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[Zur Kunstfreiheit (Notizen)... ]

Started by Textaris(txt*bot), June 22, 2005, 12:57:50 PM

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Textaris(txt*bot)

Quote[...] Seit Anfang Dezember ist das Leben von Jafar Panahi wieder komplizierter. Vor einem Monat wurde der 65 Jahre alte Regisseur in seinem Heimatland Iran (in Abwesenheit) zum dritten Mal zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, wegen ,,Propaganda gegen den Staat". ...

Jafar Panahi lässt keinen Zweifel daran, dass er in den Iran zurückkehren und seine Strafe akzeptieren wird. Er ist der vielleicht iranischste aller iranischen Filmemacher – und wohl gerade deswegen auf dem Radar der Justiz. Nach der US-Premiere im November sagte er, dass er sich nicht vorstellen könne, außerhalb des Iran Filme zu drehen. Dies sei seine Kultur, seine Sprache. Auch das Berufsverbot, das 2023 aufgehoben worden war, hat ihn nie vom Arbeiten abgehalten.

... Klingt wie eine Heldengeschichte. Panahi schließlich gegenüberzusitzen, lässt diesen Mythos augenblicklich in sich zusammenfallen. Er ist kein Mann großer Worte, er versprüht auch kein außergewöhnliches Charisma, vielmehr strahlt er durch seine Undurchdringlichkeit Autorität aus.

Panahi spricht langsam und mit leiser Stimme, allerdings nur ungern über sich selbst. Lieber zollt er der ,,Frau, Leben, Freiheit"-Bewegung Respekt, die er 2022 nur aus dem Gefängnis mitbekam. Seine Sonnenbrille nimmt er erst gegen Ende des Interviews ab.

...


Aus: "In Iran verfolgter Oscar-Favorit Jafar Panahi: ,,Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nicht an Rache gedacht habe"" Andreas Busche (05.01.2026)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/oscar-favorit-jafar-panahi-selbstjustiz-ist-nicht-der-iranische-weg-15097536.html


Textaris(txt*bot)

#36
Quote[...] Ein Gericht in Moskau hat den deutschen Karnevalisten und Bildhauer Jacques Tilly in dessen Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Tilly, der mehrfach Russlands Staatschef Wladimir Putin zum Motiv für seine Karnevalswagen gemacht hatte, sei der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte sowie der Verletzung religiöser Gefühle schuldig, urteilte Richter Konstantin Otschirow. Neben der Haftstrafe verurteilte er Tilly zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 2.000 Euro und erteilte ihm ein vierjähriges Arbeitsverbot.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft neun Jahre Haft, eine Geldstrafe und ein vierjähriges Verbot der Veröffentlichung von Inhalten im Internet gefordert. Bei Strafverfahren zu politischen Delikten weichen Richter in der Regel kaum von der Forderung der Anklage ab, Freisprüche sind ebenfalls selten. Gerichtsentscheidungen zu Delikten wie der angeblichen Verunglimpfung der russischen Armee werden international als Willkürjustiz kritisiert. Dieses und weitere ähnliche Delikte sind nach Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine 2022 eingeführt und zur Inhaftierung zahlreicher Kriegsgegner genutzt worden.

Die Pflichtverteidigerin des Künstlers forderte für ihn einen Freispruch aus Mangel an Beweisen. Sie habe vergeblich versucht, über die deutsche Botschaft Kontakt mit Tilly aufzunehmen. Seine Position sei vor Gericht nicht gehört worden, beklagte sie. Tilly hatte wiederum in Deutschland mehrfach angegeben, nicht von der russischen Justiz über das Verfahren informiert worden zu sein. Allerdings beobachten Diplomaten der deutschen Botschaft in Moskau den Prozess. Tilly ist darüber unterrichtet.

Tilly ist für seine bissig-satirischen Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug bekannt. Regelmäßig erscheinen seine Motive in den Tagen nach Karneval auf Titelseiten deutscher und internationaler Medien. Bereits mehrfach hat Tilly auf seinen Wagen auch den russischen Staatschef Wladimir Putin aufs Korn genommen, so auch beim diesjährigen Rosenmontagszug im Februar.

Dort hatte Tilly den Prozess gegen sich selbst thematisiert und einen Wagen gestaltet, auf dem Putin und der Hoppeditz, die zentrale Symbolfigur des Düsseldorfer Karnevals, miteinander kämpften. In der Vergangenheit hatte Tilly auch weitere Wagen mit Putin-Motiv gestaltet: So etwa einen Wagen mit der Aufschrift "Hitler-Stalin-Pakt 2.0", auf dem Putin und US-Präsident Donald Trump gemeinsam den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj zerquetschen sowie einen Wagen, auf dem Russlands Präsident in einer mit Blut gefüllten Badewanne in den Farben der ukrainischen Flagge zu sehen war.

