Author Topic: Variationen zur Gretchenfrage...  (Read 6939 times)

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Variationen zur Gretchenfrage...
« on: August 20, 2008, 09:30:58 PM »
[...] "Margarete, genannt Gretchen, ist ein sehr junges Mädchen, das von dem älteren, respektablen Wissenschaftler Faust umworben wird. Nachdem sie sich schon mehrmals getroffen, auch geküsst, aber noch nicht miteinander geschlafen haben, kommt Gretchen auf einen Punkt zu sprechen, der für sie von äußerster Wichtigkeit ist: Gretchen: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“ [...] Goethe stellt an dieser Stelle mit Gretchen und Faust zwei Entwürfe einander gegenüber: Zum einen das Mädchen aus einfachen traditionsbestimmten Verhältnissen, das den Glauben an Gott und kirchliche Religiosität als Zentrum auch des eigenen Selbstverständnisses übernommen hat; zum anderen der gelehrte Heinrich Faust, der im Sinne neuzeitlicher Subjektivität auch die überlieferte Religion in Frage stellt, und argumentiert, er könne die gleichen Gefühle für das Gute, Schöne und Anständige haben wie Gretchen. Diese Werte müssten aber nicht unbedingt von der Kanzel gepredigt werden, um beherzigt zu werden. Da zur Zeit von Goethe die christliche Religion und somit der Klerus einen mächtigen Einfluss auf die Menschen hatte, ging es bei der Gretchenfrage auch um die traditionelle Herrschaftsform. Somit wird durch die Gretchenfrage verklausuliert die Frage nach der Akzeptanz der aktuellen Verhältnisse gestellt. Da in dem Milieu, in dem Gretchen zuhause ist, die kirchliche Religion nicht nur eine theoretische Frage ist, sondern den Alltag, das gesamte soziale Leben und das ethische Denken umfasst, lässt ihre Frage nach Faustens religiösem Glauben also auch die Frage nach seiner Lebenspraxis und gesellschaftlichen Eingebundenheit mitschwingen." (15. August 2008)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gretchenfrage

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"What are the Roots of the Distinction between Theology and Philosophy?"
Professor Jean-Luc Marion explored the supposed conflict between philosophy and theology in light of the present situation of philosophy -- that of the end of metaphysics and the radical possibilities this opens for thought. ...
https://www.youtube.com/watch?v=dIDMhwT6srI
Jean-Luc Marion (* 3. Juli 1946 in Meudon) ist ein französischer Philosoph. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Luc_Marion

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The Monstrosity of Christ: Paradox or Dialectic? (Short Circuits)
by Slavoj Žižek, John Milbank, Creston Davis (Published April 1st 2009)
Interesting conversation between a committed Marxist atheist and a committed orthodox theologian about what parts of Hegel and Christianity they hold in common - and which they do not. ...
http://books.google.de/books?id=WNSlGl7FvCwC&lpg=PA264&ots=zH2zkv_Dnl&dq=Heidegger%E2%80%99s%20notion%20of%20Geworfenheit%2C%20of%20%E2%80%9Cbeing-thrown%E2%80%9D%20into%20a%20concrete%20historical%20situation%2C%20could%20be%20of%20some%20help%20here.&hl=de&pg=PA24#v=onepage&q&f=false


On Belief (Thinking in Action)
From 'cyberspace reason' to the paradox that is 'Western Buddhism', On Belief gets behind the contours of the way we normally think about belief, in particular Judaism and Christianity. Holding up the so-called authenticity of religious belief to critical light, Zizek draws on psychoanalysis, film and philosophy to reveal in startling fashion that nothing could be worse for believers than their beliefs turning out to be true. On Belief is essential reading for anyone interested in how we continue to hold beliefs in this postmodern age.
http://books.google.de/books?id=O0Q6Bnx7R0UC&lpg=PT14&ots=kEYI5qEqxC&dq=Heidegger%E2%80%99s%20notion%20of%20Geworfenheit%2C%20of%20%E2%80%9Cbeing-thrown%E2%80%9D%20into%20a%20concrete%20historical%20situation%2C%20could%20be%20of%20some%20help%20here.&hl=de&pg=PT14#v=onepage&q&f=false

Das Reale des Christentums
Slavoj Zizek (Autor), Nikolaus G. Schneider (Übersetzer)
http://www.amazon.de/Das-Reale-Christentums-Slavoj-Zizek/dp/3518068601/ref=sr_1_16?ie=UTF8&qid=1347993271&sr=8-16

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Religionskritik
Religionskritik bezeichnet die rationale Infragestellung von Religionen und Religiosität, ihren Glaubensaussagen, Konzepten und praktischen Erscheinungsformen....
http://de.wikipedia.org/wiki/Religionskritik

Theismus (von gr. θεός, theós, „Gott“) bezeichnet im engeren Sinn den Glauben, dass es (genau) einen personalen, transzendenten, über alles herrschenden Schöpfergott gibt. Im weiteren Sinn ist damit der allgemeine Glaube gemeint, dass es mindestens einen Gott gibt. Der Theismus im weiteren Sinn schließt den Polytheismus ein. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Theismus

Atheismus
„Atheismus“ steht im weiteren Sinn für die Abwesenheit des Glaubens, dass es göttliche Wesen gibt, und im engeren Sinn für den Glauben, dass es keine göttlichen Wesen gibt...
http://de.wikipedia.org/wiki/Atheismus

Die Bezeichnung Aberglaube wird abwertend auf Glaubensformen und religiöse Praktiken angewandt, die nicht den eigenen, meist orthodoxen Lehrmeinungen, entsprechen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Aberglaube



Bigotterie (französisch bigoterie) oder Scheinheiligkeit ist die Bezeichnung für ein unreflektiertes, übertrieben frömmelndes, dabei anderen Auffassungen gegenüber intolerantes[1] und scheinbar ganz der Religion oder einer religiösen Autorität (Person oder Instanz) gewidmetes Wesen oder Verhalten. Der Duden bezeichnet Bigotterie als „kleinliche, engherzige Frömmigkeit und übertriebene[n] Glaubenseifer“....
https://de.wikipedia.org/wiki/Bigotterie

Agnostizismus
bezeichnet die philosophische Ansicht, das bestimmte Annahmen – insbesondere theologischer Art, welche die Existenz oder Nichtexistenz eines höheren Wesens wie beispielsweise eines Gottes betreffen...
http://de.wikipedia.org/wiki/Agnostik

Polytheismus (v. griech.: πολύς polys = viel und θεοί theoi = Götter), auf Deutsch auch als "Vielgötterei" bezeichnet, ist religiöse Verehrung einer Vielzahl von Göttern oder Geistern. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Polytheismus

"Bewusstsein aus PSYCHOLOGISCHER, TRANSPERSONALER und PARAPSYCHOLOGISCHER Sicht" Text von Charles T. Tart (Aus: Psychische Studien Nr. 3/2000)
http://www.transpersonal.de/werkstatt/texte/tart_PS.html


Parawissenschaft
Als Parawissenschaften werden Forschungszweige bezeichnet, die sich mit Phänomenen befassen, deren Existenz aus wissenschaftlicher Sicht...
http://de.wikipedia.org/wiki/Parawissenschaft


Mystik
Mystik bezeichnet die Suche nach und die Berichte und Aussagen über die Erfahrung einer höchsten Wirklichkeit...
http://http://de.wikipedia.org/wiki/Mystik


http://alchemicalarchives.blogspot.de/


Esoterik
Zum Supermarkt der Spiritualität...
http://de.wikipedia.org/wiki/Esoterik


Information on Alchemy
Over 90 megabytes online of information on alchemy
http://www.levity.com/alchemy/


Hermes and Hermeticism Throughout the Ages (engl.)
http://www.gnosis.org/hermes.htm


Colin:Modern Material on Kabbalah
http://www.digital-brilliance.com/kab/index.htm


"Morphische Felder"
Aus: Rupert Sheldrake: Der siebte Sinn der Tiere (1999)
http://www.sheldrake.org/deutsche/morfeld.html


Grenzwissenschaft
Eine Grenzwissenschaft ist eine Wissenschaft, die...
http://de.wikipedia.org/wiki/Grenzwissenschaft


Sufismus
Der Sufismus gilt allgemein als die islamische Mystik...
http://de.wikipedia.org/wiki/Sufismus


Monotheismus
Der Begriff Monotheismus bezeichnet Religionen bzw. philosophische Lehren, die einen allumfassenden Gott kennen und anerkennen...
http://de.wikipedia.org/wiki/Monotheismus


Religionsfreiheit
"Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit"...
http://de.wikipedia.org/wiki/Religionsfreiheit



Theosophie
Das Wort Theosophie stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Göttliche Weisheit“ oder „Weisheit der Götter“. „Theos“ bedeutet Gott und „Sophia“ ist die Weisheit....
http://de.wikipedia.org/wiki/Theosophie


Als Anthroposophie (von griech. anthropos, Mensch, und sophia, Weisheit) wird heute eine von Rudolf Steiner (1861–1925) begründete, weltweit vertretene spirituelle Weltanschauung bezeichnet. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Anthroposophie | http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Steiner


Anthroposophie in Deutschland - Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884-1945. 2 Bände
Von Helmut Zander
http://www.perlentaucher.de/buch/27960.html

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Weltuntergang bleibt aus...
"Weltuntergang bleibt aus - Sekte verlässt Höhle" (NZ, 16.05.2008)
http://www.netzeitung.de/vermischtes/1021557.html
« Last Edit: October 18, 2015, 11:51:50 AM by Link »

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das fliegendes spaghettimonster etc. ..
« Reply #1 on: August 20, 2008, 09:33:49 PM »
"Tschechischer Politiker: Nudelsieb im Personalausweis" (13.08.2013)
Lukas Novy ist bekennender Anhänger einer Gottheit mit dem Namen "fliegendes Spaghetti-Monster". Deshalb ließ der tschechische Politiker sich für seinen Personalausweis mit einem Nudelsieb auf dem Kopf fotografieren. Das ging so lange gut, bis sich das Innenministerium einschaltete. ... das Innenministerium in Prag verstand keinen Spaß und bereitete dem Spuk inzwischen ein Ende. Eine Kopfbedeckung aus religiösen Gründen sei zwar zulässig, aber der Pastafarianismus sei keine anerkannte Glaubensgemeinschaft, stellte das Ministerium klar. ...
http://www.spiegel.de/panorama/tschechien-politiker-posiert-fuer-personalausweis-mit-nudelsieb-a-916275.html


"Fliegendes Spaghettimonster"
Das Fliegende Spaghettimonster (engl. Flying Spaghetti Monster, kurz: FSM) ist die Gottheit einer im Juni 2005 vom US-amerikanischen Physiker Bobby Henderson gegründeten Spaßreligion.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster

Church of the Flying Spaghetti Monster
The Church of the FSM is widely considered a legitimate religion, even by its opponents...
http://www.venganza.org/


Erste Vereinigte Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters in Deutschland
An die Thüringer Staatskanzlei
Herrn Ministerpräsident Dieter Althaus
29. September 2005 99084 Erfurt
Offener Brief zur „Diskussion über die Vereinbarkeit von Evolution und Glauben“
http://www.venganza.info/dokumente/offenerbrief.pdf | http://www.venganza.info/


"Zuerst war die Nudel!"
Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters unterstützt jetzt auch in Deutschland die Kreationisten (TP, Ernst Corinth, 17.10.2007)
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26404/1.html


Intelligent Design (ID, deutsch etwa intelligenter Entwurf, intelligentes Design) ist der Standpunkt der Neokreationisten, dass bestimmte Merkmale des Universums und Lebens am besten durch eine intelligente Ursache erklärt werden können...
http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligent_Design


Unintelligent Design (UD) ist ein Buchtitel von Mark Perakh. Er stellt darin eine satirische These dar, die als Reaktion auf die von vielen fundamentalreligiösen Kreisen unterstützte Intelligent-Design- bzw. Kreationismus-Bewegung gedacht ist. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Unintelligent_Design


Die Theorie des Intelligent Falling basiert auf der Grundannahme, dass Objekte nicht aufgrund von Gravitationskräften am Boden gehalten, sondern vielmehr von einer „Höheren Intelligenz“ zu Boden gedrückt werden. Die Argumente, die diese These stützen, sind denen ähnlich, die auch die Vertreter des Intelligent Design benutzen um durchzusetzen, dass an amerikanischen Schulen Intelligent Design anstelle oder zumindest neben der Evolutionstheorie gelehrt werden solle. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligent_Falling


Das unsichtbare rosafarbene Einhorn (engl. invisible pink unicorn, Abk. IPU) ist die weibliche Gottheit einer Spaßreligion, die damit theistische Glaubensansichten parodiert. Zentrales Element ist die Einhorngestalt der Göttin, die paradoxerweise sowohl unsichtbar als auch rosafarben sein soll. Die Idee stammt aus der englischsprachigen Newsgroup alt.atheism, wo die Figur am 18. Juli 1990 erstmals erwähnt wurde ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Unsichtbares_rosafarbenes_Einhorn


Church of the SubGenius
Official Website of The Church of the SubGenius Maintained by The SubGenius Foundation, Inc. in the name of J.R. "Bob" Dobbs...
http://www.subgenius.com/


Neophilic Irreligions
Audience Cults and the World Wide Web
http://religiousmovements.lib.virginia.edu/nrms/neophile.html


„Und die Götter landen immer wieder...“
Zukunftsprognostik in neureligiösen UFO-Bewegungen (Dissertation, Gernot Meier, 2003)
http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=975599488&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=975599488.pdf
« Last Edit: August 13, 2013, 11:30:19 AM by lemonhorse »

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religionskritik und gottesbeweis...
« Reply #2 on: August 20, 2008, 09:35:46 PM »
Der Religionswissenschaftliche Medien- und Informationsdienst e. V. (Abkürzung REMID) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Marburg, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Statistiken und Informationen zu unterschiedlichen religiösen Aspekten und Themenbereichen zu erarbeiten, zu sammeln und zu veröffentlichen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der zahlenmäßigen Erfassung der Religionszugehörigkeiten der Einwohner der Bundesrepublik Deutschland, der Vermittlung religionswissenschaftlicher Kenntnisse zur Beförderung von Toleranz, Religionsfreiheit und einem friedlichen Miteinander der Religionen in einer pluralistischen Gesellschaft.
REMID wurde im März 1989 von sieben Mitgliedern gegründet. Laut eigener Aussage will der Verein „durch religionswissenschaftliche Arbeit gewonnene Informationen in die Öffentlichkeit vermitteln. Dadurch soll ein Beitrag geleistet werden, die Vielfalt religiöser Überzeugungen wahrzunehmen und angemessen mit ihr umgehen zu können. Diese Absicht schließt auch eine gesellschaftliche Positionierung ein.“ ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Religionswissenschaftlicher_Medien-_und_Informationsdienst

REMID Blog
Religionswissenschaft ist in den Medien deutlich unterpräsentiert. .... Dieser Blog soll der Idee nach eine Plattform nicht nur für alle REMID-Mitglieder sein, auch Gäste dürfen in Absprache Artikel beitragen oder im Interview Rede und Antwort stehen. Auf diese einfache Weise können Neuigkeiten aus der Religionswissenschaft bzw. religionswissenschaftliche Analysen des Zeitgeschehens um Religionen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. ... Religionswissenschaft ist nicht Theologie. REMID steht für eine konfessionell ungebundene Religionswissenschaft, die mit vor allem deskriptiv-empirischen und philologischen Methoden Religionsgemeinschaften und Diskurse um religionsbezogene Themen untersucht. ...
http://www.remid.de/blog/ | http://bewegung.taz.de/organisationen/remid/ueber-uns


Gottesbeweis
Ein allgemein anerkannter schlüssiger Beweis konnte bisher weder für die Existenz noch für die Nicht-Existenz Gottes erbracht werden....
http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesbeweis


