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Author Topic: [Menschen in Schichten und Klassen... ]  (Read 468921 times)

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[Es geht um... ]
« Reply #420 on: June 05, 2014, 10:17:59 AM »

Quote
[...] Insgesamt 100 Milliarden Euro hat der Steuerzahler bislang in die HRE gepumpt. ...

Wer auf Better folgen soll, ist derzeit unklar. Es geht um ein Jahresgehalt von 500.000 Euro – in der Bankbranche gilt das als verdammt wenig Geld. 

...


Aus: "Bankchefin wirft hin: Der alte Besen kehrt nicht mehr" (04.06.2014)
Quelle: http://www.taz.de/Bankchefin-wirft-hin/!139780/
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[Die Bilder sorgen... ]
« Reply #421 on: June 08, 2014, 08:20:23 PM »

Quote
[...]  Nadelspitze Metall-Spikes, feindlich ragen sie aus dem Beton: So wollen Hausbesitzer in London Obdachlose fernhalten. Die Bilder sorgen auf Twitter für Empörung, doch Wohlfahrtsverbände kennen diese Methoden längst.

... In den vergangenen drei Jahren sei allein die Zahl der Menschen, die in London auf der Straße schlafen, um 75 Prozent gestiegen, zitierte der "Guardian" eine Hilfsorganisation. Demnach lebten 2013 mehr als 6400 Leute in der britischen Hauptstadt auf der Straße.

...


Aus: "London: Metallstachel gegen Obdachlose" (08.06.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/spike-fotos-auf-twitter-metallstachel-gegen-obdachlose-in-london-a-974051.html
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[Nachdem sie erfahren hätten... ]
« Reply #422 on: June 09, 2014, 08:49:33 PM »

Quote
[...] Die Familien der Opfer sind Dalit - als unberührbar diffamierte Menschen, die in Indien am untersten gesellschaftlichen Ende stehen. Der Vater eines der Mädchen sagte, die Polizisten hätten sich geweigert, den Mädchen zu helfen, nachdem sie erfahren hätten, dass sie einer unteren Kaste angehörten. "Sie hätten zwei junge Leben retten können", klagte er. "Warum bedeutet die Kaste hier alles?"

...


Aus: "Vergewaltigung in Indien: Drei Männer gestehen" (01.06.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gruppenvergewaltigung-in-indien-tatverdaechtige-maenner-gestehen-a-972745.html
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[Irritierenderweise diskutieren seit einiger Zeit seriöse Ökonomen... ]
« Reply #423 on: June 10, 2014, 10:10:20 AM »

Quote
[...] Oligarchie ist ein böses Wort. So böse, dass wir Amis es höchstens auf Russland anwenden, wo gewissenlose Industriebarone noch gewissenlose Industriebarone sind. Bis vor Kurzem jedenfalls: Irritierenderweise diskutieren seit einiger Zeit seriöse Ökonomen, Politiker und andere Kommentatoren die Frage, ob Amerika heute eine Oligarchie sein könnte.

Es fing an mit einer Studie der Politikwissenschaftler Martin Gilens (Princeton) und Benjamin Page (Northwestern University). Sie vergleicht Meinungsumfragen der vergangenen Jahre mit realer Gesetzgebung und kommt zu dem Ergebnis, dass erlassene Gesetze überproportional oft auf den Willen der wenigen Reichen zugeschnitten sind, seltener auf den Willen der großen Masse des Volkes.

Na gut: Dass die Reichen mehr Einfluss auf die Politik haben als der Typ vor dem Kiosk mit der Pulle Bier in der Hand, wussten wir immer. Aber die Zahlen, die in dieser Studie präsentiert wurden, waren schockierend. So sehr, dass man anfing, von einer Oligarchie zu sprechen, obwohl das Wort in der Studie gar nicht auftaucht.

... Offiziell ist die Finanzkrise zwar vorbei, aber die Narben, die sie hinterlassen hat, schmerzen noch. Mit 6,3 Prozent (April 2014) ist die Arbeitslosigkeit für amerikanische Verhältnisse immer noch hoch, aber wichtiger ist: Ungewöhnlich viele gute Jobs sind unwiederbringlich verlorenen gegangen, sodass viele Menschen, die heute arbeiten, weniger als zuvor verdienen. Wenn ein Neurowissenschaftler hinter der Theke bei McDonalds steht, ahnen wir, dass etwas nicht stimmt.

Seit einigen Jahren wissen wir, dass unsere Wirtschaft sich verändert: Die Reichen haben immer mehr vom Kuchen, die mittleren und unteren Schichten immer weniger. Die Utopie der 1970er, als die amerikanische Mittelklasse stark war und Neurowissenschaftler noch Neurowissenschaftler waren, ist zerplatzt, und niemand weiß, ob Amerika ohne eine dominante Mittelklasse immer noch Amerika ist.

... Ich denke, die Situation muss noch schlimmer werden, bevor die amerikanischen Wähler geschlossen eine tiefgreifende Änderung fordern.

Denn das ist genau das, was eine Demokratie von einer Oligarchie unterscheidet: Das Volk hat immer noch die Möglichkeit, seine Sache gegen den Willen der Reichen durchzusetzen, wenn es will.

Quote
    Ostpreuße
    gestern 20:21 Uhr

Guten Morgen Herr Hansen!

Schön, daß Sie auch schon ausgeschlafen haben. Ich hoffe, Sie haben wohl geruht.
Und nein - nicht nur die USA sind eine Oligarchie.


Quote
    cwm
    gestern 21:18 Uhr

Hansens Märchenstunde

Das Volk hat immer noch die Möglichkeit, seine Sache gegen den Willen der Reichen durchzusetzen, wenn es will.

Ein rührendes Märchen, das Hansen da den Lesern auftischen will. Erstens fehlt vielen Menschen, besonders im bildungsarmen Land USA, die Fähigkeit zu einer eigenen politischen Meinungsbildung. Das wichtige Wort dabei ist „eigene“.

Das bedeutet, sie konsumieren Politik wie andere Waren auch, nehmen die in den Medien angebotenen Meinungsvorschläge an, und haben kaum noch die Fähigkeit, diese nach der Übereinstimmung mit den ureigenen Interessen zu hinterfragen, geben sich aber oft der Illusion hin, es wäre ihre eigene Meinung.

Zweitens sind die Möglichkeiten der Steuerung der öffentlichen Meinung sind heute so elaboriert dass, wer diese Möglichkeit hat, haargenau messen kann, welche Botschaften welche Resultate erzeugen, welches Bedürfnis anzusprechen ist, um anzukommen. ....



Aus: "Oligarchie Amerika?" Eric T. Hansen (9. Juni 2014)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-06/usa-oligarchie-kapital

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[Er agiere zu wenig im Sinne der... ]
« Reply #424 on: July 01, 2014, 04:43:04 PM »

Quote
[...] Gerhard Fritz Kurt Schröder (* 7. April 1944 in Mossenberg) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (SPD). Er war von 1990 bis 1998 Ministerpräsident von Niedersachsen und von Oktober 1998 bis November 2005 der siebte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Von 1999 bis 2004 war er Vorsitzender der SPD. ... Nur wenige Wochen nach dem Regierungswechsel, am 12. Dezember 2005, wurde bekannt, dass Schröder einen Posten bei der Nord Stream AG annahm, die zur Mehrheit (51%) der russischen Gazprom gehört. Damit war er unmittelbar in das Nord Stream Projekt involviert, das er bereits als Regierungschef immer sehr wohlwollend begleitet hatte. ...


https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Schröder (26. September 2014)

---

Quote
[...] Kontroversen

Niebels Berufung und Amtsführung wurde wiederholt aus Kreisen der Entwicklungshilfe kritisiert.[28] Er agiere zu wenig im Sinne der Entwicklung der Dritte-Welt-Länder, sondern vor allem im Sinne deutscher Wirtschaftsunternehmen.

Der Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim und der SPD-Bundestagsabgeordnete Sascha Raabe warfen Niebel in Report München vor, im Entwicklungsministerium Vetternwirtschaft bzw. Ämterpatronage für Parteifreunde zu betreiben.[29] Nach der Besetzung der Leitung der Engagement Global gGmbH mit der ehemaligen Oberbürgermeisterin der Stadt Ettlingen, Gabriela Büssemaker, wurde Niebel von Raabe wegen des Verdachts der Untreue angezeigt.[30] Die Staatsanwaltschaft Berlin erklärte die Vorwürfe gegen Niebel für haltlos und entschied, kein Ermittlungsverfahren zu eröffnen.[31] Im März 2013 kritisierte der Bundesrechnungshof allerdings die Besoldungseinstufung Büssemakers als „deutlich überwertet“ und die Personalpolitik der von ihr geführten gGmbH grundsätzlich als „nicht wirtschaftlich“.[32]

Im Mai 2013 wurden erneut Vorwürfe gegen Niebel aufgrund seiner Personalpolitik geäußert. So soll er laut dem Fernsehmagazin Monitor seit seinem Amtsantritt mehr als 40 FDP-Mitglieder und -Mitarbeiter eingestellt haben. Der Vorsitzende des Verbandes der Bediensteten der obersten Bundesbehörden (VBOB), Hartwig Schmitt-Königsberg, sprach von einem „beispiellosen Vorgang“.[33]

Im Mai 2012 wurde ein von Niebel in Afghanistan gekaufter Teppich im Dienstflugzeug des Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes nach Deutschland eingeführt. Eine Deklaration folgte beim Zoll erst, nachdem Der Spiegel in der Sache recherchiert hatte.[34] Die Opposition, aber auch Bundeskanzlerin Merkel kritisierten Niebels Verhalten.[35] Niebel berief sich darauf, dass Teppiche aus Least Developed Countries wie Afghanistan nicht zollpflichtig seien, bedauerte aber den Fehler. Die angefallene Einfuhrumsatzsteuer werde er nachentrichten.[36] Die Staatsanwaltschaft sah keine Anzeichen für strafrechtlich relevantes Verhalten.[37]

...


Aus: Dirk Niebel >> Kontroversen
Datum der letzten Bearbeitung: 1. Juli 2014, 12:53 UTC
Versions-ID der Seite: 131772438
Permanentlink: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Dirk_Niebel&oldid=131772438
Datum des Abrufs: 1. Juli 2014, 14:33 UTC


-.-

Quote
[...] Der frühere Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Dirk Niebel, geht zum Rüstungskonzern Rheinmetall. Vom kommenden Jahr an werde er den Konzernvorstand in allen Fragen und Aufgaben der internationalen Strategieentwicklung beraten, teilte das Unternehmen in Düsseldorf mit. Darüber hinaus soll der 51-jährige FDP-Politiker das oberste Führungsgremium beim Aufbau der globalen Regierungsbeziehungen unterstützen.

Niebel leitete von 2009 bis 2013 das Entwicklungsministerium. Von 1998 bis 2013 saß er für die Liberalen im Bundestag. Bei den vergangenen Bundestagswahlen im Herbst scheiterte die FDP an der Fünfprozenthürde und verfehlte den Einzug ins Parlament. Niebel ist Diplomverwaltungswirt und war Zeitsoldat und Fallschirmspringer.

Rheinmetall beschäftigt weltweit 23.000 Menschen und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro in den Sparten Automobiltechnik und Rüstung. Konzernchef Armin Papperger will das internationale Geschäft ausbauen, das bereits jetzt 72 Prozent des Firmenumsatzes von 4,6 Milliarden Euro ausmacht.

...

Quote
   Vita Orlando

Realsatire

Diese Meldung wäre ungeheuer komisch, wenn sie nicht zugleich so ungemein besorgniserregend wäre.

Allerdings: besonders überraschen sollte diese Entwicklung niemanden. Genau genommen erfüllt Niebel damit ausdrücklich all jene Klischees, die man gemeinhin mit ihm und seiner Partei verbindet.


Quote
   ahlibaba2

Bitte keine Empörung heischen, Niebel nur einer unter Vielen.

Dass Herr Niebel als ehemaliger Entwicklungshilfeminister ausgerechnet zur Waffen- und Gewaltlobby geht, ist dreist, steht aber in Einklang zum liberalen Weltbild.

Laut liberaler Ideologie ist korporatistischer Einfluss auf die Politik legitim, sogar wünschenswert. Entwicklungshilfe im Sinne der Liberalen ist seit jeher nur Freihandelspolitik gewesen (die Öffnung von Absatzmärkten). Ebenso ist der Liberalismus noch nie ein Gegner von Militär oder gar Faschismus gewesen.

Herr Niebel hat wohl seine Parteiideologie zu sehr verinnerlicht.

...



Quote
   Nina P.

Ein klassischer Eigenbedarfsliberaler eben ...
... der in die Politik gegangen ist, um irgendwann in die Wirtschaft zu kommen.
Gratulation.


Quote
   Zeilenknecht8

Warum...
...kaufen ihn nicht Greenpeace oder Brot für die Welt? Ist doch nur eine Frage der Transfersumme. Oder müsste er dort (mehr) arbeiten?


Quote
   contraego

Einladung zur Polemik!

Warum erzählt man uns das?
Damit wir uns drüber aufregen! Und die Sache dann abhaken!

Dirk Niebel! Ein Vorzeigepolitiker der FDP. Vom Gegener von Entwicklungshilfe zum Entwicklungshilfeminister ("Für Jeden Euro den wir geben müssen wir 1,30€ zurückbekommen").
Vom Entwicklungshilfeminister zum Rüstungsberater.
Das nenn ich flexibel. Da kann sich mancher Arbeiter ein Beispiel daran nehmen.
Es gibt so ein paar Typen, die schrecken vor nichts zurück. Aber es gab schlimmere.
Ganz oben stehen:
Gerhard Schröder vom Kanzler eines demokratischen Landes zum Angestellten eines Diktators (Putin)
Riester: Erst höhlte er die gesetzliche Rente aus damit die privaten Versicherungen mehr Dividende ausschütten können und dann wechselt er in die Versicherugnswirtschaft.
Roland Pofalla: Vom Mädchen für alles bei Frau Merkel zum Mann für nichts bei der Bahn.

Solche Leute regierten und regieren uns!!!
Die wurden ausgewählt, dem deutschen Volk zu dienen. Die hatten einen Eid geschworen.

... Vielleicht wechselt unsere Frau Merkel ja zum amerikanischen Geheimdienst, wenn sie bei uns fertig ist - Wundern würde sich niemand.


