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[Polarisierung in der Gesellschaft (Notizen) ... ]

Started by Link, November 07, 2022, 12:31:36 PM

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Unter Polarisierung versteht man in politischen Zusammenhängen entweder eine zu Kontroversen führende soziale Differenzierung oder eine Verstärkung von Meinungsunterschieden. Oft ist beides miteinander verbunden. Polarisierung trägt einerseits zur Verdeutlichung der Unterschiede bei, also zu ihrer leichteren Verständlichkeit, und verstärkt andererseits die politischen Spannungen.
Mit der Meinungsbildung beschäftigt sich die empirische Sozialforschung, mit sozialen Ungleichheiten die Ungleichheitsforschung. Ganz allgemein das Phänomen des Unterschieds behandelt die Systemtheorie unter dem Schlagwort Differenz. ... Da Polarisierung im bildungssprachlichen Kontext oftmals entweder eine Art der ,,Aufspaltung (in zwei Lager o. Ä.), bei der die Gegensätze deutlich hervortreten" oder die ,,Herausbildung einer Gegensätzlichkeit" beschreibt, ist es wichtig, auch die politische Polarisierung immer unter dem Fokus der jeweiligen (sozialwissenschaftlichen) Disziplin zu betrachten, zu welchem sie konzipiert ist. Aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht lassen sich z. B. zwei zentrale Formen unterscheiden. Beide Konzepte vereinen den Ansatz, dass Polarisierung für das Vertreten einer starken politischen Position steht. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Polarisierung_(Politik)



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Quote[...] Fast zwei Drittel der Wähler sehen den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland gefährdet. Das ergab eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD. Demnach halten 48 Prozent der Befragten den gesellschaftlichen Zusammenhalt für "eher schlecht" und 16 Prozent für "sehr schlecht". Nur 32 Prozent halten den Zustand für "eher gut", nur ein Prozent für "sehr gut".

Insbesondere drei Themen polarisieren in der Wahrnehmung der Befragten das Land: Der wichtigste Konflikt ist die Schere zwischen Arm und Reich. Hier sehen 75 Prozent große Konflikte. Weitere 72 Prozent der Befragten gaben an, es gebe in Deutschland große Konflikte zwischen Befürwortern und Gegnern der Corona-Maßnahmen. 62 Prozent sehen Deutschland zwischen Einheimischen und Zugewanderten gespalten. Die Spaltung zwischen Ost und West (40 Prozent) sowie zwischen Stadt und Land (37 Prozent) und Alt und Jung (37 Prozent) spielt in der Wahrnehmung der Menschen hingegen eine weniger wichtige Rolle.

Seit Amtsantritt der Ampel-Koalition hat sich nach Ansicht von rund der Hälfte der Befragten (49 Prozent) der gesellschaftliche Zusammenhalt noch verschlechtert; nur vier Prozent sehen eine Verbesserung. Auch ein Drittel der Anhänger der Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP sieht eine Verschlechterung des gesellschaftlichen Miteinanders seit vergangenem Dezember.

Dabei empfinden Menschen in Ostdeutschland den Zusammenhalt öfter als gefährdet. Gegenüber dem Durchschnitt von 64 Prozent der Befragten bewerteten sie den Zusammenhalt mit 74 Prozent deutlich häufiger als schlecht.

Repräsentativ befragt wurden insgesamt 1.211 wahlberechtigte Bürger im Rahmen der derzeitigen ARD-Themenwoche.


Aus: "Knapp zwei Drittel sehen gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet" (7. November 2022)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2022-11/infratest-dimap-umfrage-spaltung-gesellschaft-ard

QuoteParlez-Vous-Kung-Fu #1

In einem Volk geht es mitunter auch nicht anders zu als in einer Familie.


QuoteLumilie #1.1

Nur würde man eine Familie nicht gleich als gespalten bezeichnen, nur weil dort unterschiedliche Ansichten existieren.


QuoteLaus oder Hexe #1.2

Ich finde, dass gespalten nicht nur inhaltliche Differenzen ausdrückt, sondern auch die Art, wie die Unterschiede kommuniziert werden und ob man Menschen mit anderen Ansichten gleich mit abwertenden Labeln belegt. Letzteres war m.E. In der Politik schon immer üblich, aber inzwischen schwappt das eben auch in Familien und Freundeskreise.

Ich finde es wahnsinnig anstrengend, wie heutzutage Dialog abgewürgt wird.


QuoteEarl Byrd #1.3

Der Vergleich mit einer Familie führt Recht gut vor Augen, worum es geht. Denn das wäre so, als würde der Vater viermal am Tag Steak mit Salat und Fritten in sich schaufeln, während der Rest der Zwölf bei einmal täglich trocken Brot darben muss. "Spaltung" ist auch bloß ein Wort, auf moderfeuchte Mauern draufgeklatschter Putz.


QuoteHans- Olaf 27 #1.19

Es geht bei der Spaltung einer Bevölkerung primär nicht um unterschiedliche Ansichten; das sind letzlich nur die Reflexionen der erlebten Wirklichkeit. Es geht um unterschiedliche Interessen und Lebenserfahrungen, deren Kompatibilität oder Inkompatibilität auf Dauer nicht mit irgendwelchen Ideologien zugekleistert werden kann.
Widersprechen sich Ideologie und Interesse, ist es auf Dauer stets die Ideologie, die sich blamiert (F. Engels).
Die Spaltung der Gesellschaft in unterschiedliche Klassen mit verschiedenen, evtl. gegensätzlichen, Interessen ist normal, es ist ein Tausende von Jahren altes Phänomen. Insofern hatten K. Marx un F. Engels im Kommunistischen Manifest recht: "Die Geschichte ist eine Geschichte von Klassenkämpfen." Wichtig ist für ein problemarmes und vor allem gewaltfreies Zusammenleben einer Gesellschaft (das friedliche Austragen der Klassenkämpfe), solche Regeln zu finden und zu garantieren, die Kompromisse bei unterschiedlichen Interessenlagen ermöglichen.
Das GG ist da schon mal ein recht gutes Regulativ.


Quotefree_like_a_bird #21

Gibt es auch eine Untersuchung, wie weit die Medien mit ihrer Fokussierung auf polarisierende Themen mitverantwortlich sind für die zunehmende Spaltung?


QuoteDer Mann aus der Oberpfalz #27

Deutschland ist gespalten. Den Grund sehe ich darin, dass jeder nur noch auf sich selber schaut und ihm jeder andere im Grunde genommen egal ist. Der Egoismus - Verzeihung, ich meine natürlich die Individualisierung - verbreitet sich immer mehr. Und natürlich sehen diese Menschen auch alle, die ihren Wohlstand gefährden, als "böse" an: Flüchtlinge genauso wie Politiker, Empfänger von Sozialleistungen genauso wie Spitzenverdiener. Diese Liste ließ sich natürlich fast beliebig fortführen. Unter der Ampel ist das schlimmer geworden, einfach weil mit der derzeitigen Inflation ein weiterer Wohlstandsverlust einhergeht, für den jetzt "Schuldige" gesucht werden.


