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Author Topic: [The Lordship of Moneygaming... ]  (Read 149379 times)

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Textaris(txt*bot)

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[The Lordship of Moneygaming... ]
« Reply #245 on: June 19, 2020, 11:02:56 AM »

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[...] Da liegt Geld auf Konten und die Prüfer können nicht nachvollziehen, wo es herkommt. Der Supergau – für Wirecard und erst recht für dessen Chef Markus Braun. ... Wirtschaftsprüfer haben jetzt in den Zahlen milliardenschwere Unklarheiten entdeckt. Für Buchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro fanden sie keinen Nachweis, wo die Gelder herkommen oder ob sie überhaupt existieren. Laut Wirecard selbst geht es bei der Summe um ein Viertel der Bilanzsumme. Sowohl die Finanzaufsicht Bafin als auch die Münchner Staatsanwaltschaft kündigten an, den Fall prüfen zu wollen. ... Die Vermutung, dass das Zahlenwerk von Wirecard manipuliert worden ist, gibt es schon länger. Die Financial Times hatte mehrfach über dubiose Geschäfte vor allem bei Tochterfirmen in Asien berichtet. Vorstandschef Braun hatte das allerdings stets zurückgewiesen. Von „ungerechtfertigte Vorwürfen“, sprach er, von Behauptungen, die „schlicht falsch“ seien. Inzwischen klingt das etwas anders. „Ob betrügerische Vorgänge zum Nachteil der Wirecard AG vorliegen, ist derzeit unklar“, lässt Braun am Donnerstag mitteilen. Wirecard erstatte Anzeige gegen Unbekannt. Weiterhin aber gilt: Statt als Täter sieht Braun sich als Opfer.

...  Bevor Braun 2002, kurz nach dem Platzen der Dotcomblase, zu Wirecard kam, war er Unternehmensberater bei KPMG – einer der Prüfungsgesellschaften, die sein Unternehmen heute mit ihren Berichten in Bedrängnis bringen.

Damals war Wirecard eine kleine Firma mit Schmuddelimage. Sie wickelte Zahlungen im Internet ab – weil es damals aber noch kein nennenswertes Onlineshopping gab, kamen die Kunden vor allem aus dem Porno- und Glücksspielbereich. Braun störte das nicht. Er hatte ohnehin eine andere Vision. Braun träumte von einem großen Zahlungsabwickler.

Er kaufte andere Firmen hinzu, brachte das Unternehmen durch die Übernahme eines börsennotierten Callcenter-Betreibers 2005 aufs Parkett. Der Erfolg schien Braun recht zu geben ebenso wie der steigende Aktienkurs. Binnen fünf Jahren kletterte er bis 2018 um 700 Prozent. Einige hat das reich gemacht – Braun eingeschlossen. Vor zwei Jahren dann war Wirecard so viel an der Börse wert, dass das Unternehmen die angeschlagene Commerzbank im Leitindex Dax ersetzte. Ob Wirecard angesichts des zuletzt massiven Kurseinbruchs im Dax verbleiben kann, ist offen.


Aus: "Dieser Mann steckt hinter dem Wirecard-Debakel" Carla Neuhaus (19.06.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/vom-ehrgeiz-besessen-dieser-mann-steckt-hinter-dem-wirecard-debakel/25930006.html

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Quote
[...] Es ist der vorläufige Höhepunkt in einem spektakulären Finanzkrimi. Nachdem der Bankdienstleister Wirecard die Veröffentlichung seiner Jahreszahlen mehrmals verschoben hat, muss er jetzt milliardenschwere Unklarheiten einräumen.

Abschlussprüfer haben für Guthaben in Höhe von 1,9 Milliarden Euro nicht die notwendigen Nachweise finden können. Das heißt: Sie können nicht nachvollziehen, wo das Geld auf den Konten herkommt. Damit steht der Verdacht im Raum, Wirecard könnte seine Zahlungen manipuliert haben.

Und zwar im großen Stil, denn es geht hier nicht um Peanuts, sondern um ein Viertel der gesamten Bilanzsumme. Das ist ein Skandal, der nicht nur dem Unternehmen schadet. Er belastet den gesamten Finanzplatz Deutschland.

Gerade schienen die Großbanken die Skandale der Vergangenheit abgehakt zu haben, da kommt Wirecard. Der Finanzkonzern mit Sitz bei München mag nun zwar seinen ausländischen Tochterfirmen die Schuld geben und Anzeige gegen Unbekannt stellen. Aus der Verantwortung wird sich Wirecard-Gründer und -Chef Markus Braun diesmal aber nicht so einfach stehlen können.

Da sind allein die vielen Kleinanleger, die Wirecard-Aktien gekauft haben. Deren Kurs ist am Donnerstag als Reaktion um mehr als 60 Prozent eingebrochen. Die Aktie, die einmal fast 200 Euro gekostet hat, ist weniger als 35 Euro wert. Wirecard gilt damit als Zockerpapier.

Dabei sind wohl die wenigsten der Kleinanleger Zocker. Vielmehr haben sie angenommen, in ein Unternehmen zu investieren, das als Vorbild für eine moderne Finanzbranche galt. Jetzt aber ergeht es ihnen wie einst den Telekom-Aktionären: Ihr Vertrauen ist verzockt.

 Für eine Wirtschaftsnation, deren Bürger dem Aktienkauf ohnehin skeptisch gegenüberstehen, ist das eine schlechte Nachricht. Zumal Wirecard wie damals die Telekom keine windige Klitsche ist, sondern ein Dax-Konzern. Erst vor zwei Jahren ist der Dienstleister in die erste Börsenliga aufgestiegen und hat dort ausgerechnet die angeschlagene Commerzbank ersetzt. Beobachter sahen das als Beginn einer neuen Ära.

Gründer Markus Braun galt als Vordenker. Als einer derjenigen, die wie Amazon-Chef Jeff Bezos als Erste die Chancen des Internets erkannt haben. So hat Braun früh verstanden, dass die Menschen einmal online einkaufen und bezahlen wollen. Er war damit sogar so früh dran, dass seine ersten Kunden noch aus der Schmuddelecke kamen: aus der Porno- und Glücksspielindustrie. Heute hingegen wickelt Wirecard Zahlungen sowohl im Netz wie im stationären Handel für große Ketten ab. Hierzulande zum Beispiel für Aldi.

Eigentlich gehört solchen modernen Finanzdienstleistern die Zukunft. Schließlich dürfte in den nächsten Jahren noch sehr viel mehr Menschen mit Karte, per Smartphone oder im Netz bezahlen. Auch mit SAP hat man Wirecard deshalb bereits verglichen: Wie der Softwarekonzern ist Wirecard zu einem Techunternehmen herangewachsen, das international mitspielen kann.

Womöglich ist es aber eben dieser rasante Aufstieg, der dem Unternehmen nun zum Verhängnis wird. Schließlich werden die Konten, um die es nun geht, von zwei asiatischen Banken geführt. Hohe Strafzahlungen könnten deshalb bald auf den Anbieter zukommen ebenso wie Schadenersatzklagen.

Dabei haben sich auch die hiesigen Aufseher im Fall Wirecard nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Allen voran der deutschen Finanzaufsicht Bafin hätte schon viel früher auffallen müssen, dass dort Gelder auf Konten liegen, deren Herkunft zweifelhaft bis unbekannt ist.

Stattdessen aber hat sie sich anfangs sogar hinter das Unternehmen gestellt: Sie hat Journalisten der „Financial Times“ angezeigt und ihnen Marktmanipulation vorgeworfen. Dabei hatte die britische Finanzzeitung als erste umfangreich über vorgetäuschte Umsätze und gefälschte Verträge bei Wirecard in Singapur berichtet. Nun zeigt sich, wie nah an der Realität sie damit waren.


Aus: "Wirecard belastet den Finanzplatz Deutschland" Ein Kommentar von Carla Neuhaus (18.06.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/vertrauen-verzockt-wirecard-belastet-den-finanzplatz-deutschland/25928990.html

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Quote
[...] Bei Wirecard fehlen 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz. Nun teilt das Unternehmen mit, dass es angebliche Konten mit dem Geld wahrscheinlich nicht gibt. Der Finanzdienstleister Wirecard geht inzwischen davon aus, dass die im Zentrum seines Bilanzskandals stehenden angeblichen Bankguthaben in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro nicht existieren. Der Vorstand nehme aufgrund weiterer Prüfungen an, dass die beiden bisher von Wirecard ausgewiesenen Guthaben auf asiatischen Treuhandkonten "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen", schrieb das Unternehmen in einer in der Nacht zum Montag veröffentlichten Börsenmitteilung.

Die Summe entspricht nach Angaben des Unternehmens in etwa einem Viertel der Konzernbilanzsumme.

Wirecard teilte nun ferner mit, dass es seine Einschätzungen des vorläufigen Ergebnisses des Geschäftsjahres 2019 sowie des ersten Quartals 2020 zurücknehme. Auch könnten mögliche Auswirkungen auf die Jahresabschlüsse vorheriger Geschäftsjahre nicht ausgeschlossen werden.

Wegen des Skandals war am Freitag der Gründer und Chef von Wirecard, Markus Braun, mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Die Firma hatte zuvor ihren Jahresabschluss zum vierten Mal verschoben und mit dem möglichen Betrugsfall die Börse schockiert.

Wirecard war nach eigenen Angaben von den Abschlussprüfern darauf hingewiesen worden, dass für die Existenz der Bankguthaben über 1,9 Milliarden bei zwei asiatischen Banken keine ausreichenden Nachweise vorlägen. Die beiden kontenführenden Banken hätten mitgeteilt, dass "die betreffenden Kontonummern nicht zugeordnet werden konnten", hieß es. Es gebe Hinweise, dass ein Treuhänder "zu Täuschungszwecken" falsche Bestätigungen vorgelegt habe.

Verschiedene Medien, vor allem die "Financial Times", hatten Wirecard in den vergangenen Monaten mehrfach die Manipulation von Bilanzen vorgeworfen. Ex-Firmenchef Braun hatte dies stets bestritten. Eine durch den Aufsichtsrat in Auftrag gegebene Sonderprüfung durch KPMG sollte die Vorwürfe entkräften, die Prüfer fanden aber schwerwiegende Mängel bei internen Kontrollen sowie Hinweise darauf, dass es Unregelmäßigkeiten im Geschäft mit den Drittpartnern geben könne. (AFP, Reuters)


Aus: "Konten mit Wirecard-Milliarden existieren wohl nicht" (22.06.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/bilanzskandal-bei-zahlungsdienstleister-konten-mit-wirecard-milliarden-existieren-wohl-nicht/25937636.html

Quote
BaBerlin 07:29 Uhr

Echt unfassbar. Jeder Selbständige würde von der Steuerprüfung bei einer Buchung ohne Belege dahingerafft werden. 1.900.000.000 nicht da und ohne Kontenbeleg in der Buchhaltung. 1. Wo sind die Buchhalter des Unternehmens ? 2. Wie bitte konnten Wirtschaftsprüfer ohne Belege jahrelang das Vorhandensein testieren ?


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« Last Edit: June 22, 2020, 09:21:07 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #246 on: June 23, 2020, 04:11:16 PM »

Quote
[...] Der ehemalige Wirecard-Chef Markus Braun wird wegen des Verdachts der Bilanzfälschung und der Marktmanipulation festgenommen, eine Untersuchungsrichterin lässt ihn nur gegen eine Millionenkaution frei. Der Fall des Startups zeigt, wie massiv der Finanzplatz Deutschland kollektiv versagt hat.

Wirecard-Milliarden sind verschwunden oder haben nie existiert. Milliarden an Börsenwert haben sich in Luft aufgelöst. Das Vertrauen in Aktien als Geldanlage ist erschüttert. Der traumhafte Aufstieg eines Startups endet mit einem spektakulären Crash.

Zur Erinnerung: Seit Jahren veröffentlicht die überaus renommierte "Financial Times" gut recherchierte Artikel, die Fragen zum Geschäftsmodell von Wirecard aufwerfen. Das Unternehmen wies die Berichte über angeblich vorgetäuschte Umsätze und gefälschte Verträge immer wieder zurück, sprach von Verleumdung und leitete juristische Schritte ein. Der Aktienkurs fuhr Achterbahn.

Doch nicht nur Wirecard sprach der Zeitung die Glaubwürdigkeit ab. Die deutsche Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin sprang dem Unternehmen zur Seite und verbot sogenannte Leerverkäufe, mit dem Investoren auf fallende Kurse wetten. Sie begründete das damit, dass das dadurch das Vertrauen in den deutschen Aktienmarkt ernsthaft bedroht sei. Das klang damals kurios, heute klingt das absurd.

 Damit nicht genug. Die Bafin erstattete sogar Anzeige gegen Journalisten. Der Verdacht: Sie hätten mit Leerverkäufern gemeinsame Sache gemacht. So trug die Bafin dazu bei, dass Anleger weiter ihr Geld in Wirecard-Aktien steckten. Immerhin hat Bafin-Chef Felix Hufeld nun Fehler eingeräumt und das alles als "Desaster" bezeichnet.

Ganz anders Finanzminister Olaf Scholz. Erstaunlicherweise kommt er zu dem Schluss, dass die Aufsichtsorgane "sehr hart gearbeitet und ihre Aufgabe erfüllt" haben. Für eine stärkere Regulierung sei der Fall Wirecard kein Anlass.

