 29, 2012, 12:06:49 PM »
Quote
[...] Der Fall der Frankfurter Rundschau macht es noch einmal besonders augenfällig: Die bürgerliche Zeitung im Allgemeinen, und diejenige, die eine dezidierte, gar linke Position vertritt, ist ein verschwindendes Kulturgut.

... Die bürgerliche Zeitung als Instrument der Verteidigung der bürgerlichen Kultur konnte nur scheitern, weil sie blind gegenüber der Gefährdung und Auflösung dieser Kultur war. Sie scheiterte aber vielleicht noch mehr an ihren Anpassungsbemühungen. Ein wenig mehr Bilder, und dann noch mehr Bilder. Kürzere Texte, und bitte nicht mehr so gebüldet. Boulevardisierung. Und vor allem: alles in die Mitte.

Der politische Distinktionsgewinn wurde nach und nach so bescheiden wie die durch die Zeitung beförderte Fähigkeit der kritischen Selbstvergewisserung. Die Dynamik überrannte den Text; eine bürgerliche Zeitung nimmt die chaotische Welt nicht mehr in ihrer Ordnung auf, sie läuft der chaotischen Welt und ihren Fragmentierungen hinterher. In ihrer politischen Ökonomie kann sich die bürgerliche Zeitung heute keine dezidierte Position erlauben, doch wenn in allen mehr oder weniger dasselbe steht, oft von denselben Autoren verfasst, wenn man sich in Layout, Themenwahl und Textstil ängstlich anpasst, als wäre jeder Fehlversuch schlimmer als der Verlust von Neugierde und Originalität, dann verliert die bürgerliche Zeitung das, wozu sie für eine damals mehr oder weniger fortschrittliche Klasse und ihre Kultur geschaffen wurde: das Selbstbewusstsein.

Die bürgerliche Zeitung war das Medium, in dem das prekäre Bewusstsein der Klasse zum Selbstbewusstsein des Einzelnen wurde. Es ist leicht, jetzt, wo sie untergeht, der bürgerlichen Zeitung nachzutrauern, als hätten wir sie immer furchtbar lieb gehabt. Das haben wir nicht. Denn die bürgerliche Zeitung war immer auch ein Instrument der Macht. Sie beförderte, selbst in ihren netteren Exemplaren, immer auch Arroganz, Eitelkeit und Bosheit dieser Klasse. Die alten Tanten konnten sehr bösartig sein. Wenn nun die bürgerlichen Zeitungen untergehen, dann nicht allein, weil ihnen die Leser verloren gehen, die sich Information und möglicherweise auch Ordnungen, Fortschritt, Selbstbewusstsein, Alltagsritual woanders holen, sondern auch, weil die Macht ihrer nicht mehr bedarf. Die ökonomische Macht (die rücksichtsloseste von allen) wandte sich als erste von ihnen ab, es folgte die politische (wozu die bürgerliche Zeitung, wenn in einer TV-Talkshow Politik und Öffentlichkeit geschmeidiger verbunden werden können), schließlich die kulturelle (die mit ein wenig Nostalgie am Salon der alten Tanten verweilte).

Die postbürgerliche Gesellschaft mag sich bürgerliche Zeitungen einfach nicht mehr leisten. Sie halten die neue Art von Fortschritt, der nicht ohne kulturellen Rückbau zu haben ist, nur auf; nennenswerter Widerstand ist aber auch nicht von ihnen zu erwarten. Daher sind sie weder für die Protagonisten noch für die Kritiker von Neoliberalismus und Postdemokratie von größerem Interesse.

... Die bürgerliche Zeitung als Luxus von Aufklärung und Kritik in der Zeit der Anti-Aufklärung, als eine Kulturtechnik, die man nicht verschwinden lassen möchte, auch wenn sie auf dem Markt, der schon beinahe alles regeln soll, nicht mehr standhalten kann, wird vom Medium selbst zerstört. In ihren Überlebenskämpfen auf dem Markt gibt die bürgerliche Zeitung nach und nach preis, wozu sie geschaffen wurde und warum man sie möglicherweise immer noch, vielleicht sogar dringender denn je gebrauchen könnte. Wir sehen zu, wie die Zeitungen von dem Markt verschlungen werden, der sie hervorbrachte. Wir sehen aber auch dem kollektiven Selbstmord der verbliebenen Protagonisten eines Mediums zu.

