Author Topic: [Debattenkultur (Notizen)... ]  (Read 3818 times)

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[Debattenkultur (Notizen)... ]
« Reply #30 on: September 27, 2018, 12:21:46 PM »
Quote
[...] Als Schirmherr der Aktion "Deutschland spricht" hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Grundsatzrede sein Wort an die Bürger im Land gerichtet - am Sonntag vor 600 handverlesenen Gästen in Berlin.

... Der Bundespräsident hat eine Rede gehalten, die zwar wunderbar den Erwartungshorizont jener Medienelite bedient, die die Aktion initiiert und unterstützt hat, die aber zugleich meilenweit von einer Erfassung der Wirklichkeit, wie sie außerhalb des politischen und medialen Berlins existiert, entfernt ist.

... Was ist davon zu halten, wenn diejenigen, die selbst maßgeblich zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen haben, den Fokus sehr geschickt von ihrem Verhalten weglenken, um jene ins Zentrum zu rücken, die für die Ursachen der schweren Verwerfungen im Land nicht verantwortlich sind? Wer das Projekt "Deutschland spricht" genauer betrachtet, wird schnell feststellen, dass hier mit viel Tamtam subtil die Bürger in die Verantwortung genommen werden, und zwar ganz so, als ob das Verhalten der Bürger nicht Symptom, sondern Ursache ist.

In der Sinnwelt des Projekts spielt es keine Rolle, dass eine über viele Jahre forcierte neoliberale Politik - wohlgemerkt unter Beifall vieler Medien - zu schwersten Schäden in Gesellschaft und konsequenterweise auch an der Demokratie geführt hat. Die Tatsache, dass viele Bürger in unserem Land - nein, nicht sich abgehängt "fühlen" - abgehängt sind und von Politik und Medien ignoriert, gedemütigt und immer wieder mit Nachdruck von abgehobenen Eliten missverstanden werden, spielt im Wirklichkeitskosmos von "Deutschland spricht" keine Rolle - was sicherlich verständlich ist. Denn dann müssten diejenigen, die sich zu Moderatoren gesellschaftlicher Spannungsverhältnisse erheben, ihr eigenes Handeln selbstkritisch reflektieren (weitere Ausführungen zu dem Projekt sind hier zu finden).

... Wie ist es um die Debattenkultur der Medien bestellt? ... Echte Debatten (keine Simulationen) setzen [ ] voraus, dass Personen mit unterschiedlichen Positionen zu Wort kommen. Wie unter einem Brennglas zeigen die großen Polit-Talkshows, also die wichtigen Diskursplätze der Medien, wie beschnitten Debatten heute in unserer Gesellschaft sind. Sowohl Themensetzung, als auch die Gästelisten verraten, dass echte Debatten mit Akteuren, die fundamental entgegengesetzter Meinung sind, Seltenheitswert haben.

Steinmeier weiß das. Er selbst sagte 2014, er habe das Gefühl, dass der Meinungskorridor in den Medien schon einmal breiter war. "Es gibt eine erstaunliche Homogenität in deutschen Redaktionen, wenn sie Informationen gewichten und einordnen", so Steinmeier damals.


Aus: "Steinmeier: "Es sind zu viele, die sich wohlfühlen im Schlechtreden unseres Landes"" Marcus Klöckner (26. September 2018)
Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Steinmeier-Es-sind-zu-viele-die-sich-wohlfuehlen-im-Schlechtreden-unseres-Landes-4174727.html

Quote
     Nikolai Iwanowitsch Jeschow, 27.09.2018 08:15

Honnecker: "Es sind zu viele, die sich wohlfühlen im Schlechtreden bla..."

Aber ja, Steinmeier. Als auf Lebenszeit materiell und persönlich auf hohem Niveau abgesicherter Politbonze kann, nein, muss man das wohl so sehen.

...


Quote

    cybergorf, 26.09.2018 17:56

Genau: lasst uns einfach Alles schönreden!

...


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[Debattenkultur (Notizen)... ]
« Reply #31 on: September 27, 2018, 01:28:08 PM »
Quote
[...] LONDON. Es war keine gute Woche für Theresa May und für Großbritanniens ambitionierte Brexit-Pläne. Voller Hoffnung war die Regierungschefin mit einer kleinen Delegation nach Salzburg zum EU-Gipfel geflogen, um Europas Regierungschefs ihren Ausstiegsplan schmackhaft zu machen.

Die Hoffnung in London: Die bislang zusammenhaltende Front der verbleibenden 27 EU-Mitgliedsstaaten werde bröckeln, weil der konkrete Austrittstag am 29. März 2019 bedrohlich naher rückt.

So eine Art Torschusspanik seitens der EU. London redet sich seit Monaten ein, die EU werde unter dem immer wieder angedrohten "No-Deal-Brexit" genauso wirtschaftlich leiden wie das Königreich. Doch diese Rechnung ist nicht aufgegangen.

Eine sichtlich wütende und geschockte Theresa May verließ am Freitag nach einer kurzen Pressekonferenz die Mozart-Stadt, um wenig später in der Londoner Downing Street demonstrativ vor zwei übergroßen Union Jack-Fahnen mit finsterer Miene vor der "jetzt bedrohlich wachsenden Gefahr eines No-Deal-Brexit" zu warnen.

"Täuschen Sie sich nicht, wir sind bereit, die Verhandlungen abzubrechen", drohte May. Und: es sei jetzt an der Zeit, dass Brüssel Kompromiss-Vorschläge auf den Tisch lege. Für das Vereinigte Königreich jedenfalls gelte: "Unser Vorschlag ("Chequers Plan") ist der einzig gangbare Weg, noch zu einem Abkommen zu gelangen."

Was dann hier in Großbritannien am Wochenende folgte, war ebenso vorhersehbar wie bedauerlich. Die überwiegend EU-feindliche Presse schimpft wie selten zuvor gegen Brüssel.

Wobei es immer wieder zu peinlichen verbalen Entgleisungen kommt – wie dem Vergleich der EU-Delegation mit "Monstern" ("Daily Mail") oder der Drohung, "die EU wird dafür teuer bezahlen – das ist Krieg" ("Sun").

Britanniens neuer Außenminister Jeremy Hunt, der zuvor jahrelang eher unglücklich das Gesundheitsministerium verantwortet hat, sagte der BBC, Brüssel solle Londons Höflichkeit bei den Verhandlungen nicht mit Schwäche verwechseln.

Man sei auf einen No-Deal vorbereitet und man werde nicht zögern, vom Verhandlungstisch aufzustehen, sollte Brüssel nicht "schnell neue, eigene Vorschläge unterbreiten". Ein mir befreundeter Klinikarzt berichtete mir später abends im Pub, er habe nur noch mit dem Kopf geschüttelt, als er auf seinem Handy von Hunts Drohung las. "Das ist alles unglaublich traurig und eigentlich unfassbar!"

Einer der Gründe dafür, dass ich als recht typischer Norddeutscher vor mehr als 30 Jahren von Bremen nach London umgesiedelt bin, war und ist eine seit meiner Schulzeit anhaltende Faszination für die englische Sprache.

Englisch ist voller Nuancen, Zweideutigkeiten und kann unglaublich elegant sein; nichts ist schwarz oder weiß in der englischen Diplomatensprache – alles ist stets Grau. Mal Hellgrau, mal Felsengrau, mal Grau-Beige.

Verfolgt man freilich die von der Regierung May seit Monaten benutzte Diplomatensprache, so erinnert mich das eher an den berühmten Elefanten im Porzellanladen oder die berüchtigte "Axt im Walde".

...  Immerhin aber gibt es selbst in diesen Zeiten auf der Insel noch immer die eine oder andere gute Nachricht. Ich freue mich, heute berichten zu können: Meine britische Staatsbürgerschaft ist bewilligt! Mitte Oktober werde ich erleichtert und mit eindeutig gemischten Gefühlen in mein örtliches Bürgeramt in Westminster gehen, um 1) einen Eid auf die Monarchie und die Queen zu schwören und 2) meinen ersten britischen Pass in Empfang zu nehmen.

...