Und dann sind da noch die Wirtschaftsprüfer, die Wirecard jahrelang bescheinigten, mit der Bilanz sei alles in bester Ordnung. Nicht zu vergessen die Analysten, die Wirecard als Erfolgsstory feierten und trotz aller Ungereimtheiten fröhlich die Aktie zum Kauf empfahlen. Dazu gesellen sich Fondsgesellschaften, die unverdrossen sehr viel Anleger-Geld in Wirecard-Aktien steckten - und damit versenkt haben.

Eine von ihnen kündigte an, Wirecard auf Schadenersatz zu verklagen. Es ist wie so häufig in der Finanzindustrie: Schuld sind immer die anderen.

Quelle: ntv.de


Aus: "Deutschland versagt als Finanzplatz gnadenlos" Ein Kommentar von Jan Gänger (Dienstag, 23. Juni 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/wirtschaft/kommentare/Deutschland-versagt-als-Finanzplatz-gnadenlos-article21865959.html

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Quote
[...] Wirecard ist zahlungsunfähig. Nach dem milliardenschweren Bilanzskandal stellte der Zahlungsdienstleister beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dies teilte Wirecard selbst mit.

"Der Vorstand der Wirecard AG hat entschieden, für die Wirecard AG beim zuständigen Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung zu stellen", hieß es in der Mitteilung. Demnach werde auch geprüft, ob auch Insolvenzanträge für Wirecard-Töchter gestellt werden müssen.

Die Wirecard-Aktie wurde für 60 Minuten vom Handel ausgesetzt.

Das Unternehmen aus München hatte in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstumstempo hingelegt und im September 2018 gar die Commerzbank aus dem Dax verdrängt. Zu Hochzeiten kostete die Aktie 200 Euro, kurz vor dem Insolvenzantrag waren es nur noch zehn Euro. Denn die Geschichte vom erfolgreichen Fintech aus Deutschland erwies sich als Illusion. Vor einer Woche verweigerten Wirtschaftsprüfer das Testat für die Bilanz, als sich herausstellte, dass Bestätigungen über Treuhandkonten in Höhe offensichtlich gefälscht waren. Die dort angeblich liegenden 1,9 Milliarden Euro gab es in Wirklichkeit wohl nie.

Als Folge hatten die Gläubigerbanken des Dienstleisters das Recht, Kredite in Höhe von zwei Milliarden Euro zu kündigen. 

Ende vergangene Woche war dann Wirecard-Chef Markus Braun zurückgetreten und hatte sich der Polizei gestellt. Die Staatsanwaltschaft München wirft ihm vor, mit weiteren mutmaßlichen Tätern die Bilanzsumme und das Umsatzvolumen von Wirecard durch mutmaßliche Luftbuchungen aufgebläht zu haben. Braun ist inzwischen wieder frei gelassen worden, nachdem er eine Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro gezahlt hatte. Zuvor hatte er einen Großteil seiner Aktien an dem Unternehmen abgestoßen.


Aus: "Wirecard: Verheerend" (25. Juni 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2020-06/wirecard-finanzmarkt-bilanzskandal-insolvenz-aktienmarkt-dax

« Last Edit: June 25, 2020, 05:33:20 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #247 on: July 24, 2020, 09:47:58 AM »

Quote
[...] Laut Justizverwaltung kamen im Vorjahr von bundesweit 77.252 Hinweisen auf unrechtmäßige Immobilienkäufe nur acht Meldungen von Notaren. Die meisten Hinweise gaben demnach Banken. Wegen der hohen Wertstabilität bei gleichzeitig schwacher staatlicher Kontrolle und wenig Transparenz gilt der deutsche Immobilienmarkt seit Jahren als anfällig für Geldwäsche. In Berlin kommen noch starke Wertsteigerungen hinzu.

... Auch wenn Clan-Mitglieder in der Vergangenheit auf vielfältige Weise auffällig geworden sind und das Land inzwischen härter gegen sie vorgeht, machen sie im Spektrum der organisierten Kriminalität in Berlin nur einen Teil aus. Noch bedeutender sind osteuropäische Banden. Auch bei der Geldwäsche mit Immobilien gelten sie als kleine Fische. Gewichtiger sind internationale Firmennetzwerke mit Verbindungen in Offshore-Steuerparadiese. (Tsp, dpa)


Aus: "Berliner Task Force überprüft 25 Notare – und findet elf Verdachtsfälle" (23.07.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/kampf-gegen-geldwaesche-berliner-task-force-ueberprueft-25-notare-und-findet-elf-verdachtsfaelle/26030112.html
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« Reply #248 on: August 03, 2020, 10:39:14 PM »

Quote
[...] Seit Tagen gab es Gerüchte, dass Juan Carlos I. Spanien den Rücken zukehren werde. Am Montagabend dann die offizielle Bestätigung: Das frühere königliche Staatsoberhaupt Spaniens, gegen das wegen mutmaßlicher Schwarzgeldkonten in der Schweiz ermittelt wird, packt die Koffer und verlässt das Land. Wohin der in Spanien in Ungnade gefallene König im Ruhestand übersiedeln wird, ist zunächst nicht bekannt.

Es ist kein freiwilliger Abschied, sondern eine weitere Abstrafung von Juan Carlos durch seinen Sohn, Felipe VI., der bereits Mitte März mit seinem Vater gebrochen hatte. Damals, als sich der Verdacht illegaler Geschäfte gegen Juan Carlos verdichtete, verkündete Felipe, dass er auf alle finanziellen Erbansprüche gegenüber seinem Vater verzichten werde. Außerdem strich er Juan Carlos die jährliche Zuwendung von nahezu 200.000 Euro.

Der Auszug des 82-jährigen Königs im Ruhestand aus dem Palast ist nun eine weitere Sanktion und kommt einem Rauswurf gleich.
In einer Erklärung Juan Carlos’, die das Königshaus am Montagabend veröffentlicht, wird der Familienkrach hinter diplomatischen Floskeln verborgen. In dem Schreiben spricht Juan Carlos von einer „reiflich überlegten Entscheidung“, mit welcher er die Monarchie vor weiteren Schaden bewahren wolle. Zu dem auf ihm lastenden Verdacht des Steuerbetrugs, der Geldwäsche und der Korruption geht er in dem Brief nicht ein.

Juan Carlos spricht in der kurzen Erklärung lediglich von „bestimmten vergangenen Ereignissen in meinem privaten Leben“, die öffentliche Auswirkungen gehabt hätten. Mit seiner Abreise aus Spanien, so schreibt er in dem an den „lieben Felipe“ gerichteten Dokument, wolle er dazu beitragen, „die Ausübung deines Amtes zu erleichtern“.

Die Vorwürfe gegen Juan Carlos, die staatsanwaltliche Ermittlungen in Genf und in Madrid ausgelöst hatten, waren in den letzten Monaten zu einer schweren Belastung für Felipe geworden. Die Popularität des Königshauses ist in Umfragen auf einen Tiefpunkt gesunken.

„Das Verhalten von Juan Carlos als Privatperson hat die Mehrheit der Spanier enttäuscht“, kommentiert vor einigen Tagen Spaniens einflussreichste Tageszeitung „El País“. Immer neue Dokumente, die den Medien zugespielt worden waren, untermauern den Verdacht, dass Juan Carlos jahrzehntelang Millionengelder auf Schweizer Geheimkonten versteckte.

Zudem gehen die Ermittler Hinweisen nach, wonach die Bankkonten mit Schmiergeldern gefüllt worden sein sollen. Hohe Summen, die Juan Carlos für die Vermittlung von Geschäften zwischen der spanischen Industrie und arabischen Ländern kassiert haben könnte.
Konkret geht es um Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Schnellbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium. In der sogenannten „Affäre um den Wüsten-Zug“ ermitteln die für Korruption und Wirtschaftsdelikte zuständigen Behörden schon seit 2018. Im Jahr 2008 soll Juan Carlos Schmiergeld in Höhe von 100 Millionen US-Dollar aus Saudi-Arabien kassiert haben.

Juan Carlos war von 1975 bis 2014 Spaniens Staatsoberhaupt. 2014 musste er wegen der Auswirkungen eines anderen Skandals abdanken. Auslöser war damals eine luxuriöse Elefantenjagd in Botswana, bei der sich Juan Carlos die Hüfte gebrochen hatte. Dadurch kam heraus, dass er nicht von Königin Sofía, sondern von seiner bis dahin unbekannten Geliebten, der deutschen Geschäftsfrau Corinna zu Sayn-Wittgenstein, begleitet worden war.

Die Luxussafari fand zudem mitten in der spanischen Finanz- und Wirtschaftskrise statt, die Hunderttausende Familien in die Armut trieb.Seitdem ist es mit der Freundschaft zwischen den Beiden aus. Gerade erst sind neue Aufzeichnungen aufgetaucht, in denen die Ex-Geliebte gegenüber einem spanischen Polizeioffizier ihr Herz ausschüttet. In den Tonaufnahmen berichtet sie wenig Schmeichelhaftes über Juan Carlos, mit dem die Deutsche eine jahrelange Beziehung hatte.

Die Aufnahmen, die 2016 in dem Gespräch mit dem Polizeikommissar in London entstanden, wurden offenbar ohne ihr Wissen von dem Beamten gemacht und nun von der Online-Zeitung „OkDiario“ veröffentlicht. Auf den Tonbändern, deren Echtheit bisher nicht angezweifelt wurde, plaudert die frühere „amiga“ über die illegalen Praktiken Juan Carlos’. So habe er öfter, wenn er aus arabischen Staaten zurückgekehrt sei, große Mengen von Geld mitgebracht.

Die nicht deklarierten Summen habe er bei seiner Rückreise nach Madrid im Diplomatengepäck versteckt. Im Palast habe er sogar eine Geldzählmaschine gehabt. „Ich habe ihn das Geld zählen sehen. Er verhält sich dabei wie ein Kind.“ Juan Carlos sei „süchtig“ nach Reichtümern: „Er ist besessen – von Gold, Diamanten und Uhren.“

In den vergangenen Tagen war auch Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez auf Distanz zu Juan Carlos gegangen, der in Spanien möglicherweise bald mit einer Anklage rechnen muss. „Es gibt keinen Raum für Straflosigkeit“, sagte Sánchez. Auch nicht für einen alten König. (mit dpa)


Aus: "Juan Carlos verlässt wegen Korruptionsvorwürfen Spanien" Ralph Schulze (03.08.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/ex-geliebte-er-ist-suechtig-nach-reichtum-juan-carlos-verlaesst-wegen-korruptionsvorwuerfen-spanien/26062642.html

Quote
Auch-das-noch 19:43 Uhr

Wohin geht die Reise denn?

Lichtenstein? Vereinigte arabische Emrirate? Cayman Inseln?


Quote
    KaiserVonChina 19:53 Uhr

    Antwort auf den Beitrag von Auch-das-noch 19:43 Uhr
    Ich denke mal, viele Spanier hoffen: Bermuda-Dreieck....


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« Reply #249 on: August 11, 2020, 10:19:09 AM »

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[...] Mattersburg/Wien – Die Commerzialbank Mattersburg soll laut einer Aussage von Ex-Bankchef Martin Pucher vor der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) schon faktisch pleite gewesen sein, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Sonntagausgabe. Anfangs kleinere Bilanzfälschungen sollen schließlich zu einem nicht mehr sanierbaren Selbstläufer geworden sein.

Pucher wurde laut "profil" vor kurzem von der WKStA einvernommen. Dabei soll er ausgesagt haben, bereits 1992 mit Bilanzfälschungen begonnen zu haben – sonst hätte man dem Ergebnisdruck nicht standhalten können. Dann seien noch die verschärften Regulierungsvorschriften für Banken – "Basel I" und "Basel II" – dazugekommen. In frühen Jahren hätten die Bilanzfälschungen eine viel kleinere Dimension gehabt.

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) stellte den Geschäftsbetrieb der Bank am 14. Juli vor Mitternacht ein. Am Morgen des 15. Juli habe die FMA den Staatsanwälten eine fünfseitige Sachverhaltsdarstellung geschickt, der sich mit den bei einer Vorort-Prüfung der Nationalbank bei der Commerzialbank zutage getretenen Auffälligkeiten beschäftigte.

Die FMA habe laut dem Nachrichtenmagazin noch am selben Tag herausgefunden, dass angebliche Forderungen der Commerzialbank gegenüber der Oberbank und der Hypo Tirol von insgesamt rund 128,5 Millionen Euro offenbar nicht existierten. Beide Banken hätten laut der Sachverhaltsdarstellung bestätigt, "seit mehreren Jahren keine Geschäftsbeziehung" mit der Commerzialbank zu haben.

Eine Selbstbereicherung seines Mandanten habe Puchers Anwalt zuletzt vehement ausgeschlossen. In einer am 16. Juli durch einen Wirtschaftsexperten der WKStA erstellten, erste Analyse zu den Vorwürfen, heiße es: Die Erkenntnislage lasse "keine abschließende Beurteilung dahin gehend zu, ob durch die fingierten Kredite Zahlungsmittelabflüsse für eigene oder fremde Zwecke verursacht wurden".