Sagen wir es, wie es ist: Die bürgerliche Zeitung ist (noch) nicht schlecht genug, um im allgemeinen Medienmix aufgelöst zu werden, sie ist aber auch längst nicht mehr gut genug, um als kultiviertes Kommunikationsinstrument zu überleben. Was uns bleibt, ist die Rettung eines Forums für Kritik und Diskurs, das ein paar gute Eigenschaften hat, die kein anderes Medium bieten kann. Die Zeitung ist tot. Es lebe die Zeitung.

...


Aus: "Alles in die Mitte" Georg Seeßlen (21.11.2012)
Quelle: https://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&dig=2012/11/21/a0106


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[Natürlich haben wir eine höhere Glaubwürdigkeit... ]
« Reply #22 on: December 17, 2012, 11:49:58 AM »
Quote
[...] ZEIT: Sind Sie ein Profiteur der Krise?

Müller: Natürlich haben wir eine höhere Glaubwürdigkeit, weil unser Haus bewiesen hat, aus Überzeugung zu handeln. Mancher unserer Kunden hätte uns vor fünf Jahren vielleicht als langweilig abgetan. Heute empfindet er das als einen Wert. Auch wir müssen die verschärfte Regulierung aushalten, das ist unerfreulich und kostenintensiv.

...

Quote
   vroomfondel
    17.12.2012 um 11:34 Uhr

Was ist das Motiv für diesen Artikel? Kommt der Ansatz so aus der Ecke:
"So jetzt zeigen wir euch mal eine richtige Bank"

- als Kontrastprogramm zu den Verfehlungen, der (ehemaligen) deutschen Vorzeigebank, die in den letzten Tagen aufgeflogen sind?

Sehr ungewöhnliche Art für Meinungs-oder Stimmungsausgleich zu sorgen. Passiert das in anderen Ressorts auch?



Aus: "Privatbank Metzler "Schlicht Nein sagen""  Von Arne Storn | Claas Tatje (DIE ZEIT, 6.12.2012 Nr. 50)
Quelle: http://www.zeit.de/2012/50/Privatbank-Metzler-Mueller-Anlagestrategie/seite-2

-.-

Quote
[...] Das Universitätsstudium barg ihm zu wenig »innere Selbstbegegnung«, wie er sagt. Also verließ er die Universität. »Ich bin da nicht gescheitert, ich bin da ausgestiegen, weil die Universitäten vor meinem inneren Blick gescheitert sind.«

Nach dem Abbruch, der kein Scheitern gewesen sein soll, finanzierte er sein Leben mit Nachtwachen im Krankenhaus.

Quote
    Finite_Incantatem
    14.12.2012 um 1:34 Uhr

Der Artikel ist nur scheinbar objektiv:

Auch die Reihenfolge - und natürlich Auswahl! - der "sachlich" aneinandergereihten "Tatsachen" hat eine unentrinnbare suggestive Wirkung!
"Boes hatte damals bereits einen Sohn mit einer anderen Frau, die von ihm Unterhalt für das gemeinsame Kind verlangte, aber er fühlte sich in dieser Sache vor allem vom Jugendamt verfolgt. Alles Mögliche habe das Amt von ihm verlangt, auch, dass er wieder arbeite. Boes aber fand es wichtiger, die kranke Mutter seines zweiten Kindes zu versorgen."
Das ist echt der Gipfel: Eine MORALISCHE Erwägung wie eine NEIGUNGS-basierte Präferenz darzustellen -!!! Aber klar: Jemandem mit so einem unmoralischen Lotterleben (Studienabbrecher! Kommune I !! ) braucht man natürlich keine edleren ("ethisch hochstehenden") Motive zu unterstellen ...-! WIDERLICH!!!



Quote
    Finite_Incantatem
    14.12.2012 um 1:43 Uhr

BILD macht es übrigens genauso:

Das Anliegen wird diskreditiert, indem v. a. die sittliche Integrität der Person in Frage gestellt und ihre intellektuelle Urteilsfähigkeit - sowie die Fähigkeit zur Selbstreflexion - in Zweifel gezogen wird: Das Portrait im ersten Absatz liest sich wie die Beschreibung eines sich in Psychologischer "Betreuung" befindlichen Retardierten: "»Hammer« ist alles für ihn, was gut ist: sein Durchhaltevermögen beim Hungern, seine Unterstützer, neue Ideen. Boes sagt ziemlich oft »Hammer«."
Das ist eine Überheblichkeit und eigentlich schon fast wieder lächerliche Anmaßung, die allerdings geeignet ist, mindestens die professionelle Integrität des Autors in Frage zu stellen!!
"In diesen Briefen drückt er seine Rechtsauffassung aus, sie sind Dokumente und Beweis seiner Querulanz."
Was für eine Unverschämtheit!!!