Albigenserkreuzzug (Ketzerkreuzzug)
Der Albigenserkreuzzug (1209-1229) war ein von Papst Innozenz III. initiierter Kreuzzug gegen die Katharer in Okzitanien (Südfrankreich).
http://de.wikipedia.org/wiki/Albigenserkreuzzug


Ketzer (Irrgläubiger)
Seit der frühen Neuzeit wird „Ketzerei“, „ketzerisch“ in übertragener Bedeutung dann auch für jede Art von intellektueller Dissidenz oder Opposition gegen eine herrschende Lehre oder Konvention...
http://de.wikipedia.org/wiki/Ketzer


Kategorie: Hexenverfolgung
Diese Kategorie ist Teil der Grundsystematik Frühe Neuzeit. Sie enthält Artikel zum Themengebiet der Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit...
http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Hexenverfolgung


Inquisition
Entstanden ist die Inquisition in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als kirchliches Verfahren zur erleichterten Aufspürung von Ketzern.
http://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Inquisition

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Im IBKA haben sich nichtreligiöse Menschen zusammengeschlossen, um die allgemeinen Menschenrechte – insbesondere die Weltanschauungsfreiheit – und die konsequente Trennung von Staat und Religion durchzusetzen. Wir treten ein für individuelle Selbstbestimmung, wollen vernunftgeleites Denken fördern und über die gesellschaftliche Rolle von Religion aufklären.
Die Geschichte der Menschheit – eine Geschichte der Unmenschlichkeit. Maßgeblichen Anteil hieran hatten und haben die organisierten Religionen.
http://www.ibka.org/

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News für Religionskritiker und Atheisten
https://blasphemieblog2.wordpress.com

« Last Edit: July 21, 2016, 03:13:54 PM by Link »

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variationen zur gretchenfrage...
« Reply #3 on: January 09, 2009, 10:26:26 AM »
Der Deutsche Freidenker-Verband e. V. (Abk.: DFV) ist eine Weltanschauungsgemeinschaft eines Teiles deutscher Freidenker und Mitglied der Weltunion der Freidenker mit Sitz in Paris. Seine Mitglieder fördern und verbreiten nach dessen Satzung „eine nichtreligiöse, rational begründete Weltsicht, die sich auf ein Denken frei von Vorurteilen, Dogmen und Tabus stützt und sich an wissenschaftlich begründeter Erkenntnis orientiert.“ Sie fühlen sich „tätiger Humanität verpflichtet.“ (Satzung des DFV). Der DFV versteht sich somit als religionsunabhängig und als Vertreter nichtreligiöser Menschen und vertritt ethische Grundsätze wie Freiheit, Gleichheit, Toleranz und Gewaltverzicht. Die Vorgängervereine kamen aus der Tradition der Feuerbestattungsvereine und standen der Arbeiterbewegung nahe. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Freidenker-Verband

Der Deutsche Freidenker-Verband sieht das Ziel der historischen Aufklärungsbewegung, die Durchsetzung der Vernunft im geistigen und wissenschaftlichen Leben, für nicht erreicht an, und daher in der Fortsetzung der Aufklärung eine zentrale Aufgabe.
http://www.freidenker.org/

Berliner Erklärung (Juni 1994)
http://www.freidenker.org/cms/dfv/index.php?option=com_content&view=article&id=49&Itemid=98

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Die Atheist Alliance International (AAI) ist ein Bündnis von autonomen atheistischen Organisationen...
http://de.wikipedia.org/wiki/Atheist_Alliance_International

http://www.atheistalliance.org/ | https://twitter.com/atheistalliance

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http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Atheismus

http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Vertreter_des_Atheismus

http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Religionskritik

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Atheism 2.0: Don’t get god, get good
science Saturday, January 28, 2012. Post by David Bradley
Alain de Botton posits the idea of a mixed-creed “religion for atheists” – call it Atheism 2.0 – that incorporates religious forms and traditions to satisfy our human need for connection, ritual and transcendence, but without all the creation myths, the slings and arrows, undead and the reincarnation.
http://www.sciscoop.com/atheism-2-0-dont-get-god-get-good.html


« Last Edit: January 13, 2016, 04:57:29 PM by Link »

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variationen zur gretchenfrage...
« Reply #4 on: October 28, 2009, 04:51:57 PM »
Talmud
http://de.wikipedia.org/wiki/Talmud

Bibel
http://de.wikipedia.org/wiki/Bibel

Koran
http://de.wikipedia.org/wiki/Koran

Der Ausdruck Apostasie (griechisch ἀποστασία apostasía ‚Abfall‘, ‚Wegtreten (vom ursprünglichen Sitz oder Standort)‘; von ἀφίσταμαι aphistamai ‚abfallen‘, ‚wegtreten‘) bezeichnet in der Theologie die Abwendung von einer Religionszugehörigkeit durch einen förmlichen Akt (beispielsweise Kirchenaustritt oder Übertritt zu einem anderen Bekenntnis, Konversion). Jemand, der Apostasie vollführt, ist ein Apostat. Während Häresie nur eine oder mehrere überlieferte Lehren der betreffenden Religionsgemeinschaft bestreitet, besteht die Apostasie in der Ablehnung der verlassenen Religion als solche. ....
https://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie


Exkommunikation ist der zeitlich begrenzte oder auch permanente Ausschluss aus einer religiösen Gemeinschaft oder von bestimmten Aktivitäten in einer religiösen Gemeinschaft. Sie wird als Beugestrafe angewandt, das heißt bis zur Beendigung bzw. Wiedergutmachung des Fehlverhaltens. Im Mittelalter hatte die Exkommunikation die weltliche Reichsacht zur Folge und damit oft den wirtschaftlichen oder politischen Ruin (jemanden „in Acht und Bann tun“ = aus der Gemeinschaft ausschließen). ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Exkommunikation


Takfīr bedeutet in der islamischen Jurisprudenz und Theologie die Praxis, einen Muslim oder eine Gruppe von Muslimen der Apostasie (Ridda) zu bezichtigen, zum bzw. zu Ungläubigen, also Kāfir (Plural: Kuffar), zu erklären. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Takf%C4%ABr

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"Interaktiv: Diese Länder bestrafen die Abwendung vom Glauben" Manuel Bogner (12. Februar 2016)
In manchen Ländern kann es tödlich sein, keiner Religion anzugehören, die Religion zu wechseln oder seinen Glauben aufzugeben. ...
http://ze.tt/interaktiv-diese-laender-bestrafen-die-abwendung-vom-glauben/

We believe it is important to document discriminatory national laws and state authorities which violate freedom of religion or belief and freedom of expression. As well as affecting the overtly nonreligious, such as atheists and Humanists, such systemic discrimination also often affects the religious, in particular minorities and non-conformists, and the unaffiliated (those who hold no particular religion or worldview-level belief)....
http://freethoughtreport.com/
« Last Edit: May 12, 2016, 05:27:33 PM by Link »

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variationen zur gretchenfrage...
« Reply #5 on: January 16, 2010, 09:48:19 PM »
Richard Dawkins
http://en.wikipedia.org/wiki/Richard_Dawkins

Richard Dawkins
http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Dawkins

Der Gotteswahn
Der Gotteswahn (englisch The God Delusion) ist der Titel einer 2006 erstmals bei Houghton Mifflin im englischen Original erschienenen Monografie Richard Dawkins', in der er sich gegen theistische Religionen und insbesondere gegen die drei abrahamitischen Weltreligionen wendet. Dawkins zentrale Thesen sind, dass jeder Glaube an Gott in all seinen Formen irrational sei und dass Religion in der Regel schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Gesellschaft habe. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gotteswahn


"SF Kultur: Richard Dawkins - Die Schöpfungslüge und Der Gotteswahn" (Sternstunde Religion vom 31.10.2010)
Dawkins gilt als einer der bekanntesten Vertreter des „Neuen Atheismus" und der sogenannten Brights-Bewegung, für die er in Artikeln in großen Zeitungen warb. ...
https://www.youtube.com/watch?v=bUHP5yCjffg

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Das Zeitalter der Aufklärung gilt als eine Epoche der geistigen Entwicklung der westlichen Gesellschaft im 17. bis 18. Jahrhundert, die besonders durch das Bestreben geprägt war, das Denken mit den Mitteln der Vernunft von althergebrachten, starren und überholten Vorstellungen, Vorurteilen und Ideologien zu befreien und Akzeptanz für neu erlangtes Wissen zu schaffen. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitalter_der_Aufkl%C3%A4rung

Humanismus ist eine Weltanschauung, die auf die abendländische Philosophie der Antike zurückgreift und sich an den Interessen, den Werten und der Würde des einzelnen Menschen orientiert. Toleranz, Gewaltfreiheit und Gewissensfreiheit gelten als wichtige humanistische Prinzipien menschlichen Zusammenlebens. Die eigentlichen Fragen des Humanismus sind aber: „Was ist der Mensch? Was ist sein wahres Wesen? Wie kann der Mensch dem Menschen ein Mensch sein?“ Humanismus bezeichnet die Gesamtheit der Ideen von Menschlichkeit und des Strebens danach, das menschliche Dasein zu verbessern. Der Begriff leitet sich ab von den lateinischen Begriffen humanus (menschlich) und humanitas (Menschlichkeit). ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Humanismus

... Der amerikanische Philosoph Daniel Dennett hat es in der „New York Times“ wie folgt formuliert: „Wir Brights glauben nicht an Geister, Elfen, den Osterhasen – oder Gott.“ ...
"Gut ohne Gott" Von Bas Kast (2007)
http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/art304,1292062

... "Die Brights sind ein internationaler Zusammenschluss von Personen, die ein Weltbild vertreten, das für sich in Anspruch nimmt, frei vom Glauben an Übernatürliches zu sein.[1] Dazu gehört insbesondere die Verneinung der Existenz von Mystischem  und Magischem. Der Begriff geht auf Paul Geisert und Mynga Futrell zurück und wurde von ihnen erstmals 2003 auf einer Konferenz der Atheist Alliance International  in Kalifornien öffentlich diskutiert, mit folgender Definition:   Die Brights sind Menschen mit einem naturalistischen Weltbild, das frei ist von mystischen und übernatürlichen Elementen und deren Ethik und Handlungen auf diesem Weltbild beruhen. Ziel der Organisation ist es, die gesellschaftliche Akzeptanz der Position des Naturalismus zu fördern und dazu unter anderem das Substantiv „Bright“ (von engl. bright – hell, klar, heiter, aufgeweckt, abgeleitet vom Begriff der Aufklärung „enlightment“) als positiven Begriff für Menschen mit einer solchen Position zu etablieren.... "
# ↑ Ungläubig - und das ist auch gut so Artikel bei Telepolis  vom 7. Oktober 2003
# ↑ Gary Wolf: Battle of the New Atheism. wired.com
# ↑ Brights.net, Begriffsdefinition: Brights-Net
# ↑ Dawkins: The future looks bright
http://de.wikipedia.org/wiki/Brights

http://www.the-brights.net/ (engl.)

Das Weltbild eines Bright ist frei von übernatürlichen und mystischen Elementen. ...
http://www.brights-deutschland.de/

Brights - Die Natur des Zweifels
https://brightsblog.wordpress.com/


https://www.youtube.com/user/TheBrightsChannel/videos

« Last Edit: March 08, 2015, 08:03:38 PM by Link »

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variationen zur gretchenfrage...
« Reply #6 on: December 09, 2010, 11:45:29 AM »
Christ meets Bigfoot: More irreverent atheist ads set to hit Canadian cities
By Carmen Chai, Postmedia News December 2, 2010
http://www.canada.com/health/Christ+meets+Bigfoot+More+irreverent+atheist+Canadian+cities/3913741/story.html

"Atheists "attack" Christianity with new bus ads in Canada" By Brian Fairbanks, December 6th 2010
http://www.nerve.com/news/current-events/atheists-attack-christianity-with-new-bus-ads-in-canada

"Atheists know more about religion than the God-fearing do" Ray RahmanSeptember (2010)
http://www.nerve.com/news/current-events/atheists-know-more-about-religion-than-the-god-fearing-do

"Basic Religion Test Stumps Many Americans" LAURIE GOODSTEIN, Published: September 28, 2010
http://www.nytimes.com/2010/09/28/us/28religion.html?_r=3&ref=us

"Das Leben des Brian"
Das Leben des Brian (Originaltitel: Monty Python’s Life of Brian) ist eine Komödie der britischen Komikergruppe Monty Python aus dem Jahr 1979. Der naive und unauffällige Brian, zur gleichen Zeit wie Jesus geboren, wird durch Missverständnisse unfreiwillig als Messias verehrt. Weil er sich gegen die römischen Besatzer engagiert, findet er schließlich in einer Massenkreuzigung sein sinnloses Ende. ... Während der Dreharbeiten sorgte ein weitreichendes Urteil in Großbritannien für Aufsehen und in der Folge für Sorge bei allen Beteiligten des Projekts: Die religiöse Organisation Nationwide Festival of Light konnte vor den Gerichten des Landes die erste Verurteilung wegen Blasphemie seit 55 Jahren erreichen. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Leben_des_Brian

« Last Edit: April 24, 2015, 08:57:52 AM by Link »

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variationen zur gretchenfrage...
« Reply #7 on: October 18, 2011, 12:50:39 PM »
"Bibeltreuer Biologieunterricht: Im Namen des Herrn" Bernd Kramer (12.10.2011)
Bibeltreue Christen gründen Privatschulen. Was lehren sie im Biologieunterricht?
http://www.zeit.de/2011/42/C-Schule-Kreationisten

Kinder des Spaghettimonsters
21. November 2005, 22:08
Ist das Leben auf der Erde das Werk Gottes oder durch Evolution entstanden? Weder, noch – wir alle sind Kinder des fliegenden Spaghettimonsters.
http://sc.tagesanzeiger.ch/dyn/digital/internet/563584.html

Der Hirte des Hermas lehrt im 2. Jahrhundert, dass es keine Vergebung gibt für die, die den Herrn bewusst verleugnen (74,2 bzw. sim. 8,8,2). Apostasie gehörte also zu den Sünden, für die die Alte Kirche ewige Buße und Exkommunikation auferlegte und die Vergebung der Sünde Gott allein überließ. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie

"Apostasie im Islam"
http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie_im_Islam

"Todesstrafe: Fast schon tot? " Evelyn Finger (23. Oktober 2011)
Nadarkhani wurde vor zwei Jahren verhaftet und vor einem Jahr wegen Apostasie zum Tode verurteilt. Ende September 2011 bestätigte der Oberste Gerichtshof in Kum dieses Urteil. In freiheitlichen Staaten wäre dieses Delikt kein Delikt, man würde es Konversion vom Islam zum Christentum nennen. Doch die iranischen Richter kennen das neutrale Wort nicht, weil sie der islamischen Staatsreligion verpflichtet sind. Sie nennen es Abfall von Gott. Das gilt gemäß der Scharia als Todsünde. Darauf steht heute im Sudan, im Jemen, in Somalia, Pakistan, Saudi-Arabien, Afghanistan die Todesstrafe. In Iran gibt es die Höchststrafe für Apostasie zwar nur als eine Strafmöglichkeit unter anderen. Aber seit dem Versuch des Parlaments vor drei Jahren, sie per Gesetzesnovelle fester in der iranischen Rechtsprechung zu verankern, ist der staatlich sanktionierte Mord an Abtrünnigen vom Islam noch einfacher geworden. ...
http://www.zeit.de/2011/43/Apostasie

Yousef Nadarkhani
http://de.wikipedia.org/wiki/Yousef_Nadarkhani

« Last Edit: March 08, 2015, 07:47:49 PM by Link »

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variationen zur gretchenfrage...
« Reply #8 on: January 28, 2013, 12:32:28 PM »
Liessmann: "Religionen sind ja keine Anleitung zum guten Leben"
Interview | Lisa Nimmervoll, 26. Jänner 2013, 12:00
Philosoph Konrad Paul Liessmann über das gute Leben und den rechten Glauben, weltliche Gesetze und göttliche Offenbarung ...
http://derstandard.at/1358304758111/Religionen-sind-ja-keine-Anleitung-zum-guten-Leben