Aus: "Sprachverfall in Brexit-Zeiten" Arndt Striegler (Ärzte Zeitung online, 26.09.2018)
Quelle: https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/brexit/article/972421/arndt-striegler-bloggt-sprachverfall-brexit-zeiten.html


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[Debattenkultur (Notizen)... ]
« Reply #32 on: October 10, 2018, 11:02:15 AM »
Quote
[...] Später sei Schmidt von Personen mit "Quarzsand-Handschuhen" verfolgt worden. Schmidt bestätigt die Verfolgung, er sei dann aber durch Mitglieder der eigentlich kritischen Gruppe geschützt worden. "Die Szene war in dieser Situation gespalten", sagte er. Juristische Schritte will er nicht einleiten, es habe sich um eine "Schulhof-Mentalität" gehandelt. Eigentlich hatte Schmidt mit den Anwohnern über Strategien gegen Mietsteigerung und Gentrifizierungen sprechen wollen. Ein Thema, das im Samariterkiez, wo unter anderem die CG-Gruppe mehrere Neubauprojekte trotz Bürgerproteste durchgesetzt hat, immer wieder für Ärger sorgt. In einigen Häusern wohnen seit Jahren Mitglieder der linksautonomen Szene. Trotz der Brisanz des Themas waren Schmidt zufolge am Montag nur rund 35 Personen erschienen, weil die Veranstaltung nur mit Plakaten beworben worden sei, die aber abgerissen wurden. ...


Aus: "Baustadtrat wird bei Veranstaltung in Rigaer Straße bedroht" Felix Hackenbruch (09.10.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/friedrichshain-kreuzberg-baustadtrat-wird-bei-veranstaltung-in-rigaer-strasse-bedroht/23164850.html

Quote
Pat7 09.10.2018, 18:20 Uhr
Quarzhandschuhe und derartige Drohungen haben nichts mit "Schulhofmentalität" zu tun.  ... Meinungsfreiheit existiert bei denen nur für die eigene Meinung und wo Brüllen nicht reicht, wird es dann heftiger. Es ist an der Zeit die nicht mehr mit Samthandschuhen anzufassen. Den Typen wie die bringen jeden zivilen gewaltlosen Widerstand gegen Spekulationen mit Wohnraum in Verruf.


Quote
Spandau-Loewe 09.10.2018, 18:49 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Pat7 09.10.2018, 18:20 Uhr

Wir sind hier in Friedrichshain-Kreuzberg und dazu in einer Umgebung, die dem Baustadtrat doch gefällt. Also ist das "Schulhofmentalität". Und fertig.


Quote
Henrik1970 09.10.2018, 18:17 Uhr
Das hätte nicht mal ich mir vorstellen können, dass Baustadtrat Schmidt von Linken angegriffen wird.
Schmidt macht doch fast alles, was diese Menschen wollen und verhindert jeglichen Neubau, soweit er das kann.


Quote
McSchreck 09.10.2018, 21:51 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Epaminaidos 09.10.2018, 20:54 Uhr
wenn man sehr sehr weit links steht, ist jeder rechts. Und wer ein Amt hat, ist schon mal immer der Feind, egal wie er es ausübt. Er hat sich ja mit den Verhältnissen arragiert.

Da sind sich die Extremisten sehr nah.


...

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[Debattenkultur (Notizen)... ]
« Reply #33 on: October 14, 2018, 11:44:07 AM »
Quote
[...] Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

...


Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_84607012/vor-bayern-wahl-wolfgang-schaeuble-schliesst-rueckzug-angela-merkels-nicht-aus.html

-

Quote
[...] Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ihre Meinung ist uns sehr wichtig. Wir wollen, dass Sie über Themen, die Sie bewegen, bei t-online.de diskutieren oder sich mit unseren Redakteuren austauschen können. Es ist uns wichtig, mit Ihnen in Kontakt zu bleiben und Ihre Einstellung zu verschiedenen Themen zu erfahren.

Bei den Kommentaren wollen wir alle Meinungen zu Wort kommen lassen - in einer offenen, vorurteilsfreien Diskussion. Dafür allerdings muss der Ton ebenso unserer Netiquette entsprechen wie der Inhalt, der nicht verfassungs- und presserechtlich bedenklich sein darf - also aufhetzend, menschenverachtend oder herabwürdigend. Wir stellen ein Forum zur Verfügung, in dem respektvoll miteinander kommuniziert werden sollte, so wie Sie es bei einer Diskussion mit real anwesenden Personen tun würden. Wir wollen, dass sich die Leser auf unserer Seite wohlfühlen.

Seit einiger Zeit können Sie bei uns nicht mehr über jedes Thema debattieren. So gerne wir das auch würden: Angesichts der Masse an Beiträgen, die uns erreichen, können wir unmöglich alle Artikel zur Diskussion öffnen. Die Moderation eines Forums ist sehr arbeitsintensiv, wenn man schnell und sorgfältig sein will. So müssen wir zum Beispiel alle Beiträge entfernen, die gegen die oben erwähnten Richtlinien verstoßen.

Deshalb konzentrieren wir uns auf die Themen, bei denen wir eine Diskussion für sinnvoll halten. So bleiben beispielsweise Unfälle oder reine Todesmeldungen geschlossen. Auch Dopplungen wollen wir vermeiden: Dass nämlich an mehreren Stellen zum gleichen Thema diskutiert wird. Wenn wir verschiedene Artikel zu einem Themenkomplex auf der Seite haben, ist meist nur einer von diesen für Kommentare geöffnet.

Bei den geöffneten Artikeln haben wir wie andere Nachrichtenseiten auch massive Probleme mit sogenannten Trollen oder Hatern. Das sind Nutzer, die im Schutz der Anonymität extremistische, menschenverachtende und gewaltverherrlichende Kommentare verbreiten. Diesen Nutzern wollen wir kein Forum bieten. Vor allem bei politischen Diskussionen etwa über die AfD oder den Umgang mit Flüchtlingen hat sich leider gezeigt, dass ein konstruktiver Austausch von Argumenten oft unmöglich ist.

Nutzern, die Kommentare wie diese schreiben, ist nicht an einer Diskussion gelegen:

"Wenn Nazis eins richtig machen, dann ist es Typen wie ihnen was auf das Maul zu hauen, hoffentlich bald!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" (An einen Redakteur)

"Für Schweine wie den ist eine Kugel zwischen die Augen gerade gut genug"

„Verpiss Dich aus meinem Land Du Stück Scheisse!"

Leidtragende sind vor allem Sie: Die große Mehrheit unserer Nutzer, die sich sachlich, konstruktiv, informativ und oft humorvoll mit anderen Lesern austauschen möchte.

Wir haben uns dazu entschlossen, alle geöffneten Foren sorgfältig zu moderieren. Das bedeutet, dass wir insbesondere in Randzeiten, in denen keine Moderation im Dienst sind - am späten Abend und in der Nacht - das Forum nicht öffnen können.

Zu den anderen Zeiten freuen wir uns auf viele spannende Diskussionen mit Ihnen!

Die Chefredaktion von t-online.de


Aus: "In eigener Sache: Warum wir viele Leserkommentare nicht veröffentlichen können" (Stand: 14. Oktober 2018, 11:24:04 MESZ)
Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/id_73113032/leserkommentare-statement-der-chefredaktion.html

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« Reply #34 on: October 17, 2018, 12:29:29 PM »
Quote
[...] Patrick Wildermann: Herr Stegemann, über Ihr politisches Engagement in der linken Bewegung „Aufstehen“ ist viel berichtet worden. Es wirkt, als seien Sie überrascht, in welchen Trubel Sie da geraten sind. Bereuen Sie es schon?

    Bernd Stegemann: Bereuen auf gar keinen Fall. Überrascht bin ich allerdings, und zwar über den Wind, der im sogenannten politischen Diskurs weht. Man hat das Gefühl, viele warten nur darauf, Äußerungen falsch zu verstehen, um sie gegen einen verwenden zu können. Das ist im Theater so nicht der Fall. Da dürfen Sätze durchaus doppeldeutig, ironisch, uneigentlich gemeint sein – sowohl auf der Bühne als auch hinter den Kulissen. Ästhetik hat ja ihrem Wesen gemäß eine fast fundamentalistische Uneindeutigkeit. Dieser Gestus wird in der politischen Kommunikation überhaupt nicht akzeptiert, sondern als Einladung genommen, dir in die Fresse zu hauen.