Quote
    Suedelbien
    14.12.2012 um 11:56 Uhr

Alarmierend

Was mich wirklich ärgert an solchen Artikeln ist nicht nur die subtile Meinungsmache (schlimm genug!), sondern dass die Autoren und Redaktionen ganz offensichtlich davon ausgehen, dass sie bei uns Lesern funktioniert. Sie funktioniert aber nicht, denn wir durchschauen das! Auch wenn viele keine Worte finden angesichts dieser unterschwelligen Unterstellungen und Abwertungen (es ist schwer, da Worte zu finden, ich selbst fand zuerst auch keine, sondern habe nur fassungslos den Kopf geschüttelt), so spüren doch die meisten, was die wahre Botschaft dieses Artikels ist: Die Sozialschmarotzerkeule und nichts anderes. Ich kann mich da nur meinen Vorrednern anschliessen, Bild macht es genau so, aber bei Bild ist auch nichts anderes zu erwarten. Von diesem Blatt allerdings habe ich das nicht erwartet. Ich halte das für ein ganz schlechtes und alarmierendes Zeichen.


Quote
[ Boes'Admin sagt:ZEIT-Artikel online,was eine journalistische Grütze!3 Std. bestes Interview mit Anne Kunze von der ZEIT und dann kommt solch eine perfide Homestory dabei heraus - unfassbar! Mind. 4 x der Begriff Querulant und sonstiges krudes bzw. unwichtiges Zeug, absolut Matrix-Journalismus. Von der ZEIT hätte man doch etwas mehr Tiefgang erwartet. Wie verkündete Ralph nach der BLÖD-Kampagne gegen ihn so schön: "Herr, lass Scheisse regnen, die Äcker sind schon bestellt" trifft nun auch auf diesen ZEIT-Artikel zu...
>> http://www.zeit.de/2012/50/Hartz-IV-Sanktionen-Ralph-Boes/komplettansicht
#hartz4 #sgb2 #nichtinmeinemnamen #grundrechte #menschenrechte #edj #boes #bge #change #zivilerWiderstand #sanktionenabschaffen #matrixmedien

Quelle: http://www.twitlonger.com/show/kbacvp ]



Aus: "Hungern gegen Hartz IV" Von Anne Kunze (16.12.2012)
Quelle: http://www.zeit.de/2012/50/Hartz-IV-Sanktionen-Ralph-Boes

-.-

« Last Edit: December 17, 2012, 12:07:33 PM by Textaris(txt*bot) »

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[88 Journalisten wurden in diesem Jahr... ]
« Reply #23 on: December 19, 2012, 03:19:28 PM »
Quote
[...] In diesem Jahr wurden nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) mehr Journalisten, Blogger und Bürgerjournalisten bei ihrer Arbeit getötet als in den Jahren seit 1995 zuvor. Seitdem veröffentlicht ROG jeweils eine Jahresbilanz. Zu den erhöhten Opferzahlen hat laut ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske der Syrien-Konflikt, die Gewalt der Taliban in Pakistan und der Bürgerkrieg in Somalia beigetragen. Diese Länder sowie Mexiko und Brasilien gehörten demnach 2012 zu den gefährlichsten Orten für Journalisten.

88 Journalisten wurden in diesem Jahr getötet (33 Prozent mehr als 2011), 879 von ihnen festgenommen, 38 entführt und 1993 angegriffen oder bedroht. 6 Medienmitarbeiter und 47 Blogger und Bürgerjournalisten kamen ums Leben. 144 Blogger und Bürgerjournalisten wurden festgenommen, 193 Journalisten sind momentan inhaftiert.

Neben den fünf gefährlichsten Ländern für Journalisten führt ROG auch die Türkei auf, in der seit dem Ende des Militärregimes 1983 noch nie so viele Journalisten im Gefängnis säßen wie heute: mindestens 42 Journalisten und 4 Medienmitarbeiter. Den meisten von ihnen würden Straftaten nach dem Antiterrorgesetz vorgeworfen. Die Türkei sowie China zählt ROG zu den "fünf größten Gefängnissen für Journalisten". Dazu kommen Eritrea, Iran und Syrien.

