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Autoren & Bücher (so durcheinander)...
« Reply #20 on: October 17, 2019, 03:15:07 PM »
"Phantasmagorischer Städtetrip" Boris Poplawskis posthumer Roman „Apoll Besobrasow“ aus dem Paris der 1930er Jahre
Von Klaus-Peter WalterRSS-Newsfeed neuer Artikel von Klaus-Peter Walter (2019)
Apoll Besobrasow ist ein faszinierend sprach- und wortmächtiges Buch zum Immer-wieder-lesen. Jeder Satz scheint tonnenschwer, aber vieles ist für Nachgeborene und Nichtslawisten in mancherlei Hinsicht erklärungsbedürftig. Eine ganze Reihe von Erläuterungen fordern schon Vor- und Nachname der Titelfigur heraus, die an sich Unvereinbares vereinen. Apoll wurde in der Antike unter anderem als der Gott des Lichts, der Medizin, der Musik und der Dichtkunst sowie etlicher ethisch positiver Eigenschaften wie der sittlichen Reinheit verehrt. Außerdem gelten Träger seines Namens als ausgesprochen gut aussehend. Ganz anders der Nachname, Besobrasow. Das russische Wort besobrasny, wörtlich „kein Bild, keine Form habend“, deckt einen weiten Bedeutungsbereich zwischen „vage“ und „hässlich“ ab. Hier haben wir also einen fleischgewordenen Widerspruch in sich vor uns. Apoll Besobrasows Lebensprinzip ist das Non-commitment. Er tut so, als ginge ihn das Leben nichts an, katalysiert lediglich Denken und Handlung seiner Umgebung. Er ist ein Flaneur, ein Zuschauer, der nirgendwo mitmacht. ...
https://literaturkritik.de/poplawski-apoll-besobrasow-phantasmagorischer-staedtetrip-boris-poplawskis-posthumer-roman-apoll-besobrasow-aus-paris-1930er-jahre,25771.html

Boris Julianowitsch Poplawski (russisch Бори́с Юлиа́нович Попла́вский; * 25. Maijul./ 7. Juni 1903greg. in Moskau; † 9. Oktober 1935 in Paris) war ein russischer Schriftsteller, der zur jüngeren Generation der Ersten russischen Emigration gezählt wird. ... Leitmotivisch setzt sich ein Großteil des Werks Poplawskis mit dem Tod und Todessehnsucht auseinander. Die Literaturkritik sieht ihn unter dem Einfluss nicht nur der französischen und russischen Symbolisten, sondern auch des Surrealismus. Auch wurde er von James Joyce geprägt. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Boris_Julianowitsch_Poplawski

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Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der literarischen Moderne. James Joyce lebte vorwiegend in Dublin, Triest, Paris und Zürich.
https://de.wikipedia.org/wiki/James_Joyce

The World of James Joyce: His Life & Work documentary (1986)
The authoritative documentary on the man who single-handedly transformed English literature in the 20th century.
https://youtu.be/4IwrHkNUk24
« Last Edit: March 13, 2020, 10:41:36 AM by Link »

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« Reply #21 on: November 13, 2019, 12:26:05 PM »
Generation X dient seit den frühen 1950er-Jahren als schlagwortartige Bezeichnung für eine Reihe unterschiedlicher Generationen bzw. Bevölkerungskohorten, denen von den jeweiligen Autoren jeweils unterschiedliche Charakterisierungen zugeschrieben werden.
Die Bezeichnung Generation X, auch als Gen X abgekürzt, bezieht sich konkret auf die den Baby-Boomern folgende Generation. Sie wird vor allem im anglo-amerikanischen Sprachraum für eine Generation benutzt, die von den mittleren 1960er bis in die frühen 1980er Jahre geboren wurden. Die gängigste Definition umfasst die Jahrgänge 1965 bis 1980, es gibt aber auch abweichende Positionen (so umfasst die Gen X etwa nach den US-amerikanischen Autoren William Strauss und Neil Howe die Jahrgänge 1961 bis 1981). Popularisiert wurde der Ausdruck speziell durch den 1991 erschienenen Roman Generation X von Douglas Coupland. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_X_(Soziologie)

Nach Couplands Einschätzung ist für diese Generation charakteristisch, dass sie sich erstmals ohne Kriegseinwirkung mit weniger Wohlstand und ökonomischer Sicherheit begnügen muss als die Elterngenerationen, aber andererseits für deren ökonomische und ökologische Sünden büßt. Der Roman erzählt „Geschichten von der Katerstimmung im Amerika nach der auf Pump veranstalteten letzten großen Sause unter Reagan und Bush“ (Deutschlandfunk) über eine Generation mit „zu vielen Fernsehern und zu wenig Arbeit“ (Newsweek). Coupland kritisiert mit seinem Schlüsselroman die Wohlstandsgesellschaft der Vorgänger-Generation, die „mit 30 stirbt, um mit 70 begraben zu werden“. Ursprünglich sollte der Begriff Generation X andeuten, dass sich diese Generation bislang erfolgreich der Benennungswut von Werbeindustrie und journalistischem Gewerbe entzogen hat. Couplands Buch erreichte die Bestsellerlisten und der Titel wurde zum Schlagwort für die bis dahin unbenannte Generation. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_X_(Roman)

GENERATION X: SELBST- UND FREMDBESCHREIBUNGEN EINER GENERATION. EINE LITERATURWISSENSCHAFTLICHE STUDIE Inaugural-Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Philosophie (Dr. phil.)  durch die Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vorgelegt von Guido Jablonski aus Sevelen (2002)
https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-2629/629.pdf


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« Reply #22 on: January 27, 2020, 12:56:06 PM »
"Salmen Gradowski: „Die Zertrennung“ Er schrieb, als die Krematorien noch brannten" Fabian Wolff (23.11.2019)
Er verstand das Überleben und vor allem das Schreiben als Widerstandshandlungen und plante mit anderen Mitgliedern des „Sonderkommandos“ einen großen Aufstand. Dieser, so erklärt er frustriert in einer Notiz, wurde durch die anderen „Lagermenschen“ immer wieder verschoben. Erst am 7. Oktober 1944 kommt es doch zu einer Revolte, bei der Gradowski stirbt – „im Kampf gefallen“ wie ein Soldat oder ein Makkabäer. Die stilistische Geschlossenheit und Sprachmacht dieser unter fatalsten Bedingungen entstandenen Texte machen sprachlos, die einordnenden Essays und die sensible Übersetzung überbrücken diese Sprachlosigkeit mit großer Vorsicht. ...
https://www.deutschlandfunkkultur.de/salmen-gradowski-die-zertrennung-er-schrieb-als-die.950.de.html?dram:article_id=464007

Salmen Gradowski - Die Zertrennung - Aufzeichnungen eines Mitglieds des Sonderkommandos
https://www.suhrkamp.de/buecher/die_zertrennung-salmen_gradowski_54280.html

