Author Topic: [Patientendaten (Körperdaten, Genetik, Biometrie)... ]  (Read 26570 times)

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[Körperdaten... (Datenbanken, Genetik und Biometrie)]
« Reply #45 on: May 23, 2018, 03:24:17 PM »
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[...] Bürgerrechtsaktivisten werfen dem Internetkonzern Amazon vor, dass dessen Gesichtserkennungs-Software bei der US-Polizei zum Einsatz kommt. Amazons Technologie mit dem Namen Rekognition sei ein mächtiges Überwachungssystem, schreiben mehrere Organisationen in einem offenen Brief.

Die American Civil Liberties Union (Aclu) und mehr als 30 weitere Organisationen wie Human Right Watch warnen darin vor enormen Schäden für die Demokratie. Die Anleitungen zu dem Programm läsen sich "wie eine Gebrauchsanweisung für autoritäre Überwachung", erklärte die kalifornische Aclu-Vertreterin Nicole Ozer. "Wenn ein gefährliches Überwachungssystem wie dieses erst einmal gegen die Öffentlichkeit gerichtet ist, kann der Schaden nicht ungeschehen gemacht werden."

 Rekognition ist als Software zum Erkennen ähnlicher Objekte in Bildern eine Dienstleistung für Kunden auf der Cloud-Plattform AWS. Die Technologie beherrscht nach früheren Angaben von Amazon "Gesichtserkennung in Echtzeit über mehrere zehn Millionen Gesichter und Suche von bis zu 100 Gesichtern in anspruchsvollen, überfüllten Fotos".

Der Bürgerrechtsorganisation ACLU liegen den Angaben zufolge Unterlagen vor, die den Einsatz von Rekognition durch Behörden bestätigen. Die Regierung könne damit dauerhaft Einwanderer verfolgen oder anhand von Bildern aus Kameras am Körper von Polizisten Demonstranten identifizieren, warnten die Autoren des offenen Briefs. Amazon teilte mit, man fordere von Kunden, dass sie sich beim Einsatz von Software des Konzerns an Gesetze halten.

Amazon selbst hebt die Verbrechensprävention als ein Einsatzgebiet der Software hervor. Rekognition werde eingesetzt, um Entführungsopfer zu finden  oder verloren gegangene Kinder in Freizeitparks. "Unsere Lebensqualität wäre heute viel niedriger, wenn wir neue Technologie verbieten würden, weil einige Leute sie missbrauchen könnten."

Als Beispiel nennt es das Büro eines Sheriffs, in dem die Identifizierungszeit für Verdächtige schon durch den Einsatz der vorherigen Version von Rekognition "von zwei bis drei Tagen auf wenige Minuten" gesenkt worden sei. Mit den Verbesserungen komme die Antwort nahezu in Echtzeit.

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Wichtiger Hinweis #1

"Mit den Verbesserungen komme die Antwort nahezu in Echtzeit."

Gesuchte Straftäter, z.B. Vergewaltiger, werden das neue System hassen


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Ministerium für Überfülle #1.4

"Gesuchte Straftäter, z.B. Vergewaltiger, werden das neue System hassen."

Ja, natürlich... und Leute in Diktaturen, die nicht auf Linie sind. Wir fangen damit nur Verbrecher oder suchen verlorengegangene Kinder. Länder wie Deutschland, die noch nie irgendetwas mit Diktaturen zu tun hatten und niemals eine werden können, die können das ganz unbeschwert einführen. Was soll schon passieren? Wir werden immer die richtigen wählen!



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GlobalTraveler #1.6

"Gesuchte Straftäter, z.B. Vergewaltiger..."

Die Erfahrung lehrt, dass diese "Straftaten" schnell neu ausgelegt werden.
In der Türkei wird jeder AKP-Kritiker schon jetzt zum "Terroristen".
In Dänemark werden Kennzeichen-Scanner zum Aufhalten von kleinsten Steuerschuldnern genutzt, auch in DE wurden dank Gesetzen "gegen Terrorfinanzierung" keine 2 Tage später nur Steuervergehen ermittelt...
Die Spitze aber führt gegenwärtig eine Experiment-Region in China an. Dort wird das Verhalten der Bewohner erkannt und dann sogar bewertet. Mit zu wenigen Punkten kann man dann nicht mehr Bus fahren... Viel Spaß.

Auf lückenloses Ausschnüffeln unter falschem Label kann man abfahren, muss man aber nicht. ...


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EvaK42 #1.13

Im Zweifel sind alle und jeder gesuchte Straftäter. Und alle, die von sich vollmundig behaupten, sie hätten nichts zu verbergen, scheinen wohl keine Privat- und Itimsphäre zu haben, die Dritte nichts angeht.

Tja, das ist die Logik derer, die wenig von Demokratie, aber viel vom autoritären Überwachungsstaat halten. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit waren in Bezug auf Verbrechensbekämpfung noch nie ideal. Die harte Faust von Diktaturen hingegen hat sich's immer einfach gemacht: Alle sind verdächtig und bei Bedarf auch schuldig.

Meine Empfehlung: Am Tag des Grundgesetzes mal das Verhältnis zur Verfassung, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit überprüfen, statt überall nur Verbrecher zu wittern.



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Bluebeardy
#12  —  vor 7 Stunden 3

Finde es bemerkenswert, dass in dem Artikel die Datenkrake FB bei gesichtserkennung nicht auftaucht...
Doch für noch grösseren juristischen Ärger könnte nun sorgen, wie das Netzwerk biometrische Informationen zu Nutzern gesammelt hat.

"Facebooks Schatz an Gesichtern" Marie-Astrid Langer, San Francisco (9.5.2018)
Der Skandal um Cambridge Analytica hat ein Schlaglicht auf Facebooks Umgang mit Nutzerdaten geworfen. Doch für noch grösseren juristischen Ärger könnte nun sorgen, wie das Netzwerk biometrische Informationen zu Nutzern gesammelt hat. ...
https://www.nzz.ch/wirtschaft/facebooks-schatz-an-gesichtern-ld.1382126?reduced=true

Bemerkenswert.



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Lüngerl #13

Was technisch machbar ist wird auch angewendet werden - auch wenn es das eine oder andere "Scheingefecht" im Vorfeld gibt.


...


Aus: "Aktivisten kritisieren Amazon für Gesichtserkennungssoftware" (23. Mai 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2018-05/datenschutz-amazon-gesichtserkennungssoftware-us-polizei

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[Körperdaten... (Datenbanken, Genetik und Biometrie)]
« Reply #46 on: May 23, 2018, 03:31:23 PM »
Quote
[...] Amazons Dienst Rekognition bietet Gesichtserkennung in Echtzeit, sowohl mit Fotos als auch mit Videostreams. Selbst in großen Menschenansammlungen soll die Amazon-Cloud hundert Personen auf einmal erkennen können. Als Vorzeigekunde dient die Stadt Orlando. "Orlando ist eine Smart City. Es gibt Kameras überall in der Stadt", freut sich Ranju Das, der bei Amazon die Rekognition-Sparte leitet, "Die autorisierten Kameras streamen [an Amazon]. Wir analysieren die Daten in Echtzeit."

Dabei geht es keineswegs nur um die Jagd nach Verbrechern: "Wir gleichen mit der Bildersammlung ab, die [Orlando] hat. Das könnte der Bürgermeister sein, oder [andere] Personen von Interesse, die sie verfolgen wollen." Amazon bewirbt Rekognition insbesondere für staatliche Überwachung, wo es eine "verbreitete Anwendung" werden soll. Die Erkennungsfähigkeiten sollen dank Maschinellem Lernen mit der Zeit immer besser werden.

Der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU (American Civil Liberties Union) stößt insbesondere auf, dass auch eine Polizeibehörde im Bundesstaat Oregon Rekognition einsetzt. Im dortigen County Washington hat der Sheriff 300.000 Fotos von Festnahmen, sogenannte Mugshots, Amazon zum Abgleich zur Verfügung gestellt. Damit können die Beamten sofort erfahren, wo welche Personen vor eine Kamera laufen, die einmal festgenommen worden waren. Zudem können Sheriff-Beamte über ihre Smartphones beliebige Fotos beisteuern.

Die ACLU beschreibt Rekognition als "mächtig und gefährlich", weil es Behörden ermöglicht, Bürgerrechte und -freiheiten im Handumdrehen zu verletzen. Die Organisation sammelt seit Dienstag Unterschriften, um Amazon zu zeigen, dass die Bürger nicht möchten, dass Rekognition den Überwachungsstaat unterstützt. Der Konzern hält unterdessen an seinem Dienst fest und verweist darauf, dass neue Technik nicht verboten werden soll, weil sie missbraucht werden kann.

Wie die Behörden Rekognition konkret einsetzen, wird weitgehend geheimgehalten. Als Argument dient eine gegenüber Amazon eingegangene Schweigeverpflichtung (NDA). Ursprünglich hat Amazon auch empfohlen, die Bilder von Körperkameras der Polizei einzubinden. Diese Empfehlung ist von der öffentlich einsehbaren Rekognition-Website verschwunden, nachdem die ACLU ihre Bedenken geäußert hatte. Zu den ersten öffentlichen Rekognition-Kunden gehört übrigens auch Motorola Solutions, ein Anbieter von Körperkameras.