    Theaterleute sind gern politisch, grenzen sich aber von der Tagespolitik ab. Gilt dieser Unterschied für Sie nicht?

    Es sind zwei verschiedene Sphären, das Politische und die Politik. Ich kann im Prinzip jeden Raum zu einem politischen machen, indem ich Widersprüche öffentlich zur Verhandlung stelle. Das ist natürlich noch nicht Politik. Die ist tatsächlich gekoppelt an Macht. Wer hat das Amt, wer die Mehrheit, wer darf das Gesetz erlassen? Je mehr ich mich mit Politik befasse, desto mehr verstehe ich die Scheu derer, die lieber im Raum des Politischen bleiben möchten. Er ist viel freier und viel schöner – in einem ästhetischen Sinne.

    Und obendrein verantwortungsloser.

    Verantwortungslos im Sinne von machtlos, ja. Die Machtlosigkeit ist womöglich die Bedingung für Kunst. Wenn die Kunst anfängt, nach Macht zu schielen, wird sie tendenziös. ...



Aus: ""Aufstehen"-Sammlungsbewegung „Die Angst war vorher da“" Patrick Wildermann (16.10.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/aufstehen-sammlungsbewegung-die-angst-war-vorher-da/23194296.html

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« Reply #35 on: November 14, 2018, 01:41:06 PM »
Quote
[..] Neumünster - Ein 34-Jähriger ist am Dienstagabend gegen 20.15 Uhr in Neumünster festgenommen worden, nachdem er seine Nachbarn in einem Mehrfamilienhaus in der Christianstraße mit einer Schreckschusspistole bedroht hatte. Dem vorausgegangen waren Streitigkeiten.

Ein 34-jähriger Hausbewohner hörte lautstark Musik und wurde von seinen Nachbarn angesprochen, die Lautstärke zu reduzieren. Daraufhin zog der Mann eine, wie sich später herausstellte, Schreckschusspistole aus dem Hosenbund. Er lud diese durch, richtete sie auf einen der Mieter und forderte sie auf zu verschwinden. Danach schloss er seine Wohnungstür wieder.

... In seiner Wohnung wurde die Schreckschusspistole aufgefunden und beschlagnahmt. Er selbst machte zur Sache keine Angaben.

Der Mann stand erheblich unter Alkoholeinfluss und wurde bis zum Mittwochmorgen im Polizeigewahrsam untergebracht. Da er sich diesen Maßnahmen widersetzen wollte, wird gegen ihn nun außer wegen Beleidigung und Bedrohung auch noch wegen Widerstand gegen und Tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte ermittelt. Ein entsprechendes Strafverfahren wurde eingeleitet.


Aus: "Mieter bedroht Nachbarn mit Pistole" (14.11.2018)
Quelle: http://www.kn-online.de/Lokales/Neumuenster/Polizeieinsatz-Ruhestoerung-in-Neumuenster-Strafverfahren-eingeleitet

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[Debattenkultur (Notizen)... ]
« Reply #36 on: January 04, 2019, 03:21:04 PM »
Quote
brutalheim-كريم
@brutalheim
grad haben welche diskutiert ob man elmex morgens oder abends benutzt es ist so deutsch


brotlose kunst
@just_write_it
·
16 Std.
Antwort an @brutalheim
abends
🙃


Hei Hei
@__randoom__
·
15 Std.
next level: elmex Kids geht morgens und abends, aber nur für Milchzähne.


https://twitter.com/brutalheim/status/1080944163825291264

...

Quote
redcat hat retweetet
happyfeet

@12happyfeet12
Ich führe grundsätzlich keine Impfdebatten mehr, seit ich Patienten im Alter von 20 und 50 Jahren an Windpocken und Masern habe sterben sehen. Wir können über Wurstsorten oder Handytarife diskutieren, aber definitiv nicht über Impfungen! Da gibt es nichts zu diskutieren!


Voland
@VolandMephisto
·
19 Std.
Antwort an @12happyfeet12
ich mag ungarische Salami

Wasdnedsagsd?!
@ShadowchildN
·
22 Std.
Mehr Leberwurst für mich.

Andreas Kubasik
Andreas Kubasik
@AndiWug
·
16 Std.
Antwort an @12happyfeet12
Jeder hat seine Meinung. Pro und Contra. Wie haben die Leute das alles vor dem Impfgeschäft überlebt???

Pfannkuchenprinzessin
Pfannkuchenprinzessin
@melli_meter
·
22 Std.
Antwort an @12happyfeet12
Ich bin absolut kein Impfgegner & finde es auch schlimm, dennoch kenne ich auch 2 Fälle, da ist das Kind an einer Impfung gestorben und das andere Schwerbehindert. Kann bei solchen Leuten nachvollziehen warum sie dagegen sind. Aber, ja die meisten Impfgegner habe keine Argumente

Roland Frisch
@rofrisch
·
7 Std.
Da sind 2 Fälle, wo Leute trotz Rettungsboot gestorben sind. Trotzdem würde ich im Ernstfall nicht auf nen Platz im Rettungsboot verzichten.

Omnimodo Facturus
@OmniFactu
·
21 Std.
Antwort an @12happyfeet12
 und @JensFiege
Mit Paprikalyonern diskutiere ich nicht.

Dirk Rauen
@DirkRauen
·
1 Std.
Antwort an @12happyfeet12
Wie schaffen es Leute mit dieser Argumentation (kenne zwei....) sich tatsächlich als wissenschaftlich zu verkaufen?? Propaganda läuft!

paulii.mnk
@MnkPaulii
·
6 Std.
Antwort an @12happyfeet12
 und @mrs_prongs
Wusste gar nicht dass man sich gegen Windpocken impfen lassen kann. Ich dachte immer das hat man als Kind halt einmal und gut ist.

Der Pendler
@ArdbegForever
·
6 Std.
Antwort an @12happyfeet12
 und @perlenmarmelade
Das ist so eine Diskussion, die ich mit ner bekannten  zum Thema "Gurt" führen musste. Sie wollte sich nie anschnallen, weil ein Bekannter überlebt hätte, wenn er bei einem speziellen Unfall nicht angeschnallt gewesen wäre.

Prokrastinateur
@Prokrastinateu1
·
4 Std.
Antwort an @12happyfeet12
Wow, starkes Statement!
Und jetzt bitte noch ein Beitrag zum Thema #Homöopathie

🎃👻🦇🦇Störsender 🦇🦇👻🎃
🎃
👻
🦇
🦇
Störsender
🦇
🦇
👻
🎃
@KatiPierson
·
5 Std.
Antwort an @12happyfeet12
Wurst grundsätzlich nur aus ganzen Fleischstücke wie Schinken, kein durchgedrehtes Zeug. Wenn das rauskommt, was da reinkommt, dann kommen die Wursthersteller irgendwo rein, wo sie nie wieder rauskommen.
😉

Christian Steifen
@ChristianBloomy
·
20 Std.
Können wir dann nicht erstmal über ein Rauchverbot debattieren? ;)

o. timmermann
@oti28908737
·
4 Std.
Antwort an @12happyfeet12
Impfgegner sind nur gegen Argumente von Impfbefürwortern immun.

Signal77
@Signal77
·
20 Std.
Antwort an @12happyfeet12
Ich bin gegen Impfen. Dennoch sind meine Kinder durchgeimpft. Weil ich das Wohl der Gesellschaft über meine subjektive Meinung stelle.
Und ich steh eher auf Leberwurst. Die feine, im Naturdarm.

Allyouneed
@needfull_
·
22 Std.
Antwort an @12happyfeet12
 und @ausserirdischer
Aber Autismus. Und Spätfolgen. Und überhaupt. Impfen ist böse. Besser Globuli....
Sorry. Mit Impfgegnern diskutieren... Jedesmal so

Black Ace
@Bl4ck_4c3
·
22 Std.
Globuli helfen ja auch nur, wenn man sie mit nach links gedrehtem Granderwasser runterspült. Weiss doch jeder.
🤪

Allyouneed
@needfull_
·
22 Std.
Dank Twitter weiß ich sowas.


https://twitter.com/12happyfeet12/status/1080850067156856832

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« Reply #37 on: January 08, 2019, 10:58:07 AM »
Quote
[...] Zahlreiche sensible Daten deutscher Politikerinnen und Politiker sowie Prominenter sind im Internet veröffentlicht worden – unter anderem Handynummern, parteiinterne Dokumente, Kontodaten und private Chats. Betroffen sind auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Nur Politikerinnen und Politiker der AfD sind laut Bundesinnenministerium bislang vom Datenleak ausgeschlossen. ...