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Szilárd Borbély: Berlin Hamlet - Gedichte
Herausgegeben und aus dem Ungarischen übersetzt von Heike Flemming (Erschienen: 28.10.2019)
Szilárd Borbély, der vor einigen Jahren mit seinem Roman Die Mittellosen international Aufsehen erregte, gilt als der bedeutendste ungarische Lyriker seit 1989. Erstmals liegen nun zwei Gedichtzyklen auf Deutsch vor: Zustandsbeschreibungen eines wahrnehmungssensiblen Ich, das in ruhigem Parlando über sich und seine Umgebung reflektiert (Berlin Hamlet), und ein formstrenges Brevier von Trauergedichten, die auf ein ungesühntes Verbrechen eine Antwort suchen (Leichenpomp). 
Ein mitteleuropäischer Flaneur streift durch das aufgerissene, im Umbruch begriffene Berlin der neunziger Jahre, sein Blick folgt dem Flugzeug über der Hermannstraße im Landeanflug auf Tempelhof, verirrt sich im Gewirr bunter Rohrleitungen über den Ausschachtungen, im Wald der Kräne am Potsdamer Platz. Gattungsbezeichnungen wie Allegorie, Brief, Epilog und Fragment, Zitate aus Shakespeare-Sonetten, aus Benjamins Passagenwerk und Kafkas Briefen an Felice verbannen die Stadtansichten in die Kulisse – es ist ein urbaner metaphysical poet, besessen vom Gedanken der Vergänglichkeit. 
Der gewaltsame Tod der Eltern, die einem Raubmord zum Opfer fielen, und die Vernichtung der ungarischen Juden wurden zu Borbélys Lebensthema. In Leichenpomp greift er auf dichterische Formen katholischer Frömmigkeit und auf chassidische Legenden zurück, um dem Unerträglichsten einen Ausdruck abzuringen, der jegliche Erlösungsbotschaft verneint.
https://www.suhrkamp.de/buecher/berlin-hamlet-szilard_borbely_22511.html

« Last Edit: January 27, 2020, 12:58:44 PM by Link »

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« Reply #23 on: August 11, 2020, 04:14:22 PM »
Quote
[...] Die Anthologie „Die untergründigen Jahre“ erzählt über Literatur abseits vom Mainstream in Westdeutschland seit den 1970ern.

Hans Magnus Enzensberger hat 1980 kurzen Prozess gemacht. „Widerstandslos, im großen und ganzen, / haben sie sich selbst verschluckt, / die siebziger Jahre“, schreibt der Dichter und Schriftsteller in „Die Furie des Verschwindens“. „Daß irgendwer ihrer mit Nachsicht gedächte, / wäre zuviel verlangt.“ Der allgemeine Befund stimmt nicht mehr so ganz. Kulturhistoriker und Literaten haben schon seit einiger Zeit ein Auge auf die Siebziger geworfen und nicht ohne Nachsicht über diese Dekade geschrieben. Die Literaturwissenschaft hat sich bisher vornehm zurückgehalten.

Mit den Stichworten Neue Subjektivität, Alltagslyrik, Pop hat sie gerade mal jene Exponenten ein- und oftmals auch wegsortiert, die es in die Mainstream-Verlage geschafft haben: also Rolf Dieter Brinkmann, Jörg Fauser, Wolf Wondratschek, Nicolas Born, Jürgen Theobaldy, Michael Buselmeier, Karin Kiwus, Ursula Krechel et alii. Aber das „Jahrzehnt der Underground-Literatur“, so formuliert es der Schriftsteller Peter Salomon, „existiert bislang nicht in den Literaturgeschichten“. Salomon und die anderen Autoren des Sammelbands „Die untergründigen Jahre“ liefern einiges Material für diese noch zu schreibende Geschichte der Alternativliteratur.

„Das,Kapital', erster Band, lag aufgeschlagen auf meiner Schreibplatte auf zwei Böcken, und um nicht ständig Vorhaltungen über die fehlende gesellschaftliche Funktion der Literatur im Spätkapitalismus zu hören, schob ich den Wälzer über meinen dünnen Stapel Manuskriptblätter, sobald sich jemand aus dem Umkreis der antiautoritären Zirkel der Tür näherte: seine oder ihre Abneigung gegenüber Lyrik, Poesie konnte ich voraussetzen“, erinnert sich Jürgen Theobaldy mit leichtem Gruseln an diese Jahre.

„Einmal hob ein junger Revoluzzer im Ledermantel beim Weggehen ein gerade herumliegendes Buch an und meinte, mit Blick auf den Titel:,Damit machen wir dann auch Schluß.'“ Gemeint ist Gert Jonkes „Geometrischer Heimatroman“. Theobaldy ist ein Linker, er marschiert mit, aber er will eben trotzdem auch weiter Lyrik schreiben. „Das Gedicht im Handgemenge“, so heißt einer seiner Aufsätze damals.

Die sich bald konsolidierende Szene der Minipressen mit ihrer geradezu explodierenden Zahl von „Little Mags“ lässt sich wohl auch als eine Reaktion auf die politische Desillusionierung nach 1968 verstehen, auf die Selbstzerfleischung der Linken und nicht zuletzt auf die schwer erträgliche Bürokratisierung ihrer Gebaren und Sprache. Man wollte schlicht den Hedonismus der Anfänge wieder zurück, die Literatur sollte nicht länger tot, sondern geradezu ein Antidot sein gegen die absurden Fraktionskämpfe.

„Die politischen Entwicklungen in der Studentenschaft, der Aufbau von immer neuen Kommunistischen Parteien zerstörten mein Geschäftsmodell“, erinnert sich der Raubdrucker Detlef Michelers. „Ich konnte den ideologischen Auseinandersetzungen nicht folgen, mir wurde Prügel angedroht, weil ich die falschen Bücher druckte.“ Michelers sattelt zunächst um auf Songbooks von Dylan, The Doors und Jimi Hendrix und spielt bald darauf in der Bremer Literaturszene als Veranstalter, Verleger, Herausgeber und Autor eine wesentliche Rolle. Sein Beispiel zeigt den egalitären Impuls, der in diesem Paradigmenwechsel steckte. Es durften eben nicht mehr nur Akademiker mitspielen. Michelers hatte als Reedereikaufmann und Schiffsmakler gearbeitet, bevor er in die alternative Literaturszene abbog.

Die Mehrzahl der Szene-Exponenten kommt zwar aus dem universitären Umfeld, aber auch sie sind nicht unbedingt an einer pfeilgeraden Karriere interessiert, sondern wollen sich ausprobieren. Daniel Dubbe promoviert über Henri Michaux und wirft nach Feierabend Acid ein, um so zu seinem eigenen Stil zu kommen. Mit ganz beachtlichen Ergebnissen, wie er sich selbst auf die Schulter klopft.

Es herrscht aber auch Bereitschaft bei einer wachsenden Leserschaft, sich mit solchen Experimenten auseinanderzusetzen. „Man brauchte damals nur ein paar zusammengeheftete Blätter hochzuhalten, dann wurden die einem aus der Hand gerissen“, erinnert sich Helmut Loeven, Herausgeber der Zeitschrift Der Metzger.

