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Author Topic: [Wo Brutalität und Zwietracht tobt... ]  (Read 20980 times)

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Textaris(txt*bot)

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[Wo Brutalität und Zwietracht tobt... ]
« on: May 20, 2008, 12:51:42 PM »

Quote
    "Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen." - Tausendjahresplan


https://de.wikiquote.org/wiki/Isaac_Asimov

-

[Suchmaschienen Textfraktale Ansammlung]:

...

Einen randalierenden Haufen bezeichnet man als "Mob" und ...

„mob“ für Meute, randalierender Haufen („to mob“ heißt pöbeln, über jemanden her-. fallen, angreifen, attackieren). Die Thematik ist heute lediglich erneut...

Heute ist Freitag und ich frage mich, in welchem Ort und aus welchem Grund heute ein Mob randalieren wird? (Glossar, Anhang, Referenzen auf Seite 4) ...

Wenn ein randalierender Mob durch die Straßen zieht und Menschen allein aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit zu den Han-Chinesen umbringt, ...

Welche Fans randalieren, aus welchen Motiven? ... allzu pauschalisierend das Bild eines allzeit bereiten, randalierenden "Mob" in den Fan-Kurven gezeichnet. ...

Randalierende Mobs machten weiterhin mit außergewöhnlicher Brutalität Jagd auf Ausländer, die Zuflucht in Gemeindezentren, Kirchen und Polizeirevieren...

Ein randalierender Mob, brennende Häuser, mehrere Tote und zum ersten Mal seit Ende des Krieges wieder Ausgangssperre - das ist die Bilanz eines...

Im karelischen Kondopoga hat ein randalierender Mob faktisch alle Kaukasier aus der Stadt getrieben. Wir fragten Moskauer, was sie vom dortigen Pogrom und...

Die Hysterie des islamistischen Mobs gegen ein paar kritische Karikaturen ist erschreckend...

Mobbing kommt vom englischen "mob" für Meute, randalierender Haufen; "to mob" heißt pöbeln. Doch nicht jeder Krach, jede Streiterei, Schikane oder...

einzige Alternative zum bestehenden und vergehenden System, und halt die Chaoten als prügelnder und randalierender Mob einer aussterbenden Zeit.

Nacht für Nacht streift jugendlicher randalierender Mob fremdländischer Provenienz durch die Straßen, zündet Autos, Häuser und öffentliche Gebäude an...

Randalierender Mob auf den Straßen deutscher Städte, der "Türken und Fidschis ins KZ" prügeln möchte, Randexistenzen der Scientific Community...

die Öffentlichkeit, die es nicht mag, wenn ein randalierender Mob durch die Straße hetzt. Auf der anderen Seite...

Konfrontation mit einer Protestbewegung, die man vorher als randalierender Mob zu diffamieren versuchte....

Henze würde den randalierenden Mob am liebsten ohne Federlesen in die Flucht schießen, Kalberg hat Mühe ihn zurückzuhalten und vergattert ihn aufs...

Was sagt das wohl über dich aus, dass du kein Wort über einen randalierenden und körperverletzenden 40-Mann-Mob verlierst, wohl aber gegen diejenigen hetzt...

Natürlich hat das sicher auch einige Unschuldige getroffen, das ist bei einem pöbelnden und randalierenden Mob einfach nicht auszuschliessen. ...

Randalierende Mobs töteten in Armenvierteln von Johannesburg seit Freitag zwölf Menschen. Beobachter sprechen von einer außergewöhnlichen Brutalität der ...

Mädchens im Haus eines Kurden gefunden wurde, zog ein randalierender rechter Mob durch die Straßen, schrie "Susurluk wird das Grab der Kurden!

Ein Toter US-Botschaft in Flammen. Mit Metallstangen und Stöcken stürmt ein randalierender Mob die ...

40 Angehörige randalieren nach Tod einer Patientin - Krawall im Krankenhaus...

Kein randalierender Pogrom-Mob, nein, sondern ein ordentlicher Vorgang mit Sonderzügen und einem vorschriftsmäßig ausgefüllten Ausweisungspapier...

Ob Konkret oder Jungle World – einig ist man sich dort, dass ein ‚randalierender islamistischer Mob‘ nur den Anlass brauchte, den Scharon mit seiner...

Der Einsatzleiter vor Ort verhandelte quälend lange mit dem randalierenden Mob, statt wie bei nichtigeren Anlässen üblich, mit Gewalt den Weg für die ...

Diese müssen, obwohl in dicht besiedelten Wohngebieten „eingezwängt", von außen für Nicht-Juden erkennbar gewesen sein. Der randalierende Mob hielt sie ...

... der auf beiden Seiten von einem randalierenden Mob unterstützt wurde, eskalieren und zettelten einen militärischen Konflikt an. ...

Denn wo ist die chinesische Polizei bei dem randalierenden chinesischen Mob?...

Die Regierung setzte die Nationalgarde und die Armee ein, um den randalierenden bourgeoisen Mob zur Räson zu bringen. Insgesamt forderten die Krawalle, ...

Den mit Sympathie und Unterstützung auch deutscher Linker randalierenden Mob kann man mit Recht als die letzten noch tätigen SS- Banden mit dem Ziel der ...

Molotow-Cocktails, brennende Wohnungen, Menschen in Todesgefahr und auf der Flucht vor einem randalierenden rechtsradikalen Mob. Rostock-Lichtenhagen 1992. ...

Wer Pogrome für ausländerfreie Zonen in Rostock-Lichtenhagen oder Hoyerswerda nicht dulden wollte und nach der Staatsgewalt gegen den randalierenden Mob ...

Der randalierende Mob gehört anscheinend auch zur Antifa und ist insgesamt nicht viel besser als Nazis. ...

Polizei ihrer Meinung nach schuld ist, tobt längst schon der islamistische Mob, ...

Allerdings währe nicht nur dieser "Erfolg" wünschenswert, sondern auch, das sich bestimmte "Linksfaschisten" (nichts anderes ist der randalierende Mob aus ...

Das Forum „Faschos randalieren in Leipzig“ auf FOCUS Online bietet Diskussionen zum Thema ... Der linke Mob randaliert in Connewitz nicht nur zu Silvester. ...

... und muß sich häufig im symbolischen Handlungsraum der Filme gegen einen randalierenden Mob oder die Auswüchse politischer Korruption geschlagen geben. ...

Das von einem randalierenden Mob im Namen des Glaubens vorgetragene Spektakel diskreditiert den Islam in meinen Augen viel mehr. ...

... in welchem Verhältnis der randalierende Mob zu den friedfertigeren Teilen der Protestierer besteht -, wird aus dem Film nicht verständlich. ...

ist zwar ot aber das fiel mir dazu ein: randalierender Mob zündet Bäckerei an wegen zu wenig Broten??

Jetzt werden sich wieder die Leute aus dem Forum melden, die den randalierenden Mob kleinreden.

Randalierende Mobs, brennende Fahnen – und schlimmer – Botschaften und internationale Einrichtungen, Morddrohungen, Fatwas und auch tatsächliche Morde die ...

"Um einen randalierenden Mob zu bändigen, muss man gut trainierte Stiefel auf dem Boden haben." Und in einer Sprache, die an die Schutzgeldaktivitäten eines Mafiabosses erinnert, ...

Der Endpunkt dieser Entwicklung ist ein Zustand totalitäre Gedankenkontrolle, in der die "mündige" Masse der Zeitungsleser zum randalierenden Mob ...

Schon im vergangenen Jahr probte der randalierende Mob den gewalttätigen Angriff auf die Polizei, auf das Eigentum der Bürger und Einrichtungen der ...

Den Fernsehbildern des randalierenden und lynchenden Mobs fehlte diesmal jede Exotik.

« Last Edit: January 09, 2019, 07:38:47 AM by Textaris(txt*bot) »
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[Wo Brutalität und Zwietracht tobt... ]
« Reply #1 on: May 20, 2008, 02:33:04 PM »

Quote
[...]  In den Townships und den heruntergekommenen Hochhäusern im Herzen von Südafrikas Wirtschaftsmetropole suchten Banden junger Männer nach Ausländern. Sie traten Türen ein, durchkämmten Häuser und Wohnungen, verlangten Ausweispapiere, achteten auf verdächtige Akzente und landesunübliche Haartrachten. Es unterliefen ihnen dabei auch Fehler: Unter den Toten und Verletzten der Hetzjagd befinden sich mehrere Südafrikaner.

Die jungen Männer in Johannesburg plünderten Läden, zündeten Autos an, prügelten, vergewaltigten, steinigten oder warfen ihre Opfer aus den Fenstern in die Tiefe. Andere zündeten sie bei lebendigem Leib an - in ihr Bettzeug geschnürt oder mit einem mit Benzin gefüllten Reifen um den Hals. So waren während des Kampfes gegen die Apartheid in Südafrika Verräter hingerichtet worden. Dem Todeskampf der Gepeinigten schauten sie lachend zu und skandierten dabei Hassparolen.

[...]  Übergriffe auf Ausländer sind in den südafrikanischen Armenvierteln nicht neu. Aber so mörderisch sind sie noch nie ausgefallen. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Seit der Wahlkrise in Zimbabwe - deren Existenz der südafrikanische Präsident leugnet - hat sich der Flüchtlingsstrom aus dem Nachbarland noch verstärkt. Insgesamt sollen rund 3 Millionen Zimbabwer in Südafrika leben. In den Hüttensiedlungen wird es noch enger, der tägliche Überlebenskampf noch härter.

Gleichzeitig drängen die explodierenden Lebensmittelpreise die Einheimischen an den Rand der Verzweiflung. Der Grossteil der Bevölkerung hat am wirtschaftlichen Erfolg Südafrikas keinen Anteil, rund 40 Prozent leben gar schlechter als vor der demokratischen Wende. Ihre ganze Frustration und Existenzangst projiziert diese Schicht nun auf die Ausländer.

Die südafrikanische Regierung hat die brutalen Attacken scharf verurteilt, zeigt sich im Übrigen aber hilflos. Präsident Thabo Mbeki ist als konkretere Massnahme lediglich die Anordnung einer Untersuchung eingefallen. Derweil wächst die Angst, dass die Unruhen von den Townships auf die Arbeitsplätze übergreifen könnten. Andere Landesteilen fürchten, ebenfalls zum Schauplatz fremdenfeindlicher Ausschreitungen zu werden. In einer Township in der Nähe von Kapstadt wurde am vergangenen Freitag ein somalischer Händler erschossen, am Sonntag erhielten 30 weitere Somalier Drohbriefe mit der Aufforderung, das Land umgehend zu verlassen.


Aus: "Hassgefühle wie zu Zeiten der Apartheid" Von Christine D'Anna-Huber (19. Mai 2008)
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/871692.html


-.-

Quote
[...] Mbeki kündigte die Einsetzung einer Untersuchungskommission an. Sie soll die Ursachen der Gewalt ergründen und herausfinden, "wer dahinter steckt". Bereits jetzt habe es mehr als 200 Festnahmen gegeben. Er sei zuversichtlich, dass der Polizei bald ein entscheidender Durchbruch im Kampf gegen die Gewaltkriminalität gelingen werde, fügte Mbeki hinzu. Jacob Zuma sagte: "Wir dürfen kein fremdenfeindliches Land sein Wir sollten das letzte aller Völker sein, das ein Problem mit der Haltung zu den Brüdern und Schwestern hat, die von außen kommen."

Laut dem südafrikanischen UNHCR-Vorsitzenden Tseliso Thipanyane seien die Spannungen länger bekannt; bereits 1999 seien zwei Ausländer in Pretoria aus einem Zug geworfen worden. "Es gibt ohne Zweifel einen Wettstreit um knappe Ressourcen, Häuser, Arbeit und andere Dienstleistungen", so Thipanyane. Dies werde auch dadurch deutlich, dass die Übergriffe vor allem in Armenvierteln verübt würden.

[...] "Wir sprechen nicht von Fremdenfeindlichkeit, wir sprechen von Kriminalität", unterstrich Polizeisprecher Govindsamy Mariemuthoo. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen warnte, die Stadt steuere auf eine humanitäre Katastrophe zu. Die Opposition erneuerte indes ihre Forderung, das Militär zu entsenden, da die Polizei die Lage nicht mehr kontrolliere. Auch die Stiftung von Nelson Mandela beklagte die Exzesse. Der erste schwarze Präsident Südafrikas und Friedensnobelpreisträger hatte die Nation schon vor einer Woche vor einer "zerstörerischen Entzweiung" gewarnt.

Die meisten der Einwanderer in Südafrika kommen aus dem Nachbarland Simbabwe. Schätzungen gehen davon aus, dass rund drei Millionen Simbabwer wegen der dortigen politischen Gewalt, Arbeitslosigkeit und Inflation ihre Heimat verlassen haben. Die jungen Menschen in den verarmten südafrikanischen Townships werfen den Ausländern vor, sie nähmen ihnen Arbeitsplätze weg und seien kriminell.

 Die Exzesse hatten vor einer Woche im Township Alexandra begonnen. Dort leben seit Tagen rund 1000 Menschen aus Angst um ihr Leben im Schutz einer Polizeistation. Im Armenviertel Jerusalem wurden Polizisten mit scharfer Munition beschossen, als sie rund 500 Menschen daran hindern wollten, Geschäfte von Ausländern zu plündern. Das südafrikanische Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen baten um Geld zur Versorgung der in öffentlichen Einrichtungen Zuflucht suchenden Menschen. Ein freiwilliger Helfer eines Gemeindezentrums im Osten von Johannesburg sprach von 2000 Menschen, die in der Nacht hier Schutz gefunden hätten.


Aus: "Fremdenhass in Südafrika eskaliert" (Artikel vom 20.05.2008 10:50 | apa, dpa, afp, ap | sk )
Quelle: http://www.kurier.at/nachrichten/160890.php

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[...] In Diepsloot, Thokoza, Tembisa und Cleveland eskaliert die Gewalt. Captain Cheryl Engelbrecht von der Polizei in Cleveland zog am Sonntag nüchtern Bilanz: "Zwei Personen wurden verbrannt, drei wurden erschlagen. 50 weitere Menschen wurden mit Schusswunden oder Messerstichen in Krankenhäuser eingeliefert."

Die Zeitungen berichten am Montag von Menschen, die qualvoll verbrennen, während andere zusehen und das Leiden der Sterbenden lachend kommentieren.

[...] In Südafrika ist der Krieg Arme gegen Arme am Wochenende eskaliert. Inzwischen hat die Gewalt auch die Touristenmetropole Kapstadt erreicht. In den Slums von Fisantekraal wurden zwei Somalis ermordet, zwei andere schwer verletzt. Seitdem herrschen auch hier Angst und Schrecken.


Aus: "SÜDAFRIKAS SLUMS - Wütender Mob verbrennt Einwanderer" Von Karl-Ludwig Günsche, Kapstadt (19.05.08)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,554004,00.html

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[...] Die Polizei sei hilflos: "Sie können nur reagieren, aber nicht schützen." Auch Bischof Paul Verryn, der in der Methodistenkirche in Johannesburgs Innenstadt über 1.500 meist simbabwische Immigranten beherbergt, geht davon aus, dass die Polizei die Situation nicht unter Kontrolle hat. Eine Gruppe von Schlägern hatte auch die Kirche aufgesucht, und mehr als 300 Immigranten flohen gestern früh auf die Straße. "Die Armen greifen die Armen an", sagt er. "Und es kommt ein kriminelles Element dazu. Man stiehlt das Eigentum der Ausländer, es gibt Plünderungen."

Es sind jedoch nicht nur Ausländer, sondern die Gewalt richtet sich auch gegen Südafrikaner, die mit einem Nichtsüdafrikaner verheiratet sind oder die auf Zuruf nicht in einer der gängigen Sprachen wie Zulu antworten.


Aus: "Ausländerfeindlichkeit in Südafrika - Terror in den Townships" (taz, 20.05.2008)
Quelle: http://www.taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/terror-in-den-townships/?src=AR&cHash=01298e98b0

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Quote
[...] In der Presse wird bemängelt, dass sich bisher weder Präsident Thabo Mbeki noch eines seiner Kabinettsmitglieder an einem der Brennpunkte sehen ließ: Vor allem, wo nicht nur die zunehmende Zahl der Flüchtlinge, sondern auch die Probleme der Regierung bei der Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung für die wachsende Ausländerfeindlichkeit verantwortlich gemacht werden. Nach den Worten des Direktors des südafrikanischen Konsumenten-Forums, Thami Bolani, sind die jüngsten Übergriffe in erster Linie auf die Verarmung weiter Teile der Bevölkerung infolge eskalierender Lebensmittelpreise zurück zu führen: "Was wir derzeit erleben, könnte der Beginn höchst gefährlicher Armutsaufstände sein", sagte Bolani.


Aus: "Jagd auf Ausländer in Südafrika" VON JOHANNES DIETERICH" (18.05.2008)
Quelle: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?sid=af9ddb891193b356c4c72155c90c0437&em_cnt=1336179

-.-

Quote
[...] Im Verteilungskampf um knappe Güter werden Einwanderer zu unerwünschten Konkurrenten. Die Devise lautet: Jetzt kommen erst mal wir Südafrikaner dran, wir haben lange genug gelitten.

[....] Seit Ende der neunziger Jahre nimmt der Hass auf Ausländer in erschreckendem Ausmaß zu. Weil er sich fast ausschließlich gegen Schwarzafrikaner richtet, sprechen die Sozialwissenschaftler von einer regelrechten Negrophobie. Wegen des unverständlichen Klangs der Zuwanderer Sprachen nennt man sie abschätzig kwerekwere. Einer der Marodeure fasst die Ressentiments der Einheimischen in einem Satz zusammen: »Sie stehlen unsere Jobs, unsere Häuser, unsere Frauen.« So werden die Migranten zu Sündenböcken für hausgemachte Versäumnisse.

[...] Das zweite Versagen der Regierung Mbeki hat mit dem Nachbarland Simbabwe zu tun, in dem der Despot Robert Mugabe das eigene Volk unterdrückt und aushungert. Drei Millionen Simbabwer sind in den vergangenen acht Jahren nach Südafrika geflohen, jeden Tag werden es mehr. Aber die zuständigen Staatsorgane, allen voran das Innenministerium, haben das Problem bislang ignoriert oder kleingeredet. Zugleich verstärkt die Appeasement-Politik der Regierung den Massenexodus aus Simbabwe. »Die Weigerung von Präsident Mbeki, die Krise in Simbabwe überhaupt als solche wahrzunehmen, und seine Freundschaft mit Mugabe haben diese Menschen zu uns getrieben«, schreibt Justice Malala, einer der einflussreichsten Kommentatoren Südafrikas. Immerhin dürfte Mbeki nicht entgangen sein, dass sich die Pogromstimmung in den Armenvierteln zuallererst an entwurzelten Simbabwern austobt. »Wo sollen wir nur hin?«, fragt ein verzweifelter Flüchtling. »Hier in Südafrika können wir nicht mehr bleiben, und wenn wir heimkehren, töten sie uns dort.«

Die Aids-Katastrophe, der Zusammenbruch in Simbabwe, die Treibjagd auf Einwanderer – Thabo Mbeki und seine Minister bekommen derzeit die Folgen einer Politik des fortgesetzten Leugnens und Verdrängens zu spüren. Zwei Jahre vor der Fußballweltmeisterschaft schlittert Südafrika in die schwerste Führungskrise seit dem Ende der Apartheid.


Aus: "Arme gegen Ärmere" Von Bartholomäus Grill (DIE ZEIT, 21.05.2008, Nr. 22)
Quelle: http://www.zeit.de/2008/22/Suedafrika?page=1

-.-

Quote
[...] Nach den tagelangen ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika sollen nun die Streitkräfte die Gewalt beenden. Präsident Thabo Mbeki habe einer Bitte der Polizei stattgegeben, Soldaten in und um Johannesburg einzusetzen, hieß es in einer Stellungnahme seines Büros. Eine Polizeisprecherin sagte, die Armee werde die Sicherheitskräfte sowohl mit Truppen als auch mit Geräten bei bestimmten Einsätzen unterstützen.

[...] Bei den seit mehr als einer Woche andauernden fremdenfeindlichen Angriffen hat es nach Polizeiangaben inzwischen 42 Tote gegeben. 16.000 Menschen seien aus den Townships von Johannesburg vertrieben worden, hieß es weiter. Viele der verfolgten Ausländer - allen voran Flüchtlinge aus Simbabwe, Mosambik und Malawi - haben in Notunterkünften Schutz gesucht. Die Südafrikaner in den Elendsvierteln werfen den Einwanderern vor, ihnen Arbeit und Wohnraum wegzunehmen.