Selbst wenn Amazon auf das Überwachungsgeschäft mit Behörden verzichtete, müsste es Rekognition nicht einstellen. Nach Angaben von The Verge nutzte jüngst ein TV-Sender Rekognition, um die Gäste einer live übertragenen Hochzeitsfeier zu identifizieren. Und Amazon will als Kunden auch private Arbeitgeber gewinnen, die alle Mitarbeiter am Werksgelände in Echtzeit überwachen wollen. Rekognition ist eine Entwicklung der Firma Orbeus, die seit 2016 Amazon gehört. (ds)


Aus: "Amazon ermöglicht Live-Gesichtserkennung für ganze Städte" Daniel AJ Sokolov (23.05.2018)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Amazon-ermoeglicht-Live-Gesichtserkennung-fuer-ganze-Staedte-4055143.html

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[Die elektronische Gesundheitskarte... ]
« Reply #47 on: May 23, 2018, 03:38:27 PM »
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[....] Nach Gesundheitsminister Jens Spahn und Digital-Staatsministerin Dorothee Bär hat nun Frank Ulrich Montgomery, der Präsident der Bundesärztekammer, die elektronische Gesundheitskarte (eGK) als völlig veraltet bezeichnet. "Wir sollten am besten einmal den Reset-Knopf drücken und über ein neues System nachdenken", sagte Montgomery in einem Interview mit der Rheinischen Post. Die eGK sei konzipiert worden, als die Versicherten noch kein Smartphone hatten. Es gebe sehr gute Gesundheits-Apps, die berücksichtigt werden müssten, meinte Montgomery.

In der Diskussion über die eGK hatte Gesundheitsminister Jens Spahn zuletzt einen kleinen Rückzieher gemacht. Der Ärztezeitung erklärte Spahn, dass er keineswegs das gesamte System der Gesundheitskarte und der medizinischen Telematik-Infrastruktur zerschlagen wolle. "Aber wenn jemand sagt, ich möchte auch per Handy, auf dem Smartphone per App auf meine Daten zugreifen können, dann kann man sich auch möglicherweise für ein, zwei Standards niedriger entscheiden," erklärte Spahn.

Der Vorstoß des "Ärzte-Präsidenten" zielt in dieselbe Richtung einer Smartphone-Integration bei gleichzeitiger Senkung des Datenschutzniveaus. "In Deutschland wird mit dem Datenschutz übertrieben", erklärte Montgomery. Es könne nicht sein, dass künftig Ärzte ihre Patienten über Datenschutzbelange aufklären müssten. Hier müssten pragmatische Lösungen gefunden werden.

Mit den Vorstößen des Gesundheitsministers wie des "Ärzte-Präsidenten" geht die Diskussion in die Richtung, wie Patienten ohne Zugriff auf ein kontaktbasiertes Lesegerät Zugang zu ihren Daten erhalten können. Nach dem auf dem deutschen Ärztetag beschlossenen Antrag fordern die Ärzte dafür ein zweites eHealth-Gesetz. Von Montgomery wie auch von Spahn nicht erwähnt, könnte eine Lösung darin bestehen, dass die nächste Generation der Gesundheitskarte mit einem kontaktlosen Chip zur NFC-Kommunikation ausgestattet wird und mit der Karte, unter ein Handy gelegt, nach der PIN-Eingabe die elektronische Patientenakte (ePA) oder das elektronische Patientenfach (ePF) geöffnet wird. Beide Varianten sind nach Paragraph 391a SGB gesetzlich geregelt.

Während in der elektronischen Patientenakte Behandlungsdaten, Befunde und Laborwerte durch die Ärzte beziehungsweise Leistungserbringer eingetragen werden, speichert der Versicherte selbst im elektronischen Patientenfach eigene Körperdaten, Laborwerte und Bilder. Eine Sonderform bildet das Pilotprojekt TK-Safe, bei dem zunächst die Krankenkasse die ihr vorliegenden Behandlungsdaten einspeichert und den verschlüsselte Zugriff per App durch ein bestimmtes, vom Patienten zu definierendes Smartphone freigibt.

Unterdessen läuft der Ausbau der technischen Infrastruktur (TI) weiter. Nach wie vor ist die Compu Group Medical (CGM) einziger Anbieter von Konnektoren und Schnittstellen zu ihrer Software. Nach Angaben von CGM sind aktuell 25.000 Arztpraxen von etwa 217.000 angeschlossen. Erwartet wird, dass der Konnektor der Telekom im nächsten Monat die TI-Zulassung durch das BSI erhält. Die sichere Kommunikation unter den Ärzten ist nach Angaben der Gematik von der eFail-Schwachstelle nicht betroffen, zumal die Arzt-zu-Arzt-Kommunikation derzeit nur in einigen Testpraxen ausprobiert wird. (Detlef Borchers) / (anw)



Aus: "Elektronische Gesundheitskarte: Ärzte wollen den Reset-Knopf drücken" (22.05.2018)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Elektronische-Gesundheitskarte-Aerzte-wollen-den-Reset-Knopf-druecken-4053610.html

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[Körperdaten... (Datenbanken, Genetik und Biometrie)]
« Reply #48 on: August 06, 2018, 02:23:16 PM »
Quote
[...] Biometrische Daten wie zum Beispiel Fingerabdrücke können einen Menschen eindeutig identifizieren. Doch auch für Cyber-Kriminelle sind sie interessant. Eine TV-Reportage zeigt: Der Handel mit biometrischen Daten scheint zu boomen [Die Reportage „Pässe für Kriminelle: Biometrischer Datenhandel im Dark Web“ läuft am 6. August um 22.45 Uhr in der „Story im Ersten“.].

... Im Dark Web würden Hunderte Ausweise mit biometrischen Daten angeboten, fanden die Reporter heraus. Für 3000 Euro hätten sie einen Pass mit frei wählbaren biometrischen Merkmalen kaufen können. Der „Islamische Staat“ (IS) nutzte gefälschte Fingerabdrücke, um Finanztransaktionen zu tätigen.

...


Aus: "Weltweit Millionen biometrische Daten gestohlen" (06.08.2018)
Quelle: http://www.kn-online.de/Nachrichten/Medien/Weltweit-Millionen-biometrische-Daten-gestohlen


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[Die elektronische Patientenakte... ]
« Reply #49 on: October 16, 2018, 04:38:26 PM »
Quote
[...] Sie gilt als die „Killer-Applikation“ im Gesundheitswesen: Die elektronische Patientenakte soll endlich alle Befunde, Diagnosen, Röntgenbilder oder Verschreibungen der Krankenversicherten bei Bedarf verfügbar machen, um die medizinische Versorgung zu verbessern. Sie soll spätestens 2021 allen gesetzlich Versicherten zur Verfügung stehen. Einzelne Krankenkassen sind schon mit eigenen Akten gestartet, ohne auf gemeinsame Standards zu warten. Doch diese sind notwendig, damit zum Beispiel ein Versicherter seine Daten bei einem Kassenwechsel mitnehmen kann. Auf Druck von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) haben sich die maßgeblichen Akteure nun auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt.

Bisher standen sich zwei verschiedene Ansätze gegenüber: Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) haben eine Akte entwickelt, bei der die Daten der Versicherten auf den Rechnern von Ärzten und Krankenhäusern verbleiben. Eine App auf dem Smartphone gewährleistet den Zugriff auf diese Informationen. Diese Lösung ist zwar sehr sicher, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Fährt ein Mediziner beispielsweise seinen Praxiscomputer herunter, dann kommt der Patient nicht mehr an die Daten heran. Deshalb setzt das Konkurrenzmodell, etwa die Gesundheitsakte der Techniker Krankenkasse (TK), auf eine zentrale Speicherung. Hier werden die Daten in extra Rechenzentren in Deutschland abgelegt. Zwar sind große Datensammlungen anfälliger für Sicherheitsprobleme. Die Verschlüsselung soll nach Zusicherung der TK aber so sicher sein, dass ein Zugriff Unberechtigter ausgeschlossen ist.

Der zwischen den Verbänden von Krankenkassen und Ärzten jetzt vereinbarte Kompromiss, festgehalten in einer dreiseitigen Absichtserklärung, sieht als Standard eine zentrale Speicherung der Patientendaten vor. Der Versicherte allein bestimmt danach, wer darauf Zugriff bekommt. Er kann also zum Beispiel seinem Hausarzt erlauben, auf ein bestimmtes Röntgenbild zuzugreifen. Gleichzeitig könnte er aber den Zugriff auf die Diagnose eines aufgesuchten Psychiaters sperren. Diese Informationen wären dann für alle anderen unsichtbar. Die Datenhoheit liegt also weiterhin ausschließlich beim Versicherten.

Die technischen Standards dieser Struktur sollen nun bis Ende des Jahres von der Gematik, der gemeinsamen IT-Gesellschaft von Kassen, Ärzten, Kliniken und Apotheken, erarbeitet werden. Der Spitzenverband der Krankenkassen ist dafür zuständig, den Aufbau der Patientenakte zu definieren. Als dritter Beteiligter soll der Verband der Kassenärzte auf Basis internationaler Standards die Formate der medizinischen Daten festlegen.