Die Zahl der Festnahmen und Entführungen sei im Vergleich zu 2011 leicht zurückgegangen, nur nicht in Asien sowie in Nord- und Südamerika. Sehr groß sei die Gefahr, auf offener Straße angegriffen zu werden, in Syrien und Bahrein. Gesunken seien die Zahlen in diesem Bereich nach dem Sturz der autoritären Herrscher in Libyen und Ägypten. Wegen der anhaltenden Gefahr verließen 73 Journalisten in diesem Jahr ihr Heimatland — die meisten von ihnen aus Syrien und nicht mehr wie 2011 aus dem Iran. (anw)

Quote
19. Dezember 2012 09:27
Das Beste was Journalisten für ihre getöteten Kollegen tun können:
Trulala (mehr als 1000 Beiträge seit 13.01.10)


Die von jenen Kollegen bearbeiteten Themen maximalmöglichst in der
Öffentlichkeit breittreten. Jede, der künftig meinen sollte einen
Journalisten durch dessen Tötung zum Schweigen zu bringen, sollte
wissen, dass dann ERST RECHT Alle und jeder über dessen Themen
erfährt.

Ich glaube, damit würde man ihnen einen besseren Dienst erweisen, als
ne kurze Andacht, Trauer und Übergehen zur Tagesordnung.

Trulala


Aus: "ROG: 88 Journalisten und 47 Blogger starben 2012 bei ihrer Arbeit" (19.12.2012)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/ROG-88-Journalisten-und-47-Blogger-starben-2012-bei-ihrer-Arbeit-1771751.html

http://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/rte/docs/2012/ROG-Jahresbilanz_2012.pdf

« Last Edit: December 19, 2012, 03:22:25 PM by Textaris(txt*bot) »

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[In einem klaren Gegensatz... ]
« Reply #24 on: February 13, 2013, 01:25:45 PM »
Zu: “Meinungsmacht und Elite-Journalismus. Theorie, Netzwerke, Fallstudien” [1.Auflage (Januar 2013)] von Uwe Krüger ” … Es wird ein theoretisches Modell entwickelt, das Medienverhalten mit Hilfe von Pressure Groups und sozialen Netzwerken erklärt und das vorhersagt, dass Leitmedien mehr oder weniger den laufenden Diskurs der Eliten reflektieren, aber dessen Grenzen nicht überschreiten und dessen Prämissen nicht kritisch hinterfragen. … ”

http://www.amazon.de/Meinungsmacht-Elite-Journalismus-Theorie-Netzwerke-Fallstudien/dp/3869620706 | http://www.leipziger-medienstiftung.de/ipj/leute/krueger.html

-.-

Eliten-Netzwerke deutscher Journalisten und ihre Auswirkungen am Beispiel der Außen- und Sicherheitspolitik, von Uwe Krüger am 04. Januar 2013

http://de.slideshare.net/ukrueg/elitennetzwerke-deutscher-journalisten-und-ihre-auswirkungen-am-beispiel-der-auen-und-sicherheitspolitik
-.-

04.02.2013: ” … Wie eng sind Leitmedien mit Eliten aus Politik und Wirtschaft verflochten? Dieser Frage geht [...] Uwe Krüger nach … Journalisten brauchen Nähe zu den Mächtigen, um informiert zu sein – und sollen doch unabhängig bleiben. … Eine Netzwerkanalyse fokussiert die soziale Umgebung von 219 leitenden Redakteuren – mit dem Ergebnis, dass jeder Dritte informelle Kontakte zu Eliten unterhielt. …. Anschließend zeigt eine Frame-Analyse zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und zum „erweiterten Sicherheitsbegriff“ die Konformität dieser Journalisten mit dem Diskurs des außen- und sicherheitspolitischen Establishments auf. Schließlich werden die möglichen Zusammenhänge zwischen diesen Befunden (Eliten-Netzwerke und Argumentation der Journalisten) diskutiert und Folgerungen für die journalistische Ethik abgeleitet.” … ”

http://www.freitag.de/autoren/mopperkopp/eliten-netzwerke

-.-

Marcus Klöckner (11.02.2013): “… Herr Krüger, Sie haben für Ihre Studie eine aufwändige Netzwerkanalyse betrieben, um herauszufinden, wie eng der Kontakt zwischen deutschen Top-Journalisten und anderen Eliten ist. Sind die deutschen Spitzenjournalisten eng mit Eliten aus anderen gesellschaftlichen Teilbereichen verzahnt?
Uwe Krüger: Ja. Die Daten deuten darauf hin, dass sich Journalisten vielerorts in vertraulichen Runden mit den Mächtigen treffen. Und das steht in einem klaren Gegensatz zu der demokratietheoretisch begründeten Erwartung, Journalisten sollten Distanz zu den Mächtigen halten, um sie kritisieren und kontrollieren zu können. …”