Quote
   Oli.M

Endlich mal eine gute Nachricht !

Ich gönne der Firma Rheinmetall ihren neuen Mitarbeiter Dirk Niebel von Herzen!

;-)


Quote
   tennessee euler

Na immerhin, Konsistenz!

Ich hätte jetzt wirklich geschluckt, wenn er zu UNICEF gegangen wäre!



Aus: "Dirk Niebel berät Rüstungskonzern Rheinmetall" (1. Juli 2014)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2014-07/niebel-berater-rheinmetall

---

Quote
[...] München - Daniel Bahr hat einen neuen Job: Der ehemalige Bundesgesundheitsminister wird ab dem 1. November Generalbevollmächtigter bei der Krankenversicherungstochter der Allianz. Der FDP-Politiker soll später in den Vorstand aufrücken, teilte das Unternehmen mit. ... Bahr wechselt damit in die Branche, für deren Regulierung er als Minister zuständig war. Auch hatte er sich für den Erhalt der privaten Krankenversicherung stark gemacht.  ....


Aus: "Ex-Gesundheitsminister von der FDP: Bahr wird Vorstand bei Allianz-Krankenversicherung" (29.09.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/daniel-bahr-zu-allianz-ex-gesundheitsminister-wird-pkv-top-manager-a-994461.html


"Wechsel des Ex-Gesundheitsministers: Was Bahr für die privaten Krankenversicherer getan hat"
Von Nicola Kuhrt (30.09.2014)
Ab November arbeitet Daniel Bahr für einen privaten Krankenversicherer. Als Gesundheitsminister verantwortete er Regelungen, die der Branche nutzen. Die wichtigsten Entscheidungen im Überblick. ...
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/daniel-bahr-wie-die-pkv-vom-fdp-politiker-profitierten-a-994510.html

« Last Edit: September 30, 2014, 01:18:09 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Der EuGH betonte nun... ]
« Reply #425 on: July 17, 2014, 01:42:10 PM »

Quote
Abschiebehäftlinge dürfen bis zu ihrer Ausreise aus Deutschland nicht in normalen Gefängnissen untergebracht werden, sondern nur in speziell dafür vorgesehenen Einrichtungen. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden.

Sollte ein Bundesland nicht über derartige Einrichtungen verfügen, müssten die Betroffenen in ein anderes Land gebracht werden. Die Praxis einiger Bundesländer, die Menschen in diesem Fall in einem Gefängnis mit gewöhnlichen Straftätern unterzubringen, verstoße gegen EU-Richtlinien. Konkret ging es um drei Fälle aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Dort hatten Abschiebehäftlinge geklagt, die gemeinsam mit gewöhnlichen Strafgefangenen untergebracht und auch wie diese behandelt worden waren.

Der Gerichtshof folgte in seiner Entscheidung einem Antrag seines Generalanwalts Yves Bot, der die Unterbringung der Betroffenen in gewöhnlichen Gefängnissen als Verstoß gegen die "Menschenwürde von Migranten" kritisiert hatte. Ihr Freiheitsentzug sei keine Strafe, deshalb müssten sie in speziellen Einrichtungen untergebracht werden. Dabei seien auch die "besonderen Bedürfnisse" ihrer Familien und Kinder zu berücksichtigen.

Der EuGH betonte nun, dass laut der EU-Rückführungsrichtlinie Abschiebehäftlinge "grundsätzlich" in speziellen Hafteinrichtungen unterzubringen seien. Die Bundesregierung müsse deshalb sicherstellen, dass Bundesländer, die dies nicht leisten können, Betroffene in Einrichtungen andere Bundesländer unterbringen.

Dem Generalanwalt zufolge verfügten zum Zeitpunkt der Klagen von 2011 und 2012 zehn der 16 Bundesländer über keine gesonderten Einrichtungen. Sie quartierten abzuschiebende Flüchtlinge in Gefängnisse ein und behandelten sie teils auch wie Strafgefangene.

...


Aus: "Abschiebehaft in gewöhnlichen Gefängnissen unzulässig" (17. Juli 2014)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/europaeischer-gerichtshof-abschiebehaft

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[Was für ein wunderbarer Ballabend... ]
« Reply #426 on: July 24, 2014, 12:24:44 PM »

Quote
[...] "Wir wollen uns eine letzte Nacht noch mal zusammenfinden und auf diesen Anlass angemessen anstoßen! Und wie könnte man das Ganze besser feiern als im Saal des Atlantic Hotels, mitten gelegen in der City der schönsten Stadt der Welt."

So lautet die Ankündigung auf der Facebook-Seite zum Abi-Ball 2014 des Gymnasiums Oberalster in Hamburg. An einem Samstag Ende Juni, dem Tag nach der Zeugnisübergabe, steigt der Ball im Grand Hotel Atlantic Kempinski. Gemietet wurden drei Festsäle. 38 Abiturientinnen und 36 Abiturienten haben ihre Eltern, Geschwister und Partner mitgebracht - insgesamt sind 340 Gäste geladen, die Herren im Anzug, die Damen im Kleid.

Etwa zwei Kilometer entfernt, auf der anderen Alsterseite, soll zeitgleich noch eine Hamburger Schule ihren Abi-Ball begehen: Im Fünf-Sterne-Hotel Grand Elysee diniert die Abi-Klasse des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums, erzählt man sich. Das Elysee-Hotel möchte dazu jedoch keine Auskunft geben.

330.000 Schüler machen in diesem Sommer in Deutschland ihr Abitur, so die Prognose der Kultusministerkonferenz. Und das wollen sie feiern - und zwar oft eher fürstlich als spartanisch. Auf dem Buffet im Atlantic ist angerichtet: Holsteiner Landschinken mit Melone, Vitello Tonnato von der Truthahnbrust, Zanderfilet kross gebraten auf Safrankraut mit Kartoffel-Schnittlauchpüree und Kombucha-Creme mit Kefirschaum.

75 Euro hat jeder Gast für den Abend bezahlt, inklusive Essen und Getränke-Flatrate bis 22 Uhr. Angesichts derartiger Kosten - "210 Euro für eine bundesdurchschnittliche Kleinstfamilie" - hatte der SPD-Abgeordnete Ties Rabe, der heute Schulsenator in der Hansestadt ist, vor vier Jahren eine Anfrage an den Hamburger Senat gestellt. Seit Jahren würden die Abiturfeiern "immer ausschweifender und teurer". Was früher ein kleiner Festakt in der Schulaula gewesen sei, habe sich "zu einer immer aufwendiger gestalteten Veranstaltungsserie" entwickelt, mit einem "großen Festball in einem Hamburger Hotel" als Krönung, schrieb Rabe.

Ergebnis seiner Anfrage damals: 44 der 82 Hamburger Abi-Jahrgänge richteten eine kostenpflichtige Abiturfeier aus. Die Schulen versicherten zwar, dass auch derjenige, der daran nicht teilnimmt, sein Zeugnis erhält - doch wer verzichtet schon auf einen solchen Abend?

Im Atlantic wird später ein DJ auflegen, Reden werden gehalten, Videos und Fotos aus der Schulzeit gezeigt. Fast noch wichtiger als Menü und Abendprogramm allerdings: die Kleiderfrage. Monatelang suchten vor allem die Schülerinnen nach dem passenden Outfit. Sie hatten eine Absprache: Alle tragen lange Kleider, die erst beim Ball zum ersten Mal gezeigt werden dürfen. "Du siehst super aus", begrüßen sie sich dann am Abend.

...

Quote
DieButter gestern, 11:29 Uhr
Was für ein wunderbarer Ballabend, für so junge Menschen, mit nunmehr Hochschulzugangsberechtigung, ein würdiger Schulabschluss. Herzlichen Glückwunsch dazu von ganzem Herzen! Wie schön noch dazu, daß die Kosten dafür im Rahmen geblieben sind, schließlich könnte sich jeder Mensch in Deutschland 75 Euro für dieses einmalige Erlebnis in seinem Leben leisten. Andere mögen das vielleicht bezweifeln, sollten sich aber dann mal an die eigene Nase fassen, wenn 5 € täglich für Kippen dann doch drin sind.


Quote
Konformisten
LorenzSTR gestern, 13:03 Uhr
Muss man den neoliberalen Zeitgeist aus konformistischer Haltung, dem Fehlen eigener, kritischer Denke, dem Auswendiglernen und Streben auch noch mit solchen peinlichen Abschlussfeiern unterstreichen? Ich bin noch keine 30, aber wenn ich mir die heutigen Erstsemester und Co. so anschaue, fühle ich mich oft wie im falschen Film. Mit diesen Gestalten ist keine Zukunft zu machen, ohne Mami und Papi geht da sowieso nichts. Das macht das elitäre Gehabe noch lächerlicher. ....


Quote
Wow, Sozialneid at its best ...
shopkeeper gestern, 12:45 Uhr
Ich fand den Beitrag sehr informativ. Eine Menge junger Leute mit Stil und Bildung. Nicht so eine niveaulose Pampe, wie die meisten Dumpfbacken, die hier kommentieren. Die Abiturienten sollten mal die Kommentare hier lesen und sich fragen, ob sie ihre Intelligenz wirklich in diesem Land einsetzen wollen oder doch nicht lieber die wundervolle Alternative suchen: Auswandern! Mediziner oder Ingenieur wird man leider immer noch nicht durch eine dreijährige Lehre als Steinewerfer und Demoschreier.


Quote
Grenzenlos unsympathisch
Wamaeno gestern, 13:17 Uhr
Bei uns im Einzugsgebiet vom reichen Düsseldorf werden in zwei Jahren über 200 Euro für diese Feierlichkeiten eingesammelt. Ich habe es mittlerweile aufgegeben, gegen diesen Irrsinn anzukämpfen. Die "Lobby" der Mitschülerinnen, die auf solche überzogenen Feierlichkeiten stehen (im Unterricht dann aber ihre mangelnde Intelligenz präsentieren und neben der Schule nur Party im Kopf haben) und ihrer wohlhabenden Eltern ist leider immer unglaublich stark. Bewegen kann man da nicht viel. Nur den Kopf schütteln und hinnehmen, von welch unsympathischen Menschen ich mir da eigentlich diese Feierlichkeiten diktieren lasse.


Quote
Standard
Der Abiturient gestern, 13:36 Uhr
Das ist doch völlig normal. Ich habe dieses Jahr auch in Hamburg - an dem Albert Schweitzer Gymnasium - mein Abitur gemacht und unser Abiball war zwar nicht im Atlantic dafür aber im Hamburger Rathaus, und hat auch um die 70 € gekostet. Wem's nicht gefällt der muss ja nicht kommen!


Quote
na bravo!
ralliM gestern, 13:52 Uhr
Glückwunsch an alle Abiturienten! Aber muss es denn wirklich so abgefahren gefeiert werden? Frisch gefönt und spießig gekleidet, wohl bereit auf ein weitgehend kritikloses und erfolgsorientiertes Leben. Mami und Papi sind sicherlich richtig stolz. ...


Quote
Ich wusste es!
hors-ansgar gestern, 14:02 Uhr
Ich habe mit mir selbst gewettet, dass die vorgestellten Abiturientinnen und Abiturienten im Forum niedergemacht werden! Und genau so isses...


...


Aus: "Abi-Ball im Luxushotel: Uns gehört die Welt" Lena Greiner (23.07.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/schulspiegel/abi/abiball-abiturienten-feiern-in-hamburger-luxushotel-a-979846.html
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[Grundsätzlich gilt... ]
« Reply #427 on: July 29, 2014, 10:08:22 AM »

Quote
[...] Grundsätzlich gilt: Je konservativer und förmlicher die Branche, desto unangemessener ist eine Jeans. Doch auch in einem eher formellen Umfeld sind Jeans gelegentlich annehmbar. Etwa dann, wenn Mitarbeiter keinen Kundenkontakt haben, sagt Buchautor und Stilexperte Bernhard Roetzel: "Wenn Sie als Anwalt mal keine Klienten empfangen, können Sie auch in Jeans und Hemd in der Kanzlei herumlaufen." Für den Fall der Fälle sollte allerdings ein Sakko im Büro bereit hängen, falls doch noch Kunden vorbeikommen.

... Ein weiterer Fehltritt besonders im Geschäftsleben: Zerrissene und verwaschene Jeans. Dazu greifen Deutsche besonders gerne, weiß Modekritiker Marcus Luft: "Die vorgewaschene Jeans ist die beliebteste Jeans ist in Deutschland." Ihr Vorteil: Durch die Waschung ist der Jeansstoff Denim weicher und bequemer als unbehandeltes, sogenanntes "Raw Denim". Doch gerade im Geschäftsleben sollten es vor allem dunkle, einfarbige und makellose Modelle sein.

...  Doch mit der Wahl der richtigen Hose ist es nicht getan. Auch das restliche Outfit muss stimmen, sagt Marcus Luft. "Sobald das restliche Outfit typisch Business ist, muss man sich keine Sorgen machen." Heißt konkret: Zur Jeans ein Paar klassische Herrenschuhe wie Budapester oder Loafers, ein in die Hose gestecktes Hemd und darüber ein Jackett. Frauen können ihr Business-Outfit rund um die Jeans mit einer Bluse und einem Blazer gestalten.

In Sachen Handtaschen- und Schuhauswahl haben Frauen mehr Spielraum. Autor Bernhard Roetzel empfiehlt Ballerinas oder Pumps. "Mit einer Birkin und einem Gürtel von Hermès dazu ist das ein schicker Look", sagt er. Männern legt er zurückhaltende Hemden nahe: "Nichts mit aufgenähten Patches wie bei 'La Martina'. Das sieht albern aus." Und vor allem warnt er vor Jeans-Hemden und Jeans-Jacken. Diese seien für den Büro- und Geschäftsalltag unangebracht.

Nicht zuletzt sollte man bei der Wahl des Jeans-Outfits darauf achten, ob man überhaupt der Typ dafür ist, sagt Experte Roetzel: "Ein Gentleman ist eher klassisch angezogen, in seinem Kleiderschrank hat eine Jeans keinen Platz." Das gilt auch für Roetzel selbst: Er hatte schon 20 Jahre keine Jeans mehr an.