Die etablierten Verlage bemerken das durchaus und machen eigene Reihen auf, Rowohlts „Das neue Buch“ zum Beispiel, um den Rahm abzuschöpfen. Aber sie gehören nun mal zum Schweinesystem. „Laßt euch nicht von den Rowohlts verschachern, Genossen! Organisiert euch selbst! Macht den bürgerlichen Linksgeschäftemachern ihr Geschäft kaputt! Der Polizeiknüppel, der uns auf den Kopf schlug, ließ es bei den Verlegern bimmeln: Schlagt da zurück!“, steht ausrufezeichenreich auf dem Cover des Szenehandbuchs „Die Alternativpresse“.

Viele Autoren erinnern sich an den Zauber des Anfangs, die große Aufbruchstimmung. Man legt einfach los. Und tatsächlich entwickelt sich bald eine eigene Infrastruktur. Dreh- und Angelpunkt ist Josef „Bibi“ Wintjes mit seinem „Literarischen Informationszentrum“ in Bottrop. Wintjes sorgt für die interne Verständigung und vor allem für den Vertrieb. Und Benno Käsmayr, der sich neben seinem Studium in einer Druckerei verdingt, für die Herstellung. „Es sprach sich in der Szene schnell herum, daß ich Zugang zu Produktionsmitteln hatte und Sonderpreise machen konnte“, erzählt er.

Für ambitioniertere Publikationen, die ihr Larvenstadium als hektografiertes Heftchen hinter sich haben, wird der Augsburger zum ersten Ansprechpartner und bleibt es jahrzehntelang. Als wir Mitte der 90er Jahre mit dicker Hose ein Magazin für ­Literatur und Kritik herausgaben, machte Benno immer noch Sonderpreise. Mit seinem Maro Verlag hatte er zudem großen Anteil an der Popularisierung des Undergrounds. Bei ihm erscheinen viele Klassiker der Alternativliteratur, etwa Tiny Strickers „Trip Generation“, Jörg Fausers „Tophane“ und nicht zuletzt „Gedichte die einer schrieb bevor er im 8. Stockwerk aus dem Fenster sprang“ von Charles Bukowski.

Dass die Literatur der Siebziger so gründlich vergessen ist, gehört zu den Unterlassungssünden einer elitären Literaturgeschichte, der es schon immer nicht ganz geheuer war, wenn auf einmal Krethi und Plethi, also auch vermeintliche Literaturfremde, Unstudierte, Handwerker und Proleten, anfingen Gedichte zu schreiben und womöglich mit Anspielungsmaterial jonglierten, das nicht dem bildungsbürgerlichen Traditionszusammenhang entstammte.

Dass eine Literatur, die oft roh und unartifiziell scheint und die profanen Dinge des Lebens, auch die lange verdrängte Gefühlswelt in den Blick und beim prosaischen Wort nimmt, nicht zwangsläufig unpoetisch sein muss, dafür gibt es genügend Beispiele – von Christoph Derschau, Ralf Thenior, Yaak Karsunke, Barbara Maria Kloos und nicht zuletzt von Uli Becker, ohne den nicht nur meine Lesebiografie sehr viel fader verlaufen wäre.

Der Literaturkritiker Michael Braun, der sich ohnehin nur als Zaungast der damaligen Szene begreift und ein wenig den Spielverderber gibt, will davon nichts wissen. Für ihn nehmen die literarischen Siebziger zu Recht wenig Platz ein in den Literaturgeschichten. Vom Underground lässt er noch weniger gelten. Vier Bücher reichen seiner Ansicht nach, um zu erfahren, was „wir über die siebziger Jahre wissen müssen“: Michael Rutschkys „Erfahrungshunger“, Enzensbergers „Die Furie des Verschwindens“, Theobaldys „Blaue Flecken“ und Günter Steffens’ „Die Annäherung an das Glück“.

Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Vielleicht führt ja das aktuelle Interesse an autofiktionaler Literatur – von Annie Ernaux, Didier Eribon, Karl Ove Knausgård und J. J. Voskuil –, wenn schon nicht zu einer Renaissance der „Neuen Subjektivität“ und zur Wiederentdeckung ihrer Exponenten, dann wenigstens zu einer gerechteren Beurteilung dieses literatursoziologisch und ästhetisch bemerkenswerten Dezenniums. Bis dahin gilt Wolf Wondratscheks Empfehlung: „trink noch’n Whisky, / einen auf die siebziger Jahre, / dieses elende großzügige Jahrzehnt.“


Aus: "Sammelband über Underground-Literatur: Acid nach Feierabend" Frank Schäfer (10. 8. 2020)
Quelle: https://taz.de/Sammelband-ueber-Underground-Literatur/!5701728/


"Rolf Dieter Brinkmann: Einen Tag älter, tiefer und tot" Ulrich Rüdenauer (08.11.2021)
https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/rolf-dieter-brinkmann-einen-tag-aelter-tiefer-und-tot-91101348.html#idAnchComments

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'Fratzen in der Straßenbahn' - Rolf Dieter Brinkmann über Köln
Der DDR-Dramatiker Heiner Müller nannte ihn "das einzige Genie im Westen". Markus Mayer befragt alte Weggefährten - wie Ralf-Rainer Rygulla und Hermann Peter Piwitt - und erkundet, welche.
Rolf Dieter Brinkmann, geboren 1940 in Vechta, lebte ab 1962 in Köln, Schriftsteller. Gestorben 1975 in London (Verkehrstod). Tonbandaufnahme vom Dezember 1973 Veröffentlicht auf der CD-Box.
Rolf Dieter Brinkmann Vechta 1940 - London 1975 "In Rom dachte ich an London. In London dachte ich an Rom. Als ich in Köln war, dachte ich an Amsterdam." Veröffentlicht auf der.
Rolf Dieter Brinkmann - Brinkmanns Zorn . die to [2006] Die Tonbänder zwischen 1973-1975 Mit Fotos, Super8-Filmen, Arbeitsbüchern und Collagen aus dem Nachlass Brinkmanns. Text ab Min 52
https://youtu.be/qAT_M1SroKA

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JÖRG FAUSER „Wenn Literatur nicht bei denen bleibt, die unten sind, kann sie gleich als Partyservice anfangen“ (14.07.2012)
Jörg Fauser wird 1944 im hessischen Bad Schwalbach geboren. Vor 25 Jahren, am 17. Juli 1987, stirbt er, als er nach einer Geburtstagsfeier auf die
Münchener Autobahn gerät und von einem Lkw überfahren wird. Er wird 43 Jahre alt. In seiner Todesnacht ist er betrunken, 2,6 Promille.
Fauser ist Journalist und Schriftsteller.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/joerg-fauser-wenn-literatur-nicht-bei-denen-bleibt-die-unten-sind-kann-sie-gleich-als-partyservice-anfangen/6877514.html