http://www.heise.de/tp/artikel/38/38515/1.html

-.-

In und mit der Elite (2013)
Eine Doktorarbeit untersucht, wie Journalisten mit den Mächtigen klüngeln. Ronnie Grob hat sie gelesen.
http://carta.info/55206/in-und-mit-der-elite/

« Last Edit: March 14, 2013, 09:58:21 AM by Textaris(txt*bot) »

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[Manning hatte erst versucht... ]
« Reply #25 on: March 05, 2013, 11:42:22 AM »
Quote
[...] Zu den von Manning weitergegebenen Videos sollen unter anderem die Videoaufnahmen des Beschusses und Todes irakischer Zivilisten und Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters durch einen amerikanischen Kampfhubschrauber am 12. Juli 2007 in Bagdad zählen, die von WikiLeaks unter dem Titel „Collateral Murder“ bearbeitet und veröffentlicht wurden, möglicherweise auch Aufnahmen des Luftangriffes bei Garani am 4. Mai 2009 im Westen Afghanistans. Auch die Informationen, die Ende November 2010 zu der Veröffentlichung von Depeschen US-amerikanischer Botschaften durch WikiLeaks und im April 2011 zur Offenlegung von Informationen über das Gefangenenlager Guantanamo führten, sollen auf ihn zurückgehen.[15][16]

...

https://de.wikipedia.org/wiki/Bradley_Manning

2. März 2013, 18:19 UTC, Versions-ID der Seite: 114888030
Permanentlink: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bradley_Manning&oldid=114888030
Datum des Abrufs: 5. März 2013, 10:41 UTC

-.-

Quote
[...] Manning hatte erst versucht, die Informationen an die Washington Post, New York Times und das Portal Politico weiterzugeben, wo er jedoch niemanden erreichte oder das Gefühl hatte, nicht ernstgenommen zu werden. WikiLeaks war dann die vierte Wahl der Veröffentlichung.

...


Aus: "Teilgeständnis von Bradley Manning: Keine Kollaboration mit dem Feind" Von Andrea Jonjic (04.03.2013)
Quelle: https://netzpolitik.org/2013/teilgestandnis-von-bradley-manning/


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[Bundesheer will doch nicht... ]
« Reply #26 on: March 06, 2013, 09:44:15 AM »
Quote
[...] Die Befugnisse zum Zugriff auf Kommunikationsdaten sollen für die Militärs erweitert werden. Die entsprechende Passage ist unter "Verwaltungsgerichtsbarkeit" versteckt. ... Öffentlich wurden sie erst durch eine Analyse auf der Website Unwatched.org

...


Aus: "Zugriff der Heeresdienste auf Vorratsdaten" (6.2.2013)
Erich Moechel, Netzpolitik, Datenschutz - und Spaß am Gerät.
Quelle: http://fm4.orf.at/stories/1712358/

-.-

Quote
Rückzieher: Bundesheer will doch nicht auf Vorratsdaten zugreifen (7. Februar 2013)

Ein Entwurf des Verteidigungsministeriums, der nur eine Anpassung an die Verwaltungsgerichts-Novelle 2012 hätte sein sollen, hat kürzlich für Aufregung gesorgt. Dort war jener Paragraf, der die Auskunftsrechte für die im Bundesheer beheimatete Inlands- und Auslandsnachrichtendienste definiert, stark erweitert worden. Beispielsweise war im Bedarfsfall der Zugriff auf Vorratsdaten vorgesehen, wenn dies ein Auskunftsbegehren der Militärgeheimdienste erfordert hätte.

Nach Kritik aus sozialen Medien und Presse folgt nun der Rückzieher. Wie Kabinettsmitarbeiter Andreas Strobl auf Twitter bekanntgegeben hat, werden die Befugniserweiterungen nicht umgesetzt werden.

Quote

* No Comment *
7.2.2013, 23:14
Danke an die Medien!

Ohne die Medien wäre dieser Datenmissbrauch einfach ungehindert und unbeachtet in das österreichische Recht übergegangen und hätte unsere Bananenrepublik noch mehr blamiert.