Quote
    Der_Consigliere
    vor 25 Minuten

Für den seriösen Eindruck "Für den seriösen Eindruck kommt es allerdings auf die richtige Kombination an."
... benötigt man in erster Linie Seriösität. Und die ist an den "Klamotten" des Trägers schon lange nicht mehr festzumachen, wie uns nicht zuletzt die diversen Banken und Versicherungskrisen, respektive -skandale hinlänglich unter Beweis gestellt haben. ...



Aus: "Die passende Jeans fürs Büro"  Marcel Berndt [Erschienen in der WirtschaftsWoche] (29. Juli 2014)
Quelle: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-07/kleiderordnung-job-jeans-buero-dresscode

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[Das gab das Institut am Dienstag... ]
« Reply #428 on: July 29, 2014, 10:18:01 AM »

Quote
[...] Die Schweizer Großbank UBS hat mit den deutschen Steuerbehörden eine Zahlung von 300 Millionen Euro ausgehandelt, um einen Streit wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung beizulegen. Das gab das Institut am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen bekannt. Es ist die bislang höchste Strafe für ein Schweizer Geldhaus in Deutschland.

Die Strafe ist Folge eines jahrelangen Steuerstreits zwischen Deutschland und der Schweiz. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hatte wiederholt CDs mit Daten mutmaßlicher Steuersünder gekauft - und war dabei auch auf vermögende UBS-Kunden gestoßen, die mutmaßlich Steuern hinterzogen hatten. Laut Staatsanwaltschaft enthielt die CD Angaben zu rund 750 Stiftungen und 550 Fällen sonstiger Kapitalanlagen mit einem Anlagevolumen von umgerechnet mehr als 2,8 Milliarden Euro.

Die Buße belastet das Ergebnis der UBS im zweiten Quartal. Trotzdem steigerte die Bank den Gewinn um 15 Prozent auf 792 Millionen Franken und schnitt damit etwas besser ab als von Analysten erwartet. Im vergangenen Jahr hatten Altlasten noch stärker zu Buche geschlagen. 2013 hatte die Bank insgesamt 1,7 Milliarden Franken für "Rechtsfälle, regulatorische und ähnliche Angelegenheiten" zurückgelegt.

... Die UBS hat auch in anderen EU-Ländern Ärger. So wird sie verdächtigt, auch in Frankreich an illegalen Geschäften beteiligt gewesen zu sein: UBS-Mitarbeiter aus der Schweiz sollen mit Einverständnis der Bank versucht haben, wohlhabende Franzosen davon zu überzeugen, heimliche Konten in der Schweiz zu eröffnen. Die Finanzströme zwischen beiden Ländern sollen über eine doppelte Buchführung verschleiert worden sein.

ssu/AFP/dpa/Reuters


Aus: "Beihilfe zur Steuerhinterziehung: Schweizer Großbank UBS zahlt Rekordstrafe an Deutschland" (29.07.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ubs-zahlt-rekordbusse-wegen-beihilfe-zur-steuerhinterziehung-a-983341.html

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[Konkret ging es um einen... ]
« Reply #429 on: July 29, 2014, 11:00:14 AM »

Quote
[...] Heilbronn - Hartz-IV-Empfänger können ihr Schonvermögen nach eigenem Gutdünken ausgeben - auch im Rotlichtmilieu. Das hat das Sozialgericht Heilbronn nun in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil klargestellt.

Konkret ging es um einen 1955 geborenen Mann, der im März 2009 eine Erbschaft von 16.000 Euro (nach Abzug von Steuern und nachlassbedingten Ausgaben) erhielt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Mann zwar einen Arbeitsplatz, er hatte jedoch bereits in einem früheren Zeitraum Hartz IV bezogen. In der Folge bestritt der Mann dem Gericht zufolge seinen Lebensunterhalt allein von seinem Erbe. Darüber, ob er seinen Arbeitsplatz zuvor verloren oder selbst gekündigt hatte, macht das Gericht keine Angaben.

Sein Erbe gab der Mann eigenen Angaben zufolge zum Teil für eine Nachtclubtänzerin und für das "Knüpfen von Beziehungen" aus. Im Dezember 2009 sei der Mann wieder mittellos gewesen, und habe im Jobcenter Hartz IV beantragt, was auch bewilligt worden sei,schreibt das Sozialgericht Heilbronn in einer Mitteilung.

Die Angelegenheit ließ dem Jobcenter jedoch offenbar keine Ruhe. Fast zwei Jahre später, im Oktober 2011 schickte es dem Mann einen Bescheid. "Sie haben nach den vorliegenden Unterlagen Ihr Einkommen oder Vermögen vermindert", stand darin. Für sein Verhalten sei "kein wichtiger Grund" erkennbar, er habe "grob fahrlässig" gehandelt. Er sei daher zur Rückzahlung des Arbeitslosengeldes verpflichtet.

Das Jobcenter sah aber zunächst von einer Rückzahlung ab, allerdings nur so lange, bis "sich Ihre finanziellen Voraussetzungen" ändern würden. Im Klartext: Das Jobcenter drohte dem Mann an, sich das Geld zurückzuholen, sollte einmal genug bei ihm zurückzuholen sein.

Der Mann klagte dagegen und bekam nun Recht. Die Richter hoben den Bescheid allein schon deswegen auf, weil dieser nicht ausreichend bestimmt formuliert gewesen sei und widersprüchlich noch dazu. Auch nach mehrmaligem Lesen sei nicht verständlich gewesen, was das Jobcenter entscheiden wollte.

Die Richter widmeten sich dem Fall aber dennoch in der Sache. Es brauche im Übrigen nicht entschieden werden, "ob das Ausgeben einer Erbschaft für Nachtclubtänzerinnen als sozialwidriges Verhalten anzusehen sei". Denn dem Mann stehe ein sogenanntes Schonvermögen von 9000 Euro zu. Diesen Betrag dürfe der Mann sogar besitzen und trotzdem Hartz IV beziehen. Daher könne es nicht sozialwidrig sein, diesen Betrag auszugeben.

Dass der Mann aber 16.000 Euro - und nicht 9000 Euro - geerbt hatte, ließen die Richter nicht gelten. Denn in den neun Monaten von der Erbschaft bis zum erneuten Hartz-IV-Bezug habe der Mann mindestens 8000 Euro für notwendige Ausgaben aufgewendet - etwa Miete, Krankenversicherungsbeiträge und sonstige Lebenshaltungskosten.

Aktenzeichen: S 9 AS 217/12

Quote
AmyYma gestern, 22:27 Uhr
Was ein Middelhoff darf, das darf man doch auch einem Sozialschwachem zugestehen, oder nicht? Bei dem ersten hängen eben ein paar Nullen mehr dran. ...



Aus: "Urteil: Hartz-IV-Empfänger darf Schonvermögen im Nachtclub ausgeben" (28.07.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hartz-iv-schonvermoegen-darf-laut-urteil-fuer-sex-verwendet-werden-a-983324.html

-.-

Quote
[...] Da Middelhoff wegen einer Baustelle am Kamener Kreuz nicht lange im Stau stehen wollte, ließ er sich mindestens 28-mal für insgesamt 80.000 € von seinem Wohnsitz in die Firma per Hubschrauber fliegen. Dieser Vorgang ist Teil des Untreue-Prozess gegen ihn. ...


https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Middelhoff

-.-

Quote
[...] Cate Blanchett spielt Jasmine, die Witwe eines schwerreichen und ebenso kriminellen Finanzmoguls, die nun völlig pleite ist, ihre Luxuswohnung in New York verlassen und bei ihrer Schwester, eine Kassiererin in einem Supermarkt, einziehen muß. Doch Jasmine ist keineswegs bereit, ihren Absturz zu realisieren. Sie träumt weiter, konstruiert fortwährend neue Illusionen und weigert sich beharrlich, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Jasmine wird dabei nicht vorgeführt, sondern man spürt das tiefe Verständnis des Regisseurs für seine Figur. Woody Allen variiert hier tragikomisch Tennessee Williams Klassiker Endstation Sehnsucht. Doch einem harten Realismus wie bei Williams gibt sich Allen nicht hin. Man hat den Eindruck, als sehne sich die Kamera regelrecht nach den piekfeinen Bildern aus der Oberschicht.


Mario Schattner, Veröffentlicht am 19.11.2013
http://www.moviepilot.de/news/woody-allens-bester-film-seit-langem-126217

Quote
... Hier wird gelogen, betrogen, die Partner werden ad acta gelegt und Affären begonnen. Ein trauriges Sittenbild des 21. Jahrhunderts entsteht dadurch.

Damit ist Allen aber mit seiner Sozialkritik noch lange nicht am Ende. Auch die verschiedenen Klassensysteme werden durchleuchtet. Wie schon in "Match Point" geht es hier um den Aufstieg und Untergang des Protagonisten. In Blue Jasmine werden jedoch die verschiedenen Klassen weitaus konkreter gegenübergestellt. Allen thematisiert sowohl naturalistische und realistische Aspekte und lässt die Figuren gekonnt aus ihrem eigentlichen Leben ausbrechen oder eben nicht. Außerdem fokussiert er sich auf die Frage, was entsteht, wenn solch unterschiedliche soziale Schichten aufeinandertreffen? Allens Antwort ist brutal: Eine Katastrophe. ...

Dass es dennoch Spaß macht, den Charakteren bei diesem Verfall zuzuschauen, liegt an deren Vielschichtigkeit. Es gibt in "Blue Jasmine" keine Schwarz-Weiß-Malerei, keinen Kampf zwischen Gut und Böse. Fast allen Figuren kann der Zuschauer etwas Positives abgewinnen, zeitgleich werden aber auch ihre eklatanten Schwächen dargelegt. ...


Aus: "Zynismus mit einer großen Portion Romantik" Quelle: csi (7. November 2013)
Quelle: http://www.rp-online.de/kultur/film/kinokritiken/zynismus-mit-einer-grossen-portion-romantik-aid-1.3796276
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[Dann stehe ich plötzlich vor dem... ]
« Reply #430 on: July 29, 2014, 03:45:00 PM »

Quote
[...] Dann stehe ich plötzlich vor dem Grünen Hügel in Bayreuth, wo Richard Wagner sein Festspielhaus errichten ließ, vornedran kleinkarierte Blumen in blau und gelb und rot und weiß. Die Polizei ist auch schon da.

... Auf dem Weg nach oben dröhnen zwei Porsches an mir vorbei, die zuvor an einem Hotel geparkt haben, das sich Rheingold nennt, wie nahezu alles in Bayreuth nach Wagner-Opern benannt ist: die Straßen und auch fast alle Apotheken, von denen es in Bayreuth mehr gibt, als vermutlich nötig wäre. Wer weiß, vielleicht, weil hier alle mehr Kopfschmerzen haben als anderswo, weil sie ständig Wagner hören oder wegen irgendwas mit Demographie oder dem Klima, das Wagner ja daselbst furchtbar fand und deswegen immer nach Italien abgehauen ist. Es wunderte hier wohl niemanden, wenn McFit bald in McSiegfried umbenannt würde. Überhaupt scheint es unmöglich, Wagner in Bayreuth großräumig zu umgehen – als hätte hier nicht auch Jean Paul gewohnt, als sei Max Stirner hier nicht geboren worden. Aber gegen Wagner kann man wohl nichts machen.

... Vielleicht aus großbürgerlicher Contenance, vielleicht vornehmer Langeweile, weil man die für gebildet hält. Der heilige Ernst? Historische Aufführungspraxis, die man wohl als solche hinnehmen muss. Vielleicht sind auch alle schon tot oder zumindest anderweitig weggetreten, Hitzschlag oder Sauerstoffmangel. Angeblich fallen hier andauernd ältere Damen in Ohnmacht, und das kann man immerhin verstehen. Woher allerdings die ruckartige Totalbejahung am Ende kommt, woher die Energie einer stundenlang versteinerten oder implodierten Masse, sobald der Vorhang sich zuzieht – das größte Rätsel. Mein Sitznachbar springt vom Stuhl und ruft "Bra-VOOOO, Bra-VOOOO!", wie ein französischer Bonvivant. Bei dem Wort denke ich immer an Mineralwasser.

Der Saal trampelt wie ein Kindergarten, das darf man hier, das ist Ritual. Ich glaube, ich kann für meine Sitznachbarn sprechen: aus Entzücken, über Senta, den Holländer, und auch ein bisschen über sich selbst, weil sie den "Meister" empfangen haben. Das spielt im Beglückungskonzept von Bayreuth offenbar eine größere Rolle als die Musik selbst. Ich habe schon im Theater nie begriffen, warum die Darsteller immer wieder vors Publikum treten, viermal, fünfmal und alle klatschen weiter, bis ihnen die Hände abfallen. Womöglich ist das so wie das Sitzenbleiben beim Kinoabspann. Wer früher rausgeht, hat keine Ahnung, ist keiner von uns, was immer das meint. Ich gehe als Erster. Mir ist schwindelig und ich fühle mich alt.

Draußen breitet ein Gartenzwergwagner die Arme aus, als wolle er mich trösten.

...

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    eustochium
    vor 2 Stunden 39 Minuten

Warum schickt die ZEIT jemanden nach Bayreuth, der von Oper keine Ahnung hat und musikalisch ungebildet ist? Peinlich, dass der Autor mit seiner Unbildung auch noch kokettiert. Was eine alberne Attitüde!



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    GraFi1402
    vor 2 Stunden 15 Minuten

Köstlich!!! - Ich bin zwar schon lange im "Wagner-Alter", kann mich aber über dieses ganzen Getue und Gewese v.a. in Bayreuth nur amüsieren. Selten solch einen köstlichen Bericht gelesen - Danke !