Bezeichnend ist, dass die Absichtserklärung keine Aussagen zur elektronischen Gesundheitskarte enthält. Die spielt nach den Vorstellungen von Minister Spahn und der Kassen beim Thema Patientenakte keine Rolle mehr. Vielmehr dürfte sich beim Zugriff auf die Akte eine Kombination aus Nutzernamen und PIN durchsetzen. Die Gesundheitskarte wird auch künftig lediglich als Versicherungsnachweis benötigt.


Aus: "Der Patient behält die Hoheit" Timot Szent-Ivanyi (16.10.2018)
Quelle: http://www.fr.de/wirtschaft/elektronische-patientenakte-der-patient-behaelt-die-hoheit-a-1601968

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[Körperdaten... (Datenbanken, Genetik und Biometrie)]
« Reply #50 on: February 07, 2019, 10:24:02 AM »
Quote
[...] Unter dem Stichwort „Interoperabilität“ werden die großen EU-Datenbanken im Bereich Justiz und Inneres vernetzt. Fingerabdrücke und Gesichtsbilder landen mit Personendaten in einem durchsuchbaren „Identitätsspeicher“. Der Datenverkehr soll drastisch steigen, allein Europol rechnet mit 100.000 Abfragen täglich.

Die Europäische Union stattet alle Informationssysteme, die biometrische Daten enthalten, mit neuen Funktionen aus. Sie werden teilweise zusammengelegt und mit einem Klick durchsuchbar gemacht. Darauf haben sich gestern die Verhandler aus dem EU-Parlament und dem Ministerrat geeinigt, schreibt die rumänische Ratspräsidentschaft. Damit endet das Ringen um einen biometrischen Datenspeicher, in dem verknüpft mit Personendaten hunderte Millionen von Fingerabdrücken und Gesichtsbildern lagern werden.

Gespeichert werden die Daten zentral bei der Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen (eu-LISA) in Tallinn. Die Agentur ist auch für die technische Verwaltung und die sichere Datenübertragung im Betrieb zuständig. 2020 beginnt die technische Umsetzung, bis 2023 sollen die neuen Fähigkeiten nutzbar sein. Der genaue Wortlaut der beiden abgestimmten Verordnungen für die „polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit, Asyl und Migration“ sowie „Grenzen und Visa“ ist noch nicht veröffentlicht. Der Rat hatte jedoch seine Verhandlungsposition vom Dezember online gestellt. Bevor die Verordnungen rechtskräftig werden, müssen sie vom Rat und dem Parlament formal verabschiedet werden.

Die neuen Gesetze betreffen vor allem das Schengener Informationssystem (SIS II). Die größte Fahndungsdatenbank Europas enthält Ausschreibungen zur Einreise- oder Aufenthaltsverweigerung und zur Verhaftung oder zur verdeckten Kontrolle von Verdächtigen. An die „Interoperabilität“ werden außerdem das System Eurodac mit Fingerabdruckdaten von Asylbewerbern und Drittstaatsangehörigen sowie das Visa-Informationssystem (VIS) angeschlossen. Dort finden sich Angaben zu AntragstellerInnen von Kurzaufenthaltsvisa sowie deren EinladerInnen, darunter auch biometrische Daten.

Die im SIS, VIS und in Eurodac gespeicherten Fingerabdrücke und Gesichtsbilder werden jetzt mit den dazugehörigen Personendaten in einem „Gemeinsamen Identitätsspeicher“ abgelegt. Jede erfasste Person erhält dort eine „individuelle Datei“, die von Zehntausenden zugangsberechtigten BeamtInnen in der Europäischen Union mit einem ebenfalls neuen „Europäischen Suchportal“ bedient werden kann.

Die Suchmaschine soll nicht nur das SIS, das VIS und Eurodac abfragen, sondern greift bei jeder Überprüfung einer Person auch auf Daten bei der Polizeiagentur Europol und bei Interpol zu. Als Schnittstelle zur „Interoperabilität“ führt die Kommission ein neues „universelles Nachrichtenformat“ (UMF) ein, das federführend vom Bundeskriminalamt entwickelt worden ist und jetzt von allen Beteiligten installiert werden muss. Die Abfragen bei Europol erfolgen ebenfalls über ein neues Protokoll, das dort als „Querying Europol Systems“ (QUEST) firmiert.

Zunächst müssen alle vorhandenen biometrischen Daten in den neuen „Gemeinsamen Identitätsspeicher“ überführt werden. Sie werden dann über einen „Dienst für den Abgleich biometrischer Daten“ auf bereits vorhandene Fingerabdrücke oder Gesichtsbilder überprüft. Auch jeder neue Eintrag durchläuft diese Prozedur.

Im Hintergrund läuft außerdem ein „Detektor für Mehrfachidentitäten“, der nach Verknüpfungen zwischen den biometrischen Daten und ihnen zugeordneten Ausweisdokumenten sucht. Im Fokus stehen Personen, deren Fingerabdrücke mehr als einer Identität zugerechnet werden. Zwar verfügen die existierenden Datenbanken bereits über ein solches Suchsystem für Fingerabdrücke. Mit dem Vorschlag der „Interoperabilität“ soll jedoch die gleichzeitige Abfrage mehrerer Systeme erleichtert werden.

Findet der „Detektor für Mehrfachidentitäten“ eine Auffälligkeit, wird für die betreffende Person und die dazugehörigen biometrischen Daten eine vorübergehende „Identitätsbestätigungsdatei“ angelegt. Geraten die Betroffenen in eine Polizeikontrolle oder werden bei einer der beteiligten Behörden vorstellig, müssen die Angaben überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Die Software soll so gestaltet werden, dass „kleinere Transliterations- oder Buchstabierfehler“ zwar entdeckt werden, aber nicht in jedem Falle „beschwerende Maßnahmen“ für den betreffenden Drittstaatsangehörigen zur Folge haben. Wie dies technisch umgesetzt werden soll, ist aber unklar.

Die „Identitätsbestätigungsdatei“ zeigt eine gelbe oder rote Warnmeldung an. Diese deuten beispielsweise darauf hin, dass die Person unterschiedliche Identitäten benutzt (gelb) und sich dabei vielleicht strafbar macht (rot). Vielreisende und EU-Staatsangehörige werden, wenn keine Gefahr droht, mit weiß und grün markiert. Ergibt die Prüfung, dass eine rote Meldung bestätigt wird, sollen „geeignete Maßnahmen ergriffen werden“. Dies kann die Vernehmung oder Festnahme der Person bedeuten.

Zusätzlich zu den drei bestehenden Datenbanken will die Europäische Union drei neue zentrale Systeme errichten, die ebenfalls im Rahmen der Verordnungen zu „Interoperabilität“ miteinander vernetzt werden. Ein „Einreise-/Ausreisesystem“ (EES) soll biometrische Daten von allen Drittstaatsangehörigen erfassen, wenn sie eine Außengrenze der Europäischen Union überschreiten. Als weitere Datensammlung wird das kürzlich beschlossene „Europäische Strafregisterinformationssystem für Drittstaatsangehörige“ (ECRIS-TCN) in die neue „Interoperabilität“ integriert. Es dient dem Austausch von Informationen zu strafrechtlichen Verurteilungen von Drittstaatsangehörigen, auch wenn diese ihren Wohnsitz in der Europäischen Union haben.

Auch wenn sie kein Visum benötigen, sollen sich schließlich alle Reisenden vorher bei der Europäischen Union anmelden. Hierzu startet die Kommission ein „Europäisches Reiseinformations- und genehmigungssystem“ (ETIAS)‚ bei dem der Zeitpunkt und der Zweck der Reise sowie der geplante Verlauf angegeben werden muss. Findet sich bei der automatischen Überprüfung der Person ein Treffer in vorhandenen Datenbanken, wird die Einreise unter Umständen verweigert.

Für die Bearbeitung von Anträgen auf Reisegenehmigungen soll das ETIAS auch das Informationssystem bei Europol (EIS) nutzen. Dies würde den dortigen Datenverkehr drastisch erhöhen. Derzeit werden bei Europol mehr als 100.000 Abfragen pro Monat vorgenommen, mit dem ETIAS soll dieser Wert an einem einzigen Tag erreicht werden.

Der frühere Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte das Projekt „Interoperabilität“ als „Zusammenlegung der Datentöpfe“ bezeichnet. In der englischen Fassung ihrer Pressemitteilung sprach die Kommission gestern davon, dass die Informationssysteme besser „miteinander reden“ sollen. Die darin erfassten Daten sollen „einander ergänzen“.

Tatsächlich bleiben die existierenden Datenbanken in ihrer jetzigen Form erhalten, für ihre Vernetzung in einem „Datentopf“ wird aber jede einzelne Verordnung angepasst. Dabei wird der Zugang von Ermittlungsbehörden mitunter erweitert. Das wird begünstigt durch die Zwecke, die das Projekt „Interoperabilität“ verfolgt. So soll nicht nur die missbräuchliche Verwendung von Identitäten aufgespürt werden. Es dient außerdem der Bekämpfung irregulärer Migration, der Verbesserung des „Außengrenzenmanagements“ sowie ganz allgemein der „Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie des Schutzes der inneren Sicherheit“.