Aus: "Südafrika - Armee soll brutale Angriffe auf Ausländer stoppen" (22. Mai 2008)
Quelle: http://www.welt.de/politik/article2021774/Armee_soll_brutale_Angriffe_auf_Auslaender_stoppen.html

« Last Edit: May 14, 2018, 09:29:04 AM by Textaris(txt*bot) »
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[Wo Brutalität und Zwietracht tobt... ]
« Reply #2 on: May 20, 2008, 03:27:47 PM »

[Suchmaschienen Textfraktalse]:

Unter der dünnen Schicht aus Intellekt, Bildung und Gediegenheit regieren archaische Reflexe. ...
In Krisenzeiten kommen doch ab und zu wieder archaische Reflexe zum Vorschein . . ." "In den Wäldern herrscht das Faustrecht. Einige sind geneigt, dasselbe ...
Diese Position entspricht einerseits gewissermaßen einer Embryohaltung, andererseits wissen wir, daß alte archaische Reflexe bestimmten Teilen unseres ...
Die Autoren der Studie der Universität Witten/Herdecke haben die Erfahrung gemacht, dass in deutschen Unternehmen archaische Reflexe zum Vorschein kommen ...
Aufgrund dieser Wahrnehmungsmuster, die von Wissenschaftlern auf archaische Reflexe zurückgeführt werden, sind Menschen mit hoher, dünner Stimme im ...
Geblieben sind die archaischen Reflexe bei Anspannung: Adrenalin wird ausgeschüttet, Adern verengen sich, das überschüssige Cholesterin lagert sich ...
Wir helfen Ihnen Ihre archaische Reflexe festzustellen. Sie werden fähig, in der Gegenwart zu leben und die Vergangenheit als wertvolle Erfahrung anzusehen. ...
Unter gewissen Umständen (organische Schädigung der später entwickelten Regionen des Gehirnes, ungewöhnlicher Streß) können die archaischen Reflexe ohne ...
Alle Parteien folgten irgendwelchen archaischen Reflexen; Worte wie: Ehre, Abstammung, Blut und Boden etc. waren bei Serben, Kroaten und Albanern ...
Die Gehirnarbeit verlagert sich jetzt Schritt für Schritt vom archaischen Hirnstammbereich auf den Bereich des Kortex. Wenn ein Reflex sich ...
Die Ursache für so viel Ungerechtigkeit vermuten Wissenschaftler in archaischen Reflexen: So hat beispielsweise in Schimpansengruppen das Leittier meist die ...
Sie haben archaische Horden-Reflexe mobilisiert bei den Angehörigen des westlich-christlichen Kulturkreises: Feuer, Qualm und Steinschlag vom Himmel, ...
Was wir als attraktiv wahrnehmen, hat mit archaischen Reflexen zu tun, die tief in unser Hirn eingegraben sind. Und glatte Haut ist da immer ...
Sie löst Reflexe aus, die ihr und ihrem Thema das Leben nicht leichter machen - aber sie in der Debatte ... Der Frauenhass der Männer ist für sie archaisch. ...
Zusammen mit dem archaischen Reflex, sich für Notzeiten zu mästen, sorgt also das die Konsumtionstätigkeit begleitende Moment sozialer Befriedigung ...
Dieser archaische Reflex lässt uns gerade bei grausamen Verbrechen. zweifeln, ob unsere zivile Gesellschaft. ...
Der Mensch reagiert bei der Gegenüberstellung mit Gruppenfremden, Andersartigen und Andersdenkenden mit archaischen, tribal-territorialen Reflexen, ...
Wenn Sie sich über andere Verkehrsteilnehmer aufregen oder sich gar auf Zweikämpfe einlassen, pumpt Ihr Körper (einem archaischen Reflex folgend) durch den ...
unserer Person sind letztendlich aus Reflex- und Instinktprogrammen entwickelt, kommen als ...
... illustriert einen bisher unveröffentlichten Text der DDR- und Theaterlegende Peter Hacks«, stand da zu lesen und löste einen archaischen Reflex aus, ...
mit archaischen Eigenschaften. Instinkte, Triebe und Reflexe bleiben neben der. Technikbeherrschung die wichtigsten Qualifikationen des Soldaten. ...
Durch verschiedene archaische Reflexe erfolgt automatisch eine partielle Umschaltung in entwicklungs-geschichtlich alte Gehirnbereiche, also in einen ...

« Last Edit: May 14, 2018, 09:30:50 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #3 on: August 18, 2011, 10:40:21 AM »

Quote
[...] Was ist los in London? Eine Nachricht auf Twitter beschreibt es so: »Die Jugend im Nahen Osten erhebt sich für ihre Grundrechte. Die Jugend in London erhebt sich für einen 42-Zoll-Plasma-Fernsehbildschirm.«

Man sieht in diesen Tagen viele schreckliche Bilder aus der Millionenstadt: Fotos von ausgebrannten Autos, Videos von Jugendlichen in Kapuzenpullis, die Steine werfen und Geschäfte plündern. Das schlimmste Video aber zeigt weder Gewalt noch Feuer.

Ein Junge liegt auf dem Boden und blutet. Mehrere junge Männer gehen auf ihn zu und helfen ihm auf die Beine. Der Junge ist erst misstrauisch, lässt sich dann aber humpelnd von den Fremden führen. Nachdem sie ein paar Schritte gegangen sind, greift einer in den Rucksack des Jungen. Er zieht einen Gegenstand heraus, man kann nicht erkennen, was. Der Junge ist zu schwach, um sich zu wehren, die Diebe schlendern davon.

Der Clip ist 75 Sekunden lang. Das reicht, um zu sehen, dass den Plünderern von London alles scheißegal ist. Es geht ihnen nicht um Mark Duggan, der vergangene Woche von einem Polizisten in Tottenham erschossen wurde: Sein Gedenken haben sie geschändet. Sie rebellieren auch nicht im Namen jener ärmeren, schwarzen Community, deren Stadtviertel sie abfackeln. Was sie zertrümmern, ist ihre eigene Community und ihr eigenes Leben.

Man will diese Leute am liebsten packen, ihnen die Kapuzen herunterziehen und rufen: Was fällt euch ein?! Wieso seid ihr so wütend? Wieso seid ihr so hoffnungslos? Man müsste dabei die eigene Wut gegen sie unterdrücken: Jugend ist auch ein Versprechen, aber dieses Versprechen haben die Plünderer von London weggeworfen.

...




Aus: "Krawalle in London: Es brennt " Von Khuê Pham (10.8.2011)
Quelle: http://www.zeit.de/2011/33/01-England-Jugend-Proteste-Gewalt

« Last Edit: May 14, 2018, 09:31:01 AM by Textaris(txt*bot) »
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[Wo Brutalität und Zwietracht tobt... ]
« Reply #4 on: June 05, 2012, 02:01:15 PM »

Quote
[...] Brown: ... Die Gefahr und das Adrenalin waren wie ein Zaubertrank für mich! ... die Leidenschaft, für Deinen Club zu kämpfen und der damit verbundene Adrenalinrausch waren unglaublich. Aber ich glaube nicht, dass man diese Sucht verstehen kann. In meinem Buch Villains habe ich versucht, das zu erklären. Die Gewalt war für mich wie Heroin, sie wurde zu einer Sucht. Das Unfaire daran ist, dass man Fußball-Hooligans ins Gefängnis steckt und nicht in renommierte Rehabilitationskliniken, wo sie versuchen, dich zu heilen. ... Ein Alkoholiker oder ein Drogensüchtiger würden diesen Vergleich mit einem Hooligan nicht akzeptieren. Aber ich habe es geliebt, zur C-Crew zu gehören, genoss die Planung und die Ausführung unserer Aktionen und die Befriedigung, wenn wir aus den Kämpfen als Sieger hervorgingen. Natürlich nur für eine gewisse Zeit. ...


Aus: ""Die Gewalt war wie ein Zaubertrank"" Carsten Germann (05.06.2012)
Quelle: http://www.zeit.de/sport/2012-05/danny-brown-hooligan-england
« Last Edit: May 14, 2018, 09:32:14 AM by Textaris(txt*bot) »
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Re: [Wo Brutalität und Zwietracht tobt... ]
« Reply #5 on: May 13, 2015, 11:28:24 AM »

Quote
[...] Brutalität ist eine Einstellung oder ein Verhalten, das von Rücksichtslosigkeit, Grausamkeit und Gewalttätigkeit geprägt ist. In Meyers Konversations-Lexikon von 1888 ist Brutalität als „viehisches, rohes Betragen“ vermerkt.

Das Wort brutal ist vom spätlateinischen brutalis („tierisch“, „unvernünftig“) abgeleitet, das selbst wieder auf lateinisch brutus („schwerfällig“, „roh“) zurückgeht. Es ist seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlich. ...


Brutalität
https://de.wikipedia.org/wiki/Brutalit%C3%A4t

---

Quote

Markgraf von Bröselstein, 13.05.2015
Man steht immer wieder fassungslos vor solchen Meldungen
Wie krank oder verblendet muß man im Hirn sein, um 40 wehrlose Buspassagiere einfach so abzuknallen?


...

Karatschi – Bei einem Anschlag auf einen mit Schiiten besetzten Bus sind in Pakistan nach Behördenangaben mindestens 41 Menschen getötet worden. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, eröffneten mindestens sechs Bewaffnete in der südpakistanischen Hafenstadt Karatschi das Feuer auf den Bus.

Die Attentäter hätten das Fahrzeug gestoppt und zunächst von außen geschossen, bevor sie im Innern des 52 Passagiere fassenden Busses das Massaker fortgesetzt hätten. (APA, 13.5.2015)


Aus: "Pakistan: Mehr als 40 Tote bei Anschlag auf Bus" (13. Mai 2015)
Quelle: http://derstandard.at/2000015739221/Mehr-als-40-Tote-bei-Anschlag-auf-Bus-in-Pakistan
#2 http://tribune.com.pk/story/885511/five-dead-24-injured-in-firing-attack-in-karachi/

--

Quote
[...] Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, eröffneten mindestens sechs Bewaffnete in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi das Feuer auf den Bus. Die Attentäter hätten das Fahrzeug gestoppt und zunächst von außen geschossen, bevor sie im Innern des Busses das Massaker fortgesetzt hätten, sagte ein ranghoher Polizeibeamter. Sie seien von Sitz zu Sitz gegangen, um sich zu vergewissern, ob es Überlebende gegeben habe. Unter den Opfern seien 16 Frauen.

Der Bus habe Plätze für 52 Passagiere, sei aber mit deutlich mehr Insassen unterwegs gewesen, sagte der Polizeibeamte. Die meisten Opfer gehörten der Ismailitischen Gemeinde an und waren nach Medienberichten auf dem Weg zu einer Moschee. Sie sind eine religiöse Minderheit in Pakistan. Die Toten und Verletzten des Anschlags wurden in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht.

In Karachi mit seinen 20 Millionen überwiegend sunnitischen Einwohnern kommt es immer wieder zu religiös oder politisch begründeter Gewalt. In den vergangenen Monaten wurden auf mehrere Gotteshäuser von religiösen Minderheiten Attentate verübt. Auch Schiiten waren in Pakistan zuletzt immer wieder Ziel von Anschlägen.


Aus: "Bewaffnete erschießen mehr als 40 Menschen in Bus" (13.05.2015)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/40-tote-bei-attentat-auf-einen-bus-in-pakistan-13590760.html

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Quote
[...] Pakistan befindet sich durch Anschläge von Extremisten in beständigem Alarmzustand, zuletzt etwa durch den Angriff der Taliban auf eine Schule in Peshawar im Dezember. Damals waren 150 Menschen getötet worden, vor allem Schüler. ...


Aus: "Attentäter töten mehr als 40 Schiiten in Pakistan" (13. Mai 2015)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-05/pakistan-anschlag-schiiten-sunniten-karachi

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« Reply #6 on: May 13, 2015, 01:02:13 PM »

"brutality" (= Gewalttat) "act of brutality" ...

Es sei "diese Härte, diese Brutalität", die ihn erschüttere: "Sofort zu attackieren, das Mikrofon an sich zu reißen, Schläge zu verteilen. Dann blitzartig auch wieder abzuhauen." ...

Bei dieser Show geht es darum, den Kontakt zu einem Auto nicht zu verlieren. Eine leicht bekleidete Dame versuchte, durch laszive Posen einen Mitspieler aus der Fassung zu bringen. Dieser ging daraufhin auf sie zu, warf sie zu Boden und schlug ihr brutal ins Gesicht. ...

Nur wenige Tage nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen unbewaffneten Schwarzen bestürzt ein neuer Fall von Polizeigewalt die USA. Nach der brutal wirkenden Festnahme eines 30-jährigen weißen Mannes in Kalifornien, die auf Video festgehalten wurde, ermittelt die Bundespolizei FBI gegen zehn Polizisten. ...

Vorneweg marschiert weiterhin Arminia Bielefeld, das sich im Westfalen-Derby mit 2:1 gegen Preußen Münster durchsetzte. »Das lassen wir uns nicht mehr nehmen«, kündigte Arminia-Torschütze Manuel Junglas angesichts von nun sechs Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz an. Preußen-Coach Ralf Loose vermisste dagegen bei seiner eigenen Elf »die notwendige Brutalität«. ...

Die Mißachtung des Lebens und die Brutalität gegen den Menschen lassen die Fähigkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit erkennen. ...

Die Anschläge von Ottawa, Paris und Tunis hätten gezeigt, dass „der Westen Ziel islamistischer Terroristen ist". Und dabei gingen sie mit erschreckender Brutalität vor, um mit möglichst hohen Opferzahlen eine größtmögliche mediale Aufmerksamkeit zu erreichen, sagte de Maizière im „Bild“-Interview. ...

Viele Islamkritiker verschweigen gerne, dass das Alte Testament viel blutiger ist als der Koran. Das erleichtert die Kritik am Koran. Sie sollten endlich aufhören Judentum, Christentum und Islam mit zweierlei Maß zu messen. Hier einige Bibel-Zitate ... NUMERI 31,14-17: Mose geriet in Zorn: Warum habt ihr alle Frauen am Leben gelassen? Nun bringt alle männlichen Kinder um und ebenso alle Frauen, die schon mit einem Mann geschlafen haben. ... 2. BUCH KÖNIGE 15,16: Menachem eroberte Tifach. Er tötete alle Bewohner der Stadt und ließ ihren schwangeren Frauen den Leib aufschlitzen. ...

Andere Frauen, die sich während eines Angriffs der Armee gegen Stellungen der Islamisten unter Bäumen und Büschen versteckt hätten, seien versehentlich von Panzern überrollt worden, berichtete die 18-jährige Binta Abdullahi. Sie war vor mehr als einem Jahr in ihrem Dorf bei Madagali im Norden von Adamawa verschleppt worden. Die 19-jährige Lami Musa war bei ihrer Entführung durch Boko Haram vor fünf Monaten in ihrem Dorf bei Chibok im vierten Monat schwanger. Dadurch entging sie nach eigenen Angaben einer Zwangsverheiratung - allerdings nur bis zur Entbindung. ...

Das Aufnahmeritual ist gleichermaßen brutal wie zynisch. Das Nein auf die Frage, ob der neue Häftling den Grund seiner Einweisung ins Konzentrationslager kennt, beantwortet die SS mit Schlägen. Dagegen wird der Zimmermann, der sich selbst der »bolschewistischen Propaganda« bezichtigt, mit einem zynischen Spruch empfangen: »Gab’s da nicht schon mal einen, den man ans Kreuz genagelt hat?« Mit Szenen wie diesen beginnt die Neuverfilmung des Buchenwald-Klassikers Nackt unter Wölfen, die heute Abend...

Das Schlauchboot der Migranten war nach Angaben der Polizei mit etwa 100 Menschen am Dienstag von Libyen aus in See gestochen. Vor Sizilien kam es Zeugenaussagen zufolge zu einem Streit zwischen Christen und Muslimen, in dessen Folge zwölf Flüchtlinge aus Ghana und Nigeria über Bord geworfen wurden. Grund für den Streit sei "religiöser Hass", teilte die Polizei mit. ...

Mit zunehmender Dauer wird der Film düsterer und düsterer und erreicht in seiner Brutalität fast skandinavische Ausmaße. Angesichts des Abgrundes, in den Zorn und Schröder sich vortasten, nehmen auch die coolen Sprüche ab. Für Ironie bleibt da wenig Platz. ...

Sie beleidigen sich und lachen sich an. Ich erlebe sie als sensibel und sozial eingestellt; zugleich als regellos bis zur verbalen Brutalität. Es ist kaum herauszufinden, wann sie provozieren und was sie ernst meinen. ...

Das Jahr 2014 war weltweit geprägt von immer brutaleren Formen bewaffneter Gewalt. Das Antlitz bewaffneter Konflikte hat sich generell verändert. ...

Unvorstellbare Brutalität wechselt mit Szenen der Hoffnung und des Überlebenswillens. Andeutungsweise ist zu ahnen, wie Widerständler einen Mithäftling in der Latrine ertränken. Es ist eine der Szenen, die es in der Fassung von DDR-Regisseur Frank Beyer nicht gab. ...

Wenig später erhielten die Fußballverbände - darunter der DFB - Post von einem Dutzend Vereine: Der Wettkampf sei zuletzt mehrfach durch "unfaires, sogar brutales Verhalten einzelner Spieler, Zuschauer sowie Offizieller gestört worden", kritisierten die Clubs in ihrem Schreiben. "Der Fußball ist für uns alle ein Hobby, das Spaß machen soll. Dieser Spaß ist aktuell leider nicht mehr im Vordergrund. ...

I​n einem Kondolenzschreiben an die katholische Bischofskonferenz von Kenia hat Papst Franziskus das gestrige Terror-Massaker auf de​m​ Campus des „Garissa University College“ aufs Schärfste verurteilt. „In Verbundenheit mit allen Menschen guten Willens in der ganzen Welt​ verurteilt​ Seine Heiligkeit diesen Akt sinnloser Brutalität und betet für einen Wandel des Herzens der Täter“, ​wie es i​n dem​ von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Telegramm an den Kardinal John Njue​ heißt.​ Während der Papst seine tiefe Trauer ausdrückt, ruft er die Autoritäten und die Bevölkerung Kenias auf​,​ ​ihre Anstrengungen zu verdoppeln​,​ um „diese Gewalt ​zu be​enden“ ...

« Last Edit: May 14, 2018, 09:33:56 AM by Textaris(txt*bot) »
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Textaris(txt*bot)

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[Wo Brutalität und Zwietracht tobt... ]
« Reply #7 on: August 31, 2015, 11:01:58 AM »

Elisabeth Raether (* 1979 in Heidelberg) ist eine deutsche Autorin und Journalistin. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Raether

Quote
[...] Wann hat es angefangen? Vielleicht vor einem Jahr. Es war ein lauer Abend im Juli. An den Tischen auf dem Bürgersteig beim Italiener tranken die Gäste Weißwein. Da geschah etwas, das in Berlin recht oft passiert: Mit einem Mal war die viel befahrene Rosenthaler Straße nicht mehr viel befahren, dafür rollte langsam ein Polizeimotorrad heran. Es blieb stehen, Stille trat ein. Dann hörte man die Rufe: eine Demonstration. Im Schnitt gibt es davon in Berlin täglich 13 Stück, gegen und für so ziemlich alles. Eine kleine Demo ist also noch nichts, was einen vom Weißweintrinken abhalten würde. Doch allmählich wurde das Durcheinander der kräftigen Männerstimmen lauter, dann war klar und deutlich zu hören, was sie riefen:

"Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!"

Einer der Demonstranten schwenkte die palästinensische Flagge.

Schweigen an den Restauranttischen. Lange Blicke in die Weingläser.

In den Tagen darauf konnte man lesen, die Muslime hätten den Antisemitismus zurück nach Deutschland gebracht. Beziehungsweise: "die enthemmten Muslime", wie das Magazin Cicero schrieb. Alexander Gauland von der Alternative für Deutschland gab ein Statement ab: Die Vorfälle zeigten, dass multikulturelle Träume an der Wirklichkeit zerschellten.

Es meldeten sich also diejenigen zu Wort, die den Schock schnell überwunden hatten und zum Gegenangriff übergegangen waren. Alle anderen konnten lange nicht glauben, was geschehen war: Im sanften Licht eines endenden Sommertages war einem in der Mitte Berlins der blanke Hass begegnet.

Vielleicht hat es da angefangen. Vielleicht dachte man da das erste Mal: Es gibt ja Leute, die andere richtig hassen. Sie hassen niemanden, der ihnen persönlich etwas angetan, der sie belogen und verraten hätte, sondern sie hassen Menschen, die ihnen vollkommen unbekannt sind.

Der Hass, dieses starke Gefühl, war ein bisschen in Vergessenheit geraten. Er schien schon gar nicht mehr zum emotionalen Repertoire des modernen Menschen zu gehören. Wie die Tugendhaftigkeit und die Galanterie war auch der Hass mit der Geschichte untergegangen.

Heute werden raufende Schuljungen zum Anti-Aggressions-Training geschickt. Führungskräfte lassen sich vom Coach erklären, wie man Mitarbeitern in nettem Ton Weisungen erteilt. Über alles kann man reden, für jedes Problem findet man eine Lösung oder wenigstens einen Kompromiss.

Doch mitten unter uns gibt es auf einmal ziemlich viele Menschen, die überhaupt keine Lust mehr auf Gespräche und Kompromisse haben. Die Deutschpalästinenser jedenfalls, die durch Mitte zogen, wirkten nicht so, als hätten sie Freude am Austausch von Argumenten.

Es scheint fast modern geworden sein, zu hassen: irgendeine Gruppe von Menschen schlicht und einfach zu verabscheuen. Ende der Diskussion.

... Seitdem im letzten Herbst Pegida auf den Plan trat, versammeln sich regelmäßig Menschen in Fußgängerzonen, um ihre Heimatliebe in ein Megafon zu brüllen. Wobei Heimatliebe offenbar bedeutet, die richtigen Leute zu hassen.

Die Gegendemonstrationen, die diese Versammlungen hervorrufen, sind nicht harmloser. Gewalttätigen Protest gibt es, seitdem es Legida gibt, die Leipziger Variante von Pegida. Im Namen des Antirassismus fliegen Pflastersteine. Auf die Leipziger Firma, deren Geschäftsführerin die AfD-Vorsitzende Frauke Petry ist, haben Autonome gerade eine Buttersäure-Attacke verübt, um auf die "sich drastisch zuspitzende rassistische Stimmung in Deutschland" aufmerksam zu machen, wie es im Bekennerschreiben heißt.

Eine andere Spielart linker Gewalt: Polizeiwagen anzünden, so geschehen im März bei der Eröffnung des neuen EZB-Gebäudes in Frankfurt.

Und dann wäre da noch, weder rechts noch links, nur brutal: der IS. Der Zulauf aus westlichen Ländern, auch aus Deutschland, ist ungebrochen. Die Zahl der jungen Frauen, die sich vom IS rekrutieren lassen, hat sich nach Angaben des Verfassungsschutzes im vergangenen halben Jahr sogar verdoppelt.

Vor einigen Wochen hat der Bundesinnenminister seine Statistik zur politisch motivierten Kriminalität für das Jahr 2014 vorgestellt.