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    Bahama Alien
    vor 1 Stunde 58 Minuten

Bayreuths alljährliches Affentheater

Über diesen pseudoreligiösen Kult kann man sich auch nur noch lustig machen. Es ist einfach nur affig, wie die bräsigen Jünger dieses eitlen Folianten namens Wagner jedes Jahr auf den Knien den Grünen Hügel hochrutschen, um aus seinem Andenken einen wahnhaften Gottesdienst zu machen, mit dem Festspielhaus als heiligen Schrein, des Meisters Rückenmarksmusik als Messe und der Villa Wahnfried als okkultistische Opferstätte. Schlimm, dass sich heutige Spitzenpolitiker dazu genötigt fühlen, alljährlich in die Fußstapfen eines Adolf H. zu treten, um die Pilgerfahrt zu diesem Tempel der Monomanie anzutreten, der einst von der entrückten Wagner-Xanthippe Cosima als Ort der Verklärung, Kathedrale eines wie auch immer gearteten heiligen deutschen Kunstverständnisses und später leider auch als gärendes Tummelbecken für antisemitische Ressentiments etabliert wurde. Man muss sich um diese Menschen ernsthaft sorgen, denn in diesen Tagen sollte man das beschauliche bayerische Provinznest tunlichst meiden, um nicht mit infantiler Stabreimerei, Selbstvergötterung, abschattierter Orchesterpolyphonie, fiebrig intoniertem Drogenrausch und chaotischem Tongewirr angesteckt zu werden. Ein Großteil der mit Wagneritis infizierten Festspielfans erscheint dort ohnehin nur, weil es ausschließlich ums Sehen-und-Gesehen-werden geht. Die Musik spielt für dieses "VIP-Publikum" allenfalls eine untergeordnete Rolle. Die applaudieren auch, wenn man ihnen einen Teller mit Kuhmist vor die Nase setzt.

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    Van Teese
    vor 22 Minuten

Jetzt wischen Sie sich erstmal den Schaum vom Mund.

Ihr Kommentar strotzt von Vorurteilen, Diffamierungen und blankem Haß.
Wenn Sie Wagner nicht begreifen können, müssen Sie ja nicht nach Bayreuth gehen. Niemand zwingt Sie.
Und zu Ihrer Information: nicht nur Roberto Blanco und Thomas Gottschalk gehen dort in die Aufführungen. Auch nicht nur alte Damen mit oder ohne Sitzfleisch. Sondern viele junge Musikstudenten und - liebhaber aus aller Herren Länder. Die erfreuen sich an neuen Stimmen wie großen Stars und an neuen Ideen zu den alten Stücken. Das ist ein Vergnügen für Seele und Verstand.

Wem das zu hoch ist, der kann ja Helene Fischer hören. Oder Roberto Blanco. Viel Spaß!



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    liacle
    vor 1 Stunde 55 Minuten

Überspitzt formuliert, dieser Text. Zwar durchaus amüsant für Profimusiker, dennoch drängt auch mir sich die Frage auf, welche hier schon gestellt wurde:
wieso muss man einen Opern-Nicht-Liebhaber ausgerechnet nach Bayreuth schicken?
Tja, wieso eigentlich nicht? Die Kunstform Oper ist eben heutzutage - verglichen mit dem, was vom Großteil der Bevölkerung im Radio gehört wird - Museum (wenn man von den wenigen zeitgenössischen Aufführungen absieht), das war zu Wagners Zeit anders.
Über Operngesang kann gestritten werden - ich denke, hauptsächlich ist es Prägung, innere Bereitschaft zur Ästhetik dieser Kunstform und was die Textverständlichkeit betrifft Übungssache (wie alles in der Musik).

Den Wagner-Hype in Bayreuth zu kritisieren - nunja, man kann Sinnvolleres versuchen.
Ehrlich gesagt, der übertriebene WM-Hype, dem man kaum entrinnen konnte und gegen den gesellschaftlich auch keine Kritik erlaubt war, hat mich viel mehr in meinem Alltag gestört.

Sollen doch die Wagnerianer nach Bayreuth fahren, why not? Rein aus Geschäftstüchtigkeit bietet sich doch die beschriebene Vermarktung total an, wären alle Verantwortlichen im Festspielhaus und in der Bayreuther Stadtverwaltung blöd, wenn sie es nicht ausnützten, dass Wagner den Grünen Hügel für sein Opernhaus wählte.

Klar, das massive "Heiligsprechen" von Wagners Musik, das über alle Kritik erhaben scheint, animiert zu generelle Sinnfragen stellenden Artikeln. Oft genug gibt es auch Opernbesucher, die nicht der Musik wegen gehen.


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    no-panic
    vor 1 Stunde 14 Minuten

Falsche Rubrik

Ein schöner Artikel der, wenn man einige Kommentare heranzieht, aber sowas von ins Schwarze getroffen hat. Danke dafür.
Ich verstehe nur nicht, warum er in der Rubrik "Kultur" erscheint und nicht in "Gesellschaft", ist er doch eine Gesellschaftskritik und nicht, wie hier schmerzlich vermisst, eine kulturkritische Lobhudelei auf den kawummdeutschen Vorzeigekrawallkomponisten, der sich ja nichtmal mehr gegen die Gartenzwerge und Inszenierungen wehren kann.


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    vincentvision
    vor 30 Minuten

Warum eigentlich werde ich bei Berichten über Bayreuth und Wagner - obwohl tendenziell von ausgemacht pazifistischem Charakter - immer von wüsten Revolutionsfantasien geplagt?
So richtig mit Schafott, rollenden Köpfen und gerissenen prasselnden Perlenketten...
Vielleicht kann mir da ein geneigter Forist weiterhelfen.

P.S.: Beim Wiener Opernball ist es ganz ähnlich...



Aus: "Auf Richard Wagners Fanmeile" David Hugendick (29. Juli 2014)
Quelle: http://www.zeit.de/kultur/musik/2014-07/bayreuther-festspiele-gruener-huegel-reportage

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[Mich erstaunt das nicht mehr... ]
« Reply #431 on: July 30, 2014, 12:44:03 PM »

Quote
[...] Die Welt der Menschen mit wenig Bildung ist komplett anders als die der Bildungsbürger. Viele der Geschmähten haben einen anderen Verhaltenskodex. Sie treten kaugummischmatzend zur Sprechstunde an, telefonieren während der Schultheater-Aufführung, stellen im Kontakt mit dem Lehrer naiv zu viel Nähe her oder treten ihm vor lauter Unsicherheit gleich bei der ersten Begegnung mit anmaßendem Kraftgebaren entgegen. Sie vernachlässigen ihren Körper, ernähren sich falsch, bewegen sich zu wenig oder betreiben einen absurd anmutenden Körperkult mit Sonnenstudio-Exzessen, der Züchtung von Muskelbergen oder Nail-Design-Events. Ihre Kinder erziehen sie zwischen grenzenlosem Gewähren-Lassen und Vernachlässigung.

Mich erstaunt das nicht mehr. In der Welt dieser Eltern wankt es. Geld und Halt sind Mangelware. Die Menschen, die in ihr leben, fallen leicht auf Verführungen herein - auch die der Werbung. Sie sind geschwächt durch ihre Lebensumstände, oft von Kindheit an. Kurz: Sie kriegen es einfach nicht besser hin.

Viele aus der angeblich besseren Welt reagieren darauf mit Verachtung. Sie zeigen mit dem Finger und ergötzen sich. Wer noch ein wenig mehr Munition braucht, kann auf Proll-TV die Scripted-Reality-Sendungen angucken, bei denen sich dicke, tätowierte Menschen vom ersten bis zum letzten Halbsatz anschreien. Er kann auch die Schantall-Schakkeline-Kevin-Bücher lesen, die inzwischen ein eigenes Genre geworden sind. Man will ja Einblick bekommen und sich auch ein wenig gruseln.

... Bei Elternabenden sehe ich müde Mütter mit kaputtgefärbten Haaren; abgehärmte Frauen mit einem Funken Hoffnung im Blick. Ihr Nagellack ist abgesplittert, zwischen zwei Putzstellen hetzen sie in die Schule. Ich sehe Väter, die fordern, dass es ihren Kindern einmal besser gehen muss als ihnen selbst - sie sagen das oft mit grimmiger Wut im Bauch. Ich sehe Mütter, die keine Ahnung vom Leben ihrer Kinder haben. Andere weinen, weil alles den Bach runtergeht.

Diese Eltern machen vieles falsch. Das kann nerven. Über sie erheben darf man sich aber nicht. Das aber passiert zur Zeit, und das empört mich zunehmend: diese Verachtung, die von den Gebildeten kommt. Sie haben Kultur, sie haben gute Berufe, sie haben Geld. Sie haben - auch am Vorbild anderer Menschen - gelernt, wie man sich in unterschiedlichen Situationen benimmt. Sie lesen in Büchern, Zeitschriften und im Internet. Sie tauchen in andere Welten ein, lernen Perspektivenwechsel, üben sich in Toleranz. Sie sind das Denken gewöhnt. Sie können ihr eigenes Verhalten reflektieren und korrigieren.

Nur: Viele tun es nicht - und merken nicht, wie ihr Verhalten haarsträubend wird.

Aus sicherer Quelle hat mich diese Geschichte erreicht: Der Sohn eines gut situierten Akademikerpaares tat sich in der Schule durch heftigen Schimpfwortgebrauch hervor: "Du Schwuchtel!" gehörte zu seinen Lieblingsausdrücken. Die Lehrerin, eine erfahrene, reife Frau, bestrafte ihn dafür, was dem Jungen missfiel. Er behauptete, die Lehrerin habe ihn " Schwuchtel" genannt. Alle Mitschüler wussten, dass die Anschuldigung erfunden war. Die Eltern aber zerrten die Lehrkraft durch sämtliche Instanzen.

Oder: Der Leiter einer Grundschule in sehr guter Gegend erzählte mir von Eltern, die den Anwalt einschalten, wenn der Übertritt ihrer Kinder aufs Gymnasium gefährdet ist, manchmal auch schon bei einer zu schlechten Note in einer Probearbeit. Den Lehrern gegenüber träten diese Eltern ohne Respekt und überheblich auf. Manchmal würden seine Kollegen vor aller Augen lächerlich gemacht.

Wenn Menschen mit hohem Bildungsniveau sich derart ungehörig verhalten, nehme ich ihnen dies übel. Ich empöre mich, wenn sie weder ihr eigenes noch das Verhalten ihrer Kinder reflektieren, wenn ihnen egal ist, was sie anderen antun und was ihr Verhalten bei ihren eigenen Kindern auslöst. Sie wären zu Besserem in der Lage.

Ja, es gibt auch eine Lehrerverachtung von unten, sie soll nicht verschwiegen werden. Der Sohn des Türstehers protzt mit dem dicken Auto seines Vaters und lässt den Lehrer spüren, dass er ihn für ein armes Würstchen hält. Was, Ihr Polo ist nicht tiefergelegt? Sie haben kein einziges Tattoo am Körper? Ihre Familie isst immer Bio? So ein Scheiß! Welch ein armseliges Leben!

Damit kann ich aber besser umgehen als mit der Verachtung der Gebildeten. Natürlich auch, weil das oft unfreiwillig komisch ist. Vor allem aber kann ich mit den Motiven dieser Verachtung besser umgehen. Verachtung hat ja immer etwas mit Verunsicherung und Ich-Schwäche zu tun: Ich mache mich selbst stärker, indem ich andere herabsetze. Wer aus den beiden Welten das nötiger hat, liegt auf der Hand.

Nicht wenige der Menschen aus dieser anderen, nichtbürgerlichen Welt nötigen mir großen Respekt ab. Viele arbeiten für Hungerlöhne, nicht selten in zwei bis drei Jobs. Sie sind zerrissen zwischen Sprachen und Kulturen, müssen Trennungen und persönlichem Scheitern ins Auge sehen. Sie kriegen ihre eigenen Schwächen nicht in den Griff und müssen die Verlockungen der Wirtschaft genauso aushalten wie die Ansprüche ihrer Kinder. Sie erleben sich selbst als glück- und hilflos. Und halten trotz allem durch und versuchen, ihr Leben irgendwie hinzukriegen.

Ich spüre da sehr viel Würde. Weitaus mehr als bei denen aus der Welt des guten Geschmacks und der Benimmregeln, die sich unsozial, unreflektiert und selbstgerecht verhalten.

Heidemarie Brosche, 58, schreibt Sachbücher, Kinderbücher und Jugendbücher - und arbeitet als Hauptschullehrerin in der Nähe von Augsburg. In ihrem Deutschunterricht startet sie immer wieder Schreibprojekte.


Aus: "Schantall in der Schule" Heidemarie Brosche (30. Juli 2014)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bildung/bildungsbuergertum-versus-prekariat-schantall-in-der-schule-1.2067811

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[Wissen Sie nicht wer ich bin?... ]
« Reply #432 on: August 26, 2014, 05:35:39 PM »

Quote
[...] Am Morgen war ein Schiff der Marine mit fast 1400 Migranten an Bord in Reggio Calabria angekommen. Gestern hatte es Berichte von einem gekenterten Flüchtlingsboot vor der libyschen Küste gegeben, mindestens 170 Migranten werden dort noch vermisst. Allein in diesem Jahr sind bereits hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben.

...


Aus: "18 tote Bootsflüchtlinge entdeckt" (24.08.2014)
Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/fluechtlingsdrama-lampedusa-101.html

-.-

Quote
Ceuta - Spanische Polizisten auf Patrouille haben auf dem Mittelmeer einen diplomatischen Zwischenfall der heiteren Sorte verursacht. Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf die spanische Zeitung "El Mundo". Die Beamten versuchten demnach, eine Jacht des marokkanischen Königs Mohammed VI. zu entern und auf Drogen oder Flüchtlinge zu filzen - offenkundig hatten sie den Monarchen, der persönlich an Bord war, nicht erkannt.

Wie unter anderem der britische "Telegraph" berichtet, waren die Beamten bei dem Vorfall am 7. August auf der Suche nach Schleusern und Drogenschmugglern vor der Küste der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta unterwegs, als sie mit ihrem Polizeiboot einer Flottille von zwei Motorjachten und drei Jetskis begegneten. An Bord: der marokkanische König, der mit seiner Entourage einen freien Tag auf dem Wasser genießen wollte.

Mit wem sie es zu tun hatten, wurde den spanischen Polizisten allerdings erst später klar. Bis dahin hatten sie die Boote nach einem Bericht der "Times" bereits zum Anhalten gezwungen und die Besatzung aufgefordert, sich zu identifizieren. "Wissen Sie nicht, wer ich bin?", schrie der zornige Monarch die Beamten an. Als diese verneinten, nahm er Mütze und Sonnenbrille ab. Darauf sei der Polizeieinsatz abgebrochen worden.

Mohammed beschwerte sich laut "Telegraph" umgehend bei Spaniens König Felipe VI. Eine formelle Entschuldigung wurde an die Jacht des Marokkaners übermittelt. Die Polizisten hätten "nur ihre Arbeit gemacht", kommentierte dieser den Vorfall. Allerdings hätten sie ihn nicht mit Respekt behandelt.