---

"Aufklärung ist Ärgernis, wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher.“ Karlheinz Deschner (1924-2014)

Karlheinz Deschner (* 23. Mai 1924 in Bamberg; † 8. April 2014 in Haßfurt[1]; eigentlich Karl Heinrich Leopold Deschner) war ein deutscher Schriftsteller und Religions- und Kirchenkritiker. Zu seinen Werken zählen Abermals krähte der Hahn (1962) und die 2013 mit dem zehnten Band fertiggestellte Kriminalgeschichte des Christentums. ....
https://de.wikipedia.org/wiki/Karlheinz_Deschner

Kriminalgeschichte des Christentums ist das zehnbändige Hauptwerk des Schriftstellers und Kirchenkritikers Karlheinz Deschner. Es beschreibt detailliert Verfehlungen, die den verschiedenen christlichen Kirchen, Konfessionen, Sekten, Sonderbünden und ihren Repräsentanten sowie christlichen Herrschern im Verlauf der Geschichte des Christentums angelastet werden. Das Werk umfasst die Kirchengeschichte von ihren biblischen Ursprüngen bis zur Gegenwart. Der erste Band ist 1986 erschienen, der abschließende zehnte 2013. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Kriminalgeschichte_des_Christentums


Ich will lieber mit den meisten irren als auf meine Weise. So dachte Augustinus. Ich denke umgekehrt. ...
http://www.deschner.info/ | http://www.deschner.info/index.htm?/de/werk/kg/verzeichnis.htm

"Karlheinz Deschner: Die Politik der Päpste"
Karlheinz Deschners so voluminöses wie gut belegtes Werk verfolgt den Weg des Papsttums von dessen tiefster Krise im 19. Jahrhundert bis zu seinem Wiedererstarken im Zeitalter der Weltkriege – von Pius IX., dem Verkünder päpstlicher Unfehlbarkeit, über Leo XIII. und Pius X. zu Benedikt XV., dem kurialen Kriegsgewinnler. Sein einflussreicher Nachfolger Pius XI. förderte Mussolini, Hitler, Franco. Und Pius XII. setzte diesen antikommunistischen Kurs fort, zur Verfolgung, Vernichtung der Juden fast ausnahmslos schweigend und die Ermordung orthodoxer Serben durch die katholische Ustascha in Kroatien widerspruchlos duldend.
Deschner weist nach, dass die Stellvertreter Gottes auch in dieser Epoche wie seither stets – mal mehr, mal weniger – auf der Seite jener Mächtigen standen, von denen sie Unterstützung ihrer imperialen Politik erhofften. ...
http://www.alibri-buecher.de/Buecher/Kirchenkritik/Karlheinz-Deschner-Die-Politik-der-P
aepste::429.html

"Flutlicht in die Abgründe der Kirchengeschichte"  Markus C. Schulte von Drach (12. November 2013)
Er ist extrem hart mit den christlichen Kirchen ins Gericht gegangen, bewusst einseitig und nicht immer ganz wissenschaftlich. Aber es ging Karlheinz Deschner auch nie um Ausgewogenheit, sondern darum, Dinge ans Licht zu holen, die viele Christen lieber im Dunklen gelassen hätten. Nun hat er, soweit es in seiner Macht stand, sein Lebenswerk abgeschlossen.  ...
http://www.sueddeutsche.de/wissen/das-lebenswerk-des-karlheinz-deschner-flutlicht-in-die-abgruende-der-kirchengeschichte-1.1810809

« Last Edit: February 25, 2015, 03:09:57 PM by Link »

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Variationen zur Gretchenfrage...
« Reply #9 on: February 14, 2013, 12:30:56 PM »
Gerechte-Welt-Glaube (Belief in a just world) bezeichnet eine generalisierte Erwartung, dass Menschen im Leben dasjenige bekommen, was sie verdienen. Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht das individuelle Streben danach, die Welt als geordnet und vorhersagbar zu erleben, wobei dieses Streben Bestandteil eines übergeordneten Strebens nach Kontrolle ist. Ungerecht erscheinendes Leiden anderer bedroht den Gerechte-Welt-Glaube. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechte-Welt-Glaube

-.-

"Der unbekannte Gott"
Ein ebenfalls sehr häufig geäußertes Argument, welches genau untersucht werden muss, ist dass Argument mit der unbekannten Natur Gottes (Gottes Wege sind unerforschlich). Ich selbst habe diese Argumentation als Gläubiger lange vertreten, und ihre Denkfehler sind sehr schwer zu durchschauen. ... Der Trick besteht darin, dass man - weil man es mit etwas Unbekanntem zu tun hat - alle Alternativen ignoriert und nur das gelten lässt, was den eigenen (unbewussten) Wünschen entspricht. Aber aus Unbekanntem folgen beliebige Schlüsse und da man nicht begründen kann, wie man zu den Schlüssen kam, ist dies nur eine bequeme Ausrede dafür, es erst garnicht zu versuchen. ...
http://www.dittmar-online.net/alt/religion/apologetik/unbekannt.html


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"Gläubige und ihre Gefühle: Die Erde ist eine Scheibe, Schwule sind Sünder" Sibylle Berg (07.03.2015)
Wenn Katholiken in Amt und Würden mal wieder Homosexuelle dissen, sollten wir innehalten und nachdenken. Über Gleichberechtigung, über Verbohrtheit, über die Gay-Lobby und die eigenen vier Wände. ...
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/glauben-und-toleranz-sibylle-berg-kolumne-a-1022024.html

http://www.spiegel.de/forum/kultur/glaeubige-und-ihre-gefuehle-die-erde-ist-eine-scheibe-schwule-sind-suender-thread-251637-1.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Sibylle_Berg


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"Islam: Der gefährliche Prophet - Mohamed ist ein Vorbild für Millionen Muslime – und auch für Terroristen. Der Islamexperte Hamed Abdel-Samad kritisiert ihn als Paranoiker und Tyrannen. Ein Vorabdruck"  Von Hamed Abdel-Samad - DIE ZEIT Nr. 38/2015, 17. September 2015
Als ich noch ein strenggläubiger Muslim war, dachte ich, ich wüsste alles über Mohamed, nur weil ich seine Biografie, den Koran und seine zahlreichen Hadithe – seine außerkoranischen Aussagen – gelesen hatte. Als Forscher allerdings musste ich eine kritische Distanz gewinnen. ... Das, woran die islamische Welt krankt, kann nur geheilt werden, wenn Muslime sich von den multiplen Krankheiten des Propheten lösen: Selbstüberschätzung, Paranoia, Kritikunfähigkeit sowie die Neigung zum Beleidigtsein. Auch das verzerrte Bild Gottes, das zum Vorbild für Despoten geworden ist, muss infrage gestellt werden. Fundamentalismus ist nicht eine Folge der Fehlinterpretation des Islams, sondern eine Folge seiner Überhöhung. Die Reform des Islams beginnt, wenn Muslime es wagen, Mohamed aus dem Käfig der Unantastbarkeit zu entlassen. Erst dann können sie selbst aus dem Gefängnis des Glaubens ausbrechen und Teil einer Gegenwart werden, die nicht von Gott, sondern von den Menschen bestimmt wird. ...
http://www.zeit.de/2015/38/Mohammed | https://de.wikipedia.org/wiki/Hamed_Abdel-Samad

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""Islamischer Staat" und Muslime : "Ich habe Angst""
Der islamische Theologe Erdal Toprakyaran über Gewalt im Islam, Wissenschaft gegen Waffen und die Hoffnung trotz alledem.
Interview: Christiane Florin und Wolfgang Thielmann (20. November 2015)
"Das Zentrum für islamische Theologe Tübingen verurteilt aufs Schärfste die terroristischen Anschläge in Paris", steht auf der Homepage seines Instituts. Der Terror sei mit der islamischen Religion, Lehre und Praxis unvereinbar. Warum beruft sich der IS auf den Islam? Hochschullehrer Erdal Toprakyaran stellt sich unseren Fragen. ...
http://www.zeit.de/2015/47/islam-theologie-terror-paris-is

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""Hört auf, euch Freidenker zu nennen" - David gegen Gott" Sandro Bucher (20. Nov 2015)
ZÜRICH/CH). (hpd) Amerikas "Chefatheist" David Silverman geht mit Religionen und deren Vertretenden gnadenlos ins Gericht. Auf seiner Europa-Tour kam der American Atheists-Präsident nach Basel und Zürich, um sein neues Buch "Fighting God" und den sogenannten "Firebrand Atheism" vorzustellen: die Universalwaffe gegen die "grösste Lüge der Menschheitsgeschichte". ...
http://hpd.de/artikel/12444

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"Religion und Evolution: Strafende Götter als Erfolgsgeheimnis der Menschheit" Frank Patalong (10.02.2016)
Die Forschergruppe wertet die Ergebnisse als ersten empirischen Beweis dafür, dass strafende Götter mit Totaldurchblick den Zusammenhalt expandierender Kulturen förderten. Evolutionär gedacht erklärt es, warum solche Religionsmodelle so erfolgreich wurden: Die Angst vor göttlicher Strafe motivierte zur Kooperation mit Menschen, mit denen man nichts gemein hatte als das gemeinsame Bekenntnis. Moralisierende Götter und die Furcht vor übernatürlicher Strafe habe die Menschheit im Wortsinn erst gesellschaftsfähig gemacht. ...
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/die-angst-vor-goettlicher-strafe-beguenstigte-expansion-frueher-kulturen-a-1076614.html



« Last Edit: February 11, 2016, 11:28:08 AM by Link »

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Variationen zur Gretchenfrage (Bekleidungsvorschriften)...
« Reply #10 on: February 25, 2016, 09:49:06 AM »
Quote
[...]  Das jüdische Label Mimu Maxi macht zeitgemäße, lässige Mode und befolgt dennoch religiöse Bekleidungsvorschriften. Mit der Unterdrückung der Frau hat das nichts zu tun.

... Mit ihren eigenen Kreationen wollten die zwei chassidischen Schwägerinnen Hecht und Notik ihrem Frust über unstylishe religiöse Kleidung Abhilfe verschaffen und feiern damit nun – über Religionsgrenzen hinweg – beachtliche Erfolge. 2012 gegründet, sprachen sie mit Mimu Maxi zunächst vor allem eine stilbewusste, religiöse (orthodox-jüdische, aber auch konservativ christliche und muslimische) weibliche Käuferschaft an. Spätestens seit 2015, als ihr Stil in Mode- und Lifestyle-Blogs zum Trend ernannt wurde, erreichen ihre Kollektionen nun auch säkulare Fashionistas.

Neben ästhetischen Kriterien erfüllen die Kollektionen von Mimu Maxi auch jene des tzinut, der orthodox-jüdischen Maßgabe für eine keusch-sittliche Lebensführung. Das hat durchaus Aufsehen erregt. Kein Bericht über das Label kommt ohne Verweis auf den religiösen Rahmen aus. Popsugar.com schreibt, die Mimu-Maxi-Designerinnen definierten keusche Mode (Modest Clothing) neu, laut der Huffington Post erschüttern Hecht und Notik mit ihren Kollektionen stereotype Vorstellungen von religiöser Kleidung. Religiös-keusche Trendsetter – die Vogue bringt auf den Punkt, was hier an Widersprüchen mitschwingt: "Jüdisch-orthodoxer Stil wurde zu einer ungewöhnlichen Inspirationsquelle für den heißesten Herbsttrend 2015." Ungewöhnlich deshalb, weil mit orthodoxem Judentum wohl vieles, jedoch kaum (Mode-)Trends und keinesfalls Sexyness assoziiert wird.

... Die Repräsentation von Weiblichkeit – in diesem Fall religiöser Weiblichkeit – ist in diesem Fall eine ungewohnte. Frau und Religion, dieses Verhältnis wird noch immer zu oft und zu undifferenziert als fixiert, repressiv und beklemmend eng aufgefasst. Auf der Website und dem Instagram-Profil von Mimu Maxi werden jedoch Frauen gezeigt, die in Bewegung sind. Models posieren vor repräsentativen Gebäuden, in der Mitte einer Straße, vor graffitibemalten Häuserwänden oder auch in einem riesigen, leer geräumten Loft. Auf Instagram zeigen sich die Modedesignerinnen und ihre Kundinnen selbst in der keuschen Mode. Den Inszenierungen zufolge ist der Umgang dieser Frauen mit religiösen Kleidervorschriften ein spielerischer – und vor allem ein aktiver und selbstbewusster: Die Interpretationen der durch religiöse Schriften und männliche Autoritäten übermittelten Vorschriften und Empfehlungen für eine religiöse Lebensführung sind vielfältig.

... Kein autoritärer Gott, keine normativen Schriften gestalten Religionen, sondern Menschen. Als Gestalterinnen sind Frauen in der Geschichte und in den Schriften der Religionen – oder in dem, was von ihnen tradiert und kanonisiert wurde – jedoch äußerst selten in Erscheinung getreten. Auch die säkulare Religionswissenschaft berücksichtigte Frauen lange Zeit kaum. Diese Lücke ist mittlerweile aufgrund von stichhaltiger feministischer Kritik zumindest ideell geschlossen. Es gilt nun, Frauen nicht nur als religiöse Akteurinnen wahrzunehmen, sondern anzuerkennen, dass vor allem sie es sind, die innerhalb von Religionen die jeweilige Notwendigkeit von Wandel und Bewahrung gestalten und verhandeln.

Quote
aufgeklärt und eigenverantwortlich
#2  —  vor 12 Stunden 20

"Auf Instagram zeigen sich die Modedesignerinnen und ihre Kundinnen selbst in der keuschen Mode."

drehen denn jetzt alle langsam durch ?


Quote
atech
#4  —  vor 12 Stunden 34

"Mit der Unterdrückung der Frau hat das nichts zu tun" - diesen schönen Satz hört man auch regelmäßig von emanzipierten Muslimas, die ihr Kopftuch auch völlig freiwillig tragen und die die "unbedeckten Frauen" wissen lassen, dass sie die "Unterdrückten" sind - unterdrückt durch die "Modediktate" der Neuzeit...

Tut mir leid, aber diese sack-artigen Kleidungsstücke haben sehr wohl etwas mit Frauenunterdrückung zu tun. Auch wenn die Säcke aus New York kommen.

Quote
AgainstBigotry
#4.1  —  vor 11 Stunden 5

Jetzt lass doch die Frauen anziehen was sie wollen. So lange sie nicht explizit dazu gezwungen werden, nach dem Schema: "Ich will das nicht anziehen, aber ich muss.", ist das doch nicht schlimm.

Wenn wir nun über indirekten Zwang reden, dann muss man auch erkennen, dass dieser Zwang in unserer westlichen Gesellschaft auch existiert. Die Medien verbreiten natürlcih ein bestimmtes Schönheitsideal, das auch mit Kleidung und bestimmten Trends zusammenhängt. Medien zeigen uns, was "sexy", "modisch" und "schick" ist. Welche Badekleidung ist sexy und gleichzeitig noch akzeptabel? Schauen Sie sich mal die Bademode der 50er Jahre in Deutschland an...

Also ja, wenn die Muslima in dieser Weise dazu "gezwungen" wird sich so zu kleiden, wie es ihrem (von ihrem Umfeld abhängigen) Geschmack entspricht, dann kann man wohl sagen, dass das etwas mit Zwang zu tun hat.

Ein anderes Beispiel. Meine Tante und deren Töchter sind hochreligiöse christliche Freikirchler. Die Töchter haben alle direkt nach der Schule/ Uni geheiratet und Kinder bekommen. geheiratet werden durfte aber auch nur innerhalb des engsten religiösen Kreises. Natürlich haben die freiwillig einen Mann aus derselben Religionsgemeinschaft geheiratet und sofort Kinder gezeugt. Aber ein gewisser aus dem Umfeld kommender, verinnerlichter Zwang war sicherlich trotzdem da.