Der Vorwurf der Verletzung religiöser Gefühle fußte derweil auf einem Karnevalswagen aus dem Jahr 2024, auf dem Putin sowie Patriarch Kirill, das Oberhaupt der staatstreuen russisch-orthodoxen Kirche, beim Oralverkehr gezeigt worden sind. Vor Gericht wurden im Laufe des Prozesses gleichlautende Aussagen dreier Zeuginnen verlesen, die sich nach eigener Darstellung als gläubige Christinnen in ihrem Glauben verletzt sahen.

Die Frauen gaben an, von dem Strafverfahren gegen Tilly gehört und sich freiwillig als Zeuginnen gemeldet zu haben, nachdem sie die Darstellung Putins und Kirills im Internet gesehen hätten. Zu weiteren Anschuldigungen gegen Tilly zählen auch die sogenannte Propaganda von Homosexualität, was in Russland unter Strafe steht und sehr weit ausgelegt werden kann, sowie angeblicher Hass auf Russen. Immer wieder wurde während des Verfahrens auch der Vorwurf einer Beleidigung Putins angesprochen, am Tag der Urteilsverkündung aber nicht mehr konkret erwähnt.

Eine Auslieferung nach Russland muss der Karnevalist nicht befürchten. Dennoch hätte eine Verurteilung Konsequenzen: So könnte Tilly Probleme bei Reisen in Länder bekommen, die von russischen Behörden gesuchte Straftäter nach Russland ausliefern – etwa falls Russlands Justiz den Karnevalisten zur Fahndung bei Interpol ausschreibt.


Aus: "Russisches Gericht verurteilt Karnevalist Tilly zu Haftstrafe" (2. April 2026)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2026-04/jacques-tilly-karneval-bildhauer-russland-wladimir-putin-prozess-gxe

Jacques Tilly (* 27. Juni 1963 in Düsseldorf) ist ein deutscher Bildhauer und Kommunikationsdesigner sowie Karnevalswagenbauer. Jacques Tilly besuchte von 1973 bis 1982 das Comenius-Gymnasium Düsseldorf. Seit 1984 entwirft und baut er politisch-satirische Wagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug. Von 1985 bis 1994 studierte er an der Universität Essen Kommunikationsdesign. Er ist Mitglied des Beirats der evolutionär-humanistischen Giordano-Bruno-Stiftung. ...
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2026-04/jacques-tilly-karneval-bildhauer-russland-wladimir-putin-prozess-gxe

QuoteHarmlos01

Wie kann man einen Satiriker besser adeln?

... Liebe Russlandtrolle, ist das euer Idol, welches nicht einmal über sich selber lachen kann. Und was wird euch erwarten, wenn ihr einmal den falschen Witz macht. ...


QuoteTraunsee

Das sollte er sich einrahmen lassen.


QuoteHasso v. Hackenklack

... Helau nach Moskau.


Quoter.a.bunzel

Die betreffenden Karnevalswagen sollten dringend in Moskau ausgestellt werden, damit sich eine breite russische Öffentlichkeit ein Bild davon machen kann, wie ihr Präsident in Düsseldorf verunglimpft wird.


QuoteSuhrkamp

Meinen Sie, die subtile Ironie seiner Werke wird dort verstanden?


QuoteCharles B

Wenn die russische Justiz sich mit diesem Prozess lächerlich machen wollte, dann kann man die Umsetzung als überaus erfolgreich bezeichnen.



QuoteAlles_nicht_so_einfach

Tilly sollte sich informieren, in welchen Staaten russische Haftbefehle vollstreckt werden. Lustig ist das Ganze eigentlich nicht, aber natürlich lächerlich.


QuoteMagirus

So sind sie die Diktatoren. Tun so auf gross und stark aber in Wirklichkeit sind sie so schwach, dass jemand wegen Free Speech in den Knast muss.


QuoteCalamityJane

Ja. Man könnte jetzt Arm Chair Psychologist spielen und zu dem Schluss kommen, dass das Streben nach diktatorischer Machtfülle das Ergebnis eines ausgeprägten Minderwertigkeitsgefühl oder Unsicherheitsgefühl ist, um sich so unangreifbar und sicher fühlen zu können. Dass Poo-tin nun auch eher von geringer Körpergröße ist, so könnte man dann schlussfolgern, hätte sein übriges dazu getan.

Das ist natürlich reines Arm Chair Psychologisieren. Würde mich aber dennoch nicht wundern, wenn es nicht ganz so weit weg von der Wahrheit wäre.

Wie auch immer: Fakt ist: Wer sich seiner sicher ist, hat keine Angst vor der Meinung anderer.


Quoteoidamo

Mich würde ja interessieren, was diejenigen, die die angeblich nicht vorhandene Meinungsfreiheit hierzulande beklagen, gleichzeitig aber die AfD wählen und Putin verehren, zu dem Vorgang zu sagen haben.


Quotefraenkie1978

Die sind in irgendeinem Schroedinger-Ding gefangen...