Politisch motivierte Ausländerkriminalität, womit unter anderem die Unterstützung terroristischer Vereinigungen wie des IS gemeint ist: sprunghafter Anstieg bei den Gewalttaten um 133,5 Prozent auf 390 Fälle.

Linksextremismus: 8113 Straftaten, Zahl der Gewalttaten auf dem hohen Niveau der Vorjahre bei 1664 Fällen.

Bilanz der rechten Szene: 17.020 Straftaten, Anteil der Gewalttaten stark steigend, nämlich um 22,9 Prozent auf 1029 Fälle.

Das Ministerium fasst es so zusammen: "Die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten hat seit Beginn der Erfassung 2001 einen absoluten Höchststand erreicht." Allein im vergangenen Mai wurden laut Bundesregierung 68 Menschen durch Rechtsextreme und 39 durch Linksextreme verletzt.

Man blickt von Deutschland aus gern kopfschüttelnd auf Konflikte anderswo: Schlimm, dieser Rassismus in Amerika! Unglaublich, die Homophobie in Russland! Und können die Türken nicht endlich mal die Kurden in Ruhe lassen? Dabei gibt es Hass auch heute hier bei uns. Offenbar haben wir ihn gar nicht abgeschafft. Oder er ist wieder da. Wie konnte das passieren?

Juliane Grossmann schreibt seit 2006 ein Blog über den jüdischen Alltag in Berlin. Sie ist einiges gewohnt an Antisemitismus, sagt sie. Sie wurde 1976 geboren und ist in der DDR aufgewachsen. Religiös zu leben war dort kaum möglich. Koscheres Essen bekam man nicht. Ständig musste man Repressalien befürchten, zum Beispiel nicht zum Studium zugelassen zu werden. Als die Mauer fiel, hatten alle jüdischen Gemeinden der DDR zusammengenommen 400 Mitglieder. In den 2000er Jahren, als Juliane Grossmann studierte, jobbte sie im Jüdischen Museum in Berlin als Aufsicht. Nett aussehende ältere Touristen aus Bayern, in Multifunktionsjacken gekleidet, erklärten ihr, warum es doch für alle Beteiligten besser wäre, wenn sämtliche Deutschen jüdischen Glaubens nach Israel auswandern würden. Andere Besucher empfanden die aufwendigen Sicherheitskontrollen im Museum als Gängelung und sagten zu den Kartenabreißern: "Das ist ja wie im KZ hier." Oder: "Das ist wohl eure Rache an uns." Im Pausenraum des Museums lag ein Buch aus, in dem die Mitarbeiter solche Erlebnisse notierten.

In den Wochen, als in Berlin die antisemitischen Parolen durch die Straßen hallten, erhielt Juliane Grossmann einen Kommentar von einem anonymen Blog-Leser.

"Nirgendswo auf der Welt gibt es ein anderes Volk dass so verhasst ist wie ihr Juden. Es ist keine Angelegenheit seit 1933; schaut in die Geschichte. Ihr Juden seit keine Menschen, sondern eine Krankheit, das man vermeiden muss. Eines Tages wird für euch Juden ein böses Erwachen geben, so dass ihr sogar Hitler um Hilfe bitten werdet."

Diesmal hatte Juliane Grossmann keinen jener älteren Herren vor sich, die sie sich im Museum dann immer zum Spaß in SS-Uniform vorgestellt hatte. Vor ihr leuchtete nur der Bildschirm ihres Rechners. Kein Name stand unter dem Kommentar, keine E-Mail-Adresse. Es war eine Stimme aus dem Nichts, kein Gesicht, keine Geschichte.

Juliane Grossmann schaffte nicht, was ihr im Museum immer gelungen war, nämlich zu denken: Was soll’s, manche Leute kommen eben nicht klar. Stattdessen las sie die Zeilen wieder und wieder. Sie suchte nach einem Hinweis, der ihr doch etwas über den Absender und seine Beweggründe verraten würde. Alles, was sie feststellen konnte, war, dass der Autor dieser Zeilen weder Grammatik noch Rechtschreibung beherrschte.

Es entsteht leicht der Eindruck, dieser Hass, den ein paar versprengte Spinner im Internet ablassen, sei harmlos: unangenehm vielleicht, aber nicht weiter schlimm. Trolle nennen wir diese Menschen etwas verniedlichend und stellen sie uns in dunklen, einsamen Wohnungen vor ihren Rechnern sitzend vor. Doch Hass ist nie harmlos, und Hass auf soziale Gruppen sät immer Zwietracht. Er schadet nicht nur einem Einzelnen, er verunsichert alle Angehörigen einer Gruppe. Wenn eine Frau bedroht wird, weil sie Jüdin ist, fangen andere an, darüber nachzudenken, ob und wo sie von diesem Teil ihrer Identität noch sprechen wollen.

Juliane Grossmann erstattete Anzeige, obwohl sie ahnte, dass es aussichtslos war. Sie wollte nicht, dass diese Sache sich einfach verflüchtigte. Nach einigen Telefonaten mit der Polizei wurden die Ermittlungen eingestellt. Immerhin, sagte Juliane Grossmann sich, ging der Fall jetzt als Zahl in die Statistik der Berliner Polizei ein.

Über das, was sie erlebt hatte, veröffentlichte sie einen Post. Es war ein weiterer Versuch, sich nicht mehr so hilflos zu fühlen. Vielleicht, dachte sie auch, würde der Absender sich ja noch einmal zu einem Kommentar hinreißen lassen, vielleicht würde er sich verraten. Doch sie hörte nie wieder etwas von ihm. Er war, so vermutet sie, längst weitergezogen. Juliane Grossmann hat die hasserfüllten Worte nicht gelöscht, auf ihrem Computer liegen sie immer noch im Ordner "nicht freigeschaltete Kommentare".

Die Wissenschaft hat sich lange mit der Frage beschäftigt, wie Hass in Gruppen organisiert wird. Was macht einen Anführer aus? Sind Anführer fanatischer als ihre Gruppe, oder sind sie berechnende Antreiber eines blindwütigen Haufens?

Heute sind Anführer und Gruppen nicht mehr so wichtig. Heute kann jeder für sich allein hassen. Man klappt seinen Rechner auf und tippt los.

Autoritäten lösen sich auf, Loyalitäten auch. Wir leben bekanntlich im Zeitalter des Individualismus. Vielleicht haben wir uns zu sehr darauf verlassen, dass der kollektive Hass sich damit von selbst erledigt hat. Kollektiver Hass bedeutet, dass man bestimmte Menschen nur deshalb nicht ausstehen kann, weil sie einer sozialen Gruppe angehören. Man reduziert sie in negativer Weise auf ein einziges Merkmal – die Zugehörigkeit zu ebenjener Gruppe – und lässt sie nichts anderes mehr sein. Es ist erstaunlich, dass so ein Denken heute noch möglich ist: Wenn man für sich in Anspruch nimmt, ein Individuum zu sein, und nach diesem Anspruch auch nur halbwegs lebt – wie kann man dann behaupten, man wisse alles über einen Menschen, obwohl man beispielsweise nur weiß, in welchem Land seine Eltern geboren wurden?

Man nimmt von sich selbst an, einzigartig zu sein, von anderen aber nicht. Wer heute hasst, muss diesen gedanklichen Widerspruch hinbekommen. Das könnte dann so aussehen: Beim Therapeuten leuchtet man den letzten Winkel seiner komplizierten Seele aus, ist aber überzeugt, das Wesen eines arabischen Einwanderers mit einem Blick erfassen zu können. (Zu den Hassenden gehören ja durchaus reflektierte, etablierte Menschen.)

Die Auflösung des Gruppenzwangs hat das Hassen leichter gemacht. Man muss sich heute nicht unbedingt einer Gruppierung anschließen, um Abscheu und Ressentiment zu leben – etwa einem Haufen Neonazis oder palästinensischer Jungmänner. Man muss sich nicht der heiklen Dynamik einer aggressiven Gruppe ausliefern. Juliane Grossmann ist auf allen Social-Media-Kanälen vertreten, Twitter, Facebook, Instagram, Tumblr: Sie ist leicht erreichbar für alle. Und wenn man keine Lust mehr hat auf Streit mit ihr, klappt man den Rechner wieder zu.

In der Auseinandersetzung über diese Auswüchse der modernen Debattenkultur wird häufig behauptet, das Problem sei die Anonymität im Netz. Wer seinen Namen nennen müsse, der werde sich zügeln. Anscheinend ist Anonymität aber gar nicht so entscheidend – auf Facebook posten die Leute auch unter echtem Namen ihren Hass. Entscheidend ist, dass man nicht den Gesichtsausdruck derjenigen ertragen muss, die man gerade beleidigt hat. Und dass man keine Gegenwehr zum Beispiel in Form einer Ohrfeige riskiert.

Man muss sich nicht einmal festlegen, wen man hassen will. Es wird heute nicht mehr in Lagern gehasst, wie alles in unserer Welt ist auch der Hass beweglicher und damit unübersichtlicher geworden. Zahlreiche linke Feministinnen haben überhaupt kein Problem damit, fremdenfeindlich zu sein und voller Verachtung von gläubigen Musliminnen zu sprechen. Wenn man will, kann man jeden Tag jemand anderen hassen: heute Pelzjackenträger, Spätgebärende aus Berlin-Prenzlauer Berg und Christian Wulff, jeweils als Vertreter des Establishments, und morgen diejenigen am unteren Ende der Hackordnung, also zum Beispiel Pleite-Griechen, bettelnde Obdachlose, Hartz-IV-Empfänger. Oder man hasst sie alle gleichzeitig.

Die Frage ist: Wie schafft es der Hass, sich zu erhalten, so ganz ohne Anführer? Warum weicht er nicht dem mehr oder weniger gutmütigen Pragmatismus, der einen durchs Leben bringt? Warum wird der Hass nicht zerrieben vom Alltag, wie so viele andere Prinzipien, die an der Realität scheitern? Kurz: Wie bleibt man Fanatiker, wenn es keinen Gruppenzwang gibt?

Bei der Suche nach einer Antwort hilft es, den Hass mit der Liebe zu vergleichen.

Dass die beiden Gefühle viel miteinander zu tun haben, erkennt man sofort, wenn man einen Blick in sein Bücherregal wirft. Man kann es so sagen: Handelt ein Roman nicht von der Liebe, handelt er vom Hass.

In der Hirnforschung gilt die Verwandtschaft zwischen Hass und Liebe sowieso als erwiesen: Hass zeigt ein bestimmtes Aktivitätsmuster im Gehirn, es unterscheidet sich von dem Muster, das von Angst und von Wut ausgelöst wird. Doch es ähnelt demjenigen, das die romantische Liebe hervorruft. Beide Gefühle, Hass und Liebe, aktivieren dieselben zwei Hirnareale: das Putamen und die Inselrinde.

Vor allem aber gleichen Hass und Liebe sich darin, dass beide von der Treue leben.

Hass ist ein Gefühl tiefer Abneigung, das sich dauerhaft etabliert. Ein Affekt wird verstetigt. Hass verhält sich zur Wut wie Liebe zur Erotik: Wut und Erotik vertragen keinen Aufschub, aber Hass und Liebe sind geduldig, Gefühle, die sich ewig erneuern. Man lässt nicht los, wenn man hasst. Man beißt sich fest, sehnt sich nach Begegnungen mit dem Hassobjekt, stellt ihm nach wie ein Liebender seiner Angebeteten. Vernünftig wäre ja die Annahme: Wenn man jemanden hasst, versucht man, ihm aus dem Weg zu gehen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wer hasst, scannt das Internet, um dort auf jene zu treffen, mit denen er nichts zu tun haben will. Und wie in der unerfüllten Liebe jeder Blick, jedes Wort, jede SMS wieder Hoffnung bringt und alle Vorsätze zunichtemacht, endlich zur Vernunft zu kommen, so lässt jede Nichtigkeit den Hass aufflammen.

Anfang des Jahres beschloss das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, auf bezirkseigenen Werbeflächen keine sexistischen Motive mehr zuzulassen. Man hätte diese Meldung leicht überlesen können, so wie man die meisten Meldungen aus dem Bezirksamt überliest, zum Beispiel die, in der es um einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung einer Toilettenanlage geht.

Doch die Drucksache DS/1013-01/IV erregte die Aufmerksamkeit überregionaler Medien. Kolumnisten von ZEITmagazin und Spiegel Online verteidigten die Demokratie und die Freiheit Deutschlands gegen den feministischen Überwachungsstaat. In Nordrhein-Westfalen äußerte sich der Landesverband der AfD auf Facebook. In den Kommentaren dazu ging es schnell nicht mehr um Werbung, sondern um die Grünen und ihre Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann:

"Es gibt GRÜNE-Frauen, würde man einen Mann an diese Frauen festschweißen, der Mann würde sofort damit beginnen, sich loszurosten."

"Wer, um alles in der Welt, wählt so ein lebensfremdes Neutrum zum Bürgermeister???"

"Nur Scheiße im Hirn, nichts Sinnvolles."

In Wirklichkeit war die Geschichte komplizierter, dafür aber sehr viel weniger dramatisch, als man es sich in Nordrhein-Westfalen vorstellte. Folgendes war passiert: Das Bezirksamt kümmert sich nicht nur um öffentliche Klos, sondern ist auch im Besitz von 32 Werbeflächen. Die Vermarktung übernimmt die Firma Ströer. Mit Ströer gibt es aufgrund eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung folgende Absprache: Wenn die Werbung sexistisch ist, soll sie nicht auf einer der bezirkseigenen Flächen gezeigt werden. Die Kriterien, was sexistisch ist und was nicht, entsprechen weitgehend denen des Deutschen Werberats. Das heißt: keine Darstellung von Nacktheit ohne inhaltlichen Zusammenhang, keine Verharmlosung von sexueller Gewalt und so weiter. Zeigt also die Werbung eines Rohrreinigungsunternehmers einen unbekleideten Frauenhintern und macht dazu einen naheliegenden Witz, wird das Motiv nicht auf einer der Werbeflächen hängen, die dem Bezirk gehören. Auf allen anderen der Zehntausenden Flächen in Berlin darf der Hintern hängen, solange sich niemand beim Werberat beschwert. Ein Bezirksamt kann keine Werbung verbieten. Es kann nur jene Kunden ablehnen, mit denen es nicht zusammenarbeiten will. So wird es zum Beispiel in Ulm und Bremen seit 15 Jahren gehandhabt.

Am Telefon sagt der Sprecher des Bezirksamts: Er würde sich freuen, wenn es ähnliche Aufmerksamkeit für andere Initiativen gäbe, etwa für das neue Videoangebot in Gebärdensprache für Hörbehinderte.

Doch warum sollte das den Hassenden interessieren? Es geht ihm ja nicht um Berliner Stadtpolitik: Es geht ihm um sein eigenes großes Gefühl, und große Gefühle brauchen keine Argumente. Wer Sorge hat, dass in Deutschland der Sexismus ausstirbt, könnte sich auch vor Augen halten, dass Flatrate-Puffs immer noch legal sind. Aber die Wirklichkeit ist dem Hass egal – auch darin ist er der Liebe verwandt. Um das berühmte Liebesgedicht von Erich Fried abzuwandeln: Es ist Unsinn, sagt die Vernunft. Es ist, was es ist, sagt der Hass.

Wenn der Hass aber so wenig mit der Realität zu tun hat, wie entsteht er dann? Warum verwendet jemand freiwillig so viel Energie darauf, andere zu verabscheuen, wo es doch viel Schöneres auf der Welt zu erleben gibt?

Im Hassenden muss etwas wirken, das noch mächtiger ist als der Wunsch, in Frieden zu leben. Es ist seine eigene Verletzlichkeit.

Der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz hat ein Buch mit dem Titel Die narzisstische Gesellschaft geschrieben. Seine These lautet sinngemäß so: Die Menschen seien schon immer narzisstisch gewesen, das gehöre zu ihrem Wesen. Doch heute werde Narzissmus nicht nur toleriert, sondern belohnt. Ein Narzisst ist jemand, dessen Selbstliebe von der Bestätigung anderer abhängt. Er sucht also nicht nach Liebe und Nähe, die immer Schmerz und Streit mit sich bringen – der Narzisst sucht nach Bewunderung. Und damit wird heute großzügig umgegangen: Wer bewundert werden will, findet ganz sicher ein Publikum, und wenn es nur die 1000 Menschen sind, die einem auf Instagram folgen und Komplimente zum neuen Schuhwerk machen. Man überlässt es heute nicht mehr den Profis, sich in Szene zu setzen. Welche meiner Witze kommen gut an? Welches Reiseziel lässt mich weltläufig erscheinen? Wie muss ich auf Fotos gucken, damit man mein Doppelkinn nicht sieht? Mit diesen Fragen setzt man sich heute wie selbstverständlich auch dann auseinander, wenn man keine Person des öffentlichen Lebens ist, sondern nur einen Facebook-Account hat.

Wer ein narzisstisches Defizit hat, ist wahrscheinlich gut darin, die richtigen Antworten auf diese Doppelkinn-Fragen zu finden – besser jedenfalls als der, dem es nicht ganz so wichtig ist, welches Bild er abgibt. Als Narzisst kann man es heute also weit bringen. Die Achillesferse des Narzissten aber ist seine Kränkbarkeit.

Denn er ist nicht nur auf den Applaus anderer aus, er verliert auch die Orientierung, wenn der Applaus ausbleibt. Wir erinnern uns an die Mythologie: Narziss wollte immer nur sich selbst sehen. Ein Narzisst muss sich spiegeln in seinen Mitmenschen, um sich zu spüren, und kann es nicht fassen, wenn jemand etwas anderes denkt und fühlt als er selbst.

Ein Stück Stoff, das eine Frau sich als Ausdruck ihres Glaubens an Gott um den Kopf bindet, kann dann als Provokation empfunden werden. Umgekehrt funktioniert es natürlich auch: Dann besteht die Brüskierung darin, dass eine Frau ihr Haar nicht bedeckt.

Die bayerischen Touristen, die im Jüdischen Museum die Aufseher beschimpfen, die deutschen Palästinenser, die die Juden hassen, die Steine werfenden Linksextremisten und die brandstiftenden Fremdenhasser: Sie ertragen ihr Gegenüber nicht, weil sie sich darin beim besten Willen nicht wiedererkennen.

"Kein Mensch", schreibt Hans-Joachim Maaz, "hätte Interesse, andere zu verfolgen und schlechtzumachen, wenn er nicht selbst auf narzisstischer Kränkungswut wie auf einem Pulverfass sitzen würde."

Wenn man sich bedroht fühlt, fällt das Hassen leicht. Es ist gut möglich, dass es sich dann wirklich so anfühlt, als suche man Schutz. Nicolaus Fest, Journalist und Sohn des verstorbenen FAZ- Herausgebers Joachim Fest, ausgestattet mit allen Privilegien, die dieses Land zu bieten hat, sagte neulich in einem Interview mit der rechtsradikalen Zeitung Junge Freiheit, er mache sich wegen der vielen Flüchtlinge so große Sorgen um Deutschland, dass er seinen Kindern geraten habe, später mal das Land zu verlassen. Nachdem er seinen Posten in der Chefredaktion der Bild- Zeitung wegen eines diskriminierenden Kommentars aufgeben musste, schreibt Fest inzwischen ein Blog, fast für sich allein. Manchmal bekommt er ein paar Kommentare. Über viele Zeilen ist von Kopfabschneidern und Vergewaltigern die Rede: Es ist die Stimme eines Mannes, der mit dem Rücken zur Wand steht.

57 Prozent der Deutschen fühlen sich inzwischen vom Islam bedroht, unabhängig vom Bildungsniveau. Das hat eine Studie der Bertelsmann Stiftung festgestellt. Man glaubt, man könne den Islam besser ertragen, wenn man ihn nicht vor Augen hat: Keine Minarette sollen zu sehen sein, das Schächten ist verboten. Andersherum klappt es mit der Anpassung noch nicht so gut: Jedes Jahr verbringen 100.000 Deutsche ihren Urlaub auf den Malediven, in einem streng islamischen Land, wo sie sich knapp bekleidet an den Strand legen und sich einen bunten Cocktail genehmigen.

Hassen ist wie süchtig sein. Die Droge Hass hilft eine Weile lang dabei, den eigenen Schmerz, die Angst zu vergessen. Manchen Abhängigen gelingt der Entzug. Wer es schafft, seinen Hass zu überwinden, wirkt erleichtert. Eine junge Ex-Salafistin erzählt in einem Fernsehinterview über ihr früheres Ich: "Man hat nicht mehr die Möglichkeit, frei zu entscheiden. Mein Horizont war sehr eng, ich konnte nur noch in eine Richtung denken." Sie klingt tatsächlich wie jemand, der vom Alkohol losgekommen ist.

Der erste Schritt zur Überwindung einer Sucht ist das Eingeständnis: Ja, ich bin abhängig. Es ist auch der schwerste Schritt. Viele Menschen, die andere hassen, behaupten, sie hätten nur eine pointierte Meinung.

Hass ist heute ein schambesetztes Gefühl. Man gibt nicht gern zu, dass man hasst. Es hassen immer nur die anderen. Selbst wenn einem schon der Schaum vor dem Mund steht, tut man noch so, als argumentiere man. Denn Hass verkörpert, was wir auf keinen Fall sein wollen: unseren Emotionen ausgeliefert, ein Nervenbündel, ineffizient, verwirrt. Gerade in gebildeten Schichten ist Hass ein Tabu. Dort fällt es noch schwerer, zuzugeben, dass Gefühle die Wahrnehmung bestimmen können und man manche Leute einfach nicht ausstehen kann. Niemand, der für voll genommen werden will, räumt ein, dass er hasst.