QuoteAlter-Ego #34

Die Debatte um Spaltung tut gerade so, als ob zuvor (Pandemie, Krieg) alles in Deutschland in bester Harmonie und unter einheitlichem Konsens funktioniert hat.
Die soziale Spaltung ist seit Gründung der Republik stets präsent gewesen. Lediglich der Mittelstand, der zugleich die Basis der politischen Mitte war, war über Jahrzehnte soweit konstant, dass dieser Zustand von zwei Parteien ausreichend repräsentiert wurde. Eine weitere Partei war zuständig für den gefühlten Mittelstand, also den Arbeitern und Angestellten mit ausreichenden Einkommen. Alle drei Parteien zusammen repräsentierten darüber hinnaus die interessen der deutschen Wirtschaft und der wirkliche wie der gefühlte Mittelstand glaubte, dass das den eigenen Status garantieren würde. Alle anderen waren nicht- oder unterrepräsentiert. Für die gab es Begriffe wie bildungsfern, unterpriviligiert, Subkulturen... usw.
Nun ist alles anders, weil der Mittelstand erodiert und die unterrepräsentierten bekommen zulauf. Das System ändert sich dadurch nicht.
Jetzt kämpfen viele Parteien um die Gunst des abnehmenden Mittelstandes. Von Linksaußen bis Rechtsaußen und dazwischen, beschwören einen idellen Zusammenhalt und werfen ihren Rivalen auf dem Markt der Ideologien Spaltung vor.
Man kann am Wählerverhalten einiges ablesen. Z.B. die abnehmende Wahlbeteiligung als Ausdruck der zahlenmäßig zunehmenden Unterrepräsentierten. Und ein Parteiensystem, welches die Diffusität des erodierenden Mittelstandes hervorgend abbildet.


QuoteM.Aurelius #46

"Knapp zwei Drittel sehen gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet"

Nach mehr als fünfzig Jahren wirtschaftlicher Prosperität und Abwesenheit von Kriegen verfällt die Bevölkerung eines der wohlhabendsten und technologisch führenden Länder der Welt nach sich abzeichnenden Krisen in kollektives Jammern und Wehklagen. Von der German Angst ist es offensichtlich ein kurzer Weg ins German Jammertal.


QuoteEinfacher Bürger #41

... "Der wichtigste Konflikt ist die Schere zwischen Arm und Reich. Hier sehen 75 Prozent große Konflikte."

So langsam scheint eine Mehrheit zu verstehen, was die wirklichen Probleme sind.

Eine kleine Clique von Reichen und Superreichen hat am Ausbeuten der Erde und Verdrecken der Luft am meisten profitiert, zieht sich mit seinen Abermilliarden auf ihre Karibik-Inseln zurück - und überlässt uns, den Dreck wieder zu beseitigen, und mit den Konsequenzen zu leben, z. B. den zu erwartenden Flüchtlingsströmen.

Bisher gelang es dieser kleinen Clique dank ihrer Heerscharen bezahlter Lobbyisten aus der Schusslinie zu bleiben, und uns zuzusehen, wie wir uns gegenseitig die Schädel einschlagen, vorwiegend über Pillepalle. ...


Die Kernbotschaften der Reichen und Superreichen, und deren bezahlten Lobbyisten.

Klimawandel:

1. Phase: Den Klimawandel gibt es überhaupt nicht.

2. Phase: Ok, es gibt einen Klimawandel, aber der hat einen natürlichen Ursprung

3. Phase: Ok, der Klimawandel ist menschengemacht, aber wir haben damit nichts zu tun. Es ist z. B. die Überbevölkerung.

Die Wahrheit: Schon in den 70er Jahren haben Exxon Mobil-Wissenschaftler den Verlauf der Klimaerwärmung ziemlich exakt vorausberechnet. Wir wurden also nur 50 Jahre lang frech angelogen.

Andere Themen:

- Gut, wir verdienen vielleicht eine Menge Geld, aber wir geben doch auch Milliarden von Menschen Arbeit!

Die Wahrheit: Sie suchen verzweifelt nach den billigsten Produktionsstandorten und zahlen keinen einzigen Dollar zuviel. Wer trotz Arbeit arm bleibt, ist williger.

- Wenn es uns gut geht, geht es auch Euch gut!

Die alte Trickle-down-Lüge, die aber immerhin ein paar Jahrzehnte lang funktioniert hat, und wenn man auf die FDP und Teile der Union schaut, sogar heute noch.

Und so wurden wir über Jahrzehnte mit falschen Informationen, oder soll ich sagen Lügen, gefüttert, bis viele sie tatsächlich glaubten.


Quoteullibulli #42

Alle haben vor der Agenda 2010 genau vor diesen Szenarien gewarnt, niemand wollte es hören. Eine Ellenbogen-Gesellschaft mit Ansage. Das ist hausgemacht und die Hetzer der BLÖD-Zeitung tragen ordentlich dazu bei.

Zudem haben von der Globalisierung nur diejenigen profitiert, die Kapital hatten oder direkte Wirtschaftsbeteiligungen. Das sollte doch jetzt wirklich niemanden wundern.


QuoteWeiblich_ Individualist #47

Ich bin jetzt 50 Jahre alt, aber das Gefühl von Solidarität hatte ich in Deutschland noch nie.
Meine Heimat fühlt sich für mich heute nicht gespaltener an als vor 30 Jahren.


QuoteJohannes aus Hessen #49

,,Die Spaltung zwischen Ost und West (40 Prozent) ... spielt in der Wahrnehmung der Menschen hingegen eine weniger wichtige Rolle."

Das können keine Forumsmitglieder sein.


QuoteTatamei #49.1

Ich finde 40% nicht gerade wenig.


QuoteUrtir #59

Scheinbar haben die Befragten eher über sich selbst gesprochen. Wo soll bitte eine Spaltung zwischen Einheimischen und Zugewanderten festzumachen sein? Letztere sind doch nicht einmal politisch repräsentiert. M. E. outet sich hier der Rassismus der Befragten.


QuoteJupp_Zupp #62

"Laut einer Infratest-Umfrage für die ARD nimmt eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten Deutschland als gespalten wahr."

Was heißt denn das überhaupt: gespalten?
(Sehr) verschiedene Meinungen? Ist nicht neu.
(Sehr) verschiedene Alltagsprobleme? Ist nicht neu.
(Sehr) verschiedene Meinung von Regierungen? Ist nicht neu.

Neu allerdings ist, dass Andersmeinende mit abwertenden Etiketten beklebt werden ("Lügenpresse", "Rechtsextreme", "Sozialschmarotzer", "Homophobe", "Klimapaniker", "Klimaleugner" - das Lexikon wäre beliebig erweiterbar) und ihnen die eigene Meinung schwer gemacht wird. Der zunehmende Totalitarismus aller Couleur ist wirklich atemberaubend und erodiert in meiner Sicht zunehmend das, was mal "gesellschaftlicher Zusammenhalt" war. Da hilft dann auch nicht, dass die Skurrilitäten des Dorfdeppen heute nicht mehr im Dorfkrug bleiben, sondern durch die Deppen zehntausend anderer Dörfer geliket, retweetet und damit ins Beunruhigende verstärkt werden.


QuoteDundoril #62.3

"Neu allerdings ist, dass Andersmeinende mit abwertenden Etiketten beklebt werden"

Ist das neu? Meinen Sie die rechts konservativen hatten und haben keine Kampfbegriffe vorher ? Doch natürlich hatten Sie das. Auch in den 70/80/90/2000gern...wenn Sie das nicht mitbekommen haben ist die Chance gut dass Sie diese schlicht selbst benutzt und nicht bemerkt haben.