QuoteTiefflieger351

Antwort auf @fraenkie1978

Damit tun Sie Schrödinger Unrecht.

[https://de.wikipedia.org/wiki/Schr%C3%B6dingers_Katze]


QuoteLottachen

UND WENN IHR NICHT ... DANN ...

... Atombombe...

...Zölle...

...Natoaustritt...

Was habe ich diese Affen satt.


QuoteThedeathisnottheend

Hier geht es aber um Putin.


QuoteVera Prima

Antwort auf @Thedeathisnottheend

Atombombe bezieht sich doch auf Putin, oder hat uns Trump jetzt auch schon die Atombombe angedroht, wenn wir nicht im Iran-Krieg mitmachen?


QuoteMarkus Holzhauer

Humor und Diktatur - da treffen 2 Welten aufeinander.


Quotewernerschmidtxyz

Wir wissen ja das Putin der Horrorclown ist, dicht gefolgt von Trump, Orban, Erdogan, Netanyahu, Chameini, Kim....usw.


QuoteKpolit

Ein hoch auf die Kunstfreiheit!


QuoteThe ghost of Tom Jodd

Mich würde interessieren, was wirklich in den Köpfen von Richter und Staatsanwalt vorgeht, die dieses Spektakel willig in Szene gesetzt haben.


...

Textaris(txt*bot)

Quote[...] Der Autor Arne Semsrott wurde von der Stadtbibliothek Magdeburg ausgeladen. Der Fall wirft Fragen nach dem Umgang mit rechter Einschüchterung auf.

Der Politikwissenschaftler, Autor und Aktivist Arne Semsrott ist nach eigenen Angaben von einer Veranstaltung in der Stadtbibliothek Magdeburg ausgeladen worden. Geplant war eine Lesung zu seinem neuen Buch ,,Gegenmacht: Die Zivilgesellschaft schlägt zurück". Darin beschreibt Semsrott, mit welchen Strategien sich die Zivilgesellschaft dem politischen Rechtsruck widersetzen und zu einer demokratischen Gegenoffensive ausholen könne.

Die Stadt Magdeburg hatte gegenüber dem MDR offiziell erklärt, die Veranstaltung sei nicht abgesagt, sondern lediglich verlegt worden. Eine Anfrage der taz blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.

Rebecca Plassa von der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, die die Lesung organisiert hat, widerspricht dieser Darstellung. Erst nach der telefonischen Ausladung habe die Stiftung die Lesung gemeinsam mit dem Demokratieverein Miteinander e. V. und dem Literaturhaus Magdeburg in das Kulturzentrum Moritzhof verlegt.

Als Grund nannte die Stadtbibliothek interne Gespräche mit der Stadtverwaltung, in denen Buch und Autor wenige Monate vor der Landtagswahl als ,,zu provokant" eingeschätzt worden seien. Plassa bedauert die Ausladung sehr, die Heinrich-Böll-Stiftung arbeite seit Jahren immer wieder mit der Stadtbibliothek zusammen, eine Absage habe es bislang noch nie gegeben.

Semsrott selbst vermutet in diesem Zusammenhang politischen Druck aus dem Umfeld der AfD. Hintergrund könnte die Debatte um eine frühere Veranstaltung im Magdeburger Kinder- und Jugendclub Alte Bude gewesen sein, bei der Semsrott aus seinem Buch ,,Machtübernahme: Was passiert, wenn Rechtsextremisten regieren" gelesen hatte. Im Anschluss stellte die AfD-Landtagsfraktion eine Kleine Anfrage zum sogenannten Neutralitätsgebot in staatlich geförderten Einrichtungen.

Ähnliche Erfahrungen machte auch der Autor und Aktivist Jakob Springfeld. Nach Lesungen an Schulen und in öffentlichen Einrichtungen gab es wiederholt parlamentarische Anfragen der AfD – nach einer Veranstaltung an der Sekundarschule Mieste im vergangenen Jahr auch in Sachsen-Anhalt. Solche Anfragen seien ein beliebtes Mittel der parlamentarischen Rechten und würden zunehmend eingesetzt, um an Informationen zu gelangen und die Veranstalter*innen einzuschüchtern, erklärt Springfeld.

Er kritisiert in diesem Zusammenhang den ,,vorauseilenden Gehorsam" mancher Verwaltungen. Oft reiche bereits die Angst vor rechter Empörung aus, damit Veranstaltungen in städtischen Räumen gar nicht erst stattfänden. Stattdessen müsse er immer wieder auf private Räumlichkeiten ausweichen. Zwar würden bereits geplante Lesungen nur selten wieder abgesagt, der Druck auf die Veranstalter*innen nehme jedoch spürbar zu.

,,Grundsätzlich zeigt das die große Gefahr, dass es für rechtsextreme Politik noch nicht einmal eine Regierungsbeteiligung der AfD braucht", bestätigt auch Semsrott. Er vermutet, die Stadtverwaltung habe in seinem Fall ebenfalls einen Konflikt mit der AfD vermeiden wollen.