Wie angestrengt wir heute leugnen. Das war im Mittelalter noch anders. Damals war man stolz auf seinen Hass. Die Bibel las man so, dass man sich in Rachsucht und Abscheu bestärkt fühlen konnte. So beschreibt es der Mentalitätenforscher Peter Dinzelbacher. "Zentral für das Mittelalter ist der biblische Hintergrund, der Hass legitimiert hat und beliebig gegen alle Feinde angewandt wurde."

Es gibt in der Bibel einige Textstellen, die einem gut dazu dienen können, Abneigungen und Gewalt zu rechtfertigen. "Sollte ich nicht hassen, die dich, Herr, hassen?", heißt es in Psalm 139. "Ich hasse sie mit vollkommenem Hass."

Ein anderer Psalm geht so: "Aber du, Herr, wirst ihrer lachen und aller Heiden spotten. Vertilge sie ohne alle Gnade; vertilge sie, dass sie nichts seien."

Die Männer zum Beispiel hassten im Mittelalter zutiefst die Frauen. Die Forschung erklärt das heute mit der Einführung des Zölibats im 11. Jahrhundert. Doch damals lautete die Begründung für den Frauenhass folgendermaßen: Mit den Heiden in der Bibel seien die Frauen gemeint, sie seien keiner Gnade würdig. Männer verbrachten Tage, Jahre, ganze Leben damit, Frauen zu hassen. Die Frauen hassten die Männer zurück, so gut sie konnten. Grausamste Rachegeschichten sind überliefert, von Nonnen, die abgetrennte Hoden verspeisten.

Doch das ist lange her. Die Aufklärung hat das Ideal des rationalen Menschen geprägt. Die Fluchpsalmen wurden 1971 von Papst Paul VI. aus den Stundengebeten gestrichen, die im Kloster gesprochen werden. "Wegen gewisser psychologischer Schwierigkeiten", wie es in der Begründung hieß.

Wer heute hasst, der muss subtil vorgehen, um gehört zu werden. Einer Bezirksbürgermeisterin auf Facebook vorzuwerfen, dass man sie nicht attraktiv genug findet, um sie im Bett beglücken zu wollen, obwohl das auch gar niemand verlangt hat – das ist zum Beispiel eine verquere und daher sehr zeitgemäße Art, seine Abneigung gegen Frauen auszudrücken.

Weil heute jeder seinen Hass verbirgt, ist die Sprache der Hassenden umständlich geworden. Sie hat mal von Metaphernreichtum, von bildhaften Vergleichen und Verwünschungen gelebt, all das hat sie heute eingebüßt. Das nordkoreanische Regime kann dem Bruderland Südkorea noch drohen, seine Hauptstadt werde in einem Flammenmeer versinken. Aber hierzulande redet man in verquasten Andeutungen über diejenigen, die man hasst. Um die Stimmen der Fremdenhasser zu bekommen, sprach Bernd Lucke als Vorsitzender der AfD so: Die Sinti und Roma, die ja "leider" in großer Zahl kämen, seien "nicht gut integrationsfähig".

Die Formulierung "nicht integrationsfähig" benutzt nicht nur er. Sein ehemaliger Parteikollege Heiner Hofsommer verwendet sie für die Muslime, Thilo Sarrazin für die Araber und Türken, die rechtsextreme Partei Pro München für die "Orientalen, Türken, Kurden, Araber und Afrikaner" und die NPD für die Einwanderer aus Anatolien.

Helmut Kohl gebrauchte den Begriff 1982 noch in aller Unbedarftheit, um über die in Deutschland lebenden Türken zu sprechen. In den letzten Jahren ist "nicht integrationsfähig" ein Code für Fremdenfeindlichkeit geworden. Um den Hass zu erkennen, den dieser Code zum Ausdruck bringt, muss man aber schon genau hinhören: Im Prinzip gibt es ja auch zahlreiche Deutsche und Nichteinwanderer, die sich nicht integrieren lassen, also die öffentliche Ordnung stören und das Gesetz brechen. In einem Strafprozess wird dann, so gut es geht, das Tatmotiv ermittelt: Hat der Kriminelle aus Notwehr gehandelt? Im Affekt? Oder aus Berechnung? Trieben ihn Eifersucht oder Habgier? Das Motiv ist wesentlich für ein Gerichtsurteil. Wenn man jemanden aber als "nicht integrationsfähig" beschreibt, behauptet man, dass solche Ermittlungen überflüssig seien. Der Beweggrund des Täters steht ja schon fest: Ein Roma begeht deshalb eine Straftat, weil er ein Roma ist.

Bernd Lucke und all die anderen stellen also ein wesentliches Prinzip des demokratischen Strafrechts infrage. Aber derart radikal und versponnen klingt es gar nicht, wenn man von "fehlender Integrationsfähigkeit" spricht. Es klingt im Gegenteil fast wie eine sachliche Auseinandersetzung – zumal man ein Fremdwort benutzt. Und sollte jemand die Unvoreingenommenheit desjenigen anzweifeln, der da spricht, kann dieser zur Not immer noch alles zurücknehmen und sagen: Jetzt seid mal nicht so empfindlich, so war das doch nicht gemeint! Ein beliebter Trick unter lang Verheirateten, um die eigene Aggressivität zu tarnen.

Hass wird heute tabuisiert, aber er verschwindet nicht. Er lebt im Untergrund weiter, unter falschem Namen, versteckt von denjenigen, die ihn empfinden. So gut ist die Verkleidung, dass wir Hass nicht einmal erkennen, wenn er direkt vor uns steht.

Der Sozialwissenschaftler und Aggressionsforscher Klaus Wahl hat empirische Studien zu rechtsextremen Tätern durchgeführt. Sie seien, bis sie sich ihren radikalen Vereinigungen anschließen, zum großen Teil schlicht Straffällige, schreibt Wahl in einer Untersuchung für die Bundeszentrale für politische Bildung. Die Kriminalkarrieren beginnen schon früh mit Diebstahl und Körperverletzung. Viele Täter verhalten sich schon als Kinder aggressiv.

Wahl sagt, die Kriminellen wollten, indem sie rechtsradikal würden, ihrem zerstörerischen Verhalten einen höheren Sinn geben. Sie täten so, als sei es nicht das Chaos ihrer Empfindungen, das ihr Handeln bestimmt. Das Phänomen nennt der Wissenschaftler "Rationalisierung". Die Öffentlichkeit macht mit: Seit Monaten bezeichnen Rechtsradikale die aus den Balkanstaaten kommenden Roma, die laut Grundgesetz das Recht haben, hier Asyl zu beantragen, als "Asylbetrüger". Einen ersten kleinen Sieg erreichte die extreme Rechte, als das Nachrichtenmagazin Focus ihre Sprachregelung übernahm: Falsche Flüchtlinge stand auf dem Titel. Inzwischen haben zahllose Asylbewerberheime gebrannt. Trotzdem konnten die Rechten die Regierung überzeugen, dass nicht der verbreitete Rassismus ein dringendes Problem in Deutschland sei, sondern der "Flüchtlingsstrom" aus dem Balkan. "Der Bund arbeitet mit den Ländern in der Sommerpause unter Hochdruck an einem praktischen Konzept", sagt Kanzleramtsminister Peter Altmaier der Bild am Sonntag – und zwar genau an jenem Tag, an dem die internationale Gemeinschaft in Auschwitz-Birkenau der Tausenden Sinti und Roma gedenkt, die am 2. und 3. August 1944 in dem Konzentrationslager von den Deutschen ermordet wurden.

Vielleicht ist es so: Wenn man sich für so vernünftig und pragmatisch hält, wie die Deutschen es tun, wird man naiv im Umgang mit Gefühlen jeder Art. Man kommt nicht auf die Idee, dass Emotionen überhaupt noch eine Rolle spielen könnten, und erkennt Gefühlsäußerungen nicht mehr als solche.

Aber der Hass geht nicht weg, nur weil wir es uns wünschen. Im Gegenteil. In einem milden Klima gedeiht er besonders gut. Islamismus, Fremdenhass, Linksextremismus, Antisemitismus, auch der Hass auf Polizisten – das Erstarken dieser Ideen in den letzten Monaten hat uns überrascht. Wir dachten wirklich, wir seien von einem ganz anderen Schlag als all die anderen Menschen auf der Welt, die sich die Köpfe einschlagen. Wir seien weiter.

Tatsächlich geht es in der offiziellen Öffentlichkeit ja sehr friedlich zu. In der Politik und in den Medien sind die Stimmen derart gemäßigt, dass manche anfangen, sich zu langweilen. Keiner schnauzt den anderen mehr an, und falls doch, werden Entschuldigungen gefordert: Sigmar Gabriel soll sich bei der Journalistin Marietta Slomka entschuldigen, weil er im Interview unfreundlich wurde. Wolfgang Schäuble bei seinem Pressesprecher, weil er ihn öffentlich zurechtwies. Ein britischer Nobelpreisträger musste gerade seine Honorarprofessur abgeben, weil er bei einer Podiumsdiskussion einen vollkommen harmlosen Witz über Frauen gemacht hatte. Man isst keine Tiere, fährt Autos mit leise sirrenden Elektromotoren, und wenn man ein Mann ist, wirft man nur noch heimlich Blicke auf ein Dekolleté. Es stimmt schon, worüber sich so viele beklagen: Der Alltag verlangt heute viel Selbstkontrolle.

So eine Zeit gab es schon einmal. Im 19. Jahrhundert dichtete Georg Herwegh: "Brich du, o Hass, die Ketten! Wir haben lang genug geliebt und wollen endlich hassen!" Das war gegen Ende des Biedermeiers, einer Epoche, in der man jeden gesellschaftlichen Konflikt zu lösen versuchte, indem man ihn ignorierte. Es ging bekanntlich nicht gut aus: Eine Revolution und einige Kriege folgten.

Heute gelingt es den Islamisten fast mühelos, Jugendlichen im Westen den dschihadistischen Terror als Nonkonformismus zu verkaufen. Weil jedes laute Wort, jeder öffentliche Wutanfall für Empörung sorgt, können die Hassenden heute ganz leicht so tun, als wäre Hass allein schon eine kritische und damit fortschrittliche Haltung. Als läge im Hass immer eine Wahrheit. Egal, wen und was man aus welchen Gründen hasst: Man kann seinen Hass zum geeigneten Mittel erklären, die öden, komplizierten, festgefahrenen Diskussionen der Gegenwart zu beleben.

Paradoxerweise müssten wir den Hass also tolerieren, um zu vermeiden, dass er größer wird. Aber wie soll das gehen? Bekommt man nicht schon leichte Panik, wenn man feststellt, dass ein Themenschwerpunkt des Bayerischen Rundfunks zum Ramadan ausreicht, um bei den Zuschauern Proteste hervorzurufen?

Man kann dem Hass nicht die Liebe entgegensetzen, denn man kann nicht jeden Menschen lieben. Es ist ja schon schwer genug, die wenigen zu lieben, die man liebt. Wie also damit umgehen, wenn der Hassende das Gespräch an sich reißen will?

Einen Hinweis könnte eine Website geben, die sich mit der psychischen Störung der Hypochondrie beschäftigt. Dort wird erklärt, wie man mit jemandem lebt, der ständig von seinem Bedrohtheitsgefühl spricht, um die Aufmerksamkeit seiner Mitmenschen zu erregen. Man solle seine Gefühle ernst nehmen, denn Gefühle seien immer wahr. Aber sie sagten mehr aus über denjenigen, der sie empfindet, als über die Wirklichkeit.

"Die Hoffnung, man könnte den Hypochonder beruhigen, ihm durch Argumente nachweisen, dass er wahrscheinlich nicht krank ist, wird die Gedanken des Hypochonders nicht stoppen." Lieber solle man seinem Gegenüber versichern, dass man keinen Anlass zur Sorge sehe, weitere Diskussionen solle man freundlich abwenden.

Hass gehört zum Menschen und wird nicht einfach verschwinden. Aber das heißt nicht, dass man sich seine Gespräche vom Hass bestimmen lassen muss.

Quote
    CarloMontana, 31.08.2015

Wer Wind sät

Ich erinnere mich an eine Infoveranstaltung im Bundesverteidigungsministerium im Jahre 1989, an einen sympathischen Informationsoffizier, der in bemerkenswerter Offenheit das Dilemma zugab, in dem man sich damals befand. Man hatte seinen Feind und damit seine Existenzberechtigung verloren. Wir hatten damals eine Chance, den Hass zu überwinden, aber wir wollten sie offenbar nicht nutzen. Damals waren sich etliche Beobachter und Komentatoren noch dessen bewusst, dass das Feindbild Islam ein künstlich gemachtes ist. Es gibt viele Interessen, die vom Hass profitieren. Im letzten Jahr wurde besonders deutlich, wie der Hass von oben geschürt wird. Gegen Russen, Syrer, Iraner und und und. Undifferenzierte Berichterstatung, einseitige Schuldzuweisungen nützen jemandem, und die Behauptung, es seien nur die Anderen, die Propaganda machen, ist Teil des Hasssystems.
Hass ist ebenso blind wie die Liebe. Einmal entfacht, ernährt er sich von selbst. ...


Quote
    Oben auf dem Gipfel, 31.08.2015

Bei sich anfangen ist ein guter Beginn!
Mit Traurigkeit sehe ich die Gewaltausbrüche in D von rechten und linken Demonstranten. Sind die Flüchtlinge vor Krieg geflohen um hier wieder Krieg zu erleben?
Zur Versachlichung:

Meine Frau und ich - Jg.1951 u. 1958 haben vor 10 Jahren begonnen mal in uns hineinzuhorchen. Wir haben festgestellt wie wir geprägt waren und vielleicht noch sind. Aktiver Auseinandersetzen mit den eigenen Gedanken, Gefühlen und auch Freundschaften waren ein spannender und manchmal schmerzhafter Weg.
Warum Freundschaften genannt? Wir sind erschrocken wie gerade mancher 68ìger sich heute argumentativ aufstellt. Pazifismus seinerzeit hat sich im Laufe der Jahre umgedreht in Aggressivität. Man erreicht den Anderen nicht mehr. Ich empfehle folgende Bücher für eine intensive Selbstbeschäftigung, Sie werden viele Erkenntnisse gewinnen.Bitte googeln:Die Kinder der Kriegskinder, Nachkriegskinder beide im Verlag Klett cotta, Nebelkinder, europa-verlag.com
Wir müssen endlich raus aus diesem Teufelskreis Neid, Angst und Gewalt. Dieser hat seine Ursachen - auch in uns!

Suchen Sie den Kontakt zu den Flüchtlingen, seien Sie nicht erschrocken wenn man Sie nicht unbedingt mit offenen Armen aufnimmt. Zuviel haben viele der Menschen erleben müssen, Sie können aber das Vertrauen gewinnen mit viel persönlicher Investition. Aber es kann schwierig werden. Wir haben uns der Aufgabe gestellt und sind froh ein junges Ehepaar aus Homs zubgleiten mit ihr kleinen Tochter ...

Wir haben die "Patenschaft" übernommen, bedeutet Begleitung zum Arzt, Behörden etc. Langsam bekommen wir ein Gefühl für die arabische Sprache, ihr Denken und ihre Herzlichkeit. Sie sind unendlich dankbar und bedauern es zutiefst uns nichts geben zu können.
Aber wissen Sie was das wertvollste Geschenk ist? Sie sagten beide wir sind jetzt ihre Mama und Papa in Deutschland. Das sitzt! Und meine muslimische "Tochter" darf ich in den Arm nehmen - im Zelt oder in der Wohnung, weg von fremden Blicken.
In der nächsten Woche beginnen wir mit deutsch. Wir suchen noch Hilfsmittel, wenn jemand der Foristen eine Idee hat - vielen Dank! Heute werden wir Kontakt aufnehmen zu einem Sportverein mit Migrationshintergrund, "unser" junger Mann ist Sportlehrer, schauen wir mal.

Ich verfolge regelmässig Forenbeiträge und möchte vorbeugend folgendes feststellen:
1. Uns ist aus eigenem Erleben bekannt dass es auch Flüchtlinge gibt die evtl. andere Pläne haben. 2. Wir sind keine Gutmenschen - der Begriff ist so ausgelutscht und mittlerweile negativ besetzt.3. Für uns sind immer schon andere Kulturen eine Bereicherung gewesen bedingt auch durch unsere Söhnen die ja weltumfassend kommunizieren. Nun nutzen wir es auch dosiert! 3. Wir sind fest davon überzeugt dass wir unseren "Kindern" den Weg ebnen können - wenn sie wollen und mitmachen.
Aber das wird ein langer und schwieriger Weg und er wird ohne die Hilfe Dritter nicht gleichmäßig verlaufen. Ich wünsche den Lesern eine friedliche Zeit. ...


Quote
    ganzandersdenker, 31.08.2015

Hass überall

Wer in den Internetforen ab und zu gelesen hat, hat den Hass überall gelesen und irgendwann war es en vouge überall seine angeblich revolutionäre, politisch angeblich unkorrekte Meinung (die aber in jeder Talkshow zu finden war) kundzutun.

Bei der Sarrazin-Disskussion sind Ansichten offenbart worden, die immer in den Menschen geschlummert haben und nur endlich heraussprudeln wollten. Endlich durfte man ja, davor war es nur unterschwellig möglich.


Quote
    Tschicker, 31.08.2015


Hass und Reflektion

"(Zu den Hassenden gehören ja durchaus reflektierte, etablierte Menschen."

Möglicherweise sind "die Hassenden" etabliert. Ganz sicher nicht: Reflektiert. Hass verträgt keine Reflektion. Reflektion verlangt nach Ursachenforschung, nach nach Gründen. Hass hingegen macht nicht nur blind, er ist blind und kann nur so lange weiter existieren, solange er blind bleibt. Reflektion, also tatsächliches sich selbst und sein Gegenüber Hinterfragen: Das bedeutet Verständnis entwickeln. Und etwas oder jemanden den man beginnt zu verstehen, den kann man nicht hassen. Man kann ablehnen, Widerstand leisten, sehr wütend sein, aber nicht mehr hassen.



Aus: "Hass: Feuer im Kopf" Elisabeth Raether (31. August 2015, DIE ZEIT Nº 33/2015)
Quelle: http://www.zeit.de/2015/33/hass-extremismus-pegida-islamischer-staat-antisemitismus-rassismus

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« Reply #8 on: November 04, 2015, 10:33:15 AM »

Quote
[...] Mit Pöbeleien am Alexanderplatz fing es an und endete mit einem beinahe tödlich Verletzten auf den Gleisen am U-Bahnhof Klosterstraße. Nach dem brutalen Angriff auf zwei mongolische Passanten vor sechs Monaten stehen nun vier 16- bis 21-Jährige vor Gericht – zwei von ihnen wegen versuchten Mordes. Zu den Hauptangeklagten zählt der Jüngste. Er erklärte zu Beginn des Prozesses: „Ich suchte Streit, ich habe viel rumgepöbelt, der Frust saß tief – den Rest hat der Alkohol gemacht.“

Die Mongolen, 24 und 25 Jahre alt, waren in der Nacht zum 9. Mai zunächst rassistischen Beschimpfungen ausgesetzt. „Scheiß Chinesen“ soll der 16-Jährige – wie die Mehrzahl aus seiner Gruppe mit arabischer Herkunft – gebrüllt haben. In einem Zug pöbelte er weiter. Am Bahnhof Klosterstraße hätten alle Angeklagten die Opfer aus der Bahn geschubst und attackiert. Die Angegriffen wehrten sich verzweifelt. Einer aus der Gruppe ging zu Boden. Aus „Wut und Rache“ soll der 21-jährige Khaled M. ein Messer gezogen und es dem 25-jährigen Ganbaatar B. in den Bauch gerammt haben. Schließlich habe der 16-Jährige den lebensgefährlich Verletzten auf die Gleise gestoßen.

Der jüngste Angeklagte erklärte, sie hätten auf dem Alexanderplatz Mädchen anmachen wollen, seien aber abgeblitzt. Da sei er „aggro“ geworden. Alle vier Angeklagten haben Aussagen angekündigt. Sie werden durch Aufnahmen von Überwachungskameras belastet.


Aus: "Mann beinahe getötet – „aus Frust“" Kerstin Gehrke (03.11.2015)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/rassistischer-angriff-in-berliner-u-bahn-mann-beinahe-getoetet-aus-frust/12537780.html

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« Reply #9 on: September 30, 2016, 01:46:35 PM »

Quote
[...] Ermittlungen im Supermarkt und anschließende Vernehmungen ergaben, dass der Verstorbene in den Morgenstunden des 17. September als Ladendieb in dem Geschäft festgestellt wurde. Anstatt ihn der Polizei zu übergeben, soll er von dem 29-jährigen Filialleiter derart körperlich misshandelt worden sein, dass er an den Folgen der Verletzungen verstarb. ...


Aus: "Ladendieb stirbt nach Misshandlung durch Filialleiter" (29.09.2016)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/supermarkt-in-berlin-lichtenberg-ladendieb-stirbt-nach-misshandlung-durch-filialleiter/14621580.html
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« Reply #10 on: September 30, 2016, 01:54:06 PM »

Quote
[...] Nur zufällig ist ein 15 Jahre alter Schüler an einem Nachmittag im Juli 2015 an der Nordbrücke in Kitzingen zwischen eine Gruppe junger Deutsch-Türken und Asylbewerber aus einer Unterkunft in Mainstockheim geraten. Diese Begegnung hätte der 15-jährige Deutsche mit türkischen Wurzeln fast nicht überlebt. ...  Der 15-Jährige sei, so die Staatsanwältin, „unglücklich in die Geschichte hineingeraten“, in eine Auseinandersetzung junger Kitzinger, überwiegend türkischstämmig, mit zwei Asylbewerbern. Er lag schon am Boden, als sich vier Männer aus der Mainstockheimer Unterkunft auf ihn stürzten. Alle anderen waren bereits geflüchtet. Sie traktierten ihn mit Fäusten, Fußtritten und Stöcken, schlugen mit einem faustgroßen Zierstein mehrfach auf seinen Kopf ein und stachen mit einem Messer in sein Bein.