"Rohstoff: Vergessen Sie Jörg Fauser nicht, denn irgendein Mexiko brauchen wir alle!" (26. Juli 2013)
Rohstoff ist auch ein politischer Roman, ohne zu politisieren. Und obwohl er Anfang der 1980er geschrieben wurde, ist er nicht durchtränkt von künstlich wirkendem Zeitkolorit und Namedropping, wie es heutzutage oft der Fall ist, wenn Autoren ihren Text in die jüngste Vergangenheit verlegen.
Fast anrührend das 42. Kapitel, in dem Fauser eine Nachtwächterschicht beschreibt. »Irgendein Mexiko brauchen wir alle«, meint eine der Figuren, Fritz. Doch – und das mag typisch für Fauser sein – steht der Ort Mexiko für einen höchst zweifelhaften Traum. ...
https://www.literaturcafe.de/rohstoff-vergessen-sie-joerg-fauser-nicht/

"Jörg Fauser Die Optik des Direkten Ein Feature 1994"
Jörg Fauser - Die Optik des Direkten - Grenzgänger zwischen Journalismus und Literatur
15.06.1994 - 21.00-22.00 WDR 3
https://youtu.be/gkCcjiS_lkk

Jörg Fauser Autor-Scooter (1984) Teil 1/5
Eine Fragestunde mit Jörg Fauser. Der am 17. Juli 1987 tödlich verunglückte Schriftsteller zu Gast bei Hellmuth Karasek und Jürgen Tomm im September 1984.
Quelle: BR-alpha am 14.07.2009 zum 65. Geburtstag.
https://youtu.be/5I0Htin9QSM
« Last Edit: November 09, 2021, 11:14:49 AM by Link »

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« Reply #24 on: September 24, 2020, 11:58:22 AM »
Erich Maria Remarque (eigentlich Erich Paul Remark; * 22. Juni 1898 in Osnabrück; † 25. September 1970 in Locarno, Schweiz) war ein deutscher Schriftsteller. Seine überwiegend als pazifistisch eingestuften Romane, in denen er die Grausamkeit des Krieges thematisiert, finden bis heute große Verbreitung. Bereits zu Beginn der NS-Herrschaft, als der Autor durch sein Hauptwerk, den 1928 erstmals erschienenen, 1930 in Hollywood verfilmten Antikriegsroman Im Westen nichts Neues, schon weltberühmt war, emigrierte er in die Schweiz. Seine Arbeiten wurden in Deutschland als „schädliches und unerwünschtes Schrifttum“[1] verboten und 1933 öffentlich verbrannt. Die deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihm 1938 aberkannt. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Maria_Remarque

Erich Maria Remarque - Gespräch mit Friedrich Luft (1962)
Aus der Reihe "Das Profil". Erich Maria Remarque (1898-1970) war ein deutscher Schriftsteller. Seine überwiegend als pazifistisch eingestuften Romane, in denen er die Grausamkeit des Krieges thematisiert, finden bis heute große Verbreitung. Bereits zu Beginn der NS-Herrschaft, als der Autor durch sein Hauptwerk, den 1928 erstmals erschienenen, 1930 in Hollywood verfilmten Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues", schon weltberühmt war, emigrierte er in die Schweiz. Seine Arbeiten wurden in Deutschland als „schädliches und unerwünschtes Schrifttum“[1] verboten und 1933 öffentlich verbrannt. Die deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihm 1938 aberkannt. In den USA fand er Aufnahme, bekam die amerikanische Staatsbürgerschaft und Anerkennung als Schriftsteller (Quelle: Wikipedia). ...
https://youtu.be/aOzROBGLkpE


"Als wäre alles das letzte Mal: Erich Remarque. Eine Biographie" Januar 2000 (Deutsch) Wilhelm von Sternburg (Autor)
Der Publizist und Buchautor Wilhelm von Sternburg hat die erste umfassende Biographie dieses Autors vorgelegt, dessen Bücher Millionenauflagen erreicht haben und vielfach verfilmt wurden und über dessen schillerndes, ebenso mondänes wie schwieriges, engagiertes wie zerrissenes Leben dennoch so genau und kenntnisreich bislang nie Auskunft gegeben wurde. Sternburgs Biographie, brillant und anschaulich geschrieben, verknüpft das Lebensbild Remarques mit der Werk- und Zeitgeschichte, wobei der Autor auf viele bislang nicht breit zugängliche Materialien, wie Briefe und Tagebücher, zurückgreifen konnte. ...
 ISBN-10 : 3462029177
ISBN-13 : 978-3462029178

« Last Edit: July 27, 2022, 04:39:42 PM by Link »

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« Reply #25 on: December 30, 2020, 01:20:13 PM »
Jack Kerouac, eigentlich Jean-Louis Lebris de Kérouac (* 12. März 1922 in Lowell, Massachusetts; † 21. Oktober 1969 in Saint Petersburg, Florida), war ein US-amerikanischer Schriftsteller franko-kanadischer Herkunft und einer der wichtigsten Vertreter der Beat Generation.
https://de.wikipedia.org/wiki/Jack_Kerouac

"On the Road" Audiobook Part 1 of 10
Written by Jack Kerouac.
Performed by Frank Muller.
https://youtu.be/H7aHumxaQ4A

Jack Kerouac & Steve Allen ~ Poetry For The Beat Generation (LP, 1959)
1 October In The Railroad Earth 7:09
2 Deadbelly 1:05
3 Charlie Parker 3:45
4 The Sounds Of The Universe Coming In My Window 3:17
5 One Mother 0:49
6 Goofing At The Table 1:45
7 Bowery Blues 3:56
8 Abraham 1:17
9 Dave Brubeck 0:31
10 I Had A Slouch Hat Too One Time 6:12
11 The Wheel Of The Quivering Meat Conception 1:55
12 McDougal Street Blues 3:23
13 The Moon Her Majesty 1:36
14 I'd Rather Be Thin Than Famous
https://youtu.be/dywFHScNecI

Jack Kerouac - Big Sur (Complete Audio Book With Chapter Tracks)
https://youtu.be/9iXgtLqpJmE

Big Sur is a 1962 novel by Jack Kerouac, written in the fall of 1961 over a ten-day period, with Kerouac typewriting onto a teletype roll.[1] It recounts the events surrounding Kerouac's (here known by the name of his fictional alter-ego Jack Duluoz) three brief sojourns to a cabin in Bixby Canyon, Big Sur, California, owned by Kerouac's friend and Beat poet Lawrence Ferlinghetti. The novel departs from Kerouac's previous fictionalized autobiographical series in that the character Duluoz is shown as a popular, published author; most of Kerouac's previous novels instead portray him as a bohemian traveller.
https://en.wikipedia.org/wiki/Big_Sur_(novel)
« Last Edit: December 30, 2020, 01:27:15 PM by Link »