Die Stadtbibliothek selbst nimmt Semsrott ausdrücklich von seiner Kritik aus. Die Einrichtung hätte die Lesung ,,sehr gerne" durchgeführt und verstehe sich seit Jahren als Ort des demokratischen Austauschs. Dass kurzfristig ein neuer Veranstaltungsort gefunden worden sei, stimme ihn aber optimistisch und zeige, dass es auch in Sachsen-Anhalt noch eine funktionierende Zivilgesellschaft gebe.

Der Rechtsextremismusexperte David Begrich von Miteinander e. V. bezeichnet die Ausladung als ,,Lehrstück rechten Kulturkampfs". Die AfD versuche vor der Wahl im Herbst landesweit ein Klima der Angst zu erzeugen, um kritische Stimmen verstummen zu lassen. ,,In einem Land, in dem der AfD 40 Prozent prognostiziert werden, ist nicht zu unterschätzen, was das für einen Druck entfaltet", sagt Begrich.

Der Bibliothek selbst macht er keinen Vorwurf. Sie müsse sich an Weisungen der Stadt halten und trage Verantwortung für die Sicherheit ihrer Mitarbeitenden. Dass die Stadt auf den Druck der AfD reagiere, sei jedoch ein ,,fataler Vorgeschmack" auf die Zeit nach der Wahl. ,,Jetzt trifft es die Bibliothek, aber gemeint ist die gesamte Kulturlandschaft."


Aus: "Abgesagte Lesung von Arne Semsrott: ,,Ein Lehrstück rechten Kulturkampfs"" Lenja Vogt (21.5.2026)
Quelle: https://taz.de/Abgesagte-Lesung-von-Arne-Semsrott-in-Magdeburg-Ein-Lehrstueck-rechten-Kulturkampfs/!6180639/

QuoteWilli Müller alias Jupp Schmitz

heute, 10:01 Uhr

Wo soll das alles enden? Parallele Frankreich/Bolloré:
"Filmschaffende warnen vor Medienmogul: Rebellion an der Côte d'Azur"
... Wie ernst die Lage ist, hat Canal+-Direktor Maxime Saada bestätigt. Er setzte die Unterzeichner des Anti-Bolloré-Manifests auf eine schwarze Liste: Wer seinen Boss als ,,Krypto-Faschisten" bezeichnet, kann künftig nicht mehr auf Zusammenarbeit oder Finanzierung hoffen. Bolloré selbst schweigt dazu. Als Pate des Kulturmilieus lässt er andere für sich sprechen – heute schon im Kulturbetrieb, morgen, wenn ihn die Wettbewerbsbehörden gewähren lassen und der Widerstand der Kulturschaffenden nicht stoppt, vielleicht auch an der Staatsmacht. ...
https://taz.de/Medienmogul-Bollore-moechte-Kinokette-UGC-uebernehmen-Filmschaffende-in-Frankreich-warnen-vor-faschistischer-Kontrolle/!6180474/


...

Textaris(txt*bot)

Quote[...] In »Falsche Bewegung« war die 13-jährige Nastassja Kinski in einer Nacktszene zu sehen. Nach breiter Kritik will Wim Wenders den Film nun zunächst nicht mehr zeigen.

Der deutsche Regisseur Wim Wenders zieht seinen umstrittenen Film Falsche Bewegung bis auf Weiteres zurück. Streaming-, Fernseh- und Vertriebspartner seien angewiesen worden, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen, teilte die Wim Wenders Stiftung auf ihrer Website mit.

Der Entscheidung vorangegangen war deutliche Kritik an dem Film von 1975. In dem Film war die damals 13-jährige Schauspielerin Nastassja Kinski in einer Nacktszene zu sehen.

Für Nastassja Kinski war Falsche Bewegung der erste Film ihrer Karriere. Wenders hatte sie in einer Szene nur in einem Slip bekleidet auftreten lassen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hatte Kinski zuletzt erstmals über ihre Erfahrung gesprochen: »Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war.«

Seit Jahren versuchte die Tochter des berühmten Schauspielers Klaus Kinski, den Regisseur dazu zu bringen, die Szene aus dem Film entfernen zu lassen. Wenders wirft sie vor, sie während der Dreharbeiten nicht geschützt zu haben und jegliche Gesprächsversuche ihrerseits seit Jahren zu blockieren.

Beim Deutschen Filmpreis hatte Wenders dann vor wenigen Tagen den Ehrenpreis entgegengenommen und dabei auch über die Vorwürfe gegen ihn gesprochen. Zwar würde er dies »heute nie mehr so machen« – die Szene wolle er aber dennoch nicht löschen. »Wie geht man mit Filmerbe um? Darf man, kann man, soll man vielleicht eine Szene schneiden, wenn es in diesem Fall einer meiner Schauspielerinnen, die ich sehr verehrt habe und verehre, wehtut? Kann man einen Film im Nachhinein kürzen?«, fragte er ans Publikum gewandt. Er könne seinem damaligen jungen Ich keinen Vorwurf machen. Wenders erntete daraufhin viel Kritik aus der Branche sowie Medien.