Das Verhältnis der beiden Königshäuser gilt als sehr gut. Erst im vergangenen Monat hatten Felipe und seine Frau Letizia Mohammed besucht. Es war eine ihrer ersten offiziellen Auslandsreisen seit der Abdankung von König Juan Carlos im Juni.

rls


Aus: ""Wissen Sie nicht, wer ich bin?": Spanische Polizei blamiert sich auf Königsjacht" (26.08.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/leute/spanische-polizisten-wollen-yacht-von-marokkos-koenig-mohammed-entern-a-988125.html

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[Nur seine Signatur verbürge Rechtskräftigkeit... ]
« Reply #433 on: September 02, 2014, 01:47:41 PM »

Quote
[...] Politik und Polizei testen an den Flüchtlingen aus, inwieweit sie Menschen als reine Verwaltungssache behandeln können. ... Wer dagegen protestiert, dass die Politik ihn nach Strich und Faden betrogen hat, dem wird die Nahrung entzogen, und zwar über Tage hinweg. „Mit Wasser sind sie aber vor Kurzem versorgt worden, damit niemand dehydriert“, erklärt eine Polizeisprecherin zur Politik des Aushungerns. Wo sind wir, sind wir im Krieg?

Nein. Diese Szenen spielen sich dieser Tage im katastrophenfernen, sommerferientiefenentspannten Berlin ab. Denn dass der neue Flughafen immer noch nicht gebaut ist und Milliardenlöcher in den Haushalt reißt und der Regierende Bürgermeister gerade voll Verdruss das Handtuch geworfen hat, das alles hält den Senat nicht davon ab, an anderer Stelle den Knüppel auszupacken – gegen Menschen ohne Lobby.

Seit zwei Jahren protestieren ein paar Dutzend Flüchtlinge gegen Residenzpflicht und Arbeitsverbot und die häufig fürchterlichen Umstände in den Wohnheimen. Sie protestieren auch gegen die Dublin-Regelung, die vorsieht, dass das Land, das die ersten Fingerabdrücke von ihnen genommen hat, für sie zuständig ist, selbst wenn es überlastet und die schlechte Versorgung von Flüchtenden dort allgemein bekannt ist. Wie in Italien oder in Griechenland.

Der Berliner Senat hat mit den Flüchtlingen ein Abkommen getroffen: Sie räumen den Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg, dafür garantiert er erneute Einzelfallprüfungen. Unterzeichnet wurde das Papier von der Senatorin für Arbeit, Frauen und Integration, Dilek Kolat (SPD). Diese Unterschrift erklärt Innensenator Frank Henkel (CDU) nun für ungültig. Nur seine Signatur verbürge Rechtskräftigkeit. Ist das nun Strategie oder krasser Dilettantismus?

Unterm Strich ist das egal. Was zählt, ist, dass Menschen unmenschlich behandelt werden, weil sie aufzeigen, was für eine menschenverachtende Flüchtlingspolitik parteiübergreifend für normal gehalten wird. Erst im Juni hatte das Kreuzberger Bezirksamt Journalisten bei Flüchtlingsprotesten den Zugang zu einer besetzten Schule verweigert, die Pressefreiheit eingeschränkt und mal eben über einen Stadtteil den Ausnahmezustand verhängt.

An Leuten, die wenig Sympathie in der Bevölkerung genießen, testen Politik und Polizei aus, inwieweit sie Menschen als reine Verwaltungssache und Sicherheitsproblem behandeln können, ohne dass diese jemand anderes als sich selbst gefährden würden. Noch trifft es „nur“ Flüchtlinge, doch dabei wird es nicht bleiben.

Quote
Daniel Neuburg
vor 2 Minuten

... der Flughafen kostet Milliarden aber eine erneute Einzelfallprüfung ist zu teuer.
Ich vergaß, das Geld braucht Berlin für die Olympiabewerbung.


Aus: "Kommentar Berliner Flüchtlingspolitik - Es gibt noch Wasser, aber kein Essen mehr" Ines Kappert (02.09.2014)
Quelle: http://www.taz.de/Kommentar-Berliner-Fluechtlingspolitik/!145214/

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« Reply #434 on: September 07, 2014, 07:54:10 PM »

Quote
[...] Han: Die heutige digitale Gesellschaft ist keine klassenlose Gesellschaft. Nehmen Sie die Datenfirma Acxiom: Sie unterteilt Menschen in Kategorien. Die letzte Kategorie heißt "waste" – Müll. Acxiom handelt mit den Daten von rund 300 Millionen US-Bürgern, also von beinahe allen. Die Firma weiß inzwischen mehr über die US-Bürger als das FBI, wahrscheinlich sogar mehr als die NSA. Bei Acxiom werden die Menschen in siebzig Kategorien eingeteilt, im Katalog werden sie wie Waren angeboten, und für jeden Bedarf gibt es etwas zu kaufen. Konsumenten mit hohem Marktwert finden sich in der Gruppe "Shooting Stars". Sie sind zwischen 26 und 45 Jahre alt, dynamisch, stehen zum Joggen früh auf, haben keine Kinder, sind aber vielleicht verheiratet und pflegen einen veganen Lebensstil, reisen gern, schauen die Fernsehserie Seinfeld. So lässt Big Data eine neue, digitale Klassengesellschaft entstehen.

ZEIT Wissen: Und wer gehört alles zur "Waste"-Klasse?

Han: Diejenigen mit schlechtem Score-Wert. Sie bekommen beispielsweise keine Kredite. Und so tritt neben das Panoptikum, das ideale Gefängnis Jeremy Benthams, ein "Bannoptikum", wie der Soziologe Zygmunt Bauman es genannt hat. Das Panoptikum überwacht die eingeschlossenen Insassen des Systems, das Bannoptikum ist dagegen ein Dispositiv, das die systemfernen oder systemfeindlichen Personen als unerwünscht identifiziert und ausschließt. Das klassische Panoptikum dient der Disziplinierung, das Bannoptikum dagegen sorgt für Sicherheit und Effizienz des Systems. Interessant ist, dass NSA und Acxiom zusammenarbeiten, also Geheimdienst und Markt.

ZEIT Wissen: Wäre es vorstellbar, dass die "Waste"-Klasse irgendwann eine gewisse kritische Größe erreicht, sodass sie für die Kontrollgesellschaft nicht mehr zu handhaben ist?

Han: Nein. Die verstecken sich, die schämen sich, das sind zum Beispiel "Hartzer". Sie werden ständig in Angst versetzt. Es ist Wahnsinn, in welcher Angst die Hartzer hier leben. Sie werden festgehalten in diesem Bannoptikum, auf dass sie nicht ausbrechen aus ihrer Angstzelle. Ich kenne viele Hartzer, sie werden wie Müll behandelt. In einem der reichsten Länder der Welt, in Deutschland, werden Menschen wie Abschaum behandelt. Ihnen wird die Würde genommen. Diese Menschen protestieren natürlich nicht, weil sie sich schämen. Sie beschuldigen sich selbst, anstatt die Gesellschaft verantwortlich zu machen, anzuklagen. Von dieser Klasse kann man keine politische Handlung erwarten.

ZEIT Wissen: Ganz schön deprimierend. Wo wird das alles enden?

Han: Es wird jedenfalls nicht so weitergehen, schon aufgrund der materiellen Ressourcen. Das Öl reicht vielleicht noch für 50 Jahre. Wir leben hier in Deutschland in einer Illusion. Wir haben die Produktion weitgehend verlagert. In China werden unsere Computer, unsere Kleidung, unsere Handys produziert. Aber die Wüste kommt Peking immer näher. Und man kann dort wegen des Smogs kaum noch atmen. Als ich in Korea war, habe ich erlebt, dass diese gelben Staubwolken bis nach Seoul kamen. Man musste eine Schutzmaske tragen, weil der Feinstaub die Lungen beschädigt. Es ist dramatisch, wie sich die Dinge da entwickeln. Selbst wenn es noch eine Weile gut läuft – was für ein Leben ist das?

...


Aus: "Byung-Chul Han: "Tut mir leid, aber das sind Tatsachen""  Niels Boeing und Andreas Leber (ZEIT Wissen Nr. 05/2014)
Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/byung-chul-han-philosophie-neoliberalismus

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[In its Study of... ]
« Reply #435 on: September 10, 2014, 01:27:10 PM »

Quote
[...]  In its Study of Consumer Finances, released every three years, the Fed found that the wealthiest 3% of American households controlled 54.4% of the nation's wealth in 2013, a slight increase from its last survey in 2010. It's also substantially higher from the 44.8% they held in 1989, showing how quickly the income divide has been growing over the past decade or so. At the same time, the share of wealth held by the bottom 90% fell to 24.7% in 2013. That's compared to 33.2% in 1989.

"Data confirm that the shares of income and wealth held by affluent families are at modern historically high levels," the report said. "The gains in income and wealth shares have been concentrated among the top few percentiles."

The report also looked at Americans' earnings. While the median income of all Americans fell by 5% between 2010 and 2013, the mean income increased by 4%. That means gains by the wealthiest segment of the population pulled up the average.

All of the income gains came from the wealthy, with the top 3% accounting for 30.5% of all income. The bottom of the scale continued to see their incomes shrink.


"Super rich are getting super richer" Emily Jane Fox (September 8, 2014)
Source: http://money.cnn.com/2014/09/08/luxury/super-rich-federal-reserve/index.html?iid=SF_E_River

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« Reply #436 on: September 17, 2014, 04:15:29 PM »

Quote
[...] Noch nie gab es weltweit mehr Milliardäre: 2.325 Menschen besitzen ein Vermögen von insgesamt 7,3 Billionen Dollar (5,64 Billionen Euro). Das berichten die Schweizer Bank UBS und der Wirtschaftsinformationsdienst Wealth-X in einer gemeinsam veröffentlichten Studie. Daraus geht hervor, dass nicht nur die Zahl der Dollar-Milliardäre gestiegen, sondern auch ihr Vermögen weiter gewachsen ist.

Insgesamt nahm ihr Vermögen im vergangenen Jahr demnach um 12 Prozent zu. Die Summe entspricht dem doppelten Bruttoinlandsprodukt Deutschlands und übersteigt den Wert der Firmen im Dow Jones Index. Seit 2013 gibt es laut der Studie zudem 52 neue Milliardäre, 33 von ihnen stammen aus China.

Insbesondere die Reichen in Asien haben ihr Vermögen vermehrt. Es wuchs im vergangenen Jahr um 18,7 Prozent. China liegt mit 190 Milliardären auf Platz zwei der Staaten, in denen die meisten Milliardäre leben. Angeführt wird die Liste von den USA. Dort leben 571 Milliardäre. Deutschland belegt mit 123 Milliardären den vierten Platz. Im Mittleren Osten sowie in Afrika hat die Zahl der Milliardäre hingegen leicht abgenommen auf insgesamt 194.

In der von UBS und Wealth-X veröffentlichten Studie wurde untersucht, wie viele Milliardäre wo auf der Welt leben. Dafür wurde der Zeitraum zwischen Juli 2013 und Juni 2014 analysiert.


Aus: "Mehr Milliardäre denn je" (17. September 2014)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-09/vermoegen-reichtum-milliardaere

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[Für den Bericht wurde... ]
« Reply #437 on: September 23, 2014, 12:35:35 PM »

Quote
[...] In Deutschland besitzt jeder Bürger im Schnitt ein Netto-Geldvermögen von 44.280 Euro. Damit kommt die Bundesrepublik im weltweiten Ranking auf Platz 16. Spitzenreiter ist die Schweiz, gefolgt von den USA. Das weltweite durchschnittliche Netto-Geldvermögen pro Kopf lag 2013 bei 17.700 Euro.

Für den Bericht wurde die Vermögens- und Schuldenlage privater Haushalte in mehr als 50 Ländern analysiert. Dabei sind die Autoren auch der Frage nachgegangen, ob die Ungleichheit bei der Vermögensverteilung zugenommen hat. Ihr Fazit: Von zunehmender Ungleichheit könne keine Rede sein, denn die Mittelschicht wachse - und damit die Zahl der Menschen, die am weltweiten Wohlstand teilhaben.

Fast eine halbe Milliarde Menschen ist demnach in den vergangenen 13 Jahren in die globale Vermögensmittelklasse aufgestiegen. Zwischen 2012 und 2013 waren es 60 Millionen. Zur Mittelklasse zählt in der Allianz-Definition, wer ein Vermögen zwischen 5300 und 31.800 Euro besitzt. Im vergangenen Jahr waren das laut Allianz weltweit 912 Millionen Menschen.

Allerdings setzt sich ein Teil der neuen Mittelschicht auch aus Absteigern zusammen. Denn die Zahl der wohlhabenden Menschen ist geschrumpft. Die meisten Absteiger aus der Oberschicht gab es in den USA, Japan, Frankreich und Italien. Seit der Jahrtausendwende sind laut der Studie 65 Millionen Menschen aus der sogenannten Vermögensoberklasse herausgefallen. Zu den Wohlhabenden mit mehr als 31.800 Euro Vermögen gehörten 2013 weltweit noch 439 Millionen Menschen.

Die große Mehrheit gehört aber der Vermögensunterklasse an, besitzt also weniger als 5300 Euro. 3,55 Milliarden Menschen fallen in diese Gruppe. Deren Zahl hat sich seit der Jahrtausendwende kaum geändert. Denn obwohl 491 Millionen Menschen innerhalb der vergangenen 13 Jahre in die Mittelklasse aufgestiegen sind, sorgt das globale Bevölkerungswachstum dafür, dass die Größe der Unterklasse konstant bleibt. Deutlich geschrumpft ist sie in Entwicklungsländern in Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Allein in China schafften es seit dem Jahr 2000 mehr als 300 Millionen Menschen, in die Mittelklasse aufzusteigen.

In den meisten der untersuchten Länder habe sich die Vermögensverteilung in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert oder sogar verbessert, schreiben die Autoren der Studie. Es gebe aber auch Länder, in denen die Ungleichheit zugenommen habe. So sei in Russland und Indien der Vermögensanteil der reichsten zehn Prozent noch einmal deutlich gestiegen. Diese Entwicklung sei auch deutlich in Ländern zu beobachten, die wirtschaftliche Krisen durchlaufen - etwa in Frankreich, Italien und Griechenland. Aber auch in den USA und Irland, die den Tiefpunkt der Wirtschaftskrise wohl hinter sich haben. Die Erklärung der Studienautoren: Krisenbedingte Rückschläge beim Vermögensaufbau scheinen vor allem die kleinen und mittleren Vermögen zu treffen, nicht so sehr die großen.