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« Reply #26 on: January 12, 2021, 02:20:15 PM »
Steffen Köhler „Unsere Rettung ist der Tod,  aber nicht dieser.“ Kafka  in eschatologischer Perspektive (27. März 2001)
https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/opus4-wuerzburg/frontdoor/deliver/index/docId/6/file/dissertation.pdf

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Jürgen Ploog (* 9. Januar 1935 in München; † 19. Mai 2020 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Schriftsteller und Publizist. ... Sein schriftstellerisches Werk umfasst an die 20 Monografien und über 50 kürzere Arbeiten, vorwiegend in den Organen der Underground-Presse publiziert, unter anderem in der politisch-satirischen Zeitschrift Der Metzger. Es steht ganz im Zeichen der von Brion Gysin „entdeckten“ und von William S. Burroughs weiterentwickelten Cut-up-Technik. Sie diente Ploog als adäquates Ausdrucksmittel für seinen Lebensrhythmus als Langstreckenpilot. Die konstanten Ortswechsel, das verschobene Zeitkontinuum, die Desorientierung und die ständigen Déjà-vus-Leben erzeugten dieses Cut-up-Gefühl. .... Herausragendes Beispiel für Ploogs erste Schaffensphase ist sein Debütroman, Cola-Hinterland, 1969 im Darmstädter Melzer Verlag erschienen. Die Cut-up-Methode wird hier konsequent angewendet. Resultat ist ein stark fragmentierter und offener Text, dessen kausal-chronologische Bezüge weitgehend aufgelöst sind. Skizzenhaft entsteht ein Universum, das Cola-Hinterland, dessen Bewohner durch die verschiedensten Kommunikationsmedien und -kanäle kontrolliert und manipuliert werden. Zwänge, oftmals sexueller Natur, in grotesk-obszönen Szenen exerziert, sind die Folge der medialen Überwachung. Der Text insgesamt wird als Logbuch einer Raumfahrerfigur präsentiert, die als Forschungsreisender durch fremde Welten driftet....
https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Ploog


Jürgen Ploog (1935-2020)
Vier Fragen zu Rolf Dieter Brinkmann
Vor genau fünf Jahren, am 20. Mai 2015, ging der Fragebogen von Jürgen Ploog online. Nun ist der Schriftsteller, Cut-Up-Avantgardist und langjährige Langstreckenpilot zu seinem letzten Flug aufgebrochen. Am 19. Mai 2020 verstarb er im Alter von 85 Jahren in Frankfurt/Main.
http://www.brinkmann-wildgefleckt.de/juergen-ploog/

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"Er suchte die Freiheit"
Literatur Wolfgang Haugs Biografie des Schriftstellers Theodor Plievier ist ein beeindruckendes Zeugnis antiautoritären Denkens
Gerald Grüneklee | Ausgabe 07/2021
Theodor Plievier (1892 – 1955) gehört zu den heute weiterhin lesenswerten und doch weitgehend vergessenen Schriftstellern. Er zählte zu den im Nationalsozialismus geächteten Autoren, als Anarchist, Kommunist, Marxist, Antimilitarist – die Zuschreibungen sind vielfältig – passte Plievier auch nach 1945 nicht in eine Zeit, die von baldiger Wiederaufrüstung, Restauration und Antikommunismus geprägt war. Seit einigen Jahren findet nun eine Wiederbesinnung auf Plieviers Werke statt, die sich auch in Neuauflagen spiegelt. Erstmals liegt nun auch eine Biografie vor, die wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen vermag. ...
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/er-suchte-die-freiheit

Theodor Otto Richard Plievier (Schriftstellername: Plivier) (* 17. Februar 1892 in Berlin; † 12. März 1955 in Avegno)
https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Plievier
« Last Edit: July 27, 2022, 04:44:32 PM by Link »

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« Reply #27 on: July 21, 2021, 04:29:03 PM »
Peter Hacks (* 21. März 1928 in Breslau, Provinz Niederschlesien; † 28. August 2003 bei Groß Machnow) war ein deutscher Dramatiker, Lyriker, Erzähler und Essayist. Er begründete in den 1960er Jahren die „sozialistische Klassik“ und gilt als einer der bedeutendsten Dramatiker der DDR. Dort war Hacks neben Heiner Müller, Ulrich Plenzdorf und Rudi Strahl ein Bühnenautor, dessen Stücke auch in der Bundesrepublik Deutschland gespielt wurden. Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe war sein größter Erfolg.  ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Hacks

Peter Hacks, 1928 in Breslau geboren, studierte Soziologie, Philosophie, Literatur- und Theaterwissenschaften in München. Nach ersten Veröffentlichungen siedelt er 1955 nach Ost-Berlin über und wird Mitglied in Bertolt Brechts Ensemble. 1960 wird er Dramaturg und Hausautor am deutschen Theater, ab 1963 arbeitet er als freier Schriftsteller. Erfolg feierte er mit seinem Schauspiel "Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe". Hacks starb 2003 in Berlin. ...
https://www.perlentaucher.de/autor/peter-hacks.html

"1976: Auf der Wippe"
Zeitgeschichte Der Dramatiker Peter Hacks feiert seinen größten Erfolg am Theater. In Sachen Wolf Biermann erntet er einen höllischen Shitstorm und wird im Westen umgehend gemieden
Karsten Laske | Ausgabe 28/2021
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/1976-biermann-raus

/ https://de.wikipedia.org/wiki/Rudi_Strahl
/ https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Noll_(Schriftsteller)

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Christa Wolf geb. Ihlenfeld (* 18. März 1929 in Landsberg an der Warthe; † 1. Dezember 2011 in Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie zählte zu den bedeutendsten Schriftstellerpersönlichkeiten der DDR und wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Georg-Büchner-Preis. Ihr Werk wurde in viele Sprachen übersetzt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Christa_Wolf


Kassandra (Christa Wolf)
Entstanden ist das Werk Anfang der 1980er Jahre in der sich während des Höhepunkts der nuklearen Aufrüstung der Blöcke nach innen immer mehr militarisierenden DDR. So ist das Buch zugleich ein beeindruckender Bericht (und Entwurf) innergesellschaftlicher Bewusstseinsprozesse. Die in selbstverständlichem „Wir“-Gefühl zum trojanischen Hof gehörende Kassandra, die die um sich greifende „Vorkriegs“- und „Sicherheits“-Mentalität als ihr völlig fremd empfindet, muss sich in einer mühsamen Selbstaufklärung zunächst des Sachverhalts bewusst werden, dass ihr eigenes Leben als Königstochter und Priesterin in die herrschaftsbildenden Strukturen am Hof verwoben ist. Erst nach ihrer Selbstaufklärung kann sie sich aus diesen Strukturen lösen. Damit gehört die Erzählung (etwa mit Stefan Heyms Der König David Bericht) zu den in der DDR eher seltenen Zeugnissen einer konsequenten Selbstanalyse sich als machtfern empfindender Intellektueller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kassandra_(Christa_Wolf)