QuoteDamon77 #65

Die Wähler sind durchschnittlich einfach zu unintelligent. Muss man so sagen. Man befindet sich nunmehr in einer Phase, wie es schon in den USA länger der Fall ist. Iwr machen postfaktischen Wahlkampf, der stumpf auf Emotionen abziehlt. Die meisten sind letztlich zu dumm, differenziert zu denken und sind dankbar für einfache Antwortung und simple Lagerbildung. ... Gesellschaft geht eben nur mit kompromissbereiten Menschen. Empathie haben wir aber schon lange nicht mehr und Politik tut auch nur das, was am effektivsten für den Machterhalt ist. ...


Quoteflaviussilva #65.4

"Die meisten sind letztlich zu dumm, differenziert zu denken"

Wählerbeschimpfung ist aber auch keine Lösung, fragen Sie mal Hillary !


QuoteRunkelstoss #71

Meine Empfehlung:

C. Amlinger; O. Nachtwey
Gekränkte Freiheit: Aspekte des libertären Autoritarismus

Eine soziologische Analyse der Veränderungen in Deutschland speziell was die Auffassung und Praxis von Freiheit betrifft.

ergänzend:

A. Reckwitz
Die Gesellschaft der Singularitäten: Zum Strukturwandel der Moderne


Quotejoan57 #80

Lasst mich raten: die, die die Gesellschaft nicht als in Arm und Reich gespalten sehen, sind reich. Jedenfalls wohlhabend. Sie können ohne existenzielle Angst leben, kennen nur Ihresgleichen und haben zu diesen Vertrauen. Sitzen unterm Apfelbaum und freuen sich des Lebens.
Für die Armen andererseits heißt es frei nach Else Lasker -Schüler: Sagt die Erde ,,nein", stehe ich, eine Vogelscheuche, vor der Tür. Stehe vor der Tafel. Finde keine gute Wohnung, die ein Zuhause darstellt. Fühle mich nicht heimisch in der Gesellschaft, vulgo: entfremdet.

Mir macht Sorgen, dass diese Menschen nicht im Parlament vertreten sind.


QuoteBoNT #80.1

Obwohl viel über Armut in Deutschland geschrieben und diskutiert wird, sind Arme in Deutschland in der Minderheit. Deswegen werden ihre Interessen auch eher selten vertreten. Vielmehr hackt man gerne auf ihnen herum, siehe dazu bspw. die Rhetorik von Friedrich Merz bzgl. Bürgergeld oder vermeintliche Sozialtouristen aus der Ukraine.


Quotekanaka #82

Zur Rolle der sog ,,sozialen Medien"
,,Interessant ist auch, dass laut Meinungsforschung die Nutzung von Social Media nicht ohne Folgen bleibt. Wer häufig auf Facebook, Instagram, Twitter und Co. unterwegs ist, sieht Konflikte tendenziell bedrohlicher und die Welt schlechter als andere. So ist die Beurteilung des gesellschaftlichen Zusammenhalts bei den Befragten, die viel Social Media nutzen, noch kritischer als beim Durchschnitt: 75 Prozent der Befragten bewerten das Miteinander als schlecht (Durchschnitt der Befragten: 64 Prozent). Gleichzeitig sehen jene, die Social Media häufig nutzen, die Debattenkultur noch negativer als die Gesamtheit der Befragten und intensive Social Media-Nutzerinnen und Nutzer haben insgesamt größere Sorgen. Übrigens ist eine deutliche Mehrheit der Befragten in Deutschland überzeugt, dass Social Media den gesellschaftlichen Zusammenhalt eher schwächt,, [Aus der Umfrage Link aus dem Artikel]


QuoteHallig2022 #84

... Meine Lösung ist der weitestgehende Rückzug ins Private.


QuoteRainer von Millionen #84.1

Nachvollziehbar aber auch traurig.


QuoteGolliwog's Cakewalk #86

Ich kann diese Skepsis nicht nachvollziehen. Nach meiner Wahrnehmung sind die meisten Menschen in unserem Land mit der jetzigen Regierung erheblich zufriedener, als mit den meisten früheren.


QuoteEarl Byrd #86.1

Ich bin sicher, Ihre Festung wird von gut ausgebildeten Spezialisten zuverlässig bewacht.


QuoteDagobert aus Entenhausen #87

Die Linken versuchen immer wieder aus der Gesellschaftsdebatte eine Umverteilungsdebatte zu machen. Die größte gesellschaftliche Spaltung findet sich aber in der Energiewende, Zuwanderung und auch der Gendersprache.


QuoteBoNT #87.2

Die größte gesellschaftliche Spaltung findet sich aber in der Energiewende, Zuwanderung und auch der Gendersprache

Und das bestimmen Sie allgemeingültig anhand wovon?


QuoteSiedepunct #87.5

Steht so aber nicht im Artikel. Hast du deine eigene Umfrage gemacht? Wie groß war die Stichprobe? Kannst du ein paar Worte zu deiner Methodik verlieren?


QuoteBlaubeerchen #91

Der größte Spalter ist und bleibt die Identitätspolitik.


QuoteDundoril #91.2

"Identitätspolitik"

Sie meinen die Politik die in weiten Teilen der CDU quasi bis in die 2010er gefahren wurde und heute von der AFD hochgehalten wird?
Ach nein ich vergaß dass das ist ja nur ein Kampfbegriff der irgendwie, so absurd das ist... die ganze Leitkultur Politik etc. nicht mit einschließt...

Was die Frage aufwirft, wenn eine rein auf die weitesgehend imaginaere leitkultur der 80ger Jahre ausgelegte und angeblich auf chrislichen Werten basierende Politik, die auch so verkauft wird, keine Identitätspolitik ist, hat das Wort dann irgendeine Bedeutung jenseits der dogwhistle?


QuoteAWKBL #93

Diese Spaltung ist beileibe kein auf Deutschland beschränktes Phänomen. Italien, Skandinavien, Frankreich, die usa, Brasilien, Israel und andere zeigen die gleiche Entwicklung. Wiederholte 50/50 Wahlen sind das Symbol dafür; relativ stabile Mehrheiten gibt es praktisch nur noch in Diktaturen.
Dafür sehe ich zwei wesentliche Gründe. Einmal befinden wir uns in einer historischen Umwälzung, weg von der jahrhundertelang gewohnten (und genossenen) Dominanz "westlicher" Denk- und Wirtschaftsweise, hin zu einer neuen Weltordnung, die die meisten Menschen kommen spüren, die aber noch niemand beschreiben kann. Das erzeugt Verunsicherung und Abwehr gegen alles, was als fremd wahrgenommen wird.
Und zum anderen die asozialen Medien, die dazu führen, daß sich sehr viele Menschen nur noch in ihnen fast identischen Kreisen "informieren", bewegen und handeln. Das Ergebnis ist ein Tunnelblick auf die Welt, aber verteilt über Tausende von winzigen Tunneln. Ich bin nicht sicher, daß die Menschen heute wesentlich uneiniger sind als noch vor 50 oder 100 Jahren. Sie haben nur die Möglichkeit, ihre Privatmeinungen heute einem riesigen Publikum mitzuteilen, das sich dann in fanatische Anhänger und fanatische Gegner aufteilt.
Und wo "das Volk" dermaßen aufgesplittert ist und die einigende Kraft von Parteien, Gewerkschaften oder Kirchen weitgehend verloren ist, da können sich die Reichen, Starken, Schamlosen eben ungehindert durchsetzen und ihre Macht weiter ausbauen.


...