Kinskis Anwalt Christian Schertz wertete die Rede Wenders' als einen Versuch, die Verantwortung von sich wegzuschieben und drohte mit rechtlichen Schritten: »Wenn uns nicht bestätigt wird, dass die Szene entfernt wird, werden wir klagen«, sagte Schertz der Nachrichtenagentur dpa. Man werde lediglich abwarten, ob und wie Wenders in der kommenden Woche auf die Debatte reagiere.

Die Reaktion folgte nun mit der Erklärung von Wim Wenders. »Als einziger der damals für Falsche Bewegung handelnden Verantwortlichen, der noch da ist, sehe ich, dass Nastassja Kinski damals hätte besser beschützt werden müssen. Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber«, teilte Wenders mit.

Die vielen Reaktionen der vergangenen Tage hätten seinen Blick auf die damaligen Ereignisse verändert und weiter »geschärft«, schrieb Wenders. Die Gesellschaft müsse einen angemessenen Umgang mit strittigen Filmwerken des 20. Jahrhunderts finden und sich neuen Lernprozessen und Perspektiven stellen. Er kündigte an, der Film werde erst wieder freigegeben, wenn »wir eine einvernehmliche Lösung, auch in Absprache mit Nastassja Kinski, haben vorlegen können«.


Aus: "Wim Wenders zieht Film »Falsche Bewegung« vorerst zurück" (3. Juni 2026)
Quelle: https://www.zeit.de/feuilleton/film/2026-06/falsche-bewegung-wim-wenders-nastassja-kinski-film

QuoteDie echte alte Betsy

    "Der Film gewann 1975 in sieben Kategorien den Deutschen Filmpreis. Die gesamte männliche und weibliche Besetzung erhielt die Darstellerpreise. Wim Wenders wurde als bester Regisseur des Jahres ausgezeichnet. Robby Müller erhielt den Preis für die beste Kameraführung. Peter Handke wurde für sein Drehbuch ausgezeichnet, Peter Przygodda für den besten Schnitt und Jürgen Knieper für die beste Filmmusik." (Wikipedia)

Das klingt für mich nicht nach einem umstrittenen Film.


QuoteFluxxus1

Ich habe den Film Mitte der 1970er Jahre gesehen, als er auf den Duisbuger Filmtagen vorgestellt wurde. An die betreffende Szene kann ich mich gar nicht erinnern. Vielmehr an die melancholische Aura, die von der Geschichte und den Figuren ausging, die sich zu einer Reise durch Deutschland zusammengefunden hatten. Hans Christian Blech und Rüdiger Vogler hatten tragende Rollen und Nastassja Kinski spielte ein stummes Mädchen, das sich ihnen anschloss und älter aussah als sie tatsächlich war. Hatte sie so auf 16 geschätzt.

Aus reiner Neugier hatte ich jetzt noch mal bei Youtube nach dem Film gegoogelt und sofort wurde mir die betroffene Szene als Video angezeigt.


QuoteCulture1

Wir Frauen sind es so leid, dass wir so darum kämpfen müssen, mit dem, was wir erlebt haben, ernst genommen zu werden.... Oh Mann. Stirbt da jetzt das Abendland, wenn Herr Wenders diesen Film zurückzieht? Nein, aber vielleicht wird endlich mal Frau Kinski gehört.


QuoteUB 50

Völlig übertrieben! Ein Rückfall in die Prüderie der 50er-Jahre! Wenders hat sich in seiner Rede von dieser Szene glaubhaft distanziert!


Quoteroland_s

Der Sachverhalt hat mit Prüderie genau nichts zu tun!
Ist nach Ihrer Definition Kinderpornografie eine Frage von Prüderie?


QuoteSimma Wiedersoweit

Grundsätzlich würde ich Wenders ja Recht geben, dass es problematisch für die Kunst wird, wenn alle Beteiligten an einem Kunstwerk nachträglich alle möglichen Änderungen an dem Kunstwerk einfordern können.

Aber echt jetzt? Die Kinski war minderjährig, also weder 18, noch 17, sondern erst 13 damals, und wurde von ihm nackt aufgenommen. Egal was die Eltern damals erlaubt haben und ob es damals legal war: Mit einem Rest von Anstand hätte Wenders dem Wunsch der nun erwachsenen Frau entsprechen können, ja müssen. Es wäre ein Leichtes gewesen, diese Szene zu streichen oder irgendetwas vor die Nackheit in den Film einzufügen. Die Kunst und der Film hätten das schon überlebt.

Aber nun trotzig den ganzen Film zurücknehmen? Albern und ein Zeichen dafür, dass er Anstand anders versteht als ich.