Dankeschön!


...


Aus: "Rückzieher: Bundesheer will doch nicht auf Vorratsdaten zugreifen" (7. Februar 2013)
http://derstandard.at/1360161009269/Rueckzieher-Bundesheer-darf-nicht-auf-Vorratsdaten-zugreifen


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[Hat die Öffentlichkeit kein Recht darauf... ]
« Reply #27 on: June 25, 2013, 12:31:37 PM »
Quote
[...]  Von einer "diplomatischen Blamage für die USA" oder wahlweise einer "Blamage für Obama" konnte man allerorten lesen. China, Russland, Kuba und Ecuador hätten die Vereinigten Staaten düpiert, das Weiße Haus ziemlich dumm aussehen lassen, berichtete man. Der "Verräter" komme wohl um eine Verhaftung herum, unkte es aus dem Äther. Was für eine Sprache: Blamage, Verräter! Blamabel ist viel mehr dieser Verrat an objektiver Berichterstattung, dem sich die deutsche Medienlandschaft da ungeniert hingibt.

Im Radio des SWR argumentierte ein Experte sogar so: Snowden sei nur deshalb aus dem Schneider, weil er durch die Hilfe von Ländern abtauchen könne, in denen es die Freiheit und die Transparenz schwer hätten. Schon dreist, von Freiheit zu sprechen, während dieselbe hier bespitzelt, ausgehorcht und überwacht wird. Noch dreister, eine etwaige mangelnde Transparenz in Kuba zu kritisieren, während man Snowden zum Vorwurf macht, er habe Transparenz in eine Sache gebracht, die man gar nicht transparent haben wollte.

Dem Verräter hätten Länder geholfen, die "tradionell kein gutes Verhältnis zur USA haben", konnte man im Radio des HR hören. Der Verräter zu Gast bei den Bösen der Welt? Hier wird eine entpolitisierte und enthistorisierte Sprache bemüht, um Bezüge auszublenden. Denn wieso es ein zerrüttetes Verhältnis gibt, fällt unter den Tisch. Es ist einfach da und es scheint sich mit der Aufnahme eines Verräters zu bestätigen, zu bewahrheiten.

Im Morgenmagazin des ZDF schäkerte man schon zur frühen Stunde über diese kuriose Agentengeschichte. Der Verräter auf der Flucht - "fast wie ein Film, aber spektakuläre Realität". Dass Snowden ein Programm verraten hat, welches nur gegen den Terrorismus spitzelte, wusste man natürlich zu bekräftigen. Alle anderen, die man trotzdem so nebenher ausspähte, finden da gar keine Erwähnung mehr. Und dass Julian Assange seit einem Jahr in der Botschaft Ecuadors in London sitzt und sich nicht mehr frei bewegen kann, erwähnte man nebenher so, als sei das ganz selbstverständlich, dass sich jemand wie er verschanzen muss. Als sei dies das Normalste von der westlichen Welt.

Wie kommt man überhaupt dazu, diesen Mann als Verräter zu brandmarken? Hat die Öffentlichkeit kein Recht darauf, dass man ihr verrät, wie sie überwacht wird? Müsste kritischer Verstand nicht fragen, weshalb Snowden eigentlich flüchten muss, statt die Flucht mit der trockenen Sprache des Journalismus zu legitimieren und nachvollziehbar zu machen? Und warum wird die verunmöglichte Verhaftung als Blamage ins Licht gerückt, als eine Realität rechtsstaatlichen Scheiterns? Ist das Rechtsstaat, wenn man heimlich meine e-Mails liest?

Sind das die Meldungen eines verborgenen Propagandaministeriums, die man da an uns weitergibt?

Nicht Prism ist hier der Skandal, sondern dass es jemand entblößt hat. Und die Medien, für die Pressefreiheit immer mehr die gewerbliche Freiheit ist, die Presse anzuwerfen, um egal welchen Inhalt zu vertreiben, spielen munter dabei mit. Sie echauffieren sich zwar, dass China Ai Weiwei wie einen Banditen behandelt, kritisieren aber nicht das Vorgehen im Falle Assanges oder Snowdens.