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"Wenn Andersdenkende zu Gegnern werden" (28. August 2023)
Daten legen nahe, dass die Abneigung gegen politisch Andersdenkende in Deutschland gewachsen ist. Es ist Zeit, eine Entwicklung wie in den USA aufzuhalten.
Ein Gastbeitrag von Adrian Blattner und Jan Voelkel
https://www.zeit.de/gesellschaft/2023-08/polarisierung-deutschland-afd-gruene-linke/komplettansicht

Quote2nd book of KYFHO

Besonders isoliert war in der Untersuchung die AfD. Rund 77 Prozent der Unterstützerinnen der Grünen und der AfD hatten keinerlei Kontakte zueinander.
Naja, worüber sollen extrem linke und extrem rechte auch reden.


QuoteSonjaRonja

Genau. Da könnten Sie auch hinterfragen, warum Frauen mit Männern über Schwangerschaft und Abtreibung reden sollten. Es geht doch gerade um Austausch um nicht in seiner Blase zu bleiben.


QuoteAlmeida1

Naja, ob Grüne nun extrem links sind, wage ich zu bezweifeln. Auch, das der Durchschnitts-AfD-Wähler extrem rechts ist. Abgesehen davon gäbe es aber genug Gesprächsstoff. Tatsächlich eint uns Bürger viel mehr, als uns gegensätzliche Meinungen zu Partikularinteressen annehmen lassen. Dummerweise sorgt das Internet und Vorurteile dafür, dass man nur noch übereinander statt miteinander redet.


QuoteMedianwähler

Was bitte ist an den Grünen "extrem links"?
Meinen Sie, das muss so sein, weil es die schärfsten Gegner der AfD sind?

Das ist ein Missverständnis.

Der schärfste Gegner der AfD ist die Realität. ...


QuoteOverton-Fenster

Polarisierende vereinfachende und undifferenzierte Berichterstattung ist der Anfang allen übels.

Das Ergebnis sieht man hier regelmäßig in den Kommentaren, da wurde ein Orkus beschrieben in dem alle reinpassen vom afd wähler, Nazi, Putinfreunde, Reichsbürger,Impfgegner, über die die phantasierte Hufeisentheorie werden auch die Linken dort verortet, wie Praktisch.

Und der afd und anderen Rechten hat man vorgeworfen zu einfache undifferenzierte Erklärungsansätze anzubieten, die nicht funktionieren können.

Was hier einige Demokraten im Brustton der unfehlbaren eigenen Überzeugung sagen, ist in seiner Unterkomlexität nicht weit entfernt von der der afd.


QuoteTatwortpeiniger

Der braune Sumpf ist nun mal unterkomplex.

Wie viele geimpfte, elektroautofahrende Reichsbürger kennen Sie?


Quoteindubioprolibertate

"Eine zentrale Aufgabe sollte sein, die Dämonisierung von politisch Andersdenkenden zu verhindern."

Wo fängt denn Dämonisierung an? Der ehemalige Innenminister Gerhard Baum hat die AfD jüngst als größte Gefahr für die Demokratie seit 1933 bezeichnet. Und ich meine, er hat Recht. Ist es jetzt Dämonisierung, wenn man Faschisten als Faschisten bezeichnet? Ich verstehe, warum die Autoren für eine Entdämonisierung unter andersdenkenden Mitmenschen plädieren. Aber jede Stimme für die AfD ist eine reale Gefahr für die liberale Demokratie des Grundgesetzes! Wie in Gottes Namen kann ich guten Gewissens mit AfD-Wählern ein normales Verhältnis pflegen? Jeder der das tut, normalisiert den Faschsimus der AfD als eine legitime politische Meinung unter vielen. "Du kannst die Ökos wählen, oder die linken, die Christdemokraten oder halt die Faschisten. Ist alles gleich nützlich oder gefährlich für die Demokratie.". Das stimmt halt einfach nicht. Es gibt eine relevante Partei in diesem Land, die unterscheidet sich von den anderen, weil sie gegen all das steht, wofür die anderen stehen: Menschenwürde und eine liberale Demokratie. Und diese Wahrheit muss man aussprechen, auch auf die Gefahr hin, dass man die AfD und Ihre Wähler damit dämonisiert. Für mich persönlich sind das übrigens keine Dämonen, ich halte es da mit Hannah Arendt: die AfD ist die borniert spießige Banalität des Bösen.


QuoteTonk

Der politische Diskurs wird zunehmend ruppig. Jeder hockt in seiner Blase und bekämpft mit Tunnelblick die Gegenseite. Für Abwägung und Differenzieung ist kein Raum mehr, multicausale Analyse findet nicht mehr statt und keinem fällt mehr auf wann und wie manipuliert wird. Starkes Gefühl ersetzt das Denken. Es wird gespalten, alles nur noch schwarz- weiss und die Wut kocht hoch. Wir haben das Zeitalter des Narzissmus verlassen. Wir sind angekommen in der Epoche des Borderline.


QuoteDer Marten

Ich habe leider im privaten Umfeld die Erfahrung gemacht, dass ein langjähriger Freund im Laufe der Zeit in Debatten, nur noch auf seinem ursprünglichen Standpunkt beharrt hat, ohne sich mit den Gegenargumenten auch nur auseinanderzusetzen.
Als er dann in die AfD eingetreten ist, habe ich die Beziehung beenden müssen, da diese Partei leider die Rechte von Minderheiten (zu denen ich gehöre) massiv einzuschränken gedenkt und mir klar wurde, warum jede Debatte mit ihm so sinnlos blieb - und dass das in Zukunft noch schlimmer werden würde. Für ihn waren seine Ansichten Teil seiner Identität geworden. Aber über Menschenrechte lässt sich nicht diskutieren.
Ansonsten komme ich mit konservativen Meinungen wunderbar klar, da sich im Austausch mit ihnen die eigenen Ansichten überprüfen, schärfen und gegebenenfalls erweitern lassen.


QuoteEarl Byrd

Ich denke, zu "Früher" (Welches Früher? 1980?) gibt es große Unterschiede. Wenn heute Andersdenkende eine abweichende Auffassung von der Realität haben, verlassen sie regelmäßig den Rahmen der Wahrheit. Den Klimawandel zu marginalisieren ist nur das griffigste Beispiel. Davon fühle ich mich und meine Kinder lebensgefährlich bedroht. Es sind nicht nur Meinungen, es sind Angriffe. Das war früher nicht so. Entsprechend sind meine Gefühle dabei, allen voran eine große Angst.


Quote
Wolke8

Genau das finde ich wiederum sehr gefährlich. Unsere Art zu Leben ist tief mit dem Klimawandel verflochten. Vor der Industrialisierung gab es auch hier noch Hunger, keine soziale Absicherung und ohne Reisen gab es auch kaum die Sicht über den eigenen Tellerrand. Ich kann mich noch an die Diskussion als Kind erinnern ob man "zum Italiener" oder später "zum Chinesen" essen gehen kann. Dahin will wohl keiner zurück. Aber der Weg der Entflechtung von unserer Art zu Leben und CO2 Abdruck ist kompliziert. Allein die Umstellung der Industirproduktion und des Verkehrs auf Strom, die Produktion von Strom, der Bau von neuen Stomrassen und Stromleitungen bis in Wohngebiete, Mobilität, der Welthandel in den wir eingebunden sind uvm benötigt Forschung (Wasserstoff ), Ingenieur- und massive bauliche Veränderungen und Verhandlungen mit den wirtschaftlichen Großen Playern der Welt. So wichtige Projekte müssen zunächst diskutiert erforscht werden und dabei darf man sich nicht von Angst leiten lassen. Sie ist ein schlechter Ratgeber.