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« Reply #28 on: October 12, 2021, 05:31:25 PM »
ZEITKULTUREN ALS VERMITTLUNG VON INDIVIDUUM UND KOLLEKTIV IM NEUEN FRANZÖSISCHEN ROMAN SEIT 1983 – DARGESTELLT AN WERKEN VON BON, HOUELLEBECQ UND BEIGBEDER
DISSERTATION VON HELMUT RAUH (MAGISTER ARTIUM) AN DER UNIVERSITÄT BAYREUTH IM FACH KOMPARATISTIK (2018 - 426 S.)
Was soll man unter den Begriff Zeitkulturen subsumieren? Wie schafft man es, diese Art strukturelle Leerstelle, das, worum sich letztlich alles logo-zentristisch „dreht“, die alles und nichts zu sagen scheint, mit wissenschaftlicher Bedeutung zu füllen bzw. zu bestimmen und auf diese Weise zu dekonstruieren? Handelt es sich wirklich um so etwas wie einen temporal turn in den Geisteswissenschaften, wenn nicht sogar in der Ideengeschichte? Der Versuch literarisch-zeitliche Themen in auch einem kulturwissenschaftlichen Kontext zu verorten, wurde in Form einer Dissertation am Lehrstuhl für Romanistik und Komparatistik der UNIVERSITÄT BAYREUTH, Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät (IV) unternommen. ...
" ... Nach der Problematisierung des Themas  Zeitkulturen, die man anhand der Arbeitsschritte von Heideggers Sein und Zeit  über Meckes Roman-Zeit im Nouveau Roman bis hin zu Bon, Houellebecq und Beigbeder nachvollziehen kann, sehen wir das entscheidende Problem von Zeitkulturen darin, wie Zeit dazu beiträgt, zwischen Individuum und Kollektiv zu vermitteln, um authentische Erfahrung zu erzeugen oder aufzulösen. ..."
https://epub.uni-bayreuth.de/3767/ | https://epub.uni-bayreuth.de/3767/1/Zeitkulturen%20als%20Vermittlung%20.._.pdf

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« Reply #29 on: November 01, 2021, 05:05:42 PM »
"Lawrence Ferlinghetti ist tot" Jürgen Schneider (2021)
Der US-amerikanische Dichter, Buchhändler, Verleger, Maler und philosophische Anarchist Lawrence Ferlinghetti ist tot. ... In San Francisco eröffnete Ferlinghetti den heute noch existierenden City Lights Bookstore, den er bald um einen Verlag ergänzte. City Lights wurde zum Treffpunkt der Beat Poets. Ferlinghetti verlegte 1956 Allen Ginsbergs Buch Howl and other poems. 1957 beschlagnahmte die Polizei 520 Exemplare dieses Buches, und gegen Ferlinghetti wurde Anklage erhoben. Insbesondere die Zeile »who let themselves be fucked in the ass by saintly motorcyclists, and screamed with joy«1 sah man bei Gericht als obszön an. ...
https://telegraph.cc/lawrence-ferlinghetti-ist-tot/

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Franz Antonia Josef Rudolf Maria Fühmann, laut Taufschein Franz Antonie Josef, (* 15. Januar 1922 in Rokytnice nad Jizerou, Tschechoslowakei; † 8. Juli 1984 in Ost-Berlin) war ein deutscher Schriftsteller und einer der bedeutendsten Autoren der DDR. Er lebte und wirkte als (Nach-)Erzähler, Essayist, Lyriker und Kinderbuchautor. In seiner Jugend durch den Nationalsozialismus geprägt, wurde er nach dem Krieg Anhänger des Sozialismus, verhielt sich allerdings zunehmend kritisch gegenüber der Entwicklung der DDR, von der er in seinen späten Jahren bitter enttäuscht war. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_F%C3%BChmann

Zitat aus seinem Testament, ein Jahr vor seinem Tod: Ich habe grausame Schmerzen. Der bitterste ist der, gescheitert zu sein: In der Literatur und in der Hoffnung auf eine Gesellschaft, wie wir sie alle einmal erträumten.
« Last Edit: April 18, 2022, 11:54:32 AM by Link »

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« Reply #30 on: June 22, 2022, 03:07:20 PM »
Harry Pross (* 2. September 1923 in Karlsruhe; † 11. März 2010 in Weiler-Simmerberg) war ein deutscher Publizistikwissenschaftler und Publizist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Pross

Die Philosophie der symbolischen Formen und die Zeichentheorie von Ernst Cassirer, Charles Sanders Peirce und Susan K. Langer sind die Ausgangspunkte der Kommunikations- und Medientheorie von Harry Pross. ...
http://www.harrypross.de/ | http://www.harrypross.de/lebensthemen/01-2/lebensthema-medientheorie/

Lob der Anarchie - das dürfte nur jene erschrecken, die Anarchie mit Chaos, Gewalt, Attentaten, Mord assoziieren. - Wie oberflächlich der zeitgenössische Sprachgebrauch ist, konnte im Krieg gegen den Irak festgestellt werden: Die Blätter schrieben: "Es herrscht Anarchie im Irak." Gegen diesen irreführenden "Sprachgebrauch", der nur der Desinformation dient, schreibt Pross in seinen Essays. - Anarchie: wir wissen es, ist Abwesenheit von Herrschaft des Menschen über den Menschen. ...
https://www.perlentaucher.de/buch/harry-pross/lob-der-anarchie.html

...