Auch der Zweck für das „Einreise-/Ausreisesystem“, das in seiner ursprünglichen Fassung lediglich Reisende mit überzogenem Visa aufspüren sollte, wurde erweitert. Die Einrichtung war mit über einer Milliarde Euro veranschlagt, zur Umsetzung der gemeinsamen Visumpolitik erschien dies vielen Regierungen jedoch zu teuer. Deshalb sollen jetzt auch ErmittlerInnen unter bestimmten Umständen auf die dort gespeicherten Daten zugreifen. Erst dieser erweiterte Zweck macht das System aus Sicht der Kommission profitabel. Auch in Eurodac, im VIS und im ETIAS wurde die Strafverfolgung als sekundäres Ziel festgelegt.

Die Suche im „Gemeinsamen Speicher für Identitätsdaten“ zu Strafverfolgungszwecken und zur Gefahrenabwehr ist derzeit beschränkt auf Ermittlungen zu terroristischen und sonstigen schweren Straftaten. Auch die EU-Polizeiagentur darf auf sämtliche Daten zugreifen und wird mithilfe einer „Trefferkennzeichnungsfunktion“ benachrichtigt, wenn eine andere Behörde über die Suchmaschine bei Europol fündig geworden ist. Die Agentur kann dann Kontakt mit den ErmittlerInnen im Mitgliedstaat aufnehmen und eigene Erkenntnisse beisteuern.

Schließlich entsteht als fünfte „Interoperabilitätskomponente“ auch ein „Zentraler Speicher für Berichte und Statistiken“, über den jederzeit die Zahl von Speicherungen und Abfragen festgestellt werden kann. Die Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen nutzt ihn für regelmäßige Berichte zur „Interoperabilität“. In 2023, nachdem das Vorhaben komplett umgesetzt worden ist, sollen die neuen Funktionen evaluiert werden. Für die Überprüfung der Verknüpfungen im „Gemeinsamen Identitätsspeicher“ ist dann die Agentur für die Grenz- und Küstenwache Frontex zuständig.

Laut der Kommission kostet die „Interoperabilität“ bis 2027 rund 425 Millionen Euro. Hinzu kommen Ausgaben für für die Entwicklung des EES in Höhe von 480 Millionen, das ETIAS kostet demnach 210 Millionen und die Erneuerung des SIS II 68 Millionen. Weitere Gelder werden für die Weiterentwicklung von Eurodac und VIS benötigt. Die Kosten der zentralen Systeme werden aus dem Gesamthaushalt der Union übernommen. Für deren nationale Anbindung müssen die Mitgliedstaaten beziehungsweise Europol aufkommen. Die Regierungen können hierfür Mittel aus dem Fonds für die innere Sicherheit beantragen.


Aus: "EU legt biometrische Datentöpfe zusammen" Matthias Monroy (06.02.2019)
Quelle: https://netzpolitik.org/2019/eu-legt-biometrische-datentoepfe-zusammen-jetzt-droht-der-abfrage-tsunami/

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« Reply #51 on: February 10, 2019, 01:09:25 PM »
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[...] In den Labors des Landeskriminalamts (LKA) in Rampe bei Schwerin finden die Fachleute fast täglich genetische Hinweise auf mögliche Täter. Wie aus der Fallstatistik für Mecklenburg-Vorpommern hervorgeht, konnten im Jahr 2018 in 290 Fällen sichergestellte DNA-Spuren konkreten Personen zugeordnet werden. In 70 Fällen stellten die Ermittler anhand des an mehreren Orten gefundenen Erbgutes Tatzusammenhänge her.

Wie eine LKA-Sprecherin sagte, wird die Gen-Analyse seit 1996 systematisch eingesetzt. Sie sei inzwischen fester Bestandteil der forensischen Untersuchung und unverzichtbares Mittel zur Aufklärung verschiedenster Straftaten. Dazu gehöre die Suche nach Mördern und Vergewaltigern ebenso wie etwa Ermittlungen zu Einbruchserien.

In Anbetracht der Kriminalitätslage in Mecklenburg-Vorpommern bildeten aber DNA-Spuren, die nach größeren Diebstahlsdelikten sichergestellt worden seien, den Schwerpunkt. Laut amtlicher Kriminalitätsstatistik hatte es im Jahr 2017 im Nordosten fünf Mordfälle gegeben, die alle aufgeklärt wurden. Die Zahl der registrierten Diebstähle lag landesweit bei etwa 35.000. Jeder dritte wurde aufgeklärt. Wie oft dabei DNA-Analysen halfen, wurde nicht erfasst.

Nach LKA-Angaben gehen pro Jahr im Fachbereich DNA-Analytik etwa 3000 Anträge ein. Für die Biologen, Mikrobiologen und Genetiker dort bedeute dies, 12.000 bis 15.000 Einzelspuren auszuwerten und die Ergebnisse mit vorhandenen Datensätzen abzugleichen. In der seit 1998 bestehenden bundesweiten Analyse-Datei seien inzwischen 330.000 DNA-Spuren unbekannter Verursacher und etwa 870.000 DNA-Muster bekannter Personen erfasst. Aus Mecklenburg-Vorpommern stammen laut LKA 6000 Spuren-Datensätze und gut 14.700 von Personen.

Die Nutzung modernster Analysemethoden und regelmäßiger Datenabgleich führten auch dazu, dass unaufgeklärte Fälle aus der Vergangenheit doch noch erfolgreich abgeschlossen werden könnten. Als Beispiel nannte die LKA-Sprecherin die Aufklärung des sexuellen Missbrauchs eines Elfjährigen in Schwerin aus dem Jahr 2015. Der Täter sei im Januar 2017 ermittelt worden. In Erinnerung sind zudem der Mord an einer 29-jährigen Joggerin in einem Wald zwischen Lübeck und Herrnburg von 2013 und der Fund der Leiche eines neugeborenen Mädchens in Wittenburg Anfang 2017. In beiden Fällen habe die DNA-Analyse maßgeblich zur Aufklärung der Straftaten beigetragen.

Die LKA-Sprecherin betonte, dass es für die Erhebung, Auswertung und Speicherung genetischer Merkmale strenge Vorschriften gebe. Eine Speicherung in der DNA-Analyse-Datei etwa setze generell entweder die Einwilligung des Betroffenen oder eine richterliche Anordnung voraus.

(tiw)


Aus: "Spurensuche im Kleinen – DNA-Analyse hilft bei Verbrechensaufklärung" (10.02.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Spurensuche-im-Kleinen-DNA-Analyse-hilft-bei-Verbrechensaufklaerung-4303181.html

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« Reply #52 on: March 13, 2019, 10:10:04 AM »
Quote
[...] EU-Bürger müssen sich künftig bei der Ausweisbeantragung einer erkennungsdienstlichen Behandlung mit der Abgabe auch zweier Fingerabdrücke unterziehen. Für den Beschluss einer entsprechenden Verordnung für sicherere Dokumente zum Identitätsnachweis im Plenum hat sich am Montag in Straßburg der federführende Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres des EU-Parlaments ausgesprochen und damit die Annahme des Dossiers durch die Vollversammlung der Abgeordneten empfohlen.

Für den Entwurf stimmten 30 Volksvertreter, 20 waren dagegen, zwei enthielten sich. Die digitalen Fingerabdrücke müssen laut der Entscheidung zusammen mit einem Gesichtsbild in neu ausgestellte Ausweispapiere eingebaut werden. Zugriff auf die erweiterten biometrischen Daten sollen etwa Polizei, Zoll, Steuerfahndung und Meldebehörden erhalten. Es ist vorgesehen, die Merkmale nur auf einem RFID-Chip zu speichern.

Referenzdaten bei den Meldebehörden sollen eigentlich hochsicher verwahrt und spätestens 90 Tage nach der Ausgabe der Dokumente gelöscht werden. Die EU-Gremien haben mit ihrer Übereinkunft aber auch einen Zusatz in Artikel 10 eingebaut, wonach die Mitgliedsstaaten die biometrischen Informationen auch für andere, nicht näher bestimmte Zwecke jenseits der "Personalisierung" der Ausweise und die reine Identitätsprüfung verwenden dürfen. Einzige Bedingung dafür ist, dass die weiteren Nutzungsformen im Einklang mit dem allgemeinen EU-Recht und nationalen Gesetzen stehen.

Fünf Bürgerrechtsorganisationen hatten die Ausschussmitglieder Ende vorige Woche gewarnt, dass die Klausel den EU-Ländern einen Freibrief ausstelle, die sensiblen Daten anderweitig zu verwenden oder eventuell sogar in einem zentralen Informationssystem zu speichern. Generell stelle die Initiative einen "unverhältnismäßigen Bruch der Rechte auf Privatheit und Datenschutz" sämtlicher EU-Bürger dar. Die Notwendigkeit der Maßnahme sei nicht belegt.

Der parlamentarische Berichterstatter Gérard Deprez räumte ein, dass es "große Meinungsunterschiede" rund um die Initiative gebe. Letztlich entschieden die Mitgliedsstaaten aber souverän, ob sie überhaupt Personalausweise ausstellten. Die verpflichtende Aufnahme der biometrischen Merkmale diene dazu, die Sicherheit in der EU allgemein und die der Identifizierung zu verbessern. Der Liberale unterstrich, dass für die Fingerabdrücke keine nationale oder europäische Datenbank geschaffen werden solle.