QuoteDie Kraft im Land

... Etwas weniger missionarischer Eifer, etwas mehr Milde und Selbstkritik würden helfen.


QuoteBigsby

Die Daten sind sehr spannend, doch den normative Unterton, man müsse nun gemeinschaftlich enger zusammrücken, finde ich fatal. Ein großer Teil der Gesellschaft hegt nunmal keine politische Meinung, über die man reden könnte, sondern ein Sammelsorium aus Stammtischparolen, demokratiefeindlichen Unwahrheiten und schlichter Bequemlichkeit, das sich jeglicher Fakten widersetzt und somit für die aufgeklärte Diskussion unzugänglich ist. Ich werde keinen Fußbreit auf diese selbstverschuldet Unmündigen zugehen. Das habe ich satt. Jegliche Bemühungen zerschellen am Panzer aus Ignoranz, ohne auch nur einen Kisel ins Rollen zu bringen. Ich werde keinen Fußbreit mehr zugehen auf Klimandelleugner und die Apologeten grob klimaschädlichen Verhaltens, auf ewig gestrige Hobbyökonomen, die die Schuldenbremse hochhalten, obwohl sie unsere Volkswirtschaft zusehens in die Misere reißt und schon garnicht auf die Wähler der Faschisten! Ich will mich nicht mehr um Homophobe, Rassisten und putinsche Schwurbler bemühen! Diese Beschmutzer unseres ganzen Erbes der Aufklärung müssen nicht nur den ersten, sondern alle Schritte in Richtung einer vernünftigen politischen Auseinandersetzung gehen. Den Weg aus der Unmündigkeit muss man allein gehen. Ansonsten kann man ja in ein Land gehen, das auf weniger zivilisierten Grundpfeilern gebaut ist. Oder zumindest schweigen.


QuoteMeineMeinungen

Wer Nazis wählt ist ein Nazi.

Ich habe daher im Bekanntenkreis keine (bekennenden) AFD Wähler und will mit solchen auch nicht diskutieren müssen.
Ja, ich bin Teil der Polarisierung...

Und ja, ich bin froh dass Andere unermüdlich gegen das AFD-Geschwurbel anarbeiten!


QuoteRLib

Das Problem ist doch, dass in den letzten Jahren seitens der Politik und Medien vermehrt auf persönliche Angriff anstatt auf sachliche Diskussionen gesetzt wurde. Ziel war es, unerwünschter Kritik nicht durch sachliche Diskussion, sondern durch Diffamierung und persönliche Vernichtung zu begegnen.


QuoteBoNT

Ein Problem ist doch wohl, dass immer mehr Aspekte des Lebens politisiert werden und Menschen sich selbst und andere zunehmend einem bestimmten politischen Lager zuordnen.

Jemand, der sich für die Umwelt einsetzt, muss linksgrünversifft sein, während jemand, der christlich-religiös ist, auf alle Fälle ein Unionsanhänger sein muss, während der Gewerkschafter oder Betriebsrat ganz bestimmt eine rote Socke ist.

Da findet zunehmend nur noch eine grobe politische Lagerzuordnung statt. Und da man sich selbst im ,,guten" Lager wähnt, sind die anderen eben dem ,,bösen" Lager zuzuordnen. Und die müssen bekämpft werden.

Das hat meines Erachtens auch viel damit zu tun, dass die Menschen immer mehr Aspekte des Lebens an die Politik abgegeben haben. Politische Parteien sind damit mehr oder weniger zu den Moral definierenden Instanzen unserer Gesellschaft geworden. Denn auch wenn viele Leute beim Wort ,,Moral" anfangen zu kotzen, so gibt es ein gesellschaftliches Leben ohne einen Moralkodex nicht.

Was meines Erachtens zunehmend fehlt, ist ein von politischen Parteien unabhängiger Wertekodex. Einige wenige Artikel im Grundgesetz genügen dafür meines Erachtens definitiv nicht.


QuoteJeanLuc7

    Denn auch wenn viele Leute beim Wort ,,Moral" anfangen zu kotzen

Sagen Sie einfach "Ethik", dann kotzt niemand.


...

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#3
Quote[...] Seit Sommer 2023 ist die Alternative für Deutschland (AfD) in Wahlumfragen bundesweit die zweitstärkste Partei, im ARD-Deutschlandtrend liegt sie im Januar 2024 bei 22 Prozent. Experten sehen in der Kommunikationsstrategie der AfD einen der wichtigsten Gründe für den Erfolg der Partei. Wie kommuniziert die AfD? Ein Überblick.

,,Faktisch hat die AfD eine neuartige Form der Propaganda in der deutschen Politik etabliert", schreibt der Politik- und Kommunikationsberater Johannes Hillje bereits 2017 in den ,,Blättern für deutsche und internationale Politik". Die ,,Propaganda 4.0", wie Hillje sie nennt, beruht demnach auf vier Elementen:

    - Delegitimierung der etablierten journalistischen Medien

    - Aufbau und Etablierung eigener parteinaher Medienkanäle

    - Ausbildung einer kollektiven Identität beziehungsweise rechtspopulistischen Parallelgesellschaft

    - Extreme Polarisierung im öffentlichen Diskurs

In allen vier Teilbereichen lassen sich darüber hinaus zentrale Kommunikationsschemata identifizieren, rhetorische Muster, die auch von anderen rechten Akteuren genutzt werden.

Das Verhältnis der AfD zum Journalismus ist spätestens seit 2015 ambivalent. Nach Ansicht von Hillje folgt es jedoch einem klaren Kalkül: ,,Die AfD verteufelt die unabhängigen Medien als ,Systempresse', gleichzeitig braucht sie sie als Bühne für ihre Inszenierungen, Provokationen und Abgrenzungen zum politischen Feind." Für letzteres eigenen sich vor allem Formate, in denen AfD-Vertreter ihre Botschaften praktisch ungefiltert verbreiten können: (Live)-Interviews oder Auftritte in Talkshows.
Bei Medienformaten, in denen die AfD keine unmittelbare Kontrolle über die Inhalte hat, etwa bei Berichten über Parteitage, agiert die Partei restriktiv. Etwa durch den Ausschluss bestimmter Medien und/oder Journalisten. Zugleich beklagen AfD-Vertreter regelmäßig, von den klassischen Medien ausgegrenzt beziehungsweise falsch dargestellt zu werden. Damit einher geht der Versuch, etablierte Medien zu diffamieren, etwa durch Skandalisierung oder die Bezeichnung als ,,Lügenpresse". Ein Schlagwort, das bereits die Nationalsozialisten zur Diffamierung unabhängiger Medien nutzten.

Explizit richtet sich die Kritik der AfD gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Laut einem Konzept der Partei aus dem Jahr 2017 sollen ARD und ZDF aufgelöst und privatisiert werden. Für deren Programme soll dann nur bezahlen müssen, wer sie auch tatsächlich nutzt. Auf dem vom Recherchenetzwerk Correctiv bekannt gemachten Geheimtreffen von Vertretern der Neuen Rechten und der AfD im vergangenen November soll über eine Musterklage gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesprochen worden sein.