Deutschland gehört laut der Studie im internationalen Vergleich noch immer zu den Ländern, in denen das Vermögen ungleich verteilt ist. Das habe sich seit der Jahrtausendwende kaum verändert, schreiben die Autoren. Sie führen das auf die lange Teilung des Landes in Ost und West zurück.

Viele deutsche Sparer fürchten angesichts niedriger Zinsen im Euroraum um ihr Geld. Derzeit liegen die Sparzinsen meist unter der Inflationsrate und Sparer verlieren real Geld.

...

Quote
Komischer Artikel / Komische Studie
FrauPotz heute, 11:58 Uhr
Weniger Reiche bedeutet doch nicht, das Vermögen gerechter verteilt ist? Mit nur drei Kategorien zu arbeiten ist m. E. wenig erhellend. In der Studie lande ich zusammen mit den Superreichen in einer Kategorie. Schräg ...

http://www.spiegel.de/forum/wirtschaft/vermoegen-weltweit-mehr-reichtum-weniger-reiche-thread-155800-3.html#postbit_18188647

Quote
Albern.
klausbrause heute, 11:29 Uhr
Hier werden Menschen, die gerade mal 31.801 Euro Vermögen haben mit den Quandts dieser Welt in einen Topf gerührt. Man merkt die Absicht und ist verstimmt.

http://www.spiegel.de/forum/wirtschaft/vermoegen-weltweit-mehr-reichtum-weniger-reiche-thread-155800-1.html#postbit_18186729

...


Aus: "Vermögen weltweit: Mehr Reichtum, weniger Reiche" Maria Marquart (23.09.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/vermoegen-weniger-reiche-laut-allianz-studie-a-993110.html
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[Sie hatten verhältnismäßig niedrige... ]
« Reply #438 on: September 27, 2014, 03:39:09 PM »

Quote
[...] Nur wenige US-Soldaten wurden wegen ihrer Verbrechen in Abu Ghuraib verurteilt. Sie hatten verhältnismäßig niedrige militärische Grade. Ihre Vorgesetzten blieben straffrei, obwohl sie von der Folter wussten oder sie sogar ausdrücklich begrüßten. Auch von den CIA-Angestellten musste sich keiner verantworten. Ihnen wurde Immunität zugesichert.

...


Aus: "Foltergefängnis im Irak: Was wurde eigentlich aus Abu Ghuraib?" Raniah Salloum (27.09.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/abu-ghuraib-folter-im-irak-verfolgt-die-opfer-a-990916.html
« Last Edit: November 11, 2014, 10:53:04 AM by Textaris(txt*bot) »
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[Liste von Leuten... ]
« Reply #439 on: November 11, 2014, 10:54:53 AM »

Quote
Liste von Leuten, auf die man getrost verzichten kann

    * Leute, die neulich "was total Interessantes" bei Arte gesehen haben
    * Alle, die nach dem Abi mit dem Rucksack nach Australien reisen, um etwas Ausgefallenes zu machen
    * Leute, die ironisch "Wetten dass..?" schauen
    * Busfahrer mit Blasenschwäche
    * Studentinnen mit Dreadlocks und Batik-Stirnband, die aus dem Buddhismus "extrem viel für sich rausholen" können


Aus: "Liste von Leuten, auf die man getrost verzichten kann" (10.11.2014)
Quelle: http://www.titanic-magazin.de/news/liste-von-leuten-auf-die-man-getrost-verzichten-kann-6873/
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[Es gibt einen feinen Unterschied... ]
« Reply #440 on: November 18, 2014, 01:22:36 PM »

Quote
Don Alphonso, 18.11.2014, 11:05 Uhr  ·  Es gibt einen feinen Unterschied zwischen so unfeinen Dingen wie Ressentiments und Blasiertheit. Ressentiments kann sich jeder leisten, aber Blasiertheit überlässt man besser jenen, die damit umgehen können.

...


http://blogs.faz.net/stuetzen/2014/11/18/warum-essen-sie-keine-pralinen-wenn-ihnen-koettbullar-zu-teuer-ist-4720/

---

Quote
Tölpelhafter Dünkel macht seinen Träger zum Schnösel.

...


https://de.wikipedia.org/wiki/Hochmut (9. Oktober 2014)

« Last Edit: November 18, 2014, 01:25:19 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Where water meets sky... ]
« Reply #441 on: November 27, 2014, 08:14:52 PM »

Quote
[...] Frankfurt am Main - "Where water meets sky" heißt es auf der Seite des künftigen "Winx"-Wolkenkratzers in Frankfurt am Main. Vielleicht hat es auch dieser Spruch Susanne Klatten angetan. Die BMW-Großaktionärin hat den Büroturm auf dem neuen MainTor-Areal, das die Immobiliengesellschaft DIC Asset gerade am Mainufer hochzieht, jetzt erworben. Damit ist das Hochhaus, das mehr als 42.000 Quadratmeter Büroflächen beherbergen soll, noch vor Baubeginn verkauft, wie DIC Asset mitteilte.

Der Kaufpreis wurde zwar nicht genannt. Er dürfte aber nicht weit entfernt sein vom Investitionsvolumen. Dieses beziffert die Immobilienfirma auf rund 350 Millionen Euro.

Für die Unternehmerin Klatten dürfte das Immobilien-Investment ein Schnäppchen sein. Mit einem Vermögen von rund 31 Milliarden Euro sind die Geschwister Susanne Klatten und Stefan Quandt sowie ihre Mutter Johanna zur reichsten Familie Deutschlands aufgestiegen, wie das manager magazin im Oktober berichtete. Sie besitzen zusammen 46,7 Prozent am Autobauer BMW, dazu den Chemiekonzern Altana sowie Anteile an SGL Carbon und Nordex.

...


Aus: ""Winx"-Büroturm: BMW-Erbin Klatten kauft Wolkenkratzer in Frankfurt" (27.11.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/bmw-erbin-susanne-klatten-kauft-winx-hochaus-in-frankfurt-a-1005365.html

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[Die Zahl der auf... ]
« Reply #442 on: December 01, 2014, 12:15:28 PM »

Quote
[...] Wiesbaden - In Deutschland muss fast jeder Zehnte vom Staat unterstützt werden. Ende 2013 erhielten 7,38 Millionen Menschen sogenannte Mindestsicherungsleistungen. Das waren 9,1 Prozent der Bevölkerung, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete. 2012 hatte die Mindestsicherungsquote 9,0 Prozent betragen. Deutschland musste dafür im vergangenen Jahr 40,8 Milliarden Euro ausgeben - 4,6 Prozent mehr als 2012. Darunter fielen Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung oder Leistungen für Asylbewerber. Letztere stiegen mit 36,2 Prozent am stärksten an.

Die Zahl der auf Hartz-IV-Leistungen angewiesenen Kinder ist unverändert hoch. Mehr als 600.000 von ihnen sind bereits seit vier und mehr Jahren davon abhängig. Die Zahl der bis zu 15-Jährigen, die wegen der Arbeitslosigkeit ihrer Eltern Hilfe vom Jobcenter beziehen, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 9100 oder 1,4 Prozent auf knapp 646.000, wie aus Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Juni 2014 hervorgeht. Die Zahlen werden nur zweimal jährlich ermittelt.

... Den Löwenanteil der betroffenen Kinder machen die 7- bis 15-Jährigen aus. Mit knapp 465.000 nahm ihre Zahl zwischen Juni 2013 und Juni 2014 um mehr als 8600 zu. In einigen Städten und Regionen ist der Anteil der Langzeitbezieher von Hartz IV unter den 7- bis 15-Jährigen extrem hoch. In Berlin erhielten 70 Prozent dieser Altersgruppe mit Hartz-Bezug die Leistungen schon länger als vier Jahre.

Eine BA-Sprecherin wies am Sonntag darauf hin, dass unter den Kindern mit Hartz-Bezug auch viele unter Dreijährige seien, deren alleinerziehende Mütter wegen der Betreuung ihres Kindes nicht arbeiten könnten. Auch Kinder aus "Aufstocker-Familien" zählten dazu.

Im kommenden Jahr steigen die Regelsätze für Empfänger von Hartz-IV-Leistungen um gut zwei Prozent. Alleinstehende erhalten somit nun einen Betrag von 399 Euro - das sind acht Euro mehr als bisher.

mik/dpa

 

Aus: "Mindestsicherung: Jeder Zehnte lebt von staatlichen Transferleistungen" (01.12.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/jeder-zehnte-in-deutschland-auf-staatliche-leistungen-angewiesen-a-1005924.html
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[Die Fäuste reckende Direktoren... ]
« Reply #443 on: December 03, 2014, 11:27:27 AM »

Quote
[...] Die Fäuste reckende Direktoren, die unter Transparenten durch die Straßen ziehen: Das ist sogar für französische Verhältnisse etwas Besonderes. In diesem Jahrtausend ist es auf dem Pariser Pflaster noch gar nie vorgekommen. Diese Woche organisieren die drei Unternehmerverbände Medef, CGPME und UPA eine Aktionswoche, um gegen diverse Regierungsbeschlüsse und -projekte zu protestieren.

Den Auftakt machten am Montag Kundgebungen von Paris bis Toulouse, bei denen insgesamt 10.000 Kleinunternehmer und Industrielle auf die Straße gingen. Sie wollten dem lauthals demonstrierenden Arbeiterproletariat in nichts nachstehen: Mit Nebelhörnern, Knallkörpern und Megafonen ausgerüstet, zogen gestandene Patrons Parolen skandierend über die Boulevards; in Paris ketteten sie sich vor dem Finanzministerium an und schrien: "Befreit unsere Unternehmen", "Das Maß ist voll" oder "Steuern, Gebühren, Abgaben - zu viel ist zu viel."

Konkret fordern die Unternehmerverbände Abstriche an drei Beschlüssen der Linksregierung. Ein Teilzeitvertrag muss demnach über mindestens 24 Stunden pro Woche gehen; ein Firmenverkauf ist der Belegschaft zwei Monate im Voraus vorzulegen; und wer eine beschwerliche Arbeit leistet, erhält jedes Jahr eine gewisse Anzahl von Punkten, die ihm erlauben, bis zu zwei Jahre vor dem regulären Rentenalter (62) in Pension zu gehen.

Vor allem die letzte Neuerung, die ein Wahlversprechen des sozialistischen Präsidenten François Hollande darstellte, brachte die Arbeitgeber auf die Straße. "Ich habe keine Lust, die Hälfte meiner Arbeitszeit mit solchen Berechnungen für die Bürokratie zu verbringen", schnauzte ein bretonischer Transportunternehmer namens Philippe, der nach eigener Darstellung nun dauernd eruieren muss, ob einer seiner drei Angestellten gerade eine beschwerliche Arbeit leistet.

Letztere wird durch zehn Kriterien umschrieben - Arbeiten bei Lärm, Vibrationen oder extremen Temperaturen; monotone, gefährliche, Nacht- oder wechselnde Schichtarbeit; und ferner auch Malochen mit gekrümmtem Körper (Arme über der Schulterlinie, Wirbelsäule 45 Prozent geneigt) oder natürlich mit schweren Lasten (regelmäßig 15 Kilo gehoben oder 250 Kilo verschoben). "Wie soll ich messen, wann welcher meiner Arbeiter wie viele Lasten trägt?", fragte Philippe am Rande des Demonstrationszugs. Ein Bäcker meinte, die Temperatur an seinen Öfen variiere zwischen 20 und 34 Grad, und er könne doch "nicht jedem Arbeiter ein Thermometer anhängen".

Die Regierung hat teilweise bereits nachgegeben und setzt nun mit Jahreswechsel erst vier weniger umstrittene Kriterien für "penible" Arbeit in Kraft. Ansonsten bleibt sie aber hart. Der sozialistische Fraktionschef Bruno Le Roux drohte den Patrons, die von Hollande versprochene Senkung der Firmenabgaben um insgesamt 40 Milliarden Euro bis 2016 rückgängig zu machen.

Noch weniger Verständnis für die Arbeitgeberproteste haben die Gewerkschaften. Die kommunistische CGT organisierte am Dienstag eine "festliche und laute Prozession", wie sie erklärte. "Um die Initiative der flennenden Großunternehmer ins Lächerliche zu ziehen", wie sie offiziell verlauten ließ, waren Sympathisanten aufgerufen, sich als gestandene Kapitalisten mit Zigarre und Zylinder zu verkleiden und vom Medef-Sitz bis zur Botschaft Luxemburgs zu ziehen - wo die Firmen ihre Profite deponierten, wie die Zeitung L'Humanité schrieb.

Das einstige KP-Blatt rechnet vor, dass die vierzig Konzerne des Pariser Börsenindexes Cac 40 im ersten Halbjahr insgesamt 31 Milliarden Reingewinne an ihre Aktionäre ausgezahlt hätten, während die Investitionen der französischen Unternehmen insgesamt zurückgingen. Seit Jahresbeginn sei die Zahl der französischen Milliardäre von 55 auf 67 gestiegen. (Stefan Brändle aus Paris, DER STANDARD, 3.12.2014)


Aus: "Klassenkampf auf Frankreichs Straßen" Stefan Brändle aus Paris (3. Dezember 2014)
Quelle: http://derstandard.at/2000008908791/Klassenkampf-auf-Frankreichs-Strassen
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[Mehr als 35.000 Selbstanzeigen sind... ]
« Reply #444 on: December 07, 2014, 07:06:23 PM »

Quote
[...] Mehr als 35.000 Selbstanzeigen sind in diesem Jahr bereits bei den Behörden eingegangen, wie aus einer Umfrage der "Welt am Sonntag" unter den 16 Länderfinanzministerien hervorgeht. Im bisherigen Rekordjahr 2013 hatten sich rund 24.000 Steuerbetrüger gemeldet.