Aus: ""Ein schwerer Anschlag auf die Demokratie"" (4. Januar 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2019-01/hackerangriff-politiker-bundestag-daten-leak-liveblog

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Quote
[...] Der Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der AfD Bremen, Frank Magnitz, ist am Montag von mehreren Personen angegriffen und verletzt worden. Der Vorfall habe sich gegen 17.20 Uhr in der Nähe des Theaters am Goetheplatz ereignet, teilte die Polizei Bremen mit.

Aufgrund der Funktion des Geschädigten sei von einer politischen Motivation der Tat auszugehen. Der polizeiliche Staatsschutz und die Staatsanwaltschaft Bremen ermitteln demnach.

Nach Angaben der Bremer AfD wurde Magnitz von drei Vermummten attackiert. Er liege mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Dazu veröffentlichte die Partei ein Foto, das den Verletzten zeigen soll. Der AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen verbreitete das Foto bei Twitter und schrieb, Magnitz sei "halbtot geschlagen" worden. Zahlreiche AfD-Politiker verurteilten den Angriff ebenfalls und wünschten Magnitz baldige Genesung.

Die Polizei nannte keine Details zum Angriff. Sie sucht Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben.

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir twitterte am frühen Dienstagmorgen, er hoffe, dass der oder die Täter bald ermittelt und verurteilt werden. "Auch gegenüber der AfD gibt es keinerlei Rechtfertigung für Gewalt. Wer Hass mit Hass bekämpft, lässt am Ende immer den Hass gewinnen."

Wenig später meldete sich auch Außenminister Heiko Maas zu Wort. "Gewalt darf niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein - völlig egal, gegen wen oder was die Motive dafür sind", schrieb der SPD-Politiker bei Twitter. "Wer ein solches Verbrechen verübt, muss konsequent bestraft werden."

Der Bundestagsfraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch, erklärte: "Es gibt keine Rechtfertigung für ein solches Verbrechen."

aar/kev/dpa


Aus: "Bremens AfD-Chef angegriffen und verletzt" (08.01.2019)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-bremen-frank-magnitz-angegriffen-und-verletzt-polizei-sucht-zeugen-a-1246881.html

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Quote
[...] Meinungsdiktatur! Gesinnungsterror! Regelmäßig beschwören Konservative den Untergang von Demokratie, Meinungsfreiheit oder gleich dem gesamten Abendland. Dabei geht nur eines unter: ihre Diskurshoheit

Das Jahr war fast geschafft, da stand Deutschland doch noch einmal kurz vor dem Untergang. Von "grünlinker Bürgerkriegsgesinnung" schrieb ein Kommentator der Jungen Freiheit. "Bestmenschen" würden die "politische Gesinnung im Lande diktieren", echauffierte sich ein AfD-Vorsitzender. Kinder von Mitgliedern dessen Partei seien "die neuen Judenkinder", befand Ex-CDU-Rechtsaußen Erika Steinbach auf Twitter.

Was war da passiert? Hatten tatsächlich über Nacht Gestapo-ähnliche Antifa-Trupps die Macht übernommen, die Stammtische der Republik in Brand gesetzt und jeden, der kein "Refugees Welcome"-Logo vorweisen konnte, in die Gosse geprügelt?

Natürlich nicht. Der wahre Anlass für die Empörung war weitaus banaler: Eine Waldorfschule im Berliner Süden hatte einem Kind die Aufnahme verwehrt. Die Begründung: die Parteimitgliedschaft des Vaters. Damit hatten die Schulvertreter nicht nur gegen die eigenen Anti-Diskriminierungsbestimmungen verstoßen, sondern womöglich auch gegen das Berliner Schulgesetz.

Sicherlich ein Grund für Kritik, vielleicht sogar ein Fall fürs Schulamt. Aber war der Vergleich mit dem Stalinismus, wie ihn auch der Literatur- und Medienwissenschaftler Alexander Kissler im Deutschlandfunk heranzog, nicht etwas zu hoch gegriffen?

Man könnte über solche Fälle über das Ziel hinausschießender Empörung hinwegklicken, gehörte es nicht mittlerweile zum medialen Alltag, aus den nichtigsten Anlässen Weltuntergangszenarien zu generieren: Meinungsdiktatur! Kulturbarbarei! Gesinnungsterror! Tod der Debattenkultur! Moralische Erpressung! Sprachfaschismus! So hallt es beinahe täglich aus Feuilletons, Facebook-Feeds und Talkshows.

Die Anlässe sind so beliebig wie austauschbar: Mal ist es ein außer Kontrolle geratener Polizeieinsatz vor einer Flüchtlingsunterkunft, der das Ende des Rechtsstaats herbeiführt (FAZ). Mal wird aus ein paar linken Kunstkritikern, das "trojanische Pferd totalitärer Macht" (NZZ). Eine Kita-Broschüre erinnert da schon einmal schnell an Nazi-Kinderaufmärsche (Tichys Einblick). Und #metoo wird zum "feministischen Volkssturm", der alle Männer "ins Lager der moralisch Minderwertigen" einsperren wolle (Die Zeit).

Kein Fall echten oder vermeintlichen linken Fehlverhaltens dürfte im vergangenen Jahr energischere Weltuntergangprophezeiungen hervorgerufen haben als der Streit um ein Gedicht an einer Berliner Hochschule. Als Studentenvertreter der Alice-Salomon-FH ein Gedicht des Lyrikers Eugen Gomringer von ihrer Hauswand verbannen wollten, gab es sicherlich viele Gründe, die Entscheidung zu kritisieren: als überheblich, als Ausdruck fehlenden Respekts vor dem Künstler, vielleicht als Anflug studentischen Größenwahns.

Aber warum hatte man bei vielen Kommentaren zum Thema eher den Eindruck, es handle sich um einen UNESCO-Bericht aus Afghanistan oder Nigeria und nicht um einen Beitrag zu den Vorgängen an einer deutschen 3000-Leute-Uni? Von "Tugendterroristen" und "Schariapolizei", schrieb der Chefredakteur der "Welt am Sonntag" Peter Huth. Einen "erschreckenden Akt der Kulturbarbarei" machte Kulturstaatsministerin Monika Grütters aus.

Drohte aus Marzahn-Hellersdorf wirklich der "Generalangriff auf unsere Kultur und damit auf unsere Freiheit" (noch einmal Huth) oder sind es vielleicht doch eher die Köpfe mancher Kommentatoren, in denen der intellektuelle Ausnahmezustand ausgebrochen ist?

Der Vorwurf der Überempfindlichkeit trifft für gewöhnlich Linke. Diese - so eine Kritik aus konservativer Ecke - versuchten mit Sprechverboten, Moralkeulen oder dem Überstreichen von Hauswänden, ihre Welt in einen linken "Safe Space" zu verwandeln. Daran ist nicht alles falsch. Aber vielleicht lässt sich damit auch gut das Phänomen rechter Empörung verstehen: So wie einige Linke jedes fehlenden Gender-Sternchen als Manifestation patriarchalischer Machtanspruches deuten, reicht manchem hypersensiblen Konservativen im Zweifel schon ein #metoo-Tweet, um in die in die nächste Weltuntergangvision getriggert zu werden.

Mit der Resilienz eines genderfluiden Youtube-Influencers durchforsten Politiker, Feuilletonisten und Kommentatoren die nichtigsten Abweichungen von der konservativen Norm: Zu wenig Schweinefleisch in der Kita? Zu viele Brüste im Kika? Steht da etwa Südseekönig? Und dort ein Halal-Zertifikat auf der Toblerone?

Dabei hat der konservative Hypochonder nicht mit allem unrecht: Es findet derzeit tatsächlich ein Zivilisationsbruch statt. Aber nicht die Welt von Meinungs-, Kunst- oder Debattenfreiheit bricht derzeit zusammen, sondern die konservative Diskurshoheit.