Um volle Kontrolle über die eigenen Botschaften zu haben und unabhängig von der Berichterstattung etablierter Medien zu sein, hat die AfD inzwischen ein Netzwerk aus eigenen Kanälen in den sozialen Medien aufgebaut: Instagram, Tiktok, Twitter, Youtube, Facebook, Telegram. Sowohl die Partei, Fraktionen, wie auch Abgeordnete selbst wollen in diesen Kanälen direkt und ungefiltert mit Bürgerinnen und Bürgern kommunizieren. Im Vergleich zu den anderen Parteien, die im Bundestag vertreten sind, ist die AfD viel besser aufgestellt.
Bereits bei der vergangenen Bundestagswahl machte die AfD Wahlkampf fast ausschließlich in ihren eigenen digitalen Echoräumen. ,,Die AfD ist selbst zum Massenmedium geworden in den sozialen Medien", stellte Hillje schon damals fest. Inzwischen hat die Partei ihre Medienstrategie weiter vorangetrieben. So betreibt die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag etwa einen eigenen Social-Media-Newsroom mit improvisiertem Fernsehstudio.
391.000 Abonnenten hat der Youtube-Kanal der AfD-Fraktion insgesamt. Zum Vergleich: Die SPD-Fraktion kommt bei Youtube auf weniger als 4000 Abonnenten, die Unionsfraktion auf knapp 5000. Mehr und mehr läuft die direkte Ansprache der AfD an die eigene Anhängerschaft allerdings nicht nur über Youtube, sondern vor allem über TikTok.

Bei der vor allem unter den 14 bis 19-Jährigen beliebten Video-App hat die AfD-Fraktion auf ebenfalls 391.000 Follower. Zum Vergleich: Die SPD-Fraktion kommt auf gerade mal 112.000 Abonnenten. Der Fokus auf Social Media verändert bei der AfD in Teilen sogar die Art und Weise, wie im Parlament gesprochen wird.
AfD-Abgeordnete schreiben ihre Reden genau so, dass es auf TikTok verwendet werden kann. Es gehe darum, ,,knackiges Material für Social Media zu produzieren", räumte der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Götz Frömming, ein.
Für die Rekrutierung neuer Anhänger ist außerdem Instagram ein wichtiges Medium, wie eine Recherche des Netzwerks Correctiv aus dem Jahr 2020 zeigte. So ist etwa die Jugendorganisation der AfD, die Junge Alternative (JA), auf Instagram aktiv.

,,Dort wird sehr viel mit gut bearbeiteten Fotos gearbeitet von jungen und attraktiven Mitgliedern der JA", berichtete Arne Steinberg, Reporter bei Correctiv, damals bei Dlf Nova und: ,,Uns hat ein Vorstandsmitglied der JA Berlin bestätigt, dass der Landesverband mittlerweile so knapp die Hälfte der Neuzugänge eben über Instagram gewinnt."

,,Wir gegen die" – dieses von Populisten überall auf der Welt genutzte Schema verwendet auch die AfD. ,,Das ist die Unterscheidung zwischen uns hier und denen dort. Alles Übrige ergibt sich aus dieser Grundgrenzziehung", erklärt der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering. ,,Wir hier sind die Guten, die Richtigen, die immer schon da waren, die das Recht haben, sich auch aggressiv zu verteidigen. Die anderen sind grundsätzlich Bedrohung."

Die Auffüllung dieses Schemas sei erstaunlich variabel. Entscheidend sei nur, dass bei denen, die angesprochen werden, dieses nach außen hin abgeschottete Gruppengefühl erzeugt werde. Im Osten setzte die Partei von Anfang an vor allem auf Ressentiments und Affekte gegen den Westen. Brandenburg und Sachsen stellte sie dabei als das vermeintlich ,,bessere Deutschland" dar: ein angeblich unverstelltes Deutschland, in dem Heimat und Patriotismus noch zählen. Die AfD beschwor eine angeblich spezielle ostdeutsche Identität und hatte damit Erfolg.
Um ein Gemeinschaftsgefühl nach innen zu schaffen, werden die eigene Anhängerschaft und potenzielle Wähler direkt angesprochen – ,,wir", ,,unser", ,,uns" – und immer wieder äußere Feindbilder konstruiert. Die anderen, die Gegner, das sind Migranten, die Medien, die Regierung, demokratischen Parteien und zivilgesellschaftliche Gruppen wie beispielsweise Klimaaktivisten – zusammengefasst: alle, die nicht das Gesellschaftsmodell und die kulturellen Vorstellungen vertreten, wie sie in die AfD vertritt.

Letztlich zielt die Kommunikationsstrategie der AfD auf eine extreme Polarisierung des öffentlichen Diskurs. Dies gelingt unter anderem durch die konfrontative Gegenüberstellung von ,,Wir gegen die anderen". So macht die AfD etwa inzwischen ,,Klimaschutz zum Kulturkampf, indem sie die Klimapolitik als Bedrohung für den vermeintlich typisch deutschen Lebensstil an die Wand malt", erläutert Kommunikationsberater Hillje. ,,Und diesen typisch deutschen Lebensstil, den buchstabiert sie anhand von Schlagworten wie Diesel, Schnitzel, Billigflug und so weiter aus."

Dabei bedient sich die AfD zumeist keiner sachlichen Argumente, sondern oft vereinfachender affirmatorischer Behauptungen, falscher Fakten, Falschnachrichten und negativer Schlagworte mit denen provoziert und Emotionen wie Wut und Empörung aktiviert werden sollen: Die anderen Parteien wollen Deutschland zugrunde richten, die ,,Ökodiktatur" etablieren, eine ,,Umvolkung" herbeiführen, das deutsche Volk abschaffen. Ziel der Kommunikation ist nicht ein diskursiver Austausch, sondern die Delegitimierung des politischen Gegners. Dessen Existenzberechtigung wird in Zweifel gezogen und negiert.
Die AfD habe eine Botschaft, unter die sie alles packen könne, sagt der Autor und Medienberater Martin Fuchs: ,,Und die ist, die Welt ist im Wandel, die Welt ist verrückt geworden, alles verändert sich sehr schnell. Aber Du bist okay, Du musst Dich nicht ändern. Und schuld sind immer die anderen", sagt Fuchs. ,,Und darunter können sie eigentlich die großen Themen unserer Gesellschaft packen. Ob das die Klimakrise ist, die wirtschaftliche Situation in Deutschland und dann natürlich auch diese ganzen Kulturkampfthemen, in denen die AfD sehr stark anschlussfähig ist."

Bei allen Großkrisen der vergangenen Jahre –Corona, Inflation, steigende Energiepreise, Ukrainekrieg – zielte die Kommunikation der AfD darauf ab, die Verunsicherung in der Bevölkerung weiter zu schüren und in Wut und Ablehnung des demokratischen Systems und dessen Repräsentanten zu verwandeln. Es ist eine Strategie, die einer der Vordenker der Neuen Rechten, der Publizist Götz Kubitschek vom neurechten Institut für Staatspolitik, vor Jahren einmal so formuliert hat: Er spekuliere darauf, dass sich die Spaltung der Gesellschaft vertiefe, um Raum für die eigenen radikalen Ideen zu schaffen.