Am Nachmittag des 15. Juli habe Puchers Anwalt Norbert Wess der WKStA einen Schriftsatz übermittelt. Darin werde bestätigt, dass es zu Fehldarstellungen in den Jahresabschlüssen der Commerzialbank gekommen sei. Pucher übernehme für sein Handeln die volle Verantwortung und sei bereit, die Behörden in jeder Hinsicht zu unterstützen und "proaktiv und unumwunden an einer umfassenden und schonungslosen Aufarbeitung des Sachverhalts mitzuwirken".

Die WKStA habe angeordnet, Gelder auf Konten von Pucher und einer mitbeschuldigten Ex-Vorständin sicherzustellen. Bei den Vorstandsmitgliedern der Commerzialbank und in den Büros des SV Mattersburg, dessen Obmann Pucher jahrelang war, wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt. Laut "profil" wurden bei einem Commerzialbank-Manager, der selbst gar nicht als Beschuldigter gelte, "zu Zwecken der Vermögenssicherung" Bargeldbeträge in Höhe von etwa 8.500 Euro sowie einige Schmuckgegenstände und eine Münzsammlung mit derzeit noch unbestimmtem Wert sichergestellt. (APA, 8.8.2020)


Aus: "Mattersburg-Bank war schon vor 20 Jahren faktisch pleite" (8. August 2020)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000119245680/mattersburg-bank-war-schon-vor-20-jahren-faktisch-pleite

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Gunnery Sergeant Hartman

Also man kann in einem solch hoch reguliertem und kontrolliertem Sektor 20 Jahre insolvent sein und niemandem fällt das auf?!


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Gert Weihsmann

Einladung an die Allgemeinheit.

Der Präsident lädt ein - Motto: “Zwanzig Jahre pleite. Und niemand weiß es.”

Wann: Heute natürlich.
Wo: Auf dem Gelände der Commerzialbank (vulgo Pappelstadion Mattersburg).

Aus dem Festprogramm:
“Sie wünschen - wir singen!” - Chor der Betriebsblinden von der Finanzmarktaufsicht

Freundschaftsspiel SV Mattersburg (Kampfmannschaft) vs. Barcelona (Miniknaben)

In der Pause: Martin Pucher erzählt unanständige Witze aus dem Leben seiner Gläubiger

Nach dem Elfmeterschießen: Konzert von Elton John, Helene Fischer & Marilyn Manson (gleichzeitig, weil ich es mir leisten kann)

Gleich danach: Internationales Geldsackweitwerfen und Golddukatenregen für alle.

Um 24 Uhr: Mein kleines Geständnis und volle Kooperationsbereitschaft mit den Behörden.


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« Reply #250 on: August 12, 2020, 10:20:16 AM »

Quote
[...] Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat gegen zwei ehemalige Geschäftsführer und vier weitere, teilweise ehemalige Mitarbeiter einer Mainzer Bank Anklage vor dem Landgericht Mainz erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, die Herkunft von Geldern in Höhe von insgesamt rund 160 Millionen Euro verschleiert zu haben, wie die Behörde mitteilt. Der Tatvorwurf lautet auf gemeinschaftlich begangene banden- und gewerbsmäßige Geldwäsche. Laut "Handelsblatt" soll es sich bei der Bank um die North Channel Bank handeln.

Hintergrund des Verfahrens sind Ermittlungen dänischer und belgischer Behörden gegen eine international agierende Gruppe wegen banden- und gewerbsmäßigen Steuerbetrugs. Die Ermittler in den Nachbarländern werfen der Gruppe vor, den Finanzbehörden Aktiengeschäfte vorgetäuscht zu haben. Von den 160 Millionen Euro sollen sieben Millionen Euro zum Nachteil des belgischen Fiskus erlangt worden sein, der Rest zum Nachteil der dänischen Behörden.

Die Beschuldigten sollen gegenüber den dänischen Behörden angegeben haben, dänische Aktien gekauft und am Dividendenstichtag Dividenden erhalten zu haben, von denen die dänischen Finanzbehörden eine Quellensteuer einbehalten hätten. Tatsächlich habe es diese Aktiengeschäfte nie gegeben.

Die in Dänemark Beschuldigten sollen wahrheitswidrig gegenüber dem dänischen Fiskus behauptet haben, dass die Inhaber der Aktien US-Gesellschaften seien, die in den USA besteuert würden. Wegen eines bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens hätten sie Anspruch auf Rückerstattung der angeblich gezahlten Quellensteuer.

Der Schaden für den dänischen Staat durch die Steuerrückerstattungen zwischen 2012 und 2015 beläuft sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Koblenz auf einen niedrigen einstelligen Milliardenbetrag. Durch die Taten seien US-Pensionsfonds begünstigt worden.

Einige dieser Fonds unterhielten laut Anklage Konten bei einer Bank in Mainz. Über diese Konten seien erschlichene Rückerstattungsbeträge weitergeleitet worden. Die Angeschuldigten im Verfahren der Koblenzer Staatsanwaltschaft sollen gewusst haben, woher das Geld stammt, und es zwischen Februar 2015 und Mai 2017 von Mainz aus auf Konten verschiedener Firmen in unterschiedlichen Ländern weitergeleitet haben, um die Herkunft zu verschleiern.

Ursprünglich wurde in dem Komplex gegen sieben Verdächtige ermittelt. Das Verfahren gegen eine weitere Mitarbeiterin der Bank wurde aus gesundheitlichen Gründen abgetrennt. Die beiden ehemaligen Geschäftsführer befinden sich seit Anfang Februar in Untersuchungshaft.

Quelle: ntv.de, chf/AFP


Aus: "160 Millionen Euro verschleiert Ex-Banker wegen Geldwäsche angeklagt" (Dienstag, 11. August 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Ex-Banker-wegen-Geldwaesche-angeklagt-article21966728.html

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Re: [The Lordship of Moneygaming... ]
« Reply #251 on: August 13, 2020, 09:49:31 AM »

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[...] Im milliardenschweren Bilanzskandal beim Dax-Konzern Wirecard fahndet das Bundeskriminalamt (BKA) öffentlich nach dem flüchtigen Ex-Vertriebsvorstand Jan Marsalek. Der österreichische Manager war bis Juni 2020 Vorstandsmitglied bei Wirecard, einem Dienstleister für bargeldlose Zahlungen an Ladenkassen und im Internet.

„Aufgrund der derzeitigen Ermittlungsergebnisse wird ein Aufenthaltsort des Gesuchten im Ausland für sehr wahrscheinlich gehalten“, teilte das BKA am Mittwoch in Wiesbaden mit. Der Fall werde Thema bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“.

Marsalek wird verdächtigt, zusammen mit anderen Beschuldigten die Bilanzsumme und das Umsatzvolumen durch Scheingeschäfte aufgebläht zu haben, um so das Unternehmen finanzkräftiger und für Investoren und Kunden attraktiver darzustellen. Die Ermittler verdächtigen ihn des besonders schweren Falls der Untreue und des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Banken und Investoren über drei Milliarden Euro verloren haben könnten.

Wirecard hatte Scheinbuchungen in Höhe von mutmaßlich 1,9 Milliarden Euro eingeräumt, die der Konzern in seiner Jahresbilanz 2019 auf der Habenseite bilanzieren wollte - das Ergebnis wahrscheinlich nicht existierender Luftgeschäfte mit Subunternehmern in Südostasien und im Mittleren Osten. (dpa)


Aus: "BKA fahndet öffentlich nach Wirecards Ex-Manager Marsalek" (12.08.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/bilanzskandal-bei-finanzdienstleister-bka-fahndet-oeffentlich-nach-wirecards-ex-manager-marsalek/26089460.html
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« Reply #252 on: August 18, 2020, 09:11:09 AM »

Quote
[...] Deutsche Banken, Finanzinstitute, aber auch Notare oder Immobilienmakler melden immer mehr Verdachtsfälle von Geldwäsche und Terrorfinanzierung. Das geht aus dem neuen Jahresbericht für 2019 des Financial Intelligence Unit (FIU) hervor, der an diesem Dienstag veröffentlicht wird und dem Tagesspiegel vorab vorlag. Nach der Aufstellung der zum Zollkriminalamt gehörenden Behörde liefen im vorigen Jahr insgesamt 114.914 Meldungen ein mit insgesamt 355.000 verdächtigen Transaktionen.

Von den Meldungen entfielen 98 Prozent auf den Finanzsektor, vor allem Banken und Finanzdienstleister. Allerdings erhöhte sich die Zahl der Meldungen aus dem „Nichtfinanzsektor“, der mittlerweile stärker unter Beobachtung genommen wird, von knapp 600 auf mehr als 1500.

Darunter fallen neben Notaren, Maklern und Anwälten auch die Veranstalter von Glücksspielen. Laut FIU registrieren sich immer mehr Geschäftstreibende in diesen Sektoren bei der Behörde als sogenannte Verpflichtete.

Der Chef der Einheit, Christof Schulte, sagte dem Tagesspiegel: „Wir werden 2020 noch deutlich mehr Meldungen haben als im vorigen Jahr.“ Die FIU strebe an, angesichts der wachsenden Herausforderungen und Registrierungspflichten vom Bundestag noch zusätzliche Stellen genehmigt zu bekommen.

Gut ein Drittel der Verdachtsfälle, die 2019 zusammenkamen, waren rein innerdeutsche Vorgänge. Viele verdächtige Transaktionen mit Auslandsbezug betrafen Frankreich – häufig im Zusammenhang mit der Eröffnung von Konten bei deutschen Internetbanken in betrügerischer Absicht. Zu den Ländern mit mehr als tausend verdächtigen Transaktionen gehörten die Niederlande, die Schweiz, die Türkei, Russland, China, die USA, Italien und Großbritannien.

Die FIU ist für das Sammeln und Sichten der Verdachtsmeldungen zentral zuständig und untersteht Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Nach einer Bewertung durch die Einheit werden Meldungen an die Ermittlungsbehörden weitergeleitet. Zuletzt wurde die FIU auch im Wirecard-Skandal zum Thema.


Aus: "Verdachtsfälle wegen Geldwäsche erreichen Rekordstand" Albert Funk (18.08.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/jahresbericht-der-financial-intelligence-unit-verdachtsfaelle-wegen-geldwaesche-erreichen-rekordstand/26101800.html
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« Reply #253 on: August 21, 2020, 01:13:53 PM »

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[...] Der frühere Investmentbanker ist bekannt für seine Vorliebe für einen luxuriösen Lebensstil. So wurde er standesgemäß auf der Jacht des exilierten chinesischen Oligarchen Guo Wengui verhaftet.


Aus: "Erwischt" Ralf Neukirch, Washington (21.08.2020)
Quelle: https://www.spiegel.de/politik/ausland/stephen-bannon-der-tiefe-fall-des-ex-trump-beraters-a-569763e0-b7e4-459a-831b-81860e0db6ab

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[...] Braun gebrannt und mit von der Sonne ausgeblichenem Haar kam Steve Bannon am Donnerstag aus dem Gerichtsgebäude in Manhattan. Diesen Sommer hatte er bislang hauptsächlich auf der Yacht des chinesischen Milliardärs Guo Wengui verbracht. Dort, vor der Küste von Connecticut, wurde er auch festgenommen – und zwar von der Küstenwache und Ermittlern der Post, deren polizeilicher Arm seit dem 18. Jahrhundert eine ähnliche Rolle übernimmt wie in Deutschland der Zoll. Der Vorwurf: Bannon soll aus seinem privaten Verein „We the People Build the Wall“ („Wir, das Volk, bauen die Mauer“) und einer weiteren Organisation privat Spenden abgezweigt haben. Dafür droht dem ehemaligen Chefstrategen von Donald Trump nun eine Haftstrafe. Erst einmal kam er aber mit Hilfe einer Millionen-Kaution wieder frei.

Das private Mauer-Projekt war eigentlich nicht Bannons Idee. Es wurde aber nach seinem Zerwürfnis mit Donald Trump zu einem der Felder, auf dem der ehemalige Banker nach politischer Relevanz suchte. Im Dezember 2018 hatte der Irak-Veteran Brian Kolfage die Idee für die private Mauerbau-Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform „GoFundMe“. Nach zwei Jahren im Amt hatte Trump in Sachen Mauer zu Mexiko noch nicht viel vorzuweisen gehabt. Im Kongress bekam er die erforderlichen Mittel nicht zusammen, und dass Mexiko für die Grenzbefestigungen zahlen sollte, hatte sich zwar als Wahlkampfslogan gut verkauft, wurde aber letztlich zu einem der Misserfolge der Präsidentschaft. Viele Trump-Anhänger, die auf seinen Veranstaltungen „Baut die Mauer“ riefen, waren enttäuscht, dass es nicht voranging.

Kolfage konnte von dieser Stimmung profitieren. Bei „GoFundMe“ versprach er, dass „hundert Prozent“ der Spenden in den Bau der Mauer zu Mexiko fließen würden. Ursprünglich wollte der Kriegsveteran das Geld der Regierung geben. Die Aktion war bald ein Hit unter Konservativen – und es dauerte nicht lange, bis die ersten 20 Millionen Dollar zusammenkamen. Die „GoFundMe“-Betreiber wollten nun wissen, wie Kolfage das Geld den Behörden zukommen lassen werde. Der Veteran sollte eine seriöse Nicht-Regierungsorganisation finden, die das für ihn organisieren könnte.