Selbst Monate nach der Tat – und voraussichtlich noch auf unbestimmte Zeit – kann der Schüler wegen einer Muskel- und Nervenlähmung durch den Messerstich nur mit einer Schiene am Bein laufen. Bedingt durch die Kopfverletzung leidet er fast regelmäßig unter Kopfschmerzen, am Rücken sind Narben zurückgeblieben. ...

Ein Autofahrer wird auf die Situation aufmerksam, will dem 15-Jährigen helfen, hat aber Angst auszusteigen, weil er zwei kleine Kinder bei sich hat. In seiner „Hilflosigkeit“ habe er den Rückwärtsgang eingelegt und sei mit hoher Geschwindigkeit und ständig hupend auf die Schläger zugefahren, die tatsächlich zur Seite sprangen. In dem Moment sei bereits der erste Streifenwagen der Polizei eingetroffen. Schlägereien habe er gelegentlich mal bei Volksfesten erlebt, so der Zeuge vor Gericht, aber nie zuvor eine solche Brutalität erlebt und so viel Hass in einem Gesicht gesehen. ...

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommmentare geschrieben


Aus: "Gericht schockiert über Brutalität: 15-Jährigen mit Stein verprügelt" (29. Sept. 2016)
Quelle: http://www.infranken.de/regional/kitzingen/Gericht-schockiert-ueber-Brutalitaet-15-Jaehrigen-mit-Stein-verpruegelt;art218,2212363
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« Reply #11 on: September 30, 2016, 01:56:55 PM »

Quote
[...] Die IG Metall erinnert mit der Ausstellung „Aktion Reinhard“ an den geplanten Judenmord. ... „Unser Wissen über die Geschehnisse verdanken wir dem Zeugnis der wenigen Überlebenden, die Täter zogen es vor zu schweigen“, sagte Dr. Steffen Hänschen vom Bildungswerk Stanislaw Hantz in Kassel. Die Vernichtungslager im besetzten Polen sollten die Ermordung aller Juden im Machtbereich der Nazis beschleunigen. Sie lösten die Massenerschießungen ab, basierten auf den Erfahrungen von „T4“. ...


Aus: "Brutal, zynisch, systematisch" Hans Karweik (26.09.2016)
Quelle: http://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/article152446779/Brutal-zynisch-systematisch.html
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« Reply #12 on: September 30, 2016, 02:07:06 PM »

Quote
[...] Kairo/Amman - Der Jordanier Nahed Hattar war Christ, zählte zu den Islamkritikern und löste mit einer Karikatur bei Muslimen blanken Hass aus. Auf dem Weg zum eigenen Prozess wurde der Schriftsteller nun erschossen. ... Zu sehen ist nach Angaben des arabischen Senders Al-Dschasira ein IS-Kämpfer, der mit zwei Frauen im Bett liegt und Gott bittet, ihm einen Drink zu bringen. Der mit weißem Bart und goldener Krone gezeichnete Gott öffnet von außen den Vorhang und schaut in das Zimmer. Hattar löschte die Karikatur später und beteuerte, sie würde sich über Terroristen und ihr Weltbild lustig machen: „Es verletzt die Göttlichkeit Allahs in keiner Weise.“ ...

... Hattar wurde nach dem Erscheinen der Karikatur wegen Beleidigung des Islam angeklagt und zwischenzeitlich festgenommen. Die Familie des Aktivisten teilte Medienberichten zufolge mit, er habe die Behörden informiert, dass er Morddrohungen bekommen habe. Personenschutz habe Hattar trotzdem nicht erhalten. Der Getötete verfasste mehrere kritische Schriften gegen den politischen Islam und war als Unterstützer von Syriens Präsident Baschar al-Assad bekannt.


Aus: "Islamkritischer Journalist in Jordanien erschossen" (25.09.16)
Quelle: www.merkur.de/politik/islamkritischer-journalist-jordanien-erschossen-zr-6782703.html
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« Reply #13 on: November 21, 2016, 11:20:53 AM »

Quote
[...] Hameln –  Lebensgefährliche Verletzungen hat eine junge Frau bei einem brutalen Verbrechen in Hameln erlitten. Die 28-Jährige war am Sonntagabend mit einem Seil um den Hals hinter einem Auto her durch die niedersächsischen Stadt geschleift worden, wie die Polizei mitteilte.

Der mutmaßliche Täter meldete sich wenig später auf einer Polizeiwache und ließ sich widerstandslos festnehmen. Der 38-Jährige aus dem nahen Bad Münder habe sich als Täter zu erkennen gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler hatte der 38-Jährige der Frau ein Seil um den Hals gebunden und dieses dann an der Anhängerkupplung eines Autos befestigt. Danach fuhr er mit dem Fahrzeug durch mehrere Straßen des Hamelner Stadtzentrums und schleifte die festgebundene Frau dabei hinter dem Auto her.

Die lebensgefährlich verletzte Frau sei dann unter bislang nicht näher geklärten Umständen auf einem Gehweg liegen geblieben. Dort hätten Zeugen sie gefunden, sagte der Polizeisprecher. Ein Rettungshubschrauber brachte die 28-Jährige in eine Spezialklinik. Zum Hintergrund der Tat gab es zunächst keine Angaben. Die Polizei berichtete von Meldungen in sozialen Netzwerken, denen zufolge es zu einer Schießerei gekommen sei. Eine offizielle Bestätigung gebe es dazu nicht, erklärte der Sprecher. (dpa)


Aus: "Frau an Seil hinter Auto hergeschleift" (21. November 2016)
Quelle: http://www.fr-online.de/panorama/hameln--frau-an-seil-hinter-auto-hergeschleift,1472782,34953378.html
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« Reply #14 on: April 28, 2018, 12:26:33 PM »

Quote
[...]  In Deutschland gebe es aktuell viel zu wenige Zufluchtswohnungen und Frauenhäuser. Der Staat müsse Frauen helfen, sich dauerhaft aus einer Gewaltsituation zu befreien. "Jede dritte Frau in Europa ist Gewalt ausgesetzt", beklagte Giffey. In Deutschland seien die Zahlen ähnlich. Die Kriminalstatistik verzeichne jährlich allein mehr als 100.000 Fälle von Gewalt durch Partner oder ehemalige Partner, mit steigender Tendenz. ...

Quote
Kad sam bio mlad #18

"Gut 100000 Übergriffe durch Partner und Ex-Partner würden in Deutschland jährlich gemeldet".
Wer häusliche Gewalt mitverfolgen muß, ist für sein Leben gezeichnet. Es brennt sich unauslöschlich ins Hirn ein. Wenn gut 100000 Übergriffe gemeldet werden, möchte ich gerne wissen, wie viele Brutalitäten nicht gemeldet werden. ...



Aus: "Familienministerin will gegen Gewalt an Frauen vorgehen" (28. April 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-04/franziska-giffey-familienministerin-gewalt-frauen-aktionsprogramm
« Last Edit: May 14, 2018, 09:39:20 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #15 on: May 07, 2018, 12:01:30 PM »

Quote
frieke 09:34 Uhr

... Genauer untersucht, fällt auf, dass Obdachlose, Trinker, "Assis" überproportional häufig zu den Opfern neonazistischer Gewalt gehören. Hier überschneidet sich die extrem rechte Einteilung menschlichen Lebens in "lebenswert" und "nicht lebenswert" mit bis in die linke Mitte hinein weitverbreiteten sozialchauvinistischen Ansichten. "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!", wie es, wenn ich mich recht erinnere, Franz Müntefering (SPD) mal zitiert hat.

...

    Der Anlass ist banal, die Männer haben sich nach einer Feier über den Zeitpunkt des Verbots des Neonazi-Vereins „Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP)“ gestritten.

Der wohl dümmste Grund, jemanden umzubringen, von dem ich je gehört habe.


Quote
Kaypakkaya 10:18 Uhr
Antwort auf den Beitrag von frieke 09:34 Uhr

Das freundlich zugerufene "Prost, Kameraden!" finde ich persönlich eventuell nicht wirklich dümmer, aber doch noch weit verstörender als Mordgrund.


Kommentare zu: https://www.tagesspiegel.de/berlin/rechtsextremismus-in-berlin-die-liste-der-todesopfer-rechter-gewalt-wird-laenger/21249856.html (06.05.2018)
« Last Edit: May 14, 2018, 09:39:41 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #16 on: May 09, 2018, 09:48:01 AM »

Quote
[...] Washington – Fünf US-Staatsbürger haben am Freitag vor einem Washingtoner Gericht Klage gegen den türkischen Staat eingebracht, weil sie beim Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan im Mai 2017 von Leibwächtern des Staatschefs angegriffen worden waren. Eine der Klägerinnen, Lucy Usoyan, erlitt dabei einen Gehirnschaden. Die Kläger verlangen Schadenersatz in Höhe von 300 Millionen US-Dollar (251 Millionen Euro), berichtet das Magazin "The Washingtonian".

Die Demonstranten hatten auf der Straße vor der Residenz des türkischen Botschafters gegen Erdoğans Syrien-Politik demonstriert und dabei Fahnen der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) gezeigt. Erdoğans Leibwächter durchbrachen darauf unter "Kurden, sterbt!"-Rufen die Polizeiabsperrung und attackierten die Demonstranten. Dabei wurden zwölf Menschen verletzt, darunter ein Polizist. Die Erdoğan-Bodyguards Sinan Narin und Eyup Yildirim wurden festgenommen und mittlerweile zu je einem Jahr Haft verurteilt. Gegen zwei weitere Schläger läuft noch ein Verfahren, in 15 weiteren Fällen ließ das US-Justizministerium die Anklagen fallen. (bed, 8.5.2018)


Aus: "US-Bürger klagen Türkei wegen Erdoğans Leibwache" (8. Mai 2018)
Quelle: https://derstandard.at/2000079412265/US-Buerger-klagen-Tuerkei-wegen-Erdogans-Leibwache

« Last Edit: May 14, 2018, 09:39:58 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #17 on: May 14, 2018, 09:49:12 AM »

Quote
[....] Alle drei Tage stirbt in Deutschland ein Kind an Misshandlungen. 2017 gab es 143 Kindstötungen, 77 Tötungsversuche und mehr als 20 000 Fälle schwerer Misshandlungen. Im Klartext bedeutet diese Kriminalstatistik zum Hellfeld: Gebrochene Rippen, Schädelfrakturen, Hämatome, ausgeschlagene Zähne, Bisse, Striemen, Verbrennungen. Die meisten der Opfer sind jünger als sechs Jahre. Fälle, über die berichtet wird, erklärt Jörg Fegert von der Universitätsklinik Ulm, „sind da nur die Spitze der Spitze des Eisbergs.“ Die tatsächliche Kälte reicht noch viel tiefer, das Dunkelfeld ist weitaus größer. „Die Täter kommen aus allen Schichten“, konstatiert Ralf Benzin vom Landeskriminalamt Berlin, „und es sind Mütter wie Väter“.

... Auch Ärzte versagen oft. Viele ihrer Kollegen, bedauert die Kinderärztin Barbara Mühlfeld, wollen „nicht wahrhaben“, was sie ahnen oder sehen. Und viele von ihnen wissen nicht, dass bei Missbrauch und Misshandlung keine Schweigepflicht gilt. Deutlich macht der Film trotz allem: Defizite im Kinderschutz werden immer klarer benannt.

...

Zu „Was Deutschland bewegt: Wenn Eltern ihre Kinder misshandeln“ ARD, Montag 14.05.2018, 20 Uhr 15.


Aus: "Doku über Kindesmissbrauch: Kinder im Hellfeld" Caroline Fetscher (13.05.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/medien/doku-ueber-kindesmissbrauch-kinder-im-hellfeld/21886650.html

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« Reply #18 on: May 15, 2018, 09:34:42 AM »

Quote
[...] Mainzer Straße, Hermannplatz, Sonnenallee: Das sind die Orte, an denen zuletzt Homosexuelle und Transsexuelle aus Hass angegriffen und verletzt wurden. Im Februar stört sich im U-Bahnhof Hermannplatz eine Gruppe junger Männer an einem tanzenden und singenden homosexuellen Mann. Ein Gruppenmitglied schlägt dem Mann mehrfach mit der Faust ins Gesicht.

Anfang März wird ein 24-Jähriger, der mit seinem Lebensgefährten in der Mainzer Straße spazieren geht, geschlagen und mit einem Messer in den Oberschenkel gestochen. Das Paar hatte die Frage der zwei Angreifer nach Zigaretten ignoriert. Mitte April wird ein 23 Jahre alter Homosexueller von 15 Männern auf der Sonnenallee auf Höhe der Weichselstraße homophob beleidigt. Drei aus der Gruppe umringen ihn, schlagen ihn, attackieren ihn mit Messer und Reizgas und klauen ihm Geld und Handy als er am Boden liegt. Am 4. Mai schlägt ein Mann ansatzlos einer Transfrau an der Bushaltestelle Sonnenallee mit der Faust gegen den Kopf. Bevor der Täter flieht, tritt er der Frau mit dem Fuß gegen den Kehlkopf.

Kein Anlass, kein Streit, allein das Aussehen provoziert genug, um zuzuschlagen – ohne zu zögern. ...

Allein von 2015 auf 2016 stiegt die Anzahl an Hasskriminalität wegen sexueller Ausrichtung in Berlin um zwölf Prozent, auf 291 Übergriffe – auch weil Hasskriminalität mittlerweile häufiger als solche erkannt und angezeigt wird. Die Täter sind meist junge Männer mit Migrationshintergrund oder deutsche Rechtsradikale.

... „Im Täterkreis vermuten wir ein hohes Maß an Unkenntnis und Tabuisierung, in manchen Kulturkreisen wird Trans- oder Homosexualität auch als Krankheit gesehen“, sagt Stipp. Die Übergriffe fänden meist an Orten statt, an denen Platz für Provokation sei, also Orte, an denen man sich zwangsläufig begegnet. An Bahnhöfen, der U-Bahn oder Bushaltestellen.

Neben allerhand queerem Leben, das sich seit Jahren um die Sonnenallee tummelt, sind auch sonst eine Menge Leute zugezogen. Und wo es enger wird, komme es automatisch zu mehr Konflikten, meint Anja Kofbinger, die queerpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion in Berlin.

Doch die gegenwärtige Situation geht über bloße Reibereien weit hinaus. „Ich nehme wahr, dass der Hass größer wird“, sagt Kofbinger. Als vor fünf Jahren der queere Club Schwuz in der Rollbergstraße öffnete, habe es trotz Befürchtung keine Probleme gegeben. „Und jetzt kommt das an einer Ecke in Neukölln hoch, an der wir bislang gar keine Probleme damit hatten.“

... Anja Kofbinger möchte gemeinsam mit dem Verein Al-Huleh und dem schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo, vor allem junge Araber aufklären und in die Pflicht nehmen. „Die Neuköllner Nachbarschaft war immer friedlich. Und jetzt kippt das, jetzt müssen alle mithelfen. Nicht nur der Bezirk oder die Polizei“, sagt Kofbinger, die selbst in der Nähe der Sonnenallee lebt.

Die Polizei setzt auf Aufklärung bei Betroffenen und den Beamten: „Wir sensibilisieren die Dienstkräfte dafür, Hasskriminalität zu erkennen, es kommt auf die Intention der Tat an. Das ist keine „einfache Beleidigung“ oder „einfache Körperverletzung“, das ist Hasskriminalität“, sagt Stipp. Außerdem werbe die Polizei in der Community, Straftaten auch anzuzeigen und hat damit Erfolg: „Heute werden viel mehr Übergriffe angezeigt. Dies ermöglicht uns Schwerpunkte zu erkennen. Nur so kann die Polizei angemessen reagieren.“

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TotaK-Zuhaus 14.05.2018, 21:25 Uhr
Sorry, aber vielleicht bin ich trotz meiner 58 Lebensjahren einfach zu naiv. Was treibt irgendwelche doofen Spacken dazu, Schwule, Lesben, Transpersonen, etc. zu beleidigen oder gar zu schlagen? Mir würde da jede Veranlassung fehlen, irgenwie über solche Menschen aggressiv zu werden. Tut sich hier womöglich analog  zur "national befreiten Zone" der Nazis eine "moralistisch befreite Zone" auf?


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loucass 14.05.2018, 19:21 Uhr
Antwort auf den Beitrag von fortschritt63 14.05.2018, 17:45 Uhr

    Die Migranten handeln, ihrer Erziehung nach und die Rechtsradikalen verdrängen häufig die eigene Homosexualität, mit Gewalt gegen andere. 

Steile These! Warum sollte bei Migranten sexuelle Verdrängung nicht auch eine Rolle spielen? Und warum nicht bei Rechtsradikalen auch die Erziehung?


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schwimmblogberlin 14.05.2018, 17:24 Uhr

"...in manchen Kulturkreisen wird Trans- oder Homosexualität auch als Krankheit gesehen“, sagt Stipp."

Wenn (also wenn) man das als Begründung hernimmt, den 'Gedanken' weiter denkt, heißt das, dass in diesen "Kulturkreisen" es normal ist, Kranke zu verprügeln, treten und zu beklauen?


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Pat7 14.05.2018, 16:51 Uhr

Das Männlichkeitsbild oder eher dieser Männlichkeitswahn bei Nazis und einigen Migranten Gruppen liegt dich beieinander. Diese Typen scheinen Angst zu haben Homosexualität sei ansteckend.


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Uriel 14.05.2018, 09:33 Uhr
Es ist nicht nur "Neukölln", sondern in etlichen Bereichen von Berlin, das selbsternannte  "Herrenmenschen" gegen alles vorgehen was nicht in ihr Weltbild passt. Da ist es egal welche Staatsangehörigkeit oder religiöse Weltanschauung die Täter haben. Da werden Menschen mit körperlichem Handycap oder einer der eigenen Weltanschauung widersprechenden Sexualität als "Minderwertig" oder vom "Teufel gezeugt" bezeichnet. ...



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A.v.Lepsius 14.05.2018, 09:56 Uhr
Antwort auf den Beitrag von schoenfeldp 14.05.2018, 09:27 Uhr

    Antisemitismus, Rassismus, Homophobie und Machotum sind beiden Gruppen ein Anliegen und wer in Neukölln geboren ist, wundert sich, dass sich darüber heute jemand wundert, denn das ist seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten im Viertel bekannt.

Ich bin seit 1971 in Neukölln aufgewachsen, also seit meinem 6. Lebensjahr. Auch mich wundert immer wieder, welche Probleme im Bezirk plötzlich "ganz neu" sind.

Eines der besten Beispiele war die Rütli-Schule. Die war schon 1971 nebst Umgebung sozialer Brennpunkt. Und ja, wer auch immer zu einer Minderheit "gehörte" oder dazu gemacht werden konnte, hatte es schon damals schwer. ....


...


Aus: "Die Wut von Neukölln" Helena Piontek (14.05.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/queerspiegel/hasskriminalitaet-in-berlin-die-wut-von-neukoelln/21888638.html
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« Reply #19 on: June 05, 2018, 03:13:05 PM »

Quote
[...] 143 Kinder wurden 2017 in Deutschland getötet - 143, 13.539, 4247. Diese Zahlen sind erschreckend hoch und machen unglaublich traurig. 143 Kinder sind 2017 in Deutschland durch ein Verbrechen wie Mord, Totschlag oder Körperverletzung zu Tode gekommen. 13.539 Kinder unter 14 Jahren wurden im gleichen Zeitraum Opfer von sexuellem Missbrauch. 4247 Kinder wurden schwer misshandelt.

Nachzulesen ist das in der aktuellen polizeilichen Kriminalstatistik, die von der Kinderschutzorganisation Deutsche Kinderhilfe, dem Bundeskriminalamt und dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung in Berlin vorgestellt wurden. Die Dunkelziffer dürfte allerdings wohl noch höher liegen.


Aus: "143 Kinder wurden 2017 in Deutschland getötet" (Dienstag, 05. Juni 2018: Der Tag bei n-tv)
Quelle: https://www.n-tv.de/der_tag/Dienstag-5-Juni-2018-article20463891.html
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« Reply #20 on: June 26, 2018, 05:48:33 PM »

Quote
[...] Für den Mord an seinem sechsjährigen Sohn am Tag seiner Einschulung und an zwei weiteren Menschen in Villingendorf ist ein 41 Jahre alter Mann zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Rottweil stellte am Dienstag zudem die besondere Schwere der Schuld fest, womit der Kroate nicht nach 15 Jahren vorzeitig auf freien Fuß kommen kann.

Der Mann hatte im Prozess zugegeben, Mitte September 2017 in Villingendorf bei Rottweil seinen Sohn, den neuen Verlobten seiner Ex-Partnerin sowie dessen Cousine erschossen zu haben. Der Junge war erst am Morgen des Tattages eingeschult worden. Die Mutter seines Sohnes habe er bewusst laufen gelassen, so die Staatsanwaltschaft. Sie sollte den Rest ihres Lebens am Verlust leiden. Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe gefordert.

Stellt das Gericht eine „besondere Schwere der Schuld“ fest, kommt der Täter nur in Ausnahmefällen vorzeitig frei - etwa wegen hohen Alters oder schwerer Krankheit. Besondere Schwere der Schuld bedeutet zum Beispiel, dass das Motiv besonders verwerflich war, die Tat besonders grausam oder mit mehreren Opfern.