Eines der wichtigsten Kommunikationsschemata der AfD – wie auch anderer populistischer Parteien und Akteure – ist die kalkulierte Provokation. Durch immer neue Empörungswellen versucht die Partei mediale Aufmerksamkeit zu gewinnen und damit letztlich kostenlose Werbung. Das heißt, es werden gezielt Botschaften verbreitet, von denen man sich erhofft, dass sie zu heftigen Reaktionen im öffentlichen Diskurs führen – und diesen damit zugleich extrem polarisieren.

https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/schwarzbuch-afd-auf-relevanz-konzentrieren

Provoziert wird häufig durch sprachliche Tabubrüche, bei denen bewusst historisch belastete Begriffe verwendet werden, insbesondere aus dem nationalsozialistischen Kontext. ,,Es gibt eine bestimmte Klientel, die man damit erreichen kann. Insofern gibt es immer wieder diesen Versuch, Begriffe einzuführen oder umzudeuten, zu reaktivieren, die auch im Nationalsozialismus eine Rolle gespielt haben, und das ist in der AfD dann schon wirklich eine zentrale Linie, die man dort verfolgt", stellte Rhetorikprofessor Olaf Kramer bereits 2018 fest.
Dabei gehe es darum, die Grenzen des Sagbaren auszudehnen, bestimmte Begriffe neu zu etablieren, Sichtweisen damit zu verschieben und letztlich den politischen Diskurs zu verändern.

Die kalkulierte Provokation ist eng verknüpft mit einem weiteren eingeübten Muster rechter Rhetorik: der Täter-Opfer-Umkehr bzw. dem Versuch einer Skandal-Umkehr. Eines der jüngsten Beispiele ist die Reaktion der Partei auf die Enthüllungen des Recherchenetzwerks Corrrectiv über ein Treffen von Parteimitgliedern mit dem rechtsextremen Aktivisten Martin Sellner im November in Potsdam.

Fraktions- und Parteispitze grenzten sich nicht von dem Extremisten Sellner ab, sondern gingen zum Gegenangriff über – mit Medienschelte von oberster Stelle. Co-Parteichefin Alice Weidel nannt es einen ,,Skandal, wenn solche Machenschaften für eine Kampagne instrumentalisiert werden, die das Ziel verfolgt, privaten Meinungsaustausch zu kriminalisieren und unter Gesinnungskontrolle zu stellen."
Das Zusammenspiel von Provokation und versuchter Skandal-Umkehr nennt der Jurist und Journalist Maximilian Steinbeis das ,,rechte Sprachspiel". Man erkenne es daran, ,,dass eine Behauptung gemacht wird, die einen bestimmten Effekt provozieren soll, und wenn man sich auf diese Provokation einlässt, dann wird diese Reaktion als Angriff gewertet, der dann wiederum die Behauptung rechtfertigt. Und die Behauptung ist, ich werde hier zum Opfer gemacht einer Aggression, und anstatt zu fragen, was für eine Aggression, regt man sich dann auf über diese Behauptung. Und dann sagt er, siehst du, hier ist die Aggression, und zack, ist diese Behauptung gerechtfertigt."

Der Opfermythos sei zentral für die Rhetorik der Rechten. Für ein Verständnis rechter Kommunikationsstrategie sei dies wichtiger als die politischen Inhalte, heißt es in dem Buch von Maximilian Steinbeis, Per Leo, Daniel-Pascal Zorn: ,,Mit Rechten reden. Ein Leitfaden":

"Sie spucken und fauchen von ihrem selbstgewählten Kreuz auf uns hinab – und hoffen, dass wir zurückfauchen. Und wenn wir es tun, dann klagen und jammern und schimpfen sie so lange über diese entsetzliche Schandtat gegen ein wehrloses Opfer, bis einige Zuschauer tatsächlich Mitleid mit ihnen kriegen. So mobilisieren sie ihren Anhang. Nicht durch Programme, sondern durch Provokationen. Und Gejammer."
Maximilian Steinbeis, Per Leo, Daniel-Pascal Zorn: ,,Mit Rechten reden. Ein Leitfaden" 2017

Ein weiteres rhetorisches Muster ist die De- und Rekontextualisierung von bestimmten Themen wie etwa Migration, Klimaschutz oder Energiesicherheit. Dazu werden diese aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgenommen und durch die Verknüpfung mit anderen politischen, sozialen oder kulturellen Themen neu verortet.
Ein Beispiel: ,,Es wird ein Zeitungsartikel zum Thema Flüchtlinge gepostet – mit dem Kommentar, man müsse sich jetzt mehr um die Arbeitslosen in Deutschland kümmern. Diese Verknüpfung greifen die Nutzer in ihren Kommentaren auf. Es entstehen Diskursstränge, es kommen weitere Themen dazu, und am Ende verselbständigt sich das", erläutert Katrin Herms, die Kommunikationsstrukturen von Rechtspopulisten untersucht hat. Am Ende werden so Feindbilder gefestigt – Flüchtlinge, die Regierung, die Globalisierung – und die kollektive Identität der eigenen Gruppe gestärkt.

Eine weitere rhetorische Strategie der AfD ist die Selbstverharmlosung. ,,Deutschland. Aber normal" lautete beispielsweise ein Slogan der AfD bei der vergangenen Bundestagswahl. Der Begriff ,,normal" solle das radikale Programm kaschieren, schreibt der Autor Michael Kraske in seinem Buch ,,Tatworte. Denn AfD & Co. meinen, was sie sagen". Zudem werden mit diesem Bild die Behauptung der AfD wiederholt, alle anderen Parteien richteten das Land zugrunde.

Gerade durch die Besetzung des Normalitätsbegriffs, versuche die AfD, Wählerstimmen in der gesellschaftlichen Mitte zu gewinnen, sagt Kommunikationsberater Hillje. Weil sie wisse, dass sie den rechten Rand mittlerweile ausmobilisiert hat.


Aus: "Kommunikation der AfD: Provozieren, polarisieren, normalisieren" (21.01.2024)
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/kommunikationsstrategien-rhetorik-afd-neue-rechte-100.html

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#4
Quote[...] Washington – Ex-US-Präsident Donald Trump hat am Samstag mit der Bemerkung aufhorchen lassen, er würde Russland "ermutigen", jeden Nato-Staat anzugreifen, der seinen finanziellen Verpflichtungen dem Militärbündnis gegenüber nicht nachkommt. In seiner Zeit als Präsident habe er das den Führern der Nato-Mitglieder auch genau so kommuniziert, erzählte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in South Carolina. "Ein Präsident eines großen Landes stand auf und sagte: 'Wenn wir nicht zahlen und von Russland angegriffen werden – werden Sie uns beschützen?' Ich sagte: 'Ihr habt nicht gezahlt. Ihr seid delinquent. Nein, ich würde euch nicht beschützen. Ich würde sie sogar ermutigen, zu tun, was immer sie wollen."

Der Sprecher des Weißen Hauses in Washington, Andrew Bates, kritisierte die Aussagen Trumps auf das Schärfste. "Invasionen unserer engsten Verbündeten durch mörderische Regime zu ermutigen ist entsetzlich und verstörend – und es gefährdet die nationale Sicherheit der USA, die globale Sicherheit und die Stabilität unserer heimischen Wirtschaft."

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Sonntag, die Behauptung, dass Nato-Mitglieder einander nicht verteidigen würden, untergrabe die Sicherheit der Allianz und setze US-amerikanische und europäische Soldaten einem hohen Risiko aus: "Jeder Angriff auf die Nato wird auf eine geeinte und schlagkräftige Antwort stoßen", so Stoltenberg.