Uns beiben also 2 Möglichkeiten: Entweder wir akzeptieren diesen Zwang bei Christen und Muslimen, oder wir kritisieren beides. Aber bitte keine Scheinheiligkeit!



Quote
Amandas
#4.3  —  vor 43 Minuten

Meiner Erfahrung nach kann man, wenn in irgendeinem Headliner die Behauptung auftaucht, dass eine Sache mit einer anderen "nichts zu tun hat", getrost davon ausgehen, dass das Gegenteil der Fall ist.
In der Regel folgt dann im Artikel selbst eine gewisse Ausdifferenzierung, wie ja auch hier. Die Autorin versucht zu beschreiben, wie Frauen sich innerhalb eines engen, autoritären Systems gewisse Freiheiten erobern - indem sie es erstmal anerkennen. Das kann ich meinerseits durchaus auch anerkennen.
Nur dass damit schon jede Unterdrückung ausgeschaltet wäre, ist natürlich Quatsch.


Quote
Danke für den Hinweis
#6  —  vor 12 Stunden 11

Die alten Linken haben sich noch von der Reiligon distanziert und waren stolz auf Aufklärung und Selbstbestimmung. Heute distanzieren sich die Linken höchstens noch vom Papst und ansonsten scheint man mit erstaunt großen Augen vor jeder Art von religiösem Eifer begeistert.


Quote
M.Knarz
#7  —  vor 12 Stunden 16

Keine Unterdrückung der Frau? Warum aber gibt es dann genaue Vorgaben dafür, "wie Frauen sich kleiden sollen", sodass sie möglichst "modest" erscheinen, den "Verhüllungsgeboten" entsprechen und möglichst "keusch" wirken bzw. bleiben?

Und vor allem: warum gibt es exakt diese "Vorgaben" nur für Frauen? Sicher, auch Männer sollen nach dem orthodoxen Glauben etwa eine Kippa tragen, aber dies sicher nicht um ihre "Keuschheit" zu bewahren oder zur Schau zu tragen.

Man kann ja alles mit einem Flair an Modernität garnieren, es ändert aber nichts daran, dass diese Kleidungsvorgaben, die sich explizit an Frauen richten, geprägt sind durch ein zutiest archaisches wie sexistisches Geschlechterverständnis, dem zufolge Frauen -- anders als Männer! -- in besonderem Maße ihren Körper verbergen, ihre sexuellen Reize verstecken und "keusch" bleiben sollen.

Übrigens in Anführungszeichen alles direkte Zitate aus dem Artikel, der gleichwohl die bei genauerem Hinsehen doch etwas gewagte Behauptung aufstellt, "Mit der Unterdrückung der Frau hat das nichts zu tun."

Quote
Paul von Arnheim
#7.1  —  vor 10 Stunden 7

Mit der Unterdrückung der Frau hat das nichts zu tun...

Ich muss Ihnen recht geben. Dass die Keuschheitsnummer nichts mit der Unterdrückung der Frau zu tun habe, ist eine gewagte Behauptung. Die Bekleidungsvorschriften aller abrahamitischen Religionen zielen darauf ab, Frauen als sittsam und keusch, also als ehrenhaft zu kennzeichnen. Georg Christoph Lichtenberg hat sich schon lustig gemacht über die "schöne Ehre, die die Frauenzimmer haben, die einen halben Zoll vom Arsch abliegt".

Es ist Unterdrückung der Frau, ihre Ehre in Rektumnähe anzusiedeln. Ich kriege langsam die Wut über diese permanente Verharmlosung, dieses Abwiegeln und Kleinreden. Heute musste ich schon auf Zeit online einen Artikel lesen, der tatsächlich die Überschrift "Faire Genitalverstümmelung, kann es das geben?" hat und so endet: "der Vorstoß im Journal of Medical Ethics zwingt dazu, zu einem kulturell, ethisch wie medizinisch sensiblen Thema triftige Argumente auszutauschen." Zwischendurch ist zu lesen: "... liberale Gesellschaften sollten "kultursensibler" werden und zumindest kleine, eher symbolische Eingriffe tolerieren. Und sie sollten die Sprache überdenken, in der sie darüber reden." Geht es eigentlich noch?



Quote
Hamburgerin2.0
#8  —  vor 12 Stunden 1

Einen Gott, der Frauen dezidiert vorschreibt, welche Körperteile sie wann, in welcher Situation und wem gegenüber bedecken sollen, finde ich persönlich albern.

Aber eines kann man nicht bestreiten: Die beiden Designerinnen haben Trends gesetzt! Das Ding mit den weiten Ärmeln, die wie Flügel aussehen, wenn man die Arme ausbreitet, hing diesen Winter in jeder Boutique. Habe selbst ein Oberteil davon und finde es très chique und bequem - obwohl ich nicht religiös bin. Ich wusste nicht, dass der Grundentwurf von den beiden Designerinnen stammt. Hut ab!


Quote
atheist999
#9  —  vor 12 Stunden 5

Ich warte mit Spannung auf die erste Präsentation eines christlichen Labels!!
Herr im Himmel ......


Quote
atech
#9.1  —  vor 12 Stunden 1

wieso? - Nonnenhabite gibt es doch schon lange...


Quote
Hamburgerin2.0
#9.2  —  vor 12 Stunden 4

Ich hatte eine ältere Verwandte, ihres Zeichens Protestantin aus einer strenggläubigen Familie. Die durfte als Kind und Jugendliche nicht in den Spiegel schauen. Weil Eitelkeit Sünde ist...


Quote
quevedo
#10  —  vor 12 Stunden 1

Gender meets Religion? Geht das? Möglicherweise gibt es ja da eine gemeinsame Basis fundamentalistisch-radikalen Denkens.
Der Feminismus scheint ja auch mit gewissen Eigenheiten des Islam keine Schwierigkeiten zu haben, jedenfalls bleibt es da in der Regel auffällig still.
Man darf gespannt sein, ob frau dann demnächst noch Sympathien für evangelikal interpretiertes Christentum entwickelt. Oder wäre das dann doch zu viel verlangt...?


Quote
Franklin-04
#13  —  vor 11 Stunden 7

"Religiöse Bekleidungsvorschriften"
wer sich von einer Religion vorschreiben läßt, was er essen oder anziehen darf, der hat die Aufklärung nicht begriffen. Ganz egal, welche Religion dabei gemeint ist. Religion beschreibt das individuelle Verhältnis Mensch zu Gott, ein innerliches Verhältnis. Kleidung beschreibt nur das Verhältnis zu anderen Menschen - Gott läßt sich doch nicht von einem Modelabel beeindrucken...

Wir müssen hier nichts mehr "aushandeln", diese Aufgabe hat Napoleon vor langer Zeit erledigt: Gleichberechtigung und Freiheit für alle Religionen (auch das Judentum), dafür sind sie raus aus der Politik und sonstigen Vorschriftenmacherei.


Quote
h humbert
#18  —  vor 10 Stunden 3

Ich stelle mir Gott immer so vor wie Harald Glöööckler. Da haben Kleiderordnung, Bart- und Haartracht oberste Prio.

[ https://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Gl%C3%B6%C3%B6ckler ]



Aus: "Modest Clothing: Sexy orthodox"  Márcia Elisa Moser (24. Februar 2016)
Quelle: http://www.zeit.de/kultur/2016-02/modest-clothing-mimu-maxi-juedisch-orthodox-mode-10nach8

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Variationen zur Gretchenfrage...
« Reply #11 on: March 15, 2016, 09:58:06 AM »

"Anzeige gegen Hamed Abdel-Samad: Islamkritik = Volksverhetzung?" (12. Mär 2016)
Hamed Abdel-Samad portraitiert in seinem Buch "Mohamed – Eine Abrechnung" den Propheten als einen widersprüchlichen Prediger, der in seinem historischen Kontext betrachtet werden muss. Vehement tritt Abdel-Samad dafür ein, Mohamed endlich von seinem unverdienten Thron zu stoßen und seine Unantastbarkeit zu beenden. Denn der Prophet war auch ein "Massenmörder" und ein "krankhafter Tyrann", meint der umstrittene Islamkritiker.
Dass seine Thesen kontrovers diskutiert werden, ist ein erklärtes Ziel. "Ich will mehr Unruhe stiften. Es ist Zeit, dass Mohammed als Mensch beleuchtet wird. Mohammed ist vor 1.400 Jahren gestorben, aber begraben wurde er nie richtig. Er liegt in seinem Sarg und regiert von seinem Sarg aus. Er hat Macht über unsere Welt heute, die er nicht kennt", erklärte Abdel-Samad nach der Buchveröffentlichung in einem ARD-Interview.
Nun wurden allerdings rechtliche Schritte gegen Hamed Abdel-Samad eingeleitet: "Irgendjemand hat eine Anzeige gegen mich wegen Volksverhetzung erstattet. Die Staatsanwaltschaft Berlin nimmt die Anzeige offensichtlich ernst. Also wurde ich gestern vernommen. Es geht um mein Buch 'Mohamed – Eine Abrechnung', genauer gesagt um die Aussage, dass Mohamed ein 'Massenmörder und krankhafter Tyrann' war", schrieb Abdel-Samad am Freitag Abend auf seiner Facebook-Seite und beklagte: "Dass ein Schriftsteller im 21. Jahrhundert eine historische Figur aus dem 7. Jahrhundert nicht kritisieren darf, dafür aber andere Religionsgründer und historische Figuren durch den Kakao ziehen kann, ist mir ein Rätsel. Dass dies auch noch mitten in Europa über 220 Jahre nach Kant und Voltaire geschieht, ist kein Zeichen von Fortschritt!"...
http://hpd.de/artikel/islamkritik-volksverhetzung-12840

Quote

Hayagriva Serapis am 14. März 2016 - 10:08

Der Koran, die Sunna und die Hadithe enthalten die scheußlichste Volksverhetzung, die es gibt.
Die sogenannten Kuffar werden pauschal auf drastischste Weise und in dezidiert böswilliger Absicht verunglimpft und diffamiert. Atheisten, Agnostikern und Polytheisten wird gar die Existenzberechtigung abgesprochen.


http://hpd.de/comment/12821#comment-12821

Quote

Felix Bölter am 12. März 2016 - 12:05

Dass es hierzulande derart dünnhäutige Gläubige gibt, die einen solcher Schritt für notwendig erachten, ist gleichermaßen ärgerlich wie bekannt.
Ähnliches durften Karoline Kebekus, Dieter Nuhr und Michael Schmidt-Salomon erfahren.

Zu übersehen ist aber auch nicht, dass die Verpflichtung des Staates, bei Vorliegen eines Anfangsverdachtes einer Straftat ohne Ansehen der Person den Sachverhalt auf Strafwürdigkeit zu prüfen, eine wichtige rechtsstaatliche Errungenschaft ist. Abdel-Samads Empörung kann ich daher nur sehr bedingt nachvollziehen - allerhöchstens die Tatsache, dass die Anzeige nicht direkt fallen gelassen, sondern er zur Vernehmung vorgeladen wurde, erscheint diskussionswürdig.

Es entbehrt dabei allerdings nicht einer gewissen Ironie, dass dieses Instrument des weltlichen Rechtsstaates eventuell von jemandem in Anspruch genommen wurde, für den das islamische Recht bedeutender erscheint als die deutsche Rechtsordnung.

Quote

Bernd Kammermeier am 13. März 2016 - 10:34

Sehr geehrter Herr Bölter,

"Zu übersehen ist aber auch nicht, dass die Verpflichtung des Staates, bei Vorliegen eines Anfangsverdachtes einer Straftat ohne Ansehen der Person den Sachverhalt auf Strafwürdigkeit zu prüfen, eine wichtige rechtsstaatliche Errungenschaft ist."

In der Regel ja. Bei offensichtlich unbegründetem Anfangsverdacht darf eine Ermittlungsverfahren jedoch auch eingestellt werden. Wenn jeder Anzeige - egal ob begründet oder nicht - mit gleicher Akribie nachgegangen werden müsste, wäre die Justiz noch überlasteter, als sie es ohnehin ist.

Was müsste also ein Staatsanwalt tun, um die Anzeige zu überprüfen? Schließlich kann es sich ja auch um eine Rufschädigungskampagne handeln, an der er sich nicht beteiligen sollte. Er würde wohl einen Experten zu Hameds Buch befragen. Eventuell würde er mit dem Droemer Verlag Kontakt aufnahmen und mit dessen Justitiar den Fall besprechen. Schließlich handelt es sich in Hameds "Fall" nicht um islamophobe Wandschmierereien oder Hass-Mails im Internet.

Ein Buch durchläuft eine lange Wegstrecke vom Manuskript des Autors über das Lektorat (wo auch bei großen Verlagen eine juristische Prüfung [auch im Hinblick auf Plagiate] vorgenommen wird. Das erfolgt sehr gewissenhaft - zumal bei einem kitzligen Thema, wie dem Islam, dessen glühende Verehrer bekannt sind für lockersitzende "Gegenmaßnahmen".

Am Ende hätte der Staatsanwalt die Anzeige fallenlassen müssen, weil kein Anfangsverdacht einer "Volksverhetzung" erkennbar ist. Weder ist der Droemer-Verlag bekannt für rechtsradikale Schriften, noch ist Hamed je als Hassprediger - weder der einen oder anderen Seite - aufgefallen.

Eine pointierte Meinung, sogar ein wissenschaftliches Fachbuch, darf in Deutschland auch fehlerhaft sein. Wären unrichtige Aussagen in Büchern bereits strafbar, dann wäre der Kopp-Verlag längst verboten. Also muss sich der Staatsanwalt einer inhaltliche Prüfung sowieso enthalten (nur insoweit, wie Persönlichkeitsrechte Dritter verletzt worden sein können. Aber der kritisierte Mohamed ist schon etwas länger tot).

Und trotzdem wird Hamed in obigem Artikel so zitiert:

"Die Staatsanwaltschaft Berlin nimmt die Anzeige offensichtlich ernst. Also wurde ich gestern vernommen."

Das ist in Anbetracht der Gesamtumstände nicht nur unangemessen, sondern setzt ein falsches Signal. Künftig müssten nur plötzlich justizaffin gewordene Muslime regelmäßig eine Anzeige gegen Hamed erstatten und er könnte praktisch ein Zimmer direkt neben dem Justizgebäude anmieten.

Nein! Der Staatsanwalt hätte klar erkennen müssen, dass Hamed kein Volksverhetzer ist, sondern ein völlig legitimes Buch in einem seriösen Verlag nach professioneller Prüfung veröffentlicht hat. Man mag mit dessen Inhalt nicht einverstanden sein, aber das muss man in einem Land der Meinungsfreiheit aushalten. So sind die Regeln und nur so funktioniert ein entspanntes Miteinander...


Quote

Jann Wübbenhorst am 13. März 2016 - 15:53 Permanenter Link

Ich kann Abdel-Samads Empörung durchaus nachvollziehen. Dass ein wissenschaftliches Buch über Mohamed (das sowohl methodisch als auch in seinem Umgang mit dem Quellenmaterial überzeugt; s. z.B.
die Würdigung von Abdel-Hakim Ourghi; http://www.zeit.de/gesellschaft/2015-12/hamed-abdel-samad-islamkritik-buch ) auch nur den Anfangsverdacht auf Volksverhetzung begründen soll, ist, gelinde gesagt, schon sehr ungewöhnlich.


Quote

Elke Metke-Dippel am 12. März 2016 - 12:27

Es bedarf besonderen Mut, den Islam und seinen Propheten so deutlich zu kritisieren und eine Entmystifizierung zu fordern.
Gut, dass diese Stimmen immer lauter werden und sich nicht den Mund verbieten lassen.

Der christliche Kulturkreis hatte schon vor 200 Jahren diese mutigen Vorreiter. Deshalb verdient Abdel Hamed-Samad unsere volle Unterstützung.



http://hpd.de/comment/12776#comment-12776

...