Kolfage holte Bannon ins Boot – und der übernahm laut der Anklage schnell einen Großteil der Kontrolle über die Finanzen und die Botschaften der Mauer-Kampagne. Fortan sollte das Geld nicht mehr an die Trump-Regierung gehen, sondern an die neue Organisation namens „We the People Build the Wall“. Die sollte sich Land sichern und privat eine Mauer bauen – dieses neue Konzept hielt viele Spenderinnen und Spender nicht ab. Kolfage versprach abermals, „nicht einmal einen Penny“ von dem Geld zu nehmen. Niemand im Vorstand werde bezahlt. Bis Ende 2019 kamen so 25 Millionen Dollar zusammen.

Die Staatsanwaltschaft in New York wirft Bannon und Kolfage sowie zwei weiteren Mitstreitern nun vor, dass sie Hunderttausende Dollar abzweigten, zum Teil über weitere Organisationen. Kolfage soll allein 350.000 Dollar eingesteckt haben, die er für Luxusgegenstände und andere persönliche Ausgaben verwendet haben soll. Bannon soll über eine weitere von ihm gegründete Organisation bis zu eine Million Dollar erhalten haben.

Bannon schimpfte am Donnerstag, die Anklage sei ein „Fiasco“ und nur dazu gedacht, die Menschen vom Bau der Mauer abzuhalten. Den Anhängern von Trump hatte er stets vor allem eine Botschaft verkaufen wollen: Dass er und der Immobilienunternehmer für den „kleinen Mann“ kämpften. Über sein Magazin „Breitbart“ sagte Bannon einmal, er und seine Kollegen dort verstünden sich als „vehement gegen das Establishment gerichtet“ und als Gegner der „politischen Klasse“. Bannon schimpfte auch gern auf die Wall Street, wo er einst für die Investmentbank Goldman Sachs gearbeitet hatte. Die Banker hätten den Bailout nach der Finanzkrise 2008 nicht verdient, weil sie sich nur bereichern wollten, sagte Bannon etwa in einem Vortrag im Jahr 2014. Damals warf er auch den Republikanern vor, eine Partei des Establishments und der Gier zu sein, „eine Ansammlung von miteinander unter einer Decke steckenden Kapitalisten, die glauben, dass für sie andere Regeln gelten“.

Im September 2017, nachdem er sich mit Trump überworfen und das Weiße Haus verlassen hatte, sagte Bannon in einem Fernsehinterview, dass die neue Regierung sich bald nach der Vereidigung mit eben diesem „Establishment“ verbündet habe. Er selbst dagegen bleibe ein „Straßenkämpfer“. Als Bannon für dessen Buch „Feuer und Zorn“ auch noch ausführlich mit dem Autor Michael Wolff sprach, schien er für Trump endgültig unten durch zu sein. Der Präsident bezeichnete seinen ehemaligen Vertrauten als „verrückt geworden“, auch prominente Unterstützer wie der Milliardär Robert Mercer wandten sich von ihm ab.

Diese Konflikte kamen Trump nun gelegen, als er sich am Donnerstag über die rechtlichen Schwierigkeiten seines ehemaligen Vertrauten äußern sollte. Er habe seit langer Zeit nicht mehr mit Bannon zu tun gehabt, beteuerte Trump. Die zentrale Funktion, die der ehemalige „Breitbart“-Chef für Trumps Wahlkampf, seine inhaltlichen Schwerpunkte und die ersten Monate seiner Amtszeit gehabt hatte, spielte der Präsident herunter. Das private Mauer-Projekt habe er nicht richtig gefunden und für „reine Show“ gehalten, so Trump – schließlich müsse die Regierung die Mauer bauen. Manche Beobachter glauben, dass Bannon den Präsidenten entgegen dessen Beteuerungen aber weiterhin gelegentlich beriet. Und Bannon soll Freunden gegenüber damit geprahlt haben, Trump höre seinen neuesten Podcast, „War Room: Pandemic“.

Viele Menschen aus Trumps Umfeld unterstützten Bannons Mauer-Projekt auch direkt. Der Rechtsberater des Mauerbau-Vereins war etwa Kris Kobach, ehemaliger Innenminister von Kansas und ein Einwanderungs-Hardliner, der kürzlich seine innerparteiliche Vorwahl für einen Sitz im Senat verlor. Er gilt als einer von Trumps loyalsten Unterstützern und behauptete Anfang 2019 laut der „New York Times“, das private Mauer-Projekt habe Trumps „Segen“. Sohn Donald Trump Jr. lobte die Aktion 2018 als „phantastisch“ und eine „wichtige Graswurzel-Angelegenheit“.

Eine Firma, die Bannons Verein für seine private „Mauer“ engagierte, soll zudem auch an Trumps Mauer beteiligt sein. Nach Angaben der „Washington Post“ soll der Präsident selbst einem Tochterunternehmen von „Fisher Industries“ den betreffenden Vertrag mit dem Ingenieur-Corps der Armee verschafft haben. Das Auftragsvolumen liegt nach diesem Bericht bei 400 Millionen Dollar. In Bannons Prozess wird es aber nur um seine eigenen Verfehlungen gehen und nicht um seine Verbindungen zu Trump. Doch wieder einmal spekulieren Trumps Gegner darauf, dass ein Präsidenten-Intimus in rechtlichen Schwierigkeiten auch über den Präsidenten „auspacken“ könnte.



Aus: "Steve Bannon angeklagt : Doch kein Kämpfer für die kleinen Leute" Frauke Steffens, New York (21.08.2020)
Quelle: https://www.faz.net/2.1677/steve-bannon-angeklagt-vorwurf-der-veruntreuung-von-spenden-16914706.html

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« Reply #254 on: September 20, 2020, 08:27:43 PM »

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[...] Ein Datenleak des US-Finanzministeriums offenbart gravierende Probleme bei der Bekämpfung von Geldwäsche.

Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Recherche internationaler Medienpartner, die unter dem Namen FinCEN-Files veröffentlicht wurde und an der in Deutschland Buzzfeed News, NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung beteiligt waren. Demnach wickelten renommierte Banken aus aller Welt über Jahre hinweg dubiose Geschäfte ab, umgingen Anti-Geldwäsche-Vorkehrungen und ermöglichten damit Korruption und Kriminalität. Trotz strenger Regularien hätten sie etwa mutmaßliche Mafiosi, Millionenbetrüger und sanktionierte Oligarchen als Kunden akzeptiert und für diese Überweisungen in Milliardenhöhe ausgeführt. Auch die Deutsche Bank soll demnach Profite mit zweifelhaften Kunden gemacht haben, nachdem sie bereits in den USA wegen Geldwäsche-Verstößen sanktioniert worden waren.

Das Unternehmen selbst sprach von „kriminellen Handlungen von Einzelpersonen“. Diese habe man umfassend untersucht, den Aufsichtsbehörden gemeldet und personelle Konsequenzen bis in die Vorstandsebene hinein gezogen.


Aus: "FinCEN-Files: Datenleck beim US-Finanzminister offenbart Geldwäsche-Versagen" (20. September 2020)
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/fincen-files-datenleck-beim-us-finanzminister-offenbart.1939.de.html?drn:news_id=1174890

The FinCEN Files are a set of 2657 documents leaked from the Financial Crimes Enforcement Network, a bureau of the United States Department of the Treasury that collects and analyses information to combat money laundering, terrorism financing, evasion of economic sanctions and other financial crimes.
https://en.wikipedia.org/wiki/FinCEN_Files

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« Reply #255 on: October 15, 2020, 01:24:48 PM »

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[...] Spendengelder für Luxusappartements und ein internationaler Haftbefehl wegen Veruntreuung: Der Vatikan steckt tief in einem Finanzskandal. Im Mittelpunkt steht ein mittlerweile in Ungnade gefallener Kardinal. Jetzt ist der Fall um eine Verhaftung reicher.

 Im Zusammenhang mit dubiosen Geldströmen im Vatikan wurde eine italienische Managerin festgenommen. Die 39-jährige Expertin für Geopolitik soll engen Kontakt zu dem in Ungnade gefallenen Kardinal Becciu gehabt haben. Die Frau ist aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Laut Medien wurde sie bereits am Dienstag in Mailand gefasst.

Nach Angaben der Tageszeitung "La Repubblica" wurde sie wegen Veruntreuung gesucht. Vergangene Woche hatte die Managerin der Zeitung "Corriere della Sera" gesagt, sie habe 500.000 Euro von Kardinal Angelo Becciu erhalten. Das Geld sei für geopolitische Beratungsarbeit an ein von ihr in Slowenien registriertes Unternehmen gezahlt worden, nicht für Designer-Handtaschen und andere Luxusgüter, wie die italienische Fernsehsendung "Le Iene" behauptet hatte. Der Skandal war nach dem Rücktritt des Kardinals bekannt geworden.


Aus: "Festnahme im Vatikan-Skandal" (Donnerstag, 15. Oktober 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Festnahme-im-Vatikan-Skandal-article22102088.html

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Quote
[...] Nach einem gewittrigen Tag hatte der Himmel über Rom aufgeklart, da ging am Abend unerwartet ein Blitz nieder. Er traf Giovanni Angelo Becciu, den Präfekten der Heiligsprechungskongregation. Das vatikanische Presseamt teilte mit, Papst Franziskus habe ihn von seinem Amt entbunden und zugleich seinen Verzicht auf "die mit der Kardinalswürde verbundenen Rechte" angenommen. Gründe nannte der Vatikan nicht.

Franziskus hatte Becciu erst 2018 an die Spitze der Heiligsprechungsbehörde berufen und zum Kardinal kreiert. Zuvor war er sieben Jahre Substitut des Staatssekretariats und somit für zentrale personelle und finanzielle Angelegenheiten in der Kirchenleitung zuständig. Der 72-jährige Sarde galt als machtbewusst. Unter anderem ging er mit dem damaligen vatikanischen Wirtschaftschef Kardinal George Pell offen in einen Konflikt um Kompetenzen bei der Vermögenskontrolle. Auch am Rücktritt des vatikanischen Wirtschaftsprüfers Libero Milone 2017 war er beteiligt.

Becciu ist im Vatikan ausgezeichnet vernetzt. Umso erstaunlicher, dass aus seinem verzweigten Umfeld keine Hinweise auf den bevorstehenden Sturz drangen. Das lässt denken, dass der Wink zum Rücktritt unvermutet und von ganz oben kam. Zufällig erscheint das italienische Magazin "L'Espresso" dieses Wochenende mit einer Investigativgeschichte, nach der Becciu seine Position im Staatssekretariat nutzte, um eigene Familienangehörige bei fragwürdigen Sozialprojekten finanziell zu unterstützen. Die Vorwürfe sind nicht überprüfbar. Aber es entsteht der Eindruck, der Vatikan wollte dem Mediencoup zuvorkommen.

In die Zeit Beccius als Substitut fällt eine unglücklich verlaufene Investition einer dreistelligen Millionensumme in eine Immobilie in London. Dabei vertraute der Vatikan Recherchen zufolge weitgehend auf einzelne italienische Geschäftsfreunde wie die Finanzmanager Raffaele Mincione und Enrico Crasso. Offenbar flossen auch Spenden, die für mildtätige Zwecke gedacht waren, in das teuer bezahlte Geschäftshaus in der Sloane Avenue. Das Staatssekretariat braucht verzweifelt Renditen.

Inzwischen ermittelt die vatikanische Staatsanwaltschaft gegen Mitarbeiter des Staatssekretariats und der vatikanischen Finanzaufsicht sowie gegen italienische Banker. Es geht um Veruntreuung, Betrug, Geldwäsche, Korruption. Becciu gehört nicht zu den offiziell Beschuldigten. Eine Antwort auf die Fragen, welche Rolle er bei den Investitionen spielte und ob er als früherer Substitut die Verantwortung übernehmen würde, lehnte Becciu gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) im Oktober 2019 ab.

In der Kurie heißt es, dass ein Kardinal der heiligen römischen Kirche wegen Versäumnissen im Amt vor ein Vatikangericht komme, sei aus theologischen Gründen eigentlich undenkbar. So mussten sich in einer Affäre um eine 700-Quadratmeter-Ruhestandswohnung für Ex-Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone mehrere Personen juristisch verantworten, nicht jedoch der Bauherr Bertone.

Becciu darf sich jetzt ebenfalls nach einem Alterssitz umsehen. Hinter dem promovierten Kirchenrechtler liegen 36 Jahre Kuriendienst, eine glänzende Laufbahn als Vatikandiplomat in Afrika, Europa, Neuseeland und den USA, dann als Nuntius in Angola, Sao Tome und Principe und schließlich Kuba. 2011 gab Benedikt XVI. ihm das Amt des Substituten, den dritthöchsten Posten der Kirche. Als der Malteserorden 2017 in einer Leitungskrise steckte, machte Franziskus Becciu zu seinem Sondergesandten.

Dass ein Kardinal in dieser Weise demissioniert, war vor 2015 äußerst selten. Damals verzichtete der schottische Kardinal Keith O'Brien (1938-2018) wegen "unangemessenen Verhaltens" gegenüber Seminaristen freiwillig auf Rechte und Privilegien eines Kardinals. 2018 verlor der US-Amerikaner Theodore McCarrick (90) die Kardinalswürde im Zusammenhang mit Vorwürfen früherer sexueller Übergriffe.