Die meisten Anzeigen in diesem Jahr gab es den "WamS"-Informationen zufolge bislang in Nordrhein-Westfalen. Dort hätten sich bis Anfang Dezember 8583 Steuersünder selbst angezeigt. Das Finanzministerium in NRW schätzt die dadurch angefallenen Mehreinnahmen allein in diesem Jahr auf rund 365 Millionen Euro.

Auf Platz zwei folgt Baden-Württemberg mit 7117 Selbstanzeigen bis Anfang Dezember. Die Mehreinnahmen summierten sich auf rund 497 Millionen Euro. In Bayern hätten bis Ende September 4600 Steuersünder ihre Hinterziehung angezeigt, was 250 Millionen Euro in die Staatskasse brachte.

Die Länderfinanzminister gehen davon aus, dass bis Jahresende noch viele weitere Selbstanzeigen eingehen werden. Sogar die Marke von 40.000 könnte unter Umständen fallen. Denn Bund und Länder haben eine Verschärfung der strafbefreienden Selbstanzeige beschlossen, die zum 1. Januar in Kraft tritt.

Die Grenze, bis zu der eine Steuerhinterziehung straffrei bleibt, sinkt dann von 50.000 Euro auf 25.000 Euro. Der ansonsten fällige Aufschlag richtet sich dann nach dem Umfang der hinterzogenen Steuern. Er soll künftig zehn Prozent betragen, wenn deren Gesamtbetrag 100.000 Euro nicht übersteigt. Bis zu einer Million Euro Hinterziehungsbetrag wird ein Aufschlag von 15 Prozent fällig, bei noch höheren Summen 20 Prozent.

mik/AFP


Aus: "Strafverschärfung: Selbstanzeigen von Steuersündern erreichen Rekordstand" (07.12.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steuermoral-selbstanzeigen-erreichen-neuen-rekordstand-a-1007070.html

http://www.spiegel.de/forum/wirtschaft/strafverschaerfung-selbstanzeigen-von-steuersuendern-erreichen-rekordstand-thread-201454-1.html

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[Seit Jahresbeginn... ]
« Reply #445 on: December 07, 2014, 11:38:33 PM »

Quote
[...] Seit Jahresbeginn kamen nach Uno-Angaben weit mehr als 2500 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben.


Aus: "Flüchtlinge aus Äthiopien: Mindestens 70 Tote bei Bootsunglück im Roten Meer" (07.12.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/jemen-70-tote-fluechtlinge-aus-aethiopien-bei-bootsunglueck-a-1007113.html

---

Quote
[...] Hamburg - Im August gaben sich im österreichischen Kitzbühel zwei Vertreter der deutschen Geld-Elite das Jawort: Er, Jürgen Thumann, Ex-Industriepräsident, sie, Maria Elisabeth Schaeffler, Mitinhaberin der Autozulieferer Conti und Schaeffler. In gewisser Hinsicht stehen die beiden stellvertretend für die Multimillionäre des Landes: gut geerbt und gut geheiratet.

Um diese deutsche Oberklasse wird es auch nächste Woche gehen, wenn die Richter des Bundesverfassungsgerichts darüber entscheiden, ob viele deutsche Familienunternehmen auch weiterhin komplett steuerfrei vererbt werden dürfen. Für den Staat stehen Milliarden auf dem Spiel - und für viele vermögende Deutsche die Basis ihres Reichtums.

Deutschland ist das Land der ererbten Vermögen. In einer kürzlich veröffentlichen Studie haben die Marktforschungsfirma Wealth-X und die Bank UBS die Lebensumstände von Multimillionären weltweit untersucht. Dabei ging es um sogenannte Ultra High Net Worth Individuals mit einem Vermögen ab 30 Millionen Dollar.

Das Ergebnis: Deutschland hat nicht nur die zweitmeisten Multimillionäre (nach den USA). Auch der Anteil derer, die ihr Vermögen geerbt haben, ist hierzulande besonders groß. Laut der Studie haben gut 28 Prozent der deutschen Multimillionäre ihren Wohlstand allein dem Erbe zu verdanken. Das ist - neben der Schweiz - der höchste Wert aller untersuchten Länder. Bei 31 Prozent geht der Reichtum demnach auf eine Mischung aus Erbe und selbsterwirtschaftetem Vermögen zurück (siehe Grafik). Eine deutliche Mehrheit hat ihren Reichtum also nicht ausschließlich eigener Leistung zu verdanken. Vom Tellerwäscher zum Millionär - das ist in Deutschland die absolute Ausnahme.

Auch die Ballung des deutschen Reichtums ist bemerkenswert. Die 19.095 hiesigen Multimillionäre, die die Studie zählte, stellen nur rund 0,02 Prozent der Gesamtbevölkerung. Sie besitzen aber 22,6 Prozent des Vermögens, insgesamt rund 2,58 Billionen Dollar. Im internationalen Vergleich ist das eine besonders ungleiche Verteilung. In China etwa kommen die Multimillionäre nur auf 7,3 Prozent des Gesamtvermögens, in den USA auf 12,5 Prozent.

Doch die Studie hat noch mehr Daten über die reichsten Deutschen herausgefunden, die SPIEGEL ONLINE exklusiv vorliegen. Wie bei allen Zahlen zu Reichtum und Vermögen, handelt es sich dabei allerdings um Näherungswerte und Schätzungen - welcher Reiche lässt schon gerne öffentlich sein Geld zählen.

Laut Studie sind unter Deutschlands Multimillionären nicht nur viele Männer (88 Prozent), sondern auch überdurchschnittlich viele Verheiratete: 87 Prozent leben in einer Ehe, nur drei Prozent sind geschieden (siehe Grafik). Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung ab 18 Jahren sind laut Statistischem Bundesamt gerade mal 49 Prozent verheiratet, mit zehn Prozent sind dagegen viel mehr Menschen geschieden. Selbst unter den 64-Jährigen - der Altersgruppen mit dem höchsten Anteil an Verheirateten unter den Durchschnittsdeutschen - leben nur 71 Prozent in einer Ehe. Die Scheidungsquote liegt hier ebenfalls bei rund zehn Prozent.

Wie fest die Familienbande bei den Superreichen sind, zeigt auch die Zahl der Nachkommen: Mit 1,9 Kindern liegen die deutschen Multimillionäre deutlich über der aktuellen Geburtenrate von 1,4 Kindern pro Frau. Auch über viele Enkelkinder können sich die Reichen freuen: Im Schnitt kommen sie auf 4,2. Es gibt also viele Erben.

Typisch deutsch klingen auch die Branchen, in denen die Multimillionäre ihr Geld gemacht haben. Die größte Gruppe kommt aus der verarbeitenden Industrie, aber auch Lebensmittel und Autobranche sind stark vertreten. Der Finanzsektor, in vielen anderen Staaten die größte Quelle des Reichstums, ist in Deutschland vergleichsweise unterrepräsentiert.

Beim Geldausgeben ist der deutsche Multimillionär laut Studie übrigens nicht besonders knauserig: 980.000 Dollar im Jahr gibt er im Schnitt für Luxusgüter wie Reisen, Autos, Schmuck und Essen aus. Zum Vergleich: Laut Statistischem Bundesamt gab jeder Privathaushalt in Deutschland im Jahr 2012 durchschnittlich 27.720 Euro für Konsum aus - ein großer Teil davon ging allerdings fürs Wohnen drauf.


Aus: "So leben Deutschlands Multimillionäre Viel geerbt, verheiratet, zwei Kinder" Stefan Kaiser (12.12.2014)
Quelle: http://www.manager-magazin.de/lifestyle/artikel/a-1008143.html

« Last Edit: December 23, 2018, 02:46:19 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Die gestiegene... ]
« Reply #446 on: December 09, 2014, 11:15:57 AM »

Quote
[...] Berlin - Die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland hat sich laut OECD deutlich vergrößert. Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung verdienten Mitte der achtziger Jahre fünfmal so viel wie die ärmsten zehn Prozent; heute liege das Verhältnis bei 7:1, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Arbeitspapier der Industriestaatenorganisation.

... Die gestiegene Einkommensungleichheit hemme die wirtschaftliche Entwicklung. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Deutschland sei zwischen 1990 und 2010 inflationsbereinigt um etwa 26 Prozent gewachsen, so die OECD. Wäre die Ungleichheit auf dem Niveau von Mitte der achtziger Jahre verharrt, hätte das Plus um fast sechs Prozentpunkte höher ausfallen können.

...


Aus: "OECD-Bericht: Kluft zwischen Arm und Reich lähmt deutsches Wachstum" (09.12.2014)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oecd-moniert-wachsende-ungleichheit-zwischen-arm-und-reich-a-1007329.html
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[Eine Geste der Anteilnahme... ]
« Reply #447 on: December 23, 2014, 03:24:09 PM »

Quote
[....] HANNOVER taz | Zwischen Heiligabend 2010 und dem 31. Dezember 2013 sind 868 ausreisepflichtige Männer und 55 Frauen in der Justizvollzugsanstalt Hannover-Langenhagen rechtswidrig zusammen mit Strafgefangenen unterbracht gewesen. Das hat das niedersächsische Justizministerium der taz.nord bestätigt.

Von der grünen Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz kommt nun eine Geste der Anteilnahme mit den Flüchtlingen: „Ich bedaure, dass die gemeinsame Unterbringung mit Strafhäftlingen erst nach dem Regierungswechsel beendet wurde“, erklärte Niewisch-Lennartz der taz.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte der hannoversche Anwalt Peter Fahlbusch, der im Juli dieses Jahres vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein Urteil erstritten hat, dass Flüchtlinge keine Verbrecher seien und sie deshalb auch nicht in Gefängnissen mit Strafgefangenen hätten untergebracht werden dürfen. Fahlbusch hatte die rot-grüne Landesregierung daher aufgefordert, als Zeichen des Paradigmenwechsels in der Ausländerpolitik eine Haftentschädigung zu zahlen – „und sei es nur symbolisch“, so Fahlbusch.

Niedersachsens schwarz-gelbe Landesregierung hatte es damals versäumt – wie auch der SPD-Senat in Hamburg seit 2011 –, das seit 2008 geltende Trennungsgebot in der EU-Rückführungsrichtlinie in deutsches Recht zu überführen und anzuwenden. Stichtag wäre der 24. Dezember 2010 gewesen. In Niedersachsen hat schließlich erst Rot-Grün, ein knappes Jahr nach dem Regierungswechsel, ab dem 1. Januar 2014 die Strafgefangenen aus der JVA Hannover-Langenhagen entfernt und das Gefängnis wieder zu einer Einrichtung für abzuschiebende Männer und Frauen umgewandelt. Seitdem wird die Justizvollzugsanstalt Hannover-Langenhagen wegen der rückläufigen Zahl von Abschiebehäftlingen kaum mehr genutzt.

Die 923 Flüchtlinge, die vor dem 1. Januar 2014 in Hannover-Langenhagen in Abschiebehaft saßen, seien dort ausgehend von der Entscheidungen des EuGH rechtswidrig inhaftiert worden, sagt Rechtsanwalt Fahlbusch: „Dies ist ein Skandal!“

Der von Fahlbusch geforderten Haftentschädigung erteilt die rot-grüne Landesregierung jedoch einen Abfuhr. „Das Urteil des EuGH verhält sich nicht zu etwaigen Entschädigungsansprüchen“, sagt der Sprecher des Justizministeriums Alexander Wiemerslage. Nur diejenigen, die gegen die Abschiebehaft juristisch vorgegangen seien, hätten vielleicht Ansprüche nach dem Haftentschädigungsgesetz.

Nun müsse wohl jeder betroffene Flüchtlinge separat eine Haftentschädigung einklagen, sagt Fahlbusch, der eine Handvoll Mandaten vertritt. Das Gesetz sieht für solche Fälle lediglich ein Schmerzensgeld von 25 Euro pro Tag vor.


Aus: "Flüchtlinge sind keine Verbrecher: Trennungsgebot missachtet" Kai von Appen (23. 12. 2014)
Quelle: http://www.taz.de/Fluechtlinge-sind-keine-Verbrecher/!151781/

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« Reply #448 on: December 29, 2014, 01:03:23 PM »

Quote
[...] Dem berühmt-berüchtigten einen Prozent ging es dieses Jahr blendend, ja besser denn je, das zeigen die Auktionsergebnisse des Kunsthandels. Die Superreichen fallen uns ja nur deshalb hin und wieder auf, weil sie als Freunde der Kunst auf den großen Abendauktionen in New York und London Flagge zeigen. Sonst entzieht sich ihr Leben jeglicher öffentlicher Aufmerksamkeit.

Dieses Jahr haben sie im November, als in New York die großen Abendauktionen stattfanden, bei Christie’s für einen Umsatz von 1,16 Milliarden Dollar gesorgt. Konkurrent Sotheby’s kam auf 1,02 Milliarden. An einem einzigen Abend, nämlich am 12. November, an dem auch die beiden Warhols der Spielbank Aachen zum Aufruf kamen, wurden bei Christie’s allein 852,9 Millionen Dollar bei der zeitgenössischen Kunst umgesetzt.

Ob Roman Abramovich da noch am Start war? Eine von Vanity Fair veröffentlichte Liste derjenigen Russen, die am härtesten von der ökonomischen Krise des Landes betroffen sind, muss auch den Kunstmarkt interessieren. Denn neben Abramovich, der allein in der zweiten Dezemberwoche 450 Millionen Dollar verlor, sind dort noch weitere Kunstsammler zu finden wie etwa Viktor Veselberg, der 490 Millionen verlor oder Mikhail Fridman mit einem Verlust von 417 Millionen.

Ebenfalls bei Vanity Fair erwähnt ist der mexikanische Milliardär Carlos Slim, dessen Vermögen aufgrund des Ölpreisverfalls nun rund 3 Milliarden Dollar weniger wert ist. Wirklich tragisch ist das freilich nicht, alle verfügen sie immer noch über ein Kapital im zweistelligen Milliardenbereich.

...


Aus: "Das eine Prozent und die Kunst" Brigitte Werneburg (28.12.2014)
Quelle: http://www.taz.de/Auktionsergebnisse-des-Kunsthandels/!151905/

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[Der Markt ist nun mal da... ]
« Reply #449 on: January 12, 2015, 02:37:18 PM »

Quote
[...] Auf dem überdrehten Wohnungsmarkt Manhattan ist 432 Park das bisher schamloseste Monument eines neuen Gilded Age, ein Fanal dafür, wie tief die Kluft zwischen Haben und Nichthaben mittlerweile ist. In den USA nämlich so tief wie seit drei Jahrzehnten nicht. "Das Haus, das die Ungleichheit erbaute", schämt sich selbst das Millionärsblatt "Forbes".