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« Reply #31 on: August 16, 2022, 04:41:34 PM »
" ... Die Fiktion des Realen - „Hier bewahrte eine Tankstelle an einer vierspurigen Straße ein innigeres Gemeinschaftsgefühl als jede Kirche oder Kapelle, ein höheres Bewusstsein gemeinsamer Kultur, als eine Bücherei oder städtische Galerie es bieten konnten. Ich hatte den Jensen in dem Parkhaus abgestellt, das die Stadt beherrschte, ein massiver Betonbau mit zehn abgeschrägten Etagen, auf seine Weise rätselhafter als das Labyrinth des Minotaurus in Knossos – wo wir auf den ein wenig perversen Vorschlag meiner Frau hin unsere Flitterwochen verbringen sollten. Doch in der Präsenz dieses gewaltigen Baus spiegelte sich die Plattitüde, dass Parken auf dem besten Weg war, zum größten spirituellen Bedürfnis der britischen Bevölkerung zu werden.“ ... Ballards Schreiben ist ein Akt der Subversion im Namen der Imagination. Herauskommen surrealistisch anmutende Entwürfe einer Welt, die eigentlich nur die konsequente Fortsetzung der unseren darstellt. ... „Jeder Bürger von Brooklands [...] erneuerte unentwegt den Inhalt von Haus und Heim, ersetzte die gleichen Autos und Kameras, die gleichen Keramik-Kochfelder und Fertigbäder. Nichts wurde gegen nichts eingetauscht. Hinter dieser hektischen Fluktuation herrschte eine gigantische Langeweile.“ ... Nach seinen eigenen Worten verstand sich Ballard als „Astronaut des inneren Raumes“ ... " | Aus: "Das Werk des britischen Autors J. G. Ballard: Das kommende Reich" Thomas Palzer (07.07.2019) | https://www.deutschlandfunk.de/das-werk-des-britischen-autors-j-g-ballard-das-kommende-100.html
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" ... [James Graham Ballards] letzten Romane variierten das Thema der übersättigten Konsumgesellschaft, die in individuellen oder kollektiven Gewaltakten versucht, ihrer Starre zu entfliehen. Ballards Werke teilen sich auf in traditionell-erzählerische, mit einer dichten, bildhaften Sprache arbeitende Werke und in experimentelle, die sich z. B. Collage-Techniken bedienen. Seine wiederkehrenden Bilder und Motive wie karge, menschenleere Landschaften oder die psychologischen Auswirkungen von technologischen, sozialen und ökologischen Umwälzungen prägten das Adjektiv „ballardian“. Als Einflüsse auf sein Schreiben nannte Ballard selbst den Surrealismus und die Psychoanalyse. Insbesondere mit seinen Kurzgeschichten gilt Ballard als ein wichtiger Vertreter der Slipstream-Literatur (Grenzbereich von moderner bzw. postmoderner Literatur einerseits und Science-Fiction und Fantasy andererseits) in der Science-Fiction. ..." | Aus: "James Graham Ballard" (5. Juni 2022) | https://de.wikipedia.org/wiki/James_Graham_Ballard
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" ... Der jugendliche "Sellars" findet Ballard in einem Zeitschriftenregal in Melbourne, Australien, und wird süchtig nach der intellektuellen Science Fiction, die das Unheimliche nicht im Weltraum sucht, sondern einen dahinrottenden "inner space" der Psyche seziert. Künstliche Landschaften stehen in ständigem Kampf mit dem Menschen und bringen zum Vorschein, was er verdrängt. Autobahnbrücken, Starkstromleitungen und Hochhauskomplexe, die bei Ballard wie Naturgewalten auftreten, erlebt Sellars in Melbournes Vorstadt jeden Tag. Ballard wird diesem Teenager zum Propheten, der seine Gegenwart in der Betonwüste aufschlüsselt. In seiner Bewunderung beginnt er, eine Dissertation über ihn zu schreiben, aber als Forscher versagt er schnell. Ballards Texte haben seine Wahrnehmung so infiziert, dass es ihm unmöglich wird, die wissenschaftliche Distanz zu wahren. Sellars' ganze Welt ist von einem Ballard-Film überzogen. Wo er auch hinsieht, begreift er nur noch, was Ballard schon geschrieben hat. Er flieht aus der Akademie nach Japan und wird Reise-Autor. Von Drogentrips, gewalttätigen Jugendlichen und Paranoia verfolgt, die ihn Ufos sehen und überall seinen "inner space" erahnen lassen, hetzt er über den Globus, ohne noch in den pazifischen Korallenriffen Ballards Betonphilosophie zu entkommen. ..." | Aus: Cédric Weidmann "Der diskrete Charme des angewandten Ballardismus" (8. Oktober 2018)

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« Reply #32 on: October 19, 2022, 12:56:35 PM »
Quote
[...] Am 16. März 2022 um 20.16 Uhr notiert Arkadi Babtschenko in seinem Tagebuch: „Krankenhaus Mariupol. Das muss die ganze Welt sehen. Das muss die ganze Welt sehen.“ Etwa drei Wochen später, am 2. April, 12.55 Uhr, findet der russische Autor und Journalist für den Tod des berühmten ukrainischen Fotografen Maks Lewin knappe, präzise Worte: „Maksym Lewin ist gefunden worden. Tot. Splitterwunden am Kopf. Schweinehunde. Ich hasse sie.“ Es ist eine Stakkato-Sprache, fast eine Stammelsprache, in der er das das Grauen in Worte fasst. Babtschenko kennt den Krieg, er kämpfte selbst als russischer Soldat im Ersten und Zweiten Tschetschenienkrieg. Heute lebt er als Kremlkritiker im Exil und verachtet das imperiale Russland.

Das notatartige Erzählen ist nach dem 24. Februar eine typische Form des Erzählens geworden. Für den wohl berühmtesten ukrainischen Autor, Serhij Zhadan, ist die Zeit für das literarische Schreiben über den Krieg bis heute noch nicht gekommen. Bereits Anfang April postet er den Appell: „Lasst uns daher für den Sieg arbeiten, die Streitkräfte der Ukraine unterstützen. Alles andere später. Jetzt nichts als Widerstand, Kampf und gegenseitige Unterstützung. Es gibt keine Worte. Einfach keine.“ Zhadan unterstützt die Frontsoldaten selbst mit Hilfslieferungen. Er führt Kriegstagebuch auf Facebook, als Kriegspartei.

Auch die berühmte ukrainische Autorin Oksana Sabuschko hat einen langen Essay geschrieben, der am 23. Februar einsetzt. An dem Tag wollte sie eigentlich nur für eine zweitägige Lesereise nach Polen fliegen – dann kamen die Bomben, Sabuschko musste im Ausland bleiben. Für sie ist es die Literatur – und nur die Literatur –, die in der Lage ist, die Zäsur zu beschreiben, die die Zeitenwende für die kollektive Psyche bedeutet. „Für die Veränderungen im Massenbewusstsein, die am schwierigsten nachzuverfolgen sind, findet die Soziologie nicht das richtige Instrumentarium“, schreibt sie. Auch die Politikwissenschaft sei dazu nicht geeignet. „So bleibt nur die Literatur als einzig geeignetes Werkzeug zu ihrer Fixierung.“

Der russische Angriffskrieg dominiert – neben Klimathemen – den politischen Bücherherbst, es erscheinen dieser Tage eine ganze Reihe von Tagebüchern und Journalveröffentlichungen von ukrainischen Au­to­r:in­nen oder russischen Dissident:innen. Die gesammelten Texte von Arkadi Babtschenko sind in seinem Tagebuch „Im Rausch. Russlands Krieg“ (das schon 2014 einsetzt) nachzulesen, Serhij Zhadans Face­book-Posts und -Fotos erscheinen dieser Tage gedruckt („Der Himmel über Charkiw“), und Oksana Sabuschkos historischer Essay wurde kürzlich unter dem Titel „Die letzte Buchtour“ veröffentlicht.

Sie alle sind prominente Stimmen. Babtschenko war Journalist der Nowaja Gaseta und hat mehrere Bücher über das Kriegsgeschehen und -erleben geschrieben. Der einstige Frontsoldat ging 2017 ins Exil, zunächst nach Prag, dann nach Kiew, wo er auch heute noch lebt. Oksana Sabuschko ist mit dem Buch „Feldstudien über ukrainischen Sex“ (2007) bekannt geworden und hat sich bereits in vorherigen Büchern mit dem ukrainisch-russischen Verhältnis auseinandergesetzt. Serhij Zhadan, diesjähriger Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, hat als Autor in Deutschland schon lange viele Fans, schrieb Bücher wie „Depeche Mode“ (2007) und „Hymne der demokratischen Jugend“ (2011).