Wenn sie den kleinsten Widerspruch zum Anlass nehmen, Meinungsfreiheit einzufordern, dann sehnen sie sich in Wahrheit allzu oft nach ihrem konservativen Safe Space zurück. Zurück in eine Zeit, bevor all die Muslime, Schwulen, Flüchtlinge und Feminist*innen anfingen, mit eigenen Meinungen und Interessen zu nerven.

Die gute Nachricht aber ist: Über all das und sein Gegenteil darf weiter gemeckert werden. Wer will, kann auch im neuen Jahr den Untergang von Demokratie, Freiheit und Abendland prophezeien. Die einen mit Gender-Sternchen, die anderen mit drei Ausrufezeichen. Auch in Zukunft wird kein Mann gezwungen werden, einen anderen Mann zu heiraten.

Nur wer möchte, kann das neuerdings tun. Auch morgen wird man noch ohne schriftliche Zustimmung Sex haben und eine Bratwurst essen können - letzteres auch breitbeinig in der U-Bahn. Und ab und zu wird ein Grünen-Politiker, eine Gender-Professorin oder eine Privatschule mit einer fragwürdigen Entscheidung von sich reden machen, ohne dass dadurch stalinistischer Gesinnungsterror Einzug hält. Außer vielleicht im eigenen Kopf. (Fabian Goldmann)



Aus: "Das Ende des konservativen Safe Space" Fabian Goldmann (07. Januar 2019)
Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Das-Ende-des-konservativen-Safe-Space-4266289.html

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     Bellisperennis

mehr als 1000 Beiträge seit 14.06.2013
07.01.2019 20:54

Was passiert wenn Grüne ihre safe spaces verlassen?

Abschaltung der Kommentarfunktion:
https://www.journalistenwatch.com/2019/01/07/zu-kata-schulze/

Flucht:
https://web.de/magazine/politik/robert-habecks-rueckzug-social-media-poltiker-kritisieren-entscheidung-33502624


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[...] Andreas Winhart, Landtag Bayern

Warnte im September vor Flüchtlingen, die massenhaft Krankheiten einschleppten: „Wenn mich in der Nachbarschaft ein Neger anküsst oder anhustet, dann muss ich wissen, ist der krank oder ist der nicht krank? Und das müssen wir sicherstellen.“ Unkte, dass Kosovaren und Albaner künftig als mobile Pflegekräfte zu Deutschen „nach Hause kommen und die Bude ausräumen“.

 Thomas Seitz, Bundestag

Nannte Flüchtlinge „Migrassoren“, den Propheten Mohammed einen „sadistischen Blutsäufer und Kinderschänder“. Fand es richtig, „Menschen mit schwarzer Hautfarbe auch weiterhin Neger zu nennen“. Will die Wiedereinführung der Todesstrafe diskutieren – zur Abschreckung vor illegaler Einreise. Parteifreunde pflichteten ihm bei.

Gottfried Curio, Bundestag

Fiel im Parlament mehrfach durch fremdenfeindliche Parolen auf. Behauptete, die Bundesregierung habe ein „Millionenheer archaisch geprägter junger Männer ins Land gelassen, denen Frauen als Schlampen und Übergriffsobjekte gelten, wenn sie sich nicht der islamischen Unterdrückungskultur anbequemen“. Immerhin habe die Kanzlerin auch „Fachkräfte importiert: für Messerattacken“. Sprach über „Papa Gefährder, Mama Gefährder und die Gefährderbambini“. Letztere gingen in „Papas Enthauptungsunterricht“. Bezeichnete Vollverschleierte als „schwarzen Sack, der spricht“.

André Poggenburg, Landtag Sachsen-Anhalt

Beschimpfte in Deutschland lebende Türken als „Kümmelhändler und Kameltreiber“. Klagte in einem Chat, „Horden von ausländischen Kulturbereicherern“ würden „unsere Frauen angrapschen und anpöbeln“. Sprach von „Wucherung am Volkskörper“, wollte „linksextreme Lumpen“ von deutschen Hochschulen verbannen und diese „praktischer Arbeit“ zuführen. Erkundigte sich bei Parteifreunden im Chat, ob Bedarf an einer „Weiterbildung in Sachen ‚Erweiterung der Außengrenzen‘“ bestehe. Verschickte zuletzt einen Silvestergruß an die „Mitbürger unserer Volksgemeinschaft“.

Andreas Wild, Abgeordnetenhaus Berlin

Plädierte dafür, Flüchtlinge in Lagern aus Bauholz in entlegenen Gegenden unterzubringen. Schrieb, Angela Merkel wolle Deutschland „umvolken“, ein deutscher Staatsbürger mit deutschem Pass sei noch lange kein Deutscher. Fiel kürzlich auf, weil er zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht eine blaue Kornblume am Revers trug, die während der 30er Jahre als Symbol österreichischer Nationalsozialisten galt. Wild sagt, er habe davon nichts gewusst.

Christina Baum, Landtag Baden-Württemberg

Sprach von „schleichendem Genozid“ und einer bewussten „Umvolkung“ durch Zuwanderung. Hielt die Wahl der Grünen Muhterem Aras zur Landtagspräsidentin für ein „klares Zeichen, dass die Islamisierung Deutschlands doch voll im Gang ist“. Erklärte nach dem Urteil im NSU-Prozess, das Prinzip „Im Zweifel für den Angeklagten“ sei „aus rein politischen Gründen missachtet“ worden.

Stefan Keuter, Bundestag

Verschickte über Whatsapp Bilder von Adolf Hitler mit ausgestrecktem Arm, einer Duschkabine mit gekacheltem Hakenkreuz, einem Stahlhelmsoldaten am Maschinengewehr plus Kommentar: „Das schnellste deutsche Asylverfahren, lehnt bis zu 1400 Anträge in der Minute ab!“ Seine Erklärung: Er habe die Bilder nur übersandt, damit ein Mitarbeiter sie analysieren könne.

Nikolaus Kramer, Landtag Mecklenburg-Vorpommern

Sprach in einer Debatte über angeblichen Leistungsmissbrauch durch Asylbewerber mehrfach von „Negern“, bestand darauf, dass dies nicht rassistisch sei. Teilte in einem internen AfD-Chat ein Foto marschierender Soldaten der Leibstandarte SS Adolf Hitler mit der Aufschrift „Ein schwarzer Block ist nicht grundsätzlich scheiße“. Sprach später von einem Versehen. Pflegte Kontakt zur rechtsextremen pennalen Burschenschaft „Chattia Friedberg“. Gab an, nicht gewusst zu haben, dass die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Glaubt, Männer seien „mehr für die Politik gemacht“ als Frauen, meint das aber nicht böse.

Frank Pasemann, Bundestag

Empfing im Juli 2018 mehrere Schlüsselpersonen der extremen Rechten in Räumen des Bundestags und begrüßte sie dort als „Freunde“: etwa den rechtsradikalen Burschenschaftler Philip Stein, dazu Michael Schäfer und Julian Monaco, beide früher im Bundesvorstand der „Jungen Nationaldemokraten“, der Jugendorganisation der NPD. Dass zwei hochrangige Ex-Kader der Neonaziszene dem Treffen beiwohnten, bereitete Pasemann nach eigener Aussage „keine Bauchschmerzen“. Er selbst hatte bereits im Haus der Identitären Bewegung in Halle einen Vortrag gehalten. Nannte den NSU-Prozess kurz vor Urteilsverkündung einen „Schauprozess“.

Ralph Weber, Landtag Mecklenburg-Vorpommern

Beschäftigt in seinem Wahlkreisbüro einen verurteilten Gewalttäter mit Neonazi-Vergangenheit, der lange im NPD-Umfeld aktiv war. Nahm den Mann mehrfach mit in den Landtag. Weber selbst warnte vor einem „großen Austausch“ und appellierte an alle „,Biodeutschen‘ mit zwei deutschen Eltern und vier deutschen Großeltern“, dafür zu sorgen, dass ihre Heimat auch in 30 Jahren von deutscher Leitkultur geprägt sei.

Wilhelm von Gottberg, Bundestag

Der Beamte im Ruhestand nannte den Völkermord am europäischen Judentum in einem Essay ein „wirksames Instrument zur Kriminalisierung der Deutschen“. Stimmte einer Aussage des italienischen Neofaschisten Mario Consoli zu, wonach „immer mehr Staaten die jüdische ,Wahrheit‘ über den Holocaust unter gesetzlichen Schutz“ stellten. Der Holocaust soll demnach „ein Mythos bleiben, ein Dogma, das jeder freien Geschichtsforschung entzogen bleibt“. Forderte, den „Kult mit der Schuld zu beenden“.