Parallel baut die EU faktisch aber bereits eine biometrische Superdatenbank mit der Verknüpfung zahlreicher Informationssysteme im Sicherheitsbereich auf. Datenschützer befürchten, dass die Fingerabdrücke aus Ausweisen der EU-Bürger bei diesem virtuellen Verbund nicht lange außen vorbleiben.

Hierzulande müssen Antragsteller für den elektronischen Personalausweis bisher lediglich ein Gesichtsbild liefern, das als biometrisches Merkmal auf dem Funkchip aufbewahrt wird. Zwei Fingerabdrücke abzugeben und mit einzubauen ist – im Gegensatz zum nicht obligatorischen Pass – noch freiwillig.

Alle Ausweise sollen in der EU künftig im Kreditkartenformat ausgestellt werden und die europäische Flagge zeigen. Dazu kommen wird eine maschinenlesbare Zone. Insgesamt müssen die Mindeststandards für Sicherheit der Internationalen Zivilen Luftfahrtorganisation (ICAO) eingehalten werden.

Ältere Hoheitsdokumente, die den Vorgaben nicht entsprechen, sollen spätestens nach zehn Jahren ungültig werden. Für über 70-Jährige gelten längere Übergangsfristen. Ausweise für Kinder, die ebenfalls mit Fingerabdrücken versehen werden müssen, sollen weniger als fünf Jahre gelten. Die neuen Vorgaben werden nach zwei Jahren direkt in allen Mitgliedsstaaten in Kraft treten, nachdem das Plenum und der EU-Rat zugestimmt haben. (olb)



Aus: "EU-Parlament: Speicherpflicht für Fingerabdrücke im Personalausweis kommt"  Stefan Krempl  (12.03.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Personalausweis-EU-Politiker-stimmen-fuer-obligaten-Einbau-von-Fingerabdruecken-4332389.html

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     hanswurstsalat, 12.03.2019 08:02

Niemand hat die Absicht eine Datenbank zusammenzuführen. Ja ne, ist klar. Dann haben "wir" die Absicht eben in 5 Jahren.


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     Prokrastes, 12.03.2019 09:41

Warum so inkonsequent?

Verpflichtende Abgabe von DNA-Material, Retina-Scan und 3D-Plastik des Kopfes, das sollte uns unsere Sicherheit doch wohl wert sein.
Eine Implantation eines (leitungsfähigen, d.h. Reichweite > 50m) RFID-Transponders mit der Personenkennzahl sollte auch obligatorisch werden.


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« Reply #53 on: August 07, 2019, 01:35:56 PM »
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[...] Im Bürgerkriegsland Jemen spielt sich eine humanitäre Katastrophe ab. 20 Millionen Menschen leiden Hunger, es fehlt an sauberem Trinkwasser, Krankheiten wie Cholera breiten sich aus. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat ein umfassendes Hilfsprogramm für unterernährte Kinder, Schwangere und stillende Mütter aufgelegt. Im Juni wurde diese Hilfe allerdings teilweise ausgesetzt, weil Nahrungsmittel immer wieder von Huthi-Rebellen abgezweigt und den Bedürftigsten vorenthalten werden.

Immer wieder werden in verwüsteten Gegenden Hilfsprogramme missbraucht, und die Stärksten bereichern sich. Das WFP argumentiert, nur mit biometrischen Prüfungen könnten die Hilfsgüter die wirklich Bedürftigen sicher erreichen. Sonst fließe das Geld an Kriegsparteien, das könne man als humanitärer Helfer nicht zulassen. Doch das Misstrauen gegen die internationale Organisation ist groß, und einmal mehr stößt der Einsatz biometrischer Systeme auf Widerstand.

In Jemen hatte das Welternährungsprogramm mit den Huthi-Rebellen ein Abkommen über ein biometrisches Authentifizierungssystem geschlossen. Die Bedürftigen sollten sich mit Fingerabdrücken sowie Iris- und Gesichtsscans in einer Datenbank registrieren, um Zugang zu Hilfsgütern zu erhalten. Aber noch bevor das System tatsächlich zum Einsatz kam, kam es zum Streit über die Verwaltung der Datenbank. Die Rebellen bestehen auf die Kontrolle über die Daten. Die nationale Hilfsbehörde Namcha geißelte die Datensammlung gar als "Geheimdienstoperation" - die die nationale Sicherheit gefährde.

Die Rebellen befürchten, dass die sensiblen Daten in den Händen ihrer Feinde landen: der Saudis, die das Land bombardieren. Und sie fürchten, dass einzelne Bürger ins Visier der saudischen Militärkoalition geraten könnten. Deshalb fordern sie, eine lokale Behörde müsse die Daten verwalten. Die UN verlangen ihrerseits Zugang zu den Daten und machten die biometrische Registratur zur Bedingung von Hilfslieferungen. Nur so könnten Helfer die Bedürftigen in dem zerrütteten Land identifizieren.

Nun könnte man angesichts des Leids der Menschen in Jemen einen solchen Streit als sekundär abtun, nach dem Motto: Wer braucht noch Privatsphäre, wenn er nicht einmal etwas zu essen hat? Bei Bedrohung für Leib und Leben muss das Recht auf informationelle Selbstbestimmung doch hintanstehen.

Doch so eine rein auf den Nutzen fokussierte Betrachtungsweise würde bedeuten, armen Menschen das Recht auf Datensouveränität abzusprechen - und damit einer Entwicklung Vorschub leistet, bei der Privatsphäre zu einer Frage des Geldbeutels wird.

Der Bürgerrechtsaktivist Mark Latonero von der NGO Data & Society bezeichnete die konditionierten Hilfen in einem Gastbeitrag für die New York Times als "Überwachungs-Humanitarismus": Die Datensammelsysteme würden die Schwächsten noch verwundbarer machen. Wenn die Daten eines Individuums oder einer Gruppe gehackt würden, könnte dies zu Vergeltungsmaßnahmen führen. Trotz der hehren Absicht basiere die Entscheidung, biometrische Identifizierungssysteme zu installieren, auf einer Reihe von Fehleinschätzungen, zum Beispiel der, dass Technologie politische Probleme "lösen" könne. Latonero befürchtet, dass eine "digitale Unterklasse" entsteht. Die sei dann gezwungen, ihre persönlichsten Daten im Austausch gegen Grundbedürfnisse wie Nahrungsmittel zu tauschen - ohne Würde, ohne Wahl. Latonero warnt, dass ausgerechnet Hilfsorganisationen zu "den größten Datenbrokern in Krisenregionen" mutieren könnten - eine Rolle, die sonst vor allem kommerziellen Akteuren zugeschrieben wird.

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) hat 2013 in Malawi ein "biometrisches Identitätsmanagement-System" (Biometric Identity Management System) gestartet. Mittlerweile ist es auf 43 Länder ausgedehnt, in seiner Datenbank sind Fingerabdrücke, Gesichts- und Irisscans von 4,4 Millionen Erwachsenen und Kindern über fünf Jahren gespeichert. Bis 2020 soll das System in 75 Ländern verfügbar sein und eine der größten multinationalen biometrischen Datenbanken sein. Flüchtlinge und Staatenlose werden mit einer Technik registriert, mit der einst Kriminelle und Kranke erfasst werden. Ende des 19. Jahrhunderts ließ der französische Kriminalist Alphonse Bertillon Jochbeinbreite, Armspannbreite und Ohrenlänge von Verdächtigen vermessen. Diese anthropometrischen Methoden kehren nun in neuem Gewand zurück. Was die Frage aufwirft: Zementiert die Technologie den sozialen Ausschluss noch weiter?

In einem internen Prüfbericht des UNHCR wurden zudem Zweifel an der Datensicherheit geäußert: Zwar würden die biometrischen Daten auf lokalen verschlüsselten Servern gespeichert und gelöscht, sobald sie mit dem Zentralserver synchronisiert würden. Trotzdem bestünden Risiken des Datendiebstahls. In mehreren Fällen, unter anderem in Thailand, seien die Serverräume einige Zeit unbeaufsichtigt und nicht abgeschlossen gewesen.

Die Journalistin und Medientheoretikerin Ariana Dongus argumentiert, die Flüchtlingscamps des UNHCR seien "Versuchslabore für biometrische Datenerfassung": Neue Technologien würden im globalen Süden getestet, bis sie in der westlichen Welt als sicher und damit verkäuflich gelten. Die neomarxistische These: Der Norden liefert die Technik, den Menschen im unterentwickelten Süden bleibt nichts anderes übrig, als diese zu nutzen. Die Abhängigkeit geht weiter.

Aus den biometrischen Identifikationssystemen ist längst ein großes Geschäft geworden. Die britische Firma Iris Guard hat in Kooperation mit dem UNHCR in einem Supermarkt im jordanischen Flüchtlingslager Zaatari ein Blockchain-basiertes Bezahlsystem eingeführt. Der Kunde authentifiziert sich per Augenscan. Statt ins Portemonnaie zu greifen schaut er einfach in schwarzes Gerät mit zwei kleinen Scheinwerfern.