Quotealliance1979

Ich verstehe Herrn Wenders vollkommen. Wie soll ein einzelner Filmemacher auch noch durchblicken im moralischen Irrgarten einer Gesellschaft, die beim Thema Kinderschutz die Aufmerksamkeitsspanne einer Eintagsfliege besitzt?

Wir müssen doch mal ehrlich sein.

Das Sexualisieren von Kindern und Teenagern gehört seit Jahrzehnten zum stabilen, wohlig warmen Grundrauschen der Boulevard-Presse. Da klickt man sich morgens durch Galerien von ,,heißen Promi-Moms" und deren ,,scharfen Töchtern" im knappen Badeanzug, natürlich rein ästhetisch wertvoll und gesellschaftlich absolut toleriert. Wer da böses denkt, ist selbst schuld.

Gleichzeitig füttern wir Tech-Konzerne bereitwillig mit Milliarden Kinderfotos. Dass diese Daten gestohlen und dank moderner KI-Bildbearbeitung im Darknet zu maßgeschneiderten Fantasien verwurstet werden, ist eben der Preis für den Fortschritt. Ein bisschen Schwund ist immer, Hauptsache die Filter auf Instagram sitzen.

Wenn es dann mal richtig dick kommt, haben wir ja bewährte Systeme. Die Kirche lagert die Aufarbeitung seit Generationen erfolgreich ins Jenseits aus und entzieht sich der weltlichen Strafverfolgung. Und die Kulturbranche? Die feiert die Werke von verurteilten oder schwer beschuldigten Regisseuren und Musikern einfach weiter. Wir trennen schließlich ,,Werk und Künstler" gern dann, wenn das Werk so schön bequem ablenkt. Wie fandet Ihr den Michal Jackson Film eigentlich und wahr Ihr schon im Musical?

Jeffrey Epstein hat am Ende doch den ultimativen, unumstößlichen Beweis geliefert, wie stabil desinteressiert die Elite und wir als Konsumenten am realen Schutz von Kindern sind. Klar, es gibt bei jedem Skandal kurz ein bisschen rituellen Lärm in den sozialen Medien. Aber hey, echte Konsequenzen oder gar Strafen? No way. Das würde ja das System stören.

Wenders hat also alles richtig gemacht. Er hat einen Film für die Gesellschaft gedreht, wie sie nun einmal real existiert. Wegschauen als Volkssport, Empörung als Lifestyle-Accessoire. Willkommen in der Realität.

Und sorry. Das ist hart. Aber wenn ich das lese und mir anschaue, wie es um die Realität bestellt ist. ...

Ich will niemandem einen Roman-Polanski-Film madig machen oder Michael Jacksons Musik vergällen. Der Punkt ist ein anderer. Es ist die erschreckende Leichtigkeit, mit der wir all das ignorieren, ohne wirklich jemals etwas zu ändern.
Faktisch ist es leider so, dass wir Menschen, die Kinder für Profit und Unterhaltung sexualisieren lassen, konsequent mit Geld und Aufmerksamkeit überschütten. Wer mächtig genug ist, schafft sich einfach seinen eigenen rechtlichen Rahmen.

Elon Musk ist dafür das beste Beispiel. Die ,,Move Fast and Break Things"-Bubble wird viel zu selten mit den realen, zerstörerischen Auswirkungen ihrer Philosophie konfrontiert. Dieser Mann wird mit Macht und Milliarden überhäuft, während sein KI-Tool Grok bis heute so leicht zu manipulieren ist, dass es als Werkzeug für digitalen Missbrauch zweckentfremdet werden kann.

Doch das Wegsehen hat System.
Die Kirche bleibt bis heute quasi unantastbar, und unser Rechtssystem ist für Täternetzwerke wie das von Jeffrey Epstein schlicht nicht geschaffen. Am Ende ist das, was Wim Wenders damals getan hat, kein bedauerlicher Einzelfall – es ist Teil eines zutiefst verankerten, gesellschaftlichen Problems.

Wenders mag seinen Film nun zurück ziehen. Die Aufmerksamkeit ist im sicher. Und Aufmerksamkeit ist gleich Umsatz.





QuoteRappunzel

Ach ja ....

und was wir heute für moralisch/ethisch perfekt halten, ich bin mir sicher in 10, 20,50 Jahren werden auch wir dafür verurteilt, weil sich die Maßstäbe auch in Zukunft geändert haben werden ....

.... und es auf völliges Unverständnis stößt, was wir heute für Maßstäbe für gültig erklären. ... wie konnte man nur ...


QuoteZamoscz20

Der Film ist unter Beachtung der damals geltenden Gesetze und auch des damals herrschenden Zeitgeistes entstanden. In den 1970ern gab es die sexuelle Revolution und man empfand Nacktheit als Symbol der Freiheit. Es gab damals auch noch FKK-Magazine, auf denen unbekleidete Personen einschließlich Kindern auf dem Cover waren. Die hingen offen am Kiosk aus.