Der 41-Jährige hatte Ende Mai ein Geständnis abgelegt und gesagt, er sei bei der Tat nicht er selbst gewesen, sondern habe „wie ein Roboter“ gehandelt. Am Tag der Tat habe er seine Ex-Partnerin zur Rede stellen wollen. Mit Blick auf die mit bis zu sechs Schuss geladene Waffe, die er mit auf die Terrasse in Villingendorf brachte, sei diese Aussage nicht sehr glaubwürdig, hatte Oberstaatsanwalt Dittrich in den Plädoyers gesagt. „Er kam nicht, um zu reden. Er kam, um zu töten.“

Der Angeklagte habe mit der Tat mit einem Schlag drei Familien zerstört. Vertreter der neun Nebenkläger hatten im Prozess deutliche Kritik an Behörden und Polizei geübt. Diese hätten die Angst und die Warnungen der Ex-Partnerin des 41-Jährigen nach diversen Mord- oder Gewaltandrohungen ignoriert. (dpa)


Aus: "Sohn am Einschulungstag getötet: Höchststrafe" (26.06.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/dreifachmord-in-villingendorf-sohn-am-einschulungstag-getoetet-hoechststrafe/22736594.html
« Last Edit: January 09, 2019, 07:41:35 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #21 on: July 02, 2018, 02:16:48 PM »

Quote
[...] In Friedrichshain wurde am Sonntagabend ein Mann durch einen Messerstich schwer verletzt. Wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte, soll ein 31-Jähriger am Abend ein Gebüsch im Volkspark Friedrichshain betreten haben, um dort zu urinieren. Dadurch fühlte sich ein Obdachloser gestört, der in diesem Gebüsch seine momentane Bleibe hatte. Mit einem Messer, das an einem Stock festgebunden war, stach der 46-Jährige dem 31-Jährigen in den Bauch.

Dieser musste daraufhin in einem Krankenhaus operiert werden, Lebensgefahr besteht nicht. Der 46-Jährige wurde festgenommen.

Erst im Mai kam es zu einem ähnlichen Fall in Wilmersdorf: Ein Unbekannter fühlte sich von zwei anderen Männern beim Urinieren auf der Eisenzahnstraße beobachtet, es kam zum Streit, ein vierter - dem Wildpinkler offensichtlich bekannter - Mann kam hinzu und stach auf einen der beiden andern Männer ein. (Tsp)


Aus: "Mann sticht mit Messer auf Wildpinkler ein" (02.07.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-friedrichshain-mann-sticht-mit-messer-auf-wildpinkler-ein/22757562.html
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« Reply #22 on: July 24, 2018, 02:36:32 PM »

Quote
[...] Zwei obdachlose Männer sind in Berlin angezündet und lebensgefährlich verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hat ein unbekannter Täter die beiden Männer und ihren Besitz am Sonntagabend vor dem Bahnhof Schöneweide mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen. Die Tat ereignete sich demnach gegen 23 Uhr. Zeugen aus einem benachbarten Imbiss seien zu Hilfe gekommen und hätten die Flammen gelöscht. Alarmierte Sanitäterinnen und Sanitäter leisteten Erste Hilfe. Konkrete Hinweise zu dem Täter oder einem Motiv sind noch nicht bekannt. Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen. ... Der Fall erinnert an die Brandattacke auf einen Obdachlosen an Heiligabend 2016, die deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. Damals hatte eine Gruppe Jugendlicher in einem U-Bahnhof versucht, einen schlafenden Mann mit einem Feuerzeug anzuzünden. Der Haupttäter wurde wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung verurteilt. ...


Aus: "Unbekannter zündet zwei Obdachlose an" (23. Juli 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-07/berlin-schoeneweide-obdachlose-angezuendet

Chronik obdachloser Opfer: Totgeschlagen und Totgeschwiegen: Schwere bis tödliche Übergriffe auf Obdachlose in der Bundesrepublik
http://berberinfo.blogsport.de/chronik-obdachloser-opfer/

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« Reply #23 on: August 15, 2018, 09:55:35 AM »

Quote
[...]  Ungewöhnlich brutal ist ein 21-Jähriger am Sonntagabend nacheinander mit einem Messer und Faustschlägen auf drei junge Leute losgegangen, die ihm zufällig über den Weg liefen. Bundespolizei und Berliner Polizei bestätigten auf Tagesspiegel-Anfrage, dass es sich bei zwei separat gemeldeten Angriffen, die sich kurz nacheinander abspielten, um ein und denselben Intensivtäter handelt. Zuerst saß er gegen 20.30 Uhr aus Richtung Innenstadt kommend in der S5, wie die Bundespolizei berichtet. Ihm gegenüber befand sich ein 25-Jähriger, dem plötzlich auffiel, dass dem Mann ein Messer aus dem Rucksack fiel, woraufhin er seinen Sitzplatz wechselte. Der 21-Jährige folgte ihm jedoch, fragte ihn, ob er jetzt die Polizei rufen würde – und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Am Bahnhof Wuhletal stieg der Angreifer in die U5 nach Hönow um.

Am U-Bahnhof Hellersdorf setzte er seinen gewalttätigen Streifzug fort. Gegen 20.40 Uhr ging er auf der Stendaler Brücke, die über die Gleise führt, ziemlich unvermittelt auf zwei Jugendliche zu und pöbelte sie an. Bei dem Versuch des 17-Jährigen, die Situation zu beruhigen, holte der junge Mann sein Messer aus dem Rucksack, griff den Hals seines Gegenübers und stach ihm in den Unterarm, wie die Berliner Polizei berichtete. Als der 15-Jährige dazwischen ging, wurde auch er durch Faustschläge ins Gesicht verletzt. Beamte einer Einsatzhundertschaft nahmen den Angreifer wenig später vorläufig fest. Die Stichwunde konnte ambulant behandelt werden. Die beiden anderen bekannten Opfer verzichteten auf medizinische Hilfe. Nach Angaben der Bundespolizei ergab eine Atemalkoholmessung einen Wert von rund 1,9 Promille. Der Mann sei „einschlägig polizeibekannt“.


Aus: "Polizei: Intensivtäter schlägt und sticht mehrfach unvermittelt zu" Ingo Salmen (14.08.2018)
Quelle: https://leute.tagesspiegel.de/marzahn-hellersdorf/polizei/2018/08/14/53483/intensivtaeter-schlaegt-und-sticht-mehrfach-unvermittelt-zu/

-

Quote
[...] Nach Polizeiangaben von Montag liefen die beiden, 35 und 36 Jahre alt, kurz nach 18 Uhr Hand in Hand aus dem U-Bahnhof Möckernbrücke, als sie von dem Unbekannten zunächst homophob beleidigt worden seien. Anschließend habe der Mann beide geschlagen, bevor er in den Park am Gleisdreieck flüchtete. Das Paar trug leichte Verletzungen davon; eine medizinische Behandlung lehnte es ab.  Die Frauen beschrieben den Tatverdächtigen als Nordafrikaner.


Aus: "Berlin-Kreuzberg: Frauen homofeindlich beleidigt und geschlagen" (13.08.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/queerspiegel/berlin-kreuzberg-frauen-homofeindlich-beleidigt-und-geschlagen/22906020.html

Quote
Pat7 13.08.2018, 11:39 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Kapitel 13.08.2018, 11:28 Uhr
Kennen Sie einen Kriminellen, der eine Tat begangen und dann auf die Polizei gewartet hat?

Hier geht es nicht um normale Kriminalität zum Zwecke des sich Bereicherns. Dessen Wesen ist nun mal die Anonymität und funktioniert nur auf die Weise.

Hier hat jemand ein Statement abgeliefert weil er welchen Hass auch immer auf Frauen hat die Händchen halten. Sich erst toll finden weil man es denen mal gezeigt hat aber nicht bereit sein zu seinen Ansichten zu stehen. Das ist Feigheit. Die selbe Feigheit wie im  Netz wenn andere wegen der politischen Meinung oder ihrer Lebensweise anonym bedroht, beleidigt und beschimpft werden oder man Bürgerbüros von Parteien mit Farbe und Parolen beschmiert oder Wahlkampstände angreift und dann abhaut.


-

Quote
[...] Einen Tag nach dem Angriff auf einen Fanbus des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin in Köln spricht die Polizei von einer "neuen Dimension der Gewalt nach Fußballspielen". Der gewaltsame Zwischenfall hatte sich in der Nacht zum Dienstag ereignet, nach einem Spiel des 1. FC Köln gegen Union Berlin. Der Angriff auf den Bus war nach Einschätzung der Beamten eine gezielte und geplante Aktion. Von den 28 Festgenommenen seien bis auf einen noch alle in Gewahrsam, hieß es weiter. Einige von ihnen seien als "Gewalttäter Sport" bekannt.

Rund 100 vermummte Störer – alle in weißen T-Shirts und weiß-roten Sturmhauben – hatten nach Darstellung der Polizei zunächst einen polizeibegleiteten Fanbus vor einer Autobahnauffahrt mit Steinen attackiert. Aus dem Berliner Fanbus stürmten dann laut Polizei ebenfalls vermummte Störer. Die Einsatzkräfte drängten diese in den Bus zurück und die Kölner Angreifer auf einen nahe gelegenen Parkplatz. Von dort aus seien viele in unbeleuchteten Autos geflüchtet, hätten dabei gezielt Kurs auf Polizisten und Polizistinnen genommen und alle Anhalte-Aufrufe missachtet.

Polizeipräsident Uwe Jacob sprach in einer Pressekonferenz von "blankem Hass" und einem "nicht hinnehmbaren Angriff auf unser Rechtssystem". Dass niemand verletzt wurde, sei "irgendwo auch ein Wunder". Jacob nannte es erschreckend, dass sogar die Begleitung der Fanbusse durch die Polizei kein Hindernis gewesen sei, "sinnlose Gewalt" zu verüben.

Die Polizei beschlagnahmte sechs Fahrzeuge, mehrere Schlagstöcke, Pyrotechnik und andere gefährliche Gegenstände. Natalie Neuen von der Kölner Staatsanwaltschaft sagte, in den nächsten Tagen werde geprüft, "inwiefern wir Haftbefehle beantragen". Kripo-Leiter Becker zufolge gibt es Hinweise, dass die Kölner Störer von polizeibekannten Personen aus der Dortmunder Szene unterstützt wurden. Polizei und Justiz müssten auf "zunehmende Radikalisierung" reagieren. "Sonst haben wir bald keine Fußballspiele mehr, sondern befassen uns nur noch mit Gewalt im Fußball."

Der 1. FC Köln betonte, er verurteile Gewalt "ohne Wenn und Aber". Das habe man wiederholt zum Ausdruck gebracht und daran habe sich nichts geändert. "Nach unseren derzeitigen Informationen waren an den Vorfällen offenbar auch Personen beteiligt, die vom 1. FC Köln bereits mit einem Stadionverbot belegt sind", hieß es in einer Stellungnahme. "Das zeigt: Außerhalb des Stadions und abseits unserer Spiele sind die Vereine im Kampf gegen Gewalt auf Polizei und Justiz angewiesen."

Die Kriminalpolizei untersucht die Vorfälle nun mit einer Sonderermittlungsgruppe Paul, da sich die Ausschreitungen "Auf dem Paulsacker" ereigneten. Schwere Straftaten wie Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr und Verstöße gegen das Versammlungsgesetz stehen im Raum, wie der Kölner Kripo-Leiter Klaus-Stephan Becker in der Pressekonferenz sagte. Alle Festgenommenen zeigten sich bisher "vollkommen unkooperativ". Ihre Handys würden ausgewertet.

Die Beamten werden bei ihren Ermittlungen auch alle 77 Insassen des Berliner Fanbusses überprüfen. Man habe das Fahrzeug zum Präsidium eskortiert und dort alle Personalien festgestellt, sagte Becker. Es werde unter anderem der Frage nachgegangen, ob die Angriffe nicht nur unter den Kölnern zuvor abgesprochen waren, sondern es möglicherweise auch Verabredungen zur Gewalt zwischen Kölnern und Berlinern gab.

Quote
matotope #1.3

Der Proll schwört auf MMA.


Quote
matotope #3

Für Stein- & Flaschenwürfe bekamen einige nach G20 bis zu drei Jahre aufgebrummt, mal sehen wie das hier ausgeht.


Quote
Martin Köster #5

wenn ich mir das durchlese, wenn ein bestimmter teil der bevölkerung noch nicht mal in frieden mit einem konkurrierenden fußballverein leben kann, dann muß man sich nicht wundern welche aggression den flüchtlingen und schutzsuchenden entgegenschlägt.
auf den schützenfesten prügelt man sich sogar mit den bewohnern des nachbardorfs, weil die "die anderen" sind.
da laufen primitivste biochemische vorgänge in den hirnen ab ...

richtig absurd wird es aber, wenn diese hooligans sich dann im rechtsextremen milieu wiederfinden, als verteidiger unseres "vaterlands" ...

meiner meinung geht es immer nur darum einen ideologischen grund zur ausübung seiner sadistischen und gewaltaffinen triebe zu finden; mit vaterland oder überfremdung hat das sehr wenig zu tun ... es geht nur um den rausch und primitivste machtausübung moralisch/ethisch kompromittierter seelen am rande eines pathologisch zu nennenden befundes ...


Quote
vincentvision
#8  —  vor 27 Minuten 3

Bezeichnend, dass diejenigen, die beim G20-Gipfel und seinen Gewaltexzessen den Untergang des Abendlandes verorteten, angesichts solcher und ähnlicher Exzesse sehr still sind.

Denn Woche für Woche müssen Hunderschaften an Polizei ausrücken, um durchgeknallte Hooligans voneinander zu trennen und die Fans von x Fußballspielen in ihren Zügen und Fankurven zu sichern und zu separieren.

Oft genug auch unter Gewalt und Auschreitungen. ...


Quote
Huanaco #17

Es zeigt sich, dass Fanprojekte offenbar bei einigen sogenannten Fans nichts fruchten. Vor lauter Langeweile verabredet man sich zu einer Prügelei, weil man mit sich und der Welt nichts anzufangen weiß. Ausgeschlagene Zähne, gebrochene Nasenbeine, blutende Platzwunden dienen als Beweis einer Männlichkeit, die das genaue Gegenteil von LGBT verkörpern und in eine Zeit zurück will, als der Mann noch als ganzer Kerl zählte, der sich wie einst auf mittelalterlichen Ritterturnieren um die Huld eines Weibes prügelte. "Der will nur spielen", heißt es, wenn ein gemeiner Straßenköter sich in meine Jeans verbeißt. Das können wir den Prügelnden nicht durchgehen lassen. "Denn sie wissen nicht, was sie tun." Nehmen Sie es biblisch oder mit James Dean. Ob Prügelei oder verbotenes Autorennen. Die Ursachen sind m. E. die gleichen. Es gilt wieder als männlich, "sein Recht" in die eigene Hand zu nehmen. Notfalls eben auch, indem das Recht des/der anderen missachtet wird. Man hat keine Argumente, aber Fäuste. Und die Eltern kennen oft nicht einmal "die Freunde" ihres Sohnes (die aus der Wirklichkeit, die bei fatzebuk ohnehin nicht). Ob Strafen die Prügelnden erreichen, weiß ich nicht. Noch gilt es in den Fangruppen als cool, wie ein Märtyrer in den Knast zu kommen. ...


...


Aus: "Polizei sieht in Angriff auf Fanbus neue Dimension der Gewalt" (14. August 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/sport/2018-08/gewalttaeter-sport-fc-union-berlin-angriff-koeln-fanbus-planung-aktion



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« Reply #24 on: August 16, 2018, 10:39:08 AM »

Quote
[...] Es war am Montag gegen 18 Uhr, als ein hypernervöser Mann mit nacktem Oberkörper im zentralfranzösischen Périgueux mehrere junge Frauen belästigte. Passanten versuchten einzugreifen. Vier von ihnen erlitten Messerstiche und wurden zum Teil schwer verletzt. Diese Gewalttat aus dem heiteren Himmel des schönen Périgord-Gebiets war die vorläufig letzte einer blutigen Serie.

In der Alpenstadt Grenoble wurde Ende Juli ein junger Franzose erstochen, als er eine Freundin vor zwei Angreifern zu schützen versuchte. Anfang August tötete ein in einen Bus einsteigender Radfahrer in Paris auf die gleiche Art einen 50-jährigen Passagier, der ihn darauf aufmerksam machen wollte, dass Räder auf der Linie 255 untersagt sind. Weitere Fälle ereigneten sich in der Pariser Vorstadt Melun, wo ein Mann Polizisten bei einer Routinekontrolle anfiel. In Nîmes attackierte ein Häftling vor einer Woche einen Gefängniswächter.

Die Liste ließe sich verlängern. Die französischen Medien sprechen mit Verweis auf einen Kultkrimi von 1983 von einem Été Meurtrier, einem mörderischen Sommer. Ansonsten berichten sie eher zurückhaltend über die einzelnen Fälle. In sozialen Medien wird ihnen vorgeworfen, sie verschwiegen die Identität der Täter. In Périgueux handelte sich um einen 19-jährigen Asylbewerber aus Afghanistan. Doch ist das eine relevante Information? Die Frage ist politisiert. In Grenoble reichte die rechtsextreme Gruppe Génération Identitaire die – maghrebinischen – Namen der Angreifer des Niedergestochenen nach. Vom Radfahrer der Buslinie 255 nennen die Behörden nur sein Alter (30) und frühere Verurteilungen wegen Raubs. Das lässt die Gerüchte in den sozialen Medien hochschwappen: "Wer trägt jeweils ein Messer mit sich?", fragte ein Forumsteilnehmer, der sich über Islamisten ausließ. Die mutmaßlichen Täter sind in Haft. Polizei und Justiz schließen terroristische Motive aus. Die fast schon rituelle Klarstellung seit den schweren Attentaten von 2015 und 2016 wird aber von rechts infrage gestellt. "Auch wenn diese Akte nicht eigentlich terroristisch sind, verwerfen die Täter doch unbestreitbar die Werte der Republik", schreibt etwa das Magazin Causeur. "Die Ablehnung der Bürgerlichkeit und der Loyalität gegenüber der Republik finden ihren einfachsten, sichtbarsten und wirksamsten Ausdruck im Durchschneiden der Kehle."

Pressekommentare über die "Verwilderung der Gesellschaft" und die "Banalisierung der Barbarei" werden über die politischen Lager hinweg geteilt. Das linke Newsportal Mediapart präzisiert aber, die Bevölkerungskreise, auf die mit dem Finger gezeigt wird, seien oft nicht die Täter, sondern Opfer der Gewalt. Anlass für die Bemerkung ist ein neuer Fall in der burgundischen Weinstadt Beaune. Dort schossen zwei Kriminelle vor einer Woche auf sieben junge Maghrebiner und verletzten sie teils lebensgefährlich. Laut Augenzeugen riefen sie "sales bougnoules" (Dreckaraber). Einiges ist noch unklar an dieser Attacke, deren Ursprung offenbar ein Autodeal bildet. Der Staatsanwalt eröffnete ein Verfahren wegen Mordversuchs "mit rassistischem Charakter". Tatsache ist, dass das koloniale Schimpfwort "bougnoul" in Frankreich heute wieder häufiger zu hören ist. Im Loiretal wurde eine algerische Mutter auf diese Weise beschimpft und dann niedergeschlagen, als sie mit ihren zwei Kleinkindern spazieren ging und eine Frau aufforderte, ihren Hund an die Leine zu nehmen. Südlich von Bordeaux erschoss ein Nachbar einen Familienvater marokkanischer Herkunft, wobei er ihn als "Scheißaraber" beschimpfte.

Die Kommunistische Partei führt diese Fälle auf ein "zunehmendes Klima des Hasses" zurück. "Wenn sich der Rassismus über die Sprache befreit und jenen Politikern folgt, die bei der extremen Rechten auf Fischzug gehen, macht dies den Übergang zur Gewalt erst möglich." Diese Erfahrung machte auch der elsässische Hobbyfußballer Kerfalla Sissoko, der von Spielern und Zuschauern rassistisch beleidigt und dann mit Kieferbruch ins Spital eingeliefert wurde. Die Pariser Liga gegen Rassismus und Antisemitismus begrüßt das Eingreifen der Polizei; sie beklagt aber, dass "gewalttätige Vorfälle im populistischen Europa heute einen immer klareren Grundton der Gewalt" aufwiesen. Egal ob "Allahu Akbar" oder "Tod den Arabern" gerufen werde.

(Stefan Brändle aus Paris, 16.8.2018)


Aus: "Frankreichs Gesellschaft fürchtet die Verwilderung" Stefan Brändle aus Paris (16. August 2018)
Quelle: https://derstandard.at/2000085403027/Frankreichs-Gesellschaft-fuerchtet-die-Verwilderung

Quote
Der-Bürger

Wo ist das Problem, uns wird doch ständig eine pluralistische Gesellschaft eingeredet und das sind eben die Nebenwirkungen davon. Nach Ende des Kolonialismus, war Frankreich ein beliebtes Einwanderungsziel, vorallem von nordafrikanischer Klientel und man weiß, dass diese Klientel eine andere Art zu leben hat wie wir.

Gewalt ist in diesen Gesellschaftsstrukturen nichts außergewöhnliches ...


Quote
AufDemKreuzzugInsGlück

Was erwartet man sich wenn man Millionen teils ungebildeter Asylwerber ins Land lässt, von denen ein grosser Teil niemals integrierbar sein wird bzw. nicht das geringste Interesse an Integration zeigt??

Man könnte solche Menschen durchaus als "Wilde," bezeichnen, somit erübrigt sich die Headline....


Quote
EinhornkopfÜbermBett

Die Tragik dabei

In den Kommentaren bisher zeigt sich, dass der rechtsnationale Mob entweder den zweiten Teil des Artikels nicht gelesen hat, nicht verstanden hat, durch selektive Wahrnehmung nicht erfassen konnte oder auf dem Standpunkt steht: Wenn ein Araber einen niedersticht, der sagt man dürfe kein Rad mit in den Bus nehmen ist dass ein Beweis für die unzivilisiertheit dieser Ausländer. Wenn eine ausländische Frau mit zwei Kleinkindern verprügelt wird, weil sie den Hundehalter auf die Anleinpflicht hinweist ist das ein Fall von gerechtfertigter Gewalt. Was erlaubt die sich eigentlich.

Und das werden auch immer mehr werden, mMn. Weil es bedingt durch die asoziale Politik der letzten drei Dekaden immer mehr ges. Verlierer gibt.