Iris Guard ist schon länger im Geschäft. 2001 hat das Unternehmen die Vereinigten Arabischen Emirate beim Aufbau einer biometrischen Einwanderungsdatenbank unterstützt. Ziel war, illegale Einwanderung zu stoppen. Wanderarbeiter aus Indien oder Pakistan werden seitdem per Iris-Scan bei der Einreise registriert. In Südafrika stellt die Sozialbehörde SASSA seit 2012 in Kooperation mit dem Kreditkartenanbieter Mastercard eine biometrische Ausweiskarte aus. Der Berechtigungsausweis identifiziert rechtmäßige Sozialhilfeempfänger anhand von Fingerabrücken oder der Stimme.

Auch in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, hat Mastercard 120 Millionen "gebrandete" ID-Karten ausgestellt, die sowohl als Kreditkarte als auch als Reisepass fungieren. Im postnationalen Staat weist man sich mit dem Logo eines Kreditkartenunternehmens und seinen Körpermerkmalen aus.

In Indien, wo die britische Kolonialverwaltung Mitte des 19. Jahrhunderts Fingerabdrücke als Kontroll- und Identifikationsmittel der "Einheimischen" einführte, hat die Regierung mit finanzieller Unterstützung der Bill and Melinda Gates Foundation die biometrische Datenbank Aadhaar aufgebaut, wo sich Bürger per Fingerabdruck und Iris-Scan für Sozialleistungen wie Essensrationen oder Flüssiggas registrieren müssen. Ironie der Geschichte: Im postkolonialen Indien werden die Menschen also ähnlichen Techniken vermessen, die bereits zur Kolonialzeit zum Einsatz kamen. Obwohl das System gravierende Sicherheitslücken aufweist - es kam bereits zu mehreren Identitätsdiebstählen - und datenschutzrechtlich umstritten ist, wird es von Bill Gates in den höchsten Tönen gelobt.

Der amerikanische Medienwissenschaftler Jonathan Beller stellt in seinem Buch "The Message is Murder: Substrates of Computational Capital" die These auf, dass mit den computergestützten Registraturen eine koloniale Praxis aktualisiert werde. "Wie Metriken, die bei der Konstruktion von Sklavenschiffen, den Geschäftsbüchern der Britischen Ostindien-Kompanie, dem Plantagenmanagement und den Monopolkartellen genutzt wurden, sind die (Bio-)Metriken der Datenüberwachung die modernen Metriken der Bewertung." Biometrie-Systeme erlaubt es Unternehmen, nicht nur biopolitisches Identitäts-Management zu installieren, sondern auch Kapital abzuschöpfen.

Auf dem Bildschirm des Geldautomaten von Iris Guard in Jordanien erscheint das Auge des Flüchtlings in einer bizarren Nahaufnahme, darunter stehen skalierbare Werte wie Sättigung, Fokus und Qualität sowie Parameter "nahe", "in Reihe", "weit weg" und "kein Subjekt". Das macht deutlich, wie der Mensch über Biometrie-Systeme zum Objekt degradiert wird. Wer blind ist oder Schwielen an den Händen hat, kann schon gar nicht mehr als Subjekt erkannt werden und folglich auch keines sein. Und wer keine Daten von sich preisgibt, wird auch nicht als Hilfsbedürftiger anerkannt. Der Konflikt zwischen dem Welternährungsprogramm und den Huthi-Rebellen zeigt, wie Macht auch über digitale Erkennungstechniken ausgeübt werden kann. Den Hungernden wird die Pistole auf die Brust gesetzt: Daten oder Leben.


Aus: "Ohne Gesichts-Scan kein Essen" Adrian Lobe (6. August 2019)
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/digital/biometrie-jemen-huthi-fingerabdruck-iris-scan-gesichtserkennung-1.4551132

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« Reply #54 on: September 05, 2019, 09:33:51 AM »
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[...] Das US-Start-up Recombinetics aus Minnesota muss Aussagen über die Sicherheit und Präzision seiner Gen-Editiertechnik bei der Erzeugung von hornlosen Milchrindern revidieren. Diesen wachsen nach Löschen von etwa zehn DNA-Buchstaben und dem Hinzufügen 212 neuer keine gefährlichen und nur schmerzhaft zu entfernenden Hörner mehr.

Doch bei einer Prüfung fanden Wissenschaftler der US-Zulassungsbehörde FDA im Genom eines der gentechnisch veränderten Bullen namens Buri auch bakterielle DNA, schreibt Technology Review online in "Erbgut gen-editierter Rinder enthält unerwünschte DNA". Darunter war auch ein hochproblematisches Gen, das Antibiotikaresistenz verleiht. Die unerwünschte DNA ist Teil des Gen-Taxis, das die gewünschten Änderungen einschleusen und planmäßig nur kurz in den Zielzellen verbleiben sollte, meldeten die FDA-Wissenschaftler unter der Leitung von Alexis Norris und Heather Lombardi im Juli in einem Fachartikel.

Noch ist nicht klar, ob die dauerhaft eingefügte bakterielle DNA ein größeres Risiko darstellt. Es ist unwahrscheinlich, dass es für das Rind oder jemanden, der sein Fleisch isst, ein Problem wäre. Die Sorge besteht vielmehr darin, dass das Antibiotikaresistenz-Gen von einer der Milliarden Bakterien im Darm oder Körper eines Rindes aufgenommen werden könnte.

Recombinetics, das die Tiere stets als 100-prozentig genetisch reine Rinder angepriesen hat, will das Verbleiben der Bakterien-DNA nicht gemerkt haben. "Es war nicht zu erwarten, und wir haben nicht danach gesucht", sagt Tad Sontesgard, Geschäftsführer der Recombinetics-Tochterfirma Acceligen, der die Tiere gehören. Er gibt zu, dass eine umfangreichere Prüfung nötig gewesen wäre.


Aus: "FDA findet Bakterien-DNA in gen-editierten Rindern" Veronika Szentpetery-Kessler (05.09.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/FDA-findet-Bakterien-DNA-in-gen-editierten-Rindern-4513657.html

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     rdoch, 05.09.2019 08:01

Hirnlos?

bastelt hornlos. Eine Bedrohung für die Bevölkerung kann zum aktuellen Zeitpunkt ausgeschlossen werden. Weitergrasen!

Wir sind Gott!


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« Reply #55 on: October 03, 2019, 11:21:22 AM »
Quote
[...] Die US-Regierung will DNA-Proben von allen festgenommenen Einwanderern nehmen, die ohne reguläre Papiere eingereist sind. Die Informationen sollen in einer nationalen Datenbank zusammen mit DNA-Profilen von Kriminellen gespeichert werden, sagten Regierungsvertreter am Mittwoch. Der Schritt soll Einwanderungspolizei und Grenzschützern demnach mehr Möglichkeiten geben, Menschen bei einer illegalen Einreise in die USA zu identifizieren. Auch andere Behörden hätten dann Zugriff auf die Daten.

Wie die New York Times berichtet, werden davon Hunderttausende Einwanderer betroffen sein. Allein zurzeit warten etwa 40.000 Einwanderer in US-Haftzentren auf ihr Asylverfahren.

Wann das Programm starten soll, blieb zunächst unklar. Der US-Grenzschutz hatte im Frühjahr DNA-Schnelltests gestartet, um die Verwandtschaftsbeziehungen aufgegriffener Migranten zu überprüfen. Damit soll verhindert werden, dass aufgegriffene Migranten sich fälschlicherweise als Eltern eines mitreisenden Kindes ausgeben.

Das neue Projekt des Heimatschutzministeriums geht aber weiter. So soll ein deutlich ausführlicheres DNA-Profil angelegt werden, wie die Regierungsvertreter sagten. Dass Erbgut-Informationen von Menschen gesammelt werden, die zwar festgenommen, aber nicht angeklagt oder verurteilt wurden, dürfte bei Bürgerrechtsgruppen scharfe Kritik auslösen.

US-Präsident Donald Trump hat den Kampf gegen die irreguläre Einwanderung zu einem seiner Hauptanliegen gemacht. Eines seiner zentralen Projekte ist der Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko.


Aus: "US-Regierung will DNA-Proben von Hunderttausenden Migranten" (3. Oktober 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-10/donald-trump-usa-dna-profile-migranten-haft-heimatschutzministerium

Quote
aus christlicher Sicht #4

Wenn die DNS-Tests ermöglichen, die Menschen eindeutig zu identifizieren und auch die behaupteten Verwandtschaftsverhältnisse zu klären, sind sie eine wichtige und notwendige Sache. ...


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K. Hofer #8

Das Vorhaben, DNA Proben sämtlicher illegaler Migranten zu entnehmen, stellt bei sachgerechter Betrachtung eine vernünftige Maßnahme zum Schutz der nationalen Sicherheit auch im Interesse der us-amerikanischen Bevölkerung dar. Das würde auch für weitere Maßnahmen gelten, die dazu bestimmt sind, die Identität einer Person möglichst zweifelsfrei festzustellen.

Die dagegen vorgebrachten Einwände einer vermeintlichen Verletzung des Persönlichkeitsrechts vermag schon deshalb nicht zu überzeugen, weil allein die Tatsache einer illegalen Einreise eine solche Maßnahme rechtfertigt.