Insofern ist dieser Film einschließlich dieser Nacktszene das, was ein Werk der Filmkunst idealerweise sein sollte: Ein Spiegel seiner Entstehungszeit.

Die Versuche in dieses Werk nachträglich einzugreifen verletzten die Kunstfreiheit und werden aller Voraussicht nach zum Streisand-Effekt führen: Die haufenweise exisistierenden Kopien des Films in der Originalfassung werden weit verbreitet, weil die Öffentlichkeit jetzt neugierig gemacht wurde, und zwar insbesondere auf die tabuisierte Szene.


QuoteMindlg

Es geht nicht um die Kunstfreiheit sondern um Frau Kinski Entscheidung nicht in dem Film nackt aufzutauchen. Damals konnte sie sich dagegen nicht wehren.


Quotekeke63

Was ist denn daran Kunst in seiner Zeit, wenn eine Dreizehnjährige nackt gezeigt wird? Im Film stellt sie eine 17jährige dar, die entblöst und bei sexuellem Handlungen gezeigt wird. Ist das nicht eher strafbar? Und hätte er nicht eine 18jährige Schauspielerin casten können? Soweit ich mich erinnern kann, galt die sexuelle Befreiung für Erwachsene, nicht aber für Kinder und Jugendliche.


QuoteOkapi1

Merkwürdige Erklärung, eine 13-jährige nackt zeigen zu dürfen.

Vieles war einmal normal und legal: Kinderarbeit, Prügelstrafe in Schulen, Vergewaltigung in der Ehe war lange nicht strafbar. Aus "es wurde gemacht" folgt nicht "es war und ist richtig".

Kunstfreiheit bedeutet nicht, dass ein Werk für alle Ewigkeit aktiv vertrieben und vermarktet werden muss. Wenn ein Musiker sein altes Album vom Markt nimmt, wird seine Kunstfreiheit nicht verletzt. Er übt sie aus. Und hier entscheidet der Rechteinhaber offenbar selbst, den Film zurückzuziehen. Das ist eher das Gegenteil eines Verbots.

Die sexuelle Revolution war in erster Linie eine Befreiungsbewegung von Erwachsenen für Erwachsene. Dass Erwachsene ihre Sexualität freier leben wollten, begründet nicht automatisch, warum ein 13-jähriges Kind nackt vor einer Filmkamera stehen sollte.


QuoteStattmusikanten

Insofern ist dieser Film einschließlich dieser Nacktszene das, was ein Werk der Filmkunst idealerweise sein sollte: Ein Spiegel seiner Entstehungszeit.

Sie machen es sich sehr einfach, denn offenbar reicht es für ein "Werk der Filmkunst" (nicht ein "Kunstwerk" ganz allgemein?), "Spiegel seiner Entstehungszeit" zu sein, um alle Maßstäbe allgemeiner Art, die man sonst anlegen würde, auszusetzen.

Damit könnte man dann auch einen Film wie "Jud Süß" "erklären" und "rechtfertigen".

Es ist also hochkomplex.


QuoteOkapi1
vor 1 Stunde
Antwort auf @Stattmusikanten

    Sie machen es sich sehr einfach, denn offenbar reicht es für ein "Werk der Filmkunst" (nicht ein "Kunstwerk" ganz allgemein?), "Spiegel seiner Entstehungszeit" zu sein, um alle Maßstäbe allgemeiner Art, die man sonst anlegen würde, auszusetzen.

Sie haben vollkommen Recht.

Komischerweise gilt das Argument bzgl. heutigen Maßstäben fast immer nur dann, wenn jemand Kritik vermeiden möchte. Historiker beurteilen ständig vergangene Handlungen anhand heutiger Erkenntnisse.

Niemand sagt: "Bitte beurteilen Sie die Medizin des 19. Jahrhunderts nicht nach heutigem Wissen."

Genau das tun wir ständig, und deshalb ist die Medizin heute besser. So muss es auch mit Kunst sein.


QuoteMathieu le Dö

Ah, noch ein Relativierer, der sexuellen Missbrauch von Kindern mit dem "damals herrschenden Zeitgeist" rechtfertigen und gutheißen möchte.

    In den 1970ern gab es die sexuelle Revolution und man empfand Nacktheit als Symbol der Freiheit. Es gab damals auch noch FKK-Magazine, auf denen unbekleidete Personen einschließlich Kindern auf dem Cover waren

Diese FKK-Magazine zeigten aber die nackten Menschen (und ggf. Kinder) NICHT in einem sexualisierten Kontext bzw. der konkreten Nachstellung einer Sexszene. Der Mottospruch der FKK-Szene lautete übrigens: "Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten"

    die Öffentlichkeit jetzt neugierig gemacht wurde

Ich bin z.B. auch "die Öffentlichkeit" und keineswegs neugierig auf eine gestellte Sexszene mit einer nackten 13-Jährigen.
Ich habe sowieso überhaupt kein Bedürfnis, einen Film von WW sehen zu müssen, da ihn und sein Werk schon immer für überschätzt halte (absoluter Tiefpunkt "Der Himmel über Berlin") und ihn selbst als einen prätentiösen Schwätzer und Selbstdarsteller wahrnehme, muss ich meinen Eindruck jetzt revidieren. Er ist ein alter prätentiöser Schwätzer, Selbstdarsteller und obendrein ein (...) (...).