Erdacht von einem New Yorker Immobilienhai, entworfen von einem südamerikanischen Stararchitekten, finanziert von US-israelischen Investoren: 432 Park ist Produkt und zugleich Symbol einer globalen Elite, die Residenzen sammelt wie Kunst. Dies sind nicht die ein Prozent - dies sind die 0,1 Prozent: Oligarchen, Mogule, die letzten Aristokraten.

Fast jeder zweite, soviel verrät Crenners Marketing-Kollege Richard Wallgren, komme aus dem Ausland: "Kanada, Brasilien, Venezuela, China, Singapur, Türkei, Libanon, Griechenland, Saudi-Arabien, Russland."

Dabei steht 432 Park längst gar nicht mehr alleine. Überall in Midtown wachsen neue "Supertowers" empor, die ihre langen Schatten bis in den Central Park werfen. Zweit-, Dritt-, Viertwohnsitze der Jetsetter: Mehr als 50 Prozent werden, wie die "New York Times" ermittelte, "mindestens zehn Monate im Jahr" leerstehen. Geisterhäuser als Steuerspartrick.

... Eine stilistisch etwas andere Spielart dieses "Immobilien-Pornos", wie man in New York sagt, findet sich wenige Kilometer südlich von 432 Park, in Lower Manhattan: Dort wandelt die Baufirma Alchemy Properties die obersten 30 Etagen des historischen Woolworth Buildings in Luxuswohnungen um.

Von 1913 bis 1930 der höchste Wolkenkratzer der Welt, wird der neugotische Bau, der ironischerweise mal die Zentrale des gleichnamigen Billigkaufhauskonzerns war, ab nächstem Jahr von 34 exklusiven Apartments gekrönt sein. Das Penthouse (Preis: 110 Millionen Dollar) umfasst die gesamte Spitze - samt sieben Meter hohen Decken und einem Observatorium zum Sternengucken. "Das Dach der Welt", so formuliert es Alchemy-Chef Ken Horn bei einem exklusiven Rundgang.

Von Midtown zum Financial District: Unaufhaltsam mutiert Manhattan zum Spielplatz der Reichen, während die Mittelklasse in die Außenbezirke vertrieben wird. Die Manager von 432 Park kümmert das wenig, das ist auch nicht ihr Job. "Der Markt ist nun mal da", begründet Wallgren die Jagd nach immer größerem Luxus. "Wir befriedigen nur einen Bedarf."

...


Aus: " Höchster Luxus-Wolkenkratzer der Welt: Mausoleum des Reichtums" Marc Pitzke, New York (12.01.2015)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/432-park-avenue-in-new-york-hoechster-luxus-wolkenkratzer-der-welt-a-1010675.html
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[Die Summe geht aus... ]
« Reply #450 on: January 17, 2015, 12:19:13 PM »

Quote
[...] Wendelin Wiedeking, der ehemalige Vorstandschef von Porsche, verdiente im Geschäftsjahr 2007/08 insgesamt 100,6 Millionen Euro. Er ist damit der erste angestellte Manager Deutschlands, der die 100-Millionen-Grenze überschritt.

... Die Summe geht aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Wiedeking und den einstigen Porsche-Finanzvorstand Holger Härter wegen Marktmanipulation hervor. In dem 241-Seiten-Papier ist festgehalten, dass Wiedeking ein Festgehalt von zwei Millionen Euro und eine Tantieme von 500.000 Euro erhielt. Hinzu kam in diesem Geschäftsjahr eine Gewinnbeteiligung von 98.079.669,93 Euro.

Die Gewinnbeteiligung geht auf das Jahr 1992 zurück, als Wiedeking Porsche-Chef wurde. Die Banken waren damals erst bereit, eine Kapitalerhöhung für den existenzbedrohten Sportwagenhersteller durchzuführen, nachdem Wiedeking eine Patronatserklärung abgegeben hatte: Er haftete mit seinem Privatvermögen für das Unternehmen.

Im Gegenzug gewährten ihm die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch eine Gewinnbeteiligung. In den drei Geschäftsjahren von 2005 bis 2008 addierte sich diese Gewinnbeteiligung der Anklage zufolge auf rund 188 Millionen Euro.

...


Aus: "Ex-Porsche-Chef: Wendelin Wiedeking verdiente über 100 Millionen Euro - in einem Jahr" (16.01.2015)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/wendelin-wiedeking-ex-porsche-chef-verdiente-100-millionen-euro-in-einem-jahr-a-1013398.html
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[Vom kommenden Jahr an... ]
« Reply #451 on: January 19, 2015, 11:19:44 AM »

Quote
[...] Vom kommenden Jahr an wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr als die Hälfte des weltweiten Wohlstands besitzen. "Die Kluft zwischen den Reichsten und dem Rest wird schnell tiefer", teilte die britische Organisation Oxfam am Montag mit - zwei Tage vor Eröffnung des alljährlichen Weltwirtschaftsforums in Davos.

Demnach besaß das reichste Prozent in der Welt 2009 bereits 44 Prozent des Wohlstands. Im vergangenen Jahr war der Anteil schon auf 48 Prozent gewachsen und 2016 wird das eine Prozent der Superreichen laut Oxfam mehr als 50 Prozent des weltweiten Wohlstands besitzen. In der Gruppe der Reichsten habe jeder Erwachsene ein Vermögen von 2,3 Millionen Euro.

Noch drastischer wird das Bild, wenn man sich die Spitze der Reichsten ansieht: Nach Oxfams Recherche besitzen die 85 reichsten Menschen der Erde genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen - das sind rund 3,5 Milliarden Menschen.

Bei ihnen hört das steile Gefälle jedoch nicht auf: Fast das gesamte Resteigentum liegt laut Oxfam derzeit in den Händen von 20 Prozent der Weltbevölkerung. Den verbliebenen Reichtum von etwa 5,5 Prozent würden sich die übrigen 80 Prozent der Menschheit teilen. "Das Ausmaß der globalen Ungleichheit ist einfach erschütternd", sagte die Oxfam-Direktorin Winnie Byanyima.

...

Quote
Traurig, aber wahrscheinlich wahr...
helmutvan heute, 09:49 Uhr
Das tragische daran ist nicht einmal die Tatsache, dass das so ist, sondern, dass darüber nicht einmal in einem angemessenen Rahmen diskutiert wird, ob dieser Zustand so gewollt ist oder ob man daran vielleicht etwas ändern sollte...


Quote
thecali heute, 09:49 Uhr
Naja, dieses eine Prozent wird sich den Reichtum ja verdient haben! ...


Quote
Geldherrschaft
demokratie-troll heute, 10:18 Uhr
Zitat:"Das reichste Prozent besitzt mehr als alle anderen zusammen" Eine winzige Clique Superreicher übt die totale Geldherrschaft über die Restbevölkerung aus, um sie mit ihrer Habsucht zu terrorisieren. Damit nähern sich die Zustände wieder den feudalen Zuständen vor dem Jahr 1789 an. ...



Aus: "Armutsstudie von Oxfam: Das reichste Prozent besitzt mehr als alle anderen zusammen" (19.01.2015)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/ungleichheit-superreiche-besitzen-mehr-als-die-anderen-99-prozent-a-1013655.html

-

Quote
[...] Die Vermögen der Superreichen sind demnach im Vergleich zum Besitz der großen Bevölkerungsmehrheit weltweit stark gestiegen. Die 80 reichsten Personen der Erde besaßen 2014 mehr Kapital als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, legte Oxfam dar. 2010 habe dieser Personenkreis der Superreichen noch 388 Menschen umfasst. Die 80 Reichsten kamen auf ein addiertes Vermögen von 1,9 Billionen US-Dollar, nach aktuellem Kurs etwa 1.600 Milliarden Euro. Diese Summe wuchs laut Oxfam um ein Drittel während der vergangenen vier Jahre. Ein wesentlicher Grund sind die gestiegenen Aktienwerte der Unternehmen.

...


Aus: "Die Elite schmückt sich" Hannes Koch (02.02.2015)
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-elite-schmueckt-sich


« Last Edit: February 05, 2015, 10:46:02 AM by Textaris(txt*bot) »
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[Ist man eingeklemmt zwischen... ]
« Reply #452 on: February 10, 2015, 03:22:01 PM »

Quote
[...] Ist man eingeklemmt zwischen dem reichen Luftsack und dem verstrahlten Aussteiger? Dass man die Herren mit dem bisschen Schnee auf den Schultern höflichst um bisschen Milde bittet, ist falsch. Dass man rechts abdreht und Volkes Maul küsst, ist falsch. Dass man in Schampuskneipen von der kommenden Revolte schwätzt, ist falsch. Was tun? Ich bin ein Almosenlinker, eine lächerliche Figur. Teilen, nicht herrschen. Bei den Armen sein, auch wenn sie über Kanacken schimpfen.


Aus: "Die Regeln der Rebellion"  Feridun Zaimoglu (9. Februar 2015)
Quelle: http://www.zeit.de/freitext/2015/02/09/zaimoglu-rebellion/
« Last Edit: February 16, 2015, 01:19:11 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Die Falciani-Listen machen deutlich... ]
« Reply #453 on: February 11, 2015, 10:52:09 AM »

Als Swiss-Leaks (auch Swiss Leaks) wird die im Februar 2015 erfolgte Veröffentlichung einer Steuerermittlung zu Kunden der HSBC-Niederlassung in Genf bezeichnet. Tausende als vertraulich gekennzeichnete Dokumente der HSBC wurden von Steuerbehörden verschiedener Länder ausgewertet. Unter diesem Stichwort berichteten hierüber im Februar zeitgleich verschiedene Medien in Kooperation mit dem Internationalen Konsortium für investigative Journalisten (ICIJ), unter anderem Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Tages-Anzeiger und SonntagsZeitung. Es handelt sich um das bisher größte Datenleck in der Bankenbranche, das durch Journalisten und Ermittler ausgewertet wurde. ... Insgesamt sollen die Daten 100 Milliarden US-Dollar betreffen von 106.000 Kunden aus 203 Ländern. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Swiss-Leaks (02/2015)


Quote
[...] Die Falciani-Listen machen deutlich, dass HSBC in der Schweiz Kunden wohl über Jahre bei Steuerhinterziehung und anderen kriminellen Geschäften behilflich war ...

Unter den 100.000 Steuerhinterziehern aus mehr als 200 Ländern befinden sich neben Verwandten und Regierungsmitgliedern von Autokraten wie Syriens Machthaber Baschar al-Assad, Ägyptens Ex-Präsident Hosni Mubarak, Chinas ehemaliger Premier Li Peng, die Könige von Jordanien und Marokko. Von Interpol Gesuchte zählten ebenfalls zu den Kunden, darunter die Diamantenhändler Moses Victor Konig und Kenneth Lee Akselrod. Auf der Liste der HSCB-Kunden befindet sich mit Elias Murr auch der Präsident von Interpols Stiftung für eine sicherere Welt.

Zu den berühmten Kunden gehörten auch Popstars wie David Bowie, Tina Turner oder Sportler wie Michael Schumacher oder Fernando Alonso.

...


Aus: "78 Milliarden Euro von Steuerhinterziehern gehortet" Ralf Streck (09.02.2015)
Quelle: http://www.heise.de/tp/news/78-Milliarden-Euro-von-Steuerhinterziehern-gehortet-2544668.html

---

Quote
[...] Als Lagarde-Liste (griechisch λίστα Λαγκάρντ) wird eine Namensliste mutmaßlicher griechischer Steuerflüchtlinge bezeichnet, die in Griechenland mehrere politische Skandale auslöste.

Die Liste enthält Kontodaten von über 2.000 griechischen Kunden der Genfer Privatbank HSBC. Die Daten wurden von einem Mitarbeiter der Bank entwendet. Ein Datenträger mit den Aufzeichnungen ist im Jahr 2010 von der damaligen französischen Finanzministerin Christine Lagarde ihrem griechischen Kollegen Giorgos Papakonstantinou ausgehändigt worden. ...


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lagarde-Liste (26. Februar 2015)

« Last Edit: March 18, 2015, 05:06:16 PM by Textaris(txt*bot) »
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[Weil aber Beamte... ]
« Reply #454 on: February 26, 2015, 05:18:48 PM »

Quote
[...] München –  Ihre Schusseligkeit hat Skistar Lindsey Vonn fast um einen geplanten Flug zu den anstehenden Rennen nach Bulgarien gebracht. Die Weltcup-Rekordsiegerin aus den USA bemerkte erst am Münchner Flughafen, dass sie ihren Reisepass in Salzburg vergessen hatte.

Weil aber Beamte der Bundespolizei die Sportlerin erkannten, erhielt diese «schnell und unbürokratisch» ein Ersatzdokument, wie die Behörde mitteilte. Mit diesem Notreiseausweis konnte Vonn zusammen mit dem Team nach Sofia fliegen - nachdem sie grinsend mit einem Beamten für ein Erinnerungsbild posiert hatte. (dpa)


Aus: "Ohne Pass am Flughafen: Bundespolizei hilft" (02/2015)
Quelle: http://www.fr-online.de/ski-alpin/ohne-pass-am-flughafen--bundespolizei-hilft-vonn,28240380,29968274.html

---

Quote
[...] Keine Dokumente, keine Verständigungsmöglichkeit. So stand ein junger Mann am Donnerstag (26. Februar) vor den Bundespolizisten, die auf dem Vormittagsflug aus Thessaloniki stichprobenartige Kontrollen durchführten. ... Nachdem der junge Mann die Beamten um Asyl bat, übergaben ihn diese zuständigkeitshalber an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Dort wird nun versucht, seine Identität zu klären, und anschließend über seinen Asylantrag entschieden. ...


Aus: "Flughafen München - Ohne Papiere aus Griechenland: Unbekannter bittet am Flughafen um Asyl" Autor: Polizei (27. Februar 2015)
Quelle: http://www.idowa.de/home/artikel/2015/02/27/ohne-papiere-aus-griechenland-unbekannter-bittet-am-flughafen-um-asyl.html
« Last Edit: March 18, 2015, 05:10:24 PM by Textaris(txt*bot) »
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