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Variationen zur Gretchenfrage...
« Reply #12 on: March 27, 2016, 01:05:50 PM »
"Feminismus: "Manchmal muss man blind sein"" Interview: Sarah Jäggi und Aline Wanner (27. März 2016)
Wie kommen emanzipierte Frauen dazu, religiös zu sein? Wir haben eine Jüdin, eine Muslimin, eine Protestantin und eine Katholikin zum Gespräch gebeten. ...
http://www.zeit.de/2016/14/feminismus-religion-emanzipation-islam-judentum-katholizismus-frauen/komplettansicht

Quote
atech #17 (27.03.2016)

Interessant und aufschlussreich war, dass sich alle Damen zum Schluß in dem Punkt einig waren, dass sie alle zu demselben Gott beten. Das ist logisch, wenn man der Überzeugung ist, dass es nur einen einzigen Gott gibt: dann kann es gar keine anderen Götter geben.

An der Stelle hätte man noch nachfragen können, wie die Frauen mit der Tatsache umgehen, dass dieser Gott, nach allem, was über ihn in den "Heiligen Büchern" steht, die Frauen als Eigentum des Mannes (10 Gebote), als zur Lehre ungeeignet und unter den Männern stehend (Neues Testament) oder als den Männern zum Gehorsam verpflichtet (Koran) sieht.

Andererseits: wer glauben will, der fragt nicht nach. Dem ist seine "persönliche Beziehung zu Gott" (von der alle religiösen Menschen immer wieder sprechen) wichtiger als solche "Detailfragen", die ein Hinterfragen des Glaubens wären.


Quote
bauerhans #8 (27.03.2016)

glauben kann nicht hinterfragt werden!


Quote
palmax #5 (27.03.2016)


Ich finde es immer wieder erschütternd, wie angeblich emanzipierte Menschen sich zu reaktionären Schritten hinreißen lassen. Religion ist und war schon immer frauenfeindlich. Das kann man sich nicht einfach drehen und wenden, wie man will. Man merkt das auch an dem Gespräch dieser 4 Frauen: Einerseits wollen sie Strenggläubigkeit, anderseits wieder doch nicht, weil ihnen die eindeutig sexistischen Religionsrituale und Zitate ihrer Glaubenswerke gegen den feministischen Strich gehen. Hü und Hott, rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Die eine Dame hat ein Problem damit, wenn der Pfarrer nur von Brüdern sprechen würde, aber wenn Gott eine eindeutig männliche Bezeichnung erhält, stört sie das nicht.
Genauso das Thema Gewalt. Die Gewalttaten in Köln zu Sylvester haben sehr wohl etwas mit dem Islam zu tun, ebenso die Gewalt islamistischer Fanatiker. Natürlich stehen religiöse Gewalttaten nicht für die Religion an sich, wohl aber stehen sie für eine bestimmte Interpretation und Auslegung religiöser Texte. Es gibt also sehr wohl eine Schnittmenge von Islam und Gewalt.
Ich selbst befürworte die Idee des Sozialismus. Ich würde allerdings nie behaupten, die roten Diktaturen des 20. Jahrhunderts hätten nichts mit dem Sozialismus zu tun gehabt. Natürlich hatten sie das, aber in einer extremen Interpretation dieser Idee.



Und als Befürworter des Sozialismus muss ich mich mit Gewalt auch auseinander setzen, auch mit den kommunistischen Diktaturen. Ich kann nicht einfach behaupten, Lenin und Stalin wären keine Kommunisten gewesen, sondern ich muss mir selbst die Frage stellen, warum und wie die Idee des Sozialismus zur Rechtfertigung von Gewalt führt.

Und ebenso müssen Anhänger einer Religion, ja überhaupt jeder Weltanschauung, sich intensiv mit Gewalt in ihrer Religion auseinander setzen, anstatt diese einfach zu verneinen und als Fremdheit in ihrer Religion anzusehen. Leugnen ist immer einfacher als sich mit etwas kritisch auseinander zu setzen.

Zu guter Letzt die Sache mit dem Gottesglauben. Ich kann nur immer wieder mit dem Kopf schütteln, wenn Menschen meinen, ein Hirngespinst wie dieser Gott wäre permanent bei ihnen und sie würden sich mit ihm unterhalten und zu ihm eine Beziehung pflegen. Würden sie anstatt "Gott" eine andere Person nennen oder Elfen oder Zwerge, würde jeder Therapeut sie zu einem Gespräch bitten. Menschen, die meinen, ein nicht existentes Wesen spräche zu ihnen, sind mir zutiefst suspekt. Und diese Gläubigkeit wiederum steht ebenfalls in einem tiefen Widerspruch zum Feminismus, deren meiste Vertreter sich gegen bloße Glaubensinhalte wehren.



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" Urteil im Spaghettimonster-Prozess: Ausgenudelt" (13.04.2016)
Sie treffen sich jeden Freitag um zehn Uhr. Dann feiern die Angehörigen der "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" im brandenburgischen Templin ihren Gottesdienst, natürlich nach angemessenem Zeremoniell: Piratenkappen als Kopfbedeckung sind die Regel, alternativ akzeptieren die Gläubigen auch Nudelsiebe.
Als wäre all das nicht schon kurios genug, haben die selbsternannten Pastafaris auch Hinweisschilder an allen vier Ortseingängen in Templin angebracht: Darauf weisen sie wie andere Glaubensgemeinschaften auf ihre Gottesdienstzeiten hin. Der Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen wehrte sich jedoch gegen diese Schilder, der Fall landete vor dem Landgericht in Frankfurt (Oder) - und das hat nun entschieden: Die Schilder müssen weg.
Die Pastafaris geben vor, an die Existenz eines Ungetüms mit Nudel-Tentakeln und Frikadellen-Augen zu glauben. Tatsächlich richtet sich die von Rüdiger Weida als "Bruder Spaghettus" angeführte Gruppe aber gegen die Bevorzugung großer Religionsgemeinschaften im öffentlichen Leben. Bei dem Schilderstreit geht es im Grunde also um sehr wichtige Fragen: Wie ernst gemeint ist die Religionsfreiheit in Deutschland - und genießen im säkularen Staat alle Glaubensgemeinschaften die gleichen Rechte? ...
In Deutschland kämpft die Spaghettimonster-Kirche seit Langem um die Anerkennung als Religionsgemeinschaft, bislang allerdings erfolglos. So untersagte das Verwaltungsgericht Potsdam dem deutschen Nudelchef Weida im November, auf dem Foto seines Personalausweises eine Piratenkopfbedeckung zu tragen.
Der 64-Jährige hatte sich auf die im Grundgesetz vorgeschriebene Gleichbehandlung von Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften berufen. Das Gericht befand jedoch, dass der Spaghettimonster-Kirche ein eigener weltanschaulicher Erklärungsansatz fehle. Es sah vielmehr eine "parodistisch-kritische Auseinandersetzung" mit als intolerant und dogmatisch empfundenen Lehrmeinungen.
Andere Spaghettimonster-Fans haben es zumindest etwa in Österreich geschafft, auf offiziellen Papieren mit einem Nudelsieb auf dem Kopf abgebildet zu sein. In Deutschland sind Kopfbedeckungen auf Passbildern grundsätzlich nicht gestattet - es sei denn, die Passbehörde lässt aus religiösen Gründen eine Ausnahme zu. ...
In Neuseeland ist die Bewegung seit vergangenem Dezember als Religionsgemeinschaft anerkannt und darf daher kirchliche Trauungen durchführen. Da die Pastafaris auch Lesben und Schwule verheiraten und Neuseeland jede kirchliche Trauung automatisch staatlich anerkennt, haben die Nudeljünger indirekt die Homo-Ehe in dem Inselstaat eingeführt.
Für die satirische Religionsgemeinschaft ist das ein großer Erfolg, denn sie setzt sich seit Jahren für die Rechte von Homosexuellen ein - angeblich wegen einer Vision: 2011 habe das Spaghettimonster einer Gläubigen namens Katie mitgeteilt, "dass Homosexuelle schwul oder lesbisch sind, weil es sie mit seinem nudeligen Anhängsel berührt hat", teilte der Verein mit: "Und weil Schwule und Lesben von ihm auserwählt wurden, ist es in seinen Augen (Fleischbällchen) eine Abscheulichkeit, ihnen das Recht auf Ehe zu verweigern."
Auf einen Erfolg wie in Neuseeland setzen auch die deutschen Pastafaris, daher ist ein Ende des juristischen Kleinkriegs zwischen Bruder Spaghettus und den Behörden in Brandenburg trotz des jetzigen Urteils nicht in Sicht. ...
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/templin-in-brandenburg-spaghettimonster-kirche-darf-keine-schilder-aufstellen-a-1086905.html

Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. - Das Wort zum Freitag - Wir kämpfen weiter! (07.04.2016)
Vor Gericht lief eigentlich alles, wie ich erwartet hatte. Die Richterin hatte keinen Bock, in die Thematik einzusteigen und stellt auf Formalie ab. Das bedeutet, in ihrem für den 13. angekündigten Urteil wird sie feststellen, dass der Landesbetrieb Straßenwesen einen zwischen uns bestehenden Vertrag rechtskräftig gekündigt hat. ... Es waren viel mehr Pressevertreter und Besucher da, als in den kleinen Raum 404 gepasst hätten. Wir mussten in einen größeren umziehen. Irgendwie hatte das Gericht da keinen guten Riecher. Na, Schwamm drüber. Die nächste Instanz wird nicht mehr dort sein. Mal sehen, was uns dann erwartet.
Wenn die Resonanz wieder so groß ist wie jetzt, wir haben gestern einige Spenden, elf neue Vereinsmitglieder und, an einem Tag, rund 250 neue Follower auf unserer FB - Seite bekommen. Dort sind wir jetzt über 8000. Das zeigt, wir sind richtig unterwegs. Was wir tun, wird gebraucht. Wir versprechen euch, wir werden nicht damit aufhören.
http://www.pastafari.eu/index.php?artnr=44168286

« Last Edit: April 13, 2016, 04:57:32 PM by Link »

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« Reply #13 on: April 24, 2016, 09:29:05 PM »
"Schriftsteller wollen Blasphemie-Paragrafen abschaffen" (2016)
Gotteslästerung steht nicht nur in der Türkei, sondern auch in Deutschland unter Strafe. Das muss ein Ende haben, fordert nun die Schriftstellervereinigung PEN. "Wir verlangen die ersatzlose Streichung des Paragrafen 166", sagte der Präsident des deutschen PEN-Zentrums, Josef Haslinger. Es könne nicht angehen, dass andere Länder gerügt würden, weil sie gegen Kritik am Islam vorgingen während Deutschland selbst Gotteslästerung noch unter Strafe stelle.
Im Paragrafen 166 heißt es: "Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." ...
http://www.zeit.de/kultur/literatur/2016-04/blasphemie-paragraf-abschaffung-pen-schriftstellervereinigung

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"Reise ins Ungewisse: Brauchen wir eine neue Aufklärung?" Konrad Paul Liessmann (16. April 2016)
... Am Ende seiner Schrift, nahezu versteckt, berührt Kant dann doch noch die zentrale Frage der Aufklärung, das Verhältnis der Vernunft zur Religion: "Dass die Menschen in Religionsdingen sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines Anderen sicher und gut zu bedienen, daran fehlt noch sehr viel." Machen wir uns nichts vor: Der Nebel, den es durch Aufklärung zu lichten galt, das Dunkel, das durch die Vernunft aufgehellt werden musste, waren vorrangig die Lehren der Religionen, der blinde Offenbarungsglaube, das göttliche Gesetz, das keine Kritik vertrug. Aufklärung war und ist, heute vielleicht mehr denn je, Religionskritik. Keine Religion, so der Toleranzgedanke der Aufklärung, kann eine höhere Wahrheit für sich beanspruchen als eine andere; jede Religion aber muss sich den Ansprüchen der prüfenden, kritisierenden, forschenden Vernunft unterwerfen. Es ist ein grobes Missverständnis, dass die Vernunft gegenüber Glaubenswahrheiten tolerant sein muss; die Vernunft hat nichts zu dulden, was ihren Ansprüchen nicht genügt. Wären die Aufklärer und Religionskritiker, von Voltaire über Feuerbach bis zu Marx, Nietzsche und Freud ähnlich wie wir von der Besorgnis getragen gewesen, nur ja keine religiösen Gefühle zu verletzen, hätte es keine Aufklärung, keine Menschenrechte, keine moderne Lebenswelt gegeben. ... http://derstandard.at/2000034984382/Reise-ins-Ungewisse-Brauchen-wir-eine-neue-Aufklaerung

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"Atheisten kippen strenge Karfreitags-Verbote" Jost Müller-Neuhof (01.12.2016)
Wer sich als Durchschnittsberliner in das bayerische Feiertagsgesetz einliest, wird meinen, dass es kein Vorrecht afghanischer Taliban sein muss, bei öffentlichen Tanzvergnügen auf die Spaßbremse zu treten. An „stillen Tagen“ wie etwa zu Ostern, Heiligabend oder am Aschermittwoch, so wird in Bayern dekretiert, sind „Unterhaltungsveranstaltungen“ nur erlaubt, wenn der „ernste Charakter“ der Tage gewahrt werde. Die Gemeinden dürfen Ausnahmegenehmigungen erteilen, kein Pardon gibt es jedoch für den Karfreitag, an dem „in Räumen mit Schankbetrieb musikalische Darbietungen jeder Art verboten“ sind. Der Tag wird von allen Ausnahmen ausgenommen.
Das geht zu weit, hat das Bundesverfassungsgericht mit einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss entschieden und damit ein Fass aufgemacht, aus dem Bayerns Politik noch länger schöpfen wird. (Az.: 1 BvR 458/10). Die Regelungen mit ihrem „qualifizierten Ruhe- und Stillerahmen“ seien zwar insgesamt verfassungsgemäß, jedoch nicht für den besonders strikten Karfreitagsschutz. Es sei unverhältnismäßig, meinen die Richter, wenn Befreiungen von den dort angeordneten „Handlungsverboten“ von vornherein ausgeschlossen sind. ...
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/bayern-atheisten-kippen-strenge-karfreitags-verbote/14916504.html
« Last Edit: December 01, 2016, 10:29:20 AM by Link »

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« Reply #14 on: February 08, 2017, 11:39:10 AM »
"Warum wir Linken über den Islam nicht reden können" Sama Maani (10. Jänner 2017)
Bis in die 1990er-Jahre behauptete der Diskurs der Rassisten und "Ausländerfeinde" in Österreich und in Deutschland, die Türken würden "uns" deshalb Probleme bereiten, weil sie Türken seien. Seit dem Erstarken des sogenannten politischen Islam, vor allem seit den Anschlägen von 9/11, behauptet der neue rassistische Diskurs, die Türken (die Araber, die Nordafrikaner, die Iraner ...) würden "uns" Probleme bereiten, weil sie Muslime seien. Seither gilt der Islam als eine – mit Marx zu sprechen – den Türken (den Arabern, den Nordafrikanern ...) "an und für sich selbst zukommende Eigenschaft". Die Kategorie "Islam" funktioniert hier als Fetisch im Marx'schen Sinn: Eine gesellschaftlich (sprich durch das Sich-Bekennen gläubiger Muslime oder durch die Fremdzuschreibung an die Adresse tatsächlicher oder vermeintlicher Muslime) hergestellte Verknüpfung zwischen einzelnen Subjekten und dem Islam erscheint als eine naturgegebene. Der Zusammenhang zwischen dem Islam und den Türken (den Arabern, den Iranern ...) wird als ein unauflöslicher, quasi genetischer aufgefasst. Diese "volle Identifizierung" von real existierenden Individuen mit der imaginären Kategorie Islam (imaginär, weil es sich hier um Glaubensvorstellungen handelt) ist unabdingbare Voraussetzung des neuen Rassismus. Voraussetzung für die Kritik dieses Rassismus wäre daher die Kritik dieser Voraussetzung. ...
http://derstandard.at/2000050315751/Warum-wir-Linke-ueber-den-Islam-nicht-reden-koennen-1