Stefan Scheil, Vorstand Rheinland-Pfalz

Zu seinen Lieblingsthemen gehört die Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Glaubt, Polen habe einen Krieg gegen Deutschland beginnen wollen, um das eigene Staatsgebiet zu erweitern. Spricht vom „Mythos Polen als ewiges Opfer“. Stellt Winston Churchill als einen Rassisten dar, der massenhaft Deutsche töten wollte. Nennt den deutschen Überfall auf die Sowjetunion einen „Präventivkrieg“ und hält die Schuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg für „durchaus relativ“. Vor seiner AfD-Karriere dozierte Scheil in Vorträgen bei Landsmannschaften und Hobbywissenschaftlern – inzwischen ist er Mitglied im Kuratorium der Landeszentrale für politische Bildung. Dort kritisiert er deren Gedenkarbeit für Opfer des NS-Regimes: Jugendliche des 21. Jahrhunderts sollten nicht „im Anklagemodus von vergangenen Verbrechensgeschichten belästigt“ werden, verpflichtende KZ-Besuche für alle Schüler seien „der Herausbildung politischen Selbstbewusstseins nicht förderlich“. Programme wie „Schule ohne Rassismus“ zielten offenkundig darauf ab, Schüler zur „kritiklosen Hinnahme jeder jetzigen und kommenden ,Vielfalt‘ anzuleiten“.

Alexander Gauland, Bundestag

Auch der Parteivorsitzende tätigte mehrfach Äußerungen, die Beobachter als geschichtsrevisionistisch werten. Am bekanntesten ist Gaulands Behauptung, Hitler und der Nationalsozialismus seien in 1000 Jahren deutscher Geschichte nur „ein Vogelschiss“. Monate zuvor hatte er bereits das Recht eingefordert, „stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“. Wollte außerdem die damalige SPD-Integrationsstaatsministerin Aydan Özoguz „in Anatolien entsorgen“ lassen.

Doris von Sayn-Wittgenstein, Landtag Schleswig-Holstein

Rief zur Unterstützung des rechtsextremen Vereins „Gedächtnisstätte“ auf. Dessen Mitgründerin ist die zigfache Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel. Laut Verfassungsschutz wurden im Verein deutsche Kriegsverbrechen relativiert und die Kriegsschuld des NS-Regimes geleugnet. Gegen Sayn-Wittgenstein ist inzwischen ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet worden. Ob das Erfolg haben wird, ist allerdings unklar.

Wolfgang Gedeon, Landtag Baden Württemberg

Veröffentlichte mehrere antisemitische Schriften. Darin fragte er etwa, ob es nicht sein könne, dass „die Juden genügend Gründe für die ihnen entgegengebrachten Feindseligkeiten geliefert haben“. Gedeon glaubt an eine „freimaurerisch-zionistische“ Weltverschwörung. Die Alleinschuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg lehnt er ab – und auch „die Frage der Hauptschuld scheint mir nicht so eindeutig, wie es die offizielle, im Wesentlichen vom Zionismus diktierte Version vorgibt“. Gedeon bezog sich mehrfach auf die antisemitische Fälschung „Die Protokolle der Weisen von Zion“. Die Schrift ist seiner Einschätzung nach „mutmaßlich keine Fälschung“, wahrscheinlich handele es sich tatsächlich um die Mitschrift einer Geheimtagung. Das Parteiausschlussverfahren gegen ihn wurde eingestellt – nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern weil Belege für Antisemitismus „nicht rechtzeitig vorgelegt“ worden seien.

Jens Maier, Bundestag

Bezeichnete Muslime als „Gesinde“ und „Schleiereulen“, erklärte den angeblichen „Schuldkult“ der Deutschen für „endgültig beendet“ und warnte vor der „Herstellung von Mischvölkern“ in Europa. Nannte Boris Beckers Sohn einen „kleinen Halbneger“. Bezeichnete die NPD als „einzige Partei, die immer entschlossen zu Deutschland gestanden hat“. Sagte bei einem Pegida-Auftritt, es genüge ihm nicht, dass die im Zweiten Weltkrieg bei der Bombardierung Dresdens zerstörte Frauenkirche wieder aufgebaut wurde: „Da muss noch mehr kommen. Ich will, dass Deutschland wieder aufersteht.“ Soll bei einer Veranstaltung des „Compact“-Magazins Verständnis für den norwegischen Rechtsterroristen Anders Breivik geäußert haben – dieser sei aus Verzweiflung über die Einwanderung von Kulturfremden zum Massenmörder geworden. Maier bestreitet diese Aussage. Der Veranstalter hat den Videomitschnitt gelöscht.

Björn Höcke, Landtag Thüringen

Prominentester Rechtsaußen der Partei. Nannte das Berliner Holocaustmahnmal ein „Denkmal der Schande“, sprach von „dämlicher Bewältigungspolitik“ und forderte „eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“. Unterstellte Afrikanern einen evolutionär bedingten „Ausbreitungstyp“. Das Landesschiedsgericht der AfD lehnte im Mai 2018 den Parteiausschluss Höckes ab. Der Thüringer Landeschef habe weder gegen die Satzung noch die Grundsätze oder Ordnung der Partei verstoßen. Einige Monate nach dem Beschluss stellte sich heraus: Einer der Landesschiedsrichter in dem Verfahren hat vor Jahren an einer Reise zu Lebensstationen Adolf Hitlers teilgenommen, vor dessen Geburtshaus eine Kerze angezündet und sich mit einer Decke mit Hakenkreuz und SS-Zeichen fotografieren lassen. Beim Kyffhäusertreffen 2018, einer Feier des völkischen Flügels der AfD, rief Björn Höcke „die Zeit des Wolfes“ aus. Polizisten empfahl er, sich dem Befehl ihrer Vorgesetzten zu widersetzen, sonst würden sie nach der Machtübernahme des Volkes zur Rechenschaft gezogen.

Alexandra Walter, Landtag Hessen

Fiel in sozialen Netzwerken mit radikalen Statements auf. Erklärte zum Verlauf des Zweiten Weltkriegs: „Verrat an jeder Ecke hat zur Niederlage Deutschlands nicht unwesentlich beigetragen.“ Nannte Migranten „Braungebrannte“, bezeichnete den verurteilten Kriegsverbrecher Dries Coolens als „tollen Menschen“, dessen Vortrag sie besucht habe. Walter erklärte später, sie könne sich nicht erinnern, die Kommentare selbst verfasst zu haben.

Siegbert Droese, Bundestag

Forderte „freien Waffenbesitz für jeden rechtstreuen Deutschen“ und warb dafür mit der Aussage „Volksbewaffnung hilft, Koransprengköpfe zu neutralisieren.“ Nannte Angela Merkel ein „SED-Schrapnell im Kanzlerbunker“. Forderte den Schulterschluss mit Pegida, ließ sich beim Besuch der Wolfsschanze mit der Hand auf dem Herzen vor den Bunkeranlagen fotografieren.

Roland Magerl, Landtag Bayern

Schimpfte Claudia Roth eine „hässliche Wanderwarze“. Ist auf Facebook mit diversen Rassisten und NS-Verherrlichern befreundet, zeigte sich bei einer Parteiveranstaltung im Shirt der rechtsextremen Modemarke „Ansgar Aryan“.

Peter Boehringer, Bundestag

Glaubt an die Existenz geheimer, global operierender Eliten, die im Hintergrund an einer sogenannten „New World Order“ (NWO) arbeiten – einer neuen Weltordnung. Die Gesellschaft solle dabei so verändert werden, dass die Eliten sie besser kontrollieren können. Auf Facebook erklärte Boehringer, in Deutschland steuere die NWO bereits die Bundesregierung, habe aber auch die evangelische Kirche, die Bahn, die CSU, die Grünen in Baden-Württemberg, diverse Hilfsorganisationen sowie die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft infiltriert. Die Vereinten Nationen würden ebenfalls von der NWO gesteuert – dort seien allerdings auch die Freimaurer aktiv. Glaubt außerdem, die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten seien Teil einer gesteuerten Invasion. Sie erhielten für die Überfahrt nach Europa Geld, etwa aus Saudi-Arabien. Ziel sei, Europa zu islamisieren. Boehringer bestreitet, behauptet zu haben, die „Merkelnutte“ lasse zu, dass der deutsche „Volkskörper“ durch Flüchtlinge „gewaltsam penetriert“ werde. Allenfalls habe er solche Formulierungen in einer Mail an einen kleinen Personenkreis benutzt.