Die vielzitierte Freiheit westlicher demokratischer Gesellschaften wird heutzutage nicht von dem von manchen - überwiegend linken - Kreisen als Dämon gezeichneten „Überwachungsstaat“ bedroht, sondern wie die Lebenswirklichkeit dokumentiert, vielmehr von der organisierten Kriminalität ( auch in Gestalt von kriminellen Familienclans ), dem islamistischen und dem Rechts-Terrorismus sowie von manchen Internet-Giganten, die das unkontrollierte Sammeln wie die unautorisierte Weitergabe der Daten ihrer jeweiligen Nutzer als legitime Geschäftsgrundlage betrachten.

Im Kampf gegen diese Erscheinungsformen illegaler wie krimineller Aktivitäten muß es einem demokratischen Staat - bei entsprechender Rechtsgrundlage - erlaubt sein, sämtliche Bedrohungen unserer freien Gesellschaft auch in Form der illegalen Migration als ein Phänomen der Gegenwart mit allen wirksamen Mitteln zu bekämpfen.


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Guenni_1 #15

Willkommen zum ersten Schritt Richtung totaler Überwachung. Heute sind es nur die "Illegalen", die "Flüchtlinge", aber wenn dieses Vorgehen erst einmal Praxis und erfolgreich in den Köpfen der Menschen angekommen ist, wird der nächste Schritt folgen. Denn warum sollten alle, die jemals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, nicht der gleichen Behandlung unterzogen werden. Von dort ist es dann nicht mehr weit, bis man den Rest der Bewohner auch in diese Analyse mit einbezieht.

Ich verstehe Leute einfach nicht, die wegen der Migration bereit sind, ihre ureigensten Interessen zu ignorieren und dabei mithelfen, über kurz oder lang, ihre eigene Freiheit zu beschneiden.

Aber vielleicht fällt diesen Personen überhaupt nicht auf, dass man hier die Gewaltenteilung untergräbt. Schließlich soll man für diesen Vorgang ja keine richterliche Anordnung benötigen, was alleine schon massig Raum für reine Willkür lässt. Applaus ist daher nicht angebracht.


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« Reply #56 on: November 02, 2019, 07:28:37 PM »
Quote
[...] Die Gesundheitsdaten der 73 Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland sollen künftig ohne ihr Einverständnis für die Forschung verwendet werden können. Das sieht der Entwurf zum Digitale-Versorgungs-Gesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor. Er soll am Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden.

Die gesetzlichen Kassen müssen demnach die persönlichen Daten sowie sämtliche Behandlungsdaten aller Versicherten an den Spitzenverband der Kassen weiterleiten, der sie dann pseudonymisiert der Forschung zur Verfügung stellt. Verwaltet werden sollen die Daten von einem erweiterten Forschungsdatenzentrum, das beim Bundesgesundheitsministerium angesiedelt wird.

Damit entstünde eine der umfangreichsten Datensammlungen in der Bundesrepublik, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RDN). Eine Möglichkeit für die Versicherten, der Weitergabe der Daten zu widersprechen, sieht der bereits im Internet veröffentlichte Entwurf nicht vor.

Die Patientendaten sollen laut dem Gesetzentwurf für "Forschung, insbesondere für Längsschnittanalysen über längere Zeiträume, Analysen von Behandlungsabläufen oder Analysen des Versorgungsgeschehens" genutzt werden. Nutznießer sind dabei laut der Vorlage die Behörden, Forschungseinrichtungen oder Universitätskliniken, nicht aber die Industrie.

Grünen-Politiker und Patientenschützer kritisierten den Entwurf. Sie fordern einen strengeren Datenschutz und eine Widerspruchsmöglichkeit für Patientinnen und Patienten. "Es ist hoch bedenklich, dass Spahn im Schweinsgalopp, praktisch ohne gesellschaftliche Diskussion, die kompletten Gesundheitsdaten der gesetzlich Versicherten für die Forschung zugänglich machen möchte", sagte die Grünen-Gesundheitsexpertin Maria Klein-Schmeink dem RND. An keiner Stelle sei intensiver diskutiert worden, ob Datenschutz und Datensicherheit hinreichend gewährleistet seien.

Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte, der Datenschutz für Patienten spiele in Spahns Entwurf "eher eine untergeordnete Rolle". Sollte der Gesundheitsminister sein Modell durchsetzen wollen, brauche es das Einverständnis der Betroffenen. Brysch schlug vor, die Daten vom Statistischen Bundesamt erheben zu lassen, sodass "höchste Datenschutzstandards eingehalten" würden.

Das Gesundheitsministerium wies die Kritik zurück und sicherte einen restriktiven Umgang mit den Daten zu. "Gesundheitsdaten sind die sensibelsten Daten, die es gibt", sagte ein Sprecher. Der Datenschutz genieße "wie bisher höchste Priorität". Das geplante neue Verfahren solle sicherstellen, "dass Daten vor allem schneller und von besserer Qualität – und nicht wie derzeit um Jahre zeitverzögert – für die Versorgungsforschung zugänglich werden". Dies komme den Patienten zugute. Die Kritik der Grünen bezeichnete der Ministeriumssprecher als "Unterstellung".

Allerdings hatte auch der Bundesrat bereits eine kritische Stellungnahme zu Spahns Gesetzentwurf abgegeben und eine Überprüfung in Hinblick auf den Datenschutz gefordert. "Es fehlt an einer klaren Regelung zur Abwägung des angestrebten Nutzens mit dem Re-Identifikationsrisiko und dem Persönlichkeitsrecht der Betroffenen", heißt es in einer Stellungnahme der Länderkammer.


Aus: "Daten von Krankenversicherten sollen der Forschung zugänglich sein" (2. November 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-11/bundesgesundheitsminister-jens-spahn-patientendaten-forschung


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« Reply #57 on: November 11, 2019, 10:27:03 AM »
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[...]  Das US-Militär hat automatisierte biometrische Erkennungsformen als neue Waffe entdeckt. Es sammelt daher – wo immer etwa im Rahmen von Operationen möglich – Gesichtsbilder, Iris-Aufnahmen, Fingerabdrücke und DNA-Daten von Freund und Feind. Die Körpermerkmale und ihr Abgleich mit Fahndungsdatenbanken oder Listen mit bekannten terroristischen Gefährdern sollen helfen, Gegner zu erkennen, den "Nebel des Kriegs" auf Schlachtfeldern zu lüften und Anschläge zu verhindern. Die Gefahr des Missbrauchs für andere Überwachungszwecke ist aber hoch.

"Indem wir unseren Gegnern die Anonymität verweigern, können wir unsere letale Kampfkraft steigern", schreibt der leitende Pentagon-Mitarbeiter Glenn Krizay laut Aufzeichnungen, die das neue Online-Magazin OneZero auf Basis von Anfragen nach dem US-Informationsfreiheitsgesetz erhalten hat. "Das ist genauso, wie wenn wir die Tarnung von einem Munitionslager des Feindes reißen."

Krizay ist der Direktor der Defense Forensics and Biometrics Agency (DFBA), die das einschlägige Automated Biometric Information System (ABIS) des US-Militärs betreibt. Die Biometriedatenbank enthält dem Bericht zufolge schon 7,4 Millionen Identitäten, die von potenziellen Terroristen in Einsatzgebieten bis zu alliierten Soldaten reichen, die mit US-Kräften trainieren. Das Pentagon hat in das IT-System bislang rund 345 Millionen US-Dollar in den vergangenen zehn Jahren investiert.

Das zunächst von Lockheed entworfene und inzwischen vom US-Rüstungskonzern Leidos betriebene ABIS erlaubt es militärischen Einheiten laut der veröffentlichten Präsentation, "Personen von Interesse" zu markieren und auf eine als "Biometrically Enabled Watch List" (BEWL) bezeichnete Beobachtungsliste zu setzen. Betroffene können so durch Überwachungssysteme auf Kriegsschauplätzen, an Grenzen oder in Militärlagern weltweit identifiziert, verfolgt und gegebenenfalls etwa durch Drohnenschläge getötet werden. Die Anfänge des biometrischen Überwachungsprogramms des Pentagons liegen in den US-Operationen in Afghanistan und Irak.

Die Folien zeigen auch auf, wie das militärische Biometriesystem mit Pendants auf staatlicher oder lokaler Ebene verknüpft ist und wie der Verbund ständig erweitert werden soll. Bereits angeschlossen ist ABIS demnach an die Datenbank "Next Generation Identification" (NGI) des FBI, die 2016 bereits allein 411,9 Millionen Gesichtsbilder enthielt und inzwischen deutlich angewachsen sein dürfte. Die NGI ist wiederum mit zahlreichen einschlägigen IT-Systemen der US-Polizei in den Bundesstaaten sowie Städten und Gemeinden vernetzt. Die DFBA kann also letztlich ihren Bestand mit biometrischen Merkmalen von Millionen von US-Bürgern abgleichen.

Zugleich arbeitet die Pentagon-Behörde derzeit daran, die eigenen Systeme mit der biometrischen Datenbank des Department of Homeland Security (DHS) zu verbinden, in dem Krizay nach seiner Zeit als Geheimdienstexperte bei der Air Force als Manager in Führungspositionen tätig war. Das DHS wird nach jüngsten Schätzungen 2022 biometrische Merkmale inklusive Fingerabdrücke und Gesichts- sowie Irisbilder von 259 Millionen Menschen aus aller Welt in seinem System haben und damit 40 Millionen mehr als 2017 erwartet.