""Islamophobie": Wie falsche Begriffe falsches Bewusstsein schaffen" Blog, Sama Maani (31. Jänner 2017)
Im Blogbeitrag "Warum wir Linken über den Islam nicht reden können" war die Rede vom neuen rassistischen Diskurs von FPÖ, AfD und Co und von dem – sich selbst als "antirassistisch" missverstehenden – Diskurs des linken und liberalen Mainstreams. Beide stellen eine falsche fixe Verknüpfung – mehr noch: eine "volle Identität" – zwischen Individuen aus islamisch geprägten Gesellschaften und dem Islam her. Rassistisch ist genau diese fixe Verknüpfung und nicht, wie es Begriffe wie "Islamophobie" suggerieren, die Angst vor einer (oder die Ablehnung einer) Glaubenslehre. Linke, die "Islamophobie" als "rassistisch" bezeichnen, fassen ein Glaubensbekenntnis als eine Art Individuum auf, dem so etwas wie Menschenrechte zustehen, sodass ihnen die Inschutznahme einer Glaubenslehre "antirassistisch" erscheint – was letztlich die Preisgabe jeden Anspruchs auf Religionskritik bedeutet. ...
http://derstandard.at/2000051810936/Islamophobie-Wie-falsche-Begriffe-falsches-Bewusstsein-schaffen


""Unser Problem ist die Scharia – nicht der 'Islamismus"" Blog, Sama Maani (7. Februar 2017)
1974, fünf Jahre vor der Islamischen Revolution, war im Iran das Heiratsalter für beide Geschlechter, internationalen Standards entsprechend, auf achtzehn Jahre erhöht worden. Wenige Jahre nach der Islamischen Revolution von 1979 wurde dann, auf der Grundlage der islamischen Scharia, das Mindestheiratsalter von Mädchen auf neun Jahre gesenkt. Zu Beginn des neuen Jahrtausends schließlich beschloss das iranische Parlament auf Initiative von "reformislamistischen" Parteigängerinnen des damaligen Präsidenten Mohammad Khatami eine Erhöhung des Heiratsalters von Mädchen auf dreizehn Jahre. Man beachte: Hier setzten "Islamistinnen" eine bescheidene, progressive Reform (die Erhöhung des Heiratsalters von Mädchen von neun auf dreizehn Jahre) gegen den traditionellen Islam durch. Für Vertreter des linken und liberalen Mainstreams, die den hochkomplexen Zusammenhang zwischen dem sogenannten politischen und dem traditionellen Islam in die simple Dichotomie: "Islam = (an sich) gut" versus "Islamismus = böse" zu übersetzen gewohnt sind, ein verwirrender Befund. Allerdings ist es – die leicht zu erlangende Einwilligung eines "kompetenten Richters" vorausgesetzt – auch im Iran des Jahres 2017 durchaus möglich, Mädchen unter dreizehn, mitunter auch unter neun Jahren, zu heiraten: siehe oben. Auch zahllose andere gesetzlich festgeschriebene Menschrechtsverletzungen (Todesstrafen für Abtrünnige und Homosexuelle, Steinigung von "Ehebrecherinnen" et cetera) haben ihre Grundlage in der islamischen Scharia. Um einen aus dem Iran geflüchteten Bekannten, einen ehemaligen schiitischen Geistlichen, zu zitieren: "Unser Problem im Iran ist nicht der 'Islamismus' – sondern die Scharia." - Dieses allzu Sichtbare zu sehen, daran hindert linke und liberale Vertreter der Ideologie der "vollen Identität" ein Unsichtbares: Dass sie nicht durchschauen, dass ihr eigenes falsches Bewusstsein zwischen einem Glaubenssystem und den Menschen, die sich (vermeintlich oder tatsächlich) zu diesem bekennen, keinen Unterschied macht. So muss ihnen jede Kritik an diesem Glaubenssystem als "rassistische" Verunglimpfung jener Menschen erscheinen. Den offensichtlichen Zusammenhang zwischen Menschenrechtsverletzungen (im Iran, in Saudi-Arabien und in anderen islamisch geprägten Gesellschaften) und der islamischen Scharia können sie weder gelten lassen, noch denken. Menschenrechtsverletzungen in islamisch geprägten Gesellschaften sind für sie stets "islamistische". Dass Vertreter des linken und liberalen Mainstreams sichtlich davor zurückschrecken, zwischen dem Islam und konkreten Problemen islamisch geprägter Gesellschaften auch nur Berührungspunkte gelten zu lassen, offenbart ihr tiefes Unvermögen, dem Islam gegenüber eine auch nur annähernd kritische Haltung einzunehmen. Wer aber die Realität auf so durchschaubare Weise abschafft, schafft zuallererst seine eigene Glaubwürdigkeit ab. Und spielt den Rassisten von FPÖ, AfD und Co. in die Hände, statt sie zu bekämpfen. Angesichts dieser Selbstdemontage der Vertreter des linken Mainstreams in Sachen Religionskritik können in der Auseinandersetzung mit rechten Hetzern auch ihre richtigen Argumente ihre Wirkung verfehlen. Etwa jenes, dass soziale Deklassierung zur religiösen Radikalisierung beitragen kann. Den Rassisten fällt es dann leicht, diese richtigen Hinweise auf die soziale Mitbedingtheit vermeintlicher oder tatsächlicher religiöser Phänomene als Relativierung problematischer Aspekte des "Islam" zu diffamieren. Das ist bedauerlich, weil die Erkenntnis, dass Muslime nicht immer als Muslime, also nicht immer "aus ihrem Glauben heraus", handeln, zu Ende gedacht, die Ideologie der "vollen Identität" zwischen real existierenden Subjekten und dem Islam brechen würde. Bevor das geschehen kann, müssten aber Mainstream-Linke und -Liberale diese Ideologie, die ihre Positionen in der Islam-Debatte wesentlich mitbestimmt, überhaupt erst in den Blick bekommen. Sie müssten sich also "in Sachen Islam" selbst verstehen. ...
http://derstandard.at/2000052127199/Unser-Problem-ist-die-Scharia-nicht-der-Islamismus

Quote
Lichtfreak, 08.02.2017

Unser Problem ist nicht die Sonne, nur deren Hitze!


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Squidgy, 08.02.2017

Religion hat mit Rasse nichts gemein. Religion ist eine (philosophische) Ideogie, Rasse ein biologischer Begriff . Und Religionskritik sollte Pflichtfach für alle sein, die sich nicht blindlings antiken Märchenfiguren unterwerfen wollen.


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Liberaler Atheist, 08.02.2017

Sehr gut - es geht nicht um Islamismus
Ich habe gelernt, dass ich ohne als "Rassist", "Idiot", oder was auch immer betitelt werden zu können, den Islam und das auf ihm beruhende Regelswerk der Scharia als verbrecherische Ideologie bezeichnen kann. Und dass das eigentlich jeder tun sollte, der Menschenrechte und westliche Werte hochhält.


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boy112, 07.02.2017

Das Problem ist dass Religionen
Zu große Bedeutungen haben. Die sollten im Ranking von Spielzeugen oder Horoskopen liegen

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Der Unkurze, 07.02.2017

das wäre schön... aber ich fürchte das wird ein Traum bleiben


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lessismore, 07.02.2017

Solange "In God we trust" auf den GELDSCHEINEN steht, sicher.



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dampfplaudern, 07.02.2017

Lieber Sama
es ist sehr schwierig Deinen sprunghaften Statements zu folgen, glaubst Du aber wirklich, mit einer schamlosen Kritik am Islam, an der islam.Tradition ohne Rücksicht auf irgendwelche kulturellen Gepflogenheiten (wie z.B. die Kinderehe), egal wie dann die (pseudo)linken Intellektuellen Dich des westl.Hochmuts zu Unrecht zeien, kannst Du dem Islam die Sharia austreiben?
Es wäre interessant, wie Du Dir eine erfolgreiche islamsiche Aufklärung vorstellst, anstatt immer nur aufs Versagen der Linken zu schimpfen. Die sind nie und nimmer die Lordsiegelbewahrer der islamischen Aufklärung. Oft genauso selber Opfer ihrer Wahnvorstellungen!


Quote
pox vobiscum,  07.02.2017

Man hat gesehen, wie es mit dem Christentum funktioniert hat.
Man müsste eben die liberalen Strömungen fördern, den Unterricht und die Predigten besser kontrollieren und es muss den liberalen Muslimen Gehör verschafft werden (zB kritische Koranexegese, historische Deutungen der Schriften, Theologie der Barmherzigkeit/Khorchide).
Ich bin überzeugt, dass dann ein "europäischer" Islam möglich wäre, der sich genau so vom reaktionären "Islamismus" abhebt wie zB das prostestantische Christentum vom Kreationismus.


Quote
Wolfgang Gleich, 07.02.2017

Nein, unser Problem ist nicht die Scharia! - Unser Problem ist, dass es hierzulande Menschen gibt, die glauben, sie müssten sich nicht an Recht und Gesetz halten, wenn sie sich auf irgendwelche archaische religiöse Vorschriften berufen!


Quote
deridiot, 07.02.2017

Sehr guter Punkt: "Im Islam-Diskurs von uns Linken und Liberalen gibt es also Unverstandenes."
Die Linken und die Liberalen verstehen sich selbst nicht mehr. Sie verstehen nicht mehr, was Aufklärung aktuell bedeutet.

Die Linken sind nicht mehr links, sondern Rechte hinter zynisch-humanistischen Visagen ("Clinton-Grinsen"); und die Liberalen sind nicht liberal, sondern Protagonisten eines "neuen" Feudalsystems (Erben statt Arbeiter- und Unternehmertum).

Diese dumme Eurozentrismus-Kritik aus den Spät-70ern hat die westlichen Intellektuellen "verblödet". Kant zu lesen, wäre "böser" als ein diktatorischer Massenmörder aus einem Drittweltland: weil er ein "alter, weißer Mann" und keine "junge, schwarze Frau" usw.. Dieser Unfug des politisch-korrekten "Denkens" bewirkte, dass "wir" nichts mehr verstehen an anderen Kulturen.


Quote
Meslier, 07.02.2017

"Zum Muslim wird jemand dann, und nur dann, wenn sie oder er sich – freiwillig – zum Islam bekennt."

So, jetzt ist der Ristretto - unfreiwillig - über den Laptop verteilt.


Quote
Mad Max, 07.02.2017

Ich denke, der Autor wurde hier mehrmals missverstanden. Es geht darum, dass Kritik am Islam (der Scharia als Kernkomponente) nicht automatisch rassistisch ist, da es sich dabei ja nicht um etwas genetisch vererbtes handelt, sondern um eine freiwillige Mitgliedschaft. Gerade die in der Scharia angedrohte Strafe auf Apostasie zeigt, dass die Religionszugehörigkeit nichts Unabänderliches ist. Somit ist der Pauschalvorwurf des Rassismus gewisser Linker und Liberaler an Islamkritikern nicht generell haltbar und behindert die Diskussion um die tatsächlichen Probleme im Islam. ...


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« Reply #15 on: March 21, 2017, 09:48:10 AM »
"Atheisten-Werbespot mit Ron Reagan" Daniela Wakonigg (15. Mär 2017)
Christliche Inhalte in privaten Fernsehsendern sind in den USA nichts Ungewöhnliches. Ein Werbespot, in dem für eine Atheisten-Vereinigung geworben wird, hingegen schon. Nach jahrelangen Bemühungen der Freedom From Religion Foundation läuft ihr TV-Werbespot nun gleich auf zwei großen US-Sendern. ... Beim Versuch, ihren Werbespot bei den großen Fernsehsendern zu platzieren, erhielt die FFRF viele Absagen. Daher wurde der Spot hauptsächlich auf einigen Regionalsendern gezeigt. Von den landesweiten Sendern erklärte sich lediglich CNN zu einer Ausstrahlung bereit. Jüngst gelang es der FFRF jedoch, ihren Werbespot auch auf einem weiteren großen amerikanischen Fernsehsender zu platzieren. Und das an prominenter Stelle, denn der Spot ist von Ende Februar bis Mitte März während der erfolgreichen Talkshows Morning Joe und Rachel Maddow Show auf MSNBC zu sehen. Parallel wird der Spot auch auf CNN erneut ausgestrahlt. Was die Atheisten im Land freut, ist für die Christen ein Ärgernis. Der christliche Nachrichtensender CBS (Christian Broadcasting Network) berichtet auf seiner Webseite, dass sich Ron Reagans konservativer Adoptivbruder Michael Reagan aufgrund des Spots entschlossen habe, nun MSNBC und CNN zu boykottieren. Dies verkündete Michael Reagan, Autor und ehemaliger Talkshow-Gastgeber bei Twitter, wo er überdies mitteilte, dass die Ausstrahlung des Spots mit seinem Bruder "unseren Vater im Himmel" zum Weinen bringen würde. ...
https://hpd.de/artikel/atheisten-werbespot-ron-reagan-14202


"These Networks Are Now Airing Once Banned Atheist Commercial" Charlene Aaron (03-08-2017)
For the first time, an ad inviting viewers to join the Freedom from Religion Foundation is airing on multiple cable news networks. ... He ends the ad with a wry smile, saying, "Ron Reagan, lifelong atheist, not afraid of burning in hell." ...
http://www1.cbn.com/cbnnews/2017/march/these-networks-are-now-airing-once-banned-atheist-commercial

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"Gotteslästerung im Münsterland?: "Der Aufklärung sind Grenzen gesetzt"" Daniela Wakonigg (26. Feb 2016)
Das Amtsgericht Lüdinghausen verurteilte am gestrigen Donnerstag den pensionierten Lehrer Albert Voß wegen Verstoßes gegen den sogenannten Gotteslästerungsparagraphen §166 StGB. ... Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, Amtsanwältin König, hielt Voß zwar zugute, dass er mit seinen Sprüchen zur Aufklärung beitragen wolle, trotzdem sah sie den Tatbestand der Beschimpfung eines religiösen Bekenntnisses erfüllt. Da er keine wörtlichen Zitate genutzt habe, habe er sich den Inhalt seiner Sprüche zu eigen gemacht. Sie beantragte daher eine Verurteilung nach §166 StGB. ... Die Urteilsverkündung zeigte, was sich bereits im Prozess angedeutet hatte: Richterin Schwefer, die während der gesamten Verhandlung sehr ungehalten wirkte, ließ kein einziges Argument der Verteidigung gelten. Sie schloss sich vollumfänglich der Haltung der Staatsanwaltschaft an und sprach Albert Voß wegen Verstoßes gegen §166 StGB schuldig. ...
https://hpd.de/artikel/aufklaerung-sind-grenzen-gesetzt-12781

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Stefan Dewald am 26. Februar 2016 - 15:03

»Respekt« fordern nur schlechte Rapper und Menschen, denen die Argumente ausgegangen sind.



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Bernd aus B. am 26. Februar 2016 - 11:24

Die Sache erscheint mir glasklar:
Es ging um die Verletzung der Gefühle der Richterin. ... Sie hat nicht Recht der Bundesrepublik Deutschland gesprochen, sondern ihr eigenes, religiös motiviertes.
Hoffen wir, dass die nächsthöhere Instanz die Befangenheit der Richterin feststellt.


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Ernst Deimel am 26. Februar 2016 - 13:02

Ich bin der Meinung, dass die Äusserungen des Lehrers nicht gerade von gutem Geschmack zeugen. In der Sache aber gegebe ich ihm recht. Und Provokation ist sicher kein Fehler, wenn man die Schäfchen erreichen will.
Das Gesetz aber sollte schleunigst abgeschafft werden.