Erst am Samstag Stoltenberg in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" vor einer "möglichen jahrzehntelangen Konfrontation" mit Russland gewarnt: "Wenn (Russlands Präsident Wladimir, Anm.) Putin in der Ukraine gewinnt, gibt es keine Garantie dafür, dass die russische Aggression sich nicht noch auf andere Länder ausbreitet", so Stoltenberg. (red, 11.2.2024)


Aus: "Trump würde Putin zu Angriff auf Nato-Staaten "ermutigen", wenn diese nicht genug zahlen" (11. Februar 2024)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/3000000206957/trump-wuerde-putin-zu-angriff-auf-natostaaten-ermutigen

Quotejohnsp

Immer, wenn man meint, es geht nicht noch abstruser.....


Quotestillhalteabkommen

Als hätte es noch eines weiteren Beweises bedurft: Der Typ ist total durchgeknallt.


QuoteResc2

Ich hätte niemals damit gerechnet, dass ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat so etwas von sich geben kann, ohne direkt danach seine politische Karriere beenden zu müssen.


QuoteOzymandias

Der Typ ist nicht nur ein Sicherheitsrisiko für die Welt. Er ist sogar ein Sicherheitsrisiko für die USA selber und arbeitet offensichtlich gegen amerikanische Interessen....


QuoteChilldeineBase

Ein Schlag ins Gesicht für die Letten, Estländer, Litauer und Finnen.
Aber was erwartet man von einem orangen Psycho Clown?


Quotethanks for all the fish!

Man muss Trump dankbar sein, dass er seinen Wahnsinn erst gar nicht zu kaschieren versucht.


QuoteStetsenko

Trump ist schwer gestört.


...

-

https://www.zeit.de/politik/ausland/2024-02/nato-trump-verbuendete-aussage-kein-schutz-russland-kritik

Quotederdasschreibt

"Warum sollte der US-Steuerzahler für unsere Verteidigung aufkommen, für die wir selbst herzlich wenig tun?""

Weil in seinem Interesse 38.000 US Soldaten in Deutschland stationiert sind


QuoteMiami-HH
vor 11 Stunden

Trump says he would encourage Russia to 'do whatever the hell they want' to any NATO country that doesn't pay enough

Hier das Video:

https://www.cnn.com/2024/02/10/politics/trump-russia-nato/index.html

Ich glaube, Al Capone hätte es diplomatischer gemacht. Frage ist: an wen soll die Zahlung erfolgen, an ihn direkt?
Der Mann hat definitiv nicht alle Tassen im Schrank.


QuoteSchönundgut

Wenn man mal etwas Gutes über Trump sagen möchte: der Typ ist so irre, dass auch Putin sich nicht auf ihn verlassen kann.


QuotePressimist

Trump versteht doch gar nicht, was er sagt. Er plappert nur so dahin, was die Leute hören wollen. Das Problem ist eher, dass er als Präsident auch nicht versteht, was er tut.


QuoteS
Schlaupilz

Dass die NATO Mitgliedsländer ihre zwei Prozent zahlen, müsste selbstverständlich sein.


QuoteDarth Nihilus

Nun werden wir wieder (auch hier im Kommentarbereich) auf all diejenigen Stimmen treffen, die Kriegstreiberei oder Waffenlobby hinter diesen Warnungen verorten.

Auf solche 'Weisheiten' und Stimmen haben die Ukrainer vor 2014 gehört und reagiert, dann ihre Atomrüstungspläne aufgegeben - und wurden dann dafür schrecklich bestraft. Viele mit dem Tod.

Die (naiven) Ratgeber von damals sagen heute sicher: 'Uuuups- hätte ich jetzt nicht gedacht'.

Leider hat dieses 'Uuuup' viele Menschenleben gekostet und zerstört dauerhaft Lebensperspektiven von sehr vielen Menschen, wer weiss wie lange noch, die gesamte Welt ist durch diese Naivität ins Wanken geraten, viele Menschen sind erschüttert bis deprimiert, der gesellschaftliche Zusammenhalt erodiert, im Fahrwasser der ungebremsten Gewalt durch Realtivierungen und Realitätsverweigerungen bringen sich weitere Gewalttäter und Verbrecher in Stellung.

Wir haben beispielsweise ebenso 70 Jahre lang beschwichtigend die wissenschaftliche Evidenz bzgl. Ressourcenübernutzung und sich anbahnender Klimakrise abgeschmettert und unseren Regierenden notwendige Mehrheiten zur weitsichtigen Gegensteuer verwehrt. Und heute: 'Uuuups' - auch wieder ein sehr teures, sehr leidvolles.

Ich möchte nicht mehr gerne auf solche Stimmen hören. Sie sind für zu viel Leid mit verantwortlich.


QuoteMisión en Marbella

Wenn man die Kommentare liest, scheinen immer noch viele zu denken, Trumps Anti-NATO Haltung würde sich aus der jahrzehntelangen Nassauerei vieler Partner erklären. Dies mag ein Auslöser sein bzw. hauptsächlich ein 'Argument', mit dem er es seinen Wählern verkauft. Das Grundproblem ist vielmehr, dass Trump, völlig unabhängig davon, was NATO-Partner für Verteidigung ausgeben, Konzepte wie "Loyalität", "Vertrauen" oder "Bündnistreue" komplett fremd sind. Sie machen in seiner Gedankenwelt keinen Sinn. Er lebt in einer, komplett dem eigenen, kurzfristigen Vorteil dienenden, egozentrischen Zero-Sum-Realität.


QuoteUwe Castello

Wenn es hart auf hart kommt, warum sollte sich die USA opfern?
Trump spricht nur Wahrheiten aus.


Quotegeron2

Putin lacht sich doch kaputt, wie einfach und wunderbar es funktioniert, die Gesellschaften des Westens mithilfe solcher Vollidioten zu destabilisieren. Und deren Wähler gehen der ganzen Propaganda, Desinformation und Lügenkampagne natürlich sofort auf den Leim. Es ist unerträglich mitanzusehen, wie leicht es scheint, gewachsene und eigentlich erprobte Demokratien von innen her auszuhölen.


QuoteZipfelmützenalarm

Tut mir leid, das sagen zu müssen, aber Trump hat in diesem Punkt ausnahmsweise mal recht. Wieso sollten 350 Millionen Amis 500 Millionen Europäer verteidigen, wenn die selbst nicht bereit sind, für Verteidigung angemessen viel Geld auszugeben?

Also entweder wir haben den Schuß jetzt gehört, oder wir sind selbst Schuld, und müssen für unsere Ignoranz den Preis zahlen.


QuoteZirbelzalp

Und deshalb ist es schon ok, dass er Putin ermutigt, er möge ruhig angreifen?


QuoteJonny.T

Hier bettelt Trump um Wahlkampfhilfe aus Moskau (er wird sie bekommen). ...


QuoteKnosa

Als langjähriger Bauunternehmer in New York kennt sich Trump wahrscheinlich mit den Arbeitsmethoden der Mafia wie z.b. Schutzgelderpressung aus.


QuoteSirius21

Diesem Mann traue ich alles Denkbare und Undenkbare zu. Ein erratisches, emphatieloses, und eigentlich bemitleidenswertes Subjekt. Sollte bei den Wahlen im November wirklich der Worst-Case eintreten, brechen für die Welt ganz dunkle Zeiten an. Das wird gruselig.


QuoteMiami-HH

Viele meinen ja hier er hätte recht damit. ... Es ist ein Riesen Unterschied, ob ich verlange, das andere sich an den Kosten der Verteidigung entsprechend beteiligen, wo ich schon immer der Meinung war, das müsste selbstverständlich sein, oder ob ich Russland ERMUTIGE zu machen was es will.

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