Das anfängliche Suchen nach einer Sprache für den russischen Terror verbindet diese drei Bücher, andere Parallelen sind die Wut und die Polemik. Dennoch finden alle drei zu einer sehr unterschiedlichen Erzählweise: Babtschenko flucht und tobt in seinen Notizen, klagt das russische Regime an. Sabuschko erklärt, wie der Ukraine ihre Identität, ihre Sprache, ihre Kultur abgesprochen wurde, Serhij Zhadan führt fast eine Art Aktivistentagebuch.

Geschichtlich lernt man am meisten bei Sabuschko, die Autorin erzählt von den Kontinuitäten zwischen dem Stalin- und dem Putinstaat, sie zeigt auf, wie die heutige russische Taktik eins zu eins in KGB-Handbüchern aus den 1960er Jahren nachzulesen ist. Über die russische Gesellschaft schreibt sie, dass „Russland nie einen ‚dritten Stand‘ freier Bürger hatte, während die Ukraine die Selbstverwaltung ihrer Städte bis ins 19. Jahrhundert verteidigte, selbst als sie Teil des Russischen Reiches war“. In der postsowjetischen Ukraine habe sich eine Zivilgesellschaft gebildet, die sich jetzt eben als so widerständig und widerstandsfähig erweise.

Über die Kultur und das Selbstbild Russlands spottet Sabuschko: Zu keinem Zeitpunkt habe es sich dabei um eine eigene Kultur gehandelt, die Identitätsformel zu Zeiten des Russischen Reiches sei „Orthodoxie, Autokratie, Volk“ gewesen (im Gegensatz zum französischen „liberté, egalité, fraternité“). Interessant auch Anekdoten am Rand wie jene, dass Sabuschko 2014 bei einer Veranstaltung in Berlin Putin mit Hitler verglich und ihr daraufhin das Mikrofon abgedreht wurde.

Wo Sabuschko spottet, auch über den Westen, da ist Bab­tschenko eher zynisch, vulgär, zornerfüllt. Der Titel „Im Rausch“ ergibt auch deshalb Sinn, weil sich der Autor zum Teil rauschhaft in den Wahnsinn schreibt, zu den Ereignissen von Butscha hält er fest: „Gerüchte, ich sei unter den Toten von Butscha. Wie soll man über so ein Gemetzel keine Witze machen. A-ha-ha, ein halbes Tausend Menschen an den Brunnen zusammengeschossen, köstlich! Lasst uns mal ordentlich ablachen.“

Es gibt mehrere dieser Passagen, an denen deutlich wird, dass für ihn jede berichtende, nüchterne Sprache versagen muss im Angesicht der Barbarei. Er hält die heutige russische Gesellschaft für rückständig, kaum reformierbar, größtenteils gehirngewaschen: „Ein ganzes Land voll aggressiver, grausamer, zurückgebliebener Minderjähriger. Ein Land, in dem die Penner die herrschende Klasse sind. Wladi hat’s geschafft. Das muss man sagen.“ Bei ihm geht das bis hin zu Vernichtungsfantasien gegen­über Russland, manchmal schießt er über das Ziel hinaus. Am eindrücklichsten ist es vielleicht, wenn er aus sehr persönlicher Perspektive erzählt, etwa aus der Sicht des jungen Soldaten, der Grosny gesehen hat.

Das Verhältnis von Sprache und Krieg bestimmt diese Texte. Serhij Zhadan erklärt in dem Epilog seines Buch sehr treffend, warum das literarische Erzählen für ihn (noch) nicht möglich ist: „Schon nach den ersten Bombardierungen von Wohngebieten erscheinen dir Metaphern zweifelhaft. Genauso ethisch zweifelhaft erscheint dir die Literarisierung der Wirklichkeit, die Verwandlung von Realität in Literatur, die Suche nach Bildern und Vergleichen, die Verwendung von Blut und Fleisch als literarischem Material.“

All die Texte, die gerade zum Glück auch in gedruckter Form erscheinen, könnten nebeneinandergelegt ein Werk wie Walter Kempowskis „Echolot“ ergeben. Sie erzählen oft subjektiv, unmittelbar, ungefiltert. Es sind Skizzen des Krieges. Das Bild komplettiert sich, wenn man historische und wissenschaftliche Bücher parallel liest, von dem in Harvard lehrenden Ukrainekenner Serhii Plokhy ist kürzlich etwa „Das Tor Europas. Die Geschichte der Ukraine“ neu erschienen, während er in „Die Frontlinie“ erklärt, warum es fast zwangsläufig so kommen musste, dass die Ukraine so tragisch ins Zentrum des Weltgeschehens rückt.

Nicht weniger als der Erhalt der Zivilisation steht auf dem Spiel. Wie schreibt Oksana Sabuschko so richtig? „Wenn wir uns jetzt, nach acht Jahren Schwebezustand zwischen den Epochen, der inzwischen globale Maßstäbe annimmt, nicht als ganze Menschheit, als Spezies auf dieses andere Niveau erheben, sondern uns nach unten ziehen lassen, in den von Russland angebotenen vormodernen Absolutismus mit seiner postmodernen technologischen Entourage, die die schlimmsten Hollywood-Dystopien Wirklichkeit werden lassen, ist es vorbei.“ Mit diesen Sätzen dürfte sie den Welt- und Zeitgeist unserer Tage gut erfasst haben.



Arkadi Babtschenko: „Im Rausch. Russlands Krieg“. Aus dem Russischen von Olaf Kühl. Rowohlt, Hamburg 2022, 318 Seiten

Oksana Sabuschko: „Die letzte Buchtour. Essay“. Aus dem Ukrainischen von Alexander Kratochvi. Droschl Verlag, Graz 2022, 176 Seiten

Serhii Plokhy: „Das Tor Europas. Die Geschichte der Ukraine“. Aus dem Englischen von Thomas Wollermann, Bernhard Jendricke, Stephan Pauli, Stephan Kleiner, Anselm Bühling. Hoffmann und Campe, Hamburg 2022, 560 Seiten

Serhij Zhadan: „Himmel über Charkiw. Nachrichten vom Überleben im Krieg“. Aus dem Ukrainischen von Juri Durkot und Sabine Stöhr. Suhrkamp, Berlin 2022, 239 Seiten

Serhii Plokhy: „Die Frontlinie. Warum die Ukraine zum Schauplatz eines neuen Ost-West-Konflikts wurde“. Aus dem Englischen von Thorsten Schmidt, Gregor Hens, Ulrike Bischoff, Stephan Kleiner, Stephan Gebauer. Rowohlt, Hamburg 2022, 544 Seiten




Aus: "Die ukrainische Literaturszene: Das Wort für Krieg" Jens Uthoff (18. 10. 2022)
Quelle: https://taz.de/Die-ukrainische-Literaturszene/!5885409/