...
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« Reply #25 on: August 20, 2018, 10:22:28 AM »

Quote
[....] Immer mehr Kliniken in Deutschland sehen sich mit dem Problem konfrontiert, dass ihr medizinisches Personal von aggressiven, betrunkenen oder geistig verwirrten Patienten attackiert wird - manchmal nur verbal, zunehmend aber auch mit physischer Gewalt.

Bei einer Studie der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege gaben 79 Prozent des Pflegepersonals in Kliniken an, bereits Opfer von verbaler Gewalt geworden zu sein, 56 Prozent auch von körperlicher. Und auch in einer Umfrage unter 600 Angestellten eines Nürnberger Krankenhauses berichteten mehr als 70 Prozent der Befragten, schon einmal Opfer von verbalen oder körperlichen Angriffen geworden zu sein.

„Leider ist aggressives Verhalten, speziell in der Notaufnahme, auch bei uns an der Tagesordnung“, sagt Stefan Dreising vom Universitätsklinikum Düsseldorf: „Häufig sind es verbale Angriffe, Drohgebärden oder zum Teil wüste Beschimpfungen. Das geht durch alle gesellschaftlichen Schichten und Altersklassen.“ Auf dem Klinikgelände gebe es daher schon seit Jahren, 24 Stunden am Tag, einen Sicherheitsdienst, der auch im Bereich der Notaufnahme im Einsatz sei.

... „Wir erleben derzeit eine totale Verrohung bei einigen Patienten und ihren Angehörigen gegenüber medizinischem Personal“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery: „Man muss sich immer vergegenwärtigen, dass die Sicherheit von Ärzten und Angehörigen der Gesundheitsberufe ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ist.“

Private Sicherheitsunternehmen haben Kliniken schon längst als neue Zielgruppe erkannt. Der Wach- und Sicherheitsdienst Paffen aus Rheinbach in Nordrhein-Westfalen etwa wirbt auf seiner Website offen um Kundschaft unter Klinikbetreibern: „Gesundheitseinrichtungen greifen immer mehr auf qualifizierte Sicherheitsdienste zurück“, heißt es dort. „Das Aggressionspotenzial wächst immer mehr, wir haben sehr viele Anfragen“, sagt Mitarbeiter Oliver Misch. Das Sicherheitspersonal sei darin geschult, deeskalierend vorzugehen: „Es geht darum, eine schwierige Situation zu beenden. Wenn sich die betreffende Person beruhigt hat, können wir weiterziehen.“

Auch viele Kliniken schulen ihre Mitarbeiter mit Deeskalationstrainings im Umgang mit schwierigen Patienten, so etwa das Uniklinikum Bonn: Alle Mitarbeiter der Notfallambulanzen nähmen daran teil, erläutert Sprecherin Magdalena Nitz.

Bundesärztekammerpräsident Montgomery fordert Aufklärungskampagnen, die verdeutlichen, „dass diese Menschen Retter und Helfer sind“. Zudem ruft er den Gesetzgeber dazu auf, medizinisches Personal und Rettungskräfte besser vor Gewalt zu schützen.

...



Aus: "„Wir erleben derzeit eine totale Verrohung“" epd/kami (31.07.2018)
Quelle: https://www.welt.de/vermischtes/article180272456/Gewalt-in-der-Notaufnahme-Wir-erleben-derzeit-eine-totale-Verrohung.html
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[Wo Brutalität und Zwietracht tobt... ]
« Reply #26 on: August 27, 2018, 12:27:45 PM »

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[...] Bei einem Videospiel-Wettbewerb in Jacksonville im US-Bundesstaat Florida hat ein Teilnehmer zwei Menschen erschossen, elf weitere verletzt und anschließend sich selbst das Leben genommen. „Es gab drei Tote vor Ort, einer davon ist der Verdächtige, der sich selbst das Leben nahm“, sagte Sheriff Mike Williams am Sonntag bei einer Pressekonferenz. Den mutmaßlichen Täter identifizierte der Sheriff als den 24-jährigen David Katz aus Baltimore im Bundesstaat Maryland.

Von den elf Verletzten brachten die Rettungskräften laut Polizei neun ins Krankenhaus. Sieben von ihnen erlitten Schusswunden. Zwei weitere Verletzte mit Schusswunden suchten demnach selbständig Kliniken auf.

Katz habe an dem Videospiel-Wettbewerb teilgenommen und bei seiner Tat „mindestens eine Handfeuerwaffe“ benutzt, sagte Williams. Die Schießerei ereignete sich demnach gegen 13.30 Uhr (Ortszeit, 19.30 Uhr MESZ) in einem Pizza-Restaurant in dem Einkaufs- und Vergnügungskomplex Jacksonville Landing, wo der Wettbewerb stattfand.

Das Madden 19 American Football Turnier wurde in der Bar GLHF Game Bar in dem Komplex ausgetragen. Madden ist das offizielle Videospiel der National Football League – der Profiliga des American Football – und äußerst beliebt in den USA. Die Zeitung „LA Times“ meldete unter Berufung auf einen Teilnehmer, der Schütze habe bei dem Turnier verloren.

Das Turnier wurde live im Internet übertragen. In einem Videoausschnitt der Übertragung waren Schüsse zu hören, zu sehen war aber nichts. Die Videospielseite Twitch entfernte die Aufnahme später, sie war aber noch in sozialen Netzwerken abrufbar.

Die Polizei hatte Menschen, die sich in dem Komplex eingeschlossen hatten, zunächst aufgefordert, dort zu bleiben und den Notruf zu wählen. Der Veranstalter EA Sports Madden NFL schrieb bei Twitter, es handele sich um „eine furchtbare Situation“. „Unser tiefes Mitgefühl geht an alle Beteiligten“, hieß es.

An dem Turnier nahmen professionelle Mannschaften teil. Drini Gjoka, der für das Team Complexity Gaming an dem Wettbewerb teilnahm, wurde nach Angaben seines Leiters Jason Lake am Daumen verletzt. Er habe sich in Sicherheit bringen können. Der 19-jährige Drini erklärte auf Twitter, er werde „nie wieder irgendetwas für selbstverständlich halten. Das Leben kann in einer Sekunde vorbei sein“.

Das in Deutschland ansässige SK Gaming bestätigte, dass sein Spieler „JoelCP_" in Sicherheit sei. „Unsere Gedanken sind bei allen, die Teil eines solch schrecklichen Vorfalls werden mussten“, teilte SK Gaming mit.

Dem professionellen Spieler „oLARRY2K“ von Bucks Gaming sei in den Oberkörper geschossen worden, berichteten mehrere Nutzer sozialer Medien, darunter mutmaßlich die Mutter des Opfers.

Der Senator von Florida, Marco Rubio, teilte mit, die US-Bundespolizei FBI habe die Ermittlungen übernommen. Floridas Gouverneur Rick Scott erklärte, er habe nach dem Vorfall Unterstützung durch den Bundesstaat angeboten. Präsident Donald Trump habe zudem „jegliche nötigen Bundesmittel“ angeboten.

In Florida hatte es zuletzt mehrere Schießereien mit vielen Toten gegeben. Im Februar hatte ein 19-Jähriger an einer Schule in Parkland 17 Menschen erschossen. Im Juni 2016 tötete ein Schütze in einem Schwulenclub in Orlando 49 Menschen.

Überlebende der Schießerei von Parkland zeigten sich bestürzt über den Vorfall in Jacksonville. „Wieder einmal empfinde ich Schmerz und bin so wütend, wir können das nicht als unsere Realität akzeptieren“, schrieb Delaney Tarr, eine der Organisatoren der Schüler-Kampange „March For Our Lives“ (Marsch für unsere Leben), bei Twitter. (afp)


Aus: "USA: Tote nach Schießerei in Jacksonville" (26.08.2018)
Quelle: http://www.fr.de/panorama/usa-tote-nach-schiesserei-in-jacksonville-a-1570862

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[...] Nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen in Chemnitz sind hunderte Rechtsradikale durch die sächsische Stadt gezogen; die Polizei sprach von 800 Menschen, die sich  am Sonntag gegen 16.30 Uhr versammelten. 

Auf Facebook hatte eine Ultra-Gruppe des Chemnitzer FC das Motto ausgerufen: „Zeigen, wer in der Stadt das Sagen hat.“ Dem kam die Masse nach und veranstaltete regelrechte Jagdszenen auf Migranten, wie Nutzer auf Twitter schrieben. In einem Video ist zusehen, wie dunkelhaarige Menschen von pöblenden Rechten gejagt werden. „Haut ab! Was ist denn, ihr Kanaken?“ Zu sehen ist, wie ein dunkel gekleideter Mann einem deutlich jüngeren hinterher rennt und nach ihm tritt.

Auf ihrem Marsch durch die Stadt brüllten sie Parolen wie „Ihr seid hier nicht willkommen“, „Elendes Viehzeug“ oder gar „Für jeden toten Deutschen, einen toten Ausländer“. Es kam zu einem kleinen Scharmützel, da sich offenbar ein rechter Pöbler an einem Kiosk mit Bier versorgt hatte. „Wir gehen doch nicht für die Spacken auf die Straße, dass Du Dir hier beim Ausländer Bier holst.“ Dann ein größerer Aufruhr: „Zecken!“, die Rechten begannen, Menschen hinterher zu laufen, was eine Frau belustigt kommentierte: „Wie die rennen, die Zecken, das gibt's ja nicht.“ Schließlich wurden mit „frei, sozial und national“ weitere offen rechtsextreme Parolen gebrüllt.

Beachtlich, dass die aufgebrachte Menge von der Polizei weitestgehend unbehelligt agieren und Jagd auf mutmaßlich Nichtdeutsche machen konnte. Es wurden auch Flaschen in Richtung Polizei geworfen, die überfordert schien von der Situation. Bei einer Rangelei wurde mindestens ein Beamter verletzt. Nach eigenen Angaben sollen sie zunächst „nur mit geringen Kräften vor Ort“ gewesen sein.

Angaben über mögliche Festnahmen gibt es derzeit nicht. Der Polizei zufolge lagen zunächst vier Anzeigen vor: „Hierbei handelt es sich um zwei Anzeigen wegen Körperverletzung, eine Anzeige wegen Bedrohung sowie eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.“

Auslöser des Aufzugs war der Tod eines 35-Jährigen in der Nacht auf Sonntag. Nach Angaben der Polizei war es gegen 3.15 Uhr zu einer „tätlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen unterschiedlicher Nationalitäten gekommen“. Dabei wurden drei Männer im Alter von 33, 35 und 38 Jahren schwer verletzt. Der 35-Jährige erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Die Polizei fasste nach eigenen Angaben zwei Männer, die sich vom Tatort entfernt hatten. Ob sie wirklich in den Streit involviert waren, ist jedoch noch unklar. Angaben über die Nationalität der Männer wurden nicht gemacht - ebenso wie über den Grund für die Auseinandersetzung. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz und die Polizeidirektion Chemnitz ermitteln wegen des Verdachts des Totschlags.

Am Montag sind erneut mehrere Demonstrationen geplant. Die rechte Bürgerbewegung „Pro Chemnitz“ mobilisiert bereits auf Facebook. Linke Gruppen kündigen in den sozialen Netzwerken Gegenproteste an. (mit Agentur)


Aus: "Menschenjagd in Chemnitz" Katja Thorwarth (26.08.2018)
Quelle: http://www.fr.de/politik/rechtsextremismus-menschenjagd-in-chemnitz-a-1570813

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[...] Mehr als 400 Raver haben in der Nacht auf Sonntag im Gebäude des Vereins für Deutsche Schäferhunde in Sachsenhausen gefeiert, bis die Polizei die Techno-Party beendete. Zwei Mal wurde die Polizei gerufen, weil sich Besucher beschimpft hatten – die Feier in der Mörfelder Landstraße ging aber weiter. Beim dritten Mal löste die Polizei die Party um kurz nach halb vier morgens auf. Zuvor hatten Feiernde den Rettungsdienst gerufen, der sich um eine verletzte Frau kümmern sollte.

Nach dem Stand der Ermittlungen war Streit unter Partygängern ausgebrochen, Pfefferspray wurde versprüht; ein 25-Jähriger soll eine gleichaltrige Frau mit einem Elektroschocker verletzt haben. Als die Sanitäter eintrafen, umringten der Polizei zufolge mehrere Menschen den Rettungswagen und schlugen auf ihn ein. Die Polizei rückte an und brachte die Situation unter Kontrolle.

Die Frau wurde ins Krankenhaus gebracht, der Beschuldigte wurde festgenommen. Ein Elektroschocker und Tierabwehrspray wurden sichergestellt. Der 25-Jährige stand unter Alkoholeinfluss. Nach dem seine Personalien aufgenommen waren, wurde er wieder freigelassen.

Ob die Party legal oder illegal war, konnte die Polizei am Sonntag nicht sagen. Veranstaltungen dieser Art müssten beim Ordnungsamt angemeldet werden; das Ordnungsamt ist am Wochenende aber nicht besetzt.


Aus: "Polizei löst Techno-Party auf" Florian Leclerc (26.08.2018)
Quelle: http://www.fr.de/frankfurt/stadtteile/frankfurt-sued/frankfurt-sachsenhausen-polizei-loest-techno-party-auf-a-1570946

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« Reply #27 on: August 27, 2018, 06:26:40 PM »

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[...] Die Stimme stockt. Ein schüchternes Lächeln umspielt die Lippen. Dann nimmt Rainer W. allen Mut zusammen. Tausende Zuschauer seiner Live-Videoübertragung werden Zeuge, wie er der zugeschalteten Userin „Erdbeerchen“ einen Heiratsantrag macht. Sie zögert. Dann antwortet sie: „Du bist der fetteste, dümmste Idiot, den ich je in meinem Leben gesehen habe.“ Junge Männer springen ins Bild. Sie feixen, johlen. Über Wochen haben sie diesen Coup vorbereitet. Mit einem einzigen Ziel: einen Menschen maximal zu demütigen.

Rainer W. sackt in sich zusammen. Mit leerem Blick sitzt er da, Tränen in den Augen. Später wird er sagen: „Jeder Mensch hätte sich danach aus dem Fenster geschleudert.“ Rainer W., bekannt als „Drachenlord“, ist derzeit wohl die meistgehassteste Person im deutschsprachigen Internet. Für vergangenen Montag verabredeten sich knapp 10 000 Menschen in sozialen Netzwerken unter dem Motto „Dem Drachen das Fürchten lehren!“ Treffpunkt: Das Haus von Rainer W. im fränkischen Dorf Altschauerberg, im Netz nur als „Drachenschanze“ bezeichnet.

Die örtlichen Behörden sprachen ein Versammlungsverbot aus. Es nützte nichts. 800 vornehmlich junge Männer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum kamen trotzdem zur Hass-Demonstration. Die Polizei war überfordert, ein Unterstützungskommando musste herbeigerufen werden. Der Mob schmiss Feuerwerkskörper und grölte: „Die Schanze muss brennen!“ Hunderte Platzverweise wurden erteilt, mehrere Festnahmen erfolgten. Ein Sprecher der Polizei sagte: „Es gab konkrete Hinweise auf geplante Straftaten bis hin zu Morddrohungen gegen den Drachenlord.“

Wie konnte es soweit kommen? Rainer W. ist anders. Ein Außenseiter, ein ehemaliger Sonderschüler mit einer Lese-Rechtschreibschwäche. Bekennender Metalfan mit Übergewicht. Einer, der auch mal öffentlich über Sex mit Tieren fabuliert. Vor einigen Jahren begann er dann, auf einem Videoportal Tanzfilme zu veröffentlichen. Der heute 29-Jährige hatte den Traum, den viele junge Menschen teilen, die ihr Privatleben im Internet präsentieren: berühmt werden und Geld verdienen. 75 000 Abonnenten hatte sein Kanal zuletzt.

Doch ein großer Teil von ihnen sind sogenannte Hater, Internet-Nutzer, die den „Drachenlord“ im Schutz ihrer Online-Anonymität attackieren. Sie verbreiten gefälschte Nacktbilder von Rainer W., schreiben Kommentare wie „Geh ins Gas“ oder „Lösch dich“. Spott schlägt in ungebremsten Hass um. Er sei zu dick. Er sei zu dumm. Er sei zu peinlich.

Eine groteske Parallelwelt entsteht, genannt das „Drachengame“. Einziges Ziel des Spiels: gezielt organisierten, kollektiven Psychoterror gegen einen Wehrlosen zu entfalten. Es werden Videospiele programmiert und Fanartikel entworfen. Nachrichtenblogs berichten täglich entwürdigend über den Mann. Und Rainer W. macht das, wovor alle Mobbing-Experte warnen. Er steigt darauf ein. Provoziert und beleidigt zurück. In Videos verharmlost er salopp den Holocaust, reißt frauenfeindliche Sprüche. Als die ersten Hater anrufen und seine Schwester bedrohen, veröffentlicht er seine Adresse, mit der Aufforderung, den Konflikt persönlich auszutragen.

Die Folgen sind gravierend. Fortan pilgern täglich Dutzende nach Altschauerberg, manche dringen auf sein Privatgrundstück ein. Sie werfen Eier und Böller. Während einer Livesendung rufen Hasser die Feuerwehr in sein Haus, dann bestellen sie auf seinen Namen Material für den Bau von Bomben. Auch Nachbarn werden terrorisiert, der Wohnort von Rainer W. von Vandalismus überzogen. Schließlich wird das Grab seines Vaters geschändet, Unbekannte tauchen gar mit Masken des 2011 Verstorbenen auf. Alles wird gefilmt und im Netz tausendfach geteilt.

Der Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger erkennt in diesem Verhalten einen „digitalen Narzissmus“. Um Anerkennung abzuholen, steigerten sich Hater in immer drastischere Taten, oft verbunden mit ökonomischen Interessen – hohe Klickzahlen können hohe Einnahmen erzeugen. Mit Sorge betrachtet Rüdiger dabei die Verrohung im oft rechtsfreien Raum des Netzes, dieser lasse auch die Hemmschwelle in der Realität sinken: „Wenn ich im Internet das Gefühl bekomme, ungestraft beleidigen oder bedrohen zu können, dann ist der Schritt, das auch auf der Straße zu machen, kleiner.“

Aber was motiviert junge Menschen dazu, ihre Lebenszeit darauf zu verwenden, andere zu demütigen? Die Cyberpsychologin Catarina Katzer sagt, es gehe einem Teil der Täter darum, ihre Macht zu demonstrieren, zu spüren „Wir können hier bestimmen, wie weit das geht.“ Denn wenn Aggressionen auf Individuen und Gruppen gerichtet werden, die unbeliebt oder machtlos sind, kann das auch eigene psychologische Grundbedürfnisse befriedigen: Kontrolle, Zugehörigkeit und Lustgewinn.

Vor allem in Zeiten, in denen gesellschaftliche Verunsicherung ein labiles Selbstwertgefühl bedrohen, kann der Hass dann vorübergehend stabilisieren. Die Geschichte habe hinlänglich bewiesen, wohin solche Mechanismen führen können. Cybermobbing, als moderne Form der gesellschaftlichen Ausgrenzung, werde aber immer noch verharmlost. „Der Hass ist nicht bloß virtuell, er ist real und muss gestoppt werden, bevor die Abwärtsspirale nicht mehr zu kontrollieren ist.“

Auch Peter Sommerhalter vom Karlsruher Bündnis gegen Cybermobbing nennt die Selbstinszenierung in Altschauerberg eine „Egotankstelle“. Besonders erschreckend sei es, dass die Beteiligten bei ihrem vermeintlichen Spaß jegliche Empathiefähigkeit vermissen lassen. Der Fall Rainer W. habe gezeigt wie die, durch unpersönliche Distanz des Internets begünstigte, digitale Entmenschlichung in einen grölenden Mob umschlagen könne, der das Haus eines Einzelnen belagere. „Das ist aber kein Spiel mehr, sondern die Vorstufe zur Lynchjustiz.“



Aus: "Der Fall „Drachenlord“ offenbart den Menschenhass im Internet" Hannes Soltau (27.08.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/cybermobbing-der-fall-drachenlord-offenbart-den-menschenhass-im-internet/22955444.html


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KumtzKleiderberg 16:57 Uhr
Es liegt wieder Progromstimmung in der Luft. Es genügt den Leuten nicht mehr, einsam vor einem Bildschirm zu sitzen und Hasstexte zu verfassen. Nein, man muß rausgehen und gemeinsam Parolen brüllen, andersartige, andersdenkende hetzen und verletzen. Man muß kein Prophet sein, um zu sehen, worauf das hinausläuft.


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tobyr 15:04 Uhr
Indiskutabel, sich auf das Spiel des Mobs einzulassen, indem man gemäß deren Wünschen Persönlichkeit und Verhalten des völlig bedeutungslosen Rainer W. statt der (u.a. Straf-)Taten der aufgehetzten Meute, unter denen viele Menschen zu leiden haben, thematisiert.


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Kusmi 14:50 Uhr
Es ist doch unglaublich was in diesem Land so abgeht, was ist denn nur los. Kopfschüttel


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fluechter 15:09 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Kusmi 14:50 Uhr
Seit vielen, vielen Jahren, finden sich im gesamten Bildungsbereich immer weniger Gelegenheiten, das zu trainieren, was man so Sozialkompetenz nennt, die Fähigkeit, mal selbst bei sich zu gucken, ob man nicht was falsch gemacht haben könnte, die Fähigkeit, den anderen für einen empfindsamen Menschen zu halten, wie man selbst eben ein empfindsamer Mensch ist. ... Dass die Gewalt gegen Außenseiter zunimmt und an Schärfe gewinnt, hat meines Erachtens viel damit zu tun, dass der Umgang mit dem Anderen ganz einfach nicht ruhig, langfristig und durch die ganze Bildungslaufbahn hindurch als Kompetenz gepflegt wird, das hat viel mit Sparpolitik zu tun, denn Kompetenzerwerb hat viel mit situativem Lernen, mit Projekten und sehr viel Materialarbeit zu tun. Mit Ankreuzaufgaben ist da nichts zu machen. ...