Quote

Thomas am 26. Februar 2016 - 14:22

"Wie sich ein Ungläubiger fühlen mag, wenn auf Kanzeln regelmäßig der Atheismus für das Übel der Welt verantwortlich gemacht wird oder im Fernsehen eine Serie mit dem Titel "Gottlos – Warum Menschen töten" läuft, ist der Justiz hingegen herzlich egal"

Es ist ja noch viel schlimmer: jede einzelne Begegnung mit fälschlichem für-wahr-Halten jenseits einfachen Irrtums und seinen Folgen kann die spezifischen Gefühle eines Rationalisten verletzen. Religioten und andere Irrationalisten machen sich keine Vorstellung davon, welche psychische Belastung es ist, unter Menschen zu leben, die Falsches oder Unprüfbares glauben, entsprechend dummes Zeug reden und sich entsprechend rücksichtslos verhalten. Ohne wirksame Schutzmechanismen gegen das alltägliche irrationalistische Trommelfeuer drohen psychische Erkrankungen bis hin zur Lebensmüdigkeit. ...


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Markus Schiele am 26. Februar 2016 - 15:07

Richterin Schwefer ging es [...], darum dass Christen das Recht haben, "darauf zu vertrauen, dass ihr Glaube respektiert wird".
Christen haben als Menschen das Recht darauf, respektiert zu werden. Für ihren hanebüchenen Glauben können sie diesen Respekt hingegen nicht einfordern.


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F. Belz am 26. Februar 2016 - 15:13

"Der Aufklärung sind Grenzen gesetzt", sagte Schwefer. - Da zieht es einem die Schuhe aus! ...


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Herr.Lich am 2. März 2016 - 11:50 Permanenter Link

Am 29. Februar fand ich folgenden Leserbrief in der Lüdinghauser Zeitung:

„Kein Grund zur Aufregung“
Leserbrief zum Bericht „Aufklärung“ ist unangenehm“ (WN vom 26. Februar):
„Wegen Gotteslästerung verurteilt“ — ich staunte nicht schlecht, als ich das gleich dreifach in dicker Über-schrift in den WN fand. Der Blasphemieparagraf 166 StGB wurde nämlich bereits 1969 abgeschafft. In dem hieß es: „Wer dadurch, daß er öffentlich in beschimpfenden Äußerungen Gott lästert, ein Ärgernis gibt, […] wird mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft.“ Der heutige § 166 kennt den Begriff Gotteslästerung gar nicht.
Unter der Überschrift „Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungs-vereinigungen“ heißt es jetzt: „Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“
Das ist ein nicht unwesentlicher Unterschied. Gott darf kräftig und deftig gelästert werden bei uns, solange das nicht den öffentlichen Frieden stört. Gott muss Spott ertragen. Ich finde das nicht schlimm, denn ich persönlich glaube, dass er das sehr gut kann. Was wäre es für ein jämmerlicher Gott, der es nötig hätte, seine Ehre von deutschen Staatsanwälten und Richtern verteidigen zu müssen.
Es gehört zum Recht auf freie Meinungsäußerung, dass der Staat Gotteslästerung ungestraft lässt. Strafrecht-lich relevant wird Gottes- und Kirchenbeschimpfung erst, wenn dadurch der Friede in der Gesellschaft ge-stört wird. Jetzt aber wird es problematisch: Ist der Friede in der Gesellschaft schon gestört, wenn einzelne Gläubige, ob Christen, Muslime oder Juden, sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehen?
Müssen sie nur laut genug aufschreien, damit man den Frieden gestört findet? Das Amtsgericht jedenfalls hat im Fall von Albert V.’s Heckscheibensprüchen offenbar angenommen, dass sie dazu geeignet sind.
Als Pfarrerin bekenne ich, dass ich die zitierten Sprüche eher drollig finde, meinetwegen auch geschmacklos, denn so richtig lustig sind sie ja nicht wirklich. Lustig ist wohl eher der missionarische atheistische oder antikirchliche Eifer, der hier am Werk ist. Kein Grund zur Aufregung also, finde ich.
Ich bin froh, meinen Glauben in einer Gesellschaft leben und ausleben zu können, in der man auch gegen diesen Glauben polemisieren darf. Es reicht das konsequent durchgesetzte Verbot der Volksverhetzung, um den gesellschaftlichen Frieden zu schützen. Im Grunde braucht es überhaupt keinen Religionsparagrafen, denn Gott und Glauben schützt man nicht mit dem Strafrecht, sondern mit Gottvertrauen und heiterer Überzeugungskraft.

Silke Niemeyer,
Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde
Münsterstraße 54
Lüdinghausen


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"Spruchtaxi: Kein Verstoß gegen § 166 StGB: Freispruch für "Gotteslästerer"" Daniela Wakonigg (30. Mär 2017)
In zweiter Instanz wurde der pensionierte Lehrer Albert Voß gestern durch das Landgericht Münster vom Vorwurf des Verstoßes gegen den sogenannten "Gotteslästerungsparagrafen" §166 StGB freigesprochen. Für "gotteslästerliche" Sprüche auf der Heckscheibe seines Autos war er im Vorjahr durch das Amtsgericht Lüdinghausen in erster Instanz schuldig gesprochen worden. ... Staatsanwalt Dr. Sumpmann verlas in seinem Plädoyer die Urteilsbegründung des Amtsgerichts Lüdinghausen, das Voß in der ersten Instanz schuldig gesprochen hatte. Er betonte, dass dieses Urteil im Ergebnis richtig sei. Auch wenn Albert Voß durch seine Sprüche Aufklärung betreiben wolle, habe er dennoch gegen §166 verstoßen. Wenn diese Sprüche keinen Verstoß gegen §166 darstellten, was dann überhaupt noch ein Verstoß gegen §166 sein könne, fragte er. Auch, dass es sich bei der "Papstsau" um ein Luther-Zitat handle, sei für Voß kein Freibrief, denn "man darf nicht alles, was in der Geschichte mal gesagt wurde, zitieren". Er wolle Luther zwar nicht mit anderen Figuren der Geschichte gleichsetzen, aber man wisse schon, was er meine, sagte der Staatsanwalt. Ferner betonte er den Sinn des §166 StGB – insbesondere nach den Ereignissen um Charlie Hebdo. "Man muss mit dem Beschimpfen von Religionen sehr vorsichtig sein", sagte Dr. Sumpmann, "sonst löst man einen Brand aus". Was wohl passieren würde, wenn Voß statt seiner Kritik am Christentum, Kritik am Propheten Mohamed üben würde, fragte der Staatsanwalt. Deshalb sei es wichtig, mit Kirchen und Religionen tolerant umzugehen.
Angesichts dieses Plädoyers des Staatsanwalts hielt es den Verteidiger nicht auf seinem Stuhl. Er bat erneut um das Wort und wies darauf hin, dass es sich bei Charlie Hebdo um ein äußerst heikles Terrain handle. Gerade Charlie Hebdo, betonte er gegenüber Staatsanwalt und Richterbank, könne eben kein Argument dafür sein, die Meinungsfreiheit zugunsten der Religionsfreiheit einzuschränken.
Das Gericht folgte in seinem Urteil der Argumentation der Verteidigung und sprach Albert Voß vom Vorwurf des Verstoßes gegen §166 StGB frei. Die Sprüche auf der Heckscheibe seines Autos, die Voß in der ersten Instanz eine Verurteilung eingebracht hatten, sind nach Auffassung des Landgerichts Münster nicht geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören und erfüllen damit nicht den Tatbestand von §166 StGB. ...
Albert Voß und sein Verteidiger Dr. Rath betrachten den Prozessausgang mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Bei Albert Voss überwiegt zwar die Freude, dass das Gericht ihm nun Recht gegeben hat, doch durch den Freispruch ist kein Gang durch die Instanzen bis zum Bundesverfassungsgericht mehr möglich, wo man den "Gotteslästerungsparagrafen" §166 StGB selbst auf den Prüfstand hätte stellen können.
https://hpd.de/artikel/freispruch-fuer-gotteslaesterer-14259

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"Brief an eine Katholikin" Kurt Tucholsky [1930], Glossen und Essays - Gesammelte Schriften (1907-1935)
Die Kirche rollt durch die neue Zeit dahin wie ein rohes Ei. So etwas von Empfindlichkeit war überhaupt noch nicht da. Ein scharfes Wort, und ein ganzes Geheul bricht über unsereinen herein: Wir sind verletzt! Wehe! Sakrileg! Unsre religiösen Empfindungen ... Und die unsern –?
Halten Sie es für richtig, wenn fortgesetzt eine breite Schicht des deutschen Volkes als ›sittenlos‹, ›angefressen‹, ›lasterhaft‹, ›heidnisch‹ hingestellt und mit Vokabeln gebrandmarkt wird, die nur deshalb nicht treffen, weil sie einer vergangenen Zeit entlehnt sind? Nehmt ihr auf unsre Empfindungen Rücksicht? Ich zum Beispiel fühle mich verletzt, wenn ich einen katholischen Geistlichen vor Soldaten sehe, munter und frisch zum Mord hetzend, das Wort der Liebe in das Wort des Staates umfälschend – ich mag es nicht hören. Wer nimmt darauf Rücksicht? Ihre Leute nicht, gnädige Frau. ...
http://www.textlog.de/tucholsky-brief-katholikin.html

« Last Edit: March 31, 2017, 09:22:00 AM by Link »

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Variationen zur Gretchenfrage...
« Reply #16 on: June 03, 2017, 10:29:51 AM »
""Gotteslästerung": Dänemark schafft Blasphemie-Gesetz ab" Florian Chefai (2. Jun 2017)
Nach der Streichung des Blasphemie-Gesetzes in Dänemark zählt Deutschland neben Polen und Russland zu den wenigen europäischen Ländern, in denen ein vergleichbares Gesetz fortbesteht. Der sogenannte "Gotteslästerungsparagraph" (§ 166 StGB) droht mit empfindlichen Freiheits- und Geldstrafen, wenn religiöse oder weltanschauliche Bekenntnisse in einer Weise "beschimpft" werden, die geeignet ist, den "öffentlichen Frieden" zu stören. Eine Petition der Giordano-Bruno-Stiftung zur Streichung des "Gotteslästerungsparagraphen" wurde 2015 vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags abgelehnt. ...
https://hpd.de/artikel/daenemark-schafft-blasphemie-gesetz-ab-14486

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"Religion, Intelligenz und Demografie – Jetzt auch in der Evolutionspsychologie angekommen" Michael Blume (2. Juni 2017)
Okay, ich gebe es zu! Als mich die Meldung über eine neue Religion-Intelligenz-Studie erreichte, war mein erster Gedanke: „Nicht schon wieder!“ Immerhin war das Thema hier auf dem Blog bereits vor neun Jahren erschöpfend behandelt und diskutiert worden… Und es war ja auch irgendwie klar, dass in Zeiten von Terroranschlägen und Ramadan-fastenden Schulkindern das Klischee der „dummen Gläubigen“ wieder nachgefragt werden würde.
Aber wenn mich Kollege Bernold Feuerstein wortlos auf etwas hinweist, hat es meist auch wissenschaftliche Substanz. Und tatsächlich las sich die „Rezension“ von Jan Osterkamp unter dem schmissigen Titel „Sind Religiöse dümmer?“ so interessant, dass ich mir das Originalpapier besorgte.
Tatsächlich diskutieren Edward Dutton vom Londoner Ulster Institute for Social Research und Dimitri van der Linden vom Department of Psychology, Education and Child Studies an der Erasmus-Universität Rotterdam zwei seit Jahren immer wieder belegte Befunde:
1.   Nichtreligiöse weisen weltweit im Durchschnitt einen höheren Intelligenzquotienten (IQ) und höhere, formale Bildungsabschlüsse als Religiöse auf.
2.   Religiöse weisen – gerade auch bei höheren Bildungsabschlüssen – im Durchschnitt deutlich höhere Geburtenraten auf als ihre nichtreligiösen Peers.
... So weit, so banal (wenn ich mich wohl auch drüber freuen sollte, dass sich dies langsaaaaam herumzusprechen beginnt).
Spannender ist, dass Dutton und Van der Linden ernstnehmen, dass rationale Intelligenz alleine nicht in der Lage zu sein scheint, nichtreligiöse Populationen zu erhalten – diese verebben mangels Nachwuchs. Während Religiosität auf sozialen „Instinkten“ aufbaue und diese verstärke, ermögliche Intelligenz das Überschreiten dieser Instinkte und damit die Anpassung auf neuartige Lebensbedingungen. So kommen sie zu der ziemlich spannenden Vermutung, dass beim Menschen Intelligenz und Religiosität gemeinsam evolvieren und sich gegenseitig in Check halten! ...
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/religion-intelligenz-und-demografie-jetzt-auch-der-evolutionspsychologie-angekommen/

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"Es geht um die Nudel: Berufungsverfahren zu "Spaghettimonster"" Anna Ringle (03.07.2017)
 Einmal die Woche "Nudelmesse": Darf ein Parodie-Verein, so wie es Kirchen mit ihren Gottesdienstzeiten tun, an Ortseingängen Hinweisschilder aufstellen? Das Oberlandesgericht in Brandenburg muss das klären. Es geht mal wieder um die Nudel in der Uckermark. Genauer: um das "Spaghettimonster" in Templin. Ein Verein, der sich "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" nennt, will genauso wie Kirchen es mit ihren Gottesdienstzeiten tun mit Schildern am Ortseingang auf seine "Nudelmesse" hinweisen. Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte das aber verneint – am Freitag (7. Juli, 10 Uhr) befasst sich im Berufungsverfahren das Brandenburgische Oberlandesgericht mit dem Fall.
Der Religionsparodie-Verein will als Kläger in dem Zivilverfahren erreichen, dass er vier Infoschilder aufstellen darf, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Verklagt hatte er das Land Brandenburg, vertreten durch den Landesbetrieb Straßenwesen. Dieser hatte die Schilder nämlich abgelehnt. Das Landgericht in Frankfurt (Oder) hatte sich in seinem Urteil im April 2016 darauf bezogen, dass es keine wirksame Vereinbarung für das Anbringen gebe. Der Verein hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt. Er hatte darauf gepocht, dass die "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" als Weltanschauungsgemeinschaft die gleichen Rechte haben müsste wie etablierte Kirchen.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Es-geht-um-die-Nudel-Berufungsverfahren-zu-Spaghettimonster-3761376.html

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     Sebastian_R, 03.07.2017 14:34

Ich muss doch sehr bitten!
Parodie-Verein? Bitte! Solche Unverschaemtheiten soll man bitte unterlassen!
Ich mache mich ja auch nicht ueber die "Wasser in Wein verwandelt" Sache der Christen lustig!
Man respektiere gefaelligst meine Religion!

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    abcman

Re: Ich muss doch sehr bitten!

Genau. Steinigt sie alle. Tötet die Ungläubigen... Ach ups, das war ja eine andere Religion...


Quote
     marasek, 03.07.2017 15:06

Re: Ich muss doch sehr bitten!

Heraklex schrieb am 03.07.2017 15:04:

        Ich mache mich ja auch nicht ueber die "Wasser in Wein verwandelt" Sache der Christen lustig!

        Man respektiere gefaelligst meine Religion!


    Ich darf Dich an das 1. "Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht..." erinnern. Für das Fliegende Spagehttimonter ist es vollkommen okay, wenn man nicht daran glaubt, sich sogar darüber lustig macht. Merkmal einer ordentlichen Offenbahrungsreligion ist, dass sie möglichst widersprüchlich und weit auslegbar ist. Insofern: ernudelt die Ungläubigen!



Quote
     dukoids, 03.07.2017 14:30

Verunglimpfung als "Parodieverein" -- § 166 Stgb

Ich glaube mit der Verunglimpfung der Pastafaris als "Parodieverein" macht sich der Autor gem. § 166 Stgb strafbar.


Quote
     Rolf Magnus, 04.07.2017 09:32

Gründungsgründe

    Die "Spaghettimonster-Kirche" war vor mehr als zehn Jahren in den USA als Kritik darauf gegründet worden, dass unter anderem der Kreationismus immer mehr Einfluss auf den Schulunterricht genommen habe. Deren Anhänger lehnen die Evolutionstheorie nach Charles Darwin ab.