Mit dem Verzicht auf die Kardinalsrechte ist Becciu praktisch jenen Purpurträgern gleichgestellt, die das 80. Lebensjahr vollendet haben und damit weder an einem Konklave teilnehmen noch weiter ihre Ämter ausüben. Bis Dienstag zählt der Kreis der Papstwähler nun noch 121 Kardinäle, nach dem altersbedingten Ausscheiden von Lorenzo Baldisseri dann 120.

Becciu hatte Einfluss und machte sich damit viele Freunde. Den Job als Heiligsprechungspräfekt ist er los. Der Ruf als Märtyrer wird nicht auf sich warten lassen.


Aus: "Unheiliger Abgang eines Kardinals: Die Causa Becciu" Burkhard Jürgens (KNA, Vatikanstadt - 25.09.2020)
Quelle: https://www.katholisch.de/artikel/26999-unheiliger-abgang-eines-kardinals-die-causa-becciu

Giovanni Angelo Becciu
https://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Angelo_Becciu
« Last Edit: October 15, 2020, 01:27:51 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #256 on: October 17, 2020, 01:21:49 PM »

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Enno Lenze @ennolenze

„Der Mord an einer Journalistin stürzte Malta in eine Krise. Nun kommt heraus: Die Regierung war Teil des Komplotts.“ - was in einem EU Land alles möglich ist.

6:45 PM · Oct 15, 2020


https://twitter.com/ennolenze/status/1316782369341399040


"Daphne Caruana Galizia: Wer steckt hinter ihrem Tod?" (15. Oktober 2020 DIE ZEIT Nr. 43/2020)
Der Mord an einer Journalistin stürzte Malta in eine Krise. Nun kommt heraus: Die Regierung war Teil des Komplotts.
Von Holger Stark und Fritz Zimmermann
https://www.zeit.de/2020/43/daphne-caruana-galizia-malta-journalistin-mord-korruption-regierung-kronzeuge

Daphne Caruana Galizia (* 26. August 1964 als Daphne Anne Vella in Sliema; † 16. Oktober 2017 in Bidnija) war eine maltesische Journalistin und Bloggerin. Sie war für ihre investigative Arbeit bekannt und dafür, kontroverse und heikle Informationen offenzulegen. Im Oktober 2017 wurde sie durch ein Attentat mit einer in oder an ihrem Auto platzierten Bombe ermordet. ... Caruana Galizia war die maltesische Partnerin des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) bei der Auswertung der Panama Papers. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Daphne_Caruana_Galizia


Als Panama Papers [ˈpanaˌmaː ˈpeɪpəʳz] (deutsch Panama-Papiere) werden vertrauliche Unterlagen des panamaischen Offshore-Dienstleisters Mossack Fonseca bezeichnet, die infolge eines 2,6 Terabyte großen Datenlecks am 3. April 2016 an die Öffentlichkeit gelangten. Nach Einschätzung der beteiligten Medien belegen die Unterlagen legale Strategien der Steuervermeidung, aber auch Steuer- und Geldwäschedelikte, den Bruch von UN-Sanktionen sowie andere Straftaten durch Kunden von Mossack Fonseca. Die Enthüllungen haben in zahlreichen Ländern zu Ermittlungen gegen Politiker und andere Prominente geführt und öffentliche Debatten über Steuerschlupflöcher, Briefkastenfirmen, Steueroasen, Steuerdelikte und Steuermoral ausgelöst.
https://de.wikipedia.org/wiki/Panama_Papers
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« Reply #257 on: November 20, 2020, 02:23:46 PM »

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[...] Im Fall der mysteriösen Spende zugunsten von Alice Weidels Wahlkreis am Bodensee führen Recherchen ins Umfeld von Henning Conle, Erbe des LTU-Gründers und Immobilienhändler.

Erst sollte eine Schweizer Pharmafirma namens PWS dem Wahlkreis von AfD-Fraktionschefin Alice Weidel 132.000 Euro für ihren Wahlkampf gespendet haben. Dann tauchte eine angebliche Spenderliste auf mit 14 Namen von angeblichen Geldgebern. Tatsächlich waren es aber Strohleute.

 Deren Namen weisen nun aber offenbar zum wahren Geldgeber: Nach Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" sowie dem Schweizer "Tages-Anzeiger" führt die Spur ins Umfeld des aus Duisburg stammenden, in der Schweiz und London lebenden Immobilien-Milliardärs Henning Conle. Ein mit der Angelegenheit Vertrauter bestätigte das Umfeld des verschwiegenen Milliardärs als eigentlichen, bislang geheimen Spender.

Den Recherchen zufolge arbeitet einer der Strohmänner, die die Herkunft der Spende verschleiern sollten, für die Immobiliengesellschaft Conimmo in Antwerpen. Diese wiederum gehört mehrheitlich Henning Conle Senior, und auch sein Sohn gleichen Namens ist dort als Direktor eingetragen.

 Vater Conle, der mit Frau und Kindern schon in den 1990er-Jahren einen seiner Wohnsitze in die Schweiz verlegte, lebt dort in einer Privatstraße am edlen Zürichberg. Es ist ein Villenviertel, in dem sich auch die Apotheke jenes guten Bekannten befindet, dem laut seinem Anwalt vom geheimen Spender im Frühsommer 2017 150.000 Franken übergeben wurden - verbunden mit der Bitte, das Geld mit der Zweckbindung "Wahlkampf Alice Weidel Social Media" zu überweisen.

Der Spender habe um diesen Gefallen gebeten, weil er einen Schaden für seine Geschäfte gefürchtet habe, wenn sein Name als AfD-Geldgeber publik werde. Der Anwalt des Apothekers schilderte diesen Ablauf, zum Namen Conle wollte er sich aber nicht äußern.

 Die Spenderliste, die der Apotheker unterzeichnet und auf Wunsch der AfD in die Parteizentrale nach Berlin geschickt hatte, bezeichnete er nun im Interview selbst als "Mist". Der Anwalt beschreibt den eigentlichen Spender als arrivierten Geschäftsmann, sehr wohlhabend. Conle ließ mitteilen, er wolle sich zu den Recherchen nicht äußern.

Vergangene Woche hatten WDR, NDR, "SZ" und "Tages-Anzeiger" die vertrauliche Liste angeblicher Spender im Fall Weidel einsehen können. Auf dieser stach der Name des Mannes aus dem belgischen Antwerpen hervor. Dieser soll gleich bei mehreren merkwürdigen Spenden zugunsten der AfD aufscheinen: Recherchen von WDR, NDR, "SZ" und "Tages-Anzeiger" ergaben, dass es sich um einen Mitarbeiter einer Firma handelt, die mehrheitlich dem deutsch-schweizerischen Milliardär Conle gehört und dass der Name dieses belgischen Mitarbeiters sich auch auf mindestens einer weiteren vorgeblichen Spenderliste befindet, nämlich einer der ebenfalls eingereichten angeblichen Spenderlisten der Schweizer Werbeagentur Goal AG.

 Die Goal AG spielt in mehreren dieser Fälle eine gewichtige Rolle. Auch Parteichef Jörg Meuthen hatte für seinen persönlichen AfD-Wahlkampf kostenlos Werbehilfe von der Goal AG erhalten, im Sommer letzten Jahres hatte die Goal AG eine Liste mit Namen angeblicher Spender übersandt.

Ähnlich war es im Fall Guido Reil, auch hier gab es eine offenbar fingierte Liste voller angeblicher Spender. Dessen sechs Strohmannspender sollen nach Informationen von WDR, NDR, "SZ" und "Tagesanzeiger" vollständig in der Weidel-Liste enthalten sein.

Zudem war der Name des belgischen Conle-Mitarbeiters bei einer erst in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Serie weiterer auffälliger Überweisungen auf Weidels Wahlkampfkonto am Bodensee aufgetaucht. Eine andere Person, die mit diesem angeblich am gleichen Tag gespendet haben soll, ist übrigens offenbar eine Nachbarin der Firmenzentrale von Conles deutscher Immobilienfirma Westfalia.

 Die Conles sollen in der Nachkriegszeit von Mülheim an der Ruhr und Duisburg aus zunächst mit Sozialwohnungen und öffentlichen Bauten zu viel Geld gekommen sein.

Henning Conle ist ein Nachfahre der Gründer der deutschen Fluggesellschaft LTU. Teile der Familiendynastie leben noch im Ruhrgebiet.

Conle selbst und seine Frau leben auch in London an einer noblen Adresse. Inzwischen unterhält der Familienzweig um Hennig Conle Junior und Senior mit seinem verzweigten internationalen Firmennetz ein verstreutes, enorm großes und werthaltiges Immobilienportfolio. Zu diesem gehören zum Beispiel die "Kensington Roof Gardens" im Londoner Nobel-Stadtteil, einem Treffpunkt mit Privatclub, mit lebenden Flamingos und einem künstlichen Bach auf der Dachterrasse.

 Dem gesamten Familienverband hat die Schweizer Zeitschrift "Bilanz" 2017 ein Vermögen von 1,35 Milliarden Schweizer Franken zugeschrieben. Es ist eine überaus verschwiegene Familie, Interviews sind nicht bekannt.

Henning Conle Senior und Familie sind bereits in den 1990er-Jahren in den Großraum Zürich gezogen, zumindest die Eltern besitzen neben der deutschen auch die Schweizer Staatsbürgerschaft. Sie dürfen demnach auch für deutsche Parteien spenden.

Ein Mann namens Henning Conle hat für die rechtspopulistische Schweizer Partei SVP mindestens einmal gespendet, er findet sich auf einer Liste der Finanziers einer Veranstaltung. Menschen aus dem Umfeld der Conles berichten, dass sie freigiebig seien: "Sie spenden viel."

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels wurde der Vater von Henning Conle als Mitbegründer der LTU bezeichnet. Richtig ist, dass der Onkel von Henning Conle LTU-Mitbegründer war.


Aus: "Geheime AfD-Spenden Spur zum Umfeld eines Duisburger Milliardärs" Sebastian Pittelkow, Katja Riedel und Georg Wellmann, WDR/NDR (05.04.2019)
Quelle: https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/afd-spenden-115.html
« Last Edit: December 06, 2020, 11:37:09 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #258 on: December 06, 2020, 11:46:05 AM »

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[...] Der ehemalige Festnetzchef der A1 (Telekom Austria) ist am Freitag zu einem weiteren Jahr Haft verurteilt worden. Der Wiener hat bei A1 mehrere Millionen Euro durch fingierte Rechnungen abgezweigt. Mit dem Geld hat er laut Geständnis Politiker und parteinahe Organisationen von ÖVP, FPÖ und SPÖ bedacht, um politische Entscheidungen zugunsten der Telekom Austria zu erwirken. Das hatte negative Folgen für Konkurrenten, den Wettbewerb und Verbraucher.

Ex-Monopolist A1 bediente sich der PR-Agentur Hochegger in vielfältiger Weise. Von 2000 bis 2010 sollen 38 Millionen Euro geflossen sein – teilweise für echte PR-Arbeit, teilweise für illegale Machenschaften. Firmengründer Hochegger ist grundsätzlich geständig und ebenfalls mehrfach verurteilt. A1 hat neun Millionen Euro zurückgefordert.

Die aktuelle Anklage warf Fischer illegale Zahlungen von 5,7 Millionen Euro vor. Das Geld soll von A1 insbesondere über die Firma Valora Solutions Projektbegleitung GmbH geschleust worden sein. Hochegger hatte Valora gemeinsam mit dem ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser (zunächst FPÖ, dann parteifrei auf ÖVP-Ticket) gegründet, später gehörte Valora dem FPÖ-Politiker Walter Meischberger.

Das nicht rechtskräftige Urteil vom Freitag ist mindestens die vierte strafrechtliche Verurteilung Fischers. Der Überblick fällt angesichts der Korruptionswucht schwer. Für die Manipulation des Kurses der Telekom-Austria-Aktien im Jahr 2004 wurde Fischer 2016 wegen Untreue und Betrugs zu eineinhalb Jahren Haft, davon ein Jahr bedingt, verurteilt. 2013 erhielt Fischer zweieinhalb Jahre Haftstrafe (überwiegend bedingt) für die Auszahlung von 600.000 Euro zugunsten der FPÖ unter Jörg Haider im Jahr 2004.

2005 gründete Jörg Haider eine neue Partei, das heute bedeutungslose BZÖ. Damals war das BZÖ den Telekom-Austria-Managern jedoch fast eine Million Euro wert. Das Geld wurde verdeckt über zwei Werbeagenturen ausgezahlt, gegengezeichnet von Rudolf Fischer. In dem Fall wurde der Manager 2013 im Zweifel freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft konnte Fischer nicht nachweisen, dass er wusste, dass der Zahlung keine legale Leistung gegenüberstand.