Schon heute handelt es sich bei der DHS-Datenbank, die derzeit in die Amazon-Cloud verlagert wird und so mit einer "Homeland Advanced Recognition Technology" (HART) einfacher durchsuchbar werden soll, um die weltweit zweitgrößte biometrische Kennzeichensammlung. Nur das nicht weniger umstrittene indische Aadhaar-System enthält mehr einschlägige Identifikationsmerkmale. Beim DHS kommen die Daten etwa aus Visa-Anträgen oder dem Grenzschutzsystem und Einreiseprogramm US Visit.

Vor einem Jahr haben zudem die NATO-Staaten den Aufbau einer Biometriedatenbank beschlossen. Unter dem Titel "Nato Automated Biometric Identification System" (NABIS) sollen auch darin Aufnahmen von Gesicht, Iris und Fingern gespeichert werden, wie Netzpolitik.org berichtet. Das Bundesverteidigungsministerium hat dies prinzipiell bestätigt.

Einen Prototyp testete die NATO nach eigenen Angaben 2014 im gemeinsamen Manöver "Unified Vision". Das US-Militär erklärt in diesem Zug auch die damaligen technischen ABIS-Spezifikationen. In einer späteren Version könnten auch Hände und Venen, Handschriften, Sprechproben, Tastendruck oder der Gang von Personen als biometrische Informationen erhoben und verarbeitet werden.

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen nutzt ebenfalls ein zentrales "biometrisches Identitätsmanagement-System", in dem Daten von 8,2 Millionen Erwachsenen und Kindern ab fünf Jahren aus 66 Ländern erfasst werden. Erhoben werden laut dem Auswärtigen Amt Gesichtsfotos, Fingerabdrücke beider Hände und Bilder beider Irides. Hersteller der genutzten Software ist die Firma Accenture. Auch im Welternährungsprogramm der UN werden in 32 Staaten biometrische Informationen von 11,4 Millionen Betroffenen verarbeitet. Der linke Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko kritisiert: "Besonders problematisch ist, dass die Systeme auch die Weitergabe von Daten an Polizeien oder Geheimdienste erlauben."

Insgesamt stricken die USA so an einem globalen, Biometrie-gestützten Überwachungsnetzwerk auch mithilfe der Verbündeten. Der DFBA-Chef Krizay selbst lässt daran keinen Zweifel. Er hat etwa ein Szenario aufgezeichnet, in dem Daten eines Verdächtigen in Detroit gegen Informationen gecheckt werden könnten, die "von irgendeinem Berggipfel in Asien" stammen. Parallel entwickelt die EU eine biometrische Superdatenbank über ein virtuelles Verbundsystem unter dem Aufhänger Interoperabilität. Offizielle Zugriffsmöglichkeiten durch US-Behörden sind hier aber nicht vorgesehen. (tiw)



Aus: "USA: Militär, Grenzschutz und Polizei bauen riesiges Biometrie-Überwachungsnetz" Stefan Krempl (10.11.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-Militaer-Grenzschutz-und-Polizei-bauen-riesiges-Biometrie-Ueberwachungsnetz-4583497.html

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     Fregin, 10.11.2019 18:18

Wie nannte man die Krankheit noch gleich, bei der man rings um sich herum nur Feinde sieht? Achja... Paranoia.


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     King of Ködel, 10.11.2019 17:53

Alles Anfänger - Hände und Venen, Handschriften, Sprechproben, Tastendruck oder der Gang von Personen
Da war die gute alte DDR aber mal wieder allen voraus: Die hatten das alles und Geruchsproben.

(Ich verweise auf den Spiegel-TV-Bericht. Auch nach 30 Jahren noch ein herrliches Stück.)



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« Reply #58 on: November 13, 2019, 02:49:17 PM »
"Project Nightingale: Google geht auf Patientenjagd" Bulgan Molor-Erdene (13. November 2019)
https://www.heise.de/tp/features/Project-Nightingale-Google-geht-auf-Patientenjagd-4584792.html

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[...] Um neue Dienste für das Gesundheitswesen zu entwickeln, bedarf es Information. Google hat dank eines Deals nun Zugang zu Millionen Patientendaten in den USA. Und sagt, das sei gängige Praxis, für die es keinerlei Zustimmung bedürfe. Dabei handelt es sich um sehr sensible Daten: Laborergebnisse, Diagnosen, Krankenhausaufenthalte, eine gesamte Gesundheitshistorie – und das verknüpft mit dem Namen und Geburtsdatum der Patienten.

Zunächst hatte das Wall Street Journal über den Fall berichtet. Dort hieß es, etwa 150 Mitarbeiter hätten Zugriff auf die Daten gehabt. Die New York Times sprach von Dutzenden Menschen, die eventuell auch Daten heruntergeladen haben könnten. Google selbst erklärte The Verge, es gäbe einen standardisierten Vertrag, der eben genau diese Praxis erlaube. Der Zweck sei nicht das Abgreifen von Daten, sondern ausschließlich die Entwicklung von Diensten für den Gesundheitsbereich.

Das Unternehmen, mit dem Google den Deal eingegangen ist, hat eine Pressemitteilung verfasst. Ascension erklärt, man müsse Schritthalten mit den Entwicklungen, um die Bedürfnisse und Erwartungen von Patienten und Gesundheitsanbietern besser zu erfüllen. "Dafür ist es nötig, neue Pflegemodelle, die über digitale Plattformen, Anwendungen und Dienste entwickelt werden, die jeden Tag von denen genutzt werden, denen wir dienen, zu integrieren."

Ascension ist eines der größten non-profit-Gesundheitssysteme in den USA und arbeitet in 21 Staaten sowie dem District of Columbia. Durch die Zusammenarbeit mit dem Cloud-Computing-Kunden will Google die Bereiche Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen im Gesundheitswesen verbessern. Unter dem Namen "Project Nightingale" lädt Ascension die Patientendaten in eine von Google bereitgestellte Cloud.

Dass Google einen derart weitreichenden Zugang zu Patientendaten bekommt, dürfte ein echter Coup für die Alphabet-Tochter sein. Auch andere Tech-Giganten sehen im Gesundheitswesen ihre nächste große Chance. Die Frage ist auf was: Auf Umsatzsteigerungen oder tatsächliche Verbesserungen für Menschen. Apple-Chef Tim Cook meint: "Apples größter Beitrag zur Menschheit wird im Gesundheitsbereich liegen." Auch der Cloud-Service "Amazon Comprehend Medical" analysiert unstrukturierte Patientendaten und extrahiert daraus medizinische Informationen. Amazon möchte damit Leben retten.

In Deutschland wird derzeit über die Digitalreform des Gesundheitswesens diskutiert. Kritiker sehen darin einen "Frontalangriff auf Grundrechte". Bürgerrechtler und Datenschützer befürchten, die Verbesserung der Forschung gehe zulasten des Datenschutzes der Patienten. (emw)


Aus: "Google bekommt Zugang zu Millionen Patientendaten" Eva-Maria Weiß  (12.11.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-bekommt-Zugang-zu-Millionen-Patientendaten-4584270.html

Quote
     Zeitkind, 12.11.2019 18:20

"Amazon möchte damit Leben retten."

Darf ich mal lachen? Wenn überhaupt, dann könnte es nebenbei passieren, daß Amazon durch das Geldverdienen auch mal die eine oder andere sinnvolle Diagnose ermöglicht und ggf. dabei hilft, einen Menschen zu heilen oder auch zu retten. Aber das ist sicher nicht das Ziel, sondern nur eine in diesem Zusammenhang unvermeidbare Nebenwirkung.
"Amazon möchte damit Leben retten." Argh, das ist so..


Quote
     khdummy1, 12.11.2019 14:30

Stimmt - die größten Chancen liegen im Gesundheitsbereich: Für Konzerne, Shareholder und Management, ...


Quote
     GratefulMind, 12.11.2019 12:56

Falsche Prämisse:

    Bürgerrechtler und Datenschützer befürchten, die Verbesserung der Forschung gehe zulasten des Datenschutzes der Patienten.

Es gibt keine Verbesserung der Forschung, weil das Ziel dieser Datenverarbeitung nicht die Verbesserung der Forschung ist.
Deshalb ist das nur vorgeschoben. Es geht um die Kontrolle der Menschen. Allein um das.



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     Yaki Noodles, 12.11.2019 14:11

Krankes System

Wow, toll... Koppelt die Gesundheit der Menschen an noch mehr wirtschaftliche Interessen. Genau das brauchen wir. ...


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     FrogmasterL, 12.11.2019 12:24

Meine Bedürfnisse als Patient beinhalten unter anderem, dass nicht jeder Hans und Franz meine Krankheitsgeschichte kennt und mir daraus einen Strick dreht. In Wahrheit dürfte es neben besserer Forschung vor allem darum gehen, Versicherungen und Arbeitgebern Waffen im Kampf gegen Kunden/Bewerber zu geben ...


...
« Last Edit: November 13, 2019, 02:51:56 PM by Textaris(txt*bot) »