Prism und Konsorten sind vor allem auch ein Produkt dieser Hofberichterstattung. Ohne sie, wären solche Maßnahmen kaum möglich. Zwar lieben die Schranzen im Vorzimmer zur Macht, die journalistischen Funktionseliten, den Verrat, wirft er doch eine tolle Story ab - aber den Verräter jagen sie wie ein ordinärer Geheimdienst. Auch das Morgenmagazin ist so gesehen an Prism beteiligt. Auch die Experten im SWR und HR und in allen anderen Legitimationsaußenstellen des Überwachungsstaates haben sich für die absolute Kontrolle entschieden, weil sie sich nicht dafür entscheiden können, gegen sie zu sein.


Aus: "Auch Morgenmagazin an Prism beteiligt" Roberto De Lapuente (25. Juni 2013)
Quelle: http://ad-sinistram.blogspot.de/2013/06/auch-morgenmagazin-prism-beteiligt.html


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[Das ist eine potente Erinnerung daran... ]
« Reply #28 on: August 19, 2013, 11:46:59 AM »
Quote
[...] Laut einem Guardian-Bericht wurde Greenwalds Partner David Miranda am Sonntag am Flughafen aufgegriffen, der einen Zwischenstopp auf dem Weg von Berlin nach Rio de Janeiro darstellen sollte. In Berlin hatte er zuvor die US-Filmemacherin Laura Poitras besucht, die mit Glenn Greenwald und dem Guardian die von Edward Snowden geleakten Dateien über das US-Überwachungsprogramm Prism bearbeitet.

Miranda wurde mit Verweis auf den britischen Terrorism Act 2000 aufgehalten und verblieb die maximale Zeit in Gewahrsam, die ohne Anklage verhängt werden darf. Wie Ars Technica berichtet, kommt es nur in einem von rund 2.000 Fällen vor, dass Personen unter dem Anti-Terror-Gesetz für solch eine lange Zeit festgehalten werden. Abgesehen von der Einschränkung von Mirandas Bewegungsfreiheit wurden ihm sein Mobiltelefon, ein Laptop, eine Kamera, Speicherkarten, DVDs und Spielkonsolen abgenommen.

"Das ist eine profunde Attacke auf die Pressefreiheit und den Prozess des Nachrichtensammelns", äußert sich Glenn Greenwald Stunden später zu der Causa. "Meinen Partner volle neun Stunden aufzuhalten, ihm einen Anwalt zu verweigern und große Teile seiner Besitztümer zu konfiszieren zielt ganz klar darauf ab, eine Einschüchterungsbotschaft an jene von uns zu schicken, die über NSA und GCHQ [den britischen Geheimdienst, Anm.] berichtet haben."

"Sie hatten offenbar null Verdacht, dass David mit einer terroristischen Organisation verbunden oder in eine terroristische Aktivität verwickelt war", so Greenwald weiter. "Sie haben ihr eigenes Terrorismus-Gesetz komplett missbraucht, für Gründe, die nichts mit Terrorismus zu tun haben. Das ist eine potente Erinnerung daran, wie oft Regierungen lügen, wenn sie behaupten, Macht zum Aufhalten der "Terroristen" zu benötigen."

Auch von weiteren Stellen wurde die Aktion am Flughafen Heathrow verurteilt. "Es gibt einfach keine Grundlage zu glauben, dass David Michael Miranda irgendeine Gefahr für die britische Regierung darstellt. Die einzig mögliche Absicht hinter dieser Festnahme war, ihn und seinen Partner, den Guardian-Journalist Glenn Greenwald, wegen seiner Rolle in der Analyse der Daten, die durch Edward Snowden veröffentlicht wurden, zu belästigen."

Greenwald scheut sich zuletzt auch nicht vor einem Vergleich: "Sogar die Mafia hatte ethische Regeln gegen die Bedrohung von Familienmitgliedern von Personen, von denen sie sich bedroht gefühlt haben. Aber die britischen Marionetten und ihre Besitzer im US-Sicherheitsstaat lassen sich offenbar von solch minimalen Skrupeln nicht aufhalten."


Aus: "Greenwald-Partner neun Stunden festgehalten" (19.08.13)
Quelle: http://futurezone.at/netzpolitik/17775-greenwald-partner-neun-stunden-festgehalten.php


"Glenn Greenwald's partner detained at Heathrow airport for nine hours"
Guardian staff, The Guardian, Monday 19 August 2013
http://www.theguardian.com/world/2013/aug/18/glenn-greenwald-guardian-partner-detained-heathrow


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[Barrett Brown... ]
« Reply #29 on: September 12, 2013, 10:00:34 AM »
https://en.wikipedia.org/wiki/Barrett_Brown

Quote
[...] WASHINGTON taz | Genau ein Jahr ist es her, als am 12. September 2012 FBI-Beamte die Wohnung Barrett Browns stürmten, ihm Handschellen anlegten und ihn in das Gefängnis von Dallas, Texas, brachten. Dort sitzt der 32-Jährige heute noch.