Karsten Hilse, Bundestag

Glaubt, dass die „Ehe für alle“ von Strippenziehern im Hintergrund durchgesetzt wurde, um soziale Bindungen unter Menschen sowie deren Bezug zu Heimat und Traditionen zu kappen und diese zu einer „Grauen Masse“ zusammenzuschmelzen. Ziel sei, dass Menschen gegen „jedwede Umerziehung“ nicht mehr rebellierten. Fürchtet, dass nach der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare jetzt die Legalisierung von Polygamie und Pädophilie gefordert wird. Sang kürzlich auf einer Demonstration in Berlin ein umgedichtetes Kinderlied mit einer Drohung an Angela Merkel: „Sonst werden dich die Sachsen holen mit dem Luftgewehr.“

Petr Bystron, Bundestag

Gilt als langjähriger Unterstützer der Identitären, lobte sie bei einer Veranstaltung in Oberbayern als „tolle Organisation“ und „Vorfeld-Organisation der AfD“. Forderte, seine Partei müsse als „Schutzschild“ für die Identitäre Bewegung und Pegida fungieren. Ein Münchner Gericht befand, Bystron zeige „Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen“. Kürzlich stand Petr Bystron in der Kritik, weil er während einer Dienstreise nach Südafrika Vertreter der rechtsextremen Organisation „Suidlanders“ traf und mit ihnen auch einen Schießstand ausprobierte.

Hans-Thomas Tillschneider, Landtag Sachsen-Anhalt

Gilt als Hardliner in der Partei. Forderte das Bundesverdienstkreuz für Lutz Bachmann, bezeichnete Aids-Kranke als „Preis, den wir für ein dekadentes Gesellschaftsmodell zahlen“. Sprang gerade seinem Parteifreund Seitz bei: Die Forderung nach Wiedereinführung der Todesstrafe sei legitim. Tillschneider hat enge Kontakte zu den Identitären, unterhielt bis vergangenen Herbst ein Wahlkreisbüro in deren Zentrum in Halle. Der Auszug dort sei lediglich eine strukturelle Entflechtung, keine inhaltliche Distanzierung. Das Programm der Identitären unterscheide sich „nicht von den Zielsetzungen der AfD“. In einem Post auf seiner Homepage warnte er Parteifreunde vor der Illusion, einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz entgehen zu können: „Mittlerweile definiert das Establishment ,Verfassungsfeindlichkeit‘ so, dass wesentliche Teile des AfD-Programms ,verfassungsfeindlich‘ sind. Jederzeit ließe sich eine Beobachtung etwa wegen ,Islamfeindlichkeit‘ begründen.“

...


Aus: "Was für eine Beobachtung der AfD spricht" Sebastian Leber (06.01.2019)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/verfassungsschutz-vor-entscheidung-was-fuer-eine-beobachtung-der-afd-spricht/23831430.html

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Pantagruel 07.01.2019, 15:38 Uhr
Diese hier vorgelegte "Liste der Schande" ist beinahe noch Gentlemen-Sprech, wenn man sie mit den offiziellen Facebook Verlautbarungen der Kreis- und Stadtverbände sowie einzelner Abgeordneter vergleicht. Auf Facebook hat das oftmals  "Stürmer"-Format, dort hat man, was die Entgleisungen betrifft, Pegida längst überholt.


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southcross 07.01.2019, 16:19 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Pantagruel 07.01.2019, 15:38 Uhr

"Volksverräter", "Drecks-Brut, "Menschen-Vernichter", "eurasisch-negroide Mischrasse"


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minimal 07.01.2019, 15:32 Uhr
"Verkehrte Welt, so wirkt es in diesen Tagen. Die Verhältnisse scheinen Kopf zu stehen. Da sind Linke, die den Verfassungsschutz am liebsten abschaffen wollten und nun ihr Herz für ihn entdecken. Parteichefin Katja Kipping etwa forderte vor Kurzem, dass der Verfassungsschutz endlich gegen die AfD aktiv wird, auch wenn dies "das Problem nicht löst".
Andererseits überraschen AfDler: Die langjährige Beobachtung der Linkspartei, so sagte es Parteichef  Gauland neulich in kleiner Runde, sei schon immer falsch gewesen. Er habe das stets bedauert. Der Staat dürfe nun nicht denselben Fehler wiederholen. Bei der AfD. ...


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TichysKlogriff 07.01.2019, 15:11 Uhr
Die AfD ist an Widerlichkeit kaum zu überbieten.


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Felixmiller 07.01.2019, 11:29 Uhr
Danke für die Aushebung diese Blütensammlung des Widerwärtigen, die man in der Tat jedem unter die Nase reiben muss, der immer noch meint, das wären keine Nazis und diese Partei wäre nicht mit der NSDAP vergleichbar.

Als Ergänzung hierzu Niklas Frank, ehemaliger Stern-Reporter, der sich sein Leben lang an seinem Kriegsverbrecher-Vater Hans Frank abgearbeitet, im Rahmen eines ihm gewidmeten Seite-Drei-Porträts::

Frank hat sich lange geweigert, die AfD mit den Nationalsozialisten zu vergleichen. "Ich habe immer gesagt: Das sind keine Verbrecher, das ist ein riesiger Unterschied." Inzwischen hört er aber Sätze wie die von Markus Frohnmaier, der für die AfD im Bundestag sitzt. 2015 sprach er bei einer Demonstration in Erfurt: "Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur für das Volk gemacht - denn wir sind das Volk, liebe Freunde." Frank sagt: "Das ist absolut mein Vater. Mittlerweile kann man sie mit gutem Recht vergleichen."

https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Frank

Ich halte aber die Verfassungschutz-Beobachtung für ein untaugliches Instrument. Erstens trägt dies zu deren Opfer-Status bei, zweitens delegiert man die Bekämpfung der AfD an eine Behörde, die selber keineswegs als zweifelsfrei bezeichnet werden kann und von einigen dieser trüben Gedanken zumindest infiziert zu sein scheint.

Drittens aber: Diese neuen Nazis zu bekämpfen muss Aufgabe der demokratischen Gesellschaft bleiben. ...


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Babsack 07.01.2019, 08:33 Uhr
Journalisten machen den Job weit besser als der Verfassungsschutz.


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scherzengel 06.01.2019, 22:54 Uhr

Nette Liste der Widerwärtigkeiten. Wäre ich Masochist, ginge mir einer ab. ...


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« Reply #38 on: January 08, 2019, 11:10:54 AM »
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[...] Seit sechs Tagen wird sie auf Twitter mit Hass überzogen. Männer wünschen ihr, sie möge vergewaltigt, verstümmelt, erschossen werden. Gemäßigtere nennen sie "Abfall", der entsorgt gehöre.

Was sich Nicole Diekmann, Korrespondentin aus dem ZDF-Hauptstadtbüro, zuschulden kommen ließ? Sie hatte zunächst auf ihrem privaten Twitter-Account am Neujahrstag zwei Wörter gepostet, die eigentlich eine demokratische Selbstverständlichkeit sind: “Nazis raus”.

Der Spruch wird seit mehr als 30 Jahren von Menschen benutzt, die nicht wollen, dass Nationalsozialisten in Deutschland je wieder Macht erlangen. Er ist eine Entgegnung auf die rechtsradikale Parole “Ausländer raus”, wurde nach den Morden von Mölln und Solingen gerufen, auch bei Gerhard Schröders “Aufstand der Anständigen” im Jahr 2000 und immer wieder am Wegesrand von Märschen Rechtsradikaler, die in Deutschland eine Diktatur errichten wollen.

“Nazis raus” bedeutet: Nie wieder Faschismus. Es ist ein Bekenntnis zum Grundgesetz, zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, ja zur Bundesrepublik Deutschland an sich. Wer sollte sich von so einem Spruch angesprochen und angegriffen fühlen, außer vielleicht ein Nazi?