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DaW 16:47 Uhr
Antwort auf den Beitrag von fluechter 15:09 Uhr

    Seit vielen, vielen Jahren, finden sich im gesamten Bildungsbereich immer weniger Gelegenheiten, das zu trainieren, was man so Sozialkompetenz nennt, die Fähigkeit, mal selbst bei sich zu gucken, ob man nicht was falsch gemacht haben könnte, die Fähigkeit, den anderen für einen empfindsamen Menschen zu halten, wie man selbst eben ein empfindsamer Mensch ist.

Sowas ist halt nicht in PISA-Studien oder INSM-"Bildungsmonitoren" darstellbar.
Merke: wenn Du Deine Agenda durchsetzen möchtest, erstellte ein Ranking und lasse es die anführen, die Deine Politik verfolgen.


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Freimut 14:41 Uhr

    In Videos verharmlost er (Rainer W.) salopp den Holocaust, reißt frauenfeindliche Sprüche. Als die ersten Hater anrufen und seine Schwester bedrohen, veröffentlicht er seine Adresse, mit der Aufforderung, den Konflikt persönlich auszutragen.

Wenn ich die Bestien reize, darf ich mich nicht wundern, dass sie über mich herfallen. Das war immer so, schon vor tausenden Jahre im Dschungel.
Der Mann wollte berühmt werden, das hat er geschafft.


Quote
Mogersdorf0108 13:46 Uhr

Das ist das große Problem, wenn man sein Leben ins öffentliche Netz stellt. Der Unterschied zu TV- und Filmstars etc. ist nur, dass diese selten wirklich ihre Stalker und Fans provozieren wie es scheinbar dieser Youtuber macht. Also mal ehrlich, was hat er denn erwartet, wenn er doofe Videos hochlädt? Das dann ein Intellektuellenkreis entsteht mit dem er sich austauschen kann?


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Physicalix 14:15 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Mogersdorf0108 13:46 Uhr

    Also mal ehrlich, was hat er denn erwartet, wenn er doofe Videos hochlädt? Das dann ein Intellektuellenkreis entsteht mit dem er sich
    austauschen kann?


Kann ja sein, dass er etwas naiv ist und törichtes Zeugs in seinen Videos erzählt (ich kenne das nicht und werd's mir auch nicht ansehen). Aber die vielfach dämlicheren Idioten sind doch diejenigen, die Zeit (haben die eigentlich alle nix zu tun?) und Geld investieren um den Typen öffentlich zu mobben! Das ist aus meiner Sicht mit das ekelhafteste und perverseste Verhalten, was mir seit langem begegnet ist.


Quote
Prenzlbaer 14:22 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Mogersdorf0108 13:46 Uhr

Nein, aber als anscheinend etwas "schlichter" Mensch hat er wohl vor allem nicht erwartet, wie grenzenlos menschenverachtend manche Leute sein können - oder, noch schlimmer, er hat vielleicht sogar gedacht, dass Menschen sich wie Menschen verhalten, einschließlich eines rudimentären Sozialverhaltens und eines Minimums an Empathie.


Quote
Charybdis66 14:25 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Mogersdorf0108 13:46 Uhr

    Also mal ehrlich, was hat er denn erwartet, wenn er doofe Videos hochlädt? Das dann ein Intellektuellenkreis entsteht mit dem er sich austauschen kann?

Sie haben vollkommen Recht. Man kann heutzutage offenbar nichts anderes erwarten, als dass Idioten sich virtuell und sogar in persona zusammenrotten und Randale machen, wobei sie dies auch noch lustig finden.

Insofern war die Aktion des Youtubers natürlich dämlich. Schuld am Mobbing allerdings sind nicht das Opfer, sondern die Mobber. Das sollte man NIEMALS aus den Augen verlieren.


Quote
YvonneD 13:17 Uhr

    Für vergangenen Montag verabredeten sich knapp 10 000 Menschen in sozialen Netzwerken unter dem Motto „Dem Drachen das Fürchten lehren!“

Und für den Akkusativ hat der Verstand nicht ausgereicht?

Kommt das jetzt wieder in Mode, dass junge deutsche Männer, die sonst nix im Kopf haben, sich zur Massenregression varabreden?


Quote
fluechter 14:42 Uhr
Antwort auf den Beitrag von YvonneD 13:17 Uhr
Erdbeerchen, die mit ihrer kalten und gemeinen Absage hier den Auftakt zum ganzen wilden Treiben in Gang setzte, ist eine "Sie", eine "Userin", wieso meinen Sie jetzt, dass hier nur junge Männer mit dem Cybermobbing zu tun hätten.


Quote
tobyr 15:19 Uhr
Antwort auf den Beitrag von fluechter 14:42 Uhr
Naja, man konnte sich die Bilder vom Mob, der da in Emskirchen aufgelaufen ist, ja anschauen.
Klar gibt's sicher auch ein paar Frauen, die genau so verkommen sind, aber in der überwiegenden Mehrzahl sind das junge weiße (um nicht zu sagen bleiche) Männer.

Das vielleicht auch ein Grund, warum es von bestimmten Leuten, die bei anderer Gelegenheit nach Law&Order schreien, hier wenig zu hören gibt: Keine Gelegenheit, das dem Muselmanen in die Schuhe zu schieben...


Quote
YvonneD 15:24 Uhr
Antwort auf den Beitrag von fluechter 14:42 Uhr
...weil ich mir das Photo angesehen habe.

Allerdings weiß ich, dass Frauen im cybermobbing auch ganz "groß" sind...


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« Reply #28 on: August 28, 2018, 07:23:15 AM »

Quote
[...] Bei einem Streit zwischen zwei Männern, wer bei einer Kelterei zuerst sein Obst abgeben darf, ist ein 77-Jähriger in Arnsdorf bei Dresden mit einem Auto tödlich verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, wollte sich am Montag ein 74-Jähriger an der Zufahrt zur Obstabgabe vordrängeln und geriet deshalb mit einer Frau in Streit. Ein 77-Jähriger kam der Frau zu Hilfe und diskutierte mit.

Der Drängler blieb aber uneinsichtig. Als sich der 77-Jährige vor das Auto des Mannes stellte, stieg der 74-Jährige ein und gab einfach Gas. Der Mann fiel hin und starb kurz danach im Krankenhaus an seinen Kopfverletzungen. Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen zum Verdacht einer Körperverletzung mit Todesfolge auf.


Aus: "Streit um Obst - 74-Jähriger fährt 77-Jährigen einfach um" Armin Himmelrath (28.08.2018)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nachrichten-am-morgen-die-news-in-echtzeit-a-1224580.html
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« Reply #29 on: September 19, 2018, 09:37:06 AM »

Quote
[...] Groll gegen Kinder – in der einstigen Szene- und jetzigen Krabbelhochburg Prenzlauer Berg ist das offenbar schon lange mehr oder weniger salonfähig. Davon hat Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke) jetzt genug. Kinderhasser haben dort seiner Meinung nach nichts verloren, genervten Anwohnern empfiehlt er wegzuziehen: „Wer ein Problem mit Kinderlärm oder dem Treiben von jungen Familien hat, der sollte sich einen Wohnort suchen, an dem es weniger davon gibt, an dem er von Lebensfreude und unbeschwertem Kinderspiel nicht belästigt wird.“

Anlass für dieses deutliche Statement sind die jüngsten Vorgänge rund um den Arnimplatz. Dort sind in den vergangenen Monaten wiederholt Rasierklingen, Nähnadeln und Reißzwecken auf Spielplätzen und vor Kitas ausgelegt worden. „Gemeingefährlich, feige und hinterhältig“ sei dies, so Benn. „Mir erschließt sich nicht, was im Kopf solcher Leute vorgeht, welches Maß an Verbitterung und Herzenskälte von jemanden Besitz ergriffen haben muss, dass er sich ausgerechnet an Kindern abreagieren muss.“ Wer so etwas tue, nehme schwere Verletzungen von Kindern in Kauf oder lege es sogar darauf an. „Aus meiner Sicht ist das versuchte Körperverletzung.“

Deswegen ermittelt auch die Polizei. In Absprache mit dem Ordnungsamt gibt es zudem Sonderstreifen und Schwerpunktkontrollen am Arnimplatz. „Das geht aber nur temporär“, sagt Benn. Zumal die scharfen Gegenstände ausnahmslos morgens gefunden und damit vermutlich im Schutz der Nacht ausgelegt wurden. Auch deswegen liegt die Aufklärungsquote für solche Vergehen erfahrungsgemäß bei fast null Prozent.


Aus: "Berliner Bezirksbürgermeister hat genug von Kinderhassern" Christian Hönicke (19.09.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/spielplaetze-in-berlin-prenzlauer-berg-berliner-bezirksbuergermeister-hat-genug-von-kinderhassern/23082846.html
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« Reply #30 on: October 04, 2018, 12:07:52 PM »

Quote
[...] Wilke hat nicht nur eine juristische Frage aufgeworfen, sondern auch eine politisch grundsätzliche. Denn was tut ein Land, dessen Strafrecht ganz auf Resozialisierung ausgelegt ist, eigentlich mit traumatisierten und gewaltaffinen Flüchtlingen, die offenkundig keine Integrationsperspektive haben? Sinnvolle Debatten darüber sind zurzeit kaum möglich. Die einen wittern überall rassistische Verallgemeinerungen über Flüchtlinge, während andere der Hysterie vor pathologisch gewaltbereiten Arabern verfallen sind.

... Einige Tage nach dem Überfall auf den Frosch sind drei der mutmaßlichen Täter in U-Haft.

... Was ihn wirklich beunruhige, sagte Wilke, dass in der Flüchtlingsfrage inzwischen auch Leute schwankten, die immer gegen den Rassismus gekämpft hätten. Sogar ein Pfarrer sei darunter, der Flüchtlingen Kirchenasyl gewähre. "Was ich gesagt habe, ist ein Befreiungsschlag für die, die genauso gefühlt und gedacht haben, aber sich selbst gezwungen haben, es nicht zu sagen." Und dann: "Ist es nicht besser, wenn ich es bin, der ihnen diese Befreiung verschafft, als wenn es Alexander Gauland tut?"

Am Ende holt er aus seinem Bücherregal ein Buch über Bart Somers, den Bürgermeister des belgischen Mechelen. Somers führt die Stadt seit 2001 mit einer Mischung aus Multikulti- und Law-and-Order-Politik und wurde dafür von der city mayors foundation im Jahr 2017 zum besten Bürgermeister der Welt gewählt. Wilke lobt auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), die in Berlin-Neukölln mit ihrer Nulltoleranzpolitik gegenüber Straßengangs und Clans populär wurde. "Multikulti und Law-and-Order", sagt er. "Das ist es, was ich tue."

...



Aus: "Die Grenze" Eine Reportage von Christian Bangel, Frankfurt (Oder) (4. Oktober 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-10/frankfurt-oder-fluechtlinge-ausweisungsbeschluss-gefahr-rechtsextremismus


Quote
ah-jun #14

"Denn was tut ein Land, dessen Strafrecht ganz auf Resozialisierung ausgelegt ist, eigentlich mit traumatisierten und gewaltaffinen Flüchtlingen, die offenkundig keine Integrationsperspektive haben? Sinnvolle Debatten darüber sind zurzeit kaum möglich. Die einen wittern überall rassistische Verallgemeinerungen über Flüchtlinge, während andere der Hysterie vor pathologisch gewaltbereiten Arabern verfallen sind"

Das beschreibt das Problem exakt. Die Konsequenz wäre das Strafrecht an Menschen anzupassen, die nicht resozialisierbar sind. Dann würden wir vielleicht das Problem der Clans in den Griff bekommen.

Die Debatte über dieses Probleme scheuen die die etablierten Parteien wie der Teufel das Weihwasser. ...

« Last Edit: October 17, 2018, 10:59:12 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #31 on: October 17, 2018, 10:58:14 AM »

Quote
[...] Montreal - In Ländern, in denen die körperliche Bestrafung von Kindern verboten ist, prügeln auch die Jugendlichen weniger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit Daten aus 88 Ländern, die im „British Medical Journal Open“ veröffentlicht ist. Die Forscher um Frank Elgar von der McGill University in Montreal (Kanada) hatten Studien zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ausgewertet, in denen auch nach der Häufigkeit von Prügeleien gefragt worden war.

Einer Untersuchung des Kinderhilfswerks Unicef zufolge hatten etwa 17 Prozent der Jugendlichen weltweit körperliche Bestrafung innerhalb des Vormonats erfahren, entweder in der Schule oder zu Hause. Inzwischen gibt es jedoch mehrere Untersuchungen, die die negativen Folgen der Prügelstrafe belegten, schreiben die Wissenschaftler um Elgar. Auswirkungen seien beispielsweise aggressives und antisoziales Verhalten, psychische Probleme, geistige Defizite, geringes Selbstwertgefühl und körperliche Misshandlungen.

Elgar und seine Mitarbeiter nutzten für ihre Untersuchung nun Daten von zwei großen internationalen Studien aus den vergangenen Jahren und ergänzten diese um einige landesweite Erhebungen. Angaben zu den gesetzlichen Regelungen in den 88 untersuchten Ländern liefert eine globale Initiative zur Beendigung der körperlichen Bestrafung von Kindern. Als gewalttätig stuften die Wissenschaftler diejenigen Jugendlichen ein, die angaben, in den vergangenen zwölf Monaten an vier oder mehr körperlichen Auseinandersetzungen beteiligt gewesen zu sein.

Im Durchschnitt aller Länder waren 9,92 Prozent der männlichen und 2,81 Prozent der weiblichen Jugendlichen regelmäßig in Prügeleien verwickelt. Allerdings gibt es sehr große Unterschiede zwischen den Ländern: von 0,86 Prozent der Mädchen in Costa Rica bis 34,78 Prozent der Jungen in Samoa. Nimmt man solche Gewalt aus Ländern ohne Verbot der Prügelstrafe als 100 Prozent, dann lag der Anteil der gewalttätigen männlichen Jugendlichen in Ländern mit Verbot bei 69 Prozent. Bei weiblichen Jugendlichen sind es sogar nur 42 Prozent.

Andere Faktoren, wie Waffengesetze, Mordrate, Elternerziehungsprogramme oder Wohlstand wurden als mögliche Ursachen für die Unterschiede untersucht. Sie hatten jedoch wenig bis gar keinen Einfluss auf die Anzahl der prügelnden Jugendlichen, teilweise zur Überraschung der Wissenschaftler: „Wir gingen davon aus, dass wir in wohlhabenderen Ländern weniger Prügeleien finden würden“, schreiben sie, „aber in Kambodscha, Myanmar und Malawi fanden wir die geringste Häufigkeit von Prügeleien bei männlichen Personen und an beiden Enden des Spektrums eine Mischung aus einkommensschwachen und einkommensstarken Ländern.“

Mit Ausnahme von Ghana und Sambia sind männliche Jugendliche stets häufiger in Prügeleien involviert als weibliche, zeigte die Analyse weiter. Teilweise sei der Unterschied erheblich. Weshalb das so ist, ist unbekannt, schreiben die Forscher. „Es könnte sein, dass männliche Personen, im Vergleich zu weiblichen, außerhalb der Schule mehr körperlicher Gewalt ausgesetzt sind oder durch körperliche Bestrafung von Lehrern anders betroffen sind.“ Dies müsse jedoch noch untersucht werden.

Die Forscher betonen auch, dass die Studie nur eine statistische Beziehung zwischen Verbot der Prügelstrafe und Prügeleien unter Jugendlichen aufzeigt. Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge sind damit noch nicht geklärt. In Deutschland ist eine körperliche Bestrafung von Heranwachsenden seit dem Jahr 2000 nicht mehr erlaubt.

Von dpa/RND


Aus: "In Ländern ohne Prügelstrafe gibt es weniger Gewalt unter Jugendlichen" (16.10.2018)
Quelle: http://www.kn-online.de/Nachrichten/Wissen/In-Laendern-ohne-Pruegelstrafe-gibt-es-weniger-Gewalt-unter-Jugendlichen
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« Reply #32 on: November 30, 2018, 09:57:01 PM »

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[...] Mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Mord an der Umweltschützerin Berta Cáceres hat ein Gericht in Honduras sieben Männer für schuldig befunden. Einen achten Verdächtigten sprachen die Richter am Donnerstag frei.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Elvin Rapalo, Henry Hernandez, Edilson Duarte und Oscar Galeas den Mord an der Aktivistin Cáceres verübten. Sie war im März 2016 erschossen in ihrem Haus in La Esperanza aufgefunden worden, der mexikanische Umweltaktivist Gustavo Castro überlebte das Attentat verletzt. Den Tätern drohen bis zu 30 Jahre Haft, das Strafmaß soll am 10. Januar verkündet werden.

Schuldsprüche für geringfügigere Anklagepunkt im Fall Cáceres ergingen an einen Armeeoffizier, einen Ex-Soldaten und an einen Manager für den Bau des Wasserkraftwerks Agua Zarca, gegen das die Umweltschützerin gekämpft hatte. Der mutmaßliche Anstifter der Tat, Roberto David Castillo Mejia, sitzt noch in Untersuchungshaft. Er war Exekutivpräsident der Firma Desa, die das Dammprojekt betreute.

Anwalt Victor Fernández hob die Bedeutung der Urteilsbegründung hervor. Das Gericht habe klar zum Ausdruck gebracht, dass erwiesen sei, dass die Leitung des Unternehmens den Mord in Auftrag gegeben und bezahlt habe, um den Widerstand gegen das Kraftwerk zu brechen. Dies sei der Staatsanwaltschaft seit Mai 2016 bekannt. Sie müsse nun endlich handeln.

Cáceres war 2015 für ihren Einsatz für die indigene Lenca-Volksgruppe und ihren Kampf gegen das Wasserkraftwerk mit dem renommierten Goldmann-Umweltpreis ausgezeichnet worden. Ihre Ermordung löste international Betroffenheit aus. Honduras' Regierung stand deshalb unter großem Druck, das Verbrechen aufzuklären.


Aus: "Berta Cáceres: Schuldsprüche für Mord an Umweltaktivistin" (30. November 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-11/berta-caceres-mord-umweltschuetzerin-honduras-schuldsprueche

Berta Isabel Cáceres Flores (* 4. März 1973 in La Esperanza, Intibucá, Honduras; † 3. März 2016 ebenda)
https://de.wikipedia.org/wiki/Berta_C%C3%A1ceres


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« Reply #33 on: December 04, 2018, 09:39:56 AM »

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[...] Ein Mann hat Sonntagmorgen in Moabit zwei Männer attackiert und geschlagen, wie die Polizei mitteilte. Jetzt muss er sich wegen des Verdachts der homophoben Beleidigung und Körperverletzung verantworten.

Die beiden 22- und 26-jährigen Betroffenen sollen gegen 6.30 Uhr händchenhaltend die Kreuzung Beussel-Ecke Turmstraße überquert haben, woraufhin sie der 30-Jährige homophob beleidigt haben soll, wie die beiden der Berliner Polizei erklärten. Nach einem kurzen Wortwechsel soll er dem 22-Jährigen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, woraufhin es zu einem Gerangel kam.

Der Tatverdächtige soll auch dem 26-Jährigen in das Gesicht geschlagen und dessen Brille beschädigt haben. Den aggressiven 30-Jährige konnten die alarmierten Polizisten nicht beruhigen und mussten ihn fesseln. Bei einem Alkoholtest kam raus, dass er 1 Promille hatte. Er wurde zur Blutentnahme und erkennungsdienstlichen Behandlung in eine Polizeidienststelle gebracht.

Der 22-Jährige kam mit einem Nasenbeinbruch in ein Krankenhaus. Der 26-Jährige hat eine Platzwunde erlitten, die ambulant behandelt wurde. Die Ermittlungen dauern an. (Tsp)


Aus: "Homofeindlicher Angriff: Platzwunde und Nasenbeinbruch" (02.12.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/queerspiegel/berlin-moabit-homofeindlicher-angriff-platzwunde-und-nasenbeinbruch/23708422.html

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« Reply #34 on: January 01, 2019, 03:44:20 PM »

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[...] Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet, schwebt eine junge Frau in Lebensgefahr. Drei weitere Menschen seien leicht verletzt worden. Der Täter, der einen in seinem silberfarbenen Mercedes fuhr, wurde schließlich  in Essen festgenommen. Dort hatte er einen zweiten Versuch unternommen, Passanten anzufahren. Bei seiner Festnahme äußerte der Mann sich den Angaben zufolge fremdenfeindlich.

Der 50-Jährige war kurz nach Mitternacht in Bottrop absichtlich auf einen Fußgänger zu gefahren. Dieser konnte sich jedoch vor einem Zusammenprall retten. Danach fuhr der Mann weiter Richtung Innenstadt von Bottrop und dort in eine Menschengruppe hinein. Unter den Betroffenen sind demnach syrische und afghanische Staatsangehörige.

Auch im benachbarten Essen versuchte der Mann laut Polizei, in eine Gruppe Menschen zu fahren. Diese warteten gerade an einer Bushaltestelle.

...


Aus: "Mann fährt offenbar absichtlich in Fußgänger" (1. Januar 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-01/bottrop-fussgaenger-moeglicher-anschlag-silvesternacht

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no-panic #18

Warum ist im Artikel nicht von Terror die Rede? - In einem anderen Artikel, der von einem Mann in Japan berichtet, der in eine Menschengruppe gefahren ist, wird von einem möglichen Terrorangriff geschrieben.

In Tokio und Manchester wurden die Feiern von offenbar terroristischen Angriffen überschattet. [...] Zu einem "möglichen Terrorangriff" in der Silvesternacht kam es auch in der japanischen Hauptstadt Tokio. Dort fuhr ein 21 Jahre alter Mann mit einem Auto gezielt in eine Menschenmenge auf einer belebten Straße.



...
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