Dem Autor, der für den Guardian und die Vanity Fair schrieb, droht ein Strafmaß von mehr als 100 Jahren Haft für seine politisch brisanten Recherchen im Zusammenhang mit geheimen Informationen privater US-Sicherheitsfirmen. Kritiker sehen darin einen weiteren Beweis für die Härte, mit der die Obama-Regierung gegen Enthüllungsaktivitäten vorgeht.

Brown gilt als Experte für das Hackerkollektiv Anonymous. Wegen seiner politischen Nähe wurde er gelegentlich auch als deren Sprecher zitiert. Die Vergehen, derentwegen er angeklagt wird, umfassen 17 Punkte. Neben der Bedrohung eines FBI-Ermittlers in einem Youtube-Video geht es vor allem um eine bereits öffentlich zugängliche URL-Adresse mit gehackten Informationen der US-Sicherheitsfirma Stratfor, die Brown in einem Chatforum postete. Weil das Dokument auch gestohlene Kreditkartendaten enthält, wird ihm auch vorgeworfen, Kreditkartenbetrug begangen zu haben.

Vor seiner Verhaftung untersuchte Brown Millionen interne E-Mails von Stratfor, die ihm zugespielt und später von Wikileaks veröffentlicht wurden. Bereits 2011 wertete er tausende E-Mails aus, die Anonymous zuvor von der privaten Sicherheitsfirma HBGary Federal gehackt hatte.

 Browns Recherchen trugen dazu bei, das geheime Vorhaben des Unternehmens aufzudecken, das darauf abzielte, das öffentliche Ansehen von Wikileaks und des Guardian-Journalisten Glenn Greenwald zu beschädigen. Außerdem zeigte er, dass die Firma im Auftrag der US-Handelskammer gegen die Gruppe „Chamber Watch“ psychologische Kriegführung betrieb, sagte der Philosophieprofessor und Autor Peter Ludlow.

Das Vorgehen der US-Regierung gegen Brown stößt vor allem in Medienkreisen auf scharfe Kritik. Der Rolling Stone nennt Brown einen „politischen Gefangenen“. Reporter ohne Grenzen ist besorgt über die Vorwürfe gegen Brown und stellt den Fall in einen Zusammenhang mit dem Schlag der US-Regierung gegen andere Whistleblower wie Edward Snowden und Chelsea Manning.

„Barrett Brown ist kein Hacker, er ist kein Verbrecher“, sagte Christophe Deloire von Reporter ohne Grenzen. Er sei vor allem investigativer Journalist, der bloß seiner Pflicht nachgegangen sei, denn die Stratfor-E-Mails seien „eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse“.

Deloire hält die drohende Haftstrafe für „absurd und gefährlich“. Im Vergleich dazu bekomme der für den Stratfor-Hack tatsächlich verantwortliche Hacktivist Jeremy Hammond höchstens zehn Jahre. Dass dem Journalisten eine jahrhundertlange Gefängnisstrafe droht, sei „eine unheimliche Aussicht“ für derartige Recherchen.

 Mitte vergangener Woche verpasste das Bundesgericht in Dallas auf Anfrage der US-Regierung dem Journalisten einen Maulkorb. Konkret unterband das Gericht „jede Äußerung gegenüber Vertretern jeglicher Fernseh- und Radiosender, Zeitungen, Zeitschriften, Internet oder andere Medienorganisationen zu diesem Fall als Angelegenheit des öffentlichen Interesses“.

Weder er noch seine Anwälte und die Staatsanwaltschaft dürfen nun mehr öffentlich über den Fall sprechen. Um den Angeklagten ein faires Verfahren zu gewährleisten, dass nicht durch Bemerkungen gegenüber Reportern beeinflusst wird, so die Begründung.



Aus: "Wahrheit gesagt und weggesperrt - Whisteblower drohen 100 Jahre Haft" Lena Kaiser (12.09.2013)
Quelle: https://www.taz.de/Whisteblower-drohen-100-Jahre-Haft/!123556/

https://netzpolitik.org/2013/barrett-brown-105-jahre-gefaengnis-fuer-das-teilen-eines-links/