Wenn ich das Adjektiv "widerlich" und den nicht gerade schmeichelhaften Ausdruck "Schmierlapp" statt der beiden Klammern hintereinander gesetzt hätte, wäre der Kommentar möglicherweise mit dem Vermerk "bitte verzichten Sie auf Beleidigungen" gelöscht worden.



Quoteunendliche weiten

Sehr gut, hoffentlich wird sexualisierte Darstellung von Kindern nie wieder als Kunst angesehn!


QuoteYuppiduh

... Von den Schulmädchen-Report Filmen wurden einige, Jahrzehnte später, als Jugendpornographisch bzw. sogar als Kinderpornographisch eingestuft. Sag zumindest Wikipedia, ohne Details zu nennen, warum dies geschah.


QuoteNur mein Senf

Die Zeiten waren damals völlig anders: Produkte wie "Schulmädchen-Report" würden quasi am Fließband produziert - mit mehr oder weniger nackten Minderjährigen. In jeder "Aufklärungsseite" der BRAVO z.B. waren welche abfotografiert...um das mal einzusortieren. Das sind in Summe abertausende Fälle und Bilder...wird das auch alles zurück gezogen...oder beklagen sich jetzt alle Betroffenen öffentlich.

Zu Nastasja Kinski soviel: soweit ich erinnere, war sie in sehr vielen Filmen, die sie drehte, nackig zu bewundern. Sie wirkte an allerlei längst vergessenen Produktion mit, etwa sicher noch minderjährig z.B. in "Leidenschaftliche Blümchen", eindeutig bereits volljährig in einem Film, bei dem ich nicht den Titel aber das Titelbild erinnere: komplett nackt, und jemand beißt ihr in den Hintern...nun ja...


QuoteJohnCarter96

Wie lächerlich soll es noch werden? Ach ja, der aktuelle 'Zeitgeist' hat da ja noch genug Luft nach oben. Euch ist schon klar, dass am Ende dieser 'Entwicklung' notgedrungen die Vollverschleierung steht!? Ich glaub ich entschuldige mich schon mal vorab bei meinen muslimischen Freunden: ihr hattet leider doch recht...


Quoteopossum2

Nein aber kein nackten Minderjährigen ich hoffe das halten Sie aus.


QuoteJohnCarter96

Dann schon mal danke an alle, die hier bisher geantwortet, und damit wieder so schön bestätigt haben, wie wenig der Grossteil der Leute in der Lage ist, so ein Thema auch mal konsequent zu Ende zu denken.

Und ja, ich finde wirklich in den 70ern war man auf einem deutlich BESSEREN Weg, als wir heute sind! Weil man damals etwas erkannt hat, für das die Gegenwart offensichtlich inzwischen wieder zu dämlich ist: dass es nämlich nicht um Nacktheit etc. etc. per se geht, sondern darum, wie wir damit UMGEHEN. Und auch wenn Scham ein natürliches Gefühl ist, ist die Art und Aufdringlichkeit wie wir heute den Heranwachsenden geradezu aufs Auge drücken, dass sie sich schämen MÜSSEN, und das mit ihnen was falsch ist, wenn sie es nicht in der Stärke tun, die der Mainstream und die Medien es vorgeben, ist einfach nur erbärmlich. Und das alles übrigens während gleichzeitig so gut wie alle weiblichen Idole dieser Generation 'sexualisiert' werden, und das letztlich ein integer Teil des Ganzen 'Entertainment' ist, mit dem dann genau diese Idole auch gern zig Millionen verdienen. Wer meint diese ganzen Widersprüche auf die Art wie es heute versucht wird - durch Empörung und Verbote - auflösen zu können, der ist einfach naiv.

Auch Frau Kinski hat übrigens ihre komplette 'Karriere' auf ihrem 'Kindfrau' Image aufgebaut. Aber klar, das will man dann natürlich nicht mehr wissen...

Und jetzt kann es losgehen mit der Schnappatmung.


QuoteLandei77

Zwischen ,,Nacktheit enttabuisieren" und ,,Sexualisierung von Minderjährigen verharmlosen" gibt es mehr als nur die zwei Extreme, die Sie aufmachen. Wo sollen die Grenzen gezogen werden?


QuoteJohnCarter96

Antwort auf @Landei77

Tja, indem Sie diese Frage überhaupt aufwerfen, erweisen Sie sich schon als deutlich intelligenter, als der ganze Rest der Kommentatoren hier. Danke!


...