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[Zur Kunstfreiheit (Notizen)... ]

Started by Textaris(txt*bot), June 22, 2005, 12:57:50 PM

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Textaris(txt*bot)

Quote[...] Seit Anfang Dezember ist das Leben von Jafar Panahi wieder komplizierter. Vor einem Monat wurde der 65 Jahre alte Regisseur in seinem Heimatland Iran (in Abwesenheit) zum dritten Mal zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, wegen ,,Propaganda gegen den Staat". ...

Jafar Panahi lässt keinen Zweifel daran, dass er in den Iran zurückkehren und seine Strafe akzeptieren wird. Er ist der vielleicht iranischste aller iranischen Filmemacher – und wohl gerade deswegen auf dem Radar der Justiz. Nach der US-Premiere im November sagte er, dass er sich nicht vorstellen könne, außerhalb des Iran Filme zu drehen. Dies sei seine Kultur, seine Sprache. Auch das Berufsverbot, das 2023 aufgehoben worden war, hat ihn nie vom Arbeiten abgehalten.

... Klingt wie eine Heldengeschichte. Panahi schließlich gegenüberzusitzen, lässt diesen Mythos augenblicklich in sich zusammenfallen. Er ist kein Mann großer Worte, er versprüht auch kein außergewöhnliches Charisma, vielmehr strahlt er durch seine Undurchdringlichkeit Autorität aus.

Panahi spricht langsam und mit leiser Stimme, allerdings nur ungern über sich selbst. Lieber zollt er der ,,Frau, Leben, Freiheit"-Bewegung Respekt, die er 2022 nur aus dem Gefängnis mitbekam. Seine Sonnenbrille nimmt er erst gegen Ende des Interviews ab.

...


Aus: "In Iran verfolgter Oscar-Favorit Jafar Panahi: ,,Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nicht an Rache gedacht habe"" Andreas Busche (05.01.2026)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/oscar-favorit-jafar-panahi-selbstjustiz-ist-nicht-der-iranische-weg-15097536.html