Mit einem Strafmaß von neun Monaten (davon sechs bedingt) wegen Untreue ist Fischer im Tetron-Skandal davongekommen, nachdem er Zahlungen von 1,1 Millionen Euro an den inzwischen ebenfalls verurteilten Waffenlobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly veranlasst hatte. Dabei ging es insbesondere um ein TETRA-Funksystem für Einsatzkräfte und Behörden. Die Republik Österreich hatte ursprünglich das Konsortium master-talk mit Errichtung und Betrieb beauftragt. A1 ging dabei leer aus.

Doch 2003 kündigte der damalige Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) diesen Vertrag und veranlasste eine Neuausschreibung. Der neue Zuschlag erging an das Tetron-Konsortium rund um Alcatel und Motorola, mit Unterstützung von A1. Nach langen Verfahren erhielt mastertalk im Zuge eines Vergleichs von der Republik Österreich 30 Millionen Euro Abschlagszahlung. Strasser wurde später EU-Abgeordneter, bis seine Bestechlichkeit ruchbar wurde. Dafür wurde Strasser zu drei Jahren Haft verurteilt.

Bei allen Verurteilungen Fischers wurden auch andere Personen, in wechselnden Zusammensetzungen, mitverurteilt. In österreichischen Medien ist Fischers Verurteilung vom Freitag nur eine Randnotiz, war sein Prozess doch mit zwei anderen Korruptionsfällen zusammengelegt worden. Dabei wurden deutlich prominentere Männer ebenfalls nicht rechtskräftig verurteilt.

Grasser erhielt acht Jahre Haft, Meischberger sieben Jahre, Hochegger sechs Jahre, Karl Petrikovics (ehem. Chef der Investmentfirma Immofinanz und der Semper Constantia Privatbank) zwei Jahre teilbedingt, Georg Starzer (ehem. Vorstand der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich) drei Jahre teilbedingt, Anwalt Gerald Toifl zwei Jahre, sowie der Schweizer Vermögensverwalter Norbert Wicki 20 Monate. Die jeweils nicht rechtskräftig festgestellten Straftaten variieren.

Bei den Ex-Politikern Grasser und Meischberger waren es Untreue, Fälschung von Beweismitteln und Geschenkannahme durch Beamte, bei Meischberger zusätzlich noch Bestechung, allerdings auch ein Freispruch bei einem Betrugsvorwurf rund um eine Villa. Der teilgeständige Hochegger wurde wegen Untreue und Unterschlagung verurteilt. Die übrigen Angeklagten beteuern ihre Unschuld und werden Rechtsmittel ergreifen.

Hauptthema des bereits viereinhalb Jahre währenden Strafverfahrens war der überraschend günstige Verkauf von 60.000 "BUWOG"-Wohnungen aus dem Eigentum der Republik Österreich im Jahr 2003. Grasser, damals Finanzminister, soll gewusst haben, dass die Investmentfirma CA Immo nur 960 Millionen Euro bietet. Diese Summe soll Grasser Petrikovics verraten haben. Die von Petrikovics geleitete Firma Immofinanz bot dann gemeinsam mit der Raiffeisen Landesbank OÖ und der Wiener Städtischen Versicherung 1,19 Millionen Euro mehr bekam so den Zuschlag.

Im Gegenzug sollen Grasser, Meischberger und Hochegger ein Prozent (9,6 Millionen Euro) "Provision" erhalten haben. Allerdings vergaßen sie darauf, diese Einkünfte zu versteuern. Die BUWOG-Privatisierung war von Anfang an verdächtig. Die Schmiergeldzahlungen kamen aber erst durch die Pleite der ebenfalls von Petrikovics geleiteten Constantia Privatbank im Jahr 2008 ans Tageslicht.

Außerdem sollen Grasser, Meischberger und Hochegger 200.000 Euro dafür kassiert haben, dass Büros von Zoll und Finanzbehörden in ein Linzer Bürogebäude verlegt wurden, den am die Raiffeisen Landesbank OÖ beteiligt war. Laut Anklage haben die hohen Mieten der Republik Österreich einen Schaden von zehn Millionen Euro zugefügt.

(ds)


Aus: "Illegale Parteienfinanzierung: Haftstrafe für ehemaligen Telekom-Austria-Manager" Daniel AJ Sokolov (05.12.2020)
Quelle: https://www.heise.de/news/Illegale-Parteienfinanzierung-Haftstrafe-fuer-ehemaligen-Telekom-Austria-Manager-4981385.html?seite=all

https://www.heise.de/meldung/Telekom-Austria-stellt-Millionenforderung-an-Ex-Lobbyisten-1182695.html

https://www.heise.de/meldung/Kursmanipulation-bei-Telekom-Austria-Haftstrafen-reduziert-3225090.html

https://www.heise.de/meldung/Telekom-Austria-Korruption-Haftstrafen-wegen-verdeckter-Zahlungen-an-Haider-Parteien-1933382.html

https://www.heise.de/meldung/Korruption-bei-Telekom-Austria-Weitere-Schuldsprueche-1956718.html

https://www.heise.de/meldung/Telekom-Austria-Skandal-erreicht-Regierungskreise-1330728.html

https://www.heise.de/meldung/Vergleich-zwischen-oesterreich-und-gescheitertem-TETRA-Projekt-174293.html

https://www.heise.de/tp/features/Die-Terminschwierigkeiten-des-Lobbyisten-3389103.html

https://www.heise.de/tp/features/Showdown-fuer-Karl-Heinz-Grasser-3382991.html

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« Reply #259 on: December 13, 2020, 07:50:55 PM »

Quote
[...] Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Hessen kommt nicht zur Ruhe. Nach Hausdurchsuchungen bei früheren Funktionären der Kreisverbände Frankfurt und Wiesbaden Anfang der Woche rückt nun der übergeordnete Bezirksverband Hessen-Süd wieder in den Blickpunkt des Interesses.

Nach Berichten des Hessischen Rundfunks soll Torsten Hammann, der von Anfang 2016 bis Ende Mai 2019 als Generalbevollmächtigter für die Geschäftsführung des Bezirksverbands zuständig war, lukrativen Geschäften mit Immobilien nachgegangen sein – angeblich auf Kosten der AWO.

Es geht dabei vor allem um Hammanns Beteiligung an zwei Vermietungsgesellschaften für Altenheime der AWO Hessen-Süd in Bruchköbel im Main-Kinzig-Kreis und im mittelhessischen Langgöns im Landkreis Gießen. Den Berichten zufolge soll der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bereits vor etwa anderthalb Jahrzehnten damit begonnen haben, den Bezirksverband zu beraten. Innerhalb von sechs Jahren habe er „mehr als 1,8 Millionen Euro kassiert“.

Dieser Betrag ergebe sich aus Honoraren, Zinsen eines Privatkredits und dem Gewinn eines Privatunternehmens für Immobilien. Insgesamt soll Hammann die Privatisierung der Altenheime empfohlen und über mehrere Firmen, in die auch entsprechend potente Freunde und Bekannte investiert hätten, Geschäfte mit der AWO gemacht haben.

Die jeweiligen Verkäufe, so teilte Hammann am Freitag auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit, seien in den Jahren 2015 und 2016 nach entsprechenden Vorstandsbeschlüssen durch den früheren Geschäftsführer beziehungsweise den Vorstand des Bezirksverbands erfolgt. Dabei habe er „nie auf zwei Seiten gehandelt“, versicherte er. Rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO, die einer Tarifabsenkung zustimmen sollen, demonstrierten Anfang der Woche mit Unterstützung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in der Odenwald-Kurstadt Bad König vor Hammanns Büro, um sich lautstark über ihn zu empören. Auf Protestplakaten waren die Slogans „Gier statt Selbstlosigkeit“ und „Hammann, rück unsere Kohle raus“ zu lesen.

Ingo Endrick Lankau, der Anwalt des früheren AWO-Chefs, wirft nun in einem Schreiben an den Landesbezirk Hessen der Gewerkschaft Verdi vor, unter den Mitgliedern eine „Pogromstimmung“ gegen Hammann zu erzeugen sowie „falsche und ungeprüfte Behauptungen“ zu verbreiten. Der AWO-Bundesverband teilte am Freitag mit, die Vorgänge um die Immobiliengeschäfte des ehemaligen Generalbevollmächtigten beschäftigten den Verband bereits seit Anfang 2018. Nach intensiven Prüfungen durch externe Fachleuten habe dies dazu geführt, dass im Dezember 2018 bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt Strafanzeige gegen die früheren handelnden Personen erstattet worden sei.

Auch der frühere Vorstandsvorsitzende Willy Jost sei bereits seines Amtes enthoben, Verträge mit den ehemals handelnden Personen gekündigt und ein neuer Bezirksvorstand gewählt worden. Zudem sei dem ehemaligen Vorstand mit sehr großer Mehrheit der Stimmen die Entlastung verweigert worden.

Gemeinsam mit der neuen Führungsspitze will der Bundesverband die Vorgänge „weiter rückhaltlos aufklären und die vormals handelnden Personen zur Verantwortung ziehen“.


Aus: "Lukrative Geschäfte: Nach Protest gegen umstrittenen Ex-AWO-Chef spricht Anwalt von „Pogromstimmung“" Jens Joachim (11.12.2020)
Quelle: https://www.fr.de/frankfurt/nach-protest-gegen-umstrittenen-ex-awo-chef-spricht-anwalt-von-pogromstimmung-90129470.html

Quote
Nicklas123

Beim Lesen der vielen Berichte über die AWO denkt man es wird über die Mafia berichtet. Aber nein, es ist die Arbeiterwohlfahrt. ...


Quote
zerberus

Bei der AWO ist man besonders Stolz darauf wenn Beschlüsse, in den Gremien, einstimmig gefasst werden, weil dies eine gewisse Geschlossenheit zum Ausdruck bringt.
Heute weiss die Öffentlichkeit, durch zahlreiche Presseberichte/ Fernsehdokus, dass die AWO-Funktionärseliten - im "System Richter" sowie im "System Hack" - keine abweichenden Meinungen duldeten; so kam es vor, dass vor allem AWO-Ehrenämtler gegen ihre Überzeugung stimmten, um nicht als "Neinsager" und "Spassbremsen" (für ausschweifenden Luxus) dazustehen.
Wenn man nun liest, das der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Bezirksverbandes der AWO Hessen-Süd, Wilhelm Jost, sich vor Torsten Hammann stellt, dessen "Gier" Jost hätte einhalt gebieten müssen, so macht das sprachlos. Diesbezüglich herrscht - auf verschiedenen Ebenen - bei der AWO in Hessen und Thüringen null Unrechtsbewusstsein - dies zeigt auch die Klage (in Folge seiner Kündigung) von Jürgen Richter auf über 750 Tsd. Euro Gehaltsfortzahlung.


Quote
Falko Goerres

"Pogromstimmung" - hat der Herr Hammann Angst um sein Leben und das seiner Familie? Muss er auswandern, weil er sonst fürchten muss, verhaftet, deportiert und ermordet zu werden? Wenn nicht, sollte sein Anwalt andere Worte finden anstatt den Holocaust und seine Vorboten zu relativieren. Widerlich.


Quote
Hans Huckebein

Von "Progromstimmung" zu sprechen disqualifiziert Ingo Endrick Lankau sowohl als Anwalt wie auch als Mensch.


Quote
zerberus

Auch bei der AWO Thüringen gibt es einen Skandal, welcher erstaunliche Parallelen zum Skandal der AWO Hessen-Süd aufweist; beim AWO-Skandal in Thüringen geht es ebenfalls um üppige Gehälter und Funktionärsgeschäfte auf Kosten der Gemeinnützigkeit in einem AWO "System Hack". Der hochbezalte (über 300 Tsd. Euro Jahresgehalt, Mercedes GLE 400 auf Wohlfartskosten) AWO-Funktionär Michael Hack hatte einen "inneren Machtzirkel" um sich geschaffen, welcher nur "für mich oder gegen mich" kannte. Ähnlich wie im "System Richter" mündete dies geradewegs in einen völligen Kontrollverlust innerhalb der AWO Thüringen.
Und auch in einem weiteren Bundesland droht der AWO Ungemach: In Sachsen-Anhalt verlor der AWO-Regionalverband fast sieben Millionen Euro durch einen fragwürdigen Krankenhaus-Deal.


Quote
H & M

Im Moment (Bericht HR Fernsehen), kann ich noch nichts "verwerfliches" entdecken. Es sieht so aus, als ob alle Rechtsgeschäfte vollkommen legal und auch normal waren. Warum soll er keine Zinsen für einen Kredit bekommen? Macht jede Bank auch. Warum soll er keine Provision für ein Immobilien Geschäft bekommen? Macht/bekommt jeder Makler auch. Darüber hinaus sind die aller meisten Geschäftsführer z.B. von zig tausenden GmbH's in Deutschland von dem Verbot der "In-sich-Geschäfte (§ 181 BGB)" befreit. Das ist steht schon so seit Jahren in jeder Mustervorlage eines Geschäftsführer Vertrages.


Quote
Maini >> H & M

Sicher gibt es für gewiefte Rechtsanwälte eine ganze Reihe
juristisch legaler Möglichkeiten, um sich auch an
sozialen Hilfsleistern zu bereichern.
Man sollte nicht unerwähnt lassen, daß die AWO von ihren Angestellt:innen erwartete, auf ihre Covidzulage und das Weihnachtsgeld zu verzichten.

Und so steht ein Rechtsanwalt, der vllt rechtlich zulässig
sein Geld statt zinslos auf der Bank profitabel seiner GmbH
zur Verfügung stellt und zusätzlich noch Provisionen einfährt
doch in einem sehr häßlichen Licht in der Öffentlichkeit,
ein Licht, daß er selbst entfacht hat.

Die moralische Empörung dann mit "Pogromstimmung" zu vergleichen ist da nur noch konsequente Fortsetzung seines
Verhaltens.


Quote
Omran Shilunte >> H & M

"Im Moment kann ich noch nichts "verwerfliches" entdecken."

das wundert wenig, wenn man sich den rest von ihrem quark durchliest. :)
weder kann man beiderseitige rechtsgeschäfte mit sich selbst machen, noch verkaufen makler häuser an ihre kunden um sie dann zurückzumieten und ihrer frau die miete in rechnung zu stellen, ohne ihr das vorher zu sagen.
und die awo mkk ist auch keine gmbh sondern ein gemeinnütziger verein, bei dem nicht einfach der vorsitzende eine entscheidung alleine treffen kann, weswegen er hier dann ja auch als generalbevollmächtigter gehandelt hat, nachdem er dem verein zu diesem konstrukt vorher selbst geraten hat.
wobei dieser bevollmächtigte dann vorher im gewande des unabhängigen beraters aufgetreten ist um seine eigene firma als käufer zu empfehlen. gegen honorar natürlich.
und was die zinsen angeht, die waren deutlich höher als das, was die AWO sonst so bezahlt. wahre liebe sieht anders aus.
glauben Sie im ernst, dass ein richter einem staatsanwalt einen beschluss zur vermögenssicherung ausstellt, nur weil irgendein ein anonymer zeuge blödsinn erzählt? wo leben Sie denn?
sowas kann man doch nur normal finden, wenn man bei der AWO, bei der deutschen bank oder beim bauamt arbeitet.


Quote
Wolf Kreide >> Maini

...um dem ganzen traurigem Treiben Einhalt zu gebieten, sollte Roland Koch die Aufklärung in der nach benannten Form übernehmen, denn da wird es mit Sicherheit Parallelen geben,...


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« Reply #260 on: January 09, 2021, 01:22:39 PM »

Quote
[...] Die Deutsche Bank zahlt rund 130 Millionen Dollar, um in den USA einer Strafverfolgung wegen Bestechungsvorwürfen im Zusammenhang mit Geschäften im Nahen Osten zu entgehen. Bei einer Telefonkonferenz mit einem Bundesrichter in New York verzichteten Anwälte der Bank auf das Recht, sich einer Anklage zu stellen. Durch die Zustimmung, die Millionensumme zu zahlen, wird es nun keinen Prozess geben. In dem Fall geht es auch um Manipulationen im Handel mit Edelmetallkontrakten, wie das Justizministerium am Freitag in Washington mitteilte.

Die Deutsche Bank habe aufgrund mangelnder interner Kontrollen sieben Jahre lang zugelassen, dass die Buchhaltung frisiert wurde, um Bestechungsgeldzahlungen und andere unzulässige Geldflüsse zu verschleiern, erklärte das Justizministerium. Zudem hätten Händler über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg versucht, die US-Finanzmärkte auf betrügerische Weise zu manipulieren.

"Auch wenn wir uns zu den Details der Vergleiche nicht äußern können, übernehmen wir die Verantwortung für diese Vorgänge, die sich zwischen 2008 und 2017 ereignet haben", erklärte die Deutsche Bank in einem Statement. Die Angelegenheiten seien gründlich untersucht worden, dabei habe das Unternehmen voll mit dem Justizministerium und der Börsenaufsicht SEC kooperiert. Die Bank habe erhebliche Maßnahmen ergriffen und viel Geld ausgegeben, um ihre Prozesse zu verbessern.

Bei den Anschuldigungen der US-Behörden geht es um Verstöße gegen das Anti-Korruptionsgesetz "Foreign Corrupt Practices Act", mit dem die USA Bestechungsvorwürfe auch jenseits ihrer eigenen Landesgrenzen verfolgen können. Konkret wird in den Gerichtsakten etwa ein Schmiergeld-Deal im Jahr 2010 genannt, bei dem über Vermittler geschäftliche Vorteile in Abu Dhabi erlangt werden sollten. Bei der Deutschen Bank sei das Vorhaben intern "Project X" genannt worden.

Gerichtsdokumenten zufolge bestach die Deutsche Bank auch Mittelsleute, um Geschäfte in Saudi-Arabien zu machen. In einem Fall habe die Deutsche Bank um 2012 herum einem ihrer Helfer mehr als eine Million Doller gezahlt und veranlasst, dass diese Zahlung als Gebühren verbucht worden sei. Andere Mittelsmänner hätten eine Jacht oder ein Haus in Frankreich bekommen, hieß es.

Der zweite Teil des Vergleichs betrifft Preismanipulationen einiger Deutsche-Bank-Finanzprofis im Handel mit Edelmetallkontrakten. Dabei soll unter anderem eine häufig als "Spoofing" bezeichnete Praxis zum Einsatz gekommen sein, bei der Kaufaufträge am Markt nur vorgetäuscht werden, um Kurse zu manipulieren. Wegen ähnlicher Vorwürfe war vor wenigen Monaten bereits der US-Großbank JPMorgan Chase eine Strafe von 920 Millionen Dollar von US-Behörden auferlegt worden.

Die Deutsche Bank hatte zuvor bereits zugestimmt, der US-Börsenaufsicht SEC 16 Millionen Dollar zur Beilegung separater Vorwürfe korrupter Geschäfte in Russland und China zu zahlen. Wegen ihrer Geschäfte mit dem mutmaßlichen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der im Gefängnis Suizid beging, zahlte sie dem Staat New York 150 Millionen Dollar, um Vorwürfe von Regelverstößen auszuräumen.


Aus: "US-Justizministerium: Deutsche Bank muss wegen Korruptionsaffäre 130 Millionen Dollar zahlen" (9. Januar 2021)
Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2021-01/deutsche-bank-korruption-us-justizministerium

Quote
Ubiqutous #2

Dass dieses mafiöse, korrupte Geldinstitut immer noch nicht zerschlagen worden ist, bleibt mir ein Rätsel...


Quote
CETAoderGoodByeGermany #2.1

"mafiöse, korrupte Geldinstitut"

Genau deswegen " immer noch nicht zerschlagen worden" :P


Quote
ichsachmalwat #2.3

Eigentlich kein Rätsel. Ackermann hat doch seinen 60.Geburtstag im Kanzleramt mit Frau Merkel auf Kosten des Steuerzahlers gefeiert


Quote
KHans #2.4

Hebt man die dicken Teppiche erst mal hoch, .....
Es wird Zeit, dass begriffen wird, welcher verheerender eitler Dünkel da gezüchtet wird.

Das, was diese Leute mit überzogenen Gehältern und dem Geld ihrer gierigen Kunden anstellen, wurde lange als "erfolgreich" auf den Titelseiten der Magazuine hochgehalten und als Vorbild für die Gesellschaft hingestellt.

Das ganze Bildungssystem zielt darauf ab, solchelei "Erfolg" hochzuzüchten.
Ein Rechtssystem, eine Legislative und Exekutive, die das nicht kontrolliert bekommt, ist schwer gefährdet.
Wirecard?


Quote
Josef Bologna #6

Tja, dann wird’s wohl Zeit die Kredite von Trump fällig zu stellen. Kann die Deutsche Bank ja dann gut gebrauchen.


Quote
Johnnie Walker #7

Klar, übelste Straftaten begehen und sich dann mit viel Geld freikaufen. Da wird der Staat zur größten Mafiaorganisation.
Anstatt gegen solch eine Schweinerei eine Revolution zu starten, wird für Blondie das Capitol gestürmt.

[Sturm auf das Kapitol in Washington 2021 - https://de.wikipedia.org/wiki/Sturm_auf_das_Kapitol_in_Washington_2021]


Quote
Geol #8

Wird jetzt allmählich Zeit, dass ich meine Konten bei der DB kündige. Ist leider ein Haufen Arbeit damit verbunden, was bisher noch der Grund war nicht zu wechseln.
Filialen gibt's sowie keine mehr in der Umgebung. Geld abheben bei der Post geht noch. Was für ein Niedergang!
Gruß und \/ (Victory- Zeichen) in die Schweiz an Herrn Ackermann.


Quote
r.schewietzek #14

Die Verantwortlichen sollten sowohl strafrechtlich als auch finanziell zur Rechenschaft gezogen werden.


Quote
Eleanya #14.1

Nicht deren Gehaltsstufe. Zur Verantwortung gezogen wird man erst ab Gehaltstufe Parkwächter oder niedriger.


Quote
Tomtell #15

Immer wieder die Deutsche Bank. Selbst im internationalen Vergleich scheint die Bank besonders schlimm unterwegs gewesen zu sein. Und es ist schlimm im Bankenbereich. Nach wie vor, wie ich aus erster Hand weiß.


Quote
vom Land #22

Bestechung , Korruption, Manipulation und Schmiergeldzahlung ist eben das Geschäftsmodel der Deutschen Bank. Und sie fahren gut damit, scheint sich zu lohnen.
Niemand gebietet ihnen Einhalt. Keine Behörde oder Regierung hält es für geboten diese kriminelle Firma vom Markt zu nehmen, ihnen die Banklizenz zu entziehen.
Warum geht das nicht ?


Quote
William S. Christ #23

Korruption in Millionenhöhe - ein vollkommen üblicher Vorgang im Big Business, ob national oder international.
Und alle in Politik und Wirtschaft wissen Bescheid, wenn auch nicht alle gleichermaßen mitmachen.
Blöd immer nur, wenn es auffliegt und man sich erwischen lässt.
Dann muss für die Öffentlichkeit ein kleines Opfer gebracht werden und man kann zurück zur Tagesordnung gehen.


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« Reply #261 on: January 19, 2021, 09:45:54 AM »

Quote
[...] Die Spuren in der Causa Commerzialbank Mattersburg führen auch in die Schweiz. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat in der Strafsache gegen Martin Pucher unter anderem Anfang Dezember ein Rechtshilfeersuchen in die Schweiz geschickt, für Kontoöffnungen.

Die Ermittler wollen wissen, ob Ex-Bankchef Pucher Geld in der Schweiz veranlagt hat. Gesucht werden allfällige Konten Puchers bzw. seiner Ehefrau bei der UBS. Den Anhaltspunkt dafür hatte Pucher in einer seiner Einvernahmen und in seiner schriftlichen Stellungnahme im Oktober selbst geliefert.

Da ließ er die Ermittler wissen, er habe schon in den 1980er-Jahren recht viel Geld beim damaligen Schweizer Bankverein in Basel in Wertpapieren veranlagt. Als das Institut von der UBS übernommen wurde, sei das Depot nach Zürich verlegt worden. 2007, 2008 habe er es seiner Frau überschrieben, mit mindestens 600.000 Euro drauf.

Pucher und seine Ex-Vorstandskollegin K. haben ja gestanden, spätestens seit den 1990ern Geschäftsvolumen (vor allem Kredite) erfunden und unrechtmäßig Geld aus der Bank gebracht zu haben; das Institut sei wohl schon Ende der 90er pleite gewesen.

Die Ermittler wollen nun wissen, ob und, wenn ja, wie viel Geld Pucher bis zum Auffliegen der Affäre im vergangenen Juni in die Schweiz transferiert hat. Sollte dem so sein, lege das den Verdacht nahe, dass es sich um Geld aus den Malversationen handle. Pucher und K. sagen seit jeher aus, dass sie sich nicht selbst bereichert hätten. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Dass es sich um Geld aus Puchers enormen Lotto-Gewinnen handelt, von denen er den Ermittlern berichtet hat, ist unwahrscheinlich. Denn laut Recherchen der Ermittler hat der inzwischen pleitegegangene Ex-Banker und Ex-Fußballpräsident (SV Mattersburg, auch er ist insolvent) in Summe nicht gewonnen, sondern verloren.

Pucher spielte von 1988 bis 1993 mit einem Freund in einer Toto-Spielgemeinschaft, später dann allein. Laut seinem Lotto-Toto-Trafikanten setzte Pucher von 1994 bis 2014 zwischen 3,7 und 4,6 Millionen Euro ein, allein von 2007 bis 2009 soll sein Einsatz jährlich 400.000 bis 600.000 Euro betragen haben. Laut Rechercheergebnissen der Ermittler hat er dabei in Summe 1,8 bis 2,7 Millionen Euro verloren. Pucher selbst stellte das in einer Einvernahme im November in Abrede: "Ich habe bei meinen Lotto-Toto-Spielen mit Sicherheit insgesamt einen Gewinn gemacht."

Die Zahlen dahinter sind erstaunlich: Pro Lotto-Runde spielte Pucher 2.000 bis 3.000 Quick-Tipps, setzte dafür 40.000 bis 50.000 Euro ein. Lotto habe er aber selten gespielt, erklärte Pucher, nur bei "hohen Jackpots". Und: Bankgeld habe er für die Spieleinsätze nicht verwendet bzw. "wenn, dann habe ich mir die Einsätze nur kurzfristig ausgeborgt und anschließend zurückbezahlt". Und, so Pucher: "Ich war kein Spieler."

Weitere Ermittlungen zu dieser Thematik gibt es übrigens nicht. Sie erscheinen "aktuell als nicht zielführend und werden (...) vorläufig eingestellt", schreibt die Soko Commerz in ihrem Bericht. (Renate Graber, 19.1.2021)


Aus: "Commerzialbank: Justiz sucht Konten von Pucher in der Schweiz" Renate Graber (19. Jänner 2021)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000123398988/commerzialbank-justiz-sucht-konten-von-pucher-in-der-schweiz

Quote
goldstandard

"Spieler war ich nicht."

Das nennt sich Realitätsverweigerung.


Quote
Gunnery Sergeant Hartman

Ich war kein Spieler.

Wie kann jemand der offenbar unzurechnungsfähig ist Bankchef sein?


Quote
Community-Name:

Je mehr man über den Pucher erfährt, um so absurder kommt es einem vor, dass so ein Vogel 30 Jahre lang alle Wirtschaftsprüfer, Revisoren, Bankenaufseher an der Nase herumgeführt hat. ...


Quote
andix222

Gelebte Integration.

Man kann so auch US Präsident werden.


Quote
tag_tom_sn

Zeigt aber auch die Qualität der Kontrollen die stattgefunden haben ...


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« Reply #262 on: March 29, 2021, 09:58:33 PM »

Quote
[...] Bis zuletzt blieb er unter dem Radar. Bill Hwang (56) stand bei vielen Investmentbanken auf der schwarzen Liste, schließlich hatte er schon 2012 einen Hedgefonds schließen und eine Strafe wegen Insiderhandels akzeptieren müssen. In Hongkong hat ihn die Börsenaufsicht sogar lebenslang vom Handel ausgeschlossen. Und doch konnte er auf eigene Rechnung mit gewaltigem Kredithebel ein Multi-Milliardenportfolio aufbauen - und ein Großrisiko für den Finanzmarkt schaffen, das jetzt mehreren Großbanken um die Ohren fliegt. ... Hwang, in seiner Jugend als Sohn eines koreanischen Priesters in die USA gekommen und bis heute Beirat des evangelikalen Fuller Theological Seminary im kalifornischen Pasadena, gehört zu den sogenannten Tiger Cubs (Tigerjungen), den Schülern des Hedgefonds-Pioniers Julian Robertson (88). In dessen Tiger Management stieg Hwang als Aktienanalyst auf und verdiente sich zumindest in einem Jahr einen Sonderbonus als Bestperformer der Firma. ... s gehe ihm nicht nur um das schnelle Geld, sagte er in einem 2018 veröffentlichten christlichen Youtube-Interview. "Es geht um die lange Frist, und Gott hat sicher eine langfristige Sicht." ...

"Faith and Work | Bill Hwang on investing in people" (07.03.2018)
Bill Hwang, CEO and Founder of Archegos Capital Management and Fuller Trustee, shares how his faith influences his business practices and the importance of asking “where can I invest to please our God?” He is interviewed by Tod Bolsinger, Vice President and Chief of Leadership Formation.
https://youtu.be/vnbeQ-WFOUU

...


Aus: "Die Rückkehr des Tigerjungen" (29.03.2021)
Quelle: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/hedgefonds-bringt-credit-suisse-in-bedraengnis-wie-bill-hwang-zum-zweiten-mal-investoren-an-der-nase-herum-fuehrte-a-dc359aa2-ab26-4714-9896-35a774534248

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[...] Bill Hwang ist wohl nicht das, was man sich unter einem typischen Hedgefonds-Manager vorstellt: Denn für ihn scheint nicht das Geld der grösste Antrieb zu sein, sondern er will mit seinen Investments das Werk Gottes voranbringen. Deshalb engagiert er sich auch für das evangelikale Fuller Seminar in Kalifornien.

Geld hat der 56-jährige Hwang sowieso schon genug verdient. Er kam als Jugendlicher aus Südkorea in die USA und machte dort in der Finanzbranche Karriere. So verdiente er in den Neunzigerjahren mit Deals in Asien ein Milliardenvermögen. Dieses verwaltet er nun mit seiner eigenen Firma Archegos. ...

... Hwangs Spezialität sind riskante Wetten. Er gehört zu den sogenannten Tiger Cubs. Damit sind die Schüler des legendären Hedgefonds-Managers Julian Robertson gemeint. Für dessen Tiger Management arbeitete Hwang, bis sich Robertson vor zwanzig Jahren zurückzog und das Feld seinen Nachfolgern überliess. Hwang fokussierte sich auf Asien und war dort sehr erfolgreich. Doch erhielt seine Karriere 2012 einen Knick. Damals gestand er gegenüber der US-Börsenaufsicht ein, dass der Erfolg auch auf Insiderhandel beruhte. Hwang bekannte sich schuldig und zahlte insgesamt 44 Millionen Dollar – als Busse und als Entschädigung für private Kläger. Hwang schloss danach Tiger Asia und zog sich etwas zurück.

Mit Archegos begann er wieder von vorne. Der Neustart wurde in den Banken zuerst kritisch gesehen. So wurde er von der US-Grossbank Goldman Sachs lange als zu grosses Risiko angesehen, wie die «South China Morning Post» berichtet. Die Bank weigerte sich noch Ende 2018, mit ihm Geschäfte zu machen. Doch habe sich die Meinung von Goldman Sachs wieder geändert, als die Bank gesehen habe, wie lukrativ Hwang als Kunde gewesen sei. Er brachte den Banken mit seiner Firma hohe Einnahmen. Offenbar war er da schon wieder mit mehreren anderen Banken gut im Geschäft.

Denn Hwang soll einen extrem riskanten Kurs gefahren haben, indem er für seine Deals sehr wenig eigenes Geld und sehr viel Fremdkapital eingesetzt habe. So lukrativ das in guten Zeiten ist, so teuer ist es, wenn der Investor sich verspekuliert. Das ist ihm nun mit Wetten auf die Wertpapiere der US-Medienkonzerne Viacom CBS und Discovery, des kanadischen Onlineshop-Anbieters Shopify und der chinesischen Internetriesen Baidu und Tencent Music passiert.

Als Hwang die von den Banken geforderten Sicherheiten nicht mehr liefern konnte, begannen einige Institute letzten Freitag mit dem Notverkauf der Aktien aus dem Archegos-Portfolio, um sich möglichst schadlos zu halten. Die Folge waren heftige Ausschläge an den Börsen und lange Gesichter bei den Banken, die nun herausfinden müssen, wie gross das Loch ist, das Hwang bei ihnen hinterlassen hat.


Aus: "Wer ist Bill Hwang? - Dieser Finanzmanager sorgt für Panik bei den Grossbanken" Jorgos Brouzos (29.03.2021)
Quelle: https://www.zuonline.ch/dieser-finanzmanager-sorgt-fuer-panik-bei-den-grossbanken-231822374496

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[...] Am Freitag hatte ein Ausverkauf von Aktien in den USA zu markanten Kursverlusten bei einer Reihe von Unternehmen geführt, die einem Insider zufolge mit Archegos in Verbindung stehen. Die Papiere der Medienkonzerne ViacomCBS und Discovery hatten jeweils 27 Prozent an Wert verloren. Die in den USA notierten Anteile der chinesischen Konzerne Baidu und Tencent Music waren im Laufe der Woche um ein Drittel beziehungsweise knapp 50 Prozent abgesackt.

 Nach Angaben informierter Kreise hatten die Deutsche Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley im Auftrag von Archegos Aktien im Wert von rund 30 Milliarden Dollar auf den Markt geworfen. Investoren halten systemische Risiken zum jetzigen Zeitpunkt zwar für unwahrscheinlich, zeigten sich allerdings nervös über das Ausmaß der Auflösung von Archegos-Positionen und mögliche weitere Verkäufe.

Das Unternehmen, geführt von Bill Hwang, ging aus dem Hedgefonds Tiger Asia hervor. Der Manager einigte sich 2012 mit der US-Börsenaufsicht SEC gegen Zahlung von 44 Millionen Dollar auf die Einstellung von Ermittlungen zu Insiderhandel. Archegos, auf der Firmen-Internetseite als Family Office bezeichnet, soll Medienberichten zufolge rund zehn Milliarden Dollar verwalten. Hwang war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

...


Aus: "Archegos Capital sorgt für Beben US-Hedgefonds-Ausfall trifft Bankenbilanzen" (Montag, 29. März 2021)
Quelle: https://www.n-tv.de/wirtschaft/US-Hedgefonds-Ausfall-trifft-Bankenbilanzen-article22459530.html

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[...] Welche Auswirkungen es haben kann, wenn ein Hedgefonds sich verzockt, hat Anfang des Jahres das Beispiel von Gamestop einer breiten Öffentlichkeit vor Augen geführt [https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/gamestop-anhoerung-in-den-usa-wer-hat-verhindert-dass-die-rechnung-der-kleinanleger-aufgeht/26932936.html]. Die Leerverkäufer von Melvin Capital hatten darauf gesetzt, dass die Papiere des Computerspieleverkäufers an Wert verlieren würden. Als diese dann aber massiv stiegen, stand der Hedgefonds dem Vernehmen nach kurz vor dem Aus – und musste mit Milliardenbeträgen gerettet werden. Nicht wenige hatten damals bereits mit einem großen Crash gerechnet.

Nun steckt ein anderer Fonds in Problemen. Und wieder betreffen die Auswirkungen die gesamte Börse. Der US-Hedgefonds Archegos Capital reißt diesmal vor allem Banken mit in Schwierigkeiten. Die Schweizer Großbank Credit Suisse und die japanische Investmentbank Nomura warnten am Montag vor erheblichen Verlusten durch den Ausstieg aus Positionen bei einem US-Hedgefonds. Sie nannten den Namen des Hedgefonds zwar nicht, doch Finanzkreisen zufolge handelt es sich um Archegos.

Auch die Deutsche Bank ist einem Insider zufolge betroffen, allerdings weniger stark als die Wettbewerber. Das Exposure des Frankfurter Geldhauses sei nur ein Bruchteil dessen, das andere hätten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur "Reuters" am Montag. Bis Freitagnacht habe die Bank keine Verluste aus den Geschäften mit Archegos erlitten und manage die Positionen.

Die japanische Investmentbank Nomura bezifferte den Verlust auf zwei Milliarden Dollar, die Credit Suisse zufolge könnte der Verlust „sehr bedeutend und wesentlich“ für das Ergebnis des ersten Quartals sein. Die Schweizer erklärten, ein bedeutender Hedgefonds sei Nachschusspflichten – den sogenannten Margin-Calls – nicht nachgekommen. Das bedeutet, er hätte eigentlich Geld nachzahlen müssen, weil sein eingesetztes Kapital unter den für seine Positionen benötigten Wert gesunken ist. Da der Investor kein Geld nachschoss, seien die Schweizer Großbank und andere Geldhäuser nun dabei, diese Positionen aufzulösen. Haben diese nun an Wert verloren, bleibt die Bank auf dem Minus sitzen.

Am Freitag hatte ein Ausverkauf von Aktien in den USA zu markanten Kursverlusten bei einer Reihe von Unternehmen geführt, die einer mit der Sache vertrauten Person zufolge mit Archegos Capital in Verbindung stehen. Die Papiere der Medienkonzerne ViacomCBS und Discovery hatten jeweils 27 Prozent an Wert verloren. Die in den USA notierten Anteile der chinesischen Unternehmen Baidu und Tencent Music waren im Laufe der Woche um ein Drittel beziehungsweise knapp 50 Prozent abgesackt.

Investoren halten systemische Risiken zu jetzigen Zeitpunkt zwar für unwahrscheinlich, zeigten sich allerdings nervös über das Ausmaß der Verkäufe von Archegos und möglich weitere Veräußerungen. Die Aktien der Credit Suisse stürzten am Montag an der Börse in Zürich um 14 Prozent ab – das ist der größte Tagesverlust seit dem Börsencrash vom Frühjahr 2020 ein.

In Tokio waren die Nomura-Anteile 16 Prozent eingebrochen. Auch an der deutschen Börse konnte man die Auswirkungen spüren: Die Titel der Deutschen Bank fielen in Frankfurt um gut fünf Prozent, konnte sich im Laufe des Nachmittags aber wieder auf ein Minus von nur noch gut drei Prozent erholen. Damit waren sie noch immer der schwächste Wert im Leitindex.

Die Credit Suisse lehnte eine weitergehende Stellungnahme ab und stellte mehr Informationen zu gegebener Zeit in Aussicht. Die Warnung ist erneut ein Rückschlag für die Bank, die erwägt, Investoren zu entschädigen, die vom Zusammenbruch von Fonds betroffen sind, die mit der insolventen Finanzfirma Greensill verbunden sind. Bereits im vierten Quartal 2020 war eine Investition in einen Hedgefonds-Anbieter die Credit Suisse teuer zu stehen gekommen: Das Institut musste den Wert der Beteiligung an York Capital um 450 Millionen Dollar berichtigen. (mit rtr)


Aus: "Ein strauchelnder Hedgefonds stellt die Wall Street vor Probleme" Thorsten Mumme (29.03.2021)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/hohe-verluste-befuerchtet-ein-strauchelnder-hedgefonds-stellt-die-wall-street-vor-probleme/27051650.html
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