Das ist recht vorsichtig formuliert. Die Kreationisten (zumindest die, um die es hier geht) sind überzeugt davon, dass die Schöpfungsgeschichte der Bibel mit den 7 Tagen, an denen die Welt geschaffen worden sein soll, sich tatsächlich so zugetragen hat und sehen das als Fakt an. Sie wollten deshalb in den USA erreichen, dass dies in den naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächern gelehrt wird.
Die Kirche vom fliegenden Spaghettimonster ist von einem Wissenschaftler ersonnen worden, nach dem Motto: Wenn die Bibelgeschichte als Naturwissenschaft gelehrt wird, dann muss die Lehre vom fliegenden Spaghettimonster das gleiche Recht bekommen. So wollte er zeigen, wie absurd es ist, irgendeinen nicht beweisbaren Glauben als wissenschaftliche Tatsachen in den Schulen zu lehren.


Quote
     Gast-Redner, 04.07.2017 11:26

@ Autor: Parodie-Verein?

Hallo,

auch wenn es nicht in die Köpfe reingeht, das Spaghettimonster ist real wie jede andere Gottheit auch!

Die Bezeichnungen dafür sind sehr diskriminierend, ich dachte, in Deutschland herrscht Religionsfreiheit! Auch nicht jeder kann Petrus, Jesus, Mohamed, Odin oder Jupiter ernst nehmen, der Respekt muss aber da sein!



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Liste von Fabelwesen
Die folgende Liste beinhaltet Fabelwesen und Fabelwesengattungen, die kultur- und kontinentübergreifend bekannt sind ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Fabelwesen

« Last Edit: July 20, 2017, 12:54:56 PM by Link »

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Variationen zur Gretchenfrage...
« Reply #17 on: July 05, 2017, 04:25:55 PM »
"Seyran Ateş: Polizeischutz für Gründerin der liberalen Moschee verstärkt" (5. Juli 2017)
Nach etwa 100 Morddrohungen erhält Seyran Ateş laut einem Bericht inzwischen rund um die Uhr Personenschutz. Ihre Berliner Moschee vertritt einen säkularen Islam. Für die Gründung der liberalen Moschee in Berlin schlägt Seyran Ateş so viel Hass entgegen, dass sie laut einem Bericht der Welt am Sonntag inzwischen rund um die Uhr Polizeischutz braucht. "Über die sozialen Medien habe ich wegen der Moscheegründung so viele Morddrohungen bekommen, dass das Landeskriminalamt zu der Einschätzung gelangt ist, mich rund um die Uhr schützen zu müssen", sagte Ateş der Zeitung. So starke Schutzvorkehrungen sind selbst bei Bundesministern selten nötig.
Nach eigenen Angaben erhielt die Rechtsanwältin, Frauenrechtlerin und Autorin etwa 100 Morddrohungen. Wie aus ihrem Umfeld bekannt wurde, ist sie auch bereits auf offener Straße bedroht worden. Ateş war 1984 bei der Arbeit in einem Beratungszentrum für türkische Frauen in Kreuzberg bereits Opfer eines Attentats geworden und dabei lebensgefährlich verletzt worden. ...
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-07/seyran-ates-liberale-moschee-berlin-personenschutz-morddrohungen

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"Charles Taylor Der Geist und die Geister" Rolf Spinnler (06.01.2010)
Wie hältst du’s mit der Religion: Charles Taylor erzählt die Geschichte der Säkularisierung ... „Warum war es in unserer abendländischen Gesellschaft beispielsweise im Jahre 1500 praktisch unmöglich, nicht an Gott zu glauben, während es im Jahre 2000 vielen von uns nicht nur leichtfällt, sondern geradezu unumgänglich vorkommt?“ Mit dieser Ausgangsfrage beginnt der kanadische Philosoph Charles Taylor sein monumentales Werk „Ein säkulares Zeitalter“, das auf 1300 Seiten die Geschichte des Säkularisierungsprozesses der westlichen Welt erzählen will. Die Standardantwort auf diese Frage lautet etwa so: Der Westen hat sich in einem jahrhundertelangen Prozess der Aufklärung, Rationalisierung, Verwissenschaftlichung und Demokratisierung von mythischen, irrationalen, unwissenschaftlichen und vormodernen Weltbildern emanzipiert und betrachtet die Welt heute endlich so, wie sie wirklich ist. Es gibt keine Götter, Geister und höheren Mächte, sondern wir Menschen leben in einem Universum, das ausschließlich von Naturgesetzen bestimmt ist, die wir nach und nach enträtseln können. Wir leben in Gesellschaften und politischen Ordnungen, deren Normen wir ohne Berufung auf göttliche Instanzen selbst festlegen.
Taylor will zeigen, dass diese von ihm als „Subtraktionstheorie“ bezeichnete Auffassung falsch ist. Er bestreitet zwar nicht, dass in den letzten 500 Jahren ein Wandel stattgefunden hat, aber er deutet ihn anders als die üblichen Säkularisierungstheorien. Und er gibt freimütig zu, dass er seine Version der abendländischen Säkularisierungsgeschichte nicht aus einer neutralen Position heraus erzählen will, sondern aus der eines gläubigen (Links-)Katholiken.
Der Standarderzählung des westlichen Säkularisierungsprozesses, die diesen als einen geradlinigen Weg vom dunklen Mittelalter zum hellen Licht der Aufklärung begreift, hält Taylor eine reichlich verschlungene Geschichte entgegen. Und so verschlungen, mit vielen Abschweifungen und Nebenfäden, ist auch sein Buch. Seine These lautet: Die Säkularisierung ist selbst ein Produkt der Religion und verdankt sich einer doppelten Weltbildrevolution. Zuerst haben in der von Karl Jaspers so genannten „Achsenzeit“ um die Mitte des ersten vorchristlichen Jahrtausends der jüdische Monotheismus und die platonische Philosophie die alten archaischen Weltbilder entzaubert, in denen der ganze Kosmos von Geistern und Dämonen bevölkert war. Und dann hat innerhalb des lateinischen Christentums eine von Taylor als „REFORM“ bezeichnete Bewegung versucht, jene Elemente aus der Volksreligion zu entfernen, die aus der Sicht der Theologen noch aus dem alten Heidentum stammten: Karneval und Reliquienkult, heilige Zeiten und heilige Orte. Diese „REFORM“ setzt für Taylor nicht erst mit Luthers und Calvins Reformation ein, sondern bereits im Hochmittelalter. Taylor folgt hier Max Weber und Michel Foucault: Die „REFORM“ ersetzt die außerweltliche Askese der Mönche und Nonnen durch die innerweltliche Askese der gewöhnlichen Gläubigen (Weber) und die zeitliche Diskontinuität von Alltag und ekstatischer Festlichkeit durch ein in kontinuierlicher Selbstdisziplin geführtes Leben (Foucault).
Damit ist der Boden für einen Lebensstil bereitet, der den Einzelnen nicht mehr in eine sakrale Ordnung der Gesellschaft und des Kosmos einbettet, sondern ihn zwingt, als atomisiertes, „abgepuffertes“ Individuum sein Leben rational selbst zu steuern. In den Gesellschaftstheorien seit Thomas Hobbes und John Locke haben Ekstase und Selbsttranszendenz, Hingabe und Opfer keinen Platz mehr, sie beruhen vielmehr auf einer Logik der Selbsterhaltung und des wechselseitigen Vorteils.
... Allerdings setzt etwa zur selben Zeit innerhalb der säkularen Mentalität eine Gegenbewegung gegen dieses Modell der rationalen Lebensführung ein. Diese „immanente Gegenaufklärung“, wie Taylor sie nennt, reicht von der Romantik über Friedrich Nietzsche und Georges Bataille bis zur Jugendrevolte der 1960er Jahre. Sie nimmt eine dritte Position jenseits von Religion und säkularem Humanismus ein und lehnt sowohl das Christentum als auch die Aufklärung ab, denen sie beiden vorwirft, das Irrationale und Ekstatische, das Aristokratische und Heroische zu unterdrücken. ...
http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/charles-taylor-der-geist-und-die-geister/1658842.html

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"Gericht: "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" keine Religionsgemeinschaft" Andreas Wilkens (02.08.2017)
Der Verein "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" (FSM) kann nicht die Rechte einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft beanspruchen. Daher dürfe das Land Brandenburg dem Verein auch untersagen, an den Ortseingängen von Templin (Uckermark) mit Hinweisschildern für ihre wöchentlichen "Nudelmessen" zu werben, entschied das Oberlandesgericht Brandenburg am Mittwoch.
2014 hatte die FSM-Gemeinde Uckermark erstmals seine Schilder mit den Messe-Uhrzeiten samt Abbildung des "Spaghettimonsters" aufgehängt, und zwar an jene Masten, an denen auch die katholische und die evangelische Kirche mit Schildern auf ihre Gottesdienste hinwiesen. Der Landesbetrieb Straßenwesen hängte sie wieder ab, die FSM-Gemeinde weist nun an anderer Stelle auf ihre freitägliche Nudelmesse hin und klagte gegen den Landesbetrieb.
Der Verein hatte in seiner Klage gegen das Verbot geltend gemacht, dass er als Weltanschauungsgemeinschaft das gleiche Recht haben müsse wie die christlichen Kirchen, die an den Ortseingängen mit Schildern auf die Zeiten der Gottesdienste hinweisen dürfen. Vier Infoschilder wollte der Verein aufstellen. Das Landgericht in Frankfurt (Oder) hatte sich in seinem Urteil im April 2016 darauf bezogen, dass es keine wirksame Vereinbarung für das Anbringen gebe. Der Verein hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt.
Für die "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" war es wichtig, dass "sich das Gericht wirklich intensiv mit der Problematik Weltanschaung auseinander gesetzt hat", wie "Bruder Spaghettus" in einem Blogbeitrag schreibt. "Die Religionssatire des Fliegenden Spaghettimonsters wird als künstlerisches Mittel genutzt, um in satiretypischer Art intolerante und dogmatische Anschauungen und Handlungen zu überhöhen und zu hinterfragen", heißt es in seiner Satzung. Damit will der Verein die Verbreitung einer offenen und toleranten Ethik im Sinne des evolutionären Humanismus fördern und so an der öffentlichen Meinungsbildung mitwirken.
Nach Angaben der FSM hat das OLG keine Revision zugelassen. Das Gericht habe sich in seiner Entscheidung auf die Satzung des Vereins berufen. Demnach sei die Kirche des FSM keine Weltanschauungsgemeinschaft, da sie keine gemeinsame Sicht auf die Welt habe, aus der sie Werte ableite, sondern nur Kirche parodiere.
Update 2.8.2017, 12.23 Uhr: "Die darin geäußerte Kritik an Überzeugungen Anderer stelle kein umfassend auf die Welt bezogenes Gedankensystem im Sinne einer Weltanschauung dar", begründete das Gericht weiter seine Entscheidung. Auch der für Religionsgemeinschaften charakteristische Gottesbezug fehle nach dem Inhalt der Satzung.
"Da hat das Gericht einen Fehler gemacht, denn es hat offensichtlich die Spaghettimonster-Kirche im Allgemeinen beurteilt und nicht unseren Verein", sagte der Vereinsvorsitzende Rüdiger Weida. "Wir sind nach unserer Satzung Humanisten – und Humanismus ist eindeutig eine Weltanschauung." Weida verwies dabei auf die "10 Angebote des evolutionären Humanismus" auf der Webseite des Vereins.
Weida kündigte an, dass der Verein nun vor den Bundesgerichtshof (BGH) und gegebenenfalls auch weiter zum Bundesverfassungsgericht ziehen wolle. "Und zur Not gehen wir auch bis zum Europäischen Gerichtshof", betonte er.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Gericht-Kirche-des-fliegenden-Spaghettimonsters-keine-Religionsgemeinschaft-3790560.html

Quote
     IggoOnTour, 02.08.2017 11:56

Der Verein hat eine Satzung in der das Wort Satire vorkommt?
Verbrennt diese Häretiker! Schlachtet ihre Kinder und Kindeskinder! Salzt die Böden auf denen sie ihre Felder bestellen!
Die Kirche des Fliegenden Spagettimonsters ist nicht "eine Religionsgemeinschaft", die Heilige Kirche des einzig wahren Spagettimonsters ist DIE RELIGIONSGEMEINSCHAFT.
Der Zorn der Pasta wird über die Ungläubigen kommen!

.... vielleicht sollte ich erstmal was essen ;-)


Quote
   DerLinuxUser, 02.08.2017 11:47

DIESE UNGLÄUBIGEN!!!

Wir müssen unsere Rechte als Gläubige des einzig wahren Glaubens und die Ehre des Spaghettimonsters verteidigen! Das ist ein Kochduell der Religionen! Gebt den unterdrückerischen Ungläubigen Pasta!!!1!


https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Gericht-Kirche-des-fliegenden-Spaghettimonsters-keine-Religionsgemeinschaft/forum-385382/comment/
« Last Edit: August 04, 2017, 12:12:20 PM by Link »

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« Reply #18 on: August 20, 2017, 01:20:01 PM »
"Atheismus: "Eine Gesellschaft aus Atheisten könnte perfekt funktionieren"" Interview: Johanna Haag (19. August 2017)
 Philosoph Andreas Urs Sommer über das Fast-Verschwinden der Religion, Angst vor dem Tod und die Frage: Ist uns die Suche nach dem Sinn des Lebens einfach egal?
ZEIT Campus ONLINE: Und woran liegt es, dass Religion für uns in westlichen Gesellschaften nicht mehr so wichtig ist?
Sommer: Religion ist seit der Aufklärung im 18. Jahrhundert permanent unter Beschuss geraten: Alle Versuche, die Existenz Gottes zu beweisen, darf man als gescheitert betrachten. Und die historische Kritik der Bibel und der anderen Offenbarungsschriften hat gezeigt, dass diese Werke von Menschen für Menschen geschrieben worden sind. Und zwar in einem bestimmten Kontext. Deswegen können wir einen Brief des Apostels Paulus, das Buch eines alttestamentlichen Propheten oder eine Sure aus dem Koran heute nicht mehr ohne Zurechtbiegung als Lebensanweisung für unsere Gegenwart verstehen. Diese historische Kritik ist zwar auch wesentlicher Teil der Arbeit kritischer Theologen. Sie ist aber für Religionen brandgefährlich, weil sie nicht nur den Glauben an die Schriften, sondern auch an die Institution der Kirche zersetzt. Heute haben wir außerdem säkulare Antworten auf unsere Sinnfragen gefunden und das Gefühl, unser Leben selbst im Griff zu haben. Der Mensch der westlichen Moderne braucht keine höhere Instanzen mehr, auf die er hofft, denen er sich ausliefert und die seine Weltsicht bestimmen.
... ZEIT Campus ONLINE: Sind uns diese großen Fragen der Menschheit einfach egal?
Sommer: Das nicht. Aber wir sind nicht mehr darauf gepolt, sie als zentral für unser Leben zu betrachten. Selbst, wenn wir uns etwa in der Pubertät fragen, was der Sinn unseres Lebens ist, finden wir im Laufe des Erwachsenwerdens eigene Antworten. Auch mit dem Thema Tod gehen die meisten Menschen relativ entspannt um: Für unsere letzten Lebenstage vertrauen wir der Medizin und danach schauen wir mal, was kommt. Ein Grund für diese Gelassenheit ist auch, dass wir keine Angst mehr haben. Uns ist relativ egal, was nach dem Tod passiert: Wenn die Christen recht haben, gibt es ein Jenseits. Besonders schlimm kann’s aber nicht werden, denn wir sind ja schließlich keine Sünder, die im Fegefeuer schmoren müssen. Die für das Christentum einst fundamentale Vorstellung, erlösungsbedürftig zu sein, ist uns heute vollkommen fremd geworden. Gehen Sie mal in die Kirche: Da spricht niemand von "Verdammnis" oder "Hölle". Selbst dort geht es nicht mehr um die letzten Dinge. ...
http://www.zeit.de/campus/2017-08/atheismus-religion-werte-philosoph-andreas-urs-sommer-jung-und-gott