Dass eine Journalistin für ihre Haltung, die zum Glück auch 2019 einen gesellschaftlichen Grundkonsens widerspiegelt, Hass erfährt, sagt womöglich etwas über Diskursverschiebungen der vergangenen Monate aus. Vor allem aber über die Drastik, mit der Rechtsextreme virtuell, oft im Schutz der Anonymität, gegen Demokraten vorgehen.

Ähnliche Hetzkampagnen gab es zuletzt gegen die SPD-Politikerin Sawsan Chebli oder die Moderatorin Dunja Hayali. Der Journalist Richard Gutjahr hat bei der jüngsten re:publica eindrucksvoll beschrieben, wie er selbst gegen Hetzer vorgeht. Andere Opfer versuchen sich zu schützen, indem sie vorübergehend ihre Accounts in sozialen Netzwerken deaktivieren, also untertauchen in der Hoffnung, dass der "Shitstorm" vorüberzieht.

Nicole Diekmann entschloss sich für einen anderen Weg: Sie veröffentlichte einige der Kommentare und antwortete mit Ironie. Dadurch wurde es noch viel schlimmer. Denn neben Gewaltfantasien bekam Diekmann auch Reaktionen von Nutzern, die versuchten, sie in absurde Diskussionen zu verwickeln. Einer fragte: "Was ist denn für Sie ein Nazi?" Als ob das Wort nicht für sich stände. Um zu zeigen, wie albern die Frage ist, antwortete Diekmann: "Jede/r, der/die nicht die Grünen wählt."

Ich habe gelacht, als ich auf Twitter die clevere Antwort las. Und war erschrocken, als ich feststellen musste: Rechte verbreiteten ihren Witz weiter, behaupteten aber allen Ernstes, die Journalistin würde es tatsächlich so meinen. Und noch irrsinniger: Andere glaubten das. So geriet der Tweet in Kreise, die für Argumente überhaupt nicht mehr zugänglich sind: die Blase der Verschwörungstheoretiker. Eine Blase, in der Menschen an Chemtrails und Freimaurer im Bundestag glauben oder die behaupten, beim Anschlag vom Breitscheidplatz habe es 2016 gar keine Toten gegeben, weil die ganzen blutüberströmten Menschen eigentlich vom Staat bezahlte Schauspieler waren… Mit den Menschen in dieser Echokammer kann man nicht diskutieren, in diese Echokammer dringt keine Vernunft ein, dringt nur sehr viel Hass heraus.

...


Aus: "Ein "Nazis raus" und seine Folgen" Sebastian Leber (07.01.2019)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/hass-im-internet-ein-nazis-raus-und-seine-folgen/23834704.html

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Amphitrite 07.01.2019, 20:47 Uhr
Ob das dem gesellschaftlichem Diskurs dienlich ist, nun ja. Wer definiert wie einen Neo-Nazi?
Steht man politisch sehr weit links, kann man selbst als Linker als Nazi bezeichnet werden, wie ein Forist ja schrieb. Oder das Beispiel Sarah Wagenknecht. Welcher Begriff dann für tatsächliche Neo-Nazis verwandt werden soll, kann ich nicht beantworten.
Steht Jemand sehr weit rechts, kann ein leicht links Stehender bereits als Linksextremist bezeichnet werden, wenn er bspw. nur sagen würde, dass es beim G20-Gipfel auch normale Gegner der Globalisierung gab. Das nur als Gegenbeispiel, hier geht es ja um Neo-Nazis.
Mir persönlich geht es gegen den Strich, wenn ein rechts stehender Mensch als Neo-Nazi bezeichnet wird, nur weil er meinetwegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung kritisiert.
Damit wird meiner Ansicht nach die dunkelste Zeit Deutschlands bagatellisiert, die NS-Ideologie, die ja genug an Grausamkeiten zustande brachte.
Ich denke, in der AfD gibt es nicht wenige Extremisten, dennoch halte ich auch Vergleiche mit der NSDAP für falsch.
Es ist relativierend, und ob es der Millionen Opfer des NS-Regimes gerecht wird, halte ich für äußerst fragwürdig. ... Die Gesellschaft sollte ihren Tonfall untereinander überdenken, sowohl rechts wie links.

Um unserem Herrn Steinmeier hinsichtlich eines respektvolleren Umgangs miteinander beim "streiten" auch mal beizupflichten.


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alleachtung 07.01.2019, 19:17 Uhr
Frau Diekmann hat es nicht nötig, hier im Forum oder sonstwo zu erläutern, was und wen sie mit "Nazis raus" meint.
Das erklärt sich aus aktuellen Gegebenheiten, im übrigen aus historischem Kontext, auch aus deutscher Geschichte nach 1945.
Allein der über sie hereinbrechende Shit- und Hassstorm bestätigt sie und verdeutlicht einmal mehr, wie sehr sie Recht hat.
Wir werden uns alle noch viel intensiver als bisher gegen die braune Mischpoke zur Wehr setzen müssen.


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Das_Grauen 07.01.2019, 19:15 Uhr
Wer ohne jeden Kontext "Nazis raus" tweetet, und auf eine berechtigte Nachfrage mit zweifelhafter Ironie antwortet, der hat einen Shitstorm redlich verdient!
https://mobile.twitter.com/nicolediekmann/status/1080205605497909252
In diesem konkreten Fall kann zugunsten Frau Diekmanns noch eingewendet werden, daß sie wohl verkatert war. Generell vermisse ich aber in Ihrer Timeline die neutrale Zurückhaltung, die viele Nachrichtensprecher bisher auszeichnete. Das wird auf die Dauer nicht gutgehen, fürchte ich. Da kann es jederzeit zu einem Habeck kommen!


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sannchen@zt 07.01.2019, 20:03 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Das_Grauen 07.01.2019, 19:15 Uhr

Vielleicht verraten Sie mir, in welchem Kontext "Nazis raus" stehen muss, um nicht Gefahr zu laufen, mit widerlichsten Mord-, Folter- und Vergewaltigungswünschen beantwortet zu werden? ...



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Pressekritiker2 07.01.2019, 18:37 Uhr

Nazis sind gar nicht so schlimm wie ihr Ruf. Ganz offensichtlich sind sie schlimmer (und ganz offensichtlich gelegentlich auch noch deutlich dümmer als erwartet).
Es scheint wieder mal an der Zeit zu sein, dass die Zivilgesellschaft ernsthaft wieder dagegen aufstehen muss. Hätte ich nie für möglich gehalten. So lernresistent aus der jüngeren Geschichte kann man eigentlich nicht sein. Dachte ich.

Dieses Idioten machen alles kaputt, was mit viel bitteren Lehren und viel Blut mühsam gelernt wurde. ... Niemand kann nun noch ernsthaft argumentieren, dass Leute, die derartiges Gedankengut verbreiten, noch in irgend einer Weise zur "bürgerlichen Mitte" gehören oder gar ein Recht dazu haben, weil sie "unzufrieden" oder "besorgt" sind.

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« Reply #39 on: February 05, 2019, 11:19:26 AM »
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[...] Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat die Einladung von FDP-Vize Wolfgang Kubicki zu einem Biowein angenommen. Kubicki hatte Ende 2018 über Hofreiter gesagt, dieser könnte ihn "zu Dingen verleiten, die ich eigentlich nicht will: ihm eine knallen zum Beispiel". Vor weniger Tagen kündigte Kubicki dann an, er wolle die dadurch entstandenen Irritationen gerne bei einem Glas Biowein glätten.

"Am Anfang habe ich diese ganze Sache mit der Watschn ja gar nicht geglaubt", sagte Hofreiter dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Keine Ahnung, was ihn da geritten hat."

Die Einladung nehme er nun aber an: "Wer mich kennt, weiß, dass man mit mir immer ein gutes Glas Wein trinken kann." Sein Wunsch sei ein deutscher Bio-Riesling. "Und nach der Vorlage finde ich, bei der Qualität sollte sich Wolfgang Kubicki dann auch nicht lumpen lassen."

...


Aus: "Hofreiter nimmt Kubickis Wein-Einladung an" (05. Februar 2019)
Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Hofreiter-nimmt-Kubickis-Wein-Einladung